Nr. 204 Erstes Blatt 179. Jahrgang Samstag. 31. August 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Schslle. Monats-Bezugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Neichspsennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüfse unter5ammclnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Lchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 °/0 mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Das Ergebnis vom Haag. Die Haager Konferenz hat die ihr bis zum 1. September, dem in Paris vorgesehenen Termin für das Inkrafttreten des Poungplans, gebliebene Galgenfrist von einer Woche dazu benützt, um doch noch — fast kann man sagen wider alles Erwarten — zu einer Einigung über den Poungplan selber und seine politischen Voraussetzungen zu kommen. Leider geht diese Einigung in den finanziellen Fragen im wesentlichen auf Kosten Deutschlands. Es ist das eingetreten, was wir schon zu Beginn der Konferenz befürchteten, als es in Deutschland naive Leute gab, die glaubten, die deutschen Unterhändler würden ans dem Quotenstreit zwischen England und seinen Alliierten Kapital schlagen können. Dem war nicht so. Vielmehr war die Einheitsfront der Alliierten und die Isolierung Deutschlands überraschend schnell wiederhergestellt, als man sah, daß weder Snowden noch Frankreich und Italien geneigt sein würden, von ihren Forderungen auch nur einen Pfennig zu streichen. Die „Opfermächte" erinnerten sich im letzten Augenblick noch grade rechtzeitig des deutschen Schuldners, dessen breitem Buckel man auch noch die Kosten dieses Ouotenstreits auflaben könne, und der Schatzkanzler der britischen Arbeiterregierung, der vorher so laute Töne gefunden hatte, daß. er nie und nimmermehr die Befriedigung seiner Ansprüche einer Mehrbelastung Deutschlands verdanken wolle, sagte keineswegs nein, als seine Verhandlungspartner ihm vorschlugen, Deutschland zum „Opfern" heranzuziehen. Das ist denn auch in einem Umfange geschehen, der für Deutschland eine wesentliche Mehrbelastung über den Poungplan hinaus bedeutet, den seine Väter, die Pariser Sachverständigen, als die äußerste Grenze dessen angesprochen hatten, was man d^r deutschen Zahlungsfähigkeit zumuten dürfe. Dem britischen Schatzkanzler ist es also dank seiner Hartnäckigkeit und dank der einmütigen Unterstützung, die er bei Negierung, Parteien und öffentlichen Meinung seines Landes fand, gelungen, seine am ersten Konferenztage i?n Haag proklamierten Forderungen zu mindestens achtzig Prozent durchzusetzen. Deutschland darf diesen Sieg Snowdens mit wesentlichen Verschlechterungen des Poungplans in einer Reihe von Punkten bezahlen. Da ist einmal derDreihundertmillionen- Überschuß aus dem Dawesplan, der von den Pariser Sachverständigen für die Regelung der Besatzungskosten und Besatzungsschäden vorgesehen war. Die Gesamtsumme der noch dis zum 31. August laufenden Zahlungen nach dem Dawesplan beträgt 1217 Millionen Mark, da die Jndustriebelastimg mit ihrem gesamten Iahresbetrag, also auch mit den 175 Millionen für die letzten sieben Monate des Ueber- gangsjahres, schon am 15. August 1929 fällig war. Aus diesen 1217 Millionen Mark sind nun nach dem Voungplan zu decken, einmal der Zinsendienst der Äowes-Anleihe in Höhe von 53,1 Millionen Mark und zum andern die interalliierten Schuldenzahlungen der Gläubiger in Höhe von 863,1 Millionen, insgesamt rund 916 Millionen Mark. Es bleibt also für das Uebergangsjahr ein Ueberschuß von rund 300 Millionen Mark. Aus diesem Ueberschuß soll sich nun nach dem Vorschlag der „Opferländer'' England bezahlt machen. Kein Wort davon, daß Deutich- land wenigstens die 175 Millionen vorausbezahlter Industriebelastung zurückerhält oder daß der Ueberschuß gar nach dem Willen der Sachverständlgen zur Deckung der Besatzungskostcn und Besatzungsschäden verwandt wird. Deutschland hat also in d:e- em Punkt einen glatten Verzicht leisten müssen. Etwas besser sind wir bei der Verteilung der Besatzungskosten davongekommen. Sic werden keine Anrechnung auf die Poungannuitäten finden, wie es früher beim Dawesplan geschehen war, vielmehr ist eine gemeinsame Kasse der Alliierten und Deutschlands beabsichtigt, in die beide Partner eine einmalige Summe von je 30 Millionen Mark einschießen. Sollten diese zur Deckung der Besatzungskosten nicht genügen, ist es allein Sache der Besatzungsmächte, weitere Gelder bereitzustellen. Da der Dawesplan eine monatliche Zahlung von 11 Millionen Mark für Besatzungskosten vorsah dürfte der Betrag dieser nun geplanten „Caisse Commune die bis zur Räumung noch entstehenden Besatzungskosten kaum decken. Da aber für die Mehrkosten die Alliierten allein aufzukommen Haden, wird es in ihrem eigensten Interesse liegen, die Räumung möglichst zu beschleunigen, wenn sie ihren Volkern nicht durch die Fortsetzung der Militorspielerei am Rheine besondere finanzielle Lasten auferlegen wollen. Dieser Druck auf das Portemonnaie der Besatzungsmächte ist das einzig Gute bei der im Haag getroffenen Regelung der Besatzungskosten, die von Deutschland ein weiteres schweres finanzielles Opfer verlangt, das noch durch unseren Verzicht auf Bcr= rcchnung der B e s a tz u n g s s ch ä de n erheblich vergrößert wird. Weit schwerwiegender sind indessen die Zugeständnisse die man von uns in der Frage des ungeschützten Teils der 2)oungannuitäten verlangt, and) dies lediglich im Interesse der Befriedigung englischer Forderungen nach einer stärkeren Beteüi- aunq an den durch Transfer- und Moratorimns- bestimmungen nicht geschützten deutschen Mr^s- zahlunqen. An Stelle einer festen ungenutzten Annuität von 660 Millionen soll eine solche von nur 612 Millionen treten, dafür soll jedoch Deutschland den Zinsen- und Tilgungsdienst der Dawes- anleihe mit 88,4 Millionen für das erst«. Jahr tragen. Die ungeschützten deutschen Iahreszahlun- gen werden also grabe in den ersten Jahren, für die der Sachverständigenplan eine gewisse Schonsnst vorsah, um rund 40 Millionen erhöht. Das bedeutet für die deutsche Wirtschaft eine ganz außerordentliche Mehrbelastung, die dadurch nicht tragbarer wird, daß die offizielle deutsche Darstellung sich das Rechenkunststück der Gläubiger zu eigen macht, nach dem auf die ganz» Dauer des 'Zoung- Oie Rheinlandräumung protokollarisch fesigelegt. Schlußsitzung des politischen Ausschusses im Haag. — Notenaustausch zwischen Siresemann und den Besatzungsmächten. Haag, 30. Aug. (WB.) Das amtliche Commu- niqu6 über die heutige Sitzung des politischen Komitees gibt auf Grund stcnographischeer Aufzeichnungen deren Verlauf wie folgt wieder. Der Vorsitzende Ja spar (Belgien): Wir haben den sechs einladenden Mächten den Entwurf vorzulegen, der zur Ueberreichung an die deutsche Delegation vorbereitet ist, d. h. den Entwurf, der sich auf die von dem politischen Komitee vereinbarten Vorkehrungen mit Bezug auf die Räumung des Rhein landes erstreckt. Henderson (England): Der Bericht des politischen Komitees wurde gestern einstimmig angenommen. Deshalb ist ein Briefentwurf und ein Notenentwurf, der den Briefentwurf begleitet, vorbereitet worden, in dem d i e Vorkehrungen für die Durchführung des Werkes enthalten find, das von diesem Komitee ausgeführt wurde. Ich habe jetzt die Ehre, Ihnen den Brief, der gemeinsam von den drei Besatzungsmächten unterzeichnet wird, im Entwurf zu verlesen. Dieses ist der Brief an Dr. Strese- mann: „Cure Exzellenz! 3m verlaufe der Verhandlungen des politischen Komitees der Haager Konferenz haben die drei Vesahungsmächte vereinbart, die Räumung des Rheinlandes während des Monats September unter denen in den angefügten Roten niedergelegten Bedingungen zu beginnen. Die Zurückziehung der belgischen und britischen Truppen wird innerhalb dreier Monate vom Tage, an dem die Räumungsoperation beginnt, vollendet fein. Die französischen Truppen werden die zweite Zone innerhalb der gleichen Periode räumen. Die Räumung der dritten Zone durch die französischen Truppen wird unmittelbar nach Ratifizierung des Joungplanes durch das deutsche und.das frcw.Eche,..r!st?lttMen', und.feine Ingangsetzung beginnen. Sie wird ohne Anter- brechung so schnell, wie es die physischen Bedingungen zulassen, fortgesührt und in jedem Fall späte st ens innerhalb eines Zeitabschnittes von acht Monaten vollendet, der nicht später als Ende 3 uni 1 930 a b 1 ä u f t Am die belgischen, britischen und französischen Truppen zur Durchführung der Räumung innerhalb der obengenannten Fristen instand zu sehen, ist es notwendig, daß die Reichsregierung die in den erwähnten angefügten Roten festgestellten Maßnahmen trifft. Wir würden (Euer Exzellenz zu größtem Dank verpflichtet fein, wenn Sie uns mitteilen würden, ob fie mit diesen Maßnahmen einverstanden sind. Wir benutzen diese Gelegenheit, um Eutzr Exzellenz unsere vorzügliche Hochachtung zu übermitteln.“ Los Angeles, 30. Aug.' (Wv.) Der Tank- bampfer der Standard Oil Company „T. E. D o d d" ist in der Rähe von Pigeon Point mit dem im Küstenoerkehr beschäftigten Passagierdampfer „S a n 3 u a n“ zusammengestohen. lieber den Zusammenstoß laufen fortwährend Meldungen aus Los Angeles ein, die hie größte Besorgnis um das Schicksal der Passagiere des „San 3uan“ hervorzurufen geeignet scheinen. Der Personendampfer ist fast unmittelbar nach dem Zusammenstoß gesunken, so daß seine Besatzung nicht sämtliche Boote zu Wasser bringen konnte. Die Unfallstelle ist weithin mit Schiffstrümmern bedeckt, an die sich schreiende und um ihr Leben kämpfende Menschen klammern. Da der Zusammenstoß i n b e r Rächt erfolgte, mußten bie ersten Kettung s- a r b e l t.XP. h e i esn w.e rj e r IJ d) t erfolgen. Rach Angabe def Reederei befanden sich an Bord des „San 3uan“ 45 Mann Besatzung und 45 Passagiere. Aus den Funkmeldungen der an der Unglücksstelle eingetroffenen Schiffe scheint hervorzugehen, baß bei bem Untergang bes „San 3uan“ 7 3 Personen den Tob in den Wellen gefunden haben. Die Re"ungsschisfe berichten, daß fie 30 Hebert ebenbe an vorb genommen haben. Darauf verlas Dr. Stresemann einen Dries der deutschen Delegation, der die getroffenen Vereinbarungen über die Rheinlandrqumung bestätigt. Henderson gab bann über die Anwendung des Art. 42 und 43 des Versailler Vertrags die gleiche Erklärung ab, wie gestern, wonach „die Aufgabe zur freundschaftlichen 'Beilegung aller Schwierigkeiten von den Funktionen erfüllt werden soll, die nachdem Schied s- vertrag bestehen, der in Locarno am 16. Oktober 1925 von ‘Belgien und von Frankreich Der Dampfer „San 3uan“ ging innerhalb von fünf Minuten unter. Mannschaft und Passagiere 'wurden ins Wasser geschleudert. Obgleich der Tankdampser bei dem Zusammenstoß selbst ein großes Leck erhalten hatte, ließ er doch Boote herab und beteiligte sich am Rettungswerk, das sich infolge des dichten Rebels, der an der Unglücksstelle herrschte, sehr schwierig gestaltete. Die Geretteten erklären, daß sie gesehen hätten, wie der Kapitän des „San 3uan" mit seinem Schiff unterging. Der deutsche Dampfer „W i t r a m“ meldete bei der Einfahrt ins Goldene Tor, daß er eine aus dem Schiffbruch des „San 3uan“ gerettete Frau an Bord habe. Die Reeder des „San 3uan“, die Los Angeles San Franzisko Raviga- ti.on Co. hat bereits wenige Standen nach dem Unglück gegen die Reeder des Tankdampfers „Dodd“, der Standard Oil Eo. eine Schadenserfah- f läge im Betrage von 1 800 000 Dollar eingereicht. Die Ravigation Co. behauptet, der Zusammenstoß sei durch den Tankdampser verschuldet, der im Rebel ohne ausreichende wache mit Höch st er Geschwindigkeit gefahren sei. Schwere Schiffskaiastrophe an der kalifornischen Küste. Zusammenstoß eines Passagierschiffes mit einem Oettankdampser in dichtem Nebel. 13 Passagiere wahrscheinlich untergegangen. — Schwierige Reitungsarbeiten. plans berechnet, sich eine geringfügige Erleichterung aus dieser neuen Regelung ergibt, da der Zinsen- und Tilgungsdienst der Dawesanleihe um 1,5 Millionen Mark pro Jahr bis auf 64 Millionen Mark im zwanzigsten Jahre sinkt, und im 21. ganz verschwindet. Ein weiterer Punkt, in dem der deutschen Wirtschaft beträchtliche Opfer zugemutet werden, betrifft die S a ch l i e f e r u n g e n. Es handelt sich dabei um eine Herabsetzung der deutschen Kohlenlieferungen auf Reparationskonto an Italien, die England als Konkurrenz für seinen eigenen Kohlenexport empfindet. Snowden hat seine Forderung gerade in diesem Punkte besonders hartnäckig vertreten, weil die Beilegung der Wirtschaftskrisis im britischen Bergbau zu einem der Hauptprogramm- piinkte gehörte, mit denen die Labourpartei seinerzeit in die Wahlschlacht zog. Die Verhältnisse in der englischen Kohlenindustrie sind ja schon seit Jahren Gegenstand lebhafter Erörterungen zwischen den politischen Parteien gewesen. Rationalisierung des Bergbaus und Förderung der britischen Kohlenausfuhr hat die Labourpartei ihren Wählern versprochen und das Kabinett Macdonald auf sein Regierungsprogramm gesetzt. Snowdens Attacke im Haag auf die deutschen Sachlieferungen sind der erste Schritt zur Einlösung des Wahlversprechens. Dabei darf nicht übersehen werden, daß nicht so sehr diese Reparationslieferungen Deutschlands, als die polnische Konkurrenz, die seit dem britischen Bergarbeiterstreik 1926 den Briten ihre skandinavischen Absatzmärkte abgenommen hat, der britischen Kohlenausfuhr empfindliche Wunden geschlagen hat Nun suchte England nach Ersatz und seine Delegation im Haag hat es auch glücklich erreicht, daß Italien sich zur Abnahme van je einer Million Tonnen britischer Kohle für die nächsten drei Jahre verpflichtete. Das ist von Italien keineswegs ein Opfer, solange die Reparationslieferungen nicht unter dem Weltmarktpreis bezahlt werden. Für den deutschen Kohlenbergbau indesten, der unter dem starken Uebcrangebot auf dem Weltmarkt ohnehin schwer leidet, bedeutet diese Regelung eine empfindliche Einbuße und es ist für ihn kaum em Trost, wenn Frankreich sich bereit erklärt hat, die freiwerdende italienische Quote an den Sochlieferun- gen die wohlverstanden keine Kohlen zu sein brauchen, zu übernehmen. In England stellt man schon frohlockend fest, daß der uns Deutschen abgenommene Kohlenexport nach Italien die Mehrein- ftellung von 4000 Arbeitern notwendig mache, was bedeutet, daß ebenfouiele deutsche Bergarbeiter durch die lediglich auf die Interessen der nationalen Wirtschaft abgestellte Politik der britischen Arbeiterregierung arbeitslos werden, ein immerhin interessantes Schlaglicht auf die internationale Solidarität der Arbeit, mit der unsere Sozialdemokratie trotz aller Nackenschläge unentwegt hausieren geht , . Wir sehen, die Durchsetzung der politischen Forderungen, die Deutschland als Voraussetzung für seine Zustimmung zum Poungplan aufgestellt Hot, soll mit neuen schweren finanziellen Opfern erkauft werden. Die Rheinlandräumung ist zuge- standen. Briand hat sich sogar nach langem Zögern und offenbar erst auf den Druck seines britischen Kollegen Henderson hin, dazu bequemt, genaue fRäumungstermine zu nennen. Nach dem 30. Juni 1930 soll kein fremder Soldat mehr auf deutschem Boden stehen. Mit der Räumung der zweiten Zone soll im September begonnen werden, mit der Räumung der dritten Zone unmittelbar nach der Ratifizierung der Pounggesetze durch das französische und das deutsche Parlament. Sollte Briand sich hier ein Loch gelassen haben, durch das er den widerwillig genug eingegangenen Bindungen unter irgendwelchen Vorwänden entschlüpfen könnte, falls Generalität und Rechtsparteien ihm zu Hause Schwierigkeiten machen sollten? Nach den trüben Erfahrungen der letzten Jahre haben wir allen Anlaß, Briandschen Zusagen mit größtem Mißtrauen zu begegnen. Wir möchten hoffen, daß Hendersons Feststellung, die Räumung werde „i n jedem Falle" innerhalb einer Frist von acht Monaten und nicht später als Ende Juni 1930 vollendet sein, keine andere Interpretation zuläßt, als wir sie heute gutgläubig zu unseren Gunsten annehmen. Wenn diese Beziehung auf das Inkrafttreten des Poungplans, die völlig überflüssigerweise neben die genaue Kalenderangabe gesetzt ist, nichts anderes bedeutet, als ein Mittelchen für Briand, feinen Widersachern in Paris die Opposition gegen Poungplan und Rheinlandräumung zu erschweren, so kann fie uns einerlei fein, soll sie jedoch im Falle einer Verzögerung in der parlamentarischen Erledigung der'den Poungplan in Kraft setzenden Ge- ssstzesarbeiten den Borwand für eine Verschleppung der Räumung abgeben, so wird es Sache der Neichsregierung fein, beizeiten auf eine eindeutige Auslegung der getroffenen Vereinbarungen zu dringen. Abgesehen von diesen Bedenken ist das Zugeständnis der restlosen Räumung des besetzten Gebiets vierundeinhalb Jahre vor der im Versailler Vertrag festgesetzten Frist ein Erfolg, dessen wir uns namentlich im Interesse unserer unter der nun schon zehn lange Jahre hindurch währenden Besatzungsnot schwer leidenden rheinischen Brüder, besonders auch in unserer engeren hessischen Heimat, herzlich freuen dürfen, wobei wir jedoch nicht vergessen wollen, daß wir nach dem Wortlaut eben dieses Versailler Vertrages auf diese vorzeitige Räumung einen auch von den Alliierten anerkannten Rechtsanspruch haben. Einen Erfolg können wir auch in der Kontrollfrage buchen. In den Genfer Besprechungen, die zur Einsetzung des Pariser Sachverständigenkomitees führten, war es Frankreich gelungen, als Voraussetzung für die damals schon in Aussicht gestellte R'heinlandräumung die Einsehung'eines sog. F e st - stellungs - und Versöhnungsausschus- s e s anzubahnen, der nichts anderes ermöglichen sollte, als die Fortsetzung und Verewigung der berüchtigten MilitärkontroÜe im Rheinland. Es war ein schwer wieder gut zu machender Fehler der deutschen Politik, daß sie damals der Ausnahme dieses Punktes in das Genfer Protokoll nicht erfolgreich Widerstand »entgegenfetzte. So konnte Briand im Haag diese famose „Vergleichskommission" erneut zur Debatte stellen, und es hat zweifellos großer Anstrengungen der deutschen Delegation — des Ministerialdirektors Dr. Gauß im Juristenkomitee, des Ministers Dr. Wirth im politischen Ausschuß — bedurft, um eine Verewigung fremder Militärkontrolle vom Rheinland abzuwenden. Und doch bleibt auch hier ein Körnchen Mißtrauen in die ehrlichen Absichten Briands. Gewiß, mit der Rheinlandräumung entfällt auch nach den im Haag getroffenen Vereinbarungen jedes Sonderregime einer Feftstel- lungs- oder Versöhnungskommifsion, auch keiner schon bestehenden Körperschaft, wie den durch den Locarnovertrag eingesetzten deutsch-französischen und deutsch-belgischen Schiedskommissionen, werden besondere Befugnisse eingeräumt, ferner wird noch einmal ausdrücklich bestätigt, daß Deutschland wie seine Vertragspartner das Recht hat, in jedem Falle und zu jeder Zeit unter Ucbergehung dieser Schiedskommissionen den Völkerbundsrat anzurufen, aber die Frage drängt sich doch auf, wozu mußte auf Verlangen Frankreichs dies alles noch einmal ausdrücklich festgelegt werden, wenn cs nach dem Wortlaut der Locarnoverträge ohnehin selbstverständlich war? Entspringt auch dies inncrpolitischen Bedürfnissen Briands ober waren andere Hintergedanken maßgebend? Die Rückkehr des Saargebiets zu Deutschland stand infolge des französischen Widerstandes nicht auf der offiziellen Tagesordnung der Haager Konferenz, immerhin find direkte Verhandlungen zwischen deutschen und französischen Sachverständigen gepflogen, über deren Ergebnis allerdings nichts verlautet. Auch ob diese Verhandlungen an einem anderen Ort fortgesetzt werden sollen, ist im Augenblick noch nichts bekannt. In diesem Punkt scheinen jedenfalls die deutschen Bemühungen vorläufig noch wenig erfolgreich gewesen zu sein. — Heute schon über das Gesamtergebnis der Haager Konferenz ein Urteil fällen zu wollen, wäre voreilig. Wichtige Punkte bedürfen noch der Klärung, der sorgfältigen Nachprüfung und der authentischen Interpretation. Dann wird es Sache der Reichsregierung und des Reichstages, als der berufenen Vertretung des deutschen Volkes sein, die schweren finanziellen Opfer, die die Haager Vereinbarungen von uns fordern, und die politischen Zugeständnisse, die wir erreichten, gegeneinander abzuwägen und zu entscheiden, ob diese Zugeständnisse dem Preise entsprechen, .den man von uns mit der Annahme des abgeänderten Poungplans verlangt. Fn'edensverhandlungen zwischen Nanking und Moskau. Deutschland vermittelt im russisch-chinesischen Konflikt über die Ostchinabahn. sowie Deutschland abgeschlossen worden sind. Diese Regierungen werden in Hebereinstimmung mit dem Verfahren handeln, das feststeht, und mit den Rechten, die aus diesem Abkommen hervorgehen.....Es herrscht weiter Einverständnis darüber, daß jede der Mächte, die den Locarno-Vertrag vom 16. Oktober 1925 zwischen Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien und Italien unterzeichnet haben, das Recht behält, jede Schwierigkeit zu jeder Zeit in Hcber- einstimmung mit Art. 4 dieses Vertrages vor den Rat des Völkerbundes zu bringen. Nachdem auch hierüber von den Außenministern ein Dokument unterzeichnet wurde, fuhr 'Henderson fort: Meine Herren! Die