Nr. 234 Der -ietzener Lnzeiaer erscheint täglich, außer Sonn- und ^eiertaqs. Monatliche Beuigspreije: Mk 5.50 einschl. Träger, lohn, durch die Post TUl 6.50 einschl. Bestell- gelb, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech. Anschlüsse: für die Schrift le itung 112; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51., Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Siehe». postschecklonto: ^ranffnrt a. M. U686. Dnid und Verlag: vrühl'sche Unw.vuch- und Zteindruckerei R. Lange- Zchriftlettnng, SeschaftrsteSe und vruckerei: Schulfttatze 7. Mnnchme von Anzeige« für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Dreis für l mm höhe für Anzeigenv 34mmBreite örtlich 55 Pf., auswärt« 65 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 250 Pf. Bei Platz- Vorschrift 20 Aufschlag, kauprschriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil i.D . Aug. Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. m. Jahrgang Donnerstag, 6. Moder 1921 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Rückkehr vom Staatsbahnsystem? Der „Vorwärts" bringt heute neuen Pessimismus in der Angelegenheit der Re- gierungSneubildung in Zusammenhang mit. neu aufgetauchten Vorschlägen, die sich mit einer Umwandlung unseres bisherigen Staats- bahnsdstemS in einen gemischtwirtschaftlichen Betrieb befassen. Zn der Tat sind solche Dor- schläae aufgetaucht, ohne daß es sich allerdings um Parteivorschläge handelt. ES ist interessant, daß der hervorragende amerikanische Finanqmann Danderli'p, der über seine, ausgedehnte Eurvpareise vom Zahre 1919 ein interessantes Buch hat erscheinen lassen feine deutsche Ausgabe bringt soeben der Drei- MaSken-Verlag, München, auf den Büchermarkt), über die allgemeine Zerrüttung des Verkehrswesens in Europa höchst bedeutsame Meinungen kundgibt und sie gipfeln läßt in dem Sah: „Zch zweifle daran, daß Eisenbahnen jemals in einer Demokratie staatlich betrieben werden können; vielleicht können sie das in einer Autokratie." Zn Frankreich liegt das Liebel besonders daran, das) man sich scheut, die Preise entsvrechend zu erhöhen und die französischen Eisenbahnen rollendes Material überhaupt nicht auszuscheiden scheinen. Die heutige Meldung von dem schweren Unglück im Tunnel von BertignolleS liefert den Beweis dafür; eine Bremse versagte. Vanderlip erzählt in seinem Buche, er habe eine Lokomotive gesehen, die regelmäßig auf einer französischen Eisenbahn lief und das Datum 1857 auf ihrem Namensschild trug! Diese Lokomotive würde in Amerika in einem Museum stehn. Das angeführte Wort Vanderlips über staatlichen Betrieb von Eisenbahnen betrifft jedoch die englischen Verhältnisse, denn dort war der Gedanke an eine Verstaatlichung der Bahnen aufgetaucht Der Verfasser vergleicht das Verhältnis zwischen den Eisenbahnen und Arbeitern, wie eS in Amerika und wie es in England aus sehe. Zn Enaland bestehe zwischen der Verwaltung und ihren Arbeitern kein chaß: die ennllsche Oessentlichkeit sorge immer für ehrliches Spiel. Wir sind der Meinung, das müßte auch für Deutschland gesagt werden könne, unb darum hoffen, wir, daß das im alten Reich so bewährte Werk Bismarcks, die Verstaatlichung unseres EisenbahnshstemS, die heutigen traurigen Zeiten überdauern werde. Nicht ohne die triftigsten Gründe, die jedoch innerhalb einer großzügigen Aufrollung des Problems unterer Wiederherstellungspflicht immerhin auftauchen könnten, wird man an eine Aenderung des bisherigen Zustandes herantreten dürfen. Wir lesen in der „Köln. Ztg.": ES ist wohl der beste Beweis für die ungeheure Sorgenlast, die die Entwicklung der Finanzverhältnisse Deutschlands auf unser Volk geworfen hat. wenn jetzt verschiedentlich, und zwar in berufenen Fachkreisen, der Gedanke ernsthaft erwogen wird, daß man zu einer grundlegenden Aenderung der Wirtschaftsverfassung unserer Eisenbahnen gelangen müsse. DaS Staatsbahnsystem war unser Stolz. Diele sahen in der Verstaatlichung der preußischen Eisenbahn Bismarcks größtes Werk, und es gab wohl vor dem Kriege keinen Deutschen, der nicht bei einem Vergleich der deutschen und der ausländischen Eisenbahnverhältnisse dem heimischen Verkehrswesen den Preis zuerkannt und das entschei- detrde Merkmal dieser Vorzugsstellung in der staatlichen Bewirtschaftung erblickt hätte. Diese Auffassung wurde erst dann zum erstenmal etwas erschüttert, als bei fortschreitender Entwertung des deutschen Geldes die Staatsbahnen anfingen, sich aus Ueberschuh- zu Zu- schuhbahnen zu entwickeln. Nur aus dieser Erkenntnis und Ueberzeugung heraus, daß etwas Grundlegendes geschehen muh, um Ordnung in die Finanzen der Eisenbahnen tünd damit auch des Reiches zu bringen, ist es zu erklären, wenn heute in dürren Worten die Forderung nach Entstaatlichung der Eisenbahnen und ihrer Ueberführung in ein privatwirtschaftliches System erhoben wird. Kein Geringerer als der langjährige und verdienstvolle erste Verwalter der preußischen Eisenbahnen, der Staatsminister v. Breidenbach, stellt heute im „Tag" die Frage, ov in der Gegenwart eine staatliche Verwal- überhaupt in der Lage sei, die Wiederherstellung geordneter Eisenbahnfinanzen her- oeizuführen, ob nicht vielmehr die Freiheit der Bewegung, welche privatem Unternehmungsgeist innewohnt, und die größere Anpassungsfähigkeit der freien Erwerbskreise eine zweckmäßige Lösung schneller herbeiführen könne. Dreitenbach scheint geneigt, die letzte Frage entschieden zu bejahen. Er meint, daß bei der Notlage des Reichs der Gesichtspunkt zurücktreten müsse, der in der Verwaltung des Der-1 kehrswesenS früher ausschlaggebend gewesen sei, nämlich das Streben nach Förderung des allgemeinen Nutzens, im besonderen des Der- kehrS. Statt dessen werde die Bewirtschaftung der Eisenbahnen zukünftig in erster Linie unter finanziellen Erwägungen stehen müssen, und eS sei geboten, mit äußerster Dringlichkeit in eine Prüfung darüber einzutrvden, 1. du die Reichseisenbahnen in die Privatwirtschaft mit dem Ziele der Abbürdung der Fehlbeträge und Erzielung von Erträgen übe^zuführen seien, und in solchem Falle 2. in welcher Form Derkauf mit Rückkaufsrecht, gemeinwirtschast- licher Betrieb oder Verpachtung dieftS zu erfolgen hätte. Breitenbach meint, baß die zuständigen Stellen der ReichSreaierung sich mit der Angelegenheit bereits befaßt hätten. Einen'ähnlichen Standpunkt wie Dreitenbach Oertritt der volksparteiliche Abgeordnete M i 11 e l m a n n, der in dem Organ der Deutschen DolkSpartei fordert, daß eine Sanierung unserer Staatsbetriebe, gegebenenfalls durch Schaffung einer gemischtwirtschaftlichen Betriebsform, angestrebt werden müsse. Wieweit die Prüfung dieses ungeheuer schweren und ' verantworvungSreichen Fragenkomplexes schon gediehen ißt, wird sich wohl demnächst Herausstellen. Die Frage der Regierungsumbildung. Berlin, 6. Oft Heute vormittag kommen die Vertreter des Zentrums, der Demokraten, Mehrheitssvzialisten und Deutschen Volkspartei zu eine,: Besprechung beim preußischen Ministerpräsidenlxn Sieger- w a l d zusammen. Es soll der Tftrsuch gemacht werden, aus den von den einzelnen Parteien aufgestellten Mindestforderungen die Grundsätze eines gemeinsamen Regierungsprogramtns auszuarbeiten. Die ^Germanias' meint, daß irgendwelche Entscheidung von diesen Verhunzungen nicht zu erwartest fei. Vor nächster Woche sei mit einer Entscheidung nicht zu rechnen. Much im Reich dürften die Verhandlungen erst Mitte nächster Woche in ein entscheidendes Stadium treten. Auf die Anfrage, die Henminn Müller im Auftrag der Sozialdemokratischen Partei über die Einbeziehung der Unabhängigen Sozialdemokratie in eine verbreiterte Koalition an die Demokraten und das Zentrum richtete, hat jetzt namens der Reichstagsfraktion Ü»er Deutschen Demokratischen Partei 'der TDgevrdnete Koch folgende schriftliche Anttr-ort erteilt: ^Aus Zhre gefällige Anfrage erwidern wir ergebenst: Die Demokratische Fraktion steht auf dem Standpunkt, daß die Verantwortung für das Schicksal unseres Volkes auf m glichst breite Schultern zu legen ist. Sie lehnt dir'Mitwirkung keine r P a r t e i a b. die sich in Ixt Rot des Vaterlandes zu dem Entschlüsse duychringt, aus dem Boden der Weimarer Verfassung an der Wiederaufrichtung unseres staatlichen und wirtschaftliche Lebens mitzuarbeiten. Ohne sich von der Haltung einer Partei in der Vergangenheit beeinflussen zu lassen, prüft sie die Garantien, die die Partei für die Zukunft zu geben hat und den Wert ihrer Mitwirkung für das Ellingen der uns bevorstehenden Aufgaben. Aus diesem Grunde bitten wir vor Eintritt in weil ere Verhandlungen um Aufklärungen über folgende Hauptpunkte 1. Zu den Programrnpunkten der ilnab- hängigen Sozialdemokratische« Partei hat bisher die Beseitigung der Demokratie durch die Räterepublik gehört. Die Herl-eiführung der Räterepublik auf gewaltsamem Töege ist von ibr als gegenwärtig inopportun bezeichnet. aber Für die Zukunft nicht abgelehnt worden. Ist der Sozialdemokratie bekannt ob die alSPD. bereit ist, Er- llärungen dabin abzug^ben. daß sie auf die Einführung der Räterepublik auf dem Wege der Gewalt verzichtet? 