Vrvck und Verlag: SrLHI'sch« U»i».v»ch unö Steinbruderei 8. Lange. Schristleitnng, ®efd)äftsfteOe und Druckerei: Schuiftratz- nr. 2U Der Gittener Anzeiger mit der Dienstagsbeilage .Sport-Umschau- er- scheint täglich, aufeer Sonn- und Feiertaos. Monatliche Se,vn«vre'se: Mark 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Ferniprech.Lnjchlujse: für die Schrift lritang 112; für Druckerei, Der lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. po-schearsalo: Frankfurt a. Ul. U686. 50 Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 180 Pf Bei Platz. Vorschrift 20" ^Auf chlag. Haupischriftleiter Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil i.D..Aug.Doetz; für den Anzeigenteil: Han» Beck, sämtlich in Dietzen. Erst« Blatt M. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Zreitag, 9. September 1921 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 40 Pf, auswärt» Die Tagung der Völkerbundsversammlung. Nach den in den ersten vier Tagen der Döllerbundversammlung vollbrachten Arbeiten scheinen die Hoffnungen derjenigen sich kaum zu erfüllen, die erwartet haben, dah die Beschlüsse der gegenwärtigen La- gung über die früher gefaßten Beschlüsse hin- auSgehen würden. Man muh vielmehr feststellen, daß einige der Fortschrittsanregungen jetzt wieder unterdrückt werden. Der heutige Beschluß der politischen Kommission, von nun an dasselbe Aufnahmeverfahren wie im letzten Jahr wieder anzuwenden, ist dafür ein charakteristischer Beweis, nachdem die gestrige Ablehnung deS argentinischen Antrags auf bedingungslose Aufnahme souveräner Staaten in der Kommission bereits den Anhängern der Universalität deS Dölkerbun- deS eine schwere Niederlage bereitet hatte. Gerade in der vitalen Frage der Universalität steht der Dölkerbund heute auf demselben Standpunkt wie im Vorjahr, und ist sogar noch um die Hoffnung deS argentinischen Antrags ärmer. Dasselbe gilt in gewissem Maße von dem Beschluß der Kommission für Paklab än- berungen, der die wichtige Frage deS Artikels 10 des Völkerbundpaktes von der vorjährigen Versammlung überwiesen wurde. Dieser Artikel, den man in Amerika seinerzeit aufs heftigste bekämpft hatte, da er die Mitglieder verpflichtet, gegenseitig ihre territoriale Unversehrtheit zu gewährleisten, sollte aus kanadischen Antrag gestrichen werden. Die Kommission erklärte sich heute gegen die Streichung und wünscht, daß die Versammlung sich mit einer die Tragweite mildernden Ausle- guna begnüge. Stimmt die Versammlung zu, so ist damit auch eine der wichtigsten Hoffnungen erledigt, die die Anhänger einer Erweiterung des Völkerbundes im letzten Jahr hegten. Während der Völkerbund in den erwähnten Fragen jede Abänderung im Sinne des Fortschritts vermeidet, erfährt man aus dem heute der Versammlung zugegangenen Kommissionsbericht über die juristische Tragweite deS Art. 18, daß der Versammlung eine Abschwächung deS Artikels vorgeschlagen werden soll, die einen Rückschritt darstellt. Art. 18 verlangt die Eintragung aller von Döl- kerbunoS-Mitgliedern abgeschlossenen V e r t r ä ge beim Völkerbundsekretariat, widrigenfalls sie ungültig seien. Der ^AuSschußbe- richt weist darauf hin, dah dieser Artikel zuviel verlangt, und dah er dem Amstand nicht Rechnung trägt, dah die Veröffentlichung gewisser Vertragsklauseln die internationalen Beziehungen oder den Kredit der Vertragschließenden gefährden könne. Wenn die Versammlung in weitgehendem Mähe diesen Anregungen folgt, mußte dasPrinzipiderOef- f e n t l i ch k e i t erschüttert werden zugunsten deS alten Systems der Geheimverträge, das durch Art. 18 gerade beseitigt werden soll. Genf, 8. Sept. (Wolff.) Die Völker- bunbhcrfammlung beriet in ihrer heutigen Vormittagssihung den Bericht des Völkerbund- rateS über seine bisherigen Arbeiten. B r a n t i n g-Schweden eröffnete die Debatte mit einer längeren Oppositionsrede, In der er sagte, dah der Völkerbund noch nicht den Wünschen der Weltmeinung Rechnung getragen habe, und daß man auch vielfach den Eindruck habe, dah nicht alle Beschlüsse von ihm, sondern an anderer Stelle gefaßt worden seien. Mit besonderem Nachdruck forderte Branting, dah die Völkerbundversammlung das Hauptorgan des Bundes bleiben müsse, und kritisierte unter an- derem die Berichterstattung über die Aalandfrage. Drantings Vorwürfe gegen die Tätigkeit des Rates wurde von Sir Robert Eecil energisch zurückgewiesen, der die Unparteilichkeit des Sekre- tariats rühmte und auf die Geschichte und die bewunderungswürdige Regelung der Danziger Frage binwieS. Er besprach auch die o b e r - schlesische Frage und erinnerte an den amerikanischen Protest gegen eine Lösung, in der Amerika nicht befragt worden sei, an die Antwort des Völkerbundrates, an das Ausbleiben einer amerikanischen Note und an den neuen Schritt des Rates, der bisher ohne Antwort geblieben sei. Der Völkerbund Kime nicht dulden, daß gerade in Amerika dem Völkerbund der Vorwurf gemacht werde, dah die Mandatsausübung einer versteckten Annexion gleichkvmme. Sodann besprach Lord Robert Cecil noch die Abrüstungsfrage, in der der Völkerbund bei weitem noch nicht genug getan habe. Der Völkerbund müsse aber mutig auf dem Wege der Abrüstung weiter fortschreiten. Nur dann könne er alle seine Feinde durch sein vollbrachtes Werk überzeugen. Die Versammlung spendete den Ausführungen Cecils lebhaften Beifall. Dann verlas Cecil zwei Motionen. Die erste begrüßt es. dah der Völkerbund mehr und mehr die Oeffentlichkeit an seinen Arbeiten teilnehmen läßt, die andere stellt fest, dah der Völler- bunbrat an der Verzögerung der Mandatsfrage unschuldig sei, und fordert eine beschleunigte Re- gelang der Mandate a und b. Dann wurde die Sitzung auf morgen vertaat. Genf, 8 Sept. (WB.) Dte 6. Äommiffton (Politische Angelegenheiten) trat heute nachmittag zusammen, um die Au f n a h m e g e f u ch e Ungar ne. Lettlands, Littauens und EsthlandS zu b.sp ech«7i. Graf Gimino-Spa- nien führte den Borsin. Biviani schlug vor, dah die Kommission dasselbe Aufnahmcver ähren toi- im letzten Jahre annehmen müsse. Der Vorschlag tourbc angenommen. Infvlgcd:s,en tourte eine ilntertommiffion von 7 Mitgliedern ernannt, d e in jedem einzelnen Falle folgende fünf Fragen zu beanttoorten hat: 1. 3ft das Aufnahmegesuch in den Völkerbund regelmäßig erfolgt. 2. Ist die Regierung de jure oder de facto anerkannt und von welchem Staate. 3. Besitzt das Land eine regelmäßige Regierung und bestimmte Grenzen, und wie groß ist die Ausdehnung der Bevölkerung. 4. Wird das Land selbständig regiert. 5. Welche Handlungen seiner Regierung liegen vor: a) was feine internationalen Verpflichtungen, b) was die Vorschläge des Völkerbundes über die Rüstungsfrage betrifft. Der Bericht der Llnterkommissivn über diese fünf Fragen soll, wie im vorigen Jahre, Die Grundlage für die allgemeine Debatte tn der Vollsitzung des Ausschus.es bilden. Vor Schluß der Sitzung, die, wie bisher alle Kommissionssitzungen, geheim war, bemerkte Lord Robert Cecil, daß die Kommission das Recht habe, öffentlich zu tagen, da nach der Geschäftsordnung die Vollverhandlungen der Kommission zwar geheim sein sollen, aber nur, wenn nicht anders beschlossen werde. Lord Cecil beantragte infolgedessen, dah in Zukunft die Vollsitzungen der 6. Sitzung öffentlich fein möchten. Der Antrag wurde von Regnald- Frankreich und Imperiaft-- Gtalien unterstützt und einstimmig angenommen. Die nächste Sitzung dieser Kvmmi.fton findet am Samstagnachmittag statt. Lord Robert Cecil über die oberfchlesische Frage. E> e n f, 8. Sept. (Wolff.) Vorbericht. Lord Robert Cecil gab in der heutigen Völkerbundsversammlung bei der Besprechung des Berichts des Völkerbundsrates folgende Erklärung zur vberschlefischen Frage ab: „Ich will nichts in der Sache selbst sagen, aber die Hoffnung aussprechen, daß der Völker- bundSrat nicht nur eine völlig gerechte Lösung finden wird, was selbstverständlich ist, sondern eine Lösung, die aller. Welt gerecht erscheint; denn es genügt nicht, daß eine Lösung gerecht ist, sie muß auch als gerecht empfunden werden." Kongreß für das Völkerrecht. Genf. 8. Sept. (Wolff.) Der hier tagende KongrehfürdasVölkerrecht nahm eine Entschließung an, in der die Regierungen, Parlamente und der Völkerbund zugunsten einer allgemeinen Amnestie für die Kriegsgefangenen angerufen werden, die wegen Fluchtve''- fuchs, Gehorsamrverwcigerunz ufto. sich in den festländischen und kolonialen Gefängnissen befinden. Nach der Amnestie werden die Kriegsgefangenen sofort in ihre Heimat befördert werden, falls nicht besondere Verhältnisse in der Alfraine und Publand sich dem widersetzen. Des weiteren nahm der Kongreß eine Entschließung der Unabhängigkeit Montenegros und seine Aufnahme in den Völkerbund an. Eine Botschaft von Gabriel d'An- nunzio für die unterdrückten Völker wurde vom Kommandanten Dogliasiadi verlesen. Der Streit um bas preußische Kabinett. Die Bildung der preußischen Regierung nach den letzten Landtag^wahlen, die leine klaren Mchr- heitsverhältnisse ergaben, ist zu einem politischen Sathrspiel geworden. Zentrum und ©emofratie konnten sich damals nicht entschließen, allein mit bei Sozialdemokratie ein Kabinett zu bilden, da die parlamentarische Basis zu schmal war. Die Sozialdemokratie aber sträubte sich mit Händen und Füßen gegen eine Einbeziehung der Deutschen Volkspartei in die Koalition. Es wurde tage- und wochenlang hin und her verhandelt. Zentrum und Sozialdemokratie gerieten einander in die Wolle. Allerhand Persönliches wurde aufgewühlt. Die Krise wollte kein Ende nehmen. Da lieh sich Herr Stegerwald von sämtlichen bürgerlichen Parteien gegen die Stimmen der sozialistischen Linken vom Landtage zum Ministerpräfidenten wählen und bildete ein Minderheitskabinett, lediglich aus Zentrum und Demokratie, das sich fortan einer wohlwollenden Haltung der beiden Rechtsparteien erfreute. Als dann in dem Kamps um das Wiedergutmachungs-Ultimatum im Reichstag die Koalition der bürgerlichen Mitte zerschlagen wurde, als die Deutsche Volkspartei aus der Regierung ausfchied, und die Sozialdemokratie wieder eintrat, war es selbstverständlich, daß daraus nun auch die politischen Folgerungen für Preuhen gezogen werden mußten. Wieder wurden Verhandlungen mit der Sozialdemokratie eingeleitet. Wer wieder vergebens. Die Besprechungen her* fumbften. Abermals vergingen Wochen und Wochen, ohne dah em Resultat erzielt wurde Es wurde weiter gewurstelt in Preußen. Jetzt, da sich nach dem Mutigen Attentat au Erzberger mit all seinen politischen Folgen die Situation ja von Neuem verändert hat, steckt man wiederum in Preußen die Köpfe zusammen. Und doch kommt man aus der Sackgasse, in die man sich verrannt hat, nicht heraus. Die Sozialdemokraten wollen in die Regierung. Aber fie bestehen auf den Wiedereintritt Severings, des früheren Innenministers, und Brauns, des ehemaligen Landwirtschaftsministers, in die Regierung. Das paßt schon manchen Kreisen des Zentrums und der Demokratie nicht. Aber vor allem verlangt doch das Zentrum die Einschaltung der Deutschen Volkspartei in die Koalition, nachdem fie sich zur republikanischen Qterfaffung bekannt habe. Die Sozialdemokraten dagegen glauben im gegenwärtigen Augenblick noch nicht vor ihren Wählern ein Zusammengehen mit den Volksparteilern verantworten zu ßnnen. Ihr Parteitag steht unmittelbar bevor, und die leitenden Männer fürchten dort Nackenschläge zu erhalten. Darum machen fie, wie aus dem nachstehenden Bericht hervorgeht, den Vorschlag, zunächst cin- malnureineRegierungausJentrum, Demokratie und Sozialdemokratie zu bilden, und erft spä te r, wenn die Wogen Der innerpclitischen Erregung sich einigermaßen geglättet haben, die Deutsche Dolkspar» tei zum Eintritt in das Kabinett aufzufordern. Zentrum und Demokratie wollen davon jedoch nichts wissen, und man ist so klug als wie zuvor. * Berlin, 8. Sept. Auf eine Einladung des Präsidenten des Preußischen Landtages fand heute nachmittag eine Verhandlung zwischen den früheren K o al i t i o n s p a r t e i e n, den Sozialdemokraten, dem Zentrum und den Demokraten statt. Der Gegenstand der Verhandlung war eine Aussprache über eine etwaige Neubildung der preußischen Regierung. Nach zwetelnhalbstündiger Beratung war feftzu- stellen, dah einstweilen nichts erreicht werden könnte. Die Besprechungen sollen zu gegebener Zeit fortgesetzt werden. Heber den Verlauf der interfraktionellen Besprechungen über die Umbildung des preußischen Kabinetts berichten die Blätter nach einer Zeitungskorrespondenz Einzelheiten. Vom Zentrum wurde zunächst gefordert, dah der Vorsitzende der sozialdemokratischen Landtagsfraktion, S i e r i n g, den Vorwurf widerrufe, daß das Kabln ettStegerwaldausWortbruch und Treubruch hervorgegangen fei. Abg. Siering erklärte, dazu nicht in der Lage zu fein, da die aufgestellte Behauptung feiner unwandelbaren Lieberzeugung entspreche. Wohl aber sei er bereit, gemeinsam mit den anderen Parteien eine geeignete Formulierung zu suchen, die das Moment der persönlichen Beleidigung ausschalte. Als allgemeine politische Orientierung hielten Zentrum und Demokraten daran fest, daß die Neubildung der preußischen Regierung nur auf der Basis der breiten Koalition, d. h. unter Hinzuziehung der Deutschen Volkspartei, stattfinoen könne. Von sozialdemokratischer Seite wurde dieser Vorschlag abgelehnt. Es könne sich jetzt lediglich darum handeln, dah die Sozialdemokraten wieder in die preuhische Regierung eintreten und damitPreuhen eine Regierung erhellte, die die gleiche Zusammen- ehung habe wie das Kabinett Wirth, ßeinert schlug vor, vorläufig eine Regierung der alten Koalition zu bilden und nach ihrem Zustandekommen mit der Deutschen Volkspartei über den Eintritt in die Regierung zu verhandeln. Dieser Vorschlag wurde jedoch vom Zentrum und den Demokraten abgelehnt. Die interfraktionelle Besprechung ging schliehlich völlig ergebnislos aus. Wie weiter gemeldet wird, hat Präsident ßeinert Herrn Stegerwald von der Besprechung sogleich Mitteilung gemacht. Dieser hat sich damit einverstanden erklärt, daß ßeinert feine Mission als beendet ansieht und vorläufig keine heiteren Schritte unternimmt. Die Verhandlungen mit Bayern. Berlin, 8. Sept. (Priv.