N-157 9tx Siebener Anzeiger «ft der Dienstagsbeilage ,5psrt-Umichan- er. ßeitit täglich, außer Sonn» und Feiertags. Monatliche vezua,preise: Mark 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Ferniprech-Anschlüsse: fürdieSchristleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. 17(. Zahrgang Erstes Blatt Vorschrift 20', Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. ^oeh. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Ienz; für den Anzeigenteil: Hans Beck, Freilag. 8. ZuU 1921 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigeno 34mm Breite örtlich 40 Pf, auswärts 50 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 180Pf Bei Platz. GietzenerAnzeigel General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Univ.-vuch- und Zteindruckerei R. Lange. 5chnft!eitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. sämtlich in Gießen. Die Bedeutung der neuen Einwanderungsbeschränkungen in den Vereinigten Staaten. Don Dirgil Jordan. (FPS.) Dachst dem SchuhAvN-Nottarif darf man das neue Einwanderunasgetetz als das bis dahin bemerkenswerteste Stück L'gisl-'t'"' der neuen Dep»blisa"er-''pea'e''una betrachten Die Errichtung des Tarisschut'w'lls ken z ichn"l den nicht durchaus unfartenschen St^n^punkl den die Desedlikbuna industriellen und Gesch'^stsproblemen gegenüber einnimmt, aber darüber binaus auch den Geist, den Amerika in den internationalen Beziehungen walten zu Iqffen gedenkt Es ist nicht nur eine Genei^tbeit vorhanden, die Interessen be- ftirnm'er B'v^lkerung'schickten im Inlands auf Kosten des Konsumentenpublikums zu fördern sondern eS besteht auch die Tendenz, den Schwierigkeiten. die Europa durchzumachen hat. den Ducken zuzukehren und die recht eigentliche Tatsache der enoen Verbundenheit Amerikas mit diesen Schwierigkeiten au ignorieren. Auch das neue Einwanderungsgeseh b-Aeichnet die Dachgiebiakeit des Kongresses geg"nüber ae- wissen Sonderinteressen: aber in diesem Falle waren andere Kräfte wirksam als bei der Schaffung des höheren Schuhzolltarifes. Stellt dieser Taris eine Konzession an die besonderen Interessen der Farmer und einiger IndustrieAweiae dar, so bedeutet das Einwanderungsgeseh eine Kowei- sion an die aleich engen ©nmMöho und Motive der starken A b il^ro-ginitet'on m G?wiß haben auch Vertreter einer nationalistischen Politik mit dem engherzigen Grundsatz. Amerika stunde besser oder sicherer da. wenn man es mit Wällen umgebe, diesem Ausnahmegesetz ihre Unterstützung geliehen. Die stärkste Unterstützung iedoch erkuhr es fettens jener Arbeiterführer d'e olauden. daß angesichts der gegenwärtiaen Kri'is in der Industrie die Macht der organisierten Arbeiterschaft eine bedenkliche Schwächung erleiden würde, wenn große Scharen fremder Arbeiter — Arbeitskraft als ..Dumping" — nach den Vereinigten Staaten kämen Aber das neue Einwanderungsgesetz ist nicht nur ein Stück einfach ökonomischer Gesetzgebung. Es hat als ein Stück sozialer Geie^gebung noch von wo anders her Unterstützung erfahren. Zum ersten Male in ihrer Geschichte haben die Vereinigten Staaten das Dsvlrecht eingeschränkt, das sie von ihren ersten Anfängen an allen denen eingeraumt gehabt hatten, die herüberoekommen waren, um ihrer wirtschaftlichen Dot oder der Unterdrückung und Verfolgung in anderen Ländern zu entgehen. Und diese Einschränkung geschieht jetzt in einer Feit, wo solch ein Asyl für die Bevölkerungen des vom Krieg erschütterten Europa mehr nottäte denn je. Dieser Akt ist ein erster deutlicher Hinweis auf die politischen und sozialen Strömungen im Leben der Vereinigten Staaten, die darauf gemchtei sind, bestimmt umriffenc und künstliche Auffassungen von dem, waS amerikanisch ist und sein soll, festzulegen, in welche sich alle Amerikaner und solche, die es werden wollen, einzufüqen haben — man nennt es auch den „lOOprozentigen Amerikanismus". In dem neuen Gesetz spiegelt sich die Furcht wieder, etwas im amerikanischen Leben und feinen Einrichtungen könnte verderben oder Schaden erleiden durch die Kultur und Erfahrung, die Kunst, die Institutionen und Ideen anderer Völker, wobei vergessen wird, was Amerika und seine Einrichtungen dem Einfluß und Beispiel der Fremden verdankt, die zum Leben Amerikas so wesentlich beigetragen haben. Insoweit also ist dies neue ..AuSnahme"-Gesetz bezeichnend für die wachsende IndifterenA oder 5cinbfcl:nfcit bestimmter Kreise der öffentlichen Meinuna Nordamerikas gegenüber anderen Ländern und deren Problemen. Dieser generelle Geist der Intoleranz drückt sich in einigen der Proteste aus. die gegen bestimmte Grundsätze der Dill erhoben worden sind, als diese zur Diskussion stand. Indem es die Zahl der neuen.Einwanderer auf drei Prozent von der Gesamtzahl ihrer nach der Volkszählung von 1910 in den Vereinigten Staaten wohnhaften Landsleute beschränkt, gestattet das Gesetz einer Gesamtzahl von 77 206 Angehörigen Großbritanniens die Einwanderung: aus Dorwegen dürfen 12116 Menschen einwandern, aus Schweden 12 596, aus Dänemark 5 644, aus den Diederlanden 3 602, aus Belgien 1 557, aus Luxemburg 92. aus Frankreich 5 692, aus der Schweiz 3 745. aus Deutschland 68 039. aus Danzig 285, aus Finnland 3 890, aus Portugal 2 229. aus Spanien 663. aus Italien 42 021. aus Rußland 34 247, aus Oesterreich 7 444, aus Ungarn 5 635, aus Rumänien 7 414 aus Bulgarien 301. aus Griechenland 32?6 der Tschechoslowakei 14269, aus Iugoslawien 6405, aus Albanien 287. aus Fiume 71, aus Polen mit West-Galizien 25 800, aus Ostgalizien 5 781, aus Australien 271 und aus Deuseeland 50. In Kritiken an dem Gesetz ist darauf hingewiefen worden, daß solch ein Plan der Limitierung, obwohl im Prinzip vielleicht richtig, eine unverhältnismäßig große Anzahl von Angehörigen solcher Staaten hereinläht, die im Lichte neuerer Auffassungen von Erwünscht- und Unerwünschtsein durchaus unter die unerwünschten zählen. So haben mit diesem Plan der Beschränkung der Einwanderung die Verteidiger der Reinhaltung des Amerikanertums und der amerikanischen Kultur eigentlich am Ziel vorbeigeschosfen und lassen vielleicht Ländern, wie Deutschland, die in den nächsten Jahren auf eine Auswanderung angewiesen sind, unbewußt Recht angedeihen, was sie auf Grund ihrer Auffassung vom lOOprozen- tigen Amerikanismus nicht so leicht getan hätten. Das Gesetz hat nun bereits zu praktischen Schwierigkeiten geführt. Obwohl die Schiffahrtsgesellschaften hinsichtlich der Zahl der von jeder einzelnen Rationalität Zugelassenen informiert worden waren — das sind in einem Monat höchstens bis au 20 Proz. der jährlich Zugelassencn — so haben sie doch aus Gründen, die sehr durchsichtig sind, gerade um die Zeit des Inkrafttretens des Gesetzes fo viel Einwanderer wie möglich über den Ozean geschafft, mit der Wirkung, daß an den Einwanderungsplähen eine große Stauung eintrat und daß von den Behörden große Mengen von Einwanderern zurückg schickt werden dürf en^,— und höchstwahrscheinlich auch noch auf Kosten des armen Einwanderers selbst und zum Ruhen der Schiffahrtsgesellschaft. Cs dürfte sich als notwendig erweisen, meinen die Behörden, über die höchst zulässige Monatsquote hinaus bei solchem Massenandrang Einwanderer zuzulassen und deren Zahl auf die folgenden Monate anzurechnen. Man denkt auch daran, daß die Schiffahrtsgesellschaften es für geratener halten dürften, die überzähligen Einwanderer bis in den nächsten Monat hinüber an Bord zu behalten. — Aus jeden Fall jedoch muß man mit großen Schwierigkeiten infolge des neuen Gesetzes rechnen, Schwierigkeiten, die den Ramen Amerikas in den Ohren des Reisenden, der aus fernen Ländern hierhergekommen war als in ein Land der Verheißung, kaum wohlklingen lassen werden. Ein Hilferuf aus dem Kreis Hindenburg. Hindenburg, 7. (Juli. (WB) Die deutsche Bevölkerung des Kreises Hindenburg richtete an die Interalliierte Kommiss'vn telegraphisch einen Hilferuf, in dem es heißt, daß heute, nachdem die Räumung längst hätte vollzogen sein müssen, sich die Zustände noch in keiner Weise gebessert hätten. Die Landorte seien noch voll Insurgenten, die sich überall Polizeigewalt anmaßten. So sei'in der Gemeinde Dickupih mit Genehmigung des französischen Kreiskontrolleurs eine aus Insurgenten beste- 'hende Gemeindewache gebildet worden. Selbst in Hindenburg seien Verschleppungen und Mißhandlungen der Einwohner an der Tagesordnung. Der Transport großer Mengen von Waffen nach dem Kreise Hindenburg dauere an. Der Hilferuf verlangt die sofortige Abberufung des französischen Kreiskontrolleurs und den Einmarsch der interalliierten Truppen, und zwar lediglich der Engländer oder Italiener. Aus Beuthen. B e u t h e n. 7. Juli. (Wolff.) Der Kreiskvn- trolleur von Deuthen-Stadt benachrichtigte gestern nachmittag den Vertreter des Magistrats, die Stadtverordneten und die politischen Parteien, daß der englische General, der jetzt Kommandant der Stadt Deuthen ist, sie zu sprechen wünsche. Die Besprechung fand gegen 4 Uhr nachmittags statt. Der General bedauerte zunächst die Ermordung des französischen Majors und drückte die Ueberzeugung aus, daß die Tat allgemein von allen, gleichviel welcher Sprache und Rationalität sie feien, verurteilt werde. Er versicherte, er werde alle Mittel anwenden, um in kürzester Zeit Ruhe und Ordnung in und um Deuthen zu schaffen. Dazu erwarte er die Mithilfe des Magistrats und der Führer der politischen Parteien. Wegen der Freilassung der Gei- s ei n würden alsbald die Verhandlungen aufgenommen. Die Verkehrserfchwerungen würden ebenfalls alsbald beseitigt. Auch sonst werde mit allen Mitteln dafür gesorgt werden, daß in Deuthen und Umgebung Ruhe und Ordnung Wiederkehre. Berlin, 7. Juli. (Priv.-Tel.) Rach einer Blättermeldung aus Deuthen gilt nach den bis- Retinen Untersuchungen üb»r die lebten Beutbener Vorfälle als Mörder des französischen Maiors Montalegre einpolnischerInsurgent. Als Vertreter des Oberpräsidenten ist Regierungsrat Tidlich zur Untersuchung des Zwischenfalles in Deuthen eingetroffen. Die Untersuchung des Mordes an dem Major Montalegre ergab, daß die Kugel von der Sedan- straße aus Roßberg gekommen ist. Der Mörder soll ein 1 9 j ä h r i g e r Bursche, ein früherer Insurgent, sein. Seine Mutter wurde verhaftet, weil ihr Sohn flüchtig gegangen ist. Die Geiseln sind bisher nicht freigegeben worden. _ Beuthen. 7. Juli. (WTB.) Heute vormittag fand die Ueberführung der Leiche des am Montag in der neuen Kaserne erschossenen französischen Dataillonskommandeurs. Majors Montalegre. statt. Die Trauerfeier verlief in voller Ruhe und Ordnung. Berlin, 7. Iuli. (Priv.-Tel.) Zu dem Begräbnis des erschossenen französischen Majors in Deuthen ist eine Abteilung polnischer Insurgenten mit allen Abzeichen eingetroffen. Ein Beirat des Reichsernährungsministers. Berlin, 7. Juli. (Wolff.) Uni in der gegenwärtigen Zeit größter wirtschaftlicher Rot die wissenschaftliche Forschungsarbeit stärker als bisher an der praktischen Lösung des Problems der Volksernährung zu beteiligen, gliederte der Reichsernährungsminister Hermes seinem Ministerium einen Beirat zur Förderung der ernährungswissenschaftlichen Forschungstätigkeit an und berief in den Beirat felgende Herren: für die allgemeine Chemie die Professoren Ernst Beckmann vom Kaiser- Wilhelm-Institut für Chemie in Berlin-Dahlem, Karl A. Hofmann von der Technischen Hochschule in Charlottenburg und R. Willstätter von der Universität München, für Ernährungs- Physiologie die Professoren Emil Abderhalden von der Universität Halle und M. Rub - n e r von der Universität Berlin, für Pflanzen- physirlogie und Vererbungslehre die Professoren Baur von der landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin und G. Haberlandt von der Universität Berlin, für Rahrungsmittelchemie die Professoren A. H e j d u s ch k o von der Technischen Hochschule in Dresden. A. Juchen a d von der Technischen Hochschule in Charlottenburg und Th. Paul von der Universität München, für Agrikulturchemie Prof. Olemmermann von der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin, für Bakteriologie und Ernährungshygiene Prof. R O. Reumann von der Universität Bonn, für klinische Fragen Professor Friedrich von Müller von der Universität München, für Ein.chrungsstatistik Dr. R. Kuczynski vom Statistischen Amt in Berlin-Schöneberg. Die Mitglieder des Beirats fanden sich auf Einladung des Ministers am 4 Juli zu der ersten Sitzung im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft zusammen. Sämtliche Forscher begrüßten die Absicht des Reichsernährungsministers aufs lebhafteste und fiepten sich zur Mitarbeit zur Verfügung Rach eingehender Beratung beschloß der Beirat, sich zunächst den folgenden Aufgaben zuzuwenden: Die D r o t f r a g e soll erforscht werden, einmal nach der Richtmig der Verbesserung der Herstellung des Brotes zur ErAielung weitestgehender Ausnutzung durch den menschlichen Körper, sowie