ÄS** ZLZPä I KM teSSs tasSto»* Äk iS I etwa 50 N «!.k.}A 5’Ä Ä£ Ntsmög'ichieL ^ei hd> J Mtrebt9|ein S'. N uÄUW«l‘<Ä äS ?£•*?£? iS*ä: j&üSä £ W‘ ?e Derjaonn. TJg 224000 Reichs- । S?r ^chsmark der- oulwnsvertrag. ichertisch. ^.Aufsatz in Br. 4412 ber 2,Vl.uM (Verlag I. I. chUdert die Frau deS fernen ber Chmefin". Sehr färben- virlen die beigegebenen Acsua- enn Dorot^a Hauer. An ldgepflogenheiten erinnert ein ’ Buchheim über Dr. Thiene- Deizvögel auf der Kurifchen kte illustrierte Driträge find vorzuheben: »Hundert Jahre Dr. A. Klima schildert die nführung deS wichtigsten und Verkehrsmittels unserer Zeit, mb Technik" von A. Krenn 4i des AichnkraftwrrleS auf der Schweiz. Adalbert Dahl: Aom i der Geschichte. Pädagv- Heft 1270. Langensalza, Her- ohne (Deyer & Manns. 43 6. 197). Iruno Dauch: Kultur Pädagogisches Magazin, Heft ; Hermann Aeyer & Söhne 36 S. Preis 1 Ult. (398). sche Probleme des ju* tetä. l.Teil. Das hnW Men und bet seMe Prv- . P. Hvting. 151 Seiten 8. ich 4 Ml. Herausgeber und band für Daisenfürforge Mag- stelle: Berlin W 57 (387). r denkwürdigen Jahre Lan der Beide Aomm vanstingl. Buchverlag Guido (Berlin S14 (389).. u „ WÄ---S Mm dabei spannend und nr-or 9«bcn. ieunblCJnnßn®oH -Jtfrüb8« (388). idebetl A. V-. , fi£)njtoman. tei ckfMiin. '^cliöbri 58J9 12,38“* 7,389 73,13 3,021 IS-« g|,6/ 1,971 5,83) w> 1,698 58, Ito 111,86 111-88 112-4 -!Z 59,58 2,003 0,492 58,69 Ä S !Ä -ß T7' 1,72 58- 112-2 "'S 112-2 10,5$ 21,83 4,1 1 16-$ 81,05 59.72 2,01 01965 5 957 Z ,89 jl5 ,67 364 j ti m i:5 Md TTef 58,18 111,68 20,338 16,416 167,99 21,79 111,60 58,73 2,47 111,83 80,7 59,53 12,326 72-8? iM 1,702 58,525 112,08. 112'2 112,3» 507 2,90 20,40» 4,18 IO," ii,j! 59,70 2A 0,491 58,81 12,389 1>, 73,16 023 18,g 81,6} 1,977 4104 £ Prozent- "Sanfnolem obs__•— LOO SchWO Seid —S- b 18 40 8? ,86 ,07 -"Mi, —4J87 58,4? 112,12 20,418 16,415 168,61 21.87 112,04, 58.9 2,49 112,27 81.06 59.77 12,386 73,13 jranM^ ■ — 30£^L— Nr. 256 Erstes Blatt 179. Jahrgang Donnerstag, 51. Oktober 1929 Erfche,ni laglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle lHotwt$:Be$ugspreU: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richterscheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernfprechanschlüsse anter5ammelnummer2251. Anfchrist für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Franksurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfilälr-Vuch- und Steinbruderei R. Lange in Sietzen. Schriftlettnng und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer vi» zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20” , mehr. Chefredakteur: Dr Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich m (Bieben. Llementel mit der Regierungsbildung beauftragt. EinKonzentrations-KabinettderMitte.-Briands Unterstützung.—DieHaltungderRadikalen. Politik I vcr verpaßten Gelegenheiten. Der Pfeil, den Briand aus dem Hintergrund gegen Herrn Daladier abgeschossen hat, hat sein Ziel erreicht; Daladier hat auf die Kabinettsbildung endgültig verzichten müssen. Für Stunden schien es so, als ob der Führer der Radikalen trotz der Absage der französischen Sozialdemokrat e noch mit Aussicht auf Erfolg sich weiter um d.e Regierungsbildung im Sinne eines Linkslabinetts bemühen könne. Da ater kam dann das geschickte Manöver Tri» ands mit dem offiziösen französischen Nachrichten- bureau, durch das er d.e Erklärung verbreiten lieh, er habe Daladier seine Unterstützung f ü r die Bildung einer Regierung der „republikanischen Union“ zugesagt. Da aber noch wenige Stunden zuvor Daladier diese Formel abgelehnt hatte, die bedeutet hätte, dah er die parlamentarische Basis für seine Regierung ziemlich weit nach rechts, etwa bis an die Gruppe Marin heran, suchen müsse, stand schon am Dienstagabend für die kundigen The- bauer der französischen Kammer fest, dah er endgültig scheitern werde. Das Presscmanöver Driands mutet auf den ersten Blick wie eine kalte Rache an. Denn er hat zweifellos nicht vergessen, dah es gerade die Radikalen waren, die sein Kabinett stürzten, und man kann es ihm menschlich kaum verübeln, dah er gegen sie nicht gerade von den freundlichsten Geiühlen beseelt ist. 3m Rahmen der innerpolitischen Entwicklung Frankreichs kann man dieser Taktik aber auch eine tiefere Bedeutung beimessen. Obwohl Driand seiner Herkunft und der Politik seiner letzten 3ahre nach durchaus der französischen Linken zuzuzählen ist, könnte sich in ihm — und die Wahrscheinlichkeit spricht sehr stark dafür —. sehr wohl der Gedanke festgesetzt haben, dah eine Regierung der Linken wenig Aussicht auf einen Dauererfolg 6 c et. Die französische Sozialdemokratie ist ja von jeher ein sehr unsicherer Faktor gewesen, sie unterscheidet sich darin in nichts von ihren deutschen Parteifreunden. Die peinlichen Erfahrungen mit dem Kabinett Herriot reizen nicht gerade zur Wiederholung, und es läht sich denken, dah Driand wenig Reigung verspürt, sich Leuten anzavertrauen, die zwar die Vorteile der Regie.ungsgewalt gern genießen, nicht aber die damit verbundene politische Verantwortung tragen möchten. Der „Vorwärts“ hat schon ganz recht, wenn er sagt, dah die französischen Sozialisten als Aktivposten in der europäischen Politik a b 8 u - schreiben wären, wenn sie aus dokrinären Gründen jedes noch so vorteilhafte Koalitions- angcEot grundsätzlich ablehnten. Die französische Sozialdemokratie hat mit dem Rein ihres Rationalrats eine Politik der verpahten Gelegenheiten getrieben, wie sie sich ausgeprägter Wohl kaum denken läht. Bei allem, was man gegen die Methoden der Radikalsozialisten gegenüber der Regierung Driand sagen kann und so sehr man sie mit der Verantwortung für die jetzige Kabinettskrise in Paris belasten muh, ist es roch sicher, dah Daladier bei seinen Demühun- gen um eine Regierungsbildung auf der Dasis des alten Linkskartells kluge Zurückhaltung und weise Selbstbeschränkung geübt hat. Denn ihm ist es ja immerhin gelungen, von einer sehr achtbaren Mehrheit der sozialistischen Kammerfraktion das grundsätzliche Dekenntnis zur Teilnahme an der Regierungsverantwortung auch unter bürgerlicher Führung zu erlangen. Dah der Rationalrat der französischen Sozialdemokratie ihm dies wertvolle Aktivum wieder aus der Hand schlagen würde, konnte er nicht wissen. Der Doktrinarismus der Herren Leon Dlum und Paul Faure, die nur in eine vo n Sozialisten geführte und in ihrer Mehrheit aus Sozialisten gebildete Regierung hineingehen wollten, hat gesiegt über die höhere politische Einsicht ihrer eigenen Fraktionsmehrheit. Es wäre nicht schwer, aus den Vorgängen tei der französischen Regierungskrise die entsprechenden Rutzanwendungen für Deutschland zu ziehen. Auch der deutsche Parlamentarismus leidet ja in stärkstem Mähe darunter, dah die Sozialdemokratie, obwohl sie an der Reichsregierung führend beteiligt ist, dennoch mit einem wesentlichen Teile ihrer Fraktion und ihrer Parteiorganisationen im Lande weiterhin in der Opposition, und zwar in der grundsätzlichen Opposition zum Staat schlechthin, bleibt. Das muh natürlich die Regierungsarbeit von vornherein stark lähmen, und die Entfchlußlosigkeit, der Mangel an Führerwillen, den wir der jetzigen Roichsregierung so oft vvrgehalten haben, ist nicht zuletzt hierauf zurückzuführen. International gesehen hätten wir uns von dem Einzug der französischen Sozialisten ins Kabinett kaum eine Erleichterung versprochen, zumal ja Paul-Doncour, der prominente Rüstungssachverständige, das Kriegsministerium hätte übernehmen sollen. Für die Fortführung ter schwebenden internationalen Verhandlungen wird es natürlich von Wert sein, wenn es gelingt. Driand in das nun wahrscheinlich kommende Kabinett der „republikanischen Konzentration" einytv'nori Richt unwesentlich ater ist die Frage, die erst nach der endgültigen Konstituierung der Koalition zu beantworten ist, ob die Regierung unter der Führung Tardieus oder des radikal-sozialistischen Senators E l e m e n t e l stehen wird. Unter Tardieu wäre das neue französische Kabinett nichts anderes als eine Regierung Poincarä ohne Poincarä. Don Elemente!, dem man große diplomat sche Gewandtheit und fer.ön- liche Liebenswürdigkeit nachsagt, könnte man dagegen vielleicht erwarten, dah er sich als Regierungschef in stärkerem Maße für die Auhen- pvlitik eines Driand einseht, als es Driand für sich selbst als Ministerpräsident eines Poincarä übernommen und auf Poincare zugeschnittenen Kabinetts hatte tun können. Die Beauftragung Mmeniels. Paris, 30. OH. (WB.) Um 9 Uhr hak sich Dalab i e t ins Llysie begeben, um dem Präsidenten der Republik das Mandat zur Regierungsbildung offiziell zurückzugeben. Der Präsident der Republik hat, nachdem er Daladier empfangen hatte, Briand ins Elyfse berufen. Briand hatte mit dem Präsidenten eine dreioiertelstündige Unterredung. Er erklärte den Pressevertretern: 3d) habe überhaupt keinen Auftrag erhalten, ich habe mich mit dem Präsidenten der Republik ganz allgemein über die politische Lage und gewisse, mein Ressort betreffende kaufende Angelegenheiten unterhalten. Um 11.45 Uhr ist auf Ersuchen des präsi- teu der Republik der Vorsitzende des Finanzausschüsse des Senats, der radikale Senator (Sternen- te l, im Elyfee eingetroffen und mit der fi a - binettsbildung beauftragt worden. Elemente! hat den Auftrag grundsätzlich a n g e n o m - m e n. El5mentek hat der presse erklärt: Ich bin seit mehr als 30 Iahren der Freund Doutner- g u e s und ich habe es ihm nicht abfchlagen können, alles zu tun, um ungeachtet aller Schwierigkeiten zu einem (Erfolge zu kommen. Ich werde in erster Linie Briand aussuchen. Elemente! betonte, dah er beabsichtige, eine Politik weitgehender republikanischer Versöhnung zu betreiben. Elemente! hat sich zunächst zum Kammerpräsidenten B u i s s o n , sodann zum Senatspräfitenten D o u m e r begeben. Darauf stattete er Briand einen Besuch ab und hatte mit ihm eine Unterredung. Außerdem verhandelte (£15- mentel noch mit mehreren Parlamentsmitgliedern. Briand erklärte, dah er Elsmentel das Versprechen gegeben habe, in sein Kabinett einzu- treten. Briand hat übrigens heute nachmittag mit herriot, Loucheur, Danielou und Henri pathe konferiert, höchstwahrscheinlich um die Möglichkeit für die Bildung eines Konzentrakions- kabinetts zu prüfen. Auffallend ist, dah der Vorsitzende der radikalen Kammerfraktion, Daladier, ausdrücklich erklärt, dah kein Mitglied der radikalen Partei, das nicht ausgeschlossen werden wolle, an einem Konzentrationsministerium teilnehmen dürfe, ohne vorher die {Genehmigung ter Partei erhalten zu haben. (Er erinnerte ausdrücklich an den Beschluß des Parteitages von Reims. Es scheint, bah nicht alle Mitglieber ber Kammerfraktion mit bet Haltung Dalabiers einoerftanben finb. Glementelß Aussichten. Das geplante Kabinett der Mitte. pari», 30.0kl. (WB.) havas glaubt über Elemenlels Absichten in bezug auf bie B esehung ber einzelnen Ministerposken folgenbes berichten zu können: Eie men tei wolle sowohl bas Ministerpräsibium als auch bas han- belsministerium, bas er währenb des Krieges geleitet habe, übernehmen. Jür bas Außenministerium fjabe Briand seine Mitarbeit bereits zugesagt, für bas Finanzmini st erium gedenke er Eheron bcizubehalten, desgleichen L o u ch e u r für das Arbeitsmini st erium. Ferner beabsichtige er, Tardieu entweder bas Marine- ober bas Kriegsmini st erium ober bas Ministe rium für öffentliche Arbeiten anzubieten, wie ber „Petit parisien“ schreibt, würbe bie Grenze ber neuen Mehrheit, auf bet Elementei feine Kombination aufzubauen gebend, links burch bie Sozialrepublikaner, rechts burch bie Gruppe Maginot bestimmt fein. Es würben also folgenbe Parteien zur Mehrheit gehören: 30 Sozialrepublikaner, 121 Rabikale, 18 linksstehende Unabhängige, 17 Mitglieder der sozialen und radikalen Linken, 52 Mitglieder der radikalen Linken, 64 Linksrepublikaner und 29 Mitglieder der demokratischen und sozialen Aktion. Im ganzen also 331 Abgeordnete, hierzu wären mehrere Abgeordnete, die bei keiner Fraktion eingetragen sind, hinzuzu- zählen. Gegebenenfalls würden noch weiter rechts stehende Elemente hinzukommen, was jedoch nicht bedeute, dah diese (Elemente in dem zu bildenden Kabinett vertreten sein würden, wenn Elömentel sein Kabinett bilde, würden die wünsche bex linksstehenden Fraktionen im Grunde genommen befriedigt werten; denn die Gruppe Marin würde nicht mehr in ber Regierung oer- treten sein unb nicht mehr zu ber künftigen Mehrheit gerechnet werben. Wer ist Clenieniel? Paris, 30. OIL (TU.) Der mit der Kabinettsbildung beauftragte Etienne Elemente! ist Senator des Departements Puy de Dome unb früherer französischer Finanzminister. Er spielte während des Krieges eine bedeutsame Rolle in ter Versorgung Frankreichs mit Kriegsmaterial. Zur Zeit ist er stellvertretender Prä- Berlin, 30. Oft. (WTV.) Beim Reichswahlleiter sind heute abenb bie Ergebnisse über bie (Eintragungen zum Volksbegehren aus folgenben Reichstagswahlkreisen eingegangen: kreis 10 (Magdeburg) 170 840 (Eintragungen, bei 1 095 723 Stimmberechtigten 15,59 v. h.; kreis 30 (Chemnitz- Zwickau) 198 513 (1 247 715), 15,91 v. h.; k ö l n- Aachen 18 928 (1 436 372), 1,32 v.h.; kreis 29 (Leipzig) 81 925 (901 568); Hessen-Darm- ft ab t 27 735 (913 361), 3,4 v. h.; Hamburg 35 630 (887 319), 4,02 v. h.; D ü s s e l b o r f - O st 29 296 (1 465 384), 2,08 o. h.); Düf felborf- west 35 462, 3,46 v. h.; Stabtgemeinbe Groß- Berlin 242 713 (3 167 626), 7,66 v. h.; West- s a l e n - S ü b 50 341 (1 611 821), 3,14 v. Wahl- kreis 8 (Liegnih) 97 536 (779 515); Pommern 381984 (1 165 501), 33 v. h.; Schleswig-Holstein 139 753 (1 041 318), 13,42 v. h.; Franken 183 531 (1600 000). Unter Berücksichtigung ber vom Reichswahlleiter bereits bekanntgegebenen Iahten stellt sich bie G e - s a m t z a h 1 ber bisher gewetteten (Eintragungen auf 1 849 562, bie ber Stimmberechtig- t e n bes Gebietes, aus bem bie Melbungen vorliegen, auf 21 979 001, mithin bie Beleih- gungsziffer auf 8,42 v.h. Gemessen an ber Gesamtzahl ber Stimmberechtigten (41 278 892) Berlin, 31. Oft. Der Haushaltsausschuh des Reichstages beschäftigte sich mit dem Gesetzentwurf zur Aenderung der Reichshaushaltsordnung. IreichsfinanzminLster ör. Hilferding führte aus, dem Reichstag werte in dieser Herbsttagung noch ein Rachtragshaushalt für 1929 und auch ter Haushaltsplan für 1 9 3 0 zugehen. Dah ein Rachtrag für 1929 notwendig sein würde, darauf habe er schon bei den Haushaltsberatungen für 1929 hingcwiesen. Einmal seien durch die von ihm begrühte Sparaktion des Reichstages die Etc.tansähe nach seinem Ctatvoranschlag so eingeengt Worten, dah gewisse Korrekturen notwendig seien. Er habe rücksichtslos über- und auherplanmähige Ausgaben gedrosselt. In gewissem Llmfang mühten aber erhöhte Ausgaben nachträglich etatisiert werden. Auch mühtm die Cin- nahmenansähe nach dem bisherigen Aufkommen richtiggestellt werden. Auherdem erfordere die im Falle der Annahme des Voung- plans eintretende Reparationserleichterung ebenfalls einen Rachtragsetat^ Er werte den Rachtrag vorlegen, wenn die Haager Verhandlungen über den Voungplan abgeschlossen seien. Der Rachtragshaushalt werte in erster Linie Vorschlägen, das im Jahre 1928 entstandene Defizit in Höhe von 154 Millionen abzudecken. Dadurch werte gleichzeitig die Kassenlage um diesen Betrag erleichtert; in zweiter Linie soll das Defizit des Jahres 1929 abgedeckt werden, das z. T. durch einige von ihm schon während ter Rcichstagsberatungcn angezwcifelte Streichungen durch den Reichstag und z. T. durch überhöhte Einnahmesähe entstehe. Schliehlich mühten auch eine Reihe von Ausgaben zur Erfüllung gesetzlicher Verpflichtungen oder Bkrtragsverpflichtungen, die erst im Laufe des Rechnungsjahres entstanden wären, wie z. D. die 12,5 Millionen Reichsmark aus dem belgischen Markabkommen, eingesteNt werten. Die Finanzreform fcabe eine Senkung ber Steuerlast zum Ziele, bie notroenbig sei zur Steigerung ber probuktivität ter Volkswirtschaft. (Eine solche Steigerung fei zugleich beffe Sozialpolitik, benn sie führe zur 2Hin- berung bet Arbeitslosigkeit unb fei zugleich Voraussetzung künftiger sozialpolitischer Maßnahmen. Die Finanzreform wirb an einer Senkung der Einkommensteuer, die sich insbesondere auch sident der Internationalen Han^ delskammer. Im Senat gehört er der Gruppe ter Radikalen Linken an, bie etwa ter Radikalsozialistischen Kammergruppe entspricht; doch unterscheidet sich die Senatsgruppe von der Kammcrgruppe durch ihre ablehnende Haltung den Sozialdemokraten gegenüber. Elsmentel, ter die 60 bereits überschritten het, ist ein Mann von außerordentlich gewinnenden und angenehmen Formen, ein seiner diplomatischer Kopf, ter sich als Leiter ter internationalen Verhandlungen und nicht zuletzt als Dorsitzendei! ter Internationalen Handelskammer den Ruf eines geschickten und unparteiischen Politikers erworben hat. Clömentel, ter als Finanzministcr dem ersten Kabinett Herriot angehörte, bracht« dieses Kabinett durch sein Ausscheiden zu Fall, da er sich damals in der Frage der frairzösischen Frankenstützung in scharsem Gegensatz zu ter Leitung ter Bank von Frankreich befand. liegen bie (Eintragungsjiffern aus etwa 53,25 v. f). bes Reichsgebiets vor. Beamte und Volksbegehren. Die Boltspartei beanlraqt Einstellung der Disziplinarverfahren. Der! in, 30. OkL (Tel.-Un.) Dem Preußischen Landtag ist ein Urantrag der DVP. zu- gegangen, in dem die Staatsregierung ersucht wird: 1. Alle etwa wegen ter Eintragung in di« Listen zum Volksbegehren g e g e n p r e u h i s ch « Beamte eingeleiteten Disziplinarverfahren einzu stellen und allgemei \ an die nachgeordncten Stellen die Weisung ergehen zu lassen, dah insoweit weitere Disziplinarverfahren nicht mehr eingeleitet werten. 2. Sich jeglicher M ah re gelungen von Beamten und Ange st eilten wegen der Eintragung in die Listen zum Volksbegehren zu enthalten. 3. Soweit wegen des sonstigen Verhaltens von preußischen Beamten wegen ihrer Beteiligung am Volksbegehren Disziplinarverfahren eingeleitet sind, die Disziplinarverfahren nur durchzuführen, wenn die Beamten durch die Art und W«e i s e ihres in der Oeffentlichkeit erfolgten Eintretens für das Volksbegehren die auf die Pflichten ihres Amtes zu nehmende Rücksicht verletzt haben oder wenn eine unzulässige Beeinflussung von Untergebenen durch ihre Vorgesetzten erfolgt ist. bei den unteren Stufen durch Erhöhung bes steuerfreien Exi st en z Minimums aus- wirken werde, und der Real steuern nicht cor- übergehen. Ziel der Finanzreform wird eine Entlastung der Volkswirtschaft und aller ihrer Träger sein. Dieses Ziel werde seiner Auffassung nach nicht oadurch verkleinert werden, wenn beisvielsweise die Bier st euer in einem Umfange erhöht würde, wie sie für den Etat 1929 geplant gewesen sei. Denn eine solche Erhöhung würde durch die Erhöhung des steuerfreien Existenzminimums überfompenfiert sein. An Monopole werde gegenwärtig nicht gedacht. Große Reichsmonopole bringen Komplikationen mit sich, die die Reform aufhalten könnten. Auch verbiete die Geldmarktlage augenblicklich die Durchführung solcher Bestrebungen. Der Minister wandte sich dann gegen bie pes- s i m i st i s ch e Stimmung, die sich in der Oeffentlichkeit geltend mache. Wer über Anleihen verhandeln müsse, der empfinde sehr unangenehm die außenpolitischen Gefahren eines solchen unberechtigten Pessimismus. Die Lage der Wirtschaft sei durchaus nicht bedrohlich. Unsere Industrie sei wieder wellbewerbsfähig, und der Export habe unsere Handelsbilanz wieder aktiv werden lassen. Es ist meine feste Absicht, den Etat unb die Gesetze zur Finanzreform sofort vorzulegen, sobald die Verhandlungen über den Poungplan abgeschlossen sind. Was das Zündholzgesetz anlangt, so habe ich die Absicht, es in allernächster Zeit dem Reichswirtschaftsrat zuzuleiten und dann auch die Oeffentlich- feit über alle Einzelheiten dieses Planes aufzu- klären. Die Debatte. Abg. Graf Westarp (Dntl.): Die Ausführungen des Finanz-Ministers waren so wenig substanziert, dah sie nicht zur Beruhigung über tlc katastrophale Lage ter Reichsfinanzen, ter Kassen'lage. dienen können. Es feh-lten überall die Zahlen. Wir verlangen ein zahlenmäßiges, klares Bild über die Besserung und über das Monopol für eine Auslandgesellschaft. Das Defizit der Arbeitslosenversicherung belastet die Kafsenlage und den neuen Rachtragsetat, weil die Regierungskoalition seine Beseitigung nicht fertiggebracht hat. Zur Beruhigung kann es nicht be tragen, dah für parteipolitische Agitation unbeschränkte Mittel da zu sein scheinen. Abg. Dr. Horlacher (D. Vp.) bittet, bei der kommenden Steuerreform in erster Linie die Aufhebung der Industriebelastung und Rentenbankbelastung in- Auge zu fasten. Allzu große Hoffnungen haben Das Borläufige Ergebnis des Volksbegehrens. SilferdW verteidig seine FmaazpoM. Nachtragsetat und ^oungptan. uTGrüna* MittWoch, 30. Oktob. 