llr. 151 Der 6te(|CHtr Lnzeiger mit der Dunstagsbeilnge ,5Por1-UmschaR" «• scheint täglich, außer Sonn, und Feiertags. Monatliche vezuarpreise: JJlarh 5.- einschließlich Trägerlohn, durch di« Post bezogen Mark 5.75 einschließlich Bestellgeld. Fernsprech. Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 ; für Druckerei, Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Lineiaer Sießen. Postscheckkonto: $rantfurt a. M. 11686. Erster Blatt 171. Jahrgang Zrettag, 1. Juli 1921 Ä ä Annahme von Anzeige» WW für die Tagesnummcr GichenerAnzeWl W Hauptschriftleiter: Lug. General-Anzeiger für Oberhessen RZW ” " e 1 Anzeigenteü: Hans Beck, druck und Verlag: vruhl'sche Ulliv.-Vuch- und Steinbruderti R. Lange. Zchristleitung, Seschäftrftelle und Druckerei: Schulfttatze 7. sämtlich in Gießen. Eine der tiekvmitee ortgesetzt. tietomitee und den Vertretern der deutschen Regierung übermittelte das Garantiekomitee der deutschen Regierung 5 Roten, in welchen zu den deutschen Vorschlägen Stellung genommen wird. Die erste Rote behandelt allgemeine Fragen zur Ausführung des Zahlungsplanes vom 5. Mai 1921. Die von der deutschen Regierung gemachten Vorschläge werden unter einem gewissen Vorbehalt für das lausende Jahr angenommen, daß unter gewissen Voraussetzungen außer der bis zum 31. August zu zahlenden MU- fiarde Gvldmark in dem ersten Jahr zum 1. Mai Völkerbundstagung in London. Heimatsliebe aus, für die Kampferfolge, die sie errungen und für die Besonnenheit, die sie bewiesen haben. Ruch den im Augenblick noch un- erlöften Landsleuten dankt der General, daß sie bis zuletzt sich mit Treue zu ihrem Deutschtum bekannt haben. Gelingt den Alliierten die Säuberung des Landes von den Insurgenten, dann sei die Aufgabe des Selbstschutzes jetzt erfüllt und er werde sich wieder auflösen. Fünf Noten der Garantiekommission । 300 Millionen Gold- I geglaubt, unsere Mithilfe, die ich ihr immer rend die übrigen nach wieder angeboten habe, ablehnen zu müssen. Das dem Zahlungsplan zu leistenden Summen durch | Sachleistungen und durch Erhebung einer Aus- suhrabgabe in den Ententeländern abgegolten werden, vorausgesetzt, das) die Sachleistungen und die Aussuhrabgabe den angenommenen -Umfang erreichen. 3m weiteren Verlaufe betont die Rote die Rotwendigkeit, denKursderMan zu festigen und hierzu das Budget durch eine Finanzreform ins Gleichgewicht zu bringen. Die Rote beschäftigt sich mit dem Begriff „Ausfuhr" und ersucht die deutsche Regierung, den Ausfuhrindex durch einen anderen Wertmesser für die wirtschaftliche Leistungsfähigfeit Deutschlands zu ersehen. Hier wird die endgültige Entscheidung der Reparationskommissivn aus Grund weiterer Vorschläge der deutschen Regierung Vorbehalten. 3n der briten Rote wird die Erhebung einer Ausfuhrabgabe von 26 Prozent besprochen. Das Garantiekomitee behält sich ausdrücklich das Recht vor, eine Erhebung der Ausfuhrabgabe zum Zwecke der Devisenbeschaffung zu verlangen, wenn eine anderweitige Beschaffung der Devisen zum Zwecke der (Erfüllung der variablen Leistungen des Zahlungsplanes zuu Schwierigkeiten führen sollte. 3n der vierten Rote wird wegen der Zölle bemerkt, das) das Garantiekomitee aus eine Verschreibung die Zolleinnnahmen, wie sie Art. 7 des Zahlungs- 1922 an Devisen nur noch matt zu zahlen sind, wäh: Die bolschewistische Wirtschasts- politikr in Rußland. Der stellvertretende Vorsitzende des Obersten Sowjets, Miljutin, schrieb in der Moskauer „Jswestija" vom 20. Mai folgende interessanten Sätze: „Auf dem Gebiete der Wirtschaft macht sich gegenwärtig die äußerste Erschöpfung der Lebensmittel-, Rohstoff- und Heizstoff- Ressourcen bemerkbar. Beginnend mit der Oktoberrevolution, hat unsere Industrie von den Vorräten gelebt, die von früher vorhanden waren.... Laut angestellter Berechnung ü b e r st e i g t die Produktion der b e st en Fabriken und Werke gegenwärtig nicht 30 Proz. der Vorkriegszeit, in einer ganzen Reihe von Industriezweigen ist die Produktion noch geringer. Am ungünstigsten ist die Lage der metallurgischen Industrie. So betrug die Produktion von Gußeisen im Jahre 1920 1 nur 6 Millionen Pud, d. h. 2,5 Proz. der D.or- kriegsproduktion. Im Jahre 1921 beabsichtigen wir 10 Millionen Pud Gußeisen zu gewinnen, was in Friedenszeiten produziert wurde.... Gegenwärtig kann man den Bürgerkrieg als beendet ansehen, jetzt liegt die Möglichkeit vor, die Wirtschaftspolitik von Grund aus zu verändern.... In ihrem Verhalten gegenüber der Großindustrie müssen die Organe des Obersten Sowjets der VollSwirtschaft in erster Linie danach streben, sie qualitativ zu heben. Die Industrie muß allmählich konzentriert werden. Bei einer Konzentrierung der Produktion wird die Möglichkeit vorhanden sein, die Versorgung der Arbeiter zu verbessern, wodurch die Flucht der Arbeiter auS den Betrieben ins Dorf aufhören wird. Zu diesem Zweck hat die Sowjetregierung eS für notwendig befunden, den Arbeitern Raturalprämien auszuteilen. Um die Großindustrie zu heben, wird eS gleichfalls notwendig sein, die innere Einrichtung der Fabriken und Werke zu verbessern. In erster Linie muß der Salz-, Textil- und Lederindustrie Beachtung geschenkt werden. Die Hebung dieser Industriezweige wird den staallichen Warenaustausch- fondö bedeutend vergrößern, und zwar gerade mit den Gegenständen, deren die Arbeiterund Dauernmasse besonders dringend bedarf. Eine nicht weniger wichtige Aufgabe der Wirtschaftspolitik der Sowjetregierung ist die Unterstützung der Klein- und Hausindustrie." Neues aus Sorvjetrutzland. Kopenhagen, 29. Juni. (WTB.) Rach einem Telegramm der „Politiken" auö HelsingforS ist die Stimmung des d r i t - ten internationalen Kongresses in Moskau äußerst matt. Trotzky erklärte, daß das internationale Proletariat eine offensive Haltung einnehmen müsse. Die Lebensmittelversorgung in der Sowjettepublik soll verzweifelt sein. Die Sowjetverwaltung von Moskau habe beschlossen, ihre Käufe im Auslande auf Lebensmittel zu beschränken. Im Wolgagebiet ist eine Mißernte zu verzeichnen. Kopenhagen, 30. Juni (WTB.) „Der- lingske Tidende" meldet aus HelsingforS: Der Kongreß der dritten 3nternatio- n a I e wurde am 20. Juni von Sinowjew eröffnet, der in feiner Begrüßungsansprache u. a. erklärte daß die Kommunisten ihre offensive Politik fortsetzen müßten. Rachdem verschiedene fremde Vertreter aus Deutschland, England, Italien, Japan und Frankreich Huldigungsansprachen an Rußland gehalten hatten, wurde Sinowjew zum Präsidenten des Kongresses gewählt. Dann fang der bekannte russische Sänger Schalapin mehrere Soldatenlieder. Später sprach Trotzki in deutscher Sprache über die Weltkrise. Der Kongreß, der 1100 Delegierte zählt, wird bis Mitte Juli dauern. Kopenhagen, 30. Ium. (WTB.) Die Zeitung „Obschteje Djelo" teilt mit, baß bie antisemitische Bewegung unter ben russischen Arbeitern und Bauern immer mehr um sich greift Im Gouvernement Homel kam es zu blutigen Judenverfolgungen, die von dort nach Wolhynien, wo namentlich in Radomhel furchtbare Pogrome abgehalten wurden, sich hinzogen. __ Aus Oberschlefien. Ein Aufruf des Generals Höfer. Oppeln, 1. Juli. (WTB.) Der Führer des Selbstschutzes, General Höfer, hat einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: Kameraden, der Vormarsch der interalliierten Truppen zur Befreiung unserer Heimat hat endlich begonnen. Die interalliierte Kommission hat sich verpflichtet, in wenig Tagen Oberschlesien bis zur Landes- grenze von den Insurgenten zu säubern. Sie hat Amerika und der Friede. Washington, 1. Juli. (WTB.) Reuter. Das Repräsentantenhaus hat den Bericht der Konferenzmitglieder der beiden Häuser über die Resolution, der zufolge der Kriegszustandmit Deutschland und Oesterreich für beendet erklärt wirb, angenommen. Ein amerikanischer Antrag zur Einschränkung der Flottenrüstungen. Washington, 30. Juni. (WTB.) Reuter. Das Repräsentantenhaus hat mit 304 gegen 4 Stimmen den vom Senator Borah zum M a r i n e e t a t eingebrachten Anttag angenommen, der den Präsidenten ermächtigt, mit Großbritannien und Ia- pan in Verhandlungen einzutteten, um eine Einschränkung der Flottenrüstun- gen herbeizuführen. Berlin, 30. Juni. (WB.) Auf Grund bisherigen Beratungen zwischen dem Saran zu überzeugen. Die Verhandlungen der deutschen Kriegslastenkommission werden mit dem (Saran- sei es in Paris, sei es in Berlin, London, 30. Juni. (WTB.) Gestern abend fand unter dem Vorsitz von Lord Grey ein Tagen der Völkerbundsu rinn statt, an dem bie Mitglieder ber Königsfamilie, Bal- our, Asquith, Lorb Robert Cecil, etwa acht aus- ländische Botschafter, mehrere Gesandte unb zahlreiche andere hervorragende Persönlichkeiten, insgesamt 600 bis 700 Gäste, teilnahmen. Lord Grey erflärte, insbesondere sei es für England sehr wichtig, daß die Wettrüstungen gegen Großbritannien nicht wieder entstünden. Wenn der Bund nicht gestärkt werde und Macht erhalte, würde das Wettrüsten wieder beginnen. General Smuts erflärte: Wenn man daran denke, welchen Platz Deutschland und Rußland in der Welt eingenommen hätten und welche Bedeutung bie Vereinigten Staaten besäßen bann könne man verstehen, bis zu welchem Maße ber Völkerbund verkrüppelt sein müffE, solange so große Länder auf ber Karte von ber Fahne bes Völkerbundes nicht bedeckt würden. Man sehe heute die Premierminister und Außenminister fortwährend an den Sitzungen des Obersten Rates teilnehmen, man sehe sie jedoch nicht auf den Zusammenkünften des Völker- bundsrates. (Beifall.) Dem Völkerbundsrat fehle bie Autorität, bie hinter ihm stehen müßte, die ihm jedoch nicht gewährt werde. Rach Smuts sprachen Lord Robert Cecil, Balfour, ber kanabische Premierminister, bie Vertreter Indiens und Austtaliens, die ebenfalls für den Völkerbund eintraten. Paris, 29. Juni. (Wolff.) Rach einer „Ma- tin"-Meldung aus Washington haben die Vereinigten Staaten die EiNadung des Völkerbundes, an einer Konferenz über den Mädchenhandel teilzunehmen, abgelehnt. Interesse unserer Heimat fordert es, bah wir uns ber interalliierten Kommission fügen. Der General spricht bann ben Angehörigen des Selbstschutzes seinen Dank für bie selbstlose Vaterlands- unb Sozialdemokratische (Einigung? In der Rationalen Korrespondenz finden wir folgende beachtenswerte Betrachtung Die Parteileitung ber Mehrheitssozialisten hat für den Herbst zu einem g-ohen Parteitag auf- geforbert, auf bem jedenfalls auch bie Frage erörtert werben wirb, wie sich bie Mehrheitssozia- listen zu ben Unabhängigen stellen wollen. Als eine Art Vorbereitung bazu finbet ber sächsische Parteitag in ben ersten Tagen des Juli statt, und für diesen haben die Chemnitzer einen Antrag eingebracht, „von Partei zu Partei in unverbindliche Verhandlungen zu treten zwecks sofortiger Dildung einer politischen Arbeitsgemeinschaft mit bem klargestellten Ziel einer organisierten Wiedervereinigung". Es ist bezeichnend für die unter ben Sozialdemokraten herrschenden Unterströmungen, daß daS Liebeswerben um bie abtrünnigen Brüder von link« immer stärker wirb. Die Mehrheitssozialisten schwanken in ihren politischen Anschauungen hin unb her unb wissen nicht recht, was sie eigentlich tun sollen. Bei einem Teil von ihnen kommt in Augenblicken ruhiger lleberlegung die Überzeugung zum Durchbruch, daß bie Partei mit den veralteten ileberlieferungen aus ber Zeit von Mar? und Engels nicht mehr weiter kommt, sondern sich auf die gänzlich veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse einstellen muß. In diesen Reihen sind zwar die begabteren unb klügeren Sozialisten zu finben, aber leider sind sie eben deswegen auch ziemlich einflußlos. Bei der großen Masse haben immer noch die altgewohnten Redewendungen vom Klassenkampf, von ber Kluft zwischen Besitz unb Arbeit bie größte Durchschlagskraft Es ist ja so viel bequemer, in breit ausgetretenen Wegen ruhig weiter zu trotten, als mit ber Zeit fortzuschreiten und zu lernen. Gleichzeitig ist in der Sozialdemokratie ber Machthunger um so großer, je mehr es an wirklichem VerstänbniS für bie Forderungen der Zeit unb an ernstem Verantwortungsgefühl mangelt Von ihrem Gesichtspunkt auS. wäre es bas Leichteste unb Einfachste, sich den erwünschten Machtzuwachs dadurch zu verschaffen, daß man bie abtrünnigen Drüber von links politisch unb organisatorisch toieber zu sich herüberzieht. Das ist ja seit langer Zeit ber Lieb- lingSgedanke Philipp Scheibemanns, des oberflächlichsten unter ben Demagogen, die in der Sozialdemokratie die führende Rolle spielen. Zunächst entsteht die Frage, wie sich die U n - abhängigen zu dem Liebeswerben stellen. Bis in die allerjüngste Zeit glaubten sie, daß ihnen die Zukunft ber Sozialdemokratie gehöre, unb beshalb blieben sie den Mehrheitssozialisten gegenüber kühl bis ans Herz heran, auch waren sie mit dem Kampf gegen die Kommunisten viel zu sehr beschäftigt, um sich viel um die andern zu kümmern. Run aber haben sowohl Kommunisten wie Unabhängige in letzter Zeit bei verschiedenen Wahlen recht schlechte Geschäfte gemacht. und das hat bie Unabhängigen ben Mehrheitssozialisten toieber etwas angenähert. Die Sinnesänderung zeigte sich zuerst bei der Unterstützung. die das Kabinett Wirth bei der Annahme des Ultimatums und dem ersten Vertrauensvotum von ben Unabhängigen erhielt, was natürlich auf ben Einfluß ber Sozialdemokraten zurüc^uführen ist. Ob dieser leise Anfang ein so stürmisches Werben rechtsettigt, wie es von sozialdemokratischer Seite sofort wieder eingesetzt hat, ist eine Frage, die wir vorläufig auf sich beruhen lassen können. Etwa- anderes ist cs, was für taktische unb politische Wirkungen biefer neuerliche Zug ber Mehr- heitssozialisten nach links ausüben muß. Ihr Verhalten im Steuerausschuh des Reichstags, wo sie bereits in scharfen Gegensatz zu den anderen bürgerlichen Parteien gerieten, und verschiedene andere Vorgänge ber jüngsten Tage lassen deutlich erlernten, wohin bie Reise geht. Verstärken sich bie Aussichten auf bie Wiebervereinigung mit ben Unabhängigen in ber einen ober anberen Form, so bleibt für bie bürgerlichen Parteien ber Koalition, vor allen Dingen für bas Zentrum, nur bie Wahl übrig, ob sie sich bann dem unzweifelhaft erfolgenden Diktat der stark radikalisierten Sozialdemokratie unterwerfen oder aus der Koalltton ausscheiden wollen. Mit anderen Worten, es handelt sich darum, wie weit in Reichskanzler Wirth das demokratische Herz oder ber Kopf des Zen- trumsmannes bie Oberhanb gewinnen wirb. Au jeden Fall wäre bann ber Bestand des Kabinetts Wirth, das ohnehin auf schwankendem Boden