Nr. 239 Der Siebener Anzeiger mit der Dienstagsbeilage .Sport-Umschau" tr- scheint täglich, außer Sonn, und Feiertags. Monatliche vezuarpreise: Mark 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fernsprech.Anschlüsse: wrdieSchriftleitung 112 ; plr Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße«. poftscherttonto: Zronksnrt a. M. 11686. Druck und Verlag: Vrühl'sche Univ.-vuch- und Stcinöruderei H. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7. 50 Pf.,- für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 180 Pf Bei Platz. Vorschrift 20 u Aufschlag. Hauptschriftletter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil i D.: Aug.Goetz: für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. «trftes Blatt 171. Jahrgang Mittwoch, 7. September 1921 ■ Annahme von Anzeigen M Wä V für die Tagesnummer bis GletzenerAnzelger General-Anzeiger für Oberheffen Die innerpolitische Lage. Die Verhandlungen der Reichsregierung mit dem Münchener Kabinett find noch nicht -um Abschluß gelangt. Der Reichsminister des Innern Dr. Gradnauer, bekanntlich Mehr- heitSsozialtst, hatte die bayerische Regierung telegraphisch aufgefordert, gegen bestimmte Organe der äußersten Reckten vorzugehen. Dieses Telegramm Dr. Graonauers ist in de. bayerischen Presse bekannt gegeben worden, und nun erhebt sich dort ein neuer Sturm deS ZlnwlllenS gegen die Berliner Bevormundung. SS ist sehr bedauerlich, daß es so weit kam. Unseres Erachtens hätte der Reichsminister des Innern mit seinen Anweisungen warten sollen, bis die Situation etwas geklärt war. Die Münchener Regierung hatte Beweise ihres Entgegenkommens gegeben, und zur Stunde weilen ihre Bertteter in Berlin, um gewisse Verhandlungen zum Abschluß zu bringen. In den einsichtsvollen Kreisen der Parteien wünscht man eine Entspannung der Lage. Die Führung der Deutschen Volkspartei hat es klugerweise unternommen, alsbald Klarheit zu schaffen über ihr Programm und ihre Auffassung der gegenwärtigen Ereignisse, chatte schon der Abgeordnete Kahl im ReichStagöauSschuh versöhnliche Worte gefunden und die ilnterftellung zurückgewiesen, als wünsche seine Partei monarchistische Propaganda zu machen, so sprachen kurze Zeit darauf die Parteivorstände Dr. Stresemann und Dr. von Krause beim Reichspräsidenten und beim Reichskanzler vor, um die Stellungnahme der Deutschen DvlkSpartei genau festzulegen. In der parteiamllichen „Rationalliberalen Korrespondenz" wurde das Ergebnis dieser Besprechungen wiedergegeben. Die Partei erhebt danach keinen Einspruch gegen die neuen Verordnungen, sondern sie verwahrt sich nur dagegen, „daß die Anwendung dieses Ausnahmezustandes eine einseitige, von parteipolitischen Rücksichten diktiert, wird". Es wurde auf die kommunistische Gefahr hingewiesen und vor Verkümmerung der Versammlungsfreiheit und Einrichtung neuer Zensurämter in Deutschland gewarnt. Auch verlangte die Partei, daß die Regierung allen Bestrebungen auf Durchbrechung der Verfassung durch eine nicht verfassungsmäßige Rebenregierung wirtschaftlicher Organisationen entgegentteten werde. Im übrigen erwarten die Herren von der Deutschen VolkSpar- tei „nur von einer organischen Entwicklung im Innern und von der Sammlung aller aufbaufreudigen Kräfte die Möglichkeit einer Gesundung unserer Lage". Die „Kölnische Ztg.", die die bekannten Aufsätze des Abg. von Campe veröffentlicht hatte, wünscht auch ein Programm der Tat, das sie mit folgenden Worten skizziert: „Die Partei des Besitzes muß anerkennen, daß der Besitz verpflicht cl, sic muß in Gegenvorschlägen zu dem Wiribfchen Stcucrpro- gramm. das sie wegen feiner Ordnungslosigkeit verwirft, aufs klarste den Beweis erbringen, daß der Besitz bereit ist, zu opfern und zu steuern, bis zu einer Grenze, die lediglich von der Rot- Wendigkeit gezogen wird, die nationale Produktion bis zum höchstmöglichen Maße zu steigern. Es ist nicht zu bestreiten, daß auch bei der uns allen obliegenden Steuerpflkcht zwischen Worten und Wirklichkeit ein Widersinn klafft, der schon aus Gründen der öffentlichen Moral beseitigt werden muh, daß Lohn- und Gehaltsempfänger mit Recht darauf Hinweisen, wie ihre Steuerpl.chl einer unentrinnbaren Kontrolle unterliegt, die bei den produzierenden Ständen und den freien Berufen fehlt, daß zwischen "bem verschwenderischen Aufwand weiter Kreise und der bimmerlichen Lebenshaltung anderer, besonders des verarmten Mittelstandes, ein Gegensatz sich aufgetan hat, der unerträglich ist. Die Spekulations- und Spielwut, die im Volke ein gerissen ist, macht uns zum Gespött des Auslandes, und trotz der reichlich im Lande umstiehen- den Geldmittel fordert die Regierung vergeblich zur Ablieferung von Auslanddevisen aus, deren sie zur Bezahlung der Kriegsschuld so dringend benötigt Wir sind durch den Krieg arm geworden und werden unsre Schuld nicht bezahlen können, ohne unser Rationalvermögen dazu in Anspruch zu nehmen; wieweit das durch Erfassung des Gewinns aus den Gold- und Sachwerten, die die Sozialdemokratie fordert, möglich ist, ohne diese Werte dem Zugriff 'des Auslandes preiszugeben, wird ernstlich ins Auge zu fassen sein. Daß alle Schichten des Volkes nach dem Verhältnis ihrer Kraft an der Saft die au, liegt, in gleichem Maße zu tragen haben, ist selbstverständlich: zu warnen aber wäre vor einem Verfahren, das etwa den Verzicht der Ar- beiterschafr auf verfassungsrechtliche Zugeständniste wie den Achtstundentag in die Rechnung Einsetzen möchte." Weitere Klärungen werden im Reichstag zu erwarten sein. Auch die Führung der Deutschnationalen Volkspartei hat, wie heute berichtet wird, mit der Reichsregierung Fühlung genommen, und es scheint, als werde die heftige Erregung, die seit der Ermordung Erz- oergers dnrck unser Volk ging, allmählich wieder besänftigt werden infolge der Erkenntnis, I daß es verkehrt ist, in so schwieriger Zeit die Leidenschaften aufzuwühlen. Eine Besprechung dcutschnationaler Führer mit der Reichsregicruug. Berlin, 6. Sept. (WTD.) Heute abend fand auf Ansuchen der deutschnationalen Fraktionen und Partei im Reichs» .anzlerhause eine Aussprache über die politische Lage und Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. August statt. Von deutschnationaler Sette waren beteiligt die Reichstagsabgeordneten Hergt, Schiele und Dr. Düringer. Reben dem Reichskanzler waren bei der Besprechungen anwesend: der Reichsminister des Innern G r a d n a u e r, der Reichsjustizminister Schiffer. Die deutschnationalen Abgeordneten legten ihre Auffassung über die Verordnung des Reichspräsidenten dar, die sie auf das lebhafteste bekämpften. Sie verlangten Anwendung der Verordnung gegen alle extremen Richtungen, die den politischen Kampf mit Gewalttätigkeiten führen. Insbesondere verlangten sie Schutz gegen gewaltsame Sprengung und Störung rea,tsgerich- teter Kundgebungen und Versammlungen. Der Reichskanzler besprach die Entwicklung der politischen Atmosphäre seit der Annahme des Ultimatums, verwies auf die außenpolitischen Schädigungen, die durch chauvinistische Kundgebungen hervorgerufen wurden und betonte, die absolute Rotwendigkeit, auf das schärfste alle Versuche, die Weimarer Verfassung mit Gewalt beseitigen zu wollen, abzuwehren, wenn Deutschland nicht durch den inneren Bürgerkrieg elendiglich zugrunde gehen solle. Ebenso sei der Schuh der Republik gegen alle gewaltsamen Angriffe eine selbstverständliche Staatsnotwendigkeit. Dabei werde die Verordnung streng und gerecht gegen alle gewalttätigen Elemente, wo immer sie sich zeigen mögen, • angewendet werden. Ebenso erklärte der Reichskanzler, es werde mit allen Mitteln g e wa11samen Störungen friedlicher Versammlungen entgegengetreten werden. Er richtete die ernstliche Mahnung an die deutschnationalen Abgeordneten, alles aufzubieten, um Aufreizung zur Gewalt mit allen nur erdenklichen Mitteln der Aufklärung und parteipolitischen Beeinflussung alsbald und nachdrücklichst aus dem politischen Kampfe anszuschalten. Im einzelnen erhoben die deutschnationalen Vertreter eine Reihe von Forderungen, deren Erörterung dem Reichstag vorbehatten sein wird. Die Besprechung nahm einen dem ernsten Charakter der politischen Lage durchaus Rechnung tragenden Verlauf. Wie wir hören, finden im Laufe dieser Woche wettere Aussprachen mit den übrigen Parteien und Fraktionen statt Der Kanzler und das Großkapital. Berlin, 6. Sept. Wie die Abendblätter melden, antwortete der Reichskanzler auf eine Anfrage .des Reichstagsabgeordneten Geheimrat R i e s s e r über die Aeuherungen des Kanzlers über das Großkapital in seiner Rede am .Sonntag in einem Briefe an Riesser, daß Angriffe gegen das Großkapital seinerseits überhaupt nicht erfolgt seien, da er vom Großkapital nicht gesprochen habe. Er habe vielmehr von einer Epoche des H o ch ka p i t a l i s m u s gesprochen, der sich in einem wilden Dörsentaumel der letzten Wochen und Monate äußerte. Es habe sich an der Spekulationswut gezeigt, wie weit die Spekulation von dem Gedanken der Gemeinschaft des Vaterlandes sich fernhalte. Dabei spielte er auf einen Satz an. der vor einiger Zeit im „Berliner Tageblatt" stand und worin auf den ungeheueren Egoismus der Devifenbesitzer hin gewiesen worden war. AuS Bayern München, 6. Sept. (WTD.) Unter der Überschrift: „Bayern und das Reich" teilt die bayerische Staatszettung mit: Heute vormittag traten fast alle Fraktionen des GanbtageS zu Beratungen zusammen. Um 11 Uhr versammelten sich die Führer der Koalition s p a r t e i e n, um zur Lage und den gestrigen Beschlüssen des Ministerrats Stellung zu nehmen. Den Beratungen wohnten auch Ministerpräsident v. Kahr und Staatssekretär Schweyer bei. Das Ergebnis der Beratungen war, wie wir erfahren, daß Uebereinflimmung dahin erzielt wurde, daß mit Berlin wegen der Frage der Verordnung des Reichspräsidenten und des bayerischen Mrsnahmezustandes weiter- verhandelt werden soll. Zu diesem Zweck begeben sich Staatssekretär Schweyer mit zwei ^Referenten und den Abgeordneten Held, Vorsitzender der Landtagsfrattion der Bayerischen Volkspartei, und Dr. Dirr, Führer der demokratischen Landtagsftaktion, nach Berlin. Wie die Blätter melden, ist Reichswehrminister Gehler in München eingetroffen und hat an einer Beratung der demokratischen Frattion teilgenommen. Blättermeldungen aus München zufolge erläßt der dortige Bürgerrat im Hamen einer großen Anzahl der wichtigsten Körperschaften des bayerischen Wirtschaftslebens eine Erklärung, in der er „die verwerfliche Hetze gegen die bayerische Koalitionsregierung" bedauert und die Regierung Kahr auffordert, vor dem