andererseits durch die Hebung des Ertrages an Getreide und anderen Feldfrüchten mittels rationeller Züchtung auf wissenschaftlicher ©nv'b'age und systematischer Crdana'yse. Zusammenhä gend damit soll die Hebung des Ertrages des Bodens dadurch erzielt werden, daß, nachdem die Stick- stoffrage gelöst ist. die P h o s p h o r f r a g e, insbesondere die Bedeutung des Phosphors zusammenhängend mit dem Stickstoff erforscht wird; der Frage der Deckung des Fettbedarfs der Bevölkerung sollen dienen die wissenschaftlichen Untersuchungen über die Möglichkeit der Verwendung von Fettsäuren, die auf chemischem Wege aus Kohlenwasserstoffen gewonnen wwer- den, sowie die Forschungen über die Kultur der. Sojabohne und der Erdnuß bzw. ihr Akklimatisationsvermögen in Deutschland. Der Frage der Erfparnismöglichkeit bisher unrationell verteilter Rohstoffe sollen sich Untersuchungen zu- wenden über die Aufschließung von Stroh, über den chemischen Aufbau hornholzartiger Stoffe, übf’- die Einwirkung der Darmbatterie der Wie- k erkäue? au Zel u'ose u a m. Auf crnäfjru g> Phy, lvlog schein Geb ete sollen besonders gefördert werden die Studien über Vitamine, über gewiße Mineralstoffe und Rährsalze, sowie über die Möglichkeit der Vermeidung von Verlusten an Rähr- stoffen bei der Zubereitung von Lebensmitteln. Im Auftrage des Ministers konnte Ministerialdirektor Hoffmann den eüvernen Gelehrten. die zur Erforschung der aufgeführten Fragen sich bereit erklärten, finanzielle Beihilfen, wenn auch nur in bescheidener Höhe, aus einem dem Reichsministerium für Ernährung und der 'Landwirtschaft zur Verfügung ' stehenden Fonds überweisen. Der Lösung mit Hilfe der Wissenschaft harren außerordentlich umfangreiche und wirtschaftlich wichtige Frax'n der Volksernährung. Daß sich die Wissenschaft mit größter Bereitwilligkeit in den Dienst dieser Aufgaben der Volksernährung stellt, bedarf dankbarer Anerkennung. Die Reichsgerichtsprozesse gegen sogenannte Kriegsverbrecher. Leipzig, 7.. Juli. (Wolff.) Vor dem Reichsgericht begann heute der 7. Kriegsprozeh. Der Angeklagte ist der Oberleutnant Adolf Gaule aus Charlottenburg, der jetzt Oberleutnant jm Reichswehrministerium ist. Die Auslieferungsliste wirft ihm vor, im August 1914 in dem Dorfe Hessen bei Saarburg den französischen Kapitän M i g a t vorsätzlich mit Heber» legung getötet zu haben. Es erschienen neun deutsche und vier ausländische Zeugen. Rach seiner Darstellung rief der Angeklagte am Morgen nach der Schlacht bei Saarburg in dem Dorfe Hessen -em französischen Kapitän zu, er sei sein Gefangener und sötte die Waffen ab= geben. Der Kapitän lehnte das ab und der Angeklagte wottte dem Franzosen nun die Koppel mit Gewalt abnehmen. Der Kapitän schlug ihn aber mit her Faust derart, daß er zur Seite taumelte. Gaule befahl nun den Geuten, den Offizier festzunehmen und ihm die Waffen abzunehmen. Der Kapitän schlug darauf dem Soldaten ins Gesicht, worauf dieser den Franzosen niederschoh. Den Befehl hierzu gegeben zu haben, bestreitet der Angeklagte auf das Bestimmteste. Der Reichsanwalt hob in dem Plaidoyer hervor, daß irgend ein hinreichender Beweis, daß Gaule selbst den tödlichen Schuh auf den Iran» zösischen Hauptmann Migat abgegeben habe oder dessen Tötung befohlen habe, durch die Beweisaufnahme nicht erbracht sei. Er beantragte deshalb die Freisprechung Des Angeklagten Das um 3 Uhr nachmittags verkündete Urteil lautete dem Anträge des Oberreichsanwalts entsprechend auf Freisprechung. Die Kosten werden der Reichskasse auferlegt Abberufung der französischen Mission in Leipzig. Paris, 8. Juli (WTB). Infolge der Freisprechung des Generals Stenger hat die französische Regierung, wie der „Matin" meldet, beschlossen, die französische Mission, die den Auftrag hatte. den Verhandlungen bei dem Reichsgericht zu folgen, a b b e r u f e n. Ministerpräsident Briand hat nach dem gleichen Blatte die englische und die belgische Regierung aufgefordert, ebenfalls in Zukunft keine juristische Mission mehr nach Leipzig zu entsenden. * Berlin, 7. Hutt. (WD.) Die französischen Regierungsvertreter bei den G c i p 8 i g c r Prozessen find gestern aus der Straße durch Zurufe aus dem Publikum belästigt worden. Der in Geipzig anwesende Vertreter des Auswärtigen Amtes sprach dem Geiler der französischen Delegation sofort sein 'Bedauern aus. Di: sächsische Polizeibehörde leitete Ermittelungen ein und wird außerdem dafür sorgen, daß derartige Kundgebungen in Zukunft möglichst verhindert werden. Für den Schuh der fran- zösischen Regierungsvertreter wird in jeder Weise gesorgt werden. Ein Echo in der Pariser Presse. Paris, 7. 3uli. (WTB.) Die Freisprechung des Generals Stenger und die Verurteilung des Majors C r u s i u s zu zwei Jahren Gefängnis vor dem Reichsgericht zu Geipzig wird von der Pariser Abendpresse besprochen. Der „Temps" sagt: Der Urteilsspruch hat in Frankreich eine schmerzliche Bewegung und eine berechtigte Entrüstung hervorgerufen, aber keine Ueberraschung. Rach den vorausgegangenen Urteilen hätte Frankreich sich nicht schmeicheln dürfen, von den deutschen Gerichten eine Gerechtigkeit zu erlangen, wie sie sie den Berbündeten,England und Belgien verweigert hätten. Zum Schluß sagt der „Temps": „Deutschland verlange von den Alliierten in diesem Augenblick die A f,ebung der Sanktionen, aber sein Verhalten gestatte es nicht." Das „I o u r n a l d e s D e b a t S" ist der An« sicht, daß es gewiß sei, daß wegen der Aburteilung der Kriegsbeschuldigten der ObcrsteRat Maßnahmen ergreifen, müsse. Was bei dieser Gelegenheit am ernstesten sei, das sei, daß, in dem Augenblick, in dem die Alliierten eine Entspannungs- polilik beabsichtigen und in dem die Berliner Re» gierung Beweise des guten Willens zu geben scheine, ein Dül der öffentlichen Meinung alles tue, um den Schiffbruch dieser Politik herbei- zuführen. Hardinqs Friede. Paris, 7. Iuli. (Wolff.) Die „Chicago Tribüne" meldet aus Washington: Welche Form der Friede mit Deutschland annehmen werde, scheine man in Washington ebenso wenig zu wissen wie in Berlin. Es stehe indessen fest, daß die Absicht der Regierung dahin gehe, in der Reparationsfrage den Alliierten zur Seite zu stehen. Das Blatt bestätigt die gestrige Meldung des „Rew Bork Herald", daß die Frage, ob eine Friedensproklamation notwendig sei, noch geprüft werde. Die FriedenSentschliehung des Kongresses stelle für den Augenblick weder den Frieden her noch die dipl-malischen Beziehungen. Dies könne erst geschehen durch einen Sondervertrag, falls die Regierung nicht beabsichtige, den Versailler Vertrag als Grundlage für den Frieden zu benutzen, wobei jene Bestimmungen auSgemerzt wurden, die Amerika abträglich seien. Präsident H a r d i n g habe kein Interesse an der Etikette oder an dem Geibspruch, wodurch der Friede gesichert werden solle. Was er verlange, sei die Maßnahme, die ein Minimum an Verhandlungen mit einem Maximum von Resultaten verbinde. Der Vertrag, sagt das Blatt zum Schluß, müsse die Wiederaufnahme normaler Beziehungen mit Deutschland vorsehen, einschließlich der Regelung deS Verfalls feindlicher Güter der amerikanischen Ansprüche auf die Schäden, die Deutschland verursachte, und der amerikanischen Ansprüche auf Schiffe und Patente, die während des Krieges beschlagnahmt wurden, der Pahre- gulierung und des Ersatzes der Ausgaben durch die amerikanischen Besatzungstruppen. Eine neue griechische Niederlage. Konstantinopel, 7. Juli. HavaS. Feindliche Truppen, die in Cara Mursal gelandet sind, erlitten eine Schlappe. Die Griechen hatten ungefähr 4000 Mann gelandet und versuchten in der Richtung auf ISnik vorzugehen. Aber nach einer kräftigen Verteidigung der Bevöllerung mit Unterstützung regulärer kemalistischer Truppen wurden die Griechen an die Küste zurückgedrängt. Rach Berichten aus sicherer Quelle sollen die Griechen 1000Tote und Verwundete verloren haben. Die griechischen Zeitungen in der Stadt geben diese Niederlage zu. Die griechische Zeitung „Patrice", die in direkter Beziehung zum griechischen Generalstab steht, betätigt gleichfalls die Niederlage. Nach einer letzten Nachricht haben die Griechen ihre Truppen wieder-einaeschifft und die Halbinsel soll vollständig von den Feinden befreit sein. - u ' Mission gebeten, den alliierten Behörden Änwri l 1 i Lie ■®rr< der die 1 den um über ,;h Um die verfassungsmäßigen Rechte der Abgeordneten zu wahren und denjenigen Abgeordneten, die die Entente unter Richtachtung des ihnen nach deutschen Gesehen zustehenden Rechts der Immunität bestraft und verbannt hat, die Möglichkeit eines ungehinderten Verkehrs mit ihren Wählern im befehten Gebiet zu verschaffen, hat der Reichskommissiar für die besetzten rheinischen Gebiete in Koblenz unterm 30. Mai 1921 mit tattfinden. Don jeder Getvcidesorte soll 4 Kg Körnerfrucht und ein Dausch von 100 Pflanzen älebersehung: »Die Rheinlandkommission hat den Text Ihres Schreibens Rr. I 2467 vom 30. 5. 1921 geprüft. in dem Sie zugunsten der Mitglieder der verschiedenen deutschen Parlamente (assemblHes) des Reiches, der Länder und der Provinzen gewisse gerichtliche Immunitätsvorrechte fordern. ; Sie ist der Ansicht, daß keine Destimmung des Friedensvertrages oder des Rheinlandabkom- . mens diese Immunität vorsieht, daß im Gegen» teH das Rheinlandabkommen in seinem Artikel 3 Bezug auf Artikel 37 der Reichsverfassung den Präsidenten der Interalliierten Rheinlandskvm- 3u Wt •«fix. Hebet 1 1V ‘< Konzerl 'in retten Aus dem Reiche. Ein Besuch des Reichskanzlers in Breslau. Berlin, 7. Juli. (WTB.) Reichskanzler Wirth und der preußische Minister des Innern Dorninicus begaben sich zu einem mehrtägigen Aufenthalt nach BreSlau, um mir den dortigen oberschlesischen und schlesischen Stellen persönliche Fühlung zu nehmen. Der Reichskanzler wird morgen abend in der Zahr° Hunderthalle zu Breslau eine Rede halten, in der die oberschlesische Frage besonders erörtert werden wird. Line russische Beschwerde an das deutsche Auswärtige Amt. Berlin. 7. Juli. (Privattelegramm.) Der Vertreter der russischen Sowjetrepub.il tn Berlin. Wigdor Kopp, erhob in einer Rote an i ' k ' •r Aus Stabt und Land. Gießen, den 8. Iulr 1921. Der Friedcnsvertrag von Versailles im Bilde. Immunität der Reichstags- und Landtagsabgeordneten. Staatspräsident LI l r i ch erteilt hierauf folgende Antwort. M ch 3kls k rm. Darmstadt, 7. Juli. Jur Behebung privaten Bautätigkeit bewilligten - Stadtverordneten in ihrer heutigen Sitzung vorläufigen Betrag von 1 Million Mark, die gesetzlichen Baukostenzuschüsse und dar- hinaus vorläufig die Zuschüsse des Staates fit gs yng 9clel «lun^ der !$uW Rieben Lt E , trage« Zs- -°Ä"Z immer teuerer wird. Was die Kriegsgesellschaften betrifft, so find diese in Hessen fast eingestellt. Bei einzelnen bestehen noch Abwicklungs- arbeiten. Die Einkaussgeselllchaft ist keine Sache des Landes, sie ist eure private kaufmännische Gesellschaft, auf die wir keinen Einfluß als Len des Altienbesitzers haben. Lieber die Verteilung der Lieberschüsse dieser Gesellschaft ist noch kein Beschluß gefaßt. Zur Verteilung der Lieberschüsse im allgemeinen ist noch zu sagen, daß diese Verteilung nicht vorgenommen werden kann, weil das Reich jetzt für die ganze zurückliegende Zeit die Zahlung der Llmsatzsteuer und des Reichsnotopfers verlangt. Wenn das Reich darauf besteht, haben wir nicht nur keine LIeberfchüsse. sondern müssen aus Landesmitteln noch erhebliche Beträge drauflegen. (Hört, hört Linruhe.) Wir haben nun die Entscheidung des Reichsfinanzhofes angerufen, die vermutlich so ausfallen wird, daß wir die Llmsatzsteuer zahlen müssen. Das c " Der Königl. Preußische Steuerinspektor Karl Pitz ist am 6. Juli nach kurzem Leiden im 72. Lebensjahre verschieden. Er war am 16. März 1850 zu Alsfeld geboren und widmete sich nach der Entlassung aus der Schule dem Geomeierberufe. Rach Verwendung in den verschiedenen Dienstzweiaen des Vermessungswesens legte er die staatliche Prüfung für Geometer 1. Klasse ab. Hierauf trat er in den preußischen Staatsdienst über und belleidete zuletzt die Stelle eines preußischen Steuerinspektors bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1909 in Koblenz. Bis in seine letzten Lebenslage widmete der Verstorbene noch seine ganze Kraft dem wissenschaftlichen Teil des Vermessungswesens Seine vorbildliche Pflichttreue und die Lauterkeit und Herzensgüte seines Wesens sichern dem Verstorbenen bei allen, die mit ihm in Berührung gekommen sind, ein dauerndes ehrendes Andenken. von Grubenholz auf dem Bahnhof Heigenbrücken wurde dem jugendlichen Landwirt Karl Englert von zwei vollstämmigen Pfosten der Kopf abgedrückt. Der £ob trat auf der Stelle ein. — Das Ergebnis der Spende in der KinderhilfS- woche betrug in Laubach 1810 Mk. In Schotten ist nach Mitteilung der ßaifttoirt- chaftskammer für die Provinz Oberhessen eine landwirtschaftliche Kreisausstellung vorgesehen.. Die