1929 7” abds. -—TMrsli. Ministerialdirektor Dr. Schwarz ag Koß- die dümmsten agitatorischen Anträge stellen könnten. Der Reichstag mutz unter allen Umständen die Entscheidung des Finanzministeriums revidieren können. fettige Kenntnis, insbesondere auch auf dem Gebiet des sozialen und wirtschaftlichen Lebens und vor allem seine reiche Erfahrung sicherten ihm einen matzgebenden Einflutz auf das hessische Iustizwesen und die übrigen Landesverwaltung. Auch in Reichsjustizangelegenheiten fand seine Mitwirkung hohe Anerkennung. Durch sein hilfbereites freundliches Wesen sicherte er sich bei allen Beamten uneingeschränkte Anerkennung. sondiert, 'um zu erfahren, ob es möglich wäre, in dieser Sache mit anderenLän- dern zu einem Einvernehme n zu gelangen. „Daily Rews" verbreitet sich in einem Leitartikel über das gleiche Thema und meint, der praktische Wert der kostspieligen Spionagedienste. die von den meisten Ländern unterhalten würden, sei sehr zweifelhaft. Auf der anderen Seite verursache die Spionage zwischen den beteiligten Ländern unvermeidlich böses Blut. Es wäre daher ein wesentlicher Beitrag für den Weltfrieden, wenn es gelänge, durch Verhandlungen einen allgemeinen De r- zicht auf die S p i o n a-g e zu erreichen. Hoffentlich werde Schatzkanzler Snowden im Unterhaus eine befriedigende Erklärung hierüber abgeben föimeru Darmstadt, 3d. Okt. (Priv.-Tel.) Ami. November d. 2. trit. wegen Erreichung der Altersgrenze der Ministerialdirektor im Ministerium der Justiz Dr. Otto Schwarz in den Ruhestand. Dr. Karl Cuötoig Otto Schwarz wurde 1864 als Sohn des Rechtsanwalts Dr. Georg Schwarz in Gießen geboren. Rach Ablegung der Staatsprüfungen wurde er Gerichtsassessor. Er war viele Jahre im hessischen Justizdienst bei verschiedenen Behörden beschäftigt, vorübergehend auch im Ministerium der Justiz. 1894 wurde er Amtsrichter in Darmstadt, 1900 Landrichter und 1903 Landgerichtsrat beim Landgericht der Provinz Starienburg, 1910 Oberstaatsar^walt in Mainz. 1912 ging er in der gleichen Ctgenschaft nach Darmstadt. 3in Jahre 1915 wurde er als Ministerialrat in das Ministerium der Justiz berufen, wo et 1920 zum Staatsrat befördert wurde. Seit dem Jahre 1924 leitete er als Ministerialdirektor die Geschäfte des Justizministeriums und gehört dem Gesamtministerium als beratendes Mitglied an. Rach dem Gesetz über die Altersgrenze der Beamten hätte Dr. Schwarz schon im Mai aus dem Staatsdienst ausscheiden müssen. Da dringende Rücksichten der hessischen Staatsverwaltung es erforderten, wurde seine Versetzung in den Ruhestand bis jetzt hinausgeschoben. Die Verlängerung seiner Dienstzeit ist eine besondere Anerkennung der wertvollen Dienste, die Ministerialdirektor Dr. Schwarz dem hessischen Staat geleistet hat. Insgesamt war er nahezuvierIahrzehnte im hessischen Staatsdienst tätig. Sein scharfer Verstand, seine umfassende juristische Bildung, seine viel- dadurch leicht die FinanAbureaukratie zum Diktator über den Reichst macht. Das würde zur Folge haben, datz die Parteien, da sie keine Verantwortung haben, "l* - ' i!*1 r Reichspost und Berufsbeamienium. Berlin, 33. Ott. (WB.) Reuerdings werden wieder Gerüchte verbreitet, wonach die Deutsche Reichspost einen allgemeinen Abbau des Berufsbeamtentums plane und bereits Maßnahmen in dieser Richtung vorbereite. Hierzu erklärt der Re i ch s pvst m in i ste r , datz an allen diesen Gerüchten kein wahres Wort ist. Er werde auch weiterhin für die Erhaltung des Berufsbeamtentums eintreten, das die Deutsche Reichspost zur Erfüllung ihrer Ausgaben nicht entbehren kann. Die Kohlenkrisis in England Die Pläne der Labourregierung für den Bergbau. Krestinskis Aufgabe in Berlin. Sowjelrußland und die deutsche AZestpolitil. Paris, 30. Okt. (Privatmeldung.) Der ehemalige Pariser Sowjetgeschästsführer Besse- d o w s k i seht im „Matin" seine Betrachtungen fort, und zwar durch eine Charakteristik der Persönlichkeiten, die sich in Moskau mit Außenpolitik beschäftigen, und der diplomatischen Persönlichkeiten, die im Ausland tätig sind. Lieber den Sowjetbotschafter in Berlin, Krestinski, den er zu der Kategorie derer rechnet, die Einfluß besitzen, äußert sich Bessedowski wie folgt: Krestinski, ein so sehr intelligenter Mann, habe sich in Berlin gute Beziehungen zu schaffen gewußt, aber die Direktiven, die er von dem Politischen Bureau in Moskau erhalte, ließen sich schwer verwirklichen. 3n den letzten Wochen habe er den Auftrag gehabt, die Locarnopolitik Strese- manns und alsdann den Boung-Plan zu torpedieren. Krestinski könne hierzu nur in den Reihen der deutschen Rationalisten und der Deutschvöltischen Verbündete finden. Er führe diesen Auftrag so gut er könne aus, aber er habe Moskau davon in Kenntnis setzen müssen, datz die Beziehungen zu dem offiziellen Deutschland durch dieses Abenteuer nur kompromittiert werd en könnten. Das habe genügt, um ihn sowohl bei Stalin, wie auch bei Molotow mißliebig zu machen. ff; London, 31. Okt. (WTD. Funkspruch.) Die Pläne der Regierung für die Kohlenindustrie wurden gestern den Vertretern der Bergwerks- befitzer und der Bergleute schriftlich zugestellt. Den Blättern zufolge decken sie sich mit den früher veröffentlichten Voraussagen, d. h. sie umfassen folgende Punkte: 1. Herabsetzung der Arbeitszeit um eine halbe Stunde von Anfang April nächsten Jahres ab. 2. Rationa- lifierunst der Regalien mit Entschädigung für bie Besitzer. 3. Das Recht, die Genehmigung zur Gewinnung von Kohle und anderen Mineralien zu erteilen, wird in Zukunft ausschließlich von der Regie» rung ausgeübt. 4. Gesetzesvorlagen sollen eingebracht werden, um die Pläne der Derg- werksbesitzer für eine Koordinierung und Regulierung der Erzeugung durchzu- führen. 5. Durch Abgaben auf die Förderung, die an eine Zentralstelle gezahlt werden sollen, beabsichtigt die Regierung die ~ ' lenausfuhr finanziell zu unterstützen. V wir freilich nicht auf die Steuerreform, denn der Finanzminister schlug bereits neue Steuern vor. darunter die Bi er st euer. Das muß bei uns auf schärfsten Widerstand stoßen. Abg. Graf Westarp (Dtl.) beantragte, daß der Reichsminister zahlenmätzige Unterlagen geben soll 1. über die Entwicklung der Kassenlage und der kurz- und langfristigen Kredite, 2. soll ein Gesamtüberblick der Einnahmen und Ausgaben des Rachtragsetats. und 3. über den Finanzresormplan dem Ausschuß vorgelegt werden. Wir brauchen Llebersichten über die beabsichtigten Ersparnisse, die Abstriche an Ausgaben und über die Summen, welche die Arbeitslosenversicherung verschlingen wird. Auch wünschen wir zu wissen, wie der Minister^ sein Finanzprogramm im einzelnen durchzuführen denkt. Abg. Er sing (Z.) hielt die ganze Diskussion über ein noch gar nicht abgeschlossenes außenpolitisches Problem für überaus schädlich. Es sei schon sehr bedauernswert, daß aus innenpolitischen Gründen eine große Pressekampagne mit allen Gründen für und gegen den Voungplan eröffnet sei, ohne daß hierbei von den Gegnern die geringste Rücksicht auf die schwebenden außenpolitischen Verhandlungen genommen worden sei. In der Abstimmung wurden dann die Anträge des Abg. Graf Westarp (Dtl.) gegen die Stimmen der Deutschnationalen, der Wirtschaftspartei und der Kommunisten abgelehnt. In der Beratung des Gesetzentwurfes zur Aenderung der Reichshaushaltsordnung führte Berichterstatter Abg. Dr. Schreiber (Z.) aus: Die Rovelle zur Reichshaushaltsordnung ist zu begrüßen. Aber wir stehen der Vorlage kritisch gegenüber. Die Stellung des Reichsfinanzministers ist haushaltsrechtlich schon sehr stark. Man wird sich hüten müssen, das Schiff der Reichshaushalts- vrdnung zu stark zu belasten. Aba. H e r g t (Dnl.) bezeichnete die Beratung der Novelle als unzeitgemäß. Eine übermäßige Diktatur des Finanzministers verbiete sich, solange das parlamentarische System und parteimäßige Bindungen eine Abhängigkeit des Finanzministers ermöglichen. Seine Freunde stän- Den daher dem Entwurf im ganzen ablehnend gegenüber. Abg. Dernhard (D.): Gesunde Reichsfinanzen sind keine Parteifrage, und die Vollmachten des Finanzministers dürfen nicht danach bemessen werden, welche Persönlichkeit er gerade ist. Trotzdem bin ich aber gegen zu weitgehende Vollmachten für den Finanzminister, weil man Die Spionage. Englische Stimmen für Abschaffung des Geheimdienstes. London, 31.Okt. (WTB. Funkspruch.) Der politische Korrespondent der „Daily Mail" schreibt: Durch das Streben der spzialistischen Regierung nach Ersparnissen ist der politische Geheimdien st gefährdet. Im Etat des Fvreign Office sind alljährlich 250 00 0 Pfund Sterling eingesetzt, über die nur selten Anfragen gestellt werden, und über die seitens der Regierung niemals Auskunft erteilt wird. Beamte des Fvreign Office, des KriegSamtes und der Admiralität sind gegen jeixm Versuch, den Geheimdienst abzufchaffen, der während des Krieges großartige Leistungen erbracht hat. Man Erwartet, daß die Regierung ein Kompromiß schließen wird. Staatssekretär Hender- son hat. wie verlautet, in diplomatischen Kreisen Vor Beginn der Beratungen des Gesetzgebungsausschusses des Hessischen Landtages fand zunächst zu Ehren Ministerialdirektors Dr. Schwarz eine kleine Abschiedsfeier statt. Der Ausschußvorsigende Abg. Schäl schilderte in beredten Worten die großen Verdienste des Scheidenden, sowohl in seiner langen richterlichen Tätig» Feit, wie als Leiter des hessischen Justizministeriums. Im Namen des Ausschusses sprach er den aufrichtigen Dank aus und überreichte ihm eine prächtige Llumenspende. — Ministerialdirektor Dr. Schworz dankte sichtlich überrascht für diese Ehrung. Er er- klärte, daß seine Tätigkeit im Landtag ihn außerordentlich befriedigt hätte und zur schönsten und unvergeßlichsten Zeit seines Lebens gehöre. Landtagspräsident Delp hat im Namen des Landtags an den Scheidenden ein in herzlichen Worten gehaltenes Schreiben gerichtet, in dem es beißt: Die engen Beziehungen, die zwischen dem Inhaber Ihres Amtes und dem Landtag und feinen Ausschüssen naturgemäß bestehen, vermochten Sie durch Ihre umfassenden Kenntnisse, Liebenswürdigkeit und stete Bereitschaft zur Mitarbeit erfolgreich für die Arbeiten des Landtages zu gestalten, und dafür sage ich Ihnen herzlichen Dank. Das Kohlenkontmgent im polnischen Handelsvertrag. Beunruhigung in Lberschlesien. Beuthen, 31. Okt. (TU.) An das Auswärtige Amt und Reichswirtschaft Zministerium ist von den Magistraten der drei oberschlesischen Industriestädte Beuthen, Gleiwitz und Hindenburg und von den oberschlesischen Landgemeinden des Jndustriebezirks das folgende Telegramm gesandt worden: „Die im Zndustriebeziri verbreitete aus ausländischen Quellen stammende Rachricht, daß die Handels- Vertragsverhandlungen zwischen Polen und Deutschland mit der Einräumung eines gewaltigen Kohlenkontingents zum Abschluß gebracht werden, hat infolge der dadurch mit Sicherheit kommenden Wirtschaftskrise im oberschlesischen Jndustrierevier eine solche Beunruhigung in der Bevölkerung hervorgerufen, daß wir um eine amtliche Erkl ä- rung über den wahren Stand der Angelegenheit bitten müssen." Landwirtschaft und polnischer Handelsvertrag. Wie vom Reichsausschuß der deutschen Landwirtschaft mitgeteilt wird, hat der landwirtschaftliche Generalfachverständige für die deutsch-polnischen Handelsvertragsver- Handlungen, Generallandschaftsdireltor von Hippel (Königsberg), angesichts der Entwicklung, die diese Verhandlungen genommen haben, sich veranlaßt gesehen, sein Amt als General- sachverständiger niederzulegen. Aus aller Welt. Zusammenstöße in Danzig. Im Innern der Stadt kam es zu Zusammen- stöhen - wischen Erwerbslosen undPo» l i z e i, als diese eine vom Polizeipräsidenten verbotene Erwerbslosendemonstration auflösen wollte. Ein zweites Mal mußte die Polizei eingreisen, als ein Erwerbslosenzug zum Dolks- tag marschieren wollte. Der Zug konnte vor der Bannmeile aufgelöst toer'ven. Im Volks - tag führte bas Verbot der Erwerbs osendemon» stration zu heftigen Kundgebungen der Kommunisten. Der Präsident mußte die Sitzung infolge der Ruhestörung zweimal aufheben. Der kommunistische Abgeordnete Pleni- kowski wurde wegen grober Verstöße gegen die Hausordnung für acht Sihungstage ausgeschlossen. Vrandkalaslcophen im abgetretenen weslpreußen. 3n dem Dorfe Lubowitz im Kreise Lautenvurg (Weichselkorridor) brach auf einem Grundstück dessen Gebäude noch mit Stroh bedeckt waren, Feuer aus, das, durch den Wind begünstigt, auf die Rachbarhäuser Übergriff. Innerhalb weniger Stunden wurden 39 Gehöfte ein Raub der Flammen. 300 Personen sind durch die Brcmdkatastrophe obdachlos geAbg. Dr. Cremer (DDP.): Die Vollmacht des Finanzministers muß sich beschränken auf die Feststellung der Einnahmen und Ausgaben, die dann vom Reichstag zu sanktionieren sind. Gegenüber den anderen Ressorts muh er also eine gewisse starke Stellung haben. Vielleicht würde es überhaupt angebracht fein, die ganze Aufstellung des Haushaltsplans aus dem Finanzministerium herauszunehmen unb einen besonderen Haushaltsmini st er' zu bestellen, der auch die Anleihegebarung, Kas- sengebarung, die Reichsschuldenverwaltung usw. zu betreuen haben würde. Reichsfinanzminister Dr. Hilferding er» flärt den Vorschlag des Dr. Cremer für nicht durchführbar. Wie soll der Ctatminister seinen Etat, der dann nur Ausgaben enthält, begründen, wenn er nicht gleichzeitig auch feststellt, auf welche Weise die Ausgaben gedeckt werden sollen. Umgekehrt ist es unmöglich, für den Steuerminister, festzu stellen, welche Einnahmen er Vorschlägen mutz, wenn er sie nicht selbst mit den Ausgaben in Einklang zu bringen Hai. Die Frage der Stärkung der Stellung des Finanzministers ist akut geworden durch die Schwierigkeit der Finanzsituation nach dem Kriege. Vieles, was jetzt verlangt wird, kann vielleicht später wieder fortfallen. Augenblicklich aber sind die Sicherungen notwendig. Der GNarekskandal. Das Verlangen des Oberpräsidenten auf Amtsenthebung des Berwaltungsrats der Stadlbank. Berlin, 31. Okt. (Priv.-Tel.) Der Ober» Präsident hatte, wie erinnerlich, den Oberbürgermeister von Berlin ersucht, den städtischen Körperschaften eine Vorlage zu einem Beschluß über die Amtsenthebung der dreiMit- glieder des Verwaltungsrats der Stadtbank, Rosenthal, Mühlmann und Dunge, zu machen. Der Magistrat hat daraufhin in feiner heutigen Sitzung einen Beschluß gefaßt, in dem es heißt: Der Magistrat nimmt von dem Ersuchen des Oberpräsident Kenntnis und beschließt, eine Dringlichkeitsvorlage an die Stadtverordnetenversammlung mit dem Anträge auf E i n- setzung einer gemischten Deputation von 25 Mitgliedern zur Beratung und Entscheidung der Frage der Abberufung von Stadtverordneten aus dem Kreditausschutz und Verwal» tungsrai der Stadtbank zu machen. Zur Amtsenthebung der drei Mitglieder des Verwaltungsrates der Stadtbank ist gemäß § 31 des Gesetzes faber die Bildung einer neuen Stadtgemeinde ein Gemeindebeschluh erforderlich. Ein kommunistischer Mißirauensanirag aegen Böh. Berlin, 31. Okt. (Priv.-Tel.) Die Kommunisten haben gegen den Oberbürgermeister Böß folgenden Antrag eingebracht: Der durch die Sklarek-Affäre auf das Schwerste belastete Oberbürgermeister Böß genießt nicht das Vertrauen der Stadtverordnetenversammlung. Die Stadtoerordnetenoerfammlung verlangt die sofortige Amtsenthebung des Oberbürgermeisters ohne Gewährung einer Pension. — Praktisch hat dieser Antrag selbst bei seiner Annahme keine Bedeutung. Der Oberbürgermeister braucht zu seiner Amtsführung nicht das Vertrauen des Stadtparlaments, da er auf 12 Jahre festangestellt ist und nur auf Grund eines Disziplinarverfahrens seines Amtes enthoben werden kann. Er könnte lediglich bei einer solchen Situation von sich aus die Konsequenzen ziehen. Ob der Oberpralident eingreifen wird und auch gegen das Ltadtoderhaupt ein Diszi» plinaroerfahren einleitet, muß abgewartet werden. Das Programm des Zaszismusr. Rom. 30. Olt. (TU.) Das faszistische Verordnungsblatt gibt die neuen Satzungen der Partei bekannt. In der Einleitung zu den Satzungen heißt es: Die Faszistische Partei ist eine bürgerliche Miliz im Dienste der Ration und ihr Zweck ist die Größe des Faszismus. Von ihrer Gründung an, die zusammenfällt mit der Wiedergeburt des italienischen Selbstbewußtseins und mit dem Siegeswillen bis zum heutigen Tage, hat sich die Partei stets im Kriegszustand befunden, erstens, um diejenigen niederzuschlagen, die den Willen der Ration unterdrückten, und zweitens, um die Macht des italienischen Volkes zu verteidigen und zu fördern. Der Faszismus ist nicht nur eine Grupp.erung der Italiener um ein bestimmtes Programm, sondern vor allem ein Glaube, in dessen Zeichen das neue Italien kämpft. 'Men Sonnenauft “*>r (nngiöri R 6.38 Ui ”55: Cif|a •“ 1865; ber fltboren; _ • LWi gestorben-, 1 d'n (»itt« gestorben. Gief -•»l* .-Putter 21C I10 Stück) ( kraut 8 bis 10 bis 12 10 ft'Malat f Meln I( ß $ 3°. $ AArnen 1 bis % . Mnet 100 den K Ta«61*., ’Ä um ndA,jL: öaber P ter ©ebW-L öunh i licht werden Uuerunfl y Gebiete wd man n Aber M man das Zu te Ml Glied in ,d» die bis ln reicht- Don zeug. ®-tl verschwände .heute, das -Die wurde rechmmg vo es ja n:cht meier ander « acwinnen. » Achte Mt'e Welchen gt das Lteinfeu Lande noch innerung an bewahrt ®.r hn Gebrauch« einen Funle reitgehaltene tonten dann baren Totfc doch wieder entzündeten Herdplatte, boten, venr Schwung ter entlang strici Sie Lccchtigke geht mancher Hölzchen um. Die Haupt garettenrauch den berühmt' grblich, um i neue Zigare anzünden. 6 Mein Groh Zündhölzern Pfeise, jeder tel Streichhi -er steckte e mit Vorlieb, dem Blumen von manchen Oluf öle ( gut entsinnen fein. Denn nach einem 1 schätz mtzgen felhvlzer au' sie,, sie war, schädlich un den viel ü 'hölzern vei Tag für: Hölzer in b aber, wievii telchen enth nicht gleich Hand ist: Qi man nun be E-Hachteln Z werden, jede leM Hölz wcht weiten ^rchschnittliö Stunde usw. Lehrer aus d worden. Die Feuerwehren waren infolge Wassermangels völlig machtlos. — In Kulm an der Weichsel geriet die große Aktienbrauer e^ in Brand. Ein großer Teil der Brauereigebäude fiel den Flammen zum Opfer. Der Schaden beträgt eine Million Zloty. Raubüberfall auf einen Lohngeldtransport. 2n Gerolstein wurde ein verwegener Raubüberfall auf einen Lohngeldtransport unternommen. Mit dem O-Zug, der 12.20 Ufjr von Trier eintrifft, kamen Lohngelder in Hohe von 120000 Mark an. Das Geld wurde vom Stationsvorsteher in Empfang genommen, der es zum Stationsbureau bringen wollte. Vor dem Eingang des Bureaus trat ihm plötzlich ein Mann mit hocherhobenem Revolver in der Hand entgegen und versuchte ihm das Geld zu entreißen. Es entspann sich ein verzweifeltes Handgemenge. Dahn» beamte eilten zur Hilfe herbei, und es gelang ihnen, den Räuber zu überwältigen, der der Polizei übergeben wurde. (Ein Lehrer beim Unterricht tödlich verunglückt. In Cronenberg (Rheinland) stürzte der Zeichenlehrer der Realschule, Hugo Knapp, der beim Unterricht in der Untertertia einen Zeichengegenstand genauer vorführen wollte, indem er ihn aus dem Fenster hielt und dabei das Uebergewicht bekam, aus dem dritten Stock aufdieStrahe. Er war sofort tot. Erlebnisse der deutschen Himalaja-Expedition. Aus Kackulla kommen nähere E.nz.lyeiten über die Erlebnisse der deutschen Himalaja-Expedition Danach begrub eine Lawine auf dem höchsten Punkt, der bei der Ersteigung des Kin- chinyunga erreicht wurde, das Lager und trennte drei Männer von den übrigen E>peditionsteil- nehmern. Sie waren deshalb gezwungen, eine Rächt ohne De cken und Schlafsäcke in einer Gletscherspalte zu verbringen. Ein Mann wurde schneeblind und alle hatten unter dem starten Frost zu leiden. Um die Expedition wieder zu erreichen, mutzten die drei Bergsteiger schließlich acht Stunden lang Eisstufen ein* schlagen, um die Gletscher passieren zu können. Dr. Feigel liegt mit schweren Frostderlehungen in einem Krankenhaus in Kalkutta. Pockenepidemie auf den Molukken. Auf der Insel Sangir (Molukken) ist eine Pockenepidemie ausgebrochen. Bisher sind 550 ernsthafte Erkrankungen festgestellt, wovon 6 0 bereits tödlich verlaufen sind. Ausgedehnte Vorbeugungsmaßnahmen wurden getroffen: Kirchen und Schulen sind geschlossen. Die Abhaltung von Jahrmärkten wurde eingeschränkt. 10 000 Personen sind bereits geimpft. Frau Stresemanns Dank. Die Gattin des verstorbenen Reichsaußen- minifters, Frau Käte Stresemann, bittet um Veröffentlichung folgender Zeilen: „Anläßlich des Hinscheideas meines geliebten Mannes, des Reichsmini st ers Dr. Gustav Stresemann, sind mir aus weilen Kreisen des deutschen Volles so zahlreiche Beweise liebevoller Anteilnahme zuteil geworden, daß ich nicht in der Lage bin, allen, die meiner gedacht haben, persönlich zu antworten, wie ich es gern möchte. Ich bitte deshalb, auf diesem Wege denen danken zu dürfen, die mir und meinen Söhnen ihre Anteilnahme bekundet haben." Oie Weiierlaqe. Oworxemos. © neuer. ®nai& oedecuL 9 woinig. • oedecut eRegta * Schnee & Oraupein. 