ruht, aufS äußerste in Frage gestellt. Und dann ständen wir wahrscheinlich vor einem scharfen Kampf zwischen sämllichen bürgerlichen Parteien auf der einen, sämtlichen sozialdemokratischen Parteien au ber anderen Seite. Aus Hessen. — Die hessische Landesfach- gruppe Gemeindetechniker des Bun- )es der technischen Angestellten und Beamten hielt am 25. d. M. in Frankfurt eine Vertretersitzung ab. ES wurde, wie man uns chreibt, beschlossen, zur Besoldungsreform gemeinschaftliche Vorschläge bei den Städten einzureichen, deSgl. bezügl. der Dienstbezeichnungen. Bei einer Aussprache über die gewerkschaftliche Organisation der übrigen Ge- meindcbeamten wurde zum Ausdruck gebracht, daß für den Gemeindetechniker nur der „Bu- tab" in Betracht kommt, auch der Bund höherer Kommunalbeamten müsse abgelehnt werden, um Zersplitterung zu vermeiden. Zum Zusammenarbeiten mit anderen Organisationen der Gemeindebeamten besteht Bereitwilligkeit. Bei der Besprechung deS Einspruches des Reiches gegenüber der Hessischen Besoldungsrevision wird beschlossen, darauf zu drängen, daß die Besoldungsrevision im Staat und in den Gemeinden beschleunigt durchgeführt wird, da die Revision für 1. April zugesagt war und die Techniker insbesondere von der Revision die bei der erstmaligen Einstufung vermißte Würdigung technischer Arbeit erwarten. Vorschläge über eine durchgreifende Rcu- gliederung der technischen Verwaltung bei den Städten sollen nach der Desoldungsrevision gemeinsam ausgearbeitet werden unter dem Gesichtspunkt: die technische Verwaltung dem Techniker. Technisches Verständnis soll in weiten Kreisen der Allgemeinheit geweckt und gefördert werden. planes zu Schwierigkeiten führen sollte. In der Trotzdem bie deutsche Regierung als Ersah gewisse Steuern vorgeschlagen hat, wird jedoch bis auf weiteres bei den beabsichtigten Veränderungen von den Zollsätzen lediglich Mitteilung über Die vollzogene Aenderung verlangt. In der fünften Rote werden die Maßnahmen näher auseinandergesetzt, die das Garantiekomitee für notwendig hält, um sich von der richtigen Fest- tellung der Ausfuhrzifsern und der Einnahmen unb Zolle unb der etwa verpfändeten Steuern Deutscher Reichstag. 127. Sitzung, nachmittags 2 llßr. Berlin, 30. Juni 1921. Der Antrag zur Genehmigung der Strafverfolgung des Abgeordneten V o g t h e r r (LISP.) wird gemäß bem Ansuchen LesAusschusfeS abgelehnt. Der Entwurf über die R e u r c g e l u n g bet im Handelsgesetzbuch, sowie in ber (Setoerbeorb- nung vorgesehenen Gehaltsbegrenzung wirb bem sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Der Bericht bes 30. Ausschusses für DildungS- wesen über bie Verwendung der ehemaligen Militär- bildungsanstalten wird ohne weitere Debatte genehmigt. Die sozialistischen Parteien hatten den Antrag gestellt, diese Anstalten simultan zu gestalten. Der Ausschuß hatte außerdem beantragt, diese Anstalten dauernd der Reichsverwaltung zu unterstellen. Die Anstalten sollten auch Kindern aus dem Auslande, aus den besetzten Gebieten unb aus ben abgetretenen Gebieten nach zeitgemäßen pädagogischen Grundsätzen eine hohe Bildung gewahren, ebenso auch Kindern von Gefallenen unb Kriegsbeschädigten. Abg. Dr. Schreiber (Z) wünscht, daß der konfessionelle Gesichtspunkt nicht ganz außer Acht gelassen wird, verlangt aber sonst vollkommene Handlungsfreiheit für das Minieriuyi- 215g. Pachnicke (Dem.) tritt jedem Versuche einer Konfessivnalisierung entgegen. Abg. Fries (K.) schließt sich diesem an Abg. Dr. (Sterling (D. Vpt.) tritt unter Ablehnung einiger Anträge für die Ausschußresolution ein. Abg. Frau Wurm (USP.) schließt sich dem sozialdemokratischen Kompromißantrag Müller- Franken-Pachnicke an. Frau Abg. Lang-Brumann (bayerische Vpt.) betont, daß ber Charakter ber Angestellten als Internat besonbere Berücksichtigung bedingt. Deshalb könnten die ßänber nicht ganz ausgeschaltet werden. Der Antrag Müller-Pachnicke muh auf dem Wege des Hammelssprungs erledigt werden. Der Anttag will in die Resolution des Ausschusses die Worte einfügen: Etwaige Wünsche von Eltern sollen im Rahmen der Verfassung berücksichtigt werden. . . Die Abstimmung ergibt mit 151 gegen I4ö Stimmen die Ablehnung des Antrages. Der Ausschußantrag wird angenommen Es folgt die Fortsetzung der Beratung deS Rachtragsetat bei der Reichseisenbahnverwaltung. 2Ibg. Breunig (Z.) wünscht eine weitere Ausgestaltung des Derkehrsbeirates beim Reichsverkehrsmmi- ftethim. Den Arbeitern unb Beamten müßte ein Einfluß bei ber Vergebung ber Auftrage unb auf bie Gestaltung der Tarife eingeräumt werden. Reichsverkehrsminister Gröner stellt mehrere Mitteilungen des Vorredners richtig unb betont, er würde es selbst gerne sehen, toenn der Schuldenbienst au? bem orbentlichen Etat verschwinden würde. _ r e Das Haus bricht die Weiterberatung dieses Punktes ab und schreitet zur Besprechung der Interpellation Stresemann über die Sanktionen. Abg. Zapf (D. Dp.) begründet die Interpellation. Er schildert die Wirksamkeit der Sanktionen und weist nach, baß bie ©anftionen durch den Friedensvertrag nicht gerechtfertigt find. Jede der feindlichen Mächte sei in der Sage nach Belieben einen Fall zu konstruieren, der neue Sanktionen «fordere. Der Reichskanzler wolle unä durch Arbeit zur Freiheit führen. Möge er dafür sorgen, dah wir nicht infolge der Sanktionen aus einem furchtbaren Traum erwachen. Wenn der Vogel Strauß seinen Kopf wieder aus dem Sande strecke, werde er einen furchtbaren Schrecken bekommen. Wenn Frankreich glaube, die Sanktionen aufrecht erhalten zu müssen, um Las Kabinett Wirth zu stützen, so sei das die merkwürdigste Begründung. die jemals für eine Gewaltpolitik angeführt worden sei. Alle diese Mittel aber, die Liebe der Rheinländer zu erwerben, seien fehlgeschlagen. Umsonst seien alle Feste und Konzerte gewesen, jeder Bürger ziehe sich zurück. Man will die Rheinlande schließlich Frankreich einverleiben, vielleicht zunächst in Form eines Pufferstaates. Genau wie einst Richelieu und Rapoleon I. gehandelt haben, macht es heute Frankreich. Wir haben keine Dersammlungs- und keine Pressefreiheit. Unsere Briefe werden erbrochen,- nicht einmal unseren Frauen können wir ungestört schreiben. (Zurufe links, Proteste rechts und in der Mitte.) 7 Millionen Menschen sind in der schamlosesten Form hilflos gemacht und ihre Rechte werden mit Füßen getreten. Reichsminister des Aeußeren Dr. Rosen: Unmittelbar nach dem Einrücken der alliierten Streitkräfte in die Städte Duisburg, Düsseldorf und Ruhrort haben wir in einer an den Völkerbund gerichteten Rote die Unvereinbarkeit dieser Maßnahme mit dem Vertrag von Versailles dargelegt. Sobald die interalliierte Dheinlandkommission in Form einer Ordonnanz eine besondere Zollgrenze in den Rheinlanden errichtet hat. haben wir durch unsere Vertreter in Paris, London und Brüssel Verwahrung gegen diese Maßnahme eingelegt, die nach unserer Ueberzeugung eine Verletzung des Vertrages von Versailles und des Rhetnlandabkommens enthielt. Beide Proteste sind ungehört geblieben. 3d) glaube, daß es nicht nötig ist, dem Hohen Hause im einzelnen die außerordentlichen und schwerwiegenden Folgen und wirtschaftlichen Schädigungen darzulegen, welche durch die Besetzung von Düsseldorf. Ruhrort und Duisburg und durch die Errichtung eines besonderen Zollregimes in den Rheinlanden entstanden sind. Es ist unsere Auffassung, auch wenn darüber keine ausdrücklichen Vereinbarungen bestehen, ein einfaches und klares Gebot der Loyalität, daß die Sanktionen sofort und restlos aufgehoben werden. Zu meinem tiefen Bedauern nimmt die französische Regierung in dieser Angelegenheit einen Standpunkt ein, der mit Recht und Billigkeit schlechthin unvereinbar ist. Der Ausschuß der französischen Kammer für auswärtige Angelegenheiten hatte sich in einer der letzten Tagungen auch mit der Frage der Aufhebung der Sanktionen am Rheine befaßt, wobei Ministerpräsident B r i a n d sich gegen die Aufhebung der Gewaltmaßnahmen aussprach. (Hört.hört!) 3ch habe daher unseren Botschafter in Paris sofort angewiesen, Herrn Briand in nachdrücklichster Weise zu sagen, daß die Aufrechterhaltung dieser Gewaltmaßnahmen nach der Annahme des Ultimatums und nach den Leistungen zur Erfüllung des Ultimatums unberechtigt seien. 3n Deutschland werde, falls nicht in allernächster Zeit die Absicht der französischen Regierung, einer Aufhebung der Sanktionen zu- zusttmmen, in irgend einer Weise bekannt werde, der Zweifel an Boden gewinnen, ob es Frankreich ernst damit sei. die für das Fortbestehen der deutschen Regierung und damit für die Möglichkeit der Erfüllung der deutschen Verpflichtungen erforderlichen Voraussetzungen zu geben. Der Bot- schaster hatte darauf vorgestern eine Unterredung mit Herrn Briand gehabt. Herr Briand hat Dem Botschafter mitgeteilt. er habe in dem Kammerausschuß für auswärtige Angelegenheiten sich Ebenso geäußert, wie im Senatsausschutz am 22. Juni. Er habe bemerkt, die Aufhebung der Sanltionen könne erst in Kraft treten, wenn das Objekt, auf das sich die Sanktionen beziehen, verwirklicht sei. Der Botschafter hat demgegenüber mit allem Rachdruck darauf hingewiesen. daß der deutschen Regierung nicht der Vorwurf gemacht werden kann, datz sie die Verpflichtungen des Ultimatums nicht erfüllt habe. Briand habe jedoch auch dem Botschafter zum Ausdruck gebracht, datz nach seiner Meinung die Sanktionen zur Zeit noch nicht aufgehoben werden könnten. (Hört, hört auf allen Seiten des Hauses.) Damit stimmt auch die Resolution des französischen Kammerausschusses für auswärtige Angelegenheiten überein, die lautet- Der Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten nimmt die Erklärung der Regierung zur Kenntnis und vertraut darauf, daß keine der militärischen oder wirtschaftlichen Sanktionen, die gegenüber Deutschland ergriffen worden sind, aufgehoben werden, bevor die Verpflichtungen, mit Rücksicht auf welche die Sanktionen angewandt, voll ausgeführt worden sind. (Hört, hört!) Ich habe vorhin schon gesagt, daß dieser Standpunkt der französischen Regierung mit Recht und Billigkeit nicht zu vereinbaren ist. (Sehr richtig I auf allen Seiten des Hauses.) und ich muh das wiederholen. Die deutsche Regierung wird sich nicht damit zufrieden geben. Eie werden es mir erlassen, daß ich Ihnen im einzelnen alle diplomatischen Schritte, die wir unternommen haben und noch vorzunehmen beabsichtigen, schildere. Ich kann Ihnen nur die Versicherung geben, daß nichts unterlassen werden wird, um die Aufhebung der Sanktionen zu erreichen. Ich glaube auch, sagen zu dürfen, daß unser Standpunkt bei einem Teil der Alliierten Verständnis findet. Graf Sforza bat einem amerikanischen Interviewer gegenüber erklärt, daß er die Aufrechterhaltung der Sanktionen für ungerechtfertigt halte und daß er für Aufhebung eintreten toerBe. Er hat mich noch kurz vor feinem Rücktritt ermächtigt, auf diese Erklärung hinzuweisen. Ich habe keinen Grund für die Annahme, daß die italienische Regierung ihren Standpunkt in dieser Frage zu andern beabsichtigt. Was England angeht, so habe ich bereits kurz nach Antritt meines Amtes unseren Botschafter in London ersucht, bei der englischen Regierung mit allem Rachdruck dahin vorstellig zu werden, daß die Gewaltmahregeln alsbald aufgehoben werden. Lord Eurzon erinnert in seiner Antwort den deutschen Botschafter daran, dah ebenso wie die QlUiierten Mächte in gemeinsamer Konferenz die Sanktionen verhängt hätten, sie auch nur durch dieselbe Autorität wieder aufgehoben werden könnten. Wie die deutsche Regierung wüßte, sei die englische Regierung zu der Aushebung dieser Sanktionen durchaus bereit immer vorausgesetzt, daß Deutschland in Bezug auf Reparationen und Entwaffnung die Bedingungen des Ultimatums pflichtgemäß ausfuhre. Aus diesen wie aus anderen Gründen hätte die britische Re- gierung einer viel früheren Zusammenkunft des Obersten Rates entgeaengesehen. Ungleicher, weife hätte die französische Regierung aus Gründen. die dem Botschafter bekannt toären, nicht beigestimmt und selbst jetzt wäre ihre Stellungnahme in Bezug auf die Sanktionen, wie Lord Curzon kürzlich in feiner Unterredung mit Herrn Briand festgestellt hätte, durchaus ablehnend. Die französische Regierung vertrete die Ansicht, daß, bis es hinreichend festgestellt werbe, dah jegliche Gefahr von feiten irregulärer deutschen Truppen beseitigt würden, es für Frankreich unmöglich wäre, die Garantien aufzuheben, die es nun einmal in Händen hätte. Die britische Regierung teile diese Ansicht mit und sei gern bereit, die Angelegenheit zur Erörterung zu bringen. Ich halte es für notwendig, nochmals vor aller Welt festzustellen, daß Deutschland alle Fristen und Bedingungen, die im Ultimatum gestellt sind, mögen sie sich auf die Entwaffnung ober die Reparationsleistungen beziehen, genau erfüllt hat. Ich darf daran erinnern, dah die von uns bewirkte Zahlung von einer Milliarde Goldmark eine so ungeheure finanzielle Leistung darstellt, wie sie die Geschichte überhaupt niemals gesehen hat. Ich werde die Hoffnung nicht aufgeben, dah sich auch in Frankreich allmählich die Ansicht durchringen wird, daß die Aufhebung der Sanktionen nicht allein eine Forderung der Gerechtigkeit, sondern eine Forderung des gesunden Menschenverständnisses im Interesse derjenigen ist, denen die deutschen Reparationsleistungen zugute kommen sollen. Die Frage der Aufhebung der Sanktionen wird, wie Sie den Mitteilungen von Lord Curzon entnommen haben, von dem Obersten Rat der Alliierten erörtert werden. Wir werden bis dahin nichts unterlassen, was zur Geltendmachung unseres Rechtes dienen kann. In der Besprechung erklärt zuerst die sozialdemokratische Abg. Sollmann, dah die Arbeiterschaft sich voll der wirtschaftlichen Verwüstungen bewußt sei. die durch die Sanktionen angerichtet würden. Sie fei bereit, auf internationalen Arbeiterkongrefsen einen entsprechenden Schritt einzuleiten. Der Redner schildert dann die Bedrückungen der rheinischen Bevölkerung durch den französischen Militarismus. In den Rheinlanden sei mit Hilfe der Sanktionen eine ungeheure Masse von Luxuswaren aufgespeichert worden, mit denen man Deutschland überschwemmen wolle. Wenn die Behörden nicht gerissener auftreten, würden wir den schwersten Zeiten entgegengehen. Trotz aller Bemühungen habe Frankreich aber in den Rheinlanden absolut keine moralischen Eroberungen machen können. Der Gegensatz gegenüber Frankreich sei nie größer gewesen als jetzt und alle Parteien hätten sich gegen die französische Erpresserpolitik zusammengeschlossen. Rach 6 Uhr abends vertagt sich schliehlich das Haus. Morgen Weiterberatung, vorher Anfragen und kleine Vorlagen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 1. Juli 1921. Jahresfest der Landes Universität. Die Landesuniversttat feiert heute in altgewohnter Weise ihr Iahresfest. Vormittags UV* Uhr fand ein Festakt in der neuen Aula statt, wobei der Rektor. Professor Dr. von Eicken, die Festrede hielt über: „Die Entwicklung der Untersuchungsmethoden des Kehlkopfes". Alsdann verlas er die Chronik der Universität für das vergangene Jahr. Von den Preisaufgaben des abgelaufenen Jahres haben die der theologischen. juristischen und veterinärmedizinischen Fakultät, sowie der akademische Preis der medizinischen Fakultät und der Preis der philosophischen Fakultät aus der griechischen Philologie keine Bearbeitung erfahren. Dn Arbeit für den BalserpreiS: „Der Säuregrad des Scheidensekretes und dessen Schwankungen bei verschiedenen Kategorien von virgi- nellen, mulliparen und multiparen Frauen ist festzust^llen" wurde der Preis zuerkannt. Auch die 4 Bearbeitungen der Preisaufgaben der philosophischen Fakultät konnten mit Preisen ausgezeichnet werden. Die Aufgaben waren: 1. Aus der mittelalterlichen Geschichte: „Die Reichspolitik des Erzbischofs Gerlach von Mainz (1354—1371)“; 2. aus der Kunstwissenschaft: „Der Hausbuchmeister“; 3. aus der Physik: „In der Akustik sind an offenen und gedeckten Pfeifen eigentümliche Einflüsse von Querschnittsänderungen auf die Tonhöhe beobachtet worden. Es sollen die analogen Erscheinungen bei elektromagnetischen Wellen an Drähten gesucht werden“; 4. aus der Nationalökönomie: „Ist der Sozialismus imstande, die landwirtschaftliche Grundrentenblldung zu beseitigen?