von verschiedenen Sei» ten auf ihn ausgeübten Druck nicht zurückzu- weichen. Berlin, 6. Sept. (Wolff.) Die baye- rischeRegierung übergab Telegramme, die der Reichsmini ft er des Innern in der Angelegenheit deS Verbots der „München- Augsburger Abendzeitung" und der Unruhen in Koburg an die Münchener Regierung sandte, bayerischen Zeitungen zur Deröftentlichung, deren Kommentare dahin lauten, daß die Telegramme ein Cingrisf in die bayerischen Rechte und eine Brüskierung Bayerns b:bcuteten. Eine solche Auffassung ist durchaus unhaltbar und in keiner Weise beabsichtigt. Der Reichsminister des Innern vermied es im Gegenteil, sich unmittelbar an untergeordnete Organe des bayerischen Staates zu wenden oder direkt auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten das Verbot der Zeitung auszusprechen, um der bayerischen Zentralregierung Gelegenheit zu geben, von sich aus das Erforderliche zu tun. Die bayerische Regierung hatte also Gelegenheit, wenn sie eine abweichende Meinung hat, diese in Verhandlungen geltend machen können. München, 6. Sept. (WTD.) Heute nachmittag trat der ständige Ausschuß des Bayerischen Landtages zusammen. Abgeordneter Timm stellte namens der Sozialdemokratischen Fraktion die Anfrage, ob die Staatsregierung beabsichtige, dem ständigen Ausschuß des Landtags Mitteilungen zu machen. Staatssekretär Schweyer erwiderte, er könne nur mitteilen, daß zur Zeit die Verhandlungen mit dem Reich, noch schweben und morgen fortgesetzt werden. Auch Württemberg wahrt seine Staatsrechte. Stuttgart, 6. Sept. (WB.) Von zuständiger Sette wird mitgcteilt: Die württembergische Staatsregierung hat sich in einer Kadinettsfitzung mit dem Erlaß der Reichsregierung betr. den Schuh der Verfassung besaßt. Sie ist der Ansicht, daß das Vorgehen der Reichsregierung durchaus verfassungsmäßig ist, in der allgemeinen politischen Entwicklung der letzten Zeit seine Rechtfertigung findet und im übrigen nach allen Seiten hin gleichmäßig gilt. Eine vorherige Fühlungnahme mit den einzelstaatlichen Regierungen hätte, allerdings auch die württembergischeRegierung fürnot- wendig erachtet. Die Reichsregierung wurde von dieser Auffassung verständigt. Verbot von Regimentsfesten in Baden. Karlsruhe, 6. Sevt. (Wolff.) Das Ministerium hat die in Rastatt für die nächste Zeit geplanten Regimentsfeste der 4ver, liier, 30er und 14er (Fuhartillerie) verboten, weil nach den Erfahrungen bei ähnlichen Deranstaltungen die Besorgnis begründet ist, daß diese Versammlungen mißbraucht werden können zu Erörterungen der in § 4 der Reichsverordnung vom 29. August 1921 bezeichneten Art, durch die der innere Frieden gefährdet werden würde. Verbotene Sedanseier. Leipzig, 7. Sept. Die von der Deutschen Volkspartei für Dienstag abend in Leipzig angefetzte Sedanfeier, bei der Dr. Mittelmann sprechen sollte, wurde polizei- licherseitS verboten. Gesprengte Versammlungen. Wiesbaden, 6. Sept. (Wolff.) Am gestrigen 2Ibenb wollte der deutschnationale Reichstagsabgeordnete V e i d t » Frankfurt a. M. in einer überfüllten Versammlung in der Aula des Lyzeums 1 in Wiesbaden über die Ausgaben der deutschen Zugend sprechen. Als der Redner m t f?m:m Vortrog beginnen wollte, erhob sich ein solcher Lärm, daß er nach verschiedenen Versuchen, sich Gehör zu verschaffen, den Saal verlieh. Ein Mehrheitssozialist und ein unabhängiger Sprecher bemühten sich, die Ruhe wiederherzustellen, jedoch gelang es auch ihnen nicht, worauf der größte Teil der Zuhörer den Saal verließ. Ein Versuch im Anschluß an diese gesprengte Versammlung eine sozialistische Versammlung zu beranfl alten, wurde von der Pollzei vereitelt. Ein Zusammenstoß in Helmstedt. Berlin, 7. Sept. Dem „D.T. wird aus Braunschweig gemeldet: Anläßlich einer Wucher- demonftration kam es in Helmstedt zu einem Zusammenstoß zwischen Stahlhelmleuten und Demonstranten, wobei ein Kriegsbeschädigter durch Messerstiche verletzt wurde. Aommunistenverhaftuuqen in Halle. 2 e r l i n, 7. Sept. Der „ Lokal-Anzeiger" meldet aus Halle: Hier wurden etwa 20 Kommunisten und einige Mitglieder des Arbeiter- bildungsvereins wegen Beteiligung an der S 15- rung des Stiftungsfestes des Bröll- witzer Kriegervereins verhaftet. Sie werden des Landfriedensbruches beschuldigt Ein Verbot Noskes. Hannover, 7. Sept. Der Oberpräsident von Hannover, RoSke, hat auf Grund des § 4 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. August DemonstrationS- umzüge verboten, da in letzter Zeit dabei Gcwalttätigketten gegen Sachen und Personen verübt worden seien. Die Tagung der Völkerbundsversaminlung. Genf, 6. Sept. (WTD.) In der Rach- mittagSsihung wurden die Hamen der Präsidenten und Vizepräsidenten der vom Völkerbund gebildeten Ausschüsse bekanntgegebm: 1. Scialoja- Italien (Präsident), ttrrutka-Columbien (Vizepräsident), 2. IoneScu-Rumänien, AndradeS-Por- tugal, 3 Dranting-Schweden, Poullet-Delgien 4. Edwards-Chile, Cahle-Dänemark, 5. Doherty« Sanaba, Tang-Tsai Fcu-China, 6. Compte Gi' mino-Lpanien, Escalante-Venezuela. Hieraus schritt die Versammlung zur Wahl von weiteren 6 Vizepräsidenten. Die Versammlung schloß um 6Vs Ühr und wird morgen (10*/. Uhr) in die Tagesordnung eintreten. Genf, 6. Sept. (WTD.) Folgende Ausschüsse wurden heule aus der Versammlung gebildet: 1. für juristische und konstitutionelle Fra gen, die sich u. a. mit etwaigen Abänderungen des Paktes zu befassen hat: 2. für technische Organisationen: 3. für Abrüstung und Dlockade, 4. für Dudget und Finanzen: 5. für humanitäre Angelegenheiten: 6. für besondere politische 5ya- gen, wozu die Aufnahme neuer Staaten gehört. Die oberschlesische Frage. London, 6. Sept. (WTD.) Der Dericbt- erftatter der „Westminster Gazette" meldet, die vom Völkerbundsrat mit der 03 c r i (hier ft a 11 u n g über die o b e r s ch 1 e s i s ch e Frage betrauten vier Mitglieder würben wahrscheinlich ihren Dericht bis 10. September fertig haben. Es könne schon jetzt zuversichtlich erflärt werben, daß ber Völkerbunbsrat in der oberschlesischen Frage eine Entscheibung treffen werbe, bic Weber in Uebereinflimmung mit ben britischen Vorschlägen, noch mit den französischen sei, sondern daß er ganz unabhängig vorgehen werde. Die Entscheidung des RateS solle, wie der (Belichter ft alter schreibt, sowohl Polen wie auch Deutschland und vor allem der oberschlesischen Devölkerung Befriedigung gewähren. Neue deutsche Verträge. Genf, 6. Sept. (Wolff.) Das Völker- bundsekretariat teilt mit, daß die deu t* sche Regierung ihm 20 neue Verträge zum Zwecke ber Eintragung und Veröffentlichung überreicht habe, und erinnert baran, daß die deutsche Regierung bereits vorher eine ganze Anzahl Verträge eintragen lieh, so daß die Gesamtziffer derselben jetzt etwa 35 beträgt. Zu den neu eingesandten Verträgen gehören solche über deutsche Handelsabkommen mit Ungarn, Oesterreich, ber Tschecho-Slowakei, Bulgarien unb China, ferner verschiedene deutsch-französische Abkommen, bic sich auf folgende Fragen beziehen: zollfreie Einfuhr elsah-lothringtscher Waren nach Deutschland, Gerichtshandhabung in Glsah-Lothrin^en, Rheinbrucken zwischen Elsaß und Baden, Rückerstattung gewisser während des Krieges an Elsaß-'Lothringen vorgestreckter Beträge, Abkommen über politische Flüchtlinge aus gewissen deutschen Gebieten, deutsche Beamte und das Gerichtsverfahren in den Abtretungsgebieten, Vorbereitung für die Volksabstimmung in Oberschlesien, Ausführung des Artikels 268 des Friedensvertrages und Freigabe ber Zivilgefangenen. Auher- bem ist in ber Mitteilung noch erwähnt baS deutsche Abkommen mit der Schweiz über Kohlenlieferungen und die Beibehaltung der Hanbels- und Zollabkommen von 1891, Handels- und Zollverträge, Abkommen mit Danzig, Abkommen mit Belgien über bas Rechtsverfahren in Eupen und Malmedh, unb enblich bas Abkommen mit Ruß- lanb über bic Kriegsgefangenenfrage. Der deutsch-amerikanische Friedensvertraa. Paris, 6. Sept. (WB.) Wie der .In- transigeanf mitteilt, ist gestern am Quai d'Orsay eine Rote ber Vereinigten Staaten eingegangen, in welcher mit geteilt wird, daß die arnerikanlche Regierung es mtt Genugtuung sehen würde, wenn die alliierten Mächte schriftlich und in möglichst kurzer Frist den deutsch-amerikanischen Friedensvertrag anerkennen würden. Die Rote wird am Quai d'Orsay mit der ihr gebühr enben Aufmerksamkeit unb in voller Freundschaft gegen Amerika geprüft werden. Ei» deutsch'lettisches Wirtschaftsabkommen. Berlin, 6. Sept. (Wolff.) Von zuständiger Stelle wird gegenüber ber Rigaer Meldung fest- gestellt, daß ein deutsch-lettischeS Wirtschaftsabkommen bisher weder geschlossen noch im Entwurf fertiggestellt worden ist. Es ist bisher in Wirtschaftsfragen nur In unverbindlicher Weise Fühlung genommen worden. Der griechisch-türkische Krieg. London. 6. Sept. (WTD.) Aus Smyrna wird der Agentur Reuter gemeldet: Angora soll von ben Griechen genommen worden sein. Der Kampf, ber mehr als zehn Tage dauerte, war sehr erbittert Es kam überall zum Rah» kamps. Die Lage der kemalistischen Armee ist un- gewiß. Die Lage in Rußland. London, 6. Sept. (WTD.) »Pall Mall and Globe" schreibt: Die amerikanischen Berichte auS Moskau scheinen die letzten Hoffnungen au zerstören, bah bie bolschewistische Regierung oei der Bekämpfung der Hungersnot ihre ehrllche Mitarbeit liefern wird. Die Sowjetregierung hat nicht nur ihre unpolitischen Komitees aufgelöst und eine Anzahl Agenten »dieses Komitees ermorbert, sondern sie beschuldigt jetzt die amerikanische Regierung selbst, versucht zu haben, einen Aufstand anzuzetteln. Eine solche Haltung kann es Hoover unmöglich machen, seine Hilfsaktion über eine gewisse Grenze durchzuführen. Die Bolschewisten kümmern sich in Wirklichkeit gar nicht darum, was aus ein paar Millionen Menschenleben wirb, wenn fte nur die Agonie des russischen Volkes zu ihrem I Vorteil auSbeuten Birnen- ■ > \aS heim eine Ansprache gegen die Teuerun. er. dir W ^fner •N, Büro Lebensmittel: die ganze größter Ordnung. i 'V L. , ;*v> iT3 Starkenburg und Rheinhessen. n. Offenbach a. M, 5. Sept. Aach, dem amtlichen Bericht der hiesigen Berufsvor- mundschaft wird es als besonders moralischer Tief st and bezeichnet, bah 62 verheiratete Männer Väter unehelicher Kinder wurden. In sozialer Hinsicht ist auch der Beruf der Mütter von Bedeutung, es wurden 10 gelern e Arbeiterinnen, 92 ungelernte. 