5 NeBel K 0ewi(ter,^)uindstiiie.«O-. sehe «■enter 0$i nissige» Südsüdwest q stürmischer nordwesl Oie »lene fliegen mit dem wmde. Die oeiden Stationen stenenden Zatr •en geoen die Temperatur an. Die Limen veroindeo Orte mit gleichest} *»1 Meeresniveau umgertcaneten uiltdruct Wettervoraussage. Ein Hochdruckgebiet erstreckt sich heute morgen 00m Südwesten über England bis über Skandinavien. Sein Kernaebiet liegt über den britischen Inseln mit Barometrständen von über 773 M llimeter. An seiner Vorderseite hat eine Nordwindströmung eingesetzt, die uns von Skandinavien her Kaltluft- massen zuführt. Bei ihrem Vordringen werden dl« Temperaturen noch weiter zurückgehen und nachts Gefrierpunktsnähe erreichen. Die Wolkendecke, die zunächst noch ziemlich dicht ist, wird bei der Ostwärtsverlagerung des Hochs noch dem Kontinent hin zeitweise durchbrochen. Niederschläge werden kaum, höchstens noch in ganz geringem Maße, auftreten. Im Nordwesten, im Raume von Island, greift jedoch schon ein neues kräftiges Tief an, wodurch die Hochdruckwetterlage gefährdet wird. Mit einer größeren Beständigkeit des Wetters dürfte daher nicht zu rechnen fein. Voraussage für Freitag: Teils wolkig, teils heiter: Temperaturen, besonders nachts, noch weiter zurückgehend, Rachlasfen der Riederschläge. Aussichten für Samstag: Rach vorübergehender Besserung erneute Eintrübung und Temperaturanstieg. Lufttemperaturen am 30. Oktober: mittags 11 Grad Celsius, abends 6,1 Grad: am 31. Oktober: morgens 6,9 Grad. Maximum 11,3 Grad, Minimum 5,2 Grad. — Erdtemperaturen m 10 an Tiefe am 30. Oktober: abends 10 Grad: am 31. Oktober: morgens 7,2 Grad Celsius. — Niederschlag 1,8 mm. — i pns tr « *-10 @5 “ Ä f.» ' J' W'SS S-sSs* !•'* $• ■«! KiK's S-'sS-L ■"« herbei M, L°b-«^5T Äftr* *■ « s.i. ^nterU?- der ■Her hielt unb’Sm ec lu8bemhr;t.babci das ®‘ "'“Inta tot*’81,4 S*4S%^** eutfch^ über ■r««»”Ä1- V'ÄwS'Ä i teigm g.rjS Fennie triS-fk n “»WitoMMt SS te««« ‘ÄÄ *Ö?Ä «"fÖfif"** _ie auf den Molukken. W- Wulfen) ist eine Wochen. AZHer sind 550 9en iestgestellt, wovon 60 verlausen sind. Aus- gSAoßnahmen wurden ge» ^Schulen sind geschlossen, oaormarften wurde ringe- onen sind bereits geimpft, cfemanns Dank. recstorbrnen Teichsaußen, lte Stresemann. bittet folgender Zeilen: „Mäh- weineS geliebten Mannes, ers Dr. Gustav btre- r aus weiten Kreisen deS ) zahlreiche Beweise teilnahme zuteil getost« in der Lage bin, allen, die en, persönlich zu antworten, Hte. Ich bitte deshalb, auf danken zu dürfen, die mir ihre Anteilnahme bekundet Belfertest. 7haMs.§t @1 o id s«ec«t.»«•■■■• neu«uM*1 rvorausMe- morgen erstreckt AL skaadina- *«5 *“S* #0! bringe" es flj9 Niederfa)l^s«.k,e, auf* iroche"-, eringem JJflL[flnbz S'-tett! Ät?$Ä» itn S'r»ita9-25y, Ss^*5 ■ÄiU-- *# •$&?£* Amtliche Kreislehrerkonferenz in Gießen Aus der Provinzialhauptsiadt K. er die Penaten jii'iinhiuuunmiiiiiiiiuiiimmiiiiiiuiviiiimiiiiiuuu. Zur Maur-und Kinder-Pflege i IMAPOTM.UNDDROC. Dos « oa.Tube 60 Pf» 3n den geschrieben gar nicht chen, daß Leider war der Besuch nicht so, wie es im Hinblick auf diese Einstellung zu wünschen gewesen wäre. Gießen, den 31. Oktober 1929. Das Zündholz. letzten Tagen ist viel vom Zündholz und gesprochen worden. Man sollte glauben, daß ein so kleines Hölz, wir mit so gedankenloser Selbstver- Anschließend an diese Einleitung des Abends spielten Pros. Schmidt und Konzertmeister Lenzewski drei Sonaten des Meisters. Zunächst die in ll-Moll. Entstanden in Paris nach dem Tode seiner Mutter. Dann die E-Sur und zum Schluß die in 8-Dur. Bei der gediegenen und vornehmen Ausführung blieb kein Wunsch offen. Starker Beifall dankte den Ausführenden. Zum Schluß wies der Leiter der Dollshoch» schule W. Heg ar, noch darauf hm, daß diese musikalischen Dolkskunstabende nicht als Konzerte zu betrachten und beabsichtigt seien, sondern vrel- mchr als Borbau vor die konzertniahigen Aufführungen in Gießen überhaupt. Besonders hob er hervor, daß diese Abende vor allem in pada- gvgischer Beziehung zu werten seien. 50 bis 60 Pf. das Pfund: Tauben 70 bis 90, Gier 17, Blumenkohl 30 bis 100, Salat 15 bis 20, Endivien 10 bis 15, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück: Radieschen Dd. 10 bis 15 Pf.: Kartoffeln 3,50 bis 4 Mk., Wirsing 10 bis 12, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 10 bis 12, Aepfel 8 bis 12, Dirnen 8 bis 10 Mk. der Zentner. Musikalischer Dolkskunstabend der Volkshochschule. ständlichkeit tagtäglich benutzen, derart von sich reden machen und eine solche bedeutsame Volks- wirtschaftliche Rolle spielen könnte. Zwar gab es schon immer Leute, die behaupteten, daß man bet den Streichhölzern anfangen müsse zu sparen, Creme lllllllllllllmnuiuuilluuilmnliuuiiwi Bornotizen. — Tageskalend er für Donnerstag. Gießener Konzertverein: Symphonie-Konzert, 19.30 Uhr, im Stadtlheater. — Städtische Elektrizitätswerke: Bortrag über das Thema „Der elektrische Herd", Schaukochen, Ausstellung usw., 20 Uhr, im Cafö Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Asphalt". — Astoria-Lichtspiele: „Wenn die Schwalben heimwärts zieh'n. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Freitag, 1. November, zum letzten- mal „Vasantäsena" (Feuchtwanger), Beginn 20 Uhr. — Am Sonntag, 3. November, 18 Uhr, Erstaufführung von „Hochzeitsreise", ein amerikanischer Schwank von Nichols und Mathews. In hamourg und München war dieser Schlager „in Prosa" ein sensationeller Erfolg. — Dienstag, 5. November, auf vielseitigen Wunsch, einmalige Wiederholung der Operette „Das Schwarzwaldmädel". — Am 8. November: Hermine-Körner-Gastspiel. — In Vorbereitung „Robert Guiskard" (Kleist) und „Demetrius" (Schiller). — Katholische Spielgemeinschaft. Man schreibt uns: Da der Andrang am Montagabend zur Papst-Feier derartig groß war, daß viele wieder umkehren mußten, hat man sich entschlossen, trotz des bedeutenden Kostenaufwandes die Feier in ihrem wesentlichen Inhalt am Sonntag, 3. November, 20 Uhr, im Katholischen Dereinshaus zu wiederholen und sie zugleich einer breiten Oeffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Kcunmerorchester der Volkshochschule Oberhessen hat den musikalischen Teil übernommen. U. a. wird es das Brandenburgische Konzert Rr. 4 O-Dur von Joh. Seb. Dach zu Gehör bringen. Die Spielgemeinschaft gibt nochmals das erschütternde Drama Calderons: „Das Nachtmahl des Dathasar". Man beachte die morgige Anzeige. * ** Sitzung desProvinzialausschus- s e s. Am Samstag, 2. Nov., vormittags 8,30 Uhr beginnend, findet im Sihungssaale des Regie- 3m Eafe Leib fand gestern nach langer Pause wieder eine amtliche Lehrerversammlung statt, die von Oberregierungsrat Dr. Heß geleitet wurde. Die Lehrer und Lehrerinnen aus der Stadt Gießen und aus dem ganzen Kreise waren Wohl vollzählig versamw.e.t, der Saal von etwa 300 Personen dicht gefüllt. Nach kurzen Worten der Degrüßung sprach Universitäts-Professor Dr. Roloff (Gießen) über das Thema: Der Stand der Sriegsschuldsrage. Einleitend bemerkte der Vortragende, daß man die Frage nach der Schuld am Weltkriege von der politischen und von der h i st o r i s ch e n Seite befrachten könne. Er sähe sie in seinen Ausführungen nur als Historiker. Wr besitzen heute schon zahlreiche Dokumente. Tagebücher von reg er enden Kreisen und sonstige Be- woisstücke, mit deren Hilfe wir manches über die Schuldfrage erlernen können. Der Redner wies auf die Derös entlichungen von Rußland und England usw. hin. Dann folgte eine ausführliche Darstellung über die Ziele und Bestrebungen der Mächte zu Beginn des Weltkrieges. Mit der Ermordung des österreichischen Erzherzog-Thronfolgers beginnend beleuchtete Prof. Roloff die Pläne, die von Serbien ausgingen, brachte Beweise, daß diete Bewegung gegen Oesterreich unter dem Schutz der sorbischen Regierung stand. Die Zuhörer erlebten dann in packenden Bildern noch einmal die verschiedenen Perioden der nervenaufreibenden Wochen vor Kriegsausbruch und der diplomatischen Ränke, die seit Jahren gegen uns geschmiedet wurden. Rach etwa einstün- digen geistvollen und tiefschürfenden Aussüh-run- gen über die von ihm auch im „Gießener Anzeiger" behandelte Frage kam der Redner zu folgendem Ergebnis: Die Anschauungen der deutschen Forscher finden immer mehr Anklang und Beachtung, besonders in England. Zwar halte man dort noch daran fest, daß England nur hätte vermitteln wollen, aber Deutschland die Alleinschuld am Kriege zuzuschreiben, diese Auffassung habe in England wohl kein Historiker mehr. Auch in Frankreich wandeln sich nach und nach die Ansichten, erst recht aber in Amerika. In den neutralen Staaten sei man schon längst mit den deutschen Anschauungen vertraut und sicht sie als richtig an. Für uns besteht die Verpflichtung, daß wir nicht nur sagen, Deutschland lehnt jede Schuld am Weltkrieg ab, sondern, daß wir Beweise hätten, daß der Krieg von der Entente gewünscht wurde. Der Ausspruch Lloyd Gcorges, daß alle Länder in den Weltkrieg gestolpert seien, ist nicht richtig. Für uns heißt es: Weg mit dem Schuldspruch! Langanhaltender Beifall dankte dem Redner. Oberregierungsrat Dr. Heß unterstrich durch einige Sätze diesen Beifall. Der neue kreisschulral. Der zweite Teil der Tagung war nur für die Kreislehrerschaft. Nach einer kurzen Pause stellte Oberregierungsrat Dr. Heß den seit Ostern 1929 im Kreise Gießen tätigen Kreisschulrat O. K i n - k e l (früher Schotten) der Versammlung vor. Lehrer Sommer, Grohen-Linden, der Vorsitzende des Kreislehrervereins, dankte in warmen Worten dem seitherigen Kreisschulrat Fischer und betonte, daß ein herzliches Vertrauensverhältnis zwischen Lehrerschaft und Kreisschulrat bestanden hätte. Sodann begrüßte er Kreisschulrat Kinkel und hofft, daß auch zwischen ihm und der Lehrerschaft derselbe Geist und dasselbe Vertrauen herr'chen möchten. Krcis- schulrat Kinkel dankte für diese Worte und gab der Hoffnung Ausdruck, daß er bei allen Lehrern treue Mitarbeiter finden werde. Sodann gab Stadtschulrat Fischer einige Mittellungen über den Stand der Volksschulen des Kreises in den letzten Jahren. Die K l a s s c n z a h l des Kreises Gießen ist seit 1924. wo wir 21.6 Schulklassen hatten, beständig gesunken. 1925: 205. 1926: 194. 1927: 192. 1928: 193. Seit 1924 also um 23 Klassen. Allerdings hat sich die Zahl der Schulkinder auch vermindert. Trotzdem ist der Eingriff für viele Gemeinden sehr hart gewesen. Vor allem wurden die großen Schulkörper getroffen. Aber auch manche zweillassige Schule wurde in eine einklassige verwandelt. Zur Zeit bestehen im Kreise Gießen 31 einklassige, 24 zwei-, 10 drei-, 3 vier-, 8 fünf- bis sieben-, und 3 acht- und mehrklassige Schulen. Sehr schwierig ist es, zur Zeit Pläne zu verwirklichen, die besser vor dem Kriege ausgcführt worden wären. (Schulhausneubauten.) Trotzdem haben sich einige Gemeinden mit großer Aufopferung daran gemacht, neue Schulhäuscr zu bauen oder ältere au erweitern (Wiefeck, Grohen-Linden u. a). Besonders wurde von Schulrat Fischer noch auf die günstige Entwicklung der Fortbildungsschule hingewiefcn. In allen Gemeinden des Kreises wäre nun der Kochuntcrricht auch im Sommer gesichert. Ueberhaupt sei die Vertiefung und Erweiterung unserer gesamten Fortbildungsschule, nach dem Wegfall der Militärzeit, sehr nötig gewesen, und auf diesen Ausbau könne das Kultusministerium stolz sein. Hauptamtliche Berufsschullehrer seien zur Zeit sechs im Kreise. Es müßten aber viel mehr sein, damit endlich auch den Lehrern in den einklassigen Schulen der Un- terricht in der Fortbildungsschule abgenommen werden könnte. Ober-Regierungsrat Dr. Heß dankte Schulrat Fischer sür seine Ausführungen und — damit der nachfolgende Punkt der Tagesordnung (Wahl der Mitglieder -um Kreisschulamt) ohne jede Dceinslusiung vor sich gehen könne — teilte mit, daß er nun die Versammlung verlasse. Schulrat Fischer übernahm hierauf den Vorsitz. Rach Bekanntgabe der Wahlvorschläge und kurzer Ausspraä)e wurden als Mitglieder beim kreisfchulamt (vom 1. Januar 1230 an) folgende Lehrer gewählt: Hofmann, Lang-Gon (Neuwahl): Rausch, ReiL liechen, (Wiederwahl); Schmidt Hungen, (Wiederwahl). Als Ersatzmänner wurden bestimmt: Keller, Lollar: Schmidt, Kesselbach; Heldmann, Langsdorf. Lieber den Lehrerausschuß der Kreis- lehrerschast wurde bestimmt, daß es wie seither bleiben solle, daß alle Obmänner der Bezirks- Vereine, im ganzen s ieben, diesen Ausschuß bilden sollen, außerdem sollen dazu gehören der Kreisobmann, sein Stellvertreter und ein Abgeordneter der Junglehrer. Zur Zeit setzt sich dieser Lehrerausschuß aus folgenden Herren zusammen: Sommer, Großen-Linden, (Vorsitzender): Keller, Lollar, (Stellvertreter): Bender, Lauter, Hofmann, Lang- Göns, Höchst, Odenhausen, Meckel, Lich, O r t w e i n , Großen-Buseck, Schmidt. Hungen, (Beisitzer). Damit war die amtliche Tagung erledigt. Im Anschluß daran berichtete Obmann S o m m e r über einzelne Fragen, die den Kreislehrerverein betrafen. um nach und nach zu etwas zu kommen. Sie mögen recht haben. Um große Ersparnisse dreht es (ich dabei ja Wohl nicht, und es war sicher mehr der Gebaute: „Viele Wenig geben ein Diel", der durch das Sparen am Zündhölzchen vecauschau- kicht werden sollte. Auch die jetzt kommende Verteuerung wirb kaum den Sparsinn auf diesem Gebiete viel anspornen. Das liegt unserer Zeit nicht, man muß sagen: leider! Aber schon aus e.nern anderen Grunde sollte man das Zündhölzchen mit etwas mehr Achtung in die Hand nehmen. Cs ist bis jetzt das letzte Glied in der Entwicklungsreihr der Feuerzeuge, die bis in die Urzeit der Menschheit zurückreicht. Von dem mechanischen, dem Benzinfeuerzeug. will ich nicht reden, das ist rasch wieder verschwunden. Nicht immer war es so leicht wie . heute, das Feuer des Herdes zu entzünden. Wie wurde es um die Anfangszeit unterer Zeitrechnung von unseren Vorfahren gehütet, daß es ja nicht erlosch! Es war mühiam. mtttelL zweier verschieden harter Holzstücke, die aneinander gerieben wurden, wieder neue Glut zu gewinnen. Daier waren Herd und Feuer geweihte Stätten im Hause. Welchen großen Fortschritt bedeutete da schon das Steinfeuerzeug, von dem wohl auf dem Lande noch in manchem Hause eines zur Erinnerung an Großvater oder Urgroßvater aus- bewahrt wird. Das Steinseuerz-eug war lange im Gebrauche, und es muhte verstanden fein, ihm einen Funken so zu entlocken, daß er den be- reit gehaltenen Zunder zum Glühen brachte. Da waren dann die Schwefelhölzer, die unmittelbaren Vorfahren unseres heutigen Streichholzes, doch wieder eine wesentliche Verbesserung. Sie entzündeten sich auch überall! auf der kalten Herdplatte, aus ei item Stein, ja selbst am Hosenboden, wenn man nur mit einem recht forschen Schwung den Phosphorkopf des Hölzchens daran entlang strich. Von dieser Zeit her ist man an die Leichtigkeit des Feuermachens gewöhnt. Heute geht mancher recht verschwenderisch mit den Zündhölzchen um. Die Hauptverbraucher sind Pfeifen- und Zr- garettenraucher, vorausgesetzt, daß diese nicht zu den berühmten Kettenrauchern gehören, die angeblich, um das Streichholz zu sparen, immer die neue Zigarette an dem Stümmelchen der alten anzünden. Solchen Sparsinn soll es auch geben. Mein Großvater war Massenverbraucher an Zündhölzern. Don früh bis spat qualmte seine Pfeife, jeden Tag wurde wenigstens eine Schachtel Streichhölzer geleert. Die abgebrannten Hölzer steckte er, zum Aerger meiner Großmutter, mit Vorliebe in die Erde der Geranienstöcke auf dem Blumentisch, eine Unart, die auch heute noch von manchen Rauchern geübt werden soll. Auf die Schweselhölzer kann ich mich noch gut entsinnen. Sie müssen nicht teuer gewesen sein. Wenn ich als Kind von meinen Eltern nach einem Spaziergang einmal in eine Wirt- schait mitgenommen wurde, standen immer Schwefelhölzer auf den Tischen. Einen Nachteil hatten sie, sie waren durch den Phosphor gesundheitsschädlich und wurden später z'emlich rasch von den viel weniger gefährlichen sog. Schweden- ' hölzern verdrängt. Tag für Tag hat man seine Schachtel Streichhölzer in der Tasche, die wenigsten Leute wissen aber, wieviel Hölzchen in einem srischen Schächtelchen enthalten sind! Ich wills verraten, wenn nicht gleich eine volle Schachtel zum Zählen zur Hand ist: Es sind sechzig Hölzer Darinnen. Wenn man nun bedenkt, daß jährlich zwei Milliarben Schachteln Zündhölzer in Deutschland verbraucht werden, jede mit sechzig Stück, das ist eine Rie- senzahl Hölzer! Und was kosten s.e! Ich wul nicht weiterreden von Verbrauch und Preis durchschnittlich im Monat, am Tag, in der Stunde usw. usw. O armer Schulbub, wenn dem Lehrer auf diesen Gedankengang kommen^sollte! Daten für Freitag 1. November. Sonnenaufgang 6.52 Uhr, Sonnenuntergang 16.35 Uhr (ringförmige Sonnenfinsternis). — Mondauf- gang 6.38 Uhr, Monduntergang 16.32 Uhr. 1755: Lissabon wird durch ein Erdbeben zerstört; — 1865: der Philosoph Arthur Dcews in Uetersen geboren: — 1868: der Schriftsteller Felix Holländer in Leobschütz geboren; — 1903: der Geschichtsschreiber Theodor Mommsen in Charlottenburg ge- gestorben; — 1927: der Journalist Maximilian har- ben (Witkowski) in Montana-Vermala (Schweiz) gestorben. Gietzener Wochenmarktpreisc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Römischkohi 10 bis 12, Unter-Kohlrabi 8 bis 10* Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 30 bis 50, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kürbis 5 bis 8, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 41/, bis 5, Aepfel 10 bis 15, Dirnen 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Preiselbeeren 40 bis 45, Pfirsiche 40 bis 50, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 100 bis 120, Nüsse rungsgebäudes zu Gießen eine ösfentllche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Ober- hessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. gegen dieStadlDad-Nauheim wegenHecanzlehung zu den Strahenherstellungskosten der Moltke- strahe in Bad-Nauheim. 2. Beschwerde der Reinhold Kölsch II. Eheleute in Beienheim gegen den Bescheid des Dezirkswohnungskommissars des Kreises Friedberg vom 11. Mai 1929 wegen Festsetzung des Entcignungspreises. 3. Klagen der Georg Gimbel Witwe, Allg. Ortskrankenkalle für den Kreis Friedberg, des Friedrich Kahlbom und der G. W. Küchel Erben in Butzbach gegen die Stadt Butzbach wegen Heranziehung zu Geländeerwerbskosten. 4. Klage des Bezirksfürsorgeverb andcs der Stadt Worms gegen den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Gießen wegen Erstattung der Aufwendungen für Louise Kirch in Ringelshaufen. 5. Klage deS Dezirks- fürsorgeverbandes Schwäb. Gmünd gegen den Be- zirksfürsorgeverband des Kreises Friedberg wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Katharina Dürkel. 6. Klage des Preuß. Dezirksfürsorgever- bandes Stadt Wiesbaden gegen den Dezirksfür- forgeverband des Kreises Älsseld, bzw. den Landes, ürsorgeverband Helsen wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Erna (Seiet. •• Sonntagskarten bei der Reichsbahn zu Allerheiligen. Die Geltungsdauer der zu Allerheiligen gelösten Sonntags- rückiahrkarten gellen in diesem Jahre ausnahmsweise vom 31. Oktober. 12 Uhr mittags, bis zum 4. November, 9 Uhr. S.e gelten also zur Hinfahrt am Donnerstag, 31. Oktober, von 12 Uhr an, zur Rückfahrt am Freitag, 1. November, zur Hinfahrt, am Freitag. 1. November, zur Rückfahrt, am Samstag, 2. November, bis 9 Uhr, zur Hinfahrt am Samstag, 2. November, zur Rückfahrt am Montag, 4. November, bis 9 Uhr, zur Hinfahrt am Sonntag. 3. November, zur Rückfahrt am Montag. 4. November, bis 9 Uhr. " Sin Achtzigjähriger. Der mehrere Jahrzehnte in der Lorstengroßhandlung I. Rothschild beschäftigte Sortierer Julius Bräutigam, Weserstrahe 10II, vollendet am 1. November fein 80. Lebensjahr. Er konnte schon vor mehreren Jahren mit seiner heute noch ihm zur Seite stehenden Gattin die goldene Hochzeit feiern. Der inzwischen auch Urgroßvater gewordene alte Herr ist noch, wenn auch beschränkt, in seinem Berufe tätig. Als immer noch aktiver Senior im Männer-Badeverein, an dessen Ausbau er stets Anteil nahm, zeigte er noch im vergangenen Sommer den Badegästen, wie man einen regelrechten Kopssprung ausführt. *• Ihren 83. Geburtstaa kann heute Frau Ludwig Pitt Wwe., Kaiserallee 47 wohnhaft, bei sehr guter Gesundheit begehen. *’ Hohe Auszeichnung eines Gießener Geflügelzüchters. Auf der großen allgemeinen deutschen Iunggellügelschau in Hannover, die mit 7000 Nummern beschickt war, wurden die von dem hiesigen Züchter Friedrich Bauer, Am Kugelberg, ausgestellten Hühner „Rhodeländer" unter außerordentlich starker Konkurrenz von 409 Nummern siebenmal mit der Note „sehr gut“ bewertet. Als Auszeichnung für diese züchterischen Leistungen wurden dem Aussteller zwei wertvolle Ehrenpreise und ein Leistungspreis zuerkannt. Berliner Börse. Berlin, 31. Okt. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Umschwung gestern in Neuyork und der allgemeinen internationalen Beruhigung ist es im heutigen Frühverkehr auch am Berliner Platz stimmungsmähig eher freundlicher. Geschäft konnte sich zwar noch nicht entwickeln, und Kurse waren noch nicht zu hören; man rechnet aber mit einer Befestigung der Tendenz. Der heutige Zahltag dürfte keine Schwie- rigkeiten mehr machen. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,86, London gegen Mailand 93,14 zu 93,15, London gegen Spanien 34,25, London gegen Kabel 4,8780 zu 4,8785. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. Donnerstag, den 31. Oktober 1929. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Freitag, den 1. November: Allerheiligenfest. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17: Rosenkranzandacht mit Segen; 17.30: Predigt; 18: Andacht für die Abgestorbenen; 16.30 und 19: Beichte. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lick». 10: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Samstag, den 2. November: Allerseelentag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 6, 6.30, 7, 7.30: hl. Messen; 8: Seelenamt für alle Verstorbenen ber Pfarrei; 16.30 und 19: Beichte; 20: Rosenkranz- andacht mit Segen. — Hungen. 8.30: Seelenamt.— eich. 7: Messe für die Abgestorbenen. — Nidda. 8.30: Seelenamt. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 2. November. Vorabend 4.45 Uhr; morgens 9; abends 5.10 und 5.50 Uhr. ' Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 2. November. Freitag abend 4.35 Uhr: Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 5.50. — Wochengottesdienst morgens 6.45; abends 4.30 Uhr. Zu dieser Veranstaltung waren Prof. Schmidt (Klavier), Friedberg, und Konzertmeister Lenzewski (Violine), Frankfurt a. M., gewonnen worden. Einleitend hielt Herr Lenze w s l i einen kurzen, aber inhaltsreichen Vortrag über Mozart, seine Zeit und die St lart seiner Zeit. Er sprach kurz über einige wesentliche Punkte in Mozarts Entwicklungsgang. Ausgehend von der Sorgfalt und Genauigkeit des Vaters Leopold Mozart, der ja selbst ein bedeu- tenöer Musiker und Pädagoge war, erwähnte ?Jarifer Zeit Mozarts, in der er be- ich im Formalen entwickelte, dann den Mannheimer Aufenthalt, der ihn wiederum im Ausdruckstechnischen förderte, und bezeichnete zu- fammenfaffenö Mozarts Persönlichkeit als im Rokoko wurzelnd und zur Romantik hinweisend. ie Marken w=te KAISER'S KAFFEE-GESCHÄFT % GroßerKaffeePreisabsthlaq RABATT «a» 8 kk Ä 6 8 fl Ä Al» Ueber tAAA Filialen , Haß sie sich bei k »"k,ich p,eis" | ®e?UsKl«'"l gekau« hatte. nolwendig es I Wir ^""^higkeit der «M ÄÄ^«=hmentonnen' unsere Kundschaft- hpIfeD <: Wir wollen lhne^.i ww *l > da, so« em «ort O”d unse,e ■'m*' • I tr-„vv.rAy mA M :s , 4WL * % -,V ! ■ I 1 * . . - -fr . Für Hausfrauen,Töchter und Hausangestellte] findet am Donnerstag, dem 31. Oktober, 20 Uhr, | im Saale Caf6 Leib, Gießen, Walltorstraße, eine Sonderveransta>tung statt Vo rtra g über Der elektrische Herd und seine zweckmäßige Verwendung Schaukochen mit Verteilen von Kostproben Ausstellung elektrischer Geräte für Küche und Haushalt Gratisverlosung elektrischer Geräte Hierzu laden ein Städtische Elektrizitätswerke und Fachgeschäfte Gießen Eintritt frei!8928b Liebigshöhe Am Sonntag, dem 3. November Großes Militär-Sireiciikoiizeri ausgeführt vom Musikkorps I./15 Leitung; Obermusikmeister Lbber Anfang 41/« Uhr! U6990 Anfang 4l/4 Uhr! Freiwillige GaiFsche Feuerwehr, Gielen gegründet 1855 8739L Samstag, den 2 November, 20 Uhr im Saale des Cafe Leib, Walltorstr. Feier des 74. Gründungstages Abendunterhaltung Gesangsvorträge, musikal. Darbietungen, Duette und Tanz NurvomVorstand durch Karte eingeladene Gäste haben Zutritt Der Vorstand. Am besten und billigsten ______ kaufen Sie ____ Unterwäsche aller Art bei MoiitzKöhler,6iehen^ä?arrle73 Bahnhofs-Restaurant Reichhaltige Speisekarte Erstklassige Küche Mäßige Preise ti94Zb Klaviere ä= ßonnonte werd, factincmäf} u. vretSwert ge- fttmmi u. revar. S.EVkll^ (Stehen, üiotfirui Tclevhon 24U3. Verkant v. neuen ii. flebr. filnn. Theater-Cafe Ernst Ludwig Gießen, gegenüber dem Stadttheater, Fernr. 2390 Ab 1. November 1929: Sensations-Gastspiel der Konzert-, Tanz- und Stimmungskapelle The four Melody makers Leitung Rudolf Brügmann unter Mitwirkung d. berühmten Saxophon-Virtuosln Albert Schneider Gretel Schneider geb. Wismar Vermählte Frankfurt a. M., im Oktober 1929 069 << Zandra Mitchell Inierleien Dringt Gewinn SchioB-Cafä Marburg Inh. Carl Spangenberg / Schönste Aussicht Marburgs Mi twoch: 5-Uhr-Tee 271D Samstag: Gesellschafts-Tanz (schwarz.Anzug) Sonntag: Nachm. Konzert, abds. Abend-Tanz Stricksachen, Strümpfe in ungeahnter Auswahl und Preiswürdigkeit finden Sie im Spezial-Wollgeschäft Eise Dittmar Gießen, Löwengasse 20 Verkauf en gros und en dötail — Umtausch von Schafwolle und Stricklumpen --- 8949A Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Heinrich Gerber und Frau geb. Lehrmund. Gießen, Schillerstr. 50,31. Oktober 1929. 06991 CAFE LEIB Heute Donnerstag, 31 Oktob Hasenpfeffer Ausschankwein... p.Gl. 40 Pf la Weinmost, natur p Gl. 40 Pf. W6H DetehtHashanltei jetzt Sinritr. 17 v. Bad-Vlaubeim erledlai Ihnen alle vertraulichen Ange- leaen jetten btätretn vreiSwert. Erinitte lunnen, Beobach- (unnen. Geluche. v-e- iveismitteli.Straf u. BiDtlpiOAeHen. Kredit u. HeiratSausk. ankallePlätzed.Welt oeeoeoeeeoee An Privat - Mit- taaStisch fönn. noch einige Herren teil» nehmen. Zn etfr i. d. Geschst.d.G.A. 0697b —MHHHt Dunkelbraun gefleckter junger lagDuno entlaufen. 8979 Bleichnrahe 4 oder Televhon *Jlr. 2306. BI. XI. keine Arbeit 81/, Uhr: bend. nseD 1871-1921 Samstag, öen Z.Hoo-, S'/vllbt milD Monatsversammtung bei Kamerad Weber. Der Vorstand. Btt Sreiiag. 0. 1. Iloo., abends 8.30 llbr Plii ölversaniiniung in der «m,D »Stadt Mainz". Stadttheater ivreitag, 1. Nov., z.Zre.lag-Avll.vorit. von 20 uis 2Ji4 Uhr Zum letzten Male Bnkntüfenü Etn Schausvtel in 3 Akten 16 sBilbem) nach dem Indischen des Sudraka von Lion Feuchtwanger. Iachöi Ae lek fene^( 110 n a r ßuropa £ land nun vorhanden eines Tai dem Sats falsch- A talut Hai revolu sollen so volug mehr in tommunt tische.F mumstch Macht s ste etwc des Heu auch voi gcworöei vielleicht sitzt, um Daher so mit Aussi Denn dah die $ Äuhlmd in dem fr GnbufhiC! dasverhc für die Lebenssta mm von Dorstellu es in D geht. Der etwa ges sich sein wünscht, vor. Die zu tkibei beitet, we kurz, die Geben, toi der Fall rote Diktc sie gedack frieden ger und a verzweifel stark. 2ll Lebensüb und Dau dem nich im Goto Prolet vorläufig Elend des Denn i)i hat es nid bannen, di Dassen fi das allgy vemchrl. uns schlir teuflisch wenigen, sind, toi Leningra nahe so jähren g in einig! Dutterlai sogenannt men, also völkerung. sie bleibt, von einer die Leute land in ?ir D mit 3n der ^ufniann! Keabteilu 7^s ?ict Elcheis« Jiettem Sj 'chnuri. Endeten Kefersirn oiden St "l? dünn -otclen b innere D denpnpj^ Packung t grünte r ^Menfre dauc fei Ä8a pulenden Fv iZL/i- V: Qliafeunt I ■ Dindung >> diges eilung ibei eis- ichneidn tr tzeb.Wsmar nählte bteilung orteiltür ie/fen Jung sein! rSek \ ytahlhil01' gliif« I, q yflCil i < Dem Don die uns anläßlich unstet 2«' q erwiesenen AMerksaM " IsallenunserenherjliWSanl. Heinrich Berber bSrau geb.lehrmund. ,,^.50,31.0*2- $8^ Lrr. unoeI 4 M ro- 4 oder -a),'M. beit. *1'n liedenes] N*1 ritr. >7 ?' Ätz *«6 sich selbstverwaltende Einheiten darstellen, sondern streng zentralistisch iu.ch einen Gouverneur (Bonus) regiert werden. 8$ P = 0,2 1.4 1,0 21 1.2 0.8 23 1,4 0.9 0,7 (jtenie d. Riste, , sctiw ‘ Landschaften J Am 3. Oktober 1929 wurde Jugoslawien (Südslawien) durch einen königlichen Befehl neu eingeteilt. D.ese Einteilung bezweckt die Abschaffung der alten historischen Landschaften und will den autono- mistischen Tendenzen der einzelnen Lanoes.eile ein Ende setzen. Auch die bisherige offizielle Bezeichnung des Staates: Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (S. H. S.) wurde ab geschafft und durch den Damen Königreich Jugoslawien erseht. Die neue Einteilung in zehn Dan- schaften wird in allen Landesteilen, insbesondere in Ser ien und Kroatien, großeUnzu,riedenheit erwescn. Kroatiens östlichster Teil wurde zu serbischen und bosnischen Gebieten geschlagen, das eigentliche Serbien unter drei Danschaften au, geteilt, Dalmatien mit dem bosnischen Hinterland vereinigt, da.ür aber in zwei Teile zerrißen. Eben o wurde Bosnien und Herzegowina in mehrere Teile gespa.ten, di« Voi- 3m nachfolgenden geben wir einige statistische Angaben über die neue Einteilung: ■HE Neueinteilung von Jugoslawien ö5terr£/ci^ |3.0ktober1929 UNGARN J in Europa kaum vorstellt, um von den Gegnern des Systems ganz zu schweigen, die jämmerlichen Dourgeoisgestalten, die ihre letzten Reserven auf- gezehrt haben und als Bettler vom Abfall zu leben gezwungen sind. Unter diesen Umständen ist es auch verständlich, daß die augenblickliche Getreidekampagne des Staates die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Hängt doch von der Lebensmittelversorgung durch die staatlichen Stellen das Schicksal fast aller ab. Aber die Aussichten für diesen Winter sind trübe. Das bisherige Aufkommen an Getreide bei den staatlichen Sammelstellen ist schlechter als im Jahre 1926/27. obwohl man mit gröbsten Mitteln gegen alle vorging. die sich den üblichen Requisitionen nicht fügten. Jetzt hat die kommunistische Propaganda einen neuen Sündestbock gesunden, der daran schuld fein soll, daß die Dinge nicht so laufen, wie sich das die Kommunisten träumen. Die Kulakis, von der bolschewistischen Presse fälschlich als Groß-Dauern bezeichnet, in Wirklichkeit Dauern mit Gütern, die wir in Deutschland nur als kleine Güter bezeichnen würden, sollen angeblich das Getreide künstlich zurück- halten. Das ist sicher der Fall, aber ist es nicht auch erklärlich, daß Schichten, denen man das Brot vorn Munde wegsteuert, die von den örtlichen Dorf-Sowjets bis aufs Blut gepeinigt werden und die man bis zum letzten aussdugt, schließlich nicht ihr Letztes hergeben wollen, ohne die Gewißheit zu haben, daß man sie im Winter ernährt? Es ist eben nicht so sehr die Mißernte und die Datur, die hier Schwierigkeiten schaffen, als das bolsch ewistische S y st e m, das es zuwege bringt, überall wirtschaftliche Erträgnisse zum Verschwinden zu bringen, und keinen Bauern dazu zu verlocken vermag, mehr anzubauen, als er zu feinem notwendigsten Lebensunterhalt bedarf. Spricht doch der Rückgang des Viehbestandes an Pferden, Rindern und Schweinen, der etwa um je 20 Prozent allein im letzten 3ahr gesunken ist, deutlich dafür, daß hier das platte Land allmählich unter den Druck der Sowjet- Herrschaft gerät. Auch die russische Industrie, die es ermöglichen soll, daß sich Rußland vom Ausland ganz unabhängig macht, leidet unter dem allen. Daß, wie schon oft geschildert wordeä ist, die Fabriken veraltet, die Maschinen herabgekommen sind, die Arbeitsleistung unzulänglich ist, mag dabei nicht so sehr eine Rolle spielen, wie das kommunistische System überhaupt. Ein Fabrikbetrieb, in dem es keinen verantwortlichen Leiter gibt, ist eben ein Wesen ohne Kopf, und alle Pläne und bureaukratischen Maßnahmen der sogenannten wirtschaftlichen Zentralstelle vermögen eben die Initiative des Einzelnen nicht zu ersetzen. Das hat sogar die Sowjet-Union auf die Dauer einsehen müssen und hat nunmehr selb ständige u nd verantwortliche Betriebsleiter wieder eingeführt, die beinahe ebenso große Vollmachten erhalten, wie früher Unterdirektoren in diesen Fabriken. Aber nun wird es eben die Frage sein, ob es gelingt, hier Persönlichkeiten hinzusetzen, die nicht nur den guten Willen, sondern auch die Fähigkeiten haben, etwas aus der ihnen anvertrauten Fabrik zu machen. Die primitive proletarische Vorstellung ist ja bekanntlich der Ansicht, daß das einzige Können des Fabrikdirektors im Verzehren der Dividende besteht. In Wirklichkeit liegen die Dinge ja aber doch anders. Technische und kaufmännische Erfordernisse werden, — auch im Sowjetstaat — notwendig fein, um die Fabrikation auf einen einigermaßen befriedigenden Standard zu heben. So. wie die Dinge liegen, muh man befürchten, daß auch diese neue Maßregel nicht zum Segen ausschlagen wird, 6a den Leuten, die von den Kommunisten zu Betriebsdirektoren gemacht werden, meist die Kenntnisse fehlen, um ihren Posten auszufüllen. Es ist daher zu befürchten, daß das neue Gesetz nur der G. P. U. wieder neue Arbeit geben wird. Man hört die Gewehrsalven bereits knattern, die Fabrikdirektoren „wegen angeblicher Sabotage" ein Ende bereiten. Senn schließlich kann auch die siebentägige Arbeitswoche in Sowjet-Rußland Kenntnisse nicht ersetzen. Malt sich so das Bild in Sowjet-Ruhland arau in grau, so kann man doch nur betonen, dah das politische System trotz allem fest steht. Solange die Armee zuverlässig bleibt, passiert eben in Sowjet-Rußland nichts, und die Fähigkeit des russischen Menschen, Leiden au erdulden, ist eben fast unbegrenzt. Das Volk fügt sich mit einem Fatalismus, der bewunderungswürdig wäre, wenn er nicht ein so ungeheures Elend bedeutete. Ein Wandel in Sowjet-Rußland ist eben nur zu erwarten, wenn andere Führer kommen und wenn an die Stelle der jetzigen alten Garde junge Kommunisten kommen, die nicht mehr wissen, wie es im nicht-kommunistischen Rußland ausgesehen hat, und die daher den Mut haben, durch unvereingenommene Maßnahmen wieder vernünftige Verhältnisse zu schaffen. Bis dahin kann es aber noch lange dauern. Tagung des Hessischen Sängerbundes. WSD. Worms, 29. Olt. Am Samstag und Sonntag tagte der Hessische Sängerbund in Worms unter großer Beteiligung von Delegierten ans as..'en Drei Provinzen Hessens. Am Samstag fanden tagsüber die Vorstandsberatungen statt, abends veranstaltete der Gau Worms zu Ehren Der Gäste einen Rheinischen Abend im großen Karpfensaal«, der einen überaus fröhlichen und erhebenden Verlaus nahm. Eindrucksvolle Ansprachen hielten der Dundesvorsihende Ministerialrat Dr. Sieg er t (Darmstadt), sowie Schulrat Hassinger (Darmstadt) vom Landesbildungsamt. Am Sonntag vormittag begann die eigentliche Tagung. Gauvorsihender Mayer (Heppenheim) vom Gau Worms entbot den Gästen herzlichen Willlommensgruß, worauf der „Liederlranz"- Worms das Lied „Es klingt ein hoher Klang" zum Vortrag brachte. Der Bundesvorsitzende, Ministerialrat Dr. Siegelt, hielt nunmehr die Tegrühungs-An- sprache, indem er insbesondere Schulrat Hassinger (Darmstadt) als Vertreter der Regierung, Regierungsrat Jourdan für die Krcis- verwaltung Worms, und Oberbürgermeister Rahn für die Stadtverwaltung Worms begrüßte. Oberbürgermeister Rahn dankte für d e Begrüßung im Damen _«r Ehrengäste und h eß die Sänger aus dem Hessenlande herzlich willkommen. Gr wünschte den Bestrebungen des Bundes reichen Erfolg und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch die Beziehungen zu den gemischten Chören einen Ausbau erfahren mögen. Schulrat Hassinger betonte, daß die breite Basis im Hessischen Sängerbund erreicht sei und cs nun gelte, Tiefenwirkungen zu erzielen. Dach einem weiteren Liefervertrag erfolgte die Ehrung der Veteranen. Der von Dr. Siegelt gegeben« Iahiesbericht toutDe mit Aufmerksamkeit aufge wrnrnen. Dei geordnete Stand der Bundeska e hatte nach dem Pri> fungsbericht des Herrn Wendler die einstimmige Entlastung des Schatzmeisters Bitter zur Folge. Die Kasse weist einen Uebeischutz von 2138 Mark auf. Unter dem Arbeitsprogramm des Bundes fand die Vorbereitung des Deutschen Sängerbundesfestes :n Frankfurt und die De f r ei u n g s s eie r , die im nächsten Jahre voraussichtlich in Mainz ftatt» finden soll, besondere Deachtung. Als nächstjähriger Tagungsort wurde Offenbach ein- Tee. Novelle von Alfred Brust. Der Dichter wurde vor einigen Tagen mit dem Klcistpreise ausgezeichnet. In der Großhandlung, in der Werner den Kaufmannsberus erlernte, gab es eine bedeutende Teeabteilung. Hier lagerten die unterschiedlichen Tees exotischer Länder in großen Kisten. Die indischen Tees waren in glatten Kisten aus planiertem Holz verpackt, mit eisernen Bände, n verschnürt. Bezeichnungen in englis^er Sprache verkündeten den Ursprung des Gewächses und die Lieferfirma. Die chinesischen Tees aber waren mit dicken Stricken verschnürt: Dastmatten umhüllten die dünnen, mit chinesischen Bildern und Wortzeichen bunt beklebten kleinen Kisten, und die innere Dleiverpackung war mit hauchfeinem Seidenpapier überzogen. Oeffncte man die Blei- Packung mit zwei diagonalen Schnitten, so lag barunter ein besonderes Seidenpapier, das in den senkrechten Wortfolgen dec Knöchelchenschrift ostasiatische Anpreisungen enthalten mochte. Es dauerte nicht lange — und so hatte man Werners leidenschaftliche Fürsorge für Den Tee erkannt und ihn zum Lagerhalter der Teeabteilung bestimmt. Da sah er Dann auf seinem Tee- speicher, gab vorsorglich Obacht auf die ihm anvertraute Ware und dachte an die hunderttausenden Menschen, denen seine Aufmerksamkeit das wahre Aroma aufhob und verschaffte. Denn der Tee ist eine sehr empfindlich« Angelegenheit. Und doch wußte Werner, daß von all diesen ungezählten Teetrinkern kaum einer in den Genuß des wahrhaften Teearomas kam, wie er es selbst erlebte, wenn er eine neue Kiste öffnete, sich über den schwarzgrauen Blätterinhalt warf und mit vollen Düstem den monatelang, jahrelang versperrten Dust mit wilden Atemzügen plötzlich einsvg. Er griff mit den Händen in die bmchkrieseliche Masse hinein und lieh sie sich durch Die Finger gleiten. Und er war der Mensch, der den Tee — seine Milde, Güte, Härte — bei verbundenen Augen mit den Fingerspitzen haargenau bestimmen konnte. Jedoch — seine Fähigkeit war ihm nichts. Alles an ihm und in ihm war Sehnsucht nach jenen asiatischen Landschaften und Menschen und Umgebungen, wo dieser Tee geerntet, gepackt und in ersten Handel genommen war. Er flüsterte die Damen östlicher Länder und Städte mit heiliger Andacht. Und diese Sehnsucht zauberte ihm eine gewaltige Datur vor den Blick, große Ereignisse, Landungen an fremden fernen Küsten. Das mußte es geben. Und dann ging er endlich eines TageS nach Asien. Das weite .'