Samstag, J. Oktober 1921 171. Jahrgang Erstes Blatt 3 -ö€Oingungen, Die ^.orreiiu vci '““c ’-r*-"1“"“ -- ,___■ ateruna aur Kenntnis brachte. Rachdem Torretta eine Konferenz und nicht eine Korrespondenz o« aut diese Weise Gelegenheit hatte, die Gesichts- praktischste und aussichtsreichste ^eg ;u einan punkte Oesterreichs und Ungarns in dieser Ange. Suwernehmen ist. Di r nehmen die n ^genheit kennen zu lernen, und da er eS als mög- | laöung an, und unk« Delegierten werden an Dewitz, jeder vernünftige Deutsche Wünscht sich I tzifche Regierung ein-utreten Kad) »mc ilallue Hen^tn Dolfs.) Mern dn «, M». W.ter ei! t II d m Aev, Ldtr eiiwt m kvhvi- nlytitn en Intel« jrten worden. Laut tonnte in Schott) I -r."Mr ■t h üxt ■nhwä ht lieg lohe, sich erachtete, zu einer Dereinbarungg xu kommen, unterrichtete er die Kabinette von Pari- und London von dem Stande der Angelegenheit, wobei er die Alliierten ersuchte, mit ihm frufammeruu- arbeiten, um eine schnelle und befriedigende Lösung der ernsten Frage herbeizuführen Die B o t- fchafterkonferenz, die über die Angelegenheit unterrichtet wurde, nahm die im Gange befindliche Dermittlungsaktion günfrii mf, gleichzeitig wurde jedoch zum Ausdruck gebracht, daß die Aktion auf das Ungarn übermittelte Ultimatum keine aufschiebende Wirkung ausübe. B.) He fräfre- liiere W rL hol' >ni ilili-v rg aiU rn> im änilt>e • gefeit toi öSelfa cb. bie totatt intrtfhifer De Valcras Zustimmung ans Lloyd (tzeorgcs letzten Vrief. Dublin, 30. Sept. (DTR ) De Da lera laut .Tw- »abi’btt Ruhleil» »Mot irr tui mdte-i Sierunj taats- tg jen isbai tt-pr «MH .Deutscher Allgemeinen Zeitung" der Frage der Steuerreform zwi- M. 230 per Siebener Mijelter »s cheint täglich, sicher Sonn« und Feiertaos. Momtlickt veinqrpreife: m 5.50 einschl. Träger« lohn, durch die Post M». 6.50 ein'chl. Bestell« gelt», auch bei Bichterschei« gfn einzelner Nummern infolge höherer (Bemalt Hernlprech«Anschlüsse: fürbieSdiriftleltung 112; für Druckerei, T erlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Olehen. peAfcheskento: Zrankkurl a. M. U6Ä6. Annahme von Anzeige» für bie lageonummer bis zum Nachm »tag vorher ohne jede Berdindlickbeit Preis isr I mm höhe tüt Anzeigen v 34 min Breite örtlich 55 *PI, auswärt» 65 'Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 250 «Pi Bei «Platz- Vorschrift 20' Aus chlug. Haupischriftleiter ‘.'l .ig. Goetz 'verantwortlich für Politik: ?lug. Goetz; für den übrigen Teil i D : Aug. Goetz, für den Anzeigenteil nans Beck, sämtlich In (Bietzen. jlnifi. ab! h« titln»'' e au» rcoatt- tiM* Ißf*1 ä Ein Beschluß der Mehrheits- sozialisten zur Umbildung der Regierung. Berlin, 1. Ott (WTB.) Wie der sozial- demokratische Parlamentsdienst mitteilt, fatzte die sozialdemokratische Reichstags- Fraktion am Freitag in später Abendstunde folgenden «Beschluß: Die sozialdemofrati«rurtffleit»ng, ««schäslrftelt und Priifrrti: SQulftraV Z. garn und Oesterreich zur Herbeiführung einer freundschaftlichen Lösung in der Burgenlandfrage zu vermitteln. Della Torretta betonte, । daf) eine evtl. Vermittlung in keiner Weise das Vorgehen der Alliierten zur «Wahrung der Friedensverträge und bie Beratungen der Botschafter- konferenz stören dürfe, und indem er dem 11m- stande Rechnung trug, daß der Vorschlag bie Durchführung des FriedensvertrageS von Tria- non zur Grundlage habe, erklärte er sich damit einverstanden, den Vorschlag der ungarischen und der österreichischen Regierung zur Kenntnis zu bringen, um so die Feststellling zu ermöglichen, ob man eine trat,fähige Grund'age für Unterhandlungen finden tonne. Der österreichische Bundeskanzler erklärte, daß er mit Rücksicht au das ihm durch die Person des italienischen Ministers des Aeuhem eingeflöhte Vertrauen, baö ihm durch dessen «Vermittlung yagetommene Ersuchen in Erwägung ziehe. Er formulierte einige «Bedingungen, die Torretta der ungarischen Regierung zur Kenntnis brachte. Rach dem Torretta Feuilleton. Shakespeares „Hidharb der Dritte" in Hartungs Regie. Man schreibt unS aus Darmstadt: Shakespeares blutigste Tragödie vom dritten Richard, die die Fortsetzung seiner Heinrichdramen bildet, und in der er uns wie kein anderer die Heuchelet und Brutalität als hervorstechendste Eigens^af- ten im Charakter unserer liebwerten Bettern jcn- setts des Kanals überzeugend schildert, gab ® u - stav Hartung willkommenen Anlab zu einer neuen Regietat von unerhörter Kraft und mit reihender Wucht. Zwar zeichnet für die Regie der neue Oberreaisseur Keller verantwortlich, aber hinter jeder Geste, jedem Bild, jedem Wort der Darstellung spürt man Hartungs peitschendes Tempo, schärfste Zeichnung, atemraubende Realistik. Die Reutnszeniermng bricht mit allem Hergebrachten und ist im Grunde eine Rückkehr zu primitivster Bereinsachung der zeitlichen Sha- kespearebühnc. Diese Primitivität aber ist durch raffinierte Mittel der Beleuchtungstechnik und der Farbengebung, durch bis an die Grenze des nafurheil-Vereln l.ad 10516 Gießen, den 29. September 1921. W Urtünt-0flBöels-5fflBle Möbelindustrie Zrau Käthe Lledor aeb. hadeth nebst allen Angehörigen. CtlU« ■ Kopfschmerz $ Mxanz >rMMOe El <ernt'orecher 1W. hastet und als ein französischer Zwilange- stcllter, angeblich Chauffeur. festqestcllL Berlin. 30. Sept. (Wolfs.) Siner Blätter- Meldung auS Leipzig zufolge wurde aus den Speisewagen des Hannoverschen D • ZuoeS, nachdem er die Ötatton Neuendorf bei Halle passiert ht aus einem oorbi Frankfurt, , die Frankfurter ^BollSsttmme" meldet, haben die Stadwerordneten von Höchst a. M. gestern einstimmig 250 000 ML bewilligt zur Unterstützung der Ausgesperrten Neii!ÄclitUGg,Lanilwir‘iei].MaschineDliB8ilzer! Gin neuer unerreichter„Moment"-Schärsavvarat für Häcksclinefier ist er- sund. Kein Abschrauben u. Verschrauben der Messer mehr, einfachste Handh., brill. Lchnittfvars. Häckfel- herstellung b größter Lchonungd.Mafchine Preis komplett nur ?LM. Ersatzteile da^u nur 7 M. ÄUeinverk. f. beft. De» allerorts gesucht. a n D e r u n g nach den zwei geschichtlich bedeut- famen Dörfern Wingershausen und S i ch e l s a ch s e n. W. war ehedem der Mittelpunkt eines bis über den Oberwald hin- überreichen den Kirchspiels. Dichelsachsen.Sitz von landgräflichen Derwaltungs- und Zorstbehörden (Gerichtsschullheih des Gerichts Burkhards, Forstmeister). Die grösste Bedeutung Sichelsachsens fällt mit der Glan^eit des Jagdschlosses (jetzigen Hoses) Zwiefallen zur Zeit des 2a;ibarafcn Lud- wig VIII. zusammen. — Abends sanden sich die Teilnehmer an der Wanderung im .Hesstscyen Hans" zu Schotten zusammen. Ein D o r t r a g DaS Werden von Dorf und Flur" und geschichtliche Mitteilungen hielten die De- schichtsfreunde noch lange zusammen. Kunst und Wissenschaft. sw Sarmflabt, 30. Sept. Richard Sp-cht, oct 2luto der b.kannten Mahlcr-Biograph.e und der gro en zweibä .d gen M ni. gr pH e .Nichard Strouh und seine Werke", hat eine vollkom- mene tertliche Neubearbeitung deS Berdischen .Troubadour" vledt die vom Hessischen LandeStheater zur Uraufführung angenommen wurde. ist eingclcitct. effen, 1. Okt. Bei Werden wurde auf dem Eisenbahngleis ein schrecklich verstümmeltes Liebespaar aufqefunden, das mit Stticken aneinander gebunden war. 3n einem hinterlassenen Testament bitten beide, gemeinsam in einem Sarge beerdigt zu werden. Kopenhagen, 30. Sept. (WTB.) Einem Telegramm aus HelsinaforS zufolge ist der große amerikanische Dampfer „W aSco", der mit einer Mehlladung nach Petersburg unterwegs war, im östlichen Teil der finnischen Bucht aufGrundgestohen. Der Dampfer ist so schwer beschädigt, daß er ein Wrack werden wird. Die Besatzung muhte das Schiff verlassen. Ihr Schicksal ist unbekannt. Auflegematratzen in Roßhaar, Kapok, Wolle und Alpengras eigene solide Herstellung liefert besonders preiswert mw Franz Bock, Liebigstraße 93. Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute Freitag mittag 12 Uhr unseren guten, treusorgenden Gatten und Vater, Bruder, Schwager und Onkel Johannes Loh III. Zimmermeister und Sägewerksbesitzer nach längerem Leiden im Alter von 63 Jahren plötzlich durch einen sanften Tod zu sich zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Joh. Loh III. und Kinder. Dutenhofen, Klein-Linden, den 30. September 1921. Die Beerdigung findet Montag, den 3. Oktober, nachmittags 3 Uhr, in Dutenhofen statt wscsd Ans Hessen. (XnJ dem FttrauzauSschrch. rm. Darmstadt, 30. Sept. Der Finanz- ' ausschuh setzte heute seine Beratungen fvtt und nahm zunächst die Denkschrift der Negierung zur Kenntnis, in der mitgetellt wird, tote sich die , Negierung die Regelung deS B e r m e ff un g s- wesens denkt. Der Gesetzentwurf bett. die ' Förderung deS Wohnungsbaues baut sich auf die rcichSgc'.tzlichen Bestimmungen auf. soll eine auf den Brandkatasterwert der Gebäude ausgeschlagene Steuer von dem Beiher erhoben werden, die nach dem Verhältnis des Gesamtwertes auf die Mieter ausgeschlagen und von diesen er- hoben wird. Sin Antrag, stall dessen eine nötige Mietsteuer zu erheben, wird abgelehnt. Die Gemeinde n haben das A e ch t, eine S t e u e r bis zu dem doppelten D e t r a g zu erheben. Die Vorlage findet Annahme ebenso die Vorlage betr. daS Mietwohnungsgeseh für Beamte Die Vorstellung der höheren Vermessungsbeamten wird für erledigt erklätt dagegen werben der Regierung als Material überwiesen die