Ausstellung soll im September oder Oktober Vorschriften ganz allgemeiner Ratur bezüglich der Zuständigkeit der Militärgerichte im besetzten Gebiet enthalt." Die Hessische Regierung wird jeden weiteren Schritt der Reichsregierung, die Immunität der Abgeordneten im besetzten Gebiet zu sichern, mit aller Entschiedenheit unterstützen. Es wird hierauf die Beratung des Staatsvoranschlags fortgesetzt. Zunächst erfolgt die gestern ausgesetzte Abstimmung über Kapitel 58 „ Landes-Lin iversi- tai“. Es wird genehmigt. Die Debatte über Kapitel 66. Landesernährungsamt, wird sodann fortgesetzt. Abg. Hahn (D. Vpt.) verlangt nach Bem nunmehr bald beendeten Abbau der Zwangswirtschaft die völlige Aufhebung des Amts und schildert die Rotlage besonders der rheinhessischen Landwirtschaft, die in diesem Jahre vor einer Ernte stehe, wie sie seit 25 Jahren so gering nicht zu verzeichnen war. Dabet hat sich herausgestellt. daß die großen Güter nicht so schlecht abschneiden wie die kleinen. Er sei durchaus fein Freund der großen Güter, aber diese Erfahrungen veranlassen ihn doch zu der Ditte an die Regierung, bei der Aufteilung von Gütern vorsichtig vorzugehen. Weiter ersucht er die Regierung. dafür Sorge zu tragen, daß den Weinerzeugern in diesem Jahre der Zucker zur Wetn- verbesserung in genügender Menge rechtzeitig zur Verfügung gestellt wird. Weiter wendet sich der Redner gegen die Zusammensetzung der Steuer- auSfchüsse und bespricht die Verteilung der Mittel aus den Lieberschüssen der Diehverbände usw. Es müßte ein Weg gefunden werden, der Regierung und Landwirtschaftskammer zusammen-' führt, um die Vollsernährung besser zu gestalten, j Llnbestreitbar ist. daß die Siedler und kleinen Besitzer nicht die gleiche Leistungsfähigkeit ausbringen, wie die Großbcsitzer. Den kleinen Dauern .sollte ebenfalls verbilligter Mais geliefert werden zu Futterzwecken. Der vielverschrieene Kreis Worms ist bahnbrechend vorangegangen. Hier hatte man sich geeinigt dahin, daß die Landwirte einen Teil ihres bezugsberechtigten Mais- quantums an die kleinen Dauern abtreten. Das ist Bber an dem Widerspruch der Reichsregierung gescheitert. Schließlich möchte ich feststeNen daß im Kreis Worms die kleinen Dauern in der Mehrzahl nicht der ßinten, sondern der Deutschen Dolkspartei angeboren. Präsident Reumann bespricht zunächst die Getreideumlage Die Tatsache, daß das Heinere Hessen mehr aufzubringen habe, als Baden und Württemberg, steht fest. Rach den (Srnteerträg- nisfen hat Hessen 280 000. Württemberg 490 000 Baden 260 000 Tonnen. Hessen steht also an zweiter Stelle. Die Tatsache, daß es trotzdem erheblich mehr aufzubringen hat, als die beiden anderen Lander, ist durch die erheblich größere Zahl der Selbstversorger in diesen au erklären, die nach dem Gesetz von der Umlage befreit sind. Ich glaube, daß Hessen die Umlage sehr gut aufbringen kann. Die Erhöhung des Brot- Preises um 50 Prozent ist nicht zu umgehen. sung zu geben, daß die Immunität der Mitglieder des Reichstags und der Landtage auch im besetzten Gebiet in vollem Umfange geachtet wird. Eine Abschrift dieses Schreibens wurde dem Herrn Präsidenten des Landtags von dem Staatsministerium am 3. Juni d I. zur Kenntnisnahme mitgeteUt. Auf dieses Schreiben des Reichskommissars erteilte der Präsident der Interalliierten Rheinlandkomrni sion die ab ehrende Antwort auf die im Eingang der Kleinen Anfrage der Abgeordnete Reiber Bezug genommen hat. Bon dieser Antwort ist dem Herrn Präsidenten des Landtags am 20. Juni d. I. ebenfalls eine Abschrift zur Verfügung gestellt worden. Sie lautet in i. öen, daß sie in der Wohnungszuweisungsb»m- mission bcrbleibt, was eventuell durch Erweitc^ rung geschehen solle. Rach der Begrüßung bei- Erschienenen durch Herrn Weigel, berichtet Dr. Riemann über die Gründe, die ihn bewegt hätten, den Vorsitz im Mieterverein niederzu- legcn. Herr Dauer verliest ein „eingefanbt", baä den Zweck hatte, Frau Dr. Riemann der Wchnungszuweisungskommission zu erhallen, das aber vom Gießener Anzeiger nicht auf genommen worden fei. Herr Heb berichtet, daß auch der Vorstand des Mietervereins mit den Maßnahmen der Stadtverwaltung nicht einverstanden sei und bereits die erforderlichen Schritte unternommen hätte, um den Beschluß der Wohnungsdeputation rückgängig zu machen. Der 2. Vorsitzende des Mietervereins, Herr Weißbäcker, teilt mit, was von dem Mieterverein bis jetzt in der Angelegenheit erreicht wurde. Die weitere Diskussion brachte keine neuen Gedanken, ebenso ging die OSCTfnmmlung auseinander, ohne daß bestimmte Beschlüsse oder Resolutionen gefaßt.wurden. Der Gießener Anzeiger hat die großen und allgemeinen Interessen des Mietervereins immer unterstützt, hält es aber mit seinen Aufgaben nicht für vereinbar, private ober engere Dereinsinrer- essen vor bie breite Oesfentlichkeit zu bringen. Gerade aber vom Mieterverein, würbe bis vor kurzer Zeit der Gießener Anzeiger mit einer Flut umfangreicher Zuschriften unb EingesandS übert- schwemmt, die in Inhalt unb Ton sich zu einer Veröffentlichung nicht eigneten. D. Red. " W o h 11 ä t i g ke t t e-V e r a n st a l t u n g. Der zum Besten der Jugendfürsorge vom Wartburg-Verein am Donnerstag Im Saale beö Hotels Einhorn veranstaltete Konzert- und Theaterabend zeigte ein vollbesetztes Haus. Die Anordnung des Abends kann als vorbildlich für ähnliche Veranstaltungen bezeichnet werden, sie trug jedem Geschmack auf dem Gebiete der Llnterhaltung Rechnung. Die unter Leitung von Herrn Kapellmeister Weller zu Gehör gebrachten Musikstücke (u. a. die Romanze aus der Oper „Mignon" mit Herrn Schwarz lose als Trompeten-Solist) fanden ebenso dankbare, mit Beifall nicht zurückhaltende Zuhörer, wie bie von Mitgliedern ausgeführten Einatter: „Der Rachtwächter" von Körner und „Beim Quacksalber" von Iunghänel, die dem Wend das heitere Gepräge gaben. Veranstalter und Aus- führende können mit dem Erfolg vollständig zufrieden sein, besonders toenn auch der finanzielle Zweck, dem die Veranstaltung zu dienen bestimmt war, erreicht wird. Vornotizen. * — Ta geskalender für Freita g: Großer Hörsaal: SVi LIhr Vortrag der Gesellschaft für deutsche Dlldung. — Großer Hörsaal des Physikalischen Instituts: Lichtbildervortrag des Vereins für Luftschiffahrt. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Am Kreuzweg der Leidenschaft. — Lichtspiele Seltersweg: Die schwarze Schmach. ’* Liebig-Museum. Die öffentlichen Vortrüge über bie Lahntal-Industrie werben fortgesetzt. Dr. M e t s ch k e aus Wetzlar spricht am Sonntag ben 10. Juli, vormittags IP/* LIhr, über „Volkswirtschaftlicher Teil"; Ingenieur Brinkmann, Gießen, am Sonntag, ben 17. Juli, vor« mittags IP/* LIhr. über den „Technischen Teil". europa nur noch ein Ausbeutungsobjekt ber Entente geworben England ist seinen Hauptkvn- lurrcnten, Deutschland, losgeworden. Es hat seine Stellung in der Welt befestigt und nur noch mit Iavan und Amerika als wirtschaftlich leistungsfähigen Gegnern zu rechnen. Amerika ist industriell außerordentlich gestärkt aus dem Kriege hervorgegangen, Frankreich baut, seine Industrie zu neuer Entwicklung auf. Es steht heute da- wie es bie ausschweifendsten Träume eines Ludwig XIV. und Rapoleons I. nicht gedacht hätten. Deutschland dagegen ist entrechtet und vollkommen vernichtet. Oesterreich zerrissen, Rußland ein Chaos. Deutschland hat in ben ersten fünf Jahren jährlich 651/2 Milliarben Mark, von 1926 an jährlich 92,3 Milliarden Kriegsentschädigung zu entrichten, wozu noch die Besetzungskosten mit jährlich 35 Milliarden Mark und bie ungeheueren inneren Schulden kommen. Durch die Besetzung des Rhein- und Saargebiets und durch den zu erwartenden Verlust von Oberschlesien ist die wirtschaftliche Kraft Deutschlands auf das schwerste geschädigt. Eine Rettung kann uns nur durch die Revision des Vertrags winken. Dieser Erkenntnis verschließt sich auch ein Teil des Auslandes nicht, aber diese Stimmen treten nur ganz vereinzelt auf. Das Ziel ber Revision kann aber nur erreicht werben baburch. bah man zunächst einmal bahin wirkt, baß ber Inhalt unb bie Wirkungen des Vertrags weitesten Kreisen bekannt werben. Dazu soll biese Ausstellung bienen, bie sich auf absolut einwandfreies, amtliches Material aufbaut und frei von jeder politischen Tendenz ist. Im Anschluß hieran nahm Dr. Zeidler an Hand des umfangreichen, Materials eine Erläuterung ber einzelnen Bilder und Tabellen vor, die auf alle Zuhörer einen außerordentlich tiefen, nachwirkenden Eindruck gemacht hat. Wir find der Meinung, daß es Pflicht eines Jeden ist, sich diese Ausstellung anzusehen. Er wird vielleicht zu der Einsicht kommen, daß unser gegenwärtig öffentliches Leden mit seiner Vergnügungssucht in gar keinem Verhältnis steht zu der wahren Lage unseres geknechteten Vaterlandes, daß es einer Erneuerung unseres Volkes von innen heraus bedarf, um unser Volk in allen feinen Zweigen auf das einzustellen, was uns bevorfteht, wenn wir nicht auf eine Revision dieses Vertrages hinarbeiten und eine solche erreichen. Mit elementarer Gewalt muh dieser Gedanke in unserem Volk erwachsen und zur Verwirklichung drängen. Die Ausstellung ist geöffnet von 10—1 LIhr vormittags unb v"n 4—7 LIhr nachmittags. Ti> Obe taffen ber hiesigen Schulen h b n tägl ch Führungen außerhalb Liefer Stunden vorgesehen. Außerdem ist aber die Handels kämm er bereit, auch außerhalb dieser Stunden auf besonderen Wunsch Sonderführungen zu veranstalten für Angestellte, Beamte, Arbeiter und sonstige Interessenten. Es wird hierauf ganz besonders aufmerksam gemacht und bie Handels'ammer ist bei vorheriger Anmeldung bereit, für die nötige Führung Sorge zu tragen. Der Preis von 1 Mk für Erwachsene, 75 Pf. für Studenten und 50 Pf. für Schüler ist so bemessen, daß jeder sich ben Besuch leisten kann. Die Oesfentlichkeit kann ber Hanbelskammer nur Dank wissen, daß sie in dieser eindringlichen Weise Aufllärungsarbeil leistet. das Auswärtige Amt gegen bie Ausweisung des russischen Bolls beauftragten K r e- V_|V jtinöti aus Bayern Beschwerde. In bet bah___—_____ou.ytw ,..UMCu besonders gegen bie Behandlung Kre- sind dann neun Zehntel der vorhandenen Lleber- stmskls protestiert, der von der bayerischen Po- schösse Es ist also vorerst an eine Verteilung hsei photographiert unb von dem Fingerab - der Lieberschüsse nicht zu denken drücke gemacht waren. Die Rote fordert Ge- orf,_ „ - „, '____ o. . ... ., nugtuung unb eine Bestrafung ber beteiligen $ h A® ® ™ Deam e i, Zurücknahme des Ausw isurg b fehl ä ru?6 H""swtri° unö der MÄch^ich^-s.-M und u ‘__ Lande ein. Ein engeres Zufammenarbeiten der Hausfrauen ber Städte unb auf dem Lande sei Hessische Volkskammer. nottD™i?!31 101. Sitzung. . Präsident Liebel (schwer verständlich) ver- St Darmstadt 7 Juli breitet sich zunächst allgemein über die Arbeits- Präsident Adelung eröffnet 'die Sifung .der beiden Ernährungsstellen, die dem- 9 LIhr 35 Min. und erteilt zunächst dem Abg. na$“ geregelt wird. Auch die Regie- Reiber (Dem.) das Wort zu einer Beinen LlCm’ baß bie Steigerung ber Anfrage über bie landwirtschaftlichen Probuktlvn eine Lebensfrage “■ “ für bas deutsche Volk ist. Dieses Problem ist aber nicht so leicht zu lösen, wie manche Leute zu denken scheinen. Das ist eine Frage, bie auf viele Gebiete übergreift Daß ber Grotzbesiher rationeller arbeiten kann als ber kleine, scheint überzeugenb, doch ebenso ist bas, was der Reformbund zu beweisen sucht, übertrieben. Landhunger besteht und mutz befriedigt werden. Ich glaube, datz wir in Hessen mit der Bodenpolitik auf dem richtigen Wege sind. Wir brauchen sowohl bie kleinen Bauern wie die Gutschöfe. Von mehreren Rednern wurden Wünsche geäußert, die auf die Förderung der Landwirtschaft hin.ielen. All diesen Forderungen steht die Regiei-ung sympathisch gegenüber unb wird tun, was in ihren Kräften steht und was die Finanzen gestatten. Rach der Pause gibt Präsident Adelung Kenntnis von der Einladung ber Stadt Butzbach zur 6. Jahrhundertfeier. Wg Fenchel (Hess. Vpt) begrübt, datz nun endlich die Feldbereinigung und besonders das Oberschiedsgericht hierzu verwirklicht werden. Er tritt dann für restlose Ausgabe der Zwangswirtschaft ein. Die Freiheit der Getreidewirtschaft werde die gleiche Folge der Verbilligung haben, wie die der freien Fleischbewirtschaftung. Die Lieberschüsse der Viehsandelsverbände sollten aus- I schließlich wieder der Viehzucht zugute kommen. Redner polemisiert dann gegen verschiedene Vorredner und stellt schließlich den Antrag, die Brotgetreideumlage für Hessen auf 25 000 Tonnen herabzusetzen. I Abg. Frau Bierau (D. Vpt) betont ebenfalls die Wichtigkeit des Zufammenarbeitens von Stadt und Land. Man verkennt in der Stadt sicher nicht die schwere Arbeit der Landwirtschaft, aber diese scheint vielfach doch noch nicht das I rechte Bild von den Rahrungssorgen der städtischen Devöllerung zu haben. Die hohen Obstpreise sind nicht