56 ohne Berus drer Haushälterinnen, 2 Lageristinnen, je eine Verkäuferin und Zigarren Händlerin unter den an» fL. §ran dffgemeinen bi ßtrasea spd. D u Si=«o:0 mc — Di e neuen Fortschritte der drahtlosen Telegraphie. Mckrcont kündigte in der leisten Iahresver-sammlung der. Warevni-GeseHschäft, die dieser Sage abgehal vr wurde, neue Vaibesserungen der drahtlosen Telegraphie von höchster Wichtigkeit an. Sc glaubt, das; die Schwierigkeiten, die sich durch natürliche elektrische Störungen und das Da^wif :en treten von Wellen anderer drahtlosen S ationen ergeben, jetzt überwunden sind. Sr hat persönlich neue Apparate längere Zeit geprüft und schreibt den Ergebnissen, die er in den letzten Wochen damit xrzielt hat, gröftte Bedeutung zu. Dre neuen Einrichtungen ermöglichen nicht nur, bah die drahtlo s Verbindung unter Bedingungen ausgeführt wird, die sie früher unmöglich machten, sondern sie gestatten auch eine sehr beträchtliche Erhöhung der Schnelligkeit und Genauigkeit der HebermiHIung. 3n der drahtlosen Tclephonie sind sowohl für kurze wie für lange Entfernungen beträchtliche Fortschritte ergteli. Warconi zweifett nicht, bah diese neue Methode dec Verbindung als ein praktisches und verkätzliches System zwischen zahlreichen Orten b7nuht werden funn, abgesehen von der Verbindung mit Schiffen aus hoher See. lieber alle Teile der Welt wird sich ein Verbindungsney für öffentlichen und privaten Gebrauch Herstellen lassen. Schon in naher Zukunft hofft man, einen Tetevhvndienft mit verschiedenen fernen Cärbern einzurichten, und selbst die drahtlose Telephvnle mit Australien liegt durchaus im Bereich der Möglichkeit. dem besonder Zur Anzeige Anführer olx y‘ Raabe-Erinnerungen. 3n einem Aaabe-Heft, das die Monatsschrift .Deutsches Volkstum" (Hanseattsche Verlagsanstalt, Hamburg) mit vielen wertvollen Beiträgen zur Charakteristik des Dichters und mit 12 unveröffentlichten Handzeichnungen anläßlich der bevorstehenden Feier des 90. Geburtstages Baabes herausgibt, finden sich reizvolle persönliche Erinnerungen Karl Sohles, in denen die Begegnungen des jüngeren mit dem alten Dichter geschildert werden. Es war vor 20 Jahren, im August 1901, kurz vor Baabes 70. Geburtstag, als Sohle ihn zum ersten Male aufsuchte. Eine Weile muhte Sohle auf sein Klingeln warten, aber dann erschien Baabe und begrüßte ihn wie einen Bekannten. „Ob, wie er dastand, ich vergesse den Anblick nie! 3n fernem historischen Schlafrock, ganz so wie auf dem bekannten^ Bilde von Hanns Fechner, das hatte ich zufällig kurz vorher in einer Ausstellung gesehen. Wilhelm Baabes Schlafrock! Grau war er woHl ursprünglich und mit grünen Aufschlägen, und wie war er abgetragen und ausgefranzt, und er schlotterte ihm um die hageren Glieder. Darüber das mächtige Haupt, so ein echter niedersächsischer Langschädel, mit dem in langen Strätz neu zurückgekämmten Grauhaar. Ein Kopf fast so markant wie der vom alten Fritzen. Buschige Brauen überschatten ein Paar unbeschreibliche Augen, eindringenden Blicke-, dabei gutmütig, verronnen und ganz eigentümlich hell und schalkhaft, so hinten herum. Jawohl, der berühmte Baabeblick! Es lag etwas vom Blick eines alten ÄS -G KZ.ß siebc^ k-uEHtS Aus Stabt und Land. ® ich en, den 7. Sept. 1921. Kartoffelpreise. Wie aus Büdingen gemeldet wird, werden in der dortigen Gegend für Kartoffeln bei gröberen Abschlüssen 50—60 Mark für den Zentner gezahlt: bei kleineren Käufen 55—70 Mark. Bach einer amtlichen Mitteilung aus dem Deichswirtschastsminilterium stellten sich an der Berliner Produktenbörse die Kartoffelpreise in der vergangenen Wyche aus 40—48 Mark: inzwischen sind die Preise weiter bis auf 35 Mark für den Zentner zurückgegangen. 3m rheinisch-westfälischen In - du st r ie b ez i r k hat ebenfalls ein Preissturz in Kartoffeln eingesetzt. Während noch in der vorigen Woche 100 Mark für den Zentner bezahlt wurden, kann man jetzt Kartoffeln zu 50—60 Mark pro Zentner kaufen. Die Zentralstelle für den Kart off elhandel meldet als Marktbericht vom 1. September: am Kartoffelrnarlt ist das Geschäft flau, die Preise schwanken zwischen 38—40 Mark pro Zentner. Weitere Preisabschläge stehen bevor, es ist also aller Voraussicht nach kein Grund vorhanden, mit einem hohen Kartoffelpreis zu rechnen. Aus Berlin, Halle, Magdeburg und vom westdeutschen Markt wird überall gemeldet, daft die Zufuhren sehr reichlich sind, da die Ernte in vielen Gegenden besser ausgefallen ist, wie man annahm. * ** Amtliche Personalnachrichten. Durch Entschlieftung des Landes-Ernährungsamts vom 1. September wurde der Kandidat des landwirtschaftlichen Lehramtes Dr. Hnnrich Fischer» an der Hef sichen Landwirtschaftlichen Schule zu Butzbach, mit Wirkung vom 1. September 1921 an zum Landwirtschaftsassessor ernannt. ** AuK dem Stadttheaterb'üreau. Für die kommen de- Spielzeit sind die met- st en unserer bewährten und beliebten Kräfte dem Institut erhalten worden. So werden wir wieder begrüben die Herren Goll, Teleky, Vvlck, Zuhnke, Feigel, Leutheiser, Hellborn, Brandes, Hedrng, und die Damen Koop, Bühner, Türk, Otte, Marcks, Bammel. Für jugendliche Bonvivants ist Herr Döring von Kaiserslautern engagiert worden, der sich ja noch in Alt-Heidelberg vorgestellt hatte. Für Frl. Pfeffer-Teutsch und Frl. v. Brander, die sich verheirateten, sind gute Ersatzkräfte gewonnen worden, ebenso für die Herren Falken und Boebert, die nach Hannover bzw. Münster engagiert worden sind, lieber den Spielplan wird noch Baheres mitgetcilt werden. Es sei 'heute schon bemerkt, das; die vorgesehenen Operetten auch im Abonnement gegeben weiden. *’ Der Verband Freiw. Feuerwehren des Kreises Gietzen hielt am Sonntag seinen 1. Herbstverbandstag in Lang- Göns ab. Gs hatten sich hierzu über 300 Mitglieder, zum Teil mit Sonderzng von Giessen, eingefunden. Auch ern Vertreter des Provinz a> Verbandes, sowie die Bürgermeister von Lich. Lollar und Lang-Göns waren erschienen. Bach der Tagung fand ein Brandangriff der Freiw. Feuerwehr Lang°G5nS statt, zu dem der geschäftsführende AuEschuft die Aufgabe direkt vor dem Alarm gestellt hatte. Die Freiw. Feuerwehr Lang-Gons löste ihre Aufgabe in der raschesten und besten Weise. Schon 3 Minuten nach dem Alarm war die Möglichkeit, Menschenleben zu retten, geschaffen und aus 6 Schlauchlinien wurde Wasser gegeben. Eine schöner B w is. was eine geschulte freiwillige Wehr zu leisten vermag. Bach einem stattlichen Festzug fand nachmittags nod> ein recht fröhliches und kameradschaftliches Zusammenffin unter Teilnahme der Bevölkerung von Lang-Göns statt. i Dalle" ’ 2 tzliMl^ % Kreis Zchstten. f, Laubach, 7. Sept. Sin junger Mensch verunglückte bei der Drufcharbeit fo schwer, bah er in die Gießener Chirurgische Klinik überführt werden muhte. Er geriet mit der redeten Hand in das Triebwerk der Dreschmaschine und verletzte sich l^ensgefahrlich. — Man hat hier mit der Grummeternte begonnen. Der Ertrag ist derartig gering, dah wohl viele Landwirte einen groben Teil des Bindviehs abfetzen müssen, wenn die Weidegelegenheit vorüber ist. Denn 6er Trieb auf die Weide ist eben noch die einzige Möglichkeit, dem Vieh die zur Milchgewinnung unbedingt notwendige Grünfütterung weiter zu erhalten. Ss ist jetzt ein ungewohntes Bild und erinnert an das früher auch hier übliche Weidetreiben, das sich noch im Vogelsberg erhalten hat. Kreis Friedberg. □ Friedberg, 5. Sept, Gestern hat nunmehr auch unsere Stadt eine Demonstration gegen die Ermordung Grzbergers und die Beak- tion erlebt. Die Zahl der Teilnehmer betrug trotz L Ab vehr de Auf Stund einer W Wmmtzbab nÄ, fceH emgesul werden dürfen einen besonder Seuchenfrecheil notimefetk" fo iijre Anstellung ntferinfanO andere Sehofke namentlich il)re Höste, ist jedoch durch den bcnml Mn und Um! Me aus mW ist auf denk Ttad) Lnterfuch ober einen be hattet Sie A ladenS, sowie ehelichen Müttern gezählt. Die Väter waren 81, gelernte Arbeiter, 34 ungelernte, 12 Kauileut^ 1 Chemiker, 1 Arzt 1 Ingenieur, 3 Wachtmeister, 1 Schreibgehilfe. 1 ßanbtoirt, 2 Händler, 2 Techniker, 1 Werkmeister, 5 Postboten. 1 Gastwirt, einer ohne Beruf. Von den Muttern fta den 1 im Alter unter 17 Zähren, 23 bis 20 Zähre, 52 biS 23 Zähre, 45 bis 26 Zahre. 15 bis 32 Zahre, 7 bis 36 Zahre und 11 älter als 36 Zahre. Von den Vätern standen 16 im Aller von 16—18 Zähren, 33 bis 23 Zahre, 18 biS 36 Zahre und 43 waren älter als 37 Zahre. Heffcn-Nasfuu. mc. Frankfurt a. M., 6. Sept. Boch immer verschwinden in unserer Stadt fast täglich Fahrräder direkt von der Strafte. Heute früh gelang es nun, einen 20jährigen Burschen vor dem Arbeitsamt in der Groben Friedberger Strasse festzunehmen, wie er im Begrifft» stand, ein Fahrrad, das lern Besitzer kaum verlassen hatte, zu stehlen. Vor seiner Festnahme erhielt er eine gehörige Tracht Prügel. fd. Frankfurt a. M., 6. Sept Die in dem ,.Afa"-OrtLkartell organisierten kaufmännisch e n und technischen Angestellten, fast 40 000 Personen, haben den Schied-- sprach des Schlichtungsausschusses, der ihnen eine weitere Teuerungszulage zrb.lligte, als ungenügend abgelehnt. Die Frist zur endgültigen Annahme oder Ablehnung des Spruches wurde vom Schlichtungsausschuft auf den nächsten Freitag mittag 12 llhr festgesetzt Die Lage wird in Angestelltmkreisen als ernst bettachtet mc. Franksurta. HL, 6. Sept Der Frankfurter Mieterfchuhverein verpflichtet neuerdings seine Mitgli^er und Obmänner, alle Häuser und Wohnräume, welche zum Teil oder vorübergehend leer stehen, dem Vorstand zu mel* den, damit dieser für deren Erfassung und Beschlagnahme Sorge tragen kann. ht. Herborn, 5. Sept Heute früh wurds im Kalksleinbruch von Benner-Bicken die Leiche eines jungen Mannes namens Wey gefunden. Der Verunglückte, der erst kürzlich aus der Gefangenschaft zurückgekehrt war, hatte eine Kopfverletzung. Wie das Unglück geschehen, bedartz noch der näheren Aufklärung. s. Fischelbach b. Wittgenstein, 5. Sept Aus der Hühnerjagd traf aus Versehen der Zagd- pächter Fabrikant Kuhmichel aus Bochum seinen 16jährigen Sohn. Die Schrote drangen, dem jungen Mann in den Kopf, so dah den Tod sofort eintrat. Wettervoraussage für Donnerstag: Heiter, trocken, tags warm, nachts kühl, wech- elnde Winde. Das Hochdruckgebiet über Mitteleuropa hat sich etwas verstärkt, wird aber von dem atlantischen tiefen Druck langsam ostwärts gedrängt. Morgen wird voraussichtlich das heitere Wetter noch anhalten; die Tagestempcratur wird ziemlich hoch sein, nachts sinkt die Temperatur. Bornotizcn. — T a g e s ka l e n de r für Mittwoch: Astoria-Lichtspiele: Heute: ,Sturmflut deS Lebens". — Von morgen ab: „Mit Büchse und Lasso", 6. Teil „GttihenLe Bache" und „Der Älofferjäger". — Der Konzert-Verein Gissten macht seine Mitglieder und Musikfreunde auf das am Samstag den 10. September, abends 7 llhr in der hiesigen Stadtkirche stattfindende