Nr. 235 Der Siegener LnztiAtr erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags. Monatliche Sezugrpreise: Mk 5.50 einschl. Träger- lohn, durch die Post Mk. 6.50 einschl. Destell- gelb, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Ferniprech - Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Siehen. postscheälonlo: $ranffurt a. M. 11686. Erster Blatt 171. Jahrgang Hreitag, 7. Ottober 1921 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck rmd Verlag: Vrühl'sche Unio.-Vuch. vnd Steinömderei R. Lange. Zchristlettnng, Geschäftsstelle unö Druckerei: Schulstratze 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher obnejede'Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigenv 34mm Breite örtlich 55 Pf, auswärts 65 'Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 250 Pf. Bei Platz- Vorschrift 20 ' Aufschlag. Hauplschristleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil i D : Aug. Goetz; für den Anzeigente,!: yans Beck, sämtlich in Gießen. Die Rückwirkung des Mark- sturzes und der Markhandel in Amerika. Au» B e u h o r f wird uns geschrieben: Der erstmalige Sturz der deutschen Mark auf unter I Lent hat amerikanischen Jnvestern und Mark-Spekulanten Verluste von vielen Millionen Dollar- zugefügt. Der ganze Betrag ist nicht wohl festzustellen, denn Mark-Beträge sind in Massen nach den Bereinigten Staaten, und zwar aus den verschiedenen Wegen gelangt. In Dank- kretsen werden die seit dem Waffenstillstand nach den Bereinigten Staaten gekommenen Beträge auf nicht weniger alS 100 Millionen Dollars geschätzt, die zu einem Durchschnittspreise von 2'/r Cents gekauft worden sind. Bach dieser Schätzung wären beim heutigen Markkurse mehr als 60 Cents von jedem in Mark angelegten Dollar verloren. Die Botierung der Mark war wieder aufge- nommen worden seit dem Hochsommer 1919 und zwar mit 73/< bis 8 Cents; seit der Wiedernotierung nahm der Handel, dessen Mittelpunkt Beu- hork wurde, bald lebhafte Formen an. Kleine Bankgeschäfte wurden an den Cedingungen endgültig. Die Kommission fehl sich aus drei Mitgliedern — einem Deutschen, einem Franzosen und einer dritten, gemeinsam bestimmten oder vom Schweizer Bundespräsidenten ernannten Person — zusammen. Für die Preisfestsetzung, soweit sie nicht in freier Vereinbarung erfolgt, stellt die Kommission einvierteljährlich ein Preisverzeichnis für alle in Frage kommenden Gegenstände aus. welches ungefähr dem no ma'en französi ch'n Inl n^p eis le^ Ietreffenbei Er,/2 Millionen Goldmark. Die amerikanischen Truppen am Rhein. Paris, 7. Oft. (WTD.) Bach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Beuhork erfährt der Washingtoner Korrespondent des „Bew Vork World", daß auch nach der Qtatifüierung des Friedensvertrages mit Deutschland durch den Senat die amerikanischen Truppen aus dem Rheinland nichtzurückgezvgenwerdensollen. Um Deutschland die finanziellen Lasten der Okkupation zu erleichtern, soll nur eine Verminderung vorgenommen werden. Amerika als Gläubiger. Paris, 6. Ott (Wolff.) HavaS. Aus London wird berichtet, daß Präsident Har di na den brennenden Wunsch hege, dah der Kongreß die Qkrtoaltung ermächtigen möge, die Zahlungsbedingungen der Schuldnernationen zu erleichtern. Er hoffe, daß der Kongreß den Gesetzentwurf über die Rückzahlung Der fremden Schulden annehmen werde, was seiner Ansicht nach die Lage wesentlich bessern würde. Entstaatlichung der Eisenbahn? Berlin, 6. Oft. In einem Aufsatz deö „Tag" warf der frühere Eisenbahnminister Breitenbacy die Frage auf, ob die staatliche Leitung der Eisenbahn heute noch in der Lage sei, das Riesendefizit dieser Verwaltung aus der Welt zu schaffen, oder ob diese Aufgabe nicht der Privatwirtschaft überlassen bleiben müsse. Wie die Blätter jetzt hören, wird am nächsten Samstag in München eine Versammlung der EisenbahndtrektivnS - Präsidenten diese Frage einer Sachverständigenprüfung unterziehen. An der Konferenz werden Vertreter des ReichSverkehrSmini- steriumS teilnehmen. Bei der Besprechung handelt eS sich vorläufig nur um einen Meinungsaustausch, nicht um die Erörterung ir- gendwelcher Maßnahme. Im Laufe dieses Monats wird auch im Sachverständigenbeirat des ReichSverkehrSministeriumS die Frage zur Besprechung gelangen. Die neuen Eifenbahnfahrpreise. Wie der „Lokal-Anzeiger" erfährt, werden die ab 1. Dezember in Kraft tretenden Eisenbahnfahrpreise nach folgenden Einheitssätzen berechnet werden: 4. Klasse 17 Pf., 3. Klasse 26 Pf., 2. Klasse 43 Pf., und 1. Klasse 77 Pf. pro Kilometer. Die Erhöhung gegen die bisherigen Fahrpreise beträgt 30 Prozent. • Die Kreditangebote, Ebenso wie der Reichsverband der deutschen Industrie haben jetzt auch laut ,2. T." Die 03 a n- ten, der Handel und die Landwirtschaft besondere Koimnissionen gebildet, die die Frage des Kreditangebots an Die deutsche Regierung bearbeiten sollen. Die Ausschüsse werden in Der nächsten Woche mit Dem Reichskanzler Dr. Wirth über Die Ausbringung Der Goldmilliarche verhandeln. Heber die amerikanischen An le i he- angebote an Die deutsche Industrie berichtet das .D. T.", daß, nachdem der Plan der deutschen Industrie, eine Goldmilliarde zur Reparationsleistung aufzubringen, am 17. September im „Oleto- hork Herold" veröffentlicht worden war, berti s am 20. September in Berlin das erste Angebot einer Anleihe von einer großen amerikanischen Finanzgruppe ein traf. Vor etwa einer Woche fragten andere Dankgruppen in Berlin an, ob man deutsche Unterhändler nach Amerika schicken würde. Mit diesen amerikairischen Finanzleut en finden bereits Konferenzen im Tlllsland statt. Gestern traf in Berlin die Mitteilung einer Dritten amerikanischen Finanzgruppe ein. wonach heute zwei Finanzleute nach Berlin kommen wurden, um über eine amerikanische Airleihe zu unterhandeln. Wie das Blatt weiter mitteilt, stehen deutsche Industriekreise mit Tertrc:em der valuta- stärksten Länder Europas in Verhandlung Auch diese AngelegenheU soll sich dem Blatte zufolge günstig entwickeln. Die Arbeitslosenfrage tm englischen Kabinett. London, 7 Ott. (WTB) I r drr Kabinetts- fihung legte gestern nachmittag Lloyd George die Stellung des Kabinett-ius chu'les zur Bekämpfung der Erwerbslosigkeit Dar S e tehe eine Ausgabe von etwa 50 Millionen Pfund Sterling für unmittelbare Unterstützungen vor. Di? Kabi- nettssihung faßte keinerlei endgültige Beschlüsse bezüglich der Gesamtvorschläc'e H ue morgen ft i- det eine wettere Kabinettssitzung ft itt, um einen vorl uf g m Entwurf du Maßnahme r a zune men Laut „Daily Mail" trat gestern in Dem Kabinettsrat erneut zutage, daß ein All cUmiitel gegen die Arbeitslosigkeit nicht eittbecki worben ist und aus den augenblicklichen Verhältnissen nicht her- vorgehen kann. Der Ausverkauf der Wiener (tzeschäfte. Wien, 6 Ott. (WTB.) Der Ausverkauf der Wiener Geschäfte 'ch eiter unter dem Einfluß des tiefen S andes Der österreichische r Valuta in beängstigender Weise fort Im V.rlause des heutigen Tages kamen zahl eiche Land ewoh- ner in die Stadt, um alle erschwinglichen Waren zu tiufen. Der Andrang war derartig daß viele Geschäfte vorübergehend schließen mußten. Zur bevorstehenden Entscheidung über Oberschlefien. Lpndon, 6. Oft. HavaS meldet: Die Vertreter der englischen, italienischen und französischen Regierung werden sich am 8. Ok- tobet in Paris versammeln, um daS Eingreifen der Truppen der drei Mächte vorzubereiten, sobald die Lage in Oberschlefien durch den Völkerbund geregelt sein werde. Aus dem Reiche. Der Versuch der Umbildung des preuhischen Kabinetts. Berlin, 6. Oft. (Wolff.) An Den heutigen Desptechungen über die Umbildung De« preußischen Kabinetts beim preußischen Ministerpräsidenten Stegerwald nahmen außer dem Landtagspräsidenten L e i n e r t laut Der „B. Z a. M." vom Zentrum Die Abgeordneten Herold Stieler unD ©rate, von Den Demokraten Die Die Abg. Oefer, Janssen imD Schreiber, von der Deutschen Dollspartei Die AbgeorDneten v. Krause, v. Campe und Leidig und von Den Sozialdemokraten die Abg Bartels, Sie- ring und Limbertz teil. Ltcckbriefe gegen die Urheber des Kapp-Pntsches. Leipzig, 6. OIL (Wolff.) Der Oberrei4** anwalt erläßt einen Steckbrief wegen Hochverrats gegen General- Landscha s tS * irek! ck: Kapp aus Königsberg, Major a .D. Padst, Oberst a. D. Dauer, Den Arzt und Vollswirt- schaftler G. W. Schiele aus Baumburg a. ö., Den Schriftsteller Karl Schnitzler, Den Schriftsteller Trebitsch-Llncoln, General 7> Ins. a. D. Fr hm. v. Lüttwih, Korvettenkapitän Ehrhardt. Die Reichsregierung setzte eine De- lohnung bis 50 000 Mark für Den aus, Der zur Aufklärung des Sachverhalts oder zur Ergreifung eines Der flüchtigen AngeschulDigten beiträgt. Bevorstehende Aufhebung deS bayerischen Belagerungszustandes. DaS bayerische Gesamtministerium erläßt den mit der Reichsregierung getroffenen Vereinbarungen entsprechend im bayerischen „Staatsanzeiger" eine Verordnung, durch die der Ausnahmezustand in Bayern mit Wirksamkeit ab 15. Oktober aufgehoben wird. --------- Die Lebenshaltungskosten. Berlin, 6. Oft. (Wolff.) Die Inder- Ziffer Der Lebenshaltungskosten für September, Der Die Ausgaben für Ernährung, Heizung, Beleuchtung und Wohnungsmlete zu Grunbe liegen, stieg — nach Berechnungen Des Statistischen Reichsamts — gegenüber Dem Vormonat um 17 Punkte oder 16 v. H. auf 1062. Gegenüber dem Stande vom Januar 1921 (944) beträgt Die Steigerung 12,5, gegenüber dem September 1920 36,3 v. H. Die Erhöhung der Lebenshaltungskosten ist in der Hauptsache auf Die Preis st eigerungenfürLebensmittel zurückzuführen. Die 3nDeRiffer für Die Ernährung« kosten allein stieg von 1399 im August um 1,4 v. H. auf 1418. Gegenüber Dem Januar 1921 beträgt Die Steigerung der Ernährungsausgabcn 12,1 v. H. 3m Derichtsmonat trugen zur Erhöhung Der teilweise recht erheblichen Preissteigerungen für Bährmittcl. Hülsenfrüchte, Schweinefleisch, Speck, Eier, Mllch unD Fische bet Außerdem kommt in der SeptemberzH-l Die im August eingetretene Brotpreiserhöhung erstmalig voll zum Ausdruck. Demgegenüber ermäßigten sich in fast allen Erhebungsgemeinden Kartoffeln und Gemüse nicht unbeträchtlich. Auch die Aus- toenitungen für Heizung und Beleuchtung fliegen im Durchschnitt erneut Die Entwicklung war im Berichtsmonat innerhalb des Reiches nicht völlig ausgeglichen. 