Nr. <80 Der frietener »U^iqer mit ber 'Dknstagsbeilagi .rß-rl vmicha»" er- schemt täglid), außer Sonn- und Feiertaqs. Monatliche vez»«, »reise: «Dierk 5.- einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. F e r n , 9 r e d) • Anschlüsse: fllrdieSchrifileitung 112; für Druckerei, Verlag und Geichäslsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger »ietzen. postjche und Zteindruckerei H. Lange. Zchristleitung, Geschäftrftele und Druckerei: Zchulftrafse 7. Die „Demarche" in Berlin. Die tm Interesse des französiscken Ansehens verabredete diplomatiscye Komödie der Entente in Berlin hat nunmehr stattgefunden, tvie aus der nachstehenden Meldung hervorgeht. Wir ersehen aber auch daraus. daß England und Italien damit das einseitige und willkürliche Borgehen BriandS keineswegs nachträglich gutheihen wollen. Bisher hieß es, England habe zugestimmt, daß Deutschland aufgesordert werden solle, den Durchzug etwa notwendig werdender Trup- penverslärkungen für Oberschlesien durch deutsches Gebiet zu ermöglichen und zu erleichtern. Jetzt aber stellt sich heraus, dah den Fran- zosen in dieser diplomatischen Aktion noch einmal eine besonders ausgesprochene Korrektur ihres bisherigen Verhaltens zuteil wird: Deutschland braucht, so wurde von den Bot- ischaftern der Mächte den Berliner Stellen mündlich noch erklärt, auch künftig nur grundsätzlich bereit zu sein, auf spezielle Aufforderung der drei Mächte Wahnahmen zur Erleichterung deS Truppen- durchmarscheS zu treffen. Frankreich hat lediglich die schwache Genugtuung erhalten, dah England und Italien nicht von vornherein sich ablehnend über die Möglichkeit und Aotwendigkeit militärischer Verstärkungen aussprechen wollen. Berlin, 3. Aug. (WTB.) Die Angelegenheit des Truppentransportes nach Oberschle!ien fand nunmehr ihre Erledigung. Heute mittag erschien beim Reichsminister des Auswärtigen der französische Dotschas- 1er, der englische Botschafter und der italienische Geschäftsträger und überreichten ihm nachstehende von den Drei genannten Vertretern unterzeichnete Bote: Berlin, 3. August 1921. Der Botschafter Frankreichs, der Botschafter Englands und der Geschäftsträger Italiens beehren sich im Auftrage ihrer Regierungen die deutsche Regierung zu ersuchen, die nötigen Vor» kehrungen zu treffen, um durch alle möglichen Mittel den Transport alliierter Truppen durch Deutschland zu erleichtern, den die Lage in O6er- schlesien jeden Augenblick nötig machen könnte. Mündlich wurde noch hinzugefügt, dah e- sich hierbei nicht um ein Ersuchen handele, schon jetzt Truppen zu befördern, sondern um eine grundsätzliche Bereiterklärung Deutschlands, dies auf eine spezielle Aufforderung der drei Mächte hin zu tun. Der Reichsminister des Auswärtigen antwortete, dah dieses Verlangen dem seitens der deutschen Regierung in dieser Angelegenheit eingenommenen Standpunkt entspreche. Er erklärte fick bereit, in diesem Sinne mit dem Reichsver- keyrSminister in Verbindung zu treten. Eiue deutsche Darstellung der Vorgeschichte. Berlin, 3. Aug. (WTB.) Rachdem inzwischen In der Angelegenheit der Truppensendung nach Oberschlesien in der ausländischen Presse Mitteilungen erschienen sind, welche die Zwischenverhanblnngen betreffen und nachdem der Wortlaut deS Briefes veröffentlicht worden ist, den der Reichsminister des Auswärtigen an den französischen Botschafter gerichtet hatte, fei nochmals im Zusammenhang auf die Entwickelung hingewiesen, welche die Frage des Truppentransportes nach Oberschle- fien genommen hat. Bei der llebergabe der französischen Rote vom 16. Juli erhob der französische Botschafter neben anderen Forderungen auch die Forderung, Deutschland solle unverzüglich alle Vorkehrungen treffen, um den Durchtransport einer neuen französischen Division nach Oberschlesien zu fördern. Ehe die deutsche Regierung die französische Rote beantwortet hatte, wurde der französische Botschafter am 23. Juli bei dem Minister Dr. Rosen erneut vorstellig und verlangte, die deutsche Regierung solle bis zu demselben Abend erklären, ob sie der Forderung bezüglich des Truppentrans- Portes nachkommen wolle. Am Abend des gleichen Tages überreichte die deutsche Regierung zusammen mit der Antwort auf die französische Rote vom 16. Juli das Antwortschreiben des 'Reichsministers des Aeuhern, dessen Inhalt der Oeffenllichkeit bereits bekannt ist. In diesem Schreiben stellte sich die deutsche Regierung auf den Standpunkt, dah sie bereit sei, den Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages in jeder Weise nachzukommen, dah sie jedoch zu- nächst um Mitteilung darüber bitten müsse, ob das Ersuchen der französischen Regierung in diesem Falle im Ramen Der drei Okkupationsmächte gestellt sei. Am folgenden Lage nach Kenntnisnahme dieses Briefes erschien der französische Botschafter beim Reichskanzler, der ihn in Gegenwart Des Reichsministers des Aeuhern empfing. Laurent erklärte, dah die in dem Briefe des Ministers des Aeuhern gegebene Antwort nicht genüge und verlangte nochmals eine Erklärung der deutschen Regierung, ob sie auf "das Ersuchen der französischen Regierung, französische Verstärkungen nach Oberschlesien zu befördern, einzugehen bereit fei. Hierauf wurde Dem französischen Botschafter unter dem 25. 7. eine schriftliche Antwort erteilt. In dieser erklärte die deutsche Regierung, sie habe es im Hinblick auf die grobe Verantwortung, welche sie 'nÜt ,U)r@ Antwort auf Die Forderung der französischen Regierung übernehme, für ihre Pflicht gehalten, ihrerseits bei den beteiligten Regierungen anzufragen, ob auch diele den Truppentransport nach Lb.rschlesien verlangen. Die deutsche Re ierung macht in diesem Schreiben daraus aufmerksam, bah sie ii sen Schritt als besonderes Zeichen ihrer absoluten Loyalität den Regierungen gegenüber betrachte, welche in Oberschlesien die Oktup.ttionsmachr ausüben, und knüpfte hieran die Hoffnung, bah die französisch? Regierung die Motive, von Denen die deutsche Regierung sich in dieser Frage hatte leiten lassen, verstehen und würdigen werde. Da inzwischen die Ansicht ausgesprochen worden war, bah die Entsendung der britischen Verstärkungen nach Obelschlcsien in Mai ds. I^ einen Präzedenzfall für Die franz stsche ForDerur.g Darstelle, lenkte die deutsche Regierung gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf die deutsche Rote vom 5. 5. ds. Is, aus der sich zweifelsfrei ergibt, Dah Die EntsenDung Der britischen Verstärkungen nach Oderschle ien bei allen beteiligten alliierten Regierungen als gemeinsamer Schritt Derselben von Der Deutschen Regierung beantragt worben sei. In ben auf dieses Schreiben folgenden Tagen wurde der deutschen Regierung bekannt, dah Die Frage Des Truppentransports auf Der Demnächst statt findenden Tagung des Ober st en Rates behandelt und entschieden werden sollte. Sie richtete deswegen an Den französischen Botschafter ein breiteres Schreiben, in Dem sie erneut erklärte, dah sie tm Einklang mit ihrer Auffassung über den Truppentransport Die Entscheidung Des Obersten Rates anerkennen werDe. Aus Diese letzte Mitteilung der deutschen Regierung erfolgte Der oben bekanntgegebene Schritt der alliierten Regierungen, wodurch die Ange- kgenbeit nunmehr ihre Erledigung gefunden hat. Die bevorstehende Tagung des Obersten Rates. Paris, 3. Aug. (HavaS.) Der .Petit Pari- sien" meldet, in London glaube man zu wissen, die Sitzung des Obersten Rates werde ver- hältnismähig tu r a fein. Bei der Tätigkeit des Arbeitsplanes ist das Blatt aber der Meinung, dah 10 bis 12 Tage für die Beartungen notwendig sein würden. Gleich in der ersten Sitzung des Obersten Rates werde eine sehr ernste Frage auftauchen. Es sei gewih, bah General Le Rond betonen würde, dah die Entschließung des Obersten Rates über die Grenzfestlegung in Ober- schlesien gefährliche Ku nbgebungen Hervorrufen würde, sei es nun von deutscher ober von polnischer Seite. Es sei nicht weniger gewih, dah Marschall F o ch, wenn er um seine Ansicht befragt würde, als Mindeststärke der Verstärkungen eine Division angeben würde. Run würde aber die Beförderung einer Division angesichts der sorgfältigen Vorsichtsmaßnahmen 12 bis 15 Tage in Anspruch nehmen müssen. Man erkenne also, dah eine gewisse Frist verstreichen müsse, bevor die Der- bandsmächte ihre Entscheidung über die Teilung des Abstimmungsgebietes fällen könnten mit der unbedingten Gewißheit, dah diese Entscheidung auch geachtet werden würde. — Weiter meldet der „Petit Parisien", dah die französischen Sachverständigen ihren englischen und italienischen Kollegen einen Teilungsplan vorgelegt hätten, der sich auf das Ergebnis der Abstimmung stütze und ganz besonders die geographischen und wirtschaftlichen Verhältnisse berücksich- ttge. Dieser Plan dllbe bereits den Gegenstand eingehender Prüfung und eines sehr lebhaften Meinungsaustausches. L o n d o n, 3. Aug. (Wolff.) Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" schreibt: Zfoi- schen den hauptsächlich beteiligten Mächten findet augenblicklich ein lebhafter Gedankenaustausch über das Programm der bevorstehenden Pariser Konferenz des Obersten Rates statt. England hoffe, bah bie Konferenz nicht lange währe, unb möchte einen baldigen Abschluß dadurch ermöglichen, dah bie Beratungen auf Fragen beschränkt werben, bie unbebingt ohne weitere Verzögerung gelöst werben müssen. Unter ben Fragen befinbet sich bie o b e r s ch l e s i s ch e Frage, bie Frage ber Rheinsanktionen unb ber Kriegs- beschulbigten unb bie Fragen bezüglich ber Bezahlung ber beutschen Verpflichtungen. Was Oberschlesien betrifft, so scheine bisher wenig Aussicht zu bestehen, bah ber Ausschuh der Techniker unb Sachverstänbigen zu einer Einigung gelange. Die Pessimisten seien ba- her ber Ansicht, bah ber Oberste Rat nicht in ber Lage fein werde, eine konkrete Lösung ber Grenz- frage zu finben unb sich mit Maßnahmen zur Aufrechterhaltung ber Ordnung werde begnügen müssen, wozu die Entsendung von alliierten Verstärkungen nach Oberschleiien gehören könne oder auch nicht. „Daily Telegraph" zufolge ist man jedoch in britischen Kreisen entschlossen, daß die ober- schlesische Frage endgültig geregelt werden soll. Die gleiche Ansicht herrscht bezüglich der Rheinsanktionen. D e Engländer sind der Meinung, daß bie neue Garantiekomnnssion, ber einige Alliierten bie Frage ber Sanktionen überweisen wollen nicht befugt sein kann, Maßnahmen von großer militärischer unb wirtschaftlicher Wichtigkeit, bie ursprünglich vom Obersten Rat getroffen wurden, aufzuheben. In einigen Kreisen besteht laut .Telegraph" bereits Reigung zu einem Ausgleich in Der Sanktionenfrage, indem bie Besetzung Der Ruhrorte aufrecht erhalten, Dagegen bie künstliche Zollgrenze aufgehoben werde. Bezüglich ber Frage ber Kriegsbeschuldigten erscheint es durchaus möglich, daß Frankreich und vielleicht auch Belgien wünschen werden, die Beschuldigten selbst I ^“2onbon, 3. Aug. (WTB.) Die .Times" mißt in einem Leitartikel ber bevorstehenden Pa- I riier Kmfferenz eine ungewöhnliche Bedeutung bet DaS Blatt schreibt: Die Zeit für eine sehr ernste Besprechung der internationalen Politik der Alliierten sei gekommen, aber heute beute alles barauf hin, bah die alliierten Regierungen im gegenwärtigen Augenblick nicht bereit seien, eine gründliche Erörterung vorzunehmen. Es bestehe Grund zu der Annahme, daß die Konferenz nur zusammengeslickte Ausgleiche erzielen werde, ferner daß die bringend,ten und schwierigsten Fragen in den Ausschüssen verschwinden würden. An anderer ©teile erklärt das Blatt, die Berichte aus Oberschlesien über leichtVte Unruhen, wobei ein französischer Soldat verwundet worden fei, seien Zeichen ber in Oberschlesien bestehenden Gefahr und dafür, daß die augenblickliche Ruhe nur scheinbar sei. • Kabinettsrat in London. L o n b o n, 3. Aug. (Wolss.) Wie bie Blätter metben, hat heute ein Kabinettsrat unter bem Vorsitz Lll Yb GeorgeS ftattgtfunben. Lloyd George wirb heute abend noch Wales gehen und am Freitag ober Samstag zu rückkehren. Am Sonntag wird er sich zur Konferenz des Obersten Rates nach Paris begeben. Die Washingtoner Konferenz. Paris, 3. Aug (Wolff.) .Chicago Tribüne" melbet aus Washington, daß die Botschafter der auswärtigen Mächte an ihre Regierungen eine von Staatssekretär Hughes erhaltene Mitteilung gerichtet haben sollen, wonach die Tagesordnung der Abrüstungskonferenz von dieser selbst aufgcstellt werden soll. Das Staatsdepartement habe gestern mitgeteilt, daß die Länder, die der Konferenz beiwohnen werden^ selbst die Kosten tragen würden. Staatssekretär Hughes habe angekündigt, bah er für fein Departement ein besonderes Budget zur Deckung ber Auslagen fordern werde. Inzwischen sind Der frühere amerikanische Konsulacbeamte in China und Sach- Derflänbtge für die Fragen des fernen Ostens auf ber Friedenskonferenz in Paris, William unb der frühere 2§»teilungschef für russische Angelegenheiten im Staatsdepartement, Milles, zur Bearbeitung ber mit der Abrüstungskonferenz zu- sammenhängenben Fragen ins Staatsdepartement berufen worden. London, 3. Aug. (Wolff.) Der diplomatische Berichterstatter des .Evening Standard" schreibt, infolge der ablehnenden Haltung der amerikanischen Regierung sei ber Plan einer D o r- konf erenz zu r Washingtoner Abrüstungskonferenz fallen gelassen worden. An der Washingtoner Abrüstungskonferenz sollen teilnehmen: England, dessen Delegierte auch bie Dominions vertreten werben, Frankreich, Italien, Oajxin, China unb bie Vereinigten Staaten. Sowohl Lloyd George als "Brianb werben ber Konferenz beiwohnen. Genf, 2. Aug. (Wolff.) Die internationale A u s w a n b e r u n g s ko m m i s s i o n hielt am heutigen Tage im internationalen Arbeitsamt ihre erste Sitzung ab. Ihr ist bekanntlich von ber Washingtoner Konferenz bie Aufgabe übertragen worden, der tm Oktober ftattfmbenDen internationalen Arbeiterkonferenz einen Bericht über das Problem ber Ein- unb Auswan - berungen vorzulegen. Deutschland und der Völkerbund. London, 3. Aug. (Wolff.) Im Unter- hause teilte Fisher auf eine Anfrage mit, von ber Absicht Deutschlanbs, seine Mitgliedschaft für bieDölkerbunbsversamm- lungzu beantragen, sei ihm nichts bekannt. Daher fei es verfrüht zu erklären, welches bie Instruktionen ber britischen Delegierten fein würben falls ein solcher Antrag gestellt würbe. — Auf eine weitere Anfrage erklärte Fisher, bie Frage ber Aufnahme Deutschlanbs in Den Völkerbund, vorausgesetzt, daß es den Anttag stelle, würde von dem Bund selbst entschieden werden. Die britische Regierung gebe ihren Delegierten keinerlei Instruktion, wie sie bezüglich dieser Frage zu stimmen hätten. Chamberlain erklärte, Lloyd George sei nicht imstande, der Zusammenkunft der Volker- bundsversammlung im September beizuwohnen Die Regierung beschloß, bah Balfour und Fisher (Linterrichtsminister) als Vertreter ber britischen Regierung an ber Konferenz teilnehmen sollen. Ein brütet Vertreter ist noch nicht ernannt worden. ♦ Vom ehemaligen Kaiser. London, 3. August. (Wolff.) Havas. Der Derichterstatter des „Daily Mall" im Haag will wissen, daß der ehemalige deutsche Kaiser mit den holländischen Behörden wegen seiner Steuern in Streit lebe. Der Kaiser behaupte, nur ein Einkommen von jährlich 150 000 Gulden zu haben, während die Behörden sein Einkommen auf mindestens 350 000 Gulden bemessen. Deutsche Hilfe für Ruhland. Berlin, 3. 2tug. (Priv.-Tel.) Laut .Dor- wärts" hielten heute vormittag bie Vertreter Der Behr-tben, der medizinischen Wissenschaften, Der politischen Parteien, des Großhandels und Der Industrie Besprechungen mit Dem Zentralkomitee des Roten Kreuzes über bie Hilfsaktion für das Durch Hunger unb Seuchen schwer bedrohte Rußland ab Alle Redner betonten die Rot- wendigkeit der Hilfe. — Der PräsideM des Reichs- gesundheitsamtes, B u m m, erklärte, bah vom ge- lundheülichen Stand puatt aus Die £ faule ra- bekämpfung in energischster Weise in An- grih genommen werden muhe. Auch die Gefah en Der Verschleppung von Flecktyphus unb anderer Krankheiten Dürfe man nicht a.i# dem Auge verlieren. Wenn wir auch nicht an d r B k.nnpsung der Hungersnot tellnehmen könnten, so trnnicn wir doch unsere medizinische Wissenschaft und unsere hochentwickelte pdarmazeutische 3nbuhrle in ben Dienst ber Choleraöekämpfunz äTi "tJIh- schern Boden stellen. Der Schahmeister des Ro:en Kreuzes betonte, bah er für vier bis füns Monate die Aktion des Roten Kreuzes in Rußland für finanjen gesichert hält. Dr. Adolf Braum von Der ©. P. D. wies aus Die "Notwendigkeit bin, durch das internationale Rote Kreuz energisch die Hilfsaktion ber Vereinigten Staaten und Eng- lands zu betreiben. Die Anw s.nben b.ldtten ein großes Hilfskomitee und einen engeren Ausschuß, worin Die Spitzen ber Bankwelt. Der Inbustrie. ber medizinischen Wi senschast unb ber politischen Parteien unb Gcwerkschrf en vertreten sind. Es wurde beschlossen, vorläuslz nur ein Sanitätsschifs mit fünf Aerz len und 20 Hilfspersonen nach Rußland zu entsenden, um erst zu prüfen, ob Die russischen Verhältnisse unD bie Haltung Der russischen Regierung eine ungestörte unb nützliche Tätigkeit entfalten lassen. Da aber Die Cholera bereits btS Warschau vor- gebrungen ist, unb sogar Dan U als seuchen- verdächtig angesehen wird, wird eine Aktion In größerem Stil als notwendig angesehen. Frankreich nnb Nnsriand. Paris, 3. Aug (Havas.) Einige Blllter hatten gemel et, b ß wischen e nem f an ö ls hei Ter* tretet unb dem Führer der bollchewisttichen Abordnung in London, Krassin, Verhandlungen eingeleitet worden seien, zwecks Anerkennuna der Schulden des eh mll gen russ schen Kaiserreichs durch bie Sowjets. Diese Rachricht wird amllük dementiert. Paris, 3. Aug. Havas. Driand hat da Alliierten vor^eschlagen, auf die Tagesordnung der Fragen, Die dem Obersten Rat nach ber Prüfung des oberschiefischen Problems vorgelegt werden sollen, die Frage der Möglichkeiten zu setzen, mit den Vereinigten Staaten in lediglich humanitärem Sinne an ben Maßnahmen zur sofortigen Versorgung R u ß l a n b s teilzu nehmen, um, soweü es möglich ist, bem Hunger entgegen* zuwirken, ber das Wolgagebiet zerstört. Die Havasagentur glaubt zu wissen, daß die Absichten der französischen Regierung dahin gehen, Rußland angesichts der durch die Hungersnot geschaffenen Lage eine vorläufige Hilfe zu kommen zu lassen. Die Hilfsmittel könnten durch Privatorganisationen wie das Rote Kreuz verteilt werden. Es handle sich nicht darum, normale Handelsbeziehungen anzuknüpfen, tote eS England und Amerika erstreben, was bie tatsächliche Anerkennung der Sowjetregierung bedeuten würde. Die Intervention der französischen Regierung hätte nur einen humanitären, aber keinen politischen Zweck. Die Vorarlberger für den Anschluß an Deutschland. Wien, 3. Aug. (Wolff.) Wie bie Deutschösterreichische DauernLrrespondenz mitteilt, fand in Bludenz (Vorarlberg) am Sonntag eine große Versammlung deS unabhängigen Bauer nbun- des des Vorarlberges statt, worin neben den österreichischen Bauernführern auch bie Vorarlberger Dauemführer, welche noch vor zwei Iahren für einen Anschluß an bie Schweiz sich erklärten, unter braufenbem Beifall aller Versammlungsteilnehmer für ben Anschluß an Deutschland eintraten. Damit scheint bie Vorarlberger Anschlußbewegung an bie Schweiz völlig fallengelassen zu sein. Käme es zu einer neuen Volksabstimmung, so erklärte ber bekannte Politiker Dr. Ritter auf dem Bauernwae, so wäre schon heute eine Mehrheit von 70 Prozent für ben Anschluß an Deutschlanb sicher. Protest qeqen die tschechischen Ausschreitungen. Prag, 4. Aug. (WTB) Tschechv-slowakb sches Pressebureau. Die beutschen Parteien beriefen eine Volksversammlung als Protest gegen die von ben Legionären am letzten Sonntag veranstaltete Kundgebung nach 21 u f f la ein. Die Versammlung, bie erst genehmigt wurde, würbe Dann verboten, ba man erklärte, baß eS aus diesem Anlaß zu Ausschreitungen kommen könnte. Die 2krfammlung fand infolgedessen nicht statt. Es kam aber zu einem Auflauf der Menge, in