-nchen« chrte vnick und Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- und Steindruckerei n. Lauge. Schriftleitung, Hefchaftzstelle und Druckerei: Schulftrahe 1 bar und lassen der Willkür Raum Wenn sie ganze Reich ein^ufObren. Selbst wenn diel kutive wolle er nicht diskutieren. Sie bringe S n nZ Ardtunocn In Keichsregierung der Anschauung wäre, daß mit nur unnotme Schärfe n die Angelegen Herr Dre chehe. schreie zum Himmel. Wenn er jedoch gesetzt. »erste deS sich allgemein gegen Ausschreitungen in Ausdruck und Verunglimpfung politischer Gegner wendeten, könnte man sie hinnehmen, aber daS ist ihr Inhalt und ihre Bedeutung nicht. Wenn etwa ein sozialistisches Blatt mit unlauteren Mitteln wider die Gegner von rechts hetzt und sie der „Vernichtung- ausliefert, so geschieht ihm nichts; denn die Republik wird ja dadurch nicht gefährdet oder verächtlich gemacht. Herr Dr. Wirth, der zur Rechtfertigung seiner Schritte schon zahlreiche Reden gehalten hat, erklärt nur immer, was von der Rechten ge- Frage sei vielmehr, wie man den Zwist vermeide, nicht wie tnan ihn durchführe. Die RetchSregie- rung habe bisher den Ausnahmezustand nicht ohne Zustimmung der Länder aufgehoben, wie dieS auch jüngst bei Preußen geschehen sei Vor Erlaß der neuen Verordnung allerdings sei Dariern nicht angefragt worden. Gr übernehme aber dasür die volle Verantwortung. Diese Eile sei mit R ü ck - um jenen unsinnigen, ungeistigen Haß hervor- zurufen. den wir von uns gewiesen haben. Da hat die an den unfeinen Instinkten des kleinen Mannes rüttelnde sozialistische, unabhängige und kommunistische Presse zweifellos nur zu häufig den Vogel abgeschossen. Gewiß hat eS bedauerlicherweise auch auf der extremen Rechte nicht an solchen Auswüchsen an Tonart und Ansachlichkeit gefehlt. And gewisse deutschnationale Organe haben schlecht daran getan, es den Methoden linksradikaler Blätter gleichzutun. ES wäre aber ein schlimmes Armutszeichen der neuen deutschenDemv- kratie. wenn sie nicht sorgsam zu unterscheiden wüßte zwischen scharfer, sachlicher Kampfes» führung — die erlaubt ist — und gemeiner Abkehr von Wahrheit. Anstand und redlicher Absicht. Wenn es jetzt heißt: „Die Republik ist in Gefahr!", so sollte man genau und gewissenhaft prüfen warum. Wir halten diesen Ausruf für sehr verfrüht, aber ehrliche Republikaner. die mit solcher Besorgnis erfüllt sind, werden sich nicht selbst betrügen und zuge- stehen. daß weniger Staatsverbrechen, verbotene Waffen, die jetzige Regierung gefährden, als vielmehr gewisse Zeitumstände und Erfahrungen. Man könnte doch wohl nicht behaupten, daß der Erinnerungslag der 116er irgend etwas Verbrecherisches, gegen die Verfassung Verstoßendes, an sich gehabt hätte. ES sind aber gerade solche Momente unserer Zeit, die der Linken besonders unerwünscht oder gar verhaßt sind. Sie ist nicht klug, wenn sie Hohn und Beschimpfungen darüber ausschüttet. Herr Dr. Wirth, der Kanzler, war ebenfalls nicht gut beraten, als er nach der Ermordung Erzbergers unser politisches Leben durch A u s n a h m e e r l a s s e etf.tüttette, die er offenkundig einseitig in den Dienst seiner Par» teizicle stellt. Die Antat in Griesbach muh dazu herhalten, gegen die Widersacher von rechts Stimmung zu machen. Die Heftigkeit und Leidenschaftlichkeit, mit der dies geschieht. Überrascht und macht stutzig. Die neuen Erlasse zur Beschränkung der Pressefreiheit sind dehn- zusehen und dem Reichstage baldigst Bericht zu erstatten. Die Verhandlungen werden morgen fort» Eine Gegenbewegung in Württemberg. Die geitungsverbote. Berlin. 2. Sept. In der heutigen Sitzung der P r e s s e k o n f e r e n z wurde nach ausführlicher Debatte über die Zeiwngsver- bote der Ausschuß der Pressekonferenz beaus- tragt, gemeinsam mit dem Reichsverband der detttschen Presse mit den zuständigen Stellen 50 Pf.: für ‘Reklame« Anzeigen von 70 mm «Breite 1S0VI Be, Platz- Vorschrift 20 „^f.chlag. Haupischriftleiter Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Doey; für den übrigen Teil , D.: Aug.Goetz: für den Anzeigenteil: Hans Peck, sämtlich in Sieben. Der Reichskanzler gegen Bayern. Berlin, 2. Sept. (WB.) In der Rede hn Aeberwachungsausschufse des Reichstages führte der Reichskanzler aus: Die Reichsregierung sei von dem bayerischen Gesandten als eine Regierung bezeichnet Worden, die nach links tenbele. Sei es etwa eine Tendenz nach links, wenn die Reichsregierung sich schützend jederzeit vor die Weimarer Verfassung stelle? Wenn der Vorredner aber etwa habe sagen wollen, daß sich die Reichsregierung fron anderen als fron sachlichen Gründen leiten Hebe, so müsse der Reichskanzler dazu doch einiges bemerken. Selbstverständlich dürfen außenpolitische Gesichtspunkte doch wohl nicht als unsachliche bezeichnet werden. Er erinnere auch an die Probleme Oberschlesien und an die Aufhebung der Sanktionen. Es sei wohl nicht unbescheiden, wenn er fest stelle, daß in Hinsicht auf diese Punkte die Reichsregierung nicht ohne Erfolg gearbeitet habe. Es sei direkt beschämend, wie in Deutschland, selbst durch Blätter fron Ruf. die deutsche Aubenpol tik aus parteipcl t schen Rücksichten sabotiert werde. fei unverständlich, daß sich zu gewissen nationalisti'chen Deranstal- | hingen an führender Stelle hervorragende Persönlichkeiten hergeben, die doch früher auch große politische Verantwortlichkeiten selbst getragen hatten und imstande wären, die verderblichen Folgen ihres Tuns zu übersehen. Die Rede des bayerischen Gesandten habe eine gewisse Schärfe nicht vermissen lassen. Run sei doch hervorzuheben, daß der Reichskanzler in Deutschland kein anderes Land kenne, von dessen Vertreter bei allen Gelegenheiten immer wieder betont werde, die Reichseinheit sei 'durch dies oder das auf eine zu schwere Belastungsprobe gestellt. Sei denn wirklich Berlin an allen Spannungen schuld, die sich dort in Bayern ergeben? Was ihn selbst betreffe, so.habe er sich stets ganz besonders bemüht. Bayern in jeder Hinsicht entgegenzukommen. Er erinnere nur an die Deamtenfragen, an den Wiederaufbau des Bayerischen Lloyds und an vieles andere. Was die Aufhebung des bayerischen Ausnahmezustandes betreffe, so hoffe er auf Verständigung mit der bayerischen Regierung. Er wünsche durchaus, Konflikte zu vermeiden, die sich aus der Anwendung des Artikels 43 Abs. 4 der Reichsverfassung durch den Reichspräsidenten über den Kopf der bayerischen Regierung hinweg l ergeben formten. Sie Frage der ReichLere» verhindert. München. 2. Sept. (WTB.) Von zuständiger Seite wird mitgeteilt, daß die Nachricht, daß der „Miesbacher Anzeiger" auch heute noch ungehindert erscheine und mit Lastauto» verbreitet werde, unrichtig sei. Der „MieSbacher Anzeiger" erschien heute nicht mehr. Er wurde sofort beschlagnahmt, nachdem das Verbot erschienen war. Der vorhandene Sah wurde nichtet. Die Druckerei wird überwacht. Nr. 236 De. i i scr 2ln$etget mit der 'Dienstagsteilege »Sport-Umschau- er- scheint täglich, außer Sonn- und Feiertaas. Monatliche Stzt-arpreist: Mark 5 - einschließlich Trägerlohn, durch die Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Ferniprech-Anschlüsse: fflrbie5(t)riftleitung 112; für Druckerei, Verlag und ILeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gietzen. Postscheckkonto: $renf|nrt a. M. 11686. aefühl besitze, als in der Reichshauptstadt, Benn es fehlt in Bayern nicht an Zeichen deS Entgegenkommens. Es wäre in der Tat wünschenswert. daß die Dinge nicht auf die Spitze getrieben würden, um dem Reichskabinett Gelegenheit zu bieten, wieder in die Bahnen einer unparteiischen Rechtspflege einzulenken. Stuttgart. 2. Sept. (WTB.) Fraktion der Bürgerpartei und Bauernbundes des Dürttembergischen Wochenrückblick. Die Gewalttat in Griesbach und ihre politischen Folgen halten noch aanz Deutschland in Atem. Der schändliche Mord hat uns aufs tiefste erschreckt und empört; der Mann, dessen politisches Wirken wir zu seinen Lebzeiten für unheilvoll, verderblich. halten mußten, fesselt jetzt, ob seines schrecklichen Endes, unser ttefsteS Mitgefühl und Bedauern. Rur seine anmahlichen Taten in hohen Aemtern waren hassenswert, sind eS noch heute — nicht er selbst. Er war im bürgerlichen Leben nicht anders wie viele, viele Dutzende; beileibe nicht in irgendeinem Sinne ein Mustermensch, und auch seine politischen Freunde bekennen ja, daß er böse Flecken in seinem Eharakter hatte. Rur ein p o l i t i s ch eS Ende, oder vielmehr die dauernde Entfernung seines ehedem so großen und verhängnisvollen CinslusseS. gönnten wir ihm. Sonst aber durfte er leben und sich wohl fühlen. Auch seine zuletzt anscheinend wohlbestellten Finanzen interessierten unS mit jedem Tage weniger, und wir hätten gerne den Tag abgewartet, wo die Einsicht deS gesamten Volkes ihn als Führer oder Staatsmann abgelehnt haben würde. Denn der politische Kampf ist ja ein Geisteskampf; der Sieg darin wird nicht durch die körperliche Vernichtung des Gegners errungen, sondern durch die Beweiskraft geistiger und geschichtlicher Aufklärung. Wir sind gewiß, daß die ihrer Aeberzeu- gung und der Geisteskraft ihrer Programme bertrauenöen Mehrheiten in allen politischen Lagern — ausgenommen die Gruppen, die ausdrücklich den Terror, die Gewalt, als Ideal erkoren haben — so denken. Aber die Methoden des politischen Kampfes haben sich im allgemeinen seit der Revolution ganz gewiß verschlechtert. Eine gewaltsame Revolutton, wie die im Rovember 1918. weckt und schürt die DerntchtungStriebe. Gegenüber denen, die stolz aus den politischen Gewaltakt sind, wachsen im entgegengesetzten Lager Elemente auf. die ebenfalls dem Drang nach plötzlichen Am- wälzungen anhängen. Der Kapp-Putsch und die erneuten Umsturzversuche der LinkSradika- len schienen durch die wachsende Vernunft im Volke dauernd überwunden zu sein. Aber die «Entartung der