Anterschrift, die Sie gegeben haben, wurde mit einer Feder vollzogen, die uns heute morgen zum Geschenk gemacht wurde; ich halte es für meine Pflicht und glaube damit den Wunsch jedes Mitgliedes tzer Delegation, die an dieser Konferenz beteiligt ist, zum Ausdruck zu brin- S, wenn ich den Vorsitzenden, Herrn Iaspar, belgischen Ministerpräsidenten, bitte, diese Feder als ein ZeichenunsererBewun- derung über die Art, in der er die Geschäfte der Konferenz geführt hat, anzunehmen. Vorsitzender 2 a s p a r: Ich danke, Herr Hen- derson, Ihnen und allen für Ihre Zustimmung zu Herrn Hendersons Worten. Ich nehme diese wertvolle Gabe dankbar an nicht nur wegen ihres tatsächlichen Wertes, sondern auch wegen ihrer symbolischen Bedeutung. Denn sie ist das materielle Zeichen eines großen Versöhnungs- und Friedensaktes zwischen den Völkern. Belgien ist an einem solchen Ergebnis vielleicht mehr interessiert als irgendein anderes Land. Ich werde immer diese Feder in meinen persönlichen Besitz behalten, und sie wird durch das belgische Volk als ein unwiderlegbarer Zeuge eines bedeutenden Wendepunk.es in der Geschichte der westlichen Völker betrachtet werden» Henderson: Ich möchte mich gegen Miß- Verständnisse schützen, wenn ich diesen Feder- hcnlter hiermit zurücknehme; denn ich tue das nur zu dem Zweck, um auf ihm eine geeignete Inschrift anbringen zu lassen. Endkamps im Finanz-Komitee. GrundsützlicheZustimmuttgzumAoungPlan Unerledigte Lrganisationsfragen. Haag, 30. Aug. (WB.) Die heute um 15 Ähr begonnene Sitzung des Finanzkomitees dauerte bis etwa 20.15 Ähr. In ihr wurde der Text des Schlußprotokolls über die Regelung der finanziellen Fragen eingehend erörtert, doch konnte oie Beratung über diesen Gegenstand noch nicht zum Abschluß gebracht werden. Von den beteiligten Regierungen wurde ihre Zustimmung zum Vvung-Plan bereits ausgesprochen. Hierbei wurden von mehreren Mächten, u. a. von Iapan, Polen, England und Deutschland, von den beiden letztgenannten in bezug auf die Regelung der zwischen beiden schwebenden Liquidativnssragen, Vorbehalte vorgebracht, die jedoch die prinzipielle Annahme des Voungplanes nicht beeinträchtigen. Eine längere Aussprache ergab sich ferner über die Errichtung der verschiedenen Organisativnskomitees, die die Ingangsetzung des Voungplanes vorbereiten sollen. Hierbei wurde u. a. die Einsetzung eines besonderen Ausschusses für die Hcbcrlei- t'ung der Dawes-Organisation auf die Internationale Bank sowie eines Iuristenausschusses für die Regelung der zahlreichen Rechtsfragen beschlossen. Die D i s k u s - sion, an der sich deutscherseits die Reichsminister Dr. Curtius und Dr. Hilferding beteiligten, war sehr lebhaft. Ihr Fortgang war dadurch erschwert, dah noch verschiedene neue Texte zur Vorlage gelangten, von denen eine Anzahl Delegationen bisher keine Kenntnis hatten. Da sich die Arbeiten sehr in die Länge gezogen hatten, wurde beschlossen, daß das Finanzkomitee morgen vormittag 10 Ähr erneut zus ammentreten soll. Bis dahin soll dann der endgültige Text des Schluhproto» kolls fertiggestellt sein. Das Saargebiet. JmTePtcmberncueBcrhandlungcninParis Haag, 30. Aug. (TH.) Zwischen der deutschen und der französischen Abordnung si»d am Freitag Roten über die Aufnahme der Verhandlungen in der Saarfrage ausgetauscht worden. In diesen Roten wird festgestellt, dah die beiden Regierungen übereingekommen sind, in der zweiten Hälfte des September gemeinsame Verhandlungen über die endgültige Regelung der Saarfrage zu eröffnen. Als Tagungsort ist zunächst Paris in Aussicht genommen worden. In dem Rotenwechsel heißt es, daß die Verhandlungen ausgenommen werden sollen unter dem Vorbehalt der bestehenden Rechte der Bevölkerung des Saargebietes. Diesem Passus des Rotenwechsels wird auf deutscher Seite keine entscheidende Bedeutung beigelegt, obwohl darin vielfach der Hin- weis auf die Möglichkeit einer Dvlksab- st i m m u n g im Saargebiet gesehen wird. Es scheint jedoch, daß diese Frage in den Verhandlungen keine Rolle spielen wird, da das Ergebnis einer Volksabstimmung im Saargebiet zugunsten Deutschlands n i ch t z w e i f e l h a f t ist. Französischer Chauvinismus in der Schule. Ein Beitrag zur Gcfamtliquidierung des Krieges. Berlin, 30. Aug. (Priv.-Tel.) Gerade in diesen Tagen, wo im Haag erneut die Friedensposaune sehr hestig geblasen worden ist, erscheint es angebracht, auf eine Blüte des französischen Chauvinismus hinzuweisen, die beweist, daß man an vielen Stellen in Frankreich noch immer nicht eingesehen hat, dah die Politik ihrer verantwortlichen Führer der Befriedung Europas gilt. Da wird in der letzten Zeit in elsässischen Schulen an fleißige Schüler ein Bilderbuch verteilt mit dem Titel „D a s elsaß-lothringische Alphabe t". Es enthält Bilder, die die einzelnen Buchstaben des Alphabets veranschaulichen sollen. Der Buchstabe B wird dargestellt von dem Wort Boches. Der „Volkswille" beschreibt nun das diesen Buchstaben erläuternde Bild folgendermaßen: Ein deutscher Iunge im Lodenrock und Infanteriestieseln, mit Gemsbart am grünen Hütchen. Au der Kartoffelnase sitzt schlecht eine riesige Drille. Er schielt hinterlistig nach einer kleinen Kowno, 31. Aug. (TH.) Der deutsche Botschafter in Moskau, Dr. v. Dirks en, übermittelte dem Außenkommissariac der Sowjetunion eine Rote des chinesischen Gesandten in Berlin, in der die chinesische Rationalregierung in Nanking sich bereiterklärt, den russisch-chinesischen Konflikt beizulegen und bittet sofort Vertreter zu ernennen, um eine russisch-chinesische Konferenz zu eröffnen. Die Note enthält weiter folgende Vorschläge: 1. Alle Streitfragen sollen auf Grund des Abkommens von 1924 geregelt werden. 2. Die Sowjetregierung soll Kandidaten für den Posten des Leiters der chinesischen O st b O h n und seines Stellvertreters ernennen und durch die 'chinesische Regierung bestätigen lassen. 3. Alle russischen und chinesischen Staatsangehörigen, die sich in sowjetrussischen oder chinesischen Gefängnissen befinden, sollen sofort auf freien Fuß gesetzt werden. Der stellvertretende Auhenkommissar Litwinow hat dem deutschen Botschafter mitgeteilt, daß die Sowjetregierung folgende gemeinsame russisch-chinesische Deklaration zur Regelung des russisch-chinesischen Konfliktes vorschlage: Beide Teile erklären, dah sie sämtliche zwischen beiden Teilen schwebenden Streitfragen gemäfj der Abmachung von 1924 lösen und insbesondere die Bedingungen des Ankaufes der Ostchinabahn gemäß Artikel 9 der Nankinger Abmachung entscheiden werden. Beide Teile ernennen unverzüglich in gehöriges Weise Bevollmächtigte für eine Konferenz zur Regelung aller im vorangehenden erwähnten Fragen. Beide Teile glauben, dah die nach dem Konflikt entstandene Lage der Ostchinabahn geändert werden muh, und zwar gemäh den Pekinger und INukdener Abmachungen von 1924 in der Anerkenntnis, dah alle derartigen Aenderungen durch die im voranstehenden oor- Neuyork, 30. Aug. (WD.) Heute war der offizielle Zeppelin-Tag in Neuyork. Dr. Eckener, der um 11 Hhr mit dem deutschen Geschäftsträger Dr. K i e p im Flugzeug aus Washington nach Lakehurst zurückgekehrt war, bestieg mit seiner Begleitung einen Sonderzug nach Verseh City, wo er von dem städti» schen Empfangszug abgeholt und nach Battery Place, der Südspitze Manhattans, gebracht wurde. Währenddessen überflog das Marineluftschiff „Los Angeles", das aus Cleveland zurückgekehrt war, die Ehrengäste und die riesige Zuschauermenge. Am Battery Place hielten Dr. Eckener und Lady Hay kurze Ansprachen durch den Rundfunk. Dann bewegte sich ein Automobil-Paradezug langsam den Broadway aufwärts nach dem Rathaus, flankiert von Tausenden und aber Tausenden brausenden Beifall spendender Neuyorker und Neu- yorkerinnen. Weitere Tausende lagen in den Fenstern der Wolkenkratzer und überschütteten den Festzug mit den üblichen Papier- schniheln und Konfetti regen. Heber den Köpfen aller begleitete die „Los Angeles" den Paradezug zum Rathaus. Die Parade war eskortiert von Abteilungen der Bundesarmee, der Marine und der Polizei. Im Rathaus angekommen, wurden Dr. Eckener und die Ehrengäste von Bürgermeister Walker begrüßt. In seiner Ansprache an Dr. Eckener führte Bürgermeister Walker aus: „Kein Besuch war hier willkommener als Sie, der Sie einen bisher unmöglichen Weg einschlugen, um hierher zu kommen. Sie haben Neuyork und Amerika abermals Gelegenheit gegeben zu Anerkennung und großer Bewunderung. Es sind mehr Deutsche in Neuyork als in irgendeiner Stadt Deutschlands außer Berlin. Daher kann Ihnen in Deutschland fein herzlicherer Willkommen bereitet werden als hier." Die Kapelle stimmte hierauf das Deutschlandlied an, nach dessen Beendigung der Vorsitzende des städtischen Empfangskomitees, Wha- len, die für Dr. Eckener bestimmte Ehrenurkunde verlas. Dr. Eckener dankte für den herzlichen Empfang, der ihm zuteil ward, und sagte, er erblicke in diesem Empfang nur den Ausdruck der freundschaftlichen Gesinnung gegen das deutsche Volk und hoffe, daß die wunderbare Zusammenarbeit Deutschlands und Amerikas während des Weltfluges auch andere Gebiete des menschlichen Fortschrittes eröffnen werde. Walker überreichte Dr. Eckener sodann d i e Goldene Medaille der Stadt Neu- York; die Passagiere und die Mannschaften er- hieften ebenfalls Medaillen. Dr. Eckener zeichnete hierauf seinen Namen auf einen Globus, auf dem alle bisherigen Weltfahrten eingetragen sind und der von Dr. Sendlay als dem Präsidenten der American Geographica! Society präsentiert Elsässerin hinüber, die ihn, mit einer Trikolore in jeder Hand, wie ein rächender Engel aus dem Paradiese vertreibt. Neben dem Iungen läuft seine Gefährtin her, genau wie er angezogen. Sie trägt eine Standuhr, die natürlich, entsprechend der Kriegslegende, in einem französischen Schlößchen gestohlen worden ist. — Man darf wohl erwarten, daß mit dec endgültigen Liquidierung des Krieges auch die französische Schulpolitik von den verantwortlichen Herren der Außenpolitik entsprechend beeinflußt wird. Deutscher Jlottenbesuch in Schweden. Stockholm, 30. Aug. (TH.) Freitag vormittag um 10 Hhr trafen die beiden Linienschiffe »S chlesw ig-H vl st e in" und „Hessen" sowie gesehene Konferenz entschieden werden sollen. Die Sorojeftegierung empfiehlt einen Direktor und einen stellvertretenden Direktor der Ostchinabahn, die von der Verwaltung der genannten Bahn u n - ver; üglich ernannt werden. Die Sowjetregierung wird die Ostchinabahn- An g e ft e 111 e n , die Bürger der Sowjetunion sind, anweisen, die im Artikel 6 der Abmachung von 1924 enthaltenen Bedingungen streng elnzuhalten. Dieselbe Anweisung ergeht von der chinesischen Regierung an ihre örtlichen Behörden und oberen Organe. Beide Teile lassen unverzüglich sämtliche im Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Zwischenfall, bzw. nach dem 1. Mai 1929 verhafteten Personen fr e i. Gleichzeitig erklärte Litwinow dem deutschen Botschafter, die Sowjetregierung sehe keine Veranlassung zur Ernennung eines neuen Direktors und eines neuen stellvertretenden Direktors der Ostchinabahn, wie dies im chinesischen Deklarationsentwurf vorgeschlagen werde, an Stelle der seinerzeit rechtmäßig ernannten Direktoren, die ihre Funktionen in strenger Hebereinstimmung mit den Verträgen erfüllt hätten. Falls jedoch die chinesische Regierung einen neuen Vorsitzenden ernennen werde an Stelle des gegenwärtigen, der die unmittelbare Verantwortung für die Hebertretung der durch die Verträge festgelegten Ordnung an der Ostchinabahn trage, so werde das Auhenkommis- sariat, gemäß der unveränderlichen Friedenspolitik der Sowjetunion und um dem Wunsche der chinesischen Regierung entgegenzukommen, bei der Sowjetregierung die Frage der Ernennung eines neuen Direktors und eines neuen stellvertretenden Direktors anregen. Diese Ernennung müsse selbstverständlich gleichzeitig mit der Hnterzeichnung des Textes der gemeinsamen Deklaration erfolgen. wurde. Der Globus wird im Museum der Gesellschaft aufgestellt. Nach dem Abschluß der Feierlichkeiten im Rathaus begab sich der Festzug ins Hotel Astor zum Frühstück. Die Begeisterung Der Neuyorker. „Der schwierigste Teil der ganzen Reise." Neuyork, 30. Aug. (WTB.) Die breitesten Schichten der Bevölkerung zeigen für Dr. Eckener und seinen Weltflug unverhohlene Bewunderung. Die Begeisterung äußerte sich in mannigfacher Weise überall, wohin Dr. Eckener mit seiner Mannschaft die Schritte lenkte. Schon bei der Ankunft in Jersey-City wurden sie von einer großen Menge begeistert empfangen. Die Musikkapelle spielte un- unterbrocken bis das Stadtboot „Macorn" nach dem Battery Place fuhr. Die „Macom" war während der kurzen Fahrt über den Hudson Gegen ft and lärmender Begrüßung durch zahlreiche Schiffssircnen. Die Sirene der „Ma- com" mußte unaufhörlich zum Danke zurücktuten. Als Dr. Eckener bei der Annäherung an den Battery Place die ihn erwartende Menschenmenge erblickte, lächelte er und erklärte auf Anfrage Umstehender, daß ein solcher Empfang vielleicht der schwierig st e Teil der ganzen Reise sei. Inzwischen hatte ein großes Polizeiaufgebot auf dem Battery Place die größte Mühe, die Menschenmenge, die viele Kopf tief die Bürgersteige der benachbarten Straßen füllte, in Ordnung zu halten und Raum für d i e Automobilparade zu schaffen, die sich sodann durch die Menschenmenge des Unteren Broadways nach dem Rathaus bewegte. Ein Zeppelln-TransozeanDienst. Eckeners Besprechungen in Amerika. Neuyork, 30. Aug. (WB.) Associated Preß erfährt aus Akron (Ohio), daß Dr. Eckener im Laufe der nächsten Woche bie Good Year Tire and Rubber Company besuchen und mit dem Präsidenten Litchfield und anderen Beamten der Gesellschaft in Verhandlungen eintreten werde. Cs dürfte sich dabei um die Besprechung des Planes handeln, den Dr. Eckener bei seinem letzten Besuch in Amerika Präsident Litchfield gegenüber dargelegt hat und der die Einrichtung eines Trans- ozean-Passagier- und No st dien st es mit Zeppelin-Luftschiffen betrifft. Es wird dabei an die I n d i e n st st e l l u n g von vier Lu s t s ch i f f e n gedacht, von denen zwei in Akron und zwei in Deutschland gebaut werden sollen. Auch die Einrichtung eines Zeppelin-Luftdienstes über den Stillen Ozean ist bereits erwogen. Dr. Eckener hat vorgeschlagen, die neuen Luftschiffe in einer Größe von 6,5 Millionen Kubikfuß zu bauen. Sie würden damit de n r n f 3 e p p e 11 n" an Größe übertreffen und ungefähr die Ausmaße der beiden Zeppeline erhalten, die zur Zeit in Akron für die amerikanische Marine gebaut werden. eine Torpedobootsflottille in Stockholm ein. Nach der Landung stattete der Geschwaderchef, Vizeadmiral O l d e k o p, dem schwedischen Kriegsminister, dem deutschen Gesandten sowie den Behörden den üblichen Besuch ab. Am Abend fand beim deutschen Gesandten von Rosenberg ein Essen statt; gleichzeitig gab der Verein der schwedischen Marineoffiziere ein Festessen mit Tanz für die deutschen Kameraden. Am Samstagabend hat die deutsche Kolonie 500 Offiziere und Mannschaften zu Tee und Tanz in der blauen Halle des Stockholmer Rathauses eingeladen. Am Sonntag finden in der deutschen evangelischen St. Gertruds-Kirche und in der katholischen Kirche Gottesdienste statt. Am Abend sind die deutschen Offiziere Gäste der schwedischen Marineoffiziersgesellschaft auf Hasselbacken. Am Montag hat die Stadt Stockholm 550 Unteroffiziere und Mann- Neuyork feiert Dr. Cckener. 3m Automobilparadezug über den Broadway. — Empfang im Rathaus durch Bürgermeister Walker. — Oie Goldene Stadtmedaille für Eckener. schäften zu einem Festessen auf ietS ©fünfen eingeladen. Gleichzeitig gibt der schwedische Flottenchef, Admiral Riben, ein Gabelfrühstück für Admiral Oldekop und seinen Stab. Am Donnerstag verläßt das Geschwader Stockholm. Ernste Lage in Palästina. Ierusalem, 30. Aug. (Reuter.) Gestern - abend brachen in S a f e ö Unruhen aus. Bevor militärische Verstärkungen herbeigezogen werden konnten, griff eine Truppe von Arabern jüdische Häuser an, tötete 9 Iuden, verletzte 20 und steckte die Hauptstraße des jüdischen Viertels in Brand. Die Devölkesrung Ierusalems ist heute in großer Aufregung. Wegen des mohammedanischen Sonntags find die Araber in den Moscheen versammelt. Man befürchtet, daß es nach dem Gottesdienst zu Unruhen kommt. In Ierusalem wurden weitere 35 Iuden in den Straßen verwundet, starke In- fanteriepatrouillen durchzogen mit ausgepflanztem Seitengewehr die Straßen. Truppenabteilungen wurden von drei im Hafen von Haifa liegenden britischen Kriegsschiffen zum Schutze jüdischer Kolonien entsandt. Erst jetzt treffen Einzelheiten über die Grausamkeiten ein, die in Motz a, der jüdischen Molkerei in der Nähe von Ierusalem, begangen wurden. Araber griffen die Kolonie an und setzten die Ställe in Brand. Das darin befindliche wertvolle Vieh kam in den Flammen um. Die Leichen der kleinen Kinder, die während des Angriffes getötet wurden, wurden in die Flammen geworfen. Sowohl in Damaskus, als auch in Beirut fanden am Abend erneute Kundgebungen statt. In Beirut bleiben die Läden weiterhin geschlossen. Es herrscht große Erregung. Auch in A k k o n, 12 Meilen nördlich von Haifa, fanden neue Unruhen statt. Eine starke Abteilung britischer Truppen ist aus Haifa dorthin gesandt worden. Englische Girasmaßnahmen. Arabische Bauern greifen jüdische Siedlungen an. Ierusalem, 31. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der jüdische Vorort T e I p i o t h auf dem Wege nach Bethlehem, der schon einmal von Arabern geplündert worden war, wurde erneut von ihnen angegriffen. Die Regierung begann Strafmaßnahmen gegen die bewaffneten Bauern, die die jüdischen Vororte von Ierusalem bedrohen. Vorgestern früh beschossen Flugzeuge und Panzerwagen das Fort S u r d a k i r , dessen Einwohner einen Teil von Telpioth geplündert und eingeäschert hatten. Die britischen Truppen stürmten dasDorf mit dem Bajonett und nahmen eine große Anzahl bewaffneter Dorfbewohner gefangen, die sich jetzt im Gefängnis ijx Ierusalem befinden. Englische Luft- ftreitfräfte unternahmen einen Demonstration s f l u g , indem zwölf Flugzeuge kurz nach 12 Uhr mittags, also zu der Zeit, wo die Mohammedaner nach dem Freitagsgebet die Omar- Moschee verlassen, über der Stadt kreuzten. Londoner militärische Kreise halten dafür, daß, um in Palästina die Ordnung wieder herzu- stellen und die über die Grenze kommenden Araber zu vertreiben, beträchtliche Streitkräfte aller Waffengattungen er - forderlich sein dürften. Der „Daily Expreß" fordert, daß nach Wiederherstellung der Ordnung die Rolle Englands in Palästina überprüft wird. Cs sei jetzt in tragischer Weise klar geworden, wie absurd ein weiteres Verbleiben Englands in Palästina sei. Oie Wetterlage. -Inflö- -Röst- .Nordoyan. ÖH O rdeen- ,20 '26 i» 3O.fiuqustl19297h "555=— -,/L 22 O nöcT o wolkenlos ö »eiter. O nait> bedeckt. ® wolkig, e oedecki • Reger^ * Schnee Graupeln. ■ Nebel "R Gewi|'er.(§)Windstilleseh» leichte» Ost -nissige» Südsüdwest q stürmische' Noröwesl bie Piene fliegen mit dem winde. Pie beiden Stationen stenengen Zahlen geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit.gleichem aut Mecresmveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Das britisch^ Tief hat sich weiter vertieft und besonders nach Süden hin an Ausdehnung gewonnen. Der hohe Druck wird somit nach und nach abgebaut. Da wir zunächst bei südlichen Winden ziemlich trockene kontinentale Luftzufuhr erhalten, hält das meist heitere Wetter noch etwas an. Beim Weiterzug der Störung werden die Winde jedoch mehr nach Westen umdrehen, so daß unserem Gebiet bann feuchte ozeanische Luftmassen zufließen, die einen Witterungsumschlag bedingen. Allmählich wird Bewölkung aufkommen, die Gewitterstörungen heroor- ruft, wobei stellenweise auch Niederschlagsneigung besteht. Die Temperaturen, die anfänglich noch sehr hohe Werte erhalten, werden später etwas zurückgehen. Wettervoraussage für Sonntag: Zunächst noch meist beiter und sehr warm, später aufkommende Bewölkung mit Gewitter- und Niederschlagsneigung. Wettervoraussage für Montagt Wolkiges Wetter mit vereinzelten Niederschlägen, Temperaturen schwankend. Mi heimlich Stunde, ExinNk weit- denstde die Lats gepflai^ nach de da und StE lind wuchs,' wcH sonniger rieselt vorher b Tilgung Aichclbo farbige der 5utl und hi^ das gual ist W; großes C die Sonn jener g>k kennzeichn ken un Kamps v man wei Mr st mern; t>' Rauscher selnden sanden Rande uns ver Streichh - der und so nach wir an orientier durch zr als wir etwa L wa, wen hinschaue Der Fer werden: liche U aus: Tr dere 0t läuten gemerkt Stärke: für ein tag, - Wie Asvhal unser Innern Stunde dir die dir schü hören tr von Eil Heide, f Mensche den mar innerste den teil feier S und lei Dir gesch, 3ei Wie Rundsui einem S interessa, Samstag halbe C Nt eine wurde ar Ä feiner ferner * "lehrey "begebe N Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 31. August 1929. Hoher Vogelsberg. Erinnert er nicht in vielem an Zeiten der Urwelt, dieser Oberwald? Du schreitest über den federnden Boden dec Breungeshainer Heide: die Latschenkiefer, die man dort jetzt wieder angepflanzt hat, fand man auch, in Besten, im Mehrere Meter starken Torf, — aus der Zeit nach der Eiszeit. Die Renntierflechte findest du da und manches andere, was an Tundren und Steppen gemahnt. Und so oft läßt nicht nur Pflanzen- und Dlumen- wuchs, sondern mehr das Wetter an die Urwelt denken. Plötzlich, nach einem halben Tag sonniger Zeit, ist es ganz anders geworden: da rieselt der Regen von den Fensterscheiben: wo vorher der Bilstein grüßte oder die bezeichnend« Biegung der Straße von Breungeshain nach Michelbach, wo die Hochäcker in ihren Bögen farbige Unterbrechung brachten in das Grün der Hutweiden, wo fern die Berge verblauten und hinabsanken zur Wetterau, aus der sich das qualmende Wölfersheim abzeichnete, — alles ist jetzt Rebel und Wolken! Alles grau. — ein großes Einerlei, triefend in Rässe. Bis dann Die Sonne heraufkommt auf ewiger Bahn, bis jener gigantische Kampf anhebt, der dich so kennzeichnet, Oberwald: Kampf von Wolken und Sonne. Wie gewaltige Heere im Kampf sieht es sich an. auf- und abwogend, und man weih eigentlich nie, wer da Sieger bleibt. Wir stiegen einmal herauf, fast schon im Dämmern: der „Riwwel" hüllte alles ein, ein leises Rauschen in den Bäumen lieh den sachte rieselnden Regen erkennen. Trotz sinkender Rächt fanden wir den Weg recht gut, bis dann, am Rande des Waldes beim Gackerstein, das Glück uns verlieh: Taschenlampe war nicht zur Hand, Streichhölzer versagten in Sturm und Regen. — der Kompaß war also nicht zu gebrauchen, und so war bald der Weg verloren. Doch schon nach 500 Metern — glücklicherweise — kamen wir an eine Stelle, die uns vertraut war: wir orientierten uns neu und fanden davon gut durch zum Klubhaus. Wirt atmeten doch auf, als wir den Lichtschein des Hauses, der nur etwa 30 Meter weit durchdrang, gewahrten. 