“ Die Namen der Preisträger werden wir morgen bekanntgeben. Für die O s a n n - B e u l w i tz - S t i f - t u n g sind folgende Arbeiten eingegangen und mit Preisen bedacht worden: 1. Prof. Dr. Lenz: „Wie hat der Krieg auf den internattonalen Geld- und Kapitalmarkt gewirkt?“ Preis 1500 Mk. 2. Privatdozent Dr. Feulgen: „Die Nucle^msäuren der Pankreasdrüsen“. Preis 3. Referendar Ferd. Meyer: „Der Kampf um die Abschaffung des Unter» 15Oo"M^^es tn Deutschland“. Preis 4. Stud. theol. Ernst Mohr: „Erziehung BDn 2ot,e 6u aw- 5. Cand. med. bet. Karl Buhl: „An tuberkulösen Rinderlungen ist auf Grund makroskopischer und histologischer Befunderhebungen zu erläutern, wo die Infektton einsetzte. wie sie sich ausgebreitet hat und in welcher Reihenfolge sich die Abweichungen entwickelt haben". Preis 600 Mk. 6. Cand. for. Fritz Zimmer: „Welchen Einfluß üben extensive und intensive Methoden der BestandeSerziehung auf den kurvenmähigen Verlauf des Bodenertragswertes aus und welche Folgerungen sind hieraus für die wirtschaftliche UmtriebSzeit der wichtigsten Holzarten des deutschen Waldes vom Standpunkt des natürlichen und ökonomischen Prinzips zu ziehen?“ Preis 600 Mk. । Heute nachmittag findet ein g e s e l l i g e s !Zusammensein im Philosophenwaldstatt. Einschränkung des Wasserverbrauchs. Infolge der sehr geringen Niederschlagsmengen in den letzten Zharen ist der Grundwasserstand ganz gewaltig gesunken. Die Dampfpumpen des Pumpwerkes Queckborn haben daher eine überaus hohe Saughöhe zu überwinden und können den Wasserbedarf, der in der letzten Zeit auf über 9500 Kubikmeter täglich gestiegen ist, nicht mehr herbeischaffen. Die Ergiebigkeit der Stollen — Wasserwerksanlagen bei Grohen-Buseck und im Gießener Stadtwalde ist bereits unter 50 Prozent des Normalen gesunken. Die Einwohnerschaft wird daher vom Städt. Gas- und Wasserwerk dringend ersucht, den Wasserverbrauch einzuschränken und das Gießen der Gärten mit Wasser aus der Wasserleitung unterlassen zu wollen, da sonst auch hier in Kürze mit einer Wasserkala- mttät zu rechnen ist. Was der Landmann vom Juli sagt. Ist der Juli leer und n-ß, bleibt leer Scheune und Faß. — Nur in der Zuliglut wird Obst und Wein dir gut. — Wenn gedeihen soll der Wein, muß der Juli trocken sein. — Ist's aber schön an diesem Tag. viel Frucht man sich versprechen mag. — Des Juli warmer Sonnenschein macht alle Früchte reif und fein. — Wer nicht geht mit dem Rechen, wenn Bien' und Bremsen stechen, geht Winters mit dem Strohseil und fraget: wer hat Stroh feil? — Wechselt Regen und Sonnenschein, wird im Herbste die Ernte sreichlich sein .— Werfen um St. Anna (26.) die Ameisen auf, so folgt ein arger Winter drauf. — Wie der Juli war, ist der 'nächste Januar. — Regnet'S am Marientag. so regnet's vierzehn Tage nach. — Reanet'S am Margareten- tag (13.), keine Nuß gedeihen mag. — So golden die Sonne im Juli strahlt, so golden sich der Roggen mahlt. — Am Margarechentag ist Regen eine Plag! — ,St. Dinzensen Sonnenschein füllt die Fässer mit gutem 'Wein. — An Jakobi Regen, stört den Erntefegen. — Merkt, dah heran Gewitter zieh', schnappt auf der Weid' nach Luft das Vieh; auch wenn'S die Nasen aufwärts streckt und tn die Höh' die Schwänze reckt. — Im Juli will der Bauer schwitzen, anstatt hinter dem Ofen sitzen. — Wie's Wetter am Siebenbrüdertag (10.), es sieben Wochen bleiben mag. Hundstage hell und klar, Zeigen an ein gutes Jahr; Werden Regen sie bereiten. Kommen nicht die besten Zeiten. Fällt vor Jakobus die Blüte vom Kraut, Wird keine Kartoffel erbaut. Wettervoraussage für Samstag: Wollig bis bedeckt, meist trocken, kühl, nördliche Winde. Der hohe Druck über England beherrscht in Wechselwirkung mit dem über Finnland liegenden Tief die Wetterlage. Infolge der nördlichen Luftströmung ist mit Fortdauer der kühlen, meist trockenen Witterung zu rechnen. * ** Personalnachrichten. Der Kabinettsvorstand Wirklicher Geheimerät Gustav von R ö m h e l d Exzellenz, wurde am 28. Juni 1921 unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Juli 1921 an in den Ruhestand versetzt. ** Vom Gleibergturm gestürzt hat sich gestern nachmittag, kurz nach 4 Uhr, ein 24 Jahre altes Mädchen aus Lüdenscheid in Westfalen. Das Mädchen war zur Behandlung in der hiesigen Heil- und Pflegeanstalt untergebracht. Gestern sollte die Mutter kommen und ihre Tochter heimholen. Das Mädchen hatte anscheinend Angst vor der Mutter und entfernte sich, um in den Tod zu gehen, der selbstverständlich unmittelbar nach dem Sturz eingetreten war. ** Die Großhandelserlaubnis. Großhandel mit Lebens- und Futtermitteln, Tabak und Tabakwaren, Wein und Spirituosen und Arzneimitteln darf nur von solchen Personen betrieben werden, die im Besitz des vorgeschriebenen Erlaubnisscheins sind. Da noch immer Personen teils bewußt, teils unbewußt ohne diese Erfordernis Handel treiben, wird hiermit wiederholt daraus hingewiesen, daß die Betreffenden durch ihre Tätigkeit neben Besttafung auch die Beschlagnahme der handelnden Gegenstände zu gewärtigen haben. Unter Großhandel ist jeder Verkauf an Wiederverkäufer, ohne Rücksicht auf die zu handelnde Menge zu verstehen. Zum Verkauf unmittelbar an den Verbraucher ist die Großhandelserlaubnis nicht erforderlich. Der Erlaubnis zum Großhandel bedürfen neben den Fabrikanten sämtliche Han- deltteibenden, die ein selbständiges Handelsgewerbe ausüben. Es ist dies der Hall bei Kommissionären, Handelsmäklern und Handelsagenten. Hierbei kommt es nicht darauf an, ob im eigenen oder fremden Namen gekauft oder verkauft wird. Ob auch ^Handlungsgehilfen der Handelserlaubnis bedürfen, hängt von dem Grad der Selbständigkeit ab, die sie im Betrieb haben. «Das Reichsgericht hat sie für den Fall der mit besonders weitgehenden Befugnissen ausgestatteten Leiter von Zweigniederlassungen bejaht. Auch der Provisionsvertteter bedarf der Erlaubnis, insbesondere dann, wenn er als solcher seine Reisen auf eigene Rechnung macht. Anttäge auf Zulassung zum Großhandel sind für die Bewohner der Stadt Gießen für Lebens- und Futtermittel, Tabak und Tabakwaren bei dem Oberbürgermeister, für Wein, Spirituosen und Arzneimittel bei dem Kreisamt zu stellen. •• Herr Wilhelm Best, Prokurist der Firma Chr. Inderchal, hier, blickt heute auf eine 25jährige Tätigkeit zurück. ** Sein 25jähriges Arbeitsjubi- läum bei den hiesigen Universitätskliniken beI geht heute der Werkmeister Justus Haas der 1 Universitäts-Augen- und Kinderklinik, der am I 5. v. Mts das Fest der silbernen Hochzeit feierte. •• Der Gießener Radsahre r-V e r e l n 1 8 8 5 E-V. bittet die Mitbürger um zahlreichen Flaggenschmuck am 2., 3. und 4. Juli zum Gau- Sommerfest des Gaues IXa Sieg-Lahn des Bundes Deutscher Radfahrer, insbesondere der Straßen, durch die sich der Preis- und Schmuckkorso bewegt. (Näheres siehe Anzeige.) Bornotizen. — Tageskalender für Freitag: Lichtspielhaus, „Cabiria, 2. Teil“. — Lichtspiele, Seltersweg, wie gestern. — Aus dem Stadttheaterbureau Für das einmalige Operetten-Gastspiel des Mainzer Stadttheaters am kommenden Mittwoch gibt sich hier, wie auch in Bad-Rau- heim, wo dieselbe Aufführung am Donnerstag ßattfindet, bereits das lebhafteste Interesse Unb. Der Besuch der Vorstellung ist umsomehr zu empfehlen, da eine weitere Aufführung des Werkes, auch im Winter, wegen der anspruchsvollen Besetzung vollkommen ausgeschlossen ist und sich nur durch die Kombination Gießen-Dad-Rauheim die Aufführung am Mittwoch ermöglichen läßt. Die Kosten der Aufführung sind fast dieselben wie bei den Darmstädter Gastspielen und so muß wohl damit gerechnet werden, daß auch der Besuch ein sehr guter wird. Der Komponist des Walzertraums hat in „Der letzte Walzer" ein reizendes, melodiöses Werk geschaffen, daS wirklich einen Triumphzug über alle Opern- und Operettenbühnen Deutschlands und Oesterreichs macht Kreis Alsfeld. X Sichertshausen. 29. Juni. Wie auS dem Anzeigenteil ersichtlich, findet Sonntag. 3. Juli, nachmittags 2 Uhr, die Einweihung unseres Kriegerdenkmals statt. Festredner sind Metropolitan Eigenbrvdt. Hassenhausen, und der Schriftsteller Raumann. Ranzhausen. Verschönert wird das Fest durch die Mitwirkung des Posaunenchors, des Mannergesangverein-, des Gemischten Chors. Die Ausführung des würdigen Denkmals ist durch die Firma Gombert in Wolfshausen geschehen. Kreis Friedberg. * Bad-Nauheim, 1. Juli. Bis zmn 30. Juni 1921 betrug der Gesamtbesuch des Bades 17 614 Kurgäste. Hessen-Nassau. Abbruch der Luftschiffhalle Frankfurt. fpd. Frankfurt a. M., 30. Juni. Auf Anordnung der Entente muh nunmehr in aller Kürze der Abbruch der Luftschiffhalle erfolgen. Die Halle, deren Abbruch eine Firma aus Baden-Baden übernommen hat, darf an anderer Stelle wieder aufgebaut werden, muß aber sieben Meter niedriger als ursprünglich sein. Bisher war die Halle, an die sich die stolzesten (Erinnerungen der deutschen Luft- schiffahrt knüpfen, 29,50 Meter hoch. Der Hanauer Mainhafen. X. Hanau, 29. Juni. Der Stadtgemeinde Hanau ist für den Bau des Industrie- und Sicherheitshafens, sowie für die Herrichtung des für die Hafenzwecke erforderlichen Industriegeländes vom Minister für Handel und Gewerbe das Recht der Anwendung des vereinfachten Enteignungsverfahrens verliehen worden. * fpd. Frankfurt a. M., 30. Juni. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte mit großer Mehrheit den geforderten Zuschuß von 7 50 000 Mk. für die Universität und genehmigte daneben die schon seit Jahren übliche regelmäßige Unterstützung von 75 000 Mark. •• Kurze Nachrichten auS Hessen und den Nachbarstaaten. Zu den vielen Vereinen, die in L i ch bestehen, hat sich jetzt noch ein Schühenverein hinzugesellt. — InGonters- lirchen wurde am Montag ein Buß-und Bettag, der sogenannte Hagelfeiertag gefeiert, zum Andenken an ein vor 153 Jahren in der Gemeinde niedergegangenes furchtbares Hagelwetter, das sämtliche Früchte auf dem Felde restlos vernichtete. ----Durch "biß Schulmädchen der Oberklaffe wurde am letzten Sonntag in der Gemeinde Ruppertenrod ein Kinderopfer erhoben, das 370 Mk. ergab. Einem Landwirt des Ortes wurde in der Rächt ein wertvolles Fahrrad gestohlen. — In Dutenhofen legte ein Bursche leichtsinniger- weise ein geladenes Gewehr auf ein Mädchen an, das tötlich getroffen zu Boden sank. — Als die Tagelöhnersfrau Hochwart in Obergimpern auf ihrem Speicher aus einer Truhe Futter holen wollte, fand sie in der Futtertruhe ihre drei Kinder im Alter von 8, 6 und 3 Jahren t o t vor. Die Kleinen hatten sich beim Spielen in der Truhe versteckt, hierbei ist der Deckel zugeschlagen, und die Kinder erlitten den Erstickungstod. Kirche und Schule. Die Aufnahme der Schüler in die unterste Klasse der höheren Lehranstalten. Das Landesamt für das BlldungSwese? hat nunmehr die erforderlichen Bestimmungen über die Aufnahme der Schüler in die unterste Klasse der höheren Schulen für die nächsten Zähre getroffen. Die Kinder, die Ostern 1919 und 1920 schulpflichtig geworden find, können noch nach dreijährigem Besuch der Grundschule in die Sexta der höheren Knabenschulen oder in die 7. Klasse der höheren Mädchenschule ausgenommen werden. Es können also die Kinder, die jetzt im 3. Schuljahre stehen, zu Ostern 1922 in die Sexta übertreten, und die Kinder, die jetzt im 2. Schuljahre stehen, können es Ostern 1923. Die Kinder dagegen, die Ostern 1921 schulpflichtig geworden sind, sich also augenblicklich im 1. Schuljahre befinden, müssen die Grundschule 4 Jahre besuchen und können erst Ostern 1925 in die unterste Klasse der höheren Schulen ausgenommen werden. Zu Ostern 1924 werden an den höheren Schulen Sexten nur insoweit eingerichtet, als 2.40 OHL kostet. nur BAD-NAUHEIM Familie Michael Stern = Gietzen (Seltersweg 22), 30. Juni 1921. I niiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin 09833 Telephon 899 banken wir herzlich. WIM der trauernden Hinterbliebenen: Frau Emilie Ltegert. geb. Schmitz. = = neu und in eigener Werkstätte hergesteUt Garantiert beste Materialverwendung Dieselbenkönnen ohne Decken verwendet werden. Außergewöhnlich billige Preise Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten Landwirtschaft Kartoffelkrankheiten. Wir danken herzlichst für alle Beweise von Freundschaft und Teilnahme bei dem Hin- scheiden unserer lieben Mutter. fL Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungens zeigen an Margarete und Otto Hirz empfiehlt Karl Schmidt, '» Neuenweg 42. In tiefstem Schmerz: Karoline Völker geb. Spanier Wilhelm Karl Völker Hermann Völker zugleich im Namen der übrigen Angehörigen. Gießen, den 1. Juli 1921. Paul Happel und Frau Ottilie geb. Biedenkopf. Garbenteich, den 28. Juni 1921. Fttr die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren Verluste, der uns betroffen, spreche ich Allen, besonders den Herren Kollegen, den Schülern und dem R. d. B-, meinen herz- Heuchelheim b. Giehen, 26. Juni 1921. 