Bnid und Verlag: vrühl'sche Umo.-Vuch und Steindruckerei B. Lange. Schriftleitnng, SeschSstsftelle und Druckerei: Schulstratze 7. zu 4 00 M k. Geldstrafe verurteilt. aus un- Echeidcmann an den ungarischen Ministerpräsidenten. Berlin, 4. Jan. Wie der „Vorwärts" Kassel erfährt, ha! Scheidemann an den qSg» U Meder Mfr “ der Trupven bau ^gebotm. In der Wenb dks Taqes Nr. 3 Der Sietzeaer Anzeiger «scheint täglich, außer Sonn» und Feiertaas. Monatliche Vezngsyreife: MI». 4.25 einschl. Träger» lohn, durch die Post Mh. 6. - emschl. Bestellgeld. Mit »Sport-Umschau" Mk. 5.50 einschl Iräaer. lohn, durch die Post Mk. 6.25 emschl. Bestellgeld. Fernsprech.LnschlUsse.- fürdieSchriftleitungl^; Derlag.Beschäftrstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anietaer Sirtzeo. voftschecktonto: Frankfurt a. M. 11666 AN« Unter- XSy Whebec M müdem Ah. Äfjl i^une gt, JS®» »es £ brechens gegen das Sp.eugstoftgesetz vom Landgericht Braunschweig, Schneider August Mergcs, avsging, der gegenwärtig die Urkunde besitzt Aufreizung zum Klassenhatz. Berlin, ö. Jan. Am 5. 11. v. Zs. erschien in der „Noten Fahne" ein von otno m- i c iv unterzeickmetcr Aufruf a:t "bte Proletarier aller Länder, in dem dazu ausgcwrdert imirde, Munitionszuge der Feinde RußanLZ in die Lust zu sprengen und die bürgerliä-en Of t irre unschädlich zu machen. Wegen dieies Artikels wurde gestern der vermr:wörtliche Rcdikieur d.'r „Ro:en Fahne", Sä?ä,'er, ro:gcn Ausrerzu g z:rm Masen- l-aß und Aufforderung zur Begebung emes Per- Schärfe zurück. In der Antwort heißt es: „Es steht Ihnen nicht an, die Menschlichkeit und Zivilisation anzurufen." Die Lage in Rußland. Kopenhagen, 4. Jan. (WTB.) Berlings. Tidende meldet aus HelsingsorS: Tor finnische Geologe Dr. Dans Hansen, der sich 1918 zum .Zwecke einer wissenschaftlichen Expedition nach der :Nongolei begab, ist jetzt nach reichen Erlebnissen nach Finnland zurück gekehrt. Gegenüber dem Lev« N W RegMt ei> «SS l°, sS Dq- CQ sich Verspätete Erkenntnis. Neupork, 4. Jan. (WTB.) Wie der „Chicago Tribüne" aus Washington gemeldet wird, hat das Kongreßmitglied Britten eine Resolution eingebracht, in der Präsident Wilson aufgefordert nrirb, fick an Frank- reich und den Völkerbund zu wenden, um die Zurückziehung der französischen schwarzen Truppen aus den besetzten -Gebieten Deutschlands zu erlangen. Die wirtschaftliche Lage in Nordamerika. Der soeben eingetroffenen „Lincoln Freien Presse" entnehmen wir die nachstehenden Einzelheiten aus Berichten über die wirtschaftliche Lage in den Vereinigten Staaten: Die Gouverneure und die neuerwählten Gouverneure von mehr als der Hälfte der Staaten de« Landes beschlos'en auf ihrer Jahreskonferenz, sofort mit einer Untersuchung der beunruhigenden Lage der Farmer zu beginnen. Die Oberhäupter der Staaten, deren Vorgehen ohne Beisoiel in der amerikanischen Geschichte ist, werden dem Kongress solche Maßregeln Vorschlägen, durch welche denjenigen Farmern, die ihre Erzeugnisse des fallenden Marktes wegen augenblicklich nur mit Schaden losschlagen könnten, und die pleilbwohl des baren Geldes dringend bebürfen, Stundung ihrer Schulden, für ein Jahr oder mehr ^gewährt wird, so daß sie ihre Verluste einholen Rinb aus Anziehen des Marktes warten können. Ein zweiter dem Komitee gleichfalls von Dar- "dina vcrgelegter Vorschlag betrifft die Organisation einer Körverschaft für den Auslandshandcl, !vm den Verkauf amerikanischer Farmprodukte an !das Al sland zu finanzieren, welches wegen mangelnder Geldmittel den amerikanischen Märkten ^sern bleibt. Gouverneur Robertfon von Oklahoma erklärte, daß die Erzeugung von Nahrungsmitteln im Missi- sivpi-Tale in den nächsten zwei Jahren einfach aufhören werde, wenn keine Aenderung der Verhältnisse ein trete Er sprach über die gewaltigen Getreide- und Baumwollen-Vorräte, welche die fiaoerMiffer des Südens fürten. die wegen Mangels an Güterwagen Nicht versandt werden konnten, als die Preise gut waren, während die jetzigen Preise nicht hinreichend seien die Produktions- imb Transportkosten zu bestreiten. Dieselben Befürchtungen wurden von den Gouverneuren Bartet. Nero Hampshire und Cooper, Süd-Karolina, ausgesprochen, welche hinzufügten, daß dieselben Befürchtungen hinsichtlich anderer Farmprodukte gültig seien. I I Brauer von Neuhork befürwortete vor dem Kom'tee bte Gewährung eines Kredits von einer Milliarde an Deutschland Außer Brauer begünstigten auch andere Delegaten den Schritt, eS wurde aber darauf aufmerksam gemacht, daß zur Ausführung d'efes Planes besondere Gesetzgebung nötig sein würde .Die Baumwollzüchter des Südens sind der Ansicht, daß einem weiteren Fallen der Baumwollvresie bald vorgebeugt werden könne, wenn die deutschen Fabrikanten in den Stand geletzt würden, größere Bestellungen auf Kredit hier zu machen Im Verlaufe des Verhörs wurde betont, daß Farmer in einigen Gegenden von Nebraskas gedroht Haben, daß sie Mais und Weizen in biei'em Winter als Feuerungsmaterial benutzen würden, da sie kein Geld Haben, zu den jetzigen Hohen Preisen Kohlen einzukaufen. Die siebente Federal Reserve Bank von Chicago meldet in ihrem Bericht, daß die Arbeitslosigkeit tm mittleren Westen, der die Staaten Illinois. Indiana. Iowa. Wisconsin, Michigan, Missouri und Teile von Kansas und Nebraska einschließt, frir genommen bat In der Stahl-Industrie ist das Angebot bedeutend stärker als die Nachfrage. Im Bauwesen sind 50 Prozent der Arbeiter beschäftigungslos. Arbeiter, die sich in Massen nach den Großstädten begeben hatten, um dort lohnende Beschäftigung zu finben. haben sich nach ihren früheren Wohnorten zurückbegeben. Der Arbeits- lohn ist stark zurückgegangen: hier imb da sind Konzessionen gemacht worden, um Massenentlas- fungen zu Derrn eiben. Die Zahl der Angestellten in den Bahnwerkstätten ist verringert worden Der Umiatz im Autogeschäft ist gering, so daß mek Autofabnken geschlossen wurden. Von den Bahngesellschaften wird gegenwärtig nur wenig Rohmaterial angeschafft. Fast alle Geschäfte verkleinern ihre Warenlager, indem sie Svezialver- köufe ansetzen Man lebt von.her Hand in den Mimd. Fabrikanten beschweren sich, daß viele Be- stellungen rückgängig gemacht werden Die Mail- Order-Häuser klagen über schlechte Geschäfte Farmer bringen ihre Getreide nicht auf den Markt weil sie keine Preise dafür erhalten können: 40 Prozent der letztjährigen Wcizenernte befinden sich in den Händen der Farmer. Die kanadische Regierung hat eine Verordnung erlassen, welche die Einschränkung der Einwande- rimgvon Handwerkern Künstlern und Arbeitern ^bezw^kt. indem sie die Einwanderungs-Gebühr von 50 Dollars auf 250 Dollars erhöht Ties ist geschehen, .uni die Zustände zu erleichtern, die in Bezug aut Beschäftigungslosigkeit jetzt in Kanada herrschen. tretet von Hufvudftadsbladet teilte er über seine Eindrücke vom Bolschewismus mit, es sei ferne Uebeneugung, daß der Sowjetstaat früher oder später zusammen brech en müsse. Er könne sich die Möglichkeit nicht denken, daß eine Entwicklung Platz greife, die allmählich die Leninschen Staatssormen umbilden und festigen würde. Es müsse gelegentlich eine Erhebung kommen, die die jetzigen MachstI>abet stürze. Moskau habe das Aussehen einer a u s g-e p l u n - betten Stadt. Dr. Hansen befand sich in ?>rkusk, als Admiral Kvltschak von den Russen hingmichtet wurde. Die Wteilung Soldaten, die Kvltschak erschießen sollte, roe teerte sich zunächst, dem Befehl nachzukommen Schiedlich gelang es, die Soldaten zum Gehorsam zu zivingen. Auf die Hinrichttcng Koltschak folgte ein fnrdübam Massenmord aller KvltschaVoffiziere. Diese wurden entweder niedevgeschossen, wo man sie traf, ober sie verschwanden spurlos in den sibirischen Steppen. vom allrussischen Rätekongretz. M o s k a u, 3. Jan (Wolff) Der allrussische Rätekongreß befiä’igte d'e Beendigung des Krieges und den lieberrrang zur Friedensarbeit. Uebri.iens beschäftigte er sich hauptsächlich mit der Bekämpfung des Wirtschaftsverfalls und der Schaffung der technischen Grundlagen für das kommunistische Svstem. In der Agrarfrage wurde beschilossen, die Bauern mit dem notwendigen Saat- getreide zu versehen, um die Anbauflächen nach Möglichkeit erweitern fru können und arte Kräfte zur Wiederaufrichtung des Bauernstandes heranzuziehen. Sodann wird man an die Elektrisie- tu n g d e t I n du str i e gehen. Der Kongreß beschloß, in erster Linie das Donezbecken und das Uralgebiet mit Elektrizität zu verfv'-gen. da die Gewinnung von Heizmaterial und Eren besonders wichtig ist. Einstimnrg wurde auch der Plan für die Organisation der Schwerindustrie angenommen Zusammenhängend mit der Bändigung des Bürgerkrieges wes Kali-'in darauf hin, daß der achte Rätekongreß die Opfer und Entbehrungen und der Helden des grausamen Bürgerkrieges nickst vergessen darf. Namens des .Kongresses verkündete er, daß bei der ersten Gelegen- heit der geringsten Berbcsseruna b-r wirtschaftlichen Lage die Sowjetmacht den Arbeitern.Bauern, Verwundeten und Invaliden zu Hilfe komme. Maxim töorfi unter strenger Bewachnng. Kopenhagen, 4. Jan. (Wolff.) „93er- lingske Tidende^" meldet aus Helsingsors: Das Exekutivkomitee in Moskau hält Maxim Gorki unter strenger Bewachung, da man befürchtet, daß er versuchen wird, aus Rußland zu flüchten. Alle Personen, die (Sforfi besuchen wollen, müssen den Behörden den Grund des Besuches mitteilen und das, was Gorki gesagt hat. Der englisch-russische Handelsvertrag. London, 4. Jan. (Wolff.) Amtlich. Ter Handelsvertrag zwischen England und Rußland ist zur Unter^ichnung bereit. Einige technische Schwierigkeiten werden sich binnen kurzem überwinden lassen. Sir Robert Hornc und Krassin sind auf einem gemeinsamen Standpunkt angelangt, welcher unbedingt zur Verständigung führen wird. ♦ Ein kommunistische» Komplott bei Belgrad. Belgrad, 4. Jan. (Wolffs Die Blätter veröffentlichen Enthüllimgen über ein kommunistisches Komplott und die Regierung besitzt Beweise dafür, daß das Komplott einen Umsturz der Reyiernna zum Ziele hatte. Den Anfang sollte ein Generalstreik der Bergarbeiter in Bosnien und Slowenien machen, der sich bann auf arte Arbeitergewerkschaften des Landes ausdchnen sollte. Auch die Ermordung mehrerer Minister war vorgesehen. Die Regierung trifft strenge Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung und zur Vermeidung von Blutvergießen. Das Lokal der Kommunisten in Belgrad wurde besetzt und ihre Zeitung verboten. Bisher sind zehn Kommunisten verhaftet worden. 