Methoden des politischen Kampfes nahm leider ihren Fortgang. Der Kampf selber zwischen den verschiedenen Staats- und Weltauffassungen ist unvermeidlich. An ihm sich zu beteiligen, ist sogar Ehre und Pflicht. Rur muh man die Vorbedingungen dafür erfüllen: sittliche und politische Reife. Eine solche Tat. wie die in Griesbach, entscheidet keineswegs, auf welcher Seite am m e i st e n gesündigt worden ist. Ihre noch nicht entdeckten Arheber waren vermutlich überspannte. verdrehte, unreife Jünglinge. Es ailt, zu untersuchen, wo die berufsmäßige Presse- «unft, die zielbewuhten Propaganoistenzirkel mit vergifteten Waffen, den Mitteln der Lüge und beweislosen Beschimpfungen, kämpften, Landtages richtete wegen der Verordnung des Reichspräsidenten an die würt- tembergische Regierung eine große Anfrage, worin darauf hingewiesen wird, daß durch die Verordnung nur Druckschriften, deren Inhalt zu Gewalttaten gegen Vertreter der denw» krattsch-republikanischen Staatsform auffor- dere verboten werden könnten, also nicht auch Druckschriften, die zu Gewalttättgkeiten gegen Vertreter anderer politischer Anschauungen aufforderten. ES wird gefragt, was die Regierung zu tun gedenke, um diese RechtSun- gleichheit zu beseitigen; ferner wird ersucht. die verfassungswidrige Maßregel des Verbots der ..Süddeutschen Zeitung" schleunigst rückgängig zu machen. Schließlich wird darauf hingewiesen, daß in svzialdemo- krattschen, unabhängigen und kommunistischen Blättern die Angehörigen und Vertreter nationaler Kreise mit Schmähungen überschüttet würden und in unverhüllter Form zu Gewalttättgkeiten gegen diese angereizt werde und gefragt, was sie gegen diese Ausschreitungen zu tun gedenke. In einem Telegramm an den Landtagspräsidenten beantragt die Fraktwn die sofortige Einberufung des Württembergi- schen Landtages zwecks Besprechung der großen Anfrage. In einem weiteren Telegramm an den Reichsminister des Innern wird Verwahrung gegen das verfassungswidrige Verbot der „Süddeutschen Zeitung" eingelegt, dessen sofortige Aufhebung verlangt wird. untragbar halten, wenn von Reichs wegen gegen den Widerspruch großer Länder der Lsitsnahme- _ zustand eingeführt oder aufgehoben würde. Er ein eifriger Zeitungsleser ist, so mühte er möchte wünschen, daß die Reichsregieehen. daß jetzt täglich Gewaltakte terroristi- rung auch jetzt noch auf diesem 6tanb- cher Banden gemeldet werden, die Friedens- punkt stehe und sich nicht durch tnninaen und Sacbbefckädiaunaen verüben. I das Treiben gewisser Parteien ver- 5ÄX ÄÄfl8"bu9n'fl in Berlin KÄW» Ä »5 mar auch der Sowjetstern herumgetragen und &efferc Überzeugung in einer für Bayern lebensgeduldet worden. Die schwarzwethroten Fah- nichtigen Frage sich dem parteipolitischen Macht- nen dagegen dürfen zerrissen werden. spruch der linksorientierten Reichsregierung zu sü- Gerade diese Kundgebungen allerorts im gen oder es auf die berühmte Relchserekutlon an- Reiche haben zu den Reichserlassen häufig kommen zu lassen. Ich spreche es offen als Der- recht bezeichnende Kommentare geliefert. Hier tret« der bayerischen au«, so schloß durfte uruu ftch gegen die beiden «echi-pae. ^bnyeeilche ©efonbte fein« teien unumwunden aitetoben. Stet: uno in D«r 2g $ ft über ^opf einer der hauptbeteilig- LinkSpresse wurden die gegnerischen Parteien t(m Landesregierungen zu erlassen. Es wäre der in ihrer Gesamtheit alS „Mörderzenttalen Gipfel derTor Helt, den Versuch zu machen, beschimpft. Ist daS keine Verhetzung, fördert darüber hinaus die bayerische Verordnung über dieS nicht etwa die Gefahr eines Bürger- ben AuSnahmezustandfgegen den Willen der bähe- kriegS? Auch der eifrige hessische StaatSpräsi- rischen Regierung aufzuheben. Richt auf dem dent A l r i ch . der von der Amtsstube aus zu- Wege des Diktats fonbem nur auf dem Wege des prft erklärte in Neffen fei die Republik vor- Verhandelns wird es möglich feindie die Gefahr r J . r. hnnn nher an her aro» schwerer innerer Konflikte in sich schließende Frage läufig Nicht gefährdet, dann ^er an der gr°. N- beide Teile erträglichen Weile zu hen Demonstration rednerisch teilnahm, die . Gewaltszenen bei den Zeitungshäusern der Anschluß an die Ausführungen des baye- „Hessischen LandeSzettung" und deS „Täg- Gesandten v. Preger erhielt der Reichs- lichen Anzeigers" zur Folge hatten (an beiden tanger Dr. Wirth das Wort. Er sprach die Gebäuden wurden Galgen mit Schlingen auf» Hoffnung aus, daß eS auf dem Wege freundschaft- aerichtet, an denen Zettel mit schmähenden sicher Verhandlungen gelingen werde, mit der bay- Inschriften angehängt waren) erscheint unS als rischen Regierung ein ein etwas einseitig befangener Ordnungs» und sie zur Aushebung deS Belagerungszustandes freund. Kommt man auf solche QBeife Öen red» 8U an hie Rede des Reichskanzlers sich lichen Defttebungen bürgerlicher Politiker ent» anschließenden Aussprache (betonte Abgeordneter gegen, die darauf gerichtet sind, eine arbeite- I $r Kahl als Vertreter der Deutschen Volksfähige Koalition der Mitte zu bilden, zur Er- Partei, daß feine Partei sich auf den Boden der möglichung gemeinsamer Arbeit für das gegenwärtigen Verfassung stelle und auch bereit schwerbedrängte Vaterland? sei, sie zu schützen und jede Hetze gegen diese Ver- Knt nnirfh Ahr, Versammlung des Ver- pächterverbandeS. OtWaldsgarten. Volksfest des Reichsbundcs der Kriegsbeschädigten -— Tageskalender f u r Sonntage Felsenkeller, 9 Uhr. Versammlung der Reichs- gewerkschaft deutscher Eisenbahnbeamten und An» Wärter. — „Aquarium", 10 Ahr. Versammlung der Landbewerber des Kreises Gießen. — Gewerkschaftshaus, 2 Uhr, Holzhauerversammlung. — Waldbühne. 2V2 Ahr, Jugend- und Posaunenfest der oberyessifchen Gemeinschaften. - Oswalds- garten, Volksfest des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten. Landkreis Gießen. ga. Grün berg, 1. Sept. Gemeinde- r a t. Zum Voranschlag für 1921 sind bom KreiS» amt Gießen eine Anzahl Revifionsbemerkungen eingegangen. „Der Gemeinderat habe im Zuli beschlossen, für 72 930 Mark Ansprüche an den Ausgleichs st ock 'u s'ellcn. Rachd'-m aber der Gemeinderat unter n 13. April Vs. ZS. beschlossen öa5e. diß für 1 Rm Buchen-Scheiter : die „Badische Post", in deren Gebäude die Demonstranten eindringen wollten, daß lediglich eine Torscheibe eingedrückt wurde. Während des DemonsttationszugeS und noch spät am Abend schlugen junge Burschen mit Stangen Ladenfchilder. besonders Hofliefe- rantenschilder herab. Die Tagung des Döltzerbundrates. ® e n f, 2. Sept. tWolff.) Der Völkerbund s r a t befaßte sich heute mit der albanischen Frage. Er beschloß zwei albanische Proteste vor die Vöiterbundsversamm.ung zu dringen. Der eine Protest richtet sich dagegen, bah der Völkerbundscat die Prüfung der albanischen Gcenzverhält'isie obg.I I)nt und die Entschcttung der Votschafterkonlerenz übeutoie en hatte. Der andere Protest fr Ui fiert die Haltung der jugoslawischen Regierung, die den serbischen Bünden das Eindringen in albanisches Gebiet gestattet Der jugoslawische Vertreter verlas zwei Dokumente des Präs.dealen der miriditischen Republik, dcne.i zufolge die albanische Regierung in Tirana nicht baß gesamte Gebiet vertrete, worauf der albanische Delegierte entgegnete, daß die miridische Regierung ihren Sih auf albanischem Boden habe Der Rat beschloß, auch diese Frage vor die Versammlung zu bringen und faßte nach einem ausführlichen Bericht Beurgeols' Jne Entschließung, wonach der Rat ermächtigt werden soll, einen Studienausschuß süc internationale Fragen der geistigen Zusammenarbeit und Erziehungsproblemezu ernennen. Diesem Ausschuß wurde auch der Psan für die Gründung eineö internationalen Erziehungsamtes überwiesen, desgleichen wurden die Vorschläge der Hygienekommission vom Rate zur Weitergabe an die Versammlung erledigt. MeE>cr die Eholeraepidemie in Rußland sollen Informationen eingeholt werden. Genf, 2. Sept. (WTD.) Das Sekretariat des Völkerbundes macht folgende Mitteilung. Zn einer Rote vom 4. Zuli 1921 teilte der Präsident der Regierungskommission des Saarbeckens dem Generalsekretär mit, daß die deutsche Regierung sich dem Anschluß des Saarbeckens an das internationale Abkommen vom 4 Oktober 1920 über den Warentransport der Eisenbahn (Berner Konvention) widersehe, und daß infolgedessen das Saarländische Eisenbahnnetz den Deutschen gegenüber in den Zustand tatsächlicher Untertänigkeit befindet. Die deutsche Regierung ihrerseits erklärte, daß. obwohl Deutschland auf diese Regierungsbefugnis im Saargebiet verzichtet hat, dieses Gebiet kein unabhängiger Staat fei. sondern weiterhin einen Teil Deutschlands bilde und unter deutscher Souveränität stehe. R ir Staaten können dem Ab- i Eine Stunde später saß der Fürst vergnügt beim zweiten Frühstück und Do leistete ihm Ge- sellschaft dabri. Da trat ganz unb'.rmutet Rüdiger ein. ®r war blaß und schien sehr bewegt »Rann, waS ist denn loö?" frag e der Fürst verwundert. „Ich dichte. du seiest draußen bei deiner famosen Fabrik? Ist etwas passiert dort?" „Dort nicht, Papa. Aber in. . .Wilhelmine» ruhe." „Oho! Ist der alte Krakehler etwa noch nicht zufrieden mit feinem Triumph?" „®r ist — tot. Papa," sagte Rüdiger ernst „Ein Arbeiter brachte soeben die Rachricht an die Fabrik, und ich fühlte mich verpflichtet, sie dir sofort mltzuteilen. Herr Ruhland bekam hot wenigen Stunden die Rachricht, daß er den Pro- -eß gewonnen habe. Cb es nun die Erregung darüber war oder sonst etwa-, weiß man nicht Genug, in dem Augenblick, als er leinen Wagen besteigen wollte, um >ur Dahn zu fahren, laut er. vom Her schlag getroffen, zusammen und war so» fort tot." Der Fürst war gleichfalls blaß geworden uni* starrte eine Weile schweig mb vor sich hin So kur; hatte sein Widersacher den Triumph überlebt? Es erschütterte ihn doch. Ai» die Jahre stiegen vor ihm auf, da er, wenn auch