-Tel.) Wie die Blätter melden, wurden die Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und Vertretern Bayerns heute vormittag von 9 bis 1 Uhr fortgesetzt. Nachmittags werden der Reichskanzler, der Reichsminister des Innern und der Reichsjustizminister obermals mit den bayerischen Vertretern zusammenkommen. Wie die „Vossische Zeitung" meldet, wurde man im Laufe des Vormittags über das Prinzip im wesentlichen einig, so dah man nunmehr über die Formulierungen verhandeln wird. Allerdings liegt die Entscheidung in München, wohin die bayerischen Vertreter heute abend zurückkehren. Die Reichsregierung ihrerseits versicherte sich der Billigung der Koalitionsparteien für die Vorschläge an die bayerische Regierung und für die Zugeständnisse, die sie Bayern für die Aufhebung des Belagerungszustandes zu machen bereit ist. Die Führer der Koalitions- Parteien wurden heute mittag vom Reichskanzler über die vorläufigen Ergebnisse der Verhandlungen unterrichtet und erttärten ihr Einverständnis mit den Vorschlägen der Reichsregierung, ausgenommen die Sozialdemokraten, die gemeinsam mit den Unabhängigen heute abend beim Reichskanzler ihre Deden ken geltend machen wollen. Dor der Schluhberatung mit den Vertretern Dayerns wird das Reichskabinett die Vorschläge der Reichsregierung formulieren. Die endgültige Entscheidung kann für Samstag erwartet werden. Berlin, 8. Sept. (WD.) Die Beratungen der Reichsregierung mit den Vertretern der bayerischen Regierung und den bayerischen Kvalitionsparteien färben heute nachmittag ihren vorläufigen Abschluß. Die bayerischen Vertreter reifen heute abend nach München und werden das Ergebnis der Besprechungen mit der Reichsregierung der bayerischen Regierung und dem ständigen Ausschuß des Land- tages unterbreiten, der Samstag zusammen tritt. Neue Zeitungsverbote. Berlin, 8. Sept. (Wolff.) Der Reichsminister deS Innern v e r b o t die Verbreitung der in Danzig erscheinenden HalbmonatS- chrift für den deutschen Osten, „Die Ostwacht". vom 8. bis einschließlich den 21. Sep» tember. Berlin. 9. Sept. Der Reichsminister des Innern hat die in Kassel erscheinende „Hessische Arbeiterzeitung", ein Organ der K. P. D., wegen eines die Reichsregierung beleidigenden Artikels verboten. Ferner wurde das deutschnationale „Göttinger Tageblatt" wegen Beleidigung des Reichspräsidenten vom Oberpräsidenten NoSke auf 14 Tage verboten. Die versöhnliche Haltung Lloyd Georges gegenüber Irland. Inverneß, 8. Sept. (WTD.) Die Ant- wortderbritischenRegierungaus da« Schreiben de Baleras vom 30. August lautet: Die britische Regierung hat Ihr Schreiben vom 30. August geprüft und muß dazu folgende Bemerkungen machen: Der Grundsatz: Eine Regierung auf Grund der Zustimmung der Regierten ist die Basis der konstitutionellen Entwicklung Großbritanniens. Aber wir können als Grundlage der Konferenz nicht die Auslegung dieses Prinzips annehmen, die uns verpflichten würde, jede Forderung, die Sie stellen könnten und die bis zur Forderung einer Republik und der Verleugnung der Krone gehen könne, anzunehmen. Sie müssen selbst wissen, daß eine Konferenz auf dieser Grundlage unmöglich ist. Wenn der Grundsatz: Eine Regierung mit 3uftlmmung der Regierten derart in Anwendung gebracht würde, so würde er das Gebäude eines jeden demokratischen Staatswesens einreißen und die zivilisierte Welt auf die alte Einteilung in Volksstämme zurückwerfen. Wir hatten Sie dagegen eingeladen, unseren Vorschlag nach Verdienst zu prüfen, damit Sie keinen weiteren Zweifel mehr über die Tragweite und über die Aufrichtigkeit unserer Absichten haben In einer solchen Konferenz können Sie die Frage der Garantien für alle die Punkte auftoerfen, bei denen Sie der Ansicht sind, daß di« genannten Vorschläge die Freiheit Irlands beeinträchtigen Es widerstrebt der britischen Regierung zu glauben, dah Die auf der Ablehnung ihrer Vorschläge bestehen, ohne sie in einer Konferenz geprüft zu haben Die Weigerung, eine Regelung zu besprechen, die dem irischen Volke innerhalb der Grenzen des Reiches die vollkommenste Freiheit für seine nationale Entwicklung gewährt, kann nur bedeuten, dah Sie jede Unterwerfung unter die Krone und jede Eigenschaft als Mitglied des britischen Gesamtreiches verwerfen. Wenn wir aus Ihrem Schreiben diese Schluhfolgerung ziehen sollen, dann könnte jede weitere Debatte zwischen uns zu keinem nützlichen Zwecke mehr dienen und jede Besprechung wäre vergebens. Wenn wir aber, wie wir hoffen, diese Schluhfolgerung zu Unrecht ziehen und wenn der wirkliche Grund, der Sie veranlaßt, gegen unsere Vorschläge Einwendungen zu erheben, der ist, dah wir Irland weniger bieten als die Freiheit, die wir erläutert haben, so kann dieser Ginwand bei einer Konferenz geprüft werden. Sie werden der Ansicht fein, dah dieser Briefwechsel lange genug gedauert habe. Infolgedessen muh die brttische Regierung Sie bitten, ihr in klarer Form mitzu- tellen, ob Sie geneigt sind, zu einer Konferenz zu kommen, um die beste Art und Weise zu prüfen, in der der Zusammenhang Irlands mit dem britischen Reich mit den nationalen Bestrebungen Irlands in Übereinstimmung gebracht werden kann. Wenn, wie wir hoffen, die Antwort in bejahendem Sinne ausfällt, so schlage ich vor, dah die Konferenz am 20. d. M. In Inverneß zusammentritt, gez. Lloyd George. Der deutsch-amerikanische Friedensvertraq. London. 8.Sept. (Wolff.) Aus Wash- tagten wird gemeldet: Das Staatsdepartement fragte offiziell bei der französischen Regierung an, wie diese die offizielle Note bezüglich der Anerkennung des deutschamerikanischen FriedenSvertra- g e S aufnehmen werde. Englische Stimmen über die deutschen ' Wiederherftellungsleiftnngen. London. 8. Sept. (Wolff.) Der diplo* matischc Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt, eS wäre verfehlt, von D o u- merSBesuchin London Abänderungen de» Pariser Abkommens zu erwarten. Die durch das Pariser Uebereinkommen gelösten Hauptfragen könnten nicht erörtert werden, da dies eine zerstörende, verhängnisvolle Wir- hing auf die gemeinsame Politik gegen Deutschland haben könnte. Die „Morning Post" schreibt zu einer Behauptung einiger französischer Blätter, daß der wahre Grund für das Wiesbadener A b k o m m e n die Furcht Frankreichs vor dem deutschen Bankrott sei. Diese Ansicht stimme mit den von verschiedenen französischen Blättern vorgebrachten Meinungen über die Fähigkeit Deutschlands, die Reparationen zu bezahlen, nicht überein. Die Frage eines möglichen deutschen Bankrotts, die in England immer sehr ernst genommen werde, hänge zum großen Teile von der Politll der Alliierten und vielen anderen Fragen ab, Die I nicht reine Finanzfragen feien. In der Citß Kto sondern könne in V zu der Stadt Speyer übernommen hat. u? wir billigung übergehen. Die Reichsregierung deshalb, wie bekannt, im Einvernehmen mit Reichstag, eine Erhöhung der Drotpreise durchschnittlich 40 Proz. vornehmen müssen, dieser Grundlage sind die neuen Preise für hat dem um Auf das Aus Hessen. Zum Landeswahlleiter fr* Aus üem besetzten Gebiet. Ucberuahme der Polizeigewalt durch die Besatzungsbehörde in Speyer. Speyer, 8. Sept. Die letzten Ausschrei-- des Gesamtministeriums der Legationsrat Freiherr Löw Don und zu Steinfurth in Darmstadl (Dienstadresse: Staats- ministerium, Reckarstrahe 7) ernannt; stellvertretender Landeswahlleiter ist Legationsrat S t i m m e l in Darmstadt. nunmehr dazu geführt, daß die französische sahungsbehörde die gesamte Polizeigewalt Reparationshoffnungen zu retten, was retten sei. Amerikanischer Kredit für Deutschland? $' r v n g her richt in weiren Kreisen noch Unklar- Prof. 21 it-Landau, Dir. Schwall).-Mannheim, heit. Darum seien folgende Ausführungen der Bessmger--Nürnberg, ang^horen, verteilt. Die Gs- Arbeitslofen Unruhen in England. London, 8. Sept. (Wolff.) Dlättermel- dungen zufolge drohten gestern in Liverpool ernste Arbeitslosenausschreitungen. 5000 Arbeitslose versammelten sich vor dem Rathause und verlangten das sofortige Erscheinen des Bürgermeisters auf dem Balkon binnen zehn Minuten. Als der Bürgermeister erschien, wurde er mit Gejohle empfangen. 3n Dundee kam es gestern zu neuen Ausschreitungen Mehrere tausend Arbeitslose durchzogen die Straßen der Stadt, schlugen die Fensterscheiben ein und plünderten eine Anzahl Läden. Die Tochter des Bürgermeisters wurde verletzt. Aus mehreren anderen Orten werden ebenfalls Demonstrationen gemeldet, so aus B r i st v l, tvo die Polizei gegen die Menge vorging. nossenschaft sei also ein soziales Unternehmen und deshalb auch von Steuern weitgehend befreit. Einiges Mißtrauen, das im Kreise der gestern abend Erschienenen anfänglich zu herrschen schien, war durch persönlichen Gedankenaustausch bald übeitvirnden und einige namhafte Persönlichkeiten erklärten sich bereit, als vorläufiger Vorstand für die -Ziele der ..Deutschen Kunst in Gießen ein- z.utreten. 3n der Aussprache wurde vor allem betont, daß die Genossenschaft, um in Gießen festen Fuß faffen zu können, durch eine Ausstellung bester Kunst werben müsse. Eine solche Ausstellung wurde denn auch für Die nächsten Monate zu gesagt, falls geeignete Räume dafür freigemacht werden könnten. 3ntereffen- ten mögen sich an die Herren ntadtvervebnerer Erha dl, Prof. Dr. Rauch. Architekt Ernst Schmidt und Dr. Hans Werner wenden. Die Küchenanlagen der Kliniken. Bei der bauerrtd starken Besuchsziffer der medizinischen Klinik, der Frauenklinik und der Klinik für Hautkrankheiten zeige eS sich, wie es in einer Regierungsvorlage heißt, daß die Einrichtungen der Hauptküche den Anforderungen auf i>ic Dauer nicht mehr entsprechen. -befürchte man, daß das Wiesbadener Abkvm men „Deutschlands finanziellen Rücken' brechen könne. Sm solches System von Zah- London. 8. Sept. (WB.) Der „Evening Standard" meldet, daß ein neuer Plan der Kreditgewährung an Deutschland in den Bereinigten Staaten entworfen werde. Mister Malcolm Summer, ein sehr bekannter amerikanischer Anwalt, ist gestern in London aus Berlin eingetroffen, wo er die Verhandlungen in dieser Frage geführt hat. führen. Der Pariser Berichterstatter der „Westminster Gazette" schreibt: Wenn Deutschland zum Bankrott verurteilt sei, könne es nicht alle Alliierten und alle Forderungen anderer Länder bc-sahlen. Wenn das jetzt vollkommen sicher sest dann müsse man Frankreich in Freundschaft gestatten, aus dem Wrack seiner •* MunitionSsPrenguugen. 3n Ausführung des Friede nsverlragcs . wurden gestern und vorgestern von der Reichstreuhandgesellschaft auf dem Trieb die Restbestände an Handgranaten, Gewehrgranaten usw. gesprengt, die den von der Entente bewilligten Etat der Reichswehr überstiegen. Wer den Sprengplah betritt, möge vorsichtig sein und die vielleicht noch vorhandenen Munitionskörper unberührt liegen lassen. ** Für das Oberschlesier-Hilfswerk sind weiterhin beim Gießener Anzeiger folgende Spenden eingegangen: Ungenannt 20 Mk., R. Pr. 30 Mk., Weimer, Rentamtmann i. R., 10 Mk., Ungenannt 5 Mk.. Allgemeiner Deutscher Frauenverein (Ortsgruppe Gießen) 100 Mk., Sp. 1 Mk. Wir beschließen damit die Sammlung, die ein Gesamte rgrb- n i s von 5 0 7 Mark erzielte. ” Gewerbe-Ausstellung. Der Ge- werbederein Gladenbach veranstaltet vom 11. bis 18. September eine Gewerbe-Ausstellung. Die hiesigen gewerblichen Vereinigungen besuchen diese Ausstellung Sonntag, 11. Sept. (Abfahrt 8.20), um an der Eröffnung tclhu- nehmen. Reichstagsabgeordneter Malermeister Havemann spricht dabei über »Die Deu- vrganisation des Handwerks". Falsche Zehnmarkscheine. 3n der Frankfurter Gegend tauchen in letzter Zeit eine größere Anzahl von falschen Zehnmarkscheinen auf, die wie folgt zu erkennen sind: Vorderseite: Gesamtbild im allgemeinen ähnlich. Die Rückseite zeigt eine braune und bunte Tönung, jedoch ist die Faserung nicht mit der Radel ablösbar. ** Unbestellbare Pakete. Die Zahl der Pakete, die weder dem Empfänger ausgehandigt noch an den Absender zurückgegeben werden fön*' nen. ist immer noch recht bedeutend. Damit die Pakete den Empfängern auch dann zugestellt werden können, wenn die Aufschrift unterwegs ab* gefallen oder unlesbar geworden ist, ist durch die Postordnung angeordnet worden, daß die Absender stets in diePakete obenauf ein Doppel der Aufschrift zu legen haben. "* Vom ReichskurSbuch erscheint vor» aussichllich am 26. Oktober eine neue Ausgabe zum Preise von 38 Mark. Destellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhandlungen, entgegen. ** Ein blühender Kastanienbaum ist, wie aus Wetzlar gemeldet wird, dort in der Alle« unterhalb der Unteroffiziers schule zu sehen. der hessischen Landtagswahlen, die, wie gestern mitteilten, auf den 27. November festgesetzt sind, wurde nach einer Bekanntmachung Um die Schwierigkeiten nicht auftommen zu lassen, sei eS dringend nötig, zwei zu kleine und außerdem noch schadhafte gußeiserne Dampfkoch- kessel von je 200 Liter gegen solche von 300 Liter in Rickelausführung und den Kartoffeldämpfer gegen einen solchen von doppel tLr Große alsbald auszuwechseln, was einen Kostenaufwand von insgesamt 89 500 Mark verursache. 3n Anbetracht der Dringlichkeit sei beabsichtigt, den einen der beiden Dampfkochkefsel und den Kartoffeldämpfer im Gesamtbetrag von 55 0C0 Mark sofort zu beschaffen und den zweiten Kessel im Betrag von 34 500 Mark in 1922 auszuwechseln. 