Nr. m Der Skftentt Lnzeiger mit der Dienstagsbeilagc „Z-ort Umschaa» er. scheint täglich, außer Sonn, und jdertaqs. MovatttcheSrzn-<»relse: Mark 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 eintchlietzkch Bestellgeld. Fernsprech. Anschlüsse: sürdieLchriftleitunq 112; für Druckerei, Verlag und töeichasic-stelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Ziehen. poftjchecttsato: firairtfurt a. M. UM6. Erstes Blatt M- Iahrgmg Dienstag, EiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvcf und Verlag: vriihl'sche Umv.-Vuch- und §temdruesend. Die belgische Delegation ist nicht üertreten, da die oberschlesische Frage auf der Lagesordnung steht. Rechts von Driand hat Lloyd George Platz genommen, links von ihm sitzt der italienische Ministerpräsident D o n o m i. Paris. 8. Aug. (WTD.) Lieber den Verlauf der ersten Sitzung des Obersten Rates Der- brettet die Havasagentur folgende Einzelheiten: Ministerpräsident Driand appellierte an die Einigkett aller, um die ernsten und schwierigen Probleme zu lösen, die die Konferenz gestellt feien. Wenn der Geist der Einigkeit und fccr Solidarität, der biS heute die vorausgegan- •genen Zusammenkünfte beherrscht habe, so erklärte er, sie auch weiter leite, dann könne die Aufgabe zu einem guten Ende geführt werden. 3n dem aufrichtigen Wunsche der Zusammenarbeit gehe Frankreich an die Arbeiten dieser Konferenz heran. Lloyd George dankte Driand, der bemerkte, das) das oberschlesische Problem vielleicht das schwierigste von allen sei, die der Oberste Rat biS jetzt zu lösen gehabt habe. Das Problem wäre y\ sich vielleicht weniger schwierig, wenn es nicht durch äußere Llmstände so verwickelt geworden sei. Lloyd George ist jedoch überzeugt, dah, wenn die Mitglieder des Obersten Rates das Problem mit dem ernsten Willen, zu einer Einigung zu gelangen, in Angriff nehme^ die Lösung möglich sei. äleöergehend zu der Der- handlungs Methode, der man folgen solle, erklärte der englische Ministerpräsident, dah es sich vielleicht empfehle, zuerst die Auseinandersetzungen der Sachverständigen zu hören, um alsdann die Frage der Verstärkungen für Oberschlesien zu erledigen. Ministerpräsident B o n o m i ergriff dann das Wort, um auf die Bedeutung der zu fafsenden Deschlüffe und auf ihren Einfluß für den Weltfrieden hinzuweifen. Ministerpräsident Driand begrüßte alsdann, wie bereits gemeldet, den Vertreter der Vereinigten Staaten, der seinerseits Driand dankte und versicherte, daß er Präsident Aarbing die herzlichen Worte übermitteln werde, die Driand gesprochen habe. Schließlich gab dec japanische Vertreter Hah- afbi feine Zustimmung zu der vorgeschlagenen Derhandlungsmechode und brüdte feine feste Liebe czeugung aus, dah die Konferenz eine Lösung finden werde. Paris. 8. Aug. (WTD.) 7 Llhr 10 Min. Die Havas-Agentur berichtet inoffiziell über die erste Sitzung des Obersten Rates. Die Sitzung Ist um 6 Llhr 5 Minuten zu Ende gegangen. Sie war vollständig durch die (Besprechung der o b e r- schlesischen Frage ausg'füllt Ministerpräsident Driand eröffnete die Sitzung und begrüßte die alliierten Vertreter. Darauf wurde jede Dele- gatton aufgefordert, ein allgemeines Expose der oberschlesischen Frage zu liefern. Der Vorsitzende des Sachverständigen-Ausschusses. F r o m a - geot, legte den französischen Standpunkt dar und zeigte, daß das Abstimmungsgebiet geteilt werden tonne und daß der Grenzverlauf durch das Ergebnis der Absttmmung nach Gemeinden bestimmt werden müsse. Darauf gab Sir Cecil Hurd eine Darlegung des englischen Standpunktes, der auf die Llnteilbarkeit des Industriegebietes und seine Zusprechung an Deutschland hinausläuft Der französische Sachverständige Laroche gab der Ansicht Ausdruck, daß dieses Industriegebiet geteilt werden könne und zum großen Teile, einschließlich Königshütte, an Polen fallen müsse, wobei der Grenzverlauf sich nördlich dec Sforzalinie zu nähern habe. Der italienische Delegierte hat einen vermittelnden Standpunkt vertreten. Die Meinung der Sachverständigen. Paris, 8. Aug. (WTD.) Die Havasagentur verbreitet über die Erklärungen der verschiedenst Sachverständigen eine eingehende Mitteilung. aus der hervorgehoben zu werden verdient, daß an erster Stelle der Zustitiar des Quai d'Orsay, Fromageot, dem Obersten Rat die leitenden Grundsätze mitteilte, über die sich die juristischen Sachverständigen hinsichllich der Vertragsklauseln über Oberfchlesien geeinigt hätten. Fromageot entwickelte alsdann die Fragen, über die eine Einigung erzielt wurde, in der gleichen Weise, wie eS In der heute dem „Temps" entnommenen Meldung bereits mitgeteilt wurde. Er hob hervor, daß von den vorgebrachten Lösungen an zweien fest gehalten worden sei, an der von Frankreich und der von England, die edoch beide nicht die Einstimmigkeit der Sachverständigen gefunden hätten. Jedoch bestehe ein Punkt, über den sich die Delegierten der Mächte geeinigt hätten, nämlich über die fast vollständige Llnteilbarkeit des Jndu- trieaevietes. Aber während der französische Vorschlag die Tendenz habe, das Gebiet fast vollkommen Polen zuzuschreiben, wolle der andere Vorschlag es zum größten Teil Deutschland zu- prechen. Hierauf ergriff Sir Cecil Hurst das Wort. Der juristische (Beirat des Foreign Office kennzeichnete das Ergebnis der Dollsabsttmmung wie olgt: 678 Kommunen hätten sich für Polen aus- zesprochen, 844 für Deutschland, 479 030 Stimmen eien für Polen, 707 000 für Deutschland abgegeben worden. Er faßte die englische Meinung wie folgt zusammen: 1. Da Frankreich die gemeindeweise Ab- timmung als Dosis für die Regelung annehme, o dah zedes Gebiet dem Lande zugeteilt werde, ür das es gestimmt habe, solle nur dec Fall lugelaffen werden, daß gute Gründe dagegen prächen. 2. Enklaven müßten als unpraktisch und ungerecht für beide Teile vermieden werden. 3. Das Zentrum des Industriegebietes müsse Deutschland übertragen werden. Was den Rest der zu ziehenden Grenze anbeträfe, be- tänden wenig Differenzen zwischen den französischen und den englischen Vorschlägen. Der englische Sachverständige warf dem französischen Vorschlag vor, dah er die Verhältnisse der Ab- timmung in seiner Zusprechung der strittigen Gebiete umstohe. Der französische Vorschlag würde 7/fn der Stimmen, die für Deutschland abgegeben, Polen, und nur */u der Stimmen, die für Polen abgegeben wurden, Deutschland zusprechen, während die Stimmen wie folgt verteilt seien: 60 Prozent für Deutschland und "40 Prozent für Polen. Ministerialdirektor Laroche setzte alsdann die französische These auseinander, nach welcher den beiden Parteien die Kommunen nach dem Ergebnis der Abstimmung zugeteilt werden sollen, wenn die Abstimmung undiskutabel sei. Wenn Enklaven notwendig seien, so müsse man, um sie zu vermeiden, auf die geographischen und wirtschaftlichen 'Bedingungen Rücksicht nehmen und die Zusprechung der betreffenden Kommunen nach den Verbindungen regeln, die sie mit den benachbarten Gebieten haben. Deshalb müsse die Gesamtheit des Kohlenbeckens nach der französischen Meinung Polen zugesprochen werden. 2a- roche kritisierte dann den englischen Vorschlag und bekämpfte besonders die britische These über die Llnteilbarkeit des Industriedreiecks. Darauf machte die italienische Delegation einen Dermittlun^svorschlag. der morgen beraten werden soll. (Berlin, 9. Aug. Wie die »Deutsche Allgemeine Zeitung" meldet, wurden General de M a r i n i s und Sir Harold Stuart vom Obersten Rat beauftragt, diesem in seiner morgigen Sitzung einen (Bericht über ihren Standpunkt in der Frage der Truppenverstärkungen vorzulegen. Paris, 8. Aug. (WTD.) Der Dericht des Sachverständigen-Ausschusses zur Regelung der oberschlesischen Grenz- frage stellt nach dem ^Temps" fest, dah über drei grundsätzliche Fragen eine Einigung erzielt worden ist. Erstens, dah der Friedensvertrag von Versailles die Teilung des Volksabsttm- mungsgebietes zwischen Deutschland und Polen zulasse, dah man sich also nicht auf die in dem gesamten Abstimmungsgebiet von einer Partei erzielte Mehrheit berufen könne, um ihr Oberschlesien insgesamt zuzuteilen, 2. dah der Friedensvertrag vvrschreibe, dah bei der Festsetzung der deutsch-polnischen Grenze Rücksicht genommen werden müsse auf die Wünsche der Devölkerung, die durch die Abstimmung zum Ausdruck gekommen sind und auch auf die geographische und wirtschaftliche Lage der Orte. Drittens endlich, dah man bei der Grenzziehung sich von der gemeindeweisen Abstimmung letten lassen rnü se. Die Sachverständigen haben nach dem „Temps" verschiedene Vorschläge für die Grenzführung geprüft und sind schließlich auf zwei Lösungen, eine französische und eine englisch-italienische als Der- handlungsbasis gekommen. Die von Graf Sforza anempfohlene Lösung sei von dem Sachoerstän- digen-Ausschuh nicht wieder aufgenommen worden. Die in Frage kommenden beiden Lösungen hätten keine Einsttmm gtt it g?funden. Te de Pläne verlangten die Llnteilbarkeit des Industriebezirkes. Die französische Lösung wolle das Gebiet Polen zusprechen, während die englisch-italienische Lösung das Gebiet zum gröhten Tell Deutschland zusprechen wolle. Das französische Mißtrauen gegen England. P a r i s,'8. August. (Wolff.) Robert I u- v e n a l weist im „Oeuvre" darauf hin, dah der französisch-englische Konflikt in Oberschlesien so zu deuten sei, dah die Engländer chre augenblickliche These vielleicht nicht im Rahmen von Grundsätzen verteidigen, sondern, um sich den Verpflichtungen anzupassen, die durch Lord d'Abernon im Mai zur Zeit der Annahme des Llltimatums cingegangen wurden. Das sei wohl möglich. Vielleicht handle eS sich um ein umfangreiches Abkommen zwi- \ fchen England und Deutschland, in dem Ober- schlesien vielleicht nur ein Pfand für das Zusammenarbeiten in Rußland und einer der Artikel einer weitergehenden Konvention sei. Das Wesentlichste für England sei vielleicht nicht einmal Rußland, sondern Kleinasien. 