3a, di»Mast deine Tücken, hoher Vogelsberg. Abe^^erade darum lieben wir ihn, toir heimlich Verschworenen! Er lohnt uns jede Stunde, die wir uns damit herumschlagen, — etwa. wenn wir abends über die Lande weit da- hi-nschauen, über denen der Tag zu Ende geht. Der Feuerball der Sonne versinkt, die Wolken werden dunkler und dunkler und nehmen nächtliche Färbungen an. Hie und da blinkt ein Licht auf: Breungeshain natürlich, davon so viel andere Orte. Und nun klingt Geläut herauf, — sie läuten den Sonntag ein. Wenn du's nicht gemerkt hast, empfindest du es jetzt in voller Stärke: was für ein Frieden hier oben, was für eine Stille. Hier ruhst du aus vom Alltag, — hier kommt die Seele zu sich selber. Wie bald klingt unser Schritt wieder auf dem Asphalt der Stadt, in der Straße des Dorfes: unser Werktag fordert uns ganz. Aber im 3nnern haben wir einen Rachklang von j-enen Stunden „droben", — auch dann halten wir dir die Treue, Oberwald! Denn in uns und in dir schlummert dasselbe Wesen, im Tiefsten gehören wir zusammen. Wir kommen ja alle von Einem her: Wald und Moor, Fels und Heide. Wild und Mensch: freilich haben wir Menschen jenen starken, reinen Zusammenklang, den man im Deutschen „Harmonie" nennt, — jene innerste Wesens-Einheitlichkeit, verloren. So leiden wir. gerade in den Zusammenballungen unserer Städte, aber nicht nur dort, untereinander, und leiden natürlich auch unter uns selbst. Wie fein, daß da „droben" uns so manches geschenkt wird, was wir zuinnerst brauchen! U W. K. Zeitungsreklame oder Rundfunk? Wie sehr die Zeitung als Reklamemittel dem Rundfunk überlegen ist, dafür wurde kürzlich bei einem Versuch in den Vereinigten Staaten ein interessanter Beweis erbracht. Man ließ an einem Samstagabend für den Preis von 13 000 Mark eine halbe Stunde lang im Rundfunkanzeigenteil den Text einer Anzeige verbreiten. Die gleiche Anzeige wurde am folgenden Montag für denselben Preis Oie Wohnungsnot in Gießen. Von der Stadtverwaltung wird uns über die Wohnungsnot in Gießen folgendes mit* geteilt: Da in der letzten öffentlichen Stadtratssihung die Angaben über die Wohnungsnot in Gießen, die Beigeordneter Dr. Hamm am 18. März 1929 in einer Sitzung im Wohlfahrtsamt gemacht hatte, infolge eines Mißverständnisses unrichtig zitiert wurden, die damaligen Angaben aber die Grundlage für die gesamte Wohnungs- statistir bilden, sollen sie hiermit der Oeffentlich- keit übergeben werden: Am 1. Januar d. I. waren in Gießen 8311 Wohnungen vorhanden. Haushaltungen bestanden zu dieser Zeit 9062, so daß 751 Haushaltungen ohne eigene Wohnung auskommen mußten. Die Zahl der vorhandenen 9062 Haushaltungen ist einwandfrei auf Grund der Reichswohnungszählung vom 16. Mai 1927 ermittelt worden. Die Zahl der Haushaltungen ist in Hessen im Durchschnitt gegenüber der Vorkriegszeit um 14,5 v. H., in Gießen aber um 27,2 v. H., gewachsen, während die Bevölkerung in Hessen nur um 5,1 o. H. zugenommen hat. Die Zahl der Haushaltungen hat also in einem ganz anderen Maße zugenommen als die Bevölkerung. Zu beachten ist auch, daß die Kopfzahl der einzelnen Haushaltung im Durchschnitt geringer geworden ist als vor dem Kriege. Gießen hat auch einen Bevölkerungszuwachs in den letzten Jahren erhalten. Rach der genauen Statistik des städtischen Steuerbureaus, welches sich auf der Volkszählung vom 16. Juni 1925 aufbaut, find in Gießen am 16. Juni 1925 = 33 525, aber am 1. Januar 1929 = 35 727 Einwohner (ohne Militär) vorhanden gewesen. Abgesehen von einem Geburtenüberschuß muß in Gießen auch mit einem söge- nannten Wanderungsgewinn gerechnet werden (Ueberschuß des Zuzuas gegenüber dem Wegzug). Seit dem Kriegsende sind bis zum 27. Februar dieses Jahres in Gießen 1230 neue Wohnungen gebaut (davon 172 noch im Bau), aber 3 0 9 5 Ehen geschlossen worden. Wenn auch nach der Statistik des Standesamts anzunehmen ist, daß etwa ein Viertel der Neuvermählten ihren Wohnsitz auswärts aufschlägt, so ist damit zu rechnen, daß ebensoviele Neuvermählte, die ihre Ehen auswärts geschlossen haben, nach Gießen ziehen werden. Man kann, ohne zu übertreiben, sagen, daß durchschnittlich in den letzten 10 Jahren doppelt bis dreimal soviel Ehen in Gießen geschlossen, als Wohnungen hier geschaffen worden sind. Nach einer genau geführten Statistik des Wohnungsamts haben 307 Haushaltungen auf eigene Wohnungen verzichtet. Die Zahl der dann noch verbleibenden Woh- nungfuchenden ohne eigene Wohnung beträgt nach dem Stand vom Dezember 1928 = 584. Dazu kommen rund 5 0 baufällige Wohnungen und 150 unhygienische Wohnungen, so daß die Summe dieser Wohnungen mit 784 als die Zahl der mangelnden Wohnungen anzusprechen ist. (Diese Zahl ist um die Zahl der inzwischen erneuerten Wohnungsgesuche zu erhöhen.) 307 Haushaltungen hatten sich nämlich auf die Aufforderung des Wohnungsamtes, ihr Wohnungsgesuch zu erneuern, nicht mehr gemeldet. Inzwischen haben aber verschiedene Haushaltungen ihr Gesuch mit der Begründung erneuert, daß sie seinerzeit die in dec Zeitung erfolgte amtliche Aufforderung übersehen hätten. Diese Haushaltungen sind also der angegebenen Zahl von 784 mangelnden Wohnungen noch hinzuzuzählen. Die Behauptung, daß viele Wohnungen von einzelnen Damen bewohnt würden, ist dahin richtigzustellen., daß 43 alleinstehende Damen in Gießen Wohnungen innehäben. 38 davon Haden untervermietet: ein Beweis dafür, daß es ihnen wirtschaftlich nicht zum besten geht. Wollte man diese Damen aus ihren Wohnungen (23 haben Dierzimmerwohnungen, 16 haben Fünfzimmerwohnungen und 5 haben Sechszimmtzrwohnungen) ausweisen und ihnen Kleinwohnungen geben, in denen sie nicht untervermieten können, so würden sie dem Wohlfahrtsamt zur Last fallen und müßten zudem noch einen Teil ihrer Einrichtung verschleudern. Kleinwohnungen sind aber nicht vorhanden, dort ist der allergrößte Mangel. Also würde durch eine derartige Umsiedlung wenig gewonnen werden. 3n der oben angegebenen Zahl von 8311 Wohnungen sind enthalten: 50 baufällige, 154 vollkommen unhygienische und 50 an sich brauchbare Wohnungen, in denen aber die Menschen in einer furchtbaren Enge zum Teil noch bei ansteckenden Krankheiten zusammengepfercht sind. Die Zahl dieser 254 Wohnungen ist in dem obengenannten dringendsten Wohnungsbedarf enthalten. Dabei sind aber die 115 Rvtwoh - nungen in der Kaiserallee und bei der Marga- retenhütte nicht mitgerechnet. Dieses Wohnungselend wird noch gesteigert durch die Exmissionen. Zur Zeit sind acht Familien gegen Stellung einer Ersahwohnung und 43 Familien ohne Stellung einer Ersahwohnung zur Räumung verurteilt. 72 Familien mit Personen, die mit ansteckenden Krankheiten behaftet sind, sind in vollständig unzureichenden Wohnungen untergebracht. Schwer Lungenkranke müssen mit anderen das Bett teilen. Zum Beweis dafür, daß dieses furchtbare Wohnungselend in Gießen nicht etwa in den Köpfen der städtischen Beamten besteht, sondern tatsächlich vorhanden ist, sei gesagt, daß eine Liste über diese 254 furchtbaren Fälle mit ausführlichen Einzelheiten im Stadthaus vorhanden ist. in mehreren großen Zeitungen in Chikago, Neu- york, Boston, Cleveland und Philadelphia aufgegeben. Der Erfolg war ebenso überraschend wie bezeichnend. Auf bie Radioanzeige liefen 16 Anfragen, sowie zwei telegraphische Aufträge ein, die Zeitungsanzeige dagegen brachte nicht weniger als rund 4000 Anfragen. Die inserierende Firma hat demnach für jede durch den Rundfunk erzielte Anfrage mehr als 700 Mark, für die durch die Zeitung herangeholten dagegen nur etwas über -j Mark auf- zuwenden gehabt. Angesichts der ungeheuren Verbreitung des Rundfunks in den Vereinigten Staaten ist dies Ergebnis von besonderem Interesse. Daten für Sonntag, 1. September. Sonnenaufgang 5.11 Uhr, Sonnenuntergang 18.48 Uhr. — Mondaufgang 1.40 Uhr, Monduntergang 18.28 Uhr. 1776: der Lyriker Ludwig Hölty in Hannover gestorben: — 1848: der Psychiater August Forel in Morges geboren. Daten für Montag, 2. September. Sonnenaufgang 5.13 Uhr, Sonnenuntergang 18.45 Uhr. — Mondaufgang 3.10 Uhr, Monduntergang 18.51 Uhr. 1851: der Dichter Richard Voß in Neugrape geboren. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag. Stahlhelm: Fahnenfeier, 20,30 Uhr, Cafö Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Don 3uan“. — Astoria-Lichtspiele: „Der fliegende Cowboy". — Tageskalender für Sonntag. Verein Rudersport Gießen 1913: 9. Herbstregatta, norm. 8 älhr und nachrn. 2,30 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Don 3uan“. — Astoria-Lichtspiele: „Der fliegende Cowboy". — Zirkus Kapitän Schneider eröffnet sein Gastspiel in Gießen am Dienstag, 10. September, auf dem Oswaldsgarten. Infolge anberroeiter Verpflichtungen kann das großzügige Unternehmen nur drei Tage in Gießen gastieren. Zirkus Kapitän Schneider, der den Sommer über mit großem Erfolge in der Schweiz zu Gast war, kommt von Freiburg i. Br. direkt nach Gießen und bringt dasselbe Programm nach Gießen, das die ganze Schweiz restlos begeisterte. Es umfaßt nicht weniger als 58 Programmnummern. Nebers rein ztrkenfischen Darbietungen, seien die hundert Quo-oadis-Löwen erwähnt, die von Kapitän Alfred Schneider per- sonlick vorgeführt werden. Ferner fei das Manege- schauspiel Zirkus unter Wasser" genannt, ein Schaustück, das überall restlose Bewunderung her- oorruft. (Man beachte die heutige Anzeige.) * ** Gießener Tennisturnier. Der Gießener Tennisklub 1922 schreibt uns: Am Samstag, 31. August und Sonntag, 1. September, findet auf den sechs Tennisplätzen hinter dem Schützenhaus das zweite Dezirkstumier für Bezirk 9 und Kreis Wetzlar statt. Bei zahlreichen auswärtigen Rennungen wird sicherlich sehr guter Sport geboten werden. Die Preise sind im Schaufenster der Firma C. Drück, Juwelier, Kreuzplatz ausgestellt. •* Stadttheater-Abonnement. 3m heutigen Anzeigenteil erfolgt die Einladung zum Abonnement im hiesigen Stadttheater für die Spielzeit 1929'30, die vom 1. Oktober b. 3. bis zum Mai 1930 dauert: Abonnementstage sind Dienstag. Mittwoch und Freitag: je 32 Abonnementsvorstellungen sollen stattfinden. Alles Rä- Here ist aus der heutigen Bekanntmachung zu ersehen. ** Der Hessische Chordirigenten- Verband hält seine diesjährige Hauptversammlung am 7. und 8. September in der Turngesellschaftshalle zu Offenbach a. M. Reben internen Vereinsangelegenheiten wird die berufliche Ausbildung und Weiterbildung im Vordergrund der Beratungen stehen. Tüchtige Fachleute, wie Geheimrat Prof. Schwickerath, Bonn, und Musikschriftsteller M. Bartsch, Frankfurt a. M., sind dafür gewonnen. Rach einer Verfügung des hessischen Kultusministers kann den Lchrerdiri- gentcn Urlaub zur Tagung gewährt werden. ** Eine Sängerehrung. Der Gesangverein „Concordia", Gießen, gegründet 1864, beging kürzlich in einer Singstunde schlicht und eindrucksvoll die Ehrung seines Ehrenvorsitzenden Phil. Horn anläßlich seines 40jährigen Sängerjubiläums. Der erste Vorsitzende, PH. Heiß, begrüßte den anwesenden Jubilar, sowie Herrn Emil Koch, Vorsitzenden des Gaues Lahn als Vertreter des Hessi- scheu Sängerbundes, und die aktiven Sänger des Vereins. Nachdem Schäfers Sonntagslieb („Der Tag des Herrn") unter Leitung des Vereinsdirigenten Adreßbuch der Siadi und des Kreises Gießen. Oer Abschnitt III mit den Einträgen der Buchstaben W bis 3 in das alphabetische Einwohner- und Firmenverzeichnis der Stadt Gießen liegt 3 Tage, vom Montag, dem 2.bis einschließlich Mittwoch, dem 4. September zu jedermanns Einsichtnahme in unserer Geschäftsstelle offen. Oie zuständige Einwohnerschast Gießens sowohl als die beteiligten Behörden und öffentlichen Körperschaften usw. werden um Prüfung der Einträge auf Richtigkeit und Vollständigkeit hiermit gebeten. Für Fehler und Unrichtigkeiten kann keine Haftung übernommen werden. Oberhessischer Adreßbuchverlag Gießen Schulstraße I Eingang von der Kaplaneigaffe aus. Ph. Groß wirkungsvoll vorgetragen worden war, überreichte Herr E. K o ch im Namen des Hessischen Sängerbundes dem Gefeierten die silberne Ehrennadel für 40jährige Sängertätigfeit und ermahnte alle Sänger des Vereins, ihrem Ehrenvorsitzenden nachzueifern und auch einst diese Dlabel zu erwerben im Interesse der „Concordia" und des deutschen Liedes. Darauf dankte der Jubilar in bewegten Worten: nachdem verschiedene Volkslieder und Chöre zum Vortrag gebracht worden waren,^blieben der Jubilar und Herr E. K o ch mit den oängern des Vereins noch einige Stunden in gemütlicher Stimmung zusammen und man trennte sich mit dem Gelöbnis, dem Verein „Concordia" sowie dem deutschen Liede die Treue zu halten. * D i e Aufwertungsmasse der Hess. Landeshypothekenbank. Rach Abgang der bei der ersten (10proz.) Teilausschüttung für die Liquiöationspfandbriefe entnommenen Dek- kungshypotheken und nach Abzug des Verwaltungskostenbeitrages betrug die Teilungsmasse für Pfandbriefe am 30.3uni 1929 zusammen 10 349 714 Mk., wogegen die teilnahmeberechtigten Pfandbriefe 103 707 700 Mk. betragen. Darnach ergibt sich eine restliche Maximalquote von 9,979 Prozent, der aber noch ein gewisser älnsichcr- heitsfaktor innewohnt. Die bisher noch nicht feststehenden Aufwertungsansprüche belaufen sich nur noch auf 230 456 Mk. Die Teilungsmasse für die Kommunalobligationen beträgt nach Abzug der Verwaltungskosten am 30. 3uni 1929 8 461 857 Mk., während die teilnahmeberechtigten Kommunalobligationen 55 154 821 Mk. betragen. Die Maximalquote hat somit eine Höhe von 15 342 Mk. erreicht. Eine weitere Aufbesserung ist abhängig von dem Ausgang noch schwebender Verhandlungen. Weitere Lokalnachrichlen im 2. Blatt Shv VvNteM - Werden Sie Mitqlied des seiner Derusökrankenkasse und Lebensversicherung. — Geschäftsstelle Gießen, Ballnbofskololxnadcn. 5837D -GARAGEN HEIZUNG WOLF FINNENTROP'/WESTF 9ERLIN i, Dammstr. 43, MUIWMWIW in bester Ausführung in allen Edelhölzern am Zager. Besonders preiswert mehrere Speisezimmer und Küchen abzugeben. Auf Wunsch Zahlungserleichterung Louis Vetter / Schreinerei Kaiserallee 15. 7190D Von der Reise zurück: Erich Lohr Dentist Kaiserallee 24 / Fernspr. 3261 MWMlM! 15/70/100 P. S. Mercedes-Benz offener Tourenwagen, maschinell in beiter Verfassung, neu lackten, besond. Umstände halber znm festen Preise von Mk. 5500.— abzugeben, Vermittler zwecklos, nur an Selbstkäuser. Offert, unter F. K. S. 426 durch Rudolf Moese, Frankfurt Main. [7222V 7205D Neue Kurse Beginn 15. Oktober Vogtsche Handelsschulen Gießen Herborn Verlangen Sie ausführliche Druckschrift von d. Schulleitung Gießen, Goethestraße 32 zum Äesuch von Privatkunden gesucht. Hohe Provision, guteDerdiensimöglich- keit. Einige 100 Mk. Kaution erforderl. Schristl. Angeb. mit Angabe der bisher. Tätigkeit u.05448 an denGieß.Anzeig. Für Verwandte, etwa 40 Jahre alt suche ich bestehendes Ladengeschäft zu pachten, oder Laden zu mieten, tn d. ev. Lebensmittelgeschäft betrieben iverden kann. Schr. Angeb. unter 05541 an den Gieß. Anz. Dame die durch jahrelange Krankheit u. Todesfall tn moment. Not geraten tst, lucht Darlehen v. Mk. 200.— nur von Selbstgeber gegen monatl. Rückzahlung und Zinsen. Schristl. Angeb. unt. 05520 a. d. Gteff.Anz. PFEILRING fanolin SEIFE Haft* gepflegt undgefiind... Das macht PFEILRING Lanolin SEIFE •flifammen mit der berührten PFEILRING CREME. Die rechte Körperpflege für TTlutter und Kind. Sun Sie es auch! iiySperrholz „•■So!’S tn Eiche. Gaboon u. Kieser 3-25mm 2 i » ° Bretter und Dielen aller Stärken, ä " o • schwedische und bayerische Hobel- • K -g breiter, ©polierlatten, Eichen- u. Z o Buchen-Schnittwaren liefern in allen Stärken (u?D jH 5 6ogen Wi & Go., (gießen Telephon 149. Latten in allen Starken prompt lieferbar Gefchäftsverlegiing! Meiner werten Kundschaft zur Kenntnissnahme daß ich mein Schuhmachergefchäft von Neustadt Nr. 22 nach der Wolkengasse 19 verlegt habe. Bel reeller Bedie- 06538 nung bitte ich um güt. Zuspruch SchuhmacherHeinrichStork I Polstermöbel Matratzen Federbetten * * * * * * * 8 * 10 * * * * 15 in jed. Ausführung. Nur garantiert beste eig.Werkstattarbeit. Polsterwerkstätten Gebr, Seelbach Südanlage 20 Am 7. September (Werbetag der Fa. Hausrat verbunden mit Äuntem Abend) sind noch ?i9w einige Wen in Kusflefluagsimeflen für die Geschäftswelt zu vergeben. Anfragen an: Herfo, Telephon 3335 W. Weber, Plocksiraße, Teleph. 2543 Helm. Kirchner, Am Nahrungsberg 16 Telephon 4167. Stellcnsucbende Slenvlypislinmn die mindestens 120 Silben stenographieren und flott Maschine schreiben, wollen sich melden beim 7194V Arbeitsamt Giefaen Abt. Angestelltenvermittlung Bahnhofstraße 90. Ferner werden ständig gesucht: Kataster-Techniker und HilfStechnire» oder Vermessungstechniker. bahn die ; Men Set der 2 nehme Aückgc feit 19- ohne 2 kehr dem - Var Dach tehrss nach ' für 2 zusüh und läge Villip riidl Tuch für ‘ 365 D gewiss bar, i speichl crrcid 500 2 lagen von 24 75,6 2 Dvrzut aus w Dem zu lei Deichs linier die u gefiel Chcw zah von 1928 nicht der wt in der rufen l 2iuf hcblicbc liegen Deichs! Ginm im 2 Es ift mange An lc der % GleiSli heblich Mur Tuch bahn" inäfii« bereis de st Die Jahr' fügt, Aeuh lose Schic Denen ®arf einem fchüffe nionai eine gl die St und g Hin hennm Deulst Vel z wie e Torsh lehrt "tgsbc zum c aller L fl y> wird, Tie feilen bullet 9l°stle Jet. n Delilo willig »ten i Wort: t -$a lein s rung erzähl e;n cos e k>» 6if fröfen; Schis n le Lerfc Z'rns. Stob 7,«her Jttfte Mn! Kriminalhauptwachtmeister Konrad Dahmer Emil Luh Im Alter von 37 Jahren. In tiefer Trauer: im Alter von 60 Jahren. Vereine 72,2V 722,D Am 30. August 1929 wurde unser Kollege Wir suchen Konrad Dahmer 7220 D neiurbt. Kriminal-Hauptwachtmeister Die Kriminal- und Snezialbeamlen des Pelizeiamts Biehen. F.lMlolorrall'lKS aus er-Technikum Frankenhausen. fiZ.-S s. Hisibetke WeiB M. Btitiark Gietz. Anz. 05550 gesucht Die trauernden Hinterbliebenen. 7185D gesucht 72290 | Vermietungen { (Oberh). 7164D Bureau- 7153 V Tätigkeit melden. Zwei gebrauchte gesucht 72021) Gut erhaltene Schöne belle Lernt Kurzschrill Großkonzern sucht tatkräftigen Vertreter' tüchtige 71800 72240 Filialleiterin beginn. 0849D Subdirektion Frankfurt a. M. Kaiserstr. 21. 1 gnk möDl. Zimmer mit Klavier und ein eins. möbl.Zimmer btll. au-Dcrm. 05526 Ebelstr. 9, H. v. BöUetei Benöe Bahnhofstratze 1^. fiurjldirlftuerein dod 1861 u. Domenoetelt ..Güveisvergec". gegen hohe Vorzustellen uiens- tag. den 3.September, nachmittags 3 Uhr, bei Herrn Weib im Hotel Hindenburg Gießen, Selters weg 81 \o\ ) im' »Jv>| Schönes, möbliert. 3 i nt nt c t äu vermieten 05749 Lanog.-vli.vl. io lii.r. und Putzen. Zu erfr. in der Geschäftsst. d. Nürnberger LebcnsvcrsicherunaSbank, günstig zu verkauf. Georg Ebert, Plockstratze 11. Sinoerliege- u. fiißDPwn beide sehr gut erb^ billig zu verkauf. tov>$ Kugelberg 23. Frau Christine Dahmer geb. Bohl nebst Kind und alle Verwandten. WgeslMiW vollkommen perfekt in sämtl. Bureauarbeit., mit längerer, praktisch. Erfahrung, glänzende Zeugnisse, sucht geeignete Stellung als Sekretärin ulm. Schr. Ang. u. 05513 an den G. A. Konditorei u. CasS Huber, Seltersweg 14. Junges, kinderloses Ebepaarluchtsosort möbl Zimmer m. Küche od. Küchenbenutzung. evtl, auch 2 Zimmer. Schr. Angeb. unter 05551 an den Gien. Anz. MöbLZimmer zu vertnieten 65537 fttrdntr. 