nicht in Freundschaft — denn dazu war fein Standesgefühl immer zu ausgeprägt gewesen - |D doch In Frieden und guter Rachbarschast mit dem Toten gelebt hatte. Dann raffte er sich auf Sein ritterliches De« fühl gewann die Oberhand. Gefallene Feinde ehrt man . . . i Fortsetzung folgt) schen Detrieb -unterworfen. Rach der deutschen Verordnung soll nur die deutsche Sttecke zwischen den Saarftationen und den Stationen des deutschen Gebietes benutzt werden. So muß beispielsweise Kohle von Saarbrücken nach Kehl (Baden) auf einer deutschen Linie unter Ausschluß jedes anderen Weges geschickt toerven. was in dem betreffenden Falle im Hinblick auf den direkten Weg durch Elsaß-Lothringen die Entfernung beinahe verdopvelt. Da es sich um TranSporlprobleme handelt. mach e der Generalsekretär die beratende und technische Ber- kehrskommission deä Völkerbundes ajf einer Tagung in Genf Gilde Juli auf diele Frage aufmerksam. Die Verkchcskommissivn tat eine Antertommisslon cingefel t, br, wenn die Amsiändr es erfordern, die Frage prüfen wird Diese Anterkommission seht sich aus Sinigalia- Italien, Hock Kolding-Tänrmarc und PanEysinga- Holland zusammen. Sie wird der Gesamtkom- Mission Bericht erstatten und nur der Beschluß der Gefamtkommission wird an den Rat gelangen. Rachdem der Bölkerbundrat den Bericht über diese Angelegenheit, der durch Wellington Koo erstattet wurde, und die E'klärunqen des Generalsekretärs der Regierung skommisslon Maurice zur Kenntnis genommen hatte, nahm er folgende Entschließung an: Die beratende und technische Vec-kehrSkommission des Völker- bundes wird aufgeforbert, dem Rat einen Vorschlag über die Verkehrsfraaen zu unterbreiten, die aus dem Ersuchen der Regierungskommission des Saarbeckens über den Beitritt zur internationalen Konvention über Warentransporte der Eisenbahnen vom Jahre 1899 erwachsen. ..Dann fahre ich Sie wenigstens zur Station. Zu Ful. taffe ich Sie keinesfalls gehen. Bitte, Anneliese, la; cii'.spannen. In §ehn Minuten mutz dec Wager Vorfahren. Inzwischen laß mindestens eine Gi1iifä?ung bringen. Schnäpse oder dergleichen. Der toc-rint ein wenig auS." Anneliese verschwand. DaS Herz war ihr übcrnoll. 52lebte er sie doch? Hatte sie sich vielleicht al! 'die Monate her umsonst heimlich gekränkt? And wie wunderlich älleS stürmte in ihr- **0 warm, fo welch — als müßte sie die ganze Well umarmen i 2lbec nur schweigen. Richts merken lasten — am wenigsten Magelone, sonst zerstob vielleicht der süste Traum wie eine Seifenbla!e in der Luft Anneliese, die Klug?, war mit einem Male ganz abergläubisch geworden. Am nächsten Morgen erhielt der Fürst eine Depesche s.i ieS Recht: anwallZ. Seine Klage war kostenpslichtig abgewiesen worben, der Prozeß verloren. Do blickte besorgt In bas matte Gesicht ihres Patienten, her seit ein paar Tagen ohnehin wieder recht elend war und das Bett hüten mußte. Run würde ihn die Hiobsnachricht von neuem erregen Er toa riete j.' schon feit Wochen auf die Entscheidung. Jeden Tag sprach er davon in der letzten Zcl!, so daß Do in dieser unglückseligen Ein Beschluß des französischen Ministerrates. P a r i S. 2. Sept. (WTB.) HavaS meldet: Im Laufe der zweiten Zusammenkunft des Ministerrates, die heute nachmittag von 3 Ahr 30 Minuten bis 5 Ahr 45 Minuten stattfand, hat der Mintsterrat die Beschlüsse beraten, die durch die Finanzkvnferenz vom 13. August vorgeschlagen worden sind unter Vorbehalt des französischen Delegierten, seiner Regie, rung darüber Bericht zu erstatten. Der Ministerrat war der Ansicht, daß mehrere von seinen Beschlüssen einerseits im Widerspruch standen mit den Bestimmungen deö durch die Anwendung des Versailler Vertrages ausgestellten Zahlungsstatutes und daß sie andererseits den Befugnissen der Reparations- kommission Abbruch täten. Anter diesen Umständen wurde beschlossen, daß eS am Platze sei, mit den Verbündeten im versöhnend ft en Gei st e bie ft r i 11 i g e n Punkte noch einmal ins Auge zu fassen, und mit ihnen solche Lösungen zu suchen, die geeignet seien, die Rechte eines jeden im Einklang mit den Bestimmungen des Friedensvertrages und den späteren Abmachungen zu wahren. Die Regierung wird Verhandlungen in diesem Sinne anknüpfen. Minister Loucheur hat über die Verhandlungen in Wiesbaden Bericht erstattet. Dcr Aufstand in Indien. Paris. 2. Sept. (Wolff.) Sine Abteilung britischer Truppen, die sich im Auto nach Malapuran begeben wollte, wurde durch eine Abteilung von 4000 Moplas angegri- f e n, die sich im Tal in einen Hinterhalt gelegt hatten. 3 Soldaten wurden verwundet. Die Verluste der Moplas sind nicht bekannt, es wurden jedoch mehrere Tote festgestellt. L o n d o n, 2. Sept. (Wolff.) „Daily Telegraph" meldet aus Ealieut, daß der Mv- plasaufstand nach schweren Verlusten der Moplas so gut wie unterdrückt sei. Offenburg. 2. Sept. (Wolff.) Die StaatS- anwaltschaft Offenburg gibt durch Anzeige bekannt: Aeber die beiden Mörder Erzber- g e r s ist festgestellt, daß sie von Sonntag den 21. August bis zum Mordtage, Freitag den 26. August, im Gasthause zum Hirsch in Oppenau unter den offenbar falschen Ramen Franz Riese, stud. tur. aus Düsseldorf, zweitens Knut Bergen, ftub. Phil, aus Jena logiert haben und am 26. August 1921 mit dem um 6.45 abends von Oppenau abgehenden Zuge mit Fahrkarte 4. Klasse nach Offenburg abgereist sind. Berlin. 2. Sept. (WTD.) In der Sache des an Erzberaer verübten Mordes erließ das Amtsgericht Oberkirch in Daden auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Offenburg einen Haftbefehl gegen Ortwig von Hirschfeld. Zugleich ersuchte das Amtsgericht Oberkirch das Berliner Polizeipräsidium, den hier in Haft be- findlichen Hirschfeld dem Amtsgericht Oberkirch Mlzusührcn. Diesem Ersuchen wurde am gestrigen Abend entsprochen. Ansschrcitnnqen. s Kiel, 2. Sept. (WTB.) Ein mehrere T)un-bert Mann starker Trupp durchzog heute nachmittag und abends die Stadt und zerstörte ungehindert die an verschiedenen Geschäften befindlichen Hoflieferantenschilder. Auch wurde die schpoarz-weiß-rote Fahne von einem Balkon heruntergerissen und verbrannt. Heidelberg, 1. Sept. (WTB.) Bei den gestrigen Kundgebungen kam es zu einigen Zwischenfällen. Vor dem Gefängnis, das zur Zeit feine politischen Gefangenen, wohl ober Schwerverbrecher wie Siefert beherbergt, verlangte die Menge die Freilassung der Gefangenen. Starke Sicher- hellsposten hielten die Tore besetzt, um einem Sturm die Spitze bieten zu können. Den Arbeiterführern gelang e6, die Menge zu beruhigen. Ihrem Eingreifen verdankt auch kommen beltteisn, allo nicht das Sa^ngebiet. ' , o.____________________o . Außerdem war dieser Beitritt überslusslg, da das > AegierungSverrretern und den beteiligten Ge> Reichsgesetz, das die Berner Konvention als deut- weckschosten folgendes Resultat erzielt: Es er sches Gesetz verkündete, laut Fciedensvertrag im I r - ~ - Saargebiet in Kraft bleibt. Die Regierungskvm- mission macht geltend, daß die Vollmacht, die der Frledensvcrtrag für Eisenbahnverbindungen verleiht, beschränkt würden, wenn sie nicht 6er Konvention beitreten formen. Insbesondere würden die Transporte vom Saarbecken nach Deutschland gegenwärtig nicht als internationale Transporte angesehen werden, sondern seien dem inneren deut- Ze'^t fühle ich mich ord^ntllch verjüngt. Denn - nun Huben wir ja end.ich wieder die Hände frei und können die Sache vor dir richtige Instanz bringen." „Du willst roch to tter prozessieren?" „Ratürlich. Was dachtest du denn? Zu Kreuz kriechen werde ich doch nicht vor diesem Hammerschmied' Heute hat er leinen Tag des Triumphes. Aber danach wird ein anderer kommen, der mir gehört. Zrht hat der oberste Gerichtshof zu fprschei." „And wenn der auch — ungünstig entscheidet?" „Ausgcschlos en! Dort finen ander' Männer als in diesem Pcovinznest. And nun schicke mir Hampe. Ich will ausstehen. Ich muß sofort an den Zustizrat schreiben." „Fühlst du dich denn kräftig genug zum Aus- stahen?" fragte Do besorgt und griff nach dem PvlS des Fürsten. Der Puls ging ruhig und kräftig. „Brillant! Mache nur keine Geschichten, Mädel. Laß mir inzwischen lieber ein kräftiges ZSuhstück Morgen. Kem Milchgclepker mit Brötchen, wie sonst, sondern kaltes Huhn oder so etwas, und ein Glas Burgunder dazu." „Aber war wird Dr. Kaspar sagen?" „Laß mich um Gottes toi Len mit dem Doktor in Ruhe. Die Acrzte verstehen ja alle nichts Ich sÜhl's doch: außer der Gicht fehlt mir gar nichts, und die Bringe ich so oder so nicht los. : Herz — Ri-re — lächerlich! Die hat nur der Aerger ein wenig auS dem Gleichgewicht gebracht, i Aber nun bin ich ja so sroh!" Do ging. ^»Gottlob." dachte sie, „daß er es ’ so nimmt. Es scheint, als wäre Ihm dieser Pro- 1 ?,ef) eine Art belebende Zerstreuung nur 25 Mark und für 1 Rm. Duchen-Kaüppe) 20 Mar! erhoben werden sollen, werde darauf hingewiesen, daß hier eine Anstlmmlgkeit bestehe. Auf der einen Seite glaabte die Gemeindevertretung ohne Zuschuß aus i> m Au-gl Icheslock nicht auslommea zu tönne.i, toah enb all b r anderen Seite Drennhol) zu ciicm PieiS abgegeben wird, der um rund 45 003 Mart niedriger ist, als der Taxpreis. Es dürste deshalb wenig Aussicht vorhanden sein, ettra3 au8 dem Ausgleichsstock zu erhallen." Die Beratung ergab, daß zur Zeit der Holzpreisfestseyung der im Voranschlag für 1921 auftr-teirde Feh betrag noch nicht In Erscheinung getreten war Die Weniger- einnahme, die durch die Abgabe billigeren Brennholzes an die Bürgerschaft entbanden ist, beträgt nach'der Berechnung deS Stadtrech-'.crs nicht 45 0C0 Mark, sondern nur 34 027 Mark. Da e!.ie nach- t'-ägliche Erhebung dieses Betrages von den Stau- fern des Holzes unmöglich ist, wird vorgeschlagm ihn durch Aufnahme einer Anleihe aufmbrin- gen und für ven noch verbleibenden Detcai von 39 953 Mark Ausbrüche an ben Ausgleichsstock Zu stellen. Da einige Mitglieder deS Gemeinde- rats nicht anwesend Hab, wurde die Beschlußfassung bis zur nächsten Sitzung vertagt. wa. Wetzlar. 