Donnerstag, I. September (921 Ul. Jahrgang 21uiiu4jit;t MB |ürbie Iage*nummcr bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichbeit. Preis für \ mm hohe für Olnjtigeno 34mm Brette örtlich 40 Ps. auf wärts 50 ‘Pf-; für Nekiame. Anzeigen von 70 mm 'Breite 180 *Pi Bei Platz. Vorschrift 20 .Aufschlag. Haupijchriftleiter: ‘.'lug. Görtz Verantwortlich für Politik: '.'lug. Goetz, für den übrigen Teil i D.: Aug. Goetz; für den Anzeigenteil: Hans Bech, sämtlich in Gießen. m. 2M K Luzeiaer Eiderr.knstagsbelage jetrt U*f*e*- «• £(4X1 täglich, nutzer J7M. .-.6 feiertags -gliche Ve'uasvre!fe: 5. - einschließlich ebn, durch die frtptid Mark 5.76 luylid; StilcOgeU). iiiprech-Anschlüsse: ie-ch'ifU.itunq 112; vruLerei, Verlag Sechastsstelle 51. rift für Drahtnach- »oteiaer Lietzen, ßsstsche «Honte: frtifier’ t. Hl. 1168t. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen vriick hrö Perlag: Sriihl'sche Unio. Such und Stein6ruderei H. Lange. Schristleitung, 6efd)äftsftellc und Drudcrei: Schnlftrahe 7. Das deutsch-italienische Wirtschafts-Abkommen. Das am 28. d. Mts. im Berliner AuSwär- n*en Amt unterzeichnete DirtfchaftSab- f5 m nt e n mit I t a l i e n ist in der amtlichen ?andelsverkehrs zvifcken beiden Ländern festhält, so bedeutet er doch einen großen Fortschritt schon deshalb, veil er der bisherigen vertragSlvsen Zeit ein Snbc macht. Er schafft die Vorbedingung für jeben gedeihlichen Handel, nämlich die Silberheit der Rechtslage für den Derkeh r. Vehr bemerkenswert ist ein Nachtrag zu >m Vertrage, in dem festgestellt wird, daß Wmn bisher in Italien die Behandlung, velche deutschen Staatsangehörigen, Waren und Schissen inbezug auf Niederlassung, Berufsausübung. industrieller Betätigung und Verkehr zuteil wird, mit der Behandlung von etaatSanccbMqen und Schiffen anderer Na- tloicn übc-rinftimmt. Ein Unterschied besteht IcMqHd) noch in der Zollbehandlung, für deren künftige Regelung die Unterlagen noch zu schaffen sind. Daß nun, nach dem Abschluß deS Friedens mit Amerika als erstes Handelsabkommen mit einem früheren feindlichen Staate, dieses Abkommen mit Italien abgeschlossen Derben konnte, ist ein erfreuliches Zeichen dafür. daß sich die internationale Lage Deutschlands wieder stabilisiert und daß Handel und Dandel allmählich wieder in die normalen Dahnen einlenken können. Man kann diesen Vertrag auch zweifellos als einen schönen Erfolg der Politik der Negierung begrüßen. Die Beisetzung Erzbergers. Biberach. 31. Aug. (WTB.) Der Zug ■ut den sterblichen Leberresten GrzbergerS letzte sich von der Stadtpfarrkirche um 1 Uhr in Streutng. Voraus gingen zahlreiche Vereine mit Dusiktavellen und Fahnen. Hinter dem Wagen folgte die Geistlichkeit mit dem Weihbilchof D. Cprell. Frau Crzberger mit den beiden Brüdern de- Verstorbenen und den sonstigen Angehörigen, der AeichSkanzler mit den Mitgliedern der AeichLro ierung. teReichstagSpräsibent, die Ver'reter der württembergischen und der bayerischen 7kgierung, die Abgevroneten, weitere Ver- einc ein nach Tausenden zählendes Gefolge. Um 1 Ufir 30 Minuten wurde der Sarg in die Erusl gesenkt. Nach einem Gelange des Kirchen- chorcs hielt Stadtpfarrer S ch w e i k e r t die Trauerrede, in der er den Verewigten als den Darm würdigt, der dem Gebot der christlichen siebe In dreierlei Beziehungen nach kam. 3n der siebe zu Gott, in der Liebe zum Volke und in der Liebe zur Familie. Nach Gebeten und nach einem weiteren Chorgesang führte Reichskanzler Dr. Wirth aui; Reichspräsident und die Reichsregierung ^Gmen dem großen schwäbischen V o l k s m a n n, 601 hervorragenden Parlamentarier und Staatsmann. dem Rcichsfinanzminister. 'cm verschie- ”tCT1 Kanzler, die Ehre und die Versicherung des stauernd-m Andenkens Vor t: eni n Ta ;en weilte 'm) am granffurt am Main anläßlich der Ge- ■öalt*crfammlung der Katholiken Deutschlands, jemand, der es nicht miterlebt hat. kann sich ^e Vorstellung machen von der unerhörten De- 5*Synfl. die die Kunde von der Ermordung Erz- vErgers. ja auch nur die Nennung feines Namens, die Redner unter den versammelten Tau- lvwen auSlöste. Aber nicht nur auf den Katho- nein, auf das ganze deutsche Volk. n'<^1 Haß und Verblendung das Urteil hat die Kunde eine ähnlich: Bewegung "selbst, insbesondere bei dem einfachen Volle, bei dem arbeitenben Volle in der Welt derer, die die Arbeit leisten, bei den Hand- und Kopfarbeitern. Heute sind nach Tausenden zählende Arbeitermassen in der Haupt st adtdesDeut- schen Reiche- in Bewegung. Die Welle kann ganz Deutschland durchziehen. Mancherlei G e - fahren können daraus entstehen. Wehe denen, die noch einen Tropfen in den übervollen Kelch schütten. Er kann überlaufen. A u s S neue kann das EhaoS über Deutschland heraufbeschworen werden. Linser toter Freund hat in den vergangenen Jahren den Zusammenbruch durch den Krieg lange voraus gesehen. Aber seine Warnungen blieben ungehört. Er wurde verlacht, verhöhnt. Sie erinnern sich an die schwere Stunde, wo eine Delegation zum Abschluß des Waffenstillstandes in den Wald von Eompiegne entsandt wurde. Erzberger war der Führer. Er bat sich zu dieser Arbeit nicht gedrängt. Er hatte einen anderen vorgeschlagen. Die, die die Tkranttoortung zu tragen gehabt hätten, sind nicht gegangen. Der Rus des Reichskanzlers, Prinz Max von Baden, erging an Grz- berger. Er traf ihn in schwerer Stunde als ein Mann, der in christlichem Patriotismus sich seiner schweren Pflicht nicht entzieht. 3m Walde von Compiegne, da sah er den ganzen unermeßlichen Umfang des hereingebrochenen Unheils. Er hatte dem Stolz des Siegers, des Marschalls F o ch, unmittelbar au begegnen. Seine Haltung war ritterlich und deutsch, nicht wie man gemeint hat, hündisch und feig (Bewegung). Auch ihm hat in jener Stunde das Herz geblutet. Er hat dem Befehl, der an ihn erging. Folge geleistet wie ein einfacher Soldat, den ausdrücklichen Befehl, die Waffenstillstandsbedingungen anzunehmen, was auch kommen mag. Nur wer dieS miterlebt Hot, kann ermessen, waS es heißt, wenn ein Volt zusammen- zuckt in dem Schmerz, den ihn ein solcher Todesstoß bereitet. Das war der erste schwere Gang unseres Freundes, und ich sage nicht zu viel, wenn ich c£ ausspreche, daß schon dieser Gang vielleicht fein Todesgang war. Aber das ist nicht die einzige Stunde, in der Erzberger seinen Mann stellte. Die zweite Stunde kam in Weimar, als der Friede zu unterzeichnen war, alS die Folge zu ziehen war aus Krieg und Niederlage. Da waren viele, die sich Patrioten nannten und die doch froh waren, daß Zentrum und Sozialdemokratie den Dang nach Der- lailles auf stch nahmen. Jene erbärmlichen Wichte in Deutschland, die da höhnen, er habe den Gang getan, um sein Vaterland zu verraten, die sollten sich in bei: letzten Winkel verkriechen. Er sah ein Meer des Hasses vor s i.iem gütigen Auge. Dieser Haß reichte hinüber über den Atlantischen Ozean. Er sah Deutschland in der ganzen Welt als ein verhaßtes Voll. Da war er der Staatsmann, der sich "die Frage vorlegte, ob tiun wirklich die Stunde gekommen sei, wo durch den Einmarsch des Feindes das Volk auch noch des letzten beraubt würde, was es besaß. Was haben wir noch? Nichts als die Einheit. Unsere Waffen haben wir verloren. Aber um die Einheit zu retten, da riet Erzberger, den Frieden zu unterzeichnen. Das waren die stürmischen Tage von Weimar. In rastlosem Kampfe von früh bis spät tritt er gegen das drohende EhaoS, suchte er dem wankenden Bau neue Balken, neue Stützen einzu- fügen. Nach dem S^irze der Dynastien war die alte Macht dahin, die einst. 