Konze rt des Frankfurter Motetten- chors aufmerksam. Karten sind laut Anzeige im Vorverkauf bei Herrn Challier und vor 6em Konzert an den Türen der Stadtkirche zu haben. — Deutsche Kunst. Richt nur Handel, Industrie, Gewerbe, auch die deutschen Künstler ringen schwer um ihre Existenz. Erstere werden bei ihrem Wiederaufbau teilweise vom Staat unterstützt. Die Künstler aber sind auf sich selbst und auf Hie Unterstützung der kunstliebenden Kreise angewiesen. Zu diesem Zwecke hat sich in München eine Genossenschaft „Deutsche Kun st" gebildet, die in vorbildlicher Weife alle diese Bestrebungen zusammenfaht. Dr. Hans Schäfer- München wird morgen abend 8 llhr im Eewerbeschulhaus, Kirchstraste, Zimmer 1 a, eine öffentliche Besprechung veranstalten, wozu alle kun st liebenden Kreise erngetaben werden. (Siehe Anzeige.) Landkreis Gießen. ■,< Treis a Lda. 6. Sept. Am Sonntag nachmittag findet im Saale des Bärgrrm isters Denner ein Vortrag statt über: „Die Viehzucht als Grundlage des Ackerbaues, die Behandlung des natürlichen Düngers auf dem Hofe und nu] dem Felde und dessen Ergänzung durch künstliche Dünger." Be'erent ist Laitewirtschaflslehrer Dr. May von der landwirtschastlichen Schule in Lich. Hreis Büdingen. Maar, 6. Sept. Der Landwirt Zohannes Zinn geriet auf seinem Gehöft unter die Strohpresse, die ihm Len Kopf zerquetschte. Der Unglückliche mutzte erst mit Brechstangen unter der Maschine hervorgeholt werden. Kreis Alsfeld. rz. Büstfeld, 5. Sept. Der Zagdpächter Gottfried Krausen (Düsseldorf) hatte in seiner Zagdhütte Selbstschutz gelegt. AIS er wieder zur Zagd eintraf und die Schuhvvrrichtunben entfernte, ging der Schutz loS und traf ihn tn beide Beine. wenn der Kaiser noch auf seinem Thron sähe, umgeben von seinen Zunkern. Mllitärs, Finanzleuten und Industriellen. Wir haben den Wunden niemals Zeit gelassen zu heilen. Sobald das deutsche Voll von dem letzten Knockout Bloto sich zu erholen begann, haben wir ihm wieder Stotz auf Stotz verseht, damit es seine Lähmung nicht los werde. Im Rheinland sind die Sanktionen noch immer in Kraft, und nur ein Teil von ihnen soll demnächst aufgehoben werden. Der Versuch, eine übermäßige Kriegsentschädigung eilends abzuzahlen, hat die Mark in einem Monat von einem Penny bis auf weiter als drei Farthings entwertet. In den Döllerbund hat man Deutschland noch immer nicht ausgenommen, und wer in Oberschlesien eine wirklich gerechte Lösung erwartet, muh ein kühner Mann fein. Kurz, wir haben der deutschen Rechten Beweisegenugfür ihre Behauptung geliefert, dah ilntertoürf iaEeit und Demokratie sich nicht bezahlt machten. Wie alle Blätter, hofft die Ration, dah die gesunde Aatur des deutschen Volkes sich schließlich doch durchsetzen und seine inneren Gegensätze schlichten werde. Schöffengerichte Gießen, 2. Sept 192t Am 14. Zull stahl ein Weihgecbergeselle aui Butzbach aus einem Flur in der Gart en straft« ein Fahrrad im Werte von etwa 1300 Mart und fuhr damit nach Friedberg. Dort wurde « bei dem Versuch, es zu verkaufen, erwischt, aber wieder laufen gelassen. 14 Tag- darauf kam et wieder hierher und stahl im Schiffenberger Tal wiederum ein Rad im Werte von etwa 900 Mart, Anck. tetzt wurde er alsbald ertappt, aber diese- Mal sofort hinter Schloff und Riegel gesetzt. Heute erhielt er eine Ges am t gefä nan ts^ strafe von einem Zachr, M er rückfälliger Dieb ist. _ . . Ein Mollereigehilfe aui Mecklenburg verdutzte im hiesigen Landgerich sgefängnis ein« Strafe wegen eines Fahrraddiebstahls. AIS er während der Strafverbützung von der Staatsanwaltschaft mit Arbeiten beschäftigt wurde, stahl er in einem unbewachten Augenblick mehrere ilbren und andere sich in amtlicher Aufbewahrung befindliche Gegenstände. Ss wird deshalb 8H 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Ein arbeitsscheuer junger Mensch von hier bestahl fortwährend seine Mutter. Trotz aller Ermahnungen blieb er nicht in der Arbeitsstelle, die ihm seine Mutter besorgt hatte, sondern legte sich lieber auf die faule Haut und entwendete weiter seiner Mutter die notwendigsten Gegenstände. Diese hatte ihn schon einmal angezeigte dann aber ihren Strafantrag wieder zurückgezogen. Als er ihr dann vor kurzem wieder ein Paar Strümpfe und ein Tischtuch stahl und habet ein verschlossenes Zimmer mit einem Dietrich Öffnete, ritz der Mutter endlich die Geduld. Sie stellte erneut Strafantrag gegen ihn, woraus er heute wegen eines einfachen und eines Einbruchsdiebstahls zu 6 Monaten 2 Wochen Gefäng- n i s verurteilt und sofort in Haft genommert wurde. Zwei Lehrmädchen von hier sind geständig^ auf Anstifter einer Schnhmache. s'rau Waren im Werte von mehreren ta .sind Mark in einem hiesigen Geschäft gestohlen und sie zum Teil an die angebliche Anstifterin, die aud) noch wegen Hehlerei angeklagt ist, abgegeben zu haben, Zweck- Anstellung toeiterer Ermittelungen mutzte die Sache heute vertagt werden. Ein Händler aus Düsseldorf wurde wes gen fortgesetzter Höch ipreisübersch'. eittmg zu 1 000 M r. Geldstrafe berurteilt Er hatte m Beiskirchen Butter und Aepsel in gröberen Mengen aufgekauft oder auffau|en lassen untr Wer trägt die Schuld? Inmitten des EhvrS pharisäischer Betrachtungen, in denen sich gegenwärttg Die englische Presse über die Gefahren der deutschen, Beaktion und ihrer Schuld an der Ermordung ErzbergerS ergeht, wirkt es erfrischend, in der „Bation" eine Stimme zu vernehmen, die den tiefen Zusammenhang zwischen dem Mord und dem heutigen deutschen Elend richttg hervorhebt. Die „Ba- tivn"' gehört zu den liberal-pazifistischen Blättern und steht als solches allen rechtsgerichteten Strömungen tn Deutschland scharf ablehnend gegenüber. Sie schreibt, daß Grz- b e r g e r, der ein unverwüstlicher Opttmist gewesen sei, sich in zwei Dingen schwer g e t äm s ch t habe, in den Versprechungen Wilsons, und im Völkerbund. And sie fährt also fort: Diese Täuschungen werden viele Deutsche dem Ermordeten zum Vorwurf machen. Wir können eS nicht. SS sind die Verbündeten, und vor allem die Franzosen, welche die Stellung jedes deutschen Politikers der Bachgiebigkett empfiehlt, schwierig und gefährlich machen. Ze mehr die Deutschen nachgaben, desto schlechter wurden sie behandelt. Ze mehr sie sich von der Monarchie ab- und der Demokratie zuwandten, je mehr ein echter und volkstümlicher Pazifismus bei ihnen Wurzel schlug, desto mehr wurden sie mit Fützen getreten. Man kann sich nicht vvrslellen, daß der Friede hätte härter ausfallen können, London, 6. Sept. (Wolff.) Der „Daily Telegraph" meldet, dah die Lage in Buhla n d von einer a u h e r o r d e n t l i ch e n Kommission beherrscht werde. Lenin werde, wie früher der Zar, täglich mit Gerüchten über neue weitveizweigte Verschwörungen terrorisiert Als es sich zeigte, dah Lenin das Zusammengehen mit dem unpolitischen allrussischen Hilfskomitee begrüßte, wurde sofort von der auherordentlichen Kommission eine wette Verschwörung und auch Beweise dafür fabriziert. Den russischen Blättern zufolge habe in den Provinzen ein wahres Gemetzel unter den Vertretern dieses unpolitischen Komitees stattgefunden. Besondere Abordnungen von Polizeispionen haben die Agenten des Komitees verhaftet und erschossen. Die Sowjetregierung beginne eine neue Herrschaft des Terrors gegenüber den gebildeten Klassen Ruh- lands. * Helsingfors, 6. Sept. (Wolff.) Die im ganzen Lande für Sonntag anberaumten Kvrn - muniffenfunbgebungen wurden von der Polizei verhindert. Die ‘Beteiligung ist überall gering gewesen. Es kam nttgendS zu Gewc^- tätigfeiteiL Schleckte russisch-polnische Beziehungen. Pari«, 6. Sept. Bach einer Meldung aus Warschau unterstreicht die ganze Preffe, dah die Begierung eine energische Haltung gegen die Sowjetregierung annehmen müsse, welche die Bestimmungen deS Bigaer Vertrages nicht einhall. den letzten Wochen seines Lebens eifrig und in tiefster Ergriffenheit seine Bücher gelesen. „Hm," bemerkte er dazu, „das konnte er ja schon dreihig Zahre früher haben, meine Bücher lagen da, aber — aber--", und er bekannte weiter: „Ich bin völlig unmusikalisch und weih nichts von Brahms, aber meine Tochter, die singt seine Lieder, und da höre ich ihr gern zu." Brahms hatte auch die Absicht, Baabe mit einem Legat zu bedenken, aber dieser winkte ab, als er angefragt wurde, wie er schon früher eine Unterstützung der Schiller- Stiftung verschmäht hatte. Ein letztes Mal sah Sohle den alten Dichter nach einem Vortragsabend in der Weinstube von Herbst wieder, wo er allabendlich „mit gutem Botwein sich fein Leben regulierte und verlängerte". Das Gespräch kam auf die ungeheuerliche literarische Heber* Produktion vor dem Kriege und wie unheilvoll leicht es für einen Bücherschreiber wäre, einen Verleger zu finden. Man sah, wie auf Baabes Stirn die Adern schwollen, plötzlich schlug er heftig mit der flachen Hand auf den Tisch und die sonst so weiche und gütige Stimme sprach laut und gereizt: „Als ich vor 50 Jahren mi!t meiner .Sperlingsgasse" anS Licht wollte, da habe ich bei diesem Verleger airgeklopft und bei jenem, aber allle zuckten die Achseln, keiner wollte an- beiden. Schlietzlich lieh ich mir 50 Taler und druckte auf meine eigenen Kosten." Die „Ehronik der Sperlingsgasse" aber blieb neben dem „Hungerpastor" dasjenige feiner Bücher, das am besten ging, und von dem er, tote er in einer kleinen Selbstbiographie erzähkte, lebte. und äußerst gescheiten Ziegenbockes darin. Man erschrecke nicht: man schaue nur einmal so einem alten Ziegenbock richtig und respektvoll ins Auge . . . In Baabes Arbeitszimmer fand Sohle nun alles so, wie Fechner es gemalt hatte: vor allem die Bücherregale, von der Last der philosophischen und historischen Gelehrsamkeit tief niedergebogen, erregten seine Aufmerksamkeit und legen die Frage nahe, wo die sehr merkwürdige Baabe-Bibliothek hingekommen sein mag. Es erging Sbhte tote so vielen Baabe-Besuchern: ein rechtes Gespräch wollte nicht in Fluh kommen. Der alte Dichter war sehr zurückhaltend im Sprechen, er lieft lieber andere reden und dachte sich dabei sein Teil. Als der Besucher sich den Schreibtisch am Fenster, ein merkwürdig kleines, stark abgenutztes Möbel, besieht, bemerkt Baabe, fast alles, was er geschrieben habe, sei darauf entstanden, nun aber wäre es aus bannt, keine Zeile mehr nach feinem 70. Geburtstag: denn er hätte wahrhaftig genug zusammen geschrieben in seinem langen Leben. Söhle erzählt ihm, er hatte den ganzen Morgen in den alten Braunschweiger Straften zu^ebracht, voller Begeisterung, und beschreibt einzelne alte Häuser, Höfe und Kttchen, in der Annahme, das