2. Sept. Gestern trafen 160 H Spezial-Arzt Bruch Dr. med. Bäumges Hervorragende Erfolge, besonders bei Operation Mweizek Köse H f# 9432 abzugeben H en 9595c empsteblt WäiW £ft?odcbaus<\aiomor\ 9594C Von der Reise zurück Aurnahme-Tage Zahnarzt Haubach Eilt! Ellt! 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Am Postgebäude und am Domänen-Rentamt wurden von den Demonstranten die noch vorhandenen Worte .Kaiserlich" bzw. .Königlich" entfernt Bad EmS. 2. Sept. Der der Unterschlagung beim hiesig en Ein- und Ausfuhramt dringend milverdächlige Kaufmann M e l i n hat sich Dvnnerstagvormittag dem Gericht gestellt. Wasserbruch Heilung i. fast allen Fäden noch einmaliger Behänd). SrMüim Gönmer Oflöiembert Btie Landwirtschaft. fd. Wiesbaden. 2. Sept. Die Land - rate aller Kreise des Regierungsbezirks Wiesbaden richten einen Ausruf an öle nassauische Landwirtschaft, der dahin geht, das Getreide nicht an unbekannte Händler unk Aufkäufer, die es nach dem Ausland verschieben, zu geben, sondern es im Kreise zu lassen oder es dem Kommunalverband zu geben, damit die Bevölkerung zu erträglichen Preisen mit Brot versorgt werden kann. Universität Frankfurt a.I Das Vorlesungsverzeichnis für das am 17. Oktaler beginnende Wlnternemsetsr ist v. d. Buchhandlg. Blaxek & Bergmann, Gocthostr. 34 g.Voreinsendg. v. Mk. 2.KO zu beziehen (Postscheck-Kto. 11746 Frankfurt a. M.). |9527ss toiagtotWgeMetroälött rignit-Srauntohlen jcd?° Quantum ronnaotuueifc abzugeben. Werniieiinet äuctetroerte unö Sflööeutldje SaöetroerteJL®. Srontfurt o. m. ■®nb. ®»l- 192], 3: Montag den 5. September, vormittags 11 Uhr, versteigere ich freiwillig gegen Barzahlung am Aus- ladeglcis des Güterbahnhofes Gießen ein Waggon Kelterobst (zirka 200 Zentner). Versteigerung bestimmt. 9605 Stang, stellvertretender Gerichtsvollzieher, Dammstrahe 24._________________ NWMUiMM SMS» werk Dl? Brüüri’je Unio.-druaereh H. vaag?. Gteieo Wandern und Reisen, Bäder. e. Schotten,!. Sept. Bon den Wanderern, die den Bvgelberg seiner urwüchsigen Schönheit wegen so gerne durchqueren, war es in der Kriegsund Nachkriegszeit als äußerst unliebsam und störend empfunden worden, öan die Wegemar- t i'e r u n g e n wie auch in anderen Gebirgen teilweise in sehr schlechtem Zustande waren. Diesem Hebet ist nun von den allermeisten Zweigvereinen des Vogelsberger Höhenklubs auf fast allen Wanderst recken gründlich abgehvlfen worden. Handel. Leipzig, 2. Sept. (WTB.) 3n öef Leipziger Handelskammer fand heute eine Be- prechung einer grvsten Anzahl von Vertretern der Handelskammer, besonders Süddeutschland, sowie der Reichs- und Staatsbehörden, des Leipziger Mestamtes und des Rates der Stadt Leipzig über EinigungSmöglich° eiten im deutschen Messewesen tatt. Zwischen dem Leipziger Messeamt und der Stuttgarter Juwelen-, Uhren-, Gold- unk Silbermeste kam es zu einer vollen Derständi- gung. Die Behandlung der Frage Frankfurt- Leipzig konnte leider zu keinem Ergebnis führen, da der Frankfurter Handelslammerver- treter sich darauf beschränkte, zu erklären, die Handelskammer Frankfurt könne nicht als Trägerin der Frankfurter Messe bezeichnet • werden. Die übereinstimmende Ansicht alle» Anwesenden ging dahin, dah Deutschland nur eine Messe, und zwar in Leipzig haben dürfte "icht der. Ls b. 9,j*ifan$h r. ^^cUunam .ans MaA ^/^chlich ein, neue Aus. nnsn, ißfrtu! 130 72.00 das Psd >i>rn 40 Pf. 1 .7$; 3toiebeln H20 da» St waten 3,00-330 das St, Sa. ^üvfseln 60-65 ««Pfd, Sitten 1 baren reichlit 1 das M 3!n, 6t Vom deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen. Aus Darmstadt wird uns geschrieben: 3n den Tagen vom 15. bis 18. September d. Zs. hält der Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften, Berlin, die weitaus größte landwirtschaftliche Genossenschafts- Äreis Wetzlar. wa. Wetzlar, 2. Sept. In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde eine Mitteilung deS Vorstandes des Kreise bauernvereins bekanntgegeben, die besagt, dah mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse im Kreise Wetzlar, namentlich auch die durch den Streik im Frühjahr hervorgerufenen wirtschaftlichen Schädigungen, der Vorstand davon abgesehen habe, den Mitgliedern des KreisbauernvereinS die Forderung eines Stallpreises von 2,85 Mk. für daS Liter Milch, wie er von den Rachbarverbänden verlangt werde, seinerseits anzuempfehlen. Sollte indessen die eine oder andere Ortsgruppe für sich den genannten höheren Preis beanspruchen, so besitze der Vorstand kein Mittel, dagegen einzuschreiten. — Wie der Bürgermeister berichtet, will die Stadtverwaltung sich die V e r f 0 r g u n g der städtischenBevölkerung mit Kartoffeln auch än diesem Zähre angelegen sein lassen. Sie hat mit einem hiesigen Großhändler ein Abkommen getroffen, nach welchem dieser die Lieferung der Kartoffeln zu den b lligsten Tagespreisen gegen eine mäßige Provision übernimmt. II. \Wb dvm RteiS» iion6bemaiungin t Int Ick lalprüd)? an ■2 ZMniuf fflmmfM t* i dir ®:mcinbc- 1 ÄM'ichisivd end a an» P'.t'.s abflc» i Dari nirdrign tu L^HÄd wenig aai dem Lus» Brratung ergab, ftfeflung der im -Aehlbürag noch r Lir Weniger- öligeren Ärenn- inden il, fetragt Sjänl««? ! In eine nach- L-Md-sK- irbWlcfW" cihe aui'Ubrtn- VÄ- vertagt. organifaticn Deutschlands, Jeine Haupwersamm- lung in Lübeck ab. Bei der außerordentlichen Bedeutung des landwirtschaftlichen Genossenlchasls- wesens in Deutschland dürste es aus diesem Anlaß angebracht fein, kurz auf die Entwicklung des Reichsverbands hinzuweisen. 3n unserem engeren Heimatland Hesse n vor jetzt erst (knapp 40 Jahren gegründet, gehörten ihm am 31. Dezember 11920 nicht weniger als 21 297 landwirtschaftliche Genossenschaften der verschiedensten Art an. davon 11 934 Spar- und Darlehns» kassen. 3000 Bezugs- und Ablahgenostcnschasten, 2166 Molkereigenossenschaften und 4131 sonstige Genossenschaften. Die Mitgliederzahl der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften beläuft sich auf zusammen rund 3 Millionen. Im genossenschaftlichen Geldgeschäft der Zen- traUassen des Reichsverbands wurde in 1919 ein Umsatz von rund 80 Milliarden und im Warengeschäft der Hauptgenossenschaften ein solcher von rund 800 Millionen Mark erzielt. Erst wenn man berücksichtigt, dah Hiese Leistungen den ziffernmäßigen Ausdruck einer wohlorganisierten Zusammenarbeit von Zehntausenden über das Reich verstreuten Dorfgenossenschaften dar stellen, wird man sich des Wertes bewußt, der in ihnen steckt „Arbeitsamkeit und Glaube an die Mebcrtolnbung unserer wirtschaftlichen Röte durch nachbarliche Hilfsbereitschaft!" Der Reichsverband baut sich auf 26 selbständigen Landes- und Provinzialverbänden auf, von denen der Vorstand der Hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften in Darmstadt der älteste, und im Verhältnis zu seinem Tätigkeitsbereich, der größte ist. Dem Hessischen Genossenschaftsverband in Darmstadt, der in zwei Jahren sein 50jährigeS Jubiläum begehen kann, gehören zur Zeit 862 landwirtschaftliche Genossenschaften an, das heißt, auf je 100 Landgemeinden entfallen heute schon 109 landwirtschaftliche Genossenschaften des hessischen VerbandS. Trotz dieser.überaus erfreulichen Dichtigkeit und Einheitlichkeit des Retzes von Dorfgenossenschaften in Hessen bedarf aber auch in unserem engeren Heimatland die genossenschaftliche Arbeit noch der Der intensivsten Förderung. Mm mit Erfolg dem bis jetzt immer noch fortschreitenden Zerfall unserer Wirtschaft und der dadurch bedingten schärfsten Zusammenfassung der Kapitalinteressen Gerichlssaal. Fürst oder Hochstapler? mc. Frankfurt a. M., 2. Sept. In einem der ersten Hotels in Bad Hornburg fand sich seinerzeit ein interessanter Gast ein, Rittmeister der ehemaligen russischen Garde Dr. jur. Rikol. Maklaloff. Fürst v.Gvkiyin, Adoptivsohn des Fürsten von Golihin und seiner Gattin, der Herzogin Borghese. Dir in seiner Begleitung wellende Fürstin entpuppte sich später als simple Artistin von gutbürgerlicher Herkunft. Durchlaucht lebten fürstlich, ohne Geld zu besitzen, und die Schuldenmacherei führten ihn bekanntlich vor die Frankfurter Strafkammer, die den Hochstapler zu li/j Jahren Gefängnis verurteilte. Damit war aber daS Rätsel noch nicht gelöst, ob der Fürst echt sei. Mittlerweile hatte der Fürst seine Strafe abgesessen, wurde aber sofort wieder in Hast genommen wegen intellektueller Mrkundenfälschung, da er sich mit falschem Rarnen in die Gefangenenbücher eingetragen haben sollte. Diese Beschuldigung führte den Fürsten heute wiederum vor die Strafkammer, doch konnte nach langer Beweisaufnahme wiederum nicht der ganze schlüssige Beweis erbracht werden, daß der Fürst kein Fürst sei Dennoch nahm das Gericht an, daß der Beschuldigte lediglich Maklakoss heiße und verurteilte ihn zu 3 Monaten Gefängnis, welche durch die Mntersuchungshaft als verbüßt gelten. Hessen-Nassau. Die Lohnbewegung hn Dill-Revier. Dillenburg, 2. Sept. In der Streitsache ber Metallindustrie wurde am Montag, 29 August, ein Schiedsspruch gefällt. Die Beschlüsse wurden mit den Stimmen der Arbeitgeber und des unparteiischen Vorsitzenden gefaßt. Die Arbeitnehmerbeisitzer stimmten dagegen. Rachdem nun am 30. August In verschiedenen Betrieben Mnruhen und wilde Streiks auSgebrochen waren, riefen die beteiligten Organisationen eine Detriebsräte-Konse- renz der gesamten Werke des hiesigen Arbeitgeber-Vereins ein bie am 31. August in Dillenburg tagte. Die Betriebsräte protestierten aufs schärfste gegen die Vorgänge in Herborn, wo die Führer der Gewerkschaften auf das gemeinste beschimpft worden feien. Die Betriebsräte richten daher die dringende Ditte an alle Mitglieder, sich Don Montag den 5. biS Freitag den 9. Sept, zahle für auöBcfdmmte vo»l — Frauenhaare — 50 MK. per 1000 Gr., 5 MK. per 100 Gr. Süstinö, Neuenwegs Kinder aus der Stadt und dem Kreise Wetzlar mit ihren Führerinnen aus der Kindererho-I l u n g S st ä 11 e Wegscheide bei Bad Orb auf dem Bahnhof wieder ein. Der Empfang war äußerst herzlich. Die Kinder zeigten ein blühendes und gesundes Aussehen. r$-an rt! Mger ein. ®l eit b? passiert born TÄimliW' . efaxi nochnld)l S-r *<3 :SKk 1 ritterlEA iesallenc 3cl in Riesenkonzerne und -Syndikate einen wirksamen Damm zum Schuhe einer unabhängigen und frei wirtschaftenden Landbevölkerung entgegensetzen zu können, ist die genossenschaftliche Mitarbeit aller Selbständigen auf dem Land notwendig. Es genügt nicht die Beteiligung durch Mnterzeichnung einer Beitrittserklärung und Mebernahme eines Gc- fchäftsanteils, es bedarf vielmehr der tatsächlichen Mitarbeit durch rege Inanspruchnahme aller geschäftlichen Einrichtungen der Dorfgenossenschaft. Wer sich «einmal klar gemacht hat, daß es jetzt um nicht weniger als alles, nämlich die Erhaltung ’ der durch unsere Geldentwertung immer mehr unterhöhlten Selbständigkeit der freien wirtschaftlichen Arbeit des Einzelnen geht, wird zum Beispiel aus der Mahnung „Die Gelder des Landes gehören dem Land!" auch die praktische Folgerung zu ziehen wissen und sich als Bankverbindung nur mehr seiner Dorfgenossenschaft bedienen. Dem Bugen Rechner hagt'S schon der Zinssatz! Mnd daß der gemeinsame Bezug landwirtschaftlicher Be- darfsstosfe sowie der gemeinsame Absatz der Erzeugnisse, diese allenthalben längst erkannten Rot- wendigkeiten, auf die Dauer erfolgreich nur von festgefugten landwirtschaftlichen Bezugs- und 21b- sahgenossenschaften durchgeführt werden können, ist eine durch die Erfahrungen eines halben Jahrhunderts erhärtete Tatsache, deren Mißachtung noch stets teures Lehrgeld kostete. Die Selbsthilfe ist das Fundament, auf dem die Genossenschaft steht und arbeitet. Aber es ist nicht die Selbsthilfe, mit der der vermeintlich Starke in kurzsichtiger Meberheblichkeit allein und nur auf sich gestellt am zweckmäßigsten zu fahren glaubt, sondern die Selbsthilfe im freiwilligen Zusammen- ttZcicbäitsmann fn(fit 3000 Mk. zu leiben: nute Sicherheit und piinkiNche Rückzahlung. Schr. .'lng. u. 011943 an d. Gieß. Anz. fltUlinniliiOÜUIIllllllllllllMlIlU Ehrensache. Suche für m. Schwester, 28 I.. sehr tdi. Erschein., teurnfent., tttebt. i. Hnuöh. u. Geichäst, auf t>. Wege, da eS ihr an vast'. Herren bekanntschaft infolge Än- roefenbett a. Holgut fehlt, aut sttuiert. Herrn I. fester LebenSit. zwecks fväterer Heirat. 9hir etnitnem. Zuschr., evtl, mit Bild, welch, zurückgebt, erb. u. 9606h an den Gieß. Anz. Diimnii!mniininnnininiiiiii::n! Büchertisch. — ©je Welt deS Tänzers, von Rudolf ßabau Walter Seiferts Verlag, Heilbronn a. R. Preis geb. 75 Mk.. in Halbleder 120 Mk. Dieses Buch ist berufen, eine große Lücke in der ^anz- literatur unserer Tage auSzufüllen, indem es mit gutem Gelingen den Versuch macht, dem Tanze auch das Gebiet deS schriftstellerischen und sprach liehen Ausdrucks zu erobern. Der Autor weist besonders auf die der Tanzkunst und der tänzerischen Mebung innewohnenden Äulturhafte hin Wer hier Rezepte für Regie, Schminken, Waden- ftärhmg oder ähnlid-eS zu finden hofft, der wird enttäuscht fern. Aber wer erfaßt, daß alle Technik, Aesthetik, Theorctik unb alles Hils?wissen der TanzeS einzig aus der Ethik des Tänzers, auo tänzerischer Gesinnung und Gesittung fli.^e.i soll wird grundlegende Anregungen für fein Tanz- Wissen finden. — »Volksbühne. Zeitschrift für sozrale Kunst pflege" ist der Rame des Organs der Volksbühne E. V. in Berlin. Das Blatt bietet in vor- nehm ausgestatteten Heften ein reiches Material an wertvollen Beiträgen über alle Gebiete des künstlerischen Schaffens, begleitet von Veröffentlichungen aus noch ung^edruckten bedeutsamen dramatischen Arbeiten, soeben erschien Heft 1 des zweiten Jahrgangs. Auch in diesem Hest kommt wieder eine Reihe angesehener Mitarbeiter zu Wort, so Julius Dab, der Architekt Bruno Taut. Kapellmeister Heinz Tiessen usw. Von Paul Gurk wird eine Reihe packender Szenen auS dem kürzlich preisgekrönten Drama »Thomas Münzer" abge» druckt. n. Offenbach a. M.. 31. Aug Der derloS verheiratete 60jährige Mar Friu>rrch hier, ein sehr tüchtiger Ehemiker der Oehlerwerke, verschwand anfangs August mit dem 30 Jahre allen Dienstmädchen Martha Pertzel auS PeterS- waldau in Schlesien, die früher bei snedrich in Stellung gewesen war. und m-.t der er auch nach deren Entlassung ein Verhältnis unterhielt. Rach- dem die beiben in der sächsischen Schweiz noch einige frohe Tage verlebt halten, gaben sie den Ellern des Mädchens in einem Briese bekannt. M; e gemeinsam den Tod in der Elbe aus- suchen wü'd.n Dieses Vorhaben wurde von den Mbrn Lebensmüden auch auSgeführl. indem sie bei Pillnitz In die Elbe gingen. Die zusammen- < ebunbenen Leichname wurden bei Hvlsterwih gc- fänbe'. und nachdem der Staatsanwalt zu Dresden die L.ichen fretaegeben, gemeinsam auf dem Holste witzer Friedhöfe bestallet. 6qöÖ „ in prima C.unutät [ Verschiedenes! 3nrlft. üepetitotien werden erteilt. Schr. An- gebole n.ül76a. d.Mie'r.dl. 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Auf einem Stein- b r u ch war damals die bewuhte Arbeitsstätte. 3n einer Feierstunde, ^als niemand es sah, verrichtete er dort an unpassender Stelle ein natürliches Bedürfnis, wobei er. vor Entdeckung sich sicher fühlend, einen Zettel zurücklieh, der die Aufschrift trug. „Cffier den Täter erwischt, ist berechtigt, ihm fünfundzwanzig Stockhiebe aufzuzäblen." Der Missetäter, der so gröblich gegen Anstand und Ordnung verstteh, wurde aber durch eine Fügung deS Zufalles gar bald in eine ähnliche Reuestimmung versetzt wie der vor naher Vergeltuna bangende König Claudius: , Meine Tat ist faul, sie stinkt zum Himmel." Betrübt gestand er, am Tatort aus Versehen auch ein verräterisches Er- kenmingszeichen aus seiner Tasche liegen gelassen zu haben. Er wurde ersaht, und die Remesis vollstreckte das Urteil, das er sich selbst gesprochen hatte. Bei seiner weiteren Vernehmung suchte der Held dieser Geschichte den Eindruck, den sein Unglück machte, abzumildern mit der Feststellung, dah er aber n u r z e h n Hiebe wirklich empfangen habe und bereit sei, den Polizeibeamten den Beweis dafür anzutreten. So trifft diesen Schuldigen das doppelt strafende Geschick, selbst das Zeugnis seiner $at_ und ihrer Sühne über die Lande tragen zu müssen. Er trägt es jedoch mit Gleichmut. Auf die Entdeckung. dah er an Barmitteln noch 150 Mark mit sich führte und also als Obdachloser nicht zu behandeln sei zog er zufrieden mit der Bemerkung fort, dah er sich dann nach etwas anderem umsehen wolle. * •* Vom Stadttheater. Wir wiesen vorgestern bereit- kurz auf die Abonnementseinladung hin. die im Anzeigenteil der gleichen • Rümmer des „Giehener Anzeigers" enthalten war. Die kommende Spielzeit — es ist die neunzehnte unter Leitung von Direktor Steingoetter — ist nach einer Mitteilung aus dem Stadttheater- bureau in jeder Weise sorgfältig vorbereitet worden. Sowohl Zusammenstellung des Personals wie Gestaltung des Sptelplanes dürften auch weit- Sehenden Ansprüchen genügen und wenn schon te letzte Spielzeit den Beweis erbracht hat, dah das Stadttheoter die Rachwehen des Krieges glücklich überwunden hat, so wird die kommende Spielzeit dieS bekräftigen. — DaS Abonnement, i das wiederum für Dienstag, Mittwoch und Frei-1 tag und zwar aiif je 25 Vorstellungen lautend ausgegcben wird, bietet gegenüber der Entnahme von Einzelkarten so grohe Vorteile, dah die iln- terstützung unseres Kunstinstituts durch recht zahlreiche Abonnementsbestellungen im eigensten Interesse aller Kunstfreunde gelegen ist. ee Fremdenlegion und Mädchenhandel. Wenn auch die Warnungen vor den Werbern für die Fremdenlegion etwas abschreckend gewirkt haben, so treiben die Agitatoren ihr Werk um so eifriger in der Stille weiter. Aus verschiedenen Gegenden des unbesetzten Gebietes wird gemeldet, dah sich fremde elegante Herren an junge Leute heranmachen und diese zu einem Glas Wein und dergleichen nach einem Gasthaus einladen. Wenn die vertrauensseligen Burschen mitgehen, werden ihnen von den Häschern Zigaretten angeboten, nach deren Genuh sie in Dämmerungszustand verfallen und dann heimlich in ein bereitgehaltenes Auto gebracht und in das besetzte Gebiet nach einem Werbebureau gebracht werden. Hier müssen sie einen Verpflichtungsschein zum fünfjährigen Dienst bei der Fremdenlegion unterschreiben. Schon nach wenigen Tagen befinden sich 'bann die unglücklichen Opfer auf dem Wege nach Afrika. Leider verbirgt sich hinter den Häschern in den meisten Fällen ein charakterloser Deutscher, der so weit verkommen ist, dah er es nicht verschmäht, als Agent der Werbezentrale der französischen Fremdenlegion tätig zu sein. — Reuerdinas sind wieder Mädchen- Händler am Werk. Aus dem Taunus wird gemeldet, dah am letzten Sonntag in der Rahe von Weilmünster zwei junge Mädchen von den Insassen eines Automobils zu einer Spazierfahrt eingeladen wurden. Den freundlich zudringlichen Bitten der «Fremden wollte schon das eine Mädchen Folge leisten, doch gelang es der Freundin noch im wehten Augenblick, es davon abzuhalten und vom Trittbrett herunterzureihen. Als ein junger Mann fhinzukam, fuhr das Auto in schnellster Fahrt davon. Man kann nur immer wieder warnen, sich Derartigen unbekannten Personen anzuvertrauen und an ihren Automobilfahrten teilzunehmen. •• Rach der neuen Fernsprechordnung ist künftig die gemeinsame Benutzung von Fernfprecheinrichtungen durch mehrere Personen gestattet. Auf Antrag werden solche Personen. Firmen usw. nach Dem Ermessen der Telegraphenverwaltung auch in die amtlichen Fernsprechbücher eingetragen. Rebenstellen, die der Inhaber des Hauptausschusses auf anderen Grundstücken besitzt, werden künftig in das Fernsprechbuch nicht mehr ausgenommen. Das Fernsprechbuch enthält daher fortan die Hauptstellen sowie die Rebenstellen Dritter. Es wird Diesen Personen bei der erstmaligen Tlebergabe des Anschlusses unentgeltlich ins Haus geliefert. Bei späteren Auflagen ist das neue Buch binnen vierzehn Tagen gegen Rückgabe des alten bei der von der Telegraphenverwaltung bestimmten Dienst- | stelle abzuholen. Wird das Buch nicht abgeholt | oder die Zustellung gewünscht, so bringt es die Post gegen eine Gebühr von 1.50 Marl ins Haus Das alle Buch muh dabei zurückgegeben werden. ** D i e Warenausgabetabelle des Lebensmittelamtes für die kommende Woche ist im heutigen Anzeigenteil enthalten: ebenso d. Uhr, zugl. Militärgott« bienst: P r. Au.f ld. 11: Kinderkirche f. d. Iohannesgem. Psr. Ausleib. — Am 11. Sept, findet im Haupigoltesdienst Beichte und Feier des hl. Abendmahls tur Lukas- und Iohanneegemeinde statt. Vorherige Llnmeb» düng wird erbeten. 