3nrut)me von 2n,etien für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Derdindlichkeit. Preis für l mm tsöhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.: für Reklame« Anzeigen von 70 mm Brette 150 Pf Be> Platz. Vorschrift 20° f Aufschlag. Hauptfchriftletter: Aug. voetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Doetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz: für den Anzeigenteil: H. Deck, sämtlich in Dietzen. „Volk in Hot“. Gießen, 5. Januar. , lieber dieses Thema sprach gestern abend im überfüllten großen Einhoni-Saale der deutschnationale Führer und Reichstagsabgeordnete Graf Westarp. Er legte in dreistündigen fesselnden Ausführungen die beiden Wurzeln der deutschen Not klar, nämlich die Wirkungen des Gelvaltfriedens, und die innerpolitische Mißwirtschaft. Der Redner erklärte selbst, daß er sich der Versammlung nicht als Typus eines preußischen Junkers vorzustellen habe, wohl aber als guter und überzeugter Preuße, der, in den Traditionen eines pflichteifrigen und unbestechlichen Beamtentums groß geworden, den übrigen deutschen Stämmen wohl auch etwas von preußischer Größe und preußischer Mission sagen dürfe. Die Hingabe an den Staat, die Unterordnung jedes einzelnen Volksgenossen unter das Gesamtiitteresje sei in den Nöten und Gefahren der preußischen Lande durch hie Geschichte schärfer und fester herausgearbeitet worden, als in den übrigen Reichsgliedern. Der Redner wußte durch seine Sachlichkeit und kurze treffende Bemerkungen einzelne linksradikale Zwischenrufer auf der Galerie prompt abzuführen und schließlich zum Schweigen zu bringen. In manchen Einzelheiten, zum Beispiel in der Frage der Regierungskoalition, konnte der Redner wohl ntcht alle Anwesenden überzeugen, aber es war doch ivohl, abgesehen von den vereinzelten Zwischenrufern, niemand im Saale, der den klassenversöhnenden, von der Liebe zu Volk und Vaterland getragenen Charakter dieser auch in der Form hochstehenden Rede nicht anerkannt hätte. Graf Westarp wies zunächst auf all ba5 Unglück hin, das der Versailler Vertrag umschsiehe. Dieser Vertrag, das Schicksalsbuch des deutschen Volkes sowohl ivte jedes einzelnen D.mtschen, drücke aber trotz allen Elendes, das er heute schon, über das deutsche Volk brachte^ immer noch nicht mit ferner vollen Last. Der Versailler Vertrag bedeute vor allem eine unerhörte Fremdherrschaft über bas deutsche Volk, eine Fremdherrschaft, wie sie in der ganzen Weltgeschichte einem großen Volke noch niemals auserlegt wurde. Die Provinzen Westpreußen und Posen seien, wenn auch' ein Teil ihrer Bewohner polnisch spreche, doch däitsches Land, dem Deutschtum erworben durch jahrhundertelange Arbeit, durch deutt'chen Fleiß und Tüchtigkeit und durch die Arbeit einer deutschen Verwaltung imb deutschen Kultur Ebenso lei Obersckzle'ien erst durch die deutsche Kulturarbeit zu einem der großartigsten Industriezentren der Welt gt rootb.it. Denn auch die Polen mit roher Gewalt bas Abstimmungsergebnis zu ihren Gunsten zu gestalten suchen, unterstützt von der parteiischen Stellungnahme der interalliierten Kvimirission, Jo dürfe dock) erwartet werden, baß auch der oberschlesische Abstimmungstag ebenso ein Lichtblick für daS nationale Leben Deutschlands sein werde, wie der Tag von Flensburg und die Abstimmung in Masuren. Der Verlust deutschen Landes sei der schwerste, der uns überhaupt treffen könne, das seien Wunden die sich nie wieder schließen werden. Die „Wiedergutmachun>as"-Beratungen in Brüssel seien von der Feindpvesie als vielver- spreckend und aussichtsreich begrüßt worben — ein schlimmes Zeichen für uns. Das amtliche Wort .Wiedergutmachung" sei übrigens eine große Würde loiigkeir, denn ,.roi b?rgutAtresien" hätten wir doch wahrhaftig nichts. Die wörtliche lieber* setz'mg von „Reparation" sei auch „Wiederher- ftertimg"; sinngemäß richtig sei allein KrieaSent- schädigung Diese .striegsentschLigung müsse bekanntlich rach dem Friedensvertrag bis znm 1. Mai 1921 festgesetzt werden, doch werde wahrschinlich auch dann noch keine bestimmte Summe genannt, sondern mi der jährlichen Festsetzung „nach der Leistungsfähigkeit Deuticklands ' fe'gehalten werden. Für diese Leistungsfäh gleit sei aber weniger die Lage unserer Finanzen im Innern ausschlaggebend, sondern einzig bte Gestaltung unser r Handelsbilanz. Für die kommenden Jahre ro.tbe aber DeutsMand. selbst wenn es die Einfuhr auf die allernotwendigsten Lebensmittel iwd Rohstckfe beschränke, bod> damit rechnen müssen, baß die Ein- ftihrwerte etwa 40 bis LO Mi la der, mehr betragen als bie Ausfuhr. Wie Deutschland da überhaupt in der Lage sein sollte, nur für eine Milliarde Goldmarf, geschweige denn für drei Milliarden jährlich fremde Währung aufz'ikousen und an die Entente abzuführen, sei unerfindlich. Verfehlt sei es aber, dem Feindbunbe die Un- möglickikcit der Erfüllung seiner Forderungen erst nacyzam'eisen. Dieses „unmöglich f" kenne er und herauf sei gerade die französische Politik aufgebaut. Frankreich wolle sich für immer am Rhein sestsetzer» Knb hoffe durch die Mhterjülluoü des Friedens-' Erster Blatt W. Jahrgang Mittwoch. 5. Januar 1921 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen garischen Ministerpräsidenten ein Telegramm des Inhalts gesandt, daß die Todesurteile gegen frühere Volkskommissare Entsetzen erregten und Empörung bei der alle Gewalttaten ablehnenden sozialdemokvatischen Arbei crsckaft erweckten. Politische Einsicht und die Ge ü!hle der Menschlichkeit sprächen gegen die Vollstreckung der Urteile. Berlin, 4. Ian. Wie verschiedene Blätter wissen wollen, verlautet aus be nächsten Umgebung des ungarischen Ministerpräsidenten, daß die U r- teile gegen bie Mitglieder der bolschewistischen Regierung Ungarns nicht vollstreckt würben. Bubapest, 4. Ian. (WDB.) Angesichts russischer Drvhimgen, bei der Verurteilung der Volkskommissare bte ungari'chm Kriegsgefangenen ähnlich zu behandeln, erklärte Ministerpräsident Teleki, daß die ungarische Regierung im Interesse bet Rettung dreier Personen der ^oroietregiening Verhandlungen angeboten habe. Dieser Entschluß wurde bisher gehsim gehalten, um die^Rechtsprechung des Gerichts nicht zu beeinflußen. Die Sowjetregierung erklärte sich zu Be r- h an blun gen bereit. au, 4. Ian. (Wolff.) In dem russisch- unganlchen Streit wegen der beiderseitigen Geiseln wies Tschitscherin neuerdings die Vorwürfe d« Wgariicheu ateauow mU cdbtt 21u* dem Reiche Zum Tode Bechmann.HollwcgS. Hohenfinow, 4. Ian. (Wolff.) Die Reichsmini st er des Auswärtigen und des Innern haben an den Sohn des verstorbenen Reichskanzlers v. Bethmann-Hollweg Beileidstelegramme gesandt. Der Reichsminister Dc. Simons telegraphierte: „Erschüttert durch die völlig unerwartete Nachricht vom Hinscheiden Ihres Vaters spreche ich Ihnen zugleich im Namen des Auswärtigen Amtes die wärmste und aufrichtigste Teilnahme aus. Deutschland wird auch im Unglück nie vergessen, mit welcher Hingabe er das Beste für sein Volk erstrebte." — Das Telegramm des Neichsministers Koch lautet: „Mit tiefstem Schmerz habe ich den Tod Ihres Vaters vernommen. So schwer die Zeiten waren, in denen er aus dem Amte schied, die Geschichte wird die ungeheuerlichen Hindernisse, die sich seinem Mühen um den rechten Weg entgegenstellten, zu würdigen wissen. Aber nicht nur die Geschichte, auch die Mitwelt kennt den Adel seiner Gesinnung und die Lauterkeit seines Wissens, die heiße Vaterlandsliebe und die tiefe Weltweisheit an, die diesen hervorragenden Mann auszeichneten. Sein Andenken ist mir unvergeßlich." Hohenfinow, 4. Ian (WTB.j Aus SchloßDoornist folgendes Telegramm an den Sohn des Verstorbenen von Bethmann Hollweg eingegangen: Ich spreche Ihnen und Ihrer Gräsin Schwester meine herzlichste Teilnahme bei dem so unerwarteten Hinscheiden Ihres Herrn Vaters, meines früheren Reichskanzlers Dr. von Bethmann Hollweg, aus Der mm Verewigte war ein edler Mann. Sein Verdienst und seine Sorge um das Wohl des Volkes war von ehrlichster Ueberzeugung getragen und von dem Mifrichtigsten Willen zum Guten. Sein Wirken gehört der Geschichte an. Sein Gedächtnis wird von mir hoch geachtet bleiben. Ich habe meinen Sohn Prinzen Oskar beauftragt, dem Verewigten in meiner Vertretung die letzte Ehre zu erweisen. Wilhelm. Die Einberufung des Reichstag; abgelchnt. Berlin, 4. Ian. (WTB.) Der Aeltesten- rat des Reichstags hat den von den unabhängigen Sozialdemokraten eingebrachten Antrag auf sofortige Einberufung des Reichstags abgelehnt und dagegen die möglichst baldige Einberufung desAusschusses für auswärtige Angelegenheiten befürwortet. Die Zentrumskandida^en zur Preußenwahl in Hessen-Naffau. mc. Gießen, 4. Januar. Am gestrigen Montag tagte hier der P-rovftn-ial-Aus-. schuß der Zentrunisvartei für Hessen-Nassau, der nach stundenlangen Verhandlungen folgende Kandidatenliste für die am 21. Februar stattsindende Wahl zum preußischen Landtag beschloß: 1.Sani-> ltätsrat Dr. Karl Stemmtet, Bad Ems. 2. Amtsgerichtsrat Riehl, Fickda. 3. dlbgevrdneter H. Herkenrath, Limburg. 4. Stadtrat ^ofef Fink, Wiesbaden. 5. Landwirt Gnau, Stausebach 6. Arbeiter Lenz, Niederlahnstein. 7. Frau Else Alken, Hausfrau, Frankfurt a. M. 8. Edmund Schleß, Ingenieur, Kassel. 9. Volksvereinssekretär Roth, Montabaur. 10. Oekonomierat Jakob Schmitt, Molsberg. 11. offen für Kur Hessen. 