3n einer Reihe von Gemeinden I war Die Preisermäßigung für Kartoffeln und Für'S w fittöet W MMn w Antritt ma Wratze, eil Sonntag, tz e Sie Der fragliche, die Bezahlung der Ucberftunben regelnde Sah erhält mir insoweit eine Verbesserung, neue Das Aus Hessen. AuS den Ausschüsse«. Renauld zeiht Poincare der Mitschuld am Kriege. Der Reichsjustizminister über die Reform des Strafrechts. Berlin. 6. Oft 3n einer Unterredung mit dem Mitarbeiter d^ „Berliner Tageblattes" erklärte Reichsjustizminister Schiffer über die Reformpläne auf dem Gebiete der Strafrechtspflege. daß die Rotwendigkeit besteht dvr der Ausarbeitung des neuen Strasgeleh- Politit des ehemaligen Präsidenten der Republik, Raymond P o i n c a r 6. Herr Poincare hat s'.ch See befunden, als Oesterreich--Ungarn fein Ultt- matum erlassen habe: er sei allo nicht genau unterrichtet gewesen über das. was sich zwischen dem 26. und 29. Juli abgespielt habe. Die französische Regierung aber habe Serb en angiriten, nachzugeben. ,was es schließlich im Einverständnis mit Rußland auch getan habe. Dem hielt R e n a u l d entgegen: Am 29. Juli haben Sie sich wcht mehr auf hoher See befunden. 3n Ihrer Abwesenheit hat Ihre Regierung, wenn sie Serbien den Rat gegeben hat, nach- in derselben Weise auf die Lehrer angewandt werden soll. Genau aus demselben Grund wurde auch Artikel 62, der die Ruhegehalle usw. feft- legt, gestrichen. Nächste Sitzung Freitag. Wettervoraussage für Samstag: Dunstig, vorwiegend wolkig und trocken, etwas kühler. Südwestwinde. Dir atlantische Tiefdruckwirkung hat das ton« tinentale Hoch südöstlich gedrängt und wird stärkeren Einfluß auf unsere Wetterlage gewinnen Vorerst ist nur mit leichter Bewölkung und meist | trockenem Weller zu rechnen. Hessen-Nassau. Der neue Oberbürgermeister in Harun». X Hanau, 6. OIL 3n einer gemeinsamen Sitzung der städtischen Körperschaften ist Regierungsrat Dr. Dlaum in Stuttgart. Vortragender Rat im württembergischen Ministerium des Innern, zum Oberbürgermeister der Stadt Hanau gewählt worden. Gs hatten stich 43 Bewerber gemeldet, von denen 3 in die engere Wahl gdommen waren. Einer von ihnen. Regierungsrat Dr. Heyne in Kassel, hatte seine Bewerbung zurückgezogen. zugeben, ihm nicht nahegelegt, restlos nachzugeden. I 3m Gegensatz zu Ihrer Behauptung hat auch Serbien sich nicht vollkommen unterworfen. Sie haben die Tage des 29., 30. und 31. Juli verstreichen lassen, und erst am 31. Juli, 10 U!yr abends, also zu spät Serbien angeraten. schmerzlichere Erniedrigungen hir zunehmen. hat der rumänische Botschafter in Paris, Laho- varh, im „QUatin1* vom 4. Januar 1921 fest- gestellt. Wenn Sie schon am 29. Juli Serbien angeraten hätten, nachzugeben, wie Sie es am 31. Juli, abends 10 Uf)r, getan haben, hätten wir keinen Krieg bekommen, denn Sie hätten den Mittelmächten den Kriegsvorwand entzogen. Also entweder haben Sie den Krieg gewollt oder Sie haben falsch manövriert. In beiden Fallen sind Sie einer derjenigen, die für den Krieg verantwortlich 'sind. Ich füge hinzu, daß, wenn England, wie Sie es am 29. Juli verlangt haben, sich an diesem Tag zu Frankreichs Gunsten aus- gesprochen hatte, wir auch keinen Krieg bekommen hatten. LDer England hat sich nicht erklärt, trotzdem es der Verbündete Ihrer Regierung und Ihrer Politit einer englischen Pvlllik, ge- Willen dabei, mit geholfen. Hierauf erwiderte R e n a u l d: Ich hätte gewollt daß Viviani bei feiner Ankunft in Paris am 29. Juli Serbien ein vollkommenes Rachgeben angeraten hätte. Sie hätten, wenn es fich nicht dazu verstand, persönlich eingreifen müssen. Das wäre edler und mutiger gewefen, als sich, wie Sie es jetzt tun, hinter die Verfassung zu verschanzen, weil die Tatsachen Ihnen unangenehm sind. Sie hallen die Akte Ihrer Minister gegenzuzeichnen: also sind Sie wie diese Minister verantwortlich. Wenn Sie den Frieden gewollt hätten, hätten Sie eingegriffen. Renauld beendet diesen Brief an Poincartz wie folgt: Ich schlage Ihnen eine öffentliche und kontradiktorische Verhandlung vor über tue Kriegsursachen und die Kriegsderantwortlich- keiten. Gemüse so bedeutend, Laß trotz der Echvhang der Preise für sonstige Lebensmittel eine Verminderung der ®ef am tfoften eintrat Berlin, 6. Oll. (WB.) Eine beteiligte Selle teilt mit: Die En twertung der Marl hat zur Folge, daß auf allen Wirtschaftsgebieten starke Preis st eigerungen eingetreten sind. Die Löhne und Gehälter wurden rückwirkend ab August erhöht. Weitere Erhöhungen stehen in Aussicht. Die Kohlenpreise wurden rückwirkend ab 1. 9. gesteigert. Eine Frachterhöhung um 30 Prozent setzt am 1. 11. ein. Gleichzeitig ist eine Kohlensteuererhöhung geplant. Die Verdoppelung der Umsatzsteuer steht in naher Aussicht. Eine Auswirkung auf die Gestehungspreise der Stickstoff-Düngemittel war unausbleibl ch. Es mußte zu einer möglichst raschen Preiserhöhung auch bei den noch unter der Höchstpreisverordnung stehenden Stickstoff-Düngemitteln ge- schrillen werden, um dieses für den deutschen Wiederaufbau wichtigste Wirtschaftsgebiet nicht notleidend werden zu lassen. Es wurde deshalb von der Regierung nach Prüfung der Verhallnisse eine Erhöhung der gellenden Preise genehmigt und verfügt und zwar um 20 Prozent für Halb- stickstoff, Ammoniakdimger und Ammonfalpeter- dünger, während das reine Ratronfalpeter im Hinblick auf seine wesentlich höheren Gestehungskosten eine Preiserhöhung von 37 Prozent er- fuhr. Auch nach dieser Preiserhöhung ist Stickstoffdünger bei dem heutigen Marklurs in Deutschland nur halb so teuer wie im Ausland, während die mit Hilfe des Stickstoffdüngers erzeugten landwirtschaftlichen Produkte sich den Auslandspreisen schon fefrr well genähert haben. Zur Bezahlung eines Doppelzentners Stickstoff braucht der Landwirt ein wesentlich kleineres Quantum Weizen, Roggen und Gerste zu verkaufen als vor dem Kriege, bei Kartoffeln. Butter und Zucker nur ungefähr die Hälfte. Auch bei den heutigen Preisen für Stickstoffdünger besteht deshalb für jeden denkenden Landwirt ein großer wirtschaftlicher Anreiz zur Verwendung möglichst viel dieses wachstumfördernden Stoffe-. ,C1 ■-.w Pferds machen. * [] Marburg. 5. Oft Die vom Altertums- und Kunswerein hn Dückingschen Haus am Markt eingerichtete Altertümer- s a m m l u n g ist, sowell die Abtellung Töpferei in Betracht kommt, jetzt dem Publikum zugänglich gemacht. [J Marburg, 6. Oft. Der Stadtverband ber Marburger F rau en v ere i n e Wendel sich durch einen Aufruf an Me Landbevölkerung, der großen Rot der Studentenschaft durch Zuwendung von Lebensmitteln an das Studentenheim steuern zu helfen. Es heißt da u. a.: .Landwirte, wenn Ihr dies lest,, bedenkt: Es gut jetzt einen Teil unserer Jugend vor der äußersten Rot, vor Hunger und Elend zu schützen und sie zu befähigen, durch Fortsetzung ihrer Studien später in unserem Vaterland notwendige und unentbehrliche Glieder unseres Volke- zu werden." oz. Riederwalgern, 6. Oft. Auf dem gestrigen Echweinemarkt zeigten bei einer Zufuhr von rund 300 Ferkeln die Preise eine fallende Richtung. So wurden kleine Ferkel mit 80—110 Mk. und größere mit 130—180 Mk. das Stück verkaufL Zur Landtagswahl. In der von uns mitget eilten Kandidatenliste der Deutschen Bolks- partci ist ein Druckfehler unterlaufen: An 9. Stelle steht nicht Bürgermeister, fondern Z i m - mermeister Jean Füller in Friedberg. wesen ist. Ich wünsche als Franzose, daß sich unsere Geschäfte zum Guten geflattert, und daß Deutschland alles bezahlt, was es zertrümmert hat. Sie aber erwecken nicht den Eindrucr, ckls ob Sie sehr davon überzeugt wären. Deshalb arbeiten Sie so in der Presse und" durch Vorträge, um zu beweisen, daß Sie ein reines und flecken- loies Lamm sind . . "Sie fahren fort zu Td>rei- Den uno zu reden wie etn Advokat, der einen schlechten Prozeß führt. Gott, die Franzosen und die Geschichte werden Sie aburteilen. Auf diesen Brief antwortete P v i n c a r s, Renauld scheine vergessen zu haben, daß Oester- reich Serbien schon am 28. Juli den Krieg erklärt habe, und daß am 29. Juli Belgrad beschossen wurde. Richt um sich selbst reinzuwaschen, sondern um das Verhalten Frankreichs nicht entstellen zu lassen, wolle er feststellen, daß Frankreich keine Verantwortlichkell am Kriege habe. Alebriqenä habe die Regierung regiert und nicht er. Seine Pflicht aber sei es, festzustellen, daß sie alles getan habe, um den Krieg zu vermeiden. In den Grenzen seiner Befugnisse habe er nach bestem Gescheiterte EmigungSbeftrebmigen. mc. Frankfurt a. M., 6. OIL Hier waren Bestrebungen im Gange, alle bürgerlichen Parteien für die kommenden Reuwahlen zur Stadtverordnetenversammlung auf einer Basis zu einigen. Diese Bestrebungen können als gescheitert gelten, da sämtliche Parteien erklärt haben, es sei ihnen unmöglich, von ihrem Parteiprogramm abzugehen oder zugunsten einer Einigungspartei Zugeständnisse zu fentlicht mit dem Titel 1914—1919, in dem er sich mit der Verantwortlichkeit für den Weltton- flift beschäftigt und darlegt, daß diese nicht nut Rahezu 100 Mitglieder gehören dem Verein über 20 Jahre an, 89 Mitglieder sind im verflossenen Jahr neu eingetreten. Da der Verein nach vergangenen schwerer, Zeiten nunmehr einer neuen Blüte entgegengeht, soll er für die Folge die Bezeichnung „Volks bank" führen. ra. Bu rgsolms (Kr. Wetzlar), 6. Oft. Die Spende für Oppau ergab in hiesiger Gemeinde die Summe von 2339 Mark. Der ehemalige Setter der Tageszellung „Le Solell", Ernest Renauld. hat ein Buch veröf- ^*7 509 1 - W r AttH . zurehmen innerhalb der Pflichtstunden wird also nicht Poincare erwiderte darauf, feine Reife gewährt. Artikel 53, der bisher die Bestrafung nach Rußland sei fett dem Januar 1914 beschlossen der Lehrer durch das Kreisschulamt. durch die gewesen. Wenn er nach der Mordtat von Sera- oberste Schulbehörde und das Landesbildunas- jewo auf die Reise verzichtet hätte, würde er amt vorsieht, wird gestrichen, da für die in gefährlicher Weise die öffentliche Meinung Du- Bestrafungen der Lehrer die Vorschriften ropaS beunruhigt haben. Er habe sich auf hoher des Gesetzes vom 2lpril 1830, das die - - - — — Dienststrafverhältmsse der Beamten regelt genau rm. Darmstadt, 6. Oft. Der Finanzausschuß des Landtags beriet heute zunächst die Regierungsvorlage betr. Vollzug des Artikels 63 Absatz 3 der Hess. Verfassung vom 12. Dezember 1919, der die Präsentation au Privatpatronate von Schu ll ehrer- stellen betrifft. Rach der Vorlage soll die Regierung ermächtigt werden, in Fällen, in denen rüber