3n Kleinasien befinde sich der Weg nach Indien. Während Frankreich nur an den Rhein denke, von dem seine Sicherheit abhänge, denke England immer1 zuerst an den Euphrat, von dem die Sicherheit seines indischen Reiches abhänge. Havas über die oberschlcsische Frag«-. Paris, 8. Aug. (Havas.) Die Havasagentur meint, die öffentliche Meinung aus beiden Seiten des Kanals wünsche, dah man in der oberschte- ischen Frage zu einer Einigung gelange, die die beiderseitigen Forderungen berücksichtige und gleichzeitig Bürgschaften für die Aufrechterhal- tung der Entente cordiale gebe. In englischen Konfeienzkreisen habe man gestern abend' den Eindruck gewonnen, daß die englischen Vertreter sich an den Standpunkt von der Llnteilbarkeit deö oberschlesischen Industriegebiets fest gebunden fühlten und sich - so besagt die Havasmeldung weiter — hinter diesen Grundsatz verschanzten, um die Zuteilung des oberschlesischen Industriegebiets an Den schland mit Ausnahme von Pleh und Rybnik, die an Polen fallen würden, zu fördern. Man hege in England die lebhafte (Befürchtung, durch jebe andere Lösung ein neues Elsah-Lothringen zu schassen, das für die Zukunft eine Quelle steter Streitig- letten in Europa sein würde. Aus ftanzösischer Seite habe man gleichfalls den Standpunkt der Llnteilbarkeit des Industrie- gebiets vertreten, jedoch zu Gunsten der Polen. Es habe den Anschein, daß während der Arbeiten der alliierten Sachverständigen die französischen Vertreter diesen Standpunkt hätten fallen lassen« der zu weitgehend sei, und dah sie sich mit der Teilung des Industriegebiets im Verhält tts der abgegebenen Stimmen einverstanden enlä.t hätten. Dieses Verfahren würde zur Festsetzung einer Grenze führen, die außer einigen Abänderungen zu Gunsten Polens im wesentlichen der Sforza- ttnie entspräche. Das seien die beiden einander gegenüberstehenden Auffassungen. Lloyd George werde den Versuch machen, in persönlichen Besprechungen mit Driand eine Annäherung beider Standpunkte zu ermöglichen. In englischen Konfeienzkreisen habe man gestern abend versichert, die Frage der Entsendung von Verstärkungen werde erst nach Erreichung einer Verständigung über die Grenzlinie behandelt werden. Allem Anschein nach, so tagt *5)01X18 Wetter, ist man jetzt in allen Kreisen der Konferenz der Ansicht, dah die Entsendung von Verstärkungen nicht mehr so unbedingt geboten ist, wenn nur die Entscheidung in aller (Bälde getroffen wird. Man sei eher geneigt, das Kriegsmaterial zu verstärken, über das die Veibands- truppen zur Zeit verfügten, und Deutschland gegenüber nötigenfalls andere Zwangsmittel zur Anwendung zu bringen, zum Beispiel am linken Rheinufer. Der Standpunkt Englands. London, 8. Aug. (Wolff.) „Daily Ex- preh" schreibt, die englischen Vertreter s.ien zu dem Entschluß gekommen, dah die Entsendung von Verstärkungen nach Oberschles.en in rein Politischer- Hinsicht ein guter Schachzug sein könne, in militärischer Hinsicht aber unbegründet sei. Die englische öffentliche Meinung sei ernstlich beunruhigt und hege mehr als je den Verdacht, dah die Polen mit Frankreich zusammen intrigiert hätten und daß grundlose Pläne im voraus entworfen worden seien. Lloyd George habe die Vollmacht des englischen Kabinetts, sich allen solchen Plänen zu widersetzen und sei nach Paris gegangen, entschlossen, die Annahme einer unmöglichen militärischen Aktion zu verhindern und auf einer sofortigen Regelung der oberschlesischen Grenzfrage zu bestehen. London, 8. Aug. (Wolff.) Die »Moming Post" meldet, die brttische Regierung werde für die Aufhebung der Sanktionen ein» treten. Auch in amtlichen belgische n Kreisen sei eine Reigung zu Gunsten der Aufhebung der wirtschaftlichen Sankttonen vorhanden. Die belgischen Sozialisten seien für die Aufhebung der wirtschaftlichen Sanktionen, und da die belg stzen Sozialisten auch im Kabinett gerecht vertreten seien, so mühten die belgischen Delegierten selbstverständlich ihre Ansicht in Betracht ziehen. Es wäre jedoch möglich, dah di- belg.schen Delegierten für eine teilweise A h bung der wirtschaftlichen, sozialen und militärischen Ca'It'onen eintreten, jedoch die Beibehaltung der B senung von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort fordern würden, um damit der Llnzusriedenheit der 3m; ierten mit den Leipziger -Urteilen Ausdruck zu geben Der diplomatische Mitarbeiter des .Daily Telegraph" fchreibt. die Mttnungsverschtedea- heiten zwischen der brtti chen und der französischen Regierung in bezug auf deren Poltttt gegenüber Deutschland seien wertreichend. Tre englische Regierung sei überzeugt, daß, wenn ei re Entscheidung in der Sroge nicht getroffen würde, diese Entscheidung von den in Oberschlesien an Ort unb Stelle b^ finblidjen Truppen erzwungen werden könne und daß die Verzögerung einer solchen Entscheidung selbst nur um einige Wochen eine ernste Gefahr nach sich ziehen könne. Außerdem fordere das wirtschaftliche und polltische Interesse Europas, daß das oberschlesische Problem sofort aelöst werde. Die Berichte, die in London am Abend der Abfahrt der britischen Delegierten auS Paris eingetroffen seien, hätten die Ansicht der englischen Regierung in dieser Frage nur verstärkt. Das Blatt hält es daher nicht für unmöglich, daß der erste Tag der Pariser Konferenz auf einem toten Punkt auflaufen werde. L o n d o n, 9. Aug. (WTB.) »Pall Mall and Globe" meldet aus Paris, daß dieLagehelkek sei. Zwischen der Ansicht der Engländer und der Franzosen bestehe eine weite Kluft. Lloyd George erwarte nicht eine sofortige Lösung der oberschlesischen Frage. Er sei aber entschlossen, auf der Erfüllung des Friedensvertrages nach Geist und Buchstaben durch Frankreich und alle anderen Llnterzeichner zu bestehen. Ein Mitglied der Regierung erllärte dem Blatte zufolge, augenbUd» ljsch erscheinen die Standpunkte der französischen und englischen Regierung unvereinbar. Wenn Driand nicht die Korrektheit des britischen Standpunktes anerkennen wolle, so müsse die bedauernswerte Möglichkeit in Detracht gezogen werden, daß Frankreich die von ihm für notwendig gehaltene Aktion ohne Llnterstützung der. Alliierten unternehme. Wie angenommene wird, hat Lloyd George bereits auf die sehr groheVerantwortuna hingewiesen, die dis französische Regierung durch eine solche Aktion übernehmen würde. London, 9. Aug. (WTD.) Die „Westminster Gazette" erklärt, auch in der 5rage der Bestrafung der deutschen KriegS- beschuldigten und in der Frage der Sanktionen gingen die Ansichten der Engländer und Franzosen auseinander. Die britischen Juristen seien der Meinung, daß die Leipziger Gerichte ihre Pflicht g e* tan hätten. Wo die Deutschen die ihnen auf- ei legten Bedingungen erfüllt haben, hätten sie Anspruch auf die Aushebung der militärischen und wirtschastlichen Sanktionen. In Wirklichkeit banbele es sich der „Westminster Gazette" zufolge bet dem Problem um die Frage, ob die Alli- ierten und die Deutschen zu dauernden Friedens- bezieh-.'.ngen zurückkehren wollen, oder ob sie ©eiter als Sieger und Besiegte gegenüb rftcb.a wollen. Das brttische Volk verlange einen wirklichen Frieden. Die „Westminster Gazette" erwartet, Daß der amerikanische Botschafter bei den Beratungen fortan eine wichtige Rolle spielen werde. Das Blatt schreibt, es werde letzt für die Vereinigten Staaten notwendig, zu erwägen, was für einen Vertrag sie mit Deutschland ^schließen wollen und auf welcher Grundlage ihre Beziehungen, b.fonders ihre Handelsbeziehungen zu Deutschland beruhen sotten. ES werde stch für den Vertreter der Bereinigten Staaten auf der Konferenz des Obersten Rates Gelegenheit bieten, die Konferenz mit der A s cht der amerikanischen Regierung in dieser F age bekannt zu machen und dafür zu sorgen, datz die Interessen Amerikas keinen Schaden erleiden Reichskanzler Dr. Wirth über Oberschlefien. Berlin, 8. Aug. (Wolff.) Der Reichskanzler Dr. Wirth hat dem Vertreter des „Ruovo Giornale" in Florenz eine Linkerredung gewährt. Zur oberfchleslfchen Frage äußerte sich der Reichskanzler unter anderem folgendermaßen: „Man hat es mir in gewissen Kreisen verargt, dah ich von dem deutschen Recht auf Oberschlesien gesprochen habe: aber ich kann doch nicht das verschweigen, was wahr und recht ist. Ich habe die Leiden der oberschlesischen Bevölkeruna nicht verschweigen können, aber ich habe auch die Gerechtigkeit nicht verschwiegen, wo sie unS zu Teil geworden ist. Ein solches Zeugnis für die Gerechtigkeit haben Ihre Truppen in Oberschlesien abgelegt, die unter Dlutopfem für den Schutz des Landes, das ihnen anvertraut war, eingetreten sind soweit' es in ihren Kräften stand. Die ober- schlesische Bevölkerung hat ihrer Dankbarkeit dadurch spontanen Ausdruck gegeben, dah sie dis Särge der italienischen Truppen mit Blumen schmückte. Glauben Sie mir, daS wird von dem oberschlesischen Volke nicht vergessen werden. Ebenso wie in Ost- und Westpreußen haben die italienischen Truppen auch in Oberschlesien durch ihr Verhalten gegenüber der einheimischen Devölkerung ihre FriedenSgesmnung kundgetan, und ich glaube, daß dadurch manche Bande wieder angeknüpft smd. die der Krieg zerrissen hatte. Ich hoffe bestimmt, dah die Erkenntnis von der europäischen Schicksalsgemeinschaft durch eine solche FttedenSge- fInnung gefördert und sich zur europäischen Soli- darttät auswachsen wird. Alle Mächte, ob Siege: oder Besiegte, müssen mit allen Kräften an dieser Aufgabe arbeiten, wenn das schwere Wert gelingen soll. Man kann aber die von unS verlangten ungeheuren Lasten nicht erwarten, toenn man uns die Hand ablchlägt, Oberschlesien nimmt Die Zuteilung Oberschlesiens an Deutschland ist unabweisbar, wenn nicht das Selbstbcstlmmungs- recht der Völker, wie es in der Abstimmung zum Ausdruck gekommen ist, zum Hohn werden joU. Die vielen Gründe, welche dieses Verlangen M einzelnen xechtfertigen, brauche ich Ihnen nicht Wetter auseinanderzusetzen. Ober schlesien tft mu einem Arbeitssaal zu vergleichen der nicht willkürlich zerschnitten und^errls- fen werden könnte. Der Hebergang der ooer- schlesifchen Wirtschaft an Polen würde bereutem dah sie verurteilt wäre, in den Zusammenbruch der polnischen Wirtschaft hineingezogen zu werden. unteren Organe für eines der wirksamsten Aus Hessen- Die Landsiedlung. TLmi hat von Oberschlesien als von einer Daffen- kschmiedc gesprochen. Sie wi sen ganz genau, das) Deutschland leine kriegerischen Absichten im Schilde führt. <5in deutsches Ob^rschlcscen wird berufen sein, in friedlicher Aibeit den Wiederaufbau Europas zu fördern. Die deutsche Regierung hat sich schon in ihrer Rote vom 1. April an die alliierten Mächte bereit erklärt, Polen unter vvrzugs- weisen Bedingungen die für seine Wirtschaft etwa noch erforderlichen Kohlen und fonftise Erzeugnisse zu liefern, so lange das an Bodenschätzen überreiche polnische Gebiet, welches den größten Teil des südöstlichen Deckens umfaßt und vier größer als das deutsche Areal ist, noch nicht erschlossen ist. Sie hat sich weiterhin verekt erklärt, weitgehende Hilfe bei 'der Erschließung der polnischen Bodenschätze zu leisten Sie hat gehofft, au,'diese Weise enge wirtschaftliche Bande zwischen Deutschland und Polen zu knüpfen, die auch eine Grundbedingung für das Bestehen des polnischen Staates sind. Sie hat aber aus Warschau nur Spott und Hohn gehört, sie hat es erleben müssen, daß die polnische Regierung den dritten polnischen Aufstand in das vberschlesische Land trug und sie muß jeden Lag noch erleben, wie der deutsche Abstimmungssieg durch unsaubere Methoden verfälscht w rd. Wll können und wollen mit solchen Waffen nicht kämpfen. Wir wollen Frieden, Arbeit und Recht. Aber wir verlangen das gleiche von der Gegenseite und müssen fordern, daß sie auf- Hört, nach unrechtmäßigen Zielen zu streben und daß sie auf Älle Mittel Der Gewalt verzichtet. 3n den Pressestimmen der letzten Lage ist wiederholt der Gedanke einer provi^o rischen Lo - 1 ü n g der oberschlesischen Frage erörtert worden. Ich brauche Ihnen gegenüber nicht zu betonen^ daß jede derartige Lösung für die deutsche Regierung unannehmbar ist; sie widerspricht den klaren Worten des Friedensvertcages und würde den Keim zu dauernden Konflilten im Osten legen. Wir warten auf den Spruch des Obersten Rates. Dieser Spruch wird entscheidend sein für die Zukunft Deutschlands, aber auch für die Zukunft Mitteleuropas. Wir vertrauen fest darauf, daß der Spruch im Sinne des Rechts ausfallen wird, das allein den so nötigen Frieden und den Wiederaufbau Europas ermöglichen und gewährleisten kann. Deutsche Reparationszahlungen. 