dessen Verlauf die Gendarmerie einfefarette» mußte. Es erschienen auch bemo&Uifierte Legionäre, bie bie Menge ausetnanderjagten. In bet Teplitzerstraße griffen bie Legionäre gleichfalls ein. Dabei fielen einige Schüsse, burch bie zwei Personen verwundet wurden. In et er hierauf folgenden Rauferei erhiell ein bLjähriger Arbeiter eine Stichwunde in bie Lunge, an beren Folgen er alsbald starb. Die Menge wurde bann von bet Gendarmerie zerstreut. Die Legionäre zogen unter Gesang durch bie Stabt Abends trat Ruhe ein. Wien, 3. Aug. (WTB.) Aus Prag wird gemeldet: Rachdem es in ber Aachtsihung deS Abgeordnetenhauses zu Lärmszenen zwi:chen ben beutschen unb tschechischen Äbgeo rd* neten gekommen war, wobei brei beutsche Abgeordnete von ber Sitzung ausgeschlossen würben, schilderte nach vorübergehender Untercredjung der Sitzung durch den Präsidenten, der heutige Abgeordnete Bollmann, wie das deutsche Turnfest in Posteiberg durch bie Tschechen gestört worden fei Diese seien in zwei Lastauws und mit ben Eisenbahnzügen angekommen unb mit Gewehren und Dellen bewaffnet gewesen. Ungefähr tausend 2Kann stark zoaen sie» Hetzlieber fingenb, nacht- D>ii-ch faie Straßen. sich natürlich auf den Erkelenzschen Artikel. hinderten gröberen Schaden. Der Himmel im August. wurde, hielt eS nicht für unpassend, dem beut- an recht merkbar mit jedem Lage. Wenn sich schen Abgeordneten eine .Belehrung- zuIzu Anfang d. MtS. das LageSgestirn noch „Wahl und Liebe" als dem Daterlande seiner ®c- | burt angehöre". Der englische Lichter ist der Tn-, über das als ver- Der Wind streicht über die Stoppelfelder, und der Sonne Bogen verringert sich von nun fpd. Frankenhaufen, 3 Aug. einem gewaltigen Unwetter, bo> sich am Dienstag der Unstrutgegend entlud, hat der Blitz Kyffhäuferdenkmal nicht weniger achtmal getroffen. Die Blitzableiter Wettervoraussage für Freitag: Dorwiegend wolkig und trocfen, kühl, Lordwestwinde. Wir befinden uns auf der Lückseite deS Liess unter dessen Einfluh gestern stärkere Gewitter auf- troten. 3r.f. lgedessen ist u n b e st a n d i g e s, kü h- leS Wetter zu erwarten. Oberschlesten. Breslau. 3. Aug. (WTB.) Die vber- schlesische Frage wurde heute vormittag im Breslauer Oberpräsidium vom preußischen Minister deS Innern. D o m i n i c u s. mit (Vertretern aller Parteien und der Dresse eingehend erörtert. Gs kamen alle inner- und auhenpolilische Seiten der oberschlesischen Frage zur ausführlichen Besprechung, wobei die gegensätzlichen Auffassungen zum Ausdruck gebracht und begründet wurden. Als Ergebnis stellte der Minister am Schluß der Verhandlungen den einmütigen Wunsch der Versammelten fest, daß nach den Erklärungen der Parteien und der Pressevertreter für die bevorstehende schwere Zeit der Entscheidung über Oberschlesien die bestehenden Gegensätze vor dem Gebot der Einigkeit In dieser deutschen Lebensfrage zurückzutreten haben. fd. Stegen. 3. Aug. AuS dem Köln- Siegener Eilzug sprang bei Liederschelterhütte ein junges Mädchen aus dem Zuge und wurde bis zur Unkenntlichkeit durch Verwundungen entstellt. Die Rnglückliche kam in hoffnungslosem Zustande in das Siegener Krankenhaus. Sie hatte irrtümlicherweise einen falschen 'Zug bestiegen und wollte nun auf ihrer Heimatstation aus diese Weise den Zug verlassen. Der türlifch-rnssische Vertrag. Paris. 3. August. (Wvlff.) HavaS berichtet aus K o n st a n t i n o p e l: Der kürzlich von der Lationalversammlung von Angora ratifizierte turkisch-russischeBer- trag enthalte u. o. folgende Bestimmungen: Rußland verpflichtet sich, keine internationale Regelung anzuerkennen, der nicht die türkische Lationalversammlung zustimmte. Außerdem einigten die Türkei und Rußland sich grundsätzlich, keinen Friedensvertrag und keine internationalen Akte anzuerkennen, die gewaltsam der Türkei oder Rußland aufgezwungen werden. Sowjetrußland erkenne an, daß die Bezeichnung als „Türkei" alle Gebiete umfasse, die in dem sogenannten Rationalpakt des Parlaments von Angora umschrieben sind. Der Fall Erkelenz. 3n einem Artikel des Deichstagsabgevrd- Neten Erkelenz, der in Rr. 1 der Grenzland- korrespondenz erschienen war und sich mit den verderblichen Wirkungen der Sanktionen befaßt hatte, hieß es il a., daß die Tatsachen (gemeint waren die durch die Besetzung geschaffenen Tatsachen) von der neuen „Freiheit" im Rheinlande zeugen. Diese neue Freiheit hat Erkelenz jetzt auch persönlich kennen gelernt. Licht einmal seine 2lbgeordnetenimmunitäl hat chm genügend Schutz geboten, um ihn vor der Verhaftung zu schützen. Daß diese von der französischen BefotzungSbehörde hinterher als Mißgriff untergeordneter Organe bezeichnet wurde, schafft den Fall natürlich nicht aus der Welt. Berlin, 3. August. Reber Berlin und Rrngegend ging gestern abend ein s ch w e - reö Gewitter nieder, das heftigen Retz e n und etwas Abkühlung brachte. Der Blitz schlug an mehreren Stellen ein, so auch in das Palais des Prinzen Friedrich Leopold am Wilhelmsplatz, in dem die Presseabteilung der Reichsregierung untergebracht ist. Der Blitz verursachte Kurzschluß in den elektrischen Leitungen im Gebäude. Auch die Telephon- apparate mußten außer Betrieb gesetzt werden. H a l l e a. d. S., 3. August. (WTB.) Während eines kräftigen Gewitters, das ansehnliche Regenmengen brachte, schlug der Blitz an mehreren Stellen in den T u r m d e s Rathauses ein. Der Turm geriet in kurzer Zeit in Flammen. Obgleich die Feuerwehr sofort zur Stelle war, gelang es nicht, den Turm zu retten. Dieser stürzte ein und beschädigte auch das Dach des Rathauses. Die Löscharbeiten nehmen chren Fortgang. Die Feuerwehr konnte das weitere Rmsichgreifen des Feuers verhindern. Ein sozialdemokratischer Minister über die voreilige Friedensschliehung. Der bisherige sächsische Iustizminister Dr. Harnisch, der am Samstag ankündigungs» gemäß zurückgetreten ist. hat zum Abschied seinen Beamten eine höchst bemerkenswerte Rede gehalten. in der er. wie wir in der „Tägl. Rundsch." lesen, folgendes sagte: Unfer Volk war nach dem "Kriege weder auf den Sozialismus noch auf die Demokratie vorbereitet. Das ist das Schlimmste. Man sollte endlich einsehen und erkennen, daß sich das deutsche Volk, das doch einst eine Miliz forderte, zur Unzeit aller Machtmittel entäußerte. Wie anders ständen wir da, hätten wir auch, wie einst das französische Voll getan, als fein Königtum zusammenbrach, nun die junge Republik und Demokratie mit Begeisterung gegenüber der gesamten Umwelt fofenge verteidigt und geschützt, bis doch ein besserer Friede möglich ward. Dann hätte die Begeisterung die neue republikanische Form und die Parteien zufammengeschmiedet und ein deutsches Volk geschaffen, dem der kleinliche Streit um die Form nur Lebensache, die einigende Idee eines wahrhaft demokratischen und von sozialistischer Gesinnung erfüllten Vaterlandes aber das alleinige Ziel war. Lur ein Volk, daS von der Idee der Gerechtigkeit begeistert ist, kann unter den Völkern bahnbrechend voranschreiten, um dann auch für die Menschheit immer neue Kulturhöhen zu erreichen. Arn 1. August geht die Sonne 7 Rhr 51 Min^ am 31. August schon 6 Mr 50 Minuten unter, also eine Stunde früher. Am 23. August abends 6 Rhr tritt die Sonne in das Zeichen der Jungfrau. Am 3. August 9 Rhr abends haben wir Leumond, am 10. d. Mts. 3 Rhr nachm. erstes Viertel, am 18. d. Mts. 4 Rhr nachm. Vollmond, und am 26. August 2 Rhr nachm. letztes Viertel. Don dem Stande der Planeten ist zu bemerken: Merkur wird gegen Mitte des Monats wieder unsichtbar. — Venus ist den ganzen Monat hindurch um drei Stunden herum als Morgenstern am nördlichen Himmel sichtbar.— Mars wird gegen Mitte d. Mts. auf kurze Zeit des Morgens am nördlichen Himmel sichtbar. — Jupiter bleibt unsichtbar. — Saturn wird in den ersten Tagen d. Mts. ganz unsichtbar. Allerdings — der Fall hat auch seine luftige Seite. Denn, wie es sich später her- ausstellte, war die Verhaftung gerade wegen jenes Artikels in der Drenzlandkorrespondenz erfolgt, den Erkelenz „Die neue .Freiheit' im Rheinland" überschrieben hatte. Der französische Zivilkommissar, vor den er geführt Die Unterschlagungen kommunistischer Treuhänder. Berlin. 3. Aug. (Priv.-Tel.) Der Vorsitzende der Rntcrstühungskommistion der Berliner Arbeiterschaft, Emil Barth, hält im »Vorwärts" entgegen der Berichtigung des Rechts- Lnwoltes Herz seid in der Angelegenheit der -Rnterfchlagung an Arbeitergeldern an seiner Beschuldigung der kommunistifchen Treuhänder fest und erklärt, dah 345 000 'Mari von dem Konto der Rnterstützungskom- imission abgehoben und infolgedessen diesem Konto und somit der Rnterstühungskommission selbst unterschlagen find. Er vermutet, dah die gesamte Summe oder ein großer Teil davon der kom- Munist Ischen roten Hilfe überwiesen seien. /Durchsuchung eines Kommunistenherdes in Berlin. Berlin, 3. Aug. (WTB.) Das Polizei» Präsidium teilt mit: Dem Berliner Polizeipräsidium gingen am 3. August 1921 mehrere Mitteilungen des Inhalts zu, daß an genau bezeichneten Stellen des Hauses Rosenthalerstraße 38, wo die Zentrale der V. K. P. D. (Vereinigte kommunistische Partei Deutschlands) ihren Sitz hat, Waffen versteckt seien. Die Beamten der Abteilung la des Polizeipräsidiums nahmen daraufhin sofort eine Durchsuchung deS Hauses vor. Waffen wurden nicht gefunden. Man entdeckte aber bei der Durchsuchung zahlreiches, die Zentrale der D.K.P. D. belastendes Material, amtliche Stempel, amtliche Klischees und amtliche Vordrucke, die zur Beschaffung von f a l- schen Ausweisen dienen. DaS Material wurde beschlagnahmt und zum Gegenstände eines Strafverfahrens gemacht. ’* Der Hef «ifche Rentnerbund, der nach Berichten aus den größeren Städten deS Landes fast die Mehrheit der Kleinrentner umfaßt und dem Allgemeinen Deutschen Renter- bunde angeschlvflen ist, hat durch Eingaben an die Staars- und Gemeindebehörden für sc ine Mitglieder Erfolge in bezug aus mancherlei Erleichterungen in den Steuerveranlagung, beim Bezug von Artikeln des täglichen Bedarfs usw. erzielt. Die