3n den .Staatsvoranschlag 1922 werde sonach der Gesamtbetrag von 89 500 Marl einzustellen sein. Wettervoraussage für Samstag: Heiter, wolkig, trocken, Temperatur wenig verändert, nach We en drehende Winde. Das gestern über Deutschland und Oesterreich liegende Hoch hat sich nach Osten verlagert und weiter verflacht. Ein Über England erschienenes Tief wird morgen auf unsere Wetterlage Einlluß gewinnen. Die Witterung wird sich vorläufig noch nicht wesentlich ändern. Berlin, 7. Sept. (Wolff.) Auf Antrag der badischen Regierung wurde kürzlich eine vom Offizier Sbuno in Konstanz beabsichtigte Versammlung, in der Admiral Scheer sprechen Wollt tungen linksradikaler Elemente in Speyer haben -........ De- amtlichen „5)armft. Ztg" wiedergegeben: Zur Deckung des inländischen Brotbedarfs, soweit sie durch 2lbgabe von rationiertem, auf'Brot- marten verabfolgtem Brot erfolgt, ist nach dem Gesetz über die Regelung des Verkehrs mit Getreide eine Umlage von insgesamt 2,5 Millionen Tonnen Getreide ausgeschrieben worden. 3n Deutschland sind annähernd 50 Millionen versorgungsberechtigte Personen die sich nid)t aus eigener Ernte versorgen Es werden deshalb bei Aufrechterhaltung der g.genw_rtigen Ta,eS:opf° ration von 200 Gramm Mehl für die Ausgabe des rationierten Brotes jährlich 4,25 bis 4,50 Millionen Tonnen (Betreibe ^forderlich sein. Etwa 2 Millionen Tonnen müflcn also ausdemAus- lande eingeführt werden. Die C.nfuhr von Auslandsgetreide erfordert aber, zumal in Anbetracht des immer ungünstiger werdenden Stande» unterer Mahnung, dir Aufwendung überaus hoher Summen. Bei den Anforderungen der zur Brotverbilligung vom 16. August ab nötigen Mittel wur>e ein Preis von 5000 Mart für die Lonne Auslandsgotreide zugrunde gelegt Der Ankauf der genannten zwei Millionen Tonnen im Auslände wurde also etwa zehn Milliarden Aus Stabt und Land. Gießen, den 9. Sept. 1921. Die Deckung der städtischen Teuernngszulagen. Am Samstag, den 3. September, hat, wie die Offenbacher Stadtverwaltung bekanntgibt, die Bereinigung der Finanzdezernenten der größeren westdeutschen Städte, der auch die fünf hessischen Städte Darmstadt, Mainz, Offenbwch, Worms und Gießen angehören, in Köln getagt und sich vor allem mit der Frage beschäftigt, wie die durch die neuen Gehalts- und Lohnerhöhungen notwendig werdenden Mittel aufgebracht werden können. Dabei kam die einmütige Auffassung zum Ausdruck, daß bei der Bewllli- gung der Gehalts- und Lohnerhöhungen die Deckungsfrage unter allen Umständen, und zwar mitdemgleichenStadtver- ordnetenbeschluh, gelöst werden müsse. Auch darüber herrschte Einmütigkeit, daß die Deckung durch Erhöhung der Tarife und Gebühren und der Realsteuern als die einzigen, den Städten gegebenen Möglichkeiten erfolgen müsse. Dabei war man sich aber allseits im Klaren darüber, daß es nur dann gelingen wird, den Haushaltungsplan im Gleichgewicht zu halten, wenn den Gemeinden eine sofortige stärkere Beteiligung an den Reichssteuern eingeräumt wird. Am 9. und 10. September tritt in Hannover die Zentrale Bereinigung der Finanzdezernenten größerer deutscher Städte zusammen, die zu der gleichen Frage Stellung nehmen wird. CS muß erwartet werden, daß die Reichsregierung endlich ihre unverständliche Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der deutschen Städte aufgeben wird. Aus Darmstadt wird uns soeben gemeldet, daß die Stadtverordnetenversammlung gestern die Teuerungszulagen für Beamte und Arbeiter nach den Sätzen des Reiches bewilligt, aber die von der Stadtverwaltung daran geknüpfte Bedingung verweigert habe, daß auch für steuerliche Deckung zu sorgen sei. Die Stadtverordneten seien der Ansicht, daß das Reich für die Deckung aufzukommen habe. Die Ursache der Vrotverteuerung. Ue6er die Gründe der Drotverteue- kannte Aufsatz Scheers erschienen war, wurden erneute Anregungen, einen ähnlichen Bor- trag des Admirals Scheer in Freiburg zu verbieten, vom Reichsminister des Innern mit der ausdrücklichen Begründung abgelehnt, daß die Persönlichkeit Scheers die Gewähr biete, daß in der Versammlung nicht gegen § 4 der Verordnung des Reichspräsidenten verstoßen würde. Reue Ausschreitungen in Dvnschw-rß. Braunlchweig 8 Scp. (WÄ.) W.e d c „(Braunf',tt> gilHe ka.biäö^tung b richtet ift eiern Donnerst g ab nO an v.rs^i.d nen Stel en bec Stadt anläß lich Der vorn „Stahlhelm" ein* ber lenen M:net.v r! mm u ig vw ctal)ltelmle te durchsucht B.rschiede e P. r Ionen wurden schwer mißhandelt unüberlegt. Es wurde auch geschol'sen. Als die Unruhen einen g d eren Umfang anzunehmen drohten, rückte eirc Abteilung PollM an, die mit Hohlen und Beschimpfungen entgangen wurde. Es gelang schließlich, die Menge auseinander zu treiben, die bann in verschiedenen Straßen der Stadt Unfug verübte. Aus dem Reiche. Die Einfuhr lonbenfierter Milch. 3erlin, 8. Sept. (WTB.) Durch die Verordnung vorn 18. 3uli 1921 über die Einfuhr kondensierter Milch wurde mit Wirkung ab 15. September 1921 die Einfuhr von Milch in luftdicht verschlossenen Behältnissen. von entkeimter (sterilisierter), von peptonisierter Milch, von eingedickter Mi'ch (Sirup-Milchs von ein- getrockneter Mllch (in Blöcken und Pulverform) freigegeben. Die Einfuhr von Sahne und Dauer- . sahne wurde nicht freigegeben. Hierfür, insbesondere auch für als neunprozentige Exportsahne bezeichnete Ware in Flaschen bzw. Dosen ist nach wie vor die Genehmigung der Reichsstelle für Speisefette zur Einfuhr erforderlich. Dis Versammlungen des Admirals Scheer. Bornotizen. -- „60 Jahre Stenographie" wird das Thema eines Vortrages sein, den Herr Geh. Schulrat Dr. Hch. P i h (Darmstadt) anläßlich der Feier des 62jährigen Bestehens des GabelSberger Stenographen-Vereins von 1861 hier am kommenden Sonntag in der Turnhalle halten wird. Mit der Feier wird außerdem noch eine Reine stenographische Ausstellung wertvoller Bücher und Zeichnungen — meist aus dem Rachlaß des verstorbenen Herrn Gaswerksdirektor Bergen — verbunden sein. Landkreis Wietzen. ga. Grünberg, 9. Sept. Eine neue Bür- gerverscunmlung wird sich am Sonntag nochmals mit der Kriegstotenehrung befassen. Außer dem Vorschlag, das Denkmal in die Friedhofsmauer einzubauen, sieht ein anderer Plan die Erneuerung des alten Marktbrunnen- vor. Kreis Schotten. ga. Laubach, 8. Sept. Ein junger Mann geriet kürzlich mit der linken Hand in das Triebwerk der Dreschmaschine und wurde schwer verletzt. Die Hand wurde ihm gestern In Gießen abgenommen. Hessen-Nassau. Protest der Bauernschaft. fd. Ufingen, 8. Sept Bei der sozialistischen Demonstration am letzten Sonntag in Ufingen hat nach Mitteilungen der Bauernschaft Ufingen der Redner der Unabhängigen, Wick-Oberursel, die Dauern als Lümmel bezeichnet und feine Genossen aufgefordert. den Dauern bei jeder Gelegenheit auf« Maul zu schlagen und zu Taten überzugehen Gegen diese Aeuherungen erhebt jetzt die gesamte Bauernschaft Protest und teilt mit, daß sie Wittel und Wege finden wird, sich vor Dergewaltiguna des roten Terrors zu schützen. mc. § r a n t f u r t a. M., 8. Sept. Bekanntlich entstanden auf dem hiesigen Hauptbahnhof im Lause der letzten Qal)re Unfälle dadurch, daß die einlaufenden Zuge doS Haltezeichen Überfuhren und auf die Prellböcke aufstießen, wodurch größerer Materialschaden entstand. Vor Jahren fuhr sogar einmal eine I)-Zugslokomottve in den Wartesaal 2 Klasse. Die Eisenbahndirektion hat nun neuerdings Anordnung getroffen bzw deren Befolgung erneuert, wonach die einfahrenden Züge (auch Schnellzüge) bei der Einfahrt im Auhenbahnhofvorgelände die Geschwindigkeit von 30 Kilometern und in den Einfahrtsh allen eine solche von 15 Kilometern nicht überschreiten dürfen mc Diedernhausen i. 2,8 Sept. In der Rächt zum 7. September wurde in einer hiesigen Villa ein Einbruch verübt, wobei Silver- sachen. Kleiber. Wasche usw. im Werte von Mark 400 000 gestohlen wurden. Es kommen drei 'Täter in Frage, die mit einem Auto inSchifsSsvrm. von Wiesbaden kommend, den Weg nach Iv-bach nahmen. Die Untersuchung der Unruhen in Mitteldeutschland. (Berlin, 8. Sept. (WTB) Im Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtages tourte die Vernehmung der (Benerolmiaen über dieUnruheninMitteldeutschland fortgesetzt. Regierungspräsident Dersdorfs (Mer- . seburg) ist der festen Ueberzeugung. daß schon vor dem Kapp-Putsch eine organisierte rote Armee bestand. Schon 48 Stunden nach Ausbruch des Kapp-Putsches feien militärisch strafforganisierte Komvagnien durch Merseburg marschiert. Die Entwaffnung sei leider nicht in dem nötigen Maße durchaeführt worden. Schließlich seien die Waffen auf der rechten Seite fast ganz, auf der linken fast gar nicht erfaßt gewesen. Aus die Frage über daS Vorhandensein der roten Armee im Aufruhrgebiet erklärte Zeuge, speziell in Leuna seien 16 Kompagnien vollständig militärisch aufgestellt gewesen mit Infanterie- und Artillerie-Abteilung, Funker- und Panzerlügen. .Dem Zeugen find Rachrichten über das Bestehen dtzr roten Armee nur von privater Seite zugegangen. Die Waffen der Einwohnerwehr fielen fast restlos nach dem Kapp-Putsch in die Hände der Kommunisten. Bei der freiwilligen Waffenabgabe seien überhaupt keine großen Mengen Waffen ^faßt worden. Weiter sagte der Zeuge: 3m Merseburger Bezirk habe die Gefahr eines Rechts- Mitsches überhaupt nicht bestanden, denn die links- ixibtfalen Elemente seien dort sehr stark vertreten. Die Orgesch- und sonstigen Organisationen seien restlos aufgelöst. Auf den Vorhalt des Vorsitzenden gibt der Zeuge an, daß er weder als Deamter noch als Privatmann Dachrichten über das Bestehen von Organisationen bekam, die den Rechtsputsch vorbereiteten. Berlin, 8. Sept. (WTB.) 3n der Dach- mittägSsitzuna wandte sich der Untersuchungsausschuß für die mitteldeutschen Unruhen dem Falle Casparek zu. Dach Darstellung des Vorsitzenden Kuttner wurde die Regierung mehrfach vor ihm gewarnt. Sein Versagen wahrend des Aufstandes wird hauptsächlich darin gesehen, daß er dem kommunistischen Angestellten Franzke den Schutz der Stadt Sangershausen gegenüber dem bevorstehenden Einmarsch der Aufständischen übertrug. Zeuge Regierungspräsident von Dersdorf, bekundete, Casparek habe erklärt, er betrachte die ihm zur Last gelegten kommunistischen Aeußerungen als ein staatsbürgerliches Recht, ganz abgesehen von seiner Tätigkeit als Landrat. ließ auch keinen Zweifel daran, daß er den gewaltsamen Umsturz der Regierung anstrebte. Dach Ansicht der Mehrheit der wahlberechtigten Kreisinsassen war Casparek nicht die geeignete Persönlichkeit. Es war Pflicht des Land- ratö. Meldung von der kommunistischen Tätigkeit Franzkes zu machen. Die optimistische Beurteilung des Oberpräsidenten H ö r s i n g hinsichtlich der Voraana«' im Aufmbrnebiet teilt der Zeuge von Dersdorfs nicht. 500 Mann Besatzung für Gisleben und Hettstedt zusammen waren zu wenig. Die Vernehmungen werden am Freitag fortgesetzt. von der Reichsgetreidestelle abzugebende Getreide und Mehl berechnet, unter Berücksichtigung angemessener Mahl- und Dacklöhne. Auch dann noch werden in den ersten siebeneinhalb Monaten des kommenden Wirtschaftsjahrs — das ist für die Zeit von: 15. August 1921 bis zum Ende des Reichshaushaltsjahres, dem 31. März 1922, — Verbilligungszuschüsse des Rei ° ches in Höhe von 3Li bis 4 Milliarden Mart zu leisten sein. Das ist eine Belastung deS Reiches, die neben seinen sonstigen gewaltigen Verpflichtungen außerordentlich drückend ist. Genossenschaft „Deutsche Kunst". 3m Gewerbehause fand gestern abend eine erste Besprechung über die Ziele und Aufgaben der Genossenschaft „Deutsche Kunst" statt, die leider nicht sehr stark besucht war, 3n einem kurzen Vortrage führte Herr Dr. Schäfer aus München aus, daß die Genossenschaft von Künstlern gegründet worden sei als Selbsthilfe zum besseren Verkauf ihrer Werke und zum Schutz gegen skrupellose Ausbeutung. Sie verkauft nur Bilder erster, lebender, deutscher Künstler nicht einer bestimmten Gruppe, die ihre Bilder loswerden wollten, ys gebe zwei Gruppen in der Genossenschaft, die beide gleich interessiert seien: die Künstler, die ihre Bilder verkaufen und ausstellen, die Privaten, die ihr Geld leihweise als Betriebskapital zur Verfügung stellen und dafür Zins in Höhe von 25 Proz., also auf 1002 M. 250 M. ip Form von Kunstwerken erhalten, die sich jeder in der am Ende des Jahres stattfindenden Zinsbilderaus- ftellung auSfuchen könne. Ferner erhalte der Private auf alle Käufe und Aufträge (Porträt) 5 Prozent Rabatt. Um die Verbindung mit den locker durch Zeichnungen verbundenen Mitglieber aufrecht zu erhalten, bilden die jeweiligen Zeichner einer Stadt eine Ortsgruppe, die sich je nach den örtlichen Verhältnissen dem bestehenden Kunstverein anschließt, eine Art Vorstand oder besser gesagt, einige Verttauensperfonen, könne bann leicht alle Wünsche unb Beschwerden der Ortsgruppe direkt der Zentrale übermitteln. Die Genossenschaft veranstaltet vom 1. Olt. ab in München in der „Alten Schackgalexie" Drien- nerstraße 22, ferner vom Mai 1922 ab in Bad - D a u f) e i m im Kurhaus eine Dauerausstellung allererster Kunstwerke, ferner durch die Ortsgruppen Wanderausstellungen. Am Ende eines jeden Jahres zeigt dann noch eine Zinsbilderausstellung den GenossenschastsmitAie- bern eine Reihe von Bildern zur persönlichen Auswahl. Dem ortsansässigen Künstler komme man entgegen, indem man ihm y8 des gesamten Ausstellungsraumes zur Verfügung stelle, für die die Genossenschaft aber keine Garantie übernehme. Die Genossenschaft will kein Konkurrenzunternehmen deS örtlichen Kunst Vereins und ihm gerne bei Beschaffung von Bildern behilflich sein. Am Ende eines leben IahreS werden, da ja der Künstler durch Verkauf, der Private durch Zins und Rabatt befriedigt ist, alle Heber- Ichü| se dem Hilfsfonds für Künstler und den wirtschaftlichen Verbänden nach Verteilung des ehrenamtlichen Aufsichtsrats, dem Prcf. Hahn, Prof. Erlec-Munchen, Prof. Slrvogt, Ledcrer-Berlin, Prof. Kerschensteiner-München, der Preis von 5222 Mar! 'für die Tonne auS- reichen wird. Die internationale Marktlage ist zur Zeit nicht ungünstig, aber der Scand der deutschen Währung ist alles andere als befriedigend. Die C-eldstkostLN der RLichsgetreidest.