.nendliche Meer war am schönsten. Auch das Anlaufen der Häfen war schön. Die Erwartung lieh bedeutende Möglichkeiten zu. Aber dies war die erste große Erschütterung seines Lebens, als Erwartung Tatsache wurde und sie in grauen Alltag hinein» sank. Dürftige Ereignisse, armselige Kreaturen, schorsüberzogene Tiere, Ratten, Ungeziefer, dazwischen krampfhafte Europascheide — das alles brachte seine Wünsche, die er phantastisch in die fremden Singe gesetzt hatte, zu frostiger Enttäuschung. Wieder auf hoher See wurde er beglückter, wenngleich auf schwimmendem Hotel alle Kleinlichkeiten und Beziehungen des irdischen Daseins von Mensch zu Mensch schmerzhaft zum Bewußtsein tarnen. Alkes war anders, als er es gedacht. Alles war Da — ganz gewiß: aber der Traum, den er Die vielen Jahre Darüber gebreitet, Der fehlte. Jähes Erwachen fiel eines Tages wie eine Lähmung auf ihn. Bombay, Hongkong, Schanghai — was war Denn dies?! Es waren tosende, schreiende Umschlaaplähe mit kalten Instinkten und befremdlichen Lastern. Mögliche und unmögliche Waren verschiedener Kontinente brüteten unter glühender Sonne unheimlichen Gestank aus. Und man mußte wohl dort geboren sein, um den penetranten Geruch dieser farbigen Völker auszuhalten, ein Geruch, der über allem lagerte und dem nicht zu entrinnen war. Und es ergab sich bald, daß es Werner an etwas gebrach, das nicht ganz leicht zu formulieren war. Der Handelsherr, dem er unterstellt war, hatte schon auf Den ersten Blick Den Kopf geschüttelt. Denn er hatte in Werners Augen gelesen, daß er her- getommen war, etwas zu suchen, was es auf dieser praktischen Erde keineswegs gibt. So kehrte Werner zurück, gescheitert zwar, aber doch erleichtert. Und er wurde ein kleiner Kaufmann daheim. Ein Seifenhändler, ein achtbarer Mann in der kleinen Stadt — nicht wohlhabend, aber auskömmlich und gern gelitten. Sein alter Chef, der ihn manchmal sah, äußerte sich einmal über den Teewerner, wie er ihn immer nannte: es fehlt dem Werner zum Kaufmann ein ganz bestimmter triebhafter Impuls materieller Kernnatur, der sich nicht angewöhnen läßt, da man mit ihm geboren sein muß — wie mit anderen Impulsen auch... Zuweilen besucht Werner einen guten Freund, Der mit alten Teekisten handelt, deren planierte Bretter er beschneidet und an Malschüler verkauft. Und hier bei Dem Freund kommt es Dann wohl vor, daß Werner ganz tief in eine dieser leeren Teekisten hineinriecht, um vielleicht einen Hauch des vergangenen Iugendaromas zu erhaschen. Dicht des Aromas von lieberfee. Denn dort fand er es nie. Sondern des Aromas jener jungen Tage, Da er Die unberührten Kisten öffnete und sich von Seeduft vollsog unD Die dreißig oder vierzig verschiedenen Sorten geschlossenen Auges mit Den Fingerspitzen unterscheiden konnte. Und es geschieht wohl, daß seine Träume noch rasch einmal aufleben wollen, aber sogleich erstickt, erdrückt werden von Dem erlebten Bewußtsein, Daß Die Welt eines Tages ganz anders ist, als man sie sich vorgestellt hat. Man sollte Das auf Den Schulen lernen. Dann sieht er seinen Freund, den Produktenhändler, langsam an und spricht mit Kennermiene auf die leere Kiste deutend: „Orissa — mit Spitzen — zwei b — matt.. Und hüstelt ein wenig, preßt die Lippen aufeinander ... Und sie schreiten bedächtig über den toten Hof ins Haus... „Asphalt" — ein Film. Dor einiger Zeit erschien ein sehr guter, sehr neuartiger, sehr intereifanter Film unter Dem Titel „Berlin", ein Film ohne Liebe, ohne Spiel, ohne Hel,, en und ohne Handlung — geschaffen allein als Die faszinierende Vision einer großen Stadt von morgens bis mitternachts. Es lag damals nahe, Die,em Film einen zweiten folgen zu lassen: Der nämlich das hier in verwirrender und erregender Photcmontage geschaffene Außen bild ins Innere zu verfolgen hätte, also etwa Die ganz flüchtig angedeuteten Schicksale Der Stadtbewohner, Die ja Dort gewissermaßen nur a.Z Staffage au tratei, in ihren viel- fälligen Kreuzungen und Uc-bcr.chneidurgen, in ihren Beziehungen zum Gesamtbilde weiterzu- sühren und zu Ende zu bringen. Dies müßte einen Riesenfiim von phantastiscyen Ausmaßen, ein Kaleidoskop von betäubender und erschütternder Vielfalt ergeben. Bisher ist ein solcher Film noch nicht geschrieben und gedreht worden: Wie ein Ansatz dazu, als ein Vorspiel, Intermezzo oder erster Versuch wirkt Der Film „Aspha 11", Den man jetzt im Lichtspielhaus sehen kann. Der Auftakt ist ganz ähnlich wie beim Film „Berlin": Vision Der Riesenstadt. Dann greift Der Regisseur — Joe May — in Die pausenlose Brandung Des Verkehrs hinein und fängt sich eine von tau end Möglichkeiten heraus: er gestaltet Das Schicksal eines jungen Pvälzeibe amten, Dem ein« ganz zufällige Begegnung zum Verhängnis wird, dem eine Dienstliche Verfehlung Die menschliche Existenz zerbricht. Dieses Motiv, La eS vereinzelt blieb, könnte zwar auch m.t andern Mitteln, e.toa als Dovelle, gestaltet wer eä; immerhin liegen die Vorzüge Der Filmsasiung auf Der Hand. Es konnten auch Einwände gege i den Ver.auf Der Ereignisse erhoben werden. Interessant bleibt — abgesehen von Der erwähnten C ezenüberstellung — die hier vollzogene Kombination aus Photomontage, Spielfilm und Kriminalreportage. Die rcgiemäßige und photographische Gestaltung ist überaus bemerkenswert: sie beweist wie er einmal, wie verblüffend die technischen Möglichkeiten des Films heute e ’.ttoidelt und vervolliommret sind. Außerdem wird glänzend gespielt. Gustav Fröhlich, lie bisher kaum bekannte Betty Amann, und Steinrück vor allem leisten Hervorragendes: diese Dollen waren einfach nicht besser zu vergeben. Ueberhaupt reicht Die Qualität des Ensembles bis in dir kleinsten Chargen: neben Else Hel - ler und Schle11ow sind in ganz kurzen Episoden il a. Albers, die Valetti, Ballen- t i n und Vespermnnnzu bemerk in. Man sieht also, daß allein das darstellerische Aufgebot des Films den Besuch lohnen Dürfte. -r- Hochschulnactinchten. Prof. Dr. Friedrich Ranke in Königsberg i. Pr. hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl Der deutschen Philologie in Breslau als Dachfolger des Geh. Rats Th. Siebs angenommen. Der Berliner Privatlozent, GerichtZassesfor Dr. jur. et phil. Gerhard Leibholz hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl für Staatsrecht in Greifswald als Dachfolger von Prof. G. Holstein angenommen. stimmig bestimmt. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt. • Klein-Linden. 30. Ott Bei dem am Sonntag in Worms stattgehabten Bundestag des Hessischen Sängerbundes wurde dem Ehrenvorsitzenden des Gesangvereins-Harmonie" zu Klein-Linden. Heinrich Wahl, in Anbetracht seiner über 25jährigen Vorstandsmitglied- schäft im Gesangverein „Harmonie" und seiner hervorragenden Tätigkeit als Förderer des deutschen Männergesangs von dem Bundesvorsihen- den. Ministerialrat Dr. Stegert, die Auszeichnung des Hessischen Sängerbundes mit der Aufschrift „Für Berdienste" nebst entsprechender Urkunde verliehen. Herr W a h l wurde bereits im Mai d. 3. mit der silbernen Dundessängernadel für seine über 40jährige aktive Sänoertätigkeit im Gesangverein „Harmonie" ausgezeichnet. Der verdienstvolle Sängerveteran, der fast 70 3ahre alt ist, besucht heute noch regelmäßig jede Singstunde. Die elektrische Bergstraßenbahn wirb gebaut. WSA. D a r m st a d t. 29. Oft. Aach 17jährigen Verhandlungen wird nunmehr der Plan einer elektrischen Straßenbahn von Darm- ftadt nach der Bergstraße verwirklicht. Nachdem das Ministerium den Bau der Bahn gestattet hatte, konnten sich die beteiligten Gemeinden über die Zinsgarantie und die Geländefragen noch immer nicht einig werden. Aunmehr fand unter Teilnahme der ministeriellen und krcisamtlichen Vertreter eine gemeinsame Sitzung der Gemeinderäte von Malchen, Seeheim und Jugenheim statt, in der nach fünfstündigen Verhandlungen auch die letzten Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt wurden. Wie Direktor Bohn en berger von der Heag mitteilte, wird mit dem Bau der Bahn sofort begonnen, da die Vermessungen erfolgt sind und alles Material bereits gebrauchsfertig daliegt. Mit den ersten Fahrten wird bereits im Frühjahr begonnen werden können. Aus der provinzialhauyisiabt. Gießen, den 31. Oktober 1929. Die Handelskammern gegen Stiftungen für Vereine. Die Industrie- und Handelskammer Darmstadt hat bereits im August d. 3. in einer Zuschrift die Vereinsvorstände ihres Bezirks ersucht, die Anforderungen an Firmen des Handels und der 3ndustrie zu unentgeltlichen Stiftungen für Feste und Veranstaltungen der verschiedensten Art einzuschränken, wenn nicht ganz zu unterlassen. Da mit dem beginnenden Winter sich solche Veranstaltungen au häufen pflegen, sind die hessischen 3ndustrie- und Handelskammern darin übereinge- kommen, den Schritt der Industrie- und Handelskammer Darmstadt als mit ihrer Auffassung vollkonimen überein st immend zu billigen. * Die Industrie- und Handelskammer Darmstadt hat ihr Ersuchen folgendermaßen begründet: „Industrie und Handel und nicht zuletzt der ©iiuel- handel sind bekanntlich mit vielfachen und drücken- -den Lasten derart überbürdet, daß ohne ernste Schädigungen der Betriebe den Anforderungen aus unentgeltliche Hergabe von Erzeugnissen oder Waren nicht annähernd in dem üblich gewordenen Umfange entsprochen werden kann. Insbesondere muß es angesichts dieser Tatsache als außerordentlich bedenklich und geradezu verständnislos bezeichnet werden, daß es in manchen Fällen, besonders beim Cinsammeln von Geschenken und Stiftungen, nicht unterlassen wird, mehr oder minder deutlich auf die nachteiligen Folgen für das einzelne Geschäft hinzuweisen, falls es dem Ersuchen um unentgeltliche Heberlassung von Gegenständen nicht entspricht. Durch solche meist zwar versteckt gehaltene Doykottandrohun- gen wird ein unverantwortlicher unzulässiger Druck auf manchen Geschäftsinhaber ausgeübt, dessen heutige Lage es nicht mehr gestattet, ein gleiches Maß von Freigebigkeit zu entfalten, wie es früher möglich war und wie der Betreffende es unter anderen Verhältnissen auch heute gern noch üben möchte." Äesen Ausführungen treten die hessischen Industrie- und Handelskammern durchaus bei und erwarten von der Einsicht der leitenden Persönlichkeiten der Vereine und der sonst in Frage kommenden Stellen, angesichts der überaus schwierigen Wirtschaftslage, Würdigung und Verstehen ihres Ersuchens. Briefumschläge mit unzulässigem Aufdruck. 2m Postverkehr werden vielfach noch Briefumschläge verwendet, die auf der Außenseite über das zulässige Maß hinaus mit Angaben bedruckt |ino. Die Deutsche Reichspost macht daher erneut darauf aufmerksam, daß über die Anbringung von Absenderangaben und Reklamen auf den Briefumschlägen usw. folgendes gilt: 1. Bei gewöhnlichen und eingeschriebenen Drief- sendungen sollen Absenderangaben, sowie Werbeanzeigen auf die Rückseite und das linke Drittel der Vorderseite der Briefumschläge usw. beschränkt bleiben. Zu den Briefsendungen zählen hierbei Briefe, Drucksachen, Warenproben, Geschäftspapiere, Mischsendungen, Briefpäckchen sowie sonstige Päckchen. Die Bestimmungen beziehen sich nicht nur auf Briefumschläge, sondern auch auf Streifbänder (für Drucksachen), Taschen (für Warenproben), auszuklebende Anschriftzettel und dergleichen. 2. Umschläge usw. mit Aufdrucken, die sich über die ganze Rückseite erstrecken, müssen am oberen Rand der Rückseite einen mindestens 2,5 Zentimeter breiten freien Raum haben. Der freie Raum an dieser Stelle wird postseitig nicht in Anspruch genommen, wenn sich auf der Rückseite nur Absenderangaben befinden ober an anderer Stelle der,Rückseite ein entsprechend großer Raum freigelassen ist. 3. Für Fensterbriefe besteht folgende Ausnahme: Umschläge mit einem Fenster, das in das linke Drittel der Vorderseite hineinragt, können bis auf weiteres in dem Raum oberhalb des Fensters bis zur Hälfte des Umschlags und in dem Raum unterhalb des Fensters bis zum linken Drittel des Umschlags mit Absenderangaben und Werbeanzeigen bedruckt werden. Die Anschrift kann in der ganzen Breite deS Fensters erscheinen. Für das Aufbrauchen der Briefumschläge usw., j die über das zulässige Maß mit Angaben bedruckt sind, war eine Frist von 21 t Jahren — laufend vom 1. April 1926 bis . September 1928 — gewährt worden. Da sich aber in Der- senderkreisen immer noch erhebliche Bestände solcher unzulässigen Briefumschläge befinden, ist die Ausbrauchfrist nochmals biszum31.Dezember 1 92 9 verlängert worden. Mit einer Verlängerung der Aufbrauchsfrist über diesen Zeitpunkt hinaus ist nicht zu rechnen. Aach diesem Zeitpunkt müssen Briefumschläge, die den Postordnungsbestimmungen nicht genügen, von der Postbeförderung ausgeschlossen werden. Kreistag des D. H. D. Der Deutschnationale Handlungsgehilfen - Verband. Kreis II (Mitte l h e s s e n) hielt am Sonntag in Dillenburg seinen Kreistag ab. Um 10 Uhr wurde die Tagung vom Kreisvorsteher Reuter im Schloß- Hotel eröffnet und die Abgesandten der 16 Ortsgruppen begrüßt. Hierauf wurde der Jahresbericht von dem Kreisgeschäftssührer B r z e z i n s k i (Gießen) gegeben, an den sich eine rege Ansprache an schloß, lieber die Bildungsarbeit im Kreise berichtete der Obmann Emil Wißner (Marburg). Die Aussprache zeugte von starker Anteilnahme und Sorge um das Schicksal der deutschen Kaufmannsgehilfen. Aach der Entlastung des Vorstandes und Aeu- wahlen nahm der Kreisgeschäftssührer Brze- z i n s k i das Wort zu seinem Vortrag über „S o - zialpolitik und G e w e r ks ch a s t sp o l i - t i r. Die behandelten Fragen: Sonntagsruhe, Ladenschluß, 5-Uhr-Schluß am We hnachtheilig- abenb, Angestelltenversicherung, Bellicbsrätc- wesen. Rechtsschutz und Tarisabschlüsse lösten starkes Interesse aus. Der Gaujuae dführer K u - baute (Frankfurt a. M.) sprach über den Ausbau der Jugendarbeit in den Ortsgruppen. In einem zündenden Schlußwort faßte Gauvorsteher Auerbach (Frankfurt a. M.) die behandelten Fragen zusammen und stellte die wichtigsten Punkte nochmals heraus. Aach dem Kreistag fand ein Festabend der Ortsgruppe Dillenburg statt. Den herzlichen Degrüßungsworien des Vorsitzenden Schuch folgte die Festansprache des Gauvor- stehers Auerbach. In stark wirkenden Worten zeichnete er den Weg der deutschen Kaufmannsgehilfen vom Jahre der Gründung des Verbandes bis zur jetzigen Aotzeit. Die Aufwärtsentwicklung des D. H. V. sei parallel gegangen mit der Entwicklung eines stolzen Stan- desbewußtseins der deutschen Kaufmann igehilfen. Der Redner zog einen scharfen Trennungsstrich zwischen Marxismus und Rationalismus. Daß der D. H. V. so gewaltig werden konnte, beweise den gesunden Sinn der Kaufmannsgehilfen. Das gelte zugleich auch für die gute Entwicklung des D. H. V. in Mittelhessen. In der vorderen Zeit sei das Bekenntnis zum D. H. V. ein großes Wagnis gewesen. Der Opfermut der Kaufmannsgehilfen und ihr Gemeinschaftswille, gepaart zum Kampf gegen soziale Mißstände, hätten die Kaufmannsgehilfen im D. H. V. zu einer Macht werden lassen, die in der heutigen Wirtschaft einen bedeutsamen Faktor darstelle, lieber allem Wohl des einzelnen, der Rot und Sorge der Familie oder des Standes stehe aber das Leben des Volkes, seine Ehre und Freiheit, seine Große und Zukunft. Aus dem stürmischen Beifall wuchs das Deutschlandlied, das begeistert gesungen wurde. *• Landsmannschaft der Hessen in Hamburg. Wie man uns berichtet, bemüht sich die „Landsmannschaft der Hessen v. 1896 in Hamburg" (Vereinslokal: Hotel Mau. Holsten- wall 19). wahre Heimatpflege zu treiben und bei allen ihren Mitgliedern das Gedenken an die Heimat wachzuhalten. Die Vereinigung will eine Brücke schlagen zwischen Heimat und der Ferne. Alljährlich kommen Vereine, Reisegesellschaften, Sportsleute usw. aus Hessen nach Hamburg, denen die Hamburger Landsmannschaft der Hessen gerne zur Verfügung stehen und ihnen auf die uneigennützigste Weise dienlich sein will. Zuschriften an diese landsmannschaftliche Vereinigung werden an Otto May, Hamburg 36, Ame- lungstraße 15. erbeten. ♦* Der Evangelische Arbeiterver- e i n feierte am Sonntag sein 37. Stiftungsfest. Aach gemeinsamem Kirchgang am Vormittag in der Stadtkirche, wo der Frauenchor des Vereins mitwirkte, fand am Abend im Vereinslokal ein sehr gut besuchter Familienobend statt. Aach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden H. Kirchner trugen musikalische und sonstige Darbieuntgen sowie Gesangsvorträge des Frauenchors unter der bewährten Leitung von Frau M. Schäfer, wesentlich zur Verschönerung des Abends bet. Die Festansprache hielt Pfarrer Linden st ruth, Butzbach, der in eindrucksvollen Ausführungen auf die weitgehenden Aufgaben der Evangelischen Arbeitervereine und ihre Bedeutung für die evangelische Kirche hinwies. Oberheffen. Landkreis Gießen. OO Klein-Linden, 30. Oft. Dieser Tage ging ein größerer Transport Lebensmittel und Feldfrüchte aller Art als Erntedank- fe st gäbe unserer evangelischen Kirchengemeinde an das Elisabethenhaus in Darmstadt ab. * Grüningen, 30. Oft. Der Landwirtschaftliche Konsumv er ein feierte am Sonntagabend sein 40jähriges Bestehen, zu dem die Mitglieder mit ihren Frauen als Gäste eingeladen waren. Die geräumige Turnhalle war voll besetzt. Der frühere langjährige Direktor Wilhlem Heinrich Leidichl. hatte die wirtschaftlichen Verhältnisse aus der Gründungszeit und die Geschichte des Vereins in sehr interessanter Weise niedergeschrieben. Da er wegen hohen Alters und geschwächter Gesundheit am Erscheinen verhindert war, verlas der jetzige Direktor Ehr. LeidichlV. die Abhandlung. Die Glückwünsche des Revisionsverbandes überbrachte Oberrevisor Hartmann, der auch über Genossenschaftswesen im allgemeinen sprach und die Mitarbeit der Frauen lobend anerkannte. Ra- mens der Landwirtschaftlichen Zentralgenossenschaft sprach Geschäftsführer Jung, für die Lieferanten Kaufmann S e i p p e l, Butzbach. Herr Weil, Lang-Göns, und eine junge Dame aus Grüningen sorgten für schöne Musik. Herr Mohn brachte mehrere humoristische Darbietungen. Samtllche Redner sprachen sich lobend über Die Führung des Konsumvereins aus, insbesondere wurden die langjährigen Führer Wilhelm Heinrich Leidichl., Adam Lorenz Dingel und Ehr. LeidichlV. geehrt. Die Feier, an der über 200 Personen teilnahmen, nahm einen wohlgelungenen Verlauf. § Alten-Buseck, 30. Ott. Am gestrigen Dienstagabend veranstaltete der hiesige Frauen- Missionsverein einen interessanten Licht- bilderabend, der sich eines außerordenllich starten Besuches erfreute. Nach einer kurzen Ansprache des Ortsgeistlichen hielt Missionar Be ck - mann, der 23 Jahre in Indien gewirkt hatte, einen fesselnden Vortrag über die religiösen Sitten und Gebräuche dieses Landes. Die packenden und leichtvcrständlichen Ausführungen machten auf die Anwesenden tiefen Eindruck. Nach dem Vortrag sprach der Ortsgeistliche Missionar B e ck m a n n den Dank der Gemeinde aus und stellte die Anschaffung eines Lichtbilderapparates für den Frauen-Mif- fionsverein in Aussicht, um der Gemeinde öfters Gelegenheit zu derartigen Veranstaltungen geben zu können. Die Kollekte ergab einen ansehnlichen Be- trag und bewies aufs neue die bekannte Opferfreudigkeit unserer Einwohnerschaft. Bg. G r o ß e n - B u s e ck, 30. Oft. Wie bei der letzten Gemeinderatswahl, werden auch diesmal wieder vier Listen vorliegen, von denen der Bauernbund zvei aufgestellt hat. Spitzenkandidaten des Bauernbundes sind S). Wagner, H. Scheid, B. Pfeffer, $). Hof, A. Huber, H. Mootz. Die Sozialdemokratische Partei hat F. Herber, H. Schneider und A. Dörr für die aussichtsreichsten Plätze vorgesehen. Die Mittelstandspartei hat Ph. Henß, H. Gans und W. Pfeiffer die ersten Plätze eingeräumt. Von den Genannten waren seither Hof, Mootz und Dörr noch nicht in der Gemeindevertretung. * Grünberg, 28.Okt. Die Zimmermei- sterzwangsinnung für den Kreis Gießen hielt am Samstag im „Prinz Carl", dahier, eine Jnnungsoersammlung ab. Nach einer kurzen Begrüßung durch Obermeister C. Rinker (Nonnenroth) erstattete Geschäftsführer Kirchner (Gießen) Bericht über die Tätigkeit der Innung im letzten Vierteljahr. In einem anschließenden Referat wies er auf die außerordentlich ungünstige Lage im Zimmerhandwerk hin, das durch die schlechte Wirtschaftslage, den außerordentlichen Konkurrenzkampf und das Borounwesen schwer zu leiden habe. Der Redner hält einen weitgehenden Zusammenschluß aller Berufskollegen in Oberhessen und Schaffung einer Arbeitsgemein- schaftallerZimmermeister-Organisa- tionen in Hessen für bri” end erforderlich, damit auch dem Zimmerhandwerk eine einflußreiche Vertretung in den maßgebenden Körperschaften gesichert wird. Die anschließende Aussprache gab Gelegenheit zur Besprechung weiterer schwebender Jn- nungsfragen. Als Tagungsort für-die nächste Jnnungsoersammlung wurde Gießen bestimmt. )( L i ch, 30. Oft. In festlich geschmückter Kirche und unter Mitwirkung von Cyvrschule, Frauenchor und Posaunenchor feierte am Sonntag die sehr zahlreich erschienene evangelische Gemeinde ihr diesjähriges Erntedankfest. Stiftsdechant Kahn sprach im Anschluß an das Evangelium Johannes Kap. 6, Vers 24 bis 29 über den rechten Erntedank. Am Rachmittag feierten die Kinder im Kindergottesdienst. Mit Blumen und Aehren geschmückt zogen sie unter Führung ihrer Helferinnen und von Orgelklängen begrüßt, ins Gotteshaus ein. Die größeren Kinder führten ein schönes und sinniges Erntespiel auf, das von Kleinen und Großen beifällig ausgenommen wurde. Eine Kollekte für die Mission ergab 85 Mark. Am Rachmittag wurde das Erntedankfest in ebenfalls reich und schön geschmückter Kirche in Rieder-Bessingen gefeiert. Die Ernte- gaben für die Mission betrugen hier 40 Mk. s. Hungen, 28. Okt. Am 1. Rovember findet hier der bedeutendste unserer Jahrmärkte, der weit und breit bekannte Allerheiligen- markt, statt. 3m vorigen 3ahre wurde zum erstenmal mit dem S chw e i.n e m a r k t ein Schafmarkt abgehalten, der sowohl bei den Schäfern, wie bei den Schafzüchtern und den Händlern der näheren Umgebung auf großes 3nteresse stieß. Deshalb soll der Schafmarkt auch in diesem 3ahre und weiterhin beibehalten werden. Dem Vernehmen nach wird der Landwirt- schaftskammer-Ausschuh für Oberhessen wieder eine Anzahl Muttertiere zum Verkauf bringen. Cs ist anzunehmen, daß der Markt auch mit Schlachttieren wieder gut beschickt wird. s. Aus der nördlichen Wetterau, 26. Oft. Unsere Landwirte sind zur Zeit hauptsächlich mit dem Ernten und Verfrachten der Zuckerrüben beschäftigt. Die Aktienzucker- fabrif „Wetterau" in Friedberg hat den Versand in der Weise organisiert, daß an vorgeschriebenen log» Abnahmestellen, wie Berstadt, Echzell und Wölfersheim, die einzelnen Ortschaften ihre Rüben wagenweise direkt vom Acker aus an festgesetzten Wochentagen anfahren können. Daneben ist es aber auch zulässig, daß größere Landwirte ihre gesamte Rübenernte in einem besonderen Waggon an jeder beliebigen Station verladen, in welchem Fall die Fabrik ebenfalls die Frachtkosten trägt. Die Ortschaften der näheren Umgebung Friedbergs fahren die Zuckerrüben per Achse in die Fabrik und erhalten in diesem Falle als Fuhrlohn die Frachtkosten vergütet. Durch genaue Einteilung wird einer Ueberfüllung des Betriebs vorgebeugt. Die in sonstigen 3ahren wegen der Rässe oft sehr beschwerliche Zucker- rübenernte geht Heuer sehr glatt vonstatten. 