4. Sept. W i e s e ck. Vorm. 9*/r' Gottesdienst. 103/4: Kinderkirche. Rachrn. 1: Christenlehre rion- firrn. weibl. Jugend). — Sonntat. t Sept., vormittags 10: Kirchberg. 11 Ehr.stenl-Hre s d. männl, konf. Iugenb. — Rachm l‘/2: Lollar. Katholische Gemeinde. Samstag, 3. Sept., nachm 5 u. abds. 8 ilbri Gelegenh. z. hl. Beichte. — Sonntag. 4 Sept. 16 Sonntag nach Psi. gsten. Torin. 6 Gelegenh. zur hl. Beichte. 7: HI. Messe Kommunion d. Männer u. Jünglinge. 8: Austeilung d. hl Kommunion. 9: Hochxrmt in. Pr. 11: Hl Blesse nt Pr. Rachm. 2: Andacht. 3‘/2: Hausangestellten- Verein. Kathol. Gottesdienst. 4 Sept. H u n« gen, vorm. 8. — Lau ba ch, vorm. 10 Uhr. esslavin- Millen («ei tur Drtlafdtien 6« Bim*- urt ixs on dq, bd Odttifcll, ftalMnhflataBj. v«- OrtzälUlch In btn V*«t|«tnar-i3 tlbr norm., wird der auSsall in-b Schuppcn- OIU1»I IM» i«te.r SM wozu freundlichst einladet 01180« Jsolierboden. 9842 KM Li Auguste Schäfer Otto Lender Tierarzt Dr. Albert Gilbert und Frau Paula geb. Geißler r i 'liroipctic zu Diensten. Edgar Bnrrmann, Eisenbandlung, Gießen. Quantum frei mto HauS. 011749 J. Wclihöfcr. Carl Schmidt Tanzlehrer Wehstelngasse 31. i r. 1 i Friede. Neul, Gastwirt. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Hausschlachtung, Kaffee u. Obstkuchen. Dr. phil. Karl Steitz und Frau Frieda geb. Geisel Konrad Weidemann Käthe Weidemann geb. Kundinger verbunden mit einer permanenten Ausstellung, zu deren Besichtigung wir höfl. einladen. Bedeutend vergrößert sind unsere Abteilungen für Badisch - Gröben u. Frauen-Gröben Ab Montag den 5. 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September findet unser diessährigesKirchwelhfest statt, Wiener & Schlöte! Frankfurt a. M., Ooethestraße 9—11 Der sich In der letzten Zelt durch den ständig wachsenden Kundenkreis bemerkbar machende Raummangel hat una veranlaßt, die Vieder-Eröffnung unjerer II. Etage Neustadt 19. » Znlarnat- Nlee liefert jedes Quantum Oberhessisches Samenhans, Lindenplatz. Telephon 611. 011917 EihlHORPM . Konntas .»—« . iir Fsem-^hp-Tee s=s „ Heues Orchester. 06842 Cafe Leib Sonntag den 4. September großes Tänzkränzchen MM MWO vorzügliches u. billigstes Betonmaterial. 0. Riibsamen, Dampfbaggerei, Telephon 1650. 011961 Brennliolzbedarf für die Besatzung auf dem Geschäftszimmer des unterzeichneten AinteS vergeben. Angebotsunter, lagen werden gegen Er- stattung von 3 ytt, soweit Vorrat reicht, im Zimmer 9tr. 7 abgegeben. Mainz, Münsterstr. 1T, 3. Septbr. 1921. 05,1 D NeichsvermögenSamt Mainz - Land. Butzbach - . . —- September 1921. Gleßen Ludwig Woelke Gretel Woelke geb. Linkmann zeigen ihre Vermählung an Sonntag, 4. September, nachmittags 3 Ubr zur Feier öes 15. Stiftungsfestes MfKWfeft b 'lebend i. Wettriidern.Wettschtviminen und Wasscrspiclen. [«^v] Ter Vorstand. verbunden mit Familienzusammenkunft wozu wir unsere Mitglieder nnd deren Angehörigen freundlichst einladen. 958öv Ter Vornaud. Grau - Stückkalk stets frisch auf Lager u. ab Waggon. Nur Labnkalke, die am betten, ergicbigttcu und billigsten sind. [»* C. Rtosamen Fernsprecher 1659. Wolle bat laufend abzugeben Fr. Harries & Co., Wiescck. Telephon 106. 9399 moDoool-MöröootioeliL Von der Beichsmonopolverwaltung für Branntwein, Berlin, ist uns der Vertrieb der Monopolerzeugnisse für den Bezirk übertragen worden Ium Vertrieb gelangt zunächst Klarer Kümmel Zum Kleinhandelspreise von Mb. 3L- für die Flasche von genau 61 Ltr. Inhalt und einer Weingeiststärke von 35 Baumprozenten. 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Küaunel lll, Wiesect MW-RKlkSM Ml i Mlglleöer - Versammlung Dienstag, 6. September, 8 V, Uhr abends, im Hotel „Grotzherzog" Tagesordnung: 1. Vortrag des Landtagsabgeordneten Loos: ReMdlik und Vaterland. 2. Vorbereitung der Landtagswahl. Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen j August Wagner und Frau Elli geb. Vollmöller : Vlival-tzallüels-SLule MMMINI Gicfieu, Lalmdoistr. 60 Tel. 1097. - Gegr. 1909. 10. Okt. -.....— neuer AV-°.Mesllilse f. Damen u. Herren zur griindl. Ausbildung f. d. Nontor^HrariS. Stamm. u. ’nnbroirrfd). Buchführung. Stcnogr. a. Blasch.-ßchr. TagcS- ».Abendkurse. Nechtz. Anmeldung erwünscht. Prospekt und Auinahmeschein freu Apfelwein^ Fässer in allen Grützen füllfertig empfiehlt 9063 KSserri SomiBettotn Telephon 1012. Hundebefitzer tonfen HUNÜefUchSN und alle Tierarznei- mitte! gut u. zuverlässig in jeder Sortierung hat lausend abzugeben Victor S. Wittenberg. Berlin X 24. Am Kupfergraben 4a. Tvemfpr. Zentrum 12507. Telegr.-Adr.: WiHenberg, 'Berlin, Kuofergraben. 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Deshalb war es seines Sohnes Aufgabe — als Staatssekretär des Auswärtigen Amtes —, dem Kaiser am 20. März 1890 abends von der Geneigtheit der Russen zur Erneuerung und den schlimmen Folgen der Ablehnung, d. h. dem sonst sicher -u erwartenden Abschluß des russisch - französischen Bundes. Mitteilung zu machen. Er fügte hinzu, daß Schuwalow nur Instruktion gehabt habe, mit den beiden Bismarck abzuschliehen, daß der Botschafter also, da er, Herbert, ebenfalls seinen Abschied erbitte, nicht weiter verhandeln könne. Run machten die Ausführungen Herberts, der ja ganz im Sinne des Fürsten schrieb, und die Ausmalung der katastrophalen Folgen. Sie eine Ablehnung der russischen Bitte um Erneuerung des Abkommens nach sich ziehen müsse, auf den Kaiser doch zunächst einen tiefen Eindruck. Sobald wie möglich beschloß er mit dem Botschafter Schuwalow selber zu reden, um nichts zu versäumen. In der Rächt zum 21. März um 1 Ahr wurde Graf Schuwalow geweckt durch einen Boten des Kaisers, der ihn für den folgenden Morgen um 8 Ahr zu einer Besprechung einlud. Als der erstaunte Vertreter des Zaren erschien — denn er fürchtete, es sei seinem Herrn etwas zugestoßen , begann Wilhelm II. sofort von der Entlassung Bismarcks zu sprechen und fuhr dann fort: „Herbert Bismarck erzählte mir gestern abend, Sie wären durch Ihren Souverän bevollmächtigt, die Verhandlungen wegen Erneuerung unseres Geheimvertrages fvrtzuseyen, Sie hätten sie aber momentan aufzugeben. Weshalb? Ich bitte Sie, Seiner Majestät zu sagen, daß ich meinerseits ganz geneigt bin, unser Abkommen zu erneuern, daß meine Politik die gleiche bleibt und bleiben will, die sie zur Zeit meines Großvaters war. Das ist mein fester Entschluß. Ich werde davon nicht abgehen, und Sie können ihre Verhandlungen mit Graf 'Herbert wieder aufnehmen...." „Richts hat sich geändert," schloß der Monarch, „und ich zähle auf Ihre Freundschaft, die Lage dem Kaiser vorzutragen mit der Versicherung, daß sich nichts geändert habe, weder in meinen persönlichen Gefühlen für ihn, noch in meiner Politik gegenüber Rußland...“ Ganz in diesem Sinne sprach Wilhelm II., während er um 10 Ahr besseren Vormittags den Prinzen von Wales auf dem Lehrter Bahnhof erwartete, zu Herbert: „Rach Ihrem Briefe haben Sie gestern Schuwalow mißverstanden, ich habe ihn vorhin bei mir gehabt, er wird Sie heute nachmittag besuchen, um die Sache zu ordnen." Der Staatssekretär konnte nur erwidern, daß er nicht weiter verhandeln könne, da er um seinen Abschied einfommen wolle und daß infolgedessen der Botschafter feinem Auftrag gemäß die Besprechungen nicht fortsehen dürfe — eine Auffassung, die Schuwalow am gleichen Rachmittag wiederholt bestätigte. Von Herberts Abschied wollte der ängstlich gewordene Monarch nichts hören. „Bleiben müsse er!" Am jeden Preis wollte er auch nur den Anschein einer Schwenkung in der auswärtigen Politik vermeiden: Als ob seine Auffassung der deutschen Bündnisverpflichtungen, die er am 18. März verkündet hatte, nicht den tiefsten und bedeutungsvollsten Wechsel der Politik bedeutete! Do ernst nahm er das Verbleiben Herbert Bismarcks im Amte, daß er nicht nur dm Prinzen von Wales um seine Einwirkung auf den Staatssekretär ersuchte, sondern sich auch — eine selt- igme Lage — dazu überwand, den alten Fürsten moch einmal anzugehen: er schickte den Grafen ^Dedel mit der Bitte zu ihm, Herbert zum Bleiben zu bewegen! Doch da kannte er den grimmen Hagen schlecht. Es war diesem eine Genugtuung, dem Kaiser die Erfüllung seines Wunsches zu ver- .sagen. Kurzab entgegnete er dem kaiserlichen Boten mit den Worten Octavio Piccolominis: „Mein Sohn ist mündig!" And Herbert selber war fest entschlossen, zu gehen. „Ich und mein Vater," sagte er am 19. März dem österreichischen Botschafter, „sind gleich zwei Zwillingen: geht der eine, so muh der andere auch gehen!" Troy heftigsten Sträubens, und obwohl er verschiedenen Botschaftern gegenüber beteuerte, Herbert auf jeden Fall festzuhalten, mußte der Kaiser seinen alten Genossen aus früheren Tagen am 26. März den Abschied erteilen. And so folgte er jetzt ohne Schwanken seinem Vater Ins Exil, trotz aller Bitten des Kaisers. Aber wenn er gewußt hätte, was