Vor- stellung 8 her Veterinärbeamten. sowie die Verstellung deS Sutspächters Oppermann betr. die llebernahme des Gutes Baierseich durch den Staat. Zu der V o r l a g e. betr. die Verlegung des Landwirtschaftlichen Instituts von Darmstadt nach ® leben erklärt der Aus- schuh, dah er z. Zt. eine Verlegung der Versuchs- Nation für untunlich halt. Auf die Vorstellung der KreiSstrafienwärter betr. ihre Dienstveryältniste kommt der AuSschufi zu der Auffassung, dah eS nicht angebracht erscheint, in die Nechte der Kreise ciiuugreifen. Auf Vorstellung der Gewerbeschule in Dietzen bett. Angliederung einer Maschinenbauschule erwidert die Negierung, datz anscheinend ein Bedürfnis nicht vorliegen könne, da die gleichen Einrichtungen schon in Darmstadt, Mainz, Bingen und Offenbach bestehen. Die NegierungSvorlage bett, die Tagegelder der Staatsbeamten findet mit der Aenderung annahme, bab der Teuerungszuschlag statt 100, jetzt 12S/. betragen soll. Die Vorstellung der Atad. Beamten in Friedberg und deS Philologen- Vereins daselbst zur Besoldungsordnung werden durch die Neuregelung als erledigt bettachtet. Nächste Sitzung SamStag. Kammervorlage«. rm. Darmstadt, 30. Sept. Dem Landtag ist ein Antrag bet Abg Nutz zugegangen, der die Tragung der durch die O^ppauer Katastrophe verursachten Sachschäden der in Hessen wohnenden Staatsbürger seitens des hessischen Staats oder deS deutschen NeichSfiSkus versteht. (Sin Antrag deS Aba. Knoll fordert Gewährung einer weitgehenden Unterstützung an bic bet Dem GlplostonSungluck in Oppau geschädlgten FamUlen. Ferner liegen vor eine ganze Neihe von N e - gierungSvorl a g c n , welche folgende Degen- Achtung! Schrot-u. Mahlmühlen mit Kühlvorrichtung. Ehe Sie eine Mühle kaufen, r---T(—-]1 ir verlausen Sie koetenloi Be- BUCh oder Proipekt durch Bachmann fit Uhlig Möbel! h In nur guter Berarbeilung liefere ij; K >n Elchen iintt 1 GaO.— effllfl|$iniulCrcd)t Gidien , 3 Wd.- «A mit echtem Marmor und geschlissenem M Sptenel M. tou.— mehr, mit sttabmen Q3 und Sietliger Matratze für beide Bet en Rfc M- 700.- mebr. ■d schwarz gebeizt. Bufett, T» tf|tl)fjinUHtC Kredenz. 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Abänderung des heffischen VerficherungSgesetzes für gemeindliche Beamte, Organisation der Bauverwaltung usw.. hier BesoldungSordnung, Errichtung von Mietwohnungen für Beamte, Erwerb der Drubenfelder Ernst und Friedrich V der Gewerkschaft Friedrich, die Neuordnung des DermeffungSwesenS, Bc- schaffung eines Projektionsapparates für Bad- Dauheim ------- Gerichtssaal. sw. Darmstadt, 30. Sept. Das Schwurgericht verurteilte unter AuSschluh der Oeffentlich' keil die Ehefrau Marie Simon von Offenbach a. M. wegen Abtreibung gegen Entgelt zu 1 3abr 3 Monaten Zuchthaus ab füglich 3 Monate und 2 Wochen Untersuchungshaft. Halberstadt, 30. Sept. Der frühere Oberleutnant Aichard Abner au» Güsten, der längere Zeit als V-Zug-Näuber sein Unwesen trieb und Gepäck von hohem Werte raubte, wurde zu zwei Jahren ZuchthauS und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Quitos üerethrcrisn »ind »Ile Mautunrelnlgktkien a HauUusschläge, wie Mttewer, Pickeln. 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Wer die größte Demonstration, bie unser Volk überhaupt je gehabt hat und die in allen Städten stattfand, gesehen hat. müßte bltnb gewesen sein, wenn er nicht merkte, daß au« psychologischen Stimmungen heraus eine große Bewegung entstanden war (großer Lärm rechts). Run war es die Aufgabe der Regierung, diese Demonstrationen in ein ruhige», politisches Fahrwasser hineinzulenken. SS war unsere Abgabe, Auswüchse abzuwehren, unb gerade diese politische Demonstration zu einer friedlichen zu gestalten. Das wäre auch Ihre Aufgabe gewesen. Run frage ich da» Hau«: Wo waren Sie (nach rechts) bei diesen Demonstrationen wegen der Ermordung Srzbergers? Wo ist an dem Tage dieser Demonstrationen eine Gewalttat passiert? Ich spreche nur mit Absicht von den Demonstrationen dieser Tage. Herr Hergt hat ferner ausgeführt, auf dem deutschn. Parteitage in München feien keine überheblichen Worte gefallen Er hat die Mahnung yinzugefügt, ich solle vorsichttaer sein in meinen Redewendungen: ich werde >n Zukunft in jedem Gespräch mit ihm sehr vorsichtig fein. (Unruhe rechts). Er führte auch aus, auf dem Parteitage wäre kein unfreundliches Wort gefallen. Mit ungeheurem Patos hat er bie Svicr ber nationalen ©ebenftage hervorgehoben. Auch ich bin kein Gegner vaterländischer Feiern (Zurufe rechtS: »Seit wann?"). Ich habe keinen Anlaß an der nationalen Gesinnung anderer Menschen zu zweifeln, auch ich bin für bie Feiern ber großen Gedenktage eines Volkes. Wer bie Geschichte eines Dolles nicht ehrt unb bie großen Taten nicht von Geschlecht zu Geschlecht toeitcr- träat, ist nicht wert, einer Ration anzugehoren. Aber die Frage ist, ob bie Art, wie die deuttch- nationale Partei diese Gedenktage für sich in letzter Zeit ausgenutzt hat. geeignet tft unsere politische Lage zu verbessern. Wir wclen uns . einen solchen Gedenktag, veranstalte', von der , Deutschnat ona'en Partei, während -hres Partei- ' tage» in München, ansehen. Ich nehme eS Ihnen nicht übet wenn Sie den vedantag gefeiert haben; ich weih nur nicht, was in einem Augenblick, wo wir vor schweren außenpolltischen Entscheidungen stehen, gerade eine solche Feier für da« deutsche Volk nützen soll ergt über eine Besprechung ber deutschnationalen Führer in der Rcick>skanAlel hier sich geäußert hat. Die Herren haben eine vertraulich Aussprache in der Reichskanzlei gewünscht. Ich habe niemand bieder irgendwie da» Tor der Reichskanzlei verschließen lassen, der zu einer aufrichtigen Aussprache zu mir kommen will. Ich habe das so mit Vertretern aller ParAbg. Dittmar (Unabh.) hält die Rede H e r g t s allerdings für ein Fechterkunstftück. anscheinend gefalle er sich gegenüber den Angriffen auf bie Deutschnationalen in ber Rolle des zu- fammengefugelten Zaunigels. Zum ersten Male hätten die Deutschnationalen Gelegenheit gehabt, Ausnahmebestimmungen am eigenen Leibe kennen zu lernen . Jetzt würden sie das Verständnis dafür haben, daß Ausnahmebestimmungen unter allen Umständen verwerflich seien. Wenn die Deutsch- nationalen sich aber heute ein harmloses Mäntelchen umhängten. so könnten sie Riemanden dadurch täuschen. Ihre Maulwurfsarbeit zur Wiederaufrichtung ihrer Herrschaft, ihre Putschtakttk, ihre Schaffung bewaffneter Truppenkörper auf den einzelnen Gütern des Landbundes seien bekannt genug. In Bayern unb jetzt in Salzburg sei bas Zentrum aller bie Republik bedrohenden Elemente. Die harmlosen Deutschnationalen aber wissen nichts davon. Aber so war der Kappputsch ja auch. Da wußte Herr Hergt ja auch nichts davon! Kein Wunder, dah die Deutschnationalen ihre Hubelhymnen auf das Kahr-Bayern sangen. Dort fanden sie ihresgleichen. Dort nutzten sie bie Ausnahmebestimmungen für ihre Zwecke aus unb gaben dem gesamten reaktionären Gesindel einen Unterschlupf Die SHandwirt, schäft ber Kahr, Roth und Pöhner trug bie Schuld am Morde von Garels. Sie trifft auch die Verantwortung für die Pressetreibereien des Miesbacher Anzeigers" und deren Folgen, bie Ermorbung Erzbergers. Die Führer sind nun gegangen, aber unter den Beamten lebt diese deutschnationale Pest noch fort Hier muh nun aufgeräumt werben. Der Redner begründet nunmehr die Anträge seiner Partei. Staates vernachlässigen, nein, es tarn uns darauf an, dah wir gewisse Quellen polltischer Drumren- Vergiftung allmählich in Deutschland zum Versiegen bringen. Ich habe von den Vertretern der bayerischen Regierung bas Versprechen bekommen, daß mit dem gebrochen werben soll, was bisher leider übsich gewesen ist. (Sehr richtig!) Das war für mich der springende Punkt. Heute heiht es: Wir treten den Rückzug an, ich meine, ganz andere Herren haben den Rückzug angetreten. (Lebhafte Zustimmung links und tm Zentrum.) 2llfo bitte, widmen Sie anderen derartige Worte. Rachdem ein politischer Um'chwung eingetreten ist, Überla ff en wir den politischen Ge- sundungsprozeß, ber im Süden angefangen hat, der Bevölkerung selbst. Herr Dr. Hergt fyü in seinen Schlußsätzen bie Mahnung an das Haus gerichtet, gemeinsam znsammenz'aar'^'en und gemeinsam zu toirien für des Vorlandes • Rot. großer Befriedigung auf-1 Ein schönL, Wort! 2ch 'bitte öte ^rern- Da ist es gut, wenn ich | mal den Parteitag der Deutschnatiovalen Bolls- ®ate I jtltr such bi broschi QfOrtt in W *1 iDifitnil einen 1 Bis 1 1 für d S Frage unserer ganzen Politik. Demgegenüber führte Herr Hergt bezüglich der Frage des Ultimatum^ aus: Für uns gibt es keine Erfüllung, keinen Versuch zur Erfüllung des Alti- rncttums. (Hört, hörtl links.) Weiter wird von Lern verbrecherischen Wahnsinn der Erfüllbarkeit gesprochen- ich habe nicht geglaubt, dah der ehrliche Wille eines Volles zu Leistungen und auf dem Wege der praktischen Betätigung vorwärts zu kommen, als verbrecherischer Wahnsinn bezeichnet werden könnte. (Lärm rechts. Zuruf des QLbg, Helfferich: „Wer hat das gesagt?