berechtigt. Obst ist doch längst kein Genutzmittel mehr, sondern ein Rahrungs- mittel. Linser Brot ist noch immer von schlechter Deschasfenheit, ebenso ist es mit der Milch. Von den der Prüfungsstelle eingesandten Proben wurden 66 Prozent beanstandet. Wassergehalt bis zu 41 Prozent wurde festgestellt. (Hört, hört.) Dazu fompit, daß die Preise für weite Kreise unerschwinglich sind. Abg. Lux (Soz) fordert, daß durch eine Mühlen- und Bäckereikontrolle dafür gesorgt wird, daß das durch die -Umlage erfaßte Getreide auch wirklich der Bevölkerung zugute kommt. Oberfinanzrat Dörr bespricht die die Landwirtschaft betreffenden steuertechnischen Fragen und rechtfertigt die Maßnahmen ber Finanzämter unb ber Veranlagungsausschüsse. — Damit schließt bie Debatte. — Es folgen persönliche Bemerkungen. — Das Kapitel wirb angenommen. Der Antrag Fenchel, bie Getreideumlage für Hessen auf 25 OOO Tonnen herabzusehen, wird gegen die Stimmen der Rechten abgelehnt. Kapitel 74, Bodenverbesserung und Wasser- versorgung, gi6t Gelegenheit zu einer ergiebigen | Aussprache über die Organisation der Bauverwaltung und der Wahrung ber Interessen der Daubeamten. Auf verschiedene Beschwerden teilt Staatsrat Schl i e p h a k e mit, daß die Frage der Organisation im Fluß ist, und datz demnächst Vorlagen gemacht werden sollen. Abg. Sarnes (Dem.) meint, im Flusse ist die Organisation nun seit über 10 Jahren, damit ist nichts gesagt. Man mutz endlich Resultate sehen. Staatspräsident Ulrich sagt zu, datz er endlich eine Entscheidung herbeiführen wird. Abg. Dr. Osann (D. Vpt.) begrüßt diese Absicht. Es liege vor allem auch im Interesse ber Beamten, bah endlich eine endgültige Regelung erfolgt. Abg. Brauer (Hess. Vpt.) wünscht ebenfalls endlich eine Regelung der Derhältniffe der Daubeamten und besonders der Kulturinspektion. — Zur Sache sprechen noch Präsident Liebel, 2lbg. Eitznert, Herbert, Fenchel. — Das Kapitel wird genehmigt. Ebenso weitere. Zu Kapitel 77. LanbeSarbeits- unb Wirtschaftsamt, nimmt Abg. Wibmann (Soz.) Ge- »it, für bie Erhaltung dieses wichtigen, r Rechten bekämpften Amtes einzutreten. Er bespricht hierbei einen Antrag Knoll-Gesser der im Ausschuß noch nicht beraten werden konnte^ die Verkleinerung der Deamtenwohnungen, fordert Unterstützung der "Bautätigfeit auf dem Lande. Er übt scharfe Kritik an der Verkehrspolitik des Reiches, die die Wohnungskalamität ungeheuer erhöht. Die Arbeiter müssen heute für Monatskarten soviel bezahlen, daß sie dafür eine lururiöfe Wohnung in Frankfurt mieten könnten. Eine Verbilligung ber Arbeilerwochen- unb Monatskarten muh unbedingt erlangt werden. Rach weiteren längeren Ausführungen des Redners wird die Weiterberatung auf Dienstag 9*/3 Uhr, vertagt. — Schluß P/2 Uhr. Mieterversammlung. Die gestern abend im Eafs Leib veranstaltete Protest- versammlung war nicht vom Mieterverein, sondern von anderen Interessenten einberufen und hatte den Zweck, gegen eine Aenderung in der Besetzung der städtischen Wohnungszuweisungskommission Stellung zu nehmen. Infolge Gründung ber Vereinigung der Wohnungslosen und Wohnungssuchenden, die einen Zweig oes Mietervereins bildet, trat an Stelle von Frau Dr. Riemann ein Mitglied dieser Vereinigung in die Wohnungszuweisungswmmission. Sa Frau Riemann sich bisher aber für dieWvhnurgsfuchen- ben außerordentlich bemüht hatte, foLic durch 1 Körnerfrucht und ein Dausch vo blc Droteftversammlung darauf hingewirkt wer-1 mit Wurzeln ausgestellt werben. — Einen Märchenabend für Aeltere veranstaltet am Sonnabend der hiesiae Jugend- ring. Im Gemeindehaus werden ernste und heitere Kunstmärchen erzähll. Schlicht und einfach olls werden, wie man uns mitteilt, wie es auch dem Wesen der Wandervogel entspricht, die zu dem Iugendring zusammengeschlossen sind. Rege Deteiligung durch die Aelteren ist sehr erwünscht damit kne Erwachsenen einmal Einblick in das Leben der nach Wahrheit unb Ratürlichkeit stre- binden Jugend gewinnen. (S. Anzeige.) Landkreis Gießen. o-v. Beuern, 6. Juli. In der öffentlichen Demeinderatssitzung wurde beschlossen, das noch im hiesigen Wald lagernde Holz, etwa 700 Festmeter, unter Rachlaß von 10 Mk. pro Meter der Oberförsterei Mainz abzugeben. — Die Orgel soll einer gründlichen Ausbesserung durch die Orgelbauer Ri° kolaus und Förster in Lich unterzoaen werden. — Zur Ehrung der Gefallenen der hiesigen Gemeinde soll unter Gntfernuna der hindernden Lindenbäume vor der Kirche ein Denkmal errichtet werden. Die Ausführung will man dem einheimischen Künstler, Bildhauer Wilh. Arnold, übertragen. Kreis Schotten. s. L a u b a ch , 7. Juli. Am Verbindungsweg der Straße nach Gonterskirchen (an der Villa Friedensruh) hat Hermann Lauch ein neues Wohnhaus auf den alten Eiskeller gebaut. An dem Fabrikgebäude der Wollweberei Rühl wird ebenfalls ein neues Wirt- schastshaus errichtet. — Die elektrischen Leitungsmasten nach Freienseen sind von dem Distrikt Zwillingsseife aus bereits gesetzt. Die übriaen liegen vorläufig noch an den Wegen, für die sie bestimmt sind. Mit dem Einsetzen dieser Ständer muß gewartet werden, bis die Ernte geborgen ist, da sie sowohl über Wiesen- wie Ackerland geführt werden müssen. Dadurch ist eine erhebliche Verzögerung bedingt worden. Starkenburg und Rheinhessen. Aus Ginlabung ber hiesigen Handelskammer batte sich gestern vormittag eine große Anzahl Vertreter ber Behörden, Llniversität, Schulen unb Kaufmannschaft versammelt, um ber 6r Öffnung ber Ausstellung „Der FriedenLver- trag von Versailles" im Saale ber Handelskammer beizuwohnen. In seinen Degrüßungsworten dankte Herr Hommerzienrat Schirmer sowohl denjenigen, die zum Garantiefonds gezeichnet hatten, als auch ben Herren der Llniversität unb Lehrerschaft, die sich zur Führung in ber Ausstellung zur Verfügung gestellt haben unb bemerkte, baß bie Handelskammer von dem Gedanken ausgehend, datz nur ganz wenigen Menschen die Tragweite des Versailler Friebensver- trags bekannt sei, es für wünschenswert unb yot- wenbig erachtet habe, weitesten Kreisen unserer Bevolterung, Handel und Industrie, Handwerkern, Angestellten unb Arbeitern die Wirkungen des Vertrags in Wort und Bild graphisch und tabellarisch dargeftellt vor Äugen zu führen. Handelskammerihndikus Dr. Zeidler legte in klaren unb eindringlichen Worten die Bedeutung des Vertrages bar. Aufgebaut auf einer furchtbaren Lüge, ist bie letzte und tiefste Llrsache unseres heutigen Elenbs dem Veriailler Friedensvertrag zur Last zu legen. Seine Revision ist eine Lebensnotwenbigkeit für unser deutsches Volk. Der Weltkrieg hät eine Neuordnung ber staatlichen Gebiibe und der Machtverhältnisse geschaffen. Der Wet:bewerb des euroväichen Festlandes ist boll lammen ausgeschaltet unb Mittel- weil wir eine erljeblidjc Menge Auslands-1 getreibe einführen müssen, bas wieber teuerer geworben ist unb entsprechepb unserer Valuta SenehiniS WNd E 3dtc für > ,mce Firmer ötrahe 42, & öttahe un) Mc du Tre> Sie ®« tiateit der D Sieben Sie 2 n e eine gestaM 318 Dehnung gen biß zu 2 Sie'Be Jarksur! ^abhängige- Für di Leustadll 2500 Mart b Zurtzei nordwestliche! her Chemii4 Oberhesien) 1 ZurDc chrn für di 18000 Mark Vie Ci SeSlnfell kostenvrels t hing des Äi Vie st Mai um ei Mrgermisik fett Januar amtes fast u Teuerung fe Februar 191 1921 954, 2 Arbeiter hab 500 Ml. in Die Eladtvi bitten um < 6tabtb. migszahien ihre Deweii Worben fei tm (Jebruai eine Jerteu steigenmg b dem nur bc ’onbem für W An Verden, ba Hreissteigen vorzulegen. * ** Kurze Rach richten aus Hessen und ben Rachbarsta aten. (Beim Ab laden dst Lrvs, n I Ännilen belastet ’ Kosten beizuttag« | Reugliederung 01 werfen habe. Büchertisch. ünderbemittelten erlaubt aiMftggeu. Deutsche Doltspartei fmorgenSamstagletzterTag L? Met fdjte nuS Dcvlnr: DolkSwtrt,chatt > OrlSgrUPpe Uttb JU^CttögtUppC S unseres ltkber Teil. Sonntag, den 10. Jun, vorn». ” 1 T K _ CeffentL < IIL Dr. M Der Vomtand. 7559v r Franz Neumeier Fernruf 1212 Sonnenstraße 20 7563c der Vorstand. 7569v Wanderstielei Jagdschuhe Bergstiefel Arbeiterschuhe Schulstiefel Freibank Verkauf von 1 Uhr ab Maler-X f Anstreicher- Weifibinder-Gesch. . A. Beiitz . \ Llebigstraße 83 * X Tel. 945 / Gtabto. Ebel spricht im Namen seiner Fraktion für Lohnerhöhung un£> bittet, die Angelegenheit bis zur neuen Zugehörigkeit Gießens zu einem ©täbtehetbanb zurückzustellen. Bürgermeister Kreuzten macht ausmerr- fam bah Gießen durch den Beitritt zu einem Verband sich den SaHffäben unbebtngt zu unter- Stadtv Baum unterstützt die Ausführungen des Stadtv. Mann, der feinen Antrag auf Lohn- Mignissss:, roett kste rrSUM ML-Dmllerei. K Lasse. Lietzen,7352 er Höhung nochmals begründet Gin Antrag Ebel, die Beschlutzfatzung aus- zufetzen, wird angenommen. Zur Zahlung deS vollen Tage- lohn- an die Rotstandsarbeiter für die Vortage an Ostern und Pfingsten, totrb ein Kredit von 1600 Mart bewilligt. Es sind etwa 110 AotstandSarbeiter vorhanden, die mit Kanal- arbeiten und in der städtischen Steinsabrit verwendet werden. . . Die Rechnung der Stadt und des ßtabtertDcit: rui gSfonds 91 wir^ nach Prüfung des Riedersch.agungSverzeichuis^s genehmigt. _ Der Mitgliederbeitrag zu dem Verband der Hilfsschulen Deutschlands wird von 5 auf 20 War? erhöht. Der Voranschlag für daS Realgymnasium und die Oberrealschule für 1920 bedarf für Heizung usw. einer Krediterweiterung, die bewilligt wird. Der (Siebener Radfahrerverein 1 885 bittet für sein Dau-Sommerfest um eine Musikalische und gesangliche Darbietungen Theater und Tanz. Eintritt 2 M., für jed weitere Familienmitglied IM. Die Vorsitzenden: A76v Dr. Müller.Prof. Dr. KrauSmüller. DonncrStag, den 14. Juli, 6 Ubr abends, ani der Licdigöböbe. fein, Leseholz zu sammeln „ (Stn Antrag des Stadtv. ÄrauSmuHer befürwortet, im August keine Sitzungen anzuberaumen. Schluß der öffentlichen Sitzung 8 Uhr. Alice-Frauenverein. Abt. Bienenkorb. Montag den ll. und DienStag den 12. Juli, jedesmal nachmittags von 3 bis ti Ubr. werden die gefertigten Handarbeiten -^- darunter zahlreiche RinderNeider - im Haufe Gartemtratze 2 Zun- mer Nr.16 ausgestellt und zum Verkauf gebracht. Die Sprechstunde in der alten Klinik fallt.am Nomqg auS.I iHlcr der prinzipiellen Entscheidung, ob zu Mei'nSfestlichkeiten eine finanzielle Unter- Sfoung geleistet werden soll, und bei der Deu- Eaeluna bet Unterhaltung des SSuglingShei- «ee ^ur diese ist nunmehr eine Lösung gefim- die den Fortbestand sichert, ohne daß die Stadt allein die finanziellen Aufwendungen zu tragen hat. e Louis Treff & Cie. WaMorstrahe 17 7578c Telephon 643 Aelteste Svezial.ru chhandlung am Platze - Gegründet 1827 fielt. Silfte eigene Röstung, rein« schmeckende Qualitäten, stets irisch, Pfund Mk- 20, 24, 28, 30, 34 Roh-Uassee Psd. Mk. 20, 22, 24. 26. Tee, Souchong Psd. Mk. 28. 30. gar. rein. Uatao Psd. Mk. 16, 18, 20. Jakob Maternus Ecke Klinik« T»“c und Frankfurter Stratze Deutiodlionale ttsparlei. 3u dem am Sonntag, dem 10. Juli, 6 Uhr nachm. von unserer Iugendgruppe auf der „Karlsruhe" zu veranstaltenden Sommersest sind alle Mitglieder der Ortsgruppe und deren Angehörige herzlichst eingeladen. Zahlreiche Beteiligung erbittet folge Wdjiebcn sein möchten ®r schlaf' mit d« Worten .Gehet hinaus und bewahrt die alade- mische und die nationale Freiheit." * 11 Marburg, 6. (Ulli Der vor einigen Jahren von seinem Amte als Direktor des pharmazeutisch-chemischen Instituts zurückgetrelste Geb. Regierungsrat Pros. Dr. Ernst o d) m t o t, ist heute früh kürz vor Vollendung feine» <6. Lebensjahres gestorben. Kirche und Schule. ll Kirchhain, 6. Juli. Wie aus Rastdorf gemeldet wird, ist dort infolge Streitigkeiten we« gen endgültiger Besetzung der Schulstelle, die Gemeinde wünscht den seitherigen Schulamts- bewerber zu behalten, ein Schul streik aus- gebrochen Verein für das Deutschtum im Ausland ugtiuiiiiiiiimiiiuiiHMiHiiiiHiiiHnniiniiiiiimmniiHummnini Sommerfeier am 16. Juli 1921, nachm. 