12. £)ber= postsekretär Sebastian Trageser, Frankfurt a. M. Außerdem wurden noch sieben weitere Kandidaten, meist aus Naffau und dem Westerwald, benannt. Das Zentrum hatte bisher in Hessen-Nassau fünf Sitze inne. Die Beanttenbesoldung. Berlin, 4. Jan. Vom Sechzehner- Ausschuß des Deutschen Eisenbahnerverbandes, der Reichsgewerkschast Deutscher Eisenbahnbeamten, und -Anwärter, der Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner und Staats- .bediensteter und des Allgemeinen Eisenbahnerverbandes wird einAufrufandieEisen- bahner veröffentlicht, worin es heißt: Die Regierung hat die Bereitwilligkeit ausgesprochen, innerhalb der Grenzen des Möglichen alles zu tun, um die Notlage der Beamten und Arbeiterschaft zu beheben. Sie ist auch gewillt, die Verhandlungen zu beschleunigen und im Benehmen mit den Ländern so rasch wie möglich eine Vorlage an den Reichstag zu bringen, der sie gleichfalls mit Vorrang verabschieden wird. Wir forbern sämtliche Eisenbahner auf, das Zustandekommen befriedigender Vereinbarungen jetzt nicht zu stören und deshalb Aktionen zu unterlassen. Müßte es zu solchen kommen, so rufen die Organisationen rechtzeitig dazu auf. Die Abdankungsurkun-e des Herzogs von Braunschweig. Braunschweig, 4. Jan. lWolff.) Wie die „Braunschweigische Landeszeitung^' meldet, wurde dem braunschweigischen Staatsministerium bekannt, daß die A b d a n - kungsurkunde des Herzogs Ern st August von Braunschweig vom 7. November 1918 dem herzoglichen Hause in Gmunden zum Kauf angeboten rmirbe. Die Nachforschungen hatten ergeben, daß das Angebot von oau früjFJxn ftwjihalten des Freistaates in einer der E. Lau e n AmtsgeiichtSgebäudeS, wodurch zahlreiche Fensterscheiben in der Umgebung zertrümmert wurden. An derselben Stell« warf man gegen 2Vs Uhr Nachts eine zweite Bombe nieder, die aber besonderen Schaden nicht anrichtete. Wenige Minuten später erplodierte in der Toreinfahrt der Sattlerei von Cr 0 mrn, Bahnhofstraße, eine Bombe, die öffentlichen und privaten karneva Veranstaltungen verboten. Kreis Wetzlar. zweitägigen Untersuchungen sechs bei den Anschlägen beteiligte Personen zu ermitteln und festzunehmen. AL Haupttater tonunt em 17jähriger Bergmann in Frage. Tie Annahme der Behörien, daß du aus- gefühtten Verbrechen auf bi« kürzlich, erfolgten Durchsuch ungen nach Waffen zurückzufuhren feien, werden von den Kriminalbeamten nicht voll geteilt, zumal auch in anderen Orten der Umgebung Dynamit-Anschläge beruht worden sind, wo Bl* fendurchsuchungen bisher noch nicht stattgefunden haben. So wurde in Werdorf auf das dortige Postamt eine Tynami Patrone gewor en, drc iedoch größeren Schaden nicht anrichtete. In Niederlemp bei Ehringshausen wart man verschiedene Bomben: eine riß dem Bergmann Nas.aucr die linke Gesäßhälfte vollständig weg. — In Dörbach brachte man im Lose der Bürgermeisterei mehrere Tynamitpatronen zur 6iü- ladung. Auch hier kamen nicht unerhebliche Sach- Dcrmtfcbfcs» Tu Folgen der Neujahrsn-acht. mc. Frankfurt a. M., 4. Jan. In den hiesigen Krankenanstalten wurden sieben Personen eingeliefert, die sich beim Ab- brennen von Feuerwerk schwer verletzt haben. — In Aschaffenburg verunglückte der 25jähr. Lithograph H. Schmitt beim Füllen eines Eisenrohres mit Pulver tödlich. Beim Explodieren des Rohres wurde ihm die Hirnschale zerrissen. — Größerer Schaden an Häusern und Fensterscheiben entstand durch Explosion einer Sprengpatrone in Lohr am Main. — In Offenbach wurde am Silvesterabend in der Domstraße ein Mann tob» üchtig und konnte erst dann festgenommen werden, als die Feuerwehr _mit Wasser- trahlen sein Temperament gekühlt hatte. — Ein Militärfuhrwerk scheute am Bahnhof in Fulda vor einem planenden „Frosch". Größerer Sachschaden ist oie Folge. — Ein 15jöhriger Lehrling in Eschwege wurde, durch einen Feuerwerkskörper so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. — Mehrere polnische Arbeiter veranstalteten am Ludwigsplatz in Darmstadt eine Messerstecherei, wobei es schwere Verletzungen gab. — In Schwanheim (Main) wurde der eine Polizeibeamte, als er Feierabend bot, schwer mißhandelt. — Im Streit erstochen wurde in der großen Wallstraße zu Mannheim der 23jährige Schlosser Jakob Schmitt. Die Täter sind noch unbekannt. — In Stuttgart wurden in der Silvesternacht zur Anzeige gebracht: 56 Personen wegen gemeingefährlicher Ruhestörung, 76 wegen Benutzung von Schußwaffen und 12 wegen gefährlicher Streit- Händel. fd. Kaiserslautern, 4. Jan. In Rammelsb ach brachten mehrere Schüler eine Kanne mit Pulver zur Entladung. Die Stichflamme erfaßte den Schüler Helmut Kappel und setzte dessen mit Pulver gefüllte Taschen in Brand. Der Junge verbrannte bei lebendigem Leibe. Zwei Mitspieler erlitten mehr oder minder schwere Verletzungen. Anschläge verübt. Am schlimmsten hauste man in Ehringshausen. Hier wurden polizeilichen Darstellungen jufolge auf das Bürgermeister- amt, das Amtsgericht und aus ixe 2" nung des Sattlermeisters (Kto m m Anschläge verübt, die schweren Sachschaden verursachten. Tie erste Bombe wurde abends gegen 10V, Uhr vor der Wohnung des Bürgermeisters zur Explosion gebracht: sie zerstötte den Hauseingang und alle Fenster am Hause. Tie Familie des Bürgermeisters, die sich im ersten Stockwerk aushielt, tarn mit dem Schrecken davon Gegen 128/< Uhr Nachts warfen die Attentäter eine Bombe in den Vorgarten des 18. Januar. rm. Darmstadt, 3 Jan. Das Reichsgericht hat die R e v i si o n des Staatsanwaltes tn Darmstadt gegen die Gebrüder Grämlich, tue troß ihres Eingeständnisses ihren Vater den Maurer L. Grämlich in Weiher tm Odenwald, abuchtuch umgebradjt zu haben, nur pi Zuchthausstrafen von 15 und 7 Jahren verurteilt worden waren, verworfen, da bei dem Schuldspruch der Geschworenen formelle Fehl« nicht nachsewiesen wurden. Uns SfaM und Land. Gießen, den 5. Jan. 1921. I Veranstaltungen. Mittwoch: Stadttheater, 61/, Uhr, „Die I Strohwitwe". — Cafe Leib, 7V, Uhr, Konzert wti> Vorstellung der Chiemseer. — LichPpiÄtheater Wiel gestern. * ** Das Jahr 1921 beginnt an einem Samstag, und da der Januar außerdem noch fünf Sonntage aufweist, so bringt der erste Monat gleich 6 Ruhetage. Ostern fallt bekanntlich immer auf den ersten Sonntag nach Frühlingsvollmond; deshalb ist dieses Jahr bereits am 27. März Ostern. Trotzchem haben wir im März mit seinen 31 Tagen nur 6 Ruhetage, einschließlich Ostermontag und Karfreitag. Da Ostern so zeittg fällt, haben wir auch frühe Pfingsten, und zwar bereits am 15. Mai. Dadurch wird der Mai 1921 zu einem Vorzugsmonat. Er hat 5 Sonntage und 2 Feiertage. 5 Ruhetage weisen ferner noch Juli und November auf, während der August mit seinen 31 Tagen nur 4 Ruhetage! hat. Da Weihnachten auf einen Sonntag fällt, so hat auch der Dezember nur 5 Ruhetage. ** Die milde Witterung zeitigt die seltsamsten Naturereignisse. Allenthalben werden fliegende Schmetterlinge beobachtet, auch Johanniskäfer chen wurden gefehen. In den Gärten tret» ten die frühen Sträucher Blüten. In Frankfutt soll in einem Gatten am Röderbergweg ein Kirschbaum bluten, wahrend man an der Bergstraße vereinzelt blühende Mandel bäum - chen beobachtet. Auch die Kätzchen der Werden vierten in niederen Lagen in großer Menge gesunden. . _ *« Stadt. Seefischmarkt. Morgen Donnerstag früh trifft, lebendfrische Nordseeware, wie Kabeljau, Schellfisch, große Sck)ollen und Goldbarsch ein und kommt von 8V2 Uhr in den Marktlauben zum Verkauf. Die Dynamit-Anschläge im Kreist Wetzlar. Fd. Wetzlar, 4. Jan. In der Silresternckchl wurden, wie nunmehr bekannt wird, in verschiedenen Orten des Kreises Wetzlar Tynamit- Die von Stresernoirn erstrebte Regierung?- koalition ohne Teutschnationale, aber mit der So- zialdemokvatte sei vom deutsckmattönalen Starb- punkt aus abzulehnen. Eine r e i n bü r ge r l i che . Regierung müsse das Ziel fern, was aber noch lange lernen Gegensatz zwischen Bürgertum und Arbeiterschaft bedeute. Tie nvarxisti che Sozial- bemofratie habe nicht das Recht, sich als die Arbeiterpartei hmzustelli 2V5 Millionen Arbeiter und Angestellten seien allein in der christlichen Gewcrifckastsbewegung ornanftert. Neben den vielen Nichtorganisierten Arbeitnehmern, mü den viele Arbeiter nur durch Zwang und Terror bet der Sozialdemokratie gehalten. ES gelte vor allem, den deutschen Arbeiter für ben nationalen Gedanken zu gewinnen. Tie Arbeiterschaft müsse he van gezogen werden zu voller Gleichberechtigung in Poliük imb Wirtschaftsleben, mit einer Jn- terefienfolibarität zwischen Unternehmer und Arbeiter Um aber das Ziel der Volksgemeinschaft, d:e Versöhnung und den gerechten Ausgleich zansckxm den sozialen Klassen und Berufen zu erreichen, müsse der Einfluß der Sozialdemohmtie gebrochen werden, die nicht eine Partei der Versöhnung, sondern des Klassenkampfes und der Diktatur sei. Diese Partei sei auch schuld daran, daß der Ruf „Los von Berlin!" heute lauter denn je ertöne. Die Mißwirtschaft der sozialiftifch gefärbten preußischen Regierung sei daran, das alte preußische Beamtentum zu zerschlagen, eine der Hauptstützen des Staates. Die in die Aemter eingesetzten Pattei- fefretärc bedürften für die wirkliche Arbeit besonderer Beiräte aus dem alten Bcamtenkörper, und das Mephisto-Wort „Du mußt es dreimal sagen!" wende sich für den preußischen Steuerzahler auch in das Wort um: „Du mußt es dreimal zahlen!" Ein klassisches Beispiel für die sozialistische Diktatur seien die Stadtratswahlen im „roten"Ber- lin. Für rin Gemeinwesen von 4 Mill Einwohner sollte als Schulmonarch Dr. Löwenstein, rin Jude, ringefeftt werden, nach dessen Schriften Sittlichkeit und Religion für die Erziehung längst veraltet wären. Graf Westarv Bam hierbei auf die „jüdische Frage" zu sprechen. Es bandele sich um einen fremden VolkSbestandtril, der unter keinen Umständen zum Herrscher Deutschlands werden dürfe, tote in den Räteregierungen und im „Falle Löwenstein". Selbstverständlich sei der einzelne Jude, der ehrlich am Wirt>erausbau Deutschlands Mitarbeiten wolle, rointommen, aber bei der überwiegenden Mehrheit der Juden sti dieses Aufgehen für die Nationalität des Gastvolkes nicht vorhanden Wenn man an der Hoffnung aut ben neuen Briefkasten der Redaktion. Zu unserer Bnefkastennott^ vorn letzten Freitag wird uns von .Herrn .KretSfeuerwehttnspektor Dickors folgende Berichtigung übermittelt: „Befreit von der Pfachtteuerwebr find nah Att. 11 des Gesetzes über die Landesfeuerlöschordnung vom 09 März 1890, die durch Krankheit oder Gebrech« lichkeit die durch öftentirf* Beru'-Pflicht verhinderten Personen und die Angehörigen deS affinen fccereS Ob und inwieweit Verhinderung wegen öffentlicher Berufspflicht vorliegt, haben dessen vor- gesetzten Tienstbch'rden zu bestimmen. Entsteht sonst Widerspruch über das Zutreffen obiger Vor- aussetzunaen. so entscheidet das Kreisamt imb aut erhobene Beschwerde das Ministerium des Jwiern und der Justiz. — Hiernach ist ein Jagdaufseher von der Feuerwehrpflicht nicht zu befreien. Aus -em Amtsverkündiannasblatt. *» Das Amtsverkündigungsblat t Nr 1 vom 4. Januar enthält: Mkauf von Men- schenhcmren — Abänderung der Verordnung über Dampfkessel — Ausstellen von ©drottarten för lieber toadxung der Schrotmühle. - Achill-Zahnpflege. — Biehteuchen. — D^enstnach- "s ch u l - Z a h n p f l_ege. Dr Rud. P e t s cl. in Gießen hat ferne Sprechstunde für ^chuMn.' bet vön Mittwoch auf Donnerstag nachmittags von 2—4 Uhr verlegt. , Der ansteckendeScheidenkatarrh ist xrMrr den Rindviehbeständen der Gemeinde Burk Dachaer Gemeinderats. (an-wirtschaft. Darmstadt, 4. lla:. Ter Bortrags- ku r sus der La dw rt'daMammer tonde heute durch den Vorsitzende GH. Oetonomteixti SSl alter eröffnet, welcher die sehr zahlreich erschienenen Besucher (ca. 700 Personen) sowie die Vertreter der Regierung begrüßte. Als erster Redner des Tages ergriff Geh. D 0 srat Pr 0 s. Dr. Wagner-Darmstadt das Wott zu feinem Vottiaa über: „Tie Phosphorsäurefiage und du Fvagc der Reulabilität von Handelsdünger unter den beryitigcn Preisverhältnißen." Tie Fvage, ob eine Pi-ospfarsäueiüngung heute no - roenbig ist oder ob die Na-chwittirigm der gegebenen Phosphorgaben noch für die nächsttn ^abre ausreichen, wurde von ihm eingehend erörtert und er kam zu dem Schluß aut Grund zahlreicher ausgeführter Versuche, daß eine tritte D-vsphoi- säuredüngung der Böden yir Steigerung der Erträge in der Jetztzeit imte&ingt notioenbtg sei An Hand zahlreicher Beispiele bejahte er mich die Antwort 'auf die zweite Frage, daß bei den lebigen Preisen der Tü.'