2. Die Viostärkung der Regierung durch Eintritt der Deutschen Volks- Partei ist zur Gesundung unserer Finanzen von unbestreitbarem Wert. 3ft es der Sozialdemokratie befamü. ob die TI SPD bereit iß. an einer Koalition unter Einbeziehung derDeutschen Volks- partei teilzunehmen?" Der .Vorwärts" t>eröffentließt die Antwort der Reichstag iNraktion des Zentrums aus die sozialdemokratisch? Anfrage betreffend eine KoalirionsMldung mit der HSP. Zn dem Schreiben heißt es!, daß eine Antwort der Zentrumsfraktion erst kann gegeben werden könne, wenn vorher feststiche. ob die HSP einer solchen Erweiterung der Zkoalition nach rechts zu- stimitze und ob sie bereit sei. auch ihrerseits die nötigen Voraussetzungen dazu zu schaffen. Zn der am Montag abgehaltenen Sitzung des Geschäfts»ührenden 'Ausschusses der Deutschen Dolkspartest hat Dr. Strese- m ann einen Bericht über die bisher in der Frage der Regierungsumbildung gepflogenen Verhandlungen erstattet. Rach einem Bericht der ^Natronalliberalen Korrespondenz" erllärte Etresemann, die bisherigen Verhandlungen hatten ergeben, daß sich außenpolitisch unb innrrpolitisch sehr wohl ein sachliches Programm an/stellen lasse, das von der Volkspartei bis Mr Srozialdemokratie vertreten sein könne. Es laste sich dieses Gemeinschastsprv- gramm auch auf die 6-teuerfragen ausdeh- nen, wenn die Sozialdemokratie sich dazu entschließen würde, einftipeilen noch gemachte Vor- I behalte fallen zu lasten und wenn insbesondere abgewartet werde, welchen Verlaus die weiteren Verhandlungen der Regierung mit den Wirt- schastskreisen über die fteiwillige Deschassung aus» ländischer Geldmittel nehmen würden. Solange eine Klarstellung hierüber nicht erfolgt sei, muffe auch von weiteren offiziellen Verhandlungen in der Frage der Koalitionserweiterung Abstand genommen werden. Wenn die Deutsche Volkspartei an der Auffassung sesthalte, in ein Kabinett mit der Sozaildemokratie einzutreten. sofern sich eine Einigung auf ein sachliches Arbeitsprogramm erzielen lasse, so wird sie dazu einzig und allein bestimmt durch die Erwartung, dadurch eine Stabilisierung unserer Verhältnisse bn Reich und in den Ländern zu erreichen, die für eine langsame Erholung eine unbedingte Voraussetzung sei. Bei dieser Sachlage dränge sie ihrerseits aber nicht auf eine sofortige Entscheidung, vielmehr nxirtc sie in aller Ruhe die weitere Entwicklung ab." — Zn der Aussprache habe sich die völlige Ucbcr- einstimmung des Ausschusses mit der Polttik der Reichstagsfraktion und ihres Führers Dr. Strese- mann herausgestellt. •*v Das Tragen der Militäruniform. Berlin, 5. Oft (Wolff.) Zn den jetzt vom Reichskanzler erlassenen Ausführungsbest i m m u n g en zur Verordnung des Reichspräsidenten betr. das Verbot des Tragens der Militäruniform vom 30. 8. wird bestimmt, daß die zum Tragen der Militäruniform berechtigten ehemaligen Angehörigen der bewaffneten Macht dieses Recht in folgenden Fällen ausüben dürfen: a) bei Kirchgängen an hohen firchlichen gesetzlichen Feiertagen, b) bei wichtigen Familien- feierlichfeiten und Dienstjubiläen, c) bei Leichenbegängnissen von Kameraden, d) bei der Teilnahme an Festlichfeiten und kameradschaftlichen Zusammenkünften von Reichswehrangehörigen, e) bei solchen feierlichen Veranstaltungen unpolitischer Vereine, hinsichtlich deren der zuständige WehrkreiSkvmmandeur (Marinestationsches) die Teilnahme von Reichswehrangehörigen ausdrücklich genehmigte. Die Uniform muß mit den für ehemalige Heeres- und Marineangehörige vorgeschriebenen Abzeichen versehen sein. Verboten ist das Tragen von Bändern, Armbinden, Vereinsabzeichen und dergleichen, deren Tragen zur Militäruniform nicht ausdrücklich genehmigt ist. Die Dekleidungsbestimmungen. die für im Dienst der Friedenskommissionen stehende aktive Offiziere gegeben find, werden hierdurch nicht berührt. Das bisherige Recht der Generalfeldmarschälle zum Tragen der Uniform bleibt unberührt. Die Auslandskredite der deutschen Industrie. Berlin, 5. Oft. (Priv.-Tel.) Wie die Blätter melden, gingen auf den Beschluß des Reichsverbandes der deutschen Industrie die Auslandskredite der deutschen Zn - d u st r t e der Reichsregierung zur Verfügung zu stellen, bereits mehrere Anerbieten von Anleihen großer amerifanifcher Finanzgruppen ein, die sich bereit erflärten, Vertreter zu Verhandlungen nach Deutschland zu senden. Das dcntsche Rote Kreuz für Spanien. Berlin, 5. Ott. (Wolff.) Zn Erinnerung an die menschenfteundliche Tättg'eit des spanischen Roten Kreuzes während des Krieges stellte sich ihm das deutsche Rote Kreuz zu jeder gewünschten Unterstützung für den Feldzug in Marokko zur Verfügung. Spanischerseits wurde das Anerbieten mit aufrichtiger Freude angenommen und schon jetzt dem deutschen Roten Kreuz der wärmste Dank für die etwaige Entsendung von Sanitätsmaterial und Medikamenten ausgesprochen. Die Völkerbundsversammlung. Genf, 5. Ott. (WB.) Die Völkerbund- Versammlung verschob frzute vormittag vor allem infolge des Widerspruchs von Lord Robert Cecil, Motta-Schweiz und unter Zustimmung von Dalfrur-England die endgültige Beratung über die Kommissionsanträge zum Artikel 18 auf das nächste Zahr. Die Kommissionsanträge zielen auf Ab chwächung des Artikels 18 hin, der die Eintragung aller internationalen Verträge zwischen Völkerbundsmitgliedern fordert unb mol- len Ausnahmen vor allem für unpolili ch? Abkommen zulasten. Darüber, daß der Ar ikel 18 nicht praktisch anwendbar sei und auch nicht von allen Staaten beachtet werde, waren sich die meisten Redner einig, wobei betont wurde, daß es tatsächlich Verträge geb?, die nicht veröffentlicht werden dürfen. Man befürchtete aber durch Annahme der Anträge, vor allem aus Rück icht aus die öffentliche Meinung, in fester Stunde überstürzte und schwerwiegende Beschlüsse zu fassen, die als Anerkennung der Geheimdivlomatie aufgefaßt werden könnten. Trotz der Ablehnung der Kommistionsvorschläge soll aber bis zum nächsten Zahre die abschwächende Auslegung des Artikels 18 für die Eintragung von internationalen Verträgen Anwendung finden. Ein weiterer Antrag auf Abänderung des Artikels 5, wonach Ausnahmen von der Regel einer bestimmten Beschlußfassung vorgesehen sind, wurde ohne Widereinzelnen Mitglieder reaclt, etntrat, die Aussprache aber auf die nächste viNung v.'rschod. Die Völlerbundversammlung schloß heute abend um 6 Llhr ihre Tagung. 