Präsentationsrechte auf Schulstellen bestanden, vorbehaltlich späterer Regelung durch das nach Artikel 63 der Verfassung zu erlassende Ge- buches sofort eine T»ifreform tu machen: vor allem soll eine Erweiterung des Laienele- mentS in der Strafrechtspflege geschaffen werden. Den minderbemittelt en Schichten soll durch die Erhöhung der Diäten und durch Verordnungen, die die geheime gleiche und direkte Wahl der Wahlausschüsse vorsehen, der Zugang zu dem Laienrichtertum erleichtert werden. Dann soll aber auch der Kreis der Gerichte, an dem die Laienrichter Mitarbeiten, erweitert werden. Voraussichtlich werden alle Sachen, Heine wie große, in erster Instanz an das Schöffengericht kommen. Bei dem Amtsgericht werden voraussichtlich Heine Schöffengerichte (ein Berufrichter und Schösse) Und große Schöffengerichte (mehrere Derufsrichter und Schöffen) gebildet werden. Auch beim Landgericht sollen Laienrichter mitwirken. Ferner werde erwogen, ob nicht auch der Oberreichsanwalt in Hochverrats- und Spi onagesachen ermächtigt werden soll, die Anklage nicht vor dem Reichsgericht, sondern vor dem Landgericht zu erheben. Auch daS Ingen da erichtsgeseh sieht weitgehende Beteiligung des Laienelements vor. Ebeisto wird auch das materielle Strafrecht in einigen Punkten schon jetzt abgeändert werden. Das fogenannte Gesetz zum Schuhe der Republik wird in etwa 10 Tagen dem Reichs- Huxy w ______ rat zugehen. Es beseitigt die Bestimmungen des fcie Leistungen der seitherigen Präsentation -geltenden Strafgesetzbuches über den Schutz der bei anderen, als bei Privatpatronaten au Monarchie und ihrer Träger und stellt bie Tra- 6en Staat zu übernehmen. Die Vorlage wird t ger der republikanischen Verfassung unter straf- angenommen. Eine weitere Vorlage fordert für ..rechtlichen Schuh, wobei der Gedanke der De- dieErweiterungunddenAusbaudes ' schimpfung und Verächllichmachung verfassungs- Kraftwerkes Wölfersheim die Summe v mäßiger Institutionen in den Vordergrund gestellt hon dreißig Millionen Mark. Dadurch werden wird. Der Minister bezeichnete es ferner toir£> £>ann tie Möglichkeit weiterer Leistungs- als dringend notwendig, daß das jetzt dem Reichs- faBigtett, Austausch von Strom mit anderen Wer- tag vorliegende Gesetz über einen Ausbau der - -..... — 1 * ' ' ' ©dbfirafen in Kürze verabschiedet wird. r ken, gegeben. Auch dieser Betrag wird bewilligt. Die Erhöhung der Hundesteuer betrifft eine andere Vorlage. Danach soll die Staatssteuer auf 20 Mk. festgesetzt und den Gemeinden das Recht gegeben werden, eine Steuer bis zum vierfachen Betrag der Staatssteuer zu erheben. Den Gemeinden soll weiter gestattet werden, von dem Besitzer eines zweiten Hundes 50 Mk., für den dritten Hund 75 Mk., den vierten Hund 100 Mk., den fünften je 125 Mk., für den sechsten und mehr Hunde den Betrag von 150 Mk. zu erheben. Die Vorlage wird gutgeheihen. ein Vorschlag, die Deutschland Zufälle, sondern auch der englisch» Staatssteuer auf 40 ML zu erhöhe^ findet > französisch-russischen Politit und insbesondere der lehnung. — Hierauf tout> in bie Beratung der Volitik des ebemaliaen Präsidenten der Republik, Vorlage über bie Dienstbezuge der Staatsbeamten und Lehrer eingetreten itÄ CB 2E%tur. I " auf deW Id, Ziehung M Itn der ■ -tadtlirche, Da- MnM &daubnti tinci Shouse bSc oklwe und fcjl QdblßttU ^verband ü-ider-Jürl Kochen die ta . Reihe & Mshalb Aschen La' iür KriegLf hivterbUeb erteilt, 20 000 jur ö hat gestern eine Anfrage an bie Regierung Liebhaber. 3m Herbst beginnt auch die Zeit gerichtet warum bie amtliche Darmstädter des nach dem ReichSvogelschutzgesey noch er- Z e i t u n g nicht erscheint. laubten Fangens einzelner Singvögel. 3n den sw. Darmstadt 6 Oft 3a einer Sitzung Dörfern Oberhessens werden besonders der K r ei ä Jo mm i s s ion ^3 Är«fe8 3 5ranf- Stiealiße A ä n f l i n a e und R 0 t k e h l - surt a. M., die p ar i ta 11 s ch aus Geh cksen und A J Prinzipalen zusammenke'etzt war. wurde folgen- chen als liebe Slubengenossen gepflegt. ^er Beschluß gefaßt: .Das Tarifamt bringt zum Vornotizen. Ausdruck, daß ber Streik in Darmstadt einen — TageSkalender für Freitag: Tarifbruch barstellt und forbert bie Gehilfen Stadttheater, 7. Llhr, ,Die Lokalbahn" und .1. auf, sich auf tariflichen Boden zu stellen und die Klasse" Arbeit sofort wieder auszunehmen.' Die Regie- — Aus dem Stadttheaterbureau, rung hat sich der Tatsache eines Tarifbruches Bei der außerordentlichen Beliebtheit deren sich nicht verschließen tonnen, erklärte aber, kein Mittel Frl. Hannelore Ziegler hier erfreut wirv an der Hand zu haben, die Arbeiterschaft zur Rück- es bie weitesten Kreise interessieren, baß bie de- kehr zum Rechtsstandpunft zu bemeger. rühmte Tänzerin am Montag, 17. Oktober d. Is., Areis Wkblar. einen einmaligen Gast abend hier geben wirb. Wetzlar 6 Oft. Der Vorschuß- •«” Ärebitt>erein hatte aus Anlaß seines mittag 4 W und abends 8 älhr wirb im. Hotel Ihrigen Bestehens zu einer außerordentlichen Einhorn Frau Dr. L111 m a n n , OP^ral ftm auf ^^alversammlung seine Mttgli.'ber elngelaben dem Gebiete ber Gesundheitspflege und Hygicni- - -- - — Cer in einen Vortrag halten über ^Irsache von I Schwächegefühl, Herzll:p en, hysterischen Rerven- anfällen, blasser, hohler Farbe, Bleichsucht usw. Räheres enthält ber Anzeigenteil. — Der Rad-Club Germania feiert am Samstag sein alljährliches Winterfest in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Außer verschiedenen Radreigen und Radballspielen wirb auch । ber beliebte Kunstfahrer W. Göbel vom Wetzlarer Rabfahrverein sich bem Gießener Publikum im Einer tunst fahren vorstellen. Auch bas 3. Kunstfahren wird von demselben Fahrer nebst CB ruber ausgeführt und dürfte wohl seine-Anzichungskraft auf alle Radsportler nicht verfehlen. Alles weitere ist aus dem Inseratenteil zu ersehen. — Ring- und Boxkämpfe im Hotel Einhorn. Wie im Anzeigenteil ersichtlich ist, erteilt Altmeister Michael H itzler ilnter- richt im Ringkampf. Persönliche Auskunft ist mittags im Hotel Einhorn zu erhalten. Michael Hihler, der älteste Vertreter im Ringkampf, der, wie man uns mitteilt in allen Ländern die deutschen Farben hochhiett, wird sicher manchem Sportsmann besondere technische Vorteile des RingkampfeS beibringen können. als er feftlegt, daß für Ueberftunben eine zeitgemäße Vergütung aus der Staatskasse erfolgt. Eine Vergütung für den Fortbildungsunterricht Städtische Kartoffelverteilung in Wetzlar. Der Stadwerwaltung W e tz l a r ist es gelungen, eine größere Menge Kartoffeln für ihre Einwohnerschaft zu beschaffen. Die Belieferung ist bereits im Gange. Der Zentner kostet 68 Mark ab Bahnhof. Bei Anfuhr ans Haus erhöht sich dieser Betrag um 1.50 Mk. und um weitere 50 Pfg. bei Belieferung frei Keller, wobei die Stadt auch die Säcke stellt. Für die Ausgabe dieser Kartoffeln sind Bezugsscheine eingeführt. Marburger Kartoffelpreise.’3n Marburg haben seit einigen Tagen bie Kartoffelzufuhren aus ber Umgebung ihren Anfang genommen. Der Preis stellt stich frei Keller durchschnittlich auf 50 Mark ber Zentner. In manchen Lagen ist bie Ernte so schlecht ausgefallen, bah bie Landwirte kaum ihren eigenen Bedarf haben und hinzukaufen müssen. Gute Mittelernten sind in den Riederungen und in den schattigen Lagen in unmittelbarer Rahe von Wäldern zu verzeichnen. Die Duntsandftein- und Schieferböden haben versagt. Landkreis Gießen. X Klein-Linden. 7. Oft. Das Männerquartett ,§atinoni e"-Wieseck veranstaltet Sonntag, ben 9 Oktober 1921, nachmittags 4 Uhr in ber „Deutschen Eiche" ein Konzert. Außer heiteren und ernsten Männerchören kommen auch sehr gediegene musikalische Darbietungen zum Vortrag. Kreis Lauterbach. z. Grebenhain, 5. Ott. Da bie Oeint ü b I e n, welche zum hiesigen Ort gehören, zu abseits von der elektrischen Hauptleitung entfernt find, ebenso das Walbhaus, und die Kosten der Anlage noch extra ca. 50 000 Mark betragen, welche die hiesige Gemeinde nicht allein aufbrtn- gen wollte, tragen bie vier Mühlenbesitzer 20 000 Mark, von Müßling. Belltzer des Waldhauses, 10 000 Mark zu diesen Kosten bet Aus Stabt uni) Land. , Kreis Schotten. Gießen, den 7 Oft- 1921. D Gedern. 7. Oft. Der surst zu Stol» Dieven, oen c. i . h rg - W er n in g e r o de - G e d e rn feierte Immer wieder Fahrrad b t e b - Xage fein 25jährigcs Jubiläum als Ehef t ä h l e. Gestohlen wurde ein fast neues Fahr- Hauses Stolberg-Wer,lingervde unb spendete rad im Werte von 1200 Mk., Marke „W eil", aus diesem Anlaß für wohltätige Stiftungen den LOHNSExtra k s ~ u o hochinteressanter wissenschaftlicher «zVllluy (nnr für Damen) Eigene Glas- o. Faceltoleitai 012902 i Rudolf Rödiger, Walltorstr. Zö.llllMMMett JünnOöie“, BW Dezimal- n. 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Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-An läge). Samstag, 8. Oft Dorabd. 5.30. Morg. 8.30. Abd» 5.55 und 6.35 abdS Hansa- Schule Gießen Selters weg 73. Fernr.821 PrivsHandelslehranstall von J. Künzel mann, Diplom-Kaufmann und DiplomrHan delslehrer. 11. Okt. Beginn der ■ . — neuen Winterkurse. Anmeldg. täglich. Prosp.freL das solide, hochwertige Seifenpulverff renh einer der beiden Untermieter leicht, der andere schwer erkrankt ist. Sin neue» GiseubahuuuglLck m Frankreich. Pari«, L Oft. Die die HawaS-Agentur anS Dordeaur meldet, ist heule nachmittag kurz nach 1 Ufr rm Bahnhof von Agen ein etnsah» render Gülerzug auf einen dort stehenden Perso- nen-ug aufgesahren. Ss find zwei weisende getötet und drei schwer verletzt worden. Der Materialschaden ist beträchtlich. Paris. 