2leuhork, 6.2lug. (WTB.) Funkspruch, ^er Federal Reserver Board erhielt fünf Millionen Dollars für Rechnung der Bank von England, sowie der Bank von Frankreich, die für die deutschen Reparationszahlungen gutgeschrieben werden. Man erwartet, daß ein Betrag in ähnlicher Höhe nächste Woche zur Zahlung kommt. Koblenz, 6. August. (Wolff.) Die interalliierte Rheinlandkommission wies die Eingabe der Handelskammer Köln zurück, die auf Grund gesammelten Materials die Aufhebung der Sanktionen verlangte mit der Begründung, daß die Einwände nicht stichhaltig seien. Lloyd George geht nicht nach Washington. Pari«, 8. Aug. (Havas.) Wie die Havas- agentur mitteilt, erklärte Lloyd George einer Delegation amerikanischer Journalisten, er werde sich nicht nach Washington begeben, um England auf der Abrüstungskonferenz zu vertreten. Der englische Premierminister gab nicht die Persönlichkeiten an, die England auf der Washingtoner Konferenz vertreten werden. Kreis Schotten. Schotten.!.Aug. Der Gießener Lie- ? ~5 lr a n ® hatte sich gestern unser Gebirgs- stadtchen zum Ziel eines Ausflugs gewählt und seinen Dank für die Aufnahme durch den Schotte- ner Druderverein durch Desangesgaben zum Ausdruck gebracht. Der 2. Dorsitzende des Lurn- und Gesangvereins, Duchardt, begrüßte die Gäste. Anschließend ergriff im Damen der Stadt Schotten Bürgermeister Mengel das Wort, um das Dolkslied als Träger des deutschen Einheitsgedankens zu erltutcrn, als Bindeglied der so schwer empfundenen Lockerung der Beziehungen zwischen Stadt und Land. Die Dankeswortt des Gießener- Liederkranzes galten dem Heimatsgefühl und der Stammeszugehörigkeit. — Die musikalischen Dor- träge blieben durchaus auf der Höhe des Erwarte- ten. Die Hauskapelle des Turnvereins hatte die Einleitung übernommen und zeigte abgerundete Leistungen, der Gesang der Scholtener Sänger bot gutes Stimmaterial und technisches Können, da» allerdings von den Leistungen der Gießener überstrahlt wurde. Vollendung des Ausdrucks und Harmonie der Töne brachte vorzügliche klangliche Wirkungen hervor. Auch dem Wohllaut der Duette und Sologesänge schenkte die bei falls freutnge Zuhörerschaft gern ihre Aufmerksamkeit Die Gesangsstücke usw. des Gießener Liederkranzes Waren sehr zahlreich. Reben den Männerchören gefielen sehr die Duette für Sopran und Bariton und die humoristischen Dorträge. Kreis Friedberg« Aus Stabt und Land. Gießen, den 9. Aug. 1921. Spart mit dem Wasser? Dom Wasserwerk wird uns geschriebene Der Wettervoraussage nach soll die bisherige regenarme Zeit noch anhalten, da sich von Südosten her hoher Druck wieder stärker ausdehnt. Die Annahme, daß endlich ein ausgiebiger Regen fallen würde, ist nun wieder zu Schanden geworden. Hcberall besteht Mangel an Wasser. Aus dem Vogelsberg, aus der Rhön und dem Spessart laufen betrübende Meldungen ein. Die Bäche trocknen aus und die Quellen versiegen gänzlich. Hüttenwerke, die große Wassermengen benötigen, find gezwungen, ihre Hochöfen auszublasen, wenn es ihnen nicht gelingt, Wasser durch Reu-Bohrungen oder dergleichen zu beschaffen. Durch Mithilfe einsichtsvoller Mitbürger ist es bisher gelungen, die Stadt Gießen vor einer Wasserkalamität zu bewahren und es wäre zur Einführung von Sperrstunden überhaupt nicht gekommen. wenn nicht von einem Teil unserer Bevölkerung noch immer rücksichtslos und planlos mit dem Wasser gewirtschaftet würde, ttns gehen täglich Meldungen zu über ten übermäßigen Wasserverbrauch einiger Haushaltungen, sei es, daß vor Beginn der Sperrstunden alle zui Verfügung stehenden Gefäße, sogar Badewannen, mit Wasser gefüllt werden, das dann, wenn es warm geworden oder nicht gebraucht wird, der Gntwäfserungsleitung zugeführt wird, oder sei es, daß trotz des Verbots die Gärten und Grasstücke noch immer begossen werden. Meldungen sind ferner an uns gekommen, daß Wasserverbraucher stundenlang den Zapfhahn geöffnet lassen, um immer kaltes Wasser zur Verfügung zu haben und daß viele Zapfhähne und Abort-Spülkasten undicht sind, so daß eine Menge Wasser unbenutzt fortläuft In der Erde ist zu wenig Wasser und wenn auch in der nächsten Zeit Regen, sogar viel Regen niederfallen sollte, so können doch die leeren Wasserreservoire in der Erde sobald nicht wieder aufgefüllt werden; daher wird vielleicht eine große Wassersnot erst nach Monaten eintreten und die Bevölkerung sollte im Selbstinteresse mit dem Wasser sparen, damit die Pumpen in unserem Wasserwerk Queckborn nicht schon jetzt alles Wasser aus der Erde saugen müssen. Alle Hausbesitzer werden aber im Allgemeininteresse ausgefvrdert, alle Zapfhähne und Abort-Spulkasten von einem Fachmann untersuchen und, wenn nötig, dichten zu lassen. Während der Sperrzeit sind alle Wasserentnahmestellen geschlossen zu halten. — Wieder- holl daher die Mahnung: Spartindernäch- ft en Zeit mit dem Wass er! Wettervoraussage Jur Mittwoch: Wolkig bis heiter, wieder etwas wärmer, meist trocken, Südwestwinde. Dom Atlantischen Ozean her nähert sich eine Depression, so daß zunächst wieder mit einer Erhöhung der Temperatur zu rechnen ist. Dieder- schläge sind vorerst noch nicht zu erwarten. Die staatlichen Waldungen sink zur Waldstreu, und Weidenutzung in weitgehendstem Maße geöffnet worden, doch wurde von der Forst- und Kameralabtellung nahegelegt, die Waldungen, die durch andauernden Streuentzug während des Krieges tark gelitten haben, zu schonen und für Be- chaffung anderer Srsatzstreumittel tunlichst Sorge zu tragen. Hierfür käme an erster Stelle die im BerhälMis zum Sttoh billige und als Streumittel vollwerttge Torf st reu in Frage. Um zur Linderung der Futternot die vorerst notwendigen Futtermtttel zur Erhaltung unserer Biehbestände zu beschaffen, ist das LandeSernährungsamt auf Grund der geführten Verhandlungen bei dem ReichSernah- rungsministerium um Ueberweisung von Fut» termitteln aus ReichSbestLnden vorstellig geworden. ES ist notwendig, daß alle zur Fütterung verfügbaren, geeigneten Erzeugnisse den Tieren als Erhaltungsfutter vorgesetzt werden, um ein notwendig werdendes Ab- toßen eines Teiles der Viehbestände zu der- ) Indern. Die Kartoffelmißerute. Berlin, 6. Aug. (Wolff.) Die preußische ßanbtagöfrattlon der Deulschnationalen Vollspur tei brachte einen Antrag ein, das Staats« Ministerium zu ersuchen, angesichts der bevor- leßenben schweren M ißernte in Kartos- e l n schleunigst mit der Reichsregierung InS Benehmen zu treten, um durch eine rechtzeitige Sln- uhr von Mais und äderen Futtermittän, die in Deutschland zu erntenden Kartoffeln ausschließlich für bte menschliche Ernährung frcizumachen. um insbesondere den landwirtschaftlichen Brennereien das Brennen vvn MaiS zu ermöglichen Der Mörder Toschke ein von den Franzosen vorgeschobenes Subjekt. D e r 11 n, 8. Aug. (Prlvattel.) Das rC9. L." berichtet: In den deutschen Kreisen in Oberschlesien ist man fest überzeugt, daß der als Mörder des französischen Majors Mon- t o l ö g r e verhaftete Toschke. der längere Zeit in polnischen Diensten stand, ein von den Franzosenvorgeschobenes Subjekt ist, das durch die angeblichen Geständnisse die Schuld an der Erschießung Montalegres den Deutschen in die Schuhe schieben soll, um während der entscheidenden Der h a n d lu n g s- «tage des Obersten Rates der deutschen Sache Ab- ibruxß zu tun. Polnische Ausbrecher. Ko ttbuS. 8. Aug. (WTD.) Gestern abend «eigen 1/5IO H$r versuchten polnische Inka s s e n deS Internierungslagers einen gewaltsamen AuSbruchauSdemDaracken» DauS. Die Posten gaben sofort Feuer und der größte Teil der Ausbrecher wurde wieder in die Daracken zuruckgejagt. Etwa 30 Mann gelang es, in den angrenzenden Wald zu entfliehen. Die Verfolgung wurde sofort ausgenommen, blieb aber erfolglos. Die Schutzpolizei und die Gendarmerie werden zur weiteren Verfolgung auf- geboten werden. Von den Ausbrechern blieben Drei, durch Schüsse der Posten, größtenteils Bein- schüffe, schwer verletzt, liegen. Weitere vier oder fünf Verletzte wurden vvn den Entflohenen mit» genommen. Butzbach, 8. August. Der Erfolg der Butzbacher I u b l lä u m S - Gewerbe- Ausstellung ist ganz außerordentlich; die mit Geschick, Geschmack und Gediegenheit zusammengestellte Schau 6Übet seit ihrer Eröffnung den Anziehungspunkt für die nähere und weitere Amgebung unseres altertümlichen Städtchens und hatte am gesttigen Sonntag einen Zustrom von tausenden auswärttger Be- sucher zu verzeichnen. Da die Ausstellungs-- räume bei Ferienende wieder anderen Zwecken dienen müssen, kann die Ausstellung nicht über den 14. August hinaus verlängert werden, so daß der nächste Sonntag den letzten Ausstellungstag bildet. Man versäume also nicht, noch in dieser Woche die so sehenswerte Butzbacher Veranstaltung zu besuchen. Hessen-Nassau. Ruhr in Frankfurt. rnc. Frankfurt a. 'M., 7. Aug. Der Kreisarzt erläßt folgende Warnung Ruhrfälle sind in Frankfurt und der Umgebung zur Zeit lehr zahlreich. Rarnentlich in kinderreichen Stadtteilen ist die Krankheit a.ifg.treten. D.Lt- fehler und namentlich die große Schwüle in Verbindung mit den Rachwirkungen des Krieges tragen daran die Schuld. Bei dem heimtückischen Charakter der Krantheit sind auch scheinbar leichte Fälle lange nach ihrer Ausheilung noch von den schlimmsten Folgen begleitet, wie auch derartige Falle noch lange Jahre zu neuen S krankangen Anlaß geben. Es ist deshalb von größter Bedeu tung, auch bei leichten Fällen sorgfältige Des- insellion am Krankenbett vorzunchm.n, den Abort gründlich zu reinigen, für viel Papier auf demselben zu sorgen, wie auch die Sauberkeit der Hände von der größten Wichtigkeit ist. — Gleichzeitig mochten wir nicht verfehlen, bei dem Genuß von rohem und unreifem Obst größte Vorsicht anzuraten. * Amtliche Personalnachrichten. In den Ruhestand versetzt wurde am 3. August 1921 der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Schlitz, Geheimer Iustizrat Franz Wahl, mit Wirkung vom 1. Oktober 1921 unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste. Bornotizen. — Lageskalender für Dienstag: Stadttheater. 