5 Uhr auf Textors Hardt Beginn der Sitzung M/4 Uhr Anwesend sind Bürgermeister Krenzieni b Beigeordneten Dr. Frey. Du Bosenberg, sowie Seid und 31 Stadtverordnete. Den Vorsitz führt an Stelle des beurlaubten I oberbürgermcisters Bürgermeister Kr enz ten. i 2H8 Schriftführer wird an Stelle des bc I urlaubten OberstadtsekretärS Wickel der Stadt- I letrctär Muhl gewählt. Daugcfnche. Genehmigt werden die Daugefuche des Sd- V mund "Richter für Milhelmstratze 2, d^ Franz Bette für Mäusburg 10, der Firma Zurbuch für ein Grundstück in den Eichgärten, die Anbringung eines Firmenschildes Plvckstraste 10 und 2; die Einfriedigungen für daS Grundstück ©trahe 42, der Baugenossenschaft an der Licher ©trabe und des Grundstücks ln8a1{ |3, ,owic tue Trennung einer Hvfrette Äaifcr-2n.lee 47. Die Gebührenordnung für die Tä° ttgteit der Daupolt-etdeamten der Stadt cKeben wird genehmigt. „ Die Anerkennungsgebühren erfahren eine gestaffelte Erhöhung. Als Gebühren für die Mitglieder der Wohnungskommission werden für Sitzungen bis zu 2 Stunden 6 ORart T>etoiCTigt. fl DieDeschaffungsbeihilfevon300 Mark für die Leichenfrauen, die von den Unabhängigen beantragt war, wird abgelehnt. Für die Reparaturen am Hause nommen werden. ©tadtv. Mater beanstandet die Prüfung der Bedürftigkeit bei L e s e h o l z s ch e i n e n. Beigeordn. Rosenberg teilt mit. dast es feit Ginfühn nj L e AchtstundenlageS viel ach Ufus geworden fei, nachmittags mit Beit urfö Sage in den Stadtwald zu ziehen. Der Wald habe dadurch ungeheure Schäden erlitten. Daher soll es in Zukunft nur Mind,---------------- Bürgermeister Kr c nzien erwidert datz die Indexzahlen auch Wvhmmg und Heizung ein Krausmüller crlennt die Inder- zahlen nicht an. sie seien für Dietzen nicht zutreffend Seine Fraktion fei gegen die Bors «pulse, weil ihr das Vorgehen zu schablonenhaft fei Auch ein Teil der Beamten stehe sich nicht besser als die städtischen Arbeiter. Tine Amtregelung der Lohne werde man wohlwollend prüfen. Stadw. Simon verwirft ebenfalls die Sta- tfftil und stellt fest, datz Lebensmittel und Kleider in Frankfurt billiger sind- als in Gietzen. Sr fei gegen Vorschub, aber für Lohnerhöhung. Bürgermeister Kr enzien bemerkt, datz die Zugehörigkeit der Stadt zu einem Städteverband sich in den nächsten Tagen entscheiden werde. Damit sei die Stadt an Tarife gebunden. fiunft und Wissenschaft. — Unter dem Hamen „Deutsche Kun st" will, wi wir erfahren, die vor einem halben Jahr in München zum Besten der notleidenden begabten Künstler und deS kunslliebenden laufen den Publikums gegründete Denofsenschasl in bei s nächsten Zeit auch in unserer Stadt eine Orts- Hervorragende % Onalitätsvare! den HÄ le8f in 5. T>g di • M 6efthmntf ötontn llnv _ 11 ^ufgobfli .1' ete ÄXfy* ML JO« tun t« L "l^ert- unb W Aau«. ? dorbildlich für hnet iverden, V\t dn Mett nl® Leitung non ge- c Äoman^e aut i Lchdarzlose alt ■fo bartbare, mit uhoret, irte die knatter: >x D „2eun Quad» >em Abend bat ialttr und AuS- folg vollftändig auch der finan- ldmg zu dienen Eintritt M. S.- ym Borverkaus bei den Herren Cbailrer und m sämtlichen Buchhandlungen au M. 2.50. &ur Stubicrenbe bei Herrn Hausverwalter Ritter zu M. r.—. An der Abendkasse keinerlei Ermänigun^ Vermischtes. Gin Dvppelmord. Mannheim, 7. Juli. Wie die ..Aeue Badische LandeSzeitung- erfährt, besteht leider kaum noch ein Zweifel, datz der in Heidelberg seit acht Tagen verschwundene Bürgermeister Busse von Herfordund sein Freund W e r n e r, den er in Heidelberg besucht hatte, einem BerbrechenzumOp- fer gefallen sind. Heute nachmittag verhaftete die Heidelberger Fahndungspolizet den Dahnschmied Siefert in seiner Wohnung in Ziegelhausen bei Heidelberg. Man fand bei ihm verschiedene, dem Bürgermeister Busse gehörige (Segenstände, darunter einen an Busse gerichteten Brief. Dieser leugnete bis heute abend die Tat, doch gilt er auf Grund der ihn schwer belastenden, bei ihm gefundenen Gegenstände als überführt. Siefert hatte sich omch durch große Geldausgaben in den letzten Tagen verdächtig gemacht. Morgen früh wird er dem Staatsanwalt vorgeführt. Der ebenfalls seit einigen Tagen vermißte Kaufmann Horst Horn aus Berlin ist inzwischen in sein Heidelberger Hotel zurückgekehrt. Hänglivqsh«nn Das Ödugtlng h im stand tor ' e •' t an tc len Zusammenbrucy ycim unb Milchküche ftnb finanziell getrennt worden, die auf S Mk. für Hetten, aut 12 Mk. für Aichthessen erhöht. Die Aeuaufnahme von Kindern wird nur m dringenden Füllen genehmigt. Das Ministerium des Innern Hai inzwilchen wohl eingesehen, datz cs seine Verpflichtung ist- das Säuglingsheim zu unterstützen, das Finanzministerium bat jedoch mit Rücksicht auf die Konsequenzen ab- gelehnt. Das Heim bleibt nun in Händen deS Vereins und wird durch ein Kuratorium verwaltet, in dem Verein. Stadt und Kreis vertreten- sind. Die ärztliche Leitung übernimmt die Universität. Die Kassenführung geschieht bei der Stadl Der jährliche Fchldelrag von etwa 100 000 Mk. wird von Staat und Stadt geteilt. Die Stadt Gietzen übernimmt weiterhin die freie Stellung des Gebäudes und seine Unterhaltung. Stadtv. Höhn bemerkt, datz die Stadt durch den letzten Passus ein Mehr von 10 000 Mk. trage. — Stadtv. Sommer hält es für unlogisch. datz autzerhessifche Gegenden die hessischen Klincken belasten, ohne entsprechend zu den icn. Dem könne jedoch nur eine ür Freitag: trag der Well- Dreher Hörsaal Achtbildervvrtrag - Lichtfvtelhaii- der Leidenschaft schwarze Schmach. Die öffentlichen uftrie werden fort- Dehlar spricht am ;s ll1/* ühr, über igcnieur Drink' den 17.3uli, dop technischen Teil'. ?n& für 2ellm hiesiae Jugend« i ernste und hei« licht und einfach teilt, wie eS auch entspricht, die zu ilossen sind. W ist sehr erwünscht ; Anblick in da- Natürlichkeit ftre- Anzeige.j ßen. 3n der ösfent- ^ung wurde be- x Mld lagernde itei Dachlah von rsörsterei Mainz oll einer gründ' > Orgelbauer D- ses Sie Au-MW Künstler, Dlld. seit. :tu s® U-'N.'V Zentralheizung Spenglerei and Installation für 6as- und H'asseranlagen sowie samtl. Revaratnreu »u den billigsten Preisen K. Hüuermund, Wolkengasse17 Svcngler- und InstallntionSmeitter. Es ter» n ***sA ion Deustadt 22 wird ein nachträglicher Kredit von 2500 Mart befürwortet. Zur Herste11ung etner Mohnun g tm nordwestUchen Torbaus an der Malllvrstratze (bisher Themis ches llntersiichungSamt der Provinz Oberhessens werden 15 000 Mart-bewilligt. 3 u r Beschaffung von Gr sahschl 2 u - chen für die Feuerwehr wird ein Kredit von 18 000 Mark genehmigt. Die Einrichtungsgegenstande der DeSinfektionsan st alt werden zum Selbst- kvstenpreis von rund 5000 Mart an die Derwal- tung des Kreises abgetreten. Die städtischen Arbeiter haben im Mai um einen Vorschub von 300 Mk. Bürgermeister Krenz ien stellt hierzu feft. datz fett Januar die Teuerungszahlen des Reichs- amtes fast überall im Reiche einen Rückgang der Teuerung feststellen. Für Dietzen betrügen sie: Äebruar 1920 565. Januar 1921 930, Februar KU 838, April 887. Mai 880 Die Arbeiter haben im Rovemder einen Vorschutz von 500 Mk.. im Dezember von 300 Mk. erhallen. Me Stadtverwaltung und der Finanzausschutz bitten um Ablehnung des Antrages. Stadtv. Mann stellt fest, datz sich die Teue- «ngszahlen nur auf LebenSmittel erstreckten und ihre Beweiskraft im Reichstag stark angezweifelt worden sei. Die Teuerung sei die gleiche wie tm Februar. Seit Mitte Juli 1914 hätten wir eine Verteuerung um 1466 Prozent. Die Lohn- fteigerung betrage aber nicht das ^Vssache. sondern nur das 8sache. Er sei nicht für Borschutz, sondern für Lohnerhöhung und beantrage eine solche. An Lohnabbau könne noch nicht gedacht werden, da für die nächsten Monate eine weitere Preissteigerung zu erwarten sei. Zochschulnachrichlen. Deutscher Sttideutentag. X®rtangen, Z. Juli. In der 5. Dollsthung behandelte Dr. Dietrich- Berlin in glänzender Form den Sah 1 der Zielformel der Deutschen Studentenschaft: ^Mitarbeit an den Aufgaben der Hochschule''. Die Aussprache darüber fand nachmittags statt. Rachdem eine kurze Pause stattgefunden, wurde in den zweiten Teil der Tagesordnung, Bericht der Ausschüsse, eingetreten, bte das Ergebnis ihrer Beratungen in Leitsätzen fest- gelegt hatten. Auf Vorschlag des Ausschusses für Reuaufnahmen wurden folgende Hochschulen auf- genommen: 1. Akademie der bildenden Künste in Wien 2. Fachschule für Bodenkultur der Technischen Hochschule in Prag zu Tetschen-Liebenwert, 3. Evangelisch-theologische Fakultät in Dien, 4 Dervbau-Abteiluna der Technischen Hochschule Berlin.C arl: t'.enbi rg Der Antrag a fA snayme der Hochschule in Eöthen wurde zurückgezogen. Rach einem kurzen Ausblick auf die Zukunft von Herrn van Qfybel nahm Leiter ®r-, pJL’V? Abschied vom Studententag. Es fei viel Arbeit geleistet worden, der auch im Leben grobe Erdei mH wenig BOnlcn- itndien. spare durch H ■-i-. ■UK#t eine® i flIIe Kfs) u »ttrnie Deim < Achtung J?n r^rlan IornM I pdterc 2" *»» ! gen die dn 1 9i i anders, I ®ff-? j Antrag. .7 I Invalio I fe" t ^liden kt I Ein 2e her Regier' ab«, ihn W das st Vorlage nut Her u"1 die Rorlagc 3m La rarsten • die Mehrh« Unruhe hei sprechungen gebrochen z 2bg. $ Diimte ein • entftaiben bedingten e Lnne nicht Dg.^ Vche Anna! teien unb t an den 3n ®g. : L-ßMZ sich mir ur validen. 2ßg. 1 ber3rtto 2*nn k re^*l! vahr^. 3tai t'2lg V? w Sti»6 Ml" Z?->. , fau u Ache °ltere j Invaliden 2lbg. bannn, ba Vahren 2 gung tarn 2bg. 1 christlichen tri fang m reichender Dg ; vsten sollte Beispiel m tortaen Li Unter wird die0 sung an$ 3um Dochen Agnes ( Höhung de k. 2bg.: hätten die hätten teil das Zuslai zögern. % trägen. 3L lchuhberatn hört vor b Mib M leine Origen 2 len vorder . W mgm 2ln Wttt«ta l Klchmze Agrwvrl $? l° ° ootmhani . 2bg !chuhbesch d°" 5rai M auch , Die 3 K die 21r Dasz iUT 6tt MM schwarz und grau Lot M. 0:95 Dawttiplt schwarz und braun verstärkte Spitze u. Ferse Paar M. 6.95 tiHriimple schwarz, Baumwolle Größe 3—7 Paar M. 5.50 Wieseck, .den 8. Juli 1921. 1 09627 gesucht. 09610 I 1 Lehrling oder Lehrmädchen für kaufmänn. Bureau Die Beerdigung findet Samstag den 9. Juli, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehaus, Wagengasse 3, aus statt. (7565 Im Namen der tieftrauemden Hinterbliebenen: Familie Friedrich Becker. 1 boditräditioe Kub, 2 landwirtsch. Wagen, Kultivator, [fompl., Jauchcfaff, eiserne Egge zu verkaufen. Am 6. Juli, abends 81/* Uhr, entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater Herr Carl Rust Oberbahnassistent im Alter von 63 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Martha Rust geb. Fenne! Hans, Konrad und Karl Rust Gießen, den 8. Juli 1921. Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 31/, Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt 7581 Heute nacht entschlief infolge eines Unglücksfalles unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frag Margarethe Römer geh. Frey im Alter von 68 Jahren. Alte MW» sucht zu kaufen Wtzl'M Srmkerei Schulstraffe 7. «m, cfal erhall Hommel und gut erhaltene Gamaschen- Hose mittlere sttgur zu kaufen gesucht. Schristl. Angeb. u. 0961,8 an d. Gteg. Anz. | Empfehlungen] Hera-Socken grau, Normal Paar M. 6.50 Gfrthtpr ru kaufen SlIUVICV gesucht. Schriftl. Angebote unter 09553 an d. Gies;. Anzeig. 81M Pferd, S; br. Wallach, Ojährig, zug- fest u. treu, Ait verk. l085*8 Lollar, Bleichstrahe 21. 1 erstklassiger Eimmen taler Bulle, 15 Monate alt, steht zum Verkauf bei Landwirt Karl Seum, BorSdors b. Nidda. I7554 Wohnhaus und grobem Garten weg- zugshalbcr unter günstig. Bedingungen zu verkauf. Schristl. An geb. unt. 7537 a. d. Giehener Anzeiger. 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Der Zeichnungspreis beträgt 99% zuzüglich Schlußnotenstempel unter Verrechnung von 5% Stückzinsen 3. Die Zahlung des Zeichnungspreises ist in einem Betrag in der Zeit zwischen dem 11. Juli und dem 30. September 1921 zu leisten. Württembergische Vereinsbank Die Mitglieder der Vereinigung Württ Banken und Bankiers Die Mitglieder des Verbands Württ. Bankiers Württ Sparkassen-Giroverband Landwirtschaftliche Genossenschafts- Zentral kasse Zentralkasse württ Genossenschaften Badische Girozentrale Rheinische Creditbank Süddeutsche Disconto-Gesellschaft Hessische Girozentrale Bank für Handel und Industrie Berliner Handels-Gesellschaft Commerz- und Privat-Bank A.-G. Deutsche Bank Direction der Disconto-Gesellschaft Dresdner Bank Hardv & Co. G. m. b. H. Mendelssohn & Co. Mitteldeutsche Creditbank Nationalbank für Deutschland. 4. Die Zuteilung findet baldmöglichst nach Zeichnungsschluß statt Die bis zur Zuteilung bereits bezahlten Beträge gelten als voll zugeteilt. Die Stücke werden mit möglichster Beschleunigung fertiggestellt. Ausführliche Prospekte sind bei den Zeichnungsstellen erhältlich. Stuttgart, Ulm, Mannheim, Darmstadt, Berlin, im Juni 1921. 350 Millionen Mark 5°/oige mündelsichere Teilschuldverschreibungen der Neckar-Aktiengesellschaft unter Garantie des Reichs sowie der Länder Württemberg, Baden und Hessen mit dem Recht auf hypothekarische Sicherstellung auf den zu erstellenden Kraftwerken. Am 1. Juni 1921 ist unter Mitwirkung des Reichs sowie der Länder Württemberg, Baden und Hessen der Gesellschaftsvertrag der Neckar-Aktiengesellschaft festgestellt worden. Gegenstand des Unternehmens das seinen Sitz in Stuttgart hat, ist der Ausbau des Neckars von Mannheim bis Plochingen (oberhalb Stuttgarts)’als Teil der Neckar-Donau-Großschiffahrtsstraße sowie der Ausbau und Betrieb von Wasserkraftwerken an der Neckarwasserstraße. Das Aktienkapital von 300 Millionen Mark ist gezeichnet worden vom Reich, den Ländern Württemberg Baden und Hessen, sonstigen öffentlichen Körperschaften sowie namhaften süddeutschen Industrie- und Handelsfirmen- es haben sich dabei ferner beteiligt die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft, die Siemens-Schuckertwerke, die Bergmann-Elektrizitätswerke, die Brown, Boveri & Cie. A.