Nr. 2’2 Der Siegener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonn, und Feieriaas. Monatliche ve^ugrpreise: Mk 5.50 einschl. Träger, lohn, durch die Post Mk. 6.50 einschl. Bestell, geld, auch bei Nichterschei- nen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fern sprech-Anschlüsse: fürdieSchristleitung 112; für Druckerei, Verlag und Geichaftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehen. Postscheckkonto: Srantlurt a. M. 11586. M- Zahrgang Dienstag, 4. Gttober 1921 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gverhchen Dnid nnö Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- nnö Steinöruderei R. Lange. 5chnstleitung, Geschäftsstelle und Drndcrei: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nackm nag vorher ohne jede BerdinblichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen») 34mmTreue örtlich 55 Pf, auswärts 65 Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 250Pf. Bei Platz. Vorschrift 20 ' Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil i D : Aug. Goetz; für den Anzeigenteil: Han» Beck, sämtlich in Gießen. Die Frage der Regierungsneubildung. Die Beratungen der FraktionSführer der Koalitionsparteien und der Deutschen VolkS- partei beim Reichskanzler find gestern ohne Ergebnis und vorläufig ohne Aussicht auf die Möglichkeit einer Lösung fortgesetzt worden. Die Verhandlungen sind vertraulich, aber die letzten scharfen Debatten im Reichstag und der Briefwechsel zwilchen Mehrheitssozialisten und Unabhängigen, den wir nachstehend im Wortlaut veröffentlichen, lassen ahnen, daß sich die Schwierigkeiten und Widerstände ganz erheblich gehäuft haben. Auch was der Aboevrd- nete Dr. Mittelmann, sicherlich in Ueber- einstimmung mit der Leitung der Deutschen VvlkSpartei, in der „Rational!. Korresp." über den Kurs der Deutschen Volkspartei kundgibt, spricht dafür, das; der Weg zu einer Verständigung noch weit und beschwerlich ist. Der „Vorwärts" versichert, daß die Anfrage bei den Unabhängigen nicht aus bloßen taktischen Gründen erfolgte, und daß die von Herrn Crispien erteilte Antwort für die politische Entwicklung des deutschen Parteilebens und besonders der Arbeiterbewegung sehr bedeutsam sei und dementsprechend bewertet werden müsse. Auf der anderen Seite werden aber Zentrum und Demokratie schwerlich geneigt sein, die Verbreiterung deS Kabinetts einseitig nach links vorzunehmen, und gegen den Hinzutritt der Deutschen VvlkSpartei in die Kvalitton haben die Unabhängigen zwar noch keinen ausdrücklichen Beschluß gefaßt, aber doch genug Handhaben und Anzeichen dafür geboten, daß sie einer solchen Arbeitsgemeinschaft fernbleiben wollen, und uns bünft, die Abneigung in diesem Punkte beruht auf Gegen- seittgkeit. Berlin, 3. Ott. (Priv.-Tel.) Unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Wirth wurden heute mittag die Besprechungen über die Frage der Regierungsumbildung im Reiche fortgesetzt. An den Beratungen nahmen sämtliche Mitglieder des Reichskabinetts und der leitenden Parlamentarier von den Mehrheitssozialisten bis zur Deutschen Bolkspartei teil. Ministerpräsident Stegerwald beraumte auf nachmittags 4 Uhr eine Aussprache mit den Führern der Koalitionsparteien in Preußen über die Frage der Regierungsbildung an. an der auch der Landtagspräsident Leinert teilnimmt. 3m Anschluß daran wird eine Beratung des Reichskanzlers mit Stegerwald stattfinden. Berlin, 4 Oft. Die gestrigen interfraktionellen Besprechungen beim Reichskanzler Dr. Wirth über die Umbildung des Reichskabinetts haben noch kein positives ©raeb- nis gehabt Die Aussprache drehte sich vor allem um die Meinungsdifferenz, die in der Auffassung über das Steuerproblem besteht. 3m Zusammenhang damit nahm einen breiten Raum der Erörterung das Angebot der Industrie, der Bank- todt und der Landwirtschaft zur Beschaffung von Devisen für die Reparation ein. Es wurde beschlossen, daß Reichskanzler Dr. Wirth nach Rückkehr der leitenden Persönlichkeiten des Reichsverbandes der deutschen Industrie von der Münchener Tagung mit den Vertretern der Industrie, der Dankwelt und der Landwirtschaft in Verhandlungen über ihr Angebot eintritt. Darauf wurde die Aufforderung der Mehrheitssozialisten und der Unabhängigen zum Eintritt in die Regierung und deren Antwort besprochen. Eine grundsätzliche Ablehnung der Mitarbeit der Unabhängigen wurde weder von den Demokraten stoch vom Zentrum ausgesprochen. Die Verhandlungen über die Regierungsneubildung wurden darauf auf Mitte nächster Woche vertagt. Die Besprechungen beim Ministerpräsidenten Stegerwald über die Regierungsneubildung in Preußen hat gleichfalls kein positives Ergebnis gehabt. Es wurde beschlossen, daß jede Fraktion ihre Grundsätze für weitere Verhandlungen und ihre Forderungen an die künftige Re- gierungspvlitik schriftlich formulieren soll. Darauf soll bann darüber in einer neuen Besprechung der FraktionSführer mit dem Ministerpräsidenten Stegerwald, die am nächsten Donnerstag stattfinden soll, beraten werden. Die Stellung der U. S. P. zur Regierungsbildung. Berlin, 2. Olt. Das Schreiben der rechtssozialistischen Partei an die Unabhängige Partei mit der Aufforderung zur Beteiligung an der Regierung hat folgenden Wortlaut: Werte Genossen! Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat in ihrer heutigen Sitzung über die zur Verbreiterung der Regierungsbasis gegebenen Anregungen beraten. Die Debatte ergab, daß für die Sozialdemokratische Partei nur eine Umbildung des Kabinetts Wirth in Frage kommt. Dabei wurde betont, daß die Position besi Kabinetts Wirth inner- und außerpolitisch gestärkt würbe, wenn die Unabhängige sozialdemokratische Partei, die bisher das Kabinett Wirth wohlwollend unterstützt hat, bereit wäre, Mitglieder in das Kabinett zu delegieren. Durch Beschluß unserer Fraktion bin ich beauftragt. Sie zu fragen, ob und unter welchen Bedingungen Sie bereit wären, in das Kabinett Wirth einzutreten. Gleichzeitig ersuchen wir um Stellungnahme zur eventuellen Beteiligung Ihrer Partei an der Regierung in Preußen. Mit Parteigruh Hermann Müller. Auf dieses Schreiben haben Zentrallei- tung und Reichstagsfraktion der Unabhängig gen folgende Antwort erteilt: Werte Genossen! Auf Ihren Brief vom 1. Oktober erwidern wir Ihnen das Folgende: Die Unabhängige sozialdemokratische Partei hat bisher die bei der Annahme des Londoner Ultimatums gebildete Regierung Wirth in der loyalen Erfüllung des Ullimatums und der Führung einer republikanisch-demokratischen Polittt unterstützt. Das entspricht dem Gesamtintetesse des Proletariats, das für die Politik unserer Partei bestimmend ist. Der immer akuter werdende Kampf gegen die Reaktion und für die wirksame Heranziehung des Besitzes zur Eteuerleistung und zur Erfüllung des Ultimatums, ein Kampf, in dem die Massen unserer Partei mit den rechtssozialistischen, kommunistischen, christlichen und Hirsch- Dunckerschen Arbeitern sowie den republikanisch gesinnten Angestellten und Beamten Schulter an Schuller stehen, schafft eine Situation, in der es das proletarische Interesse erfordert, die Regierung zu unterstützen, wenn ihre Politik die