3n kincr seiner Schlußansprache machte Präsident vor Kaarnebeek folgende Angaben über die oberschlesische Frage: Das die oberschlesische Frage betrifft, so wissen wir, daß die Arbeiten der vier Ratsmitglieder, denen das Vorstudium dieses wichtigen Problems anve'.t aut wurde, sich auf gutem Wege befinden, so daß wir vornuS- lepen können, daß der Völkerdundrat in kurzer Frist die Lösung Mitteilen kann, die er empfehle Die Dritte Internationale Arbeitskonfercnz. Genf, 5. Oft (Wolff.) Am 25. Oktober tritt in Genf die Dritte Znternationale Arbeitskonferenz zusammen, zu der 52 Staaten. die alle Mitglieder der internationalen Arbeitsorganisation sind, eingeladen werden, darunter auch Deutschland. Rach Artikel 389 deS Versailler Vertrages dürfen alle eingeladenen Staaten vier 03ertretet entsenden, d. h. zwei Re- gierungsvertreter und je einen Vertreter der Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die von technischen Beiräten begleitet sein können. Die deutsche Abordnung soll 40 Mitglieder zählen. Aus der Tagesordnung stehen eine größere Reihe von Fragen, u. a. über die Regelung der landwftt- schastlichen Arbeit und den Schutz der industriellen Arbeiter gegen gesundheitliche Schäden Eine grundsätzlich wichtige Auseinandersetzung dürfte die Frage der Arbeitszeit in den la n d- wirt schastlichen Betrieben Hervorrufen. Die französische Regierung protesttert auf Grund des Artikels 402 des Versailler Vertrages dagegen, daß diese Frage auf die Tagesordnung gesetzt wird. Da das Problem aber auch andere Länder interessiert, soll sie auf der Tagesordnung belassen werden, und es ist wahrscheinlich mit lebhaften Debatten zu rechnen Der Kaiser von Japan schwer erkrankt. Paris. 5. Oft. HavaS meldet auS Tokio: Einem offiziellen Bericht zufolge ist die Krankheit des Kaisers sehr ernster Natur. Die Bevölkerung erwartet mit jedem Augenblick die Nachricht von seinem Ableben. Hessische Volkskammer, 109. Sitzung. St. D a r m st a d t. 5. Oft 1921. Am Regierungstisch: Staatspräsident 111- r i ch. Zustizminister v. Brentano, Finanzminister Henrich die Präsidenten der Landesämter und Regierungskommissare. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9,50 llhr. Die Anfrage des Abg. Schreiber )Dem.) über die Entschädigung für die von den Franzosen abgenommenen Beutepferde wird von Staatspräfident Ulrich ausführlich beantwortet. Zn Fortsetzung der Tagesordnung werden zunächst einige kleine Vorlagen debattelos erledigt. Der Abg. Soherr (Ztr.) hat beantragt,, daß die während bet Dauer der Sanktionen er-* f)ebenen Zölle zurückgezahlt werden Die Regierung hat zugesagt, in Berlin in diesem Sinne tätig zu sein, verhehlt jedoch nicht, daß sich dem Antrag große Schwierigkeiten entgegenstellen. Der Antrag wird angenommen. Der Antrag des Abg. Bornemann (Soz.) betr. die Fischereiberechtigung war seinerzeit in der Debatte erledigt nur die Abstimmung war auSgeseht worden. Cs ist namentliche Abstimmung beantragt und beschlossen worden. Der Antrag wird mit 25 gegen 21 Stimmen angenommen . (Bravo links.) Abg. Lang (Soz.) hat beantragt dieZa g b- pachtverträge der Gemeindejapden dahin zu revidieren, daß diese Verträge, soweit sie vor der Revolution abgeschlossen, und deren Pachtsummen in keinem Verhältnis zu den heutigen Pachtpreisen stehen, für null und nichtig erftärt Werden. Der Lllisschuh hat beschlossen, die Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung mit Nachdruck dahin zu wirken, daß Zagdverträge, deren Pachtsummen den heutigen Verhältnissen nicht entsprechen, auf Antrag für nichtig erklärt werden können. — Der Antrag wird angenemmen. Ein Antrag Soherr, Erleichterung der Ausfuhr von frischem Obst aus den besetzten Gebieten betr., ist durch Aushebung der Sanktionen hinfällig geworden. Ein Antrag des Finanzausschusses, den Ar tikel 181 der Landgemeindeorbnung ba- hin zu ergänzen, daß auch ben ® e m e i n b e n bie Erhebung von indirekten Steuern ermöglicht wirb, wird in erster unb zweiter Lesung angenommen. • Ein Antrag Knoll unb Gesser (Ztr.) geht dahin. ben christlichen Arbeiterorganisationen Vertretung im Lanbesarbeits- und Wirtschaftsamt gleich den freien Gewerkschaften zu ermöglichen unb die eiforberlichen Mittel noch bn Voranschlag für 1921 einzustellen. Der Ausschuß hat beschlossen, den Antrag ber Regierung zur Berücksichtigung für den nächsten Voranschlag zu überweisen, da der diesjährige Voranschlag bereits ^ge'chsosfen sei. — Der Antragsteller Knoll (Ztr.) tritt für seinen Antrag ein. ändernngsantrag des Artikels 6. der bie Ver- schuhantrag anzunehmen. — Dos Hcms stimmt teilung tzer Kosten für den Völkerbund aui bie dem zu. spruch von der Kommission zurückgezogen, woraus bie Versammlung in die Beratung über ben Ad- Etaatspräsident Ulrich teilt mit bah bai ganze ßanbesamt für Arbeit unb Wirtschaft im Ausbau sich befindet Es sei ratsam, ben Aus- Heßlvch, Kr. Worms (bist). 165 000 Zentner, die von den städtischen Olr- retär Läufer, Stadw. in I beitnefxmern benötigt werden, hat sich die am ler Hesserr-Naffau. nen Mark. Drandes, Döring, und dir Damen: Marcks, 2tam* me£, Türk, Dolmar. Die gröbere Rolle deS Bür- germeislers in „Lokalbahn", die Herr Dolck inne hatte, wurde von diesem abgegeben, da er durch 4. Klasse herausgekommliren Gewinnlose in ^Empfang genommen werden. ,Die Ziehung der fünften Klasse beginnt am 14. Oktober und endigt am Durch die Annahme der erhöhten Tarifsätze erhofft die Stadt eine Mehreinnahme von rund 23 Millio- runfl jur Drrücksich.igung überwiesem Quif eine Anfrage des Qlbr* " * Reue Fre imarken mit Bildern der Schmiede-, Bergarbeiter r" *■ .... fpd. Frankfurt a.M. 4 Olt Die S t a b t- , -vvtu«.,vx;«^4. und der ordn et en Versammlung bewMinte Die Deichsdruckerei beginnt, I dem Magistratsantrage gemuh 50 000 Mc fui. die Main. Aus dem Reiche. 14. November. •* Preiserhö hu^n g der Friseure. Am Dienstag veröffentlichten wir eine Mitteilung der Friseurinnung, worin, als älrsache der neuen Preiserhöhung die Steigerung der Betriebskosten. Löhne usw. angegeben wurde. 3n einer Zu» schrift des Arbritnehmeriy?rbaudes des Friseur und Haargewerbcs wind n?doch darauf hingewie» sen, daß letzteres absolut flicht den Tatsachen ent- sprechc, da die letzte geringfügige Lohnerhöhung schon lange Zeit zurücklie^e. •• Mit dem Gi,n sammeln von Hagebutten beschäftigten sich eben manche Leute. Sie bereiten auti den korallenroten Früchten der wilden Rosensträucher Gelee und Wein. Man trvckn,u auch die Früchte und stellt daraus einen T der, der besonders für Nieren- und Dlajeu'eidende heilkräftig sein soll. Moritz Hann in Abg). Arbeitersekretär Läufer, Stadtd. Darmstadt. Lehrer QL Dollinger in Ober- gleen, Kr. Qllsfeld. Fabrikant Th. Böhm in Offenbach. Nealschuldirettor Dr. Keller in Michelstadt t O. Landwirt M. Kärcher 11. m Lampertheim. Frau K. Deinhard in Darmstadt. Tapeziermeister I. Nempel in Worms. Oberpostsekretär Muntermann in Offenbach ~Qtuf eine Anfrage des Aba. Köhler (D. Dp.) betr. die Llmwandlung der Dahn W o r m s— Bensheim in eine Nebenbahn antwortet Fi- nanzminister Henrich, daß die Negierung sofort nach Dekanntwerdeu der Qlbsicht dieser Lim- Wandlung in Berlin aus politischen und wirtschaftlichen Gründen Einspruch erhoben hat. Auch an die Eisenbahndirektion Mainz wurde ein Pro- teftschreiben gerichtet. Die Angelegenheit liegt zur Zeit dem Neichsverkehrsmintster vor. Die Eisrn- bahndirektion Mainz steht auf dem gleichen Standpunkt wie die hessische Negierung. — Es wird Be- Stadt gesichert und die Verteilung ist bereits im Gange. Die Kartoffeln wurden auf nord- unü ostdeutschen Märkten zu 58 bis 60 Mk. für den Zezntner eingekauft, wozu allerdings noch Fracht-, Auslade- und Qlbfuhrspeseu kommen. BiS Öiqe städtischen Kartoffeln im Keller deS Beamten sind, werdeu sie wohl auf 72 Mark, vielleicht auch etwas weniger zu stehen kommen. Der Konsumverein gibt die Kartoffeln für 73 Mark ab, behäll sich aber die Leistung von Nachzahlungen vor bei etwaigem Defizit. Am besten sind in Giehen Wohl die Eisenbahner dran, denen der Zentner durch die Eisen- bahnkonsumgenossenschaft für 66 und 67 Marl Aus Hessen. Die Landtagskandidaten der Deutschen Dollspartei. rm. Darmstadt, 5. OIL Die Deutsche DolkSpartei gibt soeben folgende Kandidatenliste für die demnächstigen Landtagswahlen bekannt: Nechtsantvalt Dingeldey -Darmstadt (bisher Qlbg.). Landwirt Fritz Schott- Uffhofen, Kreis Alzey. Prof. D. Dr Martin Schian in Giehen. Necktsanwalt Dr. QL O s a nn ° Darmstadt (bish. Abg). Oberbürgermeister Köhler in Worms (bish. Qlbg.). Lehrerin Marie Birnbaum in Diesten. Oberstaatsanwalt Wünzer in Darmstadt tbish. Qlbg.). Kaufmann und Fabrikant Fitz Scholz in Mriiz. Bürgermeister Jean Füller in Friedberg i. Hessen. Landwirt ift einem so krassen Fall nicht in den Arm fallen. Zu erwägen wäre bann der Weg der Gnade. Der Ausschuß beantragt in se'ner Mehrheit Ablehnung deS Antrag- Kiel, in seiner Minderheit Niedeffchlagung des Verfahrens. Qlbg. N echt in (Soz.): Der Vorfall war nicht so schlimm, wie ihn der Herr Iustizminister darstelle. 