-G. und eine Anzahl von führenden deutschen Banken. Durch das Unternehmen wird ein in das Herz von Südwestdeutschland führender Großschiffahrtsweg von 200 km Länge geschaffen, der die Grundlage für eine Verbindung von Rhein, Neckar und Donau und damit von Westeuropa mit den Donauländem bildet. Der Ausbau der Wasserkräfte durch Erstellung von 26 Kraftwerken wird nach den Gutachten der Sachverständigen etwa 100 000 Pferdestärken ergeben, aus denen sich an elektrischer Energie jährlich 300 - 400 Millionen Kilowattstunden gewinnen lassen. Das Bauprogramm sieht die Herstellung der gesamten Anlagen, und zwar sowohl der Schiffahrtsstraße als der Kraftwerke innerhalb eines Zeitraums von etwa 12 Jahren vor Zur Beschaffung der Mittel für die Durchführung des ersten Teils des Bauprogramms gibt die Gesellschaft 350 Millionen Mark 5%ige auf den Inhaber lautende Teilschuldverschreibungen in Stücken über M. 20,000—, M. 10,000.—, M. 5,000.—, M. 1,000.— und M. 500.— aus. Die Tilgung der Schuldverschreibungen erfolgt zum Nennwert vorn Jahr 1927 ab im Weg der Auslosung innerhalb 37 Jahren, vorbehältlich früherer nicht vor 1927 beginnender außerordentlicher Rückzahlung Die Zinsen werden halbjährlich je auf 1. Februar und 1. August bezahlt Die Verzinsung beginnt am 1. August 1921. Für die Teilschuldverschreibungen haftet das gesamte Vermögen der Neckar-Aktiengesellschaft Außerdem werden die Teilschuldverschreibungen durch Eintragung einer Sicherungshypothek mit erstem Rang auf sämtliche Kraftwerke, welche die Gesellschaft erstellen wird, jeweils nach Ausbau des einzelnen Werks sichergestellt werden. Endlich hat das Reich sowie die Lander Württemberg, Baden und Hessen für die Teilschuldverschreibungen, und zwar sowohl für das Kapital wie für die Zinsen die Garantie übernommen Die Schuldverschreibungen sind sonach im ganzen Deutschen Reich zur Anlegung von Mündelgeld geeignet Die Gesellschaft darf später ausgegebenen Teilschuldverschreibungen keine besseren Rechte einraumen; es ist höchstens eine Gleichstellung solcher Schuldverschreibungen mit den jetzt ausgegebenen gestattet, wobei eine Ausdehnung der Sicherungshypothek mit gleichem Rang auf später ausgegebene Teilschuldverschreibungen Vorbehalten bleibt Die Einführung an den Börsen in Berlin, Frankfurt, Mannheim und Stuttgart ist in Aussicht genommen. Die Teilschuldverschreibungen, die demnach als ein ausgezeichnetes Anlagepapier betrachtet werden können werden hiermit zur . ’ . ,, . R .. , . . Zeichnung unter folgenden Bedingungen aufgelegt: 0 1. Zeichnungen können erfolgen vorn 11. Juli bis 15. September 1921 bei den unterzeichneten Stellen und deren sämtlichen Niederlassungen, ferner durch Vermittlung sonstiger Banken und Bankiers und der Sparkassen. | Vereine Saaitee, 9. d. HI., abds.BÜ. (wicht.) lich erteilt. 09630 Linden- 00631 für Nerelne, Konzerte, Ausflüge, Kommerse sow. f. alle Festlichkeiten übernimmt in jeder Besetzung J. Herrmann Mustklehrer und Kapellmeister, Crednerstr. 18 I. Biolin unb Klavier- Unterricht wird gründ- Iagdhündin kurzhaarig, braun u.weih getigert m.braun.Platten, Kovs braun mit kleinem weihen Strich, aus den Namen Lotte hörend, mit Kette entlaufen. Vor Ankauf wird gewarnt. Geg. Belohnung abzug. bei Gottfr. Beaderotb, Lokomotivführer, Klein- Grüne Mütze verloren am 5. hull aus dem Weg Labnbrücke- Gletberg. Abzngeb. gegen guteBelobnung bei 7556c Salomon, Schulstr. 4. Empf. mein groh. Lager in Seien unh Herben Zentrifugen Tnfel-u.IezimlWgeii Leiterwagen zu billigen Preisen. Holzrechen v.2,5ftM.an W. Dürbeik Mf. 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Das Recht gemeinen Schi ift [7582A (Nachdruck verboten.) Fvrtfetzung. b genommen. werden können, den Stellen und ankiers und der d dffl Berichterstatter sind die Abgg. Dietrich lDern.), Dr. Gilde meist er (D. Vpt.), Cols» Horn (Welfe) und Dr. C u r t i u s (D. O3pL). Ein Antrag Gildemeister (D. Vpt.) ersucht die Regierung um Vorschlgäe über den Ersah derjenigen im Kriege an Schiffsraum entstandenen Schäden, die im Auslandsschädengeseh nicht geregelt sind. Ein Antrag C u r t i u s (D. Vpt.) will auch dem Rechtsnachfolger des Geschädigten Ansprüche zugestehen. Außerdem liegt eine Reihe von Resolutionen des Ausschusses vor auf Beschleunigung der Durchführung der Gesetze und entsprechende Ausgestaltung desReichswirlschafts- AgneS (USP.) ihre gestrigen Anträge auf Cr- höhung der Unterstützungen. Abg. Frau Schröder (Soz.): 3m Ausschuß I hätten die Unabhängigen ausdrücklich erklärt, sic hätten keine weiteren Anträge zu stellen, um das Zustandekommen der Bortage nicht zu verzögern. Run komme Frau Agnes mit ihren Anträgen. Was hätten unter diesen Umständen Aus» fchuhberatungen für eine Zweck. Der Antrag gehört vor den 6. Ausschuh. Präsident Lobe stellt fest, dah bislang noch gar keine neuen Anträge eingegangen sind. Die gestrigen Anträge seien an den Ausschuh überwie- fen worden. Abg. Frau Wurm (USP.) nimmt die ge-1 strigon Anträge wieder aus. Mit der Ausschuh- beratwng fei so viel Zeit vergangen, dah in der Zwischenzeit sehr wohl Berbesserungsanträge möglich geworden seien. Der Segen unserer Borschläge wird ja anerkannt. Warum sollen sie denn an Formfragcn scheitern'« Abg. Frau T e u s ch (Ztr.) tritt für die Aus- ßchuhbeschlüsfe ein und stimmt den Ausführungen von Frau Schröder zu. Was wir beschließen, muh auch geleistet werden. Die Abstimmung wird einstweilen ausgesetzt, da die Anträge Agnes noch nicht vorliegen. hoffen. Die gerügten Ruhestörungen, besonders in den Samstagnächten, sollte man nicht so tra- toirb wohl nie heiraten. Sv sind dem Fürsten von fünf Kindern nur zwei gesunde geblieben Anneliese, die jüngste, und RainerS älterer Bruder Rüdiger, der künftige Majoratsherr." Sie stand aus. „QU>er genug geschwatzt, kleine Dv! Run geh' ein bißchen in den Park hinab und amüsiere dich mit deinen Blumen und Vögeln, ich habe zu arbeiten." Do entfernte sich gehorsam. Der Park, einst von kunstvoller Hand angelegt von einem verschwenderischen Rotherstein. der Monrepos seinerzeit mit großem Aufwand zu einem prachtvollen Herrensitz ausgestaltet hatte, war nun arg verwiDert und vernachlässigt, tote das Bauwerk, das er umschloh. Stück um Stück hatten die Rachkommen von dem großen Grundbesitz weg verkauft, und als es der jetzige Besitzer, Achim von Rotherstein, als Alterssitz bezog, bestand es nur mehr aus Schloß, Part und einem Heinen Meierhos, der verpachtet war. Außer ihm und seiner Enkelin Dorothee wohnten nur Frau Wenk und 'des Grafen Kammerdiener im Schloß, die sich redlich in alle Arbeit zu teilen hatten. Aber zwei Menschen zur Erhaltung eines Schlosses und eines Parkes von acht Joch genügten eben nicht, und so hatten Sonne, Wind und Regen ihr Werk an Monrepos getan. Der alte Bau strotzte von unausgebesserten Schäden, und im Park wuchs seit Jahrzehnten alles zu einer malerischen Wildnis zusammen, in der nur Do so recht eigentllch Bescheid wußte. 3hr Großvater, der gichtieidend war und nur an selten schönen Tagen das Freie aufsuchte, läge von 35 Mk. Die Ausführungsbestimmungen zum 'Besoldungsgesetz werden gemäß dem Ausschuhantrag genehmigt. Die Anträge über die Gleichstellung der Frau in der Justiz werden bis zum Herbst zurückgestellt. Sonst noch auf der Tagesordnung stehende Ausschußberichte und Petitionen werden debattelos angenommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt Rächste Sitzung Dienstag, den 6. September, nachmittags 3 Mßr. die ilnwerfttäten. Man muß daS Thema auch mal von dieser Grundlage aus prüfen. dazu kommen, eine Demokratisierung des Hochschulwesens zu fordern. Der Forderung der mi- bedingten Selbstverwaltung der Universitäten darf entgegengehalten werden, daß die Universitäten Staatsanstalten sind, für die der Staat viele Millionen ausgibt. Ein Einsluß aus die Verwaltung der Universitäten ist darum eine moralisch durchaus gerechtfertigte Forderung des Staates Abg. Frau Hattemer (Ztr.l möchte ebenfalls anerkennen, daß heute die Studenten fleißig arbeiten und Rot und ©ntbebrungen nicht scheuen. Geistige Werte, die in solchen Mühen erworben werden, lassen das Beste von der Zukunft er- schäft betr. die Erwerbslosenfürsorge. Abg. Plettner (K.): Die Arbeitslosigkeit kann nur durch den Sturz des kapitalistischen Systems beseitigt tperden. Abg. D i ß m a n n (11.) weist auf die Rotlage der deutschen Werftarbeiter hin. Man habe den Reedern 12 Milliarden in den Rachen geworfen, diese hätten sich aber Schiffe im Ausland dafür gekauft, statt sie in der Heimat bauen zu lassen. Die Vermittlungsallion im Werftarbeiterstreik sei an dem Widerstand der Reeder gescheitert. Reichsarbeitsminister Braun betont, daß der Schiedsspruch von Elbing von den Reedern 1 nicht anerkannt worden sei. Die Regierung werde Überhäufung. Es folgt die Diätenvorlage der Reichstagsmitglieder, die debattelos in allen drei Gelungen angenommen toirb. Einige Abänderungsanträge sind ^irüdgezogen worden. Demgemäß erhalten die Abgeordneten, die in Das Haus beschließt sodann, die Genehmigung zur Strafverfolgung der Abgg. H ö l - Die Rothersteins. Roman von Erich Eben st ein. Copyright 1919 by Greiner & Comp., Berlin XV 30. lein (Komm.) und Körner (Deutschnat.) wegen Beleidigung nicht zu geben. Es folgt die gemeinsame Beratung der Gesetze über Derdrängungsschäden, Kolo- nialschäden und Auslandsschaben. Hierzu liegt ein Antrag Fleischer (Ztr.) vor. Reichsangehörigen, deren Eigentum auf der Fahrt durch den polnischen Korridor widerrechtlich beschlagnahmt wurde, auf Antrag eine vorläufige Entschädigung aus Reichsmitteln zu gewähren, die im Falle eines Einganges eines Ersatzes durch Polen an das Reich zurückzuzahlen ist. Die erste Vorlage bezieht sich auf diejenigen Deutschen, die aus den verlorenen Gebieten in Elsaß-Lothringen und im Osten verdrängt worden sind. Verbunden mit der Vorlage I ist eine Entschädigungsordnung, durch welche die I Organisation und das Verfahren der Behörden geregelt toirb, welche die Entschädigungen und I Vergütungen für Schäden aus Anlaß des Krieges und des Friedensschlusses zu bewilligen haben. Hierzu gehört außerdem Ersatz der Aufwendungen für rechtswidrige Verurteilung, Verhaftung, Internierung, Verhinderung der Ausfuhr, und Ausreise, der Ersah für Gewaltakte, Brand, I Plünderung und Erpressung, sowie der Ersah für Verlust des Ertoerbseinkommens, für verlorene und beschädigte Sachen und eine Pauschsumme als I Ersah für den "Verlust der- Existenz. Der Ersah I beziffert sich für alle drei Gesetze auf 18 Milliarden Mark. nochmals den Versuch machen, tun «ne Einigung herbeizuführen. Sollte dies nicht gelingen, fo werde die Regierung daran denken, den Schiedsspruch für bindend zu erklären. Es entspinnt sich darauf eine Debatte zwischen den Unabhängigen und den Stommuniften, die ich einander nortMtfen, im Ausschuß die Interessen der Arbeiter nicht genügend vertreten zu haben. Schließlich entschuldigt der kommunistische Abg. Eckhardt das Fernbleiben der Kommu- nisten von den Ausschußberatungen mit ArbeitS- scheidung über Oberschlesien fallen werde. Er hofft, daß sie auf Grund des Rechtes erfolge, das uns die Abstimmung in die Hand gegeben habe. richtigen Ort und zu gegebener Zeit in der a 11 e r- schärfsten Weise geschehen wird. (Bravo. Unruhe.) Herr Präsident Strecker sollte sich keiner Täuschung darüber hingeben, daß er auch in seinen eigenen Reihen (der Demokratie), sehr starke Gegner habe, und wir sehen dem Wahlkampf mit Zuversicht entgegen. „3a. Und die Grafenegger RothersteinS gehörten einst wohl zu den reichsten Kavalleren des Landes. Aber es hat viele Verschwender unter ihnen gegeben, und Grafenegg ist längst nicht mehr, waS es war. Der Familienfonds schmolz zusammen, es zehren zu viele daran, und dein Großvater, der ja überhaupt nur der Seitenlinie angehört, bezieht nur eine sehr bescheidene Apanage von seinem Vetter." „Das ist Fürst Ubald aus Drasenegg, nicht wahr?" Frau Wenk nickte. „Als Chef der Hauptlinie führt er den Fürsten titel und ist Majoratsherr aus Grasenegg Aber wie gesagt, gar so dick haben sie's drüben auch nicht mehr, meine ich. Der Fürst hatte btci Unglück mit seinen Kindern." .Zu diesen gehört doch auch Gras Rainer, nicht? — Der einmal mit seiner Frau hier war? Er hintte, glaube ich." »Ja. Rainer ist der jüngste der Söhne. Er behielt nach einem Sturz vom Pferde ein steifes Dein, mußte den Dienst quittieren und liegt mit Frau und drei Kindern dem Fürsten nun aus der Tasche in Grafenegg. Ubald, der älteste Bruder, verunglückte auf einer Automobiltour. Herta, die ältere der beiden Töchter, ist verwachsen und 10 0. Sitzung. Darmstadt, 6. Juli. und Klematis, durch das nur ein ganz schmaler Pfad führte, und das jetzt in voller Blüte stand. Jenseits der Mauer llef die Landsttaße. Dv wußte nut, daß sie weit, weit hinaus ins Land führte an Dörfern und Städten vorüber, also in die .weite Welt", wohin