“) Das hat der Abg. Edler v. Braun gesagt. (Buse von der Zuschauertribüne: „Ihr Herde von Word- gesellen!") Ich bitte alles daran zu setzen, dah bei der Feier solcher nationalen Gedenktage, bei Regiinentsfeiern usw. alle Ausführungen wegzulassen, die geeignet sind, für unsere heutige kleine Armee die schwersten Konflikte hervvr- zurufen. War es notwendig, dah bei der Feier im Stadion ein General sagte, mit der alten 2lrmee sei auch der Geist unseres Heeres zu Grunde gegangen. Diese Aeuherung ist eine schwere Verletzung des Gefühls der Männer. die heute die Republik stärken sollen. Diese Herren haben eben kein Verständnis für die Würde und Ehre derjenigen, die heute die Sorgen der Regierung tragen müssen. Der Reichskanzler kam bann auf den Vorfall von Jugenheim zu sprechen und sagte, ich habe die hessische Regierung um Aufschluh darüber gebeten und einen Bericht erhallen, welcher besagt: 2lm 31. August zog eine gröbere Arbeitermenge mit einer roten Fahne nach dem <5d>lo6 Heiligenberg, uni vor dem Abg. Helfferich wegen der Ermordung ErzbergerS zu demonstrieren. Rach- dem die Schlohbewohner der Menge bekanntgegeben hatten, dah Helfferich am Tage vorher abgereist war, sammelten sich die Arbeller im Schlohhofe. (Zuruf des Abg. Helfferich: Wie sind sie bann hineingekommen? Allgemeines Gelächter, in das der Reichskanzler etnftimmt. Anruhe, Glocke des Präsidenten.) Der Führer der Truppe war ein Arbeitersekretär aus Darmstadt, der in einer Ansprache den Mord an Erzberger als einen politischen Mord geihclte und Helfferich als Mörder bezeichnete. (Lebhaftes sehr richtig aus der äuhersten Linken. Anruhe. Glocke des Präsidenten.) Weiter hat er in seiner Rede auf- gefordert, die demokratische Republik gegen die Reaktion zu schützen. Die Gendarmeriewachtmeister, die bestimmt waren, die Bewohner des Schlosses gegen Gewalttaten zu schützen, wohnten der Versammlung bei. Cs tarn aber zu keiner Störung der ösfentl. Ordnung, wcder zu Beleidigungen, noch zu Gewalttätigkeiten, und der Zug löste sich friedlich auf. Der Bericht des Hessischen Staatsministeriums ist unterzeichnet von dem Staatspräsidenten Alrich. der es von jeher ausgezeichnet verstanden hat, mit hohen Herrschaften zu verkehren. (Heiterkeit.) Wenn ich alles Material in bezug auf die Beschimpfungen der Männer, die jetzt in der Regierung sitzen, vortragen wollte, mühte ich eine Dauervede von wenigstens 8 Stunden halten. (Lebh. Zurufe.) Bei der Annahme des Ultimatums haben wir mit steigender Besorgnis die Verhetzung unseres Dolles verfolgt, eine Verhetzung gegen diejenigen, die in schwerer Bedrängnis die politische Verantwortung übernommen haben. Die Mitglieder des Kabinetts wurden in einer Weise persönlich verunglimpft, bie zu eurer Atmosphäre führte, in der politische Morde nicht unmöglich waren. Hier ist eine Ät- molphäre vorbereitet worden, die zum Morde führte. Zu meinen Worten im Aeber- wachungs-Ausschuh stehe ich auch heute. Der Abg Hergt hat von der Kriegserllärung des Proletariats gesprochen und weiter davon, dah die Stunde der Entscheidung zwischen rechts und links da ist. Wäre es nicht das gröhte Anglück für unser Volk, eine unüberbrückbare Kluft zwischen rechts und' links zu schassen. Eine solche Politik wäre das Verhängnis für Deutschland. Cs ist gerade der Sinn, meiner Politik gewesen, ein solches Anglück zu verhüten und ich hoffe, dah alle, die guten Willens sind, diese Kluft zu vermeiden, sich in dieser Auffassung mir anschliehen. Der Abg. Ditt- marm hat hier sehr viel Material beigebracht, was uns mit Besorgnis erfüllen könnte. Es ist ein An- ding, zu glauben, dah die Verordnung des Reichspräsidenten von heute auf morgen gekommen ist. Schon seit Wochen waren wir von den Besorgnissen erfüllt, die zum Erlaß der Verordnung geführt haben. Die Verfolgung der in Baden aufgedeckten Geheimorganisation liegt in den Händen der badischen Staatsanwallschaft. Das Material über diese bestätigte unsere Befürchtungen, dah die Fäden der Geheimorganisation sich auch nach Oberschlesien erstreckten. Wir danken allen denen, die mit der Waffe in der Hand die oberschlesische Heimat verteidigt haben, aber es ist schmerzlich, zu sehen, dah bis in die Reihen der Kämpfer, die ihr Leben dem Vaterland widmeten. Geheimorganisationen mit ihren verbrecherischen Elementen sich hineindrängten. Einzelheiten über Die Ztnterfucyung will ich nicht mitteilen aber ich kann Ihnen sagen, dah es sich um große Geheimorganisationen handelt, die auf den Sturz der Verfassung hinarbeiteten. Es hat sich herauS- gestellt, dah diese Organisationen, die wir offenbar in ihrer Zentrale getroffen haben, einen neuen Kapp-Putsch zu inszenieren versucht haben. Was soll man dazu sagen, wenn die Justiz wegen ihrer Gerechtigkeit von der Rechten in den Schmutz gezogen wird. Zum Schuhe der Republik, ihrer Einrichtungen und ihrer Diener werden wir die politischen Paragraphen so umformen müssen, dah sie dem Gebot der Stunde und der Gefahr des Landes entsprachen. So sehr wir bestrebt sind, die Auswüchse nach allen Seiten zu bekämpfen, so sehr müssen wir uns davor hüten. Anklage au erheben gegen die Gesamtheit von Dienern irgendeiner Gruppe unserer östlichen Organisation. Rach Annahme des Allimatums hatten wir zwei Aufgaben zu erfüllen: solche, die von unserem Willen abhängen und solche, die abhängen von den Menschenkräften des deutschen Volkes. Was möglich war, zu erfüllen, haben wir erfüllt. Es war schmerzlich, insbesondere für die Angehörigen der Reichswehr, die Bedingungen des Ultimatums zu ermllen. Der Auszug der verdienten Offiziere aus der Reichswehr, die Redullion der Armee, die Auslieferung der Waffen die Zerstörung des Materials waren eine Aufgabe von einer Gröhe und einer Schmerzlichkeit für die Diener der alten Armee, die man unbedingt würdigen muh. Es ist ungerecht, wenn man der Reichswehr in ihrer Gesamtheit den Vorwurf machen will, sie hätte die Republll der Reichsregierung sabotiert. Davon kann gar keine Rede sein. Das De- amtenheer zerfällt in Beamte des Reiches und der Länder: die Länder haben insbesondere die Iustizhoheit und er könne keine Arteile fällen, die Sache der Länder seien. In wenigen Tagen könne man bei der Reubildung der preußischen Regierung im preuhischen Abgeordnetenhaus eine Debatte darüber hören, und er wolle dem nicht vorauseilen. Wenn wir aber heute die wirtschaftliche Lage der Beamten und auch der Offiziere der bestehenden Kleinen Armee überschauen, so müssen wir auch manchen Anmut begreifen, und es ist verständlich, wenn manchmal ein hartes Wort fällt, auch gegen die deutsche Republik. Es können eben manche Leute nicht einsehen, dah zwischen vorgestern und heute die ungeheuere Katastrophe des verlorenen Krieges liegt. (Sehr richtig I) Wir werden in Kürze Gäegenheit haben, uns mit dieser Frage weiter zu beschäftigen. Ich glaube schon heute sagen zu ßnnen, die Stunde, wo wir die Träger der mittleren Seichten. die nur über ein bescheidenes Einkommen verfügen, vor dem Untergänge bewahren müssen, ist nahe. Diese Aktion ist vorbildlich und muh, wenn der Reichstag wieder zusammentritt. Sie in Kürze hier beschäftigen. Ich weih, dah ich bamti einen Milliardenkredit in Anspruch nehmen muh. aber diese Aktion ist nötig, wenn wir im kommenden Winter unser Doll vor schweren Schaden sozialer Art bewahren wollen. Wenn ich auf die Rotlage der gesamten Beamtenschaft zu sprechen komme, so muh ich auch anerkennen und zwar im Ramen der gesamten Reichsregie- rung, dah, wenn wir Amschau hallen über all das. was seit den Tagen des Zusammenbruchs bis heute von der gesamten deutschen Beamtenschaft Ä worden ist, dies nur Gröhes darstelll. er Beifall.) Ich richte an die Beamtenschaft nicht nur die Ditte und die Mahnung, sondern die bestimmte Forderung, dah im Dienste alles unterbleibt, was als eine parteipolitische Aktion aufgefaht werden tonnte. Dafür darf kein Platz fein und dagegen müssen wir uns schützen. Wir können keinem Beamten ins Herz sehen. Wir geben ihnen Freiheit, sich politisch zu betätigen, sich in irgend einem Sinne zu äuhern. (Lachen r«hts.) Rationalistisch und national sind zwei verschiedene Begriffe. (Sehr gut! links.) Wir geben ihnen die Freihell, sich sogar nationalistisch zu äuhern. Wir haben auch nichts gegen kommunistische Ideale auf demokratischer Grundlage. (Stürmische Heiterkell.) Wir wollen aber keine chauvinistische Bewegung dulden. Wll haben keinen Grund, den Beamten den Mund zu verbieten. Rur gegen eins verwahren wll uns, das ist gegen den Appell an die Gewalt, besonders gegen den, der den politischen Mord verherrlicht. Gegen bas muh sich die Regierung wehren, dagegen muh fich jede Partei stellen, die die Verfassung von Weimar nicht als eine Episode betrachtet. In den letzten Tagen haben wieder rech:sgerichtete Organe, wie die Kreuzzeitung, Artikel gebracht, in denen der Mord an Erzberger verherrlicht wurde. Der Mord in Griesbach stellt keine Heldentat dar und kann nicht mit irgendeiner Tat der Geschichte in Zusammenhang gebracht werden. (Lebhafte Zustimmung.) Im Laufe der Debatte ttrrtre ich Gelegenh L haben, auf die zahlreichen Aus übrungen des heutigen Tages zurückzukommen. Die Politik, die wir zu konstruieren haben, muh getragen fein von der Sorge, wie wir den Winter Überstehen. Wir appellieren an alle, die gewillt sind, die deutsche Republll vor dem Untergänge zu bewähren. (Lebhafter Beifall.) Auf Antrag des Abg. Ledebour (ASP.) findet Besprechung der Interpellation statt. Ein Vertagungsvorschlag des Präsidenten wird abgelehnt. Abg. Scheidemann (Svz.): Der politische Mord sei^ nicht zu entschuldigen und Abwehrmah- nahmen gegen den Mord und die