.grmittel eine Kunfi^ünge'.- gabe noch sehr wohl lohnend ist. Er mahnte die Landwirte, in der Stir.iftbüngyauw ndung nicht nachtzulassen, um den Boxn nicht noch einer größeren Verarmung entg?genzusuhren. — So^a. n ergriff Geh. R egie run gsra t Pr of. Dr Franz Lehmann-Göttingen das Wort zu seinen höchst interessanten AusMhrungen übel „Schweinehaltung und Schweinefütterung".— Aus dem Schatz seiner reichen praklffchen Ersahrimgen I imb auf Grund vieler angestellter Versucte trug I der Redner in anschaulicher Weise die für die Schweinemast zu tea btenben Regeln vor, und gab den Landwirten Beispiele von den geeigneten Futtermischungen, welche heute noch verfüg ar und eine Rentabilität der Schweinemast verbürgen. letzten Sitzungen des hiesigen Stadtrates wurde beschlossen, die Vergnüaungs-(Luxus-) Steuer hier einzuführen und zu erheben. Nach diesem Beschlüsse sollen erhoben werden: ür Veranstaltungen von Vereinen, Abend-! Unterhaltungen und dergl. für jeden Abend 25 Mk., für Abhaltung von Ballen und son- tigen Ta nzvergnügungen bei geschlossener oder öffentlicher Veranstaltung 50 Mk. für den Abend. Ferner wurde die Hundesteuer der Stadt Laubach für das Jahr 1921 und tilgende um 5 Mk. pro Jahr erhöht. Kreis Friedberg. Fd. Friedberg, 4. Jan Auf Anweisung der hessischen Reaierung hat das Krrisamt für den Bereich des Kreises Friedberg die Abhaltung aller Ter deutschen Republik sei tioryttocrfen, daß sie nicht nur den Zusammenbruch Teut'chlands mit tn erster Linie verschuldet habe, sondern auch, daß sie die „Konkursmasse" ganz jämmerlich ve-.- aeudet habe. Bis zum November 1918 teten die Schulden Deutschlands von 4 Milliarden nur auf 141 Milliarden angeroadtfen, aber nach etwas mehr als 24 Monaten deutscher Republik auf‘280 Milliarden. Demi Noske und der „Vorwärts" dm amtentotbemngen gegenüber immer wieder aut "bte übergroße Armut deS deutschen Volkes hmweiien, , „was nütze es. an dem Maste eines sinkenden Schisses ein Stück höher M llimmen, mährend tas Schift um bas gleiche Stück tiefer in den Wogen versinke", so fei dies richtig, muffe aber vor allem tn den eigenen Reihen der Soztaltemokvatte g - predigt werden. Einen gesunden Ausgleich gelte es zu schäften »wischen den einzelnen Bern en und Ständen, und da müsse vor allem den Beamten, den Keinen und mittleren Rentnern, wie dem Mittelstand überhaupt geholfen werden, denn die Lebensteviugimgen dieser Kreise seien am meisten hinter den heutigen Verhältnissen zurückgeblieben. Landkreis Gießen. x Wieseck, 4. Jan. Unsere Ortsgrtippe derLigazum Schutze derdeutschenKul- tur eröffnet das neue Jahr mit einem Vortrag von Georg K a s pa r so Hn-Moskau: „Wie sieht es in Sowjet-Rußlaub aus?" Die Gemeinde hat hier Gelc-genheit, einen Augenzeugen zu böten | und tu vier Wochen von anderer Seite zur Ergänzung sich ein Bild vom „Roten und weißen Terror in Ungarn" schildern mi lassen. Der Vortrag der am Tonncrttcig bei freiem Eintritt statt- findet, bietet Geleymheit zu freier Aussprache. O Dorf-Güll, 3. Jan.. Dieser Dave fand in dem hiesigen Schallsaale em Lichtbil- oervortrag über O b er schl esien statt. Tie prächtigen Bilder ließen die Zuschauer einen Einblick in das Leben und Treiben der Bewohner des fladen Landes und des Industriegebietes ge- lüiimen. Worte und Zahlen belehrten sie sodann darüber, welche Rolle dieses Land in dem wirtschaftlichen Leben Deutschlands spielt und was für Folgen feine Losrrihmrg für uns im Gefolge hätte. Kreis Schotten. Vertrages einen Rechtstitel für bte ewige Besatzung der Rhrinlande zu erhalten. Weit ste Kreise unseres Volkes, vor allem die Arbeiterschaft, muffe ficb darüber klar .wer en, daß das deutsche Volk als Ganzes heute m ter Lage eines ausgebeuteten Arbeitnehmervolles sei gegenüber dem internationalen Grvßkapttal oes Fein^ buntes. Zu dieser wirtschaftlichen Fron komme noch die militärische Knechtschaft Frankreichs, aus dessen letzten Noten nichts anderes als der Uebermut des gallischen Siegers spreche. Reichskanzler Fehrenbach habe m ter Wen Etatsberatung erfLirt, daß Deutschland, testen Abrüstung beendigt sei, nunmehr von der Welt ermatte, daß sie dem deutschen Bell Pi ll so gen we r tes Solche Qk'tanfengänae seien falsch. Genuß, Deutschland habe einen Anspruch auf die Abrüstung a ler Staaten, b nn nach dem Friedensvcrtr g nu^ic Deutschland abrüsten, um , die Abrüstung der We vorzuberriten". In Wirttichkett benfc in ter Wett aber ni-manb ans Ab rüsten. Amen'a. Japan und England arbeiten mit fieberhafter am aus« bau ihrer Flo ten und Frankreich rüste fein Lano- heet fogat auf Deutschlands Kviten^ unter der Firma Besatzungslostrn zahle Taiftch and d:e Milliarden für die französischen Rüstungen. Der Beg-iff Völkerbund fasse die politisck^ Knechtschaft Deutschlands zusammen. Schon das Bölkerbundideal an sich habe uns schwerer Lochaden zugcfugi, indem es unteren Kri^swillen untergraben und den der Gegner geitarft habe. Wa^ sich aber jetzt Völkerbund nenne, das Jet doch das direkte Gegen teil jenes Jteals, was selbst der ver- ' bohrteste Parifist anerfernten mus e Wenn putsch- land in diesen Völkerbund hr er.igel.a dann uba- nehme es neben anderem auch di' BerpflickUung, für die AuftechterHaltung Polens, der Tschecho- Slowakci und anderer Raubstaaten unter Umständen mit seiner militärischen Macht einzutreten. Der Versailler Vertrag sei aber nicht mir ein Vertrag der Knechtschaft, sondeni auch ein Vertrag der SclMach und Schande, sei er uns doch dikstert worden unter Bruch von feierlich gegebenen Ver- sprcchungen.. Zwar werde es brite niemand mehr aebat, der Worte spreche, wie während des Krieges ein demokratischer Abgeordneter im Reichstag: Greifen Sie Wilson nicht an, dieser Mann steht für Sie viel zu hoch,!" Ungeheuerlich fei es auch, daß Deutschlanld nach dem Vertrag mierkannt habe, allein schuldig an dem Weltkriege zu fern und daher auch alte Kriegsschaden wieder gut machen müße. Diese grösste Lüge der Weltgeschichte sei bte moralische und rechtliche Grundlage des Versailler V r- träges. Daraus folgere, daß die Ehre einer Natwn mufi ein höchst realer Wert fein könne. Neben dem Vcrialller Verrtwg far aber auck?> die dcmokratisctj-republilanische Rogiierung sllmld an ter Not unseres Volkes, besonders durch ten unheilvollen Einfluß der marrisrischen Soztnldenwkratie, die eine Partei der Internarimrale sei und für Deutfchlmid ter größte Schoten So hätten sich die Mehrheitsso^ialisten nur um ter Internationale willen die erpreßte Lüge des Versailler Vertrages, das deutsche Sclullbtekenntuis, freiwillig zu eigen gemacht. Von der Moskauer Internationale schllest- lich wisse jedermann, daß sie als Werkzeug Lemus nur der Entfachung des Bürgerkriegs diene. ICUcbe irnv Schttle. Die konfessionelle Schul«. B e r l i n , 5. Jan Tas Episkopat in Deutschland hat an die Reichsregierung und den Reichstag eine Eingabe über die konfessionelle Schule gerichtet. Tie betteffende Denkschrift stellt Richtlinien auf, die, wie die „Germania" sagt, für das gesamte katholische Volk, seine Bertteter und die Lehrerschaft bei ten Schulkämpfen, die in diesem Jahre zu erroarttn sind, maßgebend sein werden. *. . _.. m fd. Frankfurt a. M., 3. Jan. Die Vertreter der ehemals kurhesfilckvi Vororte tx>n Groß- Frankfurt, Bockenhrim, Eckenhrim. Preungesheim, Eschersheim, Berkersheim und Seckbach, haben sich einstimmig für den kirchlichen Anschluß an Groß- ^ranfTurt ausgesprochen. Bisher gehörten diese Gemeinden zum Koirsistorialbezirk Kassel Das an sich irftort Heine Gebiet der unierten Kirchenge- meinschaft — es umfaßt die evangelischen Kirchen der kurhessischen Kreise Hanau, Gelnhausen, Schlüchtern, Fulda und Dünseld — erleidet dadurch einen emvftndlichen Verlust. Q Aus dem Kreise Gießen, 3. Arn In solgendeii weiteren Orten des Kreises sind Lehrer zum VorfitzendendesSchulvor- stan des durch tes Landesomt für das Bildungs- wesen ernannt worden: Allertshausen, Beuern, Geilsbailseu, Londorf, Steinbach. In ganz Hessen sind bis jetzt 155 derartige Ernennungen erfolgt t Lick», 2. Ion. Der Silvcftergottes- d i en st m der MarienstistSkirche zeigte einen selten farten Besuch, ebenfalls die sich anschließende Feier des hl. dlbendmdhls. Erne andächtige Gemeinde erbaute sich an bet ernsten Predigt des Stifts- Pfarrers Schorlemer. d Oberlais, 4. Jan. Die Notspende für die Anstalten der Inneren Mission tn Mai ergab in unserem Kirchspiel (ben Drtai Oberlaa und Glashütten^ den ansehnlichen Vertag von 1200 Mark Die Kirchenkollekte betrug 100 Mark, die Gesamtsumme fonarf) 1300 Mark Nidda, 2. Jan. Im venloffenen Jahre wurden m unserem evangelischen K t r ch s v t e i 69 Personen kirchlich beertngt, 53 Kinder getauft, «4 sBanr? artraut und 72 Kinder ton firmiert. 0 Nied er-M ockstodt, 3. Jan. Tie Not- spende für die Innere Mission We hier 1677,80 Mk., in Ober-Mockstadt 843,75 Mk em. Rvrn, 4 Jan. (Wolfs.) Nack einer. Meldung der „Epoco" wird Giolitti brr Notar bet Krone bei der am 7. Januar aus Schloß Aglio bei Turin ftattiinbenben Vermählung des P r 1 n ze n Konrad von Bayern mit der Prmzessm Bona von Savoyen, der Tochter des Herzogs von Genua, sein. beschätegungen vor. , Ter Ort Ehringshausen ist zur Aufrechterhaltung ter öffentlichen Ordnung gegenwärtig von 50 Sicherheitspolizisten besetzt- Tas xurückhaltente Benehmen ter Bevölkerung gegen die Frankfurter Beamten erschwerte die Ermittlung der Tater urgentem. — Wenn hie Wasftnburchsuckungen auch eine eventuell ans^ö sende Wirlu ig zu den eine M i l i 1 ä r p s e r d e - V e r steigern n y, die 1918 bis 1919 von dem damaligen Ministerium dem Bauernrat unter dem Vorsitze Gandorfers übertragen worden , war. Dabei soll Gandorfer sich zahlreiche Un- Wlw-I regelmähigkeiten haben zuschulden kommen p *W>T‘* lassen, insbesondere für den Umtausch von eingenommenen Fahrgeldern in Kriegs anleihe. Nach der Klage soll der Staat durm die Geschäfte Gandorfers um IV, Millionen aeschädigt worden sein. In der Sitzung, in her Gandorfer mit seinen Anwälten person- nicht erschienen war, beantragte der Vertreter des Reichsfiskus Aufrechterhaltung des Arrestbefehls, während von dem Rechtsvertreter Gandorfers die ganze oder teilweise Ausifebung des Befehls beantragt wurde. Die Verkündung der Entscheidung erfolgt im auch etcheblichen Sachschaden verur^ch'e. Außer diesen Anschlägen wurde noch ein vDttentm auf bte Wohnung tes Pvlizriwachtmeisters Jakob verübt, indem man eine Handgranate gegen das Gebäude schleuderte und nach einem Fenster der Wohnung schoß. Auf telegraphisches Ersuchen des Landrates in _________ _ . Wetzlar trafen am Neujahrstag Krimmalkmtmissar gBidberauntieg des deutschen Volkes festhalle, bann I Hader und Kriminalwachtmeister Mielke aus Nl Jan. & Ä.L |$Si SS; 'n9* in «‘9t -.’61 »«rbi.tmt ”« oerleta Mett »tri' «Gr- *p «ab SL«t eine irorbt Mannheim bei ■ Die later "gart nmiben gebracht: Mcher Ruhe- 9?w Schuß- klicher Streit. ,4- Jan. Zn ehren Schüler i]it Emlabung. öchüler tzelmut Pulver geiMe • verbrämte bei tsvieler erlitten rrletzungen. 