7 Uhr, „Potasch und Perlmutter". — Tertors Terrase a. d. Hardt, 4 Uhr, Sommer- fest des Gastwirtevereins. — Lichtspieltheater, wie gestern. — 116er-Tag. An dem ersten 116er-Tag am 21. August in Gießen nimmt auch L. I R. 116 teil Die Ausstellung im Festzug und Platzzu- teilung ist nach Formationen geregelt Siehe Anzeigenteil. vom hessischen Landsiedelungsamt angeordnet wor- I den, daß ein Teil des bisher in Pachtnützung von ' Heinen und mittleren Landwirten befindlichen fiskalischen Ackergclandes zu Siedlungezwecken auch an solche Landbewerber abgegeben werden soll, die bisher kein Acker- und Gartenland in Benutzung hatten, z. B. an Arbeiter, Beamte und Angestellte. Gegen diese Anordnung hat der hessische Bauernbund in einer am Donnerstag in Leeheim abgehaltenen Versammlung nicht mit Unrecht protestiert herbeizuführen und hofft, dadurch die selbständige Entscheidung in die Hände derjenigen Beamten gelegt zu sehen, die die Unterlagen dafür aus eigener Anschauung kennen, zugleich auch das VeranIwortlichkeitSgefühl und die Entschlußfreudigkeit dieser Beamten zu stärken und den Schriftverkehr zwischen den verschiedenen Instanzen zu vermindern. Die Eisen- bahnverwallung hat, wie sie mitteilt, In oie- sem Sinne bereits im Vorjahr eine Anzahl wichtiger Maßnahmen getroffen. Zunächst.wurde die Zuständigkeit der Verkehrsämter und größeren Güterabfertigungen zur selbständigen 6rlebigung von Schadenersatzansprüchen wegen Beschädigung und Verlusten von Frachtgütern erhöht. Früher war diesen örtlichen ©.eilen Entscheidungsbefugnis nur bei ganz geringwertigen Objekten überlassen. Heute sind die größeren Güterabfertigungen zur selbständigen Entscheidung von Erstattungsanträgen bis zu 300 Mk. und die Verkehrsämter von solchen bis zu 3000 Mk. befugt Dadurch sind etwa 40 Prozent der bisher bei den Eisenbahndirektionen behandelten Anträge auf die örtlichen Stellen übergegangen. Weiterhin hat die Verkehrsverwaltung die Zuständigkeit der Eisenbahndirektionen für die Feststellung von Kostenanschlägen zum Abschluß vvn Lieferungsverträgen und zur Zuschlag ?ert.ilung bei Entscheidungen erweitert. Die Estenbahndirektionen sind künftig berechtigt, Entwürfe und Kostenanschläge ohne Mitwirkung des Ministeriums endgültig festzustellen, wenn sie den Betrag von 500 000 Mk. (bisher 50 000 Mk.) im einzelnen nicht üb erfteigen, Lieferungs» und Arbeitsver- träge bis zu 500 000 Mi. (bisher 100 000 ML.) abzuschließen und bei Einzelentscheidungen bis zum Betrage von 3 Millionen (bisher 500 000) Mark den Zuschlag zu erteilen. Bel der Ausdehnung der Vollmachten der unteren Stellen, die hier vorgenommen wurde, dürfte allerdings auch die Erhöhung des Preisniveaus maßgebend gewesen sein, so daß die sachliche Arbeitsersparnis für die höheren Dienststellen vermutlich nicht so Ins Gewicht fallen wird, wie es bei gleichbleibenden Geldwerten der Fall wäre. Die Eisenbahnverwaltung hat sich über diese Maßnahmen hinaus auch mit der systematischen Reubildung ihres Verwaltungskörpers beschäftigt. Als erstes, allerdings bescheidenes Ergebnis dieser Arbeit, die an verschiedenen Punkten in Angriff genommen worden ist, ist ein Erlaß des Reichsverkehrsministeriums zu verzeichnen, der zunächst für das Gebiet der ehemals preußisch- hessischen Eisenbahnen die Stellen der Dienst- stellenvorsteher aller Art (Bahnhöfe, Güterabfertigungen, Bahnmeistereien, Detriebs- werkmeistereien usw.) erweitert. Der Erlaß überträgt eine Reihe bisher bei den Eisenbahnämtern liegender Derwaltungsbefugnifse an alle Dienststellen erster und zweiter Klasse, das heißt auf etwa 6000 Dienststellen, bei deren Leitern nach der bestehenden Personalorganisation eine gewisse Vorbildung und umfassende allgemeine Dienstkenntnis vorausgesetzt werden darf. Auf dem Gebiete des Personalwesens wird diesen Dienststellenleitern eine Reihe von Geschäften selbständig übertragen. Sie haben künftig gewisse praktische Prüfungen selbständig abzunehmen und erhallen eine Art eigenen Wirtschaftsetat, indem ihnen von dem vorgesetzten Eisenbahnamt bestimmte Mittel xur selbständigen Bewirtschaftung überwiesen werden. Der Dienststellenleiter hat im Rahmen dieser Mittel selbständig für die Unterhaltung aller zu seiner Dienststelle gehörigen Einrichtungen zu sorgen. Er darf Stoffe und Geräte bis zum Einzelbetrag von 500 Mk. selbst beschaffen, selbständig Lieferungen bis zum gleichen Betrag vergeben und mit den Magazinen der Verwaltung zwecks Anforderung von Dau- und Werkstoffen aller Art verkehren, ohne die Genehmigung des Cisenbahnamts einholen zu müssen. Auf anderen Gebieten wird Aus dem besetzten Gebiet. ZeituugSverbot. fpd. O b e r ft e l n, 7. August. Aus Anordnung der Rheinlandkommission wurde der sozialdemokratische „Rahetal-Bote" In Oberstein auf drei Tage verboten. DaS Verbot ist auf einen Artikel zurückzuführen, der Angriffe gegen die Haltung Frankreichs in der Frage der rheinischen Republik enthielt. Ausweisung von Kommunisten. Koblenz, 6. August. (Wolff.) Die in- teralliierte Rheinlandkommission wies neuerdings fünf Kommuni st en aus wegen Gefährdung der Sicherheit der Desatzungs- armee. ihm die Abnahme wiederkehrender Material- prüfungen sowie die Verfolgung von ■Unregef- mäßigfeiten übertragen. Diese Reuordnung der sachlichen Befug- nifle der Dienststellenleiter ist Hand in Hand mit einer Hebung ihrer Stellen im Rahmen der Besvldungsordnung ergangen. Eine große Zahl von ihnen ist zu Eisenbahninspektoren und Eisenbahnamtmännern befördert worden. Aus dem Reiche. Protest gegen Begnadigung von Aufruhrern. Der Landesverband Halle-Merseburg der Deutschen Volkspartei hat folgendes Telegramm an den Reichsjusttzminister gerichtet: »Die f i bliche Ei 'wohncrschafl Mitt ldeutsch- lands hat mit Erstaunen Kenntnis genommen von den in jüngster Zeit erfolgten Begnadigungen von Verurteilten der letztest Auf st ands- betoegung. Ihr fehlt jedes Verständnis tafür, daß selbst Führer, die zu langjährigen Zuchthausstrafen Berurteilt find, begnadigt und in Freiheit gesetzt worden find. Siete Tatsache muß in einem Gebiet, das bereits seit drei Jahren alljährlich von schweren Unruhen mit den schändlichsten D g eiteifMeinung« i ß?im- gesucht ist, geradezu vorbereitendfürneae Putsche wirken. Die nach allen Aufstandsbewegungen üb.ich gewordene Richtvvtt.r.ckung von Urteilen hat hier bereits in weiten Bevöl- kerungsschichten eine überaus leichtfertige Aufastung über die Rechtsprechung erweckt, die das Ansehen der Gerichte und die StacttSautorität auf das allerschwerste gefährden." Reformen in der Eisenbahnverwaltung. Reben der Prüfung, wie weit die Deu- vrdnung der Reichseisenbahnverwaltung im großen zweckmäßig und erforderlich ist, ist das Reichsverkehrsministerium, wie die „Frkft. Ztg." schreibt, seit längerer Zeit bemüht, den Verwaltungsorganismus dadurch wirtschaftlicher und beweglicher zu gestatten, daß Befugnisse, die bisher dem Ministerium Vorbehalten waren, aus die Cisenbahn- direktionen und Befugnisse dieser Behörde auf die Eisenbahnämter oder Dienststellen übertragen werden. Die VerkchrSverwaltung hätt diese Abwälzung von Befugnissen auf die Kuntt und Wissenschaft. Darmstadt, 7. Aug. Für die kommende Spielzeit des Hessischen LandestheaterS in Darm- ladt ist Die -Uraufführung folgender Werke in Aussicht genommen: Sophokles-Hölderlin: Oedi- pus, der Tyrann (Bearbeitung von Wilh. Michel). Shakespeare: TroiluS und Eresfida (in der Übersetzung von Friedrich Gundolf). Fritz v. Unruh; ©türme, Drama; Dietrich, 3. Test der Trilogie .Ein Geschlecht". Carl Sternheim: Tartüffe, Komödie nach Möllere. Kasimir Edschmid: Die Gisengesich- ter, Komödie. James Elroy Flecker: Hassan von Bagdad oder: Warum er die goldene Straße nach Samarkand zog (deutsch von H. W. Freißler und Herbert Alberti). Heinrich Anton: Blut — du bist Blut, Spiel in drei Tellen. Max Roofen: DaS letzte Rennen, Lustspiel. Das Abenteuer einer englischen Delegation in Nustland. London, 8. Aug. (Wolff.) »Daily Tele- fitaJpy* meldet, daß man in London wegen des Ausbleibens jeder Rachrlcht von der englischen Delegation, die sich nach Moskau begeben habe, sehr beunruhigt fei. — §ilm°Singspiel .Zigeuner- b I u t". Einen großen Erfolg hatte gestern das Lichtspielhaus mit dem sechsakligen Film-Singspiel „Zigeunerblut". Kapellmeister Lewin erreichte es, daß Bild und Ton in jedem Moment genau übereinstimmten. Frl. Else Lindner vom Charlottenburger Opernhaus zeigte sich als hervorragende Sopranistin, die über ein äußerst klangvolles Organ und eine glänzende Technik verfügt. Michalin Behrmann vom Opernhaus in Riga verfügt über einen prachtvoll gebildeten Tenor. Der Besuch der Aufführung ist warm zu empfehlen. Landkreis Gießen. )( Stockhausen, 8. Aug. Gestern feierten die Eheleute Landwirt Heinrich Konrad Rück und dessen Ehefrau Dorothea geb. Rausch das Fest der goldenen Hochzeit in guter Frische und Gesundheit. Die beiden Eheleute zählen 151 Jahre, er 80 und feine Ehefrau 71. Heinrich Konrad Rück war lange Jahre Weber In Grünberg und Fulda, auch belleidete er lange Jahre das Amt als Polizeidiener und Feldschütz in der Gemeinde. Die beiden Eheleute sind noch sehr rüstig und verrichten noch Feldarbeit. Die Gemeinde Stockhausen hat daS Jubelpaar mit einer Ansprache, Gesang und Fackelzug beglückwünscht. Kreis Lauterbach. z. E r a i n f e I b, 7. Aug. Gestern nachmittag wurde das Kriegerdenkmal für unsere 16 im Weltkriege gefallenen an Verwundungen und Krankheit im Felde verstorbenen Krieger cinge- weiht. Ein Granitstein, der die Ramen enthalt, ist auf einer Anhöhe, mit einer Umräumung umgeben, am östlichen Teil unseres Ortes errichtet worden. Gingeleitet wurde die Feier durch einen Choral eines hiesigen Musikvereins sowie durch Gesang des irchenchorS. Pfarrer Frank hielt hierauf die Gedächtnisrede. Es fanden noch Vorträge von Schülern. Ansprachen von Lehrer Stern Beigeordneten Rehberger und Bürgermeister Ganß statt. Der Präsident des Krieger Vereins legte einen Kranz nieder. x ■ ... v , fd. Aus dem R ied. 8. Aug. In den Ried- Mittel, eine Dezenttaltfatton der Verwaltung Gemarkungen Dornheim. Leehcim und Erfeld ist Landwirtschaft. Zur Linderung der Streu- und Futternot. Am dem durch die Trockenheit hervorgerufenen Mangel an Streu- und Futtermitteln zu steuern, haben eingehende Verhandlungen zwischen Landwirtfchaftökammer für Hessen in Darmstadt und Ministerium statt- gefunden. btifj bei ihrer Durchführung tn gemilberter oder Berlin, 7.2lug. lieber den Zwischen •ten> fall im O-Zug Berlin—Norddeich, der zur Ueberreidiung einer französischen Bote mit 20,33 die Kurs Kurs Kurs 255, 335. Ar. 83,3) 6,65 6, 9.8. Schweizer Franken 100 Fr. 100 Ar 100 L 100 100 Fl. = ML. = 400 412, 164,50 157*50 338, 339, 8. R. 77,50 304 50 261,- 5.8. 77,50 6.05 16,87 1,22 8.8. 7,35 3,95 8,10 100 100 100 100 100 1 100 (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Der „beleidigte" Herr» Langevin. 331, 294 935, r Kr. 5,25 15,75 1,23 124,90 349,35 292,80 81,21 629,65 165, 179, 159, 69 80 346,- Ar. = Fr. = £ = ß. - 414,- 424,- 649,- 350,- 303,60 1015,- 123,35 352, 0 295,20 8',53 637.35 20,22 20,28 20,27 353,40 295,80 81,71 698,65 Ar 117.88 Sh 97,8) Fr 125,4) I 23,8) verschärfter Form eine neue Periode der Preis» und dem Ersuchen um Genugtuung für den beleidigten Kapitän Langevin geführt hat, bringt heute der „Berliner Lokal-Anzeiger" eine eingehende DarstellunaeineS der Haupt- beteiligten, des Majors Wtltz. Schweiß. Major Schweif) erklärt: Ich bin der Pasia- Satum: 3ürtd) . . . . Amsterdam . Kopenhagen. Prag Stockholm . . Wien London . . • Paris . . . NeuyorK. . . 181.25 7.375 0.625 7.525 46.95 21.78 26.30 45.- 1.50 588.- 3 50 7.625 Markte. Frankfurter Prodvltenmarkt. Frankfurt a. M., 8. Aug. Die Klagen, aus landwirtschaftlichen Kreisen über den un» Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Dries 5.8. 77,50 79,40 76,80 71,- 170,- 3C3,— 262.50 214,- 159,50 164,75 176,84 158,- 529,- 400,- 411,- 617,- 335,- 293,- 935,- 405,- 337,- 336,50 2,3,- 617,- 255,- 611,- 276,- 70.- 338,- fteiflcrungen, eine allgemeine Verteuerung damit natürlich auch eine Vermehrung des No Umlaufes und infolge hiervon eine neue Markentwertung ein treten werden, also alles Erscheinungen, auf denen bereits jetzt zu einem toelent« 333, 335, 6.7. 7,40 4,- 8,15 124,60 348,65 292,20 81/3 628,35 181.50 7.37 0.62 7.50 46.65 21.61 25.85 44.90 1.50 601.- 3.50 7.60 Kurs 8. 8. 77,50 76,50 77,25 70,75 170,- 303,- 262,50 214,75 190,- 161,75 176,75 157,36 535, — 416,- 420,- 650,- 349,- 360,- 1010,- 4 8,- 339,75 342,- 286,- 6.5,- 260,- 615,- Wechsel auf fioGanb ....... Deutschland• ••••. Wien........ Prag Pari» ....... London Italien ....... Brüssel Budapest ..... NeuyorK . . Agram...... Bukarest...... Züricher Devisenmarkt. 8. 8. 1.7.11. Fr. 125,4) Fl. 59,?) Ar. 88,8) Ar. 117,10 Datum. 