würde ihn freuen und interessieren. Wett gefehlt. „0o," erwidert Raabe trocken, „fo. Sie waren darin, in dem alten Gekröse?" Sechs Zahre spater besuchte Soble Baabe in einer anderen Wohnung außerhalb der Stadt, einem häftlichen, aber sonnigen und gesunden Beubau. der gar nicht zu ihm zu pai schien. Das Gespräch kam anf Brahms. Kalbeck hatte dem Dichter geschrieben, Brahms habe noch in grober Reklame höchstens 350 Personen, darunter noch viele Neugierige. Die Versammlung fanb am Kriegerdenkmal statt, wo Landtagsabgeordneter Kaul gegen die Reaktion und besonders gegen den jungdeutschen Orden und den Schuh- und Wirtschaftsbund sprach. Dann marschierte der Zug nach der Burg, von da nach der Bismarck- stratze. Hier hielt noch Herr Schaub- Büdes- egen die Teuerung der Veranstaltung verlief in Aus dem Reiche. Die wirtschaftliche Gliederung des Reiche». Berlin, 6. Sept. (WB.) Bach einer Meldung des .Loellarzeigers" v-.r^ffent ichen die Münchener Zeitungen einen vom Verfas- sungsausschuft des Reichswirtschaftsrates ausgearbeiteten Plan z^r wirtschaftlichen Gliederung des Reiches, um an ihn die Bemerking zu knüpfen, das er die Teilung Bayern in Bord- und Südbayern vvrsehe, und somit Bayern mit der Los- tremnmg Frankens bedrohe. Sanelf die Oeffent- lichkett der seit langem bekannten Angelegenhett nicht eine durchaus unzutreffende Bedeutung bet» legt, wird mitgeteitt. daft es sich um die Arbeit des Te f i ssurg Zaueschusses des B i tzswtttschaf s- rates handell, an der nicht nur der frühere sozialistische Abcevrdnete Cohen-Beust, sondern aud) ein Mitglied des Reichswirtschaftsrates, Oberbürgermeister Mitzlaff, welcher der Deutschen Dolkspartei angehort, als Referent beteiligt war. Der Plan betrifft die Einteilung des Reiches in Dezirkswirtschaftsräte und gehört mit zu den vorbereitenden Arbeiten für eine endgültige Organisation des Beichswirtschaftsrates und hat lediglich eine wirtschaftliche und nicht die geringste polttische Bedeutung. Es ist eine ungeheure Verdrehung 5er Tatsachen, wenn man diesen Plan »als Beweis für einen 5eabfuf)tigten Eingriff tn die polttische Gliederung des Reiches hmstellen will. Harden und die ReichSreqierung. Berlin, 6. (Sept (Wolff.) Wie verlautet, steht Sie Beichsregierung her Reise Hardens nach Amerika ganz fern. GESCHÄFTSSTILLE Aiegel öW gefängni4< er MLÜiaer Sevt M b«zr|M DQ IN) M Dort wurde er erwischt, aber Mzauf kam a ftentetg« Xal M 5. Setzt, der tW. ®ö Zvchma ^vle dranasL s° r»h A achtel. L Der . vertzflich^ ^nnet, au» « M Z M zu m. u>g Mü 2e» 5 tourte 'ddSeschtz M SrKchen, der H-. ^.me Jto«« rK "ÄS L-Ztz i\ö dir *5 W °"n Öetui Mm« än. WUtei, •*t Oha Hs im, d^Kl. tritt» der Ackreoni MmluLg der, °S° t«*w» $=** m. Sc gW natürliche Station.w * - hat Ast unZ>l^ leytea - •**£ ^,yn t s-u.Ä ui»9' E^-L «,-L leit. ^(flenborg ase ihy. Als « . der LtoLrk-. zi wurde, M MS mehrere AusdewahMg ch deshalb M rurtEL lensch von hi« t Trotz all« t W$tM t, sondern legt- ,nl> entwendete hjgüen Segen* mal angeM, c zuMgezogrv. .edrr cm Paar und dab« ein Dietrich öffnete. M Sie fteßt« »müI -- heu» Sinbruchsdied- >en Gefäng* hast genommen sind geslSndÄ rtiu M«n vn Lark in eins» j> sie z»m Lett auch noch wegen leben zu >Mt ttelungen Mtz» »tfwrM«* ctriit s- M tofet in f* UtWLH« Kiiserstrale 5i Fr ■»klart ae Hain Achtung I Achtung 1 Astoria-Lichtspide Seltersweg 81 Telephon 2166 Zarte weiße Haut, \Myrrholin-Seife Für die anläßlich unserer Vermählung in so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten und Glückwünsche danken wir herzlichst. Adam Friedrich und Frau Hanna geb. Machalett Lich, den 6. September 1921. Hochschulnachrichten. fd. Frankfurt a. M. 5. Sept. Die au« der allgemeinen wirtschaftlichen Notlage sich ergebende ttcMIstarlell Kielen NaNofselbezug! Wir weisen unsere Mitglieder nochmals darauf hm, daß Bestellungen von Winterkartoffeln nur noch bis 10. September auf unserem Bureau, Hosmannstrahe 8, schriftlich entgegengenommen werden. 012018 Der Vorstand. wird behoben, sobald nie Aoreira » in- greift. Sie ermöglicht die unerläßliche din kteWerbeiacUrkeit.denn sie liefert stündlich ca. 2000 verschiedene saubere und fehlerfreie Adressen. Fordern Sie unsere Druckschriften! Preziosa Büro- Einrichtungshaus Kirche und Schule. Arbeitsgemeinschaft der Hessischen LandeS- vereinignnq d«S Deutschen Evangelischen GemeindetagS. Die auch von Richttheologcn start besuchte Verfammbrng im Zohonn^laac" wurde von Pros. D Schi an mit Gebet eröffnet, der das erste Referat des Vormittags: „Die AusgestaI - tung unserer Gottesdienste zu toi11< lichen Gemeindegottesdiensten" H'lt. Bei dem aus dem katholischen heran-gewachsener lutherischen Gottesdienst habe bis ins 18. V^ur- hundert der Begriff der Gemeinde geschlafen- sein Erwachen beginne bei Schleiermacher. Ein richtiger evangelischer Gottesdienst sei Verkehr der Gcmembe mit Gott und Gottes mit der Gemeinde. -Ser heute viel geforderten Ablösung brr Kultus- Predigt durch di« Missionspredigt stand Prof. Schian ablehend gegenüber. Die die Liturgie in den Vordergrund rückende hvchkirchliche Bewegung kathollliere, eine stärkere Betonung des Charakters der Anbetung erinnere an England, der „schweigende Dienst" an die Quäkergottesdienste. Leere Bänke im Gottesdienst störten das Gemeinbrgefühl, das durch besondere Sitten für besondere Tage. Hinweise auf die Gemcindegeschrchte gestärkt werden könne. Pfarrer Mahr-Gissten behandelte „Die Predigt im Gemeindegvttesdienst". Ter Intellektualismus sei am Zerbrechen, das Gefühl, dah Gott ein Geheimnis, werde stärker. Die Predigt unserer Zeit müsse darum den Charakter der Lehrpredigt auf geben; sie dürfe nicht gegen die gottesdienstliche Einheit verstosten, nicht nur her Mund der Gemeinde, sondern der Herold Tafelzwetschen m Waggonladungen gegen Kasse Derladeplatz sofort zu kaufen gesucht. Angebote an ®ebr. Wirth, Saarlouis 2, Tel. 613, K. S. (E. 520. M-»c,s Kurbaus Hof heim iJaunus 1,Bahnstunde von Frankfurt a.M. Sommerkar Ihr Erholungsbedfirftige und nervös Ersehdplte. 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Die Sammlungen, die im Anschluß an Vorträge von Direktor Treut aus Bromberg über die Rot der deutschen Schulen vorgenvmmen worden sind, hatten ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis. Bon den Schülern der Stadtschule wurden 7144 Mark, von den Schülern der Realschule 6273 Mark aufgebracht. Die Beträge wurden bei der BolVSbank auf das Konto „Hilfsweri für die deutschen Schulen in Polen" angelegt und werden demnächst einer deutschen Schule in Polen als Patengeschenk überwiesen. Für die vom Hilfswerk zugeteilte Schule wird dann auch späterhin von hier aus noch gesorgt werden. für die erstere 24—28 Ttf. pro Pfund bezahlt. Butter und Aepfel wurden ihm zum Teil durch einen Pflasterer und Händler in Reiskirchen besorgt. Dieser wurde zu einer Geldstrafe von 6 0 0 M k. verurteill. Detter erhielten ein Bäckermeister aus Reisti r ch e n und ein Metzger auS Grünberg Geldstrafen von 300 und 100 RN., well sie an den Düsseldorfer Härd.er A?pfel unter beträchtlicher Heber |d>teitung der Höchstpreise »erkauft hatten. Die weiter noch anstehenden Sachen waren ohne besonderes Interesse. Gerichtssaal. Strafe» für Steuerhinterziehungen. fpd Würzburg, 6. Sept. Das Finanzamt Werneck hat 16 Birhhändler wegen Um- satzsteuerhinterziehung mit Geldstrafen von je 12 0C0 Mt. bestraft. mc Frankfurta. M., 6. vepL Bei einer bteligcn Herrschaft erschien ein Dienstmann, um 2 Ballen ab^uhoten. Der Herr des Haufesh. 2 Ballen abluhvlen. Der Herr des Hauses, der zufällig öffnete, wustte nichts davon, fand aber beim Rachfnchen in einer Remi'e 2 Ballen mit wertvollen Sachen feine« HaushaUung, die feine Hausdame, Mathilde Suther. bereit zum Ab- holen gestellt hatte, nachdem sie schon früher mehrfach gestohlene Sachen wrgdringen l'est. Das schlimmste bei der Sache ist. dast damals aut Grund ihrer Derdächtigung ein anderer Dienstbote schuldlos entlassen wurde. Die Strafkammer diktierte der Diebin 13 Monate Gefängnis zu. Landwirtschaft. Abwehr der Maul- unb Klauenseuche. Aus Grund deS Reichsviehseuchengeseyes wird in einer Bekanntmachung des KreisamtS Gießen bestimmt, dast alle Klauenviehtranspvrte, die aus nichthestischem Gebiet mit der Eisenbahn in den Kreis eingeführl werden, nicht eher ausgeladen werden dürfen, bis sie durch den beamteten oder einen besonders ermächtigten Tierarzt auf ihre Seuchenfreiheit untersucht worden sind. In Ausnahmefallen kann das Ausladen der Tiere und ihre Einstellung vor der Untersuchung vom Kreis- veterinärarzt gestattet werden, ihr Fortbringen in andere Gehöfte, als in das der Einführenden, namentlich ihre Verteilung in verschiedene Gehöfte, ist jedoch bis zur Untersuchung der Tiere durch den beamteten Tierarzt verboten. Das Einladen und Umlaben von Klauenviehtransporten, die aus nichthessischem Gebiet einqeführt wurden, ist auf den Eisenbahnstationen des Kreises nur riach Untersuchung der Tiere durch den beamteten ober einen besonders ermächtigten Tierarzt gestaltet. Die Anzeige von dem Zeitpunkt des Entladens. sowie des UmladetrS ober Einladens von KlauenviehtranSporten ist dem beamteten oder dem besonders ermächtigten Tierarzt zu erstatten. Zur Anzeige verpflichtet sind sowohl die Besitzer, Einfübrer oder ‘Begleiter der Tiere, als auch die Ronneftidtslee M & aromatisch und ausgiebig, billig im Verbrauch Niederlagen in allen Stadtteilen ausserordentliche Vermehrung aller fincmziellen Bedürfnisse der Universitäten unb Technischen Hochschulen hat nach bem Vorgang aoberer deutscher Hochschulstaaten nun auch die preußische Unlerrichtsverwaltung gezwungen, die K o IT e * giengelder unb sonstigen Hochschul- aebühren zu erhöhen. Die Kvllcggelber sind von 8 auf 10 Mark, allo um 25 Proz. für bis Semesterstunde erhöht. Die bisher vielfach sehr niedrigen Seminargebühren unb im allgemeinen auch die sonst erhobenen Gebühren für Immatrikulation usw. sind verdoppelt worden. Der einzelne Student wird im Semester voraussichtlich nicht mehr als 100 Mark mehr aufzuwendcn haben, eine Summe, die angesichts der leider sehr hohen im Jahre auf mindestens 8000 Mark zu schätzenden Gesamtstudienkvsten wohl keine entscheidende Mehrbelastung barstellt. Die Reurege- lling tritt am 1. Oktober in Kraft. Gottes an sie sein. Die Gemeinden müßten mit allen Mitteln zur Wertung des Gottesdienstes erzogen werden. — Eine lebhafte Aussprache brachte besonders auch von ßaien noch manches gute. Rach einstündiger Mittagspause b handelte Pfr Stumpf- Eschenrod „Die Musik im Gemeindegottesdiensf, unterstützt vom