Mordhetzer habe die Regierung ergreifen müssen, sonst wäre sie selbst fortgefegt worden. Die reaftionäre Mörder- Pistole des Grafen Arco habe Eisner nieder- gestreckt. Der Redner fährt dann fort: Das Regime Kahr habe in Süddeutschland für Herrn Hergt und seine Genossen die Errichtung der Mörderzentrale möglich gemacht. Dieses Regime trage die Schuld an dem Mord Gareis und auch die Schuld an dem Mord Erzberger. Richt, dah sie die Tat begangen hätten, aber sie haben die Tat auf dem Gewissen. (Protest rechts, grober Lärm.) Sie haben diesen Mann gehetzt, bis er starb. Sie haben ihn um Ehre und Einfluß und fchliehlich ums Leben gebracht. Er hat dabei sicher alles getan, um feinem Vaterlande zu helfen. Sie tragen auch die Schuld an der Tat des Fähnrichs v. Hirschfeld. Bei Sektgelagen ist der Mord gefeiert worden. Wir proteftieren dagegen, dah der Abg. Hergt den Angreifer auf den alten Kaifer, Hödel, den Sozialdemokraten aufhängen will, der doch christlichfozial getoefen ist. Redner schildert die anläßlich des Mordes an Srz- berger von der Rechtspresse veröffentlichten Schmähartikel, zu denen man nur Pfui sagen könne. Wir haben nichts gegen die Regimentsfeste, aber Sie sollen nicht zu deutschnationalen Demonstrationen benutzt werden. Redner kommt dann auf die bayerische Frage zurück und nennt das System Kahr-Roth-Pöhner, das einem Toller sogar das Schreiben verbiete, ein Anglück für Bayern. Wir haben das Vertrauen zu der Regierung Wirth, dah sie alles tun wird, um die Republll Behördliche Anzeigen Los 1 (I den 1O554B (Lebensmittelamt und Drennstoffamt.) jedesmal vormittags ZeiMs Behemeil Gießen, den 26. September 1921. 104698 per Pfund Mk. 4 104358 Der Oberbürgermeister. I.V.: Dr. Rosenr.erg. 3 (irr 4 111 4. 7. 11. 14. von 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 Bergstraße 20, Zimmer Nr. 6, statt. Gießen, den 21. September 1921. Anträge, die in der vorstehend angegebenen gelt nicht erneuert worden sind, werden als erledigt angesehen. Für die Folge sind alle Wohnungsgesuche in jedem Dietteljahr zu erneuern. A - F am G-M „ N-S „ T-Z „ von 1 Mk. für den Zentner gewährt. Gießen, den 29. September 1921. Der Oberbürgermeister. ---- 1 = 13 = 9 = 10 5 (HI) = 13 6 ÖD ={ l Bekanntmachung. Zur Nachprüfung und eventuellen Ergänzung ober Berichtigung der Kartei des Wohnungsamts werden alle Wohnungssuchenden, die ihre Gesuche aufrecht erhalten wollen, aufgefordert, ihre Einträge in her Zeit vom 3. bis 15. Oktober d. Fs. bei dem Städtischen Wohnungsamt, Asterweg 26, Zimmer 1, zu erneuern. Die Meldungen sind zu erstatten von den Woh. 50 Fichtenstämme 5aKl. — 30,93 3.. 6., 10., 13., nungssuchenden, deren Namen beginnen mit Buchstaben: bei Abnahme von 100-200 Psd. Mk. 375.- per Ztr. Fritz Rumpf Zoseltfatae 9. 0130661 Telephon 1675 Einwendungen wegen der Dermesiung sowie der Güte des Holzes werden nicht berüchsichtigt. Vorherige Besichtigung wird empfohlen. Das Gebot geht auf den Festmeler und ist für jedes Los besonders abzugeben. Gegen ausreichende Sicherheit wird Zahlungs- frist bis 1. Februar 1922 gewahrt. Angebote sind verschlosien und mit der Aufschrift „Submissionsholzverkauf" versehen bis spätestens Samstag, den 8. Oktober 1921, vormittags 11 Uhr, an den Oberbürgermeister der Stadt Gießen einzureichen, woselbst zu der angegebenen Zeit in Anwesenheit etwa erschienener Dieter die Eröffnung der Angebote stattfindet. Wegen oorheriger Besichtigung des Holzes wende man sich an die obengenannten Förster. Nähere Auskunft erteilt auch die Oberförsterei Gießen. Gießen, den 22. September 1921. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Rosenberg ABchMckklW der etoht kießm. Aus den städtischen Waldungen und zwar aus Forstwartei I (Forstaspirant Drück-Nödgen), Forst- warte! II, Fernewald (Förster Arft-Hochwart) und Forstwartei UI (Förster Geisel-Gießen) sollen versteigert werden: 138,2 31 m. Fichtenstockholz. Die Versteigerung findet am Montag den 3. Oktober 1921, vormittags 10 Uhr, im Stadthaus, Bullen- und Lberverkauf Ein der Stabt L i . 19527s (dUSTIlIlk [w KINDiRMIMl^ * enthält beite Alpenmikh 0786« Vertreter: Paul Heldlindemann, Gießen, Goethestraße 31, I^ernrus 665. Absatz, > Bilanz am 31. Dezember 1920 Ferkel 4 237 55524 Gewinnkonto. X 12 177.30 172 227.99 Bekanntmachung 10527D Großen-Linden, den 27. September 1921. 013090 Bor Nachahmungen warne ich (Stelmeier, Hagenburg, Voß, Hannover Liuden). Verlobte Gießen, den 2. Oktober 1921 Statt Karten Der Dorstand. 10549v E3 Stephanstraße 17. aisMt Sonntag, den 2. Oktober den 30. September 1921 Der Vorstand. Anfang 4 Uhr. 013103 Montag 10028c | 10582c Luise Iudt Albert Nees 122 036.70 9 516.64 8 50820 Worms z. Zt. Laubach 7- 9 9-10 11-13 1:1—16 16-18 18-20 Zinsen von ausgeliehenen Kapitalien . . . . Verzugszinsen . . . Nachlässe...... rN.G-mryalrv«L 2010 463.47 723 354 - 1 197 522 89 292 455.71 13 519.17 240 - Gusti Büttner Heinz Bechstein Verlobte des Spar- und Dorschuhverein Aktiengesellschaft zu Drohen. Linden 98-133 138—198 19H-24S 248-2>8 2H8-375 376—440 410-520 Für die anläßlich unserer silbernen Hoch, zett in so überreichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst. Eg. Forbach und Frau. Gießen, den 1. Oktober 1921. 4 237 555.24 Verlust- und Aktiva. Ausgeliehene Kapitalien . Bankguthaben . . . . Wertpapiere..... Kastenoorrat..... Außenstände..... Mobilien...... <ür die uns anläßlich unserer silbernen Hochzeit » und Verlobung unseres Sohnes erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst. Aug. Schwab und Frau. 013079 Gießen (Landgraf-Philipp.Platz 10) Offenbach 2. Oktober 1921 Ihre Verlobung geben bekannt Else Neese Karl Bohn, Psarrassistent Dahlhausen-Ruhr z. 3t. Muschenheim 60.25 314.11 Alle weissen, eowle waschechten bunten Stoffe Damen-, Herren- n. Kinderkleidung, Hand« echohe, Strttmpfe, Decken, Stickereien u. alle Haitigen Bandarbeiten, Dekorationen urw. wurden auf die einfachste u. billigste Webe prachtvoll tuwienen gereinigt. .N 50 000.— 4 034 663.76 80 714.18 12 177 JO für den kompletten Motor lieferbar. Später Preis-Aufschlag Automobil-Centrale Gienen Wilh.Hamel, FrankfurterStr.82 / Tel. 157. Hotel Schütz Sonntag den 2. Oktober Familienkonzeri Anfang '/,8 Chr abend* sürMäftrr,Züchter und Händler n.beücT.ilud)Lfd)ncflroüd). 9ae 8?alle, langgestreckte. brettbucklTiere.die beiten tut Zucht u. Mast. 2ebr nute «Frester. Mark 4- 5 Doch, alt 78-98 Spar- und Dorschuhverein Aktiengesellschaft Rohde, Direktor. Keßler, Rechner. D e r n , Kontrolleur. UntmtASbcgiitn Montag, den 7. Nmuiber Aufnahme finden Schüler wie Schülerinnen, die mög. lichst das 16. Lebensjahr erreicht haben sollen. Neuanmeldungen sind an den Unterzeichneten zu richten, der jede weitere Auskunft gerne erteilt 10538V Str Porsithtr dn LMmWstliStn tto Dr. Scha d^ p. Stück. Väufcrichtöcinc von llO Vid. aufwärts per Hfb. 11M. Garantiere tiir vrlnut Ttere und gesunde dlnkunsi. ?tere.^bie aus deiuTranSoorte Schaden erleiden bei,w. eingeben, werd, von mir ohne weiteres ersetz' Lieferung jeder Anzahl ab Stall der Versandstation gegen Nachnahme sowie vorder kreidiierarzkliche Untersuchung säutilicher Ber- sandierkel.BieleDankschr. u.Nachbestell. Ein Bersuch dürfte sicher au wetteren Nachbestellungen führen, da die Tiere direkt vom Züchter kommen. I1'**D1 «r. Zos. Hochmann Pfungstadtiöest.b Born- luüble, Tel. Nr. 99. Launsbach Zu dem am Sonntag den 2. Oktober bS. Id. stattmrdenden 013064 Schauturnen und Tanz ladet ireundlichst ein . Gastwirt VtttL Für gute Speisen und Getränke rtz bettens gesorgt. Samstag, den IS.Ohtobcr, abends 8Uhr beginnend, in der Turnhalle des Turnvereins v. 1848 (Stetnitr.) Seiet her 68. SHWeiles verbunden mtt Abendunterhcütung und Ball Rur durch d. Vorstand eingelad. Gäste haben Zutritt Die Kameraden wollen die Namen der einzuladenden Personen in die bis zum 10. Oktober bei dem ll. Hauptmann Sauer offenliegende Liste eintragen. Passiva. Aktienkapital. . . Aufgenommene Kapitalien Reservefonds..... Kapitale rtragsleuer . . . Färberei Holland chemische Waschanstalt Vom 1. Oktober ab befindet sich unser Geschäft in der Hut-Umpreßanstalt der Firma M.Oberlies,Plockstr.12 Sachcemaße Ausitthrung u. achneEste Lieferung. An alle Alle ehemaligen 25er Pioniere werden ersucht, sich zu einer Besprechung bezüglich eines späteren Zusammentreffens am Sonntag den 9. Oktober, nachmittags 3 Uhr. in Gießen im Hotel „Stabt Mainz-, kreuzplah. einzufinden. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten Der Einberu-er. »UM Zq MW Preisen sind ML 80 — Seh öpler Besichtigen Sie unser Spezial-Schaufenster Habe mich hier als Zahnarzt niedergelassen Dr. Jung jun. Bahnhofstraße 46 Sprechstunden: 9—12 und 21/, — 5 Uhr. Telephon 1455. lüJrinyvW den 3. Oktober ist unser Geschäft Feiertags halber geschlossen QT7cfffebuus^\aJcmor\ Mr Stotternde! Tronbem ich m letzter Zeit wiederholt in Giesren Sprechstunden abgehallen bebe, laufen noch üanbia lbrii l>che Änfraaen a»S Aiefien unt> Unig. bei mir ein. und habe kt» mitt dedhalb sch losten, am »onntoa, den Z.Cfu von 10-1,uub Montag, dcu 3. Oft., von 10-5 Uhr, normalem toirBrn, «ahVbo'iibotcLet>rcd)ftHiibrnabAiibaUen. Ichbinealle werdenden.sichver.ra,.enovollau n.ichgn wenden^ 4 Nachdem ich von e.ner gröhrren tRcifr >Berlin. Scitinleit und Rheinland gururfuLuri bin, babe .rt( icfirtcHeilt. ban immer noch Stauern de von aewistenloien ^eilkiinstlern au» eine gerade .u Ichamlote Weise audgrdeuiet werden. Diese Leute scheuen sich nicht, für voUuandig wertlose Kurse ihren vpfern '^eUd^rbemaliqer schwerer Stotterer habe ich alle Methoden kennen gelernt. Zweimal besuchte ich die Anstalt de» verstorbenen Proiessord Kndc.lf Dcnhardt in ©tfewarb und vieie f re ? u r se. Wenn überhaupt ein (frfolfl erreicht wurde, so tuar es nur ein vorübergehender. Rach meiner Erfadrnng lnf;t sich da» Stottern durch Anstaltsbehandluna ilangiamed Sprechen, tiefe» Einatmen und Luggestton- nicht dauernd beseitigen, neichweiae denn durch Kurie, die van Personen abgeoalten werden, die kaum nnffen, roa» Stottern eigentlich ist. Stottern ist keine Krankheit, sondern ^in rein feelifcheS Melden. ES tritt meist nur bann in Erscheinung, wenn der Leidende etwa» BeniulmteS sagen will, wenn er etrC(tl Tarum 11* e*^nubhrrtPclne Wieiboö c gu beseitigen, wobei lebe Suggestion, langsamere» Sprechen und Mieiudbungen forifällt. Päckchen tu Mk. 2.— Erhältlich In all. Drogenhandlungen ■ u. einschlägigen Geschäften. (|u*eA g In modernen Formen und vielen Farben wieder neu mMsn! Preislage von: W X 300,200,150, • €>M. 10267c Cflfodehfnis^alorriOTi fc/l&T Sei der am 15. September ds. Je. stattgehabten ordentlich-n Generalversammlung wurde an Stelle des verstorbenen Heinrich Fader I. als Aufsichts- rat Jakob Luh gewählt. ab heute zur neuen KünstlerkapeUe des Diolin - Solisten Ärentier mit seinen ebenso vorzügllchen Partnern im IHMWWMW Neuen Baue • Gießen • Am Theater Spielzeit täglich nachmittags und abends. Das Cafe ist renoviert und bietet gemüt- lichen Aufenthalt. Eigene Konditorei Zinsen für Einlagen Unkosten...... 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Praktische «etAte und Lebrer die leibst Stotterer waren und no her bis au 8 Anstalten ohne Erfolg besucht Hanen, wurden in 14 Tauen bin 3 Wachen van ifjrem Leiden befreit. Herr ^ratenor .^tngsbcrg do in wtstenschaitttchem Zmerestc Beriuche mit meiner Metbade gemacht und schreibt, „ähre Methode müßte dncn ^bb^tuta*nbbl?^5Ä-b^1aiC M SÄ.i. meiner Wüte überzeugt, daß ich alle Zweifler an den Haaren berbcutcUen mothte. orunt beiticbc ever m! ne Svrechs unde. Bet Kindern kann das Uebel von den Eltern be ett.gt werden. Der besuch de? Sprechstunde ist kastenlas und ebenso erhalt jeder Be.ucher die von u.ir versavte AutklarungS- braschllre: ^Dte Ursache be» LtatternS und Bcieittguno durch Selbstunterrtcht umfoiifL =Eilfix= Mädchen, werde doch gescheit. Sieh’, wie die Herrschaft hocherfreut. Wenn blitzblank die Schuh'. Darum siehe zu. Daß stets zum Schuheputzen Nur Ei 1 fl x wirst benutzen- Eüftxwerk Toewlakel 6 Bergmane, chem.-techn. Fabrik, Velbert L Eheinland. 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Sehr mit sich zufrieden war er, daß er nach Köln gefahren war. Herrgott, was gab es doch für Herrlichketten auf Datum: Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag . . . . Stockholm . Wien.... London . . Poris . . . Neugsrk. . Samstag, 1. Olt, nachrn. 5 u. abdS. 8 Uhr Gelegen h. z. hl. Deichte. — Sonntag. 2. Olt. * ” * “ . Dorrn. 6>-: Ge> 6V» Uhr. Kathol. Gottesdienst. 2. Ott Lich, vorm. y28 Uhr. — Laubach, vvrm. 10 Uhr. Wechsel auf AoDanb Deutschland toten Prap........ . 100 . 100 . 100 . 1 . 100 184.- 4.90 0.675 6.20 41.10 21.51 22.85 40.40 0.825 677.- 2.55 5.25 » 579 - • 2.50 ™ 5.- 23. 9. 4,76 2,54 4,70 365 . r Märkte. 1.7.11. Fr. 125,40 Kl. 59,20 Ar. 88,81 Ar. 117,80 Ar. 88,80 Ar 117,80 Sh. 97,80 Fr. 125,40 dem Dau von 78 Wohnhäusern beginnen zu können. Endlich wurde von Frau EL-, v. Deh- r ng ein 5000 Quadratmeter großes Gelände auf dem früheren Deutschordenshof bei der Slisabethkirche als Bauplatz für die an dieser Stelle zu errichtende Marburger Kinderllirnk, wozu ein Deutsch-Amerikaner eine Stiftung n Aussicht gestellt hat, für den Preis von 5Ö Mark pro Quadratmeter gekauft. Diese neue Anstalt ist, wie der Direktor der Marburger Landesheilanstalt, Stadtv. Prof. Dr. Iahr- märler, bemerkte, für die Entwicklung der Stadt und Universität von größter Bedeutung. — Für Oppau wurden 5000 Mk. bewilligt. -,-2177,- 4 29 4,48 11,50 M.12 — ,81 0,85 Aus Stabt und Land. Dietzen, den 1. Olt. 1921. •• Zur LandtagSwahl. Bon der Deutschen DolkSpartei wird unS mit- öetetlt bah es der Provinziallettung Ober Hessen Xeiber nicht gelungen ist. den bisherigen Abgeordnete füu Ober Hessen. Herrn Kommerzienrat Kirchlich'; Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag, 2. Olt, 19. nach Trinitatis. In der Stadt kirchr. Dvrm. 91/2 MissionSdirettor D. Witte aus Berlin. 11: Kinder- Gebeti Lind doch mußte er auf seine breiten, groben, ar bettsharten BauernsLusle Blicken, bevor er stch auf feinen Stuhl zurücklehnte und die 2Uigen schloß. . . Das Konzert war zu Ende. SäMer erhob man sich von den Plätzen, ein paar Hände klatschten Beifall, von unwillig blickenden, feuchten Äugen wurden sie schnell zum Schweigen gebracht. Langsam leerte sich der große Saal. Htttter der jungen Dame und ihrem Baler schritt Heinrich Wärhahn dem Ausgang zu, — ganz benommen war er. So aufgewühlt bis ins Innerste war er in seinem ganzen Leben noch nicht gewesen! Und alS frische Luft ihm um die heißen Schläfen wehte, reckte er sich hochauf. Was für einen schönen Wuchs die junge Dame hatte. Sie trug ein einfach gearbeitetes. stahlblaues Seidenkleid. Heber dem Boden schien sie zu schweben. Sein Blick blieb blieb hasten an den schlanken weißen Händen. Diese schlanken, weißen Hände liehen mit einem Male fein Herz schneller schlagen. Der Gedanke zuckte durch seinen Kopf: ich muß doch willen, wer das ist! Ihm war'S, alS habe er einen Schlag auf seine Brust bekommen, ihm tarn Die Erkenntnis: die Da vor dir geht, ist dein Schicksal! Was das nicht lächerlich? Richts war tm 2eben lächerlich, wenn einer nur einen festen Borsatz und einen eifernen Willen hatte. Sein Baler war der lebende Beweis! 2Ufo Die beiden Da vom nicht aus Den Äugen lasten! Sie gingen zur Kleiderablage. Tr hörte, wie sie sagte: .Wir muffen unS eilen, sonst erreichen wer Den Zug 11" nicht mehr!" Eine ruhige Xtftimme war e, die im Ohr nachklang. Der Zug nach Bonn ging 11« | Dis er sich Hut und Mantel geben lieh, hatte er Die beiden aus Dem Gesicht verloren. Ur. = flr. --- /,: Lollar. Katholische Gemeinde. Landkreis Niesten. Hausen b. Gießen, 1. Olt. Morgen feiert Mohr, GcmeinderatSmttglied und Dessen Handel. Frankfurt a. M-, 30. Sept. Bö r s e n - st i m m u n g S b i l d. Die Devttenhausse hat Durch die Aushebung der Sanktionen einem stärkeren Kursdruck Platz aemachi, infolgebepen macht? ] Q eine festere Haltung bemerlbar. Sleltrizita.s- babiere gut gehalten. In chemischen Werten war Die Tendenz schwankend. Am Martte der un- nctierten Werte war Die Haltung ruhiger. Benz gaben 20 Prozent nach. Thein.sche Rhena na 740 bis 750. Die Abgab.'bcw'gung der srrmden Devisen drückte auf Mexikaner. Die Börse schloß schwach. Pribo.tDislvnt 33/* Prozent. Frankfurt a. TL, 1. Oktober. Berliner Devisenmarkt. Der Welt! DaS Largo von Händel war Der Schluß. Schauer jagten ihm schon "bei Den ersten Tönen über Der: Rücken. ®r konnte nicht mehr stille fitzen auf feinem Stuhle, nicht mehr hinstarren auf die Musiker, auch nicht mehr Die Augen schließen Da mußte man ja die Hände falten. Ob daS andere auch taten? Er wendete Den Kops nach links Die junge Dame neben ihm saß vornübergebeugt da. Die Hände lang an Die Wangen gelehnt. Weiße, schlanke Hände, an denen rin paar Brillanten blitzten. In dem schweren laftanienbraunen Haar spirite bas Licht. Die Flügel Ter geraden, feinen Nase bebten, veilchcn- blaue Augen schienen In weite Fernen zu sehen, volle Lippen rahmten einen kleinen Mund ein. Und dem alten Herrn, wohl ihrem Baler, Der Den Äcbf ibr zugewandt hatte, tropften sogar rin paar Tränen in Den fast weißen Bollbart. Er schien ein Künstler zu sein volles De 1 ß^ Hgw. . Aarpencr Bergvau . üderschles. Eisend.-D. Odersastri. Lisemnd. . Phönix.Dergb »Akt.. Bud. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerk«. El«ktr.A.L.V..... Schuckert.rverke. . . gelten.Duilleaum«. . Daimler Bud.- Eisenw.'Altt . Adlerwcrke. . . . . . 4°, H«ss.5laai»anl. . Elektron Griesheim. Börsenkurse. Äramfuvi tteritn 1-llpr- 1-ribr- Schluß- Scoluß- Jtur« Kurs Kurs KurS 2.1.9. 30. 9. 77,50 das Reich auf 10 Prozent für die Stadt fest, essen, jyerm Bei einer jährlichen ^inSsumme von 300 000 Ueberna&me einer Kandida-1 Mark gedenkt man vier Ällllionen Mark als ' zu machen Bnibertisch. — Der am 1. Oktober beginnende Hahrgana von „Heber Land undMeer" wird zunächst von Rudolf Hans Bartsch eine graziöse Rokoko- erzablung, „Cosi fan tutte“, bringen, die die amüsante Entstehungsgeschichte der Mozartschen Oper verrät- Nach Abschluß von F. R. Nords „Blauem Teppich" beginnt Hausteins .Kaiser ber Sahara". Andere Romane namhafter Autoren, kurze, abgeschlossene Novellen unb Skizzen werden in reicher Menge geboten werden Unterhaltende und btiebrenbe Aufsätze Über alle Gebiete des Wissen- und der Kunst bilden neben Theater- und Mode berichten, Notizen über interessante Geschebnisse aus aller Welt, Verkehrs- und Bädemachrichten Den Inhalt der abwechslungsreichen Hefte. Die reichillustrierte Zeiischrift kann zu dem Preis von 12 Mk. vierteljährlich bei jeber Buchhandlung ober Postanstalt abonniert werben. Probenummern sendet auf Wunsch die Deutsche DerlagS-Anstalt. Stuttgart (In einem Teil ber Auflage wiederholt.) Die euglisch-irtfchen Verhandlungen. London, 30. Sept (WTD) .Daily Thrv- nick' meldet aus Dublin, dort herrsche Die Ansicht. daß das Angebot Der britischen Negierung es Den Sinns einem ermögliche. ohne Schwieriglett auf eine Konferenz mit Der britischen Regierung zu gehen. Ermordung Joffe«? London, 30. Sept. (WTB.) „Morning- pvst" meldet aus Helsingsor«. daß Die ttrmor- Dunfl Hof feS in Dortigen russischen Kreisen bestätigt werde. Eine neue türkische Offenfibe ? Lon dvn, 30. Sept (WTB.) Reuter meldet au- Konstantinopel: Sinern dort eingetroffenen Bericht zufolge hätten die nationalistischen Strrit- trifte in der Gegend von ISmid eine neue Offensive begonnen.