21m|ierbafic. die Polin zu fein schien. Später entspann sich eine weitere heftige Debatte zwischen dem Franzosen und einem Herrn des anderen Neben» abteils, der mit einem Kartenwechsei dieser Herren endete. Die Auseinandersetzung zog sich bis kurz vor Spandau hin. Dort zog der Franzose ein Zigarettenetui hervor ugd ft e cf t c s t ch t m Gange des Schlafwagens eine Ziga- rette an. Die Erregung der Mitreisenden halt» schon den Siedepunkt erreicht. Auf meine Aufforderung bin trat der Schlafwagenschaffner zu dem Franzosen und erklärte ihm, auf dem Gange scj daS Nauchen verboten: er solle entweder in lein Abteil zurücktreten und die Türe schließen oder die Zigarette ausgehen lassen. Der Franzose trat darauf rückwärts in sein^Abteil, bli?b ; aber in der Türe stehen und fließ Die Türe, die der Schaffner mehrmals schloß, immer wieder auf. Nunmehr forderte ich den Franzosen auf, die Türe zu schließen oder die Zigarette zu löschen. Der Franzose reagierte nicht darauf. Ichwt c t> erholt e meine Aufforderung noch mehrmals. Seine heftigen Erwiderungen in französischer Sprache habe ich nicht verstanden. Schließlich blieb nur nichts weiter übrig, als im Einvernehmen mit den anderen Mitreisenden zur Selbsthilfe zu schreiten. Ich holte mit der rechten Hand auS und schlug dem Franzosen mit einem kräftigen Hieb die brennende Zigarette aus der Hand. Der Mitreisenden hatte sich eine immer mehr steigend» Erregung bemächtigt Man rief, der Franzos« müsse unbedingt hinaus. Herr Langevin zog daraus die Notbremse. Nach Feststellung des Tatbestandes wandte sich der Zugführer an den Fahrdienstleiter des Vahnhoses Spandau, der zur Schutz Polizei schickte. Der Schutzpolizist, bei dann die Entfernung des Franzosen aus dem Schlafwagen vormthm, hat mit vorbildlicher Ruh, und Korrektheit gehandelt. Er forderte ihn mehrfach auf, ihm freiwillig zu folgen, und legte ihm schließlich die Hand auf die Schulter. Durch Ver» mittlung eines deutschen Verbindungsoffiziers wurde erreicht, bah der Franzose der Aufforderung Folge leistete und der Zug weitersahren tonnte. Die erste Auseinandersetzung des Schaffners mit Kapitän Langevin drehte fich, wie Maior Schweiß später von dem SchlafwagensHaffner Hörle, um das Verbleiben der schon erwähnten Seme in dem Schtafkupee deS Franzosen. Langevin hatte das Bett Dr. 7 bestellt gehabt, erklärte aber, er nehme Bett Nr. 8, welches anderweitig bestellt gewesen sei. Bet der Unterhaltung darüber habe der Franzose den Schaff ner vor d i e Brust gestoben Wie sich dann herauSgeslellt Hai, ist der Inhaber des Bettel Nr. 8, also der Schlafwagengenosle von Langevin, überhaupt nicht erschienen. Der deutsche Herr und die Dame, die ursprünglich tn dem Aotri' des Franzosen sich aufgehallen hatten, haben nach dem Wiederanfahren des ZugeS den Schlafwagen verlassen. Deutsche Techniker in Spanien. Madrid, 7. August. (WTB.) Ente deutsche technische Kommission befährt die Südwestgestade Spaniens auf der Suche nach geeignetem Gelände für die Aufstellung von Luftschif sh allen für Zeppeline, die eine bedeuienoe Gesellschaft für die Beförderung von Passagieren -wischen Spanien und Buenos Aires benutzen will. Die Aeberfahrt würde weniger als vier Tage dauern. Sa8 britisch« Königtum. London. 7. Aug. (WTB.) Neuler. Die Premierminister des britischen Neiches 1 richteten an den König eine Adresse, die ihre loyale Ergebenheit dem Throne gegenüber 1 zum Ausdruck bringt und erklärt, sie seien sich ! im Verlaufe ihrer Beratungen stets dessen voll bewußt gewesen, dah das wichtigste Bindeglied, das ihre soweit voneinander entlegenen Völker , zusammenschltehe, die Krone sei. .Unser Vorsatz ist" so heiht es wörtlich Wetter, „daß keine Ver- 1 änfcerung tn unserem völkischen Bestände ober in > der Negierungsform die uns allen gemeinsame . Treue dem Reiche und feinem Souverän schwächen 1 foH.“ Vränd*. Berlin,» Dio. Auf dem Siedlungsgelände kVrdwestlich von Müncheberg brannte ehre dem tO6ft» und HeimstättenDercin Freiland in Neukölln S*' ige Dampsfägereimtt Hvlzvvrräte völlig nieder. Dec Schaben wird auf rund eine Million Mark geschätzt. Berlin, 9. August. Wie der „Berl. Lokal-Anzeiger" aus Königsberg t. Pr. meldet, entstand in dem unweit der Grenze im Kreise Ottelsburg gelegenen Dorf Fürstenwalde Grohseuer, das 10 Wohnhäuser eiaäschette. 15 Familien sind obdachlos. sd Edenkoben, 8. Aug. Bet dem Ausbrennen eines Wespennestes in den Stillungen des Landwirts Weiskovf schlug die Flamme durch eine Wandöffnung und setzte im Nu «n 2lachbargebäude in Brand Innerhalb toe- nlaer Minuten stand eine Anzahl Gebäude in Flammen die vollständig niedeibrannten, da die Feuerwehren wegen Wassermangels nicht mit dem nötigen Nachdruck arbeiten konnten. Sogar die Dunggruben der Strotze muhten ihren In- balt zu Löset zwecken heraeben. Insgesamt brannten 3 Wvhnl>äuser, 4 Scheunen und 2 Werkstätten nieder. -- ltchen Teile die anhallenden Kurssteigerungen an der Börse beruht haben. AuS dieser Aussaifung heraus und wegen der unaufhörlichen Kauflust des Publikums setzte sich heule die Aufwärts» betoegung der Kurse, besonders in Industrie- und Montanwerten, in verstärktem Mähe fort, wobei von den letzteren oberschlesische Werte ebenfalls mit kräftigen Erholungen genannt wurden. Im Durchschnitt hob sich der Kursstand um 10 bis 20 Prozent, für Harpener und Akkumulatoren um 30 Prozent, sowie für Phönix und Nheinische Braunkohlen um rund 15 Prozent, wobei erstere den Rekordpreis von 1000 erreichten Das Geschäft war namentlich anfangs im Groß» verkehr bedeutend, wurde aber später auf Schwankungen ruhiger und das Interesse wandte sich vornehmlich den genannten Papieren zu. Franks url a. M., 8. Aug. Bors eilst i m m u n g s b i l d. Am Devisenmarkt wurde die Tendenz im Lause deS Nachmittags unsicher, auch Noten unterlagen Schwankungen. Die Folge davon war, dah sich die Tendenz an Der Admdbör'e bei ruhigerem Geschäft unregelmäßig gestaltete. 3n Phönix Bergbau erhielt sich weitere Kauflust und der Nekordkurs von 1000 erhöhte sich auf 1015. Oberbebarf fanden wettere Beachtung, 350. Besondere Beachtung fanden Mans elder Kuxe, welche in großen Posten zwischen 6025 biS 6415 umgingen. Lahmeyer, welche im Arg bot lagen, gaben 5 Prozent nach. Siemens u. Hallte, AEG lagen fest Nordd. Lloyd schwächten s.ch auf 1 9 ab Metall Bing, 375, fester. Entingerwerte stärker gefragt, besgleichen Zellstoff Aschafse.b rg. In regerer Nachfrage stanben ferner Feinmechanll Ratter, Siegener Eisen. Maschs. Karlsruhe, 76?, stiegen 14 Prozent. Brauerei ©inner 260, Filz- fad rll Fulda 579. Sehr begehrt waren Zucker- fabrif Offstein, 530. Der Schluß gestaltete sich fest. Frankfurt a. M., 9 Augnst. Börsenkurse. Franlfurt Bersin 2Ebenb- Abend- Schluß- Schluß- günstigen Einfluß der trockenen Witterung gekommen sind, haben viele Hoffnungen auf eine gute Ernte zerstört. Es läßt sich anberfeitd aber noch immer erwarten, baß die jetzt häufiger aus- tretenben Negenfälle bald eine Aeaberung herbeiführen. Dies mag wohl auch ber Grunb dafür gewesen sein, daß sich die Preise in Futter Mitteln mir wenig veränberten. Die rege Nachfrage blieb bei fester Tendenz aber bestehen. Sehr । begehrt waren Hülfenfrüchte neuer Ernte. Sämereien waren zur Nachsaat verlangt. Weizen unb Roggen erzielten höhere Preise. Besonders, trockenes Heu war begehrt. Auch Stroh sanb gute Aufnahme. Frankfurter Obst- und Gernüfemarkt. Frankfurt a. M., 8. Aug. Der heutige Marit zeigte dasselbe Bild wie immer: Gute Zufuhren an Obst und schwache an Gemüse. An Obst waren in erster Linie die Bühler Frühzwetschen vertreten. Die Preise erfuhren eine kleine Senkung. Als Kuriosum mag erwähnt sein, dah Bühler Händler, welche dort die Zwetschen für 3,30 Mk. nach Frankfurt verlauft hatten, heute hier dieselbe Ware für 2,60 Mk. aufkauften und nach Köln, Bochum und Hamburg verluden. Ebenso wurden die Birnen, besonders gute Tafelsorten zu hohen Preisen nach genannten Plätzen verladen. Das Platzgeschäft war heute in Obst sehr flau, mit Ausnahme von Falläpfeln, welche zu Kelterzwecken zu anziehenden Preisen flott gekauft wurden. Am Gemüsemarkt waren heute seit langer Zeit wieder einmal holländische Gurken angerollt Die Preise stellten sich auf 6,00 Mk. das Stück und war keine rechte Kauflust dafür vorhanden. Dasselbe gilt für holländischen Blumenkohl, Preise hoch, feine Kauflust: Rotkraut wurde bedeutend höher notiert. Nachfrage lebhaft. Ein größerer Posten holländischer Stangenbohnen war eingetroffen und wurde trotz dem hohen Preise von 5,00 Mk. für das Pfund sehr schnell geräumt Weißkraut war reichlich angefahren und wurde zu anziehenden Preisen lebhaft gekauft. An gelben Rüben waren wieder nur geringe Zufuhren eingetroffen. Preise anziehend. Frisches Gemüse war von den Gärtnern in kleinen Mengen angefahren und wurde zu ständig steigenden Preisen schnell geräumt. Einlegegurken waren reichlich angefahren, doch war die Qualität infolge der Trockenheit keine gute. Preise fest. Frankfurter Schlachtviehmarkt Frankfurt a. M., 8. Aug. Bei einem Rekord-Auftrieb an Großvieh hält für geringere Qualitäten die sinkende Preistendenz an. 3n den übrigen Biehgattungen lagen Waren und Preis ohne wesentliche Veränderung. Bei regem Handel wird der Markt ausverkauft Aufgetrieben waren: 1976 Stück Großvieh, darunter 31 aus der Tfchecho-Slo- wakei. 251 Ochsen, 81 Bullen, 1644 Ferkel und Kühe 562 Kälber, 64 Hammeln und 950 Schweine. Für Ochsen 400,05—700,CO Mk.; für Bullen 350,00—550,00 Mk.; für Ferkel und Kühe 180,00—675 Mk.; für Kälber 400,00 bis 750,00 Mk^ für Hammeln 300,00—500,09 Mk.; 625,00 Mk. für beste Kühe; für Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht 1075,00—1300,00 Mark; von 80—120 Kilogramm 1300,00 bis 1425 00 Mk. und über 120 Kilogramm 1300,00 bis 1400,00 Mk.; Säuen und Eber 1275,00 bis 1300,00 Mk. Saturn: 6 e-e Disch. ÄriegsanL 4e/e Disch. Reichsanl. 37, Disch. Neichsanl. 4 70 Preutz Aonsols Darms'.ä.'ier Dank . Deutsche Dank . . . Disconto-Gefellschaft Dresdner Dank. . . Nationalbank f. D. . Mitleid. Ereditbank. H..Amerik Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Doch Gußstahlwerk . D.-Luxemb. Dergw.. Gelsenkirch. Dergw. . Harpener Dergbau . Oberschles. Eilend.»D. Oberschles. Eisenind. . Phönix-Dergb »Akt . Bad. Anilin» u. Soda töchster Farbwerke. lektt.A.E.G Schuckerl»Werke. . . Felten.Guilleaume . Daimler . . Dud.» Gisenw.» Akt . Adlerwerke. . . . , 47„ Hess.Staalsanl. , Elektron Griesheim. 