Harmonium. Die Kunst solle den Gottesdienst nicht bereichern, sondern veriiesen. Ein Gang vom kurzen, kirchlichen, künstlerifchrn Vorspiel bis zum von der Gemeinde noch anzuhorenven Rachspiel wies mitunter in feiner Ironie eingerissene Mängel auf unb zeigte Mittel und Wege, wie die denkbar einfachsten Forderungen an die Musik ju erfüllen seien. Den vierten Vortrag hielt Professor O. W a t t h e s - Darmstadt: ^Hebung des Kirchenbesuchs durch Gemeinde- i'ei all. verkomm. Krankheiten wie: Serven-, eicht, Rheuma, Lanqenlolden asw. versuchen Tie das gut bewährte, bekömmliche u. sicher wirkendste Natur- bedmtttel ärztlicherseits besten? emofoblen, Lentbeamsyr’s Hociigeblrgs-Latsebenkieler-Oel. Auskunft erteilt koäenioS nenen yhitfporio Adolf Elsenbaeh, Bad Raichenball,Berchtesgad.Str 6. Wandern und Reifen, Bäder. Hirzenhain, 4. Sept. Der Main-Weser- Gau des Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Verbandes wird am 10. unb 11. bs. Mts. hier seinen diesjährigen Iugenbtag festlich begehen. Die letzte derartige Tagung des Verbandes fand im Jahre 1914 in Münzenberg in der Wetterau statt. Zu diesem Gaujugendtag waren auch die ^ugendgmppen be8 VvgelSberges Höhenclubs eingeladen worden. Da diese neu* icbilbcten Vereinigungen ihrem Zweck ent* prechend politisch vollständig neutral bleiben müf* en, ist von der Obmannldyift die Weisung aus- geyeben worden, daß die Zugendgruppen alS .geschlossene V. H. C-Zugendgrup'- p e n" im Interesse der Sache nicht teilnehmen an dem genannten Zugendiag c. Freiensteinau, 5. Sept, ilntefc der Bezeichnung „Blaue (3deu ist hier ein im Jahr« 1899 schon einmal gegründeter, bald aber wieder eingegangcner Zweigverein des VogelSber^ ger Höhenclubs wieder zu neuem Geben erwacht. Den Vorsitz hat Lehrer Diemer von hie» übernommen. Vermischtes. spd. Merzhausen, 6 Sept. 3m staatlichen Steinbruch sand man bei Stetnsprengungen einen Topf, der mit Goldstücken aus der Zeit von 1807—1813 gefüllt war. Vermut ich hat ein Ortsbewohner aus Furcht vor der Beschlagnahme durch die damals hier weilenden Franzosen den Schatz versteckt. fd. F l i e d e n, 6. Sept. 3m Hamburg—Mün« diener Schne 1 lzüg wurde einem Oberbaurat aus Stuttgart, während er sich für Pur\e Zeit in den Speisewagen begeben hatte, eine Tasche mit Silbersachen unb anderen Wertgegenständen von hohem Werte gestohlen. Der Daurat machte auf der Station Meldung von dem Diebstahl, dis sofort nach Hanau, der nächsten Aufenthattstation d<Ä Zuges, weitergegeben wurde. Hier konnte auch der Dieb, ein sehr elegant gekleideter junger Mann, in einem Hotel fe ft genommen werden. fb. Kaiserslautern, 6. Sept. Während einer Auseinandersetzung zwischen dem 72jährigen Bergmann Friedrich Bingeisen und feinem Sohne ergriff der alte QRann ein Brecheisen und hieb seinem Sohne damit derart über den Kops, daß der Getroffene t o t zu Boden stürzte. Der Erschlagene wird als schlecht beleu» munbet geschildert. * Hoch die Reinlichkeit! 3n großes Wassernot befand sich während der Hitzeperiode die Gemeinde Großblankenbach. QU'er noch größer war die Rot des Schultheißen, als man* ches brave Züngferlein seine Morgentoilette am ©emembebrunnen machte. 3n seiner Rot erlieft1 bei verzweifelte Gemeinbevorst eher folgende er* götzliche Bekanntmachung: „Den Arbeitern der Zigarrenfabrik wird hiermit eröffnet, daß da» Waschen der Hände und Füße was Heute ae* schehen ist strengstens Verboten ist am Gemeinde* । brunnen. Dies ist Geseypolizeilich und Gesundheitsschädlich. Infolge Wassermangel sollen die verehrten Damen an Die Kahl gehen. Da können , Sie sich waschen unb baben. Der Dürgerster: , gez. Fleckenstein."__ Ratwnalrsmus des 19. Jahrhunderts gewirkt. Da- Rattonalismus des 19. Jahrhunderts gewirkt. Das nötigen Derben ermögliche das Helfersy iem. zum Empfinden des Volkes leien mehr Brücken zu schlagen, auch die Kasualien möglichst zu verkirchlichen. Besser werde es nur durch Arbeit der Gemeinschaft füreinander! unser Volk wolle Bfüderlichkett unb Darum als Pfarrer keinen Rednei. sondern einen Hirten. Schlafmittel hülfen nicht, sondern Hellmittel. In der Zeit der Demonstrationen habe der Evangelische Bund seine Aufgaben: eine Kernttuppe gelte es überall zu sammeln. Auch diese beiden Vorträge fanden in der Aussprache einen starken Widerhall unb gegen i .6 konnte der Vorsitzende bie arbeitsreiche Tagung schließen. Das deutsche Echulelend in Polen. O Friedberg, 3. Sept. 3n verschiedenen Orten des Kreises hielt Lyzealdirektor Dr. Treut lBromberg), ein geborener Oberhesse, vor Schülern unb Erwachsenen Vorträge über das deutsche Schulelend in den an Polen abgetretenen Gebieten der Ostmark. Der Redner ist als Organisator des deutschen Schulwesens in Polen bekannt. Aus Kongrehpolen, wo er Direktor des deutschen Oberlyzeums in Lodz war, im März 1919 ausgewiesen, ist eS ihm trotzdem gelungen, von Vromberg aus m unermüdlicher Wirksamkeit das deutsche Schulwesen in den abgetretenen Gebieten vor dem gänzlichen Untergang zu bewahren. bis ein direkter Haftbefehl, dem er durch Zufall entging, ihm die weitere Tätigkeit in Polen selbst unmöglich machte. Seitdem ist Dr. Treut bestrebt, die deutsche Oeffentlichkeit über das Schicksal der deutschen Brüder in Polen aufzuklären und die Heimat zur Hilfe, besonders für das bedrohte deutsche Schulwesen auszurusen. Wo Dr. Treut gesprochen hat, hat unter der Leitung von Vertrauensleuten das Hllfswerk sofort ein- Retelmäßige Abfahrten BREMEN Bit MW-MWM ötl Ml MW bezweckt. Sammlung der Reflektanten auf ein Einfamilienhaus mit (Barten, Leistung von Vorarbeiten zwecks Schaffung einer Organisation, um durch Bau. verbilligung die Baumöglichkeit zu schaffen. Wir lehnen überstürzte Dangenoffenschasts-Grün- dung ab. Wir streben eine Organisation an, die uns Schaffung von Einfamilienhäusern durch Bauver- billigung ermöglicht, damit unsere Mitglieder Einfamilienhäuser bekommen, ohne sich in mchtttagbare Schulden zu stürzen. Es liegt im Interesse aller Reflektanten auf ein Eigenheim, ftd) Rat und Auskunft kostenlos und ohne Verbindlichkett bei unserem Schriftführer Dergingemcur Weber, Ebelsttaße 18, einzuholen (Telephon 957, Sprechtage: Samstags, Sonntags und Montags von morgens 8 bis abends 9 Uhr) Auch aus unserer Broschüre sind die Einzelheiten zu entnehmen. Bei dem späteren Bauen werden die Reflektanten nach Tag der Anmeldung berücksichtigt. 012076 Die Eigenheim-Vereinigung der Stadt Bietzen. Kartoffeln,'Weißkraut, Rotkraut, Wirsing, gelbe Rüben (Möhren), Zwiebeln liefert zu billigsten Tagespreisen in gan^n und halben Waggonladüngen JOÄSS Meier Kleeblatt Gemüse-Großhandlung Frankfurt a. Main Eschersheimer Landstraße 48 Telephon: Amt Hansa Nr. 9438 und 9439. 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Berlin, 5. Sept. (WTB.) Die Reichs» inderziffer für Lebenshaltungskosten, die vom statistischen Reichsamt monatlich auf Grund der Erhebungen über die Ausgaben für Ernährung, Heizung, Beleuchtung und Wohnung festgestellt wird, stieg vom Juli zum August um 82 Punkte von 963 auf 1045. Die Erhöhung beträgt gegenüber dem Bormonat 8,5 v. H., gegenüber dem Monat Januar 1921 10,7 v. H. 3m Vergleich zu dem seit Jahresbeginn im April erreichten tiefsten Punkte von 880 erhöhten sich die bis zum Berichtsmonat durch die TeuerungSstatistik erfaßten lebensnotwendigen Ausgaben um 18'/« v. H. Die Brotpreissteigerung, die Mitte August 183. 6.70 0.676 7.05 4550 21.80 26.- 44.30 1.45 588.- 3.20 Wechsel auf tzolland Deutschland Wien........ Prag ...... Paris ..... London Italien....... Brüssel Budapest ..... NeuyorK Agram..... • . Bukarest ...... helsingsors. . . London. . . . , NeuyorK .. . Paris..... Schweiz. . . . Spanien . . . Wien (altes). Deutsch-Oesterr. Saturn: ßunit) . . . Amsterdam Kopenhagen Prag.... Stockholm. Wien. . . . London . . Paris . . . NeuyorK. . Handel. mc. F r a n I f u r t a. M, 6. Sept. Die heutig Holzbörse wies einen überaus guten Besuch aus Die Zahl der Kaufgesuche überstieg die der Kaufangebote um ein beträchtliches. Die Kausgesuchc betrafen. Kiesern-Grubenholz. Fichtenschleisholz, Kiefern-Waggon-Dielen, Schal-, Hobel- und Kistenbretter und Brennholz und waren aus den Orten Darmstadt, Köln. Heidelberg, Ludwigshafen und Wiesbaden. Angebote lagen vor aus Weinheim, Heidelberg. Mannheim, Frankfurt a. M, Immen stadt und Bad Aibling. Es wurden verlangt Hobelbretter, divrr'e Fichlenschnittwaren, Cichenschnit^warcn. Pappelblochwaren und Erlen- waren. Die nächste Holzbörse findet nicht wie vorgesehen am 20. September statt, sondern am 27. September bei der Frankfurter Messe. Frankfurt a M.. 7 September. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief c i n c R o t e , in der die ungarische Regierung die Bereitwilligkeit erklärt, die bisher noch nicht geräumte Zone 8 des w e st u n g a r i s ch e n Anschlußgebietes sormell der österreichischen Regierung, bez der Ententekvmmission in Oedenburg zu übergeben. Sic behält sich jedoch vor, die Räumung des Gebietes bis zur Beendigung der Verhandlungen hinauszuschieben, will hingegen der Bestellung des österreichischen Regierungskommissars neben dem ungarischen Re- gierungskommissar in Oedenburg zur Wahrnehmung der österreichischen Interessen zustimmen. Gegenüber diesem Vorschlag gibt es für die österreichische Regierung nur eine Antwort: Fe st halten an den Beschlüssen des österreichischen Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten vom 19. und 27. August, sowie dem neuerlichen Appell an die drei Hauptmächte der Entente, die d>"' ungarischen Regierung ob! e e d vorv h lt ose Räumung 7c3 An ch uh- gebietes zu erzwingen. Wien. 6. Sept. (WTB.) Amtlich wird gemeldet: Nachdem schon in den letzten Tagen wiederholt ungarische bewaffnete Banden auf österreichischem Boden erschienen waren und Gewalttätigkeiten verübten, griff g.stern morgen eine ungarische Abteilung von 2500 Mann, bestehend aus regulärem Militär, verstärkt durch Banden, welche die österreichische Grenze überschritten. Kirschwangen an. Die Gendarmerie von Hilgersdorf, Gerrersdorf und Weben- brunn wurde wegen der Liebermacht zurückgenom- men. Zwei Reichswehrkompagnien, Ne dort zur Sicherung der Landesgrenzc aufgestellt waren, mußten sich nach mehrstündigem .Kampfe zurückziehen. Es wurden zwei Tote und 20 Verwundete an österreichischen Verlusten gemeldet. Verstärkungen wurden nach dem Kampfgebiet gebracht. Die Bevölkerung von Kirschwangen und Webe, b.