Verwirklichung der nachstehenden Mindestforderungen zum Ziel hat: 1. Herstellung des Gleichgewichts im Staatshaushalt und Sicherung der auswärtigen Zahlungsverpflichtungen durch ausreichendes Heran- ziehen des Besitzes, insbesondere auf dem Wege Der Erfassung der Goldwerte; 2. wirksame Maßnahmen zum Schuh der Republik und zur Bekämpfung der monarchistischen Reaktion, namentlich grundlegende Just i z r e f o r m durch Uebertragung der Rechtsprechung in Strafsachen auf Geschworenengerichte; Wahl der Geschworenen durch das allgemeine, gleiche, geheime, und birefte Wahlrecht nach bem Grunbsah der Verhältniswahl; gesetzliche Maßnahmen, die die Entfernung von Beamten, im öffentlichen Dienst Angestellten und Angehörigen der Wehrmacht aus dem Staatsdienst ermöglichen, die monarchistische Auffüllungen öffentlich betreten ober in ober bei Ausübung ihres Amtes belunben; 3. Fortführung bet Sozialpolitik; 4. Sozialisierung bes Bergbaues; 5. eine auswärtige Politik ber Verständigung und bes Wiederaufbaues, aufrichtiges Streben, die Verpflichtungen des Ultimatum^ z u erfüllen. Wenn die Sozialdemokratische Partei Deutschlands an uns die Frage stellt, „ob und unter welchen Bedingungen die Unabhängige sozialdemokratische Partei bereit wäre, in das Kabinett Wirth einzutrelen", so müssen wir vor der Beantwortung dieser Frage unserseits fragen, ob alle Koalitionsparteien dazu bereit sind, mit der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei Deutschlands eine Regierung zu bilden, welche die Durch- sührung obenstehenber Forderungen als ihr Min» destprcgramm betrachtet. Deshalb ersuchen wir die Leitung der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, zunächst Darüber Klarheit zu schaffen, und uns das Resultat ihrer Feststellungen mitzuteilen. Die Stellungnahme zur Frage der Regi^UngSbildung in Preußen, wo es sich für uns in erster Linie um die Demokratisierung ber Verwaltung und bie Reform ber Justiz handelt, ist sinngemäß bie gleiche . Zentralleitung und Reichstagsfraktion ber Unabi;ängi en sozia'd m-kratischen Partei Deutsch- lanbs I. A: 21. Crispien. Der Kurs der Deutschen Dolkspartei. Lieber den Kurs ber Deutschen Volks- Partei macht der ReichStagSabg. Dr. Fritz Mittelmann in der „Ratl. Korresp." folgende Ausführungen: „Von unserer Seite ist seit Monaten betont worden, bah der eventuelle Eintritt der Deutschen Dolkspartei in die Regierung an die Bedingung geknüpft sein müsse, daß mit dem bisherigen System grundsätzlich gebrochen werde. Daß bie gegenwärtige Reichsregierung bem Vaterlanb nicht von Segen war, beweist schlagenb bie Entwicklung unserer Valuta. 2lls bie Deutsche Volks Partei noch in ber Regierung saß, ftanb der Dollar auf 56; in diesen Tagen stieg er, zum Teil freilich infolge der verdammenswerten Spekulation, bis auf 130, also auf mehr als das Doppelte. Das Mihttauen des Auslandes gegenüber ber Entwicklung in Deutschlanb kann nicht schärfer zum Ausbruck gebracht werben, als in diesen nackten Zahlen, Die politisch und wirtschaftlich eine erschütternde Sprache reden. 2llle Reden des Reichskanzlers Wirth, daß er der Erfüller des Ultimatums fein wolle, und all bie hochtrabenden Erklärungen des Herrn Rathenau, daß wir bie Bedingungen des Ultimatums erfüllen konnten, wenn wir nur wollten, haben der Welt keinerlei Vertrauen cinge- flößt. Am Ende dieser Politik steht vielmehr der katastrophale Zusammenbruch unserer Währung, die Tatsache, daß wir im Begriff lind, mit vollen Segeln auf österreichische Verhältnisse zuzusteuern. Den Urgrund alles Uebels erblicken wir in der falschen Orientierung unserer auswärtigen Politik. Dir haben vom ersten Tage an bezweifelt, baß Herr Rosen in ber Lage fein würbe, sich mit seinen an sich nicht einmal schlechten Ideen im Kabinett durchzuleyen. Der beherrschende Kopf in der neuen Regierung war vom ersten Tage an Herr Rathenau. der nicht nur seine besondere, stark nach ber sozialistischen-Seite hin orientierte Wirtschaftspolllik hat, fenbern der auch den Ehrgeiz besitzt, bie auswärtige Politik deS Reiches maßgebend zu beeinflußen. Es ist stets ein Fehler, auswärtige Politik lediglich von rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus zu betreiben; geradezu verhängnisvoll muh diese Methode aber werben, wenn ber betreffende Wirt- schaflspolitiker so einseitig feftgclegt ist wie ber beseitige Wieberauföauministcr. Daß mir von Frankreich nichts erwarten können, weiß jebes Kind BiS in bie Reihen ber Unabhängigen und Kommunisten hinein herrscht ti.fer Groll gegenüber diesem Lande, eine Feindschaft. die schon in uralten Rechten geschrieben steht. Jeder Versuch einer Ver öhnungspoluik muß gegenüber einer Ration versagen, bie nichts weiter als unseren Zusammenbruch, unsere Zerstückelung, unsere Atomisierung will Diele Binsenwahrheiten sind Herrn Rathenau freilich fremb. und so ocr- hanlxll ter elektrizitätsgrwaltige Großindustrielle seit Monaten in intimster Weise mit Frankreich und stört damit die deutschen Interessen auf das schwerste. Daß wir in dem elenden Zustand, in dem wir uns befinden, nicht aus eigener Kraft eine große Politik treiben können, muh jedem Einsichtigen llar sein; aber ebenso, daß wir. wenn wir von den Fesseln des Versailler Friedensvertrages jemals befreit fein wollen, dies nur unter Anlehnung an England und Amerika erreichen können. Der von uns seit Jahren propagierte Gedanke ber Anlehnung an den angelsächsischen Mächteblock, wobei wir bewuht an entscheibende ©ebanlengänge bes Altreichskanzlers anknüpsen, enthält bie einzig mögliche Lösung. Dieser Gebanke muh ber beherrschenbe fein, wenn es sich tarum hanbelt. das Arle.tsprvgramm einer Regierung aufzustellen, an ber auch bie Deutsche Vollspartei verantwortlich beteiligt sein soll. Was die Programmpunkte im einzelnen betrifft, so möchten wir als leitenden Gesichtspunkt bezeichnen, daß an bem gerabezu aberwitzigen Gedanken Der Erfüllbarkeit des Ultimatums nicht länger festgehalten wird, und dah auf völlig neuer Grundlage eine Reuregelung unserer Reparations- verpfllchtungen angestrebt wird." Die Dölkerbundsversammlung. Genf, 3. Ott (Wolff.) In dem ersten Teil ber heutigen Dormittagssitzung befaßte sich bie Dölkerbunbsversammlung auf Grund eines Gesuches der albanischenReglerung mit den Grenzst reitigkeiten zwischen Albanien, Griechenland und Jugoslawien. Lord Robert Cecil trat als Berichterstatter für den Kommissionsantrag ein. Dieser soll bie Bot- schasterkonferenz auffordern, die albanische Angelegenheit selbst so rasch wie möglich zu regeln, und empfiehlt Albanien, deren Bescheid anzu- nehmen, wozu sich auch Jugoslawien und Griechenland grundsätzlich bereit erklärt haben. Der Kommissionsvorschlag sieht ferner die Ernennung einer Untersuchungskommi-sion durch den Dolfer- bundsrat unb beten sofortige Entsenbung nach Albanien vor. Diese Diskussion, an ber bic Vertreter Italiens, Albaniens, Griechenlanbs und Jugoslawiens, sowie Englands und Frankreichs sich beteiligten, zog sich sehr lange hin, vor allem auch aus bem Grunde, well Scialoja (Italien) bie Frage aufwarf, was unter sofortiger Entsenbung der Dolkerbundskommissiou zu verstehen