1871, begründet wurde. Wir wollen sie nicht verunglimpfen! DaS war die glückliche Zeit unserer Jugend. Wir brauchen nicht zu bangen um die Einheit des Volkes, denn diese war ja wohl begründet auf die Macht der Fürsten. Was aber war nach der Niederlage noch da? Früher haben die Dynastien die Länder zusammengehalten. Eie sind dahin. Es muhte ein neues Band geschaffen werden. Dieses große Werk kommt zum Ausdruck in den Eingangsworten unserer Verfassung: .DaS deutsche Volk, geeint in seinen Stämmen und dem Willen, fein Reich in Freiheit und Gerechtigkeit zu erneuern, hat sich diese Verfassung gegeben". Das ist der neue demokratische Staatsgedanke. An seiner Wiege stand unser Freund Erzberger. ES war die Zeit, alS die rote Flut von Osten her uns zu überschwemmen drohte. Das sind seine Taten, das ist die gigantische Größe seiner Leistungen Ich tret') nicht, ob die heutige politische Welt vergessen hat, was da geleistet wurde unter der Führung unseres Freundes Er hat sich als Schützer einer neuen Wehrmacht bewährt, indem er die Mittel für das erste Regiment aufbrachte. Er hat daS neue einheitliche Regierungswcsen für das Reich aufgerichtet. Wir müffen in dieser Beziehung auf das Mittelalter zurückgehen, um auf einen Gedanken zu stoßen, wie ihn Erzberger verwirllicht hat. Wir müllen Abstand gewinnen, um recht zu erkennen, was Erz- berqcr begonnen fiat Heute frfie’* ; wir zufammengebrochen wären unter der Last unserer finanziellen Verpflichtungen, wenn nicht rechtzeitig eine Grundlage und ein Organismus als Träger dieser Verpflichtungen geschaffen worden wären. Manche schleichen durch die deutschen Lande. Manche Schieber und Wucherer, die den Toten schmähten und sein Werk verneinen. Und doch bat es Früchte getragen! In dem ersten Vierteljahr dieses Rechnungsjahres können wir nicht weniger als 17 Milliarden an Steuern und Gefällen aufbringen. Unser Freund Erzberger stand fast allen jenen dunllen Eulen gegenüber, die ihm nicht glaubten. Er hat damals den finanziellen Zusammenbruch verhindert. Dieser Zu- fammenbrud) wird nur dann vermieden, wenn wir selbst alle einmütig Hand anlegen. Ihm ist cS gelungen, waS selbst einem Bismarck nicht gelang: eine einheitliche Post und Eisenbahn in Deutschland zu schassen. Großzügig und weit- I schauend hat unser Freund die Verhandlungen geführt. Es ist eine Lüge, wenn man ihm nachsagt, | er sei ein Keiner, erbärmlicher Mensch gewesen. Im Gegenteil! Er hat alle begeistert durch den weiten Blick seiner Ideen und durch die Kraft, mit der er sic durchzusetzen vermochte als ein zäher Sohn seiner Heimat. Erzbergcr ist seiner Zeit immer um einige Jahre voraus- geeilt Er hat manches gesehen, was andere zu spät sahen ober aarnicht sahen. In jenem stillen Tal von Griesbach, wo er gefallen ist. beschäftigten ihn auf den Spaziergängen mit den Freunden alle die großen Gedanken unserer wirtschaftlichen lOrganisation; zuletzt noch die Wohnungsfrage. Alle großen Probleme hat er erfaßt, die ein Staatsmann, der alle seine Projekte nach sachlichen Gesichtspunkten verwirklichen wollte, auch bann, wenn sie bas Volk zunächst selbst nicht will. Das war bie Auffassung des christlichen Staatsmannes: Klar geschauten Problemen auch bann zur Lösung zu verhelfen burch bie Kraft seiner Persönlichkeit unb burch bie Macht seiner Ucbcr- Aeugung. So beugen wir uns in Dankbarkeit vor Den ungeheuren Opfern, bie er gebracht bat. in treuer Pflichterfüllung gegen Gott, gegen das Land, nicht zuletzt aber auch vor den schweren Opfern, die seine Familie mittragen mußte. Erz- berger hat in seinem Leben viel Tragisches erlebt In den Tagen feines Glückes, auf den Höhen feiner Erfolge, hatte er viele Freunde. Als aber die Schlange der Lüge, der Verläumdung, des Hasses an ihn heranzüngelte. da hat mancher sich aus dem Staube gemacht unb nach neuen Herren sich umgeschen. Nach so großen Talen für bas Da ter la nb bringen es Deutsche über sich, noch am offenen Graben den Toten zu schmähen. Ich erinnere nur an eine Zeitung in Süddeutschland, bie s i ch Staatszeitung nennt. Aber wir wollen zu unserem Freunbe stehen. Treuer Freund! Dein Name wird in Ehren genannt werden. Der erste Prozeß ist au Ende, über den zweiten, über den Steuerprozeß, kann ich nicht sprechen. Aber ein Kenner dieser Angelegenheit, mit dem ich gesprochen habe, hat mir erklärt: Erzberger hat nicht nur bie Wahrheit sagen wollen, er hat sie auch gesagt. Wir wollen über ben Toten den Schilb hal.en, aber nicht nur in stummem Schmerz. to.Tbern idlY wollen handeln, denn das Vaterland ist in Gefahr. Ich meine nicht bie Republik — die ist gewiß auch in Gefahr — ich meine nicht ben demokratischen Staat. Nein, aus diesem Grunde heraus kann der ganze Staat in Gefahr kommen. Täuschen wir uns nicht. DaS neue Deutschland kann nur bestehen auf sozialistisch- chrestlicher Grundlage unb unser Staat wird ein Volksstaat, wie ihn unser Freund erstrebte, ober er wird in ein elendes Chaos ober in beutsche Kleinstaaterei zerfallen. AlS Kanzler deS Deutschen Reiches habe Ich biete Abfchiedswvrte dem Toicn inS Grad nachgerufen. ES fällt unS bitter schwer, von ihm zu scheiben, die wir in ben letzten Jahren schwere und große Arbeit mit ihm zusammen leisten durften. Dankbar erinnern wir uns der Zeit, wo er noch aktiv an ben Arbeiten teilgenommen hat. Aber es ist eine elenbe Lüge, baß er nach 1 einem Abgänge sich in bie Ministerien ein- drängte unb eine Nebenregierung aufgerichtet habe. Alle diese Nachrichten, als ob er bie neuen Steuern machte, sie finb erbärmlich unb unwahr. Unwahr ist, baß er bas Heft toieber in bie Hanb nahm, bic Führung des Zentrums nach Trim- borns Tob wieder übernehmen wollte. So viel Worte, so viel Lügen. Nichts als Auspeitschung b e r Leibenschasten, bie in dem Morde von Griesbach ihre Erfüllung fanden. Wir können aus diesem furchtbaren Ereignis nur mit tiefer Wehmut lernen, zu welch unheilvollen Taten politische Leidenschaft führt. Aber gerade dieser traurige Gedanke führt uns als Christen und Deutsche zu der Haren Erkenntnis, daß es sich jetzt nicht etwa darum handeln kann, Gedanken der Rache und den Leidenschaften fort- zuspinnen. Wir wollen den Toten nicht rächen. Wir beten für alle, auch für bie. bie ihn ermorbet haben. In Liebewollen wirunserePo- litik treiben, nicht in Leibenfchaft. Das Ta- tcrlanb ist in Not, unb ba rufe ich hinaus in alle Gaue unserer Heimat: Deutsches Volk, wache aus! Schüttele bie ab, bie aufs Neue bich in schwere Bedrängnis bringen wollen! Folge dem Stern des neuen Staatsgedankens, der dich ben Weg zur neuen Freiheit finben läßt! Wir ehren den Toten, wenn wir sein Werk ehren, das, so Gott will, als gesichert erachtet werden kann. Wir wollen uns um den Toten zusammenscharen und an seinem Grabe geloben, getreu dem christlichen Gedanken zu wirken, in Opferbereitschaft für das deutsche Volk, für die Einheit des Reiches, für feine wirtschaftlichen und politischen Zwe ke, bis uns der Tod von der Erfüllung unserer Pflicht abberuft. Wir sind Kämpfer, aber wir wollen unblutig kämpfen. Ueber unserer Politik ba muß auch baS Zeichen der Erlösung schweben. Währenb wir hier an bie- fem Grabe stehen, setzen sich in Deutschland Tau- fenbe in Bewegung. Gott bewahre uns vor neuem Unglück! Gott segne, lieber Freunb, Dein Werk, die Verfassung des Deutschen Reiches, unb den demokratischen Voll^staat. Gott segne bas deutsche Volk unb unser liebes deutsches Vaterland! Nach dem Reichskanzler legte Reichstags- präsibent Lödc einen Kranz auf bem Sarg nicber unb erklärte: Die Flut von Angriffen mache nicht irre in ber Anerkennung für bie rastlose Arbeit Erzbergers zur Rettung des schwer w« sammengebrvchenen Volkes. Die Geseichte werd' ihm geben, was viele seiner Zeitgenosten ihm nicht gegeben haben Für die getarnte bcu'che Zentrumspartei sprach Reichs tag sabgeorb etcr D e ck e r - Arnsberg: Erzberger war b r uMrigc, tocim auch verschiedene an ihm zu zweifeln begannen, wenn auch verschiedene nicht ganz mit ihm einverstanden waren im Laufe der letzten Jahre seiner politischen Wirksamkeit. Tiber auch jene anderen haben es oft anerkannt, daß an der Lauterkeit seines Charakters nicht zu zweifeln war. Weiter sprachen noch OberrcgierungSra^ B a v e r I c im Namen der württeinbergischen Zentrumspartei, württembergische: Zu nzm>n stcr Bolz, für bic Zentrumsfraktion des württem- bergischen Landtags Vtabtschultheiß Doll -Biberach. Monsignore Vogt- Biberach, Dr. Schöbe r »Freiburg, Ministeiialrat Dr Deutsch, vorn ReichSfinanzministerium unb andere, darunter auch narnenS ber U. S. P. D. Reichstags- abgeorbneter Geck- Offenbach Ein Pofaunen- chor unb der übliche Fahnengruß beenbeten bie Feier an bem von zahllosen Kränzen überdeckt« Grabe ErzbergerS. Reichskanzler Dr. Wirth ist nachmittags fünf Uhr nach Rabolfzell weitergereist Republikanische Kundgebungen. Dor Attfziig in der NeichSstanptftadt. Berlin, 31.Aug. Eine Kunbgebung, wie sie Berlin bisher noch nicht gesehen haben dürfte, so berichtet daS ossiziöse Wolfs-Bureau, fand nachmittags auf bem Schloßplatz, am Lustgarten unb vor bem Nationalbenkmal sowie in ben angrenzenden Straßer, statt. Der GewerkschastS- bunb, der Gewerkichaftsring. die SPD, die USP., die KPD. unb die bcutsch-bernokratische Partei hatten ihre Mitglieder und Anhänger dorchin berufen, um ein machtvolles Bekenntnis zur republikanischen Deifassung abzulege i und gleichzeitig eine Kundgebung gegen den politischen Mord )u veranstalten. Der Zustrom der Massen, die mit roten und schwarzrotgoldenen Fahnen und Bannern unb