3n Vilbel selbst bat man den Vorfall nicht so schlimm aufgefaßt. DiL Eisenbahndirektion selbst hat es abgelehnt, den Strafantrag zu stellen. Niemand hat den Eindruck von Landfriedensbruck und Aufruhr gehabt, und heute ist der Vorfall längst Dergpffen. Qlbg. Wünzer (DDp): Eine Amnestie sollte nur in den alleräußersten Fällen stattfinden, denn sie bedeutet immer eine Benachteiligung bzw. Bevorzugung Einzelner gegenüber den Anderen. Der Standpunkt de- Justizministeriums ist durchaus richtig. Wenn das Ministerium sich nach dem Urteil für Gnade entschließt, so ist das etwas anderes. Heute das Verfahren einzustellen, würde da- Vertrauen zur Rechtspflege schwer erschüttern. (Zurufe: Ist längst erschüttert! Unruhe. Widerspruch.) Aba. Kiel (USP.) tritt für den Antrag der Minderheit ein — Abg. Nuß (Z.) für den Antrag der Mehrheit. — Qlbg. U r ft a b t (Dem.) tritt für den Antrag der Minderheit ein. — Die Abstimmung ergibt Annahme des Antrags der Minderheit, also des Antrags Kiel auf A m n e st i e. Sin Antrag der Qlbgg. Bauer, Nechtien und Gen. betr. die Abänderung des V e r s i ch e- rungsgesehes für gemeindliche Beamte wird durch die Regierungserklärung für erledigt erklärt. Daraus tritt Vertagung ein. Nächste Sitzung Dienstag 10 Uhr, um den Ausschüssen Donnerstag und Freitag Gelegenheit zu noch rückständigen Beratungen zu geben. Schlichtungsausschntz der Provinz, Oberheffen. Sitzung vom 4. Oktober 1921. Die dem Arbeitgeberverband der Industrie in* Oberhellen angeschlossenen Quarzitbetriebe in Rockenberg, Treis a. d. Lda. und Homberg ad. Ohm sollen vom 1. September 1921 an ihren Ar- beitern 20 Prvz., den verheirateten und ledigen Familienemährern 23 Prvz. Lohnerhöhung zahlen. In einer Streitsache des Dauarbeiterverban- des mit dem Baugcschäft Abermann in Gießen empfahl der Schlichtungsausschuß den Parteien eine Oktftänbigung dahin, daß der auf einer Baustelle tätige CBaubelegiertc auch als Betriebsvertretung für die an derselben Stelle von demselben Arbeitgeber beschäftigten Weißbinder gilt. Dem Einspruch eines Betriebsratsmitgliedes von Samesreurher & Eo., Fabrik für elektrische und 6tn Antrag Reh (Dem.) zur Aenderung der Landgemeindevtbnung hat das gleiche Ziel wie der oben genannte Antrag des Finanzausschusses und wird angenommen. Sin Antrag Fenchel und Gen., die Versorgung der Landwirtschaft mit Druschkohle betr. wird vom Ausschuß zur Annahme empfohlen. Das Haus nimmt den Antrag einstimmig an. Ein Antrag der Abg. Bauer, Engelmann und Pichler, Gewährung von Zuschüssen zur Förderung der Bautätigkeit betr. wird für erledigt erklärt auf Grund der in der Regierungsantwort gegebenen Darlegungen über die von Reich und Staat bereits gewährten Zuschüsse. Ein Antrag des Qlbg. Neff (Soz.), Aenderung des Deitraasverhältnisses zu den Kosten der höheren Schulen betr. wird der Regie- Die Besteuerung des DörsenhandelS. Berlin, 5. OkL Die Reichstagsfraktion der USPD, brachte laut „Freiheit" einen Gesetzentwurf ein, wonach aller Handel ander Börse der Umsatzsteuer unterworfen werden soll. Der Entwurf unterscheidet drei Steuerklassen, nämlich die Besteuerung von Händlergeschäften, wobei sämtliche Dertragsteilnehmer Händler sind, die Besteuerung von Kundengeschäften, wenn nur der eine Vertragsteil inländischer Händler ist, und die Besteuerung von Privatgeschäften. Die Händlergeschäfte sollen am niedrigsten, die Kundengeschäfte höher und ite Privatgeschäfte cm höchsten besteuert werden. Die Steuer ist von den beiden vertragschließenden Tellen je zur Hälfte zu tragen. Auch der finanzpolitische Ausschuß des Reichs- wirtschaftSrates wird sich in der nächsten Zeil mit derselben Frage befassen, und zwar insbesondere mit Maßnahmen, die geeignet sind, durch eine Kontrolle des DevisenverkehrS die älmsähe m ausländischen Zahlungsmitteln und die Spekulation einzudämmen. Erhöhung der Margarinepreise. Berlin, 5. Oft. (Wolff.) Der Margarineverband teilt mit: Die Steigerung der Preise für die von der Margarineindustrie benötigten Rohstoffe auf dem Weltmarkt und das rapide Sinken des deutschen Markrurses veranlaßte die deutsche Margarineindustrie Mitte September zu einer gemeinsamen Aussprache über diese Verhältnisse, um zu einer Verständigung über die Preise der fertigen Margarine zu kommen. Eine aus den Kreisen der Industrie gewählte Kommission be- schloß am 15. September eine Erhöhung der Margarinepreise. Zurzeit dieser P eisfest- schung wurde der holländische Gulden mit 30 ML bewertet, doch in der Zwischenzeit stieg dieser Kurs um 33 Prozent auf 40 ML und darüber. Diese Steigerung hatte eine Erhöhung der Oelpreise im Inland und auch ein weiteres Anziehen der Weltmarktpreise für Rohstoffe zur F-lge. Die Matga- rincindustrie war daher gezwungen, dieser Entwicklung Rechnung zu tragen und die dazu berufene Kommission beschloß in einer am 4. Oktober abg.hnltenen Sitzung eine weitereErhöhung der Margarinepreise eintreten zu lassen, um wenigstens einigermaßen die ungünstigen Verhältnisse auszugleichen. Die sofort in Kraft getretene Preiserhöhung beträgt für beste Margarine, sogenannte ilebermatte, 2 Mk. für das Pfund, für die übrigen Marken beträgt die Erhöhung 250 Mark pro Pfund. Die neuen Margarinepreife stellen sich demnach wie folgt: Für die öjtramarfe 19 ML, für die Spezialmarke 1750 Mk., für die erste Handelsmarke 16 50 Mk. und für die zweite Handelsmarke 15.50 Mk. für das Pfund. Der Preis für die Schmelzmargarine wurde um 3 ML für das Pfund erhöht. geliefert'wird. In Hanau hat man übrigens bereits vvii vii|viu ________________ Anterftü jzungSmahnahmen für die Minder- einen Trauerfall in der nächsten Familie an der bemittelten eingeleitet. In der Stadtverord- Teilnahme bei den Proben verhindert war. Herr netensitzftng am Montag wurde ein I Feigel hat bereitwillig durch ilebcrnabme der MagistrcttSantraa genehmigt, wonach zur Nolle des Dürgermeisters Rehbein die glatte Beschaffung einer Dvtreserve von 20 000 DutcMhrung der festgesetzten Vorstellung er- Zentnern. Kartoffeln ein Kredit von an- nwgucyt. .2 Gl. . . derthalb Millionen Mark zur Verfügung ge- Lftttvureiö Giessen. stellt wmjde. Diese Deserve sei vor allem für X). Collar, 5. Okt. Das Denkmal für Kleinrentner Erwerbslose und fonftiae Akin- I ^^e Gefallenen des Kitchsp els K i r den Verbrauchern, deren Bedarf Hllfswerk zugeführt. durch llmficage festgestellt werden fqll, direkt Kreis Büdingen in den Ke,.ler liefern. Der Preis könne auch §8 Effolderbach 3 Okt Die diesige durch Dates izahlung an dieStadt zurückerstat-! r t S g7u p ped c s Ob st- un d Garte n- tet Werden. In Not befindlichen Familien soll hguvereinS veranstaltete gestern eineLo- durch PrEennaßigung entgegengeLommen k a l o b st a u S st e l l u n g. Dem Besser bot werden, ^enn die ^^olkerung in Dießen ^uf den einzelnen, sehr praktisch aufgestell- auch anders zusammenge etzt als m.dem ^schmückten Tischen im Adam- rem industirellen Hanau, so wurde eS doch be- I Saclle eine Fülle des feinsten und auS- grußt werdi n, toenn auch rn Gießen ct[e|en|ten Ohstes, dem man die eifrige Pflege S Iperschasten nhu^iche, den anmertte, die man gerade in unserer Gemeinde Verhältnissen angepaßte Maßnahmen erwa- zuteil werden läßt. Es konnten deS- gen wurden. v halb durch die beiden Preisrichter eine große ~ JKSSJEStÄÄ.'