1341,15 1343,05 1367,101369,90 193°,45 1033,55 1051,40 1053,60 8^58 8*62 8J3 8,77 101,95 102,' 5 101,95 102,25 Vermischtes. Sin Raubmord im Harz. * In Braunlage (Harz) ist der mit seiner Gattin zur Kur weilende Prokurist Brand aus Berlin ermor bet unb beraubt worben. Die Leiche würbe mit drei Sckußwunben im 'Salbe aufgefunben. Als mutmaßlicher Mörber wurde ber 20jährige Walter Kurt aus Lehe verhaftet bei dem die Brieftasche unb anher? bem Grrnorbeten gehörige Sachen gefunben würben. DaS Dampferunglück vor Kalifornien. San Francisco, 8 Aug. (WTB) Der Dampfer .Alaska", ber bei Gureka (Kalifornien) gesunken ist, war von Portland (Ore- | gon) nach San Francisco unterwegs unb mit Fahrgästen besetzt, deren Zahl vermutlich seine Ladefähigkeit von 200 Personen überstieg. Er ist -geaen eine Klippe 40 Meilen südlich von Gureka gestoßen und sank innerhalb einer Viertelstunde. In dieser Gegend ist die Küste sehr klippenreich unb bietet keine Gelegenheit für die Qanbung kleiner Boote. Mehrere Dampfer mit Aerzten unb Krankenpflegern sink) sofort an den Ort beS Un- glücks abgefahren. Gureka, 8. Aua. (WB.) Bei bem Schiffbruch beS Dampfers ,A laska" fanben 3 6 Rei- fen"beundl2Mannber Besatzung ben Tob. 166 lleberlebenbe würben hier an Lanb gebracht, bavon 30 mehr ober weniger schwer verletzt. Bischer würben 12 Leichen g.borgen. Das llnalück Uwrbe durch plötzlich cintretenben Bebel verursacht. Beim Ausfahren aus Das Rifs erlitt baS Schiss sehr schwere Beschädigungen unb lauf inne, halb 30 Minuten. Bier Rettungsboote ber „Alaska" konnten zu Wasser gelassen werben, ■aber eines bavon stürzte um, so baß feine Insassen inS Meer fielen. Mehrere Reisenbe, bie mit Nettungsgürtel versehen waren, würben mehrere Stunben später aufgefifcht. Sie f).eilen sich nur mit Mühe über Wasser, inbem sie sich an bie Trümmer des Wracks Hämmerten. Der Kapitän ber .Alaska" wurde zum letzten Male auf ber Brücke gesehen, alS das Schiff in ben Wogen derschwanb. --------- Aus dem Amtsverründigungsblatt. •* DaS AmtSverkünbigungsblatt Ar. 114 vorn 8. August enthüll: Neifeveraünstigun- gen für Erwerbslose. — Bezug von Nährmitteln. — Straßensperre. — Viehseuchen. — Feldbereini- gung der Gemeinde Heuchelheim. Für die Landgemeinden des Kreises sollen auSgegebcn werden: für brotgetteideversorgungs- bered)tigtc Kinder bis zu 12 Jahren aus die Marke 74 ber Nährmittelkarte B (rote Karte) 125 Gramm Grieß, bas Pfunb 1,90 OKE.; für die übrige brot- gttreibeversorgungSberechtigte Bevölkerung auf die Marke 84 der Nährmittclkarte C (blaue Karte) 125 Gramm Grieß, das Pfunb 1,90 Mk. Der Bezug bes Grieß kann in ber Zett vom 10. bis 20. August btreft gegen Abgabe ber Marke 74 der Nayr- mlttellarte B (rote Karte) unb 84 der Nährmittel- karte C (blaue Karte) bei einem Kleinhändler deS Wohnottes erfolgen. Dabei ist die Nährrnittel- fatte mit vorzulegen. Ginzeine abgetrennte Marken sind wertlos. Mit dem 20. August ds. Zs. verlieren die Marken 74 unb 84 ihre Gültigkeit. Straßensperre. Die Kreisstraße „@6er- Habt—Oberhörgery" (Kreisgrenze) wird vom 8. bs. Mts. ab wegen Vornahme von Wallarbeiten gesperrt. Der Durchgang.verkehr ist über Münzenberg. Nockenberg, ©ricbel zu leiten. Der Nauschbrand bei einem Rind beS Heinrich Stark IV. zu Saasen ist erloschen. Die Sperrmaßregeln werben ausgehoben Handel. Berlin, 8. Aug. B ö r sen st im m u n gS- bild. Von ben neuen Steuervvrlagen ber Regierung wird an ber Börse allgemein angenommen, Beklinntnmen tDteber ' Ätschen * die EnA ^ unnötig Qß, fadefoten. $Cr Z7- «n/to und ^fon Möer » '.doinit SäuS «xHr s--d> I ?°den Äi I S der LA ders ff ' >ien te X i 3e[sm' baßen. > “ft I > Stage kiben ! ^su^dunkr c | Empfehlungen} Achtung! 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August 1899 in der Fassung der Bekanntmachung vom 24. März 1910, des Abänderungs- gesehes vom 17. Juli 1912, soweit deren Bestimmungen nicht durch reichs- oder landesgesehliche Vorschriften außer Kraft getreten sind, sowie der Artikel 2, 3 und 4 gegenwärtigen Gesetzes im Einzelfäll berechnen, werden Zuschläge erhoben. 2. Diese betragen: insoweit sich die Höhe der Stempel nach dem Wert des Gegenstandes oder der Anlagekosten richtet: 100 v. H., im übrigen mit Ausnahme der nachstehend unter c und d genannten Tarifstellen: 300 v. H.: füi die Tarifstelle 35 V 5 und 6: Tanzbelustigungen: Pahkarten ........- - D. Personalausweise. Gelbe Personalausweise, lediglich für den Die Rote-Kreuz-Hilfe für Rußland. Berlin. 9. Aug. (WTB.) Der PrSsiLenk des internationalen Komitee- vom Boten Kreuz, Ador, lud das deutsche Rote Kreuz ein, an der Konferenz in Genf am 15. August teilzunehmen. Auf der Konferenz soll die Frage der internationalen Rotekreuzhilfe für Rußland beraten werden. Der Präsident des deutschen Roten Kreuzes, Landesbirektor von Winterfeld t, antwortete Ador. dah das deutsche Rote Kreuz der Einladung entsprechen werde und drückte dabei aus, baß das deutsche Rote Kreuz auf dem Standpunkte stehe, dgh angesichts der. Gröhe des russischen Problems nur auf breitester wollte. Der diplomatische Berichterstatter des „Daily C h r o n i c l e“ meldet aus Paris, man nähere sich einer Lösung des oberschlesischen Problems. In gut unterrichteten Kreisen glaube man, dah der Oberste Rat bald eine Regelung der ober- schlesischen Frage erzielen werde. Die Sachverständigen hätten sich bereit« an die Festsetzung einer neuen Grenzlinie gemacht, die von Rorden nach Süden anstatt von Osten nach Westen verlaufe. England müsse den Polen im Industrte- dreieck Boden überlassen und Frankreich müsse dagegen einen Teil des noch unentwickelten Gebietes von Pleh und Rybntk Deutschland zugestehen. Ein Punkt, der Eindruck gemacht habe, sei der däh in 15 Jahren das Industnedreieck wahrscheinlich von viel geringerem wirtschaftlichem Werte fein werde während der nicht ausgebeutete östliche Bezirk entsprechend im Werte steigen werde. Der Berichterstatter des „Daily Cchronicle" erklärt, wenn die politischen Grundsätze angenommen würden, hatten die Sachverständigen freie Bahn. Es sei jetzt wahrscheinlich, dah die Franzosen den Geist der von Lloyd George in seiner gestrigen Rede niedergelegten Grundsätze annehmen würden. Wenn dies der Fall wäre, so sei damit die wirkliche Arbeit der Konferenz erledigt, und die Entente sei gerettet 2lmtsDcrfünöigungsblatt für 6ie provinzialdirellion Dberhefien und für bas Kreisamt Lietzen n*4) Mert SR»*tag, 'Dwntixf, Donnerstag und Freitag. 9ha durch bie Pop beziehen gegen Mk. XSO vierteljährlich. zwncyen Beuthen—Gleiwitz—Kattowitz At . Polen und Deutschland vorzuschlagen, das die englische Regierung bisher Deutschland zuteilen Annahme »an Anzeige» für die Tagesnummer bia zum Rachm ttag vorher ohne jede Verdindlichkeit preis für 1 mm höbe für Anzeigen v 34 mm Breite örtlich 40 Pf, auswärt» 50 Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite !80Pf Bei Platz- Vorschrift 20' .Aufschlag. Hauptfchriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Boetz, für den übrigen Teil: Dr Remhold Ienz; für den Anzeigenteil . Hans Beck, sämtlich in Bietzen. englische Pressestimmen. ion, 10. Aug. (WTD ) Lloyd Geest r i g e Rede auf der Pariser Äon* )et das Hauptthema der Presse. Der blätter ist bezüglich der Aussichten auf lung der oberschlesischen Frage zuver- ly Telegraph" Aufolge bestehe ad zu der Annahme, dah die internatio- tnung wegen Oberschlesien beträchtlich n hat und dah mehr Aussicht auf eine stehe. Das Blatt erklärt, dah daS ober» Industriebreieck zu Deut Ich land g H5rc; rften Rat erneut mit größtem Rachdruck >ben worden. Das Blatt weist jedoch öglichkeit hin, dah ein Kompromiß >rundlage dcr Preisgabe des Grund- UnteiCbarteit des oberschlesischen In- rcks gefunden werden könne. Offiziell i Blatt zufolge keine Anzeichen dafür ei jedoch, wie verlautet Tatsache, dah il auf englischer wie auf französischer Reigung vorhanden ist, eine Grenz» das umstrittene Gebiet durchschneidet ing zu ziehen. Wenn dies auch nicht !ösung sei, so sei sie doch die am besten ly Mail" berichtet, der durch die französischen und italienischen Ober- verstärkte Sachverständigen-Ausschuh )ie angewiesen worden, eine Teilung drittelten Industriedreiecks I ucwid uw eiyuucii, um oie potnifcyen 2lufständischen zu bekämpfen. Es sei nicht zu befürchten, dah die Deutschen die Waffen wieder ergreifen würden, wenn keine polnischen Angriffe erfolgten. Er schloh, indem er i sagte, die Entsendung von Truppenverstärkungen I sei unnötig, aber ein rascher Entschluß und die Aufrechterhaltung der Einheit der alliierienAktion sei geboten. Der italienische General Martinis erkannte an, dah die Truppen, über welche die Obeifommiffion verfüge, ungenügend seien. Er sprach sich für einen raschen Entschluh aus und die sofortige Zuteilung der Gebiete an Deutschland und Polen, damit die alliierten Truppen sofort nachher zurückgezogen werden könnten. Hierauf ergriff Lloyd George bas Wort zu längeren Ausführungen über die englische These. Lloyd George bezeichnete nach Havas das oberschlesische Problem als eines 6er verwickeltsten. das je den Obersten Rat beschäftigt habe. Die Verantwortlichkeit der Alliierten wäre ungeheuer, wenn nach der erfolgten „ Entscheidung ein Konflikt entstehen würde. Lloyd George ertlärte, die Regelung der schlesisch-polnischen Grenze gehe besonders die drei Mächte an, die die Aufgabe übernommen Haden, die Volksabstimmung gemäß den Bestimmungen des Friedensvertrages durchzuführen, also Frankreich, Italien und Grohbrilan- nien. Die beiden letzten Mächte hatten in dieser Frage eine ziemlich gleiche Ansicht, der französische Standpunkt aber sei verschieden. Man müsse versuchen, die in Frage kommenden Thesen auszugleichen, denn der Weltfriede hänge von der । Entscheidung, die getroffen werde, ab. Die Regelung der Frage könne nicht auf Kosten der Mehrheit der 'Bevölkerung Oberschlesiens geschehen, i Zur näheren Kennzeichnung dieser Mehrheit ent- ' wickelte Lloyd Geoyze die Geschichte Ober» schlesiens, das zum Teil deutsch und zum Teil österreichisch gewesen sei, deshalb habe man auch auf der Friedenskonferenz nicht zugestanden, Lab seine Bevölkerung ein homogenes Ganze darpelle. Diese Ansicht sei 4>urch das Ergebnis der Volksabstimmung bestätigt worden. Man dürfe nicht aus Oberschlesien ein neues Elsaß- s zum 1. Mai feftzustellen. Dieser Aus« auch die Desatzungskosten für jede« ein«- d prüfen. Während ein englischer Soldat art pro Tag kostet, bette g n die Unterbal» •n für einen französischen Soldaten nur rk. Minister Loucheur schlug zur Der- ung der Ausgaben einen Betrag vov art für jeden Mann vor. BIS jetzt hat che Delegation diesem Antrag noch nicht t Der gleiche Ausschuß müsse auch >b die Lieferungen Deutsch- ie Kosten decken und wenn nicht, wie das deckt werden soll. Ein weiteres Komitee «sahungskosten nach dem l.Mai prüfen, lsschuh wird morgen zusammentreten französische Stimmen. i s, 10. Aug. (WTD.) Heber den Tag und die über die Teilung des In- ietes Angenommene Resolution schrei» Rorgenblätter, indem sie fast durchweg r an der Möglichkeit einer Einigung Pertina? sagt im „Echo de Paris , ge Tag habe schlecht begonnen, was bedeute, daß er schlecht geendet habe, borge habe in seiner Rede die extra- historischen Theorien wieder Dorge- e seine berühmte Rede vom 13. Mai •net hätte. Obzwar Pertinar die Ant» Briands schwach findet, erflärt er, die lohd Georges Vorschlag für die Arbeit erftänbigen enthaltenen Richtlinien seien nd nicht restlos angenommen worden, ieronö habe den französischen Standecht erhalten, aber wo« nütze das alles, utschen zum größten Teil Befriedigung »ürden. Die Forderungen deS Generals ien also ins Leere gegangen. In der beit der Verstärkungen habe man vor in Berlin gevroht und in London eine .. Versailles spreche sogar klar aus, ote Besiegten auch noch die Verantwortlichkeit des Krieges trügen. Frankreich wünsche ebenso wie seine Verbündeten, den Besiegten ein gerechtes Schicksal zu bereiten, aber nicht etwa ein privilegiertes Schicksal. Die Alliierten hätten beschlossen, ememDolle zumWiederaufstehen ;u verhelfen. Das sei das polnische Volk. Indem sie diesen Beschluß gefaßt hätten, hätten sie sich auch verpflichtet, ihm die Lebensmöglichkeit sicherzustellen. Die Grenzfrage sei sofort den Mitgliedern der Friedenskonferenz gestellt worden und das Problem in ethnographischer Hinsicht besonders studiert worden. Einstimmig hätten die Mitglieder der Friedenskonferenz Oberschlesien Polen in den Friedensbedingungen zugesprochen. Dadurch habe man Hoffnungen erweckt. Driand sagte, man könne