6 einer Meldung Rvtm bet Leone i Aglio bei Turin des Prinzen t ter Prinzessin Tochter M Her- * *0^ K'-A ySS"“' W » 6"^ * w ss5$ **3» vecki"' £ attireu ä&S iw9t' SÄS ä’.: fyuk schule. iskopat in Druiich» i und ten Räch-- inftffiondlt ? Denkschrift stellt :mama" sagt, für ne Vertreter und Türnnfen, die in maßgebttiö fein i Die Per Tatorte von Trotz« m PremBteim Meckbach, haben sch Wluß an Groß, btt gehörten diese ,irt Ml Das-°- mürten »w glichen NÄen am, GelnhaMN, , - erleidet dadimd Sießen, 3. M t des W> nnb ^deöSchulvor. t für das KllmgS- ** ®s ». r» s°n» E ■KW*" «W, LardrfeN>e« ttlostven. Tte ongeorvneten Sverrrnatzregelu sind (uiiGtöobeL Lotterte. Das Mr iTteiium des Innern bat dem vadisrben fttiegrrfnmb in Karlsruhe kne Erlaubnis erteilt, 5000 Lote der 3. Reihe der VIL Badischen Sriegergeldlotie ic zugunsten b-- dürstiser Arirgsteilnehmer und deren Sy.nttrbUv.« benot innerhalb des Freistoa tes gelten in ver- toiben. Ziehungstermiu: 4. März 1921. SchlichtrurgSausschutz der Provinz Oberhessen. Sitzung vvm 20 Tr-ember 1920. Tie vom Reich»rerpllegungSam! G enen, gegen taS der Aentralverband dec Angestellten Antrag auf Behandlung gestellt harte, gegenüber dem Betriebsratmitglied Erls'orn ausgesprochene Kündigung wurde für unwirksam erfiärt, weil nicht gemäß § 96 des Betriebsräteges-tzes die Zustimmung der Betriebsvertretung zu der Kündigung eingcholt worden war Bezüglich der gegenüber dem Angestellten Julius Ba ser ausgesprochenen Kündigung wurde die Angelegeich i' dem beim Reichs- arbeitsminister gebildeten Zentra'.schlichtungsaus- schuß überwiesen, der gründsä^ich entscheiden soll, ob die Nichtbewilligung von Mitteln für die Angestellten durch den Reichssinanzminister das Reich berechtigt, sie zu entlassen. Tie gegenüber den An^stellten und Arbeitern des Heimkehrlagers Gießen infolge der Nicht« belcgung und Auslösung des Lagers ausgesprochene Kündigung ivurde für unwirksam erklärt, weil nicht zuvor gemäß § 74 des Betriebsräteaese.es die Betriebsvertretung Über die beabsichtigten Kün- btmntgen an gehört worden war. Die Angestellten unb Arbeiter waren vertreten durch den Zentralverband der Angestellten und den Fabritarbeiter- verband Zwei.weitere Sachen fanden ihre Erledigung durch Verständigung der Parteien nach Berhand- lung bzw. durch Zurücknahme des Antrags. In einer anderen Sache schlossen die Parteien einen Vergleich. Vereine und Veranstaltungen. Q Grünberg, 2. Jan. Am NeujahrStage gab der M u s i k v e r e i n in der Turnhalle ein sehr gut besuckstes Konzert. Tie Darb etungen sanden Beifall und zeugten von Fvrtschrit e t, d e bn Verein unter der Leitung seines new.Tt Dirigenten, Gerichtsdiener Schiebe!, gemacht hat. Besonders gefielen auch die Horniolis deS Dirigenten, der früher Mitglied der Gießener Regimentskapelle war. Ein Theaterstück ,Lm Geheimratsviertel und ein Ball schlossen sich an. Hr. Stammbeim, 2. Jan. Am 1. Deit- uoch'.stage veranstaltete. die ober'ie S^mlllasse dahier ein Krippen spiel. Dieses wurde am Mittag für die längeren Kinder urb am Abend für die Eltern ausgcfühct. In vier Bildern wurde die DeihitackKsgeschichte dargesiellt Zwilchen den Bit* dem waren passende Volkslieder eingeschoben, die von der Oberftone zwei- und dreistinmig vorgetragen wurden. Bedenkt man. daß die Kostüme und die pafienb? Szenerre sechst zu ammence ucht und teilweise neu angefertigt werden mußte, so war das verdienstvolle Unternehmen als sehr gut gelungen zu bezeichnen. Lj Laubach, 3. Jan. Einen hohen Kunstgenuß bot gestern abend das Konzert von Frl. Therese Kübel, das an grvhen Saale des „Solm- ser DofeS" statt and TaS Programm des Liederabends war sehr reichhaltig. Tee Begleitung batte ftrl. Elisabeth Bolp von Laubach übernommen. Den beiden Künstlerinnen ging nach, ihrem Auftreten in anderen Orten (Alsfeld, schotten) ein guter Ruf voraus Zum Bartvag tarnen Lteder von 9L Schumann, M Reger, Fr. Slmbert, I. Brahms sowie die Aric der Ettobttd aus bn Over „Tannhäuser". Reicher Beifall wurde den Künstlerinnen zuteil, der sie zur Zugabe enter Schube rischen Komposition verartoßt.'. Das Äv.- zert hatte eine zahlreiche Zuhörerschaft angelockt. d. Glashütten, 4. Jan. Der unter der Leitung von Lehrer Lehmer stehende Jubendgesangverein veranstaltete am zweiten Wethnachtsfetertao im Lauferschen Saal enn Unterhaltungsabend, bet einen recht schönen Verlauf nahm. Flott gespielte Theaterstücke und schöne Gesänge deS Vereins bereiteten den zahlreichen Besuchern angenehme Erholungsstunden. — Die bisher von Karl Läufer betriebene Gastwirtschaft wurde ab 1. Januar von Schreinermeister Karl Fischer dahier käuflich erworben. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter Meter Rubrik sieben den Ariitel übernimmt di? Redaktion oem Publikum ceneuub'r feinet* i Verantwortung ) Mcht Luft, mehr Licht, mehr Sonn«? Diese Ueberschrist trägt ein Artikel in Nr. 397 des Gießener Anzeigers Ml: großem Jnte.esfe und innerer Freude hat b:r Einsender dieses diese Zeilen gelesen. Besonders zu unterstreichen ist es, das der Schiecher bc4 Artikels die Lickt-, Luft- und Sonnenbäder für Gesunde und Kranke so warm empfiehlt Seit etwa 40 Jahren fcöt sich die Namch.i.-Beivegttng sür diese G brn en ein. Tie ersten crnfMxn'tcftrn Anregungen für 11, Luft und Sonne gingen von Laren und rinyliL' n Derzten aus. Tie medizinische Wi'sensckaft musüe den Wert und Nutzen erst „entdecken ', um sie der Menschheit an^ubicten. Ter Gießerei ftatnr- Heil-Verern. der in den nächsten Tagen sein zehnjähriges Bestehen feiert, hat in vielen kleinen mW großen Vorträgen gerade auch über Lic' t- unb Luftbäder g b egene Aus lärung g f.. affen. Im letzten Jahr wurden sogar zw.n Vorträge an Ort und Stelle, d. h. im Luftbad hier an der Lahn abaebolten, in denen über alle Fragen referiert und Gvmnastik- und Atemübungen gel brt wurden. solche Luftbäder mi sckiassen, wie b r Schreiber des Artikels sich dieselben denkt, ,vä c et ne herrliche Dache und des Schweißes bn Ed.en w.rt, aber wenn erst ein Luftbadt-Verein gefdjai en w?r- den soll, steht die Socke schon recht trostlos ans. denn ein solcher Verein bestand io feben und ging wieder ein, ba bis Interesse fehlte. Es gibt nur einen Weg, um das zu erreichen, was der Schreiber will und jeder Freund von Licht und Sonne auch, und ba-3 ist bie ©faitung solclnr Anlagen von Seiten der Stadt Tenn Licht-, Luft- u d Sonnenbäder müssen a kn S l ich ten deS Bolles zugänglich jein, einsch'reß'i h der verschiedenen fctilntou igen. Der Rat ir ci.'-Ve - ein unterstützt selbstvecstä blich dieses Untcrnebn en mit allen Mitteln ind» käme es dar»ui an, daß alle Freunde dieser Sache gemeinsam bei d r Stadt vorstellig werden. P. Scholz. ^as t Gießen (Lieber Straße 29), den 3. Januar 192L 157 Wies eck, Bad-Nauheim, den 4. Januar 1921. 158 Die Beerdigung findet Donnerstag. 6. Januar, nachm.3ühr, statt. m Geschäftshaus 143D veri.9Psü nettoIntUTofe H fl n 137 Tote (ca. 40 Stck.) 90 Kfi folanae Vorrat »□• Lebensmittel. Kaffee KetMr 24.00 „ I 28.00 „ roh’ ’-^m. 22 00 Kakao per pm. m. 1800 Tee 28.00 Linsea’V/lS0!.' 4.50 ohnen weifepsr 2.50 KaisgiieOP6r p,m. 3.50 limeliilePrS'.-S: 3J5 Simp per Pfd. JL 3.00 Kokosfett 10p’W 16.00 L Taf in 17 ß0 m p.Pfersnvr. 43. | Louis Rothenberger | | Gießen Frankfurt a. M., West = = Neu en weg 22 Adelberts traße 26 = Telephon 176/2124 Telephon i Taunus 4904 = | Alteisen Metalle Lumpen Papier | sowie sämtliche Rohprodukte Antiquitäten. ,„d | üiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiitiiiiiifiiiiinn IN ‘,2 SlllM SßtflDtle i,he Läuse-Plage "D auch Flöhe f. Brut (Niffenf b.Mensch. u.rier.mit COrfrtfWunden und Haare »„schädlich. Herst.: Erste Wcktd. U«gez.- vergeßlichen Söhnchens sagen wir innigsten Dank. Familie Heinrich Muller. Bekanntmachung. In unser .Handelsregister Abt. B wurde am 29. Dezember 1920 bezüglich der Firma Bit- derus'sche Eisenwerke Wetzlar, Z.wrigniederlafiung Lollar, eingetragen: Dem Betriebs)irektor Max Zillgen m Wetzlar ist Gesamtprokuro dergestalt erteilt worden, daß er berechtigt ist, mit einem Vorstandsmitglied oder einem stellvertretenden Vorstandsmitglied ober einem Prokuristen die sellschast zu vertreten und die Finna zu zeichnnt. Dr. Rudolf Buck, L>üttendirektor in Wetzlar ist aus dein Vorstand cotsgeschiedm. Durch Beschluß der Generalversammluttg vom 13. November 1920 ist ß 23 Abs. 1 des Statuts abgeändert: derselbe lautet nunmehr: Die Beschlüsse der Generalversammlung, auch solche über Aendenmgen des Statuts, werden mit einfacher Mehrheit der bei allen erforderlichen Abstimmungen abgegebenen Stimmen gefaßt, es fei denn, daß das Gesetz oder Statut für den betreffenden Beschluß eine größere Mehrheit zwingend vorschreibt. IbßB Gießen, den 4. Januar 1921. Hessisches Amtsgericht. Bekantttmachnng. In unser Handelsregister Abt. A. wurde em* getragen am 28. Dezember 1920 bezüglich der Firma Aalkwerke Abendstern WllhÄm Sy Meyer ui Gießen: Die Firma ist erlos' Com- manditgeiellschast hat cm 1. yarruar 1920 begonnen. Persönlich hastender Gesell chafter ist der Fabriürrtt Eduard Stlbereisen in Gießer Es sind 2 Commandittsten vorhanden. Der Antonie Silbereisen in Gießen ist Prokura erteilt Gießen, den 3. Januar 1921. 1653 Hessisches Amtsgericht. 138c s «•»•hh Imre Müller zeigen an Darmstadt Gießen em Kräftiger Junge angekommen 7 Gießen (Marktstr. 3), den 4. Januar 1921. ni7?l Voranzeige 32a Frankfurt a. M. Michelstadt, den 31. Dezember 1920. r. 162 SuiHiItrMI HÄr“„us AM K«W, AM« 0173 sucht zum baldigen 'Eintritt Zimmermädchen.KüchcninädcliEa.Kocliifil'.riräiilein. tage gesucht 0149 Telephon 2104 Neuenweg 18 0181 Zeilitraue 70*/, 159ss Nur in versiegelten Original-Kannen Angebote an E. Slod). ZieHcta Mädchen unter 0159 n. d. (Wien. An alsbald 148D Schöner Wkü Hausierer Gesucht zum 15.1. oder 146 1. 2. ein 0146 Brauhaus Professor Dr. Leutert und Frau Elsbeth geb. Rohland Wtederbr. Be» ttzroffeu Buserk, Dr. Imre Müller Lehramtsreferendar laufen, lohn. iiirflt. Mtöüe« JSt 0122 Grabenttrafec 11p. VormittagSbilre für Mittwochs und Sams- Slhulimalver-Mrslelle gesucht. Meldungen an das Wohlfahrtsamt «liebeit. Heinrich Schultheis und Frau Anna geb. 