sie all die mleressanten wunderlichen Dinge verlegte, von denen sie an Regentagen in der alten verstaubten Bibltothet von Monrepos, um die sich niemand sonst kümmerte, gelesen hatte. Aber auf dieser Landstraße kamen doch Leute vorüber: Dauern mit ihren Fuhrwerken, wandernde Krämer, Fußgänger und Reiter, und im Herbst, wenn drüben im Jagdschloß des "Barons Sewinget die großen Jagden stattfanden, sogar Equipagen und Autos mit vornehmen Damen und Kavalleren, deren mutmaßliche Schicksale DvS Phantasie oft tagelang beschäftigten. Heute freilich lag die Landsttaße öde und flau big zwischen ihren kümmerlichen Obstbäumchen. Es war Huni und keine Zagdsaison. Dafür blühten die Heckenrosen in verschwenderischer Fülle, und in der wundervollen Stille ringsum war ein geheimnisvolles Summen von all den Dienen. Hummeln und Goldkäfern, die geschäftig umherschwirrten. Do hatte sich behaglich in ihre ausg «polsterte Dresche gelegt, knabberte Haselnüsse, von denen sie hier immer einen Vorrat hatte, und blinzelt» schläfrig nach einer kleinen grünen Eidechse hin, die sie „Prinzessin Amaranth" getauft hatte und die sich ihr gegenüber an der Mauerkante sonnte. (Fortsetzung folgt) des auszueeben- ifgelegten Betrag 5’/, Stückzinsen. , Juli und dem bereits bezahlten gestellt. Präsident Strecker: Meine Abrechnung galt vor allem der Pressefehde gegen mich, di« nichts weniger als aufbauend ist. Abg. 11 r ft a b t (Dem.): Ich will namenS meiner Fraktion nur erklären, daß wir die Schulpolitik Dr. Streckers durchaus billigen. Abg. Kaul (Soz.) gibt eine ähnliche Erklärung namens der Sozialdemokratie ab. — DaS Kapitel wird genehmigt. Zum Kap. 66, Landes-ErnährungS- amt. führt Abg. Drauer (Hess. Vp.) De. schwerde darüber, daß Hessen bei der Getreide- Umlage stärker herangezogen wird als "Baden und Württemberg, und kritisiert dann weiter die Geschäftsführuna des Landes-Emährunos- amtes. dem die Landwirtschaft ni$t mehr in der Lage ist, Verttauen entgegenzubringen. Abg. Dr. Schlinger (Hess. Vp.): Die Sozialdemottatie scheint endlich einzusehen, daß das Vaterland nicht durch Sozialisierung gerettet jugenbring Sieben. - B&SS" Mrchenabend sjjr Aeltere. KKSL Ml er AbenM „ Ach- sxss- Abg. Reiber erstattet kurzen Schlußbericht, in dem er Erledigterklärung der Vorstellungen beantragt. Er bemängelt dann die schnelle Relegierung des Studenten Falckenstein. Präsident Dr. 6 t red er: "Sic Allen über diese Relegierung find noch nicht abgeschlossen. Ich behalte mir Prüfung und Entscheidung vor. Damit schließt die Debatte. Die Abstimmung" über das Kapitel wird ausgesetzt. Eine ganze Anzahl weiterer Kapitel wird nach den Ausschuß- anträgen erledigt. Abg. Brauer (Hess. Vp.): Auch wir bedauern, daß Präsident Stteder beim Kapitel Denkmalspflege Gelegenheit zu den scharfen Angriffen auch gegen unsere Partei gab. Wir werden zu gegebener Zeit darauf zurüdkommen. Tagesordnung: Steuervorlagen. Der Präsident erbittet Vollmacht für sich, eventuell das Haus früher einberufen zu dürfen. Er erinnert daran, daß in diese Zeit die E n t - Hammelsprunges. 137 Abgeordnete stimmen für die Streichung, während 126 Abgeordnete ZÄgegen stimmen. 3n der ausgesetzten Abstimmung über den Gesetzentwurf, betreffenb Wochenhilfe und Wochenfürsorge, wird der Ausschußentwurf unter Ablehnung der Anträge der Unabhängigen angenommen. Der Gesetzentwurf über das Reichswirt- schaftsgericht, eingebracht von dem Abg. Dr. C u r t i u s (D. Dpt.) wird dem Rechtsausschuß überwiesen. Abo. Brandes (U.) berichtet über die Verhandlungen des Ausschusses für Volkswirt- Präsident Dr. ©treder: Wir stehen am Schluß der Abstimmung über den Etat des Bil- dungsamtes. Ich muß dazu noch einiges Grundsätzliches sagen: Mit Genugtuung kann ich konstatieren, daß die Qlngriffe in der Presse hier nicht ihr Echo gefunden haben. Es scheint also, daß die Abgeordneten der Opposition diese Haltung ihrer Presse nicht teilen. Ich begrüße c« also mit Genugtuung, daß man über den ganzen P resseklatsch hinweggehen kann und hoffe, daß das auch im kommenden Wahlkampf der Fall fein wird. Aus ein Kapitel dieses Presse- klatsches muß ich jedoch noch zurüdkommen In , ... .... ,im । einem Darmstädter rechts stehenden Blatte ist Die heutige Rachmittagssitzung wurde.um dncm Wormser Lehrer der schwere Vorwurf ge- 3,15 Uhr durch den dritten Präsidenten Reh mQ(^t toDrbcn cr sich auf „Streckers Spuren" eröffnet . in feindlichen Sold begeben habe. DaS ist nicht Präsident Dr. ©treder. 2lu$ icß crfenne k , ber fragliche Lehrer hat durchaus im Sinne gerne an, daß die Mehrzahl der Studentenschaft Schulministeriums gehandelt Wenn man heute besonders fleißig arbeitet; andererseits muß mich kämpft, so soll man doch ehrlich sagen, man allerlei ihrem Lebensalter zugute halttn. g)”rum man ba$$ lut und soll meinen Pazifismus Der plötzliche Uebergang der schulmaßigen ®e-1..* als vaterlandslos bezeichnen Mein Pazi» bundenheit zur akademischen Freiheit wirke er- m nickst der Tagores, der mehr auf Völker- zieherisch ungesund. Um einen gewißen U e be r - l c r j" n u führt, ich stehe auf dem Boden g a n g zu schäften, werden wir schon m der oberen Q3ÖIter rechts. Zum Schluß erörtert der Klasse der höheren Schulen den Schulern eine Webner bjc erreichten und unerreichten Ziele der gewisse Freiheit belassen müssen. Sicher ist aber Schulabteilung und dankt allen Mitarbeitern, be- auch, daß eine Minderheit der Studentenschaft fonbcrg Herrn Ministerialrat Bach, Oberschulrat sich ungehörig benimmt und eine große Summe r» unb &er gesamten Volksschullehrerschaft, für unnötige Genußmittel ausgibt, trotz der Wirt- bi(? cact geschlossen hinter dem Schulministerium schastlichen Rvtlage. Es bleibt zu hoffen, daß die heutigen Ausführungen der verschiedenen ^sann (D. Dpt ): Der Herr Prä- Redner auf fruchtbaren Boden fallen mögen. Das fU>€nt bat bcim Kapitel Denkmalspflege für vielfach herausfordernde Auftreten der Couleur- Qrt- gehalten, schärfste Angriffs- und Verteidi. ftubenten muß verbitternd auf andere Vollskrefte g^ngsreden zu halten, die höchstens zu einer wirken. Schon Fichte hat das betont. Das Recht allgemeinen Schuldebatte hätten angebracht wer» auf Feudalismus wird ohne Grund betont. Das fönnen. Er ist in keiner Weise auf die sach- Duell als spezielles Vorrecht der Studenten ver- [id)en ©^nbe der Bekämpfung seiner Schulpolitik werfe ich; die Mensur steht auf einem anderen eingegangen. Gr kann versichert sein, daß unserer- Blatte. Immerhin bedeuten die studentischen AuS- . bie weitere Bekämpfung seiner Politik am schüsse einen Fortschritt. Die Fühlung mit dem - • e ---11 — Volke fehlt immer noch, sie muß wieder gefunden werden. Der letzte Rest von Feudalismus, von einer Sonderstellung der Studenten, muß verschwinden. Der Student muß auch mit dem Sozialismus sich abfinden lernen. FiÄher hatte die Freiheit der Wissenschaft sehr scharfe Grenzen. Rach dem Jahre 1918 war eine Veränderung möglich, in der der Verkehr mit Sozialisten als gegen die guten Sitten verstoßend bezeichnet wurde. Diese Unfreiheit des früheren Regimes mußte überwunden werden. Dinge, wie der Anti- semttismus, die Boykottierung der republikanischen Fahne usw., müssen bekämpft werden. Hier müßten die Leitungen der Universitäten schärfer durchgreifen. Die Jugend muß zu einer größeren Achtung vor der geltenden Staatsform erzogen! werden. Das gilt für jede zu Recht bestehende Verfassung. Eingehend bespricht der Redner dann den Fall Salden ft ein in Gießen und verliest die Begründung des gemilderten Berufungsurteils. Dieser Fall beweist sicher keine große Geistigkeit oder vornehme Gesinnung der Beteiligten. Was die Freiheit der Wissenschaft anlangt, so liegen die Dinge doch so, daß wir diese absolute Freiheit noch gar nicht haben, sondern sie erst schaffen müssen. Die Universitäten sind ein getreues Spiegelbild der Umwelt. Wir brauchen die Hochschulen heute, um der Freiheit noch weitere Türen zu öffnen. Gleichberechtigung der Demokratie und des Sozialismus muß erstrebt werden. Der Fall ist denkbar, daß einmal der Staat der Hort der Freiheit ist, nicht ging nie weiter alS bis auf den leidlich instand gehaltenen KieSplatz hinter dem HauS, wo, von Hainbuchen im Halbkreis umgeben, eine Garnitur alter Gartenmöbel stand. Dort faß er jetzt auch mit dem Rüden gegen die Rachmittagssonne und las feine Zeitung. Do konnte sein scharfes, aristokrattsches Profil, das sich in fahler Blässe vom grünen Hintergrund abhob, deutlich erkennen. Sie warf einen scheuen Blick hinüber, schlug sich dann vorsichtig in 'die Büsche und drang tiefer in die Wildnis ein. Hier hatte sich ihre Phantasie eine eigene Welt geschaffen. Sie kannte alle Vogelnester, alle Blumen, alle Schlupfwinkel der Eidechsen, Feldmäuse und Eichkätzchen, denen sie Romen gegeben und Schicksale angedichtet hatte, und mit denen sie sprach, wie mit vertrauten Freunden. Ohne diese Beziehungen zur Ratur wäre ihr Leben sehr einsam gewesen. Denn außer den Leuten im Dorf, dem Pfarrer und dessen Schwester. Fräulein Andermatt, tonnte sie fast feine Menschen. Ihre „Haupttesidenz" aber, wo sie am liebsten weilte, war ein Plätzchen an der Außenmauer des Parkes, von wo aus man ein Stück Landstraße überblicken konnte, und das sie „Luginsland, getauft hatte. Dorthin eilte sie auch jetzt. Wind und Wetter hatten hier ein Stück Mauer zum Einsturz gebracht Do hatte sich in der Bresche em behagliches Restchen mit Moos austapeziert, über das ein großer wilder Rosenstrauch seine Zweige schirmend breitete. Ringsum gab es ein Meer von Heden rosen Deutscher Reichstag. 133. Sitzung, vormittags 10 Uhr Berlin. 7. Juli 1921- 6fuc Reihe kleinerer Vorlagen wird bebatte- loS in allen drei Lesungen genehmigt, darunter diejenigen über die Goldreserve der privaten Rotenbanken (Verbot des Gold- verkauss, und das deutsch-russische Erganiungs- abfommen üher die Heimschaffung der beiderseitigen Kriegsgefangenen und Zivil- fntetnierten. . Beim Entwurf über die Errichtung von Be- triebSarbeiten der Binnenschiffahrt und die Errichtung von Kleinschiffahrtsverban. den verlangt Abg. Kuhnt (U S^P.) sofortige Domahme einer Urabstimmung, behalt sich aber wettere Anträge für die Zeit nach den Ferien Die Annahme erfolgt in zweiter Lefung. Gegen die dritte Lesung erhebt der Abg. Kuhnt (U S. P.) Widerspruch. ES folgt die dritte Lesung deS Gesetzes über anbertocitc Festsetzung der Leistungen und Bei- | träge in der Invalidenversicherung Abg. Karsten (U. S. P.) begründet einen Antrag seiner Partei auf Erhöhung der' JnvalidenrentenundWaisenbeihil- f e n Eine Ablehnung des Antrages tue den Invaliden bitteres Anrecht. Ein Regierungsvertreter gibt der Sympathie bet Regierung für den Antrag Ausdruck- bittet aber, ihn in diesem Augenblick zurückzustellen, Um das schleunige Zustandekommen der Rotdorlage nicht zu verhindern. Der unabhängige Antrag wttd abgelehnt und bie Vorlage in der Ausschußfassung angentenmen. 3m Laufe der Debatte ruft der Abgeordnete Star ft en (U.S. P.) durch heftige Angriffe auf die MehrheitSsozialisten und das Zentrum große Unruhe hervor. Er wirft ihnen vor. alle Versprechungen. die sie den Invaliden gemacht hätten, Berlin wohnhaft find, eine Zulage von monat- gisch nehmen. Gegen die Korporationen haben (ich 500 Mk. und eine Kommissionszulage von wir nichts einzuwenden Sie wirken erzieherisch 20 Mk für den Tag der "Beteiligung. Die übrigen und bilden Charaktere heran, haben auch viele Abgeordneten erhalten eine Zulage von monat-1 Ideale, die man nicht bekämpfen sollte Der lich 1000 Mk jmb für die Kommission eine Zu-1 Geist bei der Mehrzahl der Studenten ist gut und 1 aufbauend gebrochen zu haben. 2Dg. Hoch (Soz^) bedauert, daß in lebtet lvv ------ Winute eine Zänkerei über die 3nt>alü)enfrage icbte6 unter Verwendung der fähigsten Köpfe entstanden sei. Die Antrag« der Unabhängigen ^wie auf bessere Sicherung des Rechtsschutzes bedingten eine Verdoppelung ber ßeiftungen. Das Quf wirtschaftlichem Gebiete. Birne nicht in fünf Minuten erledigt werden * n ttiUnWifc»aUr: sämtlicher Ausnahme Abg. Schwarzer (Bayer. Vpt.) sieht in Abg. Schwarz (USP ) stimmt der Vorlage ber Art, wie ber Abg. Karsten seine Anträge be- nicht zu, weil sie zu weit gehe Die Großindustrie gründet, eine wüste Agitationsmache. Auch die wüßte sich z. B. schon felbft («000108 zu halten bie bürgerlichen Parteien hätten ein Herz für die und den unteren und mittleren Schichten der Ge- Sttoaliben. schädigten wolle auch seine Partei beistehen. Für Abg. Mumm (D.