-lle für das zur Drotversorgung benötigte (Betreibe tnerben daher ausschlaggeb:nb durch den Preis für Auslandsgttreide beeinf uGt. Demgegenüber fallen die Preise für batf- ibnlagegetrcibe aus inländischer Ernte wenig ins Gewicht Auch sie haben angesichts der Verteuerung der Erzeugungs- kosten gegenüber den Getreibepreilen des vorigen Emteiahres eine nicht unerhebliche Erhöhung erfahren müilen, sind jedoch auf den unbedingt notwendigen Umfang beschrankt worben. In dem am 15. August 1921 zu Ende gegangenen Wirtschaftsjahr hat eine sehr erhebliche Brotverbilligung gegenüber den tatsächlich erwachsenen Einstandskosten stattgefunden. Das Reich hat für diese Zwecke über 10 Milliarden Mark aufgewendet, die es sich nur durch stärkere 3 Inanspruchnahme der Dotenpresse beschasfen konnte, die letzten Endes aus den Steuererträgen wieder abgedeckt werden müssen. Bei der ungünstigen Finanzlage ist das Reich auf die Dauer außerstande, eine Verbilligung in diesem Umfang fortzusehen. Auch in anderen Ländern, so vor allem in 3ta(ien, England und Frankreich, bestand während der Kriegszeit und auch in den folgenden Zähren ein „politischer Drot- p r e i s". d. h. eine Verbilligung des Brotes unter Zuhilfenahme von Staatsmitteln. 3n Erkenntnis der Unmöglichkeit, eine solche Wirtschaftspolitik weiterzuführen, sind diese Lander trotz weit günstigerer Finanzlage bereits dazu übergegangen, die Verbilligung deS Brotes durch Staatsmittel einzustellen. Auch Deutschland muh, notgedrungen, da es die weitaus größte Belastung zu tragen hat, zu einem Abbau der Getreide- und Drotver- ln der Admiral Scheer, Mart beanspruchen. Dun hängt es voa bei Markt- sprechen toollte, verboten. Aachdem der be-1 läge und von Dem Stande unserer Valuta ab, ob hingen an eine der alliierten Mächte könne nicht nur zum Schaden der anderen Gläubiger fein, solange Deutschland solvent bleibe, \ ' l der Tat Insolvenz herbei-' im 21. Eiche» ( Sie Die Si mittag j «aii I nach I hol l ■ Mc lebei tib unb aus 2a S 2]> Ißt |anft n ffiebuü) Sohn, ! ’S», S« ss hiti £i MW“ Kalen IQ'‘ ' S»"00 SÄ Ain. ober der Pl Sic für® fdOc SE *unb?c frühen qW ÄMen ann der ber 'chichle, der .Mlains J- * aUM tin Sie erst ZlaavN'^g Wgervonde für kurze 3* fitünbetw p echieft * Lchnshoheü So wurde de Indien gena M 3abrc H Sic Pvlrn ha IrenMincx ' anei Ersten, obeclchlestlch' Groh-Llrchl >iy und Te VMWlml» Seims Generalversammlung Samstag, den 10. September 1921, abends 8 Uhr, Restaurant Kremer, Marburger Straste 27. Tagesordnung: 1. Jahresbericht,- 2. Rechnungsablage! 3. Satzungs- Änderung! 4. Dorstandswahl; 5. Verschiedenes. Erscheinen aller Mitglieder dringend erwünscht. 012149 Der Vorstand. •••HM • •€••••• Annerod! Aus der Platte! Am 11. und 12. September Kirdiweihieft wozu ergebend einladet 012m. PH. Wächter, Gastwirt. Kür gute Speifen und Getrünke heftens geforat •HOCH • ••••••• Nachkirchweihfest zu Daubringen am Sonntag, dem 11. September Tanz im Freien. E» ladet ergebens! ein 8768 der Festwirt: Joh. Emil Schäfer^ Hersteller; Henkel ate Düsseldorf. Henkels |i WW Gewaschen mir Uixin Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinfcheiden unseres lieben Kindes, Schwesterchens undIwillingsschwesterchens sagen wir aus diesem Wege unseren innigsten Dank. Famllie Friedrich Moll. (Biegen, 9. September 1921. 9747D der Vorstand. 0760 Der Vorstand. »756 012166 start. ES ladet freundlichst ein Wieder eingetroffen! Sieben (Frankfurter Strohe 72), den 9. September 1921. Obstversteigerung. Montag den 12. September d. I., vormittags um 10 Uhr anfanqend, soll das der Gemeinde gehörige Obst meistbietend an Ort und Stelle ver- Burschenschaft Germania bei Gastwirt Ludwig Verlach. Für Essen und Trinken ist bestens gesorgt. steigert werden. Zusammenkunft im Ort Bersrod, den 7. September 1921. Bürgermeisterei Bersrod. Becker. GIESSEN SonnenstraBe 20. ottice Strick-Wolle schwarz und grau Lot... 85 Pf. Die Beerdigung findet Samstag nach, mittag 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt 012173 taÄp'e schwarz und weiß verstärkte Spitze und Ferse Paar M. 6.95 Beii-SliNe schwarz und braun DoppelsohleJIochfi rse Paar M. 9.95 CesaMrm,LmMli" Wir erfüllen hiermit die traurtne Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unsere- Herrn Max 3hle geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Samstag nachmittag 4 Uhr ans dem neuen Friedhof statt. Zahlreiche Beteiligung erwünscht Gröler Posten wollene Frauen- und Kinder- Strümpfe Paar von M. 8 - an Dankettguusr. Für die vielen Beweise herzlicherTeil- nähme sowie für die zablreichenBlumen- spenden bei d Heimgang unser- lieben KindeS sagen wir allen untern herzlichsten Dank. 011143 I. N. d. tr. Hinterbl. Alb.Bernhardt o.Frau Die für Deutschlands Schicksal so bedeutungsvolle Entscheidung über Qberschlesien rückt immer näher, und der Völkerbundrat will diese den Weltfrieden gefährdende Frage nach Recht und Gerechtigkeit entscheiden. Aus iesem Anlast breitet einer der berufensten Kenner der schlesischen Geschichte, der Breslauer Professor H Wendt, in „Reclams Universum" die geschtchUichen Tatsachen aus, die unwiderlegbar zeigen, welches Volk ein historisches Anrecht auf Oberschlesien hat. Die ersten Bewohner Oberschlesiens, deren Stammeszugehörigkeit sich bestimmen lästt, waren nicht Slawen, sondern Germanen. Erst nach der Böllerwanderung traten slawische Stämme auf, dte für kurze Zeit zu dem im 10. Jahrhundert gegründeten Polenreich gehörten. Doch schon 1163 erhielt Schlesien eigene Herzöge, die 1330 die vehnShoheit des böhmischen Königs anerkannten. So wurde denn Schlesien — und zwar Oberschlesien genau so wie das ganze Land — bis zum Fahre 1741 ein Teil des böhmischen Staates. Die Polen haben diese Veränderungen durch den Trentschiner Vertrag vom 24. August 1335 ausdrücklich anerkannt. Sie verzichteten auf ganz Schlesien, auch auf die namentlich aufgeführten wiederholten volnische Könige. Kasimir der Grvstc und Ludwig, diesen Verzicht in der rechtsgültigsten 1 Form und traten Schlesien ohne jede Ausnahme: ab. also auch ohne Vorbehalt Oberschlesiens. Jede itegenteilifche Behauptung von polnischer Seite ist Geschichtsfälschung. Hätten die polnischen Herrscher noch irgendwie ein Anrecht auf Oberschlesien zu haben geglaubt, dann hätten sie im 15. und 16. Jahrhundert vielfach Gelegenheit zur Geltendmachung ihrer Ansprüche gehabt Polen griff damals in die böhmischenThrvnstreitigleiten nach dem Auösterben der Luremburger mehrfach ein; polnische Prinzen bewarben sich um die böhmische Krone. Aber in keinem der Friedensschlüsse oder Verträge jener kampferfüllten Zeit, die 1526 mit dem Anschluh Böhmens an das deutsche Kaiserhaus der Habsburger endeten, ist von irgendwelchen polnischen Ansprüchen auf Oberschlesien die Rede. Auch nach 1526 blieb ganz Schlesien mehr als 200 Fahre der unangefochtene Besitz der Habsburger. Auch als der österreichische Erbfolge- krieg die Herrschaft der Habsburger in Böhmen und Schlesien erschütterte, benutzte Polen niemals die Gelegenheit, Anstrengungen zur Erwerbung Oberschlesiens zu machen. Der Kurfürst von Sach- Holz-Snbmission. Es werden aus Staatswald der Oberförsterei Wahlen unter den üblichen Bedingungen verkauft Los 1: 3000 St. Fichten-Reisstangen mit 13,30 Fstm. Los 2: Knüppelreijig Bmtr.: 180 Buche und 359Eiche, hiervon 82, dzw. 162 Stammknuppelreisig, 20 Kiefer. 9757 D Los 3: Stöcke Bmtr.: 258 Buche, 284 Eiche, 20 Erle, 4 Aspe, 31 Kiefer und 391 Fichte. Die Angebote sind mit entsprechender Aufschrift bis spätestens 20. September bei dem unterzeichneten Amte einzureichen. Die Eröffnung der Vebotestndet am 21 September, vormittags 11 Uhr, statt. Wegen näherer Auskunft wolle man sich hierher wenden. Oberfötftetel Wahlen. (Post Ruhlkirchen, Oberhessen). I richtet. 3m Sturmjahr 1548. als sich die Posener dem polnischen Aufstand anschlvffen, bewiesen die Oberschlesier durch die Tal. dah sie, wie ihr Abgeordneter Wodiczka auf dem preuhischen Landtage erklärte, .deutsche Brüder" sein und bleiben wollten. Erst in den allerletzten Hahrzehnten ist der Gedanke einer staatlichen Vereinigung mit Polen durch die grvhpvlnifche Agitation in Oberschlesien künstlich gezüchtet worden. Sine historische Betrachtung ergibt, auch vom Standpunkt der polnischen Geschichte aus, dah die Polen schon seit vielen Jahrhunderten endgültig auf jedes Anrecht aut dieses Land verzichtet zu haben und dast Oberschlesien nicht nur wirtschaftlich und kulturell, sondern auch durch die llarsten geschichtlichen Rechte zu Deutschland gehört. Kunst und Wissenschaft. Uraufführung im Frankfurter Reuen Theater. .,B ö v f e n f i e b et“. Schwank in 3 Akten von Max Reimann und Otto Schwartz. Frankfurt a. M., 7. Sept. Einen Stoff von höchster Aktualität verspricht uns der Titel. Freilich, wer gehofft hatte, er werde nun den ganzen unheimlichen Betrieb des neuesten Molochs kennen lernen und vielleicht gar einen ganz besonderen Tip ergattern, der tarn wenig auf feine Rechnung: Rur in der Ferne arbeitet die grobe Geldmaschine, und ein schwacher Reflex fällt in die „fleine Stadt in der Rahe Berlins", wo der Apotheker und glückliche Ehegatte Peter Emmerling wegen seiner „Laura" telephoniert, schimpft, schwindelt, nach Berlin reist, verprügelt und beinahe geschieden wird und am Schlüsse eben auch nicht gescheiter dasteht! nur einen Teilhaber im Börsenspiel kriegt er schließlich, seine Schwiegermutter. Dah der „schöne Mädchenname" den Angelpunkt in der Verwickelung bildet, dürfte leicht zu erraten fein. Dabei haben es die beiden im Theaterfach längst bewährten Verfasser vorzüglich verstanden, jede Situation aufs beste auszunützen, die Handlung in einem änderst flüssigen, witzigen Dialog ab- i ollen zu lassen und den Knoten elegant und — was ein besonderes Verdienst ist — rasch zu lösen. Ständige ausgelassene Heiterkeit des Publikums lohnte ihnen. Es wurde aber auch unter Max Reimanns, des einen Verfassers, Leitung glänzend gespielt: dabei sind vor allem Otto Wallburg und Aloys Grobmann zu nennen. Eine neue Entdeckung über die Gravitation. Rom, 8. Sept. (WTD.) Professor D a r r i- celli hinterlegte bei der Academia bei Linoei zur Wahrung seiner Prioritätsrechte ein versiegelte« Schriftstück, das einen Bericht über die von ihm gemachte wissenschaftliche Entdeckung über die allgemeine Gravitation enthält. Darricellis Beobachtungen sollen in bemerkenswerter Weise von den Gravitationslehren von Rewton und Laplace abweichen und die elektrische Olatur der allgemeinen Gravitation nachweisen. Aus ».«Sw Annerod Sonntag den N- und Montag den 12. Sept findet unser diesjähriger WMkWkiWk statt- Ls laben ergeben^ ein: 0131*4 MVlMeuWfk. GlW.WelMk zür gute soeilev nnö Getraute Ist bestens gefolgt Ächtung! Achtung! Auf nach Bieber! Sonntag, 11. u. Montag, 12. September findet unsere die^ hrige Kirmes [] Darburg, 7. Sept. Die Stadwerord- neten beschäftigten sich gestern abend in einer Dauersitzung u. a. mit der neuen Vergnü - gungssteuervrdnung, die dahin geht, die Kartensteuersätze wie bisher mit 20 Prozent des Eintrittspreises, die sich bei mehr als 10 Mark Eintrittsgeld auf 25 Prozent erhöhen, festzusetzen. Ferner ist Unternehmern die Verpflichtung zur Ausgabe von Karten bei steuerpflichtigen Veranstaltungen auferlegt Wegen der Eingaben der Lichtspielchraterinhaber, die sich in ihrer Cristenz bedroht fühlen, und der Tum- und Sportvereine, die Steuerbefreiung wünschten, kam es zu scharfen Auseinandersetzungen, die sich nach den Anträgen der Sozialdemokraten, welche besonders die studentischen Veranstaltungen scharf heran- ac*,cgen wissen wollten, noch verstärkten. 11. tu wurde beantragt, Fübchenpartieumzüge na^9 tibr mit 100 Mk. und nach 10 jlhr mit 200 Mk. Sondersteuer zu belegen. Die Verhandlungen endeten damit, dah die Anträge der vv-taldemo- Katen fast sämtlich abgelehnt und die Ordnung mit geringen Aenderungen angenommen wurde. DH- Einnahmen aus der Vergnügungssteuer sind mit 140 000 Mt in den Voranschlag eingesetzt. Ein Antrag, al8 Rotstandsarbeit einen Steinbruch im Stadtwald mit einem Kostenaufwand von 40 000 W' in Betrieb zu setzen, wurde von verschiedenen Seiten mit dem Hinweis bekämpft, bah die verschiedenen Privatsteinbrüche wegen Mangel an Aufträgen still liegen, und auch abgelehnt. — Oberschlefien im Lichte der polnischen Geschichte. G. sitia. Samstag den 10. Septbr. abends 8.30 Uhr: ZüWMlmWMMM Sonntag den 11. September: Ausflug nach Krofdorf. Treffpunkt 2 Uhr nachm. am Dsmalbsgarten. ti O ist wieder überall zu haben. Man achte darauf, daß $ man die echten^äbrikate mit der i Schutzmarke jOctkei^ Hel! kopferhält. Hunger gebildeter Herr fud)t, da in Wieben fremd, nelle Befnnnllüaft, Familien - Anschlich oder nuten freund. Lchrifil. Angebote unter 012153 an den Qkeftener Anzeiger. Geb. cd. Dame w. sofort Einheirat in frauenL bess. ■Scannen- bnnobalt. Lckr. An eb. um. 9750 an d. Greiz. flni 2 Herren in den 40er u. 50er fahren, Wwr., in besseren Verhältnissen lebend, wünschen die Bekanntschaft zweier Tamm, am liebsten vom Lande, zwecks spaterer Heirat. Kuschristen u. E. II113 an Ann*Exp. Ed. Elven. Solingen. 9773 Gestern nachmittag 3 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden unser lieber Sahn, Bruder und Reffe Max Zhle im 21. Lebensjahre. Dielrantrnden Hinterbliebenen. oberschlesischen Herzogtümer Oppeln, Falkenberg, Europa durchtobten und die Polen zu verschle- Grost-Strehlitz Kofel, Beuthen. Ratibor, Ausch- denen Aufständen veranlabten, haben fte ihre sonst mit) und Teschen. Zweimal noch, 1339 und 1372, so begehrlichen Blicke nie nach Oberschlesien ge- Dermischtes. ,e Rheinsiromviraten. 3n der Gegend von Koblenz ist es in der letzten Zen wiederholt vorgelornmen, tay nachtS ein* Räuberbande mit geschwärzten De- sichtern die Besatzung der im Strome liegenden Schifte überfallen und sie unter Bedrohung mit Waffen zur Herausgabe ihrer Barmittel zwingen. Die Schisfsfädrer wurden deshalb zur besonderen Vorsicht ermähnt. 