13 v. Wilbelmstraire 45 «roüc Ktiunie für jeden gewerbl. Betrieb geeignet, zu verm. ob. ah verkauf. Näheres 21. Bcrkcr, Kcvlerstratze 9, Tel. 3804. [7187D INI. Volskerer unö öelorDikür der besonders in Dekorationen firm ist, für sofort gesucht. Tevvich- undGardtncnbauö E b r i st. 21 r n o l d, Babnhofstr. 31.[7i7,0 Schöne 3 - Zimmer- Wohnung zu mieten,evtl.Daus au kaufen gesucht. Schristl. Angebote u. 05507, a. d. Gien. Anz. Mädchen nicht unter 20 I., das schon in Stellung tuar und über gute Zeugnisse verfügt, zum 15. September Bau-, Kaufgelder, Hypotheken, Darlehen. Sprechzeit 9—12 */•_>, 3—6, Sonnt. 10—12, Samstag nachm. geschlossen. F. Köftrr. Frankfurt a. M., Schillerstr 30. III. Keine Vermittlung Aufzug. 7001C Großen-Linden, Motormühle Wolfskehle, Klein-Linden, den 31. August 1929. Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. September, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehaus aus statt Wieseck, Heuchelheim, den 30. August 1929. IImöIM Srou oo. alleres Srimlein von aüeinsteh. Herrn zur Führung des Haushalts z. 15.Sep- tcnibcr gesucht. Os»n (0g. Tabmcr, 9leuenrveg 40. Borst, mittags u.1-2 od. abds. nach 7 Uhr. Freitagabend entschlief sanft nach schwerem Leiden unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwester, Großmutter und Urgroßmutter Auto- Lieferwagen Marke Mercedes, 16'45 P. S„ neu her- gerichtet billig zu verkauf. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gies,. Anzeig. 350 ccm, Modell „Sahar a", in säst neuemZustande, sehr geschont, mit elektr. Licht u. Horn günstig zu verkaufen. 71i0D Albrecht Seeger, Bad-Nauheim, Marktplatz 5. Heute mittag 4 Uhr entschlief sanft nach langen, mit Geduld ertragenen Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Pate und Onkel Laden mit Nebenzimmer, auch für Bureau geeignet, zu verm. Zu erfrag, i. d. Geschst. d. Gies;. Anz. 05534 od. ähnlich. Kaution kann gestellt tverden. Schr. Ängeb. u. 05542 an d. Gietz. Anz. erb. jüngerer Mmonn 18'/2 I. mit allen Burcauarb. vertr., sucht sich zu verändern z. 1. 10. 29.; auch nach auswärts. Schr. Ang. ttnt. 05481 an d. Gies,. Anz erb. Kleine Mlkstail und Abstellraum für Möbel Sclterö- tuen 73 zu vermiet. Näheres 2L Becker, Keplerstrane 9. Tel. 3804. >71821) Ehrl, anständiges Mädchen das etwas kochsn u. nähen kann u. kinderlieb ist, in kleinen Haushalt s. 1. Sept, gesucht 05502 Kaiierallee 62 v. Stellengesuche| (eMlMiier nun Wewräer Gestern nachmittag gegen 4 Uhr verschied plötzlich und unerwartet mein heißgeliebter, unvergeßlicher Mann, der treusorgende Vater meines Kindes, unser guter Sohn, Bruder, Schwager und Freund, der Chauffeur 28 Jahre alt, ledig, solide, a. Z. noch tn ungekünd. Stellung bet einem Arzte, sneht Stelle auf Last-, Liefer- od. Personenw. Gute Zeugnisse vorband. Lohn nach lieber- einkunst. Schriftliche Angeb. unter 7152D an den Gies;. Anz 6 Garagen und eine Motorrad-Garage zusamm. od. einzeln zu vertnieten 69411> Bleichstr. 16 I. durch einen jähen Tod infolge eines Unglücksfalles aus unserer Mitte gerissen. Wir verlieren in dem Verstorbenen einen pflichtbewußten, zuvorkommenden und liebevollen Kameraden. Sein Andenken halten wir in Ehren. Aor-Milen Otto WM Berlin-Kaulsdorf. Tafelklavier wegen Raummangel preiswert abzugeb. Wo? sagt die Geschäftsstelle d. Gietz. Anzeigers. 71811) n. d. Karlsruhe statt. Wir bitten um allseitige Beteiligung. Freunde d. Vereins willkommen. 71801) Der Borstand. Die trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Luh geb. Volkmann Familie Wilhelm Luh Familie Adolf Luh Familie Emil Luh Wir erinnern untere Miiglied. nochmals an die Veranstaltungen amMontag, dem 2. September 7158D raume zirka 140 qm, zu mieten gesucht. Schr. Angebote unt. 05543 a. d. Gietz. Anzeiger erbeten. m. großem Laden u. 5 gr. Schaufenstern in Kreisstadt zu verkaufen. 7158V Preis Mark 22.000.— bei mäßig. Anzahlg. W. Weeber, Abteilung Immobilien, Butzbach, Gried- lerstraße 23. für Gietzen gegen gute Entlohnung per sofort gesucht. Verteiler mit Bürgschaft oder Sicherheitsleistung erhalten den Vorzug. Kunden- werber, welche im Umgang und Verkehr mit der Privatkundschast bestens vertraut sind und ähnliche Tätigkeit bereits ausgeübt haben, wollen schriftliche Angeb. einreichen mit Angabe des Alters u. seitherig. Tätigkeit unt. 71721) n. d. Gies,. Anz. Balmbofttr. 45. Besseres, ehrliches, zuverläss., in Hausarbeit erfahrenes Mädchen daö etwas kochen k., in herrschaftl. Haushalt gesucht. Zeugn. u. Gehaltöansprüche an Frau Bürgec- inetster (Seil, Lick Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. September, nachm. 13 Uhr, vom Sterbehause Möserstraße 22 aus statt Motorrad- Garagen frei 105479 RlilUsnrker Straße 31. besonders für Gießen. Wil- gewähren Gehn It bzw. Zuschutz u. Provision, evtl, auch Tagegelder Nichtfachleute werden für obige Posten eingearbeitet und bei der Werbetätigkeit praktisch geführt. (7167V 2 fast neue Motorräder lsteuersreii. Modell 28 n. 29 2 gut erhaltene Fahrräder 3 Leitspindel- Orehbänke sehr preiswert zu verkaufen. »ms» Ernst Pfaff Kinzenbach. Schützengesellschaft 1926 Gießen e. V. Ab 1. September findet unser Schießen Sonntags von 9 bis 12 Uhr und mittags von 3-6 Uhr auf unserem neuen Schieb» stand statt. 7214D Ter Vorstand. Ehrliches, kinderl. Mädchen VMM für einen Tag in jeder Woche gesucht. Zu erfr. in d. Geschst. d. Gietz. Anz. 05512 Saubere Krau Stelle z. Waschen Freie 4-Ziiwr- ttüW in besserer Ausführung zu vermieten. Schriitl. Angeb. unt. 05489 n. d. Gietz. Anz. Platz-Inspektoren „n> Bezirks-Vertreter Montag, 2. Sept., 19 Uhr eröffnen mit in der (6octbcidnilc (Weit an l. 43) einen Änlängerlßlirgang i.d. deutsch. Einheits- kurzfchrift, f. Damen u. Herren. Unter- richtc'geldVM. 12,- Etn Nedeschrift- lehrgatig beginnt a. gleichen Abend um 20 Uhr. Am 3. Sept. Beginn d. Fortbil' dungs- und Diktat- htric. Zlnmeld. bzw Auskunft d. Herrn Franz. Haustein, Wilhelmstratze 611. ober z. Unterrichts' 117er Mittwoch,d. 4. (Sept# abends 8'° Uhr Monats Versammlung bei Kamerad Emil Sieck, Hammstr. Um zahlreich. Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand. Für unser Texti Iversand haus mit eigener Fabrikation suchen wir Vertreter in allen Städten für den Verkauf unserer bewährt. Qualitäten in Hetren- Stossen, Trikotagen, Teppichen, Gardinen, Bettwäsche, fertigen Betten, Tischwäsche, Damen-Wäsche usw. bei erleichterien Zahlungsbedingungen. In Beamtenkreisen und bei selbständigen Gewerbetreibenden gut einae- führte, branchekundige Herren wollen sich mit Angabe der bisherigen Wanderer- Motorrad fast neu, eintausend km gelaufen, sehr preiswert z.verkauf. Schristl. Anfragen u. 71601) an den Gietz. Anzeiger erbeten. Tüchtiges Mädchen für Küche und Haus sofort gesucht. 7203D Frau Pros. Plelfler, Bießen, ütebigstr. 38. Gießen (Westanlage 31), den 31. August 1929. Die Beerdigung findet am Montag, dem 2. September, nachmittags 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. gel. Autoschlosser, Fuhrersch. I u. Illb, sucht Stellung für Personen- oder Lieferwagen. Nebenarbeit wird mit- übernominen. Schr. Angeb. unter 05498 an o. Gies;. Anz. erb. Geschäftstüchtiges Fräulein sucht Stellung als Btlnedflnöen am Baum zu verk. Daselbst einige schw. suDueoliliönet leb. abzugeben «z« Haas, Fricdrichstr. 16 a Du tust mir nicht mehr lange weh, Du Hühnerauge auf der Zeh ; T Wirst ausgewurzelt KSa l\ kurzerhand Ll Durch „Lebewohl“ das Pflasterband. TOk \J Hühneraugenlebewohl u. Lebewohl-Ballenscheiben für die Fußsohle,Blech- dose (8 Pflaster) 75 Pf., Lebewohl-FuBbad gegen empfindliche Füße und Fußschweiß, Schachtel (2 Bäder) 50 Pf., erhältlich in Apotheken und Drogerien, sicher zu haben: Mediz.-Drog. Haus Hindenburg, Seltersweg 68a, Löwen-Drog. W. Kllbinger Nacht, Seltersweg 79a, H. Noll, Ludwlgsplatz-Drog. und Neustadt-Drog., O.Winterhoff, Drogerie, Kreuzplatz 9,10. 32d4V Mritmii Zusammenkuoll der Damen Mittwoch, 4. Scvt. nachmittags 05501 auf der Hardt. Günstige Gelegenheit Auto (ChryslerLimousien) 4sitz.m.all.Neuerung. erst 9000 km ges., faft neuwertig, weg.Aus- gabe sof. vretsiv. zu verk. Schr. Ang. unt. 7144va. d. Gietz.Anz. Wi bei hohem Voljn. Gewerbsmätztge Stellen Vermittlung Sophie DUIfer, Neustadt 50. 7223D Kräftiger Suuge aus Gietzen od. Umgeb., der das Schmie- dehandwerk erl. will für sof. gesucht. 7iotD Tiefonwcg 6. Ein sau iv. gebraucht, elektrischer Moiov mit Oo53’ autom. Anlasser 14 PS dazu ein fast neuer Ueberttetbrle= men sowie 3 Kreissägeblätter mit Tisch sofort preiswert zu verkaufen durch L. Gräf, Pflaster- meister, Grotz.Buseck f. längere Zeit. Verlangt wird einwandfreie Beherrschung von Stenographie u. Maschinenschreib. Laboratoriumskenntnisse erwünscht. Schnsil. Ang. unier 72081) an d. G. Anz. Für neuen Haus- Haltungs - Artikel werden noch einige 'Uj N t Laden oder ähnliche Lokalität für Radio-, Fahrrad- und 9iäh- mafchtnengeschäsi gesucht. Schr. Angeb. u.05529 a. d. Gieh. Anz. erb. [Stellenangebote| Jüngerer Hochbauteciiniker iAbsolvent einer Gewerbeschule!, welch, sich aus Archuektur- burenu weiter ans- bilden will, f. sofort gesucht. Schr. Ang. u. 7206l) an d. G. A Staatl.Institut sucht Iriifie Bauterrain a. d. Rodheimer Str. zirka 5700 qm, über 100 m Stravenfront, im Ganzen zu 'M. 3.— pro qm zu verkaufen. Schriitl. Angeb. unt. 05510 an d. Gies;.Anz. Verkäufe | Haus 3X4 Zimmer.Küche Werlnait, Hof, Einfahrt, Zentrum der Stadt, billig zu verk. J.Baer, Dstanlage29 kW« 5MM. maschinell einwandfrei, zu jedem annehmbar. Preis abzugeben. Näheres durch: 7034V E. Alchoff Auto-Licht-Zentrale, Gießen. Telef. 2534 Frau L. Gregori, Kirchenplatz 12 II. Borzustellen abends nach 7 Uhr.________ Unbedingt zuverlässig., kinderliebes Mädchen mit allen Hausarbeiten vertraut zum 15.Sepiemb. gesucht. Moltkettraße 2 pt. Zum baldigen Eintritt s. meinen Haushalt (2 Personen) ein braves Vertreter sür sofort gesucht. Näheres Frank- furtcr Str. 68 1. Zwei junge, arbeiiö- freudige Herren für leichte Reisetätig- keit bei hohem Verdienst gesucht. Verheiratete haben den Vorzug. Borzust. ob 1 Uhr nachmittags b. Willi Lek, Ritter- gassell II. [05499 Wirtschastl. tüchtige Dame sacht Wirknngskreis als Hausdame,Wirt- schaftsdame tm Heim oder frauenlosem Haushalt. Evtl, bei Arzt, Rechisanwalt, wo Wohnungseinrichtung zur Verfügung gestellt werden kann. 4—5-Zirn- mereinricht. verbanden. Schr. Ang. unt. 71991) an d. G. Anz. Für einen jungen Schuhmacher- Gesellen suche ich sos. Stellung Näheres b. Christian Kuhl, Schuhmacher- weist'r, Homberg Oberb essen. [7171 u Gutgehende Wirtschaften Restaurants und Cafe zu verkaufen und zu verpachten durch W. Weeber. Abteilungimmobilien, Butzbach, Griedler- straße 23.__7158V Geschäftshaus Von einem älteren Ehepaar wird ein tücht., ehrlich. [0MIS Mädchen ober desgl. Frau mit guten Emvseh- lungen iiir tagsüber gelucht. Äield. 10—12 u. 16-18 Uhr an Frau Forstrat Wallenfels, Aulw.-Ecke Viebinftr. Suche ältere und jüngere Bflti Stiei-,n- eiet mmei? _ ein Wohn- oder Gcschäftsbaus kaufen? oder eine hochverzinsliche Hnpothek durch eine billige ablösen oder haben Sie 1932 eine Auiwertimgshypothek auszuzahlen, dann wenden Sie sich wegen Finanzierung dieser Angelegenheit auf alle Fälle an Karl Seibert, (öieften, Stepbanstr.I7H. Bestimmt zu treffen Mittwochs von vormittags 8 btö abends 7 Uhr. Kräftiger u,v,a* Mstzgev- lehvlmg sofort gesucht. Zu erfragen in der Ge- schäftsft.d.Giek.Anz. Zum 1. Oktober Bäckerlehrling | Mietgesuche | 5- VIS b-Mmet- öfliinung von Wohnungssuchenden ui. Dring- ltchkeitsschein sofort gesucht. Umzugs- oergütiM' od. dergl. wird gewährt.. Schr. Angeb. unier 72101) an den Giek- Anz. Beschlagnahmesreie 3—4-^immcr- Wohnunq von riihtgem Mieter für sofort gesucht. Schr. Angeb. unter 7211l)a.d.Giefr. An-. Poltz.-Beamter fuchi 2-3-Zimmer- Wohnung evtl. Uebernalnne d. Zentralheizung. Schristl. Angebote unter 05518 an den Gietz. Anz. erbeten. Aeltereo Ehepaar lNeichSbeamter) sucht schöne 3-4-3immer- wohnung Schr. Angeb. unter 05508 n. b. (Vien. Anz. WWWe sowie Kelter zu verkaufen. Schrift!. Angeb. unter 05515 an ben Gietz. Anz. 1 gebrauchter WerlMii zu verkaufen. 05516 Neuenweg 34. 13lmmer, Sammer und Slime mit el. V. für 1. Okt. vonkinderlofemEhe- vaar gesucht. Schr. Angeb. unter 05486 an den Gietz. Anz. Akademikerfud) nöhl. Zimmer elektr. Lt Schreibtisch, mögl. Klavier- benutzung s. 1. Sept. Schristl. Angeb. unt 05523 n. b. Gietz. Anz. Gasherd mit Tisch billig, zu verknusen. 05530 Kaisernllee 53 p. Eisernes ßlnöerhett weih, zu verk. 05507 Schtllerstratze 9p. s. halbe Tage gesucht. Frau INar DIarnm, Bahnhofstr. 4. o.-ais Jüngeres Iienitmildliieil für Masch.- u. Automobilbau. Schwach- u.Stark- stromtechn. Äelt. Sonderabt. für Landen, und Flugt. Gietzener HaOfaöret- Berein 1885 e. v. Heute 71740 Abendfahrt Abfahrt 8 Ubr Heisischer Hof. Gesangverein Cflncerdia Gegründet 1864 Sonntag, 1. Septemb., nachmittags 4 Uhr, find, unser diesjähr. Werttil m. elektrischem Licht zu vermieten. Schr. Angebote unt. 05553 an den Gietzener Anzeiger erbeten. Mnl mit Saal in Ausflugsort (Taunus) zu verkaufen. 7158 V Preis Mark 19.000.— Anzahlg.Mk. 8.000.— W. Weeber, Abtlg. Immobilien, Bntzbach, Griedlerstraße 23. Nr. 204 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 5(. August 1929 Zur Finanzlage der Reichsbahn. Von Hans piening. Die Finanzlage der Reichsbahn, die über einen 2ahrLöetat von saft 5,5 Milliarden Mark verfugt, gkKattet nach den verschiedenen amtlichen Aeußerungen der letzten Zeit nicht die deckungslose ilebernabme der durch den bekannten Schiedsspruch des Reichsarbeitsministers entstandenen Mehrpersonalkosten von rund 55 Millionen Mark. Das klingt an sich verwunderlich, weil bei einem so hohen Etat und den jährlichen ilcber» schüssen von fast einer Milliarde Mark eine monatliche Mehrausgabe von 5 Millionen Marr eine große Rolle nicht spielen durfte. Sieht man sich die Finanzlage der Reichsbahn indes näher an und ganz besonders die Ansprüche, die an sie gestellt werden, so erscheint der Deckungsantrag, der wegen einer zu erwartenden Tariferhöhung in der Oeffentlichkeit Beunruhigung hervorgerufen hat, in einem wesentlich anderen Licht. Auf der Habenseite des Etats erscheinen erhebliche Posten, die gesetzlichen Bindungen unterliegen und über die eine freie Verfügung der Reichsbahn nicht besteht. Zunächst erscheint als größter Posten die R e p a r a t i 0 n s l a st, die seit 1928 jährlich 660 Millionen Mark ohne Berkehrsfteuern ausmachen. Bon den Berke hrssteuern hat das Reich außerdem nach dem Dawesplan jährlich 2 5 0 Millionen Mark an den Reparationsagcnten abzuführen. Rach dem Poungplan soll die Zahlung der Ver- kehrssteuer fortfallen, während die Reichsbahn nach wie vor gezwungen sein wird, an das Reich für Reparationszwecke die bisherige Summe abzuführen. Ferner erscheinen drei Rücklageposten, und zwar die gesetzliche Ausgleichsrücklage, die mit Ultimo 1928 die Summe von 408 Millionen Mark erreicht hat, die Betriebsrücklage, die mit 756 Millionen Mark zu Buch steht, und endlich die Rückstellung für Detriebs-Rechtabschreibung von 365 Millionen Mark. Diese drei Rücklagen stellen gewissermaßen das Vermögen der Reichsbahn dar, das gesetzlich vorgeschrieben ist und aufgespeichert werden muß, bis eine bestimmte Höhe erreicht wird, bei der Ausgleichsrücklage z. D. 500 Millionen Mark. Trotz dieser hohen Rücklagen war im Jahre 1928 ein Reingewinn von 249 Millionen Mark erzielt worden, wovon 75,6 Millionen Mark aus Dividenden für die Vorzugsaktien entfielen und 173 Millionen Mark auf neue Rechnung vorgetragen worden sind. Menn man diese Zahlen betrachtet, so kann man zu keinem anderen Schluß kommen, als daß die Reichsbahn immerhin noch ein gut rentierendes Unternehmen ist, d. h. wäre, wenn eben nicht die ungeheuren Ansprüche an das Unternehmen gestellt würden. Die Zahlen haben illusionären Charakter. Die Tatsache, daß die Detriebs- zahl — der Gradmesser für die Gesamtlage — von 82,53 im Jahre 1927 auf 83,24 im Jahre 1928 gestiegen ist, beweist, daß die Finanzlage nicht besser, sondern schlechter geworden ist, d. h. daß die Ausgaben im Verhältnis zu den Einnahmen gestiegen, bzw. die Einnahmen nicht im Verhältnis zu den Ausgaben gestiegen sind. Es ist Weiter bekannt, daß die Reichsbahn wegen mangelnder Mittel mit der Erneuerung der An lagen sehr im Rückstand ist. Rach Angabe der Reichsbahn selbst sind noch 7000 Kilometer Gleislänge verbesserungsbedürftig, also ein erheblicher Teil der Gesamtanlagen. Rach der Darstellung von O.uaah in seinem sehr beachtlichen Buch ^Sicherheit und Wirtschaft bei der Reichsbahn" hat die Reichsbahn infolge der übermäßigen Beanspruchung von Reichsbahnmitteln bereits einen Substanzverlust von m i n° bestens 2,5 Milli ar den Mark erlitten, d. h. mehr als 10 Prozent des gesamten Reichsbahnwertes. Angesichts dieser Tatsachen erscheint die Finanzlage der Reichsbahn nicht in einem besonders günstigen Licht. Der Voungplan befaßt sich sehr eingehend mit der Reichsbahn und verlangt, daß das Unternehmen unabhängig bleibt, daß also eine Rückgabe des Besitzes an das Reich, das die Kanguruhschwanzsuppe und Giraußenrührei. Eine Studie über den Begriff des Eßbaren. Von Martin proskauer. Um jede Speisekarte sind unsichtbar und doch * hemmend die Landesgrenzen gezogen, und der Deutsche, der in einem kleinen Lokal in Rea- pel zum erstenmal Tintensisch ist, kv'nmt sich wie ein wagemutiger Abenteurer vor, dec einen Vorstoß in unbekannte Gebiete macht. Umgelehrt wird es dem Italiener gehen, der Königsberger Fleck oder schlesisches Himmelreich zum erstenmal versucht. Daß die Eingeborenen aller Länder, besonders die auf niedriger Kulturstufe stehenden Stämme, allerlei essen, woran sich der Magen des Weißen nie gewöhnen wird, ist bekannt. Tie gerösteten Heuschrecken, die in vielen Weltteilen als Leckerbissen gelten, zwanzig Jahre alte Butter aus PakmilH in den Tee gerührt, die größte Kostbarkeit der Tibeter, und leicht gerösteter, nur flüchtig gereinigter Elefantendarm als Delikatesse ostafrikanischer Stämme werden freiwillig von Weißen als Rahrung nie ausgenom- men werden. Und im übrigen gilt das Sprichwort: ,.Jn der Rot frißt der Teufel Fliegen." Da hier von merkwürdigen Speisen die Rede sein soll, so möchte ich, mit der eigenen Erfahrung anfangend, vom Känguruhschwanz erzählen, der eine wirkliche Delikatesse ist und ein weiches, außerordentlich fettes Fleisch hat, das ein bißchen nach jungem Schweinefett und ein bißchen fischig schmeckt, am meisten an Schildkrötenfleisch erinnert. Schildkröte ist längst keine Seltenheit mehr und lecket heute noch als „real turtle-soup“ (zum Unterschied von „mock turtie-soup“, die aus Ochsenschwanz gemacht wird) viele Festessen em. Da wir gerade von Delikatessen in Konserven sprechen — der chinesische Leckerbissen ,,H a i = fischsl 0 sse n" schmeckt wie fettes, ziemlich grobfaseriges Fischfleisch und erinnert noch am meisten an Thunfisch, der in Südeuropa sehr viel gegessen wird und den es in der Zei t der Rah «lngsmittelknappheit auch in Deutschland häufig gab. Frisches Straußenei schmeckt genau wie Hühnerei, das Gelbei ist etwas heller und Dahnen im Jahre 1920 von den Ländern erworben hat, vorläufig nicht stattfindet. Der Reichsverkehrsminister hat, als der Deckungsantrag nach der Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches prompt erfolgte, erklärt, daß er e r st öic Auswirkung des Voung- planes ab'toarten wolle, ehe er zu dem Antrag Stellung nehmen werde. Das war vor zwei Monaten. Inzwischen ist seitens der Reichsbahn von neuem Deckung beantragt worden. Rach dem Gang der Haager Verhandlungen ist es sehr fraglich, ob es möglich sein wird, für die Finanzlage der Reichsbahn so viel herauszuholen, daß die Deckungsfrage, geregelt werden kann. Immerhin wäre zu denken, daß der Sch uldverschreibungsdienst wegfällt und dadurch etwa 100 Millionen Mark, die heute für die Verzinsung und Tilgung der Repa- ratiensschuldverschreibungen aufgewendet werden müssen, frei werden. Doch bestehen darüber so lange noch Zweifel, als die gesetzlichen Bindungen bestehen. Es wäre daher auch für die Beruhigung der Oeffentlichkeit dringend notwendig, sobald über das Inkrafttreten des Voungplanes Gewißheit herrscht, alsbald Aenderungen bzw. die Aufhebung der gesetzlichen Bindungen zu veranlassen, um die notwendigsten Mittel für die Reichsbahn frei zu machen. Eine anscheinend amtliche Mitteilung besagte vor einigen Tagen, daß zwischen der Reichsbahn und dem Reichsverkehrsminister erneut Verhandlungen über die Deckungsfrage stattgesunden hätten. Bei dieser Gelegenheit wurde bemängelt, daß die Reichsbahn schon Vorbereitungen für eine etwaige Tariferhöhung getroffen hätte. Aber die Tatsache, daß ein vorsichtiges Unternehmen mit Möglichkeiten rechnet, darf nicht verwundern und braucht auch nicht die Befürchtung wachzurufen, daß in der Tat schon mit einer Tariferhöhung zu rechnen ist. Es wird schon aus dem Grunde mit einer besonderen Maßnahme des Reiches zu rechnen fein, weil das Reichsbahngericht aus Anlaß der letzten Tariferhöhung in dem damals beantragten Umfange von 10 Prozent entschieden hat, daß die Reichsbahn zu der damaligen Erhöhung der Preise berechtigt werde, daß aber das Reich verpflichtet fein müsse, in künftigen Bedarfsfällen Mittel für die Reichsbahn frei zu machen, ohne die Tariffchraube anzusehen. Wenn also für das Reich d i e Verkehrs steuern frei werden, so wird es nicht mehr als recht und billig sein, der Reichsbahn hieraus genügende Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Wirtschaft, die sich von einem Jahr zum andern mit fast untragbaren Lasten durchschleppen muß. ohne Aussicht zu haben, daß sich die Lage bessert, muß verlangen, daß alle Mittel und Wege geprüft und aus- genuht werden, bevor man zu dem rohen Mittel der Tariferhöhung schreitet. Der Kamps um die Klagemauer. Von unserem kLyv.-Derichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Haifa, Ende August 1929. In Palästina ist der Rassenkrieg ausgebrochen. Schon hat es in Jerusalem blutige Zusammenstöße zwischen Juden und Mohammedanern gegeben; in Hebron sollen Äraber- banfcen das Polizeihaus gestürmt und eine große Zahl von Juden — man spricht von 40 bis 50 Opfer — „massakriert" haben; überall aus dem Lande, insbesondere aus Galiläa, kommen sich überstürzende Hiobsbotschaften und selbst in der zionistischen Hochburg, in T c 1 A v i v und der mit ihr verbundenen Araberstadt Jaffa hat es Scharmützel gegeben, die nicht ohne Blutvergießen endeten. Keiner der Kenner des Landes kann sich über den Ernst der dadurch entstandenen Lage täuschen. Man wartet mit einer erregten Spannung das Eintreffen weiterer Unglücksnachrichten ab, und man ist sich klar darüber, daß man erst am Anfang von Entwicklungen steht, die eine überaus gefährliche, vielleicht sogar in die Weltpolitik greifende Zuspitzung zu erfahren vermögen. Auch hier in Haifa werden bereits Sicherheitsmaßnahmen getroffen, obwohl man das Vertrauen haben kann, daß das gute Verhältnis zwischen der mohammedanischen Bevölkerung und den vorwiegend christlichen und schon alteingesessenen Kolonisten an dieser fruchtbarsten, zivilisiertesten und schönsten Bucht der palästinensischen Küste ein Uebergreifen der Kämpfe nach hierhin verhindert. Man steht erst am Anfang der Entwicklung, aber diese Entwicklung, wie sie heute eingetreten ist, war bereits seit langem, seit Jahren schon v 0 r a u s z u s e h e n. Man muß einen kleinen Exkurs in die neueste Weltgeschichte unternehmen. um sich über diese Dinge klar zu werden. Palästina war unter türkischer Herrschaft ein ruhiges und friedliches Land, in dem die drei Religionsgemeinschaften, die an Zahl bei weitem überwiegenden Mohammedaner, die Christen und die Juden einträchtig beieinander wohnten. Es war durchaus das gelobte Land des Friedens, und de? große Pilger- und Fremdenverkehr zu den heiligen Stätten der Christenheit brachte auch genug Geld, um al n Einwohnern einen, wenn "bei der Kargheit des Ackers auch recht bescheidenen Wohlstand zu sichern. Da kam der Krieg, und England war es. das hierhin die Kriegssackel trug. Cs versprach den Arabern Befreiung von der türkischen Oberherrschaft, die ohnedies nur durch ihre Steuermaßnahmen sich bemerkbar machte und sicher nie, jedenfalls hier in Palästina nicht, als „Joch" empfunden wurde. Aber diese durch hervorragende englische Agenten — man denke an den Oberst Lawrence - überallhin in der blumenreichen Sprache des Orients verstreuten Versprechungen schufen und erweckten etwas, was es bis dahin in dieser Geschlossenheit nicht gegeben hatte, ein arabisches Rationalgefühl und den Traum einer eingeborenen Rationalherrschaft über ganz Arabien. Man sagt nicht zu viel, wenn man behauptet, daß diese Vorstellung eines arabischen Staates sich auch in den Gehirnen von Eingeborenen unauslöschlich festgesetzt hat, deren Denken sich sonst in der Sorge für die Familie und für das bißchen Futter für die paar Ziegen, die man besitzt, erschöpft. Das Qlrabcrtum schaute mit einem unvergleichlichen Vertrauen auf England, und dieses Vertrauen konnte nicht einmal erschüttert werden durch die starken Sympathien. die ganz unzweifelhaft von den deutschen Truppen bei der arabischen Bevölkerung erworben wurden. Dann tarn jene Bals 0 ur - Deklaration. die der schon im Jahre 1916 geschaffenen „jüdischen Legion" die Wiedererrichtung Zions an der Stätte des alten Tempels versprach. Damit hatte England nun auch noch den jüdischen Rationalis- m u s geschaffen und ein Land zweimal verteilt, das ihm noch gar nicht gehörte. Nach dem Kriege setzte sofort die z i 0 n i st i s ch e Einwanderung mit Macht ein. Jaffa war das Einfallstor der Juden, die von allen Kontinenten herbeiströmten, und, wie von Zauberhänden gebaut, entstand die amerikanisch anmutende, aufdringlich schöne, an einen Weltkurort erinnernde jüdische Stadt Tel Aviv in der Nachbarschaft dieses alten arabischen Hafens. Vorerst hielten die Zionisten sich sehr zurück. Sie begnügten sich mit den ihnen angebotenen Gebieten, und sie machten deutliche Anstrengungen, mit der mohammedanischen Urbevölkerung in ein Freundschaftsverhältnis zu kommen. Doch nicht lange. — Das muß zur Steuer der Gerechtigkeit gesagt werden. Nicht die Araber sind cs, die die Gegensätze dann schufen, sondern der zionistische Expansionsdrang ging, sobald erst einmal der Besitz des Küstenplatzes gesichert erschien, mit einer Rücksichtslosigkeit vor, die hier doppelt unangebracht war, weil bis zum Kriege der Jude in Pablasser. Wenn man die sehr harte Straußenei- schale von etwa Bleistiftdicke durchbohrt hat, fließt das appetitlich aussehende Innere heraus, das ungefähr einer Menge von fünfundzwanzig Hühnereiern entspricht. Wer nicht weiß, daß er Straußenei vorgesetzt bekommt, wird es ohne weiteres als Hühnerei verzehren. Dr. Hornaday, ein bekannter amerikanischer Zoologe, der vierzig Jahre lang große Tier- forschungs- und Fangexpeditionen unternahm, benutzt jede Gelegenheit, ungewöhnliche Rahrung zu kosten. Vor Jahren hatte eine amerikanische Walfischgesellschast die Absicht, Walsisch- fleisch auf den Lebensmittelmarkt zu bringen, um es dort zu außergewöhnlich billigem Preis abzusehen. Sie veranstaltete zunächst ein Einführungsessen, bei dem Walfleisch in allen möglichen Formen vorgesetzt wurde. Das.zarte Fleisch schmeckt ähnlich wie Beefsteak, es war nur etwas fetter, aber gar nicht fischig; in kaltem Zustand dagegen kam der Fischgeschmack sehr deutlich heraus. Der sogenannte ..Blubber", das Walfischsett. aus dem das Oel gewonnen wird, toar selbst knusprig gebraten, tranig und ungenießbar. Als ein junger indischer Elefant, der einem Wanderzirkus gehörte, wild wurde und erschossen werden mußte, verschaffte sich Hornaday ein großes Stück von der Schulter, das er ä la Beefsteak zubereiten ließ. Der Fleischer- jneiftcr des Ortes, der Hornaday beim Zerlegen geholfen hatte, „ er Härte verächtlich: „Das kann man nicht essen". Am Abend lud ihn Hornaday, der das Elefantenfleisch heimlich beiseite gebracht hatte, zum Essen in sein Hotel ein. Der Fleischermeister folgte geschmeichelt der Einladung und aß so lange Elefantenbraten, bis er satt war. Als er dann erfuhr, daß er damit den Gegenbeweis zu seiner Behauptung geliefert hatte, Tagte er lachend: „Donnerwetter, das habe ich nicht gemerkt. Cs war ja ein bißchen zäh, aber oa§ ist in dem Hotel hier immer so." Bei einer Wanderung in den Rocky Mountains — eS war nod) in den letzten Tagen des wirklichen Wildwestlebens - kam Hornaday mit seinen Freunden bei einer Jagdfahrt zu einem Offizier in einem einsamen Grenzposten. Dieser setzte ihnen dreierlei Fleisch vor: Elch, Reh und Schaf, alle drei leicht angerauchert und dann gebraten. Es schmeckte ausgezeichnet; und nun sollten die Jäger sagen, was sie gegessen: hatten. Der Gastgeber lachte: „Ihr habt alle miteinander falsch geraten." So wenig war das Fleisch der Wildtiere vom Hammelsleisch zu unterscheiden. In Südamerika, im Orinoko-Delta, geriet Hornaday mit einer zoologischen Expedition infolge mangelnden Rachschubs in Rahrungsschwierig- [eiten, und sie mußten sich wochenlang von Tieren nähren, die sie dort schießen konnten. Da gab es gebratenes Wasserschwein (Capybara hydrochaerus), das größte lebende Ragetier, das so groß wie ein Schwein wird, aber Zähne wie ein Biber hat. Cs war aber nur eben gerade genießbar und nicht wohlschmeckend; auch Gürteltiere wanderten in den Kochtopf und schmeckten wie fettes Schweinefleisch. Besser schmeckten die großen, meterlangen Eidechsen, und Hornaday behauptet, daß gehackter Leguan, mit der richtigen Sauce angemacht, von kaltem Huhn nicht zu unterscheiden sei. Am besten hat ihm in dieser Zeit Krokodilschwanz geschmeckt. Er schoß ein junges Orinoko-Krokodil (crocodil intcr- medius). Beim Abhäulen meinte Hornaday zu feinem Jagdgefährten^ „Das Krokodil lebt von guten Fischen, das Fleisch muß also auch gut schmecken. Wollen wir es probieren?" „Bitte sehr," sagte der Freund, „wenn du willst, kannst du alles haben. Ich verzichte." Hornaday schnitt also ein ordentliches Stück Fleisch aus dem Schwanz und ließ es knusperig braun braten. Das Fleiscy war feinfaserig, weiß wie Truthahnfleisch, ganz zart und ohne jeden Moschus- oder Wildgeschmack. Der Jagdgesährte sah zu, wie Hornaday mit Appetit aß. Als die Hälfte verschwunden war, konnte er nicht länger widerstehen. Auch eine seltene Schildkröte, die grotesk aussehende „Matarnata-Terrapin" wanderte in diesen Tagen in den Kochtops. Hornaday sagt: „Während mir mein zoologisches Herz schlug, daß eine solche zoologische Seltenheit aufgegessen werden sollte, erklärte mein Magen, seit langem nichs Besseres erhalten zu haben." Bei einer zoologischen Versammlung in Reu- york ließ Hornaday zum Frühstück Klapperschlangen-Koteletts servieren, die wie Schwcinckoteletts zubereitet wurden. Das Fleisch war weiß und im Geschmack fischartig; doch war auf den Gesichtern der Tafelrunde deutlich zu lesen, daß man es nur der Wissenschaft halber läflina wie im ganzen Orient durchaus in der Minderzahl war. In Jerusalem selbst hatten die Juden zwar rein nummerisch wohl immer das Uebcrgcwicht gehabt. In ihrer Hand lag auch die Organisation des Fremdenverkehrs. Aber Jerusalem unterstand dock) vorwiegend arabischer Verwaltung und immer waren es die beiden Familien der Nascha-Schibis und der Husseinis, die eine Art Patriziertum über die Heilige Stadt ausübten. Die Juden befanden sich dabei recht wohl, denn sie wurden weder in ihrer kommerziellen Betriebsamkeit gestört, noch beengte man ihnen ihre Neligionsübungen, die an auch den Moslemin heiligen und ihnen meist gehörenden Stätten stattfanden. Das wurde anders, als der Zionismus in das Land eindrang. Es ist schon oft in den letzten Jahren an der Klagemauer in Jerusalem und an anderen jüdischen Religionsstätten, die, wie gesagt, aud) Religionsstätten der Moslemin sind, zu scharfen Auseinandersetzungen gekommen. Die „jüdische Legion" ist in einer etwas eigentümlichen Form bestehen geblieben. Es gibt eine Art zionistischen Faszismus, und dieser Faszismus soll, wenn die Nad;rid)ten, die hier vorliegen, zutrefsen, das erste Signal zu den Kämpfen gegeben haben, die sich nun über das ganze Land ausbreiten. Die Klagemauer selbst soll der Ort der ersten Zusammenstöße gewesen sein. Die christliche Bevölkerung steht diesem Kampfe neutral gegenüber. Sie wird von der immer mehr fid) verschärfenden Spannung mitbetroffen und fühlt sich schon seit geraumer Zeit wie auf einem Vulkan, der über kurz oder lang fürchterlich ausbrechen wird. r ,, . Der Druck des jüdisd)en Kapitals ist wohl eine der tiefsten und ernstesten Ursachen des Rassenkrie- ges, der hier entstanden ist, und die ihm neben dem Charakter des Religionskrieges aud) noch den Charakter des uralten Kampfes um die Sd)o((c verleiht. Die ersten Einwanderer, die das neue Zion errichten wollten, waren durchweg wohlhabende Leute, vornehmlich aus England und aus den Vereinigten Staaten, die denn auch dem neu errichteten Tel Aviv schon äußerlich den Charakter eines Buen Retirv gaben. Aber schon sehr bald flackerte eine Art Spe- tulafionsfieber auf, und es dauerte nicht lange, da waren beträdjtlidye Teile des arabischen kleinen wie großen landwirtschaftlichen Besitzes in die Hande jüdischer Einwanderer übergegangen. Der Landpreis stieg und mit ihm erreichte der Preis landwirtschaftlicher Erzeugnisse eine auch für Palästina phantastische Höhe. Als die arabische Landbevölkerung den Vorgang begriff und aufwachte, war sie schon nahezu rechtlos auf der ihr einst gehörenden Scholle geworden. Das sammelte einen Zündstoff an, der sich schon früher in Explosionen Lust machte und der die Behörden der Mandatsmacht England hatte warnen sollen. Es scheint durchaus, als ob diese Warnung verstanden worden wäre, aber es sind bie geheimnisvollen und von hier aus in ihren M0- tioen nicht ganz zu durchschauenden Ratschlüsse des „Foreign Office" gewesen, die diese Warnung u n b e a d) t c t ließen und fast das Gegenteil von dem anorbneten, was hätte geschehen müssen, uni der sich immer mehr steigernden Spannung zu begegnen. Sicher spielt dabei das Oel eine Rolle. Mehr aber wohl noch der politische Blick auf Aegypten, der heute schon damit rechnet, baß es einmal notwendig sein könnte, aus einer englanbfreundlichen arabischen Bevölkerung, sei es nun, baß sie in Palästina selbst ober noch mehr an den Suezkanal heran bomiziliert werde, eine Kampfreserve zu schaffen. Während man in den letzten Jahren der zionistischen Einwanderung gewisse Fesseln anlegte, öffnete man die Landgrenzen nach dem Süden und Osten hin einem Zustrom ganzer Araberstämme, vor allem aus Transsordanicn und aus dem Hed- fchas. Alic diese '2fraber, denen man sicher große Versprechungen gemacht hat, wollen Land und Nahrung, sind fanatisch mohammedanisch und außerdem trotz ihrer Bereitschaft, England zu dienen, von arabischem Nationalismus er- süllt. Sie sind durchglüht von den Ideen Ibn Sauds und der Wahabiten, und sie tragen diese Ideen in ein nur zu gut vorbereitetes Land, das in ihnen den Befreier non einem wirklichen Joch, dem zionisti- fdjen Kapitalsjoch, gegen das auch Englands Macht versagt, erblickt. fjeruntcrtoürgte und nicht als Delikatesse betrachtete. Bei der schon erwähnten sübainerikanischen Expedition wurde auch der Versuch gemacht, Affenfleisch zu essen. Die kleineren Arten schmecken nach Angabe des Forschers wie wilde Kanincyen, ohne unangenehmes Aroma und jedenfalls besser als Eichhörnchen, das er auch versuchte. Die Brüllaffen dagegen hatten einen so starken Wild- gerud), daß sich niemand heranwagte. Auch in Indien, Ceylon und Borneo versuchte Hornaday allerlei ungewohnte Tafelgenüsse, wie Ärgusfasan, Axishirsch und Gaur (Wildbüffel), die alle wie ihre entsprechenden europäischen Verwandten schmeckten; auch der Sambur, eine indische Hirschart, war vom europäischen Reh auf der Tafel nicht zu unterscheiden. Auch das Fleisch von Moschusochscn wurde von Hornaday mehrfach versucht und als durchaus schmackhaft und merkwürdigerweise ohne jeden Moschusgeschmack gefunden. — Bei Forschungsexpeditioncn oder Jagdfahrten in exotische Länder ist der Weiße fern der Zivilisation auf das angewiesen, was er mit Gewehr und Angelrute erbeuten kann. Die Mitnahme von Konserven und anderem europäischen Lebensmittelvorrat verbietet sich meist schon durch die Höhe der Linkosten für die Fracht und für die Cingeborenen-Träger durch die Wildnis. So erzählt Dr. Lutz Heck vom Berliner Zoologischen Garten, der im vorigen Jahr von einer ostafrikanischen Expedition zurückkam, daß der Hauptbestandteil der Mahlzeiten das Wild war, das er unterwegs täglich für die Kochtöpfe schießen mußte. Ob es nun ein Gnu, eine Oryx- antilope oder eine Thompson-Gazelle war, das ganz frische, nicht abgehangene Fleisch schmeckte fade wie ganz frisches Kalbfleisch und war faserig und zäh. Zur Entfaltung besserer Kochkünste war keine Zeit, und die farbigen Träger der Karawane legten mehr Wert auf Quantität als auf Qualität. Abschließend läßt sich sagen, daß die Entwicklung der Speisekarte, also die Kultur des Essens, mit der Zivilisation Hand in Hand geht; und daß unsere Sprache mit „schmausen, speisen, offen, sich ernähren und — fressen" so viele verschiedene Wörter für denselben biologischen Vorgang hat, ist ein Beweis, daß zwischen dem Kochseuer unter einem hohlen Baum in der Wildnis bis zum modernsten Backherd eine weite Strecke menschlicher Entwicklung liegt. Die englischen Amtsstellen geben beruhigende Mitteilungen aus. Von Aegypten her sollen über Kan- tarra Truppen im Anrollen sein. Jaffa und Haifa erwarten das Anlaufen schon gemeldeter Kriegsschiffe. Es wird einem organisierten Ordnungsdienst der Engländer in diesem Stadium der Ereignisse nicht schwer werden, die Ruhe im Lande wieder herzustellen und sie unter dem Belagerungszustand auch zu erhalten. Aber solche militärische Maßnahmen genügen keineswegs. Man muß dem Problem endlich einmal ernsthaft zu Leibe gehen und entweder dem Wunsch des Zionismus Genüge tun und das ganze Land von der arabischen Bevölkerung evakuieren, oder die faszistisch-zionistische Bewegung in ihre Schranken zurückweisen und diese Schranken fest und dicht machen. Rur durchgreifende Maßnahmen, die dem so oft beschworenen Nationalitätenrecht auch wirklich Rechnung tragen, können verhindern, daß aus diesem Rassenkrieg ein Sturm entsteht, der auch England gefährlich zu werden vermag. Die Auslieferung des Heiligen Landes, wo das tiefste Mysterium des Christentums seine Stätte fand, an den Nationalitätenhaß zweier Rassen vermag ohnedies in keiner politischen Ueberle- gung eine Rechtfertigung finden. Französische Kolonialgreuel in Deutsch-Kamerun. Eine Schilderung englischer Forscher. ” Durch die Liebenswürdigkeit eines Gießener Gelehrten, der sich im Diamantengebiet von Südafrika befindet, werden wir in die Lage verseht, unseren Lesern eine interessante Schilderung englischer Forscher über die Zustände im ehemaligen deutschen Schutzgebiet Kamerun unter französischer Mandatsverwaltung zu geben. Wir entnehmen diesen Bericht dem in Kimberley erscheinenden Diamond Fields Advertiser vom 26. Lulr 1929: Die englischen Forscher, ein Ehepaar T. 21. Glover, sind von ihrer Reise durch Kamerun nach London zurückgekehrt und haben dem Berichterstatter des Blattes von der grausamen Behandlung der Eingeborenen durch die Franzosen Furchtbares erzählt. In den: Bericht heißt es: Die Eingeborenen würden gerne die Deutschen zurückkehren sehen, denn obwohl die Deutschen harte Lehrmeister waren, hatten sie sie immer gut behandelt, während sie jetzt geschlagen und betrogen werden und langsam zu Tode hungern. Die eingeborene Bevölkerung wird durch harte Fron langsam ausgetisgt: die Leute werden gezwungen, am Eiseichahnbau zu arbeiten. Durchschnittlich sterben vierzig Leute am Tage. Das Land ist tatsächlich im Zustande der Empörung. Die Franzosen stehlen eingeborene Frauen, und Die Forscher konnten mit eigenen Augen sehen, wie vierzig Eingeborene erschossen wurden, um Den übrigen Dorfbewohnern ein Exempel zu statuieren. Die englischen Forscher wurden von den französischen Behörden wie Spione behandelt. Es wurde ihnen nicht einmal erlaubt, die Eingeborenen für ihre Dienste persönlich zu bezah- len. Alle Zahlungen mußten durch die französischen Beamten gehen: und da diese schlecht entlohnt werden, behielten sie häufig den größten Teil des Geldes, das für die Eingeborenen bestimmt war, für sich selber. Wenn jene dagegen Einspruch erhoben, wurden sie geschlagen. Soweit der Bericht der englischen Forscher. Er ist interessant als ein gewiß unverdächtiges Zeugnis gegen die Lüge von der kolonisatorischen Unfähigkeit der Deutschen, denen man in Bersailles die Kolonien abgenommen hat, um die Eingeborenen angeblich den Kultursegnungen der alten Kolonialvölker Frankreich und England zuzuführen. Aus der pnwmzialhaupistadt. Gießen, den 31. August 1929. Kriminalhaupiwachtmeister Dahmer t- Das Hessische Polizciamt teilt mit: Am 30. d. M. verschied infolge Ertrinkens beim Schwimmen in der Lahn Kriminal-Haupt- Wachtmeister D a h m e r. Kriminal-Hauptwachtmeister Dahmer, der am l.Mai 1921 zur Polizei eintrat, und bis zum 30. September 1928 Straßendienst versah, wurde am 1. Oktober 1928 zur Kriminalpolizei kommandiert und am 1. April 1929 zum Kriminal- Hauptwachtmeister ernannt. Kriminal-Hauptwachtmeister Dahmer hat sich in allen seinen Stellungen, die er bei der hiesigen Polizei bekleidet hat, als ein durchaus gewissenhafter, brauchbarer und strebsamer Beamter, der nur seine Pflicht kannte, erwiesen,. Sein zuvorkommendes, ruhiges, stets freundliches Wesen, namentlich gegenüber seinen Dor- gesetzten, Mitarbeitern und nicht zuletzt auch gegenüber dem Publikum, mit dem er viel in Berührung kam, hatten ihm das vollste Vertrauen all dieser Kreise eingebracht. Leider ist dieser pflichttreue, ehrbare, erst im 37. Lebensjahre stehende Beamte viel zu früh aus seinem Familien- und Berufsleben herausgerissen worden. Wasserverschwendung und Wassergeld. Vom Städt. Wasserwerk wird uns geschrieben: Dauernd gehen mündliche und schriftliche Klagen über Wasserverschwendungen bei uns ein, die von vielen Bewohnern getrieben werden. Ein interessantes, uns kürzlich zugesandtes Schreiben, das nur auszugsweise wiedergegeben werden kann, lautet: „Trotz der Wasserknappheit, die infolge der sehr geringen Niederschlagsmengen vorhanden ist, finden dennoch Wasservergeudungen statt, besonders von bösartigen Hausfrauen, die dem Hausbesitzer nicht gut gewogen sind. Ich lder Briefschreiber) habe leider auch eine von diesen Verschwenderinnen in meinem Hause wohnen, welche mich dauernd schädigt. Meine Mieterin wirft nämlich alle Abfälle, Reste von Mittagsessen usw. in die 2tbortschüssel, um einen Grund zur Betätigung des Abortspülkastcns zu haben. Der Abortspülkasten ist daher manche Stunde dauernd in Betrieb. Mutz ich bei solch einer Wasserverschwendung die Kosten des Wassers tragen und bin ich in dieser Hinsicht vollkommen machtlos? Ich bitte hierüber um Auskunft." Rach der Verfügung des Hess. Gesamtministeriums vom 20. September 1927 hat in Hessen, sofern keine anderen Abmachungen in dem Mietvertrag vorgesehen sind, der Hausbesitzer das Wassergeld zu tragen, denn in der Miete ist ein gewisser Prozentsatz für Wasserverbrauch ein» geschlossen. In der Bekanntmachung im Amks- verkündigungsblatt vom 5.10.1927 heißt es wörtlich: „Die bisherige Regelung, daß das Wassergeld nur bis 2,5 v. H. der Friedensmiete in der gesetzlichen Miete enthalten ist und der übersteigende Betrag auf die Mieter umgelegt wer- Den kann, fällt weg." Durch diese Bestimmung ist also festgelegt, daß das Wassergeld in voller Höhe durch den Grundstückseigentümer zu tragen ist und eine Unterteilung der gelieferten Wassermenge daher nicht in Frage kommt. Findet jedoch mit Absicht oder Böswilligkeit eine Wasserverschwendung durch den Mieter statt, so kann der Hausbesitzer den Mieter zur Festsetzung der über den normalen Wasserverbrauch hinaus- gehenden Wassermenge beim Amtsgericht verklagen. Weiterhin steht dem Vermieter aber auch bei Nachweis fortgesetzter Schädigung das Recht der Kündigungs- und Räumungsklage zu. Für die Stadt Darmstadt wurde übrigens durch den hessischen Innenminister die Zustimmung erteilt, daß das 2,5 v. H. der Friedensmiete übersteigende Wassergeld auf die Mieter umgelegt werden kann. Gietzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 200 bis 210; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 25; Weißkraut 15 bis 20; Rotkraut 20 bis 25; gelbe Rüben 10 bis 15; rote Rüben 10 bis 15; Spinat 20 bis 30; Römischkohl 10 bis 15; grüne und gelbe Dohnen 25 bis 35; Erbsen 25 bis 30; Tomaten 20 bis 25; Zwiebeln 10 bis 20; Kürbis 5 bis 8; Pilze 40 bis 45; Kartoffeln 5y2 bis 6; Frühäpfel 15 bis 25; Falläpfel 4 bis 5; Birnen 10 bis 30; Preiselbeeren 45 bis 55; Pfirsiche 45 bis 55; Zwetschen 15 bis 25; Mirabellen 20 bis 25; Reineklauden 20 bis 25; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; das Stück: Tauben 70 bis 90; Eier 15; Blumenkohl 30 bis 80; Salat 15 bis 20; Salatgurken 10 bis 25; Einmachgurken 2 bis 4; Endivien 10 bis 20; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 15; das Bund: Radieschen 10 bis 15 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 4,50 bis 5 Mark. * * Gartenbau-Aus stell ungen in Gießen. Am 14. und 15. September veranstaltet der hiesige Obst- und Gartenbauverein in den Räumen der Turnhalle am Oswaldsgarten wieder eine größere Dahlienschau, verbunden mit einer Rosen- und Herbstblumenausstellung, wobei auch größere Obstsortimente nicht fehlen werden, die den Besitzern Gelegenheit geben sollen, ihre Sorten zu bestimmen und neuere gute kennenzulernen. Der Eintrittspreis soll ohne Rücksicht auf die beträchtlichen Unkosten, die dem Verein erwachsen, so niedrig gehalten werden, daß alle Blumen- und Pflanzenfreunde unserer Stadt und deren weiterer Umgebung Gelegenheit finden werden, die Fortschritte auf dem Gebiet der Dahlien-, Rosen-, Gladiolen-- und Sommerblumenzüchtungen, wie die der herbstblühenden Stauden rennenzulernen, damit immer mehr und bessere Blumen ihren Einzug in die Gärten halten können. Eine Prämiierung findet in diesem Jahre nicht statt, da alle Kräfte aufgespart werden für die große Obst- und Gartenbau-Ausstellung, die nächstes Jahr im Rahmen der Provinzial-Ausstellung des Landwirtschastskammer-Ausschusses geplant ist und für welche als Ausstellungsraum die Volkshalle nebst Umgebung in Betracht kommen soll. • * Viehmärkte in Gießen. Rindvieh- (Nutzvieh-)Markt findet statt am 3. September, Schweinemarkt am 4. September in Gießen. Interessenten seien auf die Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil hingewiesen. * * Dienstjubiläum. Am 1. September kann der Buchhalter Adolf Staudt auf eine 30- jährige Tätigkeit bei der Firma Hermann Heß zurückblicken» ** E i n Anlagenkonzert veranstaltet morgen, Sonntag, 11 Uhr, das Musikkorps des 1. Datl. 15. Inf.-Rgt. bei günstiger Witterung in der Südanlage. Leitung: Obermusikmeister Löb er. Die Musiksolge lautet: 1. Heeres- marsch I, d. „Der Rh einströmer"; 2. Ouvertüre zur Oper „Maritana", W. Wallace; 3. Vorspiel zur Oper „Loreley", M. Bruch; 4. Fantasie aus der Operette „Der Mikado", A. Sullivan; 5. Armeemarsch II, Nr. 191, „Der Lymsjord- strömer, G. Piefke. * * Die Museen sind am Sonntag zu kleinen Preisen geöffnet. ** Einheitskurzschrift. Die erste Reichs- kurzschriftgesellschaft „Gabelsberger und Damenabteilung e. V, Gießen, eröffnet am 3. September in der Pestalozzischule einen Anfängerlehrgang in der Einheitskurzschrift für Damen und Herren unter Leitung eines staatlich geprüften Lehrers der Stenographie. Außerdem finden verschiedene Fortbildungskurse statt. (Siehe heutige Anzeige.) ** Ob st essen und Wasser trinken. Wenn nach reichlichem Obstgenuß dem vollen Magen noch Flüssigkeitsmengen zugeführt werden, so verliert dieses Organ die Fähigkeit zur Bewegung es entsteht Druck auf die benachbarten Organe, Gärungserscheinungen des Inhalts setzen ein, und wenn dann Erbrechen nicht möglich ist, können ernste Gesundheitsstörungen eintreten, die namentlich bei Kindern, die häufig viel Obst essen, ärztliche Hilfe nötig machen. Man achte darum auf seine Kinder und gestatte in solchen Fällen das Trinken nicht vor Ablauf von 1 bis 2 Stunden. ** Das Wochenende siegt vor dem Arbeitsgericht. Die Hausangestelltcnkam- mer des Berliner Arbeitsgerichts hatte sich dieser Tage mit einer Frage von allgemeiner Bedeutung zu beschäftigen. Eine Hausangestellte war fristlos entlassen worden, weil sie sich eines Tages geweigert hatte, dem Hausherrn ins Wochenende auf fein Jagdhaus in Neuplaue zu folgen und dort die üblichen Hausarbeiten zu verrichten. Das Arbeitsgericht wies die Ansprüche der Klägerin ab. Aus der Begründung ist folgendes hervorzuheben: „Zweifellos erwächst der Hausangestellten eine gewisse Mehrarbeit bei der Rückkehr in die Berliner Wohnung, weil diese inzwischen nicht gereinigt worden wäre. Anderseits hat der Beklagte trotzdem Anspruch darauf, daß seine Hausangestellte ihm in das Wochenendhaus folgt, denn sonst müßte er die Klägerin regelmäßig für die Dauer eines Wochenendaufenthaltes beurlauben. Es käme dann dazu, daß diejenigen Hausangestellten, die es ablehnten, Haushaltsdienste im Wochenendaufenthalt zu verrichten, zwar Lohn für sieben Tage erhielten, die volle Gegenleistung aber infolge der zwangsmähig gekürzten Arbeitstage schuldig blichen.“ Die Hausangestelltenkammer erklärte die Sache für berufungsfähig. Schach-Ccke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mit^ teilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 227. 8 7 6 5 4 3 2 1 b h 8 7 6 5 4 3 2 1 Weiß. Don Z. Mach. Schwarz, d e f g Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weiß: 8 Steine. Kh5; Db3; Tg3; Le3, h7, Sf7, g4; Beb. Schwarz: 8 Steine. Ke4; Db2; Tf5; Lh4; Sa3, b5; Bd3, g5. Eine sehr feine preisgekrönte Aufgabe. Lehrreiche Partiestellung. Durch eine fatale Zugumstellung verlor Dr. Vidmar die folgende, für ihn günstig stehende Partie. Gespielt in der 5. Runde des Karlsbader Grohmeistertumiers. Schwarz: P. Johner. 6 8 7 5 4 3 2 1 h h 8 7 6 5 4 3 2 b c d e f g Weiß: Dr. Vidmar. a b c d e f g ^22 Wzz77z/>.. Weiß: 9 Steine. Kg2; Db7; Tc7; Sd4; Ba4, b3, e3, f3, g3. Schwarz: 8 Steine. Kg7; De5; Th8; Sh5; Bd5, eb, f7, g5. Nach dem 40. Zuge von Schwarz Sh 5 ergab sich die vorstehende Stellung, in welcher Did- mar einen Fehler beging, indem er 41. g4?? zog. Es mußte natürlich 41. Txf7 + geschehen, wonach Schwarz glatt verloren war. Nach dem Textzuge gelingt es dem Nachziehenden, durch ein überraschendes Opfer die Initiative an sich zu reihen und das Spiel sogar noch zu seinen Gunsten zu entscheiden; lehrreich, wie verhängnisvoll eine Zugumstellung sein kann. Es folgte: ' 41.....Sf4-H 42. exf4, offenbar erzwungen. > DxSd4. 43. Txf7+, Kg8. Eine tragikomische Stellung, Weiß muß einen Turm verlieren, da er selbst auf Matt ftdjt und ihm keine andere günstige Fortsetzung zu Gebote steht. 44. Tf8+, KxT. 45. Dc8+, Ke7. 46. Dc7+, Kfb. 47. fxg5-j-, Kxg5. 48. De7+, Dfb. 49. Da3, De5. 50. Dcl+, Kfb. 51. Dgl, d4. 52. a5, d3. 53. f4, Dxf4 und Weiß gab auf. Lösung des Problems Nr. 223. Don I. Neukomm. 1. Th4-f4! usw. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch, Arbeitsgemeinschaft Der Wiener Revue-Autor K. F. begegnete auf der Ringstraße dem bekannten Romanschriftsteller Leo Perutz. „Ich hab' eine famose Idee," sagte der Revuefabrikant unternehmungslustig, „wir gehen zusammen ins Kaffeehaus auf einen Mokka und schreiben eine Revue!" „Was Ihnen einfällt," lachte Perutz, „ich versteh doch nicht das geringste von Revuefabrikation!" „Gar nicht nötig! Ich werde Ihnen einen Hau^ fen Ideen unterbreiten ..." „Ideen! Aber wer macht das Szenarium?" „Ich, natürlich!" „... und den Dialog?" „Auch ich!" „No, und die Liedertexte?" „Auch ich!" „Ja, Herr." brauste der Schriftsteller auf. „wenn Sie alles selber machen, was bleibt dann eigentlich für mich zu tun?“ „Sie zahlen den Mvkka!" (Lust. Bl.) Neue Post. Vater (ins Bureau tretend): „Ist Post da?" Sohn: „Ja, Binnenpost." Vater: „Dinnenpvst? Was ist denn das?" Sohn: „Es sind fünfzehn Briefe, die fangen alle an: Wenn Sie nicht binnen zehn Tagen Zahlung leisten, sind wir gezwungen .. (Lust. DI.) Das Schlachtfest. Bei einem Kompagniechef lies kürzlich — so wird in Reclams älniversum erzählt — das folgende militärisch knapp gehaltene älrlaubsgesuch ein: „Oberschühe T. bittet um zwei Tage Urlaub zum Schlachten feiner Eltern und Verwandten." Er wurde zwar wegen dieser blutdürstigen Absicht nicht bestraft, aber etwas tiefer in die Geheimnisse des Deutschen eingeweiht. B. Oberheffen. Landkreis Gießen. CD Lollar, 30. Aug. Das diesjährige Preis- schießen des Veteranen, und Kriegervereins Lollar beginnt am kommenden Sonntag und erstreckt sich auf mehrere Sonntage im September. Geschossen wird mit Wehrmannsbüchsen. Namhafte Geldpreise kommen zur Verteilung. Daneben kommen an den einzelnen Schießtagen schöne Ehrenscheiben zum Ausschuß. Q] Lollar, 31. Aug. Ein Motorradunfall ereignete sich gestern gegen 17.30 Uhr in der unteren Hauptstraße des Ortes. Dort wollte der Kernmacher Wilhelm Bolte auf einem seinem Bruder gehörenden Motorrad, aus der Richtung Gießen kommend, ein Fahrzeug überholen, wobei der Reifen des Vorderrades absprang, so daß der Fahrer mit seinem Rade z u Fall k a m. Während das Motorrad hierbei nur leicht beschädigt wurde, zog sich der Fahrer schwere Verletzungen am Kopf, den Armen und dem Unterleib zu. Dr. med. Dietz leistete alsbald die erste Hilfe. Die Verletzungen machten die Ueberführung mittels Sanitätsautos in die Chirurgische Klinik zu Gießen erforderlich. mi. Lich , 30. Aug. Laut Beschluß des 91. Gauturntages des Turngaues Hessen wurde dem Turnverein Lich das diesjährige Gaufrauenwetturnen übertragen, das am 31. August und 1. September hier abgehalten wird. Seit Monaten haben die Festausschüsse des Turnvereins fleißige Arbeit geleistet und alle Vorbereitungen getroffen, die eine harmonische und reibungslose Durchführung des Frauen- wetturnens gewährleisten. Die Stadt ist aufs beste zum Empfang der auswärtigen Turnvereine gerüstet. 'Lich, 30. Aug. Am Sonntag. 1. September, feiert Herr Julius Hummel fein ^jähriges Dienstjubiläum als Küchenchef Sr. Durchl. des Fürsten zu Solms-Hohen- solms-Lich. Hummel ist geboren am 31. Juli 1867 als ältester Sohn des im Februar d. I. im 90. Lebensjahre verstorbenen Herzoglichen Rats Andreas Hummel zu Coburg; nachdem er in der herzoglichen Schlohküche zu Coburg das Kochfach erlernt hatte, war er einige Jahre in den ersten Hotels Berlins, Dresdens usw. als Koch tätig. Am 1. September 1889 trat er in den Dienst weiland Sr. Durch!, des Fürsten Hermann zu Solms-Hohensolms-Lich. Kreis Büdingen. ch L i n d h e i m, 29. Aug. Das vor einiger Zeit gänzlich niedergebrannte Schloß soll, wie verlautet, bald wieder aufgebaut werden. — Die Kanalisierung unseres Ortes ist nunmehr bis auf einige Hausanschlüsse durchgeführt. th. Blofeld, 29. Aug. Heute, wo auch im entlegensten Dörfchen berechtigte Begeisterung über die erfolgreiche Erdballumkreisung des „Grafen Zeppelin" herrscht, mag es interessant fein, zu erfahren, wie vor rund 70 Jahren unser Dorf durch ein längst nicht so bedeutsames, aber doch fast wie ein Himmelswunder bestauntes Luftfahrtereignis in Aufregung verseht wurde. Ein im nahen Leidhecken ansässiger zeitgenössischer Augenzeuge berichtet aus dem Jahr 18 6 2 darüber folgendes: „Auf dem Schulhause in dem benachbarten Blofeld war anfangs Mai ein Luftballon hängen geblieben, woran unten eine prächtig aufgeputzte Dame in weißem Tillkleide, blauem Spenzer von demselben Stoffe, weißen Handschuhen, einen Fächer in der rechten Hand ausgestreckt haltend, einen Kranz von roten und weißen Rosen um den Kopf, eine Binde um denHals mt Schlupp, mit blondem herabhängen- dem Haupthaar usw. hing. Viele Leute strömten in das Schulhaus, um diesen seltsamen Besuch zu sehen, und der dortige Schullehrer zeigte sie jedermann bereitwillig. Auch ich habe sie in Augenschein genommen und in schuldigem Respekt vor dem schönen Geschlecht dieser vom Himmel herabgestiegenen Dame meine Aufwartung gemacht, an welcher ritterlichen Courtoisie die Nachwelt sonder Zweifel sich ein Exempel nehmen wird. Der Ballon trug übrigen- die Aufschrift „Homburg", und sicherem Vernehmen nach hat man ihn in Homburg v. d. H. an des dortigen Landgrafen Ferdinand Geburtstag (26. April) auffteigen lassen. Die Aussender der Dame sollen auch höchlich erfreut gewesen fein, über die Nachricht von der glücklichen Ankunft der Dame bei dem Herrn Schullehrer von Blofeld." Kreis Schotten. ch Groß-Eichen, 29. Aug. Bei den Reichs- j u g e n d w e t t k ä m p f en, die der Bezirk Laubach am 27. d. M. in Freienseen abhielt, schnitt die hiesige Schule sehr gut ab. Elf Knaben und zehn Mädchen konnten preisgekrönt heirnkchren. Dabei errangen Gustav F a u st mit 71 Punkten in der Knaben-Ober. stufe und Marie Bork mit 97 Punkten in der Mädchen-Unterstufe den 1. Preis. Kreis Alsfeld. * Schadcnbach, 29. Aug. Heute morgen gegen 9 Uhr verunglückte der 28 Jahre alte Landwirt Reih beim Dreschen dadurch, daß ein Balken des Scheunenfachs brach und er in die Tiefe stürzte. Reitz erlitt eine Verletzung der Wirbelsäule. Die erste Hilfe leistete Dr. Luft aus Homberg a. d. O. und veranlaßte auch die äleberführung des Verunglückten durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz aus Gießen in die Chirurgische Klinik. Ein anderer Landwirt, der aus der gleichen Höhe abstürzte, erlitt glücklicherweise keinerlei Verletzungen. „?" Ulfa, 29. Aug. Zwei bis drei Wochen früher als in normalen Jahren hat die allgemeine Grummet e r n te eingesetzt. Im Hinblick auf die dörrende Hitze befürchtet man einen Rückgang des vorhandenen Grases. Ein großer Teil der Talwiesen ist bereits gemäht. Diese liefern, weil sie genügend Feuchtigkeit hatten, verhältnismäßig gute Ertrüge. Auf den hochgelegenen Bergwiesen, die am stärksten der Sonnenbestrahlüng ausgesetzt sind, ist der Graswuchs sehr gering. Auf vielen dieser Wiesen lohnt sich faurn das Abernten. , •iii 05527 1000 und Abertausend kaufen in unserem Geschäft und empfehlen uns weiter. Wir verkaufen enorm billig Empfindliche Schuhe bleiben länger schön Lernt LinhMMchrift! Bellen Deckbetten mit 6 Pfund Federn flQ gefüllt,48.00,35.00, 4U." Kopfkissen mit 2 Pfd. Federn 7 Cfi gefüllt 14.00,11.00, LUU Bettstellen in Metall, weiß lack.,4 Q gute Ausf., 32.-, 24.-, IU." inHolz, V/2 od. 2schläfrig fein gearbeitet und fiQ lackiert,38.00,33.00, Z.U." Bettbarchent 130 cm breit, 3.75, Pfund 6.75,5,80 160 cm breit, 4.80, 3.25 Bettfedern, oc 2rn Pfund 3.50, 2.75, 1.80 Halbdaunen Matratzen Wollmatratzen (3 Teile und Kopfkeil) m. gut. echtf. Drell, y Q in viel.Färb.58.-,45.- Ü U.” Kapokmatratzen (3 Teile und Kopfkeil) m. la Drell, rot oder 1E bunt gebl.,95.-, 88.-, I U.“ Kinderbetten Steppdecken Daunenfüllung ßO 95.00, 80.00, 00 in Eisen, weiß lack., 4 fl 28.00, 25.00, IU." in Holz,38.00,33.00,2 8." Wollfüllung 4 9 29.00, 22.00, ÖU. Kostenlos holen wir die Matratzen zum Aufarbeiten morgens ab und bringen dieselben abends zurück, sodaß Sie über Nacht Ihre Betten nicht entbehren brauchen, ebenfalls Ihre Deckbetten und Kopfkissen zum Reinigen. Lieferung erfolgt frei ins Haus. Kostenlos holen wir Sie auch mit unserem Auto ab, oder vergüten Ihnen die Bahnfahrt dritter Klasse, wenn Sie zum Einkauf von 100.- Mk. an, zu uns kommen. Schlafzimmer in Birke lackiert od. Eiche geritzt, 2 Bettstellen, zwei Nachtschränke, 1 Waschtisch mit Spiegelaufsatz u. 1 dreitür. Spiegel-fi Q C schrank, 350.—, LUU." echt Eiche, 2 Bettstellen, 2Nachtschränke, 1 Waschtisch mit Spiegelaufsatz und 1 dreitüriger Spiegelschrank, floh 580. -, 7ÜU. Reinigen für ein Deckbett .. . 2.00 für ein Plumeau ... 1.50 für ein Kopfkissen . . 0.50 Aufarbeiten einer3teil.Woll-Matratze6.- einer 3 teil. Kapok- „ 6.- einer3teil.Roßhaar- „ 8.- Betten-Bär Gießen Telephon 4071 Marktstraße 29 7156A Nigrin Flüssig Die Reinigungspolifur für alle glatten, farbigen Leder Geschäftseröfifnunä Einer verehrten Einwohnerschaft von Gießen und Umgegend zur gefälligen Kenntnis, daß ich am Mittwoch, 4. September 1929, im Hause Bahnhofstrafee 54 ein Detail-Geschäft in Kürz-,Weill-,Woliwaren Ersatzteile, Reparaturen 7178D -Platten Mühlstraße 22, Fernruf 3096 72I6D sofort lieferbar und zu besichtigen bei Alleinvertreter der Kreise Gießen, Wetzlar, südl. Teil Biedenknpf: Otto Faber, Gießen Mtanholz ofenfertig, Anfcucr bols, eichene Gartcupsosten. Z.Wetthöfer, gfctnipr. 743 7233 D iengesellschaft ramola“-Musik-Instrumente - Wir eröffnen am Dienstag, dem 3. September 1929, abends 7 Ubr, in der Pcstalozzischulc (Statutnaben: frtjuic), Nordaulagc 8, für Damen und Herren einen MgWl-WWg In Ser MSeilsloliWrisl unter Leitung eines staatlich geprüften LehrerS der Stenographie. Unterrtcbtisgclb 12 N'M. Anmeldungen werden von Herrn Sller Karnbach, Am Slugclbcro 23, oder au Beginn des Unlerrichls cnigegcngcnümmcn. Znr Fortbildung: ztx F-orlbildungs-Unlerricht: Dienstag, den d. Sept., 8 llvr I Redeschrift-Unterricht: . Milnpoch, den 4. (Sept, 7 Uhr \ / Praktiker-Unterricht: A 'JÖiittrood,; den 4. Sept., 8 Uhr Diktat-Unterricht 60-100 Silben: V—r rt—/ Montag, den 2. Sept» 7 Uhr 120 u. höher: 'JJlontag, den 2. Sept., 8 Uhr 1. Reichskurzfchristgefellfchaft „Gabelsberger" und Damenabteilung e. D„ Gietzen leg. Schwab „ izielle Verkaufsstelle der Deutschen Grammophon- Mehrere Millionen auf Wohn- und (^c- schäftshäuser, Jndu- ftricanleibcn, Kom» munaidarlehen und zu 9teubaufinan= zierungen disponibel Auskunft durch unteren Bankvertreler S. SSön, ©legen, Marburg. Str. 22 Wissenschallliche Handschriftendeutung Charakterdeutnng zu 2.50 und 4.- NM Aussübrl. Analyse- nach Itcbcreintunft, Erforderliche Angaben: Beruf. Alter, Gefchlecht.12 Schrift- zellen und mehr. Gegen Nachnahme erb. an Karl Strauß, Friedberg in Hassen, Alte Bahnholstr. 9. eröffne. Infolge günstigen Einkaufs bin ich in der Lage, meine Kunden gut und preiswert zu bedienen. Ich bitte um geneigten Zuspruch. Hochachtungsvoll Robert Müller. Oie neuen BMW-Modelle (früher Dixi) sind eingetroffen: 0.75 Ltr./15 P. S. BMW-Kleinwagen offen Mk. 2200- 0.75 Ltr. /15 P. 8. BMW-Kleinwagen geschl Mk. 2500- Auf Wunsch Zahlungserleichterung und fleckenrein, wenn Sie das feine helle Leder regelmäßig mit Nigrin Flüssig unempfindlich und geschmeidig machen. w für jedeanaim Bedingungen im SEPTEMBER-HEFT def illustrierten Monatsschrift »Die # a Stimme seines SCecai mit der Sonder-Beilage: „Klassische und moderne Orchester-Werke“ Dieses Heft ist zu haben in allen offiziellen Verkaufsstellen, kenntlichdurcb obige Schutzmarken. Ißevoc Sie kaufen hören Sie erst die neuen „Qtxunola’s MUSIK-INSTRUMENTE und verlangen Sie stets nur = RAUMTON-PLATTEN Serie: „POLYFAR“ denn es c^iht nichts ^ßesseees Sltatteu - 'Heidteiiett .- SCuc&Opecn auf 4 doppelseitigen „GRAMMOPHON“-Platten Bearbeitet von H. WEIGERT und Dr. H. MAEDER, unter Mitwirkung erster Solisten, Chöre und Orchester „ßietustiggMilleißec iwt iOindsac“ Bestell-Nr. *95273-76/3 tn „Dec Jxau&adouc” BesteU-Nr. *95260-63/3m „^otieng-ein" Bestell-Nr. *95238-41/3 m „Dec Sreisd’ü&z" Bestell - Nr. * 95234-37/3 m Jede Plattenserie mit Album und Spezial-Textbuch. . . . RM. 24.