-Ratl.): Cs handelt sich das Verdrängungsgesetz würde auch seine Partei barum. den Invaliden etwas Bleibendes zu ge- stimmen. Die beiden anderen Gesetze lehne seine währen. Mit einer einmaligen Darauslosbewilli- Partei aber ab. gung kann ihnen nicht gedient fein. Dbg. Fries (Kom.) schließt sich dem Vor- Abg. Karsten (USP.): Die Rotschreie der rebner an. christlichen Schwestern beweisen, daß die Der- Das Verdrängungsgesetz wird sodann geneh- tröfhmg mit dem Jenseits ihnen auch kein aus- migt. Ebenso das Kolonialschädengeseh und daS reichender Lohn zu sein scheint. Auslandsschädengeseh. n r Abg FrieS (Komm.): Die Mehrheitssozia- Alle Gesetze werden sodann in dritter Lesung llsten sollten sich an den bürgerlichen Parteien ein angenommen. Beispiel nehmen und in ^Arbeiterfragen mit den Der in der zweiten Lesung zum Verdran- torigen Linksparteien zusammengehen. gungsgeseh angenommene Antrag Ledebour, Unter Ab.ehnung aller AbänderungSanIräge I die Bewilligung einer Entschädigung zu versagen, wird die Vorlage schließüch in der Ausschußsas-1 wenn wegen einer Amnestie die Einleitung eines fung angenommen. I Strafverfahrens gegen einen Beschädigten wegen Zum Gesetz über die Wvchenhilfe und Verrats militärischer Geheimnisse nicht erfolgen Wochenfürsorge wiederholt die Abg. Frau kann, soll in der dritten Lesung wieder gestrichen " ’ — - ~ werden. Die Abstimmung erfolgt im Wege des und Hess«, a- "Banken. K n'ifahrtsweg von 1 “nthr. Mk = Ar. Ar. = Fr. ä £ - L. - Italien . Brüssel . Budapest Neuyork. Agram. . Bukarest Geld Brief Geld Brief Datum: 6. Juli. 7. Juli. Amsterdam. Botterd. 2467,45 2472,50 2462,50 2467,50 Brüssel.Antwerpeu . 593,15 594,35 593,40 594,60 Thmstlania...... 1058,20 1081,10 1058,90 1061,60 Kopenhagen..... 1260,20 1262,25 1258,70 1261 30 Stockholm 1635,35 1639,15 1640,85 1644 15 Helsingfors...... 126,60 126,90 ----- Aalten........ 362,60 363 40 London........ 279,45 280^05 Neuoork...... "" ~ ■ ---- Paris. . s . . . . . Schweiz....... Spanien...... Wien (altes). . . . Deutsch.Oesterr. . . Prag........ Budapest...... Bulgarien..... Konstantinopel. . . Serbin eis MK Die wlament u » * W bas ^er *«gf [id ^mer Tos l^anbe?3 irs* taff W ’Ä" j« Sn !Ä> 1^* •ei & . . 100 . . 100 . . 100 . . 100 . . 100 .. 1 . . 100 Unter Herstellungspreis au Mk. 120.-- franko gegen Nachnahme bitte 0 Rein Aluminium Kochtöpfe 3 */, Dtsch. Reichsanl. 4% preutz Aonsols Darmstädter Dank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Nationalbank f. D. . Mitteld. Creditbank. H..Amerik. Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Doch.Gußstahlwerk . D.-Luxemb. Bergw.. Gelsenkirch. Bergw. . Harpener Bergbau . Oberschles. Tisenb.-B. Oberschles. Tisenind. . Phönix-Bergb .Akt.. Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerke. Elektr. A. L. G..... k-rnn. (Zwischenrufe.) Bor zwei Jahren habe ich den Zusammenschluß der katholischen und «xmgelischen Landwirte gepredigt. Heute muß ich das wiederholen. Rur die freie Wirtschaft kann unS retten. Das Zentrum aber hat jüngst toteber aegen die Aufhebung der Zwangswirt- styast gestimmt. AuS Interesse für die Allgemeinheit sollte man die Landwirtschaft fordern. Abg. Lux (Soz.) verteidigt seine Partei gegen die Behauptung der Rechten, daß die Sozialdemokratie Gegner der Dauern sei. Sie bekämpft nur den Reformbund der Gutshöfe und die groben Besitzer. Die Sozialdemokratie steht auf dem Standpunkt, daß das Landesemährungs- amt baldigst verschwinden müsse. Er verteidigt dann die Politik des Iteiches in der Getreide- bewirtschastuna. Abg Feldmann (Dem.): Die beiden Vorredner haben viel ausgesprochen, was ich gern unterschreibe. (Zuruf Kaul: Einheitsfront!) Die Landwirte können sehr wohl eine Einheitsfront bilöen. Zur weiteren Debatte allgemeiner Art sprechen noch die Abgg. Knoll (Zentr.), Hoffman n (Zentr.) und 11 rstadt (Dem.). — Darauf wird Die Weiter^iratung auf Donnerstag, V2IO Uhr. vertagt. — Schluß 6 Uhr. Weibliche Abteilung: ES können eingestellt werden: yffllew..?Ibci!«ebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen. Lausiraiien und -mädchen für äÄnn ,toe AUeinmadchen, 2 einfache stützen, 2 Köchinnen. "'»^„auswärtigen Arbeitgebern: 3 landwirt- msk*!S Dienstmädchen. Dienstmädchen. HauS- ^mmermadchen. Alleinmädchen, zwei .Köchinnen. 3 Stützen, 3 Friseusen, 1 Bügterim (FJ suchen Arbeit: 2 Verkäuferinnen, 2 Flicke- rmnen, 3 ^issbfrauen, einige Canffrniien, auch f. i SÄny',t?9öbefdbartteunrt. Mädchen für tagsüber, l Bllolertn, 1 HanSbalterin. 1 Büfettftäulein. ein f^aulein ert^lk französischen Unterricht, 1 Gesest- ichasterlli, 1 Schneiderin, 1 Kindersräuteiu. Becetn öerSaftraitfe oon OteBen öhö Umgegend. Wir geben unseren Mitgliedern bekannt, dah die Drauerei-Dereinigung es ablehnt, em ll°/o Dier zu liefern. Wir bitten unsere Mitglieder, an dem am 1. 7. geiahten Deschluh unbedingt sestzuhalten. Näheres wird in der nächsten Dersannn- lung bekannt gegeben. [7B77D ___Der Dorftond. Gelegentlich der fozialdemokratifchen Maifeier am 1. Mai 1921 bewegte sich während deS Haupt- gottesdienstes einDemonstrationszug durch die Straßen Darmstadts. Dieser Zug störte durch Lärm, Musik und Hochrufe unmittelbar an der evangelischen Stadtkirche, in der gerade ein Gebet gesprochen wurde, den Gottesdienst und die Andacht der versammelten Kirchenbesucher auf da« Empfindlichste, in einer, öffentliches Aer- gerni« erreaenden Weise. Aus ähnlichem oder gleichem Anlaß hat der, der mehrheitssozialdemokratischen Partei angehörige Oberpräsident der Provinz Brandenburg für den Umfang der Pro» vinz eine Derordnung erlassen, in der bestimmt wird, daß öffentliche Aufzüge und BerfammluvM gen, die nicht gottesdienstlichen Zwecken dienen, an Sonn- und Feiertagen während der Zeit de« Hauptgottesdienstes verboten sind, sofern 7le geeignet sind, den Gottesdienst unmittelbar zu stören. Ich frage: 1. Sind der Regierung diese Tatsachen bekannte 2. Ist die Regierung bereit, durch den Erlaß einer gleichen geeigneten Verordnung die Heilighaltung der Sonn- und Feiertage in Hessen zu schützen V StSdt. Arbeitsamt Gießen eicHeftr«Be 16, Ttleph. 2054. E« können eingestellt werden: Arbeitgebern: 2ProvtsionSreisende, ^Ä"?olz' und Terraz-oleaer, 1 ölt. 6Glaser, IZimmermann. 1 Schreiner. Lehrlinge: 1 Lackierer, 2 Schmiede, 1 Glaser. 1 Auto- Monteur, 1 Kaufmann, 2 Friseure, 1 Schreiber, i Schuhmacher. b. bei an«n>ärfiaen Arbeitgebern: 2 Wickelmacher, 1 H^^nmeister 1 tiing. landwirtsch. Knecht und Arbeiter, 2 Etektromonteure, 2 Zigarrensor- >M?,.?/yber.20 Bruchsteinmaurer. 4Schneider, ö Streiner. 4 Zimmerleute, 2 Wagner, 2 Anstreicher. 2 Automobilmonteure, 2-3 Anker. Wickler, 1 alt. Bau. und Maschinenschlosier, zwei Steinmetze, 1 Küchenchef, 2 Kürschner. : 1 Bäcker, 1 Glaser, 1 Schmied, ISchweizer, i Vchretner. Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker, ®?rfernAi1..ahU ^^iber und fsteifende, und Ausläufer, Maschinenschlosier. Bauschlosier, Schuhmacher, 2 Shranfen» reeller, d Sattler u. Polsterer. Bäcker und Metzger. »'M'JFrastfabrer, 1 Former, 2 jüng. Ste pr bi ' Mechaniker, 1 Klavier- 1 M-r. 1 Wagner, 1 Gärtner, Elektromonteure. ein Drechsler. lHandschnhmachcr,lFriseur.2Schneider. Autoschlosser. 1 Ovtiker, 1 Schmelzer, 1 Goldarbeiter. 1 Installateur und Spengler, ein Monteur, 1 Bandagist, Maschinisten und Heizer. ®£!nomm^etirbCHen roetbcn ^nsalls entgegen- ' WoeoiieitefoBf1 in neuen und getragenen Herren- Anzügen, Gehrock- u. Smoking- Anzügen. Für Burschen Anzüge in allen Gröhen. Hochgeschlossene Joppen, leichte und schwere, in allen Größen. Gebrauchte Sakkos mit Westen. Auch einzelne Hosen i. all. Farb^ versch. Damenkleider u. -Blusen auffall, billig zu verk. Leichte Drelljoppen und Hosen. L. Nosenzweig Herrengarderobehaus (Biegen, Seltersweg 58 I. ((Eingang (Edie Volk»bad). Handel. Berlin, 7. Juli. Dörsenstim- m u n gSbild. Im Börsenverkehr zeigte sich wieder große Ansicherheit, lieber die neuen Steuervorlaaen konnte man noch nicht zu einem Raren Urteil gelangen. Der weitere Rückgang der Markvaluta in Reuhork, der drohende Streik der Berliner städtischen Arbeiter und öchördlich^Anzeigen Frankfurt a. M., 7. Juli. Dörsen- stirnmungsbild. Das Geschäft blieb auch an der Abendbörse ruhig, umsomehr die Börse noch sehr im Anklaren über die Belastung des Besitzes ist. Ein genauer Aeberblick über das Steuer- und Wirtschaftsprogramm der Regierung durfte, wie verlautet, erst im Herbst möglich sein. Einen größeren Einfluß auf die Börsentendenz übte die Rede des Reichskanzlers nicht aus, das zeigte sich pereitS an der Mit- tagsbörse. Man schritt teilweise zu Rückkäu- en, wodurch die Kurse etwas anzogen. Im fteien Verkehr war großes Geschäft in Deutsche Petroleum, welche 835 einsetzten und bw 845 gesteigert wurden. Julius Sichel hatten lebhafteren Markt, 585—595. Es wurden ferner genannt: Ph. Holzmann 354, Rastatter Waggons. 394, Chemische Rhenania 850. Am Montanmarkt war die Tendenz befestigt. Lebhaft wurden Phönix-Aktien gehandelt, 803, Oberbedarf zogen bis 335 an. Chemische Aktien waren wenig verändert. Scheideanstalt 686, Farbenfabrik Bayer mit 352 erholt. Am Einheitsmarkt trat wieder regeres Treiben ein. Zu höheren Kursen waren gesucht Feinmecha- n»k Zetter, Hindrichs Auffermann, Lüdenscheid Metall, Schnellpresse Frankenthal. We- gelin Rußfabrik stiegen auf 521, Reiniger Geb- bert auf spekulative Käufe 325 umgesetzt. £oanIfurter S°f ^st, 498, Baltimore /Ohio K- Earo waren 2 Proz. gebessert, 286V-.Der Schluß gestaltete sich fest. Jnholt | fj^hötn uSS» 4 Li ter/ Uu^erJ Schweizer Franken Fl. = letzten Bankausweis auSgewiesene Vermehrung der Zahlungsmittel mißmuttg. Gleichwohl setzten am Montanmarkt gewisse Werte wie Bochumer, Phönst, Thale Eisenhütte und Mannesmann höher ein und von Spezialpapieren gewan- ?5^»^3sburg-Aürnberger Maschinen etwa 46 Prozent, Rheinmetall 17, Westeregeln 11 Prozent. Die Gewinne blieben aber späterhin meist nicht voll behauptet. Farbwerte und ElektrizitätSaktten waren vernachlässigt. Valutapapiere ungleichmäßig, da die Devisenkurse weniger geftiegen sind, als man erwartete, weil der Aachbörsenkurs aus Reuyork für den Mark etwas besser lautete. Der Anlagemarkt war ohne bemerkenswerte Aende- 1 Schneider, 1 Kaufmann und Schreiber, 1 Schmied, 2 Schreiner, 1 Schlosser, 2 ^venaler ! Onnkif Mechaniker, 1 Friseur, 1 Elektrmnonteur' 1 Konditorvoiontar, 2 Wagner, 1 Sattler 1 ^n- 1 Drehes l^äUner3(5rt,u*ma£Öet'2 Weischln^er, Frmtkfurter Schweme- und Kteinviehmartt. _ Frankfurt a. M. 7. Zull. Der Martt würbe bei langsamem Handel geräumt Die vchweinepreise gaben wenig nach. Aufgetrieben waren: 587 Kälber, 200 Schafe uS> 513 Schweine ^den angelegt per Zentner Lebend- Kälber bester Qualität 750—850 Mk '"5. Kalber mittlerer Qualität 600—700 Mk für Kalber geringerer Qualität 500—600 Mk ' für Hämmel 300—575 Mk.. für Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht 1000—1300 Mk. »(btoe- rerc Sorten einschl. bester Qualität 1200—1300 Tlart. Lluherdem wurden 22 Rinder ohne amtliche PreiSnotterung gehandelt. Die Marktpreise liegen um so vlet höher über den Stallpreisen, als sie die nicht unerhebllchen Gewichtsverluste' Speien und Handlergewinn in sich schließen. Müller'sche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 8. Iull 16° R. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die nächste Tagung des Obersten Rates. .. ^-0 u ö o n, 7. Iull. Wie Reuter meldet, wird e Tagung de-Obersten Rates aller Wahrscheinlichkeit nach inBoulogne statt- tzolland. . Deutschland Men . . . Wir erfuAeit die aktiven und passiven TOitgfiebtt aller Abteilungen, vollständig zu erscheinen. Fugendmitglieder unter l8Fahren haben keinen Zutritb 7574v Der Vorstand. uuuüüuDoooooooooaooanaooddooddo 5 •, Dtsch. AriegsanL 77^0 4°/, Dlsch. Neichsanl. Bekanntmachung. - .^us Anlaß einer sechswöchigen Beurlaubung des «An?l.SD0!x3 j)er! fünfter zu Gießen ist der Gerichts- Vollzieher Deckenbach zu Gießen zu dellen Stellvertreter vom 10. ds. Mts. ab bestellt worben. Gießen, 6. Juli 1921. D DDöQDaO OOaDDDÖäaDDDÖDDDDDDDDDd Verein sürvewegungzfpiele Gießen. Samstag, ben 9. JuN, abEnd 8 Uhr pQnMA hn Hotel Einhorn. Jahresversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht bes Vorstandes und der Ausschüße. 2. (Entlüftung des Vorstandes und der AuZfchÜsie. 3. Neuwahl des Vorstandes und der Ausschüße. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1-7 U - - Zürich ... ~ Amsterdam Aopenhagea Stockholm.' Wien. . . . London . . Paris . . . Neuyork. . _________^cr Präsident des Landgerichts. Pferde-Versteigerung. ÄS Ä» ° *ier\em ausgemusterter Landgeftütsbeschäler ®«b*nn9ung b,s ,ofortigm ■**» Darmstadt, den 6. Juli 1921. Hessische Landgestüts-DireKtion. ____________ck) örke 7551 d Bullenverkauf^ «„Die Gemeinde Arofdorf beabsichtigt einen fetten ? 5. n3? DKCTkaIUIcn- schriftliche Angebote pro H Lebendgewicht sind bis zum Dienstag den ?‘v mittags 1 Uhr, bei dem unterzeick neten Gemeindevorsteher einzureichen. "e Arofdorf, den 8. Juli 1921. Der Gemeindevorsteher: Leib. 75710 Deiitiit Scäfllz- ii. Mbil Ortsgruppe Gießen. ^EN 11. Inll 1921, abends 81/. Uhr, tm ..Postkeller" Hauptversammlung Tagesordnung: 1. Jahresbericht, 2. Dorstandswahl, 3. Dortrag über einen wichtigen Gießener Fall, 4. Verschiedener. Berlin Abend- Abend- Schluß- Schluß- Kurs Kurs ~