sei, und die Qluffaffung vertrat, dah die Entsenbung erst nach Festsetzung ber Grenze Albaniens durch die Botschafterkonferenz mit Ruhen erfolgen könne. Lord Robert Cecil hat dieser Auffassung nur für den Fall zugestimmt, dah ber Entscheid ber Dot- schafterkonferenz bald erfolgt Kazanbjis (Griechenland) verlangt in einem Zusatzantrag, dah die unparteiische Dreierkommission ihre Untersuchungen in Albanien in Begleitung von Drei Angehörigen der interessierten Staaten Griechenland, Iugostawien und Albanien aussühren solle. Dieser Zusatzantrag gibt zu wetteren Debatten ber Vertreter ber verschiedenen beteiligten Staaten Anlaß. Balfour (England) ermahnt bann bie Parteien, auf eine Fortsetzung ber Debatte in ber bisherigen Weise zu verzichten, ba daraus nichts Gutes entstehen könne. Sie könnten dem Völkerbundsrat sowohl hinsichtlich der Festsetzung, der Abreise ber Untersuchungskommission, als auch hinsichtlich ber Wahl ihrer Mitglieder volles Tkrtrauen entgegenbringen. Zum Schluß wirb der Kommifsionsantrag von der Versammlung einstimmig angenommen, nachdem Griechenland vorher seinen 2In- trag zurückgezogen hatte. Die oberschlesische Frage. Genf, 3. Ott (WT2.) Wie man von gutunterrichteter Seite versichert, wird ber Völker- bunbärat seine Entscheibung über bie ober- sch lesische Frage Samstag. spätestens Sonntag bekanntgeben. Die Hilfe für das hungernde Rußland. Kopenhagen, 3. Oft. (WTD.) Aus Hel- sinsors wirb gemelbet, dah bie amerikanische Hilfsaktion in Petersburg 9 Speise- anstalten eröffnete, bie täglich 60 000 Kinder speisen können. Die Sowjetbehörden baten die amerikanische Regierung, auch Speisen für Erwachsene zu liefern, was jedoch abgelehnt wurde. Die Sowjetregierung hat eine Verordnung erlassen, nach welcher Pässe für Aus- landsreisende wieder eingeführt worden sind. Ein Pah mit Reiseerlaubnis von Ruhland in das Ausland kostet 300 000 Rubel. Erregte Stimmung in Tirol. Wien,'3. Oft. (WTD.) Die Blätter berichten aus Innsbruck über die große Erregung unb Erbitterung in allen Bevolkerungs- schichten wegen des bisherigen Mißlingens der Kreditaktion und des Aufkaufs der Geschäfte du^ch valutastarke Qüiffäufer. Der christlichsozial; Tiroler Anzeiger" verlangt von der ßa ibeäreflre- rung, sie möge Den Verkauf der dringendsten Bedarfsartikel an Landfremde mit eiserner Strenge verbieten, sonst würde das Volk in seiner Der» zwrillung zur Selbsth.lfe greifen. Die „Volkszeitung" sagt, dah sich der Un« Wille in den breiten Bevolkerungsklassen so start bemerkbar mache, daß mit jeder Stunde ein Ausbruch möglich sei. Innsbruck, 3. Oft (WTB.f Die Handelskammer erläßt einen 2kufrus an bic Bevölkerung, sie möge ruhiges Blut bewahren unb nicht burch panikartiges Zusammen- hamstern den Mitbürgern bic notwendigst, n Be- barfearüfel wegnehmen und bic La zer vollends erschöpfen. AndererjeitS Iordert bic Handelskammer zu geschlossenem Zusammengehen auf im Zusammenwirken aller Kreise gegen baSDergeh e n frember Aufkäufer. Das „Alpen- lanb“ spricht in biefem Zusammenhang von ben ungeheueren Preisschnellungen in Innsbruck, die sich in der Erhöhung ber Indexzahlen von UZ auf 260 von 2Iuguft bis Oktober am dtPtlichsten ausbrücken. Die Befugnisse der Taarregierung. ßfen f, 3. Oft (WTB.) Wie bekannt, hat bie Regierungskommission beS Saargcbicles um den Beitritt zur Berner Konvention von 1910 nachgesucht, wogegen die deutsche Regierung Einspruch erhob. Der Dölker<- bundSrat forderte ein Gutachten von der beratenden technischen Verkehrs- und Transitkommission. das nun vorliegt und In der gestrigen Sitzung des Völlerbundsrates bekannt egeben wurde. Das Gutachten hält den Beitritt der Regierungskommission deS SaargebieteS zur Berner Konvention für überflüssig. Diese Konvention ist allen Signatarmächten gegenüber dem Saargebiet ebenso in Kraft wie in den Gebieten der dem 2lbkommen beigetretenen alliierten unb assoziierten Mächte. Dor allem der Eisenbahntransport zwischen dem Saargebiet und Deutschland unterliegt den von dem Abkommen aufgestellten internationalen Transport estimmungen Die Regierungskommission des SaargebieteS ist allein befugt. daS saarländische Eisenbahnnetz in allen Angriegenheiten zu vertreten, in denen eine Anwendung oder eine Revision der Konvention in Frage kommt, und das genau so wie irgendeine der Signatarmächte. Falls irgendeine der DetriebsverordnungeN des Siargeoietes mit den im Abkommen vorgesehenen internationalen Transportbestimmungen in Widerspruch steht, ist es Sache der Regierungskommission des SaargebieteS. diese internationalen Bestimmungen Durchzusetzen. 2lach Ansicht der Kommission müssen die von der Regierungskommission deS SaargebieteS geleiteten Eisenbahnlinien in einer besonderen Rubrik in der Liste der Eisenbahnen angeführt werden, auf die daS Berner Abkommen Anwendung findet. Der Dölkerbunds- rat beschloß, das Gutachten der Regierungskommission des SaargebieteS zu übermitteln. Der Ruck nach links in Schweden. Stockholm, 3. Oft (Wolfs.) Das endgültige Wahlergebnis zur ZweitenKammer deS Reichstages liegt jetzt vor. Die Sozia l d e mo- traten erhielten 640 000 Stimmen und 91 Mandate (früher 75), die Konservativen 454 000 Stimmen unb 62 Mandate (früher 71), die Liberalen 332 000 Stimmen unb 41 Manbate (früher 48). der Bauernbund 185 000 Stimmen unb 21 Mandate (früher 29), die Linkssozialisten unb Kommunisten zusammen 127 000 Stimmen, bie Linkssozialisten 6 Manbate (früher 5), die Kommunisten 7 Manbate (früher 2), bie bürgerlichen Parteien verloren also zusammen 24 Mandate an die sozialistischen unb kommunistische Parteien. Aus dem Reiche. Ein Beschluß deS ReichSlagsanSschusseS für daS Wohnungswesen. Berlin, 3. Ott. (WB.) Der ReichStagS- ausschuß für Wohnungswesen nahm folgende Entschließung an: Es ist anzustreben, daß in den Jahren 1922'23 mindestens je 200 000 Wohnungen erbaut werden. Zur Deckung ber unrentierlichen Baukosten sinb 1922 und 1923 von den Ländern und Gemeinden mindestens je sechs Milliarden Mark zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zwecke ist das Wohrrunasabgabegesey vom 26 Juni 1920 weiter auSzubauen. Sollte es nicht möglich fein, für das gesamte Reich bie Dm.-kosten eines Jahres unmittelbar durch eine Erhöhung der Wvhnungsabgabe aufzudri gen. sv ist es den Ländern zu überlassen, ob Die neuen Einnahmen unmittelbar zu Zuschüssen ober zur Verzinsung unb Tilgung der notwendigen Beträge Verwendung finden sollen. Der berste Sewerkschaftskougretz der Afa. Berlin, 3. Oft. 2lm Sonntag wurde tn Düsseldorf der erste Gewerkschaftskongreß des Allgemeinen freien Angestelltenbundes (Afa) eröffnet. Der Vorsitzende Aufhäuser wies in einer Ansprache auf die Dot- wendigkeit hin, jetzt, wo die EntscheidungS- kämpfe zwischen Kapital und Arbeit bevorstehen, eine Einheitsfront der Hand- und Kopfarbeiter zu bilden. Zum Tode des früheren Königs von Württemberg. Stuttgart, 3. Oft (Wolff.) Anläßlich deS 2lblcbcns des Herzogs zu Württemberg wurde von der würitembergischen Regierung an bie Herzogin Charlotte zu Württemberg ein Beileidstelegramm abgefanbt, in bem es u. a. heißt: „Riemals wirb in ben Herzen bet Württemberg er bie bankbare Erinnerung ausgelöscht werben, welch edler unb hingehender Fürst der Verewigte dem Lande unb dem Doll kmgt Zett gewesen unb was et ihnen auch Im Wandel < r/ a(w5 140 4. Antw f’ . Illi Mit 4. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ich in. Kommunisten nach Sow - Die beiden »Also machen wirs so, Herr Sitten! Hnb darf wirklich öfter kommen?" de- »ft f.rJyen trw M richtSrat ber Oes Schchno 5CT 6 obj Yeti ihre <;ct " Unic: Heinrich Wärhahns Herz stand in hellen Flammen. Maria Sitten war aber aus ihrer Zurückhaltung nicht recht herauszubringen, obgleich er fast täglich mit ihr und ihrem Vater zusammen war. Der schlug ihm vertraulich auf die Schulter, redete klug, hatte sehr oft in Bonn zu tun. da ergab sich's von ganz allein, Vater und Tochter zum Essen in den Königshof einzuladen. DaS wurde für Heinrich Wärhahn eine recht kostspielige Sache. Seinen Bankkredit brauchte er bis zum letzten Pfennig aut. er entschuldigte sich bei feinem Vater, machte zwischen den Zeilen allerlei Andeutungen, auf die aber in den Antworten nie eingegangen wurde. Unb das war ihm recht lieb . Wenn er nur ein bitzchen mehr Schliff gehabt hätte? <3r kam bei Maria nicht recht von der Stelle. Sie war stets sreund- lich zu ihm, sang auf seine Bitten auch einige Lieder mit ihrer ruhigen Altstimme. und zum Abschied spielte sie ihm das Largo von Händel vor. Die treibende Kraft war stets ihr Vater. Wenn sie sich ein wenia sperrte. Io polterte er los. Teil des Geldes lieh er dem Diezel, der damit eine ‘Seife jet-Rußland unternahm. Männer wurden verhaftet. Hessen-Nassau. Aus dem besetzten Gebiet. DaS Ende der Zollwachen. fpd. Frankfurta. M., 30. Sept. Aach einem heute früh eingetrvffenen Befehl wird heute nacht 12 Uhr die Zollwache Rödelheim vor den Toren Frankfurts a|if» gehoben. CS bleibt nur noch ein ftanzösi- scher Zollbeamter bis Montag in der Station zwecks Abmachung mit den deutschen Behör- -den. Wie Auwfahrer und andere Interessenten mitteilen, ist es ratsam, daß alle Autobesitzer und Interessenten, die wegen Fahrten inS besetzte Gebiet Geld hinterlegen mußten, dies noch im Laufe des SamStag tun. W rat, '-do. Opposition nicht erscheinen können, während die Presse der Koalition in unveränderter und unberührter Weise gedruckt und abgeseyt wird; dies stimmt nicht, denn das amtliche Organ, das allerdings in der Druckerei des rechtsstehenden Tageblattes gedruckt wird, konnte bisher nicht erscheinen. Der Staatspräsident ist nun mit Eifer bestrebt, diesem unhaltbaren Zustand ein Ende zu machen. Eventuell soll das Blatt in der Druckerei des „Volksfreund", der die Forderungen der Buchdrucker bedingungsweise bewilligt hat, her- gestellt werden. Auch das offizielle Re- ' gierungsblatt tonnte bisher nicht fertiggestellt werden. Der Verleger hat sich bereit ertlärt, evtl, unter Benützung der Techn. Rot- Hilfe die Zeitung herzustellen, auch wollte er eine Rotzei tuna an Stelle des amtl. Organes Herausgeber oaS nur die re inamtlich e n Bekanntmachungen enthält. Es ist bis jetzt eine Verständigung nicht erzielt. Inzwischen haben einige weitere kleinere Druckereien die Forderungen der Streikenden bewilligt. Bis jetzt ist alles in Ordnung verlaufen. Kehr stark werden jetzt die auswärtigen Zeitungen gekauft. • fpd. Offenbach, 3. Okt. Seine Stellung als VertrauenSmannderAnge stell- tenundArbeiter des städtischen Gaswerkes hat der Hilfsbeamte Edmund Müller schmählich mißbraucht, indem er etwa 28 000 Mark, die zur Beschafftrng von Winterkar- tof feIn dienen sollten, unterschlug und das Geld für sich verwendete. Einen andern ich erster Preis! Tausend Mark und hundert Flaschen alten Wein! Dat war die Hauptsache) Wer juten Wein am Rheine hat, kann leben! Ich brauch mir keinen zu kaufen, in- Haus bekomm ich Iöttertropfen jeschickt! . . . Fremdling, ich hab noch zwei Sohne, Kerle, sage ich Ihnen: Die nahm einer, der vom Rheine stammt und in Amsterdam in Diamanten macht, ein schwerreicher Mann. mit. Meine Iongs lernten den Handel mit der weihen Kohle! Der eine stht in Kapstadt, der andere in London, als Vertreter dieses jroß- artigen Alannes von Amsterdam! Lind die Jongs halten auf ihren Vater und ihre Schwester. Sonst hätt ich mir bat Haus nich bauen können! . . Zum Wohl, Fremdling! Im Reichtum ersticken wir nicht! Ejal, wenn nur ein munteres rheinisches Herz in der Brust schlägt und die juten Tropfen nicht fehlen! . . Maria, komm her. stoß mit deinem alten Vater und dem Fremdling an! Zum Wohle. Herrschaften!" Sie schwebte heran. Ihr Römer klang mit dem des Vaters und Heinrich WärhahnS zusammen. Sitten schlug zur Abwechselung ihr auf die Schulter. „Sehen Sie, wat so ruhig und würdevoll daher kommt, bat is vom Rhein, mit unserem Weine jar jekochtes Blut! Die von der Mosel sind quirlich, Hüpfen und fuchteln mit den Händen, die haben den Säuerling im Blute! Aber mitunter is bat auch schön! . Auf jute Freundschaft, Herr Ritterjutsdesiher!" Heinrich Wärhahn mutzte zum Abendbrot bleiben, und als er, eine Zigarre in der Hand; mit Herrn Sitten durch den dunklen ©arten,' ging, sagte er schüchtern: Wir müssen die Honorarfrage erledigenF Aus Stabt und Land. (Ziehen, den 4. Okt. 1921. Vom Winterfahrplan. Der am 26. Oktober in Kraft tretende Winterfahrplan bringt für den hiesigen'Direktionsbezirk kaum wesentliche Aende- r u n g e n. Der gesamte Zugverkehr mit Ausnahme einiger SonntagSzüge. die bisher dem Ausflüglerverkehr dienten, bleibt aufrechter- halten. Insbesondere tritt in den Schnell- und Eilzügen keinerlei Verminderung ein. Erfreulich ist auch die Mitteilung der Eisenbahndirektion, daß der größte Teil der Züge bei Eintritt kälterer Witterung geheizt werden kann. Rur die Züge mit einer Fahrdauer von nicht länger wie einer halben Stunde werden nach wie vor ungeheizt befördert werden. "Stibanc Mit $t Wen i 14 Hahr !nner « Hanölur ausnahir Angella mutier i lung be legen 9 M aea Ges jucht an Utffcdt «toali tun hl w As V# udje u „Immerzu! Unb wenn niemand zu Hause . sind Sie veijebllch jetommen I Die Weisheit stammt nicht von mir!“ . . A Adolf cids. ''izrat von : klagte '.crich in A niSzei zu ho vor t Q 'niete hondb der n nacht« Uh Der Schutz im Blut Roman von Horst Bodemer. SÄ „Ra, sei doch nicht so mit dem Fremdling, Maria! Er ist doch wahrhaftig ein juter Kerl!“ Dann hatte sie eine ganz eigene Art zu lächeln, ließ sich langsam auf dem Sc siel vor dem Flügel nieder und tat, als ob es ihr lleberwin- dung koste, der Ditte zu willfahren. Einem. Alleinsein mit ihm ging sie aber auffällig aus dem Wege . Seine Kommilltonen fingen an, ihn aufzuziehen. Einer, der von einem Gute auS bet Rähe stammte, schob eine- Tages ben Arm unter den seinen. „Wärhahn. ein offenes Wort! Lassen Vie sich von dem Gitten nicht an der Rase herumführen!“ „Erlauben Sie, wie kommen Sie darauf?“ Entrüstet war er. „Lind ich sag' es noch einmal? Auf die Gefahr. Ihnen zu mißfallen! Ist Ihnen denn noch nicht der Gedanke gekommen: Warum läuft die hübsche Maria noch ledig herum?“ Heinrich Wärhahn blieb stehen, die Röte schob ihm wieder einmal ins Gesicht. .Doch, der Gedanke ist mir öfters gekommen! Ich hab' aber auch die Antwort darauf. Der Richtige ist bisher ausgeblichen, Fräulein Litten hängt sehr an ihrem Vater! Das ist wohl Er- Härung genug!