Schilbern mit ben bekannten Aufschriften unb unter ben Klängen mehrerer Musikkapellen anrückten, war gewo.l ig unb dauerte etwa zwei Stunben. Man schätzte die Beteiligung auf zirka eine halbe Million. Die zahlreichen Reben würben mit stürmischen Hoch- unb Niederrufen aufgenommen. Der Dahnverkchr wurde vom Schlohplatz abyelenkt, konnte aber auch über ben Molken- unb Spittelmarkt nicht aufrechterhalten werden, well auch hier ununterbrochen große Züge von Demonstranten die Breite der Straße füllten, bie teils hin, teils auch schon toieber zurückfluteten Erst in ber siebenten Abendstunde zeigten bie Straßen wieder ihr alltägliches Gesicht. Soweit bisher bekannt geworben, kamen Ruhestörungen irgendwelcher Art nicht vor. • Im ganzen Reiche sind bie Kundgebungen, nach den bisher eingelaufenen Mcldung-m, ruhig und ohne besondere Zwischenfälle verlaufen. Wir greifen folgende Einzelheiten herauS: rm. Darmstadt, 1. Sept. Eine große Vollsmcnge hatte sich gestern nachmittag zu der von bei Mehrheitssozilllbemokratie in Gemeinschaft mit der U. S. P veranstalteten Protest- funbgebung auf dem Ma f p!atz eingesunden. Es wurde gleichzeitig an drei Stellen gesprochen, StaaStpräsident Ulrich für die Mebricitesozia- listen, Siri für bic U. S. P und auch die Kommunisten hatten für den ausgebliebenen Redakteur Heise in dem Rechtsanwalt Scckcl au8 Frankfurt einen Redner gestellt. Der Staatspräsident verurteilte in scharfen Worten die Ermordung EizbcrgerS, die eine Folge der Verhetzung ber rechten Presse sei, unb eine Gefahr für bic junge Republik bedeute, bie man mit allen Mitteln zu schützen taffen werde. Ein langer DernvnstrationS- zug mit zahlreichen Fahnen, Tafeln, verschiebenen Galgen usw. zog bann burch bie Stadt. Während sich bis jetzt alles ohne Störung abgetoicfclt hatte, verursachten zahlreiche am Schlüsse deS ZugeS marschierende anscheinend kommunistische Radau- gesellen nach der Anbringung deS Heinen Minia- turgalgenS an dem Geschäftshaus der Hess. LandeSzeitung, die vorsichtshalber auch den ganzen Betrieb eingestellt hatte, einen mächtigen Skandal durch Rufe: Heraus mit den Reaktionsbuben, den Mordgesellen, den Mördern usw. Durch die Rufe geriet bie erregte Menge noch mehr in Wut, zu6em daS eiserne Tor verschlossen war. Ein Teil der ganz verhetzten Menge war schon emgebrungen, um bie etwa anwesenden RrHakteure zu kynchen, ober baS Material zu bemolieren, unb konnte mit allergrößter Mühe von einigen Vernünftigen zurückgehalten werben. Sie wich aber nicht unb geriet erst recht in Aufregung. als einige Mann ber blauen Schutzpolizei herbeigerufen worben waren. D i e Leute gehorchten ben Führern einfach nicht mehr, bie gemeinsten Schimpsworte fielen. Schließlich zog die Polizei ab, inzwischen waren aber etwa acht Mann der grünen berittenen Polizei unter Führung eines Hauptmanns herangekommen. Erneut wurde bie Menge wild, schimpfe niederträchtig und dreht« die Pferde einfach um. Einen Wachmann, der daraufhin blank gezogen hatte, drohte man her- untcrzureißen. Vollständig ohnmächtig zrgen sie daraufhin ab, nachdem einige Stadtverordnete auf beiden Seiten zur Ruhe und Zurückhaltung gemahnt hatte. Darauf verlief sich, wenn auch sehr langsam, bie Menge. Frankfurt a. M 31. Aug. Heute nachmittag fand am Opernplah eine Massen- bemonftration bet brei sozialisti chen Parteien gegen bie Reaktion unb ben Mord an Erzberger statt. Die Redner ber Parteien ermunterten bie Arbeiterscharen zu erhöhter Wachsamkeit, ba heute ber Destanb ber Republik mehr benn je gefährdet sei. Die Mordtat an Erzberger zeige erst mit erschreckender Deutlichkeit, wie verroht daS politische Leben sei unb bah kein Mittel zu schlecht fei, den verhaßten Gegner auS der Welt zu schaffen. Die Rechtsparteren hätten mit ihrer maßlosen Hetze bie größte Schuld an dem fürchterlichen Verbrechen von Griesbach. An die Vorträge schloß sich ein riesiger DemonskrationSzug durch bie Straßen ber Stabt, ber wohl über 20 000 -*eil^ neunter hatte. Die Arbeitsstätten tmiTöen übrigens um 4 Uhr geschlossen und die Betriebe nahmen geschlossen an der Demonstration teil. fpd. Kassel. 31. Äug. Der Polizeipräsident hat auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten sämtliche öffentlichen Aufzüge und Kundgebungen unter freiem Himmel verboten, wenn sie geeignet sind, innerhalb der Bevölkerung Unruhen oder Aufreizung hervorzurufen. Alle bisher ge st eilten Anträge auf Abhaltung solcher Kundgebungen hat das Präsidium abgelehnt. Mannheim. 31. Aug. (WTB.) An der heutigen Massenkundgebung, die von der S. D. D. und der U. S. P. einberufen worden war. nahmen rund 35 000 Personen teil. Es sprachen gleichzeitig zwei Redner. Zum Schluß wurde in einer Entschließung verlangt: Sicherung der Republik und der Bolksrechte, Aufhebung des Belagerungszustandes in Bayern, energisches Dor- gehen gegen die Aufheher in der Presse der Rechtsparteien. Verhinderung militaristischer-na- tionalistischer Kundgebungen, Demokratisierung der Verwaltung und der Justiz. Ferner geloben sie den Abwehrkampf mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zur Sicherung der Republik und der Reichsverfassung gegen die Wiederkehr der Mi- litärherrschaft zu führen Ausschreitungen sind nicht vorgekommen. Karlsruhe. 31. Aug (WB.) Annähernd 30 000 Personen rahmen auf dem Marktplätze mit Deifall die Ausführungen des sozigi- demokratischen Abgeordneten Schopflin und des unabhängigen Staatsministers 3 u n t auf. die von der nationalistischen Gefahr, die Deutschland drohe, sprachen und die die Reichs- und vtaatsregierungen sowie den Reichs- und Landtag aufforderten, jetzt energischer zuzugreifen, andern falls die Arbeiterschaft zur Selbsthilfe greifen werde. Rach Schluh der Versammlung werde sich eine Deputation in das Ministerium des Innern begeben, um ein Verbot der Regimentsfeiern zu fordern. Die Reden Hangen aas in ein Hoch auf die Solidarität der Arbeiterschaft und die Deutsche Republik. Sodann formierte sich ein gewaltiger Demonstrationszug. der sich nach seiner Rückkehr auf dem Marktplatz in voller Ruhe a iftöfte. Zwischenfälle ereigneten sich nicht. Einspruch Bayerns gegen die Reichsverfügungen. München, 1. Sept. Wie die Blätter melden, beschäftigte sich der bayerische Minister r a t, der gestern 6'/r Stunden tagte, mit den Mahnahmen zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Sicherheit, sowie den jüngsten Erlassen der Peichrsegierung, vor allem den Zeitungsverboten und dem Verbot des Uniformtragens. Der Ministerrat soll beschlossen haben, gegen diese Verbote bei der R e i chS r e g i e r u n g nachdrücklichst Einspruch zu erheben und zwar sowohl gegen die Form der Erlasse, als auch gegen ihren sachlichen Inhalt. Weitererscheinen des „Miesbacher Anzeigers". Berlin, 1. Sept. Wie die Blätter auS München melden, sind trotz deS Verbotes durch da« Reichsministertum des Innern sowohl der -Miesbacher Anzeiger" in Miesbach als auch der „Völkische Bedachter" in München am Mittwoch erschienen. Noch keine Aufhebung des Belagerungszustandes in Bayern. Berlin, 1. Sept. Rach einer Meldung deS .Berliner Tageblatts" aus Weimar richtete gestern der republikanische Reichsbund ein Telegramm an die bayerische Staatsregierung, in dem er diese dringend bittet, endlich den DelagerungS- xtzistand in Bayern aufzuheben und den monarchistischen Bestrebungen entgegenzutreten. llnter- kjrichnet ist das Telegramm von Freiherrn von Brandenstein. Die Tagung des Völkerbundes. Paris 31. Aug. (Wolff.) Rach einer Ha- vaSmeldung aus Genf geht die allgemeine Meinung ba’otn, dah derVölkerbunosratin der Lage sein werde, sein Gutachten in der ober- schlesischen Frage in der ersten Oktober- wvche bekannlzugeben. Der griechisch-türkische Krieg. Paris, 31. Aug. (WB.) Wie der Sonder- Berichterstatter des „Ternps" aus Konstantinopel meldet, hat die Regierung von Angora di? Wassenaushebung aller Männer zwischen 20 und 45 Jahren angeordnet. Auherdern ist eine Kriegsabgabe, zahlbar In natura, eingeführt worden. Diese sieht vor, dah alle Lebensmittel aus dem Auslande für die Armee beschlagnahmt werden, während die inländischen Lebensmittel von den Die Nothersteins. Roman von Erich Eben st ein. Copyright 1919 by Greiner L Eomp., Berlin W 30. 