!! Preise nohiert: Barmen 60-75, Berlin 55 ^ari gestiftet waren. Fur beste Desam t - bis 65, Bochivm 60-70, Bremen 57—61, BreS- oinauft Wolf ? lau 60-65, ^hemnitz 55-60, Dresden 58 bis ^o Lenz I ie einen 1 Preis, August Wolf I. 50' Ära 4^^~r5Äi9&i»S batten in L w 5^3lpSncl& Richard Bechwld unb Auqast Wolf II. Sie I A -TO? übrigen Preise können leider bet groben 2ln. (ür ’ hablffiegen nicht alle gebrach, werden. _____ .--1M Kreis Lauterbach. Die Kartoffelversorgung. Gießen, 6. Oktober 1921. Die Beschaffung des Wintervorrats an Kartoffeln ist gegenwärtig wohl die Hauptsorge unserer Hausfrauen und Hausväter. Die Erträge der Kartoffelfelder sind in unserer engeren Heimat im allgemeinen leider nicht sonderlich groß. 3n zahlreichen Meldungen unserer örtlichen Berichterstatter wurde und wird sehr geklagt über den schlechten Ausfall der Ernte, die in vielen Gemeinden kaum für den eigenen Verbrauch und für Saatzwecke ausreiche. In manchen ländlichen Gemeinden mußten sogar noch Karwffeln von auswärts bezogen werden. Diese Tatsache mag wohl der Hauptgrund sein für die ängstliche Äebereiftigkeil, mit der von vielen Seiten der Kartoffeleinkauf betrieben wird. Einzelne Industrieunternehmungen sollen nach Zeitungsmeldungen gar ihre Betriebsräte in Lastautvmobilen im Land herumschicken und große Mengen Kartoffeln zu jedem Preis aufkaufen lassen. Durch diese sinnlose Hast, mit der man die Landwirte bestürmt, die oft noch mit dem Ernten beschäftigt sind, werden naturgemäß die Preise recht unerfreulich in die Höhe getrieben. Diese llebereile und Aengstlichkeit ist ganz und gar nicht nötig. Die diesjährige Aarwffel- ernte ist gottlob in vielen Teilen des Reiches, vor allem im Norden und Osten, recht gut, und in einer Besprechung der Deutschen Landwirtschaftskammern, die vor etlichen Tagen im ReichSernährunaSministerlum stattfand, wurde, festgestellt, daß im Durchschnitt mit einer mittleren Kartoffelernte gerechnet werden kann. Die übergroße und sinnlose Nachfrage hat die Kartoffelpreise leider zu einer Höhe getrieben, die bei vernünftigem und ruhigem Einkauf sicherlich nicht erreicht worden wäre. Im freienHandel kostet der Zentner Kartoffeln in G i e ß e n heute etwa 80 Mark. Bei solchen Preisen wird eS vielen Familien wohl äußerst schwer, wenn nicht unmöglich, sich ihren Winterbedarf einzukellern. Stadtverwalwng und Stadtparlament werden daher auf Mittel und Wege sinnen müssen, wie den schwächeren Bevölkerungskreisen in dieser dringenden Frage geholfen werden kann, ähnlich vielleicht, wie die städtischen Beamten, Angestellten und Arbeiter versorgt werden. Die Stadt liefert diesen bekanntlich die Kartoffeln zum Selbstkostenpreis, legt die Beträge einstweilen vor und zieht sie ratenweise wieder ein. Die Vornotizen. --Tageskalender für Donnerstag. Pvftteller, 81, t llhr, Mitgliederversammlung der Dsitschnationalen Volkspartei. — Postkeller, 8i -> llhr, Oberschlesierversammlung. — Astoria- Lichtfpiele, beite »Le grand jeu", ab morgen »Earv Aß" und .Sizilianische Blutrache". — Lichtspielhaus Dahnhofftrghe, heute .Die Frauen vom Gnadensiein", ab morgen .Seine Deichte" und .Der Mustergatte".. — Aus dem Stadttheaterbureau. In den beiden Bauernkommödien, die zum Andenken an Ludwig Thoma in der morgigen Freitag-Qlbonnements-Vorstellung gegeben werden, sind in Hauptrollen beschäftigt die Herren: Telekh, Volck, Heding, Badura, Hellborn, Der Reichskanzler in Karlsruhe. Karlsruhe, 5. Okt. (WTB.) Neichskanz- ___Dr. Wirth ist hier eingetrofien und gegen 11 llhr vorm. im Landtag erschienen, dessen Mitglied er noch heute ist. Der Kanzler wurde vom Präsidenten Dr. Kopf unter leohaftem Detail des Hauses herzlich begrüßt mit dem Wunsche, dah ihm die schwierige Aufgabe, das deutsche Doll über die Katastrophe htnwegzuführen, gelingen möge. Man werbe seine Arbeit stets mit großer Aufmerksamkeit verfolgen. sprechung der Anfrage beantragt Abg. Köhler (D. Vp.) erörtert nochmals alle Debenken, die gegen die geplante Umwandlung vorlieoen. Es sei dringend zu hoffen, daß sich der ReichseifenHahnminister d e en D denken nicht verschließt, die von allen Volkskreisen geteilt werden. So sehr das Destreben, auf dem Gebiete der Eisenbahn Ersparnisse zu machen, zu unterstützen ist, so sicher ist, daß die hier zu erzielende Ersparnis, die auf 270 000 Mk. berechnet werde, in keinem Verhältnis steht zu den wirtschaftlichen Nachtellen, die durch die Umwandlung er ft eben würden, ganz abgesehen, daß es das politische Interesse erfordert, die besetzten Landesteile in innigster Verbindung zum unbesetzten Gebiet zu halten. Dem Finanzministerium gebührt Dam für sein energisches Eintreten, doch ist zu wünschen, daß vor der Entscheidung die in Worms von allen interessierten Körperschaften gewählte Kommission gehört werde. Qlbg Roß (Soz.) möchte jedes Wort des Vorredners unterstreichen. Die Ersparnis ist lächerlich gering gegenüber den Nachteilen. Man sollte doch meinen, daß wir feit der Revolution im Fortschritt leben. Hier aber ist ein sehr bedenklicher Rückschri t geplant, der Bensheim und namentlich die Industrie in Lorsch u. a. O. (Zi- garrerrinbuftrie) sehr schwer treffen muß. Qlbg. Nuß (Ztr.) schließt sich ebenfalls den Ausführungen des Qlbg. Köhler an. Abg. Reiber lDem.) erörtert die V:r- kehrSverhaltniste von Mainz. Qlbg. Köhler (D. Dp.) beantragt, als Ergebnis der Aussprache eine Entschließung zu fassen, in der gegen die Umwandlung der Bahnstrecken Worms—Bensh im. Alz h-Bingen und Mainz—Armsheim in Nebenbahnen mit allem Nachdruck Einspruch erhoben, der Regierung für die bisher unternommenen Sch if e Dank ausgesprochen und sie ersucht wird, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen, bis der Plan aufgegeben sei. — Der Antrag wird einstimmig angenommen. lieber einen Antrag betr. Amnestie für Kötter u. Gen. in Groß-Karben berichtet Qlbg. Wittig (Soz.). Es handelt sich um die bekannten Streikausschreitungen in Der- binbung mit Eisenbahnderaubung Der Au s schu h beantragt in seiner Mehrheit Ablehnung des Antrages Kiel, in seiner Minderheit Niederschlagung des Verfahrens. 'Iustizminister v. Brentano warnt dringend, dem Antrag Kiel stattz"geben. Qllle in Frage kommenden Instanzen h^ben fick nach ein- gfbenber Prüfung gegen die Niederschlagung des Verfahrens ausaefprocken. "Man sollte der Justiz Landarbeiter. Die Neichsdruckerei beginnt, dem Magistratsantrage gcmuB duc’üj jzu tui oie wie wir gestern bcioeits kurz mitteUen konnten, Opfer derOpPauer Katastrophe Entgegen dem in diesen Tagen mit l*er Ausgabe der ersten Mar- Magistratsbeschluß, der sich ae^en die Gewährung ken mit den Bildern, der Schmiede, Bergarbeiter einer Beihilfe von 50 000 AlL für die Bekämpfung und Landarbeiter. ‘V>xe Reihe dieser 6 Marken der Hungersnot in Rußland auSae- umfaßt 3 Bilder. d>ie beiden ersten mit den I sprvchen, stellte die Versammlung abermals die Werten 60 Pf. lduiijkelviolett) und 80 Pf. (rot) gleiche Summe zur Verfügung. Der Magistrat stellen Schmiede iti verschiedenen Altersstufen war dem Stadtverordnetenbeschluß um deswillen beim Arbeiten am Arp.bvß bar; die beiden nächsten nicht beigetreten, weil der Vorstand des Deu t- mit den Werten 100 Pf. (grün) und 120 Pf. (ultra- schenStädtetagesvon der D'williguna von marin) zeigen (Berg arbeitet mit Spitzhacke, Gelbem für Rußland abgeraten batte._®inc Qlwgt- Meistel und Karten in voller Tätigkeit: die bei- stratsvvtlage, die nicht weniger als o4 ? JKultoben letzten Werte 150- Pf. (orange) und 160 Pf. nen Mark zur Deckung der durch d.e ® e h a It s - (blaugrün) Landarbeiter beim Mähen und lerhöhungen entstandenen Nleh ko ten sorotti, Gatbenbinden. Zunächi't kommt die 60-Pf.