die nächsten Tage bringen sollten, so wäre er gewiß noch einige Zelt im Amte geblieben, dann hätte gewiß auch der alte Fürst, der geblendet war von Zorn und Leidenschaft, jene kaiserliche Bitte nicht abgeschlagen! Denn dann hätten Herbert und Schuwalow jene „Sache", von der Wilhelm II. sprach, nämlich den Rückversicherungsvertrag, noch weiter verhandeln und wohl zum Abschluß führen können. Ihre Schuld war, daß sie des Kaisers Festigkeit überschätzten und die Arbeit ihrer Feinde mißachteten. Was den beiden Bismarck unmöglich schien, geschah dennoch: der Herrscher wurde in kürzester Zeit gegen das Abkommen gestimmt, von dem er soeben noch dem russischen Botschafter versichert hatte, er wolle es erneuern! Finkenrode. Don Wilhelm Raabe. Wilhelm Raabes Geburtstag jährt sich am 8. September zum neunzigsten Male, und wir geben aus diesem Anlaß die reizende Schilderung einer thüringischen Kleinstadt und ihrer Entstehung wieder, die auf den ersten Seiten des Romans „Die Kinder von F i n k e n r o d e" zu finden ist. Finkenrode! . . . Ein Blick überflog meine ganze Kindheits- gegcnfc, soweit es der verhangene Himmel erlaubte. Die Endung „rode" des Stadtnamens deutet an, daß auf der Stelle, wo heute sieben- bis achttausend Menschenkinder ein ziemlich glückliches und, was man auch darüber sagen mag. ziemlich harmloses Dasein führen, tiefer germanischer Ar- wald war, der sich in alten Zelten von den Harzbergen über die norddeutsche Ebene, bis an das deutsche Meer erstreckte. In der Tat gib» es auch jetzt rwch Wald genug an den Bergen und um die Berge von Finkenrode. Wir stehen auf echt cheruskischem Gebiet, wenn gleich die Cherusker selbst lange den Sachsen Platz gemacht haben! Jedem deutschen Schulknaben wird die Geschichte der Dido eingebläuelt, daß aber auch der deutsche Boden eine ganz ähnliche Sage aufzuweifen hat, weiß und kümmert niemano. Ich halte es für ein Verdienst, die alte Geschichte an dieser Stelle wieder aufzufrischen, obgleich ich an jenem Morgen, an welchem ich die Heimat zum ersten Male wieder erblickte, wahrlich nicht daran dachte. — Den Cheruskern waren die Katten gefolgt, diesen die Thüringer im Besitz des germanischen Jagdgrundes, auf welchem heute Finkenrvde liegt. Letztere saßen hier, als ein Schiff den Fluh heraufkam, welcher so dicht an der Stadt vvrbeiflieht, daß er den Fuß des letzt übrig gebliebenen Bollwerkes der einstigen Ringmauer bespült. Damals war von der Stadt Finkenrvde noch nichts zu erblicken: gewaltige Elchen und Buchen spiegelten sich allein in den gelben Fluten der Weser, und staunend rannten die Bewohner der Wildnis, ob des fremden Anblicks, an dem Alfer zusammen: denn den Thüringern war die Schiffahrt unbekannt, sie waren ein Jäger- Volk, welches seine Bäche durchwatete, seine größeren Gewässer durchschwamm. Riemals war ein solches schwimmendes (5k-bau gesehen hierzulande! Jetzt hielt das Schiff an, ein gerüsteter Krieger trat ans Alfer und grüßte das versammelte Volk zu seinem Erstaunen in einer Sprache ähnlich der ihrigen. Er war blondhaarig und riesenhaften Körperbaues wie sie selbst: aber fein Leib, feine Brust, feine Arme, waren mit allerlei wundersamen, köstlichen Zierraten bedeckt. Schwere goldene Ringe umgaben seine Handgelenke: Ketten von aufgereifreten römischen Kaisermünzen, mit dem Schwert erfreutet auf kühnen Seeräuberzügen, die gallische und hispanische Küste entlang bis tief in das Land hinein, wo damals Shagrius seinen Todeskamps kämpfte, umschlangen seinen Hals. Den thüringischen Männern gefiel dieser Schmuck, der Glanz des Goldes stach ihnen in die Augen. Gierig fragten sie nach dem Preise aller dieser Herrlichkeiten. „Gebt mir dafür, was ihr wollt!" sagte der Fremdling, und lachend boten ihm die Besitzer des Landes einen Schoß voll Erde von ihrem Grund und Boden, und lachten noch mehr, als der fremde Krieger bedächtig seine Einwilligung nickte und allen Schmuck, alle Ketten und Ringe, abstreifte. Die klugen Thüringer füllten ihm das Gewand voll Erde, wie sie versprochen. Kaum aber war das geschehen, so sprangen von dem Schiffe waffenilirrend und jubelnd die unbekannten Leute ans Land — eine Kolonie riesiger, vom Meerwind gehärteter Männer und hoher, stolzer Weiber! Der listige Käufer aber bestreute mit der gekauften Erde eine weite Strecke fruchtbaren Bodens, und auf ihm faßte das Volk der Sachsen zuerst festen Fuß in der alten Cheruska! Schiff auf Schiss kam nun den Strom heraus, Ansiedlung nach Ansiedlung entstand: nach langen blutigen Kämpfen wichen die Thüringer zurück, und drängten die Kalten abermals weiter ab gegen Süoen, wo sie freute noch sitzen! Wo aber Werimar und Mangingelt, die Führer des ersten Sachsenschiffes, ifrre Schwerter zuerst in den Boden gestoßen, da steht freute das Rathaus der Stadt Finkenrvde, und freute noch sitzen ein Bremer und ein Manegvld im Rat der Stadt: der erste ein wackerer Schneider, der andere aber ein sechs Fuß hoher Schmied, der seinen Hammer heute noch vielleicht ebenso gewaltig schwingt, wie fein Vorfahr vor tausend Jahren das Daß, das sassische Schwert. In unendlichen Krümmungen zieht sich der schiffbare Fluh zwischen den Bergen hin, die sich bald dicht zusammenschieben, als wollten sie ihm den Durchgang verwehren, bald wieder in weiten Flächen und Geländen sich auseinanderlegen. Aus ihrem Wolkenschleier sahen alle die Berggipfel, Höhen, Täler, Wälder mich an, als wollten sie sagen: „Was willst du von uns? Du hast uns so lange verleugnet — du gefrorst nicht mehr zu uns — wir kennen dich nicht mehr!" . . . Aber ich kenne euch! rief es in mir. Das da ist der Sprengberg, und dort ragt der Iunker- stem — dort ist die Pfaffenschlucht und da das Frauenhvlz, aus welchem der Hürlebach noch ebenso lustig frervvrsprudelt wie in alter Zeit! O, ich Tenne euch alle und ihr sollt nicht das Recht haben, mich von euch zu stoßen i Da, wo der leichte Rauch aufwirbelt, ist die Padden- mühle — borch, horch, das Geläut von Sankt Marienstuhl klingt noch, wenn auch die Rönnen selbst lang Vertrieben sind auS dem Mariengarten! Es ist ©ormabenb, deshalb Hingt die Glocke in dem wundervollen Turm dort über dem Wald, und horch, horch — da, die Glocken der Heimat, die Glocken von Finkenrvde! . . . Hals über Kopf rannte ich den Schillingsberg hinunter, mit der einen Hand den Regenschirm, mit der andern den Hut haltend. Was kümmerte mich der stärker werdende R^en, unter mir hatte ich ja die beiden Turmspitzen der Martinskivche meiner Vaterstadt, die freundlich aus dem Rebel und Dunst heraufschauten und winkten! Platsch, platsch, platsch! über Stock und Stein, glitschend, rutschend, springend und stolpernd, daß mir das Wasser und anderes mehr um die Ohren flog, immer hinab ins Tal, jetzt über den Hurlebcuy, an der klappernden Paddenmühle vorbei, durch die Wiesen, die Gärten entlang, bis an das Burgtor der alten Stadt Finkenrvde! Ah . . . Ein Trupp Gänse zischte und schnatterte mir unter der Wölbung entgegen, ein Kopf, bedeckt mit einer weißen Zipfelmütze, fuhr aus dem Fenster des Steuereinnehmerhauses am Tor, verwundert die so unerwartet herantrabende Erscheinung anstarrend: — langhallendes Kindergeschrei die Straße entlang; Kinder an den Fenstern, Kinder in den Türen, unter den Torwegen, Kinder im Regen, Kinder im Trockenen — wahrlich, ich hatte meine Vaterstadt Finkenrvde erreicht: nicht mit den Gefühlen eines Olympiasiegers, nicht mit den Gefühlen eines Heimwehkranken: aber doch mit recht anständigen, stichhaltigen, naturgemäßen Gefühlen welche von einem nicht allzu verhärtetem und gleichgültig gewordenem Gemüt zeugt. Rach einigen Augenblicken des Verschnaufens schritt ich gemächlicher die Hauptstraße hinab, rechts und links die Häuser entlang blickend. Alle diele alten vorgeschobenen Giebel, diese Winkel ünd Ecken, diese hohen Treppenstufen, diese überdachten Haustüren, diese buntcln Torwege hatten etwas so Bekanntes, freundlich Wirkendes, Heimliches für mich, daß es wahrhaftig kein Verdienst war, gerührt zu werden und die Wasserströme nicht zu achten, welche die Dachrinnen auf mich heruntergossen. Jetzt schritt ich über den Marktplatz an den sprudelnden Brunnen mit dem Bilde des heiligen Martins, des Schutzpatrons der Stadt, vorbei: — — mein Auge fiel auf ein ziemlich großes, freundliches Haus mit fpiegel- blanfen Fensterscheiben und zwei jetzt kahlen Qßa= zienbäumen vor der Tür. „O, der alte Oheim FasterlingI" rief ich, und eine ganze Welt von Erinnerungen stürmte auf mich ein. Der Oheim Fasterling war eigentlich nicht mein Verwandter, sondern ein alter, pensionierter Hauptmann, welcher die Befreiungskriege mitgemacht hatte und seit langen Jahren in Finkenrvde allen Heranwachsenden Buben das preußische Exerzierreglement d.ibrachte. Ich war einst sein Liebling gewesen, er hatte mich auf seinem alten Eisenschimmel das Reiten gelefrrt, ich begleitete ihn auf seinen Spaziergängen — der Oheim (Safterling! der Oheim Fasterllng! . . Jetzt, um die Ecke biegenb, stand ich vor der prächtigen alten Kirche des heiligen Martin, deren Türme man in allen Gassen vvn Finkenrvde über die Dächer ragen sieht. In ihrem Schatten lag noch immer das im Sommer so idyllisch umgrünte Schulhaus, der Schauplatz meiner ersten Iugendtaten: ich machte, daß ich den — Gasthof „Zum goldenen Weinfaß" erreichte. Der Apfel. Von Karl Ettlinger (München). Ich nahm die neueste Dummer des „Garten- und Kleintierboten" zur Hand und blätterte erregt bis zur Rubrik Briefkasten. Hurra, da war schon die Antwort auf meine Anfrage! „Oeko> nom 40. Rein, Hunde klettern nicht auf Bäume." Ich atmete auf. Gott sei Dank, mein Dackel konnte es also nicht gewesen sein. Aber wer war es ’ dann? — In meinem Vorgarten steht nämlich ein Apfelbaum. Eine sehr edle Sorte, Calville oder Holzapfel oder so was ähnliches. Im Frühjahr steht der Baum