— als 35454 Verbandes e. V., Sitz Berlin“ 7189D Wolfstraße 21, Ecke Lieber Straße, l elephon 3835 Balmbnis-Restanranl 1’5503 / Statt Karten! 0942 d Wiefeck 05514 r Klara Braun Verlobte 7I79D Albach, den 31. August 1929 renoviert 7u77D Cafe Amend 055«' Warme und kalte Küche/ff Weine Vermählte 72) >D Gießen lSelterswcg 60), 1. September 1929 Achtung! Achtung! 7I93D Omnibusvcrbindung: 7)840 Sommers: Gießen a. d.^ahn (Liebigstr. so), 29. August 1929 0551» 7,960 r Sena 05522 VI ' IC 05521 bei Kochs 05545 Gießen ab Ludwigsplah: 2 Uhr und 3 Uhr nachmittags; Steinbach ab Bürgermeisterei: 7,20 u. 10,45 Uhr abends. Eintritt frei für jedermann. Tanzgeld ä Person 50 Pf. Musik wird ausgeführt von Mitgliedern der Reichswehrkapelle. Alle Saisondelikatessen Griffe Synofzik Peter Haas Sch waabs Weinstuben Wenn der weiße Flieder wieder blüht auf den Plätzen hinter dem Schützenhaus Sonntagnachmittag 3 Uhr Beginn der Schlußrunden 300 TIERE VERSCHIEDENSTER ART UND RASSE 3r. KOI, Siegen, Babnbosstrafre 4b Tclcvbon 2280. KSem-Linden Gasthaus,Zur deutschen Eiche1 Tanz/ff. Speisen u. Getränke Es laden ein: Der Kegelklub „Gut Holz“, der Wirt. Hermann Wagner Luise Wagner geb. Waag Schnelltransporte Stabe und Fern frtbvtcn, mit l'/.-d- Schn^ll- lastiuagen übernimmt bei billigster Berechnung O. Pflüger Steinstrane 63. Televhon 3169. [,5no Heute Samstag, den 31. August Ete-ii.AMieMend der Original Holl. Konzert-Kapelle The four Ramblers Das reichhaltige Programm enthält auch eigene Kompositionen ihres Dirigenten Herrn Kapellmeister Louis Westenberg Geöffnet bis morgens 4 Uhr! Für erwiesene Aufmerksamkeit anläßlich ihrer Vermählung danken herzlichst Leonhard Huth und Frau Marie geb. Seipp BasBrautomobil Ein entzückendes Lustspiel Jeden Sonntag ausgesuchte Mittag- und Abendessen 3n großer Freude zeigen wir die Geburt unseres kleinen Hans-Peter an (Nfriede Hoßfeld geb. Ampäch £)0§fc(b/ Hauptmann u. Kompanie-Chef im 15. Voranzeige: Am Sonntag, dem 1. September, gastiert zum 1. Mal, nachm. 16 Uhr. das Künstler-Trio Hahn unter Leitung seines Dirigenten Herrn Kapellmeister Karl Hahn Geöffnet bis morgens 4 Ubr! U5488 Auf zur Kirmes in Steinbach am 1. und 2. September 1929! Ss laden freundlichst ein Gastwirt u.Zurschenschafi zum Ritter Für Speisen und Getränke ist bestens gesorgt Sonntag, den 1. September 1929 Nachkirmes Zhre Verlobung geben bekannt £iefel Unkelbach Ernst Fabel Haßloch (Rhempfalz) 1. September 1929 1000 CIRCUSWUNDER 60 SEN SATI ON EN Asbest- Platten 1.2, 3,4 und 5 mm. wieder am Lager. 6785 D CarlSchunck Für die uns anläßlich unserer Vermählung in so reichem Maße erwiesenen Aufmerlsamkeiten danken wir herzlichst Heinrich Pieper und Frau Tilly geb. Schreiner Gießen, den 30. August 1929 Achtung! Alten-Buseck Achtung! Sonntag, den 1. September Großes Abkegeln mit öffentlichem Preiskegeln UlMWlnKWW Flicken, Sticken, Umändern sowie g sonstigen Handarbeiten erteilt c MMel.ZrMWerSlruMl Neuer Kursus ab 15. September Auch Lehrlingsausbildung 200 KÜNSTLER VON RANG UND KLASSE 71320 Srbiffcnbcrn iMinberieit nfiu.i OuinibuS» verkehr ab 3 Uhr Vudwinsptatz. [7175D Gießen, Liedigstr. 53 Mainz, petersstr. 95/io 1. September 1929 Mittwoch. 4. Sept., abds. 8' , Uhr, Kath. Vereinshaus Li^chtbildervortrag des Graphikers, ehemal. Stabsphotographen beim Generalstab des 11. und 26. (Res.) Armeekorps Sergeant W. Bekker (aktiv b. Infanterie-Regt. 116) Kampf um Ypern die Schlacht a. d. Somme. Kämpfe in d. Champagne. Vormarsch. Rückzug. Beweise für den feindlichen Lügenfeldzug. Bilder aus den 116er Tagen Die besten u. künstlerischsten Originalaufnahmen der Schlachtfelder um Ypern und der Somme pp. Eintrittspreise RM. 1.— und RM. 0.75 Eillnqorle allerArt übernimmt mit 2 t Mercedes- Cafe-Restaurant WtelsmWebeiTrohe Station Nödacn. 7177D Angenehmer Familicuauscntbalt Wutc, bürgerliche Küche. Sonntag, den 1. Scvtcmbcr OEtsm-Momevt Zwetschenkuchen, Torten niw. fyür Kinder Exlra-Ueberraschungen. Ausschank d. nuten Lobrer Biers. Wochenende 7 -.Vif. Pension 4 Mahlzeilen 4 Mk. Jcöcn Ätiuivoch u. Sonntag Kaffee (Tasse) nut Küchelt und Sahne 60 Pfennig. I CIRCUS UNTER WASSER I I Das gewaltigste Manegeschaustück der Welt I Vevein ehem. ©teuere Am Sonntag 1. Sept, gemeinsamer AM Bad Waubeun nach dem Prima felbitfle- kelferter iplebin per Viter 60 Pfennig LudwigKohlermannlV. 5434D Blcichstr. 12. Ab 1. September spielt Herr Kapellmeister Franz von der Heydt mit seiner Künstler-Kapelle Giehfi&rTennis-Clüb 1922 e.V Freitag, 30. August bis Sonntag, 1. Sept. Tennis-Turnier Domäne 8 Schiffenberg schönster AussiugSorf Gießens Täglich frischen Apfelmost und Zwetschenkuchen Der Autobus fährt täglich 3.30 ab Lmdwigshlah OaIiIaD ÄflÄÄeSeiaMse lnh" Carl Spangenberg / Schönste Aussicht Marburgs SCm0u*u3l0 Samstag: Gesellschafts-Tanz (schwarz-Anzug*) ■gBSBEWHMeHeHBeeUSeeroHHeeMBkfl Sonntag: Nachm. Konzert, abds. Abend-Tanz Neue Aula der Universität Donnerstag, 5. September 1929. 20 Uhr: Lieder- und Arien-Abend Elisabeth Weeg Am Flügel: Dr. Julius Dorielder, Staatsoper München Lieder und Arien und a. von HÄNDEL. MOZART, SCHUBERT. SCHUMANN, BRAHMS. KORNGOLD, WAGNER. Der Konzertflügel Bechstein ist aus dem Pianolager R. Schönau, Seltersweg 91. Eintrittskarten zu Mk. 3.-. 2.—, 1- in der Musikalienhandlung Challier und an der Abendkasse 7o88D Tanz-Unterricht Unsere diesjährigen Winterkurse beginnen Mitte September und Anfang Oktober. — Kurse für Anfänger und fortgeschrittene. Gelehrt werden sämtliche modernen Tänze in dem vom Deutschen Tanzlehrerkonkreß in Bad Kissingen festgelegten vornehmen Tanzstil. Privatunterricht zu jeder Tageszeit. Gefl.Anmeldung w. jederzeit entgegengenommen Tanz-Lehr-Institut Bäuike Mitglied des „Allgemeinen Deutschen Tanzlehrer- Frankfurt a. M., Breitegasse 5 05528 Statt Karten! Helene Helf Richard Franz Buff Oberjustizselretär Verlobte mit dem Verein Astoria-Lichtspiele HOOT GIBSON Der fliegende Cowboy Ein unerhört spannender Sensationsfilm. Zweiter Schlager: Lichtspielhaus Nur noch heute und morgen John Barrymore in dem gewaltigsten Filmwerk aller Zeiten DON JUAN ferner ein reichhaltiges Beiprogramm. AbMontag,den2.Sept. Das Ereignis dieses Meseik IJÜI4 Tiber 1919 71930 die Scbuü ilWich M li*|i -AK tW qSS KL'S"' ,*«^929 Nr. 201 Drittes Blatt Samstag, 31. August 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Wandern und weisen • Bäder und Sommerfrischen. Wanderfahrten Gesell- die Doinäne'Ssiilffenbei'öfflad-Jlaufieim auf waldiger Höhe gelegene histor. Stätte aus 112S, I ,, . .. , nmAnAnmt auf waldigei gelegen. Oer Miltelunnlil aller seaiaerlitiien VeransialtönOen Her weiteren BmSeäenfl 4165D mal-ßktotiei Dresden1929 ~ MM Bad-Nauheim Hotel-Restaurant Gaudes Dährösschau Ml» 1 Ausstellung Und noch eins: Der „Wald" wäre nicht denkbar, ohne feine feinste Blüte, die Erika, die gerade jetzt im beginnenden Herbst alle Wegränder und besonders die Dcrghänge überdeckt. Millionen von Bienen fliegen von Dolde zu Dolde. Aber der köstliche Honig, der hierzulande von den Immen bereitet wird, ist von tiefdunkler Farbe, enthält er doch auch dcn Dlüten- staub der Fichten, die gerade in diesem Jahre in ihren Wipfeln so von -Zapfen übersät sind, daß sie tatsächlich des öfteren unter der schweren Last zusammenbrechen. So sah ich den Mainhardter Wald. Er ist weder Harz, noch Thüringer- noch Schwarzwald. Nicht in schroffen Felspartien liegt seine Schönheit, wohl aber in der ausgeglichenen Harmonie von Höhen und Tiefen. Und in dieser Harmonie ist dieser freundliche Erdenfleck im Schwabenlande das, was der Erholungsbedürftige sucht, ein Land, ja ein Königreich der Ruhe. Neuer Besitzer Kurt Klenn Gut bürgerliches Haus Gartenwirtschaft Touristen bestens empfohlen schrist über Pilzkunde herausgab und um des Pilzreichtums des „Waldes" willen seinen Wohnsitz nach Wüstenrot verlegte, wo er dann in der Einsamkeit die Pläne für die bekannte gemeinnützige Bausparkasse erdachte. Ruhe ist das Charakteristikum des Mainhardter Waldes, wenn auch durch ihn die vielbefahrene Autostraße von Stuttgart über Heilbronn nach dem freundlichen Schwäbisch-Hall, der uralten Salzstadt, führt. Wer deshalb Buhe und Nervenausspannung sucht, braucht nur wenige Schritte in den Wald hinein zu tun. Auf immer sauberen, ob des durchlässigen Keuperbodens stets trockenen Waldpfaden und -wegen genießt der Freund deutschen Waldes in abwechslungsreichen Blicken die stillen Schönheiten dieser nicht menschenreichen Gegend und so er als Fremder einem Einheimischen vom „Walde" begegnet, wird er einen offenen biederen Schwaben treffen, der in freundlicher Mundart uns ebenso freundlichen Bescheid auf unsere Fragen gibt. Jedes Mofelstädichen ha. seinen ureigenen Cha- rallcr. Kommt man von Koblenz—Trier her von Wengerohr, so betritt man in Berntastel eine eigene k eine Welt, eine eigenartige in sich geschlossene Kultur. Im weiten Ke selrund der weNberühmten Weinöeree liegt die Stadt gegenüber Eues, vö.lig erdailen im alten Staot- charaller, wenn auch mo-erne, Bequemlichkeit durei aus nicht mangelt. In der strahlcni.cn Sonne dieses südlich anmutenden Weinlan ei, schimmert die Uferstraße mit ihren Gaststätten, überragt vom a-len mächtigen Steinturm neben der Kirche St. Michael. Alte Häuser schließen sich an, biege i mit um die Ecke, wo ansteigend vom Gestade die altertümliche Straße hinaufführt zum MarUplah. Man sollie ihn eigentlich an einem Mondscheinabcnd zuerst betreten, die'e t Marktplatz von Bernlastel, dann erschließt er seinen Zauber ganz. Dann erwacht hier die versunkene Zeit, als Dermaste! noch befestigt, eine starke Stadt am Mo'eiufer war, als hier reisige Bischöfliche den mannigfachen Stürmen unruhiger Nachbarn und durchziehender Heerscha.en Trutz boten. Dann erwacht aber auch die gairze idyllische Herrlichleit der köstlichen Giebelenge und gedrängten Nachbarlichkeit, der stolzen Stadtgerichtsbarleit mit ihiem prächtig erhaltenen Rathause aus der Zeit des Trierer Kurfürsten Lothar von Metternich um 1630. Eine Ba altsäule trägt den kunstvoll gezierten Erker, de' c i Dachspihe die Statue des Heilands krönt. Unten aber neben dec Säule sind gut nachgebildet die Ketten mit den Handschellen des Prangers zu sehen. Hier wurden arme Sünder zu '..Bürgerlicher Züchtigung" an» geschlossen und dem Hohn und Spott der Gerech- tey preisgcgcben. Ringsum schauten die braven Bürgerhäuser zu, die heute noch ernsthaft und kunstreich auf den Marktvlatz herniedersehen. Nicht minder malerisch führt die Straße zum Graacher Tor hinaus, das ganz spitzwegisch anmutet, nach Zm Mainhardter Walde. Von Franz Gros. Nachdruck verboten! Gar vieles haben wir in der Schule „nicht gehabt". Oder als „es dran war", haben wir gerade gefehlt. Und was der Ausreden noch mehr sind, um etwa unsere Unkenntnis zu entschuldigen — auch nur scherzweise —, wenn wir etwas nicht wissen, was wir wohl wissen sollten, und sei es auch die Kenntnis eines lieblichen Teiles unseres schönen deutschen Vaterlandes. Als wir mit neun Jahren Sextaner waren, führte man uns in der Erdkunde nach dem Nördlichen Eismeer und nach dem dunkelsten Afrika, daß aber uns Buben etwa die Schönheiten des Schwarzwaldes oder der Rauhen Alb später auch nur im Bilde gezeigt worden wären — nein, das gab es nicht. Vielleicht waren wir auch damals noch gar nicht reif dafür, die stillen Schönheiten zu erkennen, die das liebe Schwabenland birgt, und wer diese Schönheiten im Laufe der Zeit kennenlernt, den nimmt es nicht wunder, daß gerade dem Schwabenstamm unsere am innigsten und gemütsvollsten denkenden Geister entsprossen sind. Und im Schwabenlande erging es mir diesmal wie Saul, der da auszog, seines Vaters Eselinnen zu suchen und — ein Königreich fand. Ein Königreich? IalCin Königreich derRuhe. Wer möchte heute im Zeitalter des privilegierten Lärms, des Ratterns und Knatterns allerorten, nicht Ruhe suchen und — finden? Gibt es wirklich noch geruhsame Gegenden — nicht kleine Plätze — in der sattsam abgegrasten Welt? Ja, allerdings. Aber nur abseits der großen Heerstraßen, der mondänen Bäder und Modekurorte, dort, wo die Herdenmenschen nicht hinkommen. Ich fand sie im Mainhardter Walde, den wir in der Schule „nicht gehabt hatten", im Schwabeländle kurz „der Wald" genannt. Er ist die zerrissene, auch vielfach wellige, mit Wäldern und Wiesen bedeckte Hochfläche in dem fast rechteckigen Winlei, den die Täler der oberen Murr und der Mittellauf des Kocher bilden. Suche also den „Wald" kurz gesagt in der Gegend etwa östlich von Heilbronn am schönen Neckar, der dich begleitet, wenn du mit der Dahn von Heidelberg über Neckargemünd, Hirschhorn, Eberbach, Neckargerach nach der Kätchenstadl fährst. Ton hier bringt dich die Dahn oder ein Autobus in aller Kürze in den „Wald". Als Standquartier habe ich mir Mainhardt ausersehen, eine Stätte, deren Ursprung auf die Römerzeit zurückgeführt wird. Im Orte liegt ein ausgedecktes Römerkastell und der römische Grenzwall, der limes, unser bekannter Pfahlgrabcn, zieht hier, noch in starker Höhe erhalten, mitten durch die Wälder hin von Miltenberg am Main bis zum Hohenstaufen in fast schnurgerader Linie. Die Besatzung des Mainhardter Kastells bestand aus Asturern der 22. Legion. Eine Wälderma'se bedeckt das Ceöiet des Stubenlandsteins und des Krupers. Wer eine „heroische" Landschaft sucht, muß hier fortblciben, obwohl auch seststeht. wie die weite Fernsicht vom Turm des steil absalenden, 525 Meter hohen „Steinkeick e" zeigt, daß es der Gegend auch an Schluck).en und Hängen nickt fehlt. Von blonderer Schönheit ist Schloß Marienfels nvt seinem Höhenschaublick in das wa.d- und wiesenumfäumle Drettachtal, und mit seinem Fernblick in die Hohenlohe chen Lande, die hinter dem in der Ferne sichtbaren Waldenburger Schlosse liegen. In den Wäldermassen liegen auf der Hochfläche und an den Talhängen große Wiesen- flcichen, die auch jetzt kurz vor der Herbstmahd noch in üppigem Blumenflor steh.'n. Wohin der Blick auch schweifen mag, trifft er auf das üpvige satte Grün der Wald- und Wic'cn,lachen. Don der Hochfläche führen die Wege hinab in stille, wahrhaft romantisch zu nennende Täler, die von klaren, forellenrcichen eilenden Rinnsalen und Dachen durchflossen werden. Allüberall ist der Waldbodcn mit Heidclbeerkraut und Moosen aller Arten bedeckt, und der Pilzsr^ind kommt wohl nirgendsonst besser auf seine Rechnung al5 hier. Wer möchte die Pilzarten alle nennen, die hier üppig aus dem Boden schießen: vor allem Steinpilze. Champignons, Recht r und Pfifferlinge. die, selbstgesucht, eine 'Bereicherung der Mahlzeiten bilden, die hier überall „gut und Graach und Traben-Trarbach. Ueber der Saut ragt heute die Feste Landshut, einst Burg und Sommerrcstnenz der Trierer Kurfürsten. Es ist einer der schönsten Mo'e.plätze, um im aiten Burgfensterbogen zu sitzen und bei einer guten Flasch: re.r zauberhaften Anblick der sinkenoen Sonne überm Cueier Ufer zu genießen. Dort unten am jenseitigen Gestade liegt der ehrwürdige Dau des St. Nikolaus-Hospitals, der Stiftung des großen geistlichen Philosophen Kardinat Nicolaus Cusanus, der aus dem Dörfchen Cucs stammte. 1451 wurde de: Tau dieses Hospitals begonnen, in dem nach des Stifters Bestimmung „immerfort und beständig unlerha ten w:rden dreiunddreißig Arme, nach der Zahl der Jahre, die Christus auf Erden zugebracht hat". In Cues steht auch die Zweigstelle Dernkastel der Biologischen Reichsanstalt, deren Aufgabe die Erforschung der Rebenkrankheiten ist. Von der Ruine Landshut aus hat man die berühmtesten Mo'e'.lagen vor sich: den „Ternkaft- ler Doktor", den „Graben", die „Dadstube" usw-, an denen im gut abgefangenen heißen Sonnenstrahl die edelsten Tropfen reifen. An der etwa 6 Kilometer langen und 330 Meter hohen Bergwand von Bernkastel bis Zellingen wachsen jährlich durchschnittlich 2 Millionen Liter Wein! Der Rückwrg führt durch die bekannte romantische Tcrnlasteler Schweiz. Von Dernkastel aus gibts lohnende Ausflüge: so ins Gebiet ter alten Grafschaft Veldenz mit dem saftig im grünen Tale g-legerea Schlosse zur Burgruine H u n o l st e i n bet dem gleichnamigen Dorfe in der Bürgermeisterei Morbach u. a. m. Die Wanderwege in den Hunsrück und Hochwald hinein sind übersehbar. Bis zum Erbskopf hin ziehen sich die Ausflugsmöglichkeiten. Reich an Schönheiten, an Geschichte und Sage träumt so das Bernkasteler Land — für viele Deutsche noch immer unentdeckt. Reisewinke. Neue Hütte in den Lstalpcn. Am Hauersee (2330 Meter) bei Längenfsld im Oehtale hat die Sektion Iung-Leizig im D. u. Oe. Alpenverein am 11. August eine neue Hütte geweiht. Durch diesen Bau wird das Gebiet zwischen Oehlal und Pihtal, das bisher noch ziemlich unbekannt war, erst richtig erschlossen. Erreichbar ist die neue Hütte von Längenseld aus in etwa 4 Stunden. Sie bietet Unterkunft für 30 Personen, tei-ls in Einzelzimmern, teils im allgemeinen Schlafraum. Während des Sommers wird für einfache Bewirtschaftung Sorge getragen sein. Das neue Tergsteigerheim ermöglicht Bergbesteigungen im Gebiet nördlich der hohen Geige. Außerdem ist ober auch durch Ausbau eines Höhenweges Don der Frischmannhütte am Fundusfeiler über die Hauerseehütte zur Chemnitzer Hütte und weiter zur Braunschweiger Hütte Gelegenheit geschaffen worden, vom unteren Oetztal unter Vermeidung der Autostraßen in die Güetscherregionen der Oetztaler zu gelangen. Der neue Weg hält sich immer in etwa 2000 Meter Höhe und ist allen Bergsteigern nur zu empfehlen. reichlich" geboten werden. Wenn man uns erzählt, daß hier im Mainhardter Walde einstmals R ubcvbandcn hausten, so fechten uns solche gruseligen Erinnerungen ebensowenig noch an, wie die Schinderhannes- geschichten von anno dazumal im Rhein- und Taunusgebiet. Statt dessen hat im Mainharrter Waldgebiet, in Wüstenrot, die „Gesell- sch ast der Freunde", die große Förderin der deutschen Eigenheimbewegung, durch den genialen Georg Kropp ihre Gründungsstätte gefunden, der in Heilbronn eine weitbekannte Zeit- Neiseliieraiur. — Wanderkarte der Fulda-Werr a- Landschaft. Maßstab 1: 75 000, fünffarbig. Heraus gegeben vorn Verkchrsvcrl and für Hessen und Waldeck im Verlag von Max Augustin, Kassel. Preis 2 Mk. — Das vorliegende Kartenwerk, das von Warburg i. W. und Dransfeld im Norden bis Malsfeld im Süden reicht und von Arolsen im Westen und von Eschwege im Osten begrenzt wird, also neben der näheren Umgebung von Kassel das interessante Edersee- Gebiet mit Bad Wildungen und das schöne Werratal umfaßt, kann als eine tüchtige Arbeit bezeichnet werden. Hauptsächlich auf die touristischen Bedürfnis: des Wanderers zugeschnitten, findet die Karte ihre besondere Eigenart darin, daß alle Glanzpunkte der Landschaft, wie wichtige Aussichten, Ruinen und sonstige Wanderziele durch starke Schrift hervorgehoben werden und durch Anwendung der verschiedensten Schriftarten eine Übersichtlichkeit des Kartenbildes erzielt wird, wie es sonst nur selten anzutreffen ist. Zum Wochenende schnell u. bequem auf Sonntagskarte zu erreichen. Auch wochentags vielseitige Anregung u. bequeme Rückfahrt nach den abendl. Veranstaltungen. Bad Vilbel 6000 E. (Strecke Frankfurt-Gießen, 7 km nördlich von Frankfurt (gute Omnibusverbindung), 700 Morgen Laub- u. Nadelwald, 10 Minuten vom Ort, mit schön angelegten Spazierwegen, zahlreichen Ruhepunkten an besonders schönen Punkten. Abwechslungsreiche Umgebg. m. schönen Rundgängen. Viele kohlensäurehalt. Mineralbrunnen zu Trinkkuren. Brodscher Heilsprudel gegen Herz-, Nerven und Rückenmarksleiden, Rheumatismus all. Art. Keine Kurtaxe. Gnte Verpflegungs-Verhältnisse. Prospekte durch den Verkehrsverein. Das Bernkasteler Land Von Gurt Hohel. immer den gelben Strichen nach, durch viel Wald über Rudingshain nach dem Endziel Schotten. Gießen — Wettenberg — Waldhaus — Schmelz — Fronhausen. Wir gehen die Krofdorser Straße entlang bis zur Straße nach Launsbach. Am Wegweiser beginnt die schwarze Punktmarkierung, der wir folgen. Sie geht zunächst ein kurzes Stück die Straße entlang, um alsdann, die Bahn überschreitend, in langsamem Anstieg die Höhe des Wettenbergs zu erreichen. Letzterer wird von Gießenern auffallend wenig besucht, obwohl man von der höchsten Erhebung, der sog. Napoleonsnase, einen entzückenden Ausblick hat. Das Zeichen führt uns, naä;dem wir später die Wißmar—Krofdorser Straße überschritten haben, in den ausgedehnten Krofdorser Forst. Auf einsamen Pfaden durch prächtigen Buchenhochwald kommen mir nach geraumer Zeit durch ein Fichtengehölz, an dessen Ende uns eine Tafel und weihe Keile nach dem gastlichen Forsthaus Waldhaus leiten. Nach genügender Rast wandern wir auf der . Schmelzer Straße, einem hübschen Waldweg (unterwegs zur rechten eirte alte mächt ge Eiche) zur Schmelz im lieblichen Salzbödetal (Wirtschaft). Hier treffen wir wieder die schwarzen Punkte, die uns auf schmalem Pfad über einen Höhenrücken mit schönem Rückblick nach unserem Endziel Fronhausen bringen. harlmannshain — herchenhainer höhe — hoherodskops — Schotten. Diese genußreiche Wanderung führt durch den höchsten Teil des Vogelsberges und erfordert etwa 4i Stunden. Wir fahren mit Sonntagskarte Gedern —Schotten über Stockheim nach dem hochgelegenen Hartmannshain (Fahrkarte Gedern—Hartmannshain nachlösen). Schon die Bahnfahrt von Stockheim ab, die uns durch das Niddertal, an Lißberg, Ortenberg und Hirzenhain vorbei bringt und bei Gedern viele Windungen macht, ist hochinteressant. Bon H. gelangen wir in mäßiger Steigung gelben Strichen nach in einer halben Stunde, nachdem wir Herck-enhain, das höchstgelegene Dorf Hessens durchschritten haben, zum Bater-Bender-Heim auf der Herchenhainer Höhe, wo wir gute Unterkunft finden. Nachdem wir die prächtige Rundschau und das in der Nähe gelegene stimmungsvolle Denkmal für die im Weltkrieg gefallenen V.H.E.