Ortsgruppe Gießen, die etwa 183 Kleinrentner umfaßt, ist, wie unS geschrieben wird, ebenfalls in der angegebenen Richtung tätig gewesen und hat bereits wirtschaftliche Vortelle )ür ihre Mitglieder erreicht. Die Lotlage, in der sich infolge der Entwertung deS Geldes sowie des Tiefstandes vieler Wertpapiere gerade die Kleinrentner befinden, sollte alle, die der Vereinigung noch fernstehen, veranlassen, der Ortsgruppe beb zutreten. Gs wird auch in Zukunft alles versucht werden, dic Lage der Kleinrentner zu verb ssern. Der Vorstand, dem ein sogen. Wirtschaftsausschuß angegliedert ist, hält jeden Donnerstag Cf^un- gen ab. in denen über dis je nach Zeitumständen zu unternehmenden Schritte beraten wird. Zedcn ersten Donnerstag im Monat fi.rden allgemeine Mitgliederversammlungen statt, und zwar im Schulhause an der Well-Anlage, in denen An- Meldungen neuer Mitglieder erfolgen und Wünsche borgeoroxttt werden können. Gerichtssaal. Das Urteil hn Frankfurter Kommunisten- SranrfurtaÄ Aug. (WTB.) Im Frankfurter Kommunistenprozeß, in dem 1 9 Person e n, darunter eine Frau, wegen Vergehens gegen die Verordnung des Reichspräsidenten vom 30. Mai 1920, die einen Zusammenschluß zu militärischen Verbänden verbietet, wurden sämtliche Angeklagten nach siebentägiger 03er- Handlung dauer freigesprochen. Der Staats- anwalt hatte Strafen bis zu drei Zähren Gefängnis beantragt. In der Rrtellsbegründung heißt es u. a.: Als ein wertvolles Ergebnis des vorliegenden Prozesses ist die Feststellung zu bezeichnen, daß in Deutschland auch nach dem 4. August 1920 in kommunistischen Kreisen eine kommunistische Organisation bestanden hat. uni zwar eine zentralistisch geleitete. Das Gericht hält es nicht für ausgeschlossen, daß die Parteileitung offiziell die Aufhebung der militärischen örganifation beschlossen haben mag, dah sie aber außerstande war, die Fortentwickelung dieser Bestrebung zu unterbinden. DaS Gericht nimmt auch an, daß eine große Anzahl von Parteimitgliedern jeberaeit zum militärischen Kampfe mit der Waffe sich bereit zeigte und zeigen werde. 14 Tage Wuchergericht! fpd. Köln, 3. Aug Die Kölner Wucherkammer verurteilte vom 16.—31. Zull dreißig Leute zu zusammen 5 Monaten 8 Wochen 13 Tagen Gefängnis und 48 420 Mk. Geldstrafe wegen üblicher Kriegsvergehen. Don 345 neuen Anzeigen wurden 141 durch Strafmandat, 65 durch öffentliche Anklage erledigt. Erstere beliefen sich auf zwei Wochen und 103 630 Mk. Geldstrafe. Di« 3. Strafkammer verurteilte in der gleichen Zeitspanne 7 Leute zu 4 Monaten 1 Woche Gefängnis und 105 000 Mk. Geldstrafe. Siu englisches Gerichtsurteil gegen Ehamberlain. Der große Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain, ein gebürtiger Engländer und 6er Sohn eines britischen Admirals, ist durch seine Liebe zur Musik Wagners, dessen Tochter Sva er heiratete, durch seine tiefgründige Beschäftigung mit Goethe, Kant und der deutschen Kultur zu einem leidenschaftlichen Borkämpfer des deutschen Geistes geworden, und als er durch den Krieg zur chaiisn Stellungnahme gegen sein Vaterland gedrängt wurde, ist er am 8. August 1916 Bürger des Deutschen Reiches geworden Diese Tatsache wurde die Grundlage eines Gerichtsurteils, daS dieser Tage ein englischer Richter in einem Streitfall erlassen hat. In der Annahme, daß Chamberlain ein deutscher Bürger im Sinne deS Friedens? Vertrages sei, erllärte der Richter P. O. Lawrence, dah er dadurch sein Anrecht auf ein Vermächtnis, das ihm sein Onkel, der verstorbene General Sir Crawford Trotter Chamber Iain hinterlas ei hatte, verwirkt habe. In dem Rrtell wird zunächst ein Lebensab-iß Chamberlains gegeben und gesagt, er habe »während deS Krieges antienglische Anschauungen vertreten und durch seine Laturalillerung bewiesen, daß er mehr dem Daterlande seiner ” Landwirtschaftsreferendare. Die Kandidaten des landwirtschaftlichen Lehramts führen künftig mit (Beginn ihrer ersten Verwendung im hessischen Staatsdienste die Amtsbezeichnung „Landwirtschaftsreferendare". ** Der Verkauf des Durchgangslagers, früheren Gefangenlagers, zum Prelle von 1 300 000 Mk. an die Stadt Gießen wird nunmehr bestätigt. ** Polizeibericht. Am 3. August wurden in Gießen zwei Fahrräder entwendet: Sines Marke „Adler" 14 01., Fabriknummer 320 107, mit schwarzem Rahmenbau und desgl. Felgen. Das Rad Hal neue Hinterradbereifung. Die Handgriffe sind aus schwarzem Zelluloid, die Glocke trägt einen Adler. — Ein anderes Marke „S a a l b u r g“, Fabriknummer 26 919, mit schwarzem Rahmenbau, gelben Felgen und deSgl. Schutzbleche. Das Rad ist fast neu. Das Hinterrad hat neue Kontinentalbereifung. — Beide Räder waren einen Augenblick auf Höfe hingestellt worden. Vor Ankauf wiro gewarnt. — Fe st genommen wurden: eine Mannsperson von auswärts, die sich Kindern gegenüber in unsittlicher Weise genähert hatte, ferner zwei Mannspersonen, welche den D-Zug von Hamburg nach Gießen als b l i n d e Passagiere benutzt hatten. ** Der Mietpreis in Gießen. Das Städt. Mieteinigungsamt gibt folgendes Schreiben des Mietervereins bekannt: Die unter dem 30. März 1921 zwischen dem damaligen ersten Vorsitzenden des Mietervereins und dem Haus- besrtzerverein abgeschlossenen Vereinbarungen über die der Berechnung der Miete zu Grunde zu legenden Richtlinien sind von der Generalversammlung des Mietervereins abgelehnt worden,- sie find daher nicht in Kraft getreten und nicht rechtsverbindlich. Gießen, den 2. Aug. 1921. (Siebener Mieterverein e. D. gez. G. Weißbäcker, 2. Vorsitzender, gez. Bräutigam, Beisitzer. ** ©ute Kameradschaft im ehern. Landsturmbataillon XVII1Z9, Gießen. Oluf Einladung eines Kameraden hatten sich am 20.^ Juli 1921 im Postkeller zu Gießen eine größere Anzahl Angehöriger aller Dienstgrade des ehemaligen mobilen Landsturmbataillons XVII1/9 eingestellt. Zweck der Besprechung war, das von vielen schon längere Zeit geäußerte Bedürfnis, die Kameraden, insbesondere die außerhalb Gießens wohnhaften, mal wieder zu sehen, um Erinnerungen und Erlebnisse auszutau'chen, In die Tat umzusehen. Die im Felde gemachten bewährten Erfahrungen, tote einer für den anderen einsteht und wie der Stärkere den Schwächeren durch Rat und Tat unterstützt, sollen zur Beseitigung der elngeriffenen Entfremdung der Menschheit in uns weiterleben. So wurde nach reiflicher Aussprache ein aus allen Dienstgraden bestehender neunglledriger Arbeitsausschuß eingesetzt, der die Vorbereitungen treffen, insbesondere bei den Kameraden anfragen soll, ob sie an einer etwa im Ok ober oder Lovember d. Z. ober später in Aussicht genommenen Zusammenkunft in Gießen teilnehmen wollen Geplant ist an einem Samstagabend Kommers der Kameraden, nm darauffolgenden Sonntag gemeinsames Mittagsmahl, nachmittags famera^febafLi f,et Del amm n ein n.i Frn i v. i.n"> ent prech nber Rnterhaltung D n auswärtigen Kameraoen werden zur Kostenersparnis nach Möglichkeit unentgeltliche Quartiere bei den Gießener Kameraden besorgt, auf die (Verhältnisse der Landwirtschaft betreibenden Kameraden wird bei Festsetzung deS Zusammenkunftstages Rückstcht genommen. Von der Bildung eines Vereins und dergleichen wird ausdrücklich Olbstand genommen, es soll sich lediglich um eine lose Vereinigung handeln, die nach Bedürfnis, im Jahre etwa einmal, zusammentritt. Kameraden, die Interesse an der Zusammenkunft haben, werden gebeten, Ihre Teilnahme, eventuelle Wünsche und Anregungen an den Vorsitzenden deS Ausschusses, Kameraden Alfred Töpelmann. Gießen, Süd-Anlage 5. baldgefälligst mitzuteilen. Alles Lähere wird dann noch bekanntgegeben werden. Vornotizen. — TageSkalender für DonnerS* tag: Cafö Leib, 81/* Rhr. Generalversammlung des Mietervereins. — Postkeller. S- ? Rhr. Zusammenkunft deS L. 1.1 116. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „(Berlin W." — Astoria- Lichtspiele, „Mit Büchse und Lasso". — Aus dem Stadttheaterbureau. „P otasch und Perlmutter", te Jen außerordentlichen Erfolg alle Pressestimmen konstatieren, dürfte bei seiner Erstaufführung am Dienstag den 9. August besonderes Interesse dadurch erwecken, dah die Kostüme, die in den in einem amerikanischen (Modesalon spielenden Stück Vorkommen, von einem bekannten Lauheimer Modesalon gestellt werden. Landkreis Giesten. is. Steinbach, 4. Aug Am Samstag begehen die Eheleute Heinrich Stabe! I. das Fest ihrer goldenen Hochzeit in voller körperlicher und geistiger Frische. Kreis Friedberg. Turnerischer Kunstabend. -- Dad-Lauheim, 3. Aug. Zu einem turnerischen Ereignis wird sich der turnerische Kun st abend gestalten, der am Samstagabend vom Turnverein 1860 Bad-Lauheim Im Konzerthause veranstaltet wird. Ein Inserat in unser« letzten Sportbeilage vom Dienstag hat darauf bereits hingewiesen: wir werden auch in unserer morgigen (Beilage nochmals darauf zu sprechen kommen. Der Turnverein 1860 hat alle Turnfreunde aus nah und fern zu der (Veranstaltung eingeladen, die uns die ersten deutschen Meister der Turnkunst In Ihrem vielseitigen Können zeigen wird. Hessen-Nahuu. Mädchenhändler an der Arbeit. fpd. Dillenburg, 3. Aug. Ein bt-gantei Herr versuchte In Edingen ein junge« Madcher für leinen Haushalt In Eschweiler zu gewinnen und bot den Eltern, falls er die Tochter sofort mli- nehmen könne, eine Zahlung von 22 000 Mar.' an. — Durch dieses Angebot stutzig geworden, weigerte sich das Mädchen, mltzugehen. Ehe die alarmierte Landjägerei erschien, war der Mädchenhändler verschwunden. Die prinzipielle Seite dieser Affäre ba» »gegen wirkt, wenn man sie richtig betrachtet, bedeutend weniger erheiternd. Es wird wieder einmal klar, wie unbedenklich die Besatzungsbehörden In der Wahl der Mittel sind, wenn es sich ihnen (darum handelt, auch die sachlichste Kritik an ihren Maßnahmen mundtot zu machen. Dem unbequemen Krltker droht Verhaftung und strengste Besttafung. Der Druck, unter dem Die Presse im besetzten Gebiete leidet, ist ganz unerträglich; j e d e f r e i e Meinungsäußerung wird brutal unterdrückt. Der glimpfliche Ausgang Im Falle Erkelenz besagt recht wenig; er bildet