alljährlich in herrlichster Blüte, und dann freue ich mich auf die reiche Ernte. Im Juni fangen die Blüten der Reihe nach an abzufallen, und im Herbst trägt der Daum Jahr für Jahr einen einzigen Apfel. Calville oder Holzapfel oder so was ähnliches. And dieser einzige Apfel wird mir jedes Jahr gestohlen. Ich verdächtige nicht leichtfertig meine Mitmenschen, deshalb fiel mein erster Argwohn auf meinen Dackel. Aber nun hatte ich es schwarz auf weiß: Hunde klettern nicht auf Bäume. Was sollte ich nun tun? Mein Rachbar hatte ein ganzes Rudel Obft- bäume, abei ward nie etwas gestohlen. Höchstens, daß iq) manchmal — über den Zaun — ich habe da so einen langen Stock mit einem Widerhaken — aber das ist nur Fallobst. Er hat nämlich an seiner Gartentür ein Schild: „Vor dem Hunde wird gewarnt!" Das leuchtet mir ein. So was hält die Diebe ab. Was mein Rachbar Fann, das kann ich auch. Ich habe zwar nur einen Dackel, und der hat noch niemand gebissen, das heißt neulich mich, aber das ist was anderes: mich kennt er ja. Also ich malte mir ein Schild: „Vor dem Bulldogg wird gewarnt!" und nagelte es an. Am nächsten Morgen Hingelte der Briefträger, was er sonst nie tut „Kommen Sie doch herein!" rief ich ihm vom Balürn aus zu. , „Ist der Bulldogg auch angebunden?'' frug er ängstlich. „Er steckt sogar in einer Zwangsjacke!" erwiderte ich. And der Briefträger brachte mir drei Rechnungen und eine Nachnahme. Eine Viertelstunde später kam die Milchfrau und Hingelte, was sie sonst nie tut „Kommen Sie doch herein, Frau Müller!" rief ich ihr zu. „Ham S' aa dös Hundsvieh anbundn?" „Aber freilich." „Is aa ganz gewiß?" „Aber wenn ichs Ihnen doch sage!" „Wissen S', i bin halt so vuil schreckhaft" Sie kam mit dem Milchkübel herein, unterwegs piepste ein Vogel, da schrie sie auf, als sei vor ihr eine Mine explodiert, lieh den Milchkübel fallen und lief davon. Ich habe sie nie wiedergesehen und war vier Wochen ohne Milch. Eine Viertelstunde später kam der Elektrizi- tätämann und klingelte, was er sonst nie tut. „Kommen Sie doch herein!" rief ich ihm zu. „Wenn er mich anrührt, schlag ich ihn tot, den Hundskrüppel l" „Ich werde Ihnen dabei helfen!" versicherte ich. Der Elektrizitätsmann war kaum zehn Meter Gegangen, da 6eilte im Wohnzimmer mein Dackel, der Elektriker bekommt einen Tofrsuchtsanfall, schlägt mit seinen Instrumenten sämtliche Parterrefenster ein, ich eile herunter, er hält mich für eine Bulldogge, haut mir auf den Kopf, daß die Funken sprühen, und am Abend wurde mir der elektrische Strom gesperrt. Dann bekam ich ein Schreiben vom Magistrat: wenn ich meine Bulldogge nicht anbände, würde ich schon sehen. Dann kam eine Vorladung vom Finanzamt wegen tzteuerbinterziehung für eine Bulldogge. Dann kamen Schadenersatzllagen von vier Vatern, deren Kinder meine Bulldogge gebissen haben sollte. Auch sollte sie em Schaf geraubt haben. Wenn schon eine gar nicht existierende Bulldogge solchen Schaden anrichtet, wie gefährlich muß da erst eine wiriliche Bulldogge fein! Ich wollte daher mit dieser Tiergattung nichts mehr zu tun haben und entfernte das Schild. Statt dessen legte ich Fußangeln und Legebüchsen, denn ich war iruwischen ein Menschenfeind geworden. Diese Skizze schreibe ich im ftäbtifdjen Krankenhaus. Ich hatte nämlich vergessen, wo ich die Fußangeln und Legebüchsen fringclegt hatte, und wie ich das Radieschen zupfen will, das ich jedes Jahr ernte, trete ich mit dem rechten Fuß in eine Angel und mit dem linken auf mehrere Legebüchsen. Ich kann mich nicht beklagen: es war gute Ware. Die Anfallversicherung kommt für nichts auf. Sie hat einen Paragraphen In der Police, nach dem sie nie für etwas aufzukommen braucht. Gestern brachte mir meine Haushälterin einen wunderschönen Apfel ans Bett. Calville ober Holz- . apfel oder so was ähnliches. Aber es ist nicht der Apfel von meinem Baum, — der ist mir schon I längst wieder gestohlen Ein Maskensest im brasilianischen Urwald. □lur zu oft begegnet man auch freute noch der Anschauung, daß die „Wilden" für minderwertig gehalten werden, weil sie nackt gehen und eine an» dere Hautfarbe haben. Immerhin wird jetzt die Erkenntnis von der Eigenart unb der hohen Bedeutung primitiver Kulturen durch die Verehrung gefördert, die ihre Kunst genießt. Aber auch die Kuttur der Raturvölker verdient hohe Achtung. Das betont Theodor Koch-Grün- b e r g, der bekannte Fvrschungsreisende, in einem schönen, demnächst frei Strecker und Schröder in Stuttgart erscheinenden Reisewerk ..Zwei Jahre frei den Indianern Rordwest-Brasiliens" . in dem ein anschauliches Bild von dem Leben und Trei- fren, den Jagden und Festen, den Sitten und religiösen Anschauungen dieser Stämme im frrafi- lianischen Arwald entworfen wird. Kvch-Grün- frerg will, wie er selbst im Vorwort sagt, weitere Kreise einer gerechten Beurteilung der Indianer näher bringen. Ohne ifrre Anterstützung und Treue in oft gefährlichen Lebenslagen wäre die Reise unmöglich gewesen oder hätte ein plötzliches Ende gefunden. Die Kultur dieser Indianer offenbart sich mit am eigenartigsten in den religiösen Festen und Gänzen, die sie feiern. Begleiten wir den Verfasser auf einem Maskenfest frei den Kaua-In- dianern. Mit viel Fleiß und Mühe, mit hoher Geschicklichkeit und feinem Geschmack werden schon lange vorher die Maskenanzüge hergestcllt. Der innere Weiße Bast eines Laubbaumes wird vorsichtig vvn dem Stamme gelöst, sorgfältig ausgewaschen unb in noch feuchtem Zustanbe in ber richtigen Form ber betreffenden Tanzfigur mit Radeln aus Affenknochen über biegsame Stäbe genäht. Die Farben, die ber Verfertiger ber Tanzkostüme verwendet, sind mit großer Sorgfalt hergestellt: als Pinsel dienen Holzstäbchen, die an dem einen Ende mit Baumwolle unb Pflanzenlasern umwickelt sind. Beim Bemalen schieben die Künstler mehrere Bananenblätter in den Maskenkörper, um eine feste Alnterlage zu haben. Tie bunten geometrischen Figuren, die auf dem Dast aufgetragen werden, beuten meistens bie Fell- unb Hautzeichnung des Tieres an, bas die Maske darstellen soll. Besonders mühsam ist die Bemalung der Iaguarmasle. Den meisten Masken ist ein Gesicht mit fletschenden Zähnen auf- gemall, manche tragen eine Art Zopf aus gelbem Bast. In den Masken werden teils Tiere bargestellt, wie der Schmetterling, der Herr aller Maskentänze, der schwarze Aasgeier, der Jaguar, Fische, Raupen, Käferlarven usw., teils böse Dämonen in menschlicher Gestalt unb mit menschlichen Tätigkeiten, Riesen unb Zwerge. Auch bie Tier- masken stellen Dämonen bar, bie einzelne Tierklassen repräsentieren: aber sie sind keine natura- listischen Rachbildungen des betreffenden Tieres, sondern sie unterscheiden sich von den menschlichen Masken nur durch einzelne besondere Merkmale und Ornamente. Beim Maskenfest werden nun die verschiedenartigsten Tänze vorgeführt. Der Tänzer des schwarzen Aasgeiers häll mit beiden Händen einen Stock wider den Racken und afrmt durch Hin- uni> Herschwanken des Oberkörpers den watschelnden Gang des Vogels nach. Der Iguar-Tänzer hüpft mit stark gebeugtem Oberkörper in kahen» artigen Sprüngen wild umher unb entlockt einem Rohr, das der besseren Resonanz wegen in einem Topfe festgebunden ist, dumpfe Laute, die an das Heulen ber gefürchteten Bestie erinnern. Der Tanz der Mistkäfer soll die reinigende Arbeit dieser fleißigen Tiere darslellen. das aus Kot Heine Kugeln dreht und sie als Rahrung in ber Erde vergräbt. Zwei Maskentänzer, die Hand in Hand nebeinander unter Gesang vor- und rückwärts schreiten, wälzen mit ihren Tanzstäben einen die Kvtkugeln darstellenden Stock hin und her. Der Eulen-Tänzer, der als einziger nur einen Maskenkopf aufgestülpt hat, hält in der linken Hand einen brennenden Span, in der rechten einen Stock. Er afrmt das Flattern ber Eule von Daum zu Baum nach und läßt ihren Ruf „Puppu-pu" ertönen. Der brennende Span soll offenbar die glühenden Augen andeuten. Dieser Tanz ist durch die eleganten Bewegungen der schlanken nackten Körper besonders anmutig. Sehl humoristisch ist z. D. die mimische Vorführung einer Alligatorjagd. „Die tiefere Bedeutung aller dieser Masken» tänze tritt Har hervor", sagt ber Verfasser. „SS sind Zaubermittel. Der Geist bes Toten, dem man wie überall böse rachsüchtige Eigenschiften zuschreifrr soll durch die Tänze und die fortgesetzte Klage versöhnt werden damit er nicht einen der Hinterbliebenen zu sich holt. Die bösen Dämonen, die vielleicht den Tod des Verwandten verschuldet haben und vor deren Tücke man nie sicher ist, sollen vvn weiterem Aebel abgehalten werden. Die Feinde des Jägers, die Schädlinge des Feldes sollen durch mimische Rachahmung ihrer Handlungen magisch beeinflußt und den Menschen günstig gestimmt werden, in gleicher Weise bie Iagdtiere selbst, so bah reiche Jagd unb Ernte werde unb Segen unb Fruchtbarkeit für alles Wachstum. So sehen wir diese Maskentänze vvn denselben Grundmotiven geleitet, wie sie auf der ganzen Welk bei fast allen Maskentänzen religiösen Charakters maßgebend sind: Dä- mvn en Vertreibung unb Fruchtbarkeitserzeugung. Legt in die Hand das Schicksal dir ein Glück. Von Wilhelm Raabe. Legt in die Hand das Schicksal dir ein Glück, muht du ein andres wieder fallen taffen; Schmerz wie Gewinn erhällst du Stück um Stück, und Tiefersehntes wirst du bittet frassen. Des Menschen Hand ist eine Kinderhand, sie greift nur zu, um achtlos zu zerstören; mit Trümmern überstreuet sie das Land, und was sie hält, wird ihr doch nie gefrören. Des Menschen Hand ist eine Kinderhand, fein Herz ein Kinderherz in freft’gem Trachten. Greif zu und halt! ... da liegt der bunte Tand, unb Hagen müssen nun, bie eben lachten. Legt in die Hand das Schicksal dir den Kranz, so muht die schönste Pracht du selbst zerflücken; zerstören wirst du selbst des Lebens Glanz und weinen über den zerstreuten Stücken.