“ Der Kommilitone musterte ihn, und bann lachte er laut auf. .Ich tage Ihnen, die Maria ist hsilfroh, rfl kommt einer und holt sie weg! Unb da Sie anscheinend in sehr guten Vm-mSgenSevhältttlssen leben, so wird sie nichts unversucht lassen, einjufangen!“ (Fortsetzung folgt) der Zen unb der Verhältnisse in treuester Liebe bis zuletzt geblieben ist. Sein Andenken wird dankbar und treu bewahrt werden. Hieber. Staatspräsident. — Auch der Tochter des ehemaligen Königs der Fürstin Pauline zu Wied wurde ein herzliches Beileidstelegramm gesandt. Stuttgart, 3. Oft. lWTD) Aus De- benhausen wird gemeldet, daß nach dem vorläufigen Plan die Beisetzung deS Herzogs zu Württemberg am gceitag vormittag 11 Uhr auf dem alten Friedhof in Ludwigsburg an der Seite feiner ersten Gemahlin stattfindet. Eine Messerstecherei in Augsburg. Augsburg, 3. Oft. (Wolfs.) In der Sonn- raMiacht gegen 12 ilfjr kam es an der Ecke der Kaiserstratze und Kapuzinergasse zwischen Zivilpersonen und Reichswehrangehörigen aus bisher unaufgeflärter Arfache zu Tätlichkeiten. in deren Verlauf zwei Zivilpersonen und drei Reichswehrangehörige durch Messerstiche erheblich verletzt wurden. Ein Verletzter, ein Hilfsmonteur, ist nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus gestorben. In der Reuburgerstraße wurde ein Reichswehrsoldat durch den Händler Brande! durch einen Stich in die rechte Brustfelle schwer verletzt. Brande! ist verhaftet. Veruntreuungen bei der Eisenbahn. mc. Frankfurta. M., 4. Olt Rach langer Bemühungen ist es der Eifenbahnkriminalpolize gelungen, hinter die gut verschleierten Macken- schäften einer- Anzahl Eisenbahnbeamten zu fern- men, die förmlich Hand in Hand arbeiteten. In äußerst geschickter Weise verstanden es diese Beamten, Gclder aus Fahrkarteneinnahmen zu veruntreuen. Bei den Unterschlagungen kommen lediglich Gelder in Betracht, welche Reisende beim Rachlösen von Fahrkarten zahlten. Zur Erläuterung des Schwindelmanövers sei der Fall angenommen, daß ein Reisender im O-Zug eine Karte nachlösen muhte unb dafür 80 Mk. zu entrichten hatte. Dieses Geld zahlt der Reisende an den Schaffner, der ihm dafür die Fahrkarte aus seinem Buche gibt, die er selbst ausstellt. Eine durchgeschriebene Pause der Karte muh im Buche des Schaffners verbleiben. Auf dieser Karte machten nun die Schaffner ganz andere Eintra- gungen, so daß es das Aussehen hatte, als seien viel geringere Beträge vereinnahmt, welche dann die Schaffner ablieferten, der Rest verschwand in ihre eigene Tasche. Bis jetzt sind nicht weniger als 11 Personen verhaftet worden. Die Aussperrung in Höchst. Höchst a. M., 3. Off. (WTB.) Die Verein* barungen zwischen dem Arbeitgeberverband der chemischen Industrie und den Gewerkschaften über die Frage der Wiederaufnahme des Betriebes der Höchster Farbwerke waren heute mittag dec beteiligten Arbeiterschaft zur Entscheidung unterbreitet worden. Die Abstimmung war geheim. Ak>- schliehende Ziffern liegen bis zu den Abendstunden nicht vor. da namentlich die umliegenden Land- orte zum grössten Teil noch ausstehen. 2lach Mitteilungen aus Gewerkschaftskreisen haben jedoch Nur etwa 40 Prozent der Belegschaft an der Abstimmung teilgenommen. In All-Höchst wurden, einer Gewerkichaftszählung zufolge, 20? Stimmen mit ja, 1228 mit nein abgegeben, während die Zahl der in Betracht kommenden Arbeiter ein Mehrfaches dieser Ziffern ausmacht. Aehnlich soll das Verhältnis in zahlreichen Landorten fein. Trotz des Fehlens der Abschluhziffem ist aber schon jetzt soviel zu erkennen, daß die Bedingungen der Arbeitgeber von den Abstimmenden mit starker Mehrheit abgelehnt worden sind. Auch die Orte Ried und Hofheim haben jetzt soziale Hilfsmaßnahmen zugunsten der Ausgesperrten getroffen. Aus Hessen. LandeSauSschnh der Deutschen DolkSparlei. Darmstadt, 3. Oft. Der Landesaus schuh oer Deutschen Volks Partei Hessens trat gestern hier zu einer Sitzung zusammen, die so stark besucht war, wie noch keine vorher feit Gründung der Partei Vor Eintritt in die Tagesordnung wurden die Vertreter zum Reichsparteitag in Stuttgart gewählt. Abgeordneter D i n g e l d e y erklärte, die Deutsche Volkspartei fei, wie sie fchon immer erklärt hat, grundsätzlich bereit, mit allen Parteien gemeinsam an der Wiederaufrichtung des Staates zu arbeiten. Voraussetzung sei allerdings, daß von ihr keinerlei Preisgabe programmatischer Anschauungen gefordert wird. Wenn es zu einer Hmbilburg der Reichsregi^rung kommt, wird eine völlige Reubildung des Kabinetts als erforderlich erachtet. — Dann wurde zur Defprechung der Kandidatenfrage geschritten. Ohne Widerspruch wurde beschlossen, von dem Recht. Provinzlisten aufzu stellen, feinen Gebrauch zu machen, sondern für das Land Hessen eine Landeslifte (Einheitsliste) einzureichen. Die Aufstellung von Prvvinz- listen wird zudem als eine Konzession an kleinliche lokale Gesichtspunkte betrachtet. Gerade in der jetzigen Zeit, in der große Telle des hessischen Landes von der Entente besetzt sind, lei es notwendiger als je, die Einheit des Hessischen Staates zu bekunden und diesen Gesichtspunkt auch äußerlich durch die Aufstellung einer Einheitsliste Rechnung zu tragen. Abg. Dingel- dey eröffnete die Besprechung, indem er einen Heberblid über die Beratungen des Gefchäfts- führenden Ausschusses, dir der heutigen Sihung vorangingen und über die Gesichtspunkte, die ihn bei der Vorbereitung der Kandidatenliste leiteten, gab. Rach langer Debatte wurde eine Kandidatenliste aufgestelll, die den vom Landesvorsitzenden entwickelten Richllinien Rechnung trägt. Sie enthüll u. a. die bisherigen Abgg. Dr. Osann, Dingeldeh, Köhler, Hahn und Wünzer, ferner an sicheren Stellen Vertreter der Wissenschaft, des Handwerks, der Landwirtschaft, der Frauen, der Arbeiterschaft, der Beamten unb Lehrer unb der Industrie. Es wurden die 18 ersten Stellen der Liste besetzt, von denen der größte Teil als aussichtsreich bezeichnet werden kann. Für die übrigen Stellen der Kandidatenliste wird der Gescyäftsfuhrende Ausschuß im Einvernehmen mit den öttlichen Organisationen die Kandidaten auf- stellen. Der Wortlaut und die Reihenfolge der gestern aufgestellten Liste wird veröffentlicht, fv- stald die betreffenden Verfönli^k-siten fämtfi-b ihre Zustimmung erteilt hab n — Auf eine Kandidatur rHttzichtet hatten zum größten Bedauern der Parteileitung und der Wähler im Lande der bisherige Abg. Kling sp or-Gießen und Frau Abg. B i e r a u. LLl jaW d« Ä- •■ klasie. ac tagen un UnUrnc Vpat dcider der Obe llrtdldi f.lung tn Sch ist in H iir Aich Schüler ' ntffe der über die devoide Alter d nicht un! ben 3o Di Sch fpd. Frankfurta.M., 3. Oft. DaS Organ der K. P. D. für Hessen-Raffau, der „Kommuni st", geht nicht ein, wie gemeldet wird, sondern erscheint wegen Auseinandersetzungen mit der bisherigen Druckerei während des Monats Oktober in Stuttgart bzw. wird es hier gedruckt. Die Parteileitung beabsichtigt, das Blatt vorn 1. November ab in eigener Druckerei wieder in Frankfurt erscheinen zu lassen. ** Aus dem