3n einem Falle ist es vorgekommen, dah die Räuber dem Schiffsführer auch den Ehering vom Finger zogen. dz. Alzey, 7. Sept. Zwischen den Stationen Gensingen und Büdesheim wurde auf den Post- wagen des Schnellzuges Alzey-Bingen durch zwei Männer, die sich anscheinend im Bremser Häuschen befunden hatten, ein 11 c b e r f a l f versucht. Die beiden Täter suchten die Postbeamten, nachdem sie nicht In den Wagen bringen konnten, durch Revolverschüfte unschädlich zu machen, trafen aber nicht Die Beamten brachten durch Ziehen der Rotbremse den Zug zum Halten, worauf die beiden Täter in der Dunkelheit entflohen, ohne erkannt zu werden. Berlin, 8. Sept. (Privalielegr.) Wie Der ,2oss. Ztg." aus Dresden gemeldet wird, sind zwei weitere grobe Wettkonzerne in Schwierigkeiten geraten. Die Dresdener Sportbank war heute früh nicht In der Lage mehrere Millionen auSzuzahlen, die fällig waren. Der Besitzer ist flüchtig Die Kapitalverwertungsgesellschaft, bei der über 50 Millionen eingezahlt worden sein sollen, konnte heute früh 15 fällige Millionen nicht auszahlen. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschast wurden die Geschäftsräume geschlossen. Büchertisch — Die Agentur deS Rauhen Hauses (Hamburg 26) legt wieder einige gediegene Reuerscheinungen vor: Li e. Marti nSchlunck, Die Weltanschauung im Wandel der Zeit", eine Einführung für Suchende. 2 Bände. Der erste Teil führt uns von den Griechen biS zu Hegel, der zweite, der demnächst erscheinen wird, Härt uns über die Führer und Hauptrichtungeiz der Gegenwart auf und bringt schliestlich eine Zusammenfassung und Auseinandersetzung mit all den neuen und neuesten Richtungen vom Stand-- punkte des gläubigen Christentums au«. — „Der Christ in der Gegenwart", von 3. Simsa, bietet von der Feder bekannter Schriftsteller einen Wegweiser durch die neue Zeit vom christlichen Standpunkt. — Auherdem sind folgende nützliche Werke zu nennen: Anna Schaeder Goldene Fäden. Ein Buch vom Glüdllchmachel, und Glück ichsein, ihren Mitschwef ein b.irg.b ten. Mit Buchschmuck von Toni Buschberg. — Sva Gaehtgens, Tommy For-Terrier c r - .zählt seine L e b e n s g e s ch i ck) t e.—A l l e r- leiKurzweilimHause. 650 Rätsel, Scherzfragen. Rechenaufgaben und Kunststücke, Schertz- und Gesellschaftsspiele. Nr. 3935. Freiwillige Versteigerung. Anschlienend nn die 93er» ftetnerunn von Grimd- irücken Geuiarkung Stiem- Linden, zugeschrieben der Wilhelmine Weigel, Tochter des Phllivp Weigel XX. in Stiem« Linden, am Samstag, dem 10. Sevtbr. 1921, abends 7 Uhr, nuf dem OrtSgerichi Klein-Linden, witb durch das unterzeichnete Gericht das derselben Eigentümerin »u- aesch'iebene Grundstück der Geutarkung (Hieben Fl. 10 Rr. 87 -- 1672 qm ?lcker am Bnrreograben links des LchützaeSborner Wegs versteigert Die Bedingungen werden vorher bekanntgegeben. Gienen, 5. Levtvr. 1921. Hess. Ortsgericht. _________V e o. 9661V Iüng. EenfllMaaiebi! e sucht für nbendö ttbrifiL Nebenbeschäft. entL auch für bnheim. Sckr. Angeb. u. 01214» an den G. 2ln<. Band onlumepieler e-nvfiebli stch zum Anf- ipieleu beiTanz-Deran- staltunaenuiw. Eelnrieh klagst,Wall,orstr.19 1-«" fen, der zugleich König von Polen war, hatte zwar zeitweilig Absichten aus Mähren und Oberschlesien, aber diese beiden Länder sollten ein ganz neues; Königreich bilden und nicht zu Polen geschlagen werden. Al« dann durch den Breslauer Frieden von 1742 Oberschlesien mit ganz Schlesien als die Frucht des ersten schlesischen Krieges an Preusten kam, da hat Sachsen-Polen nicht den geringstenEin- spruch erhoben und auch bei den späteren Friedensschlüssen von 1745 bis 1763, in denen die Zugehörigkeit Schlesiens zu Preußen bestätigt wurde, erfahren wir nicht« davon, das) Polen irgendwelche alte Desitzrechte auf Oberschlesien geltend gemacht hätte. Als Polen durch die Umgestaltung der politischen Welt durch Rapolevn eine teilweise Wiederherstellung erfuhr unb allerlei preußische Gebiete zu dem neugefchafsenen Grvßherzogtum Warschau geschlagen wurden, ist es Ravoleon doch nie eingefallen, Oberschlesien als irgendwie zu Polen gehörig zu behandeln und deshalb mit dem neu- gebildeten Staatswesen zu vereinigen. Oberschlesien blieb auch nach der grausamen Verstümmelung Preußens durch den Tilsiter Frieden als ein untrennbarer Bestandteil Schlesiens bei Deutschland. Ebensowenig wie für Rapolevn konnte es für den Wiener Kongreh, der die von Rapoleon völlig umgeformte politische Gestaltung Europas neu regelte, eine „oberschlesische Frage" geben. Das konstitutionelle Königreich Polen, das nun unter dem russischen Zaren geschaffen wurde, erhielt zwar eine Reihe neuer Staaten zugeteilt, aber von einer Zuschlagung Oberschlesiens zu „Äon- greßpolen" ist nie die Rede gewesen. Auch während der nationalen Stürme, die im 19. 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Der Kirchentag findet einen ausgearbeiteten Entwurf für die Ordnung des Kirchentags vor. Seiner Fertigstellung stellten sich gewisse Hindernisse entgegen; es ist möglich, daß auch die Stuttgarter Beratungen noch einige Schwierigkeiten überwinden müssen. Aber man Darf mit Sicherheit annehmen, Daß sie überwunDen werden. Der Abschluß Der Tagung soll eine gemeinsame Reformationsseier sein, "Die an Den Tag von Worms anknüpft. Die Wormser Feier im April, so gewaltig sie war, war Doch nur ein Fest der hessischen Landeskirche: nachträglich feiert jetzt (am 16. September) das ganze Deutschland. Wer die Tage von Worms mitgemacht hat. Darf besonders gespannt Darauf sein, wie sich Diese Feier gestalten wird. In jedem Fall wird der Stuttgarter Tag einen Markstein in der Geschichte des deutschen Protestantismus bedeuten. ftaltete am Dienstagabend im Hotel Großherzog ; eine gut besuchte Mitgliederversammlung. Der , Landtagsabgevrdnete Loos sprach, wie uns ge- ( schrieben wird, über „Republik und Vaterland". , An der Hand altenmäßigen Materials gab er einen Lieberblick über die Llrsachen unseres Zu- sammenbruchs, der mit Notwendigkeit nur durch , die Fehler unserer militärischen und politischen Geltung herbeigeführt worden fei, und nicht Der sogenannten Revolution zugeschrieben werben Dürfe, die nur als Begleiterscheinung der Ereignisse aufgetreten fei. Lim so ungerechter sei es, unsere heutigen Schwierigkeiten jener zuzuschrei- den oder gar Den Männern In Die Schuhe zu schieben, die durch ihre Energie und Vaterlandsliebe uns vor dem bolschewistischen Ehaos behütet hätten. Der Redner schilderte weiter, wiederum an der Hand deutsch-nationaler Artllcl, die gewissenlofe Hetze, die trotzdem gegen besseres Wissen gegen die Koalitionsregierung und vor allem gegen den Reichskanzler Wirth betrieben werde. Der Mord an Erzberger sei ein Zeichen Dafür, wohin eine Derartige Verwirrung politischer Begrisfe führe. Nur überzeugungstreue Hingabe an eine wirkliche demokratische Neuord- nung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse könne uns retten, und wie früher alles vaterländische Empfinden in dem Bekenntnis zu .Kaiser und Reich" sich auSdrückte, so müsse heute, tpo die Monarchie sich selbst das Grab gegraben habe, die Losung sein: .Für Vaterland und Republik" Die Versammlung nahm im Anschluß Daran folgenDe En ts chließung an: .Die Ereignisse der letzten Wochen haben mit unheimlicher Deutlichkeit DaS Linhell beleuchtet, Das Doli und Staat bedroht. Eine maßlose Hetze untergräbt die Möglichkeit jeder Verständigung der Volksgenossen und erschüttert die mühsam gewonnenen ersten Grundlagen unserer Zukunft. Lasten wir dieser verderblichen Entwicklung ihren Laus, so treiben wir unrettbar einem neuen Zusammenbruch zu In richtiger Erkenntnis der drohenden Gefahr hat Die Rcichsregierung außergewöhnliche Maßregeln zum Schuhe Der Republik ergriffen. Wir billigen Diesen Schritt in seinem ganzen Umfang unD stellen uns hinter Die Regierung in Der bestimmten Lieberzeugung, datz sie bas Vaterland gegen Den frevelhaften Radikalismus von rechts wie von links unterschieDslos schützen werDe. Nur Die Treue zu Der neu geschaffenen Staatsform unD das lebendige Gefühl 'für soziales Recht und wahre nationale Würde dürfen uns in Dem polllischen Kampfe leiten, Der nur mit ' reinen, geistigen Waffen- gekämpft werden darf. Wir rufen alle Freunde und Gesinnungsgenosten auf, sich in diesem Kampf um Das Banner Der : Demokratischen Partei zu scharen!" — Die übrige Einrichtung einer neuen Art öffentlicher Sprech st eilen vor. Es sind dies Die g e - meinblitben öffentlichen 6P r e ’ stellen. Sie werden ohne Prüfung des Bedürfnisses und ohne Erhebung Der Ginrichtungsgebühr und des einmaligen Fernsprechbeitrags auf Antrag der Gemeindevertretung errichtet, wenn sich die Gemeinde verpflichtet, unentgeltlich einen geeigneten Raum zur Verfügung zu stellen, die Sprechstelle unter Einziehung der bestimmungsmäßigen Gebühren ohne Zuschlag zu bedienen. Telegramme anzunehmen und weiterzu- geben, Telegramme an Ortseinwohner aufzunehmen und zuzustellen, Personen im Ort zu Gesprächen herbeizurufen, kurze Nachrichten von auswärts an Ortseinwohner zu übermitteln, die tägliche Bekanntgabe der Zeit, ferner KreiStele- grammc und die Wettervorhersage entgegenzunehmen, letztere auszuhängen und den Unfall- Meldedienst zu besorgen. Die Gemeinde muß Dabei eine Mindesteinnahme an Orts- und 'Ferngesprächgebühren von 500 Mk. jährlich gewährleisten. Der zweite deutsche evangelische Kirchentag. Von Prosessor D. Dr. Schian. Vom 11. diS 16. September wird tn Stuttgart zum zweiten Male Der große Deutsche Evangelische Kirchentag zusammentreten. Halle der erste Kirchentag, Der im September 1919 in Dresden beriet. Die Gründung eines "trchen- bundeS aller deutschen evangelischen Landeskirchen im Grundsatz beschlossen, so fällt dem zweiten die bedeutsame Aufgabe zu, diesen Kirchenbund durch Festlegung seiner Ordnung zu konstituieren Diese beiden Kirchentage tragen also vorläufigen Charakter: ihre Zusammensetzung ist durch Vereinbarung der Kirchenreg.erungen mit Den freien Arbeitsorganisationen zustande gekommen aber auch die Synoden sind beteiligt. Die theologischen Fakultäten schicken Vertreter: füh- renDc Persönlichkeiten, die nicht bereits abgeordnet waren, nehmen durch besondere Berufung teil. Man darf den Kirchentag daher mit Recht als eine Vertretung des evangelischen Deutschlands •• Das Amtsverkündigungsblatt Nr 128 vom 8. September enthält: Verordnungvn des Reichspräsidenten. — Hessische Landeswan- derbühne. — Erhöhung der Pfleaegeldsähe und CcbrlingSunterftüßungcn für Waisen. " gänge der Feldgeschworenen. — Gesetz, Die Entschädigung für an Maul- und Klauenseuche gefallene Rinder und Ziegen. — Dienstnachrichten — Feldbereinigungen Röthges und Bergheim. — Wochenrnarttordnung für die Provinzialhaupt- stadt Gießen. — Belästigung des Publikums durch Fußball- usw. Spiele auf der Straße. 3m September tritt die Hessische Landeswanderbühne, gegründet und geleitet von der .Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Zugendpslege In Hessen", ihre zweite Rundfahrt durch Hessen an. Das Landesamt für das Dildungswesen legt großen Wert daraus, daß die bildenden und erzieherischen Einflüsse dieser Darbietungen, die nach jeder Hinsicht sorgfältig vorbereitet sind, zu uneingeschränkter tatsächlicher Auswirkung gelangen. Das Ministerium des Innern hat dem evangelischen Kirchengemeinderat in Gerhausen m Württemberg Die Erlaubnis erteilt, 10 000 Lose einer am 20. Oktober d. Z. zu Gunsten des Kirchenbaues daselbst zu veranstaltenden Geldlotterie innerhalb des Vollsstaates Hessen zu Als man die beiden Deinen Rinden Häuschen in Denen sich Gartenmöbel aus Birken- flämmcn befanden, in Sicht hatte, blieb Magelone plötzlich stehen und sagte lachend: „Nun muß ich es Dir wohl gestehen, Dorothea. Der Spaziergang war nur Vorwand, um Dich von Papa überhaupt fortzubekommen. In Wahrheit habe ich Waldemar Ruhland versprochen, ibm Gelegenhell zu geben, sich vor seiner Abreise von Dir zu verabschieden." .Magelone!" tief Do empört. .Wie konntest Du nur! Was muß Herr Ruhland von mir denken —" .Nur Das Allerbeste. Du Dumme Derne Do, Denn er liebt dich rasend." Statt aller Antwort wollte Do sich los machen und umkehren. Aber Magelones Arm hielt den ihren wie EisenDammern umfaßt. „Olein, ausgekniffen wird nicht!" „Ich will aber nicht . . .Hast Du vergessen. Daß es Rüdigers sehnlichster Wunsch ist. Du mögest Waldemar betraten ?" .Wenn auch. Er hat gar kein Recht, in dieser Weise über mein Schicksal zu bestimmen." .Ach, sei Doch nicht albern! Was willst Du Denn’ anfangen, wenn Papa stirbt und — Rüdiger betratet ? Monrepos muß verkauft werden, und Dann stehst Du als alte Jungfer in Der Welt, was gar kein Vergnügen ist." .Ich kann mir auch mein Brot selbst ver- Dienen Tausendmal lieber als einen Mann heiraten. Den ich nicht liebe!" rief Do erregt. .Do, so, Du liebst ih nicht!" Magelone betrachtete sie mit zwinkernDen Augen. Wieder lauerte das kalte Glitzern dabei in ihrem Blick. .Es war also alles nur Spiel, das Du jetzt gern verlängern möchtest . - . ich dachte es mir wohl." Do richtete sich stolz auf. .Ich habe nie gespielt mit Herrn Ruhand! Aus Stöbt und Land. Gießen, Den 9. Sept. 1921. ** Lebensrettung. Ein am Mittwoch in der Nähe des Bootshauses der Gießener Ruder- gesellfchast badender junger Mann verlor plötzlich aus unbekannten Gründen die Besinnung und ging unter. Aus dem gegenüberliegenden Llfer anläßlich der Sportabzeichenprüfungen im Schwimmen anwesende Zuschauer machten darauf aufmerfTam. Der schnell herbeieilende Fritz A l t h 0 s von der Schwimmabtellung des Gießener Sport-Clubs von 1900 sprang dem Ertrinkenden nach und holte den bereits in 3 Meter Tiefe am Boden liegenden unter eigener Lebensgefahr vermöge seiner im Schwimmunterricht des Gießener S. C. erworbenen Kenntnisse im Rettungsschwimmen an Land. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg. Auch der jugendliche Sohn des Bade anstaltsbesitzers Müller war ein tatkräftiger Helfer beim Rettungswerk, indem er mit vollen Kleidern ins Wasser sprang und Lrih Althof bei der Bergung des Verunglückten bestens unterstützte. •• Oeffentließe Gemeindefprech- stellen. Die neue Fernsprechordnung sieht die mein Bruder, und ich Tonnte ihm alles sagen, was mich bedrückt — wie wohl das täte ! Er würde dann wohl begreifen, daß ich, nie heiraten teilt Waldemar war überglücklich. Er nahm ißrc schüchterne Freundlichk.it natürlich für Entgegen kommen und war voll seliger SSoffnunacn für Die Zukunft, Inzwischen gärte es heimlich weiter unter Den Leuten Der Betriebsleiter Brömel — Ruhiger hatte keinen eigentlichen Direktor angestellt, sondern sich Die Oberleitung selbst Vorbehalten - hatte ihn schon wiederholt mit bedenklicher Miene darauf aufmerksam gemacht. Lind Da mußte nun gerade ient noch der ärgerliche Zufall mit Scherbingers Weib dazu- kornmen. ... , _ Ä Sie war ohne Erlaubnisschein in Den Erd' reicher Forst Holz sammeln gegangen und hall- sich Dabei nicht auf Dürres Fallholz beschränkt, sonDem aus Bosheit oDer Dummhell barbarisch Die schönsten Aeste von lemfrischen Tannen ge rissen. Llnglücklicherweise mußte Der Förster sie Dabei auch noch erwischen und in ihrer Reisig- träge einen in Der Schlinge gefangenen Hasen finDen. SelbstverstänDlich halte er Das Weid arretiert und als Diebin in Den Gemeindearrest abgeliefert. Dies war gestern abend geschehen. Für Schei- binger war das Der Anlaß gewesen, seinem Haß nun noch offener unD wilder Luft zu machen. Die ganze Nacht trieb er sich mit einem Tell seiner KameraDen in Wirtshäusern herum, hielt aufreizenDe Reden, und als der Schnaps, den sie ihm willig zahlten, ihn ganz übermannt hatte, schlug seine Stimmung ins Rührselige um. „Um ein paar Tannenzweige und eines arm» seligen Hasen willen . . eingesperrt werden r' schluchzte er. „Ein armes Weib! Eine Mutter von den Kindern weg! Well dieser reiche Graf, Der alles hat und im Gelde schwimmt, keine Barmherzigkeit kennt!" Die Klagen fanden nur zu offene Ohren. Die Folge davon war, datz Brömel Rüdiger heute schon ein Stück vor Der Fabrik erwartet hatte und ihn himmelhoch bat, sich nicht bilden -u lassen. (Fortsetzung folgt) vertreiben. _ In der Zell vom 15.—31. August wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Kinderjäckchen, 1 Buchse für Patentwagenachse, 1 blaue Mütze, 1 Herrenhui, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 unechter Trauring, verloren: 2 Paar Hosenträger 1 Selbstbinder, 1 Spazier-Rohrstock. 1 braune Lederbrieftasche mit 50 Mk., 1 schwarze Briefmappe mit 320 Mark, 1 Fünfzigmarkschein, ein Gummimantel, silberne Herrenuhr mit silberner Kette, 1 Bier-, 1 Wein- und 1 Sekriipfel (rot- tociß-TDt), 2 Meter blaue Seide, 1 goldene Brille. Gerichtssaal. mc. Frankfurt a. M., 8. Sept Der Kaufmann Balthasar Olelß war auf dem Haupt- versorgungsamt zu Frankfurt bei der Rentenauszahlung für Kapitulanten beschäftigt. Als er einst 600 Mk. auszahlen sollte, fälschte er den Rentenschein auf 3600 Mk. und ließ diesen Betrag durch den Installateur Berthold Eberlein bei der Post erheben. Der Betrug glückte und man versuchte den Schwindel in einem zweiten Fall, bei welchem die Äente für einen Feld- wedel bestimmt war. Der Zufall wollte es nun, daß dieser Feldwebel sich gerade am Postschalter befand, um feine Rente zu erheben, als ®bexlein auch mit seiner gefälschten Llriunde erschien. Neitz erhielt nun wegen Betrugs und Llrlundenfalschung ein Zahr Gefängnis, Eberlein kam wegen 'Beihilfe mit 8 Monaten davon.___________ Vermischtes. — Die Moplahs, von deren Aufstand ernste Meldungen aus Indien kommen, haben den englischen Beherrschern des Landes schon wiederholt lebhafte Sorge gemacht. Es handelt sich um Hindus, die zum Mohammedanismus bekehrt sind. Die Angaben über ihre Stärke schwanken zwischen 1 und ll/2 Millionen. Die meisten Bekehrungen wurden von Ti-Pu Sultan, dem „Tiger von Mysore", während seines Einbruches in Malabar mit dem Schwerte erzwungen: aber nach seinem Tode im Jahre 1799 kehrten die neuen Mohammedaner nicht ztu ihrem alten Glauben zurück, sondern blieben Anhänger der neuen Religion und entwickelten sich in einer Art, die der britischen Berwaltung in Südindien grobe Schwierigkeiten machte. Bon der Mitte des 19. Jahrhunderts an hatte die indische Regierung von Zeit zu Zeit sehr gefährliche Aufstände, die von den fanatischen Elementen hervorgerufen waren, zu bekämpfen. Die eifrigen Anhänger des Islam, die auch ihr Leben für ihre Religion zu opfern bereit sind, haben bis heute manche merkwürdigen Sitten und Gesetze bewahrt, die noch aus der früheren Zeit vor der Bekehrung stammen Wenn ein Mann heiratet, kommt er In das Haus seiner Frau, und es wird als eine Schande für die Frau angesehen, wenn das Gegenteil eintritt. Erkennt der Mann damit gewissermahen die überlegene Stellung der Frau an, so behandelt er sie im übrigen doch wie einen Sach- besitz. Die Kinder haben keine gesetzlichen Rechte an dem Eigentum ihres Baters: die gesetzlichen Erben sind vielmehr Berwandte von der mütterlichen Seite. Trotz aller Zugeständnisse und allem Entgegenkommens, das die Regierung bewiesen hat, sind die Moplahs in ihrer Entwicklung sehr zurückgeblieben. Grobe Fähigkeiten entwickeln sie nur im Handeln: das Exportgeschäft in Kaffee, Pfeffer und Kopra mit England, Frankreich und Deutschland liegt ganz in ihren Händen. Der Versuch, die Moplahs auch zum Heeresdienst heranzuziehen, scheiterte sehr bald an der äln- möglichkeit, sie irgendwie in Disziplin zu halten. In den letzten Jahren schien es, als ob die Moplahs sich an ruhigere Formen des Lebens gewöhnen wollten, aber ihr Fanatismus ist durch das Schicksal der Türkei, deren Sultan sie als ihr religiöses Haupt anerkennen, von neuem angestachelt worden. Büchertisch. — Die Landschaft. Erdkundliches Wan- berbuch. Von Prof. Dr. Siegfried Passarge. 1. Band. 225 Seilen. Preis gebunden 12 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Emmy Hardt. Satanella. Roman. Verlag Dr. P. Langenscheidt, Berlin W. 15. — Ewald, weil. Prof. Dr. E.: Hygiene des MagenS, des DarmS, der Leber und der Riere im gefunden und kranken Zustande. Vierte verbeft'rte und erweiterte Aillrae bearbeitet von Dr. Wal er Wol f, mit 4 Tafeln und 17 Textal b l- dungen. Verlag von Ernst Heinrich Moritz (Inh. Franz Mittelbach), Stuttgart. Kirchliche Nachrichten. IsraelReltglonSgemeinde Gottesdienst in der Synagoge (Sud-Anlage). Samstag, 10. Sept. Vvrabö. 6.30. Morg. 8.30. Adds. 7,03 und 7.40 Ufrc. Hnndel. Frankfurt«. M, 8. Sept. Der Börsen- Vorstand beschäftigt« stch in seiner heutigen Sitzung In sehr eingehender Beratung mit den Zuständen, wie sie an der Börse zur Zeit durch den ungeheuren Kaufandrang deS Publikums ent* standen sind. Die bisher getroffenen Mahnahmen hatten nicht den gewünschten Erfolg, die Schwierigkeiten zu beheben, die die älederflutung mit Aufträgen an der Börse verursacht. Der Rotbehelf einer zeitweiligenSchäiehung der Börse hat zwar in Banlbureaus und bei den Maklern eine gewisse Erleichterung geschaffen, führt jedoch nach den bisher gewonnenen Erfahrungen an den Dörsentagen zu vermehrten Schwierigkeiten, da sich dann die in zwei Tagen aufgelaufenen Aufträge stauen Der Bör ea- vorstand ist bestrebt, Kursausschreitungen nach Möglichkeit entgcgenzuarbeiten, indem er bei dem wahllosen und kritiklosen Kaufen, tote es zur Zeit an der Börse gang und gäbe ist. durch K u r s» streichungen und Rationierungen in ausgiebigem Umfang eingrcift. Gr sieht sich je- doch außerstande, eine Kaujb?wcgunz von solch elementarer Gewalt irgendwie aufzuhalten, obwohl die groben Gefahren, die ein derartiges Hinaufreiben der Kurse unfehlbar mit sich bringt, unvertennbar sind. Es besieht volle Klarheit ^darüber) daß bei 'der derzeitigen, immer weiter um sich greifenden Spekulationssucht Warnungen, wenn auch von noch so autoritativer Stelle, nichts fruchten. Die Organe der Börse sehen sich je- doch gezwungen, die Verantwortung für alle For- gen, die aus der Spekulationssucht des Publikums unfehlbar entstehen werden, nachdrücklichst abzulehnen, indem sie darauf verweisen, rechtzeitig auf die schweren wirtschaftlichen Gefahren der U b rspckulcttion hing w esen zu frühen. Di se Maßnahme, taß an den Tagrn, an denen eine Effektenbörse noch stattfindet, die Börsenräume bereits um 11 Uhr geöffnet werden, ist nur dahin zu verstehen, daß den Kursmaklern zeitig die Orders erteilt werden können. Jeder Handel innerhalb der Börsenräume ist an diesen Tagen erst um IP/* Uhr gestattet. fd. Frankfurt«. M., 8. Sept. Die Lyoner Zweigsabrik der hiesigen chemischen Fabriken Leopold C a s s e l l a u. C o., die bisher unter Zwangsverwaltung stand, wird am 22. September in Lyon zum Verkauf kommen. Das Srstgebot wurde auf 5 750 000 Franken festgesetzt. * 5% Reckaranleihe. Die Zeichnungen aus die Anleihe, welche von der Recker-Aktiengesellschaft zur Beschaffung der Mittet für den Dau des Reckarkanals als Teil der Reckar- Donau-Grobschifftihrts^ra^e sowie den Dau und Betrieb von 26 Wasserkraftwerken an der Reckar- wasserstraße, ausgegcden wird, gehen sehr günstig ein. Wie aus dem Anzeigenteil unseres Blattes ersichtlich ist, läuft die Zeichnungsfrist am 15. d. Mts. ab. ft ton ft f v r t a M., 9 September. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Dries 8. Sept. 7. Sept Datum: Amsterdam- Rotterd. 2957, 2963,- 3056,90 3063,10 97,16 22,27 Bulgarien . Aonftantlnop I. . 94,22 719,25 127,60 406,05 318,15 94,02 717.75 703,25 704,75 1216,251218,75 1266,20 126c,80 1638,35 1641,10 1743,25 1746,75 20?l,95 2006,05 2107,85 2112,15 97,35 760,80 22,33 22,36 22,43 Brüssel-Antwerpen Christiania..... Kopenhagen . . . Stockholm .... helfingfors. . . . Italien...... London Beuporft Pari«..... . Schweiz Spanien Wien (altes). . . Destsch-Oefierr. . Pro,....... Budapest 127,90 129,60 129,90 406,95 348,85 362,10 362,90 1605,35 1608,65 1698,301701,70 1223,75122t,25 1238,701291,30 933 937 10^33 10^37 112,60 112,90 115,85 116,15 Mervwürnmsr«. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.1t, 7.9. 8.9. Zürich Fr. 125,43 6,22 5,95 Amsterdam Fl. 59,23 3,37 3,23 Kopenhagen Kr. 83,83 6,20 5,90 Prag............Är. 117,33 88,50 Stockholm Kr. 88,3) 5,05 4 85 Wien Kr 117,33 — London Sh. 97,3) 5,57 5,37 Paris Fr. 125,4) 14,- 13,36 NeuyorK $ 23,8) 106,25 1,03 Züricher Devisenmarkt. 8. 9. 9. 9. Wechsel auf Schweizer Franken Holland ....... 100 FI. a 185.5U 185.50 Deutschland......100 TCk =■ 6.225 5.85 Wien.........100 Kr. = 0.60 0.60 Prag 100 Är. = 7.05 7.- Parir 100 Fr. => 44.75 44.55 London 1/ = 2L79 21.78 Italien 100 L. — 25.55 25.55 Brüssel 100 Fr. - 44.- 44 - Budapest 100 Hr. — 1.375 1.30 NeuyorK 100 $ = 586.- 584 - Agram.........100 Är. =■ 3.- 3.- DuKarest 100 SL = 6.20 5L0 ♦ Märkte. Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Sept. (Amtlicher Bericht.) Der Kleinviehmarkt wird bei lebhaftem Handel geräumt; am Schweinemarkt gedrücktes Geschäft und bleibt Ueberstand. Aufgetrieben waren 964 Kälber, 628 Schafe und 417 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht: Für Kälber beste Qualitäten 850 bis 950 Mark: mittlere Qualitäten 725 bis 825 Mk.; geringe Qualitäten 600 bis 700 Mk.; für Hämmel 300 bis 550 Mk.; für Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht 1100 bis 1300 Mk., von 80 bis 100 Kilogramm 1300 bis 1500 Mk., von 100 bis 120 Kilogramm 1400 bis 1500 Mk., von 120 bis 150 Kilogramm 1400 bis 1500 Mk. Außerdem wurden 111 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Marktpreise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. (In einem Teil der Auftage wiederholt.) Die englischen Verhandlungen mit den 6hm* fehtent London, 8. Sept. (WTB.) Reuter. Es wurde ein Ausschuß eingesetzt, der aus allen in Schottland anwesenden Kabinettsmitgliedern besteht und die irische Frage behandeln soll. Der Ausschuß hat alle Vollmachten erhallen, um zu handeln, sobald De Valeras nächste Antwort eintrifft. Inverne h, 8. Sept. (WTB ) Reuter. Heute morgen trat das Kabinett zu einer wichtigen Sitzung zusammen, um die Irische Antwort zu beraten. Tausende von Zuschauern drängten sich auf den Straßen und jubelten Lloyd George z u, der mit dem König (n Moyhall gefrühstückt und eine zweistündige Unterredung gehabt hatte. Wie verlautet, betonte Lloyd George, daß es notwendig sei, die Verhandlungen fortzusetzen. Die Besprechung erstreckte sich hauptsächlich auf die Frage, den Dinnseinern für Annahme ober Ablehnung des Regierungsangebotes eine Zettgrenze zu stellen. Die Antwort der Regierung wurde einstimmig gebilligt und einem Kurier der Sinnfeiner übergeben, der gleich daraus nach Dublin ab reifte. Der Text soll morgen abend verössent'icht werden. ßpnbtrn, 8. Sept. (WTB.) Wie de» Korrespondent des »Daily Telegraph" aus Invev- neß meldet, hat Lloyd George in seiner Rote öte Sinnfeiner eingeladen, sich mit ihm am 20. September zu treffen. — Wie der „Matin" aus London meldet, hat Hauptmann Darthon, der Abgesandte der Sinnfeiner, bei seiner Abreise aus Inverneß gesagt: .Ich glaube, bat) diese Rote nur Gutes tun kann." Französische Finanzpolitik. Paris, 8. Sept. (WB.) Die Finanzkom* Mission der Kammer hat, wie die Blätter melden, gestern folgende Entschließung angenommen: In der Erwägung, daß es im Interesse der Wiederaufnahme der Geschäfte liegt, eine Politik der Senkung des Geldzinsfuhes zu betreiben, die durch eine Herabsetzung des DlökohtlcktzeS der Bank von Frankreich eingeleitet werden muß, beschließt die Finanzkommission, die Kredite für die Zinsen der schwebenden Schuld des Staatsschatzes um 300 Millionen Franks herabzuletzen. — Die Entschließung wurde durch eine Abordnung sofort dem Ministerpräsidenten zur Kenntnis gebracht. Die nordische Woche. Lübeck, 