43. Fortsetzung. (Rachdruck verboten) ,Zum Teufel mit deinem „künstlerischen Standpunkt", unterbrach ihn Rüdiger, in dem mehr und mehr ein sinnloser Zorn die Oberhand über alle Vernunft gewann. „Ich verbiete es dir einfach, ist dir das genug?" ^Rein I" Beide Männer mähen sich einen Migenblick Mit Blicken, die Hertha in jähem Schreck das Blut zum Herzen trieb. Auch Mageloi" war tief erschrocken. Freilich aus einem anderen Grunde als Hertha. Sie allein erriet, was in Rüdiger vorging und touhte nun mit einem Male, was ihn ihr entfremdet hatte. Aber gottlob — diese Bildergeschichte würde ja nun alles wieder im Keim ersticken, selbst wenn L)o ihre Liebelei mit dem Maler verleugnen und — neue ehrgeizige Pläne hegen sollte. Rüdigers Heftigkeit hatte Magelone entzückt Er war also doch kein fischblütiger Pedant, wie sie Immer gefürchtet hatte . . Während diese Gedanken durch ihren schönen Kops huschten, bemühte sie sich mit sanfter Stimme SU vermitteln und die beiden gereizten Männer wieder zur Ruhe zu "bringen. Bei Waldemar gelang ihr dies bald. Rüdiger aber, der heftig den Vorhang über das Bild gezogen hatte, alS sei ihm dieser Anblick Unerträglich, war nur zu verbissenem Schweigen zu bringen und drängte zum Aufbruch. Kaufleuten bis zu 40 Prozent des Vorrates an die Armee abzuliefern find. Athen. 31. Aug. (Woflf.) Wie das Prefls- Bureau mitteilt, melden alle Kriegsberichterstatter, dah der feindliche Widerstand gebrochen sei Unb dah sich die Türken jenseits Sakharia zurück- ziehen. Von ermächtigter Stelle wird erklärt, dah die Operationen sich günstig für die Griechen entwickeln. Alle türkischen Rachrichten über angebliche Siege der Türken seien falsch. London, 31. Aug. (Wolff.) Aus Smyrna wird gemeldet, dah die Schlacht am Sakharia andauere. Die Türken erhielten aus dem Kaukasus und aus Eilicien Verstärkungen. Die türkischen Kräfte, die am Sakharia stehen, sollen 60 000 Mann umfassen. Die Verluste sind beiderseits schwer. Die Lohnbewegung in Qberschlesien. K a t t o w i h, 31. Aug. (Wolff.) Gestern fand in K a t t v w i h zum ersten Male seit der durch den Aufstand hervvrgerufenen Spannung wieder eine gemeinsame Sitzung der deutschen und polnischen Gewerkschaften statt. Gegenstand der Verhandlungen, die den ganzen Tag in Anspruch nahmen, war die von den Gewerkszug zu bewegen. Die Räumung von Weftnngarn. Budapest, 31. Aug. (Wolff.) Das Ung. Korrespondenzbureau meldet: Die Räumung von West Ungarn ist bereits beendet bis auf die kleine zweite Zone, die einstweilen noch durch ungarische Gendarmerie und Grenzwache beseht wird. Vollständige Ruhe herrscht In der zweiten Zone: von bcp ersten Zone werden hingegen Ruhestörungen gemeldet, die nach dem AuS- marsch des ungarischen Militärs sich ereigneten. Die Arbeiterschaft des GrenzorteS Brennberg und Umgebung hißte infolge Aufwiegelung durch österreichische Kommunisten die rote Fahne, bildete Arbeiter- und Svldatenräte, und verjagte die Direktoren und Ingenieure der Kohlenbergwerke. Da Zusammenstöhe zu befürchten waren, kehrte auf Ersuchen der Ententemission die ungarische Gendarmerie zurück und stellte die Ordnung wieder her. Die österreichische Gendarmerie stieh vor Pinkafeld auf den bewaffneten Widerstand der Ortsbewohner. Es entstand ein Feuergefecht, wobei es beiderseits Opfer gab. Die österreichische Gendarmerie trat den Rückzug an. Die ungarische Regierung bemüht sich auch fernerhin, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Die alliierte Kommission drückte dem ungarischen Regie- rungskvmmissar Graf S i g r a h für sein korrektes energisches Auftreten ihre Anerkennung auS. Aus dem Reiche. Der neue Reichsfinanzminister. Stuttgart, 31. Aug. (Wolff.) Wie wir zuverlässig erfahren, hat der Reichskanzler den württembergischen Finanzminister Liesching gebeten, das Poriofeuille des Reichsfinanzministers zu übernehmen. Liesching hat aus persönlichen Gründen geglaubt, das ehrenvolle Angebot ablehnen zu müssen. Guggenheimer und Ralhenau. Berlin, 31. Aug. (WB.) Amtlich. Die Meldungen, dah der Rücktritt des Kommerzienrates Dr. Guggenheimer alS Reichskom- misfar zur Ausführung der Aufbauarbeiten auf einen Zusammenstoß mit dem Wiederausbauminister Dr. R a t h e n a u zurückzuführen sei, entbehren jeglicher Grundlage. Guggenyetmer nahm mit Minister Rothenau zusammen an den in Wiesbaden geführten Verhandlungen von Anfang bis zum Sch'uh teil. Er arbeitet auch als Präsident der Reichsrücklicf »rungUommissivn im rollen Einvernehmen mit Rathenau weiter. Das Amt als Reichskommissar zur Ausführung von Aufbauarbeiten war Guggenheimer auf besten Wunsch von vornherein nur vorübergehend auf kurze Zeit übertragen worden. Auf die über den angeblichen Zusammen st oh vvrgebrachten Behauptungen einzugehen, verbieten die noch schwebenden Verhandlungen mit Frankreich. Der Ausnahmezustand in Ostpreußen aufgehoben. Berlin. 30. Aug. (Wolff.) Der Reichspräsident hob mit Wirkung vom 1. September den noch verbliebenen Teil des Ausnahmezustandes in Ostpreußen auf. Eine untersagte Tannenbergfeier. Breslau, 31. Aug. (WTB) Die vom Bund der Aufrechten für den 1. September angesagte Tannenbergfeier wurde vom Polizeipräsidenten verboten. Forderungen der Kriegsbcf-badigten. Berlin, 31. Aug (Wolff.) Der Zentralverband deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegshinterbliebener teilt mit: Am 29. August fand zwischen den Organisationen der Kriegsopfer und dem Reichsarbeitsministerium eine Beratung statt, auf welche Weise der Rctlage der Kriegsopfer entgegengetorrft werden könnte. Der Vertreter des Zentralverbandes deutscher Kriegsbeschädigter kennzeichnete die völlig unhaltbaren Zustande als eine Auswirkung einzelner Bestimmungen des Reichsversorgungsge- sehes. Rur eine schleunige Abänderung des Gesetzes gemäß den Vorschlägen der Verbände könnte eine Beruhigung der Kriegsopfer bringen. Die Forderungen der Verbände sind folgende: Erhöhung der Teuerungszulage auf 80 Prozent für die Ortsklassen A und B, auf 90 Prozent für die Ortsklasse C und auf 100 Prozent für die Ortsklassen E und D rückwirkend ab 1. August 1921. Ferner solle die Regierung eine sofortige Hilfsaktion vor allem für die Hinterbliebenen und Schwerbeschädigten einleiten. DaS Reichsarbeitsministerium nahm die Forderung der Verbände entgegen und will in nächster Zeit die Stellungnahme der Reichsregierung und der Parteien einholen. Dann sollen in einer weiteren Sitzung mit den Vertretern der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen endgültige Maßnahmen beschlossen werden. Erhöhung des ZeitungsdruckpapierpreiseS. Berlin, 31. Aug. (WTB.) Die Verhandlungen zwischen den Verbänden der Zeitungsverleger und der Zeitungsdruckpapiersabri k e n führten heute zu dem Ergebnis, daß der Papierpreis für Zeitungsdruckpapier für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember um 17,50 Mark für 100 Kilogramm Rollenpapier auf durchschnittlich rund 348 Mark erhöht wird. Aus dem besetzten Gebiet. Redeverbot für Dr. David im befetzten Gebiet. Mainz, 31. Aua. Minister a. D. Dr. David war als Redner für eine Demonstration der sozialdemokratischen Partei in Mainz anläßlich deS gewaltsamen Todes Erz- bergerS vorgesehen. Die französische De- satzungSbehörde hat sich veranlaßt gesehen, Dr. David als Redner zu dieser Veranstaltung nicht zuzulassen. Aus Stabt und Land. Gießen, den 1. Sept. 1921. Der Himmel im September. Run kommt wieder langsam die ^Zeit der langen Abende. Zwar kann man zur Zeit noch das Abendbrot bei „Sonnenbeleuchtung" zu sich nehmen — aber wie lange noch? Denn die Sonne, die zu Anfang des Monats 6 Uhr 47 Min. untergeht, verschwindet am 30 September bereits 5 Uhr 39 Minuten von der Bildfläche. Zu jener Zeit findet der Sonnenaufgang genau 6 Uhr statt: ZU Anfang des Monats 5 Uhr 11 Min. Am 23. September, nachmittags 3 Uhr, tritt die Sonne in das Zeichen der Wage, gelangt wieder zum Aequator und macht zum zweiten Male im Jahre Tag und Rächt einander gleich, mit anderen Worten: es beginnt kalendermäßig der Herbst. Am 2. September, 5 Uhr morgens, haben wir Reumond, am 9., 4 Uhr morgens, erstes Viertel, am 17., 8 Uhr vormittags, Vollmond und am 24. September, 10 Uhr abends, letztes Viertel. Ueber die Planeten ist zu berichten: Merkur bleibt unsichtbar. — Venus: Die Dauer der Sichtbarkeit nimmt langsam ab, beträgt aber am Ende des Monats immer noch nahezu 23A Stunden. — Mars ist anfangs 8A-, am Ende des Monats ls/4 Stunden lang des Morgens im Osten sichtbar. — Jupiter kommt am Auf Dem Heimweg sprach er kaum ein Wort. Rur als Magelone hinwarf: „Mir ist ja nun vieles klar — besonders, warum Dorothea anfangs, als Ruhland noch in Sewingers Jagdschloß beschäftigt war, durchaus nach Monrepos zurück wollte, und warum sie sich nun auf einmal so wohl auf Grafenegg zu fühlen scheint." Und als sie hinzufügte: „Rur eins begreife ich nicht — warum sie so hinterhältig tut und un« gar nichts von ihrer Bekanntschaft mit Ruh- land erzählte," da warf ihr Rüdiger einen finsteren Blick zu und sagte: „Ich möchte dich und Hertha dringend bitten, über die ganze Sache Stillschweigen zu beobachten Dorothea soll nicht den Eindruck bekommen, als suchten wir uns in ihre Geheimnifle zu drängen." Magelone war damit sehr einverstanden Wenn Rüdiger nicht gewillt war, über die Sache mit Do zu sprechen, konnte diese auch nicht versuchen, sich irgenbtote zu rechtfertigen. 