Sta dttheaterbu reau. Rach der Eröffnungsvorstellung am Mittwoch, die bekanntlich Shakespeares „Was ihr wollt" bringt, ist die zweite Vorstellung der Spielzeit am Freitag, 7. Oktober, dem Andenken des jüngst verstorbenen Ludwig Thoma gewidmet, dessen Werke unser Stadttheater stets als eine der ersten Bühnen herausbrachte. Am Freitag gelangt zur Aufführung die breiaftige Dauernkomödie „Die Lokalbahn" unb der einaktige Schwank „Erster Klaffe", der die berühmt gewordene Figur des Abgeordneten Filser bringt und der unbestritten zu den besten Schöpfungen des süddeutschen Meisters zählt. — Am Sonntag, 9. Oktober, werden zw?i Lustspiele gegeben, nachmittags „S o'n Mä - bei“ und abends „Liebe und Trompete n- blasen". — Die erste Operette kommt am Sonntag, 16. Oktober, heraus, und das gewählte Werk „Die P o stm e i ft e r i n“ von Leon Hessel, dem Komponisten des Schwarzwaldmädels, dürfte hier um so mehr Interesse erregen, als die Handlung in Hessen spielt. ** Oberhessischer Kunst verein. Die graphische Ausstellung, die nur 10 Tage hier bleibt, ist außer täglich vonsil bis 1 Llhr auch am Mittwoch nachmittag von 3 bis 5 Mr geöffnet. "DerVortragsabenbinderStadt- kirche, zu dem der Evang. Arbeiterver- ei n, der Evang. Bund und der W a r t b u rave r e i n eingeladen hatten, war sehr stark besucht. Missionsbirektor D. Dr. Witte-Berlin berichtete unter dem Thema „Was ich in China unb Japan erlebt habe" über die Arbeit des Allgemeinen evang. Protestant. Mis ionsvereinS im fernen Osten. Mit feinem Verständnis gab der Vortragende von hoher geistiger Warte einen Eindruck aus der alten ostafiatischen Kultur, die in ihren hervorragenden Vertretern gerade in der Gegenwart nach der sittlichen unb religiösen Kraft des Christentums verlange. In Einzelschilberungen vom dortigen Leben kam die soziale, sittliche und religiöse Rot dieser Völler — trotz ihrer alten Kultur — ergreifend zum Ausdruck und von der helfenden, erneuernden und heilenden Kraft der evangelisch- christlichen Gedankenwell legten die Bilder aus der sozialen und religiösen Arbeit des genannten Mif- sionsvereins Zeugnis ab. Der Vortrag wurde mit gesteigerter Aufmerksamkeit angehört und hinterließ gewiß bei den Hörern einen tiefen Eindruck von der Rotwendigkeit und dem Segen des Evangeliums gerade auch unter geistig so hoch stehenden Völkern wie Chinesen und Japanern. •* Jubiläum. Am 1. Oktober waren es 40 Jahre, daß Kanzlei-Sekretär Otto Geil- f us auf ber Kanzlei des hiesigen Landgerichts tätig ist. Er hat sich während dieser Zeit als tüchtiger Beamter bewährt und erfreut sich auch ber Achtung unb Beliebtheit feiner Vorgesetzten und Kollegen. *• Preiserhöhung ber Friseure. Die FriseurzwangSinnung hat eine Preiserhöhung, wie uns nutaeteilt wird, wegen ber anhaltenden Steigerung Der Betriebskosten, Löhne usw. beschlossen. *• Dauernregeln vom Oktober. Ist ber Oktober kalt — Macht er dem Rauvensraß Halt. Sitzt im Oktober das Laub noch fest am Baum — Fehlt ein strenger Winter kaum. Dringt ber Oktober noch Frost und Wind — So wirb Qanuar unb Hornung gelind. Oktoberdvnner ist fürwahr — Roch besser alS im Februar. Wenn im Oktober die Eiche ihr Laub behäll — Folgt ein Winter mit strenger Kält'. Durch Oktober- mücken — Laß dich nicht berücken. Hat ber Oktober viel Regen gebracht — So hat er auch gut die Aecker bedacht. Richts kann' mehr vor Raupen schützen — Als wenn der Oktober kommt mit Pfützen. Oftobergeteilter sagen beständig — Der künftige Monat wirb wetterwendig. Wenns im Oktober friert unb schneit — So bringt ber Januar milde Zeit. Ist im Oktober das Wetter hell — So bringt es her den Winter schnell. Oktober geteilter — Sind Leichenbitter. QHengt der Oktober sich in den Winter — So ist bann Da hielt es Heinrich Wärhahn auf seinem bequemen Sessel nicht mehr aus, er teollte sehen, wie diese schlanken weißen Finger über Die Tasten glitten — unb dann fang sie ein Lied vom Rhein. A^s sie geendet hatte, fragte Herr Sitten: »Ra, wie hat Ihnen das Lied gefallep?“ »Das tarnt nur am Rhein gedichtet unb komponiert worden fein!" „Richtig, Fremdling! Der es jedichtet, ist ein aufjebenber Stern, ober vielmehr er ist durch biefeö Lied aufjejangen. Und der es komponiert hat, der bin ichl" »Sie, Herr Sitten?" „Maria, er jlaubt nicht einmal!“ Der alte Herr schüttelte den Kopf, daß die halblange Mähne hin- und hersiog unb lachte hellauf dazu. „Aber warum sollte ich das nicht glauben? Ich finde Lied und Komposition wundervoll — em richtiges VolksliedI" Wieder schlug Ioseph Sitten Heinrich Wärhahn auf die Schulter. »Dat iS et eben, Fremdling! Volkslied, Meine Lieder werden tn Massen am Rhein fangenl Dat is en Kunstwerk — Volkslied! Aber denken Sie, et wird anerkannt, 'n paar bunbert Mark, und der Verleger macht bat iroße 3e- schäft!" Joseph Sitten zwinkerte mit den Augen. „Aber mit dem Volkslied, bat meine Tochter lang’ hab ich Fortune jemacht! Preisausschreiben — „Wat, Honorarfrage? Sind Die jäck c Herzlich willkommen, wenn Sie da sind — unb wenn Sie sich bedrückt fühlen, barm laben Sie unS jetrost einmal zu einem Schlemmer essen nach Bonn ein! Die Freuden ber Tafel weih ich zu würdigen, unb meine Tochter nicht minder!" dieser umso gelinder. Wenn im Oktober Regen hausen — Werden im Dezember Stürme brausen. Ottober rauh — Zanuar flau. 'LZornotizcn. — Ta g e s ka l en d er für Dienstag: Hörsaal 44 ber Universität, öffentliche. Vottrag über t) en Entwurf eines neuen deutschen Stra - rechts. — Postkeller, 81/3 älhr. Mitgliedere ec- sammlung des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten. — D i e D e u t sch n a t i on ale Volkspartei veranstaltet am Donnerstag, 81/* älhr abends, im „Postkeller" eine Mitglieder- Dersammlung. Wettervoraussage für Mittwoch: Wechselnd b.wellt, v r i zelte Rnd:r chläge, milde, Winde aus westlichen Richtungen. Rachdem ein ausgeprägtes Tief in raschem Zug über Dordeuropa gezogen ist, tritt an ber Atlantischen Küste eine neue Depression auf. Sie zieht nordwestwärts unb wird uns wolliges Wetter unb vorwiegend Rieberschläge bringen. Landkreis Gießen. O Hausen. 