7255D lichsten Dank aus. Im Namen Weise werden zahlreiche Kleinbauern nicht unerheblichen Schaden erleiden, da fast alle Abwehrmittel versagen. An den Pranger. fpd. Rieda. M., 30. Juni. Die Im Kriege eingeführte Praxis, Felddiebe durch öffent- lichen Anschlag zu brandmarken, setzt die &c- meinde auch jetzt fort. Die erste der dies- jährigen „schwarzen Listen" enthält die Namen von fünf bei Felddiebstählen betroffenen Ortsbewohnern. Liebigstraße 29 p. 7325 Für die uns anläßlich unserer Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlich Chr. König und Frau Erna geb.Lchmidt. Großer Chaiselongues-Verkauf Fuhrwerk gebt leer nach Frankfurt a. Main. Näheres bet Fran Bann, Frankfurter Strahe 91. (09248 Dlcnntag. 5. Juli, abda,8l/i Uhr im Hörsaal der Universität öffentlicher Vortrag über 09868 Die geistigen Grundlagen der Haaß - Berkow - Spiele Von Reise zurück Zahnarzt Buchinger Sprechstunden von 9 bis 12, 2 bis 5 Uhr Kirchen-Konzert M Sanften des siebener stuöententjelms ?am ÄX 66.8mle SSSS^R MM unter Mitwirkung von 7328V Kammermusiker Heinrich Uruse (Violoncello), Uruse-Streichquattett: hch.ttrufe, Lhr. Uruse, Gg. Uruse, LH. Uruse. AuS dem Programm: Werke oon F. S. Bach, Buxtehude, Mozart, Reger, Joseph Haas. Eintrittskarten zu 4 M., Srudentenkarten zu 2 M. bet Lhallier und an der Abendkasse. Vücherttsch. — Der Reichstaschenfahrplan (Teil 111) fürMittel-undSüddeutsch- lanb ist erschienen. Dieser aus Grund jabr- zehntelanger Erfahrungen aus dem Gebiet des Fahrplanwesens vom Derlag Mahlau & Wald-1 Schokolade wieder ringen-offen. Frau empffehlt sich »um 3n« SuMhünslhen Dicken im hau e. .Mu Neueuwea 17. dsBruchltratze 17 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, welche uns in so reichem Matze bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen zuteil wurden, sagen wir allen unseren innigsten Dank. Familie PH. Kreiling. Rodheim, den 28. Juni 1921. 09264 Am 30. Juni verschied nach schwerem Leiden mein Innigstgeliebter, guter Mann, unser lieber, treuer Vater, Schwiegersohn, Schwager, Neffe, Vetter und Onkel, der Dipi-inu. Wilhelm Völker Direktor und Vorstandsmitglied der Stettiner Chamotte-Fabrik A. G. vorm. Didier Korvettenkapitän d. S. II a. D. Inhaber mehrerer Orden. Grünberg. Eine Sitzung des Provinzialtags findet Samstag den 9. Juli 1921, vormittags 10 ilfjr, im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Giehen statt. Auf der Tagesordnung steht: 1. Antrag des Provinzialausschusses, betreffend die Dienstbezüge der Beamten. 2. Rechnung und Derwaltungsbericht der Prvvinzialkasfe für 1919. 3. Doranschlag der Provinzialkasse für 1921. 4. Rechnung und Derwaltungsbericht des Provinzialwasserwerks Inheiden für 1919. 5. Doranschlag des Provinzialwasserwerks Inheiden für 1921. 6. Rechnung und Derwaltungsbericht der elektrischen Heberlandanlage für 1919. 7. Rechnung und.Derwaltungsbericht über den Dau der elektrischen lleberlandanlage (vom 1. Juli 1918 bis 31. Marz 1920). 8. Doranschlag der elektrischen Lleberlandanlage für 1921. 9. Anträge des Pro- vinzialauSschusseS a) betr.: Gesuche von Angestell- Tel fr'achmittagetee: Mittwoche. Samstags u. Sonntags mit Tarn und Vorführungen. Täglich abend«: Heitere Künstlerspiele und vorzügliche Konzerte der Hauskapelle. n-r Eine Sehenswürdigkeit! Dar Eisgetränke und Liköre. Mokkastube. n:o|o tonangebend. Gesellschaftliche Ver- Ulclv aristaJtungen. u/oinehiho r'rtihstüokskarte. 8“°D Vs üinSlUUti Hervorragende Qualitätsweine. Privat-ipetir ElegTZimmer m. erst Früh- Hetel l”«JvbllL Btück. Autoballe. Stallung. Verkauf nur Kaplansgasse 14 p IW* schmldt derausgegedene handliche und durch Hart ileberiid) starten sowie ein vollständiges vta- tiknenocrzeichnis mit Streckennummern Lutzerst prattischc Taschenfahrplan enthalt nutzer den staatlichen und Reden-Eis endahnen auch die Dampfschiffs- und Kraftwagenpersoncnpost-Der- binbungen und ist zum Preise von nur 4 Mk. überall erhältlich Im gleichen Derlag erschien der Süddeutsche Taschensahrplan. der, in gleicher Weise bearbeitet und ausgestaltet, die Fahrzeiten der Bayerischen, Wüttembergischen und Badischen Dahnen, Dampfschifse und Posten wiedergidt und Schüler für diese Klasse vorhanden sind. AIS solche können nur in Frage kommen die zu Ostern 1924 siyenbleibenden Sextaner aus dem Schuljahr 1923/24 und ältere Schüler, bei denen in den vorhergehenden Jahren versäumt wurde, sie nach dem 3. Schuljahre in die höhere Schule eintreten zu lassen. Heber die Aufnahme der, Sextaner ent- scheiden nach wie vor die Direktionen der höheren Lehranstalten nach den seither geltenden Bestimmungen. » rt Dieder-Bessingen. 30. Juni. 5)ier starb im Alter von 78 Jahren Schreiner Georg Kl öS II. Fast ein halbes Jahrhundert lang versah er das Amt des Kirchendieners in der hiesigen Gemeinde. Er war der erste Kirchendiener, denn bis in den Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahr- Hunderts lag bekanntlich der sogenannte niedere Kirchendienst, den jetzt die Kirchendiener und Glöckner besorgen, den Dorfschul- lehrern ob. ri W i r b e r g. 30. Juni. Pfarrer Blank, der seit Ende 1910 hier als Geistlicher stand, ist nach Harxheim bei Mainz versetzt. Die Beisetzung findet statt: Montag, den 4. Juli, 11 Uhr vorm., auf dem neuen Friedhof in Gießen. Beileidsbesuche dankend abgelehnt. 7317V Redner; Herr V. Salewski, Jena = Eintrittskarten z.2^, Studentenkarten z.lu< = = im Verkauf bei E. Challier u. a. d. Abendkasse. = Bund für anthroposophische l Hochschularbeit • Ortsgruppe Gießen. | ^IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIiH Minnen Des MMS Hessen In widm o. 0. An mM. mö 0111921 j Aus dem Amtsverkündigungsblatt. " Das AmtSverkündigungsblatt Dr. 94 vom 30. 3uni enthalt: Sitzung des Provin- zialiagS. - Berliner Studienwochen für In- und Ausländer. Durchführung der Bestimmungen des Artikels 260 deS Friedensvertrages. Statistik des Wein- und Obstcrtrages. Radrennen. — Viehseuchen. — Dienstnachrichten. — Feldbereinigung Rieder-Bessingen. — Marktordnung für -^Gberschlesier!^ Montag, 4. Juli, abendS 8'/. Ubr, im Postkellc» Generalversammlung Asutzerst wichtige Tagesordnung. [7299 Achtung! Besitzer v. deutschen Schäferhunden. Sonntag den 3. Juli 1921 vormittags 91/, Ubr ===== Versammlung im Schivkapatz, vahflhofstrahe. Ter Vorstand. b) betr. Bildung einer Kommission zur Ausarbeitung einer Denkschrift über die künftig für die lleberlandanlage zu wählende Organisationssorm. 10. Antrag Braun, betr. Beaufsichtigunader provinziellen Betriebe und Anstalten. 11. Mündliche Berichterstattung über den Stand der Elektrizitätsversorgung der Provinz. Anmeldung und Beschlagnahme von Rechten über die Beteiligung deutscher Rcichs- angehöriger an öffentlichen Unternehmungen auS Anlatz der Durchführung der Bestimmungen des Artikels 260 des Friedcnsvertrages und über die Ablieferung von Wertpapieren über solche Rechte und Beteiligungen. Im Deutschen Reichsanzeiger Rr. 140 vom 18. Juni d. Js. ist eine neue Liste von ausländischen Wertpapieren veröffentlicht, die ge- mätz der Bestimmung des Artikels 260 des Fric- densvertrageS abgeliefert werden müssen und zunächst beschlagnahmt worden sind. Ds handelt sich um russische, österreichische, ungarische, türkische Papiere und solche auS abgetretenen Gebieten Radrennen. Der Radfahrerbund Ober- Hessen, Sih Hungen, hält am 3. Juli d. 38. aus den nachstehenden Straßen Radrennen ab: Erste Strecke: Münster, Lich, Eberstadt, Butzbach. Dieder-Weisel, Rieder-Mörlen Bad-Rauheim, Dor- heim, Melbach, Wölfersheim, Berstadt, Hungen, Lich. Münster. Zweite Strecke: Münster, Laubach, Gonterskirchen, Ruppertsburg, DAingen, Hunaen, Bellersheim, Bettenhausen, Langsdorf. Lich, Münster. Schweinerotlauf ist unter dem Schweinebestand e der Konrad Köhler Wwe. zu ßanggborf festgestellt worden. Gehöstsperre ist angeordnet. Die Maul- und Klauenseuche in Schröck (Kreis Marburg) ist erloschen. Die an- geordneten Schutzmatzregeln sind aufgehoben. vantsagung. Für die vielen Beweis« aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgänge unseres lieben Vaters, Schwiegervaters und Großvaters Johannes Müller sowie dem Herrn Pfarrer für die trostreiche Grabrede sagen herzlichen Dank die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Wagner und zrau Luise geb. Müller. Grotzen-Buseck, den 29. Juni 1921. 7320D tzlMl'MWWnen Är Für Haushalt und Schneiderei bei erreicht. Zahlungsdedingung. Monatsraten! I8L1250 Otto Reitz,Gießen, MlMg U ===== Reparaturen - ----- Turn-Verein von 1846 C.R. 75. Jubiläum am Samstag den 9. und Sonntag den 10. Juli 1921. Samstag den 9. Juli, abends 8 Uhr Festkommers in„ Turnhalle des Vereins unter gütiger Mitwirkung des Bauerfchen Gesangvereins. Nur Mitglieder und etngelabene Gäste haben Zutritt. Sonntag den 10. Juli: norm, oon 8 Uhr ab: vmlnsmlwnell u. Svlele ans dem Osmolösgarten. Nachmittags 21/, Uhr: Gemeinsamer Abmarsch mit Musik von der Turnhalle (Oswaldsgarten) durch Neustadt. Bahnhofsttahe. West-Anlage. S-Uersweg. blÄ6e'n9,aerb”mtt1' Philosophenwald r Freiübungen, Schau- und Riegenturnen, Konzert. Volksbelustigungen, abends Tanz. 7298* (Eintritt: 2 Mark; für Zugteilnehmer 1 Mark.Der Vorstand. QDDDDDOQDDDaaDDDDDODDDDDDDODDDD Sonntag den 3. Juli ÄWo m Beuern verbunden mit WewiLlWM Nachmittags: BtelsMleilnng nnö lamäelnftloung. Alle Freunde und Gönner ladet freundlichst ein Ogziz Ter Borstand. DDDQaDBaQDDnnQBflßDDDflBQQDOnDDDa Sonntag, den 3. Juli, nachmittags 2 Uhr, findet in Sichertshausen die Einweihung des Nrieger-venkmals statt. Festredner: Metropolitan Eigenbrodt, Hassenhausen und Schriftsteller Naumann, Nanzhausen. (Es ladet ergebenst ein 09251 der Ausschuß. Dmtate aller Irl ÄÄSEÄ wert die Brthl’aehe Öniv.-Draekerei, K. Lange, üleßen IIUII!lllllinilllllinillllll!IHinillillllllllll!lllllllllllllllll!ll!HI!llin 1 Kirchliche Nachrichten. Ifrael-Religionsgemeinde GotteS dienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, 2 Juli. Dorabd. 7.45. Morg. 8.30. Predigt Äbds. 9.00 u. 9.40 Uhr. Israel Religion- - Gesellschaft Sabbatfeier, 2. 3uIL Freitag add. 7.45. Sams- tag vorm. 8.00. Predigt. Rachm. 4.30. vabbat- ausgang 9.40. - Wvchengottesdienst: morg. 6.30, abds. 7.30 Uhr. Wieseck-Gietzen, V» den 30. Juni 1921. In der Wetterau, im Kreise Höchst und am Hntermain, auch in einzelnen Gemeinden Starkenburgs tritt an den Kartoffelpflanzen in diesem Jahre, wohl verursacht durch die Trockenheit, der Rost sehr statt auf. Die Blätter werden gelb und die Pflanze stirbt sehr schnell ab. Auch brandige Kartoffel- vinztatausiryunev aj oeir.. uuu -augeiien- stauden wurden vielfach beobachtet. Auf diese I ten der Provinz um unwiderrufliche Anstellung: Kotos* D'LL-"-,,. Montag, 4. Juli bietet Gelegenheit zum Ein zu äußerst billigen Preisen! Es liegen zum Aussuchen auf Tischen folgende besonders billige Extra-Angebote aus: 1. Stoffe Kindersöckchen, verseh. Gr. Paar Mk. 5- 2. Stoffe 5. Schürzen Kinderschürzen in all.Groß. Mk. 30. 20.- 3.Wäsche 6. Korsetts Extra starke u. eleg. Korsetts A O - .--1 - finden Sie während des Ausverkaufes als AUDeraem besonders billig: Stickerei-Reste, beson- 7283c WWW »SÄ' 3««ges Mädchen Dachdecker sofort gesucht. 09261 s§ucht junger Chemiker Platze. 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Es wird nunmehr Sache der Reichsregierung sein, aus diplomatischem Wege für die Betroffenen, welche durch die Tat eine schwere Einbuße an ihrer Gesundheit erfahren haben, eine angemessene Sühne zu fordern. Das Staatsministerium hat bereits einen entsprechenden Antrag bei dem machen sollen. Abg. Lux (6.): Die Besichtigungsreise hat jedenfalls erwiesen, daß infolge des Siedlungs- gesehes ein Wettstreit zwischen Groß- und Kleinbetrieb entstanden ist. Jeder sucht den anderen zu übertreffen und den Bortell hat die Allgemeinheit. — Das Kapitel wird dann genehmigt. Es tritt dann eine längere Pause ein. in der die Fraktionen sich mit der Regierungsumbildung befassen, die durch den inzwischen bekannt gewor- „Küssen Sie mich . . . aber nur ein einziges Mal . . .“ Mit schwindelndem Kopf zog Philipp sie ungestüm an sich, von demselben bittern Genuß durchbebt, den er gefühlt, als sie ihn vor zwei Tagen bei Frascati plötzlich mit feinem Hamen angesprochen hatte. Aber ach, jetzt war er hundertfach größer, und mit wildbrennenden Händen umfaßte er den schönen Kopf und Bedeckte ihren Wund ?.