20. Kapitel. Anneliese 'hatte an diesem Sonntagnachmittag eine 'bewegte Stunde verlebt. Die Gräfin war mit den Kindern und der Französin zu Rachbarn auf Besuch gefahren Gras Rainer beschäftigte sich wie gewöhnlich mit seinen Münzen- und Mineraliensammlungen, die er von Zeit zu Zeit neu ordnete. Ein Teil der Dienerschaft hatte Urlaub. So herrschte Totenstille im Schloß. Anneliese, die diese Stille plötzlich unerträglich qualvoll empfand, wollte eben einen ihrer weiten Spaziergänge antreten, als sie am Parktor mit Graf Wendlvh zusammen traf. Er kam zu Fuß von der Station heraus und. wie er sagte, nur zu kurzem Besuch, um sich von den Damen zu verabschieden. „Zu — verabschieden?" fragte Anneliese erblassend und konnte es nicht hindern, daß ihre Stimme liefe bebte. „Wollen Sie denn Wien verlassen?" »Ich bin nach Galizien verseht, und da ich wohl Jahre dort bleiben müßte, haben meine eitern gewünscht, daß ich den Abschied nehme und mich künftig der Bewirtschaftung von Birkenried widme. In vierzehn Tagen dürfte die Bewil- tigung meines Gesuches herankommen. Dann" — er unterdrückte einen Seufzer — „heißt'S den bunten Rock ausziehen, Wschied nehmen von allem, was Jugendlust heißt und sich In einer Wüste begraben.“ .Sie lieben Ihre Heimat nicht?" fragte Anneliese beklommen, denn sie hatte wohl bemerkt, wie sein Blick, als sie sich dem Schloß näherten, suchend über die Fensterreihen hinglitt. „Im Gegenteil! Ich liebe fle sehr! Aber Birkenried ist nicht Grafenegg, Komtesse! Sie machen sich ja gar keinen Begriff, wie einsam es dort ist — besonders im Winter. Richts als Wälder und böhmische Dörfer ringsum. Hie und da mal ein Schloß dazwischen, wo eS aber zur Zeit meist mir alte Herrschaften gibt. Und ich bin nun einmal so. ich brauche Jugend und Fröhlichkeit! Ich Hebe bewegtes Geben, Eleganz Sport. Aber die Eltern sind alt und machen kein Hau« mehr. Selbst wenn sie's nun mir zuliebe tun wollen, ich "bitte Sie: womit denn? Mit den paar alten Herren und Damen, die unsere Rach- barschaft bilden, läßt sich ja doch nichts anfangen I Aber Vie müssen daS ja ebensogut wissen, wie ich, von AddenSloh her. wo Ihre Tante Lebe 22. September in Konjunktion mit der Sonne unv bleibt daher noch unsichtbar. — Saturn kommt, am 21. September in Konjunktion mit der Sonne und bleibt daher unsichtbar. Wettervoraussage für Freitag: Wolkig, später vereinzelte Riederschläge, LHl. wechselnde Winde. Vom atlantischen Ozean her naht ein Tiefdruck« gebiet, besten westliche Begrenzung durch unvollständige Meldungen nicht ersichtlich ist. Der Hobe Druck über Mitteleuropa hat sich bedeutend verflacht. Für morgen werden wir mit zunehmender Bewölkung rechnen müssen. • " Das Stadttheater, besten neue Winterlpielzeit am 5. Oktober eröffnet wird, veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil feine Abonnementseinladung. •* Der diesjährige Winterfahrplan wird auf den deutschen Eisenbahnen nicht, wie bisher üblich, am 1. Oktober, sondern erst am Montag den 2 4. Oktober cingefüfjrt werden. Die Gründe für die spätere Einführung des Wintersahrplanes sind, wie eS heißt, darin zu suchen, daß der Fahrplanwvchfel auf den französischen Eisenbahnen auch erst an diesem Tage eintritt und die Fahrplanänderungen auf den beiden Bahnen gleichzeitig eingeführt werden müssen. Eine Einführung zum 1. Oktober kann nicht stattftnden, weil Frankreich zum 1. Oktober den Uebergang aus der Sommer- in die Winterzeit durchführt: das Zusammenfällen beider Termine auf den 1. Oktober würde zu Irrtümern führen, die gerade im Eisenbahnverkehr die bedenklichste» Folgen haben würden. •• Das Hilfswerk der Deutsch- Amerikaner zugunsten der notleidenden Bevölkerung Deutschlands hat durch das Zentralkomitee für Linderung der Rot in Deutschland und Deutschösterreich (Central Relief (Komitee' schon viel Elend gelindert. Reuerdings sind in Gießen, Liebigstrahe 26. durch Vermittlung des Deutschen Roten Kreuzes als amerikanische LiebeSspenden zwei Säcke Weizenmehl durch das Katholische Schwesternheim und Hospital verteilt worden. ** Der Landesverband hessischer Kaninchenzüchter hielt am Sonntag in Darmstadt seine Hauptversammlung ab. Ueber die beabsichtigte Auflösung der Provinzialverbände und die Bildung von Kreisverbänden berichteten Efs-Offenbach und Steinbrecher-Darmstadt In Starkenburg hat nach Gründung von sechs KrelS- verbänden der Provinzialverband seine Auflösung beschlossen. Oberhessen und Rheinhessen werden nachfolgen. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Postkeller, 8V- Uhr, Oberschle'ier-Verfammlung. — Postkeller, 8' > Uhr. Versammlung ber W^bwings- lofen und Wohmingfuchenden. — OSwaldsaarien. Volksfest deS ReichSbundeS der Kriegsbeschädigten. — Der TranSportarbeiterver- b an 6 hält, wie au« einer Anzeige ersichtlich ist, morgen abend halb 6 Uhr für Die Arbeiter und Arbeiterinnen, die Im Transport- und Han- delsgewerbe beschäftigt sind, eine Versammlung ab, die zu der schwebenden Lohnforderung Stellung nehmen soll. Landkreis Gießen. * Q u e ck b o r n, 31. Aug. Hier mietete sich ein Ingenieur Fritz Hirsch aus Memel bei einem Landwirt ein. hals bei den Grntearbeiten, entlieh sich im Pfarrhaus Bücher und verschwand plötzlich in der Richtung Grünberg. Er hat auf diese einfache und billige Art den ganzen Vogelsberg kennen gelernt Da er angibt, beim Luftschiffbau Zeppelin in Friedrichshafen angestellt und auf einer Urlaubsreife begriffen zu sein, gewinnt er leicht Vertrauen. Er wird bereit« seit Juli von dem Amtsanwalt zu Lauterbach wegen Betrugs gesucht, hat wegen Betrugs eine mehrmonatige Gefängnisstrafe verbüßt, ist bei Zeppelin nur in 1919 aushilfsweise beschäftigt gewesen und stammt aus Erlangen. Kenntlich ist et an Kniehosen und dem nach außen gebogenen rechten Fußgelenk. Er ist 36 Jahre alt und dürfte ganz mittellos sein. Meldungen über seinen Verbleib sind an den nächsten Wachtmeister zu richten. Landkreis Gieflen. ± Hattenrod, 31. Aug. Der letzte Kriegsveteran, der 1866 und 1870/71 mitkämpfte, Konrad Albach, ist im Alter von fast 80 Jahren gestorben. Pfarrer Ries-Ettingshausen hielt die Grabrede und der Kriegerverein gab ihm das letzte Geleite. Kreis Lauterbach. nt. Allmenrod, 31. Aug. Vergangene Woche wurde im ^genannten H'gwald -Wischer Allmenrod und Frischborn ein 20jähr ges Mädchen aus Allmenrod von zwei Burschen überfallen unk vergewaltigt. Die Täter formten noch nicht ermittelt werden. „Ich war lange nicht bei Tante Isabella. Damals vor drei Jahren fand ich es sehr schön aut Addensloh." Sie hatten das Schloß erreicht. Anneliese rief einem Diener Im Vorübergehen zu: .Verständigen Sie meinen Bruder, daß Besuch da ist" Dann begab sie sich mit Wendloh in den Salon Rainer war sehr ärgerlich über die Störung. Da hatte er nun gerade all feine schönen Goldmünzen ausgeräumt und putzte fle vorsichtig mit einem Lederläppchen, und nun sollte er Knafl und Fall 'm den Salon! Glber so rasch ging das keineswegs. Er konnte doch die wertvollen Dinger nicht so offen Herumliegen lasten. Mochte Anneliese auch böse sein, so lange mußte sie schon warten, dl« er alles wieder verschloflen hatte. Ganz aNmählich machte er sich daran, Stück um Stück In die EtulS zurückzulegen, um diese dann In den dafür bestimmten Glasschrank zu bergen. Anneliese war gar nicht böse. Sie war |ß glücklich, daß Wendloh überhaupt wieder gekommen war, dah er nun hier neben ihr sah In derselben traulichen Kaminecke, in der sie so viele fröhliche Stunden gemeinsam verplaudert hatten und — daß Magelone nicht daheim war! Allerdings mengte sich in diese« GlückSgefüh, aud)_ ein Tropfen Wermut: Wendloh hatte eben erwähnt, daß er beim Kommen bereit« im Fürstenhaus seineü Abschiedsbesuch habe machen wollen, aber niemand daheim angetroffen habe. Und nun glitten seine Augen bei jedem Geräusch Im HauS erwartungsvoll nach der Tür. l Fortsetzung folgt) gefleUt. bleibt noch zu decken 346, 348, 640. 