6. Oft Dic Direktion der Staats- etsenbahnen teilt mit, dast bei dem S i s e n b a h n - u na luck im Tu n nel von Ba tig n oll es 19 Personen getötet worden feien. Aach dem Ternp» waren bis heute nachmittag 23 Lote sestgestellt. Die HavaSagentur berichtet von 26 Loten Die kommunistische »Internationale" meldet, das) heute nachmittag, abgesehen von denjenigen Opfern, von denen bereits gestern die Rede war, 25 Leichen unter den Trümmern hervoraehvlt worden seien. DaS Blatt erfährt ferner, dach etwa 30 Personen im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen sind und berechnet dementsprechend die Zahl der Toten biS heute nachmittag aus 60. Landwirtschaft. ef>. Au» dem Vogelsberg, G. Oft Die Regenfälle des vergangenen Dienstag kommen dem bereits feil einiger Zeit gesäten und sehr unreaelmählg auf gegangenen Korn sehr zu stat- ten, daS nun erst recht zum Keimen kommt rtt ’2B e tz l a r, 6. Oft. Der Kommunalver» band Wetzlar Hal bis -um 15. Oktober dS. IS. ihm auferlegten Liefersoll» von 7000 Doppelzentnern Getreide ldaS find 1750 Doppelzentner) an die ReichSgetreidestelle abzuliefern. Turnen, Sport und Spiel. Zur Tagung der Deutschen Turuerschaft in Kassel wird unS folgendes geschrieben: Unter starker Anteilnahme wurde der 17. Deutsche Turntag mit einem DegrühungSabend eröffnet, der Zeugnis davon ablegte, bah die deutsche Turnsache eine Angelegenheit ist. dazu berufen, ein einigendes Band zwischen allen deutschen Stämmen zu bilden. Aus allen Teilen des deutschen Vaterlandes, aus den besetzten und abgetretenen Gebieten, auS Oesterreich, der Tschechc^Slo- wakei und der Schweiz waren Delegierte herbeigeeilt, die von dem Vorsitzenden des Kasseler Ortsausschusses für den Deutschen Turn tag in dem prächtig geschmückten Festsaal der Stadchalle auf das Herzlichste begrübt wurden. Im Hamen des Hauptausschusses der Deutschen Tnrnerschaf i sprach Dr. Verger-Aschersleben. Seitens der Provinz Hessen-Aassau ergriff Oberpräsident Dr. Schwan- der-Kassel das Wort, der auch den Grutz der Staatsregierung an den Deutschen Turntag überbrachte. Für die Stadt Kastel sprach Stadtschulrat Dr. Dobritz. In einem äußerst glücklich gewählten und geschmackvoll arrangierten Programm wurden seitens der Kasseler Turnvereine turnerische Leistungen zur Ausführung gebracht. Freiübungen. Turnen am Aeck, Pyramiden und Aeigen wechselten miteinander ab. Mit grobem Beifall wurde ein Festspiel „Vereinigt" aufgenommen, in dessen Mittelpunkt Turnvater Zahn, von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen umgeben, stand. — ®er_ Degrüstunasabend schloß mit gemeinsamen Gesängen und der Filmvorführung der Meisterschaftskämpfe der D. T. in Leipzig. Aus den Verhandlungen interessiert vor allem die schon gemeldete Stellungnahme zu den Sportverbänden. Hofser.tlich gelingt es. hier noch einen Weg zu finden, der eine neuerliche Trennung zwischen Turnen und Sport unmöglich macht. — Die Meisterschastskämpfe an Geräten, die Wettkämpfe in den volkstümlichen Hebungen und die Meisterschaftsspiele fallen im nächsten Jahre mit Rücksicht auf die Deutschen Kampfspiele aus. — @ In en neuen H öhen w el t r e k vr d ’m Flugzeug hat der amerikanische Leutnant John Mac ßrtabi) m Davton (Obio) mit 12 445 Metern aufge tel t Interes ant ti eine ®c. cnü c - stellung bei verschiedenen Höchstleistungen se.l dem Jahre 1^39, wo der bekannte französische Flieger Latham am 29. August in Reims mit 155 Metern den ersten Rekord schuf, die dem Laien am besten ben Aufschwung des Flugsportes vor Augen führen kann. Die Leistungen sind August 1929 La- tbam 155 Meter. - Oktober 1909: Somte de Larn- bert 300 Meter. - Dezember 1909. Latham 453 Meter — Januar 1910: Latham 1000 Meter. — Juli 1910: Latham 1384 Meter - September 1910: Moräne 2582 Meter — September 1910: Chavez 2587 Meter. — Ottobcr 1910: Wilma:en 2780 Meter. — Dezember 1910: Legagncui 3’00 Meter. — 3uü 1911: Loridan 3177 Meter. - August 1911: Cap. Felix 3190 Meter. — Scp:em- ber 1911: GarrvS 3910 Meter. — September 1912: Garros 4900 Meter. — September 1912: Legag- neu? 5450 Meter. — Dezember 1912: Darros 5610 Meter. — März 1913: Perrevon 5880 Meter - Dezember 1913: Cegagneur 6120 Meter. — September 1915: AudemarS 6540 Meter. — Mai 1916: Poulet 6703 Meter. — September 1917: VougeoiS 7770 Meter — Mai 1919: Sa di Vereinte 8155 Meter. — Mai 1919: Sadi Scannte 8585 Meter. — Mai 1919: Jean Casale 9125 Meter. — Juni 1919: Jean Sasale 9520 Meter. - Februar 1920. W. Schröder 10 093 Meter. — IuU 1921: G. Kirsch 10 600 Meter. — September 1921: Mac Tready 12 445 Meter. — älmdenPokaldeSDeutschen F u tz» ball-BundeS gehen am Sonntag -um -wö.s» ten Male die Vorrundenspiele vor sich. Ls begegnen sich Süd- und Westdeutschland in München-Gladbach, Rord- u-d Rordostdeutsch- land in S et:in und Mit el- und Sudostdeutschla id in DreSlau. Das meiste Interes e sollte da» Spiel der süddeutschen Mannschaft gegen Westdeutschland in München-Gladbach ertoccfen. Die Süddeutschen, die in der letzten Zeit in ihren repräsentativen Spielen von viel Pech verfolgt waren, haben eine erstklassige Mannschaft ausgestellt, die der Papierform nach die Einheimischen besiegen müßte. Andererseits haben aber gerade die Westdeutschen auf heimischem Doden stets sehr gut abgefeimt ten, so dah u. 11 mit einer Spielverlängerung gerechnet werden muh. — Weniger offen erscheinen die beiden anderen Spiele in Stettin und Breslau. 3n ersterem ist wohl an dem Siege der norbbeutfdjen Mannschaft kaum zu zweifeln. Richt ganz fo sicher erscheint 5er Sieg der mitteldeutschen Elf über Südostdeutschland. Die letzteren haben öfters überraschend gute Leistungen gezeigt und jetzt wieder den Vorteil des eigenen DodenS für sich — Die Zwischenrunde findet am 13. November statt Wir glauben, dah sich au dieser Horb-, Süd- und Mitteldeutschland qualifizieren werden, zu denen sich ber in der Vorrunde spielfreie Verband Vrandenburgischer Vallfpielvereine gesellt Zu verteidigen hat den Pokal Mitteldeutschland, das ihn gegen Westdeutschland mit 4:0 g wann. — FuhballstädtekampfVase l—V e r* Iln. In Basel geht am Sonntag der zweite Städtckampf der repräsentativen Mannschaf:en Basels und der deutschen Reichshauptstad: vor sich. DaS erste Spiel ber beiden Städte fand am 24. April ds. Is. in Berlin statt und endete 3:3 unentschieden. — Der 4. Ski-Verbands-Wettlauf deS Verbandes Mitteldeutscher Ski-Vereine (Sitz Frankfurt a. M.) geht am 21. und 22. Januar 1922 in Gersfeld (Rhön) vor sich. In ber Zeit vom 6. biS 9. Januar hält ber Verband ebenda Skilehr- kurse sowie Lehrgänge für Fortgeschrittene, Verbands skilehrer und Kampfrichter ab, die von Prof. A Ratzel und Dr. Ehr. Pfeil geleUet werden. schont und erhält ihre teure Wäsche, fextrakt macht sie fein sauber (ohne Zauber!) 3 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Trauring l grüne -------“ Mädchenmütze, einige Papieraeldfcheine. 1 weihest Taschentuch, 1 FederhaltermOppchen, 1 Gummi-1 -üernll|a)TCS. gürtet; verloren: 1 Damenportemonnaie mit Eholerafälle in Königsberg. LoQenen und einem silbernen Ring und Königsberg. 6. Oft. (WTD) Heute vvr- 6; l6, 1 Svldene mittag wurden in Königsberg drei Spolera- Z5°lche,l Drief a che m" Gewerbeschein. 1 50- fälle festgestellt. Sine im bakteriologischen In- Markschein 1 braune ßeberborfe mit 50 Ml, ftttut beschäftigte Frau Infizierte sich Sort mit eine Cholerabazillen und hat ihre beiden Untermieter silberne Armbanduhr, 1 Trauring, gez. F. 2.1893. | angcsteckt. Die Frau ist bereits verstorben wäh° »VA5**' tot. 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In ganz Deutschland nicht zu haben, nur bei mir nach dem Porrrage. — Starten zu 3 und 5 Mk. an der Kaffe — Bitte ouSschneiden, erscheint nur einmal. 013304 coDaaaaDoaa□□□□□□□□□□□□□□□□□□□□ A»S de« rlmtsverkündigungsblatt. — DaS AmtSverkünbigungSblatt Ar. 141 vom 6. Oktober enthäll: Für oie Opfer ton Oppau — Verkehr mit Arznetmilleln auher- balb ber Apotheken. — Gebühren für amtStier- eiztltche Dienstv rrichtungen. — Feststellung ber Zahl ber bei RotstanbSarbeiten gleufreitiq beschäftigten Erwerbslosen. — Schuh ber Infribener Wasserquellen. — Abänderung ber FriebhofSorb- nung bi Lollar. — Pferbebiebstahl. — Dienstnach- richteu. — Gesunden, verloren. — Strahensperre- Aushebung. In dem Schutzgebiet ber Inheibe - n e r Dasserquellen. baS ist in dem durch Linzäunung kennllich gemachten Grunbeigentum der Provinz Ober hetz-n, innerhalb ber Gemar- !und Inheiden ist verboten, Vieh zu treiben ober neiden zu lassen, öbenfo ist in diesem Gebiet ver- boten: das Düngen mit natürlichem Dünger, die Derwendung von Zngvieh bei ber Bewirtschaftung ber Grundstücke auherhald ber Bestellungsund Grntezett. Pserdedtebstahl. In der Rächt vom 1 zum 4. Oktober wurde auS dem Stall von A. DömerS in Lengfeld bei Evrbach in Walb - c ck eine dunkelbraune Stute (Daberbeckertyp). Gr. 1.63 Mrter. rechts vorn und hinten Weitz gefesselt, Langschweif, starke Mähne, Rase durch Hal ter ab- g scheuert, recht» hinten frische Streichwunde, mit filberplattiertem Drustblattc:elchirr. Zaum mit lbschwarzem Stirnband, gestohlen. Börners hat 5000 Mk. Belohnung für zweckdienliche Angaben, die zur (Ermittelung des Täter» unb Wiedererlangung deS Pferde« führen. auSgefeht, Pferd passierte mit Heinern gelben Wagen am 4. Oktober, 3 Ubr nachmittag», Fronhausen (Kr. Marbura). Führer war ein junger Mann von kleiner Statur. Die auf den 20. und 21. Oktober 1921 angc» letzte Ziehung der Geldlotterie zu Gunsten der Wiederherstellung ber Stabtkirche in Schotten ist auf ben 11. unb 12. Januar 1922 verlegt worden. Da» Ministerium des Innern hat dem Deutschen OssizierSbund in Berlin die Erlaubnis erteilt, 5000 Lose einer zur Beschaffung eine« Kurhause« in Bad Oeynhausen für bebürf- tige schwertrieg-beschädigte unb schwer kranke frühere aktive und inaktive Offiziere zu oecanflalten- ben Gelb lotterte innerhalb be« Volksstaate« Hessen zu Dertrciben. Das Ministerium de» Innern hat bem Landesverband für Säugling«- unb Klein- kinber- Fürsorge in Bayern E. D. in München die Erlaubnis erteilt, 5000 Losbrtese ber 4. Reihe ber ihm genehmigten Geldlotterie innerhalb bes VolkSstaateS Hessen zu vertreiben. Da« Ministerium bes Innern hat ber Bayerischen LanbeShauptfürsorge stelle für Kriegsbeschäbiate unb Kriegshinterbliebene In München die Erlaubnis erteilt, 20 000 Lvsbriefe der 3. Reihe ber ihr jur Schaffung und Erhaltung von Erholungsund Genesungsheimen für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene genehmigten Geldlotterie innerhalb des Dollsstaates Hessen zu vertreiben. Gefunden - Verloren. In ber Zett vom 16. bis 30. September wurden in hiesiger ©tufr gefunden: 1 alte« Herrmchemd. 1 fil- unter Mitwirkung eines erstklassigen Orchesters. - - -------- fr: ,,„n i » F* I emvneblt (013296 3 Mk. wn I Xarl SaieUk 92eueuak42. Gerichtssaal. Leipzig. 