____________________ ~2Ufo schnell in eine Droschke geworfen und die beiden am Eingang des Bahnhofs abgefangen! Ts gelang. Hinter Dem alten Herrn trat er an Den Schalter. Der nahm zwei Fahrkarten zweiter Klasse noch DodeSbevL Da hätte Heimnch Wärhahn bettmhe vor sich hingelacht. Sin Tag roftrDe genügen, um zu erfahren, waS er willen wollte Nun versucht, mit den Herrschaften in ein Abteil zu kommen, auch Das gelang. Den letzten Sitzplatz erwischte er, Der jungen Dacke gerade gegenüber. Ihr Vater war mit einem Bekannten, ber ebenfalls im Konzert gewesen, bereits in ein Gespräch vertieft. Heinrich Wärhahn hörte aufmerksam zu. Der alle Herr war selbst Komponist, wie er aus Der Unterhaltung hörte. Da bekam er eine Heidenachtung! Die Tochter eines so hervorragenden Mannes für sich zu erringen, würde wohl ganz unmöglich sein. Da meldete sich in ihm das Wärhahnsche Blut! Dem war überhaupt nichts unmöglich! Zähe Beharrlichkeit führt: vielleicht doch zum Ziel! Wer einem Wärhahn etwas auS Den Händen ringen wollte, der hatte ichwere Arbeit vor,. UnD wenn es auch rin Entschluß war! Wenn er nur redegewandter gewesen wäre! Die veilchenblauen Augen musterten ihn, er fühlte, wie ihm Die Röte inS Gesicht stieg. Ach nein, ab schätzen wie ein Gaul ließ er sich nicht. Seinen braunen Augen sahen ihr fest und voll inS Gesicht, so fest, daß sie Den Kops zur Seite wenden mußte, ihrem Vater zu. Der hatte , Heinrich Wärhahn beobachtet, na ja, seine Tochter war rin hübsches Mädel — und trotzdem mit vierundzwanzig Jahren noch nicht einmal ver- ! lebt. 1 • (Fortsetzung folgt) Das Hanauer BekleidungSamt abgebrannt vz. Hanau, 30. Sept. On dem ehemaligen Bekleidungsarnt Hanau brach gestern abend gegen 7.8 Uhr Feuer auS, das von Minute zu Minute um sich griff. Für alle in der Nähe des Brandherdes befindlichen Gebäude bestand die größte Gefahr. Die Feuerwehr war rechtzeitig zur Stelle, ihre Haupt- tatigfclt mußte sie auf die Verhinderung des weiteren Umsichgreifens des Brandes beschränken. Das ehemalige BekleidungSamt ist zum grüßten Teil ein Raub der Flammen geworden. « X Frankfurt a. M., 30. Sept. Franfurter Spell art au Ss lü g ler gerieten bei dem Bahnhof A l- • e n a u in Streit Sin Frankfurter Mistadtbewvh- ner, der zu seiner Derteibigung ein feststehendes Messer gezogen hatte, wurde so zugcrtchtet. daß er schwerverletzt ärztliche Hilfe aussuchen muhte. r 1 Marburg, 29. Sept. 3n einer gestern abend abgehaltenen Dauersitzung beschäftigten sich die Stadtverordneten mit verschiedenen wichtigen Fragen. So wurde Züricher DevisenmarU. 33.9. 1.10. 29. e. 30. 9 77, 0 '.4 36 77,84 62. - Unterhaltung»Erhebung Belehrung §=ss?8=> Bismarck und Taprivi. 3n dem dritten Band von Bismarcks .Gedanken und Erinnerung«n", der nunmehr von der Cottaschen Buchhandlung soeben ausgegeben toirb, erwecken neben der weltgeschichtlichen Tragödie seiner Entlassung und der Charakteristik Kaiser Wilhelms II. verschiedene Kapitel. die einzelnen während siner letzten Amtszeit hervortretenden Persönlichkeiten gewidmet sind, besonderes Interesse, und unter diesen am meisten das neunte Kapitel, das sich mit seinem Bachfolger, dem Grafen Caprivi, beschäftigt. Obwohl Caprivi auch in den Konven- tikeln. die um den Grafen Roon und in dem Hause des Geheimrats von Ledbin gegen ihn tätig waren, verkehrte, habe er Bismarck doch die hohe Meinung, die er von seiner militärischen Begabung hegte, bei gebotenen Gelegenheiten geltend gemacht; so habe er sich dagegen gewandt, als Caprivi zum Chef der Marine ernannt werden sollte, damit ein General, der wie er daS Vertrauen in der Armee besähe, bei den damaligen zweifelhaften Friedensaussichten nicht dem Landheere entzogen würde. Bismarck empfahl namentlich. Caprivi an der Leitung des General- stabeS zu beteiligen, sobald Moltke der Unterstützung bedürfe; aber dieser war nicht geneigt, sich von Caprivi unterstützen zu lassen und erklärte, lieber abzugehen. „Für Kaiser Wilhelm II. war Caprivi auf militärischem Gebiete zu unabhängig im Urteil, auf politischem aber war er Seiner Majestät an Vorbildung nicht gewachsen." Als nun Caprivi gegen die Uebernahme des Reichskanzlerpostens nach BiSmarcks Abgang Bedenken äußerte, beschwichtigte ihn der Kaiser, wie Bismarck erfuhr, mit den Worten: „Seien Sie ohne Sorge, sie kochen alle mit Wasser, und ich werde die Verantwortlichkeit für die Geschäfte übernehmen." „Hoffen wir," fügt hier BiSmarck hinzu, „daß die nächste Generation die Früchte dieses königlichen Selbstvertrauens ernten werde," und er erzählt dann weiter: „Wie Caprivi über die Bedenken, die er gegen Uebernahme des KanzlerpostenS hegte, sich hinweg geholfen hat, darüber sprach er bei unserer einzigen und kurzen Besprechung nach seiner Ernennung, zwischen Tür und Angel des von ihm in Besitz genommenen Zimmers im Flügel meines Hauses, sich mit den Worten aus: „Wenn ich in der Schlacht an der Spitze meines zehnten Corps einen Befehl erhalte, von dem ich fürchte, dah bei Ausführung desselben daS Corps, die Schlacht und ich selbst verloren gehen, und wenn die Vorstellung meiner sachlichen Bedenken keinen Erfolg hat. so bleibt mir doch nichts übrig als den Beseh! auSzuführen und unterzugehen. Was ist nachher weiter? Mann über Bord." In dieser Auffassung liegt der schärfste Ausdruck der Gesinnung deS Offizierkorps, welche den letzten Grund der militärischen 6tär!e Preußens in diesem und dem vorigen Jahrhundert gebildet hat und hoffentlich ferner bilden wird. Aber auf die Gesetzgebung, die Politik, die innere wie die äußere, übertragen, hat dieses, auf seinem eigentlichen Gebiete bewunderungswürdige Element doch seine Gefahren; die heutige Politik eineS Deutschen Reiches mit freier Presse, parlamentarischer Verfassung, im Drange der europäischen Schwierigkeiten, läßt sich nicht im Stile einer durch Generäle au8ge- führten Königlichen Ordre betreiben, auch wenn die Begabung deS beteiligten Deutschen Kaisers und Königs von Preußen der Friedrichs II. mehr als ebenbürtig ist. Ich hätte an Stelle des Herrn von Caprivi den Aeichskanzlerposten nicht angenommen; um Kabinettssekretär oder Adjutant auf einem ihm fremden Gebiet zu werden, ist ein hoher preußischer General, der mehr als andere das CVertrauen eines Offizierkorps hat, ein zu vornehmer Mann, und die Politik ist an sich noch U&n Schlachtfeld, sondern nur die sachkundige Behandlung der Frage, ob und wann Krieg nottoen- dfti sein wird, und wie er sich mit Ehren verhüten labt Ich kann die Caprivische Schlachtfeldtheorie nur gelten lassen in Situationen, wo die Existenz der Monarchie und des Vaterlandes auf dem Spiele steht, in Situationen, für welche der Begriff der Diktatur sich geschichtlich auSgebildet hat. wie ich als solche beispielsweise die Lage von 1862.ansah. Wie genau, ich möchte sagen, subaltern Caprivi die „Consigne" befolgte, zeigt sich darin, daß er über den Stand der Staatsgeschäfte, die zu übernehmen er im Begriffe stand, über die bisherigen Ziele und Absichten der Reichsregie- rung und die Mittel zu deren Durchführung keine Art von Frage ober Erkundigung an mich gerichtet hat. Ich entnehme daraus, daß ihm präzis besohlen war, sich jeder Frage an mich zu enthalten, um nicht den Eindruck abzuschwächen, daß der Kaiser selbst und ohne eines Kanzlers zu bedürfen, regierte Es ist mir nie vorgekommen, daß eine Pachtübergabe nicht eine gewisse Verständigung zwischen dem abziehenden und dem anziehenden Pächter erfordert hätte; In der Re- ?|ierung des Deutschen Reiches mit allen ihren omplizierten Verhältnissen ist ein analoges Bedürfnis aber nicht hervorgetreten. Die Wendung tn meiner Verabschiedung, daß der Kaiser meinen Rat benützen wurde, hat nie eine praktische Betätigung erfahren und die Unterschrift meines AachfolgerS habe icy bet meiner Entlassung und später weder amtlich noch vertraulich zu sehn bekommen. außer unter einem für mich nachteiligen Entscheide betreffend meine Pensionierung (Anmerkung: Ich wurde u. a. veranlaßt. die Quote meines am 1. Januar erhobenen Quartalsgehalts für die 11 Tage vom Datum meiner Verabschiedung (20.