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Die neuen städtischen Steuern, die teils tun 30 Dezember, teils am 31. Dezember beschlossen wurden, zerfallen in Einkommen-, Gründ- und Gewerbesteuern. Die Vorlage mußte noch im vorigen Jahre beschlossen werden, damit die Stadt nicht ihres Anteils an dem staatlichen AusgleichSstock verlustig gehe. Ob es bei den Sätzen des reichssteuer- ireien Einkommens bleiben wird, die vorläufig nur für 1921 gelten sollen, ist.noch zweifelhaft, da der Staat vermutlich Der- suchen wird, der Stadt Gießen die von ihm entworfene Mustersteuervorlage aufzuzwingen. Der Vorschlag des Ministeriums faßt wesentlich schärfer zu und läßt die Gemeinde- 'icuerpflicht für alleinstehende Personen bei 7501 Mk. eintreten (der zum Beschluß erhobene städtische Antrag bei 9501 Mk ). Im weiteren verhalten sich die beiden Schemen wie folgt: Eheleute ohne Kinder: Ministerium 8001 Mk., Stadt Gießen 12001 Mk., Eheleute mit 1 Kind: Ministerium 8701 Mk., Stadt Gießen 14 501 Mk., Eheleute mit 2 Kindern: Ministerium 9401 Mk, Stadt Gießen 15 001 Mk., Eheleute mit 3 Kindern: Ministerium 10101 Mk., Stadt Gießen 15501 Mk., Eheleute mit 4 Kindern. Ministerium 10 801 Mk , Stadl Gießen 16 001M!., Eheleute mit 5 Kindern: Ministerium 11501 Mark, Stadt Gießen 16 501 Mk., Eheleute mit 6 Kindern: Ministerium 12 201 Mk., Stadt Gießen 17 001 Mk. Um die Höhe der Einkommensteuer zu veranschaulichen, lassen wir nebenstehend zwei Tabellen folgen. Die erste Tabelle läßt ersehen, bei welchem tatsächlichen Einkommen für den Alleinstehenden, für die kinderlose Familie, svlvie für die Familie mit 1—6 Kindern das gemeindesteuerpflichtige Einkommen einsetzt, wieviel Prozent es beträgt und welchen Betrag es ausmacht. Die zweite Tabelle läßt außerdem den Betrag der Reichssteuer sowie die Summe der beiden SteuerbetrLge bet dem jeweiligen Einkommen ersehen. L Die orgenormten Frist einen Wob- nunahidvcnben zuweisen. Mit diesem Fann bann der Hausbesitzer einen Mietvertrag errichten. Jeder A b sch l u ß eines Mietvertrags über Wohnräume, Läden und Werkstätten ist der Gemeindebehörde vom Vermieter binnen einer Woche nach Abschluß des Vertrags zu melden. Uebersteigt der vereinbarte Mietzins ben Betrag, der für Wvhnräume, X!äben oder Werkstätten der genuetelen Art und Ausslattung unter Berücksichtigung der Reben- leistmlgen des Vermieters üblich und angemessen ist, fo tarnt sowohl die Gemeindebehörde innerhalb einer Woclre nach Eingang der Anzeige als auch der Mieter bis zum Vlbknif zweier Wochen nach ?lbschluß des Vertrags bei dem Einigungsamt beantragen, daß der Mietzins aus die angemessene Höhe berabge)e(tf wird. Äe Mietzinse für Wohnungen, für die aus öffentlichen Mitteln Beihilfen zur Abbürdung der Ueberteuemng gewährt worden sind, unterliegen nicht her Festsetzung durch das Emiguugsamt. Aus einem Mietverträge, der der Gemeindebehörde nicht angezeigt ist, können von dem Vermieter keine Ansprüche geltend gemacht werden. Der Vertrag wird auch in Ansehung der Ansprüche des Vermieters wirksam, wenn weder die Gemeindebehörde noch der Mieter innerhalb der genannten Frist eine Herabsetzung-des vereinbarten Mietzinses beantragt, wenn die Anträge aus Herabsetzung zurückgezogen werden oder wenn das Einigungsamt über die Anträge entscheidet. Eine Erhöhung des Mietpreises darf das Mieteiuigungs- amt bet der Entscheidung nicht vornehmen. Zu- aunsten des Mieters ist der Vertrag auch ohne Anzeige wirksam. Wird ein ?lutrag aus Herabsetzung des Mietpreises nicht gestellt, so erteilt das Wohnungsautt den Genehmigungsschetn. Lehnt der Hausbesitzer ab, mit dem Angewiesenen Wohirungsuchenden einen Mietvertrag abzuschließen, so wird das Wvhnungswnrt einen anderen Wohirungsuchenden bezeichnen. Es tarnt auch bei dem Mieteinigungsamt die Errichtung eines Zwangsmietvertrags mit dem zuerst Zugewiesenen beantragen. Tas Emigungsamt setzt, falls für den Verfügungsberechtigten fein unvethältnism äfti- ger Rächtest zu besorgen ist, einen Mietvertrag fest. Ein unverhältnismäßiger Mochtest ist z. B. dann zu besorgen, wenn der Wohnungsuchende zähluugs- unsähtg für die Miete oder ein Störenfried ist, ober wenn aus sonstigen Gründen den anderen Hausbewohnern nicht zugemutet werden tarnt, mit diesem Wohnung suchenden zusammen zu wohnen, oder wenn angesichts der ^age her Räume lln- zuträglichkeiten zu besorgen sind usw. Der Vertrag gilt als geschlossen, wenn der Wohnung- suckende nicht innerhalb einer vom Einigungsamt zu bestimmenden Frist bei dies ein Widerspruch erhebt. Tas Recht des Widerspruchs steht nur dem Wöhntrngsucksü>en, nicht auch dem Verfügungsberechtigten zu. Das Einigungsamt kann anordnen, daß die Gemeindebehörde an Stelle des Woh- nungfuchenben cnn:e:cn. Zu- nxnlen wird in Rkietverträgen btc schriftliche Erlaubnis des Vermieters für erforte.lick erklärt. Die Erlaubnis des Vermieters wird durst» die Erlaubnis des iSrntgant^anti-j erlebt. D,tS ©nn- gungsamt soll die Estlanbnts versagen, wenn der Vermieter sie mts einem nndffig.it Grunde uer weigert hat Wichtige Grunde, auS baten die Erlaubnis zu versagen ist, können in der 'Tiegel nur ans der Person des Drstten, dem der Gebrauch überlassen werden soll, dergÄestet nxrden Es kann also eine Wohmcng oder ein Teil derselben gegen den Willen des Hausbesitzers mit Zuslim nuntg des Mieternigungsanttes Wester vermietet werden. Aenderungeti der Mietverträge erfolgen in der Regel in Gestalt von Mietpreisen böhtuigmi Zu aHen Mietzinssteigerungen ist die vorherige Zustimmung des Mieteiniguitgsamtes einzuholen Diese ist auch bann notnvnbig, wenn es sich um fine vereinbarte Mietpreissteigeiring handelt Die Kündigung eines Mietvertrags über Wohnräume, Läden oder Werkstätten kann eben falls nur nach vorausgegaitgeiier Zustimmung des Einigungsamts ausgesprostrn werden Bureaus lüontore) fallen unter „Werkstätten": Lagerräume werden nickst betroffen . Zur Küiidigung eines La gers bedarf sonach der Vermieter nicht der Zustimmung des Mieteiuigungsamts. Der Mieter hat iedoch das Recht, unverzüglich, d. h. ohne schuldhaftes Verzögern, das Einigungsamt anzu rufen. Dieses fann über die Wirksamkeit der ftün btgmtg uni) über die Fortsetztmg des gekündiyteu Mietverhältnisses jeweils bis zur Tauer eines Jahres bestimmen. Wird die Fortsetzung oder Bei längecung des Mietverhältnsses angcordnet, so kann das Einigungsamt dem Mieter neue Der pflicktungen auferlegen, insbesondere den Miet zins erhöhen. Die Erteilung der Zustimmung er fetzt nicht die Kündigung. Diese ist nach erlangter Zustimmung noch regelrecht ansznsprechen. Die Zustimmung zur Kündigung Tann von dem Vor sitzenden des Einigungsamts auch in Form einer einstweiligen Anordnung gegeben Itrrirn. Doch hat dies lediglich formelle Bedeutung und greift der unter Zuziehung der Beisitzer und der Parteien zu fällenden Entscheidung in keiner Weise vor. Ein ohne Küirdigmtg ablaufendes Mietverhällni: gilt als auf unbestimmte Bett verlängert, wenn bet Vermieter nickst vorher die Zuslimmimg des Eins gungsamls zu dem Mlauf erwirkt Hai. Die Be stimmungen gelten auch für mietähnliche Rechtsverhältnisse, z. B. UebeAassung einer Wohmmg gegen Dienstleistungen, also als Test der Entlohnung für .Hauswartdienste usw. Zur Kündigung des Mieters ist die Zustimmung des EinigungsamtA nicht erforderlich. Da zwischen Hausbesitzer und Untermieter ein durst» die Mieterschutzgeseygebung beeinflußtes Rechts- Verhältnis nicht besteht, wirkt die .ilimbigung des Mieters auch ohne loeiteves gegen den Untermieter. Die zwangsweise Räumung einer Wohnung, wie sie auf Grund eines gerichtlichen Räumungsurteils oder eines vollstreckbaren Vergleichs durchgeführt werden körmte, darf nicht erfolgen, wenn daS Wohnungsamt bescheinigt, daß der Inhaber der Wohnung bei Turchführung der Räumung wohnungslos werden würde. Arrs Stabt unb £anfc. Gießen, den 5. Jan 1921. ** Am tliche Personaln ach richten. Ernannt wurde am 27. Dezember 1920 der An- staltsarHt au der Landes-Heil- und Pflesoanstalt bet Heppenheim Dr. Ludwig Adolf Amr Hern zum Oberarzt an der Landes-Heil und Pflege- anstatt bei Lllzey mit Wirkung vorn Tage seines Dienstantritts an. - Ernannt wurden am 27. De zernber 1920 der Amtsarzt bei dent .stteisgesund- l-eitsamt Mainz Dr. Eduard Balser zum AmtS^ arzt in Bad-Salzhausen mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an, und der Assistenzarzt be» der Landes-Heil- und Pslegranstalt in Gießen Dr. Jakob Schmitt aus Arheilqen zum Amtsarzt bei dem Kreisgesundheitsamt Mainz mit Wirkung vom 1. Januar 1921 an — Ernannt wurde am 28. Dezember 1920 der Staatsanwalt Tr. Maxi „Und von denen soll ich chn befreien — gerade ich? Eine etwas sonderbare Zumutung, liebe ErÄa!" „Bist du nicht fein Bruder? Und stehst du chm deshalb nicht näher als fönst jentanb auf her Welt?" Darüber tarn man verschiedener Meinung lein. Was wirft er sich denn eigentlich vor? Wenn seine Fvau von irgend einem Dritten ermordet worden ist, was tarnt er am Ende dafür?" „Ach, er glaubt ja gar nicht im Ernst an einen Mord. Er gibt vor, es zu tun, weil diese Erklärung die einzige ist, an bte er sich noch zur Beruhigung seines Gewissens klammern tarnt. Aber ich weiß, daß er nicht so fest davon überzeugt ist, tote fein Vater und alle Leute hier -in Treten» bannt. Einige seiner unbedachten Aeußerungen unb fein ganzes Benehmen lassen es erkennen." ^,Was glaubt er denn sonst? Etwa, daß sie sich l elbst um geb rächt hat?" „Ja, das ist es, was als eine schreckliche Last aus ihm liegt. Er vermutet einen Selbstmord und mißt sich die Schuld daran bet'." „Tann wirb er wohl auch Ursache dazu haben. Wie ich ihm da Helsen könnte, vermag ich nicht ein- zusehen." „Doch — du kannst es," widersprach sie mit sanfter Beharrlichkeit. „Denn es sind Dirnge- spir.nste, mit denen er sich quält. Er hat sich seiner Frau gegenüber nichts ju -schulden kommen lassen, was sie zu einem so verzweifelten Entschluß getrieben haben könnte. Wenn sie nicht glücklich war lag die Ursache nicht bei ihm, sondern bet ihr." „Rach der alten Regel, daß der Lebende immer Recht har — nicht wahr? Taß du ihn so warm verteidigst, wunderr mich natürlich nicht. Aber du siehst wohl ein, daß ich über diele intimen An- SelrgerheiLen mdjt so gut unterrichtet sein tarn; dieKalkner aufLmöenhöhe Roman von Reinhold Ortmann. fQazbbrucf verboten.) Fortsetzung 75. „Wie besorgt chr alle nm ihn seid! Aber ich tobe btt Reise nach Tiefenbnmn eigentlich nicht ® diesem Zweck unternommen." „DaS gtaxbe ich wohl. Sonst hätte ich dir ja cud> nicht erst mit meiner Bitte zu kommen brau- «ren. Run aber, da du doch mit ihm sprechen