406, 650, 378, Schweizer granfen Fr. » 45.70 L. 100 Fr. 100 Ar. S so Braunschweig de- Berlin, iu bauen, mühten PonnefeldfsTee JL K rwatUti asd iogieM», Billigte Virtmtt Miede Haiti le Hin Stadttellei 5,40 amilicnwvhnungen zu errichten. Diese Bauart ft). Saarbrücken, 31. 2lug. Wegen 6,55 97,12 100 100 100 117,n 88,3) 117.83 97,3) 31.8. 6,80 524,- 790,- 444,- 383,50 6,90 3,72 6.85 100 1 100 Ar. Ar. Ar Sh- 124,60 368,60 316,15 85,16 665.80 = 21.75 - 25.20 - 44.35 - 1.512 = 688-50 zus. 44 000 Ml. 16 000 Ml. Hessen-Nassau. Mlllionentmterschlaguugea. Fr. 125, Ü I 23.SJ $ Ku Büro! Sd*diHM3j6 • ApcM» . Origen» frtJitt Drogerie Noll, Bahnhofstraße 51. 1453,50 1456,^0 1110,851131,15 10,28 10*32 Kreis Friedberg. Ende des Butzbacher Streiks. bz. Buh b ach, 31. Äug. In den Werken der hieligen Metallindustrie wurde heute g r ö tz - teateils die Arbeit wieder ausgenommen. Heute vormittag finden nach den gestrigen Verhandlungen vor dem Schlichcungs- ausschuh in Sietzen we'tere EmigungsverHandlungen zwischen den Vertretern der Ärdeitgeber und 622 - 507 - 520 - 740 - 469 - 380 - 777 - 617- 419,60 395,— 560,- den könne. Ein Häuschen von zirka 60 Quadratmeter Grundfläche mit zwei Zimmern und Küche im Erd- geschoh, zwei Zimmer im Dachgeschoh werde wohl für 55 000 biS 60 000 Mark herzustellen sein. Dre Kosten würden wie folgt aufgebracht werden: Reichsdarlehen 17 000 Mk. Sladtdarlehen H 000 Mk. Eigene Arbeit oder eigene- Kapital 10 000 Mk. Vermischtes. Das Sitten eiueS SchlichtnogSansfchusses. schäftSleitung fand vor dem hiesigen Schlich- tungSauSschuh eine Siyuna statt. Dieser ällte einen Schiedsspruch, in Dem es u. a. heißt, daß der SchlichtungSauSschuh, nachdem monstrierte gestern nachmittag die gesamte Ar- b e i t e r s ch a f t sowie viele staatliche und städtisch« Beamte gegen den LebenSmittelwucher, gegen politische Morde und für die sozialistische Republik. Aach einer Versammlung auf dem Schlotzvlah bewegte sich ein Zug von vielen Tausenden durch die Hauptstrahen der Stadt. 102,05 102,35 102,45 102,15 22.U2 22,08 21,77 21,83 124,90 369,40 316,85 85,34 667,20 KurS 31.8. 77.5C 78 20 76,- 68,75 196,- 345,- 276,75 222, - 207,50 187.5C 239,50 624*75 512,- 524,75 749,50 460,59 384,- 772,- 900.- 420,- 409,7: 385,- 652, - 345. — 680,- 383,- 68.75 Kirchliche Nachrichten. Israel. Äel igio ns - Gesellschaft Sabbatfeier, 3. Sept. Freitag abd. 6 40. SamStag vorm 8.00 Predigt. Tachm. 4.30. Dabdataus- yang 7.55. — WochengotteSdienst: morg. 630, abds. 6.30 Uhr. Handel. Berlin. 31. Äug. Borsenstimmungs- bild. Am Markte der fortlaufend notierten Werte machten sich Aealisierungsbestredungen, namentlich bei Beginn, bemerkbar. Die Kursbewegung war infolgedessen ungleichmähtg. Die Rückgänge, besonders bei Montanwerten, waren erheblich. Buderus waren über 30, Harpener etwa 20 und Phönix über 20 Prozent niedriger. Spe- zialwerte waren dagegen zum Teil weiter höher. Thaler Eisenhütte gewannen 100 Prozent. Benz- Motoren waren auf MetnungSkäufe höher. Für Schissahrtsaktien zeigte sich weiter Intereste zu meist gebesserten Kursen. Am Einheitsmarkte herrschte wieder ein grvher Kaufandrang des Privatkonsums. Hiervon ausgehend war di« Stimmung allgemein befestigt, zumal auch die Erwartung einen günstigen Einflutz ausudt, datz die heutigen Demonstrationen einen ruhigen Verlauf nehmen. Das kräftige Anziehen der Devisenpreise übte keinen besonderen Einflutz aus. Der Anlagemarkt behielt seine ruhige und feste Haltung. Frankfurt a. TL, 31. Aug. Börsen- stimmungsbild. Die Spekulation legte sich auch heute wieder Zurückhaltung auf, so datz das Geschäft auf den meisten Märkten sich etwas ruhiger abwickelte. Mich im freien Verkehr blieben die Umsätze b scch?idener. Benz-Motoren schwankend. In Hansa Lloyd kam etwas Ware heraus Ang boten waren Sudsre-Ph^sph't. South West ebenfalls angeboten. Türienwerte gefragter. Auf den Inlandsmärkten war das Geschäft ruhiger. Montanpapiere unterlagen in der Mehrzahl "Abschwächungen. Es fanden zu Beginn Realisierungen statt, wobei Bochumer, Harpener, Oberbedarf und Deutsch-Luxemburger nachgaben. Auch In Elektrowerten trat dieselbe Erscheinung zutage. AEG. und Lahmeher gaben erheblicher nach. Felten und Guilleaume bei erster Rotiz 10 Prozent höher. Siemens u. HalSke behauptet. Chemische Werte unregelmätzig. Von sonstigen 3n- dustri.'werten schwächten Hirsch-Kupfer w.iter ab. Zellstoff-Aschaffenburg zu höheren Kursen gesucht. Im Verlaufe trat wieder mässige Befestigung ein Die Börse schlotz ruhig. Morgen bleibt die Börse geschlossen. Devisen und Toten werden notiert PrivatdiSkont 3s/< Prozent. Frankfurt a. TL, 31. Äug. Der Dörsen- vorstand teilt mit, datz infolge der weiteren übermäßigen Anhäufung der Börsenaufträge folgende Tenberungen im Börsenverkehr eintreten: 1. An Samstagen im September fällt die Wertpapierbörse aus. Devisen werden jedoch notiert. 2. Bis ernschlietzlich 15. September fällt die Abendbörse aus. 3. Gleichfalls bis 15. September einschlietzlich finden an den Dienstagen und Donnerstagen keine Börsenversammlungen statt. Tur Devisen und Toten werden notiert. Frankfvrt a TL, 1. September. Kreis Wetzlar. wa. Wetzlar, 31. Tug. An der .Eisernen Hand" (unterhalb der vlar.weide) wurde gestern die L e i ch e eines etwa 18jährigen jungen Mädchens aus der Lahn gezogen. Sie wurde als die Tochter einer hiesigen Arbeiterfamilie fest- 186. - 6.80 0.70 6.35 45 C0 21.80 25.90 44.50 1.60 585.- 3.25 6.90 6,21 15,- 118 Landwirtschaft. Dauern regeln vom September. Wenn der September noch donnern kann. Hühneraugen Hornhaut. Schwielen « Warzen 67 ,30 676,70 1474,*0 1477,50 1126,351128,65 1^68 10J2 Datum: Zürich . . . . Amsterdam . Kopenhagen. Prag Stockholm . . Wien London . . . Taris . . . NeugorK. . . Thristiania. . . Kopenhagen . . Stockholm . . . helsingfors. . . Italien . . . . . London •Jleupork . . . < Vans...... Schweiz. . . . Spanien . . . Wien (altes). . Dentsch-Oesterr. Prag Budapest. . . Bulgarien . . Konstantinopel Wechsel auf AeDanb ....... Deutschland. • • • . Wien ....... Prag Paris . London ...... Italien....... Brüssel Budapest ..... Neuyork. ...... Agram..... • . Bukarest...... 1.7.1 L . . Fr. 12», 4) . . FL 59,2) . . Ar. 83,8) Börsenkurse. Frankfurt Ttrlto 1-Uhc- 1-Uhr- Schlutz- Schluh^ 6.16 14,84 1 1.171 Gerichtssaal. Frankfurt a.M., 31. Aua. Margot de la Eamp nannte sich die 26jährige Kontoristin Alice Stademeher aus Strahburg, welche i m Kriege den Franzosen Spionage leistete und bei Avricourt verhaftet wurde. Ihren Kollegen soll damals eine Kugel vom Leben zum Tode Verholfen haben, während sie drei Jahre Gefängnis bekommen haben will. Hm sich unkenntlich zu machen habe sie einen falschen Tarnen angenommen. Da daS Gericht ihre Angaben nicht nachprüfen konnte, obwohl sie nicht ganz glaubwürdig waren, gab man ihr wegen intellektueller Urkundenfälschung 2 Monate Gefängnis. Ar. = 3.25 L. -= 6.95 zus. 60 000 Mk. Diese 16 000 ML mühten in anderer Weise, durch Anteilschein oder Anleihe, ausgebracht werden. Wit einem Schlage könne die Erstellung einer groben Zahl von Wohnungen nicht erledigt werden. Es dürfe auch nicht leichtsinnig an eine so schwierige Aufgabe herangetreten werden. Die Ansicht, dah nur für Begüterte gebaut werden oll, sei irrig. Man werde bestrebt sein müssen. Minderbemittelten, besonders Kriegsbeschädigten, oweit möglich, Wohnung zu beschaffen. Sladtv. Fourier sprach dann mehrmals gegen die Teugründung, in der er nur eine 3er- plitterung der Kräfte zur Bekämpfung der Wohnungsnot sehen könne, die besser in der gemeinnützigen Baugenossenschaft zusammengesaht würden. Eine ganze Anzahl Redner widersprachen ihm: bei der Baugenossenschaft hätte das einzelne Mitglied kein Interesse am Bauen, da ja die Genostenschaft als solche die Bauten ausführe, während beim Sigenheimbau jeder Genoste eigener Bauherr sei und Int eigenen Heim wohne. Der Statutenentwurs wurde nach Verlesung mit einigen unwesentlichen Teuerungen angenommen. Sodann wurden Vorstand und Tufsichtsrat gewählt. Dem A u f s l ch t s r a t gehören an die Herren: Winn, Dr. EbeL Dr. Walger, Lampe, Dr. Krausmüller, Tllolaus, Strohwig; em Vorstand die Herren: Weihbäcker, Weidig, Güler, Wenzel, Welsch, Berg, Reih, Schäfer, Schuhmacher, Philippi, Schneider, A. Schmidt, Mattern. Zum Schlüsse sprachen noch die Herren Weihbäcker und Winn über die nächsten Arbeiten und Pläne der Genossenschaft. Vor allem müsse endlich mit praktischer Arbeit begonnen werden. Staats- und Stadtzuschüsse seien zu sicherrn, die Geländefrage zu regeln, die Leistungöfahiakeit der einzelnen Mitglieder, sei eS in Geld oder Arbeitsleistung, festzustellen usw. Weitere Zuschüsse, in erster Linie für die Beamten in der Genossenschaft, seien auch von Eisenbahn- und Oberpostdirektion zu erhoffen. All diese Vorarbeiten würden so gefördert, dah im Spätherbst dieses HahreS mit einer Anzahl von Bauten wohl begonnen werden tönne. -.'ehren. Dem Ein- erlassen, auch in anderer Weise zu bauen, wenn ihm die erforderlichen Mittel zur Verfügung stehen. Richt grvhe Kolonien für eine bestimmte Richtung sollten an einem Platz errichtet werden. Die Pläne gingen vielmehr dahin, in verschiedenen Teilen der Stadt, je nach Bedarf der Mitglieder Häuschen zu errichten und möglichst an Stellen, wo die Beschaffung eines Teiles der Materialien keine groben Schwierigkeiten biete, um Transportkosten möglichst zu ersparen. Wenn >ruch das Eigenheim das Ideal sei, ,fo dürfte es sich doch empfehlen, auch Zwei- fpd. Altendiez. 