8 Sept. (WTB.) Auf der Tagung des deutschen Fehmamkomiiees wurde im An- schllih an die schon gemeldeten Vortrage Pros. Münch-Petersen und Dr. Leuckfeldt eine Entschließung angenommen, in der eS u. a. heißt: Die im deutschen Fehmarnkvmitee vereinigten Handelskammern und sonstigen wirtschaftlichen Kreise von West-, Ost-, Süd- und Rorddeuischland drücken in der ersten Rachkriegstagung in Anwesenheit deS dänischen Fehmarnlomitees erneut die Ueberzeu- gung aus, daß die deut sch-nordischeWelt- linie Hamburg — Lübeck? — F.'hmarn — Laa- land—Kopenhagen unbestre tbar die beste ist, well sie die weitaus kürzeste und bequemste Verbindung mit dem ganzen deutschen und europäischen Westen und den drei skandinavischen Ländern sowie mit Finnland darstellt. Die Umgestaltung der Außenhandelsbeziehunaen Deutschlands seit dem Kriege, die besonders die Bedeutung des europäischen Rordens und Ostens für Deutschland steigerte, macht den Ausbau des Verkehrsweges heute noch wichtiger alS früher und die baldige Durchführung des großen Fehmarnbahnbaues werden alle beteiligten Kreise mit vollem Rachdruck weiter verfolgen. An die Tagung schloß sich eine vertrauliche Besprechung an. Im Bürgerschaftssaale des Rathauses begann gestern mittag nach einleitendem Vortrag Geheimrats Pros. Hermann Schumacher-Berlin über daS Währungsproblem die deutsch-nordische Verkehrskonferenz. Es waren u. a. die Vertreter der schwedischen und der dänischen Staatsbahnen erschienen und die Konsuln der nordischen Staaten und die Vertreter der Handelskammern von Christiania, Helfingfors, Stockholm und Kopenhagen. Deutscherseits nahmen die Vertreter der Meichsministerien des Aeuheren, des Innern, der Finanzen und des Verkehrs, sowie Abgesandte von etwa zwanzig deutschen Handelskammern teil. Der Präsident der Handelskammer und Senator Kalkbrenner begrüßten die Versammlung. Syndikus Dr. Cords sprach über die Verbesserung deS Reiseverkehrs, Svn- dikuS Dr. D 0 l d z e - Stettin über den Abbau der Paß- und Dren-schwierig ketten. Dr Hchmann- Hamburg über Preßzensur und Rachrichtendienst und Dr. Schurig- Bremen über die Ausgestaltung des Luftverkehrs. Eine zum Schluß angenommene Entschließung erkennt die Ansätze zu einer Befterung an, stellt aber fest, daß die Der» hällnisse Im deutsch-nordischen Verkehr bisher unzulänglich geblieben sind. Rachmittags fand ein Kirchenkonzert, abends im Stadttheater eine öleg- fried-Aufführung statt. Springmanns Schuhwarenhaus, Gießen, Bahnhofstraße 58 Preiswerte Angebote! Kräftige Schulstiefel, 27/30 Mk 75.00 Frauen-Arbeitsschuhe, benagelt. . Mk. 78.00 Damen-Halbschuhe und -Spangenschuhe in vielen Ausführungen Herren-Stiefel in modernen und breiten bequemen Formen .... 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Lepteinber Nr. 129 Inhaltr Ueberficht: Vergnügungssteuer. sind. 3 stallen. § 2. 1. 2. § 3. Steuerform. mer in -oapern reicht werden. DereinSräume gelten nicht als private Wohnräume; 5 Veranstaltungen der im § 1 Absatz 2 Ar. 5 bis 7 bezeichneten Art, die von den Ländern im öffentlichen Interesse unternommen, unterhalten oder wesentlich unterstützt werden sowie Veranstaltungen, die ohne die Absicht auf Ge- winnerzielung ausschließlich zum Zwecke der Kunstpfleg" oder der Volksbildung unternommen werden und von den Landesregierungen als gemeinnützig ausdrücklich anerkannt Steuerfreie Veranstaltungen. Der Steuer unterliegen nicht: 1 Veranstaltungen, die lediglich dem Unterricht an öffentlichen oder erlaubten privaten Unterrichtsanslalten dienen oder mit Genehmigung der Schulbehörde ausschließlich für Schüler solcher Anstalten und deren Angehörige dargeboten werden, sowie Dolkshochschulkurse; 2. Veranstaltungen, deren Ertrag ausschließlich und unmittelbar zu vorher anzugebenden mildtätigen Zwecken verwendet wird, sofern keine Tanzbelustigungen damit verbunden sind; 3 Veranstaltungen, die ausschliehlich der Jugendpflege oder der Leibesübung dienen. Die Befreiung tritt Nicht cm bei gewerbsmäßigen Veranstaltungen dieser Art und solchen, die mit Totalisator, Wettbewerb oder Tanz verbunden sind; 4. Veranstaltungen von einzelnen Personen in privaten Wohnräumen, wenn weder ein Entgelt dafür zu entrichten ist, noch Speisen oder Getränke gegen Bezahlung verab- Bekanntmachung. Betr: Vergnügungssteuer. , Die nachstehenden, für alle Gemeinden tx£ Kreises geltenden und am 15 September 1921 in Kraft tretenden Reichsrats-Be- stimmungen über Vergnügungssteuer vom 9. Zum 1921 werden hiermit veröffentlicht. Gießen, den 9. September 1921. Kreisamt Gießen. Dr. Hfinger. Velodrome und dergleichen; Zirkus-, Spezialitäten-, Variete-, 2,ingeltangel-Voritellun° gen Kabarette, Schaustellungen jeglicher Art sowie Ausstellungen und Museen mit Ausnahme derjenigen Ausstellungen und Museen, die nicht Erwerbszwecken dienen, Figurenkabinette, Panoramen, Panoptiken, Vorführungen abgerichteter Tiere, Menagerien und dergleichen; 4. sportliche Veranstaltungen; 5. Vorführungen von Licht- und Schattenbildern, Puppen- und Marionettentheater; 6. Theatervorstellungen, Ballette; 7 Konzerte und sonstige musikalische und gesangliche Ausführungen, Vorträge, Vorlesungen, Deklamationen, Rezi- tationen, Vorführungen der Tanzkunst. (3) Die Annahme einer Vergnügung im Sinne dieser steuer- ordnung wird nicht dadurch ausgeschlossen, daß die Veranstaltung gleichzeitig auch noch erbauenden, belehrenden oder anderen nicht als Vergnügungen anzusehenden Zwecken dient, oder daß der Unternehmer nicht die Absicht hat, eine Vergnügung zu veran- Genf, 9. Sept. (WTD.) Die heutige Sitzung der Völkerbundsversammlung war der Aussprache über den Bericht des Völkerbundsrats gewidmet. Von den neun eingetragenen Rednern kamen drei zu Wort, und zwar der belgische Senator Lafontaine, der norwegische Delegierte Aansen und der persische Delegierte Zokah el Daw- leh. 2llle drei Redner begegneten dem regsten Interesse, weil sie mit Freimütigkeit und Mut die allgemeinen Probleme der Weltpolitik erörterten. Lafontaine entwarf ein eindrucksvolles Dlld der schwierigenWeltlage. Das Elend sei groß, seine Lösung sei noch nicht gefunden. Sechs Millionen Arbeitslose in den Vereinigten Staaten, 30 Millionen Hungernde in Rußland, em hinsiechendes Armenien, ein hilferufendes Georgien, Griechen und Türken mordeten sich, ohne daß die Welt den Mut habe, einzugreifen. Alle Handelsbeziehungen sind gestört und gehindert. Der vergangene Krieg sei schon furchtbar gewesen, unendlich viel furchtbarer würde ein künftiger Krieg sein. Es müsse überall in der Welt ein so gewaltiger Protest gegen einen Krieg hervorgerüfen werden, daß der Wille entstehe, dem Schrecken der Kriege ein Ende zu machen. Redner setzte sich dafür ein, daß die Kriegsschulden vom Völkerbund übernommen würden und daß die Zollschranken unter den Völkern fallen. Ern Plan, den man noch für einen Traum Halle, der aber den Albdruck verscheuch^ der sonst auf der ganzen Welt lagert. Der nationale Egoismus sei gegenwärtig auf seinem Höhepunkt angekommen. Aansen trat für eine öffentliche Diplomatie ein und behandelte in der Hauptsache eingehend das russische Problem. Man ver- S" viel zu sehr, daß Europa nicht ohne Ruß- leben könne. Ein ungeheueres Elend herrsche dort. Für Vieh und Mensch gebe es nur l/o Pfund Getreide. Großartiges fei bereits geleistet worden, noch viel größeres müffenvch getan werden, um die annähernd 30 Millionen Menschen vor dem sicheren Tode zu retten. Der Sowjetregierung müsse man Vertrauen schenken, sie werde die Verteilung der gesamten Mittel gerecht vornehmen, wie sie auch bisher stets eingegangene Verpflichtungen strengstens und genau erfüllt habe. Trotz des Kriegszustandes habe die Die Verhandlungen mit Bayern. Berlin, 9. Sept. (Priv.-Tel.) Die „Vos- sische Zig." meldet aus München unverbindlich über die Umrisse derEinigungsformel: Bayern kennt die Maßnahmen der Reichsregierung zur Sicherung der demokratischen Republik grundsätzlich an. Der Ausnahmezustand in Bayern wird den für das Reich geltenden Verordnungen nach Möglichkeit angeglichen Die bayerische Regierung erhält das aas- schließliche Vollzugsrecht für diese Bestimmungen und gibt die Zusick^rung, daß alle Ausnahmebestimmungen gleichmäßig und ohne Parteirücksicht gehandhabt werden Der bayerische Ausnahmezustand wird unter Einhaltung kurzer Fristen abgebaut. Heute nachmittag 5 Uhr findet eine Sitzung des Ministerrats statt. Morgen früh werden die parlamentarischen Fraktionen beraten. Aachmittags soll dann der ständige Landtagsausschuß zusammen treten. München, 9. Sept. (Wolff.) Die bayerische Delegation kehrte heute vormittag 11 Uhr von Berlin zurück. Sofort nach dem Eintreffen erstattete Abgeordneter Held und Staatssekretär Nichtsein" — das Ministerium Kcchr steht an einem Scheideweg. Wird es ein neu aufflackerndes revolutionäres Begehren mit Unnachgiebigfett beantworten, oder wird es den Versuch zu einer friedlichen Lösung machen, wie sie ihm von Berlin aus nahegelegt wird? Wir möchten wünschen, daß auch bei dieser Entscheidung der Geist der Mäßigung und Versöhnung siegen werde. AmtrverlündigimgMatt für die Vrovinzialdirettion Oberhessen und für bas Kreisamt Gießen. Erscheint nach Bedarf: Montag. Dienstag. Donnerstag und Freitag. Nur durch die Post zu beziehen gegen Mk. 2.50 vierteljährlich. Bestimmungen über die Vergnügungssteuer. Dom 9. Zuni 1921. Artikel I. Soweit die Gemeinden nicht mit Genehmigung der Landesregierung oder der von ihr beauftragten Behörden bewndere etflierorbnungcn nach Mv* »jetregierung die Abmachungen wegen deS ntransportes der Krlegsgcfanaenen elngehal- Wöchentlich sollen 400) Kriegsgefangene itransportiert werden, es seien aber oft weit • 4000 wöchentlich befördert worden. Heber 00 Ausrüstungen seien für die Gefangenen kuhland geliefert worden und er habe festen können, daß diese 60 000 Ausrüstungen , allen denen zugekommen seien, für bie sie mmt waren. Ransen begrüßte eS, daß schon reiche Länder auf den Hilferuf geantwortet en, unter ihnen Deutschland. Schweben, Ror- en Dänemark u. a Rußland sei noch immer ). Rach dem Kriege mit Japan hätten drei Ernten genügt, um eS wieder hoch zu brüv Ausreichende Mittel müßten zur Verfügung »llt werden. Schließlich sprach noch der persische Delc- tc Zokah-el-Dawleh. der den Völler- d aufforderte, dem griechisch-türkischen Kriege : Vermittlung anzubieten. Er Höfte, daß bü nähme neuer Staaten befriedigend geregelt baß bie oberschlesifche Frage gerecht gelüst ben würde. Der Präsident schloß die Sitzung mit bet teilung, bah bie Wahl der Richter für den ^nationalen Gerichtshof am kommenden Mltt- > ftattfinben werde und daß bas Protokoll internationalen Gerichtshofes nunmehr auch h Venezuela ratifiziert worden fei. Verlegung des Völkerbundes nach Wien? Genf, 9 Sept. (WB.) Rach dem Völler- dpa kl kann ber Rat bekanntlich jeberzelt bte rlcgung des Bundes an einen an- n Ort beschließen. Unter ben Anregungen ber jn Zeit, aus Sparsamkeitsrücksichten •benenfall8 bas Generalsekretariat mit seinem jen Beamtenkörper in eine billigere id t zu verlegen, ist unter anderen Erwagun- biefentge ber Verlegung nach ber Stadt en nicht unbedeutend. : Regelung des polnisch-litauischen Konfliktes. Genf, 9. Sept. (Wvlft.) Das Mitglied des eralsekretariats, Pierre Denis, machte über neuen Plan zur Regelung des polnisch- auischen Konfliktes vor Presievertor- ergänzende Mitteilungen. Die wesentlichen ! im mungen des Entwurfes sind folgende: en und Litauen erkennen ihre Unabhängigem und werden bte nottoenbigen gemeinten Verwaltungsorgane schassen. Die tue soll bie Eurzonlinle bis zum Riemen, Laus bes Rjemen bis Druskianiki, bte Lime skianiki Strara- Puba-Heziory zurück biS Rjemen bei Bola, bann wieder ben Rjemen mg bis zur Mündung ber Beresina und r Linie bis zu ber tm Vertrag von Riga fefl- gten russischen Grenze werben. Das Willmer iet soll int litauischen Staat einen seldstän- n Kanton bilden, dessen Grenze durch Hal- ung ber bisher neutralen Zone erhalten wirb. Die polnische Organisation soll denen eines totoei- 'eben KantonS ähneln. DeS weiteren enthält Entwurs Angaben über die Rekrutierung der Inaer Truppen, die nur tm Kriegsfälle Rekrutierungszone berlaffen können und der -naer Zentralisierung unterstehen. Die osft- elle Sprache im gesamten lltauischen Staate soll polnisch und litauisch sein. Allen Minderheiten sind weitestgehende Garantten ju gewähren Der wichtigste Teil deS Abkommens bezieht sich auf die politischen, militärischen und wirtschaftlichen Konventionen zwischen Litauen und Polen. Beide Staaten ernennen Delegierte, die gemeinsam beraten. Außerdem sollen von beiden Regierungen ernannte Vertreter einen gemeinsamen Rat für auswärtige Angelegenheiten bilden. Eine Mckitärkommission hat die Ausgabe, ein Einvernehmen zwischen den beiden Generalstäben zum Zwecke gemeinsamer Vorbereitungen für den Kriegsfall zu schaffen Roch andere wichtige Stellen des Zusammenarbeitens zwischen den beiden Armeen sind vorgesehen Im Falle von Meinungsverschiedenheiten über bie gegenseitige ilnterftütjung im Kriegsfälle hat ein vorn Völkerbundsrat ernannter Schiedsrichter zu entscheiden. Das Wirtschaftsabkommen fußt auf dem Grundsatz der gegenseitigen freie n Wareneinfuhr, wenn nutzt aus fiskalischen Gründen Maßnahmen geboten erscheinen. ES steht auch ein neues Münzwesen vor. Litauen garantiert Polen freien Zutritt zum Meere und die freie Durchfuhr. Was Memel betrifft, so soll eine Einigung erzielt werden, die Litauen die Staatsoberhohett gewährt, wohl aber jederzeit bie Benutzung des Hafens und jede Art von Transporten, so auch Munitions- und Kriegsmaterialtransporte garantiert. Das Abkommen soll einer von der Wilnaer Bevöllerung gewählten Volksverttetung unterbreitet werden. Der Völler bund überwacht die Ausführungen. Alle nicht aus Wilna stammenden Truppen, die gegenwärtig noch dieses Gebiet beseht halten, müßen zurückgezogen werden. Das Gleiche güt von den Beamten. Die litauische Regierung will in spätestens sechs Mo naten bie Verwaltung in Wilna übernehmen. Die Grenzführung wirb von einer brelgtie- brigen Kommission, bie der Völkerbund ernennt, vorgenvmmen, die an der Vertretung der beiden Regierungen teilnehmen können. 