6. Oft. In unserer letzleVt Montagnummer teilten wir mit, dah vom Reichsgericht die Revision von vier wegen gewerblichen Glücksspiels vom Giehner Landgericht im Oktober vorigen Jahres Verurteilter als unbegründet verworfen sei. AuS dem Urteil des Reichsgerichts, das uns von Rechtsanwall Leun übersandt wird, ersehen wtt jedoch, dah der Revision de« einen Ver» urteilten, Hotelbesitzers Peter Bittong in Rauheim, stattgegeben und das Urteil der Giehener Etraflammer aufgehoben wurde. Die Sache wird zu neuerlicher Verhandlung und Entscheidung an die Dorinstanz zurückgewiesen. mc. Frankfurta. M.. 6. Oft. Die früheren Offiziere, jefcigen Kaufleute Bruno Goltz und Rolf Schenck wohnten mit einer schwedischen Korrespondentin nn Hotel Imperial Eines Tages nun lieh sich ber Hoteldirektor Müller dazu verleiten, der Korrespondentin zu nahe zu treten, wofür die beiden Kaufleute ein Sühnegeld forderten das sie in Höhe von 5000 Mk. bekamen. Das war ihnen aber nicht genügend unb sie forderten bedeutend mehr. Der Hoteldireftor lieh sie deshalb wegen Erpressung verhaften und die Strafkammer ver- urteille heute Goltz jui neun Monaten unb Schenck zu fünf Monaten Gefängnis. nn. Darmstadt, 6. Oft. Der freche Raububersall am hellen Tage, der sich vor etwa 4 Wochen in Offenbach in lebhaftester Verkehrsslratze ereignete, stand heute zur Aburteilung vor bem Schwurgericht Der vorbestrafte damals beschasticungLlo'e Reisende 2lnt Dan. S t u r m e r aus Zell trieb sich am 3. Sept vor bem Bankhause Merzbach in Offenbach her- um, um irgend etwas auszufufren. Als bie bei einem Offenbacher Anwaltsbureau beschäftigte I. Kl. mit einer Mappe aus dem Bankhause kam, sprach er sie an und lockte sie unter der falschen Angabe, datz sie von ihrem Prinzipal erwartet werde, in einen benachbarten Hausgang. 5>ortbin folgte er ihr, schlug ihr plötzlich mehrmals ins Gesicht, warf ihr aus einer Düte Pfeffer in die Augen und entrifo ihr bie Mappe, in ber er Geld vermutete le, und verschwand Das Mädchen lies aber hinterher und er konnte rasch festgenommen werden. Sr ist in dollem Umfange ge- flanfrg und wird unter Zubilligung mildernder ihnflaitf* zu 3 Jahren Gefängnis unb 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. 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Hirth, München. — 3}o n Zimmer zu Zimmer, 70Schmoll- und Liebesbriefe des Dichters an feine Frau, von Paul Scheerbart. Verlag Alfred Richard Meyer. Berlin-Wilmersdorf. Geld Brief 6. Okt. 3921,05 3928,95 866,60 868,40 1463,50 1466,50 2272,70 2277 30 2747,25 2752,75 177,30 177,70 487,- 488,- Uhlemann sein Arbeitszimmer, um mit ihrem Herrn die wirtschaftlichen Angelegenheiten zu besprechen, soweit sie unter ihrem Befehl standen. Sie war klein und rundlich, trug im Racken ein dürftiges graues Zöpfchen mir einer Unmenge von Haarnadeln feftgeftedt Heute war es später geworden als sonst. ,Ra, Duste?" fragte Christoph Wärhahn und rieb sich die breiten Hände, ,was sagst du denn zu unferm Henner?" Die Mamsell war leine Schönheit, schief stand ihr die Rase im Gesicht, die schmalen, willens' kräftigen Lippen kniff sie zusammen, sah erst stumm durchs Fenster in die Rächt hinaus und antwortete schließlich: .Sie hat den Henner am Harren feil! Ich werde ihn von morgen ad .junger Herr" nennen!" Der alte Währhahn lachte laut und hieb mit der Faust aus den Schreibtisch. .Erstens, welche Braut hat ihren Schatz nicht am Rarrenseil? Wenn eine noch dazu so ein taufrischer, hübscher Kerl istl Und zweitens wird dec Henner für dich der Henner bleiben, und bu' wirst du auch weiter zu ihm sagen, hast doch die Mutterstelle an ihm vertreten l Altes HauS, du denklt doch nicht etwa, du wirst in die Rumpelkammer getoorf en ?** -Herr Wärhahn, dann blieb ich nicht hier!" den Mann an, dessen getreu $ GehilN" n« länger als fünfundzwanzig Jahre gewesen war. Und der wuyte, welchen Dant er lciner Mamsell schuldete. Er hielt ihr die Hand hin. .Du, wenn ich mich freue, sollst du's auch!" Die willenskräftige Person naljrn die Hand wohl, aber Falten zogen sich auf ihrer Stirn zusammen. (Fortsetzung folflti. den Beleidigungsprivatllaqen, dab bestraft werden soll, wer unberechtigt Familiengeheimnisse ausp.'audert, das sog. IndiSkr t.onsde.rlt Richt befriebigenb geregelt ist der Fall der Erpressung, da jede Drohung unter Strafe gestellt ist, ohne dah auf die Schwere des angedrohten Uebels Wert gelegt wird. Gefordert muh werden die Bestrafung für Verletzung des Wahlgeheimnisses und die Bestechung eines Abgeordneten, letzteres um das parlamentarische Leben rein zu halten. 3n seinen Schlußworten führte Frank aus dah die Schaffung des neuen Strafgesetzes nicht übereilt werden darf. Sorgfältige, gewissenhafte Arbeit ist einem überhasteten Gesehemachen vorzuziehen. Bis zur endgültigen Schaffung des neuen Gesetzes muh sich durch Rovellen zum alten Strafgesetzbuch durchgeholfen werden. Die Hauptsache ist aber die Auslegung durch unseren trefflichen Richterstand, der nur dann hochgehalten werden taim, wenn er unabhängig, unabsehbar, unversehbar Recht spricht. Tine Wahl nach Der- hältniSwahlrecht wäre Unsinn. In der Hoffnung, den glänzenden, sinnvoll- endeten Ausführungen des grohen Gelehrten recht bald wieder einmal folgen zu können, trennten sich dankbar für das Gehörte und die Anregungen, die Zuhörer. Seine früheren Schüler bereinigten sich dann im Gasthof Hindenburg nochmals um ihren hochgeschätzten Lehrer. Dr. L. S. Warknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden Datum: .Vater, da bring ich sie bir!" Veilchenblaue Augen sahen bittend den allen Wärhahn an, die Röte war Maria Sitten ins Gesicht geschlagen, liebreizend sah sie auS. Lind dann streckte sie ihm die Hand entgegen und sagte mit einem schüchternen Lächeln: »Ich habe Ihren Sohn lieb, Herr Wärhahn, und will ihm eine gute Frau und Ihnen eine gute Tochter werden!" Fest hiell Christoph Wärhahn die Hand, er schmunzelte vergnügt. Alle Wetter, so etwas Rankes lief auf hessischen Bauernhöfen nicht herum, sein Herrn er würde beneidet werden! „Dann sei auch mir herzlich willkommen, liebe Tochter!" Joseph Sitten trat unterdessen in feinen Gummischuhen von einem Bern aufs andere, schwenlle dabei seinen schwarzen, breiten, weichen Filzhut hin und her. Abseits dabei stehen das wollte er wahrhaftig nicht. Er verstand es doch, mit den rheinischen Bauern umzugehen. Die hatten ihn mehr als hundert mal bei Sängerfesten auf ihren breiten Fäusten durch die Säle getragen und: »Hoch. Jupp Sitten!" gerufen. „ilnb ich denke, Herr Wärhahn, wir werden jute Freunde! Man jibt doch nicht so aus dem Handjelenk fein letztes Kind her. Ader " er schlug dem Henner auf die Schulter, .der soll sie mit Freuden haben!" Da hiell auch ihm Christoph Wärhahn die Hand hm. Sein Bauernstolz erwachte. Dah die Dermögensverhättnisse der Sittens sich zum min- öeften nicht mit den feinen messen konnten, hatte ihm fein Sohn in den Briefen angedeutet. .Freut mich zu hören! Ihre Tochter kommt in em weiches Rest!" Es klang kühler, als es hätte klingen sollen. 881,60 883,40 2197,80 2202,20 2137,85 2142,15 1633,351636,65 1588,401591,60 größeren Komplet herauSgenom- B. ist die Fahrt auf der Eisenbahn ohne Fahrkarte als selbständigc-s Delik: aulgesührt bisher fiel es unter den Tatbestand des Betruges u. a. Reu eingesührt wurde die Cttasandrvhung für uneidliche falsche Aussage vor für Abnahme von Tiden zuständigen Behörden, desgl die Täuschung von Prüfung Sbehörden iGefängnis bis zu 6 Monaten oder Geldstrafe brs zu 3000 Mk.). Das Delikt der uneidlichen falschen Aussage unterzog Frank einer scharfen Kritik, weil dadurch die Gefahr, dah ein Meineid geleistet wird aus Furcht vor Strafe wegen falscher uneidlicher'Aus- sage, vergröbert würde. Wenn eine Tat im Zustande sinnloser Trunkenheit begangen wird und der Täter deswegen nicht bestraft werden kann, soll er nach dem Entwurf mit Gefängnis bis zr 6 Monaten bestrast werden. Sehr zu begrüben ist im Hinblick auf die mehr und mehr sich häufen- Är. 117,80 2197, Sh. Märkte. Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarkt. Frankfurt a. M. 6. Ott. Amtlich Bei lebhaftem Handel wurde der Klcmviclnnarkl geräumt. Schweine hinterlichen bei gedrücktem Geschäft Heberst and. Aufgetrieben waren 630 Kälber, 1114 Schafe und 419 Schweine. An Preisen wurden angelegt für den Zentner Lebendgewicht: für Kälber, beste Qualitäten. 900 bis 1050 Mt. mittlere Qualitäten 800 900 Mk geringe Qualitäten 700— 800 Mk.. Hammel 250 bis 500 Mk., Schweine unter 80 Kg Lebmdgewicht 1000- 1300 Mk.. von 83—100 Kg. 1300 1400 Mk von 100—120 Kg. 1300 1475 Mk.. von 120-150 Kg. 1300-1450 Mk . über 153 Kg. 1300-1450 Mk Sauen und (Sber 1100—1330 Mk. Außerdem wurden 23 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Marktpreise liegen um so viel über den Stallpreisen, als sie die nicht unerheblichen Gewichtsverluste, Spesen und Händlergelvinn in sich schließen. Diesen Gedankengang wurde Christoph Wär- hahn nicht wieder los. Auch nicht draußen auf den Feldern. Sein Werk schritt der Krönung entgegen. Seine Aufgabe hatte er zum Abschluß gebracht, wenn der Henner eine Frau ins Haus führte, die seinem Willen entsprach. Da hielt der Frühzug auf der kleinen Station. In zehn Tagen war Weihnachten, hoffentlich kam fein Sohn dann auf einige Wochen heim. Darum gebeten hatte er bisher nicht — und würde es nicht tun. er konnte ja nicht wissen, wie weit die Dinge in Godesberg gediehen waren. Fünf Minuten später rih er das Glas an die Augen Da kam wahrhaftig der Henner und mit ihm ein aller Herr und eine junge Dame! Breitbeinig stellte sich Christoph Wärhahn hin drüclte das scharfe Glas fest an die Augen. Donnerwetter die konnte stch sehen lassen. — und der Henner hiell sie bei der Hand. Also einig waren sie! Unb khr Vater muhte mit dem Qauf der Dinge auch auch sehr zufrieden fein, denn er wirbelte seinen Regenschirm lachend durch die Luft . . . Langsam ging Christoph Wärhahn den Dreien entgegen. Schon von wettern winkte der Henner mit oem Taschentuchs. Aber die Hand seiner Braut kieh er nicht los. Also da war das dicke Wär- hahnsche Blut in Wallung geraten. Das war das Allernottgste. Die Augen kniff Christoph Wärhahn klein, um besser sehen zu tonnen. Ein Prachtmädel war das ja! Richt einmal der dicke Mantel tonnte den schlanken Wuchs verdecken! Die letzten zwanzig Schnitte lief ihm der Henner entgegen. * Oupp Sitten aber lachte: wenn es nicht . jemütlich" zuging, war's nichts für den empfindsamen Mu- slkus. .Weih ich! Hott ja! Schwer ist's aber doch, ferne einzige Tochter herzujeben! Sind die Ver- g ian8 jesichrrt was will man bann machen, perr Wärhahn? Sehen Sie nur, wie die beiden stch anstrahlen, und bat bleibt ble Hauptsache! ®at Herz jeht einem ba auf!" Sie strahlten sich an, Christoph Wärhahn schmunzelte, schmunzelte bis zum späten Wend! Das mit Reben umsponnene Haüs, bie Gärten, tot altem bie Viehställe hatten entschieden großen etnbrud auf die Sittens gemacht. Die innere Einrichtung des Hauses lieh allerdings viel zu wünschen übrig. Da mochte seine Schwiegertochter ihren guten Geschmack entwickeln. Er war mit Henners Wahl vollkommen zufrieden. Die Maria hatte den ,Schuh im Blute!" Unb wie ihre Augen an dem Jungen hingen I Der war doch ein Mordskerl! Sich einen so hübschen Vogel einzufangen! Gerade so, wie er sich baä vorgestellt — nein, noch viel besser war ferne Wahl ausgefallen. Dah er freillch für den Anfang tief in den Geldbeutel greifen muhte, hatte ihm Herr Sitten gleich klar- gcmachl. Ra ja! Künstler pflegen das Geld nicht scheffelweise zu verdienen! Dafür wurde Maria die rechte Stammutter für die kommenden WärhahnS. Wenn erst die Heine Gesellschaft durch das grohe Haus stolperte! Er rieb sich die Stirn und lachte vergnügt vor sich hin. Run ging ihm bem ruhigen, kü berechnenden Manne der Verstand auf seine alten Tage noch mal durch! Ach nein, es war so gekommen, wie er es hatte haben wollen, und auf was er nun hoffte, war Wetter nichts, als was der Well Lauf, wenn bie Zett erfüllet war, mit sich brachte' Die alle Abende betrat die Mamsell Augustes . . 