-Marke I loste eine lange Debatte aus. Für b.c OIufbriiKiung m Bogenform (einfap-es Porto für Inlands- der Summe, der.größten, die lemals in ch ältere Marken- Apfelweinsteuer, die Verdreifachung der Hu^Me- bestände oorbanben sins), die aus wirtschaftlichen steuersähe, eine Schausenstersteuer eine Dttaßen- Gtünden zuerst verbraucht werden müssen. I beleuchtungssteuer ustv Die Vorlage uoer «ne " Vreußisch°Ss ddeutsche Klassen- Plakatsteuer zog der Magistrat zumck CotteHe. Die Lose iur fünften Klasse müssen ^StmßmbÄ unter Vorlegung des ?8otllassenloses bis zum fen. Der Tat^ferhoyuna ^t Samstaa, 8 Oktober, abends 6 älhr, zur Einlo- I bre ^ammlung^ zu . Ein Antrag auf Verdop^ fung gelangen. Auch nnlffen bis zu obigem 3eü- kngbrc & Cinfen abgelehnt »unjt takfatM. g«£t=n in bet kähVÄ X Dlitzenrvd, 5. Oft. Eine würdige und 91««= unb £>nnb schlichte Feiet veranstaltete kürzlich die hiesige UUS Diaoi• UTIO VUIW. Gemeinde anläßlich bet Einweihung eines Denk- Gi-tz-n, den 6. Ott 1921. I(ä jur Erinnerung ihrer im Welikriege öfir bie Qvvan-Svende " gefallenen Sohne. Nachdem Fabrikant E. IVur ine Wegener am Nordausgange des Ottes einen werden Zeichnungen bekannllich auch von der ?ur ^ersügung gestellt hafte, konnte unter Geschäftsstelle unserer Zeitung entgegengenommen. Znanspruchnahme zahlreicher freiwilliger Mit- Eine Reihe von Einzelbeträgen sind in der Liste arbeitet und der ebenfalls freiwilligen Oberlet- tmt» v-r-eichner « ist über unbedingt daß das Interesse der Devvllerung an dem nReutet stammenden Entwurfes geschritten Hilsswerk nicht qclahmt, unb dah weiterhin der werden. Nachdem Drigeodnetet B o o t s e l d t in Gabenstrvm recht fleißig fliehe, denn Not und Verhinderung des erkrankten Bürgermeisters die «end der Schwer geprüsten in °ppuu I«» * “ immer unsäglich §irvh. Gebe also jeber, was er u auf Zweck des Denkmals hin, da» geben kann! der Nachwelt Kunde geben solle vou den Der- e hältnifsen in unserem Daterlande w Zeit de» L. U. Don dar Landes-n'i Vers ität Baues. Hierauf verlas Lehret M i n.k eine von Gießen. Der vudenlllche Ptvfesvt an unserer selbst verfaßte Kriegsgeschichte der Gemeinde Landes-^lnivetsitäv Dt. Friedrich Lenz hat einen Dlihenrod. In der Grundmauer des DenkmalS Ruf als Ordinarius bet Nationalökonomie an die ^mr^e eine Hrfunbe niedrrgelegt. Landwirtschaftliche Hoch^chulabteilung der beul schen technischen H,zMchule Prag erhalten. gezahlt: hingen gespannt. W. Ein schweres Eisenbahnunglück 4. OKI. 6.O6L ouS. 459,50 490,50 499,E0 462,50 463,50 471, — 6. 10. Schweizer Franken Fr = 184.- 100 L. 124,13 890,90 125,74 894.10 im Tunnel heute morgen 100 100 100 100 100 1 100 100 100 100 100 123,87 879,10 Mandanten Einwohner 9 Offiziere Haus- und Kr. flr. fir. Sh- Fr- Kurt 5.10. 77,50 von Le Tateau, weil er 1914 fünf ohne Urteil habe erschießen lassen und Mannschaften wurden zu Zucht« Gefängnisstrafen verurteilt. Dom Kasseler Turutag. r = Kr. = 4.60 0.35 5.90 40.80 21.42 22.75 40.20 0.80 572.- 2.45 4.80 KurS Kurs KurS 69,20 88,8) 117,80 88,80 117,80 97,80 125,40 23,80 ML. =. Är. = Är. =3 Fr. = £ =» L. - Die Durchschnitlssteigung Beträgt 9,8 Prozent. 3n Agram. . Abständen von je 100 Meter sehen sich 16 Fahr- Bukarest autogene Schweißangen. in Butzbach und deS Be- trrebsratSvorfitzenben und zweier weiterer Arbeiter deS Dausterfchen Basallwerkes in Lollar gegen fristlose Ozttlaflung tonnte nicht fuutgegeben werden 18J.25 4.60 0.35 5.95 41.25 21.39 22.60 40.35 0-825 560-- 235 ♦76 (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Französisch« KriegSgerichtSurteUe gegen deutsche Offiziere. Paris, 5. Ott. (WTD > DaS Kriegsgericht hat eine ganze Reihe von deutschen Offizierenin Abwesenheit verurteilt, darunter 3 zum Tode. Unter diesen den einstigen Kom- 183,20 500,60 472,- 126,- 895,90 Wechsel auf Holland ...... Deutschland .... Men Drag ....... Paris London ...... Italien Brüssel Budapest Neuyork. ..... 3976,- 3984,- 4043,454051,55 864,10 865,90 881,60 883,40 1503,45 1508,55 1496,- 1499,- 2237,75 2242,25 2322,65 2327,35 1.7,1 L r. 125,40 Kirchliche Nachrichten. Israel. ReliaionS- Gesellschaft. Sabbatfeier. 8. Ott. Freitag abd. 5.20. Samstag vcrm. 8.00. Predigt. Nachm. 4.00. ©abbat- ausgang 6.35. — Wochen gottesdienst. morg 5.30, addS. 5.00 Uhr. 4. 10. 4,62 2,49 4.60 77,- 3 65 Datum: Zürich . . . . Amsterdam . Kopenhagen. Prag Stockholm . . Wien London . . . Varis .... Neuyork. . . DOrfenknrfe. Frankfurt Berlin 1-Uhr- 1-Uhr- Sch tust- Anf> 2762,20 2767,80 2814,66 2820 35 182,30 183,70 182,80 ---- Datum- 6*, Disch firiegsant 4 •/. Disch. Beichsanl. 3*. Disch Reichsanl. <•/. Preuh Konsole Darmftätitei Sank . Deutsche Sank . . . Disconto-Desellschast Dresdner Sank . . . Naiionaldank f. D. . Mitleid, drebitbank. H.-Amerik. Pakets. . Norddeutscher Lloyd. SochGuhstahlwerk . V.-Lu^emb. Sergw.. Belsenkirch. Sergw. . Sarpener Bergbau . Oberschles. Eisenb.-B. Oberschles. Eisenind. . Phünix.Bergb -Akt.. Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerk«. Elektr. A. E. D Schuchert-Werke. . . Felten-Guilleaume. . Daimler Sud.- Lisenw.» Akt. , Adlerwerke 4°/. Hess Staatsanl. , Elektron Grreshei». Marknolierungen. Für 100 deutsche Mart wurden Vermischtes. • Der AuSdau des Mannheimer Industriehafens. Mannheim, 5. Ott. (WLB.) Der Bür- gerauSschuh bewilligte heute 25,7 Millionen M a r k für den AuSbaudesMann- heimer Industriehafens. Der Ausbau soll sofort in Angriff genommen werden. zeuge für die Klasse I. vier für die Klasse III, dreißig für die Klaffe II, ie^ehn für die Klasse IV unb sechs für die 5Nasse iVa in Bewegung. — Der Gladiatorenpreis-Sieger Wallenstein im Besitz von Frhr v. Oppenheim hat sich alS Vierjähriger erst richtig entwickelt. Aachdem er feinen Besitzer alS Zweijähriger 21 120 Mk. und als Dreijähriger 146 100 Mk. verdient hatte, tonnte er in diesem Jahre nicht weniger als 387 003 ML an Preisen einheimsen, so da» sich seine Gesamtgewinnsumme auf 559 220 M. beläuft. Der Dark Ronald-Sohn lief in allen feinen diesjährigen Rennen, zehn an der Zahl, mit fdtener Treue nach vorn, fiebenrnal tarn er als ^teßer ein, endete zweimal als Zweiter und einmal als Dierter im Hammonia-Preis zu Hamburg, wv er sich vor Romanze, Gras Ferry und Trumpf beugen muhte. Auch im Drachenberg» Hennen unterlag er gegen Romanze und im Frankfurter IubiläumL-Ausgleich gegen Graf Ferry, öen er aber bei anderen Gelegenheiten verschiedentlich hinter sich lieh Seine Erfolgserie begann mit den Kölner Frühjahrs-Ausgleich, denen sich die Siege im Preis der Rachligall. FrühlingS- Rennen, Goldene Peitsche. Preis von Westfalen, Hoppegartener Ehrenpreis, Wilamowitz-Rennen und dem Gladiatoren-Rennen anschlossen - 5.10. ! 4,56 । 2,50 । 4.40 76 36 > 3.65 2197,- Turnen, Sport und Spiel. Ein Länderkampf im Schwimmen Dorwegen—Deutsch land. Die sportlichen Beziehungen Deutschlands zum Auslande breiten sich immer mehr aus. Dach den Fuhballern und Leichtathleten sind es jeyl die Schwimmer, die zum Länderkampf ins Ausland geladen werden. Der „Äreftianta Svömmekrcds" 6at an die deutschen Schwimmer eine Einladung zu einem Länderkampf ergehen lassen, der im November m der norwegischen Hauptstadt entschieden werden soll, Die Erfolge unserer deutschen Meister, der siegreiche Kampf mit den alten Höchstleistungen, hat in Cbristiania den Wunsch reifen lassen, unsere Techniker im Kampf mit Norwegens Kämpen zu sehen. Vorher werden die Vertreter des nordischen Vereins in Berlin die näheren Bedingungen mit den Vertretern des Deutschen Schwhmn-VerbandeS festlegen. d>en aber glücklicherweise nicht beging. Auch auf andere Weise bat Hellhoff das Mädchen auf das schamloseste mihbraucht, dah es schweren Schaden an seiner Gesundheit litt Schltehlich versuchte er eS in die Nidda zu flohen. DaS Urteil steht noch Hühn erd uejen Hornhaut. Schwielen u Warzen 1 KuS^iroi SdwMI^aeAocMenJIrogtnenertirtdi Drogerie Voll, Bahnhofstraße 5L Märkte. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. Olt. (Amtlich.) Bei langsamem Handel verblieben bei Binder und Schweinen Uederstand, trotz des geringen Auftriebes. Von Grohvieh zogen die Preise auf dem heutigen Markte nicht weiter an. 3m einzelnen ist zu bemerken: Ausgetrieben tvaren 1389 Stück Grohvieh, davon 241 Ochsen, 73 Bullen. 