nur das charakteristische Gegenstück zu jenen Fällen, bei denen nicht ein Reichstagsabgeordneter, sondern ganz gewöhnliche Schriftleiter und Zeitungsherausgeber die Bettoffenen waren. Vor der Verletzung der Ab- aeordnetenimmunität schreckte der französische Kommissar schließlich doch zurück .und suchte den begangenen Fehler als den Mißgriff eines jungen Beamten hlnzustellen. Wir fragen: Wäre es auch ein „Mißgriff eines jungen Beamten" gewesen, wenn der verhaftete Verfasser des Artikels „Die neue .Freiheit' Im Rheinlands" kein Reichstagsabgeordneter gewesen wäre? Die in letzter Zeit beinahe täglich erfolgenden Zeitungsverbote, die zahlreichen Verhaftungen, Bestrafungen und Ausweisungen von Schriftleitern aus dem besetzten Gebiet und aus dem Saargebiet scheinen einer nur sehr pessimistischen Auffassung recht zu geben. Dieser „Mißgriff" ist bereits unzählige Male begangen worden und war keiner, obwohl in den meisten Fällen die geübte Kritik nicht weniger sachlich und bei weitem nicht In gleicher Schärfe geäußert worden war. Man hat sich auch nur sehr selten auf eine bloße „Belehrung" beschränkt, wie man sie Erkelenz gegenüber für angezeigt hielt. In den allermeisten Fällen haben die Organe der interalliierten Rheinlandkommission von den ihnen zustehenden Machtbefugnissen ausgiebigen Gebrauch gemacht und dabei jenes System in Anwendung gebracht, das vom Abgeordneten Erkelenz treffend als „die neue Freiheit im Rheinlande" charakterisiert worden ist. Kirche und Schule. ** Zur Verheiratung der Volksschullehrerinnen wird mttgeteilt, daß allen Volksschullehrerinnen, die in den Monaten Juli oder August 1921 eine Ehe eingehen und aus diesem Anlaß ihre Entlassung aus dem Volks- schuldienst nachsuchen und erhalten, auf Antrag die Abfindung nach Maßgabe der bürperigen Bestimmungen gewährt wird. Auch wird den durch ihre Verehelichung aus dem Volksschuldienst ausgeschiedenen Lehrerinnen, d. h. jenen, die Dom1 Inkrafttreten der Reichsverfassung (14. August 1919) biS 1. Juli 1921 auS dem Dienst auSge- schieden sind, die Wiederanstellung unter gewissen Voraussetzungen gewährt. Aus Stabt und Land. Gießen, den 4. 21ug. 1921. 10,2 Millimeter Niederschlag in Gießen. Endlich ist gestern nach fast siebenwöchiger Trockenperiode die erste nennenswerte Liederschlagsmenge gefallen. Rm die Mittagsstunde gab es schon ein paar kaum merkliche Spritzer. Dann klärte der Himmel sich wieder auf bis zum späten Lachmittag. Don allen Seiten zogen schwere Gewitterwolken herauf und man glaubte mit einem furchtbaren Rnwetter rechnen zu müssen. Der Regen sollte unS jedoch in einer sehr gnädigen Weise beschert werden. Es gewitterte nur wenig. Dafür setzte bald das lang nicht mehr gehörte erquickende Rauschen Les Regens ein. „Aus der Wolke quillt der Segen, strömt der Regen." Dis in die ersten Lachtstunden hielt das Rauschen an und die Latur konnte seit langer Zeit sich wieder erquicken. Der Landwirt hätte es sicher gerne gesehen, wenn es noch zwei bis drei Tage weiter regnete. Der Rmschlag scheint aber da zu sein. Auch aus anderen Gegenden Deutschlands werden Gewitter mit reichen Liederschlagsmengen gemeldet. In Gießen betrug die Regenmenge 10.2 Millimeter, Im ganzen Monat Zull somit 16,5 Millimeter. Darmstadt hatte gestern 13 °Mlllimeter, Lauterbach dagegen nur 6 Millimeter Liederschlag. DaS Maximum betrug gestern in Gießen 29 Grad Celsius, das Minimum 12 Grad, inDarm- stadt das Maximum 31 Grab, bas Minimum 13 Grad, in Lauterbach das Maximum 32 Grad, das Minimum 10 Grad Celsius. erteilen. Diese köstliche Belehrung erftrecüe 14 Rhr 20 Mn. über den Horizont erhebt, ge- sich natürlich auf den Erkelenzschen Artikel, schieht dies zu Ende d. M. erst 5 Rhr 10 Min. fchanung. daß er sein englisches Bügrrrrcht au! ungesetzmäßige Weise ausgeoeben habe unb nach englischem Recht noch drtuscher Untertan Id Er habe allo bte Gesetze seines DalerlandeS verletzt, unb wenn er nach öngl inb käme, würbe er wegen Derrates angellagt werben. Nach deutschem Recht «aber fei er zweifellos deutscher Bürger, unb da d« Bezeichnung .deutscher Burger" im ArlebenS- vertrage nur auf deutsche Verhältnisse Anwendung finden könne, so müsse er also auch ald Deutscher wellen, unb bas Recht an ber Erbschaft feines Onkels fei ihm abzusprechen. • X. Hanau, 3. Aug Das Schwurgericht Hanau hatte im COldr* bs. IS. dem Steinrichter •utUemont aus Waldensberg, ber beteiligt gewesen sein soll an einem Zusanunenstoßc zwilchen lNenburg-Bübinaenschen Förstern unb Dcwoh- nei-n des Bogelsberges. zu 3 Jahren 9 Monaten Gefängnis Dcrurtellt Bom Reichsgericht ist bas Urteil ausgehoben unb ble Sache zur erneuten Verhandlung an daS Schwurgericht Hanau verwiesen worben. Schöffengericht. (Sieben, 2. Aug. 1921. Wegen Unterschlagung einer Brosche tourbc eine Frau von hier zu einer Geldstrafe von 100 Mark verurteilt, während in der gleichen Sache ein hiesiger Installateur wegen Hausfriedensbruchs zu 50 Mart Geldstrafe verurteilt wurde. 3n aanz schamloser Weste hat ein Junger Schuhmacher aus Harbach zwei Y leglinge ber diesigen Provinzial-öiechenanftalt beitohlen und betrogen. Er kam zu dem einen von ihnen, einem 94 3afcre alten Lolomoltoführer t A., unb über- brachte ihm, indem er sich einen falschen Namen beilegte, angeblich Grüße seines Baiers. Da er behauptete, er sei Elektrotechniker bei der Bahn, trug ihm ber alte Mann auf, eine Lichtleitung an fein Bett zu legen. Der Angeklagte benutzte nun die Gelegenheit dazu, die persönlichen Der- hällnissc seines Opfers genau auSzuforschen unb stahl in fdner Abwesenheit aus einer Kassette ein Sparkassenbuch mit einer Einlage von 4600 Mart unb eine silberne Remontoiruhr. Als er die Hälfte der Einlage bei ber Sparkasse abheben wollte, war zufällig Jemanb bort, ber ihn genau kannte unb cie Beamten der Sparkas e auf die Unwahrheit seiner Angaben, er sei vo i dem Eigentümer des Sparkassenbuchs zur Abholung des Betrags bevollmächtigt, aufmerksam machte. Er wurde deshalb sestgenommen unb der Polizei übergeben, ehe bei Bestohlene feinen Verlust überhaupt bemerkt hatte. — Einem andern 78 Jahre alten Pflegling ber Slschenanstalt schwindelte er elnPaar neue Sch ihe ble blefem zu grob waren, ab, unter ber Borspiegelung, er werbe sie ihm gegen passende umtauschen. Natürlich dachte er gar nicht daran, sondern verkaufte sie. Wegen Diebstahls und Betrugs erhielt der bereits vorbestrafte Angeklagte eine Gesamtgefängnisstrafe von 1 Jahr 9 Monaten. Eine Schneiderin aus Essen, die von einer hiesigen Familie auS Mitleid ausgenommen worden war, hat dieser ihre Wohltaten schlecht belohnt, denn sie entwe/idete ihr eine Kassette mit 80 Mark in bar und Schmucksachen im Werte von 800 Mark. Wegen Diebstahls erhielt sie deshalb 2 Monate Gefängnis. 3m Juli 1919 wurden aus dem Hygienischen Institut (Sieben mittels Einbruchs 1 Platin- ßchale, 1 Platintiegel und eine Schreibmaschine Kstöhlen. Der Berbacht lenkte sich alsbald aur n Angeklagten, der als Sohn eines Bediensteten des Instituts mit den Räumlichkeiten besonders vertraut war, allein eine Ueberführung war bet (einen entschiedenen Ctuanen* nicht möglich. Eist lebt erzählte eine Schneiderin, mit der ber An- E‘tagte längere Zelt ein Liebesverhältnis unierten hatte, bas bann wieder gelöst worben war, l dieser Ihr den Diebstahl der Schreibmaschine zugestanden habe. Auf Grund dieser Aussagen gewann daS Gericht heute die lieberzeugung, bas) der Angeklagte nicht nur die Schreibmaschine, sondern auch ble Platinschale unb den Platintieget gestohlen habe, und verurteilte ihn deshalb zu einem Jahr Ge'äng ils. Der Berurteilte erkannte die Strafe alsbald als rechtskräftig an. Ein Malerlehrling von hier entwendete einem hiesigen Mehgermelster, bei dem er Anstreicherarbeiten auSzuführen hatte, auS der Ladenkaffe 50 Mark, unb bei einer späteren Gelegenheit 400 Mark. Wegen Diebstahls erhielt er eine GefamtgefängniSstrafe von 24 Tagen. 3m Dezember 1920 entwich ein Gärtner auS Mainz aus der Zellenstrasan statt In Butzbach, in der er eine längere Gefängnisstrafe verkühle, unb tarn an eine Hütte im Walde bei Rödgen. Gr erbrach diese unb tauschte seine AnstaltS- fletbung gegen dort befindliche ArbeitSkI eiber um. Wegen Einbruchsdieb st ahlS Im Rückfall wurde er unter Annahme mildernder Umstände zu ber gcrlngft zulässigen Strafe von einem Jahr Gefängnis verurteilt. Ein früherer RelchSwehrsolbat erhielt wegen unerlaubter Entfernung. Unterschlagung von Delleibungs- unb Ausrüstungsstücken unb wegen Diebstahls eines Feber- dettes eine Gesamtstrafe von 6 Wochen Mittelarrest. Landwirtschaft. Hessische landwirlschastliche Schule Butzbach. e Butzbach. 3. Aug. Am letzten Freitagnachmittag sand unter bem Vorsitz des KrelS- birekiors Graef bie diesjährige Sitzung deS Wirtschafts-Ausschusses ber hessischen Landwirtschaftlichen Schule zuButz- bach statt. Dr. Schab erstattete Bericht über bas letzte Geschäftsjahr, das erste ber im November 1920 neugegrünbeten Anstalt. Die Schule war in ber im ersten Schuljahr nur bestehenden Unterklasse sehr stark besucht. 