100 . . 100 . . 100 . . 100 . . 100 .. 1 . . 100 . . 100 . . 100 . . 100 . . 100 . . 100 Vermischtes. * Aushebung einer .Doktors ab ri^. Etne .Dottvrsabrik" betrieb in Berlin ein ge- «r ödxmbt. ein alter Mann, der jetzt von der Kriminalpolizei verhaftet wurde. Schmidt gab fig» in Zeitungsanzeigen für einen Alademiker auÄ. Er bot feine Vermittlung für bie Erlangung ber Doktorwürbe an und verlangte bahir von ben Bewerbern Vorschüsse. Säßen hat er nach Meldungen Ber- Itner Blätter auch bie versprochenen Dissertationen geliefert unb sich teuer b c - za h len lassen, in anderen bagegen sich darauf beschränkt, den Vorschuh einzust«ken unb bann ntjytä toeiler von sich hören lassen. Es ergab H. bah er die wirklich abgegebenen Dvlloraroei- ten nicht selbst hergestellt, sondern von Studenten gegen Entgelt ha t anserti- gen laffen. Aus mehrere Anzeigen hin machten Kriminalbeamte Schmidt einen überraschenden Besuch und verhafteten ihn. * Der .Schatz S t ö r t e be ke r s". Bei Reuhaus a. b. Oste wurde ein Schah gesunden, bon_ bem es zuerst hieb, er sei vom Räuber störte b e k e r vergraben worden. War dies auch nur eine unbewiesene Vermutung, so hat fid) bvch die Rochricht von dem ausgegrabenen Schatze bestätigt, und der Archivar des Kreises H a • dein gibt darüber folgende Mitteilungen: Eine flüchtige Prüfung des entdeckten Schatzes hat ergeben. dah es sich nicht nur um Silber handelt sondern dah alles, was auf den ersten Blick als Messing angesehen wurde, reines Gold ist lieber den Umfang des Schatzes konnten genaue Feststellungen noch nicht gemacht werden, da auS wissenschaftlichen Gründen ohne weiteres keine Teile entfernt oder eine gröbere Anzahl Stücke zur Prüfung herausgenommen werden Dürfen. Der Schatz besteht zur Hauptsache aus allerhand Gegenständen: Bochern. Schü'seln, groben bringen jedoch find irgendwelche Münzen noch nicht gesehen worden. Die Kiste, die eine Länge von mindestens zwei Meiern hat, ist völlig vermodert. Roch in einem Meter Tiefe liegt Metall, so dah es sich um etwa zwei Raummeter Gold und Silber handelt, deren Metallwert allein mindestens 20 Millionen Mark Wert hat. Der Wert dürste aber bedeutend erhöht werden, weil es sich um Kunstsachen handelt. Mil der Ausgrabung des Schatzes soll so lange gewartet werden, bis einwandfrei feststeht, wem der Millionenschitz heute zustehl und bie Sicherheit gegeben ist, dah er nicht ins Ausland verschoben wird. Rach den früheren Gesehen gehört alles bem Besitzer des Grundstückes unb zehn v. H. dem Finder. Die Entscheidung nach ben neuen Reichsgesehen steht noch aus. --------- Fr 125,40 11,50 S 23,80 0,79 Der Entwurf eines neuen deutschen Strafrechts. Vortrag von Pros. Dr. Ritter von Frank, derz. Rektor in München. ©leben, 4. Okt. 1921. II. Als Strafaufhebungsgründe keimt ber (Snt- Turf wie bisher den Rücktritt vom Versuch und >e Verjährung. Doch ist die Derjährungsunter- »echung anders gedacht. Genügte bisher zur Der- iLhrunaSunterhrcchung eine richterliche Handlung, x auf die Ergreifung deS Täters ober auf die I Verfolgung ber Straftat überhaupt gerichtet war, | otrb jetzt ein Beschlub des Gerichtes gefordert, I eurch ben die Ver-jährung. die im einzelnen ver- J lüigert ist, hinausgefchoben wird. Die Verjährung mbt, solange das Hauptverfahren eröffnet ist, | Hoch nicht länger alS drei Jahre. Bezüglich deS Strafantrages wstd dessen Der- »blichkrit auf den Ehegatten und nahe Verwandte xu eingesührt. AlS Sin-elstrasen kennt der Entwurf Zucht- i ^auS, Gefängnis. Einschliebung, Hast. Geldstrafen mb ben Verweis. Die Todesstrafe wird beibe- I "-alten, doch ist ihre Anwendung dadurch nicht m wesentlich eingeengt, dah sie nur wegen Mordes I verhängt werden darf und, wie bereits ausge- ihrl, auch bei Mord mildernde ilmftänbe zu- zebilligt werden können. Der Unterschieb zwischen Äord und Totschlag bleibt derselbe. Reu er- ! shevtt die Einschli bung. Sie ist die alte Festungs- ' hast, die nur als zeitige, nicht als dauernde J Strafe bei allen Verbrechen verhängt werden Kinn, wenn der Richter die Ueberaeugung gewinnt, dah die Tat nicht aus ehrloser Gesinnung ■ begangen wurde. Die stärkste Wandlung erfährt | die Hast Sie soll nur der Ersatz für uneinbring- I ltche Geldstrafen sein, eine soziale Forderung I wgunften ber finanziell schlechter Gestellten. Rur, | wenn neben ber Geldstrafe etne andere Freiheits- , I strafe verhängt wird, kann eine Umwandlung | ii diese flattfmben. Die Höchststrafe für Haft bc- I trägt 6 Wochen, die geschärfte Haft fällt weg, I die für Gefängnis fünf Jahre, doch nicht aus- lchlieblich So z. D. bei Jugendlichen, gegen welche I ja Zuchthaus nicht verhängt werden darf, und bei | frevelhaft verschuldetem Zweikampf, in diesem Falle ist der gesetzliche Strastahmen 5—15 Jahre Gefängnis. 3m übrigen steht auf Zweikampf die Otnschliebung. Am wenigsten wurde an der Verhängung der Zuchthausstrast geändert. Die Ehren - folgen für bestimmte Strafen bleiben bestehen, die Aberkennung der Fähigkeit zum Bekleiden öffentlicher Aemter und des Dienens In Heer unb Marine. Der Strafvollzug liegt zur Zeit noch bei ben Verwaltungsbehörden. Auch ber Entwurf gibt auf bie Frage, wie die Strafe vollzogen werden soll, keine Auskunft. Mm zu ber- hindern, dab durch falsche Mabnahrnen Gefängnis härter fein kann als Zuchthaus unb ber ganze Strafvollzug nicht mehr in das subjektive Ermessen ber einzelnen Strafanstaltsdirektoren gestellt ist. ist ein S t r a f vo l lz u g s g e se h in Bearbeitung. daS im nächsten Jahre dem Reichs- ä vvrgelegt werden wird. Als Srziehungsmab- ime bleibt bei guter Führung in der Straf - laü die vorläufige Entlastung bestehen. Der Strafrahmen für Geldstrafen geht von 5 bis 20 000 auf. Die Höchststrafe kann auf 100 000 Mk. erhöht werden, wenn ble Tat aus schnöber Gewinnsucht begangen wurde. Richt zahlbare Geldstrafen können auch durch freie Arbeit getilgt werden. Der Richter soll bem ui Geldstrafe Verurteilten deren Zahlung durch Gewährung von Fristen erleichtern. Die Umwandlung in Haft ist nur dann zulästig, wenn sie infolge schuldhaften Verhaltens nicht beigetrieben werden kann. Eine neue, sehr weitgehende Bestimmung ist. datz der Verweis nach freiem richterlichen Ermessen bei allen Verbrechen zulästig ist. Als Rebenfolge ist die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte — bei ehrloser Gesinnung, Mord unb anderen schweren Delikten obligatorisch übernommen. De- ldenklich ist nach Frank aus verschiedenen Grün- !bcn, dah ber Strafrichter auch Scbabenäerfat) aussprechen kann, sofern nicht mehr als 20 000 Mark gefordert werden. Die Polizeiaufsicht fällt weg, dafür tritt daS schon erwähnte, durch den Richter auSzusprechenbe Aufenthaltsverbot. Vorsatz wirb bei allen Delikten geforbert Fahrlässigkeit nur ba, wo eS besonbers ausgesprochen ist. Im besonderen Teil ist ein Teil ber Delikte gestrichen worden, die der modernen Auffassung nicht mehr entsprechen. So die Verbrechen gegen die Bundes fürsten. Dafür ist eingesührt als Hochverrat, wer es unternimmt, den Reichspräsidenten oder einen Landespräsi- ben t en an der Ausübung ber Regierungsgewalt hi hindern. Au herbem sind 16—18 neue Tatbestände geschaffen worden, bie alS Sinzelhandlun- Kirche und Schule. 0 MarbUrg, 5. Okt. Mit bem heutigen Tage haben bie Verhandlungen der 38. Hauptversammlung des Hessischen Volks schul- lehrer-Dereins, die am Montag begannen, ihr Ende erreicht. Die Zahl ber Teilnehmer, die aus Kurhessen unb der angrenzenden Gebietsteilen berbcigeeilt waren, dürfte mit 1500 nicht zu hoch gegriffen fein. In bem Jahresbericht würbe erwähnt, bah bie Forderungen ber freien Entwicklung ber Volksschule noch nicht erfüllt seien unb 8000 Schulamtsbewerber auf Anstellung warteten Der Leiter bes Marburger Psychologischen Instituts. Prof. Iaensch, zeigte dann bie neuen Wege unb Ziele ber Jugendpsychologie. Das Ziel gehe dahin, das Institut zu einem Psychologisch- Pädagogischen Institut umzugestalten, damit es der zukünftigen Lehrerbildung dienen könne. 