üt Küssen, während sein Blick tn die wunderbaren blauen Augen starrte. Es waren seine Iugendträume, seine Vergangenheit, alles, das nie mehr werden konnte, was er auf ihren Lippen küßte Sie hatte den einen Arm um fernen Hals geschlungen, in dem trüben Licht fah er ihr weiches Lächeln. Oh. Weib. Weib . . . und ehe der Hahn krähet . . . Plötzlich riß sie sich los und sagte mit atemloser Stimme: „Rein, gute Rächt!" ilnö im nächsten Augenblick war sie mit raschen Schritten in dem zitternden Schatten der Blätter verschwunden. Einige Sekunden, und Philipp hörte ihr Tor mit einem scharfen Knall zuschlagen. Hessische Volkskammer. Darmstadt, 30. (Juni. Am Regierungstisch: Staatspräsident Ellrich. Minister des Innern Dr. Fulda, (Justiz- Minister v. Brentano. Präsidenten der Law desämter und Kommissare. Es war am nächsten Tag gegen 5 ilt)r nachmittags, in Invemeß Crescent, einem Gäßchen im nordwestlichen London, hauptsächlich von Künstlern und Bohemiens bewohnt. Ateliers und Einzelzimmer waren da beständig zu vermieten. Einzüge kamen jeden Tag vor, ohne daß Möbelwagen die Straße verstellten, Auszüge ebenso oft und selten, auf Grund von Kündigung von feiten der Mieter. Es hatte darum gegen 12 Uhr an diesem Bevor sie spät abends vor ihrem Boarding- haus voneinander Abschied nahmen, kam Philipp ein Gedanke. Während er dem Chauffeur bezahlte und sie noch in dem scharfen Licht der Signallaternen des Autos stand, sagte er unbefangen „Apropos, ich fahre bald wieder nach Schweden zurück.' Kein Zögern! Ach, kein Zögern- Sie zuckte in unverkennbarem Staunen zusammen und stammelte: ..Wie . . . nach Schweden zurück . . . Src fahren nach Schweden zurück?" „Fassen Sie sich." sagte Philipp lachend, ..morgen verlasse ich Sie auf reden Fall ^wch nicht." Sie war, als er von seiner Reise nach Schweden sprach, mihtrauifch zusammengezuckt, also kannte sie seine Stellung daheim, also waren seine Vermutungen gerechtfertigt. Oder . . konnte es fein, weil sie ihn nicht verlieren wollte? Ern Beben durcheilte ihn trotz alledem bei diesem Gedanken, und er faßte einen raschen Entschluß. „(Ja, richtig," sagte er, während das Auto fortrollle „Darf ich Sie um etwas bitten, Fräulein Holten?" „Gerne." „Wollen Sie mir versprechen, mich zu benachrichtigen, falls ich Ihnen in dieser Pollzeigeschichte irgendwie von Rutzen sein kann? Hier ist meine Adresse — Sie entschuldigen, ich habe keine Visitenkarte.' schäften. Abg. Knoll (Ztr.): Herr Dr. Dehlinger scheint nicht zu wissen, was unsere Siedlung will, fonst könnte er nicht von Sozialisierung sprechen. Abg. Fenchel (H. Vp.) stellt fest, daß bei Abg. Dehlinger nur für seine Person gesprochen hat. Cs hat sich erwiesen, daß die Kleinbauern und die Siedler ihr Land genau so gut bebauen wie die großen Güter. Der Abg. Urstadt hätte seine Ausführungen vor dem Reichswirtschaftsrat fjerrn Collins Abenteuer Roman von Frank Heller. Tage keinerlei Aufsehen erregt, daß ein einfach gelleideter Herr mit wenig Gepäck sich in Rr. 19 ein fand und zwei Zimmer tm dritten Stock links mietete. Das einzige, worüber man sich wunderte, war, daß er von einem Mann begleitet wurde, der offenbar sein Diener war, Bediente waren seltene Vögel in Invemeß Crescent. Der fremde Herr mietete die Zimmer unter dem Ramen Collin für einen Monat und ließ seine Sachen sogleich hinauf bringen. Der Portier, der den Zms in Empfang genommen hatte, zog sich in seine eigene Wohnung zurück, ohne sich weiter für den neuen Mieter zu interessieren. Run war es fünf, und die Sonne beleuchtete Invemeß Crescent mit bleichen, horizontalen Strahlen. Aus den halb geöffneten Fenstern der Straße drang Geplauder und Lachen, während der Tabakrauch leicht ins Sonnenlicht hl'nauS- wogte Alles atmete die Ruhe eines Herbstnachmittags. als die Stille plötzlich von dem schrillen Tuten eines Autos unterbrochen wurde, das auf breiten Gummireifen über den knisternden Kies von Invemeß Crescent cinbog. Das Tempo verlangsamend, fuhr es die Häuserreihe entlang, bis es Rr. 19 erreichte, wo es stehen blieb. Eine blasse Dame in grauem Promenadekostüm und ein rothaariger Herr in tadellosem Sakkoanzug sprangen rasch heraus und verschwanden in die Halle. „Mr. Collin?' fragte der Herr. „Dritter Stock, links. Sir,' sagte der Portier, und mit raschen Schritten eilten die Fremden die' schmale, teppichlose Stiege hinauf. (Fortsetzung folgt.) geäußerte Zweifel über einen solchen Befehl ist er bei seinen Angaben geblieben. Als erster Zeuge bekundet Rittmeister Fre- mery: Deutsche Sanitätssoldaten hätten erzählt, wie ein verwundeter französischer Kapitän auf sie geschossen habe. Daraufhin seien die deutschen Sanitätssoldaten mit Handseuerwaffen ausgerüstet worden. Der 6. Leipziger Kriegsprozeh. Leipzig, 29. (Juni. Vor dem zweiten Strafe senat des Reichsgerichts begann heute unter dem Vorsitz des Senatspräsidenten Schmidt der sechste Kriegsbeschuldigtenprozeh, der sich gegen den Generalleutnant a. D. Karl Stenger und gegen den Major a. D. Crusius richtet. Dem Prozeß wohnen viele Vertreter der deutschen Regierung und die fünfgliedrige Kommission der französischen Regierung bei. Der Präsident eröffnet die Verhandlung mit der Mitteilung, daß gegen den Generalleutnant von dem Oberreichsanwalt wegen der von der französischen Regierung erhobenen Beschuldigungen keine Anklage erhoben worden sei. Rach der französischen Liste wird dem Generalleutnant Stenger vorgeworfen, den Befehl gegeben zu haben, keine Gefangenen zu machen und G e = f angene erschießen zu lassen. Der angebliche Befehl des Generalleutnants Stenger ist seinerzeit in die Presse der Entente übergegangen und gegen Deutschland ausgeschlachtet worden. Major Crusius soll am 21. und 26. August 1914 auf dem westlichen Kriegsschauplatz als Hauptmann den Befehl des Generalleutnants Stenger an mindestens sieben französischen Gefangenen haben ausführen lassen. Generalleutnant Stenger, der nur an zwei Krücken gehen kann, gibt an: Am 21. August 1914 befand ich mich mit meiner 58. Infanteriebrigade nach einem Gefecht bei Saarburg auf dem Vormarsche. Als ich mich mit meinem Stab den Exerzierplatz überschritt, lagen dort anscheinend tote Franzosen. Rachdem wir an ihnen vorübergekommen waren, hat mein Stab von hinten Infanteriefeuer erhalten. Es ist mir gesagt worden, daß sich die angeblichen Toten wieder au fge richtet und uns beschossen hätten. Da habe ich geäußert, solche Feinde sollte man sofort an Ort und Stelle erschießen, niemals habe ich aber gesagt, Wehrlose sollten niedergeschossen werden. fen, daß die Regierung sich nicht irre machen läßt und energisch weitergeht trotz aller Gegen- agitation. Der Reformbund der Gutshöfe hat das gute Recht, für sich zu agitieren. Die Muster- Höfe, die er zeigte, waren sicher erfreulich gut, aber auch die Besitze der kleinen Bauern waren gut Geringe Ausnahmen fallen hier nicht ins Gewicht Diese Art der Siedlung ist keine Sozialisierung. Wir wünschen, daß entsprechend dem Landgeseh, wo immer nur es sich ermöglichen läßt, Grund nicht nur in Pacht, sondern in Eigentum gegeben wird, bann ist das keine Sozialisierung. Es muß Gewähr dafür geschaffen werden, daß den Siedlern ihr Besitz erhalten i bleibt, wenn sie ihn zweckentsprechend bewirt- Zu den Personalien des Majors Crusius stellt der Präsident aus den Akten fest, daß der geistige Zustand des Angellagten, der damals Hauptmann war, am 26. August 1914 Anlaß zu Beanstandungen gegeben habe. Major Crusius schildert alsdann den Aufmarsch seines Regiments. Dor dem Angriff habe der Brigade- general die Offiziere zusammengerufen und ihnen den Befehl gegeben, alle auf dem Schlachtfelde liegenden Franzosen sind zu erschießen. Diesen Befehl habe er feiner Kompagnie in der Schützenlinie durchgegeben. Beim Vorgehen der Kompagnie hätten sie bann einen Franzosen auf dem Schlachtfelde liegend gefunden, der sich tot gestellt habe. Da habe der nunmehr verstorbene Major Müller den Befehl gegeben: Erschießen! — Präsident: Rein, Herr Major, Sie sollen den Befehl gegeben haben. — Crusius: Das ist nicht wahr, der Major hat selbst den Befehl gegeben und mir noch zugerufen, Herr Hauptmann C4rufius, kennen Sie denn den Brigadebefehl nicht? Beim weiteren Vorgehen sei dann noch ein Franzose erschossen worden, der angeblich flehentlich um fein Leben gebeten habe. In diesem Falle soll Major Crusius den Befehl zum Erschießen gegeben haben. Der Präsident hält dies dem Angeklagten vor. — Crusius erwidert, er hätte nur dem Befehl seines Vorgesetzten Folge zu leisten gehabt. Major Crusius schildert bann das unmittelbar anschließende furchtbare Waldgefecht. — Präsident: An diesem Tage waren Ihre Rer- ven noch in gutem Zustande? —Crusius: (Jawohl! Es wird alsdann der erste Sachverständige, Geheimrat Dr. B u m k e - Leipzig vereidigt. Gr stellt an den Major die Frage, was und wieviel er am Morgen getrunken habe. Major Crusius: Ich habe nach Ausgabe des Befehls morgens um 6 Uhr einen tiefen Schluck Alkohol aus meiner Feldflasche genommen und den Tag über nichts gegessen. . Generalleutnant Stenger schildert den Mitangeklagten Crusius, daß er das Bild eines Menschen geboten habe, der nervös zufammen- gebrvchen sei. Der zweite ärztliche Sachverständige. Oberarzt Dr. S e r n a u gibt alsdann das Protokoll einer Rervenklinik bekannt, worin es heißt: Major Crusius gibt an, daß er seelisch zusammengebrochen sei, weil er am 26. August auf Befehl Gefangene habe erfchießen lassen müssen. Aus Der Kamps gegen die Arbeitslosigkeit. Berlin 29 Juni. Der Volkswirt schaftliche Ausschuh des Reichstags beschäftigte sich heute mit dem Anträge seines Unterausschusses, der die grundsätzliche Regelung der Erwerbslosenfürsorge behandelt. Zur Lösung dieses Problems soll in erster Reihe eine planmäßige Umschichtung der Bevölkerung beitragen Das Arbeitslosenproblem fei mit den Fragen der Wirtschaft aufs engste verbunden. Eine Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse trage gleichzeitig zur Linderung der Rot der Arbeitslosen bei und vermindere deren Zahl durch zunehmende Beschäftigung. Erwerbslose, die keine Beschäftigung finden konnten, bedürften einer finanziellen Unterstützung, die ihnen ein Existenzminimum sichere. Dabei bestehe jedoch in erster Linie die zwingende Rotwendigkeit, den Beschäftigungslosen Arbeit zu beschaffen. Rach Ansicht des Unterausschusses machen die nach dem Kriege eingetretenen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse eine weitgehende Umschichtung der Bevölkerung von der Stadt auf das Land dringend erforderlich. Zur Erleichterung unserer Versorgung mit Rahrungsrnitteln, zur Verminderung unserer Einfuhr sei eine Verbreite- ru ng der landwirtschaftlichen Grundlage unentbehrlich. Diesen Zwecken dienten l.e'me großzügige Reusiedelung und Anlieger- fieMung, 2. die Bereitstellung der dazu erforderlichen Wittel, 3. eine Abänderung des Reichs- siedlungsgeseyes, wodurch die jetzt bestehenden Hemmnisse der Siedlung beseitigt werden, 4. die Anlernung städttscher Arbeiter für Landwirtschaft unb Gartenbau. Die produktive Erwerbslosen« fürforge solle die Anlernung durch Gewährung eine«, angemessenen Zuschusses für die Dauer der Anlernzeit fordern, 5. sei die Schaffung von Kulturgürteln nötig, namentlich um die großen Städte, durch Ruhbarrnachung von Oedflächen und Ausbau zu gärtnerischer Siedlung zwecks Versorgung der Bevölkerung mit Gemüse, Obst und anderem, 6. die Förderung der Meliorationen Kulttvierung und Besiedlung von Moor- länbcreicn unter möglichster Berücksichtigung des Raturschutzes. Was die Arbeitsbeschaffung betrifft, so kam bei Unterausschuß zu dem Ergebnis, daß eine Förderung des Baugewerbes in Stadt und Land zu erfolgen habe, und zwar 1. durch Dauhilfe, 2. durch Anregung der privaten Bau« tättgkeit auf dem Wege steuerlicher Erleichterung und freier Verfügung über Reubauten, 3. durch die Bekämpfung ungesund hoher Preise der Baustoffe. Aufhebung der Verordnung vom 29. (Juni 1916 über das Verbot der Errichtung von Werken zur Herstellung von Zement. 4. durch schnellere Förderung des Baues von Kanälen, Talsperren sowie anderen Arbeiten, die einer Förderung des Verkehrs und der Wirtschaft dienen, 5. .durch Reubau notwendiger Verkehrsstraßen und durch Wiederherstellung der vielfach stark abgenützten Landstraßen und Wege, 6. durch Beschleunigung der Wiederaufforstungsarbeiten. Ferner soll mit den Mitteln der produktiven Erwerbslosensürsorge Mit seiner Füllfeder schrieb er rasch em paar Zeilen auf Sin Blocknotesblatt. „Ich bin immer gegen fünf Uhr nachmittags zu Hause, oft länger, und ich stehe jederzeit zu Ihrer Verfügung, Fräulein Holten." Mr. F. Collin. 19 Invemeß Crescent. RW., las fic und steckte das Blatt in ihr Täschchen zu Mr. Kenyons Adresse. „Danke," sagte sie, „aber Sie sind schon zu freundlich gewesen, Herr Collin. Ach, ich müßte mich ja schämen, wenn ich . . .“ »Wenn Sie mich in Anspruch nehmen sollten," ergänzte er rasch. „Im Gegenteil, ich bitte Sie, tun Sie es. Es wird mir nur ein Vergnügen lein, wenn Sie mich im Bedarfsfall aufsuchen oder mir schreiben." „Gehen wir noch einen Augenblick die Straße hinunter," brach sie ab. „Ich brauche ein bißchen Luft." _ Er beeilte sich, zuzustimmen, und sie gingen schweigend einige Schritte unter den Bäumen bie ihre Zweige über das Gitter von Regents Part streckten. _ . . Plötzlich blieb fic stehen und wandte sich ihm freundlich getoelen,' Sagte sie. Ich" hatte Sie mir so ganz anders vorge- Äch Fräulein Holten, Sie kannten mich doch kaum, einmal in Stockholm, vor zehn (Jahren, das ist doch nichts. Aber inwiefern hatten Sie sich mich anders vorgestellt?" fragte Philipp mit klopfendem Herzen. Oh, Weib! Weib.' „Ich weiß nicht," fagte sie lahm, und ohne irgendeinen Uebergang fügte sie plötzlich hinzu die allgemeine Ausbesserungsarbeit an den Wohnhäusern gefördert werden. Schließlich ist der Unterausschuß der Ansicht, daß eine sofortige Inangriffnahme öffentlicher Arbeiten in weitestem Umfange zu geschehen habe. Schließlich wurde vom Unterausschuß betont, daß die in Aussicht stehenden Preissteigerungen und die Gefahr einer Verschlechterung unserer Währung infolge der Entschädigungsverpflichtun- gen auf die Wahrscheinlichkeit großer sozialer Kämpfe in naher Zukunft Anbeuten. Deshalb werde die Regierung ersucht, schleunigst zu prüfen, ob nicht die Abwälzung der in Aussicht stehenden Geldentwertung durch gesetzliche Maßnahmen zu erleichtern sei. Dabei soll besonders geprüft werden, ob nicht auf der Grundlage der amtlich ermittelten Teuerungszulagen von Zeit zu Zeit alle Löhne und Gehalter selbsttätig der Preisentwicklung nach oben und unten an« zupass en seien. Entgegen dem Antrag des Unterausschusses wurde vom Volkswirtschaftlichen Ausschuß be° schloffen, das Verbot der Errichtung von Zementwerken weiter bestehen zu lassen. Man beschränkte sich auf die allgemeine Forderung der Bekämpfung ungesund hoher Preise auf dem Markte der Baustoffe. Abgelehnt wurde ferner der Sah des Antrages, der bei Arbeitslosigkeit, die durch Kampfmahnahmen zwischen Lieferanten und Abnehmern entsteht, die daran schuldigen Verbände für den Lohnausfall haftbar machen wollte. Auch die Anregung wurde gestrichen, wonach geprüft werden sollte, ob nicht auf der Grundlage der auttlich ermittelten Teuerungszahlen von Zeit zu Zeit alle Löhne und Gehalter selbsttätig der Preisentwicklung nach oben und unten anzu- paffen seien. Hierbei war die Mehrheit des Aus- schuffeS der Ansicht, daß dieser Vorschlag in keinem direkten Zusammenhang mit der Erwerbs - lofenfürforge stünde. Im übrigen wurden die im Anträge des Unterausschusses feftgclegten Grundgedanken für eine planmäßige Reglung der L-werbslosenfürforge ohne wesentliche grundsätzliche Aenderungen auch vom Volkswirtschaftlichen Ausschuß genehmigt. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 9.40 Uhr und teilt mit, daß die Antwort der Regierung auf die Anfrage Dinge l- d e y wegen des Uebersalls auf den Post- sekretär Scheel-Mainz eingegangen fei. Der Tatbestand, welcher der Anfrage zugrunde liegt, ist der Regierung bekannt. Der Vorfall spielte sich in folgender Weife ab: Am 8. Februar d. (V, gegen 11 Uhr abends, ging in Mainz der Postsekretär Scheel mit feiner Richte von der Stadt nach Haufe. In der Rühe des Forts Hechtsheim näherte sich ihnen ein marokkanischer Soldat. Plötzlich fiel ein Schuh, der den Scheel, , ______ — in die rechte Seite des Hinterkopfes traf; er fiel Rücktritt des Ministers des Innern Dr. SlllDO bewußtlos zur Erde. Der Soldat ging auf die I notwendig geworden ist. Richte zu, hielt sie fest und verlangte von ihr. sie Um 12 Uhr wird die Sitzung wieder eröffnet solle mitgehen. Das Mädchen setzte sich energisch „ ♦ » a r; x - « t si r r i A zur Wehr und wurde dabei von dem Marokkaner I Staatspräsident Ulrich. mit einem mefferartigen Instrument am linken I Der Minister des Innern, Dr. Fulda hat Auge schwer verletzt. Rachdem der Postsekretär mir heute morgen einen Vries übersandt, in dem Scheel wieder zum Bewußtsein gekommen war er erklärt, daß er von feinem Posten als Minister und sich erhoben hatte, lieh der Soldat von dem des Innern zurücktritt. Diese Erklärung ist Mädchen ab Unb verschwand. Sobald der Fall eine Folge von Differenzen innerhalb zur Kenntnis des Staatsministeriums gekommen unserer Partei. Wir haben im Ministerium, war, ersuchte es, unter schärfster Verurteilung soweit das möglich war, in persönlicher Unter- der scheußlichen Untat, den Oberkommandierenden Haltung die Frage, was zu tun ift, erörtert. der Rheinarmee um eine Mitteilung über den sind zu dem Entschluß gekommen, daß die Fort- Ausgang der Untersuchung, sowie über die für die führung des Ministeriums des Innern beiden Verletzten beabsichtigte Genugtuung, in zunächst seitens desStaatspr afi dentenzu Unterstützung der bereits von dem Landeskom- e r l e d i g e n ist. Es wird demgemäß von mir oer- missar für das besetzte hessische Gebiet bei den fahren werden. Ich darf annehmen, oaß auS dem Delegierten des Kreises und der Provinz unter-1 Hause fein Widerspruch erfolgt. Die Geschäfte des nommenen gleichen Schritte. Die Antwort des Ministers des Innern werden von mir in alter Oberkommandos ist jetzt eingegangen. Sie bestätigt, s Weise fortgeführt werden. • " - * " " Abg. Dr. Osann: Die Gründe, Die den Minister des Innern dazu veranlaßt haben, fein Amt niederzulegen, find von dem Staatspräsidenten dahin definiert worden, daß es sich um Dlffe- renzen in der Fraktion handele, die ihn veranlaßt haben, von seinem Amte zurückzutreten. Welche Differenzen hiermit gemeint sind, hat der Staatspräsident nicht näher gesagt, wir können sie nur aus der Presse entnehmen, insbesondere aus der Presse der Sozialdemokratie, aus der ja zu ersehen ist, daß lebhafte Meinungsverschiedenheiten batte genehmigt. Zum Kapitel Forsiveiwaltung tritt Abg. Urft a d l (Dem.) für die A u f h e b u n g d e r H o lz- rationier ung ein, um auch mit dieser ■ _ rp = Zwangswirtschaft zu brechen und beantragt da- Generalmajor R e u b a u e r, damals Regt- für öcn holzarmen Gemeinden von Staats wegen mentskommandeur, gibt an, er habe nie einen qct^inc Klengen Holz zuzuweisen. Dngadebefehl zu Gesicht bekommen, der die Er- ^ibg (y i n n c r tt (Soz.j spricht sich gegen f besser sorischreitet. Wir Hof- tlärung über ben Geisteszustand des Angeklagten - - - — • • *-* * Crusius. Dieser fei im August 1914 aus der Schützenlinie zurückgestürzt mit Alarmrufen. Aber es sei schon bamatd feftgeftelU worden, daß zu der Stunde überhaupt kein Angriff der Franzofen erfolgt fei. Wegen dieses Vorfalls sei damals auch ein Kriegsgerichtsverfahren wegen Fahnenflucht gegen den Hauptmann Crusius ein- -wischen der Lanbtagsfraktivn und der Dvzial- demokratischen Partei und dem Minister Dr. Fulda in der Frage bestanden hat, ob bei der D e - setzung höherer Stellen der Verwaltung eine Vorbildung, wie sie zur Zeit verlangt wird, auch weiter beibehalten werden soll, oder ob den Ansprüchen der Sozialdemokratie dahin Genüge geleistet wird, daß durch llnvor- gebtldete auch derartige Besetzungen von Verwaltungsbeamtenposten vorgenommen werden sollen. Es ist ja nicht neu, es ist ja dasselbe, was in Preußen die Zeit über verlangt worden war, und durch den preußischen sozialdemokratischen Minister Severing zum Teil zur Durchführung gekommen ist. Wir haben den Standpunkt des Herrn Ministers Dr. Fulda in dieser Frage durchaus für richtig gehalten, und wir haben auch konstatieren können, daß er mit der nötigen Festigkeit diesen Ansprüchen seiner eigenen Parteigenossen entgegengetreten war. Ihm stand das Wohl des Staates höher, als die Ansprüche der Parteigenossen. Wenn wir auch manche Dinge bei dem Herrn Minister Dr. Fulda zu bekämpfen hatten, so müssen wir das doch vor dem Lande anerkennen. Die Situation muß aber dahin geklärt werden, daß wir eine authentische Erklärung von dem jetzigen Vertreter des Ministers Dr. Fulda verlangen, dahin, ob der Kurs, den der Minister Dr. Ailda die Zeit über festgehalten hat, geändert, und ob jetzt den Ansprüchen der Sozialdemokratie Genüge geleistet werden soll. Ich Slaube, wjr haben die Berechtigung, das zu ver- mgen und zwar nicht allein wir als die Partei der Rechten, sondern es sind ja auch in der Diskussion über den Hauptvoranschlag die Anschauungen der anderen bürgerlichen Parteien, sowohl der Demokratie, wie auch des Zentrums nach dieser Richtung hervorgetreten. (Ich habe keinen Zweifel darüber.) Ich kann eine ausdrückliche Erklärung dieser beiden Parteien im Moment nicht beibringen, aber nach allem, wie wir die Reden aufgefaßt haben, haben sie auf demselben Standpunkt gestanden daß es nicht angängig sei, höhere Stellen in der Verwaltung unseres Landes anders zu besetzen, als durch solche Personen, die die erforderliche Vorbildung durch Examina und andere Voraussetzungen nachgewtesen haben. Wenn das aber der Fall ist, wenn sowohl von der Zentrumspartei Wie auch von der Demokratischen Partei dieser Standpunkt vertreten wird — wenn darüber noch Zweifel bestehen sollten, so werden die Parteien doch in einem derartigen wichtigen Augenblick gebeten, die Meinungen, die sie in dieser Frage haben, hier vor der Oeffentlichkeit zu äußern. Wenn das der Fall sein wird, so werden vielleicht andere Konsequenzen nicht ausbleiben. Ich brauche darauf zur Zeit nicht einzugehen, wollte aber doch darauf hingewiesen Haden. Wir bitten deshalb auch den Herrn Staatspräsidenten, hier eine nachdrückliche und klare Erklärung darüber abzugeben, damit wir wissen, wie wir uns auch dem Herrn Staatspräsidenten als Minister des Innern gegenüber zu verhalten haben. Wir bleiben auf dem Standpunkt stehen, daß es absolut notwendig ist, im Interesse der Erhaltung unseres Staates und im Interesse der richtigen Fortführung der Geschäfte, daß keiner der Kreisdirektoren, keine Stelle der höheren Verwaltungsbeamten anders, besetzt wird als daß die notwendige Vorbildung dazu gewährleistet wird. Dieser Standpunkt muß mit aller Deutlichkeit vertreten werden and wird von unS auch mit aller Deullich- keit Lnn Ausdruck gebracht. Abg. Kaul (S.): Sie werden es verstehen, toenrf meine Partei in diesem Augenblick in ihren Erklärungen Zurückhaltung übt. Gegenüber dem Abg. Dr. Osann erüären wir aber, daß es nicht etwa die Frage der Besetzung von Beamtenposten gewesen ist, die den Rücktritt veranlaßt hat. Wir erllären, daß Minister Dr. Fulda mit der Partei in verschiedenen Fragen der Amtsführung Diffe- rengen bekam, über die innerhalb der Fraktion noch keine Erklärung herbeigeführt werden konnte. Ains liegt besonders am Herzeq die Durchführung der Verwaltungsreform, die wir noch vermissen. Zu der Ansicht Dr. OsannS erllären wir, die Ausführungen, die Finanzminister Henrich gestern vormittag hier machte, stellen auch die Haltung unserer Fraktion dar. Abg. D r a u e r (H. Dp.): Die Mitteilung des Staatspräsidenten überraschte uns. Ich möchte nicht unterlassen, den Standpunkt meiner Fraktion, den ich bereits gestern hier vorgetragen habe, nochmals hervorzuheben. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß für die Derwaltungsposten unbedingt ein Befähigungsnachweis gefordert werden muß. Ob wir schon soweit gehen können, wie es gestern der Herr Finanzminister getan, daß der Befähigungsnachweis auch in anderer Form als bisher erbracht werden kann, ist eine Frage, über die ich mich zunächst noch nicht äußern kann. Wir verlangen vorläufig noch die vorgeschriebene Vorbildung. StaatSpräsidentLllrich: Generell die Erklärung: Die Besetzung der Verwaltungsposten ist Sache der Regierung. Sie haben es in der Hand, etwaige Maßnahmen der Regierung zu kritisieren und Aenderung anzustre» ben. Im besonderen möchte ich erllären, die Koalitionsparteien haben bisher bewiesen, daß sie wissen, was sie dem Lande schuldig sind. Sie werden auch für die Folge die gleichen Gedanken maßgebend sein lassen. Abg. Al r ft a b t (Dem.): Auch wir hätten gern Raheres über die Gründe des Rücktritts gehört. Ains genügt aber vorläufig die Erklärung des Abg. Kaul. Wir freuen uns, daß die Regierung fo schnell eine Lösung der Krise gefunden hat, mit der wir vollständig einverstanden sind. Das Kabinett hat unser vollstes Vertrauen, und wir haben dieses Vertrauen auch für den Rest der Lebensdauer des Kabinetts. Die Frage der Stellenbesehung ist nur eine Teilfrage (Zuruf: Oho!), die wir heute nicht zu erörtern brauchen. Abg. Len Hard (Ztr.): Die Zentrumsfral- tion ist von dem Rücktritt des Ministers des Innerri um so unangenehmer überrascht als dieser Rücktritt noch vor dem natürlichen Ende des Landtags erfolgte. Sie verhehlt sich nicht, daß dieser Rücktritt unter Almständen eine schwere Belastungsprobe für die Koalition werden konnte. Sie begrüßt es daß verhältnißmähig rasch eine Lösung gefunden worden ist, und wird sich für den Rest deS Landtages damit einverstanden erklären daß wir für die höheren Verwaltungsbeamten' und die Stellen der Kreisdirektoren den wisse n - ichaftlichen Befähigungsnachweis verlangen. Es wird dann in der Spezialberatung forl- gefahren. Eine Anzahl Kapitel werden ohne wesentliche Debatte, den Ausschußanträgen gemäß, I übrigen ist eS gefährlich, sich auf das künstlerische , erledigt. ' Gebiet zu begeben. Maßgebend ist letzten Endes Berliner Devisenmarkt. 367,10 367,90 36;,60 278,70 279,30 280,45 Berlin :e KurS 66,50 305, 283, 303, 305, 6,25 euyork Züricher Devisenmarkt. 100 L. 74,29 599,40 59,20 88,80 117,80 88,80 117,88 97,83 29.6. 7,95 4,08 8,20 75,07 601,35 100 Fl. 100 W. 307,50 284,- 525,- 225,- 117,90 365,40 281,05 100 100 100 1 100 100 100 100 100 Kr. Kr. Kr. Sh. 30.6. 7,20 4,05 8,10 Börsenkurse. Frankfurt Kr. Kr. Fr. £ ß. Zürich . . . Amsterdam Kopenhagen Prag .... Stockholm. Wien. . . . London . . r Kr. 74,45 600,60 Datum: 1.7.14. . . . Fr. 125,40 7,27 16,75 1,34 299,50 280,- 510,- 227,- 585,- 288,50 71,50 305,- 522,- 226,50 592,- 290,- 71,75 310,— 503,- 328,- 299,50 278,- 545,- 225,25 6,15 969,50 6,95 16,12 1,35 364, ,395, 555, 315, 275, nicht die Kritik, sondern der Erfolg. Die Entwicklung in künstlerischer Beziehung müssen wir abwarlen, wirtschaftlich sind schon jetzt Erfolge erzielt. In der Bedeutung des Theaters als Kulturstätte sind wir uns alle einig. Wir müssen aber bedenken, daß der neue Leiter erst ein Jahr im Amte ist. Damit schließt die Debatte. Das Kapitel wird genehmigt. — Rächste Sitzung Freitag 9Vs Alhr. Schluß li/4 AIHr. Datum: Amsterdam- Rotterd. Brüssel-Antwerpen . Thristiania Kopenhagen .... Stockholm ....*. Helsingfors Italien London N euyork Paris Schweiz Spanien Wien (altes) Deutsch-Oesterr. . . . Prag Budapest Bulgarien Konstantinopel.... Müller'sche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 1. Juli: 17" R. Wechsel auf: Holland Deutschland Wien Prag........ Paris ........ London ...... Italien ...... Brüssel....... Budapest ..... Neuyork. ...... Agram. ...... Bukarest ...... 47.50 22.16 29.05 47.30 2.20 595— 3.85 8.92 29. 6. Schweizer - 195.40 = 7.80 = 1.025 = 7.90 = 47.45 = 22.20 - 28.90 - 47.25 « 2.225 -- 594— = 3.85 - 9— 12,88 12,92 100,45 100,75 27,97 28,03 . Fr. 125,40 . * 23,80 unterer Wünsche sind berücksichtigt. 29.6. 77,50 London, 30. Juni.. (WTB.) Wie auS Smyrna berichtet wird, fand dort unter dem Vorsitz des Königs Konstantin ein K r i e g s r a t statt. Es verlautet, daß wichtige Entschlüsse gefaßt wurden. Die Engländer haben, wie aus Athen gemeldet wird, den Griechen die Inseln L e m n o s und I m b r o s übergeben Die Königin Sophia trifft in dieser Woche zum Besuch der Militärhospitäler in Smyrna ein. Die kurdische Aufstandsbewegung. Paris, 30. Juni. (WTB.) Aach einer Havasmeldung aus Konstantinopel ist die kurdische Aufstandsbewegung noch nicht unterdrückt. Die Bewegung greife vielmehr jetzt auch auf Oft- kurdistan über. Die Kurden wollen nach dem Vertrag von Sevres das freie Selbstbestimmungsrecht. Es sott ein großer Kongreß einberufen werden, um | die Verwaltung zu organisieren. Datum: 5e/e Disch. Kriegsanl. 46/, Dtsch. Reichsanl. 3*/e Dtsch. Reichsanl. 4*/e Preutz. Konsolr Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto-Gesellschaft Dresdner Bank. . . Nationalbank s. D. . Mitteld. Treditbank. H.-Amerik. Pakets. . Norddeutscher Lloyd. Doch.Gußstahlwerk . D.-Luxemb. Bergw.. Gelsenkirch. Bergw. . Harpener Bergbau . Oberschles. Eisenb.-B. Oberschles. Tisenind. . Phönix,Dergb -Akt.. Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerke. Tlektr. A. E. G Schuckert-Werke. . . Felten-Guilleaume. . Daimler . Bud.. Tisenw.