3n Streitfällen entscheidet der Vertreter des Völlerbundrates. Man erfährt, daß die Vertreter der polnischen und litauischen Delegatton in den letzten Tagen einen regen Rotenwechsel über dieses Abkommen I mit ihren Regierungen gehabt haben. Kranket Heb fcjHAUS vMEW lich: M btoi verhanb einen fa. hat ebenen Denn ü Mrunj Aähr^ Linie —, Dkonnne Ml, au, uLerdie, kapier ni ,3ft( Kwct uni ®rfüllunc Zer Den ulngsvfli. Deutschlg llchmen, . Aun er Dedr. Gold !< So 1 ?em sie ^Qtgrub fe ettr Zweier ?* <*« r * N«? Ä Sä gen vorübe in einer D pitalE Lchvierigke gen den S sich ereisett alservM Btl«® Farblose a eüoas ® HvidMic losten ha wurden z Toldmark -Rest (850 Seiches gj wie auch b eine Steig! mittel, die ning über! bank tourb wieder mil Umlauern UltntM' Valuta b< honen ai rige Sag1 Dt des schen, die Kabinetts lautere R bad ©an daß die < rang von Dr. Wirch Berichters! zu. §r dn mi6, ob do M werd' er hinzu, sind, dem den schen! Man einem Ers zweifln BeichSkan, Pessimisn so zahlun We, lin rechtMe niemand schasten, sind der den, an eine M dem. Lern sche Se und eir KL $ Ä'K Ä U *5S pttlstri o v. '■ zu absehen. § 10. bei drei Mitwirkenden Wenn der säumnis entschuldbar erscheint. Frauen-Arbeitsschuhe, benagelt. . Mk. 78.00 8607V Einzelpaare, ohne Rücksicht auf den früheren Preis, sehr billig! Große Auswahl! Größte Leistungsfähigkeit durch Großeinkauf! Billige Preise! mittelten oder wären. Heber zu erteilen. § 14. Steuerzuschlag. Kirchliche Nachrichten. 3fraeI/ReItfllonflgemetnbe Doti dienst in der Synagoge (Sud-Anlage), ©amg' 10. Sept. Borabd. 6.30. Morg. 8.30. Adds. i und Z.40 Hpr. ..................von mk. izy.uu an Damen-Stiefel, große Auswahl .... von Mk. 78.00 an Kinder-Schnürstiefel, benagelt, 31/35 Mk. 75.00, 27/30 Mk.63.00 - Springmanns Pr1©’ Handes. Fra.nkfurta 1. 8. Sept. Der Bvrf Vorstand deschüstigt« sich in seiner heutl Sitzung In sehr eingehender Beratung mit Zuständen, wie sie an der Dörle zur Zeit d» Büchertisch. — Die Landschaft. Erdkundliches W< berbuch. Bon Prof. Dr. Siegfried Passar 1. Band. 225 Seilen. Preis gebunden 12 Mk. V lag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Emmy Hardt. Satanella. Rom Verlag Dr. P. Langenscheidt, Berlin W. 15. — Ewald, weil. Prof. Dr. E.. Hygie des Magens, des Darms, der Leber und Aiere im gesunden und kranken Zustande. Vie verbels'rte und erweiterte Ql’ifline bearbeitet t Dr. Waller Wol f, mit 4 Tafeln und 17 Textal 1 düngen. Berlag von Ernst Heinrich Moritz (3 Franz MUtelbach). StutlgarL bei vier oder fünf Mitwickenden . . 9 und bei jedem weiteren Mitwirkenden je 3 Mark für den Tag betragL (3) Steuerpflichtige Borträge der zu 2 bezeichneten Art sind von den Unternehmern vor Beginn bei der Steuerstelle anzumelden. Haben die Unternehmer solcher Borträge an einem Tage bereits in einer anderen Gemeinde Steuer entrichtet, so sind sie von der weiteren Steuer befreit, lieber die Entrichtung der Steuer haben sie sich auszuweisen. (4) Gelegentliche Gesang- und Musikvorträge auf öffentlichen Wegen. Straßen und Plätzen sowie auf Höfen von Wohnhäusern sind steuerfrei. § 18. Aach der Gröhe des benutzten Raumes. (1) Soweit die Pauschsteuer nicht nach den Bestimmungen der §§ 15 bis 17 zu berechnen ist, wird sie nach der Gröhe des Raumes berechnet, der für die steuerpflichtige Beranstaltung benutzt wird. Die Gröhe des Raumes wird festgestellt nach dem Flächeninhalte der für die Borführung und die Zuschauer bestimmten Räume ein- schliehlich der Ränge, Logen und Galerien, Wandelgänge und Erfrischungsräume, aber ausschliehlich der Bühnen- und Kassenräume, der Kleiderablagen und Aborte. Findet die Beranstaltung ganz oder teilweise im Freien statt, so sind von den im Freien gelegenen Flächen nur die für die Borführung und die Zuschauer bestimmten Flächen einschliehlich der dazwischen befindlichen Wege und der angrenzenden Veranden, Zelte und ähnlichen Einrichtungen anzurechnen. (Schluß folgt im nächsten Amtsverkündigungsblatt.) Kräftige Schulstiefel Damen-Halbschuhe ur Herren-Stiefel in modernen und breiten bequemen Formen . . Burschen-Stiefel, kräftige Ware, 36/39, zu Mk. 98.00 und 78.00 (4) Der Eigentümer oder derjenige, dem der Apparat oder die Borrichtung von dem Eigentümer zur Ausnutzung überlassen ist, hat die Aufstellung des Apparats oder der Borrichtung spä- testens innerhalb einer Woche der Steuerstelle anzuzeigen. Die Bestimmung des § 4 Abs. 3 bleibt unberührt. (5) Auf Leierkasten und Spieldosen von geringem Umfang, die lediglich bestimmte Stücke spielen, finden die Bestimmungen'der Abs. 1 bis 4 keine Anwendung. § 17- Aach der Zahl der Mitwirkenden. (1) Für Mufikvorträge von nicht mehr als drei Mitwirkenden in Gast- und Schankwirtschaften, öffentlichen Bergnügungslokalen, Buden oder Zelten ist eine Steuer von 3 Mark für den Tag und jeden Mitwirkenden zu entrichten. (2) Für gewerbsmäßige Gesang- und Musikvorträge, die im llmherziehen auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten, in Gast- und Schankwirtschaften, öffentlichen Bergnügungslokalen, Buden oder Zelten sowie auf Höfen von Wohnhäusern dargeboten werden, ist eine Steuer zu entrichten, die bei einem oder zwei Mitwirkenden . . 3 Mark Verstößt der Unternehmer gegen die Bestimmungen der §§ 4, 9 bis 11 in einer Weise, daß die für die Berechnung der Steuer maßgebenden Verhältnisse nicht mit Sicherheit festzustellen sind, so kann die Steuerstelle die Steuer so festsehen, als ob sämtliche verfügbaren Plätze für die gewöhnlichen oder im Einzelfall er- geschätzten höheren Kassenpreise verkauft worden die Festsetzung ist ein förmlicher Steuerbescheid ... Verpflichtete die Fristen für die Anmeldung der Veranstaltung (§ 4), die Vorlegung der Karten (§ 9) und die Entrichtung der Steuer (§ 12) nicht wahrt, kann die Steuerstelle ihm einen Zuschlag bis zu fünfundzwanzig vom Hundert der endgültig festgesetzten Steuer auferlegen. Die Steuerstelle hat den Zuschlag zu unterlassen oder zurückzunehmen, wenn die Ver- Entwertung und Vorzeigung. Der Unternehmer darf die Teilnahme an der Veranstaltung nur gegen Vorzeigung und Entwertung der abgestempelten Karten gestatten Die entwerteten Karten find den Teilnehmern zu belassen und von diesen den Beauftragten der Steuerstelle auf Verlangen dorzuzeigen. § 11 Aachweisung. Heber die ausgegebenen Karten hat der Hnternehmer für jede Veranstaltung eine fortlaufende Aachweisung zu führen, die mit den nicht ausgegebenen Karten drei Monate lang aufzubewahren und der Steuerstelle auf Verlangen vvrzulegen ist. § 12. Entstehung, Festsetzung und Fälligkeit der Steuerschuld. (1) Die Steuerschuld entsteht mit der Ausgabe der Karten. Die Ausgabe ist vollendet mit der Hebertragung des Eigentums an der Karte. Die Steuerschuld mindert sich nach Zahl und Preis derjenigen Karten, die gegen Erstattung des vollen Preises zurück- genommen worden sind. (2) Aach Abschluß ihrer Ermittlungen seht die Steuerstelle die Steuer fest und teilt sie dem Steuerpflichtigen mit. Der Erteilung eines förmlichen Steuerbescheids bedarf es nicht. (3) Soweit die Steuerstelle nichts anderes vorschreibt, wird die Steuerschuld mit Ablauf von zwei Werktagen nach der Mitteilung an den Steuerpflichtigen fällig. § 13. Festsetzung in besonderen Fällen. III. Pauschsteuer. § 15- Aach der Roheinnahme. (1) Haben die Teilnehmer an einer Veranstaltung ein Entgelt zu zahlen, sind aber Eintrittskarten nicht ausgegeben oder ist das Entgelt nicht höher als 25 Pfennig, so kann die Steuerstelle die Steuer mit fünfzehn vom Hundert der gesamten Roheinnahme festsetzen. Die Bestimmung des § 9 Abs. 2 findet Anwendung. (2) Die Steuerstelle kann den Hnternehmer von dem Einzel- nachweise der Höhe der Roheinnahme befreien und den Steuerbetrag mit ihm vereinbaren. § 16. Aach dem Werte. (1) Für das Halten a) eines Schau-, Scherz-, Spiel- oder Geschicklichkeitsapparats oder b) einer Vorrichtung zur mechanischen Wiedergabe musikalischer Stücke oder deklamatorischer Vorträge (Klavierspielapparat, Sprechapparat, Phonograph, Orchestrion u. ä.) an öffentlichen Orten, in Gast- und Schankwirtschaften sowie in sonstigen jedermann zugänglichen Räumen ist eine ©teuer nach dem Werte des Apparats oder der Vorrichtung zu entrichten. (2) ®te Steuer beträgt für jeden angefangenen Detriebsmonat a) für die zu a bezeichneten Apparate bei einem Werte bis einschliehlich 50 Mark 1 Mark bis einschließlich 200 Mark . 2 Mark bis einschließlich 500 Mark . 3 Mark bis einschließlich 1000 Mark 5 Mark und für jede angefangenen weiteren 1000 Mark je 5 Mark b) für die zu b bezeichneten Vorrichtungen bei einem Werte bis einschließlich 500 Mark . i Mark bis einschliehlich 3 000 Mark . 3 Mark bis einschliehlich 5 000 Mark . 10 Mark bis einschließlich 10 000 Mark .....20 Mark und für jede angefangenen weiteren 10 000 Mark! je 20 Mark (3) Die Steuer ist innerhalb der ersten Woche jedes Monats entrichten. emanderliegenden Veranstaltungen berechtigen lAbonnements-, Dauer-, Zeit-, Duhendkarten u. ä.) ist die Steuer unter Zugrundelegung des Preises der entsprechenden Einzelkarten nach der Zahl der zugesicherten Veranstaltungen zu berechnen. 3st diese Zahl unbestimmt, so ist die Steuer nach dem Preise der Gesamtkarte zu berechnen. (2) Für Karten, die mehrere Personen zum Eintritt berechtigen, ist die Steuer nach deren Zahl zu berechnen. Ist diese Zahl unbestimmt (Familien-, Wagenkarten u. ä.), so ist sie auf fünf anzunehmen. Zugrunde zu legen ist der Preis der entsprechenden Einzelkarte. (3) Für Zuschlagskarten ist die Steuer besonders zu berechnen. § 8. Steuersätze. (1) Die Steuer beträgt für jede ausgegebene Einzellarte bei einem Preise oder Entgelt (§ 6) bis einschliehlich 3 Mark 10 vom Hundert von mehr als 3 Mark bis einschliehlich 5 Mark 15 vom Hundert von mehr als 5 Mark bis einschliehlich 10 Mark 20 vom Hundert von mehr als 10 Mark..........25 vom Hundert (2) Die Steuer wird für die einzelne Karte auf volle 10 Pfennig nach oben abgerundet. (3) Für Veranstaltungen der im § 1 Abs. 2 Ar. 5 bis 7 bezeichneten Art, bei denen der künstlerische oder volksbildende Charakter überwiegt, kann die Steuerstelle eine Ermäßigung bis zur Hälfte der Steuer gewähren, es sei denn, daß während der Veranstaltung Speisen oder Getränke gegen Bezahlung verabfolgt werden oder geraucht wird. § 9. Eintrittskarten. (1) Bei der Anmeldung (§ 4) der Veranstaltung hat der Hnternehmer die Karten, die dazu .ausgegeben werden sollen, der Steuerstelle vorzulegen. Die Karten müssen mit fortlaufender Armmer versehen sein und den Hnternehmer, Zeit, Ort und Art der Veranstaltung sowie das Entgelt oder die Hnentgeltlich- keit angeben. Die Karten werden von der Steuerstelle abgestempelt. (2) Die Steuerstelle kann bei der Anmeldung die Leistung einer Sicherheit in der voraussichtlichen Höhe der Steuerschuld verlangen! ebenso kann sie Ausnahmen von den Erfordernissen für den Inhalt der Karten gestatten und von der Abstempelung Vermischtes. — Die MoplahS, von deren Auffta etnlie Meldungen aus Indien kommen, haben t englischen Beherrschern des Landes schon wied. Holl lebhafte Sorge gemacht. Es handelt sich 1 Hindus, die zum Mohammedanismus bekei sind. Die Angaben über ihre Stärke schwan! zwischM 1 und V/t Millionen. Die meisten 1 kehrungen wurden von Tippu Sultan, dem „2i( von Mysore", während seines Einbruches in A labar mit dem Schwerte erzwungen: aber n< seinem Tode im Jahre 1799 kehrten die neu Mohammedaner nicht M ihrem alten Glauk zurück, sondern blieben Anhänger der neuen 1 ligion und entwickelten sich in einer Art, die i britischen Verwaltung in Südindien aroße Schw rigleiten machte. Von der Mitte des 19. Ja! Hunderts an hatte die indische Regierung v Zeit zu Zeit sehr gefährliche Aufstände, die v den fanatischen Elementen hervorgerufen war zu bekämpfen. Die eifrigen Anhänger des I kam, die auch ihr Leben für ihre Religion opfern bereit sind, haben bis heute manche me würdigen Sillen und Gesetze bewahrt, die n aus der früheren Zeit vor der Bekehrung sta men. Wenn ein Mann heiratet, kommt er in d Haus seiner Frau, und es wird als eine Schar für die Frau angesehen, wenn das Gegen! eintritt. Erkennt der Mann damit gewissermas die überlegene Stellung der Frau an, so I handelt er sie im übrigen doch wie einen Sa besitz. Die Kinder haben keine gesetzlichen Rec an dem Eigentum ihres Vaters; die gesetzlich Erben sind vielmehr Verwandte von der mütt lichen Seite. Trotz aller Zugeständnisse und all Entgegenkommens, das die Regierung betole hat, sind die Moplahs in ihrer Entwicklung st zurückgeblieben. Große Fähigkeiten entwickeln nur im Handeln; das Exportgeschäft in Kafs Pfeffer und Kopra mit England, Frankreich u Deutschland liegt ganz in ihren Händen. 1 Versuch, die Moplahs auch zum Heeresdie heranzuziehen, scheiterte sehr bald an der 1 Möglichkeit, sie irgendwie in Disziplin zu halt In den letzten Zähren schien eS, als ob MoplahS sich an ruhigere Formen deS Lebt gewöhnen wollten, aber ihr Fanatismus ist du bas Schicksal der Türkei, deren Sultan sie • ihr religiöses Haupt anerkennen, von neuem c gestachelt worden. 3 / der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steinbrudterci R. Lange, Gießen. . f Anstreicher- 3 Weißbinder Gesch A. Belitz Liebigstrafle 83 A X. Tel. 945 # Stroh lebet Art liefert 9615es F. Fuhrmann Xachf. Bnttftädt. Tblir. Telephon 297. MIM 1 fjomniw werd.fachaem. uvreiS- roert fleitimnn u-repar. G. Eberl, flaitennacher Gietzev. Jjiotütt. 11. Stimmern.9?epnrot.b. Ja. Rudolph. Gießen. Bienenhonig gar. rein, daS Pid. zu 12 Mk. hat ab-uaeben H. 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