3m Anschluß an Betrachtungen des Herrn Mütze- Kassel über die Lehrerbildungsfrage hielt Herr Caster- Kastel einen Vortrag über Bildungs- Mittel unb die Wege und Ziele ber Arbeitsschule. Auch ber trüben wirtschaftlichen Lage der Lehrer in bezug auf die Desoldungsverhältnisse wurde gedacht. Anschliehend tagten noch bie Junglehrer und diejenigen, die noch nebenbei Kirchendienste verrichten. Abends fanden in den Stadtsälen wie hn Philippshaus Unterhaltungen statt. Bei der gestrigen Hauptversammlung sprach zunächst Herr Be r n h a r de - Weidebrunn „Heber die Kulturaufgaben des neuen Dolksstaates und der Landschule". Er empfahl u. a. das neunte Schuljahr und mehr Zwang bei der Jugendfürsorge. Herr Keller-Kassel schilderte bie Notlage des Marburger Psychologischen 3nstituts, worauf der Beitritt zum Universitätsbund unb Unterstützung des genannten Instituts mit 30 000 Mk. beschlossen wurde. Weiter sprach man noch über Lehrervereine, Lehrerräte usw. und abends sprach Schulrat K i m p e l - Kastel über das Thema „Der Kampf um die Schule". Es wurde eine Ent - schliehung angenommen, die sich für Gemeinschaftsschulen und gegen bie Zusätze im Schulgesetzentwurf auösprach Bei ben heutigen Schluh- tagungen würben besonbers geschäftliche Angelegenheiten besprochen. Rachmitagts wurde ein Ausflug nach den sog. Hansen Häusern veran statt et (3n einem Teil der Auslage wiederholt.) Die Stimme eines englischen FinanzmanneS. London, 6. OIL (WTB.) Der englische Finanzmann Paish erklärte in einer Rede über den Auhenhandel und die Crwe, bslosigkett: Die Hungersnot in England werde den Bolschewismus bedeuten. In Frankreich wo etne Hungersnot drohe, werde dies die Revolution bedeuten. Es sei für Deutschland unmöglich, die Waren, bie es brauche, mit seiner verminderten Erzeugung zu kaufen, um die Reparationen, die man von ihm fordere, zu leisten und zugleich den Wert der Mark hochzuhalten. Das augenblickliche Wiederauflebei^ des Handels sei nur zeitweiliger Art. Unter diesen Umständen müsse man zu allererst Europa auffordern, feine Produktionskraft wieberherzustellen und'durch bte notwendigen Kredite den Handel wieder in Gang zu bringen. Durch die Schaffung von Passiven unter den gegenwärtigen Verhältnissen vernichte man das eigene Volk. Alle Rationen tun dies, und es habe den Anschein, als ob die Staatsmänner der Welt wahnsinnig geworden seien London, 6. Ott (WTB ) .Eveni ig Rew' schreibt in einem Leitartikel: Augenblicklich sei 'm England eine Bewegung im Gang, Deutschlau b seine Schulben zu erlassen. Das Blatt warnt vor dieser .Epidemie". Amerika und der Wiederaufbau. PariS, 6. Okt (WB.) Rach einer Meldung der .Chicago Tribüne" aus Washington veröftentlichte daS Spezialkomitee ber Handelskam mer ber Verei nig ten Staaten, das kürzlich von feiner Reise durch (Suroba zurückgetehri ist, seinen Bericht. Der Bericht gibt ber Ueberzeugung Ausdruck, dah bte Vereinigten Staaten unbedingt an ber Regelung der wirtschaftlichen unb finanziellen Schwierigkeiten ber gesamten Welt teilnehmen mühten. Der Bericht spricht sich ziemlich ausführlich über die Frage aus, ob die amerikanischen Truppen vom Rhein zurückzuziehcn sind ober nicht. Falls bie Truppen aus dem Rheinland zurückgezogen würden, womit eine gewaltige Ausdehnung der französischen Derwal- tungszone verbunden wäre, würde ein starker mähigender Einfluß verschwinden. DaS italienische Wirtschaftsleben. Rom, 6. Okt. (WTB.) Rach „Epoca" ist die diesjährige Zuckererzeugung fast doppelt so grob als im Vorjahre. Man werde keine Zuckereinfuhr benötigen. Die ©etreibeernte fei ebenfalls viel höher, es brauche nur halb io hki eingesührt zu werben alS im Jahre 1920. Eine Valutabesserung fei infolgedessen zu erwarten, beim es würden etwa 3 Millionen Pfund für Zucker unb 71i/2 Mill. Dollar für Getreide gespart Das Eisenbahnunglück bei DatianolleS. Paris, 6. Ott (WTB.) Die Zahl der Toten bei bem Unglück bn Tunnel von Batig- nolles hat sich nunmehr auf 17 erhöht. Zwei sind auf dem Transport gestorben. Mehrere Leichen waren halb verkohlt. Die Zahl der Verwundeten soll 100 erreichen. * 18V-5 = 4.00 =■ 0.35 =3 5.95 = 41.25 =» 21.39 - 52.60 - 40.35 = 560.- ® 2 35 = -e«75 Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Am 26. September 1921 bezüglich der Firma Moses Joseph, Allendorf a. d. Lda.: Die Firma ist erloschen. Am 29. September 1921 : Die Firma David Lublinski, Gießen. Inhaber ist der Kaufmann David Lubltnski in Gießen. Angegebener Geschäftszweig: Handel mit Farben, Lacken im großen. Am 30. September 1921: a) Die Firma Daniel Ludwig Thrift, Heuchelheim. Inhaber ist der Müller Daniel Ludwig Thrift in Heuchelheim. Angegebener Geschäftszweig: Müllerei, b) Bezüglich der Firma Ernst Balser, Buch- und Papierhandlung, Gießen: Dem Kaufmann Fritz Nennstiel in Gießen ist Prokura erteilt. Am 1. Oktober 1921: Die Firma Heinrich Neinfchmidt, Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Heinrich Reinschmidt in Gießen. Angegebener Ge- schäftszweig: Generalagentur im Versicherungswesen. Gießen, den 4. Oktober 1921. 10681 ß , ____________Hessisches Amtsgericht.______________ Bekanntmachung. Der öffentliche Iettelanschlag in der Stadt Gießen soll mit Wirkung vom 1. Januar 1922 neu verpachtet werden. Angebote auf Vordruck sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 15. Oktober ds. Is. im Stadthaus Berg- straße, Zimmer Nr. 28, abzugeben. 10725B Daselbst find auch die Derpachtungsbedingungen einzusehen und die Angebotsvordrucke gegen Er- stattung der Selbstkosten zu haben. Gießen, den 1. Oktober 1921. Der Oberbürgermeister. 2>. D.: Kreuzten. Bekanntmachung. Die Steuerzettel für 1921 über die von der Stadt Gießen zur Erhebung kommende Vermögenssteuer von Grundbesitz und Gewerbebetrieb werden den Steuerpflichtigen in den nächsten Tagen zugestellt. Die im Mai und August fällig gewesenen Ziele müssen alsbald bezahlt werden. Gießen, den 5. Oktober 1921. 107248 _______Der Oberbürgermeister: Keller._______ Bekanntmachung. Die am 29. Juli 1920 angeordnete Sperre des Anueröder Weges wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 5. Oktober 1921. 107268 Der Oberbürgermeister. 3. 93.: Krenzien. Städt. Arbeitsamt Gießen I Liebigftratze 16, Teteph. 2054. ES können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 2 Stenotpvtsten, 1 Kupferschmied, 1 Silberschmied, 2 Maurer, ein Elekiromonieur, 1 älL Schlosser, 1 Schneider, 2 Prooifionsreisende, 1 Glaser, 1 selbständiger ält. Sattler und Polsterer, 2 Klempner. Lehrlinge: 1 Aulomonteur, 1 Friseur, 1 Schuhmacher, 1 Glaser, 1 Schlaffer, 1 Kaufmann, ein Schreiber, 1 Lackierer, 1 Buchbinder, 2 Schreiner, 1 Uhrmacher, 1 Photograph. b. bei auswärtige« Arbeitgebern: 2 ProviffonS- reisende, 1 Müller, 1 Schmied, längere landwirt' schastl. Knechte, 2 ält. Schlaffer, 2 Schneider, fünf Friseure, 7 Schreiner, 3 Anstreicher, 1 Spengler und Installateur, 1 Dreher, 1 Brauer. Lehrlinge: 1 Glaser, 1 Schmied, 1 Schreiner, zwei Friseure, 1 Schlaffer. Es suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker, Kaufleute, Schreiber und Reisende, Packer, Hauöburschen und Ausläufer, Mafchinenschloffer, Bauschlosser, Schuhmacher, 1 Krankenpfleger, 1 Sattler u. Polsterer, Bäcker u. Metzger, mehrere Kellner, 1 Former, 1 jung. Schmied. 1 Buchbinder, Mechaniker, 2 Heizer, 1 Wagner, 2 Dreher, 1 verb. Knecht, 2 Schäfer, 1 oerbeir. Hofmeister, 1 oerh. Schweizer, 2 Gärtner, 1 Handschuhmacher, Bergarbeiter, Autoschlosser, 1 Schmelzer, 1 Installateur u. Spengler, 1 Monteur, 1 Bandagist, Maschinisten und Heizer. 1 Konditor, 1 Zeichner, 1 Werkmeister für Korkenfabrikation, 1 Ttefoautechniker, 1 Verwalter, 1 Photograph, 1 Polsterer und Tapezierer. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegen: genommen. Lehrlinge: 2 Mechaniker, 1 Friseur, 1 Elektromonteur, 1 Elektrotechniker, 1 Schuhmacher, 1 Weißbinder, 1 Gärtner, 3 Autoschlosser, 1 Maschinenschlosser. Weibliche Abteilung: ES können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffrauen und -mädchen für einzelne Tage, lücht. Alleinmädchen, 2 Köchinnen, 1 Stütze, 1 Privatsekretärin, 1 Lehrmädchen in Blumengeschäft u. in Schuhgeschäft, 1 Haushälterin. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 3 landwirtschaftliche Dienstmädchen, 4 Dienstmädchen, Allein- mäochen, Zimmermädchen, 1 Haushälterin, zwei Küchenmädchen, 1 Stütze, 1 Stenotypstin. ES suchen Arbeit: 2 Verkäuferinnen, 1 Flickerin, 3 Waschfrauen, einige Lauffrauen, auch für Nach- mittagsbefchästigung, Mädchen für tagsüber, zwei Büglerinnen, 1 Fräulein erteilt iranzös. Unterricht, 2 Kontoristinnen, 1 Schneiderin als Beihilfe. Die Berufsberatung und Arbeit- Dermitt- lung für Musiker findet werktags von 10 bis 12 Ubr statt. 10727B PROSPEKT Nominal Mark 4,000,000.— Aktien (Nr. 1—4000 zu je Mark 1,000.—) der HEYLIGENSTAEDT & COMP. Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei Aktiengesellschaft in Gießen. Die Heyligenstaedt & Comp. Werkzeagmaschinenfabrik und Eisengießerei Aktiengesellschaft, hervor gegangen aus der im Jahre 1876 gegründeten offenen Handelsgesellschaft Heyligenstaedt & Comp., ist am 19. April 1911 mit dem Sitz in Gießen errichtet worden. Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung und der Vertrieb von Maschinen und Guß- erzeugnissen aller Art, insbesondere der Erwerb und die Fortführung der von der Firma Hevligen- staedt & Comp. in Gießen betriebenen Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei. Die Gesellschaft ist berechtigt, ähnliche und verwandte Geschäfte neu zu errichten, von Dritten zu erwerben oder sich an bestehenden in irgendeiner Form zu beteiligen. Ebenso ist die Gesellschaft befugt, mit allen Rohstoffen, Halb- und Ganzfabrikaten, Maschinen und Werkzeugen, welche mit dem Gegenstand des Geschäftsbetriebes in Zusammenhang stehen, Handel zu treiben. Das Grundkapital der Gesellschaft, das ursprünglich Mk. 1,250,000. - betrug, wurde im Jahre 1920 auf Mk. 2300,000. - erhöht. In der außerordentlichen Generalversammlung vom 16. März 1921 wurde beschlossen, das Aktienkapital zur Verstärkung der Betriebsmittel um weitere Mk. 2,000,000. - durch Ausgabe von 2000 Stück neuen auf den Inhaber lautenden Stammaktien zu je Mk. 1,000.- mit voller Dividendenberechtigung für das Gesellschaftsjahr 1921 zu erhöhen und außer den bereits seit dem Jahre 1920 bestehenden Mk. 300,000. - weitere Mk. 200,000.— 7% cumulative Vorzugsaktien auszugeben. In der am 28. Juni 1921 stattgehabten Generalversammlung wurde beschlossen, das in den früheren Sitzungen geschaffene zehnfache Stimmrecht der Vorzugsaktien auf ein sechsfaches herabzusetzen. Die Stammaktien verfügen nunmehr insgesamt über 4000 Stimmen, denen 3000 Stimmen der Vorzugsaktien gegenöberstehen. Die Aktien wurden von einem Konsortium zu 110% übernommen, das sich verpflichtete, hiervon Mk. 1,600,000. - Stammaktien den bisherigen Aktionären im Verhältnis von 5 Stück alten zu 4 Stück neuen Aktien zum Kurse von 120 % zuzüglich 5 % Stückzinsen vom 1. 1. 1921 bis zum Zahlungstage anzubieten, während die restlichen Mk. 400,000.