- Akt. . Adlerwerke 4°/o Hess. Staatsanl. . Elektron Griesheim. Abend- Abend- Schluß^ Schluß- Kurs Kurs Kurs " Bedenken der Frau Hattemer kann ich nicht teilen, soweit ich das beurteilen kann. Bedenken habe ich gegen die Absicht, das Landestheater auch in Bad- Aauheim spielen zu lassen. Das würde nichts einbringen, würde aber das Gießener Theater schwer gefährden. Das wäre sehr bedauerlich, denn bisher ist das Gießener Theater ohne Zuschuß des Staates ausgekommen. Ich möchte bitten, die Verträge so zu gestalten, daß das Gießener Stadttheater nicht benachteiligt wird. Abg. Dr. Büchner (Denr): Die Beanstandungen sind erllärlich, ich möchte dem aber entgegenhalten, daß die Bühne eben ein Spiegel der Zeit ist. Alnfere Zeit ist nun einmal fo unklar und zerrissen. Wie man z. D. den entfesselten Zeitgenossen auf die Bühne bringen konnte, ist durchaus unverständlich. Auch mit der neuen Auffassung der Klassiker, so interessant sie sind, kann ich nicht einverstanden fein, weil die Jugend sich an diesen Aufführungen nicht so begeistern kann, wie wir es in der Jugend erlebten. Im übrigen stimme ich Herrn Wünzer über die Aufgaben des Theaters im wesentlichen bei. Wir müssen natürlich bedenken, daß daS Theater sich zur Zeit in einem Aleber- gangsstadium befindet. Abg. Reiber (Dem.): Die Ausführungen der Frau Hattemer dürfen nicht ganz unwidersprochen bleiben. Man kann doch unmöglich Stücke wie die Königin Tamare und Frau ohne Schatten zu Werken von zweifelhaftem Wert rechnen. So banausenhafter Kritik fottte man doch nicht zu» ftimmen. Alnfere modernen Dichter und Komponisten haben ein Recht, aufgeführt zu werden. Abg. Al r ft a b t (Dem.): Bezüglich des Theaterturniers mit Bad-Aauheim ist seinerzeit auch die künstlerische Qualität in die Wagschale geworfen worden. Ich möchte doch feststetten, daß das Gießener Theater durchaus gut ist und auch verwöhntem Geschmack wohl Rechnung tragen kann. Sicher ist, daß das Defizit noch größer wird, wenn das Landestheater in Bad-Aauheim spielt. Wenn wir das Gießener Theater schädigen, können wir es auf feiner künstlerischen Höhe nicht erhalten. Oberhessen hat -aber ein Recht darauf, daß sein Provinztheater gesichert bleibt. Wir haben auch für Mainz und Darmstadt Opfer gebracht. Es handelt sich für uns nicht nur um die Erhaltung erstllassiger Kunstinstitute, sondern auch das Provinztheater ist kulturwichtig. Abg Frau Hattemer verwahrt sich gegen den Ausdruck Banausenkritik. Finanzminister Henrich: Wir haben nicht die Absicht, das Gießener Theater zu schädigen. Wenn das Gießener Theater auf feiner großen künstlerischen Höhe bleibt, wird es auch weiter in Bad-Aauheim spielen können. Im Märkte. Frankfurter Schweine- und Kleinviehmarkt. Frankfurt a. M., 30. Juni Amtlicher Bericht. Bei langsamem Handel blieb in Schweinen etwas Aleberstand. Aufgetrieben waren 601 Kälber, 397 Schafe und 246 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht. für Kalber bester Qualität 700-800 Ml, für Kälber mittlerer Qualität 600—700 Mk. für Kälber geringerer Qualität 500—600 Mk., für Häinrnei 300—575 Mk., für Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht 975—1000 Ml., alle schwereren 1100—1300 Mk. Außerdem wurden 41 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Marktpreise liegen um soviel 'höher beit. Die Marktpreise liegen um soviel lieben Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schließen. Geld Brief Geld Bries 29. Juni. 30. Juni. 2412,55 2447,95 2460,- 2465. - 596,40 597,60 598,40 599,60 1064,90 1067,101068,90 1071,10 1253,70 1256,301260,70 1263,30 1645,85 1649,15 1660,80 1664,20 118,35 118,65 117,60 ----- Handel. Berlin, 30. Juni. Börsen st immungs- bild. Im Devisenhandet ^trat schon vormittags nach beträchtlicher Steigerung infolge des niedrigen Aeuhorker Markkurses eine wesentliche Abschwächung ein. Im Mittagsverkehr zeigte sich aber wieder Aeigung nach abwärts. Infolgedessen sah die Spekulation sich eher zur Zurückhaltung veranlaßt. Gleichwohl gestaltete sich die Tendenz fest, weil sich verschiedene Einflüsse geltend machten. So stiegen Westeregeln bis zu 40 Prvz. auf die Mitteilung in der Generalversammlung. daß Braunlohlenflöze erbohrt worden seien und die Förderung bereits ausgenommen sei. 'Andere Kaliwerke wurden hierdurch stark mit aufwärts gezogen. Oberschlesische Montan- werte erfuhren eine wesentliche Besserung im Zusammenhang mit der fortschreitenden Befreiung des oberschlesischen Industriegebiets von den Insurgentenbanden. Elektrizitätsaktien, besonders A. E. G. und Felten u. Guilleaume zogen kräftig auf -die Meldungen über einen guten Geschäfts- San. Von Spezialpapieren find Augsburg- iberger Maschinen, Deutsche Waffen und besonders Hirfch-Kupfer als wesentlich höher hervorzuheben. Das letztgenannte Papier gewann 16 Proz. Rheinmetall setzten die Aufwärtsbewegung fort und stellten sich 15 Proz. hoher; auch Stettiner Vulkan erzielten einen neuerlichen Aufschwung um 15 Prvz. Kolonialpapiere waren meist gebessert. Von Valutawerten waren mexikanische Anleihen ansehnllch höher. Von Banken waren Diskontogesellschast 2 Proz. gebessert. Der Anlagemarkt war fest und im allgemeinen wenig verändert. § r a n k f u r t a. M., 30.3uni. Börsen- stimmungsbild. In der Abendbörse konnte sich zwar die feste Tendenz erhalten, doch war das Geschäft etwas ruhiger. Soweit der Ein- heitsmarkt der Industriewerte in Betracht kommt, vollzogen sich wieder in einzelnen Spezialpapieren lebhaftere Almsähe. Gelsenkirchen Gußstahl, Maschf. Karlsruhe waren zu höherem Kurse gesucht. Aiedriger angeboten aber Schuhs. Berneis Wessels. Elektropapiere lagen fest, wobei A. E. G. bis 306 stiegen, Lflhmeher ebenfalls begehrter 242, 243, Licht und Kraft 233Vr notierten. Chemische Aktien lagen ruhig bei behaupteten Kursen. Alnter den Auslandswerten stellten sich 5 Proz. Gold- mexikaner höher 815, 817. Deutsche Petroleum belebter. Die Aktien waren mit 785, 792, 790 im Verkehr. In freien Verkehr unterlagen Gebrüder Fahr Schwankungen 353 bis 347, PH. Holzmann schwächer 353. Deutsche Maschinen 388, 390. Montanaktien vernachlässigt. Deutsch Luxemburg verloren 5 Proz. Fest lagen Aie- beck-Montan 5291/2 und Westeregeln 506. Maschf. Ehlingen, Berlin-Frankfurter Gummi- abr., Kammgarn Kaiserslautern wurden zu föheren Kursen gehandelt. Die Abendbörse chloh bei vorwiegend fester Haltung. Frankfurt a. TI., 1. Juli. Marktkotierungen. Für 100 deutsche Mark wurden gezahlt: 602,65 1253,70 1256,30 1 260,70 1 236,30 976,50 978,50 969,- 971,- Zum Kapitel Landestheater führt Abg. Dr. Wünzer (D. Vpt.) aus: Es ist Ihnen bekannt, wie warm ich immer für unser Kunstinstitut eingetreten bin. Gerade darum möchte ich aber einige unerfreuliche Dinge hier zur Sprache bringen, die nach meiner Ansicht dem Kunstinstitut schaden. Rückhaltlos kenne ich das starke Regietalent des neuen Intendanten und auch seine offensichtliche geschäftliche Tätigkeit an. Ich will mich auch keineswegs zum Sprachrohr etwa unzufriedener Theatermitglieder machen. Ein Theaterleiter kann seine künstlerischen Aufgaben nur lösen, wenn er ein tüchtiges Ensemble hat. Ich bin der Ansicht, daß aus dem vorhandenen Künstlerpersonal ein solches Ensemble, natürlich nach Ergänzung von Lücken, sich gestalten lasse. Statt dessen aber wechselt das Personal fast ständig. Eine Aleberfülle an Personal ist eingetreten. Es ist sicher yicht nötig, daß wir zwei Ballettmeisterinnen haben, es ist nicht zu entschuldigen, daß der langjährige Theatermaler Kempin, der die beste Anerkennung von Kritik und Publikum hat. pensioniert wurde. Ich halte es nicht für notwendig, daß man für den Louis Ferdinand einen Frankfurter Gast haben mußte, Herr Kulisch hätte diese Rotte spielen können. Ziehen wir das Resümee aus dem Schauspiel, so haben wir zunächst einige Neuinszenierungen, mit denen man sich schwer abfinben kann. Aeues bringen ist gut, aber AInmögliches sollte man nicht bringen. Es ist mir gesagt worben, bah z. B. ber Don Carlos als gebrochener Murmelgreis auf bie Bühne kommt, dem kein Mensch ein Verhältnis mit ber Prinzessin Eboli zutrauen kann. Wir haben bann ein paar interessante Neuinszenierungen, ein paar große schauspielerische Darstellungen gehabt, sonst nichts. Don einem tieferen Eindringen in bie Materie ber Dichtungen ist keine Rebe. Die Faustinszeniemng z. D. war sehr schwach. Hätte man nur einen Teil ber Qluftoenbungen, bie für ben „Kea n" gemacht würben, ber Faustinsze- nierung zugewenbet, wäre sicher etwas besseres herausgekommen. Anstatt das Kunstinstitut zu veredeln, hat man es durch Boxkämpfe und Akro- batenkunststücke auf die Niveau des Kinos und des Varietes herabgedrückt. Das Theater soll doch auch wieder zu einer Erziehungsstätte unserer Jugend in ethischer Beziehung werden. Man sollte doch daran denken, daß das Publikum aus der drückenden Atmosphäre des Alltags hinüber- gefüljrt werden will, in die reine klare Atmosphäre dckt Kunst. Wir wünschen, daß mit Beginn der neuen Spielzeit der Intendant über ein geschlossenes, leistungsfähiges Ensemble verfügt, damit uns das Theater auch in der schwierigen Zett erhalten bleibt. Abg. Frau Hattemer (Ztr.): Alnsere Bedenken gegen den großen Zuschuß für das Theater sind nicht Reiner geworden. Wir erkennen an, daß seitens des Intendanten alles geschieht, den Besuch zu heben. Aber wir sind der Ansicht, daß das Theater seine Aufgabe in ethischer Beziehung nicht erfüllt. Das Theater soll 'der Kunst dienen, soll eine Volkserziehungs- und Volksbildungsstätte sein. Wir vermißen die Pfleger klassischer Kunst. Statt dessen kommen Stücke von zweifelhaftem Wert, die höchstens ein paar mal gegeben werden. Vom Standpunkt der Frau aus muß ich sagen, daß unsere zeitgenössischen Dichter unsere Frauen so entstellen, daß es in feiner Weise ber Würbe ber Frau entspricht. Wie die Damen aus ber Bühne ange» zogen sind, bas entspricht nicht mehr bem Anstand und verdirbt ber Iugenb Moral und Sitte. Ich erinnere an Blaufuchs, Mit dem Feuer spielen, Gläubiger, Kean u. a. Abg. Detters (©.): Auf bem Lanbe werben bie großen Anforberungen bes Theaters nicht begriffen. Ich stimme bem Herrn Dr. Wünzer bei, daß sparfammer gewirtschaftet werben muh. Einige 30. 7. Franken 195.50 7.19 (In einem Teil ber Auflage wieberholt.) Dom Reichswirtschastsrat. Berlin, 29. Juni. (WTB.) Der Repa r a ti o n s a u S f ch u ß bes Reichs- wirtschaftSrates beschäftigte sich in seinen Sitzungen am 28. und 29. Juni mit der Frage ber Ausfuhr als Index für bie variablen Reparationsleistungen, zu der bie Alnterkommission bc:i Bericht erstattete. Der Ausschuß trat dem Bericht einstimmig bei und beschloß, ihn der Presse sofort nach Drucklegung zugehen zu lassen. Sodann beschäfttgte sich der Ausschuß mit einem Entwurf des Gesetzes zur Aenderung des Körpers chafts- steuergesetzes, über den er einstimmig ein Gutachten abgab. Der Regierung wird empfohlen, unter Berücksichtigung der Grundsätze dieses Gutachtens mit größter Beschleunigung einen neuen Entwurf auszuarbeiten. Darauf vertagte sich der Ausschuß zunächst auf den 5. Juli, da der Reichskanzler den bestimmten Tag für seine angekündigte Rede noch nicht in Aussicht stellen konnte. Rücktritt des Ministers Dr. Fulda. Darmstadt, 30. Juni. (WTD.) Der sozialdemokratische Minister des Innern, Dr. Fulda, hat seinen Rücktritt erklärt. Die Gründe sind Differenzen mit der Partei. Lieber die Neubesetzung des Ministeriums ist noch nichts bekannt. Reichsverbandstag der deutschen Presse. Hamburg, 30. Juni. (WTB.) Zu ber vom 2 —4. Juli ftattfinbenben Tagung bes Reichs- verbanbs ber Deutschen Presse wirb eine große Zahl Journalisten aller Parteirichtun- gen Deutschlands eintreffen. Auch bie Reichsminister Dr. Rosen unb Dr. Rathenau sagten ihre Anwesenheit bei ben Veranstaltungen zu. Amerika unb der Friede. London, 30. Juni. (WTB.) Wie auS Washington berichtet wirb, ist man dort ber Zuversicht, baß Präsident Harbing die Resolution, durch welche ber Friedenszustand mit Deutschlanb wieberhergestellt wirb, gegen Ende ber Woche unterzeichnen wirb. Einer anberen Meldung aus Washington zufolge erwarten bie Führer des Repräsentantenhauses unb bes Senats bie sofortige Ratifizierung bes Friebens mit Deutschlanb unb bie sofortige AInterzeichnung durch ben Präsidenten Harbing. Die Politik Oesterreichs. Wien, 29. Juni.. (WTB.) Wie eine Paria» rnentskorresponbenz meldet, wurde in ber gestrigen Sitzung bes Reichsparteitages ber großbeut- schen Volkspartei einstimmig eine Entschließung angenommen, in ber erklärt wirb, Oesterreich müßte versuchen, solange sein Leben zu fristen, bis ber Augenblick komme, der es ihm ermöglicht, wenn auch als armes, so boch als aufrechtes M i t g (i c b in ben beutschen Bundesstaat ei ncutteten. Neuer polnischer Angriff auf Deuthen. Berlin, 30. Juni. Blättermeldungen aus Beuthen zufolge hatinderNachtzum 29.3 u n i erneut ein umfan greicherAn- griff der Insurgenten auf die Stadt Beuthen stattgefunden. Die Insurgenten drangen unter dem Schutz von Minenwerfern und Maschinengewehrfeuer bis in die unmittelbare Nähe des Hauptbahnhofes vor. Zahlreiche Geschäfte wurden geplündert und in die Häuser Handgranaten geworfen. Die Franzose« verhielten sich bei dem Angriff volllommen passiv. Die Lage Griechenlands. 12,23 12/27 101,10 101,40 27,67 27,70 30.6» 29. 6. 30.6. 77,50 77,50 77,50 78,10 78,30 — . — 75,75 — . — — - — 69,70 69,90 168,- 168,- 168,50 324,- 322,50 322,45 276,50 275.50 278,50 — — 226*50 227,- 1 — 181,— 181,50 166,50 167,- 166,50 — — 165,25 165,50 — 147,50 147,75 — — 525,- 527,50 362* — 364,- 359,75 386,- 395,- 389,75 556,- 553,50 553,50 318 - 316,— - — 277,- — t — 760,« 404*- 398,- 409* — 325,50 —. — 329,75 Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft Aktiva.. in b) in e) in ci in 5057 879 906- 1684 588 602 56 175 367 802 18 69586 922 35 405889 50 16 66797 53 19 717 353 53 Einnahme. Der Vorstand 7277V Behördliche Anzeigen 73008 Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Rosenberg. Oki 73028 ftbcfterin. Freibank UMEMM CUS68SBS 73158 Gau-Sommerfest 1921 Metzen Boöfportl. AWMvW öet 3agenögmüi)e, BaöhoO-1. BaOpoloWle am 31. Dezember 1920. Bilanz 5 553 812 792185 Unkest» Bleien leleitwlni 222355 932 08 2405 817 925 51 39894215697 386 918794 4s 201444 280 75 Zeichnungen aller Art werden schnellstens angefertigt. SamStan 1 Iiusimmisig MRein u. oreis- t.®n?i 1921 Berkaus von 1 Uhr ab'wen üle VlWMe lloto.-Dmilerei. L £ange. Giesen hingewiesen. Giehen, den 28. Juni 1921. laut, treede Hüirtn, Elauüilii ui Qctbxbw bei letee- e. Abreehaueibankei Wechsel n. uiveriiniUele Schetiaeweliuneee leTSoeilbibei bei luU. ul BukHm» Bewerte ui Lombaria gegea börsengängige Cb In bei unserer Filiale, bei Herrn J. B. Steil Dresden bei unserer Filiale, bet dem Cbemnllxer Bankverein, Fnlkenaleln bei der Vegtllaaisekei CrHlt Aastall, Frankfurt tu M. bei unserer Filiale. 77 852617 67 48 005 222(61 39 465 513 41 Gewinn vor trag von 1919 - - - linsen, elnsehließl.ch des Gewinns an! Sorten end Zinsscheine Prevlsion..................... Staaten . - - • ■ • • • - - . sonstige bei der Kelchsbank und anderen Zentrainotenbanken beleihbare Wertpapiere • • • • • - - sonstige börsengängige Wertpapiere sonstige Wertpapiere 200000000- 30000000- 20 700 OX) — 340 000- 2 321242 01 Debitoren in laufender Rechnung a) gedeckte • bl ungedeckte . • • ■ • • • • • • • Außerdem: Aval- und VÜrUsehakt^ Debitoren . . ■ M-377 462 468.63 Verreohaugspesten mit eiederlassnngen und Filialen - . . - • ■ • • • - lankieblede und Inventar in Neuburg Berlin, Bagdebnrg und Filialen abzüglich Hypotheken...... Sonstige Immebilien.......... abzüglich Hypotheken Bekanntmachung. Betr.: Impfung gegen Schweinervtlaus und Wegfall der gesetzlichen Entschädigung für gefallene Schweine. Auf die Bekanntmachung des Hessischen Kreisamts Giehen, Amtsverkündigungsblatt Rr. 88 vom 20. d. Mts. und auf den im (Siebener Anzeiger veröffentlichten amtlichen Artikel über die Bekämpfung der Rotlaufseuche wird hiermit in Gera (Reufl) bei der Firma Gebr. Oberlaender. in Dhbau bei der Löbeny Bank, in München bei unserer Filiale, bei der Bayerischen Vereinsbank in Weimar bei unserer Filiale, bei der Thtlrlngisehen Landesbank Aktiengesellschaft Bei Einreichung der Dividendenscheine ist eine vom Einreicher unterschriebene, die Stückzahl und den Gesamtbetrag aufführende Nota mitzuliefern. Diese Nota hat außerdem ein Ver zeichnis der nach der Reihenfolge geordneten Nummern der Dividendenscheine zu enthalten, von welchem jedoch abgesehen werden kann, wenn die Dividendenscheine auf der Rückseite mit dem Firmenstempel der einreichenden Firma versehen sind. Hamborg« den 29. Juni 1921. Der Vorstands lensortielbotelligungeu - • • - - - - Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken and Banktirmen Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft. Die Dividendenscheine für das Geschäftsjahr 1920 werden vom 30. d. H. an, und zwar .Nr.49 m. ul 36.