965 Färsen und Kühe: ferner 140 Kälber, 344 Hümmel und 574 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht: für Ochsen 550-900 Ml., für Bullen 500—800 Mk., für Färsen und Kühe 250—870 Mk., für beste Kühe 800 Mk.. ferner für Kälber 600-1000 Mk., für Hämmel 300—500 Mk., für Schweine unter 80 Kilogr. Lebendgewicht 1000—1300 Mk, 80—10V Kilogr. 1300—1550 Mk. Am Montag- Schweine- markl waren 1433 Schweine auf getrieben. Alle schwereren Sorten, einschlietzlich bester Qualität, 1400—1550 Mk. Sauen und Eber 1100-1250 Mk. Vom 8. Oktober an findet ein wöchentlicher Spanferkelmarkt von 8—12 Uhr vormittags am Samstag statt. Die Marktpreise liegen um so viel über den Etallpreisen, als sie die nicht un erheb- lichen Gewichtsverluste, Spesen uird Händler gewinn in sich schließen. Frankfurter Fruchtmartt. Frankfurt a. M., 5. Ott 3nfolge der hohen jüdischen Feiertage wurde die Getreidebörse heute abgebalten. Der Markt war gut besucht, doch blieb Die Umsatztätigleit bescheiden. Vielfach hängt die Zurückhaltung mit der Devisenbewegung zusammen. Für Futtermittel besteht rege Nachfrage, und die Preise lagen fest. Getreide war sehr gesucht. Biertreber anziehend. Hafer finbet schlank Aufnahme. MaiS, Weizen und Roggen gingen zu unveränderten Preisen um. Sommergerste blieb gefragt. Heu und Stroh behauptet. Sämereien blieben vemachlü^ gt. RetS lag fest. Hülsenfrüchte finden zu höheren Preisen Aufnahme. Datum: Amsterdam- Sottet!). Srüsjcl.Ailtwerpen . Chriftiania Kopenhagen Stockholm helsingsor» Italien........ London Neuyork Pans......... Schweiz Spanien Wien (alles). .... Deutjch-Oesterr. . . . Prag Budapest..... • Bulgarien Konstantinopel. . . . — ..Volk in Not". Unter diesem Motto ladet der Deutsche ReichSauSschuh für Leibesübungen zu einer groben Werbeveranstaltung für den Sport zum 20. November, vorm. 11 Uhr, im Sportpalast zu Berlin ein. ES soll eine Riesenkundgebung für die Turn- und Sportbewegung werden, wie sie bisher noch nicht da war. Die Veranstaltung, die unter Leitung des 1. Vorsitzen- den des Reichsausschusses, Exzellenz L e w a l d , vor sich geht, bringt neben turnerischen und sportlichen Darbietungen verschiedene namhafte Persönlichkeiten auf die Redner-Tribüne, die über die Notwendigkeit und Nützlichkeit der Leibesübungen für das deutsche Volk sprechen werden. EintlitttS- preise werden nicht erhoben. — DieReichsfahrtdeSA. DA C . die anschließend an die Dcuische Dutomobilausstellung in Berlin veranstaltet wurde, hat am Dienstag früh in Zehlendorf ihren Anfang genommen und führt am ersten Tage von Berlin nach Leipzig (rund 185 Km.), am Mittwoch von Leipzig nach Eisenach (190,3 Km.) und am Donnerstag von Eisenach nach Heidelberg (299.4 Km ). Zwischendurch finden Berg- unb Jlachprüfungs ährten statt, und den Beschluß bildet am Freitag die Bergprüfungsfahrt auf den Königsstuhl bei Heidetoerg. Siele Rennstrecke ist 4400 Meter lang, der ©tariert liegt 120 Meter, das Ziel 543 Meter hoch. Gießener Stadttheater. „WaS ihr wollt." Von Shakespeare. 'Dieben, 6. Oktober 1921. ES war ein glücklicher Gedanke, die beginnende Spielzeit mit Shakespeares „Was ihr wollt" einzuleiten: Sin llassisches Stück eines der Lustspiele der Weltliteratur, unerschöpllich an bedeutsamen und ergötzlichen Szenen, reich an Gestalten, die jederzeit und allerorts zeitgemäh sind. Unb das Ganze überfonnt von schönstem Humor, der mehr ist alS nur klingende Schelle, von jener ..unschuldigen Heiterkeit" Shakespeares. über die Goethe und Gckermann in ihren Gesprächen irgendwo einmal sich freuen. Man mutz sich nur einfach von dem liebenswürdigen Geist dieses Stückes in jene echte Lustspielwelt hinübertragen lassen, wo man gar nicht mehr fragen kann nach Warum und Wie. wo alles ist, wie es gefälst und wo alles gefällt, wie eS ist. Die .Handlung"? 3st es die Liebe deS Herzogs Orsino zur Gräfin Olivia? Ober die Leidenschaft, in der Olivia zu dem vermeintlichen Pagen des Herzogs entbrennt zu Viola? Oder die Siebe ViolaS zum Herzog? Oder baS Schicksal der Zwillinge Viola unb Sebastian, das plötzliche Auftauchen des Bruders, das den Knoten verwirrt und schliehlich löst? Oder die Überschlauen 3ntrigucn des saftigen mc. Frankfurt a. M.. 5. Oft. Der Kaufmann Hellhoff, der seine Geliebte in die Nidda zu stoßen versuchte, erhielt vom Schwurgericht 3 Jahre Zuchthaus, außerdem wurde auf Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt. mc. Frankfurt a. M.. 4. Oft. Dor dem Schwurgericht hatte sich heute bet 23jährige Kaufmann Hans Hellhoff wegen Mordversuchs an einem Mädchen zu verantworten, das er in die Nidda zu stoßen versuchte. Die Anklage stützt sich auf Indizien, doch kam im Lause der Verhandlung die ganze Verworfenheit des Angellagten ans Tageslicht, der das aus anständiger Familie ftanunenbe Mädchen in den Sumpf zu ziehen suchte, indem er eS zu Verbrechen anleitete, die das Mäd- 2155,30 2159,30 2197,80 2202,20 1610,851624,151633,351636,65 7^53 7,57 7,08 7,'12 129,60 129,90 131,35 131,65 17,48 17,52 17,93 17,97 erhalten wir folgende bedeutungsvolle Meldung, deren Tragweite vorläufig noch nicht adzusehen ist- Kassel, 4. Olt. (WB.) 3n der heutigen Vcrmittagssitzung des hier tagenden HauptauS- schusfes der Deutschen Turnerschaft wurde über die Regelung des Verhältnisses zwischen der Deutschen Turnerschaft und den Sportverbänden der nachstehende Beschluß gefaßt: Der Turnertag beauftragt den Vorstand, sofort mit den Sportverbänden in Verhandlungen über die Aenderung der Verträge einzutreten; sollten die Sportverbände unsere Vorschläge ab- tebnen, so sind die Verträge bis 31. 3. 1922 zu kündigen unb auf ihre vorzeitige Aufhebung hinzuarbeiten. Ueber die neuen Vorschläge der Deutschen Turnerschaft war noch nichts in Erfahrung zu bringen; sie können erst nach offizieller Bekanntgabe an die Unterverbände der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die Verhandlungen deS HauptauSschusseS wurden im übrigen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt. in Frankreich. Daris, 5. Oft. (WT2.) H ute abend gegen 6 Uhr stießen imTunnelvonDatignolles zwei Dorortzüge zusammen. ^ Der Zug hatte soeben den Bahnhof von 6L Lazare verlassen, alS der Lokomotivführer einen Bremsbruch bemerkte. Gr verließ die Maschine, um den Schaden audAubeffern. Wenige Minuten später stieß ein aus Moulineaur kommender Zug, der dieselbe Strecke benutzte, auf den Versailler Zug. dessen letzte Wagen besonders stark zu leiden 'hatten. Die Reisenden der vorderen Wagen konnten sich zum Tell retten. Der beschädigte Zug geriet infolge der Explosion eines Gasbehälter- in Brand. Bisher wurden 4 Tote. 18 Schwerverletzte und 50 Leichtverletzte geborgen. Daris. 6. Olt. (WT2.) Bei dem Unglück von Batignolles wurden bis rund 16 Tote fest gestellt. 76,90 61.20 298,- 405,. 362,- 310,- 290,- 254, — 415,- 420,- 890,- 790,- 798,- 975,- 700,- 670,- 995,- 595,- 610,- 645,- 599,75 940,- 475,- 928, - 571.50 63,30 570,- 11,36 11,50 — ,81 0.78 3®nferÄ Tobias von ? Ober die lammer- dollen Geschicke des edlen Andreas von Bleichen- wang oder des geprellten Maloolio? Die schon gesagt, wer fragt, geht irre. Wir müssen uns ohne zu fragen genügen lassen an der Auskunft, die unS der Dichter zu geben für nötig hält. Dann wird unS schnell die Musik dieses köstlichen Spiels ergreifen. Die Aufführung, die unter persönlicher Lei- tung von Hosrat Steingoelter stand, wurde allen Seiten des StückeS gerecht- den ernsthaften und den törichten, den närrischen und den behag- ltchen. Karla Keller verstand es, Olivia. du trotz der Trauer um ihren Bruder sich io schnell in den vermeintlichen Pagen verliebt, und Hres Stolzes nicht ohne Neigung auf ibreÄ ^Narren Spässe eingehl, sicher und maßvoll zu gestallen- Else Koop als Viola war alS Page keck und einschmeichelnd, als Liebende zart und gefühlvoll. DaS Kammermädchen Maria ' E l ä r e Türk) war eine Zierde ihres Standes. Karl Huhnke gab den phantastischen Musikfreund Orsino überzeugend und unausdringlich, FredyDöring fand