-unn flüchtet nach Wiener-Neustadt. Ungarische Truppen sind hiermit auf österreichischen Boden eingcbrochcn, ohne daß die Reichswehr die niederösterreichische Grenze überschritten hat. Der bolschewist sche Terror. Paris, 6. Sept. (WTB.) Wie dem yJHa- ttn" aus Heisingsors gemeldet wird, veröffentlicht die „Prawb a“ eine Liste von 6 1 Person e n, die infolge der letzten Verschwörung gegen die kommunistische Regierung erschossen worden sind. Unter den Opfern befindet sich ein« Anzahl hervorragender Vertreter der Wissenschaft, der Kunst und Literatur, sowie verschiedene Off- Züricher Devisenmarkt. 6. 9. 709,25 1594,191597,60 1207, <5 1210,25 ---- 21.77 - 25.55 - 44.30 - 1.425 = 687.- Märkte. Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt. mc. Frankfurta. M., 6. Sept. Der heutige Gemüsemarkt war vom Großhandel reichlich mit Weißkraut und Rotkraut beschickt, der Preis stellte sich für beides auf je 100—120 Mk. der Zentner. Gurten sehr reichlich, das Hundert 12 bis 33 Mk. Tomaten 100—120 Mk. der Zentner. Von Erzeugern des Frankfurter Gebietes wurden angeboten: Wirsing zu 140—160 Mk. der Zentner: Sommerspinat nur in kleinen Mengen 250—260 Mk.; Bohnen vereinzelt vorhanden, das Pfund 4—5 Mk.: Kartoffeln der Zentner, nach Gröhe, 72, 77 und 78 Mk. — Aus dem O b st - markt waren Aepfel reichlich vorhanden und Marknotierungeu. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Fi. - 185.50 *)J*. 6.50 At. => 0.65 Ar. --- 7.- Fr. = 44.90 Ar. -- 3.20 L. - 6.60 elntrat, kommt in der Indexziffer erst zur Hälfte zum Ausdruck. Zu der Steigerung der Lebenshaltungskosten ttugen Preiserhöhungen für eine große Reihe von Lebensmitteln bei, neben Brot besonders für Fette, Schweinefleisch, Hülsenfrüchte, Rährmittel, Eier und Fische. Lediglich Kartoffeln und Gemüse liehen etwas im Preise nach. Die Bewegung war, wie im Vormonat, innerhalb des Reichs ziemlich einheitlich. Aus der Deutschen Dolkspartei. B e r l i n, 6. Sept. Die RetchStagSfraktton der Deutschen Volkspartei hat gestern mit dem Vorstand der preußischen Land- tagSfraktion zu einer außerordentlich stark besuchten Sitzung zusammen. Rach einem eingehenden Bericht StresemannS über die polittschen Vorgänge der letzten aett folgte eine ausgedehnte Debatte, in der die Anwesenden einmütig die von den Fraktionsvorsitzenden, dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler abgegebenen Erklärungen über die Notwendigkeit einer gleichmäßigen Anwendung der erlassenen Ausnahmebestimmungen, auch für die radikale Linke, billigten. Datum: 5. Sept. 6. Sept. Am,lerdam- ttotrirb. 2872,10 2877,90 2944.55 29 0,45 Srüssel.Antwerpen . 682,30 683,'0 60b,30 697,70 Thristiania 1196,30119^,70 1203,74 1.06,2" Kopenhagen 15S0.90 r 84,10 1308,351611,65 Stockholm 1960,30 1964,50 2601,95 2006,05 ■ ' ----- — - ---- ; Kirche und Schule- z DieDorfkirchenvereinigung für Hessen und Nassau tagt am 13. und 14. September in Marburg. Vorträge halten am Nachmittag des ersten Tages Pfarrer Sattler- Wieseck über „Dorfkirchliche Arbeit in einer Vorortgemeinde" und am Vormittag des zweiten der Herausgeber der „Dorfkirche", Pastor D. von Luvk e°Isenhagen, über „ Familienleben auf dem Lande". :: Pohl-GönS, 6. Sept. Am Sonntag sand hier ein M i s f i o n S f e st statt, und zwar bei einer Beteiligung von nah und fern, wie sie unsere Gemeinde bei ähnlichen Festen noch nicht gesehen hat. 3m Gottesdienste predigte Missionar Dan nett von Braunfels und in der Nach- versammlung waren Pfarrer Cretv von Ebersgöns, Pfarrer Ha r tmann von Oberkleen und der Missionar Redner. Das Schlußwort sprach der Ortsgeistliche, Pfarrer Naumann. 3n beiden Feiern wirkte der Posaunenchor von Lang- Göns mit. Die Festkollekte, die der Rheinischen Mission zu Barmen .zugewiesen wurde, betrug 1522 Mk. und alle angebotenen Missionsschriften wurden für 130 Mk. verkauft. ? Offenbach a. M., 5. Sept. Unter dem Vorsitze des dienstältesten Schulrats des Kreis- schulamtes Offenbach. deS Schulrats H. Scherer, sand am Samstag in der Turnhalle der Frie- densfchule eine Kreislehrerkonferenz statt. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des Rektors Senner- Frankfurt a. M.: „Wie der naturkundliche Unterricht die heutigen Verhältnisse der Landwirtschaft und des Äleingarten- baus zu berücksichtigen hat". Außerdem zeigte Oberlehrer S p i l g e r - Bensheim die Durfüh- rung des Arbeitsschulgedankens in dem Unter- richt der Naturkunde, besonders der Biologie, ebenfalls unter besonderer Berücksichtigung der heute so lebenswichtigen Landwirtschaft. Klänge der Musik, welche die auswärtigen Fest- teilne^mer wieder zum Heimatsvrt brachte. Mreie Lauterbach. Grebenhain, 5. Sept. Die Bezirks- kaffe Grebenhain wird nunmehr am 14. September aufgehoben. Für die Orte der direkten Erhebung der Dezirkstasse wird eine Unter" eihebunasstelle im hiesigen Orte errichtet. Der Vorstand der Bezirkskaste, Steuerinspektor Sin- geldey, wird in gleicher Diensteigenschast an die Dezirkskafse Büdingen versetzt. Ureis Schotten. i j Freienfeen, 3. Sc Pt. Schon längst hatte sich das Bedürfnis einer neuen Kirchenorgel geltend gemacht, da u.ifer altes Instrument selbst den geringsten künstlerischen Ansprüchen nicht mehr genügt. Eine besonders günstige Gelegenheit bot der Verkauf der Orgel zu Königstein im Taunus, die für die verhältnismäßig geringe Summe von 50 003 Marl angeootrn wurde Der Ankauf dieser Orgel wurde jedoch durch den Einspruch des Denkmalp leger?, des Herrn Geh. Daurat Wa.b:-Darmstad: g hi d rt. Dief.r erklärte sich gegen die Königsteiner Orgel; auch die Ausstellung der Orgel im Schift der Kirche wurde abgelehnt. Da die Vorschlag: des Denk» malpflegers die Fina.izkraft der Gemeinde übersteigen, bleibt alles b im Asten. Im kirchlichen Interesfe 'ist zu b.bauern, daß leine Einigung zustande gekommen ist. TBetterfelb, 4. Sept. Unter Beteiligung der ganzen Gemeinde fand heute die E i n- weihung des Ehrendenkmals für unsere gefallenen Heldenföhne auf dem „Bürgel- t o Pf" statt . Um 21/2 Uhr sammelte sich ein stattlicher Festzug auf dem freien Platz vor der Kirche; um 3 Uhr bewegte sich der Zug zum Ehrendent- mal. Zunächst begrüßte Herr Bürgermeister Krauß die Festversammlung und wies auf die Bedeutung des heutigen Tages hin. Daran schloß sich die Enthüllung des Denkmals. Hieraus folgte die kirchliche Feier, in deren Mittelpunkt eine eindrucksvolle Rede des HerrnOrtspfarrers(Scribd stand. Sehr gehoben wurde die ganze Feier durch treffliche Vorträge des Wetterfelder Posaunen- chvrs und des Gesangvereins. Das Denkmal besteht aus zwei Teilen. Auf der Südseite des Hügels ist aus Steinen des Wetterfelder Bruches in der Höhe von li/2 Metern ein Sarkophag auf- gemauert, der von 6 Schilden aus Muschelkalt umstanden ist; hier sind die Namen der Gefallenen eingegraben. Der Sarkophag ist gekrönt von einem Stahlhelm, der auf einem Cichenkranz ruht; auf der Südseite des Sarkophags ist ein Schwert, von Blumen umwunden, eingegraben. Die Nordseite ist durch eine Pfeilerreihe abgeschlossen, in deren Mittelpunkt ein gewaltiges Kreuz steht. Die Kosten des Denkmals nebst der gärtnerischen Anlage belaufen sich gegen 30 000 Mk. Das Denkmal bildet eine hohe Zierde unseres Dorfes. wurden mit 80—150 Mk. der Zentner bezahlt. Dirnen weniger reichlich, 100—140 Mk. Zwet- | schen 240—300 Mk., Pfirsiche 350—450 Mk. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.- Ein Entente-Ultimatum an Ungarn. Wien, 6. Sept. (WTB.) Die „Neue Freie Presse" meldet aus Wiener - Neustadt: Die alliierten Mächte haben der ungarischen Regierung ein befristetes Ulti- t u m überreicht. In dem die sofortige Räumung des ganzen, laut Friedensvertrag an Oesterreich ab- zulretenden westungarischen Gebietes verlangt wird. Das Ultimatum läuft am sechsten Tage, 2 Uhr nacht-, ab. Wien. 6. Sept. (WTB.) Die „Politische Korrespondenz" schreibt: Der ungarische Gesandte überreichte dem Bundeskanzler Aus Stadt und Land. Gießen, den 7. Sept 1921 Die Aufsicht über die Hunde. Nach einer Polizeiverordnung müssen innerhalb der bewohnten Teile der Stadt all össent- lichen Straßen, Wegen und Plätzen bissige oder vom Polizciamt als bissig bezeichnete Hunde mit einem Maulkorb versehen fein und an einer kur- ’.en jtette oder Leine geführt werden Beimhar- biner, Neufundlänoer, Leonberger. Doggen (Deutsche. Ulmer. Dänische und Bulldoggen). Barsoys. Mastiffs, Zieh- und Meygerhunde, fotoic alle aus Kreuzungen dieser Rassen hervorgegangenen Hunde müssen an einer kurzen Leine oder Kette geführt werden. Alle Hunde sind an einer kurzen Leine oder Kette zu sichren im Botanischen Garten. in den öffentlichen gärtnerischen Anlagen innerhalb der Gemarkung Gießen und auf den Bahnsteigen der Bahnhöfe. Es ist verboten,Hunde in öffentliche Dienstgebäude. in Wirtschaften oder Wirtsgärten innerhalb der bewohnten Teile der Stadt, zu öffentlichen Feierlichkeiten, auf Märkte ober in Räume mitzubringen, wo Nahrungsoder Genußmittel hergestellt oder feilgehalten werden. Die Besitzer oder Begleiter von Hunden i-aben zu verhindern, daß die Ruhe durch andauerndes Gebell oder Geheul ihrer Hunde gestört wird. Es ist verboten, zur Nachtzeit Hunde ohne Aussicht auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen frei unterlaufen zu lassen. ♦ ' Neuerungen im Fernsprech- dienst. Vorn 1. Oktober ab wird in allen Orts- fernsprechnehen mit mehr als tausend Hauptanschlüssen ununterbrochener Dienst eingerichtet. In der in diesen Netzen nach dem 5ern- sprechgebührengeseh zu entrichtenden Grundgebühr ist ein Zuschlag von 20 Mk. mit enthalten, der die Kosten für die Durchführung des Nachtdienstes deckt. .Während der Nachtzeit werden fünf.ig im Ortsverkehr nicht mehr erhöhte Gebühren, sondern die gleichen GebührenwieamTage erhoben. Auch in kleineren Netzen kann auf Antrag der Teilnehmer verlängerter oder ununterbrochener Dienst eingerichtet werden, wenn die Antragsteller sich zur Deckung der Kosten verpflichten. — Nach der neuen Fernsprechordnung ist die Dele- graphenverwaltung künftig berechtigt, Ortsgespräche nach einer Dauer von 15 Minuten durch Trennung der Verbindung zu beenden, wenn der Betrieb es erfordert. Durch diese Maßnahme soll dem auch in der Presse schon vielfach beklagten ilebelftanbe gesteuert werden, daß Fernsprechteilnehmer zum Nachteile des allgemeinen Verkehrs die Verbindungsleitungen über Gebühr für Plaudereien und ähnliche Zwecke benutzen. •• Gin Kinderluftballon aus Belgien wurde in Klein-Linden von dem Einwohner W. Germer im Gebüsch seines Grundstücks aufgefunden. An dem Ballon hing eine Karte mit der Anschrift: Mr. Paul van Damme Grand' Place Grammont (®eerte bergen) in Belgien. Auf der Rüttseite wurde in französischer und flämischer Sprache um Rückgabe der Karte mit