rnrft — „Vergib!" fiel er ihr ins Wort. ,^Jch möchte k'.me falschen Erwartungen aufkommen lassen. Es bestehen fchon längst ferne näheren Beziehungen Mehr zwischen Achtm unb mir. Ich hatte lediglich iie Absicht, einige Fragen an ihn zu richten. Daß es zu vertrauten, brübertichen Herzensergießungen kommen wird, glaube kh Nicht." „Das wird allein von dir ohhängen. Und ich kann mir wiederholen, daß Achim einen wahren Tvteunb niemals so nötig gehabt hat, wie eben fetzt." „Woraus folgerst du das?" „Er ist so unglücklich. Der Tob seiner Frau lat ihn biß in die innersten Treten erschüttert. Unb et ist augenblicklich nicht stark 'genug, nm aus eigener Kraft wieder ins Gleichgewicht zn dm men." „Wann wäre er jemals stark gewesen! Aber fcent Wunsch ist mir unverständlich. Ich habe doch nickt die Macht, ihn über seinen Berlttft zu trösten." „Rein. Es ist auch nicht das, was ich meine. Gewiß har Signes Hinscheiden ihn hatt betroffen. Aber das, worunter er am schwersten leidet, ist doch wohl etwas anderes. Er leidet unter der Qual v-m Selbstvorwürsen, die nach meiner heiligsten Üeberjeugung keine Berechtigung haben." nne du, und daß ich mich darum auch nicht zu einer Einmischung berufen sichle. Wenn er, tote du sagst, nicht ohne eine helfende Hand mit fernem Schicksal fertig werden tarnt, warum hast beim du ihm diese helfende Hand nicht geboten?" Erita schüttelte den 5Ö>bf. „Weil er mir nicht glauben würde. Dir aber, dem Manne und dem Fomatiker der Wohrhostigkett würbe er glauben." „Es ist ein hübscher Titel, den du mir da gibst, und ich wünschte, daß ich ihn verdiente. Aber wenn ich auch ent Fanatiker der Wahrhasttgknt bin, ein Hellseher bin ich darum doch nicht. Ich habe Achims Frau nie gesehen, und ich weiß nichts von den Vorgängen in feiner Ehe." „Du mußt ihn dahin bringen, daß er sich dir anvertraut, daß er dir alles lagt, was zwischen ihm und ferner Fvau geschehen ist. Dann wirft du auch wtfsst, was du ihm zu sagen hast." „Dir hat er sich ja vermutlich bereits anvertraut, daß du dich so entschieden auf leine Seite stellst." „Richt so, wie du es dir vielleicht Vvrftellft. Aber ich habe manches beobachtet und manches erraten können. Als Signe hiethertam, war ich von ihr entzückt und freute mich aufrichtig über Achims Wahl. 9Cber diese schöne und bestechende Frau war doch wohl nicht das, was sie schien. Ich glaube, sie hat deinen Bruder niemals wirklich geliebt." „Fvauen untereinander sind m'emols milde Richte rinnen. Namentlich nicht, wenn — —" Er stockte. Mit ruhigem Blick ftch lkrita zu ihm auf. „Warum sprichst du nicht zu Ende? Ich möchte wohl hören, was du sagen wolltest." Er preßte für einen Moment die Lippen zusammen. Dann fuhr er rücksichtslos heraus: „Ramentlich iricht, wenn sie einmal um die Liebe dessckben Mannes gmocbm haben.* Es war ein hartes, unbarmherziges Wort. Aber Erita zeigte sich nicht beleidigt oder verletzt. „Ick» wußte, daß es das war, was du meintest. Aber es ist ein Irrtum. Ich habe niemals um Achims Liebe geworben. Rie habe ick m ferner Frau eine glücklichere Rckerrbuhlerrn gesehen. Es ist möglich^ daß ich von den scUechtesten Instinkten erfüllt bin. Die Eifersucht aber ist »richt unter ihnen." Erich löste die Arme und trat, ihr den Rücken xickehrend cm das Fenster. Eine geraume Zeit war vergangen, ehe er ihr wieder fern Gesicht zu- wandte. „Vergib mir, Erika! Ich habe eben gesprochen tote ein gereizter dummer ZVinxqe. Was von deinen schleckten Instinkten zu halten ist, weiß kein Menfck belfer als ich. Ich tarnt es nur eben noch immer nicht ertragen, dich von Achim sprechen zu hören, wie von einem Menschen, der jemals deiner Liebe wett gewesen ist. Unb, daß du es weißt, deshalb allein bin ich hier." Ihr fragender Blick tagte fljm, daß sie ihn nicht verstand. In kurzen, abgehackten Sätzen sprich er weiter: „Ich habe abscheuliche Tage hinter mtt. Tage, in denen ich mir selbst bis in den Grund der Seele zuwider war. lieber vieles von dem, was in mir oorgütg, mag ich nicht reden. Aber als ich btc Rachricht von dem Tobe dieser Fvau erhielt, wurde es vollends unerträglich Denn jetzt sah ich nur noch euch beide vor mir, Achim unb dich. Ich kannte dich wie ihn. Ich wußte, daß er non neuem um deine Liebe werben würde, und daß du pi weichherzig bist, um nicht zu verzeihen und zu vergessen. Ich sah voraus, was kommen würde. Diesmal aber wollle ich es nicht gefchehen lassen. Um eS zu verhindern, bin ich hier." (Fortsetzung folgt) schall Wilson absolut einer Meinung seien. Die nnditigilen Zentren für diese Freinnlligen-L-rgan^ ber Wasserleitungsanlage (Pump- sein. Landkreis Gießen. 73,19 74,58 74,42 finden. Preissenkung in England. Porsenkurse. Frankfurt Kurs Kur- Kurs Kurs 181, O b e r k l e e n — D u tz b a ch (O st)— B a d-. des die Schiffahrt auf dem Main wieder er- gen sind für Frankfurt und Offen zum Umschlag für Bayern bestimmt. 6.20 Dad-Nauheim 899, 341, 345,75 484^50 425, 429. 4. 1 5. 1. Die erste Wahlversammlung fand heule nackimittag in dem überfüllten Slernschen Saale 201,- 179,75 336,50 288,- 31.12. 77,50 974,- 17'07 81,97 11*89 972,- 17*03 81,77 11,85 *61,50 354,50 233,75 518,- 294,- 22.20 *0.26 1.072 656 - 250,25 202,- 180,- 190,55 194,50 *öo'- 393,- 560,50 3*4,- Oberhleen Oberkleen XVButzbach (Oft) Oberkleen Thristiania . . Kopenhagen . . . Stockholm . . . . Helsingfors. . . . Italien...... London New-Pock. . . . ab 6.25 „ 12.05 4-51 eint: Dad-Nauheim Dad-Nauheim Rockenberg rung wert). x rechner ge. Hersfeld, 3. Jan. In dem benachbarten Torfe Niederaula steckte das 3jährige Kind eines Arbeiters beim Spielen eine Bohne in seine Nase. Tie Bohne geriet in die Luftröhre und führte den Erstickungstod des Kindes herbei. W£id) Butzbach Lich Bvtzbach Lich ^'Butzbach (Oft) ^/Butzbach iVLich Butzbach G rünb e 206.- 8.75 1.50 7.25 38.30 23 26 22 30 40. *0 1.10 656.50 4.- 436,55 *37,45 436,55 437,451 1133,851136,15 1143,851151,15 , 100 Fl. 100 Mk 100 Kr. 100 Kr. 100 Fr. 1 £ 100 L. 100 Fr. 100 Kr. 100 $ 100 Kr. Handel. Frankfurter Warenbörse v. 1. Januar 1921. fd. Frankfurt a. M., 4. Jan. Gegenüber der Lage vor den Feiertagen ist noch keine Aenderung eingetreten. Die Zurückhaltung ist allgemein, Angebot wie Nachfrage hüten fid> vor Preisbenennungen. Wenn man von den besonderen Verhältnissen der Frankfurter Warenbörse absieht, muß man das Bild als wider Erwarten immer noch als tot betrachten. In Lebensmitteln waren angeboten Bohnenmehl, Margarine, Reis, Hülsenfruchte und Maismehl. Begehrt waren Fette. In Textilien bot man an: Scheuertücher, Frottierwaren, Handtücher, Eheviotstoffe, Hemdentuche, Segelleinen. In Hölzern bestand Angebot in Kiefern und Fichten, ohne daß sich irgendwelche Nachfrage zeigte. Auf dem Chemikalienmarkte bestand Angebot in Orelsäure, Glaubersalz, Maschinenöl, Steinkohlenteerheizöl, Anis, Japan- kampfer, Jnpanwachs, Pottasche, Bromkali für Ausfuhr. Zu kaufen gesucht waren Glaubersalz und Kupfervitriol. Die nächste Börse findet am Dienstag, den 11. Januar statt; Fachbörsentag für Oele und elektrische Haushaltsartikel. Kreis Büdingen. O r t e n b e r g, 3. Jan. Nachdem Stadt- W in ter, der das Amt eines Rechners Marknotierungen. Datum: Wechsel auf: Holland Deutschland Wien Prao ........ Paris . . . London. ...... Italien ....... Brüssel Budapest New-Pock '(gram 3. 1. 8,85 *,40 9,- Zürich . . . Amsterdam. Kopenhagen Wien . . . Loudon. . . Paris . . . New-Dock . Butzbach (Ost) Butzbach (Ost) Oberkleen Butzbach (Ost) Oberkleen Butzbach (Ost) 4.1. 77,50 trolle der Alliierten bis zur vollkommenen Entwaffnung Deutschlands fortgesetzt werden müsse. Die Note erflärt weiter, England und Frankreich seien einig über die Notwendigkeit, daß das Abkommen von Spaa über die Sicherheits- und Ordnungs Polizei durchgeführt werden müffe. Eine leichte Meinungsverschiedenheit bestände dagegen zwischen England und Frankreich in Bezug auf die Einwohn erwehren und die O r 31.17. 77,50 66,20 65,75 62,50 180,- 327,- 248,- 219,50 202,- 181.- 194.36 192,25 548,- 399,50 393,- 533,50 337,- 319,57 655,25 570,- *59,25 332,60 287,- 505,- 294,75 3*0;" öffnet werden. Große und kleine Kohlenkähne, an 7.24 beladen mit Kohlen, Koks und Briketts, konn- - l 22 ten beobachtet werden. Diese Brennstoffladun- " ? 23 gen sind für Franffurt und Offenbach und Ansichten gingen nur auseinander hinsichtlich der Fristen, in der die deutschen Formationen aufgelöst werden sollen. England betrachte die Lage hinsichtlich der Zerstörung und Ablieferung der Waffen für befriedigend. In dieser Note wird zugegeben, daß England wie Frankreich wünsche, daß diese Waffen ebenfalls abgegeben werden. Aber fi? habe auch die Schwierigkeiten im Auge und könne sich auch das Chaos in Deutschland oorstellen, das 1919 und zum Teil auch noch 1920 in Deutschland geherrscht habe. In dieser Beziehung könne TeutsDand nrcbt i'dbü absolut vevmtwvrtlich gemacht werden. Vereinzelte Verfehlungen gegen das Datum: »*/. Deut. Äriegsmti. *•/, Deut. Reichsanl. 8e/g Deut. Reichsanl. * °/e Preuß. Konsuls Darmstädter Dank. Deutsche Bank . . . Disconto Gesellschaft Dresdener Dank . . Nationalbank f. D. . Mitteld. Treditbank. H.-Amerik. Pakets. . Norddeutscher Loyd . Doch.Gußstahlwerk . D.« Luxemb. Berg«. Gelsenkirch. Dergw. . Harpener Dergdan . Oberschl. Eisend.-B. . Oberschles. Eisenind. . Phönh-Dergb.Akt. . Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerke. Elektr. A. E. G. Schuckert- Werke . . Felten- Guilleaume . Daimler Bud.- Eisen«.- Akt. . Adlerwerke * °/.Hess.2taatsanl. . Electron Griesheim - Daris Schweiz ....... Spanien Wien (altes) Deutsch-Oesterr. . . . Prag......... Budapest Bulgarien Konstantinopel. . . . dieser Organisationen so rasch erfolgen tonn, rote es Frankreich zu wünschen scheint. Es sei notwendig, zu betonen, dahin der Entwaffnungsfrage dreser Organisationen Marschall Fach und Mao- zmA StlltS Ach btn bchnnl ffi Ä M s und £^1 tiiufb w Külitz. D se iTOi Srgm Or & do Uli?e!S dem aber Riegen die betorattm fübcetbat Daprere auf den anderen Märkten um 10 bis vereärzett 20 Prozent. Adlerwerke imt 25 Prozent, Angs-- burg-Wrnberger und Rheinische Braunkohlen um 40 Prvz. Bon Petroleum werten erzielten Steaua 130, T-eutsche Petroleum 200 Prozem Steigerung. Die Erhöhung der Devisenpreise verhalf auch Valutawerten, besonders Baltimore, Türtontabak, Neuguinea und Otavi, zu gmy beträchtlichen Steigerungen. Am Rentenmarkt stiegen Ungarn bis 3, Mexikaner bis 40 Prozent. Die starke .Kauflust des Publikums machte sich auch in wesentlichen Kurssteigerungen für einzelne Papiere in zu Einheitskurfen gehandelten Jndustriepapieren bemerkbar. QoM, in btt Lmlikoder Lohnütz M, in dein M nntg Entmündigt! W«l in folgende Wien W borene, b) tn Sobnmbe, < «btt ft it 19t ntnbe unbd bit int Äiö ihren WoW rotifmtg duv behielten. K ab, in der ft wenn fit nid; meinbt, in d in der G Das Ab st mtinbtrotift feder Gemen memde einen lentatö rye itrfm. Gut als 101 Er bezirle für \\ den anaegli über 100, i Wahlbezirke eigenen ptr DahlduWu Gegemmrkb doch wird eit Gutsbezirkes kerung über tret SBatfbt fedem Wahlb richtet werden zahl jeder W die Anzahl nicht über 80 Für die Mt tertet folgen Errichtung d Januar S Sntiagun ”IU»oeren Verbrechens der als Hamsterer betonnte Willy Wenz ans Mombach festgenommen werden. Bei der Haussuchung fand man die Uhr und das Armband der ermordeten Fran Wenk, was bald zu einem vollen Geständnis des Wenz führte. Die Tat selbst haben der,frühere Marinesoldat Deister ans Gan-Mgesherrn und der ehemalige Artillerist .Klein aus Geisenheim aus- geführt, während Wenz nur den Strick lieferte. Auch die Täter konnten verhaftet werden und fand man bei ihnen das geraubte Geld, zwölf Zwanzig- markstücke in Gold, etwa 30 Mark in Silber, sowie 7,- *•*’•**....... 