31. Aug. Aus dem ehemaligen Hedungsplah, dessen Betreten streng verboten ist, fanden Kinder einen Explosivkörper, der im Augenblick der Berührung zersprang. Hierbei wurde der 11jährige Karl Teusch schwer verletzt. Tamentlich sind beide Augen derart in Mitleidenfchast gezogen worden, datz mit ihrem Verlust gerechnet werden muh. fpd. Gers weil er, 31. Aug. In einem Schuppen am hiesigen Bahnhof wurde ein 18- jähriges Mädchen erschossen aufgefunden. Als verrnullicher Täter wurde ihr Liebhaber, ein Eisenbahnbeamter, in Haft genommen. ♦ Eine Fliegerin von 83 Iahren. Eine unternehmungslustige alte Dame ist augenscheinlich die Londonerin Mrs. Haynes, die sich trotz ihrer 83 Jahre nicht abhalten lieh, einen Flug zu wagen. Es war ihre erste Fahrt in der Flugmaschine, die sich ziemlich weil ausdehnte. Sie flog 11.20 Hhr vormittags von London ab und landete um 2 Hhr bei Paris, fuhr dann im Auto in die Hauptstadt hinein und stieg 4.23 Hhr zur Rückreise nach London wieder ins Flugzeug. Sie erklärte sich höchst befriedigt von ihren Eindrücken und war von dem anstrengenden Ausflug keineswegs zu sehr ermübet Allerdings hat die alte Dame ihr ganzes Leben lang ein besonderes Vergnügen am Reisen empsunden und noch im letzten Frühjahr eine Autofahrt durch Palästina unternommen. auch das Landesarbeits- und Wirtschaftsamt auf «ine Anfrage mitgeteilt, das) es ebenfalls die erforderliche Hnterstützung gewähre. Bezüglich der Bauart sei zu bemerken, dah die Häuschen tunlichst aus Holz ausgeführt werden. Durch Hebemahme der Baracken des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers von der Stadt sei Gelegenheit geboten, billiges Holz zu beschaffen, und es dürfte sich der sogenannte BauernhauSstil als am einfachsten und billigsten empfehlen. Um billig zu ' wir zu den alten Formen zurücn« -einen bleibe es überlassen, auch i Gießener Strafkammer. Dietzen, 30 Aug. 1921. Der ehemalige Schutze im ReichSwrhr-Regi- ment K St. wurde von der Anklage des Diebstahls einer Hose aus dem Spind eines Kameraden mangels ausreichenden Beweises freigefprochen. Wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an einem Kind unter 14 Jahren wurde der Arbeiter H. L. aus einem Tachbarorte zu 6 Monaten Gefängnis Verurteilt Der LandwirtSsvhn K. L. von H. war als Vater eines von der K. L. daselbst geborenen Kindes auf Unterhalt verklagt worden. In dem AlimentationSprozetz wurden mehrere Zeugen vernommen, die L. zu einer falschen Aussage zu verleiten versucht haben sollte: er stand deshalb heute vor Gericht, konnte jedoch 'des ihm zur Last gelegten Verbrechens nicht überführt werden und wurde freigefprochen. mc Frankfurt a. M, 31. Aug. Der beim lhicsigen AbwlcklungSaml angeiteöte Kauf- Mann M aus Oberrod hat sich bei seiner Tätig- teit Millionenunterschlagungen zu Schulden kommen lassen. Zahlreiche Autos hat er auf eigene Rechnung verkauft und auch sonst Gelder genommen, wo er sie bekommen konnte. Die es der Mann trieb, geht aus der Tatsache hervor, datz er selbst zwei Automobile besatz, mit denen er grobe Touren machte Ende der vorigen Woche nun wurde er mit mehreren seiner Fann- Tienmitglieder verhaftet Die endgültige Summe ber veruntreuten Gelder steht noch nicht fest. Eine TeghnentSfeier in Marburg. js Marburg, 30. Tug. Mit einem Tusflug nach Hansenhaus ging gestern nachmittag nach dreitägiger Dauer der RegimentStag des 83. Reserve-Infanterie -Re gim en ts zu Ende Der Begrüssungsfeier im „Fronhof" am Sonnabend schlotz sich am Sonntag bei zahlreicher Beteiligung in den Stadtsälen die Tagung an, bei der beschlossen wurde, datz für die Reserve- Dreiundachtzlger, dessen Ersatz-Bataillon und Rekrutendepot nur ein einziger Verein mit dem Sitz In Marburg massgebend ist und diesem sich die Ortsgruppen anschliehen. Im Tnschluh fand auf dem Ehrenfriedhof im HabichStal ein Feld- gotteSdienst statt, bei dem die Garnisonkapelle und der Liederveretn mitwirkten und Pfarrer Waltemath die Tnsprache hielt Später schlotz ssich Gartenkonzert In den Stadtsälen und Tuf- eührungen und Ball an. Die Stadt trug Flaggen- Ichmuck. ][ Marburg, 30. Tug. In den Stadtsälen . beschäftigte sich gestern abend eine von den kommunalen, den gewerblichen und dem Bauernverein etnberufenc Versammlung mit den Steuervorlagen, besonders mit dem Plane der Gold- zwangSgrundschuld. Tach Tnsprachen der Herren Kaufmann Schneider und HauptgeschäftSführer Fürst wurde eine Entschlietzung gegen diese Steuervorlag en, die uns an den Rand des Abgrunds bringen würden, angenommen und Er- trag-steuem bei Aufhebung aller die freie Wirt- Ifchcht hemmenden Bestimmungen vorgeschlagen. fpd. Frankfurt a. TL, 31. Tug. Hm sich der Fahrgeldzahlung auf der Stratzenbahn zu entziehen, sprang am Montag ein Mann von einem schnellfahrenden Motorwagen ab. Er schlug habet so hart auf daS Pflaster auf, datz er nach kurzer Zeit verstarb. fpd. Frankfurt a_TL 31. Tug. Tuf der Kreuzung der Homburger Landstrabe mit der Straßenbahn nach Homburg bei Obereschbach stieb ein Kraftwagen mit solcher Wucht gegen einen Vtrahenbahnzug, datz der Motorwagen auS den Schienen sprang. Zahlreiche Fahrgäste erlitten durch die umherfliegenden Glas- splitter leichtere Verletzungen. Beide Wagen wurden sehr stark beschädigt Der Zusammenstob dürfte daraus zurückzuführen sein datz das automatische Lautesignal der Stratzenbahn versagte. deutsche Bank . . . Disconto-Desellschast Dresbner Bank. . . Nationalbank f. D. . Mitteld. (Erebitbanh. H.-Amerik Pakets. . Norddeutscher Lloyd. 'Loch Gußstahlwerk . D.-fiufemb. Berg«.. Delsenkirch. Dergw. . harpener Bergbau . Oberschles. Eisenb.-B. Oberschles. Eiseninb. . Phönix-Bergb -Akt. Dab. Aniltn- u. Soba Höchster Farbwerk«. Llektr. A. E. D Schuckert-Werke. . . Felten-Guilleaum», . Daimler Bub.- Lisenw.- Akt. . Adlerwerke 4*/. Hess.Ltaatranl. , Elektron (Brie,beim. er Einblick in die Geschäftslage genommen habe, zu der Erkenntnis gekommen fei, daß sich eine Lohnverminderung nicht vermeiden lasse. Der Ausschuß empfahl der Firma, eine gestaffelte Lohnverminderung derart eintreten zu lassen, daß hiervon die niederen Einkommen weniger getroffen werden als die höheren. Der SchlichtungSauSschutz legte der Firma auf, dah sie bei Annahms des Schiedsspruches durch die Arbeiter vorerst, zum mindesten aber zwei Monate, von jeder BettiebSeinschränkung gegenüber dem heutigen Stande absieht. Die Vertreter der Firma Röchling nahmen den Schiedsspruch an, während die Vertreter der Arbeiterschaft erklärten, erst die Betriebsversammlung fragen zu müssen. Der Vorsitzende deS Ausschusses sprach den Wunsch auS, dah das Verfahren der Firma Röchling, die dem SchlichtungSauSschuh in seiner Gesamtheit zur Information über den tatsächlichen Stand deS Hnterneh- menS Einsicht in die Geschäftsbücher gewährt habe, bei gleich schwierigen künftigen Verhandlungen vorbildlich sein möge. Die Gründung einer Gigenheimbau-Genossenschast in (Sieben. Dieben, 1. September 1921. Tachdem die Arbeiten der vorbereitenben Kommlsfion einer Eizenheimbau-Genossenschaft au einem gewissen Abschluh gekommen waren, wurde gestern abend die eigentliche Gründung der Genossenschaft vollzogen. Die GründungSverfamm- lung tagte Im groben Sitzungssaal des Stadthauses und war recht gut besucht. Oberpoflsekretär Weibbäcker eröffnete die Versammlung und dankte besonders dem Oberbürgermeister für Heberlassung des StadthauS- saales. Stadtverordneter Winn hielt dann ein längeres Referat über die Cigenheimbaubewegung. Zunächst berichtete er über die bisherige Tätigkeit der vorbereitenden Kommission. Der Oberbürgermeister der Stadt Dieben habe feine bestmöglichste Hnterstützung versprochen. In einer Sitzung mit Vertretern der Stadt seien die Anwesenden mit den Vorschlägen des Oberbürgermeisters einverstanden gewesen und es sei zu 'hoffen, dab die Stadl dem Eigenbau weitgehendste Hnterstützung zuttil werden läs e. Inzw schen habe Kurs KurS ÄurS 30. 