52 Schüler, darunter 13 auS dem benachbarten Kreise Wetzlar nahmen am Unterricht teil. 3m nächsten Winter soll bie Schule burch Errichtung einer Oberklasse voll ausgebaut werben. Dr. Schab gab sobann eine Verfügung des LandeSernährungsamtes über bie neue Dienstbezirkseinteilung der hessischen landwirtschaftlichen Schulen bekannt. Der Dienstbezirk der Schule in Butzbach umfaßt hiernach folgendes Gebiet: Der nördlich ber Linie Landes- grenze (Ziegenberg) Langenhain, Ober-Mörlen, Dieder-Mörlen, Steinfurth. Wohnbach gelegene Teil deS KreiscS Friedberg, einschließlich der (Sema i tun g ber Grenzorte mit Ausnahme von Wohnbach, feiner die Gemarkungen Lang-Göns, Gro- ßen-Linden, Klein-Linden. Allendorf a. d. Lahn, Leihgestern, Holzheim unb Oberhörgern deS Kreises Dießen. Llngealledert ist ber Schule eine Sammelste 1 le für Pflanzenschutz, von ber aus alle Beobachtungen von Im Bezirk auf- tretenden Dslanzenkrankheiten unb Schädlingen geleitet werben unb Auskunft über alle einschlägigen Fragen erteilt wirb. Der Unterricht beginnt voraussichtlich In der ersten Woche des Novembers. Wanderungen. O Fulda, 2. Aug. Der als Kartograph der Rhön in Tourisienkreifen durch feine vorzüglichen Wegekarten bekannte Prof. Dr. Karl Hoß- seld (Gifenach) ist auf einer Stubienfahrt an bte Rhön In ber Nähe der Milseburg infolge eines Schlaganfalls plötzlich verstorben. Der Gelehrte war an ber Milseburg mit kartographischen Aufnahmen beschäftigt. — Eine neue Schüler- unb Studentenherberge, auf ble bie wandernde erwachsene Jugend in der Ferienzeit aufmerksam gemacht fei, wurde in Hilders eingerichtet Vermischtes. Walbbrände, bei denen die Hilfe versagt wird. fpd. Dom HochtaunuS, 3. Aug. Am Sonntag brannte, wie berichtet, auf bem Sand- blalcn eine größere Waldfläche nieder. Für ble Rettungsarbeiten holte man ble Feuerwehrleute aus Niederreisenberg Im Auto ab. Als bad Auto mit ben Mannschaften In Oberreifenberg ankam, erfuhr man, baß es im Homburger Walde brannte. DaS paßte ben Leuten nicht, denn bie Homburger Förster hatten neuerdings die Bewohner der Dörfer des Hochtaunus, als sie Heidelbeeren sammeln wollten, aus ihren Distrikten verwiesen, well sie keinen Heidelbeerscheln für 10 Mark gelöst hatten Ja, es soll sogar vorgekommen fein, baß ein Förster ben Frauen die mühsam gesammelten Beeren wegnahm unb zertrat. An dieS alles dachten die wackeren Feuerwehrmänner von Reifenberg, und sie sprachen zu ben Homburgern: .Gönnt Ihr uns kaa Heidelbeer' — Krieht Ihr aach kaa Feuerwehr'" Dann machten sie lehrt unb begaben sich nach ihrer Heimat zurück unb feierten hier bas Gaufest des Turnverbandes Obertaunus fröhlich Weller. — So erzählt bas .Höchster Kreisblatt". -- Bei Köppern entstand am Sonntag im Gemeinde- walb ein Brand, bei dem die Hilfeleistung durch bie Einwohner auch zu wünschen übrig ließ. Nicht nur, daß sich ble ®emeinbemltglleöer in geringer Fahl an den Löscharbeiten beteiligten, sondern auch von ber Pflichtfeuerwehr fehlten nicht weniger als 18 Mann. Brand dreier Fabriken. fpd. Höhr-Grenzhausen (Westerwald), 3. Aug. Durch eine gewaltige Feuersbrunst wurden in der Nacht zum Dienstag ble Fabrik pharmazeutischer Bedarfsartikel von Ho f ft c 11 e r & Ä u n ft, die Maschinenfabrik von Reinhold Hanke und ble Korkenfabrik von Lötschert & Co. vollstän- dia eingeäschert. Die Wohnhäuser konnten von den zahlreichen Feuerwehren ber Umgegend vor ber Einäscherung bewahrt werden. Die Entstehungsursache des Rlefenbrandes ist bis zur Stunde unbekannt. Der Schaden beziffert sich auf mehrere Millionen, soweit bis jetzt sestzustellen war. Folgenschweres Autounglück. fpd. Koblenz, 3. Aug. Die erst seit zehn Tagen vermählte Gräfin Marie Luise von Re- ncfle auf Schloß Bürresheim kehrte am Dienstag mit Ihrem Gemahl Im Auto von Maria- Laach zurück. Bei Tühr kreuzte bas Auto mit bem Fuhrwerk eines Melkermeisters unb fahr dabei einem Pferde ein Bein ab. DaS Tier fiel beim Umfallen auf bas Auto unb brückte ben Kopf ber jungen Frau in eine eiserne Spitze hinein, io baß ber Tob auf ber Stelle eintrat. Carusos Vermögen. R o m, 3. Aug. (WTB.) Nach Dlättermel- bungen beläuft sich das Vermögen, daS Caruso hinterlassen bat, auf 30 Millionen Lire. Der Leichnam Carusos wird ein- balsamiert, unb es findet eine besondere Xrauet- feler statt. ♦ Köln, 3. Aug. (Priv.-Tel.) Dor einigen Tagen flüchteten die Kassenboten Schmitz unb Heldenlch ber hiesigen Niederlassung der Elsässischen Bank mit 2 800 000 Mk. Sie stellten sich gestern nachmittag ber hiesigen Polizei. Sie halten noch etwa 40 000 Mk. Der größere Teil Des Geldes würbe vor ihrer Abreise von einem angeblichen Kriminalbeamten beschlagnahmt. Buer (Wests.), 3. Aug. (Priv.-Tel.- Die „Buersche Zeitung' meldet: Gin seit mehreren Tagen vermißter löjähriger Junge ist im Walde bet Dari mit bem Kopfe nach Unten ers hängt aufgefunden worden. Unter bem Derbacht, seinen Spielgefährten im Derlause eine* Wortwechsels erschlagen und erhängt zu haben, wurde ein ISjähriger Junge verhaltet. ' Die neuesten Ausgrabungen t« Palästina. Die Ausgrabungsarbeiten, die nach dem Kriege mit großem Eifer in Palästina begonnen worden sind, schreiten rüstig fort, '-äußer ben Engländern beteiligen sich auch bie Amerikaner unb bie Franzosen Daran. Wie ein Bericht btiP englischen KolonialamleS mittelst, finb in AS - l a l o n ble großen Klöster, ble dort errichtet worben waren, ibentifiziert unb ausgegraben worben. Auch ble Forschungen in Liberias unb in bem Gebiet in der Nähe der Synagoge von Kaper- n a u m haben wichtige Resultate gezeitigt. 3n Ka- pcmaum würbe ein sechseckiger Hof r angelegt, der ein sehr schönes Mosaikpflaster ausweist, vo- bann finb wichtige Denkmäler, bie in ihrer Erhaltung bedroht waren, gcf.chert worden, barunter der Turm ber Kreuzfahrer von Ramleh, bic alte Kirche von Jltma bei Ramallah u. a. Besondere Sorgfalt werden Der Burg unb Den Mauern von Jerusalem zugewendet, deren Erhaltung ber Jerusalem-Gesellschaft übertragen worben ist. Ueberhaupt soll bie AuSgrabungstätia- leit im Heiligen Land auf eine ganz neue Basis gestellt werden. Die Ausgrabungen, die bisher ziemlich willkürlich und aus uninethodische Weise von jebem Beliebigen betrieben werden konnten, bedürfen jetzt einer besonderen Erlaubnis ber Regierung Die Ausbeutung wichtiger antller Stätten wird von nun an nur noch wissenschaftlichen Gesellschaften gestattet werden, ble eine Garantie dafür bieten, baß bic Forschung nach Altertümern In einer methobischen und sorgfältigen Weise vor sich geht. Sobann wirb man ber Ausstattung der Museen besondere Aufmerksamkeit zu- toenben. Für Jerusalem Ist ein großes Zen rnuseum in Aussicht genommen, bas noch im Laufe bes Sommer- eröffnet werden soll. Doch beabsichtigt man nicht, alle Kunstdenkmaler in ber Hauptstadt zu vereinigen, sondern auch bic Lokal- museen sollen mehr als bisher berücksichtigt werben. Gibt eS doch viele Gegenstände, die sthr an Interesse verlieren, wenn sie aus ihrer ursprünglichen Umgebung weggcbracht warben, bie aber anbererseits an ber historischen Stätte, mit ber sie verknüpft finb. von hohem Wert bleiben. ES werben daher Städte wie Akko, Athlit, 2S- lalon und TiberiaS solche besonderen Lokalmusee,» erhalten, in denen die Funde der dort gemachten! Ausgrabungen Aufstellung finden. Kunst und Wissenschaft. Paläontologischer Kongreß. fpd. 5 r a n I f u r t a. M., 3. Aug. Zum erstes Male nach bem Kriege tagt vom 8.—10 August im Senckcnbergischen Museum die Paläontologische Gesellschaft. 2ln ber Tagung nehmen auch Ausländer teil. Ein neuer frohhui für 1,50 Unter den Händen wird der schmutzigste und ver- gilbteste Strohhut blütenveiß und wie neu bei der Behandlung mit dem verbesserten Strobin mit seiner verblüffenden Bleichkraft. 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M., abendS 6'/, Uhr iSpnrtvlav». Liederkranz Hing nach Spotten SamStag, b. 6.Aug. 1921. Zusammenkunft £ 9L am hies. Bahnhof. 18505- Nr. M Zweites Blatt Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefien) Donnerstag, 4. August 1921 Französische Zeugnisse zur Schuldfrage. Dach uni) nach kommt mehr Licht in btt Vorgänge in den verhängnisvollen Tagen vor bem ersten August 1914 Ommer deutlicher wird eS, daß das im § 231 des Friedensdik- bittates von Deutschland erzwungene Schuld- be/cnntnij sich nicht aufrecht erhalten läßt. Sehr wertvoll hierfür sind die Erinnerungen des französischen Botschafters in Petersburg, Paleologue. und des französischen XriegLministerS M e s s i m y, die vor kurzem erschienen, vor allem kommt in ihnen ganz ftar zum Ausdruck, das) Rußland und Frankreich vor Deutschland mobil machten, so daß man nicht mehr von einem Angriff Deutschlands sprechen kann. Paloelogue teilt mit, daß Rußland am 29. Juli abends die Mobilmachung von 13 Armeekorps befahl, ferner heimlich die allgemeine Mobilmachung anordnete. 3n seinem jetzt veröffentlichten Tagebuch erlaubt sich Monsieur Palvologue eine t le ine Fälschung, indem er erzählt: „Gestern abend hat die österreichisch-ungarische Regierung die allgemeine Mobilmachung empfohlen? Run Hal sich aber glücklicherweise Monsieur Paleologue schon selbst im Jahre 1914 dementiert, denn im französischen Gelbbuch steht unter Rr. 100 seine Depesche vom 29. Juli 1914, in der er mitteilt, daß die russischen Maßnahmen veranlaßt.seien: „Einerseits durch die hartnäckige älnnachgiebigkeit Oesterreichs, andererseits durch die Tatsache, daß acht österreichisch - ungarische Korps ^chonmobilisiertsin d." Die allgemeine 'Mobilmachung Oesterreichs erfolgte aber erst am 31. Juli 12 Ahr 33 Minuten nachmittags. Monsieur Paleologue bestätigt also die Tatsache, daß Rußland von allen Mächten zuerst die allgemeine Mobilmachung aussprach. Frankreich behauptet, daß die französische Mobilmachung die Folge der deutschen Herausforderung gewesen sei. Run ist eS außerordentlich interessant, daß der damalige französische Kriegsminister Messimy mitteilt, daß der Ministerrat am 1. August nachmittags 1 Ahr schon die Mobilmachung beschloß, aber dem Kriegsminister poch freie Hand lieh, den Befehl noch einige Stunden zurückzuhalten. Die deutsche Mobilmachungserklärung erging nachmittags um 5 Ahr. Es ist also ein Mär- dien, daß die französische Mobilmachung von der deutschen verursacht wurde. Wir wissen, daß der Zar, veranlaßt durch das Telegramm Kaiser Wilhelms, versuchte, die russische Mobilmachung rückgängig zu machen. Man erklärte ihm, das sei unmöglich. Genau dieselbe Tragödie erleben wir jetzt in den Mitteilungen MessimyS über Frankreich. Kurz vor 5 Ahr kam der französische Ministerpräsident Diviani zu Messimh und fragte ihn, ob der Befehl noch aufzuhalten fei; eine An- terredung mit dem deutschen Botschafter veranlaßte Diviani dazu. Messimh antwortete: „Es ist zu spät, der Mechanismus ist aus- gelöft.