sich trefflich In die wenig aktive und deshalb nicht ganz dankbare Rolle des Sebastian. Malvolio hatte an Advls Teleky einen Darsteller gefunden, der alle Seiten dieser Glanzrolle auSzunützen verstand. R u d o l s G o 11 stellte in gewohnter Meisterschaft den Junker Tobias breitbeinig auf die Bretter. W o l s L e u t h e i s e r als Andreas von Bleichenwang war gleich zwingend in Spiel und Maske K a r l V o l ck alS Fabio vervollständigte würdig das etle Freundestrio Der Narr Richard Hellborns wußte wohl, daß er gescheiter war als alle die klugen Leute unb ließ es mit Bedacht jeden anders merken. Auch die kleinen Rollen lagen durchweg in besten Händen. Die Inszenierung lieh die ganze Mannigsal- tigkeit der Vorgänge unter geschickter Vermeidung von Wiederholungen im Rahmen eines.einzigen eindrucksvollen BildeS sich bewegen. Dadurch wurde die Harmonie des an Einzelheiten so reichen Stückes auch äußerlich sehr glücklich betont und gewahrt. ÄlleS in allem: Der schöne Auftakt der Spielzeit macht mit Recht auf die kommenden Darbie- Sanbel. Berlin, 5. Oll. Börsen st immungS- b 11 b. Unter dem Einfluß der anhaltenden Verschlechterung der deutschen Valuta, wie sie durch die enorme Vermehrung deS Notenumlaufes der Reichsbank im Ausweise vom 30. September und die anhaltenden Preissteigerungen für hochwertige Aus'andSdevisen, obwohl der Neuyorker Mark- kurs hierzu nicht berechtigt, zutage tritt, hielt auch der UmwertungSprvzeh für Diricendenpaviere an der Börse an. Das Geschäft nahm auf allen Gebieten, besonders aber in den zu Einheltskursen gehandelten 3ndustriewerten unb in umwllerten Papieren einen solchen Umfang an, daß nach den Aussagen der zuständigen Stellen alle bisher in dieser Hinsicht dagewesenen Rekordtage weit übertroffen wurden. 3m Grobverkehr, der heute bereits um 11 Uhr begann, war die Kursbilüunci anfangs uneinheitlich, allerdings überwiegend scharf nach oben gerichtet. Doch trat im Verlaufe unter Schwankungen eine nachdrückliche Befestigung bet starken Kurssteigerungen ein unb es ergaben sich solche durchschnittlich von 10—50 Proz, für eine ganze Anzahl Papiere sogar von 50—9) Prozent. Deutsche Mali 100, Hammersen 140, Stöhr-Kamm- qarn 230. Julius Pintsch 300 Proz. höher. Realisationen in Dynamit Nobel, Köln-Rotta>eUer, Ohrenstein u. Koppel und Deutsch-Atlantische Telegraphen, sührten zu lellmeife an ehnlichen Kurs- nachläsfen für diese. Von der allgemeinen Aufwärtsbewegung zogen auch die Bankaktien bei Steigerungen von 5—15, für Darmstädter Dank von 35 Proz. kräftig Nutzen. Heimische Rentenwerte waren wenig verändert. Oesterreichische und ungarische Valutarenten waren überwiegend fester. Am Einhcitskurs-Industriemarkt, an dem sich die Kursfeststellung wieder sehr lange hinzieht, kam es für eine ganze Anzahl von Papieren zu großen Kurssprüngen. An der heutigen Börse waren 3>/rproz. Posener Stadtanleihe gegenüber dem letzten Kurs von 83 mit 5 Proz. gehandelt, ebenso wie am Montag 4proz. Bromberger Stadtanleihe einen ähnlichen Kurssturz verzeichneten. Frankfurt a. M., 5. Ott. Börsen- stimmungsbild. Die Börse eröffnete fest bei ziemlich lebhaftem Geschäft. Zu großen Umsätzen kam eS wieder in einzelnen Spezialpapieren. 3m freien Verkehr waren besonders Gebr. Fahr gesucht, 1040 bis 1050. Denzmotoren fest, bis 466. Rhenania 796, junge Ufa 220. Der Devisenmarkt war ruhig bei festerer Stimmung. Ausländische Werte hatten deshalb nur geringe Kursbewegung zu verzeichnen. Deut'che Petroleum bis 1170 gehandelt. Elektrvaktten lagen weiterhin fest. Der Kassamarkt lag wiederum recht fest. Bankaktien unb Echifsahrtswerte verkehrten in fester Haltung Sehr gesucht waren Badische Anilin. 3m Verlaufe wurde daS Geschäft ruhiger. Doch erhielt sich die feste Grundstimmung bis zum Schluß. Privatdiskont 33/< Prozent. 3r r an ftj u rt a. 30t, 6. Oktober. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Gerichtssaal. ÄaS Urteil bn Köthener Hochderratsprvzetz. Leipzig, 5. Oft (Wolff.) Das Reichsgericht oerfünbete heute vormittag Im Köthener -HochverratSpr ozeß daS Urteil. Deaen verfchtedener Straftaten, wie Hochverrat. Beihilfe dazu, Freiheitsberaubung, Desangenenberaubung, Verabredung eines hochverräterischen Unternehmens unb Aufforderung zum Hochverrat wurden insgesamt 17 Angeklagte zu FestungSstrafen von eineinhalb bis sechs Jahren, ein Angeklagter wurde wegen schwerer räuberischer Erpressung. Beamlenbeleidigung und versuchter Nötigung zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Die Strafen, welche vor dem außerordenllichen Gericht in Dessau seinerzeit verhängt waren, fallen weg. und werden auf die jetzt erkannten Strafen im Verhältnis von acht Monaten Gefängnis gleich einem Hahr Festung angerechnet Desgleichen .wird einem Verurteilten ein Teck der Untersuchungshaft auf die Strafen angerechnet Fünf Angellagte wurden freigesprochen. 3n Der Urteilsbegründung wurde u. a. auSgeführt Die umstrittene Frage, ob die außerordentlichen Gerichte ohne Verletzung der Verfastung etngefeht wurden, wird bejaht Die von jenen Gerichten erkannten Strafen find daher zu Recht ergangen. Da aber in ihren Verhandlungen der Tatbestand nur unter dem Gesichtspunkte f>cr verbotenen Truppenbildung beurteilt wurde, war eS nach der bestehenden 'Rechtsprechung möglich. dieselben Handlungen noch unter dem Gesichtspunkte deS Hochverrats abzuurteilen, doch waren die indessen erkannten Strafen In Anrechnung zu bringen. Ein Freispruch. dz. Berlin. 5 Oft Wegen Mordversuchs war der Werkzeugschlosser Otto Dohrmann angeklagt, welcher nach feinem eigenen Geständnis auf seine Ehefrau mehrere Revolverschüsse abgegeben hatte. — Der bisher unbescholtene Angeklagte hatte im vergangenen Iabre geheiratet unb war gezwungen, vorläufig in der Wohnung seiner Schwiegermutter zu wohnen. Dieses Zusammenleben von .all unb jung“ störte bald die Eimracht der jungen Eheleute, da die feit 16 Jahren von ihrem Manne getrennt lebende Schwiegermutter sehr selbständig geworden war und ziemlich stark .die Hosen anhatte“. Schließlich wurde die ganze Ehe nur noch zu einem Kampfe eineS Mannes gegen zwei Frauen. Den Höhepunkt deS Streites bildete eine Handlung der Schwiegermutter, weaen der vor Gericht auf einige 3eit Die Oeffentlichkeit ausgeschlossen werden mußte. Der Angeklagte behauptete nämlich, daß die Schwiegermutter in unerlaubter Weise dafür gesorgt habe, daß sich kein Familienzuwachs einstelle. Die Sache spitzte sich schließlich zu. als die Schwiegermutter dem Angeklagten die Wohnung kündigte, so daß dieser gezwungen war. zu seinen Eltern zu. ziehen. 3n dieser Situation beschloß D., durch Selb st mord bet Qual ein Ende zu bereiten. Nach einem erneuten De^söhnungsversuch gab er auf offener Straße auf seine Frau mehrere Schüsse ab. setzte sich bann die Waffe an die Schläfe und drückte ab. Die Patrone versagte, außerdem wurde ihm die Waffe von Passanten aus der Hand geschlagen. Obwohl der Staatsanwalt zum mindesten einen Totschlagsversuch für vorliegend hielt, kamen die Geschworenen laut „Deutscher Ztg." xu einer Verneinung der Schuldfragen, so daß Der Angeklagte auf Kosten der Staatskasse freigesprochen werden mußte. Züricher Devisenmarkt. 5. 10. 3.10. 5. 10. 3.10. 77,50 77,50 —, — •* ** —- _ <■ —- * — . —B — . — ■■ — . — * * —— — —. — . _ —• * - — —• — — _ —■ M — e — ■■ _ — . — — . — —- — — . — — _ _ 750,- 820* - _ — ■ - — 804,- ■— —— — -- ____ 730,- 788 - 650,- 705,- 960,- — _ 600,- — - - —* - , E — . —• — - — — —. _ 550,- 550,- — . — •— 1 — —, — — — XJMeil* Man fordere ausdrücklich ...Pfei/zSpar- Glühkörper und r- Glühkörper , C „ -.Ersparnis 'f Hansa' I Sie betragen: Mk. Stufe Für die Gießen (Asterweg 59), den 5. Oktober 1921. 013246 dröhne Entgelt im 80. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Die Beerdigung findet Freitai vom Heinrich Driesch E Ltmöbi.zimmerBmBVern!L mit allen Branchen sucht für Gießen und Bnt m6bLZimmerm.Veri»!l. 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