3n- folge der Trockenheit sind auch die prozentualen Gewichtsabzüge für anhaftende Ackererde wesentlich niedriger. Während diese in manchen 3afjren 10 bis 13 Prozent betragen, bewegen sie sich in diesem Herbst zwischen 7 und 10 Prozent. Die Ernte ist trotz der langen Dürre als gute Mi ttelernte anzusprechen. Der Anbau hat in manchen Gemarkungen zugenommen, da die anfallende große Blättermasse sowohl, wie die von der Fabrik zurückgelieferten Grünschnitzel, bzw. Trockenschnitzel als Futter sehr geschätzt sind und letztere billig berechnet werden. Bei Rücklieferung von 40 Prozent Grünschnihel werden am Rübenpreis 24 Pf. per Doppelzentner gekürzt. Bei Rücklieferung von 4. Prozent Trockenschnihel werden außerdem geringe Trockenkosten in Abzug gebracht. Kreis Friedberg. * Butzbach, 31. Oft. Zu der im „Gieß. Anz" Rr. 254 vom 29. Oktober veröffentlichten Meldung über die Autoverkehr G. m. b. H. Butzbach und Umgegend wird uns von der Leitung dieses Unternehmens mitgeteilt, daß jene Rachricht auf einem Irrtum des Berichterstatters beruht. Der gemeldete Verlust von annähernd 10 000 Mark sei nicht in der Zeit vom Juli bis September 192 9 entstanden, sondern stelle tatsächlich den bilarzmähi- gen Gesamtverlust vom Zeitpunkt der Betriebseröffnung im Dezember 1926 bis zum 3 0. September 1929 dar. Dieser Gesamtverlust für nahezu drei Jahre belaufe sich au 9905.58 Mark und verteile sich auf fünf befahrene Linien. Die seitens der Gemeinden zu leistenden Carantiezuschüsse seien in erster Linie zur Verbilligung der Arbeiterfahrkarten be- timmt. I Steinfurth, 30.Oft. Unsere Gemeinde er« hie.t nun auch eine Krankenschwester. Sie ist im Alle ekraakenh aus in Darmstadt aus gebildet worden. Die Verhandlungen waren schon im Spätherbst letz le a Jahres gepflogen Worten und gelangten im Frühjahr und Sommer zum Abschluß. Schwester Elisabeth Kämmerer aus Londorf bei Gießen wurde uns zu diesem Dienste gesandt. Sie war seither im Krankenhaus in Bad-Rauheiin tätig, und hat jetzt die seit 1914 hier unterbrochene Schwcsternarbeit an den Kranken wieder ausgenommen. Die Kirchengemeinde war infolge der Rot der Zeit und d-cs Mangels an Schwestern nicht in der Lage, diesen Dienst unter ihrer Leitung einzurichten. Sie hat aber die ehemalige Einrichtung der Schwestern- wohnung und Krankenpflege, soweit sie ntxf) brauchbar war, leihweise zur Verfügung gestellt und auf diese Weise zum Zustandekommen dieses notwendigen Liebesweries beigetragin- — Als Rcvchfolger für - den jetzigen Polizeidiener Huber ist von der Gemeinbetter trehing Karl Rühl vorgeschlagen wor.en. Das Kreisamt will aber, daß die Stelle mit einem Polizeidienstanwärter besetzt wird. Die Gemeinde bleibt jedoch bei ihrem Beschluß. Auf dem Wege des Verwaltungsstreitverfahrens wird Wohl bald die Frage entschieden werden. Kreis Schotten. X Schotten, 30. Ort. Die Freiwillige Feuerwehr Schotten hielt am Sonntag in Verbindung mit der hiesigen Sanitäts- kolonne vom Roten Kreuz eine großangelegte Inspektionsübung ab. Reg.°Rat © d) to a n vom Kreisamt, Med.-Rat Dr. Orth vom Kreisgesundheitsamt und die Stadtverwaltung wohnten der Hebung bei. Ein sehr instruktiver Drandangriff auf die Zigarrenfabrik Weber wurde vorgeführt. Alle Gerätschaften, Mctor- spritze, Rauchmasken, Schlauchlcitir, drei mechanische Leitern wirkten mit. Im Anschluß an die Hebung sand auf der Schützenhalle eine Rachsitzung mit Besprechung der Hebung statt. Die Musikkapelle der Wehr spielte zur Rachfeier. — Zur Zeit werden die großen Treibjagden abgehalten, bei denen sich überall in unserer Gegend herausgestellt hat, daß die befürchtete Dezimierung des Wildbrstcmdes durch die langanhaltende große Kälte im letzten Winter nicht eingetteten ist. Die geschossenen Strecken auf den Jagden waren überall gut. □ Laubach, 30. Oft. Die Arbeiten an unserem Schwimmbad in der Rordwestecke des „Obersees", auf der Westseite des Ramsberges, die das Baugeschäft Ioh. Friedrich Rühl übernommen hat, sind schon weit vorgeschriiten. Das Becken ist ausgehoben, und die Wände bereits hergerichtet. Die Betonierung des Bodens soll in den nächsten Tagen in Angriff genommen werden. Die Maße der Anlage sind durch Beschluß des Gemeinderats vergrößert worden. Hrfprüng- lich war eine Länge des Deckens von 30 Meter bei einer Breite von 12 Meter bestimmt worden. Jetzt hat man beschlossen, das Becken zu 50 Meter Länge und 15 Meter Breite bei einer Tiefe von 4 Meter anzulegen. Das Becken für Richt- schwimmer hat eine Tiefe von 1,20 Meter und neigt sich bis 1,50 Meter. Bei der Ausgrabung fand man im Bächlein eine Anzahl Krebse, die in den hiesigen Gewässern seit der „Krebspest" von 1895 sehr selten geworden sind. — Die Winterfrucht steht vorzüglich. Das Korn h. t sich schon kräftig entwickelt, und auch der Wi. t r- weizen hat schon ganz schön ausgeschlagen. — Die diesjährige Jagd bietet ein gutes Hasenjahr. Auch die Rebhühnerjagd ist wesentlich besser, als in den verflossenen Jahren. -4- Ober-Schmitten, 30. Okt. Der Anschluß der hiesigen Papierfabrik an das Heberlandwerk macht $ine völlige Verlegung der S t a r kst rom le i t un a-innerhalb deS Dorfes nötig. Es werden zur Zeit eine Anzahl neuer eiserner Masten aufgestellt, durch deren Anlage die Zuleitung des elektrischen Stromes durch mehrere Stromkreise möglich ist. Damit ist eine Hnterbrechung der Maschinenarbeit durch Ausbleiben des Stromes weitgehends aus- geschaltet. Kreis Alsfeld. fr* Alsfeld, 30. Ott. Als einziger Verhandlungsgegenstand beschäftigte die gestrige Stadt- vorstandssitzung die Wohnungsangelegenheit des zweiten Geistlichen der Stadt Alsfeld, die schon wiederholt Gegenstand der Erörterung gewesen ist. In der Zwischenzeit hat auf der Bürgermeisterei eine Verhandlung zwischen dem Landeslirchenamt in Anwesenheit des Prälaten D. Dr. Diehl, des Oberkirchenrats Dr. Horn und des Superintendenten der Provinz Oberhessen, Oberlirchenrats Wagner und der Stadtverwaltung zwecks Regelung des Konflikts zwischen der Stadt und der Kirchenbehörde stattgefunden. Bei dieser Verhandlung war eine Vereinbarung getroffen worden, wonach die bürgerliche Gemeinde Alsfeld die Verpflichtung anerkennt, ein den besonderen Verhältnissen des Pfarramtes entsprechendes zweitesPfarrhauszu stellen, s o b a l d e s die, Verhältnisse gestatten. Unter der Voraussetzung, chaß die Stadt die vorgenannte Verpflichtung anerkennt, erklärt sich das Landeskirchenamt mit der jetzt gegebenen Zwischenlösung einverstanden, wonach der erste und zweite Stock des städtischen Hauses am Bahnhof dem derzeitigen zweiten Geistlichen als Wohnung zur Verfügung gestellt und von der Stadt entsprechend umerhallen wird. Die Vermietung der Mansardenwohnung in dem genannten Haus erfolgt im Einvernehmen mit dem Landeskirchenamt. Die Baulommission hat bei der Beratung dieser Vereinbarung den Vorbehalt gewünscht, daß die Verpflichtung der Stadt, ein zweites Pfarrhaus zur Verfügung zu stellen, unter der Voraussetzung erfolgt, daß der Inhalt des von dem Oberkonsistorium mit Schreiben vom 31. März 1915 dem Evangelischen Kirchenvorstand Alsfeld vorgelegten Aktenauszugs über das zweite Pfarrhaus in Alsfeld rechtlich unanfechtbar ist. Der Stadtvorstand genehmigte einstimmig die getroffene Vereinbarung mit dem von dec Baukommission gemachten Vorbehalt. Damit dürfte der Konflikt zwischen der oberen Kirchenbehörde und der bürgerlichen Gemeinde Alsfeld in einer beide Teile befriedigenden Weise sein Ende gefunden haben. T Kirtorf, 30. Ott. Der Männergesangverein von Ruttershausen bei Gießen i benutzte das schöne Herbstwetter, um ein schon 30. £)(( ü fe>Ä*i c O^floffcn vv. t Im !AhÄ7-rr T°KpL "Äk* m"m,6aas i a*®w £ N r«, b-r Itot k/L, ld-4-n. £"'4t in »Ä?tkä A^g einzuricht^ ^^en n^tung ÄA bat SÄ; «K-'Z .«sL>.üL i tootcei £heetun9 Karl e-- mit eXÄWtoiI1 r be'cht toirb a--?S liei* 'M Deschin?^ Cweinbe ungsstreW^^ 8 «imL fef s Lchottcn. ZPL ^uz eine grofc ’itiuounq ah Den«^ tat, »Wt ^o% 1.^ u^_ 'öiabt’oertoQl« aÄ <5m tW wstruk« Än^^"^abrik Weber anctor- "• S^Mkihr, drei mecha- L^2-n Anschluß mr die d-r Schuheich-lle eine Aach- chung der Hebung statt. Sie W spielte zur Aachseier. - dl- großen Treibjagden inen sich überall in unserer eilt hat, daß die befürchtete Lildbestandes durch die lang« Nte im letzten Winter nicht ie geschossenen Strecken aus überall gut ). Oft Sie Arbeiten an un- >ad in der Aordwestecke des r Westseite des Aainsberges, t Ich. Friedrich Bühl überschon weit vvrgeschricken. Das iben, und die Wände bereits etonierung des Dvdens soll in n in Angriss genommen Werne Anlage sind durch Beschluß vergrößert worden. Ursprung- ge des Beckens von 30 Meter vn 12 Meter bestimmt worden. Men, das Becken zu 50 Meter ter Breite bei einer Tiefe von en. Das Becken für W ? Siefe Don 1,20 Meter und Meter. Bei der Qlu^*g ein eine Anzahl Kreble,die rwäslern leit der „wceWn Iten geworden sind. - M steht vorzüglich. Das Km ß-t ntwiäelt,und auchderM-tr- ganz schön ausgeschlagen. ^agd bietet ein gutes Hasen ZSZ reis Alsfeld. 30. vll- *77 ne otavl Prälaten 9. pennten ; Horn und ^ .j Henrats K'L-Ä'S i«3wtS «BpttS -LoYNUNg L.„tz unieryiu ,fi 13 erfDlgU' BaulowM^o ch^Är 2ekelnb°2tung ng dK L %Äi'l9°riUTeü^n SA-Z inp^d- -kgxA ^^orbehal^^-cEx lange gegebenes Versprechen einzulösen. Am Sonntagnachmittag traf er mittels Autoomnibus in Stärke von etwa 60 Mann mit seinem Vorsitzenden Schuhbecker und seinem Dirigenten V i l o l a i zum Besuch deS Kirtorfer Brudervereins hier ein. Der Besuch galt zugleich auch dem Dirigenten des hiesigen Männergesangvereins, Lehrer Erdmann, der in Ruttershausen seine Heimat hat. So gab es ein frohes und herzliches Wiedersehen. Der Ehren- Vorsitzende, Heinrich Lather (Kirtorf), hieß alle Sangesbrüder im Ramen des Vereins willkommen. Bei einem guten Trunk und manchem schönen Lied, von den Vereinen abwechselnd vorgetragen. verlebte man im Gasthaus „3um offenen Helm' einige frohe Stunden, bis die Trennungs- Sinde am Abend schlug und die Gäste in der ichtung Gießen über Marburg wieder heimwärts fuhren. Preußen. Kreis Biedenkopf. T Rodheim a. d. Bieber, 30. Ott. Rach überstandener Inflation fanden sich bei der Sparkasse R o d h e i m a. d. D i e b e r die verschiedensten Geldvermittler ein, die zum Teil der Kaffe den lgrößten Schaden verursachten. Es wurden ihnen Wechsel ausgestellt und der Kasse gehörige Wertpapiere ausgehändigt, auf das bloße Versprechen hin, dafür Bargeld vermitteln zu wollen. Zum großen Teil bedeuteten diese LInternehmungen einen großen Verlust für die Sparkasse. Dieser hätte vermieden werden können, wenn eine Auskunft über die Personen eingeholt worden wäre, denen man das Vermögen der Kasse anvertraute. Als cui Wechsel in der Führung der Kasse eintrat, wurden die größten Unregelmäßigkeiten aufgedeckt, aus denen sich allein 3 4 Wechsel - prozesse ergaben. Für einen Fehlbetrag in der Kasse selbst wird der damalige Dor- st a n d, bestehend aus Direktor, Aufsichtsratsvorsitzende, Rendant und Gegenbuchführer verantwortlich gemacht. 3n der letzten Versammlung des Derbandsausschusses der Sparkasse Rodheim wurde nun beschlossen, daß die Betreffenden der Kasse den Schaden zu gleichen Teilen zu ersehen haben. Der neuen Verwaltung der Kasse ist es durch eine völlige Umstellung des Gefchäftsverfah- rens gelungen, das Kassengeschäft wieder zu heben und sich das Vertrauen der Bevölkerung in weitgehendem Maße zu erwerben. Beweis dafür ist die Tatsache, daß die Kaffe heute bereits wieder über einen Einlagenbestand von über 470000 Mark verfügt und im Sparkasfenbezirk an Hypotheken, Dürgschaftsdar» lehen und Darlehen an kleine Geschäftsleute wieder über 350000 Mark ausgeliehen worden sind. Dillkrcis. WSN. D i l l e n b u r g, 30. Okt. In Schönbach bei Herborn ist der Gemeinderechner Herr verhaftet und dem Landgerichtsg-fängnis zugeführt worden. Eine Nachprüfung der Gemeindekasse hat ergeben, daß Veruntreuungen in Höhe von über 14 000 Mark vorgekommen sind. Ausstellung „Sremhe Heiligtümer^. Dcr Marburger Iubiläumsbaubirgt in diesen Tagen eine seltene Ausstellung!. „Fremde Heiligtümer" nennt sich die Sammlung, dne hier unter der Leitung des bekannten Religionsforschers Professor D. Otto und unseres früheren Gießener Systematikers und Religionshistorikers D. Heinrich Frick in Marburg der Öffentlichkeit gezeigt wird. Wertvollste und seltene Gegenstände aus der Welt der sog. Primitiven sind hier zusammen- getragen. Vertreten ist vor affem Afrika, der Indische Archipel und die Südsee. Den interestantestcn Teil bietet die Ausstellung aus den fremden Religionen der Kulturvölker. Hier ist zunächst der Islam'vertreten mit der Innenausstattung einer Moschee, mit heiligen Gerätschaften der Susis, der islamischen Mönche, und mit allerlei Zeugnissen des Volksaberglaubens. Eine besondere Abteilung führt in den chinesischen Ahnenkult und den Taoismus ein, eine andere lehrt eine buddhistische Kapelle kennen, während wieder eine andere mit dem antiken Grabkultus vertraut macht. Indien und Oftasien sind mit auserlesenen Stücken vertreten, die man sonst wohl selten bei uns zu Gesicht bekommt. Eine kleine, sorgsame Misstonsausstellung, die besondere Schöpfung von Prof. D. Frick, zeigt die Bemühungen der christlichen Religion um das Der- ftändnis dieser Welten, von dem ersten Zeugnis christlicher Mission im fernen Osten, dem in Nachbildung wiedcrgegcbenen Nestorianerdenkmal in China vom Jahre 781, bis zu den Sprachforschun- ?,en moderner Missionare. Geschickte Führungen assen das reiche Gut lebendig werden, das uns Welten nahe rückt, die uns der moderne Verkehr in ungeahnter Weise heute geistig nahcgebracht hat. Ledertirborel Seltersweg 46, Tel. 2627 229OV U.c.0 Freitag, bett 1. November Metzelsuppe Ab 10 Ubr: Wellfleisch mit Kraut. Konzertbeginn ab 1. November 4 Ubr nachmittags. 06999 6000615 „3om £01601“ Freitag und Samstag Freitag ab 9 llhr • U6992 Ml tot Wellfleisch mit Avant. „Ztaütwetzlar" Morgen Freitag [06989 Metzelsuppe Ab 9 Uhr: Wellfleisch mit Kraut WM Amiisl Rezitator und bunter Komiker, evtl, mit Sangertn in Duetten und Solo, bat noch Tage frei, übernimmt auch Emstudteren v. Theaterstücken. Näheres durch: 06969 Baberaehl, Wiegeck, Marburg. 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Oeffnung der Angebote erfolgt in Anwesenheit etwa erschienener Bewerber zu dem genannten Termin in Zimmer Nr. 6. Zuschlagsfrist 8 Tage. Die Bedingungen können während der üblichen Gesckäftsstunden im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 18, eingesehen werden. Gießen, den 30. Oktober 1929. Der Oberbürgermeister. I. D.: K l i n g s p o r. Herrenfriseur l'Zubikovfschneiderl sucht Stelle. Zu erfr. t. d. Gelchst. d. Gieß. Anz. 07004 Tüchilger Munn für sofort ges. to71D Babnsvedtieur Adolf Ltzncker. WsHwei 17 I. alt. aus gutem Hause, das schon tn Stellung war, sucht für bald In besserem Haufefeoentuellauch Geschäftshaus! öflfleüöe Sten?. Schr. Angeb. u. 06993 an d. Gieß. Anz. erb. b83 ie Einmaliges Souder-AnW in aus prima Qualitäten, in vielen Farben und in allen Größen vom 1. bis 9. November Kleid - Wollpopeline........7.90 Kleid - Zwirnpopeline.....14.75 Kleid - Wollrips...............19.80 Kleid - Crepe Caid...........21.50 Kleid - Veloutine woiie m sade 18.90 Kleid -Veloutine woiie m. 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Äofterf JKüUei Bahnhofstraße 54 8976D Strickwaren und sehr biufy Nach Gottes unerferschlich em Ratschluß wurde heute morgen 11% Uhr nach langem, schweren mit größter Geduld ertragenem Leiden unser herzensguter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Heute früh 11 Uhr verschied nach kurzem, schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Schwager und Onkel Die Beerdigung findet statt Freitag, den 1. November, nachmittags 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Käthe Hebstreit geb. Bierau Mathilde Dött geb. Bierau Ernst Hebstreit Karl Dött und 2 Enkelkinder, Die Trauerfeier zur Einäscherung findet am Freitag, dem 1. November, 3 Uhr nachmittags, aut dem Neuen Friedhof statt. Von Kranz- und Blumenspenden bittet man gütigst absehen zu wollen. Gießen (Klinikstraße 221). den 30. Oktober 1929. Die Beerdigung findet Samstag, den 2. November, vormittags 11 Uhr auf dem Neuen Friedhöfe statt. In tiefer Trauer: Elise Rau und Kinder. Die Beerdigung findet Freitag. 1. November, nachm. 2‘/aUhr, auf dem Neuen Friedhof statt Der Vors and. Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer Ortsgruppe Gießen ^fenn wir Sie sprechen könnten würden Sie anbedingt Ihren Bedarf in Nachruf. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben des Kollegen Herrn Ludwig Hieran, Lokomotivfülirer i. R. geziemend in Kenntnis zu setzen. — Wir werden Mnterseugc und Strümpfe kaufen Sie gut und preiswert bei Kein Laden, daher billig 867jd Lehmann & Assmy Spremoerg I. L. 136 Aertestes fochwsandhaei mit eigener rebdkatwm. Heute mittag 12 Uhr wurde unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Caroline Reinschmidt geb. Haubach im 83. Lebensjahre von ihrem schweren Leiden erlöst. 1861—1911 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, Sie von dem Heimgange unseres lieben Alterskollegen Herrn Louis Bierau in Kenntnis zu setzen. Die Beisetzung findet Freitag, den 1. November, nachmittags */»3 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. 89021 Tischdecken alle Farben Indanthren 110X150 Jede Decke Mk. 1.60 Grode Frankfurter Strafte 19 8959A Technikum Ilmenau ThOr. Ingenieurschule lür Maschinenbau und Elektrotechnik Wissenschaftliche Betrl. bsfühtg. Werkmelsterabtellun.- stets das Neueste zu vorteilhaften Preisen PfeFSfe!! an Seltersweg50| ■vl OUI ■ Eingang Wolkengasse 06930 Fernruf 4294 Albert Rau Rangiermeister i. R. Im Alter von 76 Jahren. Herren- und Damen-Itoffen bei uns decken. Todes-Anzeige. Verwandten,Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß mein lieber, guter Mann Karl Arnold Werkmeister i. R. nach langem schweren,in großerGeduld getragenem Leiden, im 60. Lebensjahr sanft entschlafen ist. In tiefem Schmerz: Frau Marie Arnold geb. Müller. Steinbach, den 29. Oktober 1929. Die Beerdigung findet Freitag, den 1. 