913,- . ......... 2,61 . ........... 23,25 1,35 Züricher Devisenmarkt. Von unserem Grünberger Mitarbeiter wird uns zu diesem neuen Fahrplan geschrieben: „Ter Fruhzug ist zwar unverändert geblieben. Bedeutend ist dagegen die Aenderung des zweiten Zuges. Dieser traf bisher 10.13 hier ein und fuhr 12,30 ab. Bei seinem SV«stündigen Aufenthalte hier wurde er gern von der Landbevölkerung benutzt, um Einkäufe und Geschäfte hier zu verrichten. Auch reichte seine Abfahrtszeit gerade noch hin, um den auswättigen Schülern der Realschule nach beendigtem Unterrichte sogleich die Heimsahtt zu ermöglichen. Von jetzt ab sollen diese Vorzüge säst ganz weg, denn nach dem neuen Fahrplane trifft er zwar 9,42 hier ein, fährt ober schon 11,20 wieder ab, so daß sein Aufenthalt von 2V< Stunden auf knapp V/2 Stunden verkürzt ist. Für die Schüler kommt er jetzt überhaupt nicht mehr in Frage unb auch das Besorgen der Geschäfte muß bei Der verkürzten Zeit in beschleunigtem Tempo geschehen, besonders dann, wenn er verspätet an» kommt, was bisher schon manchmal vorkam. Auch der Nachmittagsziug, der früher 3,30 ankam und 5,00 ab führ, erfährt eine Verkürzung seines Aufenthaltes hier, er trifft jetzt um 4 Uhr ein und fährt 5,10 ab. Einen Fortschritt zeigt der neue Fahrplan aber insofern, als von jetzt ab mit Ausnahme des Frühzuges die beiden anderen Zugpaare auch Sonntags verkehren. Bisher fuhr auf der Strecke Lich—Grünberg am Sonntag kein Zug." Die Bürgermeistenvahl in Lich. S Lich, 2. Jan. Unser Städtchen steht eben ganz im Zeichen der Bürgermei ster wa hl, die noch nie die Gemüter so bewegt hat wie fetzt. Ist doch erstmalig ein Berufsbürgermeister zu wählen, um dessen Stelle sich auch auswärtige Kandidaten betrorben haben. So ist die Wahl eben das Tagesgespräch. Am Stampftisch, auf der Straße, bei Familienzusamnrenkünften, in Geschäften ober wo sonst nur zwei ober drei Menschen zu- sammenkommen, da werden unwiderruflich die Chancen ber einzelnen Kandidaten erwogen und bie Möglichkeiten des Wahlausgangs erörtert, da wird das Für und Wider für den ober jenen besprochen, ba wird im Stillen aber auch schon agitiert für seinen „Bekannten" ober einen Unbekannten", ber zufällig ein auswärtiger Freunb ober Patteigenosse ist. Wie wir schon berichtet, liegen sechs Beweibungen vor, so baß allem Anschein nach ein lebhafter Wahlkampf bevorstcht. Dad-Nauheim — Butzbach (Ost)— Oberkleen: Neuer Fahrplan üer Butzbach—Sicher Eisenbahn. Am 1. Januar ist auf den beiden Strecken Der Butzbach —Lich er Eisenbahn (Butzbach— Lick—Grünberg unb Bad-Nauheim—Butzbach (Ost) -Oberkleen) etn neuer Fahrplan in Kraft getreten, den wir nachstehend veröffentlichen: Butzbach —Lich—G rünb erg: (In einem Teil der Auftage wieder holl.) Der englische Standpunkt in der - Entwaffnungsfrage. Befragen Sie ^hren Arzt über Pari r 4. 3an. T-ö Stamrf* die Wirkung ^LAÄtzLürWW Bureau oerosfmtlrchte gestern wn ba-= |clb( 6en,äjrt stch bernorragend »ur ,Lournal meldet, eure längere Note nber bie Neubilduu«deSBlnteS.Hebungd.Nerveu Entwaffnung m Teutschland. In ber 1 Eueraie,Nräftis»«gderLrgane,Scttigung Note wird u. a. gesagt, der englische und der pni- bet Knochen unb jnm Aufbau bet Zelle, zösische General stab leien in der Frage der Art- 252 Tabteven füt ctae 4wöchentt,che Kur M- 1*-, wafsmmg Teutschlands vollkommen emrg. Ihre' Erhältlich in alle« Apotheken. nalian Mün^enberger in Mam- zmn Amts- ein Bild seines Lebens und ein Bild der Aufgaben, ^Esr2 btt dcm Wsgericht Marn; mit Mr- die er als BÜVermeistm.zu lösen^^entt. Ter ^mq vom 10 Januar 1921 Redner, der ftch Urr demokratischen Weltanschauung Wieder Marken bie auf Karten, bekennt, blreb in seriM AuspchcnnMn smhltch und aber nickt auf Briefen gelten. Deutsche erntete allgemeinen Beifall. Zu emer^ssMache Vriefmatten die auf Posckatten, aber nicht auf meldete sich ntenumb, obwohl auch andere &Orgaiii feftigung davon plus 20 Proz. ^tngn^e^2,50. fönueb^^ im g^ennwrti|en Juaav- Scilindustrie Wolff unb Feinmechanik Fetter waren blick imemnm)ckt c. N<^> zu wesentlich höheren Kursen gesucht. Z^stoss Anstcht^r ^lli^ R^e^g ^rbenstboch Dresden 370 plus 20 Proz. Metall Dannhorn an- ^lonb.r» Bayern, m^^vrettvintge unter ben MpfiMtb- 99Q 50 itrnnfiffhe Sckllpsabric blieben fest Wasfen gehalten, als notwendig sei. Um tn dieser 330 ÄSSn mit 360 - angele9en6eit »u einer Volten Skrftänbtqims Su 10198,50 tommen fei. e# nütmenJng. txrB tannen ratet ta- ’Ä??»'*" 3 $rD?- Scid,?” d7n^«N^r?eUn «'inifte%iä| menten IBtrlintt DeviftNMlirkt. I welches nur im Falle der alleräußersten Not- GÄd Brief Geld Bttes Wendigkeit angewandt nxtben wüide, beispielsweise Datum: 3. 3an. 4. Zan. tm Falle einer Aktion in Ostpreußen gegen Polen Amsterdam- Notterd. 2322,65 2327,352236,102364,90 England sei entschieden ber Ansicht, baß bei Brüssel-Antwerpen . 453.50 459,50 459.50 460,50 Artikel 172 dos Frsedensvertrages, ber bie Ber- 1134,851137,151188,801191,20 teüung der Erzeugnisse der chemischen Industrie be- lll-,31 1138,65 1186,801188,70 lsandelt, nicht befriebigenb ausgesührt worden sei 1478,50 148 L501518,451521,55 sei eine der wichtigsten Fragen. Aber es iet 212,75 213,25 210,75 211,25 noch zu früh, üder die Maßnahmen zu sprechen, bte 254,70 255,39 254,70 2 >5,30 ergriffen werden müßten. 262,20 262,80 267,95 268,65 | einc Inferenz in Paris. 4. L 8,75 4,23 8,75 6*T5 913,60, . 2,70 Ein ftüchtiger JttweleichLnÄler. 23,75 Berlin, 3. Jan. (Priv.-Tel.) Ter Fuwt^»' I Händler I. Weinstock, Mohrensttaße 16 tn Balin, wurde unter ber Mitnahme von Juwelen m i. 5.1. Wette von MillionMark fltt^ Schweiz« fronten vergangenen Jahre hatte ererne •>06 75 | Werte von über 1 Million Matt, bte mia ernc 8.70 Billa im Westen Berlins gestohlen wott)en^wai, 1 375 an sich genommen unb in Varis vertausU Geg« 7.10 bie Stellung einer Kaution von 50 000 Matt ge 38.15 I lang es ihm damals, aus der Hast entlflfien zv 23.87 wewen. , Paris, 4. Jan. (WTB.) Nach einer Meldung Berlin des „Petit Journal" aus London fegen die Abende Abend- Schlich- Schluß- großen Warenhäuser zu bedeutend herab- | Ä ‘ gesetzten Preisen ihre Verkäufe fort. Ta? 4.1. Publikum, das bisher mit großem Erfolg gestreikt 77,50 stellt sich wieder in großen Massen ein. 66^ Verbot einer Luftpolizei in Deutschland. 62,75 Berlin, 3. Jan. Die B o tsch aste r- ! l32,- konferenz richtete am 31. Dezember fpb- Si’” gende Note an die deutsche Friedens ooo'änIdelegatiou in Paris: Am 4. Dezember übersandten etc der 181’- Konferenz eine Note, in der die deutsche Re- 191^25 gterung erklärt, an der Ansicht festhalten zu 197,25 müssen, daß die Ausstattung der Polizei mit 554,75 Luftfahrgerät weder gegen den Vertrag von 377,50 Versailles noch gegen die Abmachungen von 892.75 Spaa verstoßen mürbe. Ich beehre mich. Ihnen b^,- mitzuteilen, daß die Konferenz nach erneuter ^.7» Prüfung der Frage nur tn aller Form dre : früheren Entscheidungen aufrecht erhalten 7? kann. Das Bestehen der Luftpolizei steht offen M bar im Widerspruch zu Artikel 198 des 347*50 Vertrags, und die Bildung von Ausbib 291',- dungsgeschwadern für die Polizei würde dev 500, - Absatz 3 des Artikels 162 direkt zuwiderla» . 296,- fen. Außerdem stellen die alliierten Regierim-^ 749f6° gen in der Note vom 22. Juni bei der Erteil 358,75 fUItg Genehmigung zur Vermehrung der deuffchen Polizei die Bedingung, daß diese nnt Bewaffnung versehen würde, die ihrer Auf gäbe zu entsprechen habe und die von der Kon^ trolllommission zu bestimmen sei. Die Kv»' trollkommission traf genaue BestimmungOi über diese Bewaffnung. Die Ausstattung mtt Flugzeugen ist dabei nicht vorgesehen. Du Konferenz sieht keine Veranlassung, die Revision dieser Entscheidung anzuordnen. Berlin, 4. 3 an. Börsen st im mungs- bild. Unbeschadet um bie Wirkungen der verschiedenen Noten der Entente oder auch vielleicht gerade deswegen unb zusammenhängend mit ber dadurch hervovgerufenen Steigerung ber Devisenpreise und dem Wunsche nach Anlage ber großen teilweise Mrstchgehaltenen Geldsummen in Wertpapieren war das Publikum auf allen Märkten umfangreich als Käufer tätig. Die erste Börse des neuen Jahres stand daher im Zeichen ausgesprochener Aufwärtsbewegung und es ergaben sich bei lebhaften Umsätzen aus nahezu allen Gebieten recht ansehnliche Kursgewinne. Die führende Rolle fiel —,------- „ --------Goldschmidt mit über 150 und Orenstein u. Koppel statt. Sjadtiekretär Völker (Fnedberg) stellte mit 120 Prozent Steigerung zu, die sich bei großen sich als Kandidat vor unb gab in finden Umrissen | Umsätzen in raschen Sprüngen vollzogen. Außer Paris, 4. Jan. (WTB.) Pertinar teilt un x-.u.w UU1,.„ „Echo de Paris" mit, daß die französische Reyi^ 986'50 988,50 rung vorgestern eine Note an die englische Regie- , I rung gescmdt habe, in der eine Konferenz der 18*48 16^52 alliierten Ministerpräsidenten in 81,70 81,90 Paris in Vorschlag gebracht wird, zur Verha^- 12.22 12.92 Lung deutscher und ottentalffcher Fragen. Die Am* .. • « serenz soll zwischen dem 7. und 12. Januar statt- iVRockenberg ab 6.*o Bad.Nauheim „ 7.30 Butzbach (Ost) „ ll.w Bad-Nauheim „ l.30 Butzbach (Ost) „ 5.«> Dad-Nauyeim „ 7.f5 ab 6.16 Grünberg m 7.03 7.45 Lich • 8.41 8.50 Grünberg ff 9.42 1.45 Lich ff 2.44 3.06 Grünberg ff 4.00 4.51 Griedel ff 5.00 4.52 Lich ■ > 5.58 6.50 Ettingshausen ff 7.30 ff 8.oo Lich w 9. oi rg -2 ich— Butzb ach Lich ab 6.12 Butzbach an 7.10 Wöriebel 6.49 Butzbach (Ost) if 7.11 W ©rünb erg ff 7.35 Lich n 8.30 Eich 9.42 Butzbach ii 11.48 Grünberg ff 11.20 Lich H 12.10 Lich 12.12 Butzbach H 1.08 Grünberg II 5.10 Lich ff 6.05 Lich II 6- io Butzbach If 7. 08 XVEttingshausen u 7. "Äö Lich n 8.30