—31. März) wieder herauszugeben) Meine Erfahrung in unserer Politik reichte 40 Jahre zurück, und durch den Amtswechsel war mein Rachfolaer nicht vertrauter mit der politischen Lage geworden. alS er In der Front des 10. KorpS gewesen war." Reben den militärischen führt Bismarck auch psychologische Gründe für Caprivis Verhalten an, als eine Folge seiner Jugend, die für einen Gardecsi^ier ohne Vermögen von Entbehrungen und Bitterkeiten nicht frei war. die Empfindung, daß der Abschluß des Lebens in höchster Stellung eine auSaleichende Gerechtigkeit des Schicksals sei. Trotz allen Aufwandes persönlicher Liebenswürdigkeit sei es ihm nicht gelungen, die unfreundliche Stimmung Caprivis gegen ihn zu überwinden; „es war immer den Leuten „mit Ar und Helm" gegenüber der Iugendeindruck eines jahrelang tantali- fiertcn Offiziers ohne Zulage durchzusüblen". Und zum Schluß macht Bismarck in einer Anmerkung folgende für ihn selbst höchst charakteristische, ganz persönliche Aeußerung: „Ich kann nicht leugnen, -aß mein Vertrauen in den Charakter meines AachfolgerS ehren Stoß erlitten hat, feit ich erfahren habe daß er die uralten Bäume vor der Gartenseite seiner, früher meiner, Wohnung hat abbauen lassen, welche eine erst in Jahrhunderten zu regenerierende, also unersetzbare Zierde der amtlichen Reichsgrundstücke in der Residenz bildeten. Kaiser Wilhelm I. der in dem Reichskanzlergarten glückliche Iugendtage verlebt hatte, wird im Grabe keine Ruhe haben,, wenn er weiß, daß sein früherer Gardeoffizier alte Lieblingsbäume. die ihresgleichen in Berlin und der Um- gegend nicht hatten, hat niederhauen lassen, um um poco piü di luco zu gewinnen Aus dieser Daumverttlgung spricht nicht ein deutscher, sondern ein slawischer Charakterzug. Die Slawen und die Kelten, beide ohne Zweifel stammverwandter als jeder von ihnen mit den Germanen, sind keine Daumsreunde, wie jeder weiß, der in Polen und Frankreich gewesen ist; ihre Dörfer und Städte stehen baumlos auf der Ackerfläche, wie ein Aüm- berger Spielzeug auf dem Tische. Ich würde Herrn von Caprivi manche politische Meinungsverschiedenheit eher nachsehen als die ruchlose Zerstörung uralter Bäume, denen gegenüber er das Recht des RießbrauchS eines Staatsgrundstücks durch De- terioration desselben mißbraucht hat." (Eltern. Von Wilhelm Schmidtdvnn.’) Hand in Hand schritten daS Väterchen und das Mütterchen durch den Lärm der Straße hindurch. DaS Väterchen hob und setzte den Stock, durch den oben ein kleiner Riemen gezogen war, rüstig, wie er es von der Landstraße gewohnt war. wollte immer geradeaus gehen und stieß vorn und hinten damit auf fremde Füße. Als ihm einer den Stock mit dem Fuß beiseite schleuderte, blieb er stehen, und sah sich noch lange nach der Ursache des Ereignisses um, während der Eilige schon lange in den Menschenwogen untergegangen war. Wenn die Menschen der Straße nicht alle diese sonderbare Hast gehabt hätten, die sie einander stoßen und auf die Füße treten ließ, hätten sie auch den eigenartigen Stolz gemerkt, der außer der Verwunderung über diese nie gesehene Welt auf den roten Gesichtern der beiden Alten lag. Und gewiß! Wenn man fünf Stunden auf der Dahn gesessen hatte, was doch wohl eine Reise zu nennen war, und noch dazu einen Sohn besuchen kam, der ein Haus hier hatte und studierter Doktor war, durfte man wohl mit dem ganzen Gefühl seiner Bedeutung in diese eilenden Menschenmassen hineinsehen. Das Väterchen, das gewohnt war, eben wegen dieses Sohnes von jedem im Dorf mit Hochachtung gegrüßt zu werden, suchte noch immer in allen Gesichtern, ob es da nicht eine Freude, eine Bewunderung, einen Reid lesen könne und sing an, als alles und alles an ihm vorüberging. ohne auch nur nach ihm hinzusehen, niedergeschlagen und verwirrt zu werden. Das Mütterchen aber setzte tapfer Fuß vor Fuß, zog ihren Mann an der Hand mit sich sah nicht in die Leute, sondern sah nur zu den Häusern hinauf. Unb endlich standen sie vor einem HauS, das die gesuchte Rümmer trug. Erschreckt blieben sie stehen, rückten ganz nahe eins zum andern hin, sahen nur mit den Augen hin, ohne den Kopf in die Richtung zu bringen, wollten plötzlich weitergehen. Dieses Haus da, dieses glänzend weiße mit der breiten Treppe und der goldenen Tür konnte ja das Haus nicht sein. Jetzt handelte es sich darum, den Ramen an der Tür zu lesen. Väterchen war zwar sonst immer gern ein wenig pahlerisch bei der Hand, um feine Fertigkeit im Lesen zu erweisen, bei einer so wichtigen Sache indes wollte er es auf die Meinung nur eines Mannes nicht anfommen lassen, zumal die Buchstaben hier lateinische waren. Mit dem alten Stolz wieder, aber doch mit einer gewissen vertraulichen Miene, die zu erkennen geben sollte, wie nahe er zu dem Erfragten stand, streckte er den knöchernen Arm aus und schlug einem Vorübergehenden auf die Schulter. „Ra. wo wohnt denn der Herr Doktor?" Der Herr, der einen Zylinder und braune Handschuhe trug, lachte und sagte: „Ja, da wohnt der Doktor Soundso." Das Väterchen hatte schnell die Kappe abgezogen vor dem feinen Herrn, voller Freude, den Ramen seines Sohnes aus fremdem Mund zu hören. „Es ist mein Herr Sohn nämlich," sagte er, „ich bin der Vater und die hier — sieh her, Frau — ist seine Mutter —" Aber der Herr war schon weg. Das Mütterchen wischte sich die Augen mit einem Zipfel seines Tuches. „Komm", sagte sie. Sie gingen die Stufen der Treppe hinauf. Oben standen sie und suchten, wie die Tür anzufassen fei. Schließlich zog sie ihr Taschentuch heraus, um Nicht mit der bloßen Hand den schweren, goldenen Griff zu berühren. Aber der Griff ließ sich nicht verschieben, und die Tür blieb verschlossen. DaS Väterchen, in dem Drang, seine Bekanntschaft mit solchen städtischen Dingen zu zeigen, suchte und fingerte überall herum. Schließlich drückte er auf einen weißen Knopf. Es läutete irgendwo, und die Tür öffnete sich tote durch Geisterhand ein wenig. Er sah durch das goldene Gitter und das Glas dahinter in den Hausflur hinein. Da war eine Marmortrevpe, mit einem Teppich belegt, der von goldenen Stangen gehalten wurde. An der Wand war ein mächtiger Spiegel und irgendeine weiße, nackte Frauenfigur. Drm Väterchen sank wieder der Mut. „Geh du zuerst", sagte er. DaS Mütterchen drückte gleichfalls den Kops gegen das Gitter und sah hinein. „Rein," sagte sie, „ich gehe nicht." „Dummkopf, du bist wohl bang V brauste das Väterchen auf, und ging schnell und zornig die Treppe wieder hinunter, indem er mit dem Stock auf die Stufen stieß. Er ging die Straße weiter, an dem Haus vorüber. Sie folgte ihm, hielt ihn am Rock fest. „Sei nicht gleich so bös," sagte sie, „ich gehe schon. Laß mich nur noch ein bißchen warten." •) Diese stimmungsvolle Erzählung mit ihrem so zarten und gütigen Humor entnehmen wir einem neuen Aovellenbuch des bekannten rßeini- schen Dichters Wilhelm vchmidtbonn. das unter dem Titel „Uferleute" bei Egon Fleischet (Berlin) erschienen ist und ein Stück Rheindichtung eigner, kindlich-innerlicher und doch weltweiter Art darstellt. „Komm auf die andere Sette", sagte er. Aach- bem sie einen günstigen Augenblick abgewartet hatten, erreichten sie mit kurzen, laufenden Schritten durch die rollenden Wagen hindurch die gegen- überliegenben Häuser. Sie gingen nun wieder dem Hause zu, wagten verstohlene Blicke erst über die unteren Fenster hin, dann zu den übrigen hinauf, bogen schließlich die steifen Hälse nach hinten und sahen bis zum Dach empor. Wieder stieß sie mit einmal einen erschreckten Schrei aus. Er fließ sie mit den Knöcheln der Faust gegen die Hüfte und ging schnell weiter. „Bleib nicht stehn, was sollen die Leute denken? Du bist doch nicht im Dorf hier?" Aber sie ließ sich nicht mehr halten. Die Gardine unten hatte sich bewegt, sie hatte einen Kops mit krausem, schwarzem Haar gesehen. „Ich gebe1, sagte sie mit einer plötzlichen, fröhlichen Entschlossenheit. „Hast du auch alles gut eingepackt?" fragte er, indem er sie durch den vorgehaltenen Stock am Fortgehen hinderte. „Sind die Eier noch gana?" Sie fühlte und sah in ihrem Bündel nach: es war alles in Ordnung. „Komm, Peter", sagte sie. „Rein." Er blieb auf seinem Platze stehen. „Es schickt sich nicht, baß wir gleich zu zweien ins Haus kommen. Geh du allein, ich komme spater, ruf mich!" „Ja, ja." Ihr war alles recht. Es war ein unwiderstehliches Drängen in sie gekommen. „Gib mir die Eier. Es sieht besser aus so." Er nahm ihr das Bündel. Sie hatte es zwar tragen müssen, aber er konnte doch auch meßt mit leeren Händen kommen. Endlich ging sie. Und während er mit dem Bündel, bas e&an ben zusammengeknoteten Zipfeln hielt, mit seinen schnellen, kurzen Schritten auf unb ab ging, stieg sie die Treppe brinnen hinauf, schellte oben unb fragte nach bem Herrn Doktor. Der Diener wies sie ein wenig ärgerlich in ein Zimmer. Mehrere Herren und Damen faßen da unb sahen ihr mit einiger Verwunderung entgegen. Ein dicker Herr gab ihr einen Stuhl. „Seht Euch, Mutter. es geschieht Euch nichts hier." Sie fühlte über ben weichen Sammet und setzte sich schließlich, erst auf den Rand, bann erst schob sie sich langsam weiter. So faß sie unb hielt die Hände immer gefaltet. Sie hörte seine Schritte im Rebenzimmer — sie erkannte sie sofort — dann seine Stimme. Ihre eingefallenen Backen, die unter den Augen tiefe Höhlen bildeten, röteten sich und erbleichten dann wieder. Sie irrte mit zitternden Händen über ihren Schoß. Dann stand sie plötzlich auf, sie hielt es nicht mehr länger aus, sie mußte zu ihm. Aber als die zwei Damen, die in Büchern blätterten, den Kopf nach ihr umdrehten, setzte sie sich wieder. Sie sog die Luft des Zimmers in sich ein, als spüre sie seine Gegenwart in der Luft. Die Tür zum Rebenzimmer ging auf. Der Herr Doktor kam halb heraus, um ben nächsten Kranken hereinzulassen. DaS