-, deren Erlös inneren Zwecken der Gesellschaft dienen soll, unter Ausschluß des Bezugsrechts durch die Aktionäre dem Konsortium zum Kurse von 140 % mit der Verpflichtung überlassen wurden, sie einstweilen im Portefeuille zu halten. Das Aktienagio wurde nach Abzug der Unkosten mit Mk. 176,259.55 dem gesetzlichen Reservefonds zugeführt. Die Eintragung der letzten Kapitalserhöhung erfolgte am 8. April 1921. Die Stammaktien lauten auf den Inhaber, tragen die Nummern 1-4000 und sind mit der faksimilierten Unterschrift des Vorsitzenden des Aufsichtsrats und der beiden Mitglieder des Vorstandes versehen. Durch die Ausgabe der Vorzugsaktien soll ausländischer Einfluß auf die Gesellschaft femgehalten werden. Die Vorzugsaktie erhält aus dem jährlichen Reingewinn vorweg 7 % mit dem Recht auf spätere Nachzahlung für den Fall, daß ein Geschäftsjahr einen geringeren Gewinn ergeben sollte. Bei der Verteilung des Geschäftsvermögens wird zuerst der Nennwert der Vorzugsaktien und dann erst der Nennwert der Stammaktien ausgezahlt, während der Rest der Liquidationsmasse auf Vorzugs- und Stammaktien gleichmäßig verteilt wird. Vom 1. Januar 1931 an steht der Gesamtheit der Inhaber von Vorzugsaktien das Recht zu, diese durch Beschlußfassung der einfachen Majorität ihrer Mitglieder in Stammaktien umzuwandeln. Der Vorstand der Gesellschaft besteht aus den Herren Direktor Friedrich May und Direktor Dietrich Fahlenkamp. Der Aufsichtsrat besteht aus mindestens drei Mitgliedern. Zur Zeit wird er gebildet aus den Herren Gustav Plaut, Kommerzienrat, Cassel, als Vorsitzender; Wilhelm Sartorius, Rechtsanwalt in Darmstadt, als stellvertretender Vorsitzender; Albert Strauss, Bankier in Marburg; Carl van den Daele, Fabrikdirektor in Barmen; Hugo Strauss, Bankier in Frankfurt a. M., und Joseph Frisch, Bankier in Stuttgart. Die Generalversammlungen finden in Gießen statt, doch kann auch ein anderer Ort bestimmt werden. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Der durch die Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung nachgewiesene Reingewinn wird in nachstehender Reihenfolge verteilt: Zunächst werden 5 % *n den 'Reservefonds gelegt, bis dieser die Höhe von 10% des Grundkapitals erreicht hat. Alsdann erhalten die Aktionäre der Gesellschaft einen Gewinnanteil von 4 %. Nach Vornahme aller etwaigen besonderen Abschreibungen und Rücklagen erhalten der Vorstand und die Beamten der Gesellschaft die denselben vertragsmäßig zustehenden Tantiemen und der Aufsichtsrat eine Tantieme von 12 %, neben einer festen jährlichen Vergütung von Mk. 4,500.- für den Vorsitzenden und Mk. 3,000.- für jedes Mitglied. Der Rest wird gemäß den Beschlüssen der Generalversammlung für weitere Gewinnverteilungen bzw. Vortrag auf neue Rechnung verwendet. Die Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen im Deutschen Reichs- und Preußischen Staatsanzeiger. Die Gesellschaft wird sie außerdem in einer Frankfurter Tageszeitung veröffentlichen. An Dividende hat die Gesellschaft gezahlt in den Geschäftsjahren; !2!$ oZ/> \ auf Mk. 1,250,000.- 1918 ........ 14 % f Aktienkapital 1919 20 % auf Mk. 1,250,000.- Aktienkapital, sowie einen Bonus von 10% in Reichsanleihe zum Kurse von 77%%. 1920 20% auf Mk. 2,000,000.- Aktienkapital, sowie einen Bonus von 15% in Reichsanleihe zum Kurse von 77% %. Die Cewinnanteilscheine sind (außer bei der Gesellschaftskasse) zahlbar: in Frankfurt a. M.: Bankhaus Baruch Strauss, in Marburg: Bankhaus Baruch Strauss, in Cassel: Filiale der Dresdner Bank, io Gießen : Zweigniederlassung der Direction der Discontogesellschaft, woselbst auch kosten- und talonsteuerfrei neue Gewinnanteilscheinbogen erhoben und kostenlos Bezugsrechte ausgeübt, Aktien zwecks Teilnahme an der Generalversammlung hinterlegt, sowie alle sonstigen, von der Generalversammlung beschlossenen, die Aktienurkunden betreffenden Maßnahmen bewirkt werden können. Die Bilanz sowie die Gewinn- und Veriustrechmmg des Geschäftsjahres 1920 lauten: Bilanz am 31. Dezember 1920 Aktiva Passiva Gewinn- und Verlust-Konto für 1920 Haben Soll 1633006 An 2 575 434.51 4 224 522.95 Per Zinsen-Konto . . 16 193.35 Per Gewinn auf Effekten 71 554.65 30018123 An 1 452 983.27 21 000.- 80000.- 4 328 601 01 4 328 601.01 10747D Auf Grund des vorstehenden Prospektes sind nom. Mk. 4,000,000. - auf den Inhaber lautende Aktien zu je Mk. 1,000.- Nr. 1—4000 789 877.05*) 1 785 557.46 Per Vortrag aus 1919 Per Fabrikations-Konto: Betriebs - Ueberschuß 1920 ...... 51 705.61 164 75L87 16615.55 25 500.- Arbeitsmaschinen-Konto . . . . Fabrik-Einrichtungs-Konto . . . Werkzeug-Konto ..... Elektrische Licht- und Kraftanlage- Konto Fuhrpark-Konto Reingewinn 1920: Vortrag aus 1919 Gewinnverteilung: 299 096.95 200 000.- 30 000- 200 000.- 320 000. - 24 602.20 17001.- 1 436 053 21 16 330.06 •) Darunter Steuern und Abgaben M. 278 604.98 7% feste Dividende an die Inhaber der Vorzugsaktien........ 4 % des Aktienkapitals an die Inhaber der Stammaktien...... Tantieme an Aufsichtsrat und Vorstand und Sonderzuweisung an letzteren Körperschaftssteuer-Reserve . . . . Talonsteuer-Rückstellung..... Verteilung an Angestellte und Arbeiter 16% Superdividende Bonus von 15% in Kriegsanleihe zum Kurse von 77% % Vortrag auf neue Rechnung . . . . Unkosten: Handlungs-Unkosten Betriebs-Unkosten . An Abschreibungen: Immobilien-Konto 8. 232 500.- 70 38632 1 452 983.27 der Heyligenstaedt & Comp. Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei Aktiengesellschaft, Gießen, zum Handel und zur Notiz an der Börse zu Frankfurt a. M. zu gelassen worden. Frankfurt a. *L, im September 1921. BaHlCh StraUSS. •) Davon an Fertigfabrikaten M. 35693934, an Halbfabrikaten M. 1 701 14622. *•) Darunter m Kriegsanleihe M. 188170.-, sonstige z. T. mündelsichere Wertpapiere M. 7 896.75. Die Gesellschaft hat bei ihrer Gründung eine 4% prozentlge, zu 102 % rückzahlbare und bis 1. Juli 1916 unkündbare Anleihe über Mk. 600,000.- aufgenommen, für die eine hypothekarische Sicherheit an den Gießener Grundbesitz der Gesellschaft in Höhe von Mk. 660,000.— besteht. Vom 1. Juli 1916 erfolgt die Amortisierung der Anleihe nach einem feststehenden Tilgungsplan, nach dem sie im Jahre 1945 gelöscht sein wird. ... , , .. . . Nach den stattgehabten Verlosungen, einschließlich derjenigen per 1. Jun 1921, besteht eine Obligationsschuld von Mk. 532,500.-. .. .. . , Q. . Die Fabrik stellt mit der Gießerei einen Gebäudekomplex dar, der 16 414 qm umfaßt, von denen 8 439 qm überbaut sind. Die noch unbebauten Grundstücke der Gesellschaft umfassen 40 000 qm. Die erforderliche Betriebskraft (Dampf und Elektrizität) liefern zwei Dampfmaschinen (von 300 und 250 PS), die mit Dynamos verbunden sind. Fabrik und Gießerei sind mit modernen Einrichtungen und Hilfsmaschinen, etwa 320 an der Zahl, ausgestattet Die Vervollkommnung des Betriebs wird seitens der Werkleitung im Interesse einer rationellen Fabrikation weiter durch geführt Die Fabrik erzeugte in den 46 Jahren ihres Bestehens Werkzeugmaschinen zur Metallbearbeitung. Sie ist seit einigen Jahren von dem Bau von Hilfsmaschinen für das Kleingewerbe auch zur Herstellung schwerer Werkzeugmaschinen für die Großindustrie, Eisenbahnwerkstätten usw. übergegangen. Der rationelle Bau der größeren Maschinen wird eine entsprechende Erweiterung des Betriebes und später allenfalls noch den Bau einer neuen Gießerei erfordern, wozu genügendes Baugelände vorhanden tat Mit der Reihenanfertigung von Schnellbohrmaschinen ist bereits begonnen worden. Diese vorteilhafte Fabrikationsweise soll auch auf Drehbänke ausgedehnt werden. . Die Fabrik beschäftigt zur Zeit über 500 Arbeiter und 40 technische und kaufmännische Beamte. Beschäftigungsgrad und Auftragsbestand sind normal, so daß, falls nicht politische Ereignisse störend eingreifen, auch im laufenden Jahr mit einem befriedigenden Ergebnis gerechnet werden kann. Gießen, im Juli 1921 Heyligenstaedt & Comp. Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei Aktiengesellschaft. May. Fahlenkamp. Immobilien-Konto: a) Gelände, Wert wie am 1. Januar 1920 b) Gebäude^Wert am l.Jan. 1920 Zugang in 1920 ..... Abschreibung für 1920 . . 422 700.- 122 005.61 315200.- 493 000.- 808 200.- Aktien-Kapital-Konto . Obligations-Konto . . Reservefonds-Konto . . Reserve-Konto B. . . 2 300 000.- 545 000.- 209 830.02 131 829« 544 705.61 51 705.61 In ventarien-Konto: A rbeitsmaschinen, Wert am 1. Januar 1920 . . Zugang in 1920 an neuen Maschinen....... 180 000.- 382 281.87 Talonsteuer - Res.- Konto Tantiäne-Konto: Noch nicht erhobene Tantieme..... Obligations-Zinsen- Konto: Noch nicht erhobene Zinsen ..... Konto ausgeloster Obligationen: Noch nicht einge- 30000.- 1098057 Abgang in 1920..... 562 281.87 5 523.- Abschreibung für 1920 . . 556 758.87 164 758.87 392 000.- Fabrik-Einrichtung, Wert am 1. Januar 1920 . . Zugang in 1920 ..... 1.- 43 614.55 8 74LA Abschreibung für 1920 . . 43 615.55 16 615.55 27 000.- Werkzeuge, Wert am l.Jan. 1920 Zugang in 1920 ..... 30 000.- 52 500.- reichte ausgeloste Obligationen .... 1530.- Abschreibung für 1920 . . 82 500.- 25 500.- 57 000.- Dividenden-Konto: ' Elektrische Licht- u. Kraftanlage, Wert am 1. Januar 1920 . . Zugang in 1920 ..... 15 000.- 56 083.80 Noch nicht erhobene Dividende .... Kreditoren-Konto . . Gewinn- and Verlag- Konto: Vortrag aus 1919 16330.06 Reingewinn in 1920 1 653.21 13 567.50 1 701 365.40 Abgang in 1920..... 71 083.80 5 481.60 Abschreibung für 1920 . . 65 602.20 24 602.20 41000.- Mobilien, Wert wie am l.Jan.1920 Fuhrpark, Wert am 1.Januar 1920 Zugang in 1920 ..... L- 42 000.- 1.- 1 45298X27 Abschreibung für 1920 . . 42 001.- 17 001.- 25 000.- Gleis-Anschluß, Wert wie am V Januar 1920 ..... Fabrikations-Konto: Bestand an Fertig- und Halbfabrikaten am 31. Dez. 1920 Materialien-Konto: Vorräte an verschiedenen Betriebsmaterialien am 31. Dezember 1920 ...... 1.- 542 002. - 2 058 08536*) 149 27339 Versieh erungs- Konto: Vorausbezahlte Prämien . . . 10 166.02 Effekten-Konto: In unserem Besitz befindliche und gegen Kaution hinterlegte Effekten, Kurswert am 31. Dezember 1920 ...... 196066.75") Bankguthaben: Guthaben bei verschied. Banken u. dem Postscheckamt Frankfurt-Main, Konto 4692. . . 1847 888.15 Konto-Korrent-Kanto: Ausstände........ 790 074.44 Kassa-Konto: Barbestand........ 4 070.68 6 405 828.99 6405 828.99 Ä5 tix M ■»f1 prii); S&if« ß’ s,«#d' ten Derle, eines Amt Diensten st chn vielnv Küchenmeii stellv^' bs Ä S- imiiber fttiittdA ^di cMlS W J füllen. 5 nnu.dem uns liegt. st G Nn Jnha fjaup 3cti «II Di W bcrichl Zu 2 3el; Ta ieilu sind, Etai nom lieg Rei Leb ichc Tel mn uni we Sti ein, lold eins Hanl Äei< W< nicht 6ta bis et di n i (i C ö ir B; k 81 11 s| t (