deutsche Werke anführen, so u. a. Drockhaws Konversationslexikon, daß Oberschlesien niemals für vollkommen deutsch erklärt worden sei. Der französische Ministerpräsident spricht alsdann o^ebni« der Volksabstimmung durch und sagt die Sttmme eines Arbeite, s habe den gle - chen Wen icie oie Summe eines Dauern, aber es gäbe eine moralische Erwägung, die im Zweifelsfalle für die Interpretation der Volksabstimmung herangezogen werden müsse. Man habe die Aus- getoanberten abstimmen lassen, und ehre Stimmen konnten doch nicht den gleichen Wert wie die der Einwohner, die im Lande g blieben seien, haben. Diese seien auch viel interessierter an dem endgültigen Schicksal ihrer Heimat. Von den 200 000 Ausgewanderten, die an der Abstimmung teilgenommen hätten, hätten 180 000 für Deutsch- bind gestimmt. Im ganzen genommen habe das Ergebnis der Volksabstimmung gezeigt, daß der deutsche Bewohner int Osten, der polnische im Westen wohne. Geographisch genommen sei also die Lösung leicht und wirtschaftliche Fragen kämen nur im polnischen Telle in Betracht. Es gebe dort bedeutende deutsche Industriezentren. Indem man einige von diesen Industriezentren gruppiert habe, habe man das Industriedreieck erzielt, aber um zu beweisen, wie künstlich diese Schöpfung sei, werde daran erinnert, daß 1870 in Kattowitz nur ein Gasthaus sich befunden habe. Im Indu- ftriebeden hätten die Polen 30 000 StimmenWehr- hell erzielt. Die ethnographischen Erwägungen der. kleinafiatifchen Frage. Tarife, 10. August. (WTD.) Der Schluß der gestrigen Rachmittagssitzung oeS Obersten Rates wurde mit der Prüfung der klein- asiatischen Frage auSgefullt. Es äußerten sich hierzu Marschall F o ch und der englische Oberst Heywood, der kürzlich an der griechischen Front gewesen ist. Die beiden rnlli- tärischen Sachverständigen erklärten, über daS endgültige Ergebnis des türkisch-griechischen Feldzuges könne man vielleicht erst nach Monaten urteilen, da die endgültige Entscheidung so lange hinausgeschoben werden könne. Die Absicht der Alliierten sei es, in diesem Konflikt neutralzu bleiben. Eine andere Handlungsweise sei nicht möglich, da beide kriegführende Parteien bis zur Stunde eine Vermittlung noch nicht angeregt hätten. Die Konferenz der Finanzminister. P a r i s, 9. August. (Wolff.) In der heutigen Konferenz der alliierten Finanzminister sind die einzelnen Staaten wie folgt vertreten: Frankreich durch D o u m e r, Italien durch den Schatzminister Soleri, England durch Sir Robert Hör ne, und Belgien durch Finanzminister T h e u n i S. Die interalliierte Finanzkonferenz und die Besatzungskoften. Paris, 9. 2tug. (WTB) lieber den Der- lauf der Rachmittagssitzung der in ter a [[Herten Finanzkonferenz wird gemeldet, datz man sich vor allen Dingen mit der üst^ge der Kosten der Besahungsarmeen beschädigte. Es wurde beschlossen, ein Komitee einzusetzen, bestehend aus den Finanzministern der alliierten Länder, um den Betrag der Kosten für die De» Verkehr mit den besetzten rheinischen Gebieten ......3 Mk. Im besetzten Gebiet erfolgt die Ausstellung der Personalausweise..... gebührenfrei. Sofern die Einkommens- und Dermögensverhältnisse des Gesuchstellers eine billige Berücksichtigung erfordern, kann die Gebühr bis zu 1 der vorstehenden Beträge herabgesetzt werden: dies insbesondere, wenn die Reise im nationalen oder öffentlichen Interesse gelegen ist, oder aus dringenden dienst- ließen, beruflichen, wirtschaftlichen oder gesundheitlichen Grün- den erfolgt oder wissenschaftlichen oder künstlerischen Zwecken dient, nach Maßgabe der hierfür von dem Staatsministerium ergehenden Richtlinien. Mittellosen Gesuchstellern, welche ein Armutszeugnis vor- legen, z. D. Auswanderern, kann die Gebühr völlig erlassen werden. Sofern es sich lediglich um Vergnügungs- oder Lurusretsen handelt, ober andere besondere Umstände eine Erhöhung recht- fertigen, sind die Gebühren den Vermogensverhältnissen des Gesuchstellers entsprechend zu erhöhen und können das Fünffache der vorstehenden Beträge erreichen. II. In Absatz 3 Ziffer 2 der Tarifstelle 60 totrb bte Zahl „1500" burch „12 000“ ersetzt. Artikel 7. 1. Dieses Gesetz tritt am 1. 3uli 1921 in Kraft. Für alle vorher ausgestellten unb errichteten ilrfunben bleiben bte bisherigen Bestimmungen maßgebend 2. Bei Verträgen, bie am 1. Januar 1921 bereits abgeschlossen finb, ist, und zwar bei Iagdpachtverträgen, der Zuschlag und bei 'Fischereipachtverträgen der Stempel mit Zuschlag nach Maßgabe der in vollen Pachtjahren bestehenden Restpachtzeit zu 200 v. H.: d) für die Tarifstellen 38, Gewerbeschein, und 90, Wandergewerbeschein: 400 vH. 3. Zuschläge werden nicht erhoben in den Fällen der -tarif- steilen 28, Eingabestempel: 31, Entlassungsurkunde: und 76, Zu- sahbestimmung 3, ilrfunben usw. 4. Im Falle bei Tarifstelle 3 Abs. 1 barf ber Stempel ein- schließlich bes Zuschlags bis auf 20 Mark, im Falle der Tarif- stelle 55 Abs. 2 3 darf der Stempel einschließlich des Zuschlags bis auf 10 bzw.' 5 Mark von dem den Ansatz betätigenden Beamten ermäßigt werden, wenn die Verhältnisse des Zahlungspflichtigen es rechtfertigen. Artikel 2. 1. Die Vorschriften der Tarif stelle 43 a, Iagdpacht, finden auch auf Fischeieipachten über in Hessen gelegene Gewässer Anwendung. Für Verträge mit Derufsfischern ermäßigt sich der Gesamtbetrag von Stempel und Zuschlag um die Hälfte. 2. Verträge über die Verpachtung von in Hessen gelegenen Iagden unb Fischereien bebürfen ber schriftlichen Form. Artikel 3. Die Vorschriften ber Zusahbestimmung 10 zu Rr. 84 des Stempeltarifs finden mit den auf die dort genannten Personen sich beziehenden Vorschriften des Gesetzes über den älrkunden- stempel (Art. 14 Abs. 1 Ziffer 2, Art. 16 Ziffer 5,6 u. aj and) auf solche Personen entsprechende Anwendung, die, ohne Beamte zu sein. Versteigerungen oder Verkäufe aus freier Hand für Rechnung Dritter gewerbsmäßig vornehmen. Artikel 4. Artikel 23 des Gesetzes über den Urkundenstempel vom 12. August 1899 wird durch folgende Vorschrift erseht: Der Mindestbetrag einer Stempelabgabe ist 1 Mark. Beträge bis zu 10 Mark sind auf halbe, solche über 10 Mark auf ganze Mark nach oben abzurunden. Artikel 5. 1. In Artikel 31 des vorgenannten Gesetzes wird in Absatz 1 hinter dem Wort ..Stempels" eingefügt: „und des zugehörigen Zuschlags"; ebenda werden erseht das Wort „vierfachen“ durch .fünffachen", die Worte „Drei Mark" durch „fünf“ Mark ; in Absatz 4 das Wort „zweihundert“ durch „fünfhundert . 2. In Artikel 39 desselben Gesetzes wird das Wort „emhun- dertfünszig" durch „fünfhundert“ erseht. A r t i k e l 6. | Tarifstelle 57, Pässe, erhält folgende Fassung: 57 Pässe Mit der Ausführung dieses Gesetzes sind sämtliche Mini- fierten und Landesämter beauftragt. Darmstadt, den 1. August 1921. Hessisches Gesamtministerium. 3 V Henrich. I. V.: Matthias. I. D.: Schäfer. v. Brentano. Raab. I. D.: Dr. Sch 1 iephake. Dr. Streck er._______ BckanntmachttNft. Betr.: Regelung des Verbrauchs von Brot und Mehl im Kommunalverband (Kreis Gießen). Aus Grund des § 34 des Gesetzes über die Regelung des Verkehrs mit Getreide vom 21. (Juni 1921 (R.G.Bl. 737ff.) wird mit Genehmigung des Landesernährungsamtes in Darmstadt zu Rr. LEA. 13 519 vom 3. Aug. I. Is. folgendes angeorbnet: Allgemeine Bestimmungen. § 1. Mehlverteilungsstelle für ben Kreis Gießen ist wie seither bie Geschäftsstelle bes Kommunalverbanbs Gießen. Abt. Getreibe. _ v § 2. Die Derbrauchsregelung in Stabt unb Lanb bleibt im seitherigen Umfange ben Gemeinben für ihre Bezirke über» tiag§n'3. Der Kommunalverbanb läßt jeber Gemeinbe bas ihr nach ben bestehenden ober noch zu erlaffenben Vorschriften auf ben Kopf ber versorgungsberechtigten Bevölkerung zustehenbe Mehl burch bie Mehlverteilungsstelle bes Kommunalverbanbs überweisen. Maßgebend für bie Hohe ber Mehluberweisung ist die nach ben allmonatlich anzustellenben Ermittlungen feftge- stettte Zahl ber Dersorgungsberechiigten. § 4. Eine Rachlieferung über bie Höhe ber nach ber -llleyt- übertoeifung zustehenden Menge finbet nicht statt. § 5 Der Preis, zu bem ber Kommunalverbanb bas Mehl an bie Gemeinben abgibt, wirb mit Genehmigung bes Lanbes- ernährungsamtes jeweils festgesetzt. Die Gemeinbe haftet bem Kommunalverbanb für Zahlung bes ihr überwiesenen Mehles ohne Rücksicht barauf, wem sie ben Verkauf ober ben Vertrieb des Mehles überweist. Erfolgt bie Zahlung nicht innerhalb emer Woche nach Zustellung ber Rechnung, so können vom Fälligkeitstage ab Verzugszinsen in Höhe von 1 Proz. über ben Reichsoankbiskont angerechnet werben. § 6. Die Gemeinben haben ben Preis, zu bem bas ihnen vom Kommunalverbanb überwiesene Mehl ihrerseits abgegeben wirb so festzusehen, baß ihre Kosten gebeckt werben. Dies B. Sichtvermerke. 1. Für einfache Ausreisesichtvermerke 2. Für Rückreisesichtvermerke . . 3. Für Dauersichtvermerke ■ 30 „ 3m Verkehr mit anberen Gebietsteilen Deutschlanbs, tns- befonberc solchen, welche burch ben Friebensvertrag abgetrennt ober besetzt worben finb, werben bie erforberlicßcn Sichtvermerke gebührenfrei ausgestellt. C. paßharten. Mittwoch, 10. August: Zusammenkunft bei Mitglied Echermulv. Walltorstraste 28. 8807 Der Vorstand r <- lu- i ■ -v Ein en Loniprol Sie gkstnc in Vans muß «qeneina^.1 $r 6te Sin binäii^^^ing^* niefiiungen beg Sprache im fta ml) zurechtstuh M Lloyd ®e tat Den Doge K Er ist jed Mung, Daß viDechtSwec richchaftlichen in sei, den Fi Zachen. Darur tonhigenberal M Qlbftimmu besondere Wc wahrscheinlich hing des Ondi ist aus den na nehmen. Herr rungsrede wie sondere Zureci er sich sogar a tejiton, so da! weniger ilare eine hvchnvi suchung statts diese AuSflm noch wert et den englische neSvegs frei klar, und jedi künftigen Kor M.s^, •SÄliib ft“" ,, 3' L.r SÄ.? g Dm»««*. tiSS -SS zr«Mri Paris, tigen, um 12. ung des Ober Ro nd, Sir He "Haring sich ti "Vberschs. die derschiedem nzeben, insbesi Sicherheit. Ein, iil Parisien" z Ziehung berühre mit die Regie eröffnen. Daris, 9. yen 6it)ung Ä- Aelle Sei t1 d>e Rottvendii tejetflärft Wang des CÄ>tf( ^.^llerung Sy aufge An.Augenblick 2® nannte ( A^ch immer **, er ertlärtP : -Endlichen j L\n. Riebet ft* Ang, M- die Ents< “nnotifl ab 8?«.’S KK S Ä 51. i* 3e ein?^n iche et2e iiemi nbcnn »die F der T.Se l SM ^il öi?*1», \ ASA ’M» 4>n yoe 2. 3. 4. j Vermietungen | ipenston Branöl Äleuen Baue 22, aut möbl LSitnmer m. voll. Verpfleg möbl. verpfleg. 1 f>rw* ht Brühlfcheu U»tVersttütA-D«ch- web 5N*ebr»durtt X Laug« Sieben nach Tarts. 85466 Lebr schöne gibt billig ab 8685 der Bürgermei- Gemeinden, die Bürgermeisterei S'udentin sucht gut möbl. Zimmer (9iäOe Universität) für sofort ob. September. Schr. Ang. u. 010920 an den G. An;. zum Besuch von Pi arbeitung von Nichtfo sicherungsbranche, ehet den Vorzug. Umgeh 010921 an den Gieße sucht für baldigen Eir für Lager und Reis spätere Uebernahme Angeb. evtl, mit Lichtl K. B. 1728 a» „He« § 1. gegen Brotmarken abgegeben werden. § 12. Ausweiskarten sind wie seither von sterei des Wohnortes, für Bewohner solcher einer Gemeinde politisch zugeteilt sind, von der der letzteren auszustellen. rend mitzuwirken. § 11. Das von dem K o m m u n a l v erba n d gelieferte Mehl und das aus diesem Mehl hergestellte Brot dürfen nur von der Gemeinde oder von den durch sie bestimmten oder zugelasfenen Stellen (§ 10 Ziffer 2) und nur ( Vereine | Vereinigter Mänoerchor Barmonie-Gemiilliclikeil Weil Ihnen die vollständige I Personal- und Ladenspes Reiche Auswahl in Damentascl Geldscheintaschen, Portemonnai Zigarren- und Zigarel Ueberzeugen Sie sich selbst davon ohne Kaufzwang mein Lager. ( Lichtspielhaus BahnhofstraBe 34 Erstklass. Künstlerkonzert Kob. Stuhl Nacht., Neustadt 23. Statt besonderer 1 Heute früh 5 Uhr entschlief s Leiden unsere treusorgende, unve Mutter, Großmutter, Schwiegermut Frau Dorette Bauman im 83. Lebensjahre. Im Namen der trauernd Hugo Bai Gießen (Wilhelmstr. 