Mütterchen zog schnell ben Kopf ein, bückte bie Schultern und schlüpfte ganz tn sich hinein, wie eine Schneche. Sie hob ein wenig die Hände, wie um abzuwehren. Aber der Herr Doktor war schon wieder weg. Das Mütterchen war überglücklich. Sie hattte ihn gesehen, ganz nahe an ihr war er gewesen — wie er groß und stark unb wie sein Gesicht voll unb hell geworben war! Unb ber feine, schwarze Rock! Beim nächsten Male, wenn er kommt, wirb sie zu ihm gehen. Ob sie ihn küssen soll? Auf ben Mund, das geht wohl nicht, aber vielleicht auf die Stirn? Oder die Backe? Auf jede Backe, dann könnte sie zweimal küssen. Am besten wäre es schon, wenn er ben Anfang machte, sie nähme unb sie küßte — bann brauchte sie nicht lange im Zweifel zu fein. Ob er nicht böse sein wird? Ach nein, sie wird ihm schon sagen, baß sie nichts wollen — sie haben ja ihr Auskommen, jeben Sonntag Fleisch — daß sie nur gekommen sind, weil er so lange, seit einem Jahre bald, nicht mehr geschrieben hat. Sie wollen ja nur sehen, ob ihm nichts zugestoßen ist in der großen Stadt. Wieber machte ber Doktor bie Tür auf, und toieber versteckte sich baS Mütterchen in sich selber. Rein, das geht doch nicht, die Damen haben ja Eile, und ber Herr beißt auch so ungebulbig in seinen Bart. Unb bann — es sinb ja Kranke, unb mir — gottlob! — fehlt ja nichts, unb Peter hat ja auch feit zwei Wintern kein Reißen mehr. Rein, nein, ich werbe schon warten. Unb toieber überließ sie sich ihren Bildern. Mit einem glücklichen Lachen ber Erwartung, baS ihr Gesicht fonberbar breit unb strahlenb machte, faß sie ba, die Augen starr auf einen Punkt geheftet. „Ein ausgezeichneter Arzt!" sagte die Dame, bie nun allein war. zu dem Herrn, mit bem sie sich in ein Gespräch eingelassen hatte. „Ja, ja! Diese Ruhe! Ein Arzt, wie er sein soll!" sagte ber Herr. Wie bem Mütterchen das Herz klopfte! Zu seinem ilnglüd kamen noch neue Kranke. Ach was, sie wirb schon warten. Unb sie wartete. Einmal hob sie den Kopf, über einen Laut erschreckt, unb ba merkte sie, baß sie eingeschlafen war unb geschnarcht hatte. Die Fahrt auf ber Bahn hatte auch gar so lange gedauert, und wenn man über bie Siebzig hinaus ist! Sie sah nach den Leuten hin unb schämte sich, alS sie lachenbe Augen auf sich gerichtet sah. Ueberhaupt, ihr wäre lieber gewesen, sie hätte allein ba sitzen unb warten können. Das waren gar so vornehme Leute. Hatte sie im Anfang gedacht. Herrje, wenn die Leute wüßten, wer du bist! — so dachte sie jetzt: Es ist nur gut, daß sie mich nicht kennen, sie würden gewiß nicht mehr solchen Re- spett vor ihm haben. Sie rückte mit ihrem Stuhl gang tn die Ecke. Rein, er soll sie nicht eher sehen, bis alle fort sind. — .Als daS Mütterchen die Augen aufschlug, stand der Diener vor ihr und hatte ihren Arm gefaßt. „Ra. Mütterchen, da haben wir gut geschlafen. Jetzt müßt Ihr morgen wieberkommen." Das Mütterchen sprang auf und konnte erst kein Wort herausbringen. Sie dachte erst, daß eS der Sohn fei. Dann sah sie zu dem großen Mann auf und beruhigte sich. Das Zimmer war sonst leer. „Ich bin ja nicht krank," sagte sie und lachte ein wenig, „kann ich —“ „Ja, Mütterchen, zu Knnen ist sonst nichts hier. WaS wollt Ihr denn?" Der Mann ließ den Arm der allen Frau nicht loS und schob sie, ohne daß sie damit einverstanden war, sanft und unaufhörlich nach der Tür hin. „Ich will —" Sie brachte es nicht heraus. Was soll ber Mann von ihrem Sohn denken, wenn sie wirklich so schlecht ausficht, daß er sie zur Tür hinausschiebt? Der würde gewiß bei einem solchen Herrn nicht mehr dienen wollen. Das Mütterchen wurde plötzlich feuerrot und ging. Da sah fte ihren Allen auf der anderen Seite unermüdlich auf- unb abgehen, immer noch schnell und fest, immer noch das Bündel in derselben Hand. Er tarn zu ihr herüber. „Ra?" fragte er, in- bem er den Stock hob, um gleich bie Treppe hinauf» zu gehen, unb sah sie erwartungsvoll an. Sie stand auf ihrem Fleck und rührte sich nicht. „Rein", sagte sie. „Komm doch!" - k "^Ein. bleib." Sie setzte ihm alles auseinander, tnbem sie ihn von den Fenstern wegzog. Seine Augen wurden kleiner, fein Kinn sah mit einmal länger und schmäler aus „Gut", sagte er, ohne sie anzuschen, und drehte sich um. „Wir wollen ihn nicht in Schaden bringen. ES kann nicht sein — also gut. Komm!" Sie aber stand, faßte ihn schutzsuchend an die Oacke und hiell den Kops steif in einer Richtung. Ein Wagen war vor dem HauS ihres Sohne- vorgefahren. Ein Herr stieg ein, dem ber Kutscher, den Hut in der Hanb, den Schlag öffnete. Der Herr grüßte nach einem gegenüberliegenden Fenster hin. an bem zwei Damen standen Der Herr grüßte mehrere Male und lachte vielsagend dazu. Die beiden Alten hatten sich aneinander geklammert und ließen sich erst los. als der Wagen im Gewühl der anderen Gefährte verschwunden war. Sie sprachen lange kein Wort. „Jetzt hast du ihn doch gesehn". sagte sie dann leise. „Wenn wir sterben, wird er schon kommen und uns bie Augen zubrücken", sagte er noch leiser, mit einer Stimme, wie er sie nie gehabt hatte. Sie legten Hanb in Hanb und gingen toieber nebeneinander her, bie Straße hinunter. Mitten in dem Lärm horte man noch eine Welle das regelmäßige Ausstößen des Stockes. Leitvermögen für Wärme und Elektrizität. Dem aufmerksamen Beobachter entgeht nicht, daß zwischen bem Leitvermögen für Wärme und bem für Elektrizität eine mcrltoürbige Ueber- einfiimmung besteht, in bem Sinn, daß die guten Wärmeleiter im allgemeinen auch gute Glektri- zitätsleietr sinb. Dabei ist bas Verhältnis beider Leitvermögen nur abhängig von der Temperatur, bei welcher sich die Leitung abspielt, unb bet allen Metallen nahezu stets basselbe, z. B bet Kupfer 0,738, bei Silber 0,760, bei Gold 0,807 (in bezug auf 18 Grab); 0,957 bzw. 0,978 bzw. 1,027 (in bezug auf 100 Grab). Dividiert man ein solches Verhältnis in bezug auf 100 Grad durch ein solches in bezug auf 18 Grad, so ergibt sich eine Konstanz vom Betrage 1.28. — Ein Grund für ben Zusammenhang der beiden Leitfähigkeiten läßt sich nicht ohne weiteres finden; wohl aber wird eine Antwort auf die Frage nach bem ©runb durch die sogenannte Glektronentheorie gegeben. Rach dieser Theorie nimmt man an, baß die elektrische Leitung tn einem Metall auf Bewegung ber Elektronen beruht; bie Elektronen sind bie kleinsten Teilchen ber Elektrizität, so wie bie Atome bie kleinsten Teilchen eines Körpers sinb, unb sie sinb losgelöst von jebem Stofs z. B. in ben Kathvdenstrahlen vorhanden Die Wärme- leiutng wirb bann ebenfalls burch Bewegung von Elektronen erllärt, unb im Zusammenhang mit dieser Erklärung ist auch bie Erzeugung freier Elektronen (also solcher, bie sich vom Metall loslösen und in ben Raum hinauSfliegen) burch bie Theorie gefolgert unb burch Versuche bestätigt worben; es sei nur an bie Derstärkerröhren (Elektronenröhren) der modernen drahtlosen Telegraphie und Telephonie erinnert — Richt nur für die Theorie ber Wärmeleitung, sondern auch für diejenige anderer Wärmeerscheinungen ist die Einführung ber Elektronen von großem Ruhen Ruhen gewesen, unb es sinb vor allem Arbeiten ber großen Berliner Physiker Planck und Einstein, durch die anfangs unüberwindlich scheinende Schwierigkeiten auS dem Wege geräumt wurden. --- Der Todestanz deS Wiesel-. Die Kunst der Verstellung und die Anwendung von Kniffen beim Erlangen der Deute ist bei den Tieren sehr viel größer, alS man gewöhnlich annimmt. Als die weitaus geschickteste Art eines Tieres, um seine Rahrung zu erlangen, bezeichnet der englische Raturforscher Oliver Pike den Totentanz des Wiesels. DaS schlaue Tier führt diesen seltsamen Tanz auf, um die Kiebitze anzulocken, die eine von ihm besonders begehrte Speise darstellen. „Das Wiesel", schreibt Pike, der dieses seltene Schauspiel öfters beobachtet hat, „sieht die Vögel in der Mitte einer großen Wiese und möchte sich gern ein- der Tierchen für seine nächste Mahlzeit sichern. Wollte es direkt auf sie losgehen, bann würbe es sein Ziel nicht erreichen, denn bie Vögel würden davon fliegen, lange bevor es ihnen so nahe gekommen wäre, um einen der Kiebitze zu packen. Es schleicht sich also durch das Gras so nahe an die Vögel heran, als eS ihm möglich ist. nicht gesehen zu werden. Run beginnt eS seinen Tanz; eS springt empor und läßt sich wieder herunterfallen, zunächst nicht sehr rasch, aber gerade so. um über das Gras emporzuragen. Die Kiebitze werden aufmerksam unb sehen nach dem Geschöpf, das so wunderliche Bewegungen auS- füßrt Es springt und fällt hin, taumelt und überkugelt sich, springt auf und nieder, aber während dieser tollen Bewegungen vergißt eS nicht, immer näher an den Vogel heranzukommen, den es sich zur Deute auserkoren hat. Die Kiebitze haben so etwas noch nie vorher gesehen. Da sie von Aatur neugierig sind, so kommen sie immer näher an daS kleine Tier heran, das vor ihnen eine so merkwürdige Aufführung veranstaltet. Immer wilder und rascher werden Die Sprünge des Wiesels; näher und näher drängt eS sich an die Vögel heran. Jetzt ist es mitten unter der bewundernden Gruppe. Da plötzlich — ein schneller Sprung, der erschreckte Schrei eine- Vogels, ein Geflatter von Flügeln, und die Schar ist verschwunden. Aber die Zähne des „Todestänzers" sind mit voller Kraft in den Hals des Opfer- geschlagen, das er sich er- I beutet hat und nun behaglich verzehrt."