“ Man kann auch nicht sagen, daß die En- tentemachchaber nicht mit der Mobilmachung den Krieg wollten, daß sie nicht wußten, welche Allgen die Mobilmachung haben würde. Pa- läologue teilt mit, daß der Zar Ssasonow, als er ihm den Mobllmachungsukas zum An- terzeichnen vorlegte, „ganz blaß und mit zusammengeschnürter Kehle" erwiderte: „Den- Len Sie an die Verantwortlichkeit, die Sie auf mich zu nehmen mir raten! Denken Sie daran, daß es sich darum handelt, Tausende und aber Tausende von Menschen in den Tod zu schicken!" Diese französischen Zeugnisse muß man als Waffe gegen die Weltlüge der Alleinschuld Deutschlands zu verwenden wissen. Die amerikanische Ausfuhr nach Deutschland. fps.) Die Tatsache, daß die Exporte aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland im M a i die es Jahres ungefähr ebenso hoch waren wie im gleichen Monat des Vorjahres, während die Ausfuhr nach fast allen anderen Ländern bedenklich gesunken ist, läßt die Frage wichtig erscheinen, welche Waren Deutsche land denn noch aus den Vereinigten Staaten bezieh! Die amerikanische Ausfuhr nach Deutschland betrug im letzten Monat 20 481 000 Doll, und in den mit Mai endenden letzten elf Monaten 350 980 000 Doll.; dieser letzten Zahl steht für den entsprechenden Zeitraum des Vorjahres nur eine Ziffer von 182 475 t-ÜO Doll, gegenüber. Die vollständige Aussuhrstatiftik für den Monal Mai, die das Handelsdepartement soeben ver- öffentlicht, zeigt, daß Deutschland in diesem Monat in Amerika mehr Kupfer und Schmieröl gekauft hat als jedes andere Land und baß seine Käufe von Baumwolle, Speck und Mehl auf der Ausfuhrliste an zweiter Stelle stehen. Von der amerikanischen Kupferausfuhr im Mai erwarb Deutschland 7 073 000 Ibs, gegenüber von 6 765 000 von England und 4 454 000 von Frankreich erworbenen. An Speck bezog England 23 041 000 Ibs., Deutschland 3 898 000 und Kanada, das an dritter Stelle kommt, 2 533 000. An Schmieröl sandten die Vereinigten Staaten nach Deutschland 3 739 000 Gallonen, nach Großbritannien 2 535 000 und nach Britisch;3ndien, das hier an dritter Stelle figuriert, 1 336 000 Gallonen. Die vier größten Käufer von amerikanischer Baumwolle im Mai waren England mit 159 104 Ballen, Deutschland mit 95 633, Japan mit 88 503 und Frankreich mit 39 554 Ballen. Die amerikanische Mehlausfuhr betrug 306 563 Tonnen nach Großbritannien als dem größten Abnehmer, 181 980 Tonnen nach Deutschland und 145 098 nach Holland. An Kondensmilch nahm Kuba 3 248 000 Ibs., England 1 125 000 und Deutschland 713 000 ab. Der Wert der amerikanischen Einfuhr aus Deutschland machte im Mai 6 455 000 Doll, aus, gegenüber von 4 849 000 Doll, im Mai 1920; aber der Betrag ist so geringfügig und die importierten Waren sind so mannigfaltig, daß Deutschland unter den wichtigsten Einfuhrländern für die auf der Regierungs- liste stehenden Gebrauchsartikel gar nicht figuriert, außer für Handschuhe, von denen die Vereinigten Staaten im Mai aus Deutschland 12 865 Paar im Werte von 147 355 Doll, bezogen. Handel Berlin, 3. 2lug. Börsen st immungs- b 11 b. Der fortgesetzte Rückgang des Markkurses, der hier ein weiteres Anziehen der Devisenkurse, besonders des Dollars bis 83, bewirkte, gibt der festen Tendenz an der Börse und der scheinbar unbesiegbaren Kauflust des Publikums immer neue Anregung. War auch die Grundstimmung nicht mehr so einheitlich und fest und das Geschäft im Großverkehr etwas stiller als bisher, so bleibt doch die Flut der bei den Großbanken einlaufen* ben Aufträge in den zu Einheitskursen gehandelten Industriewerten noch immer so groß, baß sie nicht bewältigt werben kann. 3n einzelnen bisher bevorzugten Papieren, wie Hösch, Thale, Augs* burg-Rürnbergec. Schcoartzkopfs und Hirsch-Kupser bestaub bet Kursnachlassen bis zu 10 Proz. Aea- lisationslust. Dafür traten anbere an beten Stelle, so baß von diesen Buderus, Kattowiher, Phönix unb Linke-Hoffmann weitere Kurssteigerungen von 5—20 Proz. erfuhren. Bezeichnen!» ist aber, daß bie Börsenspetulatwn sich heute in stärkerem Maße abwartenb unb eher realisativnslustig verhielt unb bieses wieberum mit ben fommenben neuen Steuern unb der bevorstehenden Entscheidung in Oberschlesien begründete. Aus ben übrigen Amsahgebie- ten war bas Geschäft bei geringen Kursveränds- rungen wie bisher still. Als die Devisenpreise amllich wesentlich schwächer als am Bormittag notiert würben, verstärkte sich die rückläufige Kursbewegung in den Grobverkehrswerten. Auch die zu Einheitskursen gehandelten Industriewerte erfuhren aus diesem Grunde überwiegend Rückgänge, besonders diejenigen, deren Kurse zuletzt fest- gestellt wurden. Frankfurt a. M, 4. 2hig. Börs en* stimmungsbild. Die Spekulation zeiate eine stärkere Zurückhaltung, wobei man die Beobachtung machte, daß der Berkehr nach ben letzt- tägigen starken Kurssteigerungen wesentlich ruhigere Bahnen einschlug. Rectti ationsneigung bestand in Deutsche Petroleum, 785, 782 — Schwächer lagen Benz mit 243, Winter Papier 282.—. Gebrüder Fahr 452, 450. Hansa Lloyd 159.— genannt. Höher gingen Marisfelder Kuxe um, 5375.—, 5475.—. 5proz. Goldmexikaner im Einklang des Devisenmarktes abgeschwächt, 818.—. Äektro Lahmeyer, die heute abend exkl. Bezugsrecht 40 Prozent notierten, waren unter Berücksichtigung des Abschlags mit 235 — 1 Prozent niedriger. AEG. büßten 6 Prozent ein. Chemische Aktien lagen still. Hirsch Kupfer, 388.—, verloren 6, Daimler-Motoren, 259- 5 Proz. Auch Montanaktien gaben im Kurse nach. Phönix, 970, büßten 22, Rheinstahl 597.—, 11 Prozent ein. Zuckerfabrik Offstein gut behauptet, 530, Seil- Industrie Wolfs, 330, gaben 5, Lüdenscheid-Metall, 750, 18, Bad. Masch* Fabrik Durlach, 569.—, 11 Prozent nach. Es bestand auf dem Einheits- markt Reigung zu Abgaben. Die Börse schließt vorwiegend schwächer, bei allerdings bescheidenem Angebol. Frankfurt a. DL, 4. August Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Brief Datum: 2. August. 3. August. 2lmV97, — 404, - 408,- 409,50 339,- 341,- 341,75 331,- 343,75 334,50 295, - 280,75 —, - 558,- 558,- 259,50 268, - 260, - —613,- 619,75 290,- 289,- -,- 67,75 68.50 -,- 350,- 348,- Markuoiierungeit Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: Datum: 1.7.11. 2.7 3.8. Zürich ... Fr. 125,0 7,32 7,35 Amsterdam Fl. 59,23 3,92 3,95 Kopenhagen Kr. 88,83 8,20 8,10 Prag Kr. 117,80 -,- Stockholm Kr. 88,8) 6,05 6,— Wien Kr. 117,88 1194,- -,- London Sh. 97,3) 5,24 5,22 Paris Fr. 125,40 16,- 15,75 Neupork I 23,80 1,21 1,20 Züricher Devisenmarkt. 3. 8. 4. 8. Wechsel auf Schweizer Franken Holland 100 FI. » 186. - 186.25 Deutschland 100 9J>1l = 7.40 7.375 Wien.........100 Kr. = 0.675 0.675 Prag .«••••••• 100 Kr. = 7.55 7.55 Paris ...... 100 Fr. = 46.94 46.45 London 1 £ => 21.70 21.70 Italien 100 ß. - 25.80 25.525 Brüssel 100 Fr. - 44.85 44.80 Budapest 100 Rt. — 1.50 1-50 Neuyork 100 $ = 609.- 608.50 Agram 100 Kr. 340 3.30 Bukarest 100 L. ----- 7.60 7.65 Märkte. Frankfurter Obst- und Gemüsemartt. Frankfurt a. M., 3 Aug. Heute waren wieder große Zufuhren an Obst. Gute Qualitäten sanden zu hohen Preise glatten Absatz, während geringe selbst zu niedrigen Preisen unverkäuflich waren. Das Geschäft in Falläpfeln, welches die letzte Zeit gedrückt war, belebte sich, da bie Keltereien mit dem Ankauf beginnen. Die Preise dafür ziehen an. Der ©emüfemarft zeigt ständig große Knappheit. An auswärtigem Gemüse war nur geringe Zufuhr von Weißkraut und Blumenkohl vorhanden. Gurken fehlten Zwiebelpreise steigend. Im Großhandel wurde bezahl! Aepfel 1.20-3.00 Mk. Falläpse. 0B0 bis 0.75 Mi.. Birnen 1.50-3.50 Mt.. Mirabellen 4.00—b.00 Mk . Reineclauden 3.50—5.03 Mk.. Zwettchen 3.80—4.30 Mk., Heidelbeeren X30 bis 3.80 Mk., Himbeeren 6.00—7.00 Bll., Tomaten 3.50—4.50 Mk.. Blumenkohl 7.50 Ml., Weißlraut 0.90-1.30 M!.. Wirsing 1.50-1.80 Mk.. Bohne« 3,00-4.00 Ml., Kohlrabi 0.70—1.23 Mt.. ®Jbc Rüdeb 1.30—1.80 Mk., Salai 0.60-18) Mk.. Endivien 1.20-2.03 Ml.. Rettiche 0.63—1.20 Alk., Einlegegl rken 0.30—0.70 Ml, Ealatgirlen 180 bis 7.00 Mk.. Kartoffeln 1.00-1.05 Mk.. Zwiebeln 1.10-1.30 Mk. (In einem Teil der Auslage wi-7«ttholt.) Eine amerikanische Handelsabordnung in Deutschland und Frankreich. Paris, 3. Aug. (WTB.i Ha a-v Ministerpräsident B r i a n d empfing heute eine amerikanische Abordnung der internationalen Handelskammer, bi: eben von einer Reise durch Deutschland zurückgekehri war unb gestern mit Dourner unb Loucheuc Besprechungen gehabt batte, bei denen nach Havas folgende Fragen angeschnitten tourben; Flü'si imachung der deutschen Schuld, Regelung bei Schuld. 1 und Stabilisierung des Wechselkurses in Mitteleuropa Die Abordnung besteht aus dem Präsidenten bei dtanbart Oil Company. Bedforb. dem trüberen Präsidenten der amerikanilchen '2Irbcit»Iainmer. Fashy, deren jetzigem Präsidenten, Defries und dem Direktor des Stahltrusts, Lamont. Polnischer Terror. Berlin, 3. Aug. Dlättermeldungen aus B e u t h e n zufolge deuten alle Anzeichen auf einen neuerlich bevorstehenden polnischen Putsch hin. Der polnische Terror greift immer weiter um sich. Aus Rikischacht haben die Grubenbeamten vor dem Terror fliehen müssen. Auch in Gieschewal unb Icmow wurden die ^Deutschgesinnten von polnischen Banden zur Flucht gezwungen. Aus Laurahütte unb Ricolau werben Zusammenrottungen cbcma'igev 3nfurgenten gcmelbet, die schwere ®efa'yren für die deutschgesinnten Teile de. Bevölkerung befurchten lassen. Die zuständigen Kreiskontrolleure sind eindringlich aus die Vlurmzeichen im oberschlesischen Industriegebiet aufmerksam gemacht worden. Rach einer Meldung des „Berl. Lokalanz" aus Rybnik wurde der Marlscheidet-Assisteift Wrobel von als Onswehr fungierenden Insurgenten aus dem Werkkasino in Ober-Radofchau mit Gewalt herausgeholt unb auf bem Wege zum Rächt lokal erschossen. Wrobel wurde besonders deshalb von ben Polen verfolgt, weil er seinerzeit als Führer der Ortswehr sich nicht für die polnische Sache hatte kaufen lassem Teuerung und Lohnerhöhung. Berlin, 3 Aug. Die Hauptvorstände- Konferenz ber Deutschen Gewerkvereine (Hirsch-Dunker- erklären in einer Sntschlie bung. daß infolge ber anbauernden Steigerung auf vielen Gebieten des täglichen Bedarfs, insbesondere ber in Aussicht stehenden Verteuerung des Brotes, der Kohle, der Wohnung usw an einen Lohnabbau nicht gedacht werden könne, sondern daß vielmehr eine Lohnerhöhung im gesunden Verhältnis zur Steigerung der Preise notwendig sei. 38 Grad Celsius hn Schatten. Karlsruhe. 