8. 31. a. SO. 8. 77.50 77,50 jei billiger und bringe dem Erbauer durch Ein» nähme von Mietzins eine erhebliche Erleichterung. QBet es sich leisten könne, solle bei dem Ein- . ।v. wuuiviuucn, ui. ■wiyi» tamilienhaus bleiben. Jeder Bauende solle sein | Lohnstrelttgketten zwischen der Belegschaft der Büchertisch. — Albert Gebhardt. .Politisch, Gespräche": (Verlag der Liga zum Schuhe der deutschen Kultur, Berlin W 35). Vier Heftchen »WaS heitzt Schuld am Weltkrieg?", »Wie entstand der Weltkrieg?", »Was beweisen die belgischen Akten?", »WaS enthüllt der serbische Geschäftsträger in Berlin Bvghitschewitsch?" (In einem Teil der Auflage wiederholL) Die englische Presse über die kritische Lage in Deutschland. London. 31. Tug. (WTD.) Die Morgen« blätter beschäftigen sich in ausführlichen Telegrammen aus Berlin mit der kritischen Lag« in Deutschland. WirthS Erklärung, datz du Republik in Gefahr fei, findet grösste Beachtung Die .Time S" fchreibt in einem Leitartikel, Der Wiederausbruch der heftigen monarchistifchen Kundgebungen in Deutschland müsse auf die 0 be r- schlesische Frage ungünstig elnwir- ten. Der Berliner Berichterstatter des Blattes sagt, eS feien zahlreiche willkommene Anzeichen vorhanden, dah, wenn die Regierung Wirth die notwendige Festigkeit zeige, eS ihr nicht an Hnterstützung mangeln werde. Frankreich als Geldgeber des polnischen Militarismus. P a r l S. 31. 2lug. (WTD.) Wie die Blätte» melden, hat der Abgeordnete Tu rlol gestern In der Finanzkommission eine Anzahl Fragen gestellt über die Vorschüsse, die der fran- zö fische Staatsschatz Polen gewährt hat und besonders über die Fristen der Zurückzahlung. Er fragte, fall« die französische Re-' gterung die Ausgaben bezüglich der polnischen Munition zu ihren Lasten nehmen würde, In welches Kapitel Des Budgets diese Ausgaben eingereiht würden. Dom irischen Bürgerkrieg. London, 31. Tug. (WTB.) Bei den gestrigen Kämpfen zwischen Sinnseinem und Hlster- leuten in Belfast wurden 8 Personen getötet und 54 verwundet. In den Stratzen der Stadt wurden Sandbarrikaden errichtet. In den Haupt- straben patrouillierten Panzerwagen. Sozialistische Demonstration Datum: 5 •, Disch- AriegsanL 47, D'sch- BeickranL 87, Dlsch. BeichsanL 4*, Preutz. Aonfols Darmstädter Bank . Züricher Devisenmarkt. 31.8. 1.9. Berliner Devisenmarkt. Geld Brief Geld Driq Datum: 30. August. 31. AvgusL Amsterdam. Aotterd. 2672,30 2577,70 2722.25 2727.74 Brüssel-Antwerpen . 641,86 643,15 6x* 4,30 655,70 1166,301168,70 1176,30 1178,70 147'\50 1 481,50 1513,45 1516,öS 1853,10 1856,90 1860,60 1864,tO ' ----- 125,l® 125,40 375,60 376,40 320,15 3:0,8S 86,28 86,46 Marknotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: 3J.8. fetzen die Bäume viel Blätter an. — Wenn Septemberregen den Winzer trifft, so ist er so schlecht als Gift — Viele Eicheln Im September, viel Schnee im Dezember. — Im September Gewitter, viel Schnee im März, ein reiches Kornrohr aller- wärtS. — Wittert'- im September noch, liegt im März der Schnee noch hoch. — Tach Septernber- getoittern, wird im Hornung vor Kälte zittern. — Septemberregen, kommt Saaten und Reben gelegen. Kirche und Schule. W. Sieben. 31. Tug. Tuf einer Konferenz der Lehrer deS Dezirksvrreins Gieben-Land, auf der der Vorfreude übet die TeamtenbunMtagung in Darmstadt berichtete, kam es, wie uns mitgeteilt wird, zu heftigen Auseinandersetzungen über die Besoldung der Beamten nach Ortsklassen. Die von- der Härte dieses .Orttklasienunfuges" am meisten b.trolferen Angehörigen der L-Klasse machten besonders dem Vorstand des Hesiischen Deamtendundes bittere Vorwürfe. Der 1. Schriftführer des Hessischen Vearntenbundes, Dr. Clatz, Darmstadt, wird nunmehr in einer KreiSlehrerversammlung cm 3. September, die im katholischen VereinShaus ftatt- firtbet, die Geschäftsführung des Vorstandes zu verteidigen suchen. Bei der Erregtheit der Gemüter tfl mit einer lebhaften Debatte zu rechnen. eigner Bauherr fern, und seine Einrichtung IFirma Röchling-Völklingen und der Ge- sowie sein Haus nach seinem Geschmack Herstellen. h*.«. k«™ kioHnon A * I i rft. Bedingung sei hierbei nur, dah der Baustll im äuhecen in einheitlichen Formen ausgeführt und kein HauS über Zweistockwerkshöhe gebaut werde. Unter sachkundiger Leitung werde jedenfalls alles versucht, um so billig als möglich zu bauen. Wer einen Teil eigner Arbeit leiste, werde durch gelernte Arbeiter angeleitet, sv dah ein ziemlich hoher Betrag durch diese Selbsthilfe erspart werde, der mindestens auf 10 000 Mark veranschlagt wer- 100 fR - 181.50 100 ORfc. = 6.775 100 Ar. = 0.70 100 Ar. = 6.95 Stadt-Theater Abonnements-Einladnng. 3n der Spielzeit 1921/22, die vom 5. Okt. 1921 bis zum 23. April 1922 dauert, werden an den Tagen Dienstag, Mittwoch und Freitag je 25 Abonnementsvorstellungen stattfinden. An allen Tagen beginnen die Vorstellungen um 7 Uhr. Gegenüber den Tageskarten sind die Abonnementskarten um 25 Prozent billiger. Bei Nichtbenutzung derselben können, wie bisher, Gutscheine gelöst werden. Der Preis für 25 Vorstellungen beträgt: Proszeniumsloge, Rangloge und 1. Rang Dorderplah 230 Mark Ihre Verlobung geben bekannt Auguste Seipp Hermann Süßel I Ober-Hörgern Lich ♦ 1. September 1921. VeutscherCransportarbeiterverbanü Grtsverwalt. Gießen. Bureau: Schanzenstr. 18. Tel. 18. 1. Sperrsitz, 1. Rang Mitte.....200 2. „ 1. „ Rückplatz . . . 160 „ 3. „ 2. „ Dorderplah u.Pro- szeniumsloge . . 120 „ 2. Rang Mitte.........90 vorbehaltlich etwaiger Zuschläge für sämtliche Preise bei Einführung der Billett- und Vergnügungssteuer für das Stadttheater. Anmeldungen zum Abonnement sind bis zum 11. September 1921 an die Stadtverwaltnng - Bergstraße, Zimmer Rr. 12 - nur schriftlich mit der Aufschrift ..Stadttheater-Abonnement" zu richten. Sie werden nach der Reihenfolge des Einlaufs erledigt. Die letztjährigen Abonnenten haben Anspruch auf Beibehaltung ihrer Plätze an ihrem Abonne- mentstag, wenn sie diesen bis zum 11. September geltend machen. 9447B Ser MtMuMrej«. Ser MrdlirmmeWk. Belarmtmachuns. Don den Schuldverschreibungen der Stadt Grün- terg wurden durch Auslosung zur Rückzahlung bis 1. Januar 1922 bestimmt: a. Don der Anleihe von 1895 UH. F. ä 200 Mk. Rr. 2, 42, 17, 7, 22, 18 — 1200 Mk. b. Don derAnleihe vom l.Ianuar1896 Lit. A. ä 1000 Mk Rr. 12 = 1000 ., e. Don derAnleihevoml.Oktoberl888 Lit A. a 200 Mk. Rr. 60, 55, 36, 56, 76 = 1000 „ Grünberg, am 31. August 1921. [9477D Bürgermeisterei Grünberg. Ranft. Obstversteigerung. Am Samstag den 3. September ds. 3s. soll das Obst der Gemeinde Langsdorf, bestehend aus Zwetsthen, Aepfeln und Birnen, an Ort und Stelle öffentlich meistbietend, unter den vor der Versteigerung bekanntzugebenden Bedingungen, versteigert werden. Anfang vormittags 9*/.? Uhr am alten Marktplatz. Langsdorf, den 31. August 1921. 9470D Bürgermeisterei Langsdorf. Bender. Aus meiner Abteilung rS»» biete ich an: AMOWeLI-g Kappe, mit nied. u. hoh. Absatz, Mk. M V Freitag den 2. September '.921, abends ",6 Ubr findet im GewcrkschaftSbause großeversammlung stall. Tagesordnung: (Entgültige Beschlußfassung über Annahme oder Ablehnung des Bescheids des Arbeitgeberverbandes für Handel und Gewerbe. Zu dieser Versammlung sind eingeladen Kraftfahrer, fvubrleutc, Lagerarbeiter aller Art, Arbeiterinnen. Um vollzähliges Erscheinen wird dringend ersucht. «mD___Die Ortsverwaltung. Ausschneiden2 Aufheben! Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbl. und ehemalige Kriegsteilnehmer Unterbezirk Oberhessen, Sitz Gießen. -I»ttAsgcd-r8tsSestsstc8k8it8t!i,!>!k>istlittr8 von jetzt ab: Dienstag von 8—12, 2—6 U6r| Donnerstag „ 8—12, 2—6 „ Samstag „ 2—6 „ Für Mitglieder kostenlose Auskunft und Beratung in allen .Renten- und wirtschaftlichen Angelegenheiten. Mwh Tic Untcrbezirkslcitung. gez. Köhler. KÖTEL EINHORN EiMMODIN »SBEBJE Jeden Donnerntagabend ab 9 Uhr Snmxtag nnd Sonntag ab 8 Uhr: oeui Künsikr-Konzeri Achtung! Achtung! WnfWI»140 hohem Absatz, versch. Formen, Mk. SmeiMl 140 in drei verschiedenen Formen, Mk. •*> !SM *5 AW i WM.MMIISW Ab beute Franz Neumeier Sonnenstraße 20 Fernruf 1212 des beliebten Vamen-Slarorchefters 4 Damen! „ElblUst" 2 Herren! Es ladet freundlichst ein Heinrich Rusch, Sonnenstraste 011835 Kanzlciberg 5 | Vermietungen | Haus als Lagerraum ob. 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