25), den 8. Au: Die Beerdigung findet am Mittwc 3y2 Uhr nachmittags, von der Kape hofes aus statt. Die alten Äusweiskarten behalten ihre Gültigkeit. Die nach Absatz 1 zuständige Bürgermeisterei hat auch die Brotmarken zu liefern. Die Ausstellung der Ausweiskarten und die Abgabe der Brotmarken Harf nur an Personen erfolgen, die für die Gemeinde oder Gemarkung polizeilich gemeldet sind. Ausweiskarten und Brotmarken werden den Gemeinden vom Kommunalverband zum Selbstkostenpreis gestellt. § 13. Für jede Haushaltung und für jede nicht zu einem Haushalt gehörige Einzelperson ist eine Ausweiskarte auszustellen. Zu einem Haushalt rechnen sämtliche Personen, die in ihm wohnen und volle Beköstigung erhalten (also z. B. nicht Zimmermieter, die anderwärts ihre Mahlzeiten einnehmen, Schlafgänger usw.). In der Ausweiskarte ist die Zahl der zu dem betreffenden Haushalt gehörenden Personen anzugeben und weiter, wieviel Brotmarken jedem Haushalt oder jeder nicht zu einem Haushalt gehörigen Einzelperson zustehen. Unrichtige Angaben beim Bezüge der Ausweiskarten und Brotmarken oder hinsichtlich der nichtverbrauchten Brotmarken sind 'strafbar. § 14. Die Ausgabe der Brotmarken erfolgt gegen Vorlage der Ausweiskarte in längstens einmonatlichen Zeitabschnitten durch die Bürgermeisterei. Die Brotmarken sind von der Bürger- tosenden Beifall und stürmische Begeisterung. Kar noch Us in kl. Donnern tag täglich nnr 2 gewchlomeene V ernte Hangen, 4 und 8 Uhr. Beginn der Oper: 4.30 u. 8.30. Vorher das lustige Beiprogramm Da der Andrang abends immer groß, bitten wir höflichst, die Nachmittags - Vorstellungen besuchen zu wollen. AIMWickr sofort gesucht. 010876 Stübler, Wolfstr. 16. Leben Erste, alt eingeführte gewandte Herren m R. d. B. E Vortrag 10«, 7*/a u. Tüchtig« der sich energisch ui leistungsfähiger Fisch Marinieranstatt, Sei lung gesucht. Angeb Annoncen-Expedition Kurze Wallfahrt 9. Else Lindner vom Opernhaus Charlottenburg Michalin Behrmann vom Opernhaus Riga HerrKapellmeisterLewin Berlin ernten nach jedem Akt von Zigeunerblut ErbcntL ehrl. Mädchen für EL Haushalt (2 Pers.«, baldigst gesucht. FranJaeob mr,Oit.Anlage29. 0,0681 gilt sowohl für Fälle, in denen die Gemeinde die Mehlverteilung selbst übernimmt, wie dann, wenn sie den Mehl-(Brot-) Verkauf Dritten überträgt. Etwa sich ergebende äleberschüsse sind im Interesse der Volksernährung in dem betreffenden Gemeindebezirk zu verwenden. Die Stadt Gießen, der gemäß § 40 des Reichsgesehes die Regelung des Verbrauchs übertragen wird, hat gemäß § 13 der von dem Landesernährungsamt erlassenen Ausführungsverordnung vom 4. Juli L Is. die von ihr festgesetzten Höchstpreise für Mehl und Brot dem Hess. Landesernährungsamt zur Genehmigung vorzulegen. § 7. Jede Gemeinde hat der Mehlverteilungsstelle des Kommunalverbands bis zum 25. jeden Monats die Zahl der Versorgungsberechtigten erneut mitzuteilen, damit der durch eingetretene Aenderungen notwendig gewordene Ausgleich für den nächsten Monat vorgenommen wird. Formulare für die Meldungen werden den Gemeinden allmonatlich von dem Kommunalverband zugesandt. Aenderungen können insofern vorkommen, als 1. die Zahl der Versorgungsberechtigten durch Ab- oder Zuzüge, Geburten oder Sterbefälle eine andere geworden ist: 2. Selbstversorger nach Verbrauch ihrer nach Abzug des Saatgutes tatsächlich verbleibenden Erntemenge in die Zahl der Versorgungsberechtigten übergeführt werden müssen. Zur versorgungsberechtigten Bevölkerung gehören diejenigen Personen, die nicht im Wege der Selbstversorgung ernährt werden. Hierzu gehören: vorübergehend im Kommunalverband sich aufhaltende Personen. § 8. Gemeinden, die innerhalb eines Monats mehr als die ihnen für den Tag auf den Kopf der als versorgungsberechtigt anzusehenden Bevölkerung zustehende Mehlmenge verbraucht haben, wird der Mehrverbrauch durch entsprechende Kürzung der späteren ^leberweisungen aufgerechnet. Besondere Bestimmungen für die Landgemeinden. § 9. Zur Durchführung der den Landgemeinden für ihre Bezirke übertragenen Verbrauchsregelung ist in jeder Gemeinde vom Gemeinderat ein Ausschuß zu wählen. Vorsitzender des Ausschusses ist der Bürgermeister oder ein von ihm bestellter Vertreter. meisterei abzustempeln und gelten nur in der Gemeinde, in welcher sie ausgegeben sind und für den Zeitabschnitt, der auf ihnen vermerkt ist. Aichtverbrauchte Brotmarken dürfen nicht an Bäcker, Brot- und Mehlhändler usw., sondern nur an die Bürgermeisterei abgeliefert werden. Die Ablieferung soll spätestens bei Empfangnahme der für den folgenden Zeitraum geltenden Brotmarken erfolgen. Bei Veränderungen in der Personenzahl des Haushaltes ist die Ausweiskarte der Bürgermeisterei vorzulegen. Für zuziehende Personen hat die Bürgermeisterei Karlen auszustellen. Wegziehende Personen haben ihre Karte einschl. der nicht verwendeten Brotmarken bei der Bürgermeisterei abzuliefern. Aenderungen in den Karten durch die Inhaber find unzulässig und strafbar. Wird eine Ausweiskarte verloren, so ist dies sofort der Bürgermeisterei anzuzeigen. Für die Ausstellung einer neuen Karte ist eine Gebühr von 2 Mk. zu entrichten. § 15. Die Ausweiskarten sind nicht übertragbar. Brotkarten sind keine Zahlungsmittel: ihre Abgabe gegen Entgelt ist verboten. § 16. Landwirte erhalten, soweit sie als Selbstversorger in Betracht kommen, keine Brotmarken. Als Selbstversorger gelten auch die Unternehmer der Betriebe bis zu 1 Hektar und die von ihnen zu versorgenden Personen insoweit, als der Ertrag ihres Betriebes zu ihrer und der fraglichen Personenversorgung bei Zugrundelegung eines Iahresbedarfes von 144 Kg. Brotgetreide pro Kopf ausreicht. Haben sie die geerntete Menge unter Berücksichtigung des § 2 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1921 verbraucht und können sie den Verbrauch glaubhaft nachweisen, so tritt ihr Recht auf Brotmarken wie für jeden Haushaltungsvorstand in Kraft. § 17. Die einem Haushalt nicht angehörigen Tagesarbeiter, wie Räherinnen, Büglerinnen, Waschfrauen, Lauffrauen, Taglöhner usw. haben, sofern sie vom Arbeitgeber Kost erhalten, ihr Brot selbst zu stellen und sind berechtigt, hierfür vom Arbeitgeber eine dem Wert des ihnen zukommenden Brotes entsprechende Vergütung (= V? des Preises eines 4pfündigen Laibes Brot für den Tag der Beschäftigung) zu verlangen. § 18. Bäcker und Händler haben bei Abgabe von Brot und Mehl von jedem Abnehmer jedesmal die Vorlage der Ausweiskarten zu verlangen und die Abtrennung der dem verkauften Gewicht entsprechenden Zahl von Brotmarken selbst vorzunehmen oder in Gegenwart des Käufers vornehmen zu lassen Sie müssen die abgetrennten Marken sorgfältig aufbewahren und solche am 16. eines jeden Monats der Bürgermeisterei abliefern. Auf Grund des durch die abgelieferten Brotmarken nachgewiesenen Bedarfs erfolgt die weitere Zuteilung von Mehl an Händler und Bäcker. § 19. Die Bürgermeistereien haben über die in der Gemeinde (Gemarkung) vorhandenen Haushaltungen und über die nicht zu einem Haushalt gehörenden Einzelpersonen (§ 13 Abs. 1) ein Verzeichnis zu führen, aus dem der Rame des Haushaltungsvorstandes oder der Einzelpersonen, die Zahl der zu jedem Haushalt gehörenden Personen, die Menge des ihnen zukommenden Mehles oder Brotes und der Zeitpunkt zu ersehen sind, wann für dieselben Ausweiskarten und Brotmarken ausgehändigt wurden. Der Zeitpunkt der Abgabe der Brotmarken ist von der Bürgermeisterei auf der Ausweiskarte unter Beifügung des Dienstsiegels zu vermerken. § 20. Das Direktorium der Reichsgetreidestelle hat unter Vorbehalt der Zustimmung des Kuratoriums der Reichsgetreidestelle die täglich auf den Kopf der versorgungsberechtigten Bevölkerung entfallende Mehlmenge auf 200 Gr. festgesetzt. § 21. Zur Versorgung der ihren Wohnsitz zeitweise verlassenden Personen mit rationiertem Gebäck werden weiterhin Reisebrotmarken ausgegeben. Die über die Regelung des Verkehrs mit Reisebrotmarken erlassenen Bestimmungen bleiben einstweilen in Kraft. § 22. Die Höchstpreise für Mehl und Brot vom 16. August l. Is. ab werden demnächst bekanntgegeben. § 23. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Vorschristen werben gemäß § 49 Ziffer 5 des Reichsgesehes vom 21. Juni 1921 und gemäß § 18 der von dem Landesernährungsamt erlassenen Ausführungsverordnung vom 4. Juli 1921 mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 50 000 Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft, soweit nicht nach anderen Vorschriften eine schwerere Strafe verwirkt ist. Reben der Strafe kann auf Einziehung der Vorräte erkannt werden, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, ohne ilnter- schied, ob sie dem Täter gehören oder nicht. Die Vorschriften der Verordnung über die Verfolgung von Zuwiderhandlungen gegen Vorschriften über wirtschaftliche Maßnahmen vom 18. Januar 1917 (RGBl. S. 58) und der Verordnung betr. einige die Kriegsverordnungen ergänzende Vorschriften üb.er Einziehung und über Veräußerung beschlagnahmter Gegenstände vom 22. März 1917 (RGBl. S. 255) finden entsprechende Anwendung. Gießen, den 8. August 1921. Kreisamt Gießen. I. V.: H e m m e r d e. 10. Der Ausschuß (§ 9) hat. für genaue Einhaltung der vom Kommunalverband erlassenen, den Verbrauch regelnden Vorschriften zu sorgen, den Geschäftsbetrieb derjenigen Stellen (Händler, Bäcker, Konsumvereine, Genossenschaften usw.) zu überwachen, denen die Gemeinde den Verkauf oder den Vertrieb von Mehl (Brot) überweist, die Mehlabgabe an die Versorgungsberechtigten da vorzunehmen, wo mangels Vorhandenseins geeigneter Betriebsstellen die Gemeinde für die Verteilung besorgt sein muß, bei Durchführung der in den folgenden Paragraphen enthaltenen Vorschriften beratend, helfend und aufsichtsfüh- K. Z. V. G. Anmeldebogen sind noch zu Hoden im BereinSlokal bei Feisina, Marktstraste, beim Vorsitzenden. Nie- fle(pfat>37 n. Karl Horst, Hammstrahe 9. Daselbst sind Familien- karten ä Mk. 1.50 für die Ausstellung zu haben. Meldeschluß 20. August. 8695v Ter Vorstand. Für ncf. gesch. Reklame such, wir allerortö strebs. Mitarbeiter als Filialleiter. Ort u. Berufgleich. Kann a. nebenderust. betr. werd. Einarbeit, erialgt! Monatl. Berd. 1-4000 M. Erfrdl.2—900M. Horcher verbeten. C. A. Franz. BtettiB-erünho! 8. (8671 >1 Warum kaufen Sie la Offenbacher Lederw haft und billig im Eh Offenbacher Leden Gießen, Kirchenplat WM. Likörfabrik u. Weinhdla. sucht per sofort ob. 1. Oft. erste Reisekraft. Nur gut empf. Bewerber wollen sich melden mit Lebenslauf u. Ansprüchen sowie ZeugniSabschr. in 8683 an den Gies;, Anz. 1 Ibev -La, Beim Aufbau bet Hc zum ersten 116er 2 können arbeitslose meraden beS Bererno ebem. 116er sowie dessen Schwesterformationen beschäftig werben. Mel- dunben bei Kamerad mm DJ vNDw.Wilsonstr 10. Kochküchenmädchen über 18 Fahre sofort u. zum 15. 8. gesucht. Lohn Jüns. einfach. 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