3. Aug. Wie gemeldet n>uO. wurden gestern nachmittag in der Rheinebene 38 Grad Celsius im Schatten registriert. Die Trockenheit hält weiter an. Griechischer Dormarsch auf Konstantinopel? L 0 n d 0 n, 3. Aug. (WTB.) Havas. Rach der „Daily Mall' sollen sich die griechischen Truppen in Thrazien in bedeutender Stärke angefammelt haben, um gegen Konstant« - nobel zu marschieren. Revolutionsgerüchte aus Portugal. Madrid, 3 Aug. (WTB) Havas Eins Depesche aus Viga meldet: Es grassiert das Gerücht, daß in Lissabon eine Revolution ausgebrochen sein soll unb bie Armee vorsorg» licherweise strategische Stellungen eingenommen habe. — Eine Depesche, bie direkt aus Lissabon stammt, betagt, daß alle Vorsichtsmaßnahmen in dieser Stadt getroffen worden seien und daß man Truppen aus ben verschiedenen Provinzen kommen lasse. Die Depesche fügt aber hinzu, daß in ber Stabt Ruhe herrsche, tote, übrigen? auch im ganzen Lande. In Lissabon würben alle Truppen zurückgehalten. Im Flugzeug über den Rordpok? Was hing ton. 2. Aug. (Havas.) Der Physiker Raulty beabsichtigt, im nächsten Monat den Rorbpol mit einem eigens dazu erbauteg Aeroplan zu überfliegen, dessen Gelchwindigleck auf 100 Weilen bei 53ftünbiger ununterbrochene Fahrt geschäht wird. Raulty wird drei 'Begleit« mitnehmen. Die Rothersteins. Roman von Erich Ebenste in. Copyright 1919 by ©reiner & Eomp.. Berlin W 30. 23- Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Später, wenn Hampe den Fürsten im Part floateten fuhr, ging Do plaudernd nebenher, und an schönen Tagen wurde dann der Kaftee in einem rosenrot gestrichenen Gartenhäuschen eingenommen, vor dem zwei wunderschöne schattige Kastanien weißlackierte Gartenmöbel überwölk.en. Die Abende verbrachten beide Mädchen stets beim Fürsten, teils musizierend oder Karten spielend. Den Schluß bildete dann stets eine Schachpartie zwischen dem alten Herrn und Do, die seinerzett viel mit Pfarrer Andermatt gespielt hatte und dem Fürsten eine ebenbürtige Gegnerin war. Diese Tageseinteilung blieb auch so ziemlich bestehen, feit Mamsell Dender ihren Einzug gehalten hatte. Denn obwohl diese offiziell alle Obliegenheiten ihrer Vorgängerin übernommen hatte, stellte es sich doch schon am ersten Tage heraus, daß sie gewisse Ressorts ignorierte. Sie erschien weder in der Milchlammer noch in der Gärtnerei zur befrimmten Stunde, und wäre Do nicht aus alter Gewohnheit zeitig auf* gestanden, so hätten Mägde und Gärtnerdurfchen wieder nicht Bescheid gewußt. Aber Do liebte feit jeher die kühle tauige Frische des Morgens und hatte beschlossen, von nun an wieder ausgiebige Morgenspaziergänge zu machen. Da sie nicht mehr bei Hertha schlief, sondern ein eigenes Gemach neben deren Zimmer bewohnte, konnte ihr Frühaufstehen auch niemand stören. Am Morgen nach Fräulein Denders Eintritt nun wollte sie eben ihren Spaziergang antreten; sie schlug dabei halb aus Reugier, halb aus Gewohnheit den Weg über den Wirtschaftshof em. Sie hatte am Abend zuvor der Mamsell erflärt, was sie zu tun habe und wollte sich nun im Vorübergehen überzeugen, wie diese ihre Sache mache. Aber Mamsell Bender war nicht zur Stelle. Rur der Meier, der laut scheltend im Hofe stand, aber sofort eine freundliche Miene aufsetzte, als er Do erblickte. ,Ru, da haben wir's ja!" sagte er. »Es bleibt einmal 'wahr, daß selten etwas Besseres nach- kommt. Die Miller war schon nicht viel wert, und die Qleue jetzt scheint noch fauler." „Aergern Sie sich nicht, Meier." sagte Do lachend, „es tut ja nichts. Ich werde die Sache erledigen, und die Mamsell wird ja gewiß gleich erscheinen." Aber sie erschien nicht. Am folgenden Morgen wiederholte sich die Szene, nur daß die Mamsell doch da. wenn auch erst eine Stunde später und noch unfrisiert im Morgenkleid erschien. Als sie sah, daß die Milchkannen bereits plombiert auf dem Wagen standen und ein Gärtnerbursche eben unter Dos Aufsicht eine Ladung Gemüse daneben verstaute, entschuldigte sie sich verlegen. ,Ich hatte bis Mitternacht für die Komtesse zu nähen, die eine Toilette geändert wünschte. Es ist auch zu viel, was da alles von mir verlangt wird! Den ganzen Tag auf den Deinen, die halbe Rächt nähen, und dann soll man schon wieder um vier ülhr im Stall flehen! Wenn die Herrschaft an so viel Bedienung gewöhnt ist, und die Komtesse schon keine eigene Jungfer haben will, sollte man wenigstens hier eine Wirischaf* terin anstellen!" Do muhte ihr im stillen beipflichten. Anneliese, die mehr als alle andern im Haus an persönlicher Bedienung beanspruchte, nahm wirklich wenig Rücksicht auf die gegebenen Verhältnisse. „Wenn es Ihnen recht ist, Mamsell,'" sagte sie freundlich, .so wlll ich gerne Ihre Verpflichtungen hier auf dem Wirtschaftshof übernehmen. Die Milchwirtschaft interef.iert mich, und das Frühaufstehen macht mir gar nichts, denn ich bin es von Kindheit an gewöhnt." .Aber was werden die Herrschaften dazu tagen?*" wandte die Mamsell zögernd ein, obwohl ihre Augen freudig aufleuchteten bei dem Vorschlag. „Es braucht gar kein Mensch von unteren Abmachungen zu erfahren. Früh schläft ja ohnehin noch alles, und nach Tisch, wo ich das Buttern zu überwachen habe, halten sie Siesta. Riemand wird sich darum kümmern, ob ich spazieren gehe oder in der Milchkammer bin." älnter diesen Umftänben nahm die Mamsell danlend an uno wirtschaftete von da an fcergnTiqt nur im Schloß herum. Sie klapperte vier nut ihrem Schlüsselbund, huschte geschäftig treppab und -ab, deckte zu den Mahlzeiten sehr zierlich auf und schmeichelte sich durch ihr geschmeidiges Wesen besotrders bei Anneliese sehr ein. Do tarn es erst nachttäglich zum Bewußtsein, daß sie eigentlich furchtbar unbesonnen gehandelt hätte. . Sie wollte ja doch gar nicht tn Grafenegg bleiben, sondern nach Monrepos zurück! Und da legte sie sich in aller Gedankenlosigkeit nun selbst ein Retz über den Kopf, was lle a» a=-^iegg fesselte! Richt nur. daß sie Onkel llbatb an viele« gewöhnt hatte, das er nun nur schwer wieder entbehren würde, lud sie sich dazu auch noch feste Verpflichtungen auf, der Mamsell gegenüber. Seltsamerweise fühlte sie sich aber durch diese Inkonseguenz nicht sehr bedrückt. Das süße, poetische Traumleben in Monrepos schien ihr nämlich gar nicht mehr so begehrenswert, seit sie eine s^ste Tätigkeit kennen gelernt hatte. Die Tage wurden so kurz und köstlich dadurch» Es war ein wundervolles Gefühl, andern nützen zu können und etwas zu leisten! Auch war es ja gar nicht so schlimm geworden aut Grasenegg, wie sie anfangs dachte. Ignorierte sie auch Anneliese, und fühlte sie instinktto die Abneigung ber Gräfin, so hatte sie doch auch nun hier Herzen gefunden, die ihr gut waren. Die Kinder hingen an ihr, Hertha hatte sie Heb, und Onkel llbalb erst recht, wenn es auch nicht tn seiner Ratur lag, es direkt auszusprechen. 12. Kavitel. Rüdiger kam statt .Montag oder Dienstag" erst Ende der nächsten Woche zurück. Er kam auch nicht mit Magelone, sondern allein. Magelone sei noch inaner krank, sagte er kur; Ein hartnäckiger Katarrh, der ärztliche De» Handlung e-. fordere, zwinge sie, wie sie ihm erklärt habe, noch 'eurige Tage in Wien zu bleiben. Anneliese, die fett Sonntag, wo sie vergebens auf Rittmeister von Wendlohs Kommen gewartet hatte, beständig in gereizter Stimmung war, fragt! spöttisch: „älnb die liebe Tante Tllrike? Sie isi natürlich kerngesund?^ -Ja, ich glaube," antwortete Rüdiger zerstreut. s Fortsetzung folgt) Ben elngettofien Vamen- ya!bschuhe mit und ohne Lackkavpe. mit niederem u. hohem Absatz,Q-uelitätsware 120 Ul Ile Franz Neumeier, Lonnenstr. 89. Tel. 1212. Alle gediegenen Reiseartikel in flrS&ter Auswahl: Biigelkoffer Schrankkoffer Handkoffer in la Rindleder Vulkanfiber - koffer und andere. Reisehandtaschen in allen Formen in^eder, Segeltuch u. Kunstleder Rucksäcke, Reisenecessaire, vamentajchen, Geldscheintaschen. 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Mieteinigungsamt Dr. Leib. 8514 B An das Städtische MietermgungSamt. Sieben. Die unter dem 30. März 1921 zwischen dem damaligen ersten Vorsitzenden des Mietervereins und dem Hausbesitzerverein abgeschlossenen Der- einbarungen über die der Betonung der Miete au Grunde zu legenden Richtlinien sind von der Senetafoerfammhing des Mietervereins abge- lehnt worden: sie sind daher nicht in Kraft getreten und nicht rechtsverbindlich. Gießen, den 2. August 1921. Siebener Mielerverein e. 93. gez. <3. BZeißbäcker, II. Vorsitzender, gez. Bräutigam, Beisitzer. Bekanntmachung. Die halbjährlichen Zinsen in Höhe von 600 Mb. aus dem Vermächtnis der Geheime Kommerzienrat Dr. Siegmund Heichelheim Eheleute find zum 15. August 1921 an in Gießen wohnende jüdisch« Armen zu vergeben. Bewerber wollen sich bis zum 8. August I. Zs. schriftlich hierher wenden. Gießen, den 1. August 1921. Der Vorstand der israel. Religionsgemeinde Gießen. 3. D.: Siegmund Rosenbaum. ■I!I. " ■. 1 . 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Dezember 1920 . . 277 Die Haftsumme beträgt bei 277 Mitgliedern mit je einem Anteil von 1500 M. ... 415 500 OT. 857 655.00 12 000 00 73 309.47 54 000.78 1 025 957.60 50 00 2 961 125.70 Billige Sdololfloeo B ock, 51eilifl .. 100 g 132) Han-Schokolade, 100 g M. 3.40 ....... ...... lOOgM.4.- 100 g N. 4.40 Billige Weine! von vorzüglicher Qualität **”c 1918er Heidesheimer per FL Mk. 10.— 1918er Dromrnershelmer , _ „ 12.— 1918er Laubenheimer „ „ „ 12»— 19l7er Oberiugelheimer. rot . 12.— Obige Preise verstehen sieh bei Abnahme von mindest 6 Flaschen einer Sorte, ohne Steuer. Hch. Kalbfleisch, SS Kassenschränke AMMlMMe - SAMle ihm MemW bet Sdjteib- mainteh, Metten tmmit zr.ttrogmann, Siehrn Kasienschrmrh-Fahrth Bahntzofstratze 36. 6040 Telephon 1401. 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