2. Oft Von herrlichem Wetter begünstigt fand heute die Enthüllung und Einweihung des Denkmals für die im Weltkrieg gefallenen unb vermißten Söhne unserer Gemeinde statt Unter Führung des Po- saunenchors von Watzenborn bewegte sich ein großer Zug, in dem sich außer ben Hinterbliebenen ber Gefallenen sämtliche hiesigen Vereine, Schullinber und ejne große Schar anderer Tell- nehmer befanden, nach dem am Dorf ende gelegenen Friedhof. Hier am Waldrande ist Der Gedenkstein errichtet, ein mächtiger Raturblock aus Granit, auf dem auf eingelassener Tafel die 22 Ra men stehen. Die Weiherebe des Ortsgeist- lichen das Verlesen der Ramen ber Gefallenen unb das Gebet waren umranft von Liedern der Schüler unb ber beiden hiesigen Gesangvereine. An Stelle des verhinderten Dürgermeisters, der selbst mehrere Söhne unter den Gefallenen hat, übernahm mit schlichten Worten das Gemeinde- ratsmitglied Karl Mohr das Denkmal in Besitz, Schuh unb Pflege ber Gemeinde. Die Kosten für bas Denkmal, 5—6000 Mark, würben durch freiwillige Gaben aufgebracht -m. Hungen, 4. Okt. Am Sonntagabend fand in der evangelischen Kirche ein Kirchenkonzert statt, das überaus zahlreich besucht war. Die einzelnen Darbietungen, Werke bedeutender Tondichter für Orgel, Violine und Cello, wurden sehr wirkungsvoll toiebergegeben. Auch bie tiefempfundenen Lieder einer Sängerin, sowie bie Vorträge des Gemischten Kirchenckors und der Chorschüler hinterließen bei den Zuhörern tiefen Eindruck. In anerkennenswerter Weife haben sich alle Mitwirkenden unentgeltlich in den Dienst der Sache gestellt. Kreis Büdingen. n. B l e i ch e n b a ch, 30. Sept. Hier wurde eine Frau von einem bissigen Hund überfallen und derart zugerichtet, daß sie in bedenklichem Zustand darniederliegt Kreis Schotten. E. Laubach, 1. Okt. Der hiesige De» amtenverein hat den Selb st bezug seines Kartoffelbedarfs aufgegeben und sich mit der Stadtgemeinde Laubach in Verbindung gesetzt, weil er dabei einfacher, besser und billiger wegzukvmmen hofft. Die eine Genossenschaft forderte 70 Mk. für den Zenttrer Kartoffeln und wollte vom Beamtenverein noch einen Mann gestellt haben zum Einladen und Befördern der Kartoffeln zur Eisenbahn. Die andere Genossenschaft forderte denselben ^ZreiS ohne Aushilfe. Die hiesige Gemeinde liefert voraussichtlich den Zentner Kartoffeln zu 65 Mk. Der vorläufige Bedarf stellt sich durch den Gemeindekauf an die Besteller auf 1500 bis 2000 Zentner. Außerdem liefern hier noch verschiedene Händler Kartoffeln an Besteller. Kreis Friedberg. •• Dad-Rau heim, 3. Okt (WTB.) Seit Samstag ist ber gesamte Kurbetrieb in die Räume des Kurhcurses verlegt worben. Die Zahl ber Kurgäste hat abgenommen. Rach einer Statistik ber Bade- unb Kurverwaltung wurden während der Sommerkurzeit von rund 34 000 Kurgästen 375 000 Bäder genommen. Starkenburg und Rheinhessen. Der Darmstädter Duchdruckerstreik. rm. Darmstadt,3. Okt. Der am Samstag begonnene Buchdruckerstreik nimmt seinen Fortgang und dürfte aller Voraussicht nach kein rasches Ende nehmen, da beide Setten mit Energie auf ihrem Standpunkt beharren. rinverständlich ist die Behauptung der Stteikleitung, daß bie Blätter der RegierungS- 1 Antounfslle. 'pd. Riederingelheim, 3. Oft. 3n der Nähe tes Dackerahenner Flugplatzes stteh ein amerikanische« Personenauto mit einem deutschen Safljuto ya’anunen. Die in drm '^crfoTKnoxigcn sitzenden “Znierifaner wurden heran-geschleudert und lebensgefährlich verletzt. -pd. Soden t T, 3. Oft. Zwischen Hieber- hviheim uni) Obersiederbach wurde der Arbeiter Heinrich Pfeifer au- Nieterhvfheim von dem ÄutLmr-bll te« THöbeliabrifanien Dischmann überfahren und getötet. -r Köppern bei Bad Homburg. 3. Oft Der Mühlentesiher Gruner oon der „Tannen* müjic* war am Samstage auf einer Autofahrt in den Spessart begriffen, wo da- Auto verun- glückte. Eine Tochter ftarb alsbald. die übrigen 3 linssen erlitten schwere Verletzungen. Bein- b'üch« u. dal. Schwer verletzt ist auch der De- fi.er de« Auto«. Mühlenbesitzer Gruner. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. •• Da « Amtsverkündigungsblatt 7?-. 140 oom 3. Oftobcr enthält. Abgätung der 21nrron- der Kriegsgefangenen auf Nachtewilli- Pitr.g der Löhnung und Entschädigung für infolge "Lc Gefangennahme erlittene Verluste. — Haupt- frrungen im Br^irle de« Ärei«t>eterinäramt8 ®ie- f.cn — Viebseuchen. — Feldbereinigung Berg- l-eiin. — Straßensperre. Unter drm Rindviehbestand der Gemeinde D o r f - G ü l l ist der ansteckende Scheidekatarrh amtlich festgestellt. Es gelten die üblichen Mah- n ah men. -------- Landwirtschaft. Landwirtschaftliche Schule Butzbach. Butzbach. 1 CIt. Der diesjährige Lehrgang der Landwirtsch)f:Uchen Schule Butzbach beginnt am 7. November und dauert bis zur Karwoche. Der Unterricht der in diesem Jahre In zwei Abteilungen, einer Unter- und einer Oberklasse. abgehalten wird, findet an allen Wochentagen und zwei Nachmittagen statt. Der gesamte ilnterricht-stoff ist auf zwei Winter verteilt und zwar derart, dah für jeden Schüler ter Besuch heiter Abteilungen notwendig ist. Aach Besuch der Ober!erst wird das Abgangszeugnis mit Urteilen über Betragen, Fleiß und über die Leistung in den einzelnen Unterrichtsfächern erteilt. Das Schulgeld für die landwirtschaftlichen Schulen ist in Helsen einheitlich g regelt und beträgt für den Besuch jeder Abteilung für Hessen 200 Mk, für AichtHessen 250 Mark. Aufnahme finden Schüler- und Schülerinnen, die sich durch ai-Insulaner Kealoka aufgeftellte Welthöchstleistung von 1:14,8 drücken, ter auch in diesem Jahre wieder mit seiner in Honolulu aufgestellten Weltrekord mit 1:06,4 über die 100 VardS Aussehen erregte. Damit befinden sich sämtliche Welthöchstleistüngen im Rückenschwimmen jetzt in deutschen Händen bis aus die letztgenannte Strecke, die wir Äealola erst nehmen können, wenn die Ententemächte sich endlich werden entschließen müssen, unS wieder zu intet nationalen Veranstaltungen zuzu lassen. Endlich ist noch zu erwähnen, daß Dingel- deh, Jung-Deutschland Darmstadt, neben feiner im 200--Metcr-Seiteschwimmen geschaffenen deutschen Höchstleistung von 2:41,6 auch einen neuen 100-Meter-Rekord mit der guten Zeit von 1:13,1 auf stellte, der die alte deutsche Höchstleistung des Magdeburger« Wohlfeld aus dem Jahre 1916 '1:16) somit fast um 3 Sekunden überbot — Der Reich« Minister und die Hallenbäder. In einer Verfügung hält es dec Reichsminister des Innern im Interesse der VcllS^esundheit für wünschenswert, daß die Schwimmhallen wieder geöffnet und in Betrieb gesetzt werden. Gr ist deshalb mit den zustän- Ztigen Reichsstellen in Verbindung getreten, um (Trvtgegenfommen in bezug auf die Kohlenlieferung zu erwirken. Hm die Benutzung der Schwimmbäder möglichst volkstümlich zu machen, einpfiehlt der Minister weiter, die Preise für die Schwimmbäder und die Kosten für die Derein«- slunden tunlichst niedrig zu bemessen oder den Schwirnnwereinen ali Trägern der Jugendpflege nach Schluß der öffentlichen Bad«ett eine Mebungsstunte möglichst kostenlos zur Verfügung zu stellen. - Die Bertreterversammlung des Deutschen Ski-Verbandes nahm vorgestern in Stuttgart ihren 2lnsang. Heben einer außerordentlich großen Anzahl von 2kr- tretem aus allen Tnlen des Reiches waren auch die Vertreter des Oesterreichifchcn Ski-Verband es. der jetzt dem D. S. D. angeschlossen ist. aus Wien und Klagenfurth sowie Generallekretär Dr. Diem vom Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen erschienen. Fast der ganze erste Der- handlungslag wurde für die Berichterstattung des HauplvorstvndeS und der Mnlerausschüffe in Anspruch genommen. Vorerst ist lediglich beschlossen worden, daß die Deutsche Skimeister- schast 1922 dem Schiri ischen Ski-Bund übertragen und Tür Krummhübcl bestimmt ist. Sie wird Mitte Januar ftattfinten. Die nächste Vertreterversammlung ist auf Ansang Oktober 1922 festgesetzt und als Ort dafür Klingenthal in Sachsen bestimmt worden. — We i tere Eportspenden für Op- p a u. Der Süddeutsche Fußball-Bund tritt ebenfalls für die verunglückte Obbauer Bevölkerung ein und läßt kein Mittel unausqenutzt, um sich auf diese Weise im 3ntereffe der Allgemein! eik nützlich zu machen Eine kür lich stattzefundeae Sitzung des Bundes beschloß einstimmig zunächst 2300 Mr. zu stiften Ferner soll der Gesamtüberschuß der Fußballspiele deS vergangenen Sonntags zwilchen Süd und Horb in Ludwigshafen sowie zwischen Speyer und Frankenthal in öpeyer zur Linderung der Rot in Obbau abgeführt werden. Alle Städte, Vereine usw., die dazu nur irgend in der Lage sind, schließen sich diesem Vorgehen an. lieber weitere Spenden berichteten wir in unserer letzten DienStagsbeilage der .Sport- Umschau st vermischtes. Gifenbahnunfall rn Hamburg. * Hamburg. 