Angabe des Fundorts und des Finders gebeten. Darüber war der Stempel Florent Aerts Grammont. ee E i n Jugend - und Posaunenfest wurde am Sonntag von den oberhefsischen Gemeinschaften auf dem Gelände der Waldbühne veranstaltet, das von mehreren Tausend Personen besucht war. Schon lange vor Beginn zogen große Scharen unter Dorantritt von Musikkapellen zum Festplatz, wo die vorhandenen Sitzplätze bei wettern nicht ausreichten, die vielen Festtellnehmer zu fassen, so daß Hunderte auf der Erde lagern oder stehen muhten. Die Veranstaltung, an der außer einer Reihe auswärtiger Redner, etwa 16 Gesangvereine und 14 Posaunen- chöre mitwirkten, gestattete sich zu einer äußerst eindrucksvollen Feier. In „erster Linie waren es die begeisterten Ansprachen, die besonders geeignet waren, die große Masse mitzureihen. Tiefen Eindruck hinterließen auch die Worte eines etwa 70jährigen Greises, der besonders zur Jugend sprach. Der von hier scheidende Prediger Schmelzer hielt seine Abschiedsrede, der neue Prediger Do11enbach seine Antrittsrede. Auch die Ansprachen von Prediger Olmesdahl - Marbura und Stabe- Friedberg sowie von Stadtmissionar Hermann - Gießen verfehtten ihre Wirkung nicht. Die einzelnen Ansprachen waren in schönster Weise umrahmt von Posaunen- vvrträgen. Märmer-, Frauen- und Gemischten Ehören. sowie gemeinschaftlichen Gesängen. Von den Posaunenchoren verdienen .Sturm und Wind" und ..Waldandacht", von den Gesangsvorträgen „Früh von der Heimat muß ich wandern" und „Leb wohl, du böse Wett und Sünde" besondere Erwähnung. Gegen 5 Uhr war die Feier beendet und lange noch hörte man in der Ferne die Die Rothersteins. Roman von Erich Sbenstetn. Copyright 1919 by ©reiner & Eornp., Derlln W 30. 48. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Rüdiger wurde in einen kleinen Parterre» salon geführt. Fünf Minuten später trat Waldemar ein. Er sah abgespannt und bekümmert aus Der ernste Ausdruck seines Gesichtes hellte sich nicht auf, als Rüdiger sich höflich, aber eiskalt nach dem Definden Frau Ruhlands erkundigte und noch einmal mündlich sein Beileid aussprach. Ebenso eiskalt gab Waldemar Descheid. Schon in der ersten Minute hatte sich toieber das Fremde, Feindliche zwischen ihnen aufgerichtet, wie damals im Atelier. „Du wünschest von mir?" fragte Waldemar endlich. ..Denn ich nehme an, daß du nicht ohne Absicht gekommen bist." „Nein. Ich wollte dich fragen, was du wegen des Bildes beschlossen hast." „Nichts vorläufig. Du begreifst, daß ich momentan durch andere Dinge viel zu sehr in Anspruch genommen bin . »Gewiß begreife ich dies. Dennoch möchte ich nicht, daß du eher irgend einen Entschluß saßt, als bis du meine Absicht kennst. Das Bild ist ein großes Kunstwerk, und es ist begreiflich, daß du . . stolz darauf bist. Dennoch werde ich nie gestatten, daß du es \n die Oeffentlichkeit bringst. Aber ich bin gekommen, dir einen Vorschlag zu machen. Verkaufe mir das Bild Ich bin bereit, jeden Preis dafür zu zahlen, den du forderst." Waldemar erblaßte. „Kommst du. mir dieses Angebot im Auftrage deiner Kusine zu machen?" fragte er hastig. „Nein. Meine Kusine weih nichts davon." I Dann willst du es — für dich kaufen?" „3a." „Hub aus welchem ©runbe? Aus Familienrücksichten oder —" „Die Gründe sind wohl Nebensache," unterbrach ihn Rüdiger abweisend. »Du hast kein Recht, danach zu fragen, ich keine Verpflichtung, sie zu nennen. Genug, daß ich es kaufen will." Einen Augenblick lang tauchten die Blicke beider Männer ineinander, wie sich kreuzende Degenklingen. Dann fuhr sich Waldemar über die Stirn. „Das Bild ist unverkäuflich." sagte er kurz. „Ich bedauere also, deinem Wunsche nicht willfahren zu können." Rüdiger nagte zornig an seiner Unterlippe „Dies ist dein letztes Wort?" „Mein letztes!" Waldemar erhob sich. .Du entschuldigst, wenn ich mich nun zurückziehe. Die Pflegerin ruht für ein paar Stunden aus und meine Mutter ist daher allein." Wilde Gedanken jagten durch Rüdigers Kopf, als er heimwärts schritt. Erst jetzt wußte ec ganz klar, warum er jenes Bild um jeden Preis in feinen Besitz hatte bringen wollen: Waldemar IcHtc es nicht länger vor seinen Augen haben« Bisher war dies mir unklar in ihm gelegen, und er hatte dem eifersüchtigen Wunsch allerlei beschönigende Mäntelchen umgehängt. Bewußt war er sich nur der Absicht gewesen, wenn es sein mußte, auch Tausende dafür zu opfern . Unb nun war alles mißlungen. Waldemar wollte nicht Mehr noch: er hatte erraten, warum Rüdiger das Dill) haben wollte. Ganz deutlich stand'die zornige Entrüstung über diese Entdeckung in seinen braunen Augen zu lesen. Was nun? Waldemar fordern? Selbst in der hochgradigen Erregung, in der sich Rüdiger momentan befand, sah er das Absurde, Unmögliche dieses Gedankens ein, den wahnsinnige Eifersucht herauf beschworen hatte. Man schlägt sich nicht mit einem Manne, dem man jahrelang ein treuer Freund gewesen, der Sen Ben Vater verloren hatte und'dessen Mutter schwer krank war. Auch lag ja äußerlich kein Grund dazu vor. Waldemar konnte doch nichts dafür, daß Do feine Siebe erwiderte, daß bas Schicksal ihn eher in ihre Nähe geführt hatte als Rüdiger. Seine Rechte waren älter und sonnenklar . Schweigen. Entsagen. Froh fein, daß durch die Trauer im Haufe Ruhland wenigstens die öffentliche Verlobung nun hinausgefchoben werden mußte. Das waren die Schlüffe, zu denen Rüdiger gekommen war, aM er Grafenegg erreichte Gleich nach der Heimkehr wurde er zum Fürsten beschieden. Der alte Herr, der sich nun wieder bedeutend Wohler fühlte, begrüßte ihn mit vergnügtem Augenzwinkern. „Rate, wer soeben da war? 21ber du errätst es ja doch nicht. Ich will es dir lieber sagen: Eugen Ruhland!" „Eugen? Was wollte er bei dir, Papa?' „Er bot mir einen Vergleich an. Was sagst du dazu? Ich soll den Prozeß ruhen lasten; er sei bereit, mir eine gewisse Entschädigungssumme zu zahlen, über die unsere Anwälte beraten sollten. Er tagte, es sei ihm dabei in erster Linie um den nachbarlichen Frieden zu tun, und daß ein gutes Einvernehmen zwischen beiden Familien erzielt werde. Ausrede natürlich. Dieser schlaue Zahlenmensch — denn das ist er — weiß ganz gut, wo sein Vorteil liegt." „Unb was hast du ihm geantwortet? Bist du darauf eingegangen?" „Daß ich ein Narr wäre! Rundweg abgelehnt natürlich. Ich werde ihm doch nicht auf den Leim gehen, jetzt, wo er indirekt zugibt, daß er zu verlieren fürchtet. Denn sonst hätte er doch nie einen Vergleich angeboten! Ich glaube, ich bin sogar ein wenig grob geworden, als ich ihm andeutete. daß mir gar nichts liege an nachbarlichem Frieden und einem guten Einvernehmen mit Wilhelminenruhe. Wenigstens hat mir Do nachher Vorwürfe gemacht deshalb. Sie ist überhaupt ganz unglücklich, daß ich den Vergleich nicht an nahm. Na ja, was versteht denn so ein Mädel von diesen Dingen!" Der Fürst bllnzelte nach der Tür des Nebenzimmers. „Nun sitzt sie drin in ihrem Zimmer und zerkreuzigt sich wahrscheinlich noch über meine Streitsucht, den „armen“ Ruhlands gegenüber!** In Rüdigers Gesicht stieg langsam dunkle Röte auf bis an die Haarwurzeln. Er vergaß ganz, daß er immer gegen diesen Prozeß gewesen war. „Du tatest ganz recht, Papa, diesen Vergleich abzulehnen," sagte et laut und nachdrücklich Vierzehn Tage später wurde die Fabrik mit großer Feierlichkrit eröffnet. Rüdiger hielt eine lange Rede, in der er den Segen und Vorteil hervorhvb, der nun so vielen in der Gegend durch den sicheren Verdienst zukommen werde. Er sprach auch manch schönes Wort von „Zusammenarbeiten mb gutem Einvernehmen"; aber fein Herz war nicht dabei, darum drangen die Worte auch nicht zu Herzen. Rur das Wort „Verdienst" blieb den Letten im Ohr. (Fortsetzung folgt) Schuhwarenhaus, Gießen, Bahnhofstraße 58 Preiswerte Angebote! 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Pläne und Vertragsbedingungen liegen vom 5. d. Mts. ab bei dem Unterzeichneten, Regierungs- gebäube, Landgraf-Philipp-Platz 3, Zimmer Nr. 18, offen. Angebote, zu denen Vordrucke gegen Erstattung der Selbstkosten ebendaselbst erhältlich sind, sind mit entsprechender Ausschrift versehen, verschlossen und postfrei, spätestens bis zum 14. September, vormittags 10 Uhr, an den Unterzeichneten «tnzureichen. Die Eröffnung der Angebote erfolgt auf Zimmer Nr. 18 zum gleichen Termin in Gegenwart erschienener Bewerber. Iuschlagsfrist: 14 Tage. Gießen, den 1. September 1921. [9561B Der obere Daubeamte der Kreis Verwaltung Gießen. ____________3. v: Schneider.____________ Kanalisationsarbeiten. Samstag den 17. September 1921 vormittags 10 Uhr sollen für die Feldbereinigung Nleder- Desfingen auf unserem Bureau die Angebote für die Arbeiten zur Verlängerung der Ortsentwässerung (Herstellen eines 120 m langen Steinzeugrohrkanals und zweier Schächte) eröffnet werden. 9701B Angcbotsoordrucke sind von uns für den Preis von 2 Mk. zu erhalten, Pläne und Bedingungen liegen auf unserem Bureau offen, freie Auswahl Vorbehalten. Zulchiagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 3. September 1921. Hessische Kulturinspeklion Gießen. ________H. Steinbach, Daurat_________ Arbeitdvcrgebuna. Das Schulhaus in Rödgen soll von außen reno- viett werden. Schriftliche Angebote auf Weißbinder-, Spengler, und Dachdeckerarbeilen sind bis zum Mittwoch den 14. ds. Mts nachmittags 6 Uhr bei dem Unterzeichneten, wo auch die Arbeitsbeschreibungen erhältlich sind, einzureichen. Rödgen, am 6 September 1921. Hessische Bürgermeisterei. _______________Kraushaar._________[9724D Obstvcrftcigerung. Montag den 12 und Dienstag den 13. d s. M t s., jedesmal vormittags 9 Uhr an- fangend, wird das Obst der Gemeinde Großen. Duseck, bestehend aus großen Quantitäten Aepfcl und Birnen, bestes Tafel- und Wirlschaftsobst, baumweise meistbietend versteigert. Zusammenkunft am ersten Tage am Orteausgang noch Beuern; der Anfang am zweiten Tage wird am Schluß vom ersten Tage bekanntgegeben. [9725D Großen-Buseck, 7. September 1921. Hessische Bürgermeisterei Großen-Buseck. ©ans. Besonders preiswerte FntaMe 9720c " iOr die IMelioeiderei Nur durchaus gute Qualitäten Aerme! futter, 80cmbr.,M.20.00u. 16.00 Zanella, la Qualität, 140, , , 50.00.45.00 Bvoll-Serge.IaWare, 140, • , 45.00.40.00 Satin, allerbeste Ware, 80, , , 25.00,20.00 Taschenfutter, gute Qual.,80, , , 21.00 , 18.50 Westenfutter........ 18.50 , 16.50 Wattierleinen, bestes Fabrikat . , 22.50.18.00 Roßhaar, prima Qualität ...» 22^0 ,20.00 Satin-Reste firima Qualitäten ivrarz und faibig Meter 20.00 Mark. mnnnnnffTnjiHfiJinuir Den Eingang der Herbst'ü. 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