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Dor dem Stadt- theater. in welchem der große Festsaal zum Sitzungssaal umgewandelt war. standen starke Patrouillen und regelten den Verkehr in den angrenzenden Straßen. Oben, im Gerichtssaal, wurden die langen Reihen der Angeklagten hereingeführt. Achtundvierzig Angeklagte waren es. meistens Männer in älteren Jahren, Rechtsanwälte, Dahnbeamte, Kaufleute, Arbeiter, ein Bürgermeister und auch zwei Frauen. Die jüngere von ihnen noch blutjung, keine zwanzig Iahre alt. Dann folgte die Verhandlung, die das alte Bild, das sich so oft vor Feldgerichten abrollte, ergab. Man hatte Spionage getrieben. Truppentransporte gezählt, ihre Richtung genau festgestellt und dies alles dann den in Holland wartenden feindlichen Agenten mitgeteilt. Die Mehrzahl der Angeklagten legte unter der Wucht der Beweise ein Geständnis ab und bat um Gnade. Der Führer der Bande gab feige, um sein Leben bangend, alles zu. bezichtigte seine Mitschuldigen, um dadurch für sich Gnade zu erreichen, und brach dann in seiner Todesangst zusammen. Sn diesem furchtbaren Gejammer sah das zwanzigjährige Mädchen, eine Spitzenhänd- lerin aus Brüssel. Sie war der einzige Mensch, den der feige vor dem Tode zitternde Führer nicht verraten hatte, vielmehr hatte er sie zu entlasten versucht, so daß es für sie nicht aussichtslos gewesen wäre, die Beschuldigung abzustreiten und ihr Leben zu retten. Aber das tat sie nicht. Stolz gab sie zu, Spionage getrieben zu haben, und begründete ihre Tat nur damit, daß sie belgische Patriotin sei und alles für ihr Vaterland getan habe, aber niemals pekuniäre Vorteile davon gehabt habe. Sie gab dem Gericht ein klares Bild ihrer Tätigkeit und schilderte eingehend, was sie alles getan, wie sie sogar ihre Frauenehre geopfert habe, um den Bürgermeister von Gent zur Mitarbeit zu veranlassen. ,.Sch habe gewußt," schloß sie, „was ich tat, aber mein armer Vater, der mit mir zusammen angeklagt -ift, dem war es fremd geblieben. Er hat nicht gewußt, daß es sich um Spionage handelte, ilnb auch die anderen armen Leute hier sind verführt und teilweise durch Drohungen veranlaßt worden, Spionagedienst zu leisten. Für mich nehme ich jede Strafe an und bin auch bereit, für mein Vaterland zu sterben." Ruhig nahm das junge Mädchen das Todesurteil entgegen. An neunzehn der Angeklagten wurde tags darauf das Todesurteil vollzogen, nur ihr, der Zwanzigjährigen, blieb der Tod erspart. Die deutsche Heeresverwaltung lehnte es ab, an einer Frau das Todesurteil zu vollstrecken, und so wurde ihr Urteil, das auf zweimalige Todes- und lebenslängliche Zuchthausstrafe lautete, im Gnadenwege in lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt. Sch möchte diesen Fall besonders deshalb erwähnen, weil mich die Seelengröhe dieses jungen Mädchens tief Don Kriminalkommissar Ernst Engelbrecht. Copyright bh Greiner & Eo., Berlin NW 6. ergriffen hat und mir bewies, daß eine Frau selbst angesichts des Todes ebenso heldenhaft sein kann wie der Mann. IV. Berliner Razzien. Sch war meinem Chef, dem Oberregierungsrat Hoppe, sehr dankbar, als er mir zum 1. Suli 1921 die Leitung der Streismannschaft der Kriminalpolizei übertrug. Diele Streismannschaft war seit längerer Zeit verwaist, ihre Leitung lag bis dahin nebenamtlich in den Händen des Kriminalkommissars Werneburg, des verdienstvollen Leiters deS Raubdezernats. Die Streifmannschaft, zu der zur damaligen Zeit 130 Kriminal- exekutivbeamte gehörten, war in mehrere Einzelstreifen eingeteilt. Führer dieser Einzelstreifen» waren besonders erfahrene und tüchtige ältere Kriminalbeamte, die sich durch energische Bekämpfung des Verbrechertums einen guten Ra- men gemacht und zum größten Teil sehr populär geworden waren. Sch nenne nur die Ramen Butzdorf, Wild, Dettmann, Göhrke und Krähe. Die Streifbeamtenschaft umfaßte die große Razzienstreife, die Pfandleiherstreife, die Taschendiebstreife und einzelne Fahndungskommandos. Außerdem waren ihr auch noch die Po- lizeigehilfen und -gehilfinnen zugeteilt, Männer und Frauen jeden Alters, die nicht Beamte waren, sondern als Angestellte des Polizeipräsidiums zu Beobachtungen und kleinen Aststellungen herangezogen wurden. Die Aufgab«! der einzelnen Streifen gehen aus ihrer Benennung hervor. Die ersten Rachkriegsjahre und der Beginn der Snflation hatten in Berlin unhaltbare Verhältnisse gezeitigt. Aus dem ganzen Reiche und vor allem aus dem Auslande war hier allerlei Gesindel zusammengeströmt, das die ihm günstige Konjunktur auszunutzen und sich auf alle mögliche unehrliche Wc • ihre Taschen zu füllen suchte. Verbrecher aller Art, Dirnen und ihr Anhang, machten sich auf den Hauptstraßen in der Friedrichstadt und des Westens in aufdringlicher Weise breit, und es verging keine Rächt, in der nicht Hunderte zweifelhafter Rachtlokale ihre Pforten geöffnet hatten. Anständige Bürger, die durch die Straßen zu den Bahnhöfen eilten oder den Anschluß an die letzten Straßenbahnen erstrebten, wurden von diesem Gesindel in der gemeinsten Weife angerempelt. Raubüberfälle waren an der Tagesordnung. und zahlreiche Einbrüche und andere Verbrechen bewiesen eine fast täglich zunehmende Kriminalität. Dies« außerordentliche Hn» sicherheit, die durch das große nationale iln« glück, den unglücklichen Ausgang des Krieges und durch ihre Folgeerscheinung, die Snflation, hervorgerufen, war auch mit außerordentlichen Mitteln zu bekämpfen. Solche Kampfmittel waren die Razzien und die Aushebungen, mit denen die Kriminalpolizei in dieser Zeit dem Verbrechertum energisch zu Leibe ging. Razzia oder Razzie ist ein arabisches Wort und bedeutet Raub- oder Beutezug, Streifzug. Eine Razzia war ursprünglich der Kriegszug eines arabischen Volkes gegen einen benachbarten Stamm. Die Razzia hat vor allem den Zweck, die Verbrecher und Üjren fragwürdigen Anhang dauernd zu beunruhigen, sie aus den Gegenden, di« sie unsicher machten, zu verscheuchen und möglchst viel von der Staatsanwaltschaft oder von der Polizei gesucht« Verbrecher aufzuspüren und dingfest zu machen, Um eine Razzia wirksam durchführen zu können, wurden ganz« Straßenzüge abgefperrt und alle Personen, die sich hier befanden, nach einer Stelle zusammengedrängt. um nach einer kurzen Dichtung auf Lastkraftwagen zu verladen und dem Polizeipräsidium zuzuführen. Wenn auch solche Razzien in er großen Hauptsache nur nachts statt« fair . so war es aber auch mal erforderlich, in v. Stimmte Strahenzüge schon in den Abendstunden durchzugreifen. So wurden z. D. die Limden-Passage, die Georgenstraße am Bahnhof Friedrichstraße und ander« kleinere Straßenzüge häufig schon vor Mitternacht ausgeräumt. Die erfolgreichsten Razzien fand«! tn der Friedrichstraße statt. Zu diesem Zwecke wurde die Friedrichstraße von der Meidendammer Drücke bis zur Leipziger Straße mit sämtlichen Seiten- und Querstraßen abger'.egelt. Daß zur Durchführung einer solchen Razzia ein großer De- amtenkörper erforderlich war, liegt auf der Hand. Sehr bedauerlch, andererseits aber auch unvermeidlich war es. daß durch solch« Razzien gelegentlich unbeteiligte Personen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Es könnt« z. D. leicht Vorkommen, daß ganz harmlose Spaziergänger, die noch in den späten Rachtstunden die Friedrichstraße herunterschlenderten, in eine solche Razzia hineingerielen. Meistens machten sie dann aber gute Miene zum böfen Spiel und freuten sich, mal solch eine gefürchtete Razzia mitmachen zu können. Beschwerden über solche Zufälligkeiten ober Mißgriffe liefen jedenfalls nur äußerst selten ein. Die Ausbeute, welche die Lastkraftwagen zum Polizeipräsidium oder zur nächsten Polizeiwache brachten, war aber meistens derart ergiebig, daß di« weitere Durchführung der Razzien begründet erschien. Bei den großen Razzien wurde immer die Hilfe mehrerer Polizeioffiziere und höherer Kriminalbeamten in Anspruch genommen. Meistens lag deshalb die Entscheidung über Entlassung oder Festnahme der einzelnen Personen in der Hand eines höheren Polizei beamten. Es geschah also seitens der Streifmannschaft alles, um Mißgriffe jeglicher Art zu vermeiden. Sch entsinne mich einiger Fälle, in denen französische Offiziere der Ententekommission, englische, französische und andere fremdländische Pressevertreter, hohe Regierungsbeamte und bekannte Sndustrielle mal in eine solche Razzia hineingelommen waren, welche für die Arbeit der Po.izei aber Verständnis zeigten und im übrigen die Dache mit Humor trugen. Don allen Deiten wurde mir auch immer wieder versichert, daß meine Beamten, selbst wenn sie bei solchen Gelegenheiten im Snteresse des Dienstes urerbittllch streng Vorgehen mutzten, es niemals an dem erforderlichen Takt fehlen ließen. Das Berliner Publikum war ja selbst über die zunehmende ÄriminaCität entsetzt und sah ein, daß diese kriminalpolizeilichen Maßnahmen lediglich zu seinem Schutze erfolgtem Eine eingehende und endgültige Prüfung der AusweiS- papiere an Ort und Stelle der Razzia war nur selten möglich. Sn der damaligen Zeit blühte ja die „Flebben-Sndustrie", überall, in allen Der- Liebe in Ketten. Roman von Hans Mitleweider. Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). 26 Fortsetzung. Nachdruck verboten Er wartete eine Weile, daß sie etwas erwidern sollte, aber da sie beharrlich schwieg, fuhr er fort: . „Du sagtest vorhin, du hättest in der 3«hing von dem Ilnglücksfall gelesen, der mich betraf. Dann weißt du, daß man mich allgemein bedauerte, daß man schrieb: es sei schade um einen solchen Mann, der der technischen Wissenschaft noch große Dienste hätte leisten können. Oder war es nicht so? Antworte." „Es war so," gab sie tonlos zu. „Glaubst du, daß man das geschrieben hätte, wäre ich ein ehrloser Mensch gewesen? Du hälft mich für einen solchen, weil ich dich verlieh, aber du tust es, ohne meine Gründe zu kennen." „11 nb sie nützen jetzt auch nichts mehr!" unterbrach sie ihn. „Dielleicht bist bu damals nicht der Schurke gewesen, für den ich dich gehalten habe: vielleicht bist du durch irgend etwas, was stärker war als du, verhindert worden, zu mir zurückzukehren. Doch wenn ich dir damals unrecht tat, heute — heute bist du in Wahrheit ein Schurke, denn du willst das Glück meiner Ehe stören, ohne daß du ein anderes Recht hast als jenen Fetzen Papier, trotzdem du heute genau weißt, daß ich dich damals nicht liebte und doch keine Sünde beging, wenn ich tat, was du von mir verlangtest. Damals kannte ich die Liebe ja überhaupt nicht! Sch sehnte mich nur nach ihr. Du ver» hießest, sie mir zu schenken! Sch war dir von Herzen dankbar dafür, aber ich habe nie die Scheu vor dir verloren. Du bliebst mir fremd, auch, nachdem ich angeblich deine Frau geworden war. Als ich gesundete und erfuhr, daß du noch immer nicht wiedergekommen seist, da atmete ich auf, da habe ich nicht eine Minute mehr daran gedacht, mich für deine Frau zu halten, deinen Tarnen zu führen. Da wurde ich wieder die Käthe Fernau, die ich gewesen war. Daß sich mein Leben nachher so sehr wandelte, das ist nicht dein Derdienst. Sch mag jetzt nicht mehr wissen, warum bu nicht zurückgelommen bist. Sch frage dich nur das eine: Was willst bu noch von mir?" Hatte sie im Anfang Hochmut ihm gegenüber geheuchelt, so stand sie jetzt in wahrhafter Hoheit vor ihm, und sie fühlte sich auch in Wahrheit hoch erhaben über diesen Menschen. Sie fürchtete ihn in diesem Augenblick nicht im geringsten mehr, denn unerschütterlich war in ihr die Ge- witzheit, daß sie ihn nie geliebt, daß ihr Herz nur einem gehört hatte, seit sie die Liebe ken- nengeiemt. Berndt Klausen wunderte sich immer von neuem über die Wandlung, die in dieser kurzen Zeit mit diesem Weibe vor sich gegangen war, und immer mehr redete er sich ein, daß er Käthe damals wahrhaft geliebt hatte, daß er sie jetzt noch liebte. „Was ich will?" wiederholte er halblaut. „Das kannst du noch fragen? Dich will ich." Käthe Turnau taumelte zurück. Das hatte sie nicht erwartet. „Elender!" stieß sie hervor. „Du darfst mich beleidigen," erwiderte er, Ruhe heuchelnd. „Dergiß nur nie, daß ich alle Trümpfe in meiner Hand halte, daß ich sie ausspielen werde, wenn du mich dazu zwingst." „Das könntest du tun? Und bu behauptest, mich zu lieben? Sst das nicht Hohn, purer Hohn?" „Rirnm es, für was du willst. Sch habe dir gesagt, was ich verlange: ich werd« unter keinen Ilmständen davon abgehen. Du bist nach dem Gesetz meine Frau. Sch darf mit vollem Recht verlangen, daß du zu mir kommst, mit mit lebst! Felix Turnau ist nicht dein Gatte, kann es nicht sein. Wenn du dich weigerst, bann werd« ich dich zwingen!" „Du wirst mich und ihn töten, weiter nichts!" schrie sie auf. „So schnell stirbt man nicht," entgegnete er voll Hohn. „Dis jetzt glaube ich vielmehr, datz dein sogenannter (Satte allen Grund haben wird, einen Skandal zu vermeiden, der ihn gesellschaftlich unmöglich machen würde. Wenn ich ihm alles enthülle, wird er feinen Widerspruch erheben, glaube mir. Entscheide dich! Sch werde dir nie wieder Gelegenheit dazu geben.“ Totenblaß stand Käthe Turnau da. Sie horte aus seinen Worten, daß er kein Erbarmen kannte. Was sollte sie tun? Wenn sie ihn bat? Aber als hätte er ihre Gedanken erraten, sagte er: „Dersuche nicht erst, mich mit Bitten oder gar durch Tränen umzustimmen! Du würdest nichts erreichen." „Auch dann nicht, wenn ich dir sage, datz ich mich Mutter fühle?" fragte sie erglühend. Das hatte er nicht erwartet, obwohl er es sich hätte sagen können. Er schaute sie betroffen an und wußte für den Augenblick nicht, was er antworten sollte. Käthe merkte, daß sie einen Vorteil über ihn errungen hatte, und war entschlosfen, ihn auszunutzen. , „Berndt,“ sagte sie weich. „eS mag fern, daß ich dich zu unrecht verdächtigt hab«, daß du mich damals wirllich liebtest: aber wenn das der Fall war. dann mußt du selbst wissen, daß der Mensch nur einmal zu lieben vermag. Sch liebe nur einen — meinen Gatten —, ich liebe ihn so sehr, daß ich sterben würde, müßte ich ihn verlieren. Wenn du mich wirllich liebst, so kann ich dir nachfühlen, was du leibest. Laß uns doch nicht mehr unnütz streilen! Meine Liebe kannst bu nie erringen, ebensowenig mich selbst! Ehe ich in Wahrheit deine Frau werden würde, wäre ich imstande, mich mit eigener Hand zu töten. Zwecklos, daß du mich von Felix trennen willst. Sch sagte dir, daß ich Mutter werden soll. Felix ist der Vater deS Kindes, das ich erwarte. Das allein muß dich erkennen lassen, daß ich nie die Deine werden kann. Demdt, es gibt so viele Mädchen auf der Erde, die schöner sind als ich. Wähle dir eines Suche dir ein neues Glück, nachdem du das erste durch deine eigene Schuld verloren hast." „Sch werde nie eine andere lieben.“ "Das glaubst du jetzt, Berndt! Oder willst du behaupten, du hättest dich all die Sahre über nach mir gesehnt? Wenn das der Fall gewesen wäre, dann hättest du mich suchen und mich finden müssen! Du aber hast mich nicht gesucht! Der blinde Zufall hat mich wieder in deinen Weg geführt. Als bu mich sahst, da regte sich in dir etwas, was du vielleicht Liebe nennst, was es aber nicht ist. Du begehrst mich, Berndt, aber bu liebst mich nicht.“ „Sch werde wahnsinnig, wenn ich sehen soll, tote er —“ „Warum mußt du das sehen, Berndt? Kannst du nicht fortgehen von hier?" Er lachte auf. Es llang bitter. „Fortgehen!" wiederholte er. „Sch soll meine Arbeit auf geben? Sch muß doch leben." Und ehe sie etwas eintoenöen konnte, fuhr er fort: ( „Sch habe «inst geglaubt, ich hätte den Schlüssel zum Reichtum gefunden — damals, als die Erfindung mir glückte, aber ich — alles ist hin, ich habe von vom anfangen müssen — ich bin arm —“ „Und toeirn ich dir gäbe, was du ersehnst, Demdt?" fragte sie hastig. „Sch weiß nicht, ob ich reich bin. Sch rede nicht von dem Vermögen meines Gatten. Meine Tante sagt? mir, ich hätte viel Geld. Demdt, ich will es dir geben, alles, wenn du mich freigibst, wenn du fortgehst und nie wiederkommst!" „Abkaufen willst du mir meine Siebe?“ fragte er höhnisch. „Richt so. Demdt! Sch will dir doch nur helfen, daß du vorwärts kommen kannst, daß du nicht mehr in der Tretmühle der Alltagsarbeit verkümmern mußt, daß du wieder deinen Geist fvei arbeiten lassen und erfinden kannst, daß du berühmt wirst, tote du es schon warst. Sch will dir die Mittel geben, dich zu befreien, wenn du mich befreist —“ .Don mtr?l“ brecherkokalen und anderen Schlupfwinkeln deS Verbrechertums toateh „Flebben", d. h. falsch« Legitimationspapiere aller Art, käuflich zu haben. Militärpässe. Geburtsurkunden, Anmeldescheine, die damals erforderlichen Brotscheine, alle diese Ausweise wurden vortrefflich nachgemacht, und dem Käufer blieb dann meistens nut noch übrig, Ramen und Geburtsdaten nach seiner Wahl einzutragen. Es konnten deshalb von der Kriminalpolizei “im allgemeinen nur solche Ausweise als unbedingt zuverlässig anerkannt werden, die mit einem Lichtbild versehen waren und dadurch Gewähr boten, daß der Dorzeiger auch wirllich Snhaber des Auswei eZ war. Um eine Razzia erfolgreich durchführen zu können, war ihre strengste Geheimhaltung vor allen De amten erforderlich. Ein einziger Beamter wurde darin eingeweiht, und diesem lag dann die mündliche Bestellung der erforderlichen Lastkraftwagen und Hundertschaften der Schutzpolizei ob. Um eine bestimmte Zeit, meistens gegen zwölf Uhr nachts, trafen dann alle Beamte auf dem Polizeipräsidium zusammen. Hier erfolgte nach einem auf das genaueste vorgearbeiteten Plare die Einteilung der Beamtenschaft, und von hier aus rückten dann die einzelnen Gruppen ihrem Auftrage gemäß ab. War eine Razzia beabsichtigt, so wurden zunächst in die In Frage kommenden Straßen nur die Kriminalpatrouillen entsandt, die dann später auf das von dem Leiter der Ra^ia gegebene Signal di« Absperrung der Straßen ooruirennen und dies« so lange zu halten hatten, bis die Derstärkung der Schutzpolizei eingetroffen war. Es waren deshalb, wenn eine Razzia begann, zunächst nirgends uniformierte Beamte zu sehen, erst einige Minuten nach Beginn der Aktion wurde dann di« Absperrungskette der Kriminalpolizei durch die Schutzpolizei verstärkt. Daß die Schutzpolizei nicht zu spät kam, war wichtigst« Aufgabe der Organisation der Razzia. Die Abmarschzeiten waren deshalb genau festgesetzt, und für ihre Snne* Haltung die Führer verantwortlich gemacht. Se nach Länge des zurückzulegenden Weges, bei dem gelegentlich große Umwege gemacht werden mußten, war die Abmarschzeit früher oder später. Die Hauptsache war, daß alle Patrouillen und Lastkraftwagen zur bestimmten Zeit, auf die Minute genau, zur Stelle waren. Derfagte irgendwo eine Kriminalpatrouille oder kam die Derstärkung der Schutzpolizei zu spät, dann war der Ring nicht geschlossen, und das Gesindel, dessen Einkesselung beabsichtigt war, hatte es mit bewundernswerter Pfiffigkeit schnell heraus, di« Achillesferse der Aktion zu erfenrfcn und zu entweichen. Ebenso pünktlich erschien ich selbst dann im Mittelpunkte der Operationsgegend und gab das Pfeifensignal zum Beginn der Aktion. Das Signal wurde von den nächstgelegenen Patrouillen ausgenommen und sofort weitergcbe- ben, so daß die Hauptstraßen, in denen die Razzia beabsichtigt war, mit ihren Parallel- und Querstraßen gleichzeitig abgeriegelt werden konnten. Erst jetzt rückten Schutzpolizei und Lastkraftwagen, die zum 2Dtransport der Sistierten erforderlich Waren, an. Zu diesem Lastkraftwagen wurden nun die Eingeschlossenen hindirigiert und nach einer kurzen Sichtung zwecks Dermeidung gröblichster Heber griffe verladen. Sm Polizeipräsidium begann bald eine rege Tätigkeit. Eine oberflächliche Durchsicht und Ordnung wurde schon auf dem großen Lichthofe des Polizeipräsidiums Dorgenommen. Di« einzelnen Gruppen wurden in den großen Konferenzsaal oder andere Räumlichkeiten geführt, um dort bezüglich der Personalienseststellung eingehend bearbeitet zu werden. Für den weiblichen Teil der Sistierten interessierte sich dann selbstverständlich sogleich die Sittenpolizei. Meistens hatten diese Razzien guten Erfolg, „Sa, von dir! Don dem, was ich immer gefürchtet habe, was mein Glück nie vollkommen werden ließ!" gestand sie. Er stand stumm. Er kämpfte mit sich. Käthe s ah, daß sie den rechten Weg gesunden hatte, daß er sich danach sehnte, reich zu sein, und hastig fuhr sie fort: „Du darfst dich nickt bedrückt fühlen durch mein Angebot, Demdt! Sch werd« deiner in Hochachtung und Dankbarkeit gedenken, wenn du einwilligst, wenn du von hier fortgehst!" „Du wirst mich verachten." „Nie! Sch habe dich verachtet, als du mich zwingen wolltest, aber ich werde anders denken, wenn du der besseren Regung in dir den Sieg gönnst! Demdt, sage ja!“ Sie faßte seine beiden Hände, die schlaff herab- hingen: dabei blitzte im Sonnenschein an ihrer linken Hand der Ring auf, den Felix ihr zur Derlobung geschenkt hatte. Demdt Klausen sah es, er sah den kostbaren Stein. Die Habsucht überwog jede andere Regung in ihm. Der Kampf war entschieden. „Es sei!" stieß «r hervor. „Sch will von hier verschwinden, wenn du mir so viel gibst, daß ich frei arbeiten kann." „Berndt!" jubelte sie auf. „Du hast natürlich dein Geld nicht verfügbar", fuhr er geschäftsmäßig fort. „Sch werde warten, bis du es flüssig gemacht hast. Se eher du es tust, desto besser für dich. Es ist selbstverständlich. daß ich schweigen und dich nicht bloßstellen werde, solange ich noch hier bin. Damit ich aber eine Sicherheit habe, daß du auch Wort halten wirst, verlange ich den Ring hier." Erschrocken wich Käthe abermals vor ihm zurück. „Mein Derlobungsring!" murmelte sie. „Gerade deshalb will ich ihn haben! Du wirst ihn sobald wie möglich wieder einlösen wollen. Gib mir den Ring! Oder unser ganzer Handel ist nichtig!" Da streifte Käthe den Ring von ihrem Finger und reichte ihn Berndt Klausen, der ihn in eine Tasche feiner Weste schob. „Wie lange wirst du brauchen, um deine Gelder flüssig zu machen?" fragte er dann. „Sch weiß es nicht , erwiderte sie, leise erschauernd. „Tante ist verreist. Sch muß sie fragen —“ „Daß sie alles merkt! Weißt du denn nicht, bei welcher Bank es deponiert ist?" Käthe nickte schweigend. „Darrn brauchst du doch nur hin^ugehen und es zu verlangen! Man kann es dir nicht verweigern, und du hast nicht nötig, zu erklären, warum du es haben willst. Wo ist es? Sn Berlin?" (Fortsetzung folgt) es gab Tage, an denen tausend Personen sistiert und weit über hundert von der Polizei als gesucht oder aber nicht genügend legitimiert zu- rückbehalten wurden. Die Straßen, in denen eine solche Aktion vor sich gegangen war, glichen HLüfig einem Schlachtfelde Stich- und Schußwaffen, Schlagringe, Einbrecherwerkzeug, Ko- kainpäckchen usw., deren sich die Verbrecher noch schnell zu entledigen dorgezogen hatten, bewiesen die Berechtigung der Aktion. (Fortsetzung folgt.) Wirtschaft. Eine Dachgesellschaft für die hessische Ferngasversorgung? WSR. Frankfurt a. M., 30. Oft. Wie das „D. T." erfährt, ist für die Gasversorgung Hessens nach Annahme der Verträge mit der A u h r g a s A.-G. durch die H e k o g a geplant, eine neue Gesellschaft (Dachgesellschaft) in Form einer G. m. b. H. ins Leben zu rufen, die mit einem Kapital von etwa 10 Mill. Mk. ausgestattet sein würde, und an der die kommunale Seite, vertreten durch die Hekoga mit den ihr angeschlossenen Gemeinden und Provinzen, mit 50 Prozent und die Lieferanten, vertreten durch die Ruhr-Gas- und Saar-Gasgesellschaft einschließlich des preußischen Staates, ebenfalls mit 50 Prozent beteiligt sein würden. Zwischen dieser Gesellschaft und der Frankfurter Gas- Gesellschaft soll in irgendeiner Form eine Zusammenarbeit erfolgen. Z.