-absügLW'. Kapitalertragssteuer p. Stück von Aktien über.A 300.— Nr. 23 m^t 120.- abzügl 10•/„ K apit al er tragest euer p. Stück von Aktien über M 1(XXX— an den Kassen unserer Niederlassungen in Hamburg. Berlin und Magdeburg, unserer sämtlichen Filialen und Zweigetallan, sowie in Barmen bei unserer Filiale, bei dem Barmer Bankverein, Ginsberg. Flseher * Cem»., inCassel beidemHessischenBankverein, Aktiengesellschaft, sow. Filialen, in Chemnitz bei uneerer Filiale, bei dem Cbemnltser Bankverein, 6an 9a „Sieg-W = öe5B.®.l= die moderne Häkelei Oki-Oame in allen Stärken Oki-Schiffchen in allen 7009c Preislagen Oki-Musterbüch.u. Vorlagen Gewinn- und Verlust-Rechnung für das einundfünfzigste Geschäftsjahr, abgeschlossen am 31. Dezember 1920. Befreiung von bet Angestelltenoersicherung ist noch möglich durch Abschluh bzw- Erhöhung Ihrer Lebensversicherung. FriedenSvrämien und FrtedenSdtvidenden. Auskunft durch: (Yeneral'Ageui H. Reins»midt, Süd Anlage 22, Tel. 1267, und Inspektor «.SchwalbHillebrandstr. 1. Vermittler an alle« Orten gesucht. Bekanntmachung. Der Boranschlag der Gemeinde Röthges füt Rj. 1921 liegt vom Montag, 4. Juli, bis ein. schliehlich Montag, 11.3uU 1921, auf der hie- sigen Bürgermeisterei zur Einsichtnahme offen. Innerhalb dieser Frist können bei uns Mnwen- düngen gegen 7>en Boranschlag schriftlich oder mündlich zu Protokoll vorgebracht werden. GS ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Röthges, den 30. Juni 1921. 73O8D Hessische Bürgermeisterei. Metzger. ist Prokura erteilt. Giehen, den 27. Juni 1921. Hessische- Amtsgericht. Vormittags 8—10 Uhr: Empfang der Teilnehmer an der Dauerfahrt (Ziel Gastwirtschaft Boller, Bahnhofstraße). 9 Uhr: Beginn der Bor-Wettbewerbe. Nachmittags 1 Ubr: Ausstellung deS Schmuck uud PreiSkorsoS in der Nord An läge, daselbst Standwertung. 2 Ubr: Abfahrt durch Ost-Anlage—Gart^itrahe—Ludwigttrave Altcestrane Bahnhotstrabe—Kavlansgasie—Leltersweg—LÜd-Anlage—Gartenstrave Katser-Ullee nach dem Städt. Arbeitsamt Gießen Liebigftratze 16, Teleph. 2054. ES können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 2ProvisionSreiseude, 1 Qrtlfcur, 1 Wagenlackierer, 1 Steinholz- und Terrazzoleger, 1 ölt. Bauschlosier, 1 Schneider, 3 Glaser, 1 Zimmermann, 1 Schriftsetzer. Lehrlinge: 1 Lackierer, 2 Schmiede, 1 Glaser,! Automonteur, 1 Kaufmann, 2 Friseure, 1 Schreiber. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 Wickelmacher, 1 Ziaarrenmetster, 1 jung, landwirtsch. Knecht und Arbeiter, 2 Elektromonteure, 2 Zigarrensortierer, 1 Dreher. 20 Bruchsteinmaurer, 4Sdmetder, 2 Friseure, 2 Schreiner, 4 Zimmerleute, 2 Wagner, 1 Haminerschmied, 1 Feuerschmied, 1 Werkzeug- schmied, 2 Anstreicher, 2 Automobilmonteure, 2-3 Ankerwickler, 1 Werkzeugschleifer, 1 verheir. Unterschweizer, 1 unverheirateter Schweizer, em Schweizerlehrling. Lehrlinge: 1 Bäcker, 1 Glaser, 1 Schmied, ISckweizer. ES suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker, Schreiner, Kaufleute, Schreiber und Reisende, Packer, Hausburschen und Ausläufer, Maschinenschlosser, Bauschlosier, Schuhmacher, 2 Krankenpfleger, 4 Sattler u. Polsterer, Bäcker und Metzger, mehrere Kellner, 3 Kraftfahrer, 1 Former, 2 läng. Schmiede, 2 Buchbinder, Mechaniker, 1 Klavierspieler, 1 Heizer, 1 Küfer, 1 Wagner, 1 Gärtner, 2 Dreher, 1 Tapezierer, Elektromonteure, ein Drechsler, 1 Konditor, 1 Handschuhmacher, 1 Friseur, 2 Schneider, Bergarbeiter, 1 verh. landw. Knecht, Autoschlosser, 1 Optiker, 1 Schmelzer, 1 Gold- arbeiter, 1 Installateur und Spengler, 2 Maurer, 1 Monteur, 1 Bandagist, Maschinisten und Heizer. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls entgegengenommen. Lehrlinge: 1 Schneider, 1 Kaufmann und Schreiber, 1 Schmied, 2 Schreiner, 1 Schlosser, 2 Spengler, 2 Köche, 4 Mechaniker, 1 Friseur, 1 Elektromonteur, 1 Konditorvolontär, 2 Wagner, 1 Sattler, 1 Installateur, lKonditor,3Schuhmacher,2 Weihbinder, 1 Dreher, 1 Gärtner. Weibliche Abteilung: ES können eingestellt werden: au bei diesigen Arbeitgebern: Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffrauen und -mädchen für einzelne Tage, tüchtige Alleinmädchen, 2 einfache Stützen, 2 Köchinnen. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 3 landwirtschaftliche Dienstmädchen, Dienstmädchen, Hausmädchen, Zimmermädchen, Alleinmädchen, zwei Köchinnen, 3 Stützen, 2 Friseusen, 1 Büglerin. ES suchen Arbeit: 2 Verkäuferinnen, 2 Flickerinnen, 3 Waschfrauen, einige Lauffrauen, auch f. Nachmittagsbeschäftigung, Mädchen für tagsüber, 1 Büglerin, 1 Haushälterin, 1 Büfettfräulein, ein Fräulein erteilt französischen Unterricht, 1 Ge- Bei sprödem Barthaar und empfindlicher Haut zeigt sich beim Rasieren so recht die wohltuende, baarerweichende Wirkung der neuen Rasierscise „Leoeira-. Ueberiettgen Sie sich von der Sparsamkeit und praktischen Verwendbarkeit und probieren Sie eine Packung zu Mk. 3.— für monatelangen Gebrauch. Wo Sie die bekannte Eblorodont-Zabnvaste kamen, erhalten Sie auch Leosira=9Mterfeife. Eventl. senden Ar Jbnen eine Ortg.-Packung direkt gegen Nach«. od. Voreinsendung von Mk 3,—. Laboratorium Leo, Dresden-N-ö. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen : Am 27. Juni 1921 a) die Firma Buschs Musikhaus, Inhaber Fritz Busch zu Dieben. Angegebener Geschäftszweig: Wusikallen und Musikinstrumentenhandlung. Der Fritz Busch Ehefrau, Helene geb. Riemer ist Prokura erteilt: b) bezüglich der Firma Dampfmolkerei ®te&en Gebrüder Grieb in Dieben: Heinrich Grieb ist durch Tod aus der offenen HandelSgesellschaft ausgeschieden Am 28.3uni 1921 die Fiona Adolf Mohr, Dieben. Inhaber ist Adolf Mohr in Dieben. Angegebener Geschäftszweig: Putz- und Modewaren. Der Adolf Mohr Ehefrau, Emilie geb. Otto ist Prokur-, erteilt Am 29. Juni 1921 a) die Firma Schuhhaus Metropol Otto Evhn, Dieben. Inhaber ist der Kaufmann Otto Eohn in Dieben. Angegebener Geschäftszweig: Schuh Warenhandlung; b) die Firma Wilhelm Wilke, Gieben. Inhaber ist der Kaufmann Wilhelm Wilke in Giehen. Angegebener Geschäftszweig: Obst- und Gemüsehandlung. Der Wilhelm Wille Ehefrau, Katharine, genannt Käthe, geb. Schmidt, ist Prokura erteilt; c) die Firma Ludwig Weib fr., Drosten- Linden Inhaber ist der Kaufmann Ludwig Weib fr. in Drohen-Linden. Angegebener Geschäftszweig: Fabrikation und Berkaus von Zigarren im groben; d) bezüglich der Firma August Frees, Universitäts-Buch- und Kunsthandlung. Inhaber Fritz Schlesier Witwe, Giehen: Die Firma ist geändert in Dr. Wolfgang Metzer, norm. August Frees'sche Hni- versitäts-Buch- und Kunsthandlung. Inhaber ist der Buchhändler Dr. Wolfgang Metzer in Giehen; e) bezüglich der Firma „Elektra, Versand von amerikanischem Kaiseröl" in Giehen: Die Firma ist erloschen; f) bezüglich der Firma Earl Keil, Giehen: Der Earl Ludwig Keil Ehefrau, Elisabeth, geb. DöngeS, ist Prokura erteilt. Giehen, den 30. Iuni 1921. 73168 Hessisches Amtsgericht. 133 136 433*91 10 604 732 53 66 797 953|16 210 539 119 60 JC H 508014 - 128 672825,17 81358280 43 210 539119 60 1. Innerhalb 7 Tagen fällig M. 2404085310.28 2. darüber hinaus biß zu 3 Monaten füllig „ 325066449.67 3. nach 3 Monat, fällig » 73159499.54 Akzepte und Seheeks: a) Akzepte • b) noch nicht eingelöate Schecks . . . Außerdem: Aval- und Bürgschaftsver- pflichtungen .... M. 377462463.63 Dividenden-Rückstände Reingewinn Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A. wurde eingetragen : Am 17. Huni 1921 die Firma Friedrich Linker & Sohn, Giehen. Gesellschafter sind die Kaufleute Friedrich Linker fen. und Friedrich Linker jun., beide in Dieben. Die offene Handelsgesellschaft beginnt am 1. Fuli 1921. Angegebener Geschäftszweig. Berkaus von Kraftfahrzeugen, Fahrrädern, Rähmaschinen, Kinderwagen und verwandten Artikeln und mechanische Werk- ftattc. Am 25. Juni 1921 a) die Firma Salomon Monk. Gieben. Inhaber ist Salomon Monk in Giehen. Angegebener Geschäftszweig: Schokolade und Zuckerwaren en gros und Lebensrnittel en detail. Der Salomon Monk Ehefrau Rosa, geb. Peterman-:, ist Prokura erteilt; b) die Firma Ernst Fung. Giehen. Inhaber ist Ernst Fung in Giehen. Angegebener Geschäftszweig: Spezial- Haus in Papierwaren und Bureaubedarfsartikeln. Der Ernst Jung Ehefrau Elisabeth, geb. Bob, ist Prokura erteilt; c) die Firma Adam Kircher. Giehen. Inhaber ist Adam Kircher in Giehen. Angegebener Geschäftszweig: Automobil- und <^ahrradhandlung und Reparaturwerkstätte. Der Adam Kircher Ehefrau Katharine, geb. Bomend, ovuuiaK« ucu o. «f un Grohs radsportliche Wettbewerbe auf der Liebigshöhe. 8er Kunstreiten. 8er Schul-, Schmuck- und Iugendreigen, 6er Jugendreigen, Radballmeisterschast Erklärung. Die in der FaschingSzeilung des Rodberger Elubs in Februar 1921 unter dem Titel laut- gewordenes Geheimnis" gegen die Emma Schlierbach und den Gustav Ohlcmutz in Rodheim an der Bieber geänderten Beleidigungen nehmen wir als unwahr mit Bedauern zurück. 72521) Rodheim a. d. Bieber, den 28 Juni 1921. Wilhelm Schneider. Karl Schmidt. und Radvolospiele. , . — ——— Konzert, Tanz- und Dergnügungsplatz. Eintrittspreise: Sel'rT6roCR’ Stlt" Der FeitauschsO. DT- Auf dem Festplatz große Fahrradgarderobe. -U8 z284v Einschränkung des Wafferverbrauchs. Infolge der sehr geringen Riederschlagsmengen in den letzten Jahren, insbesondere im vergangenen Winter, ist der Grundwasserstand ganz gewaltig gesunken. Die Folge davon ist, bah die Dampspumpen' unsere- Pumpwerkes Queckborn eine überaus hohe Saughöhe zu überwinden haben und den Wasserbedarf, der in der letzten Zeit auf über 9500 Kubikmeter täglich gestiegen ist, nicht mehr herbeischaffen können. Die Ergiebigkeit der Stollen-Wasserwerksanlagrn bei Grohen-Buseck und im Diehener Stadtwalde ist bereits unter 50 Prozent des Normalen gesunken. Die Einwohnerschaft wird daher dringend ersucht, den Wasserverbrauch auf daS allernotwendigste einschränken und das Giehen der Gärten mit ^Wasser auS der Wasserleitung unterlassen zu wollen, da sonst auch hier in Kürze mit einer WassertalamitSt zu rechnen ist. Giehen, den 30. Juni 1921. 73018 Städtisches DaS- und Wasserwerk Giehen. Steding. unter dem Protektorat des Herrn GeheftneratS Dr. Ufbiger, Provinzialdtrekter MWM IW sieWkl HohMiet-Beteia 1885 e. B. W 2., 3. nnö i. W m öet neöissöööe Feftfolge 2. darüber hinaus bis zu 3 Monaten fällig „ 362097780.22 3. nach 3 Monat fAUig . 234478200.30 sonstige Kreditoren: SSftttSÄ Spotfllifie UDenönaletlallnng mit Soniert nnö Innj II von 6 Uhr nachmftt. an: I Aktienkapital ... Beservefcnds I Biservalonds n Taleasteuer-Bickstellung Beamten • Penslons- und ünterstltxungslonds Kreditoren: al Nostroverpflichtungen . . .... b) seitens der Kundschaft bei Dritten benutzte Kredite c) Guthaben deutscher Banken und Bankfirmen ........... d) Einlagen auf provisionsfreier Rechnung: L innerhalb 7 Tagen fällig M. 1252736969.97 davon am Bllanztage gedeckt: al durch Waren, Fracht- oder Lager- scheine M. 175 138 530.64 b i durch andere Sicher- beiten........ 24 654 795.37 Blesse Wertpapiere: al Anleihen und verzinsliche bchatsan- weisungea des Reichs und der Bundes- 4117 470 93 5 553 812 792185 ' ! A 57 21080996 3 289656170 345 760 239 36 1849307960 49 2802 311259 91 026 197.61 84 341604 57 Jl ■A 8 144 719 64 11090 945 11 14 298978 45 14 317 974 47 819 775 053 23 864813549 83 20 537 653 53 820 300 4 537 470 93 420 000- Karl Iwang 7286V 3)r. pßil "Wolfgang OYleyer. 7291V 1 1 1 Vt$/dtu^che 4 v 33 Giessen Brandplatz gegenüber dem alten Schloß. C. Röhr & Co. A. Salomon & Co. G. W. Schneider Nachf I. Schmücker Nachf. Julius Schulze Bebr. Stamm Ludwig Stern Gefchw. Student Friedrich Teipel (Bebr. Weil Wilhelm Wirsig (Bebr. Baer Franz Bette Robert Haas Nachf. Jakob Heilbronner Carl Horn (Bebr. Imheufer H. Kaetz Nachf. Meyerhofs & Goslar Fr. Levermann Carl Loos 3. Pfeffer Wlaler-^k f Anstreicher- A Weißbinder-Gesch. L A. Belitz V Liebigstraße 83 A Vrel. 945 Z M la blaugestreifte Bauernsäcke 55/135cm groß, 1'/, Ztr. fassend.empfiehltzum billigsten Tagespreis Ludwig Lazarus Asterweg 53. 6477 Fernsprecher 505. 2 Sportfreunde lest 7233h Sport-Umschau Sport-Echo Sport-Sonntag Sport und Spiel Oberh. Sportzeitg. Südd. Sportzeitung Der Fußball Der Kicker laufend in neuester Ausgabe bei Her so, Mittld. Ann.-Exp., Plockstr. 5. Tel. 1335. <4 M B. M. DIJMElSOftFWH GnctfjfabriRation von Säcken für alle Zwecke. Spezialität: eieue JuttfMehl/GctreldcpZudierTadie, gebt Säcke, PapiergewebeiÄcke Telegr: Färergewet* ^efefäftsüßernaßme. EM,it dem heutigen "Tage fja6e iß die Freesfße Wniv. -fßußßandlung übernommen und beeßre miß mit^uteilen, daß iß diefel6e unter der Firma 5)r. "Wolfgang 3YIeyer vorn. cfl. chees fdje Tlnwerfitätsßucffjandlung weiterfüßre. Fier bisherige ßefßäftsfüßrer SKerr Oswin Schneider 6leibt wie bisßer im ßfefßäft tätig und wird für miß seißnen. 8s wird mein Sßeftreben Jein, die fßußßandlung ein fefiließliß des Antiquariates naß jeder Seite ßin aus3ubauen, um den "Wünfßen und Forderungen weitester FCreife begegnen jzz Rönnen. Fas der alten Firma in fo reißem FYlaße erwiefene "Vertrauen bitte iß auß auf miß übertragen ju wollen. 9 GMWSlMs' in neuen und getragenen Herren- Anzügen, Gehrock- u. Smoking- Anzügen. Für Burschen Anzüge in allen Großen. Hochgeschlossene Joppen, leichte und schwere, in allen Größen. Gebrauchte Sakkos mit Westen. Auch einzelne Hosen i. all. Färb., versch. Damenkleider u. -Blusen auffall, billig zu verk. Leichte Drelljoppen und Hosen. L. 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Juli eröffne ich neben meinem Bäckerei- und Konditorei-Betriebe in Lollar, Lumdastraße 3 eine Kaffeestube. Ich empfehle mich und werde bemüht sein, meine Gäste in jeder Weise zufriedenzustellen. 09280 Theodor Beckel.