3. Oft (WTB.) nachmittag« fuhr ein aus Osten kommender Zug auf einen Dorortzug. 4 Personen wurden verletzt. Der Materialschaden ist recht bedeutend. tzandel. Der Handel der Vereinigten Staaten mit Deutschland. 3n der Zeit vorn 1. Januar bis zum 31. Juli d. I. war Deutschland das einzige wichtigere Land, wohin der Gesamtwert der amerikanischen 2lus- DörfenkKrse. Datum- «• , Disch flrieg»,40 4,75 4.52 . Fi 59,20 2,57 2,46 . 8r. 83,8) 4,75 4,50 . Kr 117,80 — — 77.- . Är. 83,80 3 80 3,55 . Är 117,80 -,-2107,- . Sh 97,80 4,39 4.13 . Fr. 125,40 12,- 11.25 . 1 23,80 -.81 0,79 . • - sLX il ' ■ »__• Todes-Anzeige. Es hat dem Herrn über Leben und Tod gefallen, unsere geliebte, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Katharine Ebel geb. Stahl im Alter von 69 Jahren nach längerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden heute früh V,2 Uhr zu sich zu nehmen. In tiefer Trauer: Familie Wilhelm August Rompf Familie Konrad Karl Ebel. Lang-Göns, den 3. Oktober 1921. Die Beerdigung findet Mittwoch den 5. Oktober, nachmittags 3*/< Uhr statt 013164 Fachschule dergufchnerde-Kunst verbunden mit Atelier für Damen-Bekleidung Wiederbeginn des Unterrichts: 0131-1 Montag den 10. Oktober, vormittags S Ubr. Mne LmmWM jeder Art und Grütze werden angefertigt bei l06?4 Rudolf Rüdiger, walltorstr. 35. »rohes Lager in Drahtgestellen sowie samt!. 3u-. taten. Anleitung zum Selbstanfertigen wird gern erteilt. Zwangs - Versteigerung. Mittwoch den k». Oktober 1821, nachmittags L Ubr, versteigere ich Walltorstr. 6 lDarmiladler Hauö) zwangsweise gegen Barzahlung: I. 4300 Äassvarapparate, 490 Gaszllnder und 1 Sammekmanrel; II. 1 Büfett, 2 VertikoS, 2 Divans, 1 Serviertisch, 1 Kommode, 1 Sessel und 1 Nähtisch. Versteigerung zu I. bestimmt. Ferner mache ich aus die gestern veröffent lichte sreiwillige Versteigerung aufmerksam. 106231 ____________Junker, Gerichtsvollzieher. [Vermietungen | Pension Brandl BS i gntadbl.Zlnimarni.VerptL 8 mübl. Zleuner, auch für Bureau geignet, z. verm. Näh. Neuen Baue Möbl. Zimmer z. verm. ouH7_ Wrabenttrahe 9 v. | Mietgesuche | Dauerinieter tAkadenij sucht 1 2 gut mödl. Zimmer a. 15. X. ob. l.XI. Schrift!. Ang, u. 013186 a. d. G.Anz. 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Rechnung....... 2 258. fällige Zinsen........ 1314.1 Kassebestand......... 25 226.1 Wertpapiere......... 476 061 45 Mobilien.......... 32.40 Rückst, und noch nicht fällige Mit- gliederbesträge....... 1 553.06 1 329 222.31 Verbindlichkeiten. Aufgenommene Kapitalien: M a, (Einlagen..........1 210 810.96 bj lfd. Rechnung........ 46 644.50 Mitgliederbeiträge........ 9 450.04 Rücklage für Kursverluste..... 62 316.81 1 329 222.31 Gewinn- und Verlnstrechnung. Zinsen für Einlagen......Mk. 37 552.05 „ „ lfd. Rechnung .... „ 1081.97 Kapitalertragsteuer....... 1 893.45 Kostenvorlage........ 686.85 Derwaltungskosten...... 2 999.10 Sonstige Ausgaben....... 1763.27 Abschreib, an Mobilien..... 3.60 „ „ Wertpapieren ... „ 5 000. - Gewinn......... „ 3 379.03 Mk. 54 359.32 Zinsen von ausgeliehenen Kapstalien: a) Obligationen ....... Mk. 7 400.85 b) Schuldscheine...... 2 816.73 c) Gutssteiggelder..... 8 614.71 d) Wertpapiere...... 16 369.25 e) Sonstige Zinsen...... 14149.68 Nachlatz von Gutssteiggeldern . „ 37.- Kapitalertragsteuer von Einlagen . „ 3 857.47 Sonstige Einnahmen..... 1 113.63 Mk. 54 359.32 Mitgliederbewegung. Stand am 1. Februar 1920 ....... 45 Zugang in 1920 ...........0 Abgang in 1920, durch Tod..... . 2 Stand am 1. Februar 1921.......43 Lang.Göns, 30. Sept. 1921. 10610V Spar- u. Leihkasse Lang-Göns eingetragene Genoffenschast mit unb. Haftpflicht. K. 2L Artz. A. Euler. 2L Merkel. Direktor. Kontrolleur. Rechner. verwendet man Favorit-Schnitte! denn sie sind d. besten. Schnitte und Albums nur zu haben im QTfodebaus Qalomon Hansa- Schule Gießen Seltersweg73. Femr.821 Priv.-Handelslehransta.lt von J. Kunzelma.nn, Diplom-Kaufmann und Diplom-Handelslehrer. 11. Okt. Beginn den — neuen Winterkurse. Anmeldg. ^täglich. 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Okt.. 81/« Uhr abends* Im „Poetkeller“ Mitglieder-Versammlung Tagesordnung: 1. LandtagSwablen und Kandtdatenvorschläge. 2. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erbittet 10615v] der Vorstand. W Mnporl Gielen 1913 d. und akadem. Ruderabteilung. SaazUg, den 8. Oktober dz. Ja., änfaeg 8Uhr Herrenabend Senntarj, den S. Oktober da. Ja., Anfang 2 ühi Abrudern Freitag, den 14. Oktober da. Ja., Anfang 8 Uhr Jahres-Hauptversammlung Tagesordnung: 1. Eingänge, 2. Entgegennahme des Jahres- und Kassenberichts sowie Entlastung des Vorstandes, & Neuwahl des Vorstandes, 4. Satzungsänderung, 5. Verschiedenes. Anträge für die Hauptversammlung sind den Vorstand bis zum 6. Oktober schriftlich mitzuteilen 10633v Ter Borttand z- Laut Beschluß der heuttgen beschlutzsähigen ZnnungSversam'ulung sind die Mindestpreise für Rasteren DL 1.00, m.Rachraster. M.1.25 Haarschneiden von M. 3.50 an Haar- u. Vartschneiden von M.5^0 an Frisieren M. 1.25 Kinderhaarschneiden M. 2.00 Kopfwäschen M. 2.50 Haarbrennen M. 5.00 festgesetzt. SamötaaS 5O°/0 Ausschlag für Haarfchneidea, Die Preise treten sofort in Kraft. 10617 Mm-WW-MmMe» Abiturientin gibt Nachhilfestunden u. beaufsicht. Sckulausgab. Schr. Ang. u.013146 an den Gietz. Anz. Welcher verh. Schneider kann wöchtl. einige Stücke mitmachen? Schr. Angeb. u. 013145 an d. Gietz. Anz. 1 GeObtetachneideriDiL leatellnngen anf Brant- schneiden werd.entgegen- genomm. ?firzner,Löwen- gaffe 19u.Asterwegl8.<»,n«, WarmeHauöichnbe auS Stoffresten werden billig angefertigl. Schr. Angeb. u. 013162 an den G. Anz. 130000 Mk. als 1. Hypothek auf prima Objekt gesucht. Schr. Ang. u. 013160 an den G. Anz. 30000 Mk. aus erste ob. zweite Hypothek ai'Szitle'hen. Schr. Ang, ii. 10599 a. b. G. «ni Heirat. Sehr vermög, sol. Fabrikant, cd., Enbe 40er, a. d. Lanbe wohn. Wtvr., m. ein. Jungen, hier völlig frenib, such^vaffLebensgesährtin. Aussührl schr. 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Die ■311 KZ r* SenOti Walther ist E 2is gaben. §eulsche weniger Legt ni weitere Mllwr Das st jedem Mig bumm handst land Z wenig deutsch« llche • Lchähm MeD toidung gesehen ist tatst antocse blefc stellen Emqu voran! (juefiei Haage nomine sichert, nungsa rddachl Wie t Smein läge ge nun vo AeK gerat baut1 Jahr Si deutsch Sieht Delasf Treten paratil lahung mtnbn pvlitisc feltägl Vitaro einet M toirb ping, deuts finar itger an c dah furch men tete mä( tvei valk 5od gebe zahl« term öna den jjh letz dv sü er 8t na tot zu, sch. bei 8 tve ®e ine sie schx Zu 8U siel Be Oc Ur