-(S.-Farben im 3. Vierteljahr 1929. Weiler befriedigende Entwicklung. Ungeachtet aller Schwierigkeiten in der allgemeinen Wirtschaftslage hat sich die schon für das zweite Vierteljahr des laufenden Geschäftsjahres verzeichnete zufrieden ft eilende Entwicklung des Gesamtgeschäftes der I. »G. - Farbenindustrie auch im dritten Jahresvier- tel weiter durchsetzen können. In Verbindung mit der nach innen wie auch nach außen fortschreitenden technischen und kaufmännischen Konsolidierung ist eine weitere Fortsetzung dieser Entwicklung zu erwarten. Farbstoffe und F ä r b e r e i h i l f s p r o - butte zeigen eine günstige Tendenz. Das Exportgeschäft ist belebt, der Absatz im europäischen Aus- land zum Teil gesteigert. Die Abrufe in Stickstoff sind der Jahreszeit entsprechend durchaus normal. Chemiekalien und Lösungsmittel verzeichnen ebenso wie pharmazeutische Produkte, namentlich auch im Exportgeschäft, einen befriedigenden und zum Teil vermehrten Auf- tragseinaang. Das Benzingeschäft entspricht in feiner weiterhin aufsteigenden Entwicklung durchaus den Erwartungen. Photographische Artikel und Kinofilme gehen nach wie vor zufriedenstellend. Der deutsche Kunstseidenmarkt war belebt bei erhöhten Abrufen. Man erwartet auf Grund des Auftragsbestandes eine gute Beschäftigung auch für das nächste Quartal. Das in den letzten Tagen zustande gekommene Vorabkommen zwischen den Vereinigten Glanzstoff-Fabriken A.-G., Elberfeld und der J.-G.-Farbenindustrie A.-G. soll eine umfassende Verständigung mit den übrigen am deutschen Markt beteiligten wichtigeren Viskose- Herstellern anbahnen. Beruhigungöakiionen in Amerika. Neu york, 30. Okt. (WTB.) Nach einer längeren Konferenz mit Präsident Hoover und Han- delssekretär Lamont hielt Unterstaatssekretär Dr. Klein eine Ansprache im Rundfunk, die im ganzen Lande verbreitet wurde. Die gegenwärtig« Bör- senlage erläuternd, erklärte er, diese sei das Ergebnis der „Boom-Stimmung", während welcher viele Leute Aktienkäufe oft mit wenig Sachkenntnis und geborgtem Gelde vorgenommen hätten. Die Hauptsache bleibe jedoch, daß die Kaufkraft der breiten Masse von den Börsenrückschlägen nur wenig berührt worden fei In den Zeitungen des ganzen Landes werden gleichfalls auf Beruhigung des Volkes gestimmte Artikel veröffentlicht. Rur einige in ihrer Pcirteiftellung mehr zur Kritik neigende Blätter bemerken, der Optimismus fei im letzten Jahre während der Wahlen zu stärk gefördert worden. * • Erhöhung der Drikettpreise. 3n der gestrigen gemeinsamen Sitzung des Reichskohlenverbandes und des Großen Ausschusses WmderSaittländischeLMenmiamiiAordstem geschäftes nicht zu rechnen. Die Generalversammlung der Vaterländische & Rhena nia Vereinigte Versicherungsgesellschaften A.-G., Elberfeld genehmigte gestern den Fusionsvertrag mit der Rordstern Allgemeine Versicherungs-A.-G., Berlin mit 194 810 gegen 155 Stimmen einiger Aktionäre, die Protest zu Protokoll gaben. Da die Genehmigung des Fusionsvertrages mit mehr als der Dreiviertel-Mehrheit erfolgte, gilt der Fusionsvertrag als angenommen. Einleitend führte der Aufsichtsratsvorsitzende u. a. aus. daß bei der Vaterländischen Kreditversicherungs- A.-G., an der die Vaterländische & Rhenania mit 50 Prozent beteiligt fei und mit der auch weitere Bindungen bestehen, erhebliche Verluste eingetreten seien. Auch die sonstigen Beteiligungen hätten nicht den erwarteten Erfolg gebracht. Um einen Ucberblick über die Verluste der Vaterländischen & Rhenania zu erhalten, sei durch einen Sachverständigen der finanzielle Status geprüft worden. Dabei habe sich her ausgestellt, daß das direkte Dersicherungsgeschäft sich in bester Verfassung befinde. Die Prüfung habe jedoch ergeben, daß ein Verlustsaldo von rund 8 Mill. Mark festzustellen fei. Es wäre daher nicht möglich gewesen, eine Bilanz per Ende dieses Jahres auszustellen ohne Rückgriff auf das Aktienkapital und die Reserven. Es sei daher kein anderer Weg als der der Fusion mit Rordstern übriggeblieben. Der Austausch der ab 1 Januar 1929 dividendenberechtig len Aktien fei im Verhältnis 2:1 vorgesehen. Der Rame der Gesellschaft werde geändert in „Rordstern" und „Vaterländische" Allgemeine Verficherungs-A.-G. mit Sih in Berlin. Die Generalversammlung der Rordstern Allgemeine Versicherungs-A.-G. genehmigte ebenfalls die Durchiührung des Fusionsvertrages mit ter Vaterländischen & Rhenania. Rordstern erhöht zu diesem Zweck das Aktienkapital um 4,6 auf 8 Mill. Mark. Die weiter für den Umtausch benötigten Aktien werden der Verwaltung von befreundeter Seite zur Verfügung gestellt. Wie die Verwaltung aus- führte, ist das eigene Versicherungsgeschäft der Vaterländischen & Rhenania vollständig intakt. Die geldlichen Fälligkeiten seien durch den Verkauf von Beteiligungen erledigt worden. Die Expansion der Vaterländischen & Rhenania solle nicht fortgesetzt, sondern abgebaut werden. Mit plötzlichen Entlassungen von Angestellten sei schon mit Rücksicht auf die Art des VersicherungS- des Reichskohlenrats wurde ein Antrag des Rheinischen Braunkohlenshndikals auf Erhöhung der Brikettpreise um eine Mark je Tonne angenommen. Der Bevollmächtigte des Reichswirt- schaftsministers sah davon ab, gegen den Beschluß Einspruch zu erheben, und zwar mit der Begründung, daß die Erhöhung der Preise im Rheinischen Braunkohlensyndikat aus gemeinwirtschaftlichen Erwägungen nicht beanstandet werden könne. Der jetzt bestehende Preisunterschied im Vergleich zu anderen Syndikaten müsse unter den in diesem Einzelfalle gegebenen Verhältnissen auf die Dauer zu Erscheinungen im Absatzmärkte führen, die mcht im Rahmen der im Kohlenwirtschaftsgesetz vertretenen Gedankengänge lägen. * Uebernafjme der Dillinger Hütte durch ein deutsches Konfortium? Wie WTB.-Handelsdienst aus zuverlässiger Quelle er- fährt, finden Verhandlungen zwischen dem Aussichts- rat der Dillinger Hütte und einem deutschen Konsortium statt zwecks Uebergang des Werkes in deutsche Hände. Die Dillinger Hütte gehört zum Hadir-Konzern, dem auch das St. Jngberter Eisenwerk vorm. Gebr. Krämer seit Kriegsschluß nahesteht. Frankfurter Börse. Frankfurt . .in,. üblöi.-Sdjulo mit fluo ivl.-ReckNen... 50 .0,1 50,1 De-e' rb»" 'llu-'ol. Recht- 9,3 9,4 9,325 9,4 8% Hess. VolMaat von 1929 (rückzahlb. 102%) .... 89,5 — 89 _ Oberhessen Provinz - Anleihe mit Auelos.-Rrchlen..... 47 — — — Deutsche Komm. Sammelobl. Anleihe Serie 1 . . 48 — 48 8% ntQiilf. Hnp.-Bank Goldpse XIII untünbbai ble 1934 . 7% ssranks. Hop .Bank Kolbpse. nnkünbdar vis 1932 ..... 94,75 __ 85,5 — _ 4tz% Rheinische Hyp.-Dank Liqu. Goldpse........ 76,1 _ _ _ 8% Pr. Landcopsanbbrieianllalt. Psanbbriese IN. 17..... 8% Pr. Landcovlanbbrielanstalt, Komm.-Lbi. R 16..... 7% Pr. Landeopsandbrielanstalt, Psanbbriese R. 10..... 98 _ 98 98 95 _ 95 95 89 _ 89 89 fil.v ">■ oDa. 2>oltnegö»Obligattou rückzahlbar 1932 ...... — 1 _ 4% Oesterretchilche Oolbtte.. . 4.20% CfHerr Silberr'" 4% Ocftcneidilldje Einheitliche Rente.......... 4% Ungariiche ®olbrte.. . . 4% Ungarische SlaatSr. o. 1910 4h% beißl- con 1918 .... 4% Unflariidje Äionfntte.. . . 4% Türk. Zollanlcihe v. 1911 . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie l......... 4% de«gl. Serie II. 5% Rumänische Verein!,. Rente von 1903 • . . . . 4y,% «"mantsche vereinh. Rente von 1913 ....... 4% Rumänische vereinh. Rente . — — 26,8 3,25 — 3,3 — 2 — 1,95 _ —— — 21,75 21,6 19,1 19,13 — —■» — * 2 7,5 — 7,6 7,6 7,5 — 7,6 7,7 7,5 — 7,6 7,6 d,675 — 8,6 — 14 13,9 — 7,1 — 7 — '■tanlfutt a 'Bl Berlin ffuri 1 "•Ubi Kure Schlug 1 Kure | Ausang. Kure Datum 30 10 31 10 30 10. 31- 10 Hamburg-Amerika Paket . rmmb.'SQbam. Dampssch. . 1 107 1Ö8,i5 106,75 107,75 . fr — — —— — Hansa Dampsschiss .... 10 — — 143,25 144,5 Norddeutscher Lloyd . . . . fr 98,5 101,6 101,5 101,25 Allg Deutsche Creditanst. . IC 118,5 —— 118,75 119,5 Barmer Bankverein . . . 10 — — 120 120 Berliner HanoelSgelellsch. . 11 180 — 180 182 Commerz- und Privat-Bank 11 166 166 166 166 Tarmst. u. Nationalbank . 11 246,5 158 — 245 246 Deutiche Bank ..... 1( 158 158 158 Dieconlo-SleieUschast, Ant. 10 158 — 158 158 Dresdner Bank..... 11 150 160,5 150 150 Vteichdban!...... 1. 264 260 254,5 261 «.0.®........ 166 168,25 165,5 194 168,5 Bergmann . . — — 196,5 Cleltr. LIeserung«ge1clIIchasl 1 *— 160 160,5 Licht und Straft . 11 165 170,5 166 171 stellen 4 csuilleaume . . . . 7 V, 117 —- 118 — Gei. I (fleht. Untern.. . . . 10 168 —— 168 —— Hamb. Eletir -Werke . . . . 1 —- —— 127 — Sihcin. Sletir ..... —— — 144 145 Schlei. Weit' .... . io — 156 159,5 Schuckert 4 Co..... . 11 177 182,5 176,4 183 Siemen« 4 valdle .... . 10 294,5 301,5 294 303 Transradio....... . . 8 — — 123 126,6 169 Lahmeyec 4 Co...... . 10 — ■— 168 Buderus..... . * 64 65 63 64,4 Deutsche Erd 31 ..... . . 6 — — 95,5 97 Essener Steinlohl« .... • . 8 — 128,75 133,5 Geilenkirchener . . . • . . . 125,75 — 126,25 127,75 Harpener........ . . 0 135 — 134 137 Hoesch Eilen....... . 6Y, — — 113,76 118,5 tzlle Bergbau...... . 10 207 208 208 209 fllödnctrocde ..... 93.5 — 94,25 96 Kütn Acueilen . . . . — — 111 116 Mannesman^-Röhren . . . . 7 97 97,5 96 97 i15 — 15,5 117,5 cberich'e,. ttwn.eoat| . . — —- /0 — CbcndM floUioetfe . . . . . — 90 92,25 Pbönix Bergbau..... • 6 V, 104 105,5 104,4 105,75 Rhe'nijche Braunkohlen. . . U 248 255 250 254 »iheinstahl..... . . . i03,5 105,13 102,75 105 vitebeck Montan ..... . v,t Frankfurt a M Berlin -chlutz- flure ■•um Kur Schluv | Kur..! Ausang» flur. Datum 30 10 31- 10. 30 10 31 10 Bereinigte Stahlt» . . 106 —— 106,1ä 106,75 Otavi Minen . . . 16’/, — —- 59,25 61 kal werke Aschersleben . . lv 198 202 198 201 Rai werke Westeregeln . 10 204 206,5 203,5 206,75 Kaliwer e Sal,de:iurth - - . 16 312 — 310 318 I. ® ffarbcn-Invustrtv . . . 12 176,13 180 175,5 180,75 Dynamit Nobel...... 6 — —— — — Scheideanstakt. ...... U — — Goldschmidt ....... 6 61,75 — 60,25 62 Ralgerswerke....... 6 68,75 70,25 69,5 71 MeiaUgeleUtchast..... . 8 114 115 114,75 H8 Philipp Ho ,mann . . . 1 82,5 83 82,5 — Temen werk Heidelberg . . . 10 119,5 119,5 — — Eemeniwerk 6,42 16,48 Holländische Noten ....... 168,06 168,74 Italienische Noten........ 21,82 21,90 Norwegische Noten....... 111,58 112,02 Deutich-Oesterrcich, i 100 Schilling 58,58 58,82 Rumänuchc Noten....... 2,47 2,49 Schwedische Noten....... 11,83 12,27 Schweizer Noten........ 80,74 81,06 Svanische Noten........ T'chechoilowakische Noten..... 59,39 12,32 59,63 12,38 Ungarische Noten ....... 72,80 73,10 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 30. Vkiobei 31 Oktober Amtliche NotiMing Am.liche Notierung Gele Bries Vield Briet «mft.-lHou. 168,45 168,79 168,46 168,80 Buen.-Nirei 1,698 1,702 1,693 1,697 Brss.-Antw 58,405 58,525 53,405 53,525 Übriftiaufa - 111,86 112,08 111,97 112,01 .stopenbngen 111,88 112,10 111,81 112,03 eioitbolm . 112,14 112,36 112,06 112,28 HeksingforS. Italien. . ■ 10,487 21,86 10,507 21,90 10,492 21,86 10,512 21,90 London. . . 20,368 20,408 20,356 20,396 Neupork . . 4,175 4,183 4,1765 4,1845 Paris... Schwei» . . 16,445 16,485 16,44 16,48 80,91 81,07 30,93 81,09 Spanten - 59,58 59,70 59,29 59,41 Japan . . - 2,003 2,007 2,003 2,012 «io de Ran Wien in D.- 0,492 0,494 0,4855 0,4875 Ctft. abgcst 58,69 58,81 58,72 58,84 Prag . . . . Belirad . 12,369 12,389 12,377 12,397 7,386 7,400 7,386 7,400 vudapest. . 73,02 3,017 73,16 72,99 73,13 Buk arten 3,023 18,85 3,017 3,023 Lissabon Taiijig. . 18,81 18,81 18,85 81,47 81,63 81,56 81,62 .ponst -nlin. 1,973 i ,977 1,973 1,977 Sltheii. . 5,435 5,445 5,425 5,435 Canada 4,096 4,104 4,096 4,104 lltu uay 3,936 3,944 20,93 3,936 20,88 3,944 CatTD . . 20,89 20,92 5 6 G/ESSc/V*MaüqBURG ICT 8957 A 8958A Herren-Normal jachen gute Qualität 3 billige Strumpftage Zu bedeutend herabgesetzen Preisen: Mako, echt, fehlerl., viele Farben, 0.50 K'Waschieide, groß. Farbensort.,0.95 ICWaschselde, schöne mod. Färb.,^.95 Größe 4 Schlupfhosen Baumwolle mit k’seld. Streifen Größe 30 35 40 45 J. Pfeffer Marktplatz 6 Zeitgemäße Unterkleidung für Herbet und Winter gut und preiswert: 1.00 1.20 1.40 1.60 2.40 2.60 2.80 Schlupfhosen Baumwolle gefüttert Größe 30 35 40 45 Herren-Normaljacken hochwollhaltige Qualität Größe 4 5 6 1.20 1.35 1.50 1.65 4.25 4.50 5.00 Damen-Schlüpfer Baumwolle mit k'seid. 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Decke.................... 195 Baumwollwaren 2'/, m Wäschenessel........ 95 I m Bettuchnessel.......... 95 I m Schürzenstofl. 116 cm breit 95 I m Bordürenstoff, 120 cm breit 95 I m Indanthrenstoff, gern...... 95 I m Indanthn, farbig, Makollne 95 I'/, m Sportflanell, dkl. gestr. 95 2 m Flockköper............. 95 27t m Hemdentuoh.......... 95 3 m Handtuchstoff, blau..... 95 l‘/a m Bettkattun........... 95 I m Bettsatin, gestr., 130 cm br. 95 I m Damast, vorzügl. Qualität, 130 cm breit............... 195 Verseh. Artikel Aluminium Kasserolle, 14 cm.......... 50 Fleischtopf, 14 cm.......... 50 Milchtopf, 11 cm............ 50 Essenträger............... 50 Schmortopf, mit Deckel, 16 cm 95 Milchtopf, 14 cm........... 95 Schmortopf, 20 cm......... 95 Topflappen-od.Zwlebelbehälter 95 Kasserolle, 18 cm.......... 95 Emaille Fleischtopf, mit Deckel, 14 cm 50 Fleischtopf, 20 cm......... 95 Kehrschaufel.............. 50 Nachttopf, weiß, 20 cm..... 50 Schüssel, weiß, 26 cm...... 50 Kinder-Schlupfhosen........ 50 Kinder-Sohlupfhosen, gerauhte Qualität................... 95 Büstenhalter,Trikotqualität... 50 Strümpfe Damenstrümpfe, 2 Paar...... 50 Damenstrümpfe, verseh. Ausf. 95 Damenstrümpfe, Waschseide.. 195 Damenstrümpfe, Bemberg Gold 295 Damenstrümpfe, reine Wolle.. 195 Herrensocken, 3 Paar...... 95 Herrensocken, verseh. Ausf... 95 Gamaschen für Kinder und Mädchen, reine Wolle, Größe 2, 3, 4, 5...... 95 Handschuhe gute Trikotqual. 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Qualität 95 Selbstbinder............95, 50 Kopfkissen, 3mal gebogt..... 95 Kopfkissen, la Qualität, gestr. 195 Bettücher, Biberqualität..... 195 Bettücher, gute Qualität.....295 Bettkolter, schwere Qualität . 395 Kolter, einfarbig........... 95 Tischdecken, kariert........ 95 Künstlerdecken, Crepe...... 395 6 Wischtücher, 45x45 cm... 95 Frottierhandtuch........... 50 Frottierhandtuch, breit...... 95 2 Kinder-Jäckchen.......... 50 Tapisserie Klammerschürze, vorgez..... 50 Sofakissen, schwarz, vorgez.. 50 Sofakissen, leinenartig, vorgez. 50 Paradehandluoh, vorgez..... 95 4 Quadrate, vorgez.......... 50 Sofakissen m. Kunsts, gestickt 95 Decken, verseh. Ausführungen 50 Milieu, Läufer............. 95 Stickereien 2.30,4.60 m............95, 50 Spitzen, 5, 4, 3 m........... 50 Haushaltartikel Isolierflaschen, gutes Fabrikat 95 Garnierspritze............. 50 Konfektspritze............ 50 7 Rollen Klosettpapier...... 95 Messerkasten, 4te:lig....... 95 10 Kleiderbügel............. 50 Handtuchhalter, verseh. Ausf. 95 4 Spü bürsten............. 50 3 Schüsseln, weiß, 18,20,22cm 95 Kaffeekanne, weiß, 10 cm .. 50 Waschbecken, weiß, mit Napf, 32 cm.................... 95 Konsol mit Maß, weiß...... 95 Spülschüssel, 36 cm....... 95 Eimer, gute Qualität, 28 cm. 95 Lackierwaren Zwiebel-o. Topflappenbehälter 50 Kaffee- oder Zuckerbüchse.. 50 Briefkasten................ 95 Brotkasten, länglich, für 2 Kilo 295 Brotkasten, rund, für 3 Kilo. 295 Kohlenfüller, groß.......... 195 Glas Glasschüssel, groß u. 2 Teller 95 Wasserkaraffe............. 95 Wasserflasche mit Glas..... 50 2 große blaue Vasen....... 50 6 Kompotleller............. 50 2 Weingläser.............. 50 1 Butterdose und 4 Teller.. 95 3 Bierbecher.............. 50 Porzellan (kein Fehlporzellan) 3 Teller, tief oder flach .... 95 3 Goldrandtassen mit Untert. 95 3 Goldranddessertleller..... 95 3 Zwiebelmustertassen..... 95 3 Zwiebelmuster-Dessertteller 95 Kaffeeserv ce, 9tellig....... 495 Geschenkartikel Gardinen usw. 2 Stück Scheibengardinen.... 50 Etaminestores mit Einsatz.... 95 Stores, glatter Etamlne-Einsatz 195 Handarbeitsstores..........495 5 verschiedene Bürsten..... 95 Schrubber und Scheuerbürste 95 Dessertbestecke, Gallalitgriffe 50 Tortenheber............... 50 Dessertbestecke, Silber, 800 gestempelt............ 95 Prachtv. Zusammenstellungen 50 Massenauswahl in Artikeln zu 95 Krümmlgarnitur, Mess. vern... 95 Halsketten................ 50 Ras ergarnftur............. 95 Marktbeutel, la Lodentuch ... 95 I m Künstlerleinen 120 cm breit 195 I m Dekorationsstoff, Kunsts., 130 cm breit...............295 Bettvorlage, 50 x 100 cm----- 95 Tortenplatte, Messing vern... 195 Wandkaffeemühle.......... 295 Küchenwaage.............. 295 Schoßmühle............... 195 Zinkwaren Zinkeimer, la Qualität....... 95 Bettvorlage, Tapestryqualltät. 495 Mop 195 Wannen, 40cm, la Qualität... 195 J. Heilbronner Marktstraße 17 Beachten Sie gefälligst meine 4 Schaufenster I Rittergasse 8 8948A MM WW-WW-M ■ 2l M v/ Ml . . ™» ^^er .L -v %^y W Lia MM Wirveranstalten ab 1. 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Manches hat dadurch auch M. 1.- 896 ?D Hauptgew. auf ein Ein^.-LoS M. ufro., 90*/o tn bar. Doppel-LoS M. 2.—, Einzel-Los Ferner empfehle ich: Ganz neue Druckmuster Wert per Meter Mk.4.50 Q Ef| im Rest per Meter Mk. L»OU Drucksachen aller Art Me vrübl'sche Universttätr-Vruckerri. H. tanae. Gießen. SAuIftr. r 'lüüBE-tt« Federn, Daunen Kapokmatratzen preiswert liefert J. B. HAUSER, GIESSEN AM OSWALDSCARTEN Nächste Woche Ziehung! X. Volks wohl-Lotterie Idie letzte in diesem Jahrei Höchitgew. auf ein Dovp.-LoS M. 150000 Höchttacw. auf ein Emz.-Los M. 75 000 1. Hauvtg. auf ein Dopp.-Los M. 100 000 Freiberger Münster, Lob HI. 1.-, Zieh. 9.11.29 Eaä. Rote Kreuz, Los N. 1.., Zieh. 15.11.23 Beamt.-Wohlfahrt, Los 01.0.50, Zieh. 14.11.29 Losbriefe mit sofortigem Gewinn-Entscheid nsd Auszahlung zu 50 P.ennlg und 1 DIark I Drum willst Du ein Leben ftoh unö heiler. I Sauf Dir ein Los im Zigarrenhaus Reuter! Zigarrenhaus E. Meuter vormals R. Bilchacker Ottenen, Neuen Baue 11. Tel. 1182 Dabei bietet der Konsumverein seinen Mitgliedern die niedrigsten Tagespreise, einwandfreie Ware und Nettogewicht Im nächsten Jahre, ab 1. Juli 1929, erhalten die Mitglieder auf ihren Umsatz im eigenen Geschäft 5 Prozent Rückvergütung Warenabgabe erfolgt nur am Mitglieder. Beitrittserklärungen werden in jeder Verteilungsstelle entgegengenommen. Das Beitrittsgeld beträgt 50 Pf. Bedruckte Waschsamt LBernard Plockstraße 16 Stoffspezialhaus __ 897. W -A- Howackl Herbst-Hefte 0'S Seltersweg85 | ........................................................................................' i: ......................................... Rann nichts passieren Onkel Mollig hat immer so große Angst, daß das Feuer vom Ofen einmal auf sein schönes Sofa sprühen konnte und es in seiner Stube einen kleinen ungemütlichen Brand geben würde. Diese Sorge ist jetzt aber behoben. Von Häuser hat er sich einen schönen Ofenschirm gekauft, der hält alle Funken ab und cchmückt gleich sein Zimmer, und ein neuer Kohlenkasten sorgt dafür, daß sieh der Kohlenstaub nicht mehr im Zimmer herumtreiben kann. Ofenschirme und Kohlenkästen braucht ja jede Wohnung. Zu billigen Preisen finden Sie sie bei mir in großer Auswahl. Sie sollten sie sich einmal ansehen! 89j5A M teiÄM ier KiMMW erfolgt in der Zeit vom S. bis 25. November. Es kommen 121OOO RM zur Auszahlung. Auch in diesem Jahre zeigt sich, daß die Rückvergütung im Konsumverein das beste Sparbuch ist Aufnahme ht die neubegonnenen fturfe noch bi< Anfang Ttooember möglich. Logische Handelsschulen 8943A U Äö' Don ui Die Ursachen -ind weniger, Wirkungen, triebene Kursg tet daS NM. n E Spekulatwr DM Sem Kriege, de gipfelte, fcheln harrungszustani Aufnahme fchen Mark hielt mit der Tat beginnt cm dem sie MN gekurbelt ward b. h. auf ,6ti einen Umfang < die hohen Lvhi ziert werden sperity“ die ( die Dersuchuni groß, sich an k gen. Tatsächlich f letzten Jahre < worden, denn nur Angebote genommen, fön' gehabten. Das Organisation dc unternehmunce. jährlich die Di eine < e'.t'.ang so dah das inl treu geworieo standskrast ge tionale Kaviti ausgestattet, i die prosperity starke Abf Uscher Gel er Aktienpakete k Der Zusami bäudes emV l Börseninsictiv Pital zu schas Deuts^land e höher getrieb daß sie im a Ertrag jeder wirtschaftlich Torfe darin, der Wirts gäbe ist durc worden, jeden nicht wieöcrhe scheu Wcrtpaj der Tesestigun. 2ls rann 192 e-nsetzle, führt d-e auf so sc Krediteinschränt nugte, um das 19zZ 8'jfammenl ^aß wieder toac daraus iU ches Kapit ur diese 6^ konnte. Aus die M SU halten, bmwen (0?^, ^Ertrag der 2? l!t nicht 1 trvtzden öQn^ Erdi m, !Lln Deutschs um s-?sernt ym sich die ins Sl'e,te«k 6 inneren r «ilnöung ist. ; Börsenkurse ffei : -a-ber s? ?et?fi7(h9fe ? bcknn?ntiu scheu daß FS nun jn bedeutete 'ksl nach , uur de davor ncn Ui I». Nut to;e e auf bie Äto Ä Hr. 1