-Brüder bewundert haben, gehen wir dem Zeichen, das sich später mit dem rot-weißen Band vereinigt, weiter. Wir kommen auf schönen Wegen, über saftige, blumenreiche Wiesen, durch hübsche Waldungen, die öfters herrliche Ausblicke auf unser heimatliches Gebirge bieten, in 2£ Stunden über den Taufstein, von dessen Vis- marckturm wir eine großartige, umfassende Aussicht genießen, zum Hoherodskops. Nach genügender Rast in dem gut bewirteten Klubhaus erfolgt der Abstieg, LL!l?^,»-ZzgStzLlisSiiöekkiis Post Ostbeim-Butzbach. Tel. Butzbach 8. Idyll.mitlen im Walde gelegen. 360mü.d.M. Prachlausnchi, siaubsr. ruh. Lage m Uerrl. Laub-u.Nadelholzwäldern. Belieblek Ans stugsorl. Große gedeckte Halle u. Veranda. Reine Weine, prima Avselwern, ff. Biere. Volle Pension 4—5 Mk. pro Tag. 40270 Ernst Sommerlab, Besitzer. Bcfllffl Herrl. Erholungsaufenthalt /Täglich 3 Konzerte / Jeden Illi BI Donnerstag, wöchentlich abwechselnd, Sinfoniekonzerte Opern- oder Operettenvorstellungen / Jeden Samstag b T -A - abend Tanz oder Ball / Sonntag, Dienstag und Freitag BU M O nachm. Tanztee / Parkbeleuchtungen, Feuerwerke usw. Slcbe Sonderanzelgen. Plakate und die Wochenprogramme in Gießen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 1. September. 14. Sonntag nach Triniktis. Stadlkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Marlus- gemeinde; 9.30: Pfarrer Troch aus Weilburg; Festgottesdienst zum Jahresfest des Bundes deutsck)er Jugendoereine; 11: Kinderkirche für die Matthäus- gemeinde; Pfarrer Mahr. — Iohanneskirche. 8: Pfarrer Ausseld: zugleich Christenlehre für die Ncu- konfirmicrten der Johannesgemcinde. — 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer: 8: Bibelbefprc- ck)ung im Johannessaal; Pfarrer Lenz. — Kapelle des Alien Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luther- gcmeinde; 10.45: Kinderkirche. — Elifabelhklcin- kinderschule. 9.45: Pfarrer Becker. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst, anschließend Christenlehre für die weibliche Jugend; 10: Kindergottesdienst. — Wicscck. 9.30: Eröffnungsfeier des Konfirmandenunterrichts; Opfer für die Innere Mission; 10.45: Christenlehre. — Ailen-Buscck. 10; 1: Pfarrer Kalbhenn (Großen- Buseck). —Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Christenlehre für die männliche konfirmierte Jugend; 1.30: Lollar; 1.30: Daubringen. — Lich. 7: Feldgottesdienst anläßlich des 9. Gau-Frauenwetturnens; Stiftsdechant Kahn; 9.15: Beichte; 9.30: Stiftsdechant Kahn; hl. Abendmahl. — Nieder-Befsingen. 9.30: Stiftspfarrer Lic. Schorlemmer. — Hausen-Garbenleich. 10: Garbenteich; 1: Haufen. — Wahenborn-Sleinberg. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche. katholische Gemeinden. Samstag, den 31. August. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 1. September. 15. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. — Grimberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Bungen. 18: Andacht. — Lanbach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 7: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 11: Hochamt mit Predigt. Donnerstag, den 5. September. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte. Freitag, den 6. September. Gießen. 6 Uhr: Segensamt. Sonntansvieutt). Merzte n. Ituotbeten am 1.9.29 Frau Dr. Marx, SanikätS-Rat Dr. Schlievbake, Hirichavolbeke. fabn-ern: Ih-, Fischer. ’D mit herrl. Fernsicht. Angenehmer Ausflugs- und.Erholungsort. Pensionspr. RM. 6.-. Eisenbahn-Station Schiffenberg, an der Strecke Gießen-Gelnhausen. Autobus täglich ab Ludwigsplatz um 3.30 Uhr nachmittags. Fernsprech-Anschluß: Gießen Nr. 183 KtosterArasten Eine Perle des Hessenlandes. Beliebter Ausflugsort mit historischen Baudenkmälern u.idyllischerümgebung Vierquellenbad Bad Salzhausen In herrlicher, waldreich.Lage— all bewahrt bei Rheumatismus, Ischias, Herz-, Ner- ucriitövunnen, Franenletden u.a.m. Köstliche Sommerfrische I 20 Minuten von dem blühenden, naitlicben Landstädtchen Nidda Ober Hessen.'Man verlanae Prospekte Kur- und Verkehrsverein Bad Salzhausen - Nidda Hotel Pension Hospiz 46511) Bad-Xanheim Benekestr.6—8 Telephon 2096 Beste Kurtage. behaglichesHeim für Kurgäste. Passanten und Wochenende. 76 Z. 95 B. Neuzeitl. eingerichtet, vorzügliche Verpflegung. Preis 9—11 M. Lehrpläne Beginn werden d j. be: wohnui genomr Ä M. Londe ta Wen,! Zuschne nähen, l Th 80 Km $er Oben Will w Zentt 1400 c 7052D Dachziegel 4971 71730 sind die besten und billigsten, sind kalkfrei u.wetterbeständig Zurückgesetzte Kinder- und Klapp-Sportwagen weit unter Preis Th. Erb Tapezier-, Polster- und Dekorationsgeschäft Sonnenstraße 12 Die heimischen Abendstemer Kaiser-Magazin Seltersweg 2 Wegen Räumung meines Lagers gebe auf folgende Artikel Eleg., moderne Kinderwagen Klapp - Sportwagen mit und ohne Verdeck, Puppenwagen Kinderstühle, Rohrsessel usw. 10 Prozent Rabatt ‘ Nr.2091 an das Fernsprechnetz angeschlossen |fi J _ a&_ Grau- und U -AM Weiß-Stück MW n WR von bester Quali- fei W äUlffl M WM täl und größter I B WWW WWW Ergiebigkeit zu billigstemPreis C. Rübsamen, Gießen Fernsprecher 1659.2303D wird immer größer, wenn Sic ein schlechtsitzendes u. lästiges Bruchband tragen. Durch solche Bänder verschlimmert sich das Leiden und kann zur Todesursache werden. (Ls entsteht Brucheinklemmung, die operiert werden muß und den Tod zur Folge haben kann.) Fragen Sie Ihren Arzt. Hat dieser eine Bandage verordnet, dann muß es in Ihrem Interesse liegen, sich meine äußerst bequeme, unverwüstliche SpezAal- Bandagc anfertigen zu lassen. Durch Tag- und .Nachttragen meiner Bandagen haben sich nachweislich Bruchleidende selbst geheilt. ,, . , T . . , , Werk ms tr. A.B. schreibt u.a.: „Mein schwerer Leistenbruch ist geheilt. Ich bin wieder in meinem 66. Lebensjahre ein ganzer und glücklicher Mensch!" Landwirt Fr.St. schreibt u. a.: „Ich sehe mich genötigt,Ihnen nach 2 Jahren meinen innigen Dank auszusprechen... wurde ich ganz befreit von meinem Leiden. Bandagen von 15 Mk. an. Für Bruch- und Vorfall-Leidende kostenlos zu sprechen in: tiießen. 4. September 1929, v. 3' o—7 Uhr, u. 5. Sept. v. 8—12 Uhr im Bahnhofhotel „Lenz . Nidda-, 4, Sept., v. <8—1 Uhr.im Hotel zur Traube. Alsfeld, 5. Sept., v. 2i,2—5 Uhr im Hotel Deutsches Haus. Marburg, 7. Sept,, v. 9—1 u. 2—7 Uhr im Hotel Waldecker Hof. /1J8D Außerdem nach Maß in garantiert JLCIsSDBSäCSlCO unübertroff. Ausführung K. Ruifing, Spezial-Bandagist, Köln, Richard-Waßner-Str. 16, Erproben Sie ©I Sie leisten sich selbst den besten Dienst! Wem sollte es nicht Freude machen, das tägliche Geschirrabwasfchen und die Reinigung all der vielen Hausgeräte auf eine ganz neue Artvielschneller und besser-erledigt zu sehen? ©, die rascheste Küchenhilfe, die je für Sie erdacht wurde, bringt eine Arbeitserleichterung ohnegleichen! © zaubert Sauberkeit, lachende, blitzende Frische! In ©-gespülten Sachen kennen Sie sich spiegeln! Kein Ol-und Fetthauch bleibt zurück. Was Sonnenglanz im Leben verschönt, macht © bei Ihren Geschirren! Reinigen Sie alles mit©, alle Sachen, sie verlangen nach ©, sie wollen neu sein durch lEBlöHelQauf 10 Liter heißes Wasser — eir» Eimer.soergie*' big u. sparsam I, Stand der Verhandlungen hofft die Verwaltung in den nächsten Wochen mit der Reichsbahn, die fich übrigens durchaus entgegenkommend verhält, zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen. „Frauenarbeit in gewerblichen Berufen". 17.45 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Max Sung» nickel. Vorlesung aus eigenen Werken. 18.30: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs. 18.50: Esperanto-Unterricht. 19.10: Stenographischer Fortbildungskursus. 19.30: Zwanzig Minuten Fortschritt in Wissenschaft und Technik. 19.50: Filmwochenfchau. 20: „Der Mantel", Oper in einem Akt. Anschließend: Schallplattenkonzert. Dis 24: Tanzmusik. Samstag, 7. September. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 10.40 bis 11.10: Schulfunk. 13.15 bis 14.15: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 16.30: Tanzmusik. 18: „Hamburg, das Fenster Deutschlands". 18.30: Eine Führung durch die Adlerwerke Frankfurt a. M. 19.30: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung. 20: Englische Lieder. 20.45: „Wieder daheim": der erste Tag nach den Ferien. Anschließend: Tanzmusik. Aus dem Amisverkün-igungsblaii. • Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 62 vorn 30. August enthält: Die Hegezeit des Wildes. — Das Buch ..Das Frankfurter Parlament in Briefen und Tagebüchern". Rundfunkprogramm. Sonntag, 1. September. 7: Don Hamburg: Hafenkonzert. 7.05: Hamburger Morgenruf. Anschließend: Konzert. 8.15 b s 9.15: Morgenfeier. 11: Stunde der Jugendbewegung. 11.30: Elternstunde. 12: Militär kontert. 13: Zehnmiinutendienst der Landwirtschafts- lammer Wiesbaden. 13.10 bis 14.10: Von Kassel: Chorkonzert. 14.30 bis 15.30: Aus Paris-Colom- bes: Leichlathletik-Länderkampf Deutschland- Frankreich. 16.30: Aus Mainz: Huldigungsakt am Rheinufer. 17: Konzert. 18: Stunde des Landes. 19: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung. 19.30: Sportnachrichten. 20: Don Stuttgart: Der Graf von Luxemburg, Operette in drei Akten. 22.30: Völkerbund- Konzert. Anschließend: Tanzmusik. Montag, 2. September. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 12.30 bis 13.30: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 16.15 bis 18: Konzert: 18.10 bis 18.30: Lese- stunde. 18.40 bis 19: „Französischer Humor," Vortrag von Dr. Schütz. 19: Vortrag. 19.20: Englische Literaturproben. 19.35: Englischer Sprachunterricht. 20: Sinfonie-Konzert. 21: Dun- 1er Abend. Dienstag, 3. September. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 13.30 bis 14.30: Schallvlattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10: Lesestunde. 18.30: Zehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund. 18.40: „Oeffentliche Bausparkassen," Vortrag von Landesrat Poppe. 19: Funkhochschule. 19.20: „Was bringt die große Deutsche Funk- ausstellung Reues für den Schulfunk?" 19.40: Vortrag: 20: „Das Paketboot Tenacity", Schauspiel von Charles Vildrac. 21.30 bis 22.30: Kammermusik. Anschließend: Unterhaltungskonzert. Preußen. Kreis Wetzlar. * Krofdorf, 30. Aug. Linser Mitbürger Karl Heyer vollendete am 28. d. M. sein 8 0. Lebensjahr. Er ist einer von den wenigen noch lebenden Kriegsteilnehmern von 1870/71 und Mitbegründer und Ehrenmitglied des Turnvereins Krofdorf, dem er schon recht namhafte Zuwendungen gemacht hat und für den er auch heute noch das regste Interesse zeigt. 3n dankbarer Anerkennung für das dem Turnverein stets erwiesene Wohlwollen ließ dieser dem Jubilar an seinem Geburtstage durch eine Abordnung des Vorstandes ein Geschenk überreichen und die herzlichsten Glückwünsche übermitteln. CO Münchholzhausen, 29. Aug. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der G meinderat mit dem Dau einer zentralen- Wasserversorgungsanlage nebst Kanalisierung für die hiesige Gemeinde. Nachdem das vom Kreistiefbauamt in Wetzlar aufgestellte Projekt eingehend erörtert wurde, beschloß der Gemeinderat, den Dau der Wasserleitung nebst Kanalisierung nach diesem Projekt auszuführen. Die Daukosten werden sich nach dem vom Kreistiefbauamt aufgestellten Kostenvoranschlag auf 130 000 Mk. belaufen; sie sollen bei der Landesbank der Rheinprovinz in Düsseldorf, oder bei gleichwertigen öffentlichen Geldinstituten ausgenommen werden. Den Zeitpunkt des Dauens hat der Gemeinderat noch nicht bestimmt, es soll jedoch versucht werden, die Finanzierung bereits für den Anfang des nächsten Jahres sicherzustellen. Ferner soll mit Rücksicht auf die schwierige finanzielle Lage der Gemeinde bei den zuständigen Stellen darauf hingewirkt werden, daß der Gemeinde zur Durchführung des Projektes ein namhafter Zuschuß aus öffentlichen Mitteln gewährt wird. Es sei bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, daß die Gemeinde mit 7 0 000 M k. Schulden belastet ist und auf die staatliche Steuer vom Grundvermögen 400 Prozent erhebt, außerdem in den nächsten Jahren an den Neubau einer Kirche Herangehen. will. Andererseits verfügt sie über einen ansehnlichen Grundbesitz, welchen sie vor einigen Jahren von dem Fürsten zu Solms- Braunfels zu einem verhältnismäßig günstigen Preise erworben hat. Die Quellen für die neu zu erbauende Wasserleitung wurden vor zwei Jahren mit einem Kostenaufwand von rund 9000 Mk. geschürft und gefaßt. Q Münchholzhausen, 29. Aug. Die links der Straße von hier nach Dutenhofen liegenden Ackerländereien in der hiesigen Gemarkung leiden unter stauender Nässe, ebenso die rechts dieser Straße gelegenen Wiesenparzel- l c n unter Druckwasser. Es stellt sich heute als ein großer Mißstand heraus, daß dieses Gebiet bei der Durchführung der Zusammenlegung der hiesigen Gemarkung nicht dräniert worden ist. Da der jetzige Zustand auf die Dauer unhaltbar ist, hat die Gemeinde durch das Kreistiefbauamt in Wetzlar ein Projekt über die Herstellung einer Dränage aufstellen lassen. Der Gemeinderat hat beschlossen, die Mittwoch, 4. September. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 10.40 bis 11.10: Schulfunk. 13.15 bis 14.15: Schallplattenkonzert. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10: Bücherstunde. 18.30: „Der Einfluß der Ghmnastic auf die Frau". 18.45: Walter Benjamin: Vorlesung aus eigenen Werken. 19.05: Französische Literaturproben. 19.20: Französischer Sprachunterricht. 19.45: Senckenberg-Viertelstunde. 20: Sinfonie-Konzert. 21.30: Konzert. Donnerstag, 5. September. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 12.30: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 16.15 bis 18: Konzert. 18.20: Lefestunde. 18.30: Emst Berg spricht über „Moses Mendelssohn". 18.50: „Moses Mendelssohn, der Gottesreifer", Vortrag von Dr. Hellmuth Falkenfeld. 19.10: Schachstunde. 20: Zcitberichte VIII. 20.50: Rhein- psalzstunde: Dürkheimer Wurstmark. 21.25: LlnterhaltungskonzerL Anschließend Llntcrhal- tungsionzert der Kapelle Willi Wende. Jreitag, 6. September. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 12.15 bis 13.15: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 15.15: Hausfrauennachmittag. 17.15: Dränage nach diesem Projekt als Gemeindeanlag- auszuführen und die Kosten der Herstellung und Unterhaltung auf Grund des Kommunalabgaben- gesetzes von den beteiligten^Grundeigentümern nach Maßgabe der beteiligten Flächen wieder einzuziehen. Die Ausführung der Anlage soll noch in diesem Jahre stattfinden. Zur Aufbringung der Kosten soll bei der Landesbank der Rheinprovinz in Düsseldorf ein Kredit von 6000 Mark aufgenommen werden, ferner soll bei der zuständigen Stelle der Antrag gestellt werden, zur Verzinsung des Kredites einen Zuschuß aus Reichs- oder Staatsmitteln zu gewähren. 0 Dornholzhausen, 29. Aug. Der hiesige Radfahreroerein hielt dieser Tage sein dies- jähriges Vereinsrennen ab. Das Rennen wurde in einer Klasse gefahren. Die Fahrstrecke betrug 85 km. Sie führte von Dornholzhausen über Butzbach nach Lich und zurück über Gießen—Wetzlar (Franzenbury) nach Dornholzhausen. Es errangen: den Wanderpreis Friedrich Jakobi mit einer Fahrzeit von 2 Stunden 13 Minuten, den ersten Preis Albert Zörb mit 2,13:1, den zweiten Preis Adolf Luh mit 2,16, den dritten Preis Heinrich Schwan mit ^>17, den vierten Preis Gustav Richter mit 2,22, den fünften Preis Otto Schiefer st ein mit 2,44, den sechsten Preis Wilhelm Jakobi mit 2,52. Nachmittags fand ein gemütliches Zusammensein der Vereinsmitglieder statt. — Nach nahezu 30jähriger Tätigkeit ist der Fleischbeschauer Anton Back) von hier in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Seit der gesetzlichen Einführung der Schlachtvieh- und Fleischbeschau hat Bach das Fleischbeschaueramt für die Gemeinden Dornholzhausen, Niederkleen, Ebersgöns und Oberkleen in vorbildlicher Weise und treuer Pflichterfüllung versehen: wegen seines hohen Alters wurden ihm vor wenigen Jahren die Gemeinden Ebersgöns und Oberkleen abgenommen und aus ihnen ein besonderer Schaubezirk gebildet, welcher dem Fleischbeschauer Otto Messer- s ch m i d t (Ebersgöns) übertragen wurde. Dieser Beschaubezirk ist nach der Ausscheidung des Fleischbeschauers Bach dahin erweitert worden, daß er nunmehr auch die Gemeinden Dornholzhausen und Niederkleen umfaßt. Bei dieser Neuregelung ist als Stellvertreter des Fleischbeschauers Messerschmidt in Ebersgöns für die Gemeinden Dornholzhausen und Niederkleen der Fleischbeschauer Hinkler in Hörnsheim, und für die Gemeinden Ebersgöns und Oberkleen der Fleischbeschauer Möglich in Vol- pertshausen bestellt worden. Als Stellvertreter des Fleischbeschauers Hinkler in Hörnsheim wurde der Fleischbeschauer Müller in Groß-Rechtenbach bestimmt. Verantwortlich für Lokales: i. V. Dr. Thyriot. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zur Frage des Gießener Viehhofes. Auf das Eingesandt vom 28. August teilt die Stadtverwaltung zur Frage des Gießener Viehhofes folgendes mit: Wenn der Bau des Viehhofes noch nicht begonnen worden ist, so liegt das nicht an hrr mangelnden Tatkraft der städtischen Stellen und nicht an Schwierigkeiten, die die Reichsbahn angeblich macht, sondern an der Finanzierung des Unternehmens, an welcher Stadt und Viehhändler gleichermaßen interessiert sind. Als oberster Grundsatz hat zu gelten, daß der Viehhof kein Zuschußbetrieb wird, sondern sich selbst trägt. Die lausenden Ausgaben und die Verzinsung für das aufgewendete Baukapital müssen durch die eingehenden Standgebühren und dergleichen gedeckt werden. Der ausschlaggebende Posten ist dabei die Kapitalverzinsung. Je größer die Daukosten desto größer der Zinsauswand. Dem Viehhändler können aber nicht unerträglich hohe Gebühren auferlegt werden. Baukosten und Gebühren müssen also in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen. Das Projekt an sich muhte deshalb immer wieder um gearbeitet und für alle möglichen Plätze im Stadtgebiet geplant und die einzelnen Projekte gegeneinander abgewogen und scharf durchkalkuliert werden, um schließlich diejenige Lösung zu finden, die erträgliche Gebühren für den Viehhandel in Aussicht stellen kann. Mm ganz sicher zu gehen, mußten zu verschiedenen wichtigen technischen Fragen noch die Gutachten eines Spezialisten eingeholt werden. AUe Vorschläge bedingten eine eingehende Nachprüfung hinsichtlich Gleisanschlußmöglichkeit, Rangiermöglichkeit, Zugherstellung usw. durch die Reichsbahn. Diese Verhältnisse liegen in Gießen bekanntlich denkbar kompliziert. Rach dem neuesten /a\ Iff E IN E QU A L I T A'Tl Die beste Kernseife Schont die Wäsche Spart Zelt und Geld Nichts kann bei Wäsche Kernseife ersehen. Alle Seifenpulver, alle Waschmittel enthalten deshalb Seife, jedoch wesentlich weniger. EtsenDctonDau Tonindustrie Ziegelei Ingenieure Techniker. Ziegeimeist Bauschule I Archhektur. Baulngenl.' [Ingenieurschule VpsKmliW Elektrotechnik. Maschinen-. ■ LVlSulllUUl Auto-. HcxungsDau. Flug-. ■ ■ Wörme-. Köitctechn, Lana u/. " L. Cl U G Maschin. Schwach-. Stark* - Lipp« I ström- u Radiotechnik ttji f— Werkmeisterschule — (iMl) Henkels Aufwasch-Spül- und Reinigungsmittel ' , für Haus- und Küchengerät aller Art’ Hergestellt in den Persil werken Die letzte Woche unseres Besonders interessante Beispiele: 7154V derlich. 6956V Teppiche Londorf / Oberh 7183D Kaufgesuche""] 125 722I.D sucht. Babnbosstrabc 66< 100 80 vier- 5. 60 40 30 Off. u. 7170V. an die Exped. d. Blatt. ments. Anmeldungen zum Abonnement sind bis spätestens 10. September 1929 nur schriftlich bei der Verwaltung des Stadttheaters — Theatergebäude — unter Eingabe des Abonnementstages einzureichen. Die letztjährigen Abonnenten haben Anspruch auf Beibehaltung ihrer Plätze an ihrem Abonnementstage, wenn sie die Bestellung bis zum 7. September bewirkt haben. Gießen, den 31. August 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Klingspor. Bekanntmachung. Der nächste Viehmarkt in Gießen findet statt: 7155C Dienstag. 3. September 1929, Rindvieh- Nutzvieh-) Markt, Mittwoch, 4. September 1929, Schweine- markt. Auftriebszeit an beiden Markttagen von 7 bis %9 Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gießen, den,31. August 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Klingspor. Bekanntmachung. Siflmüdung der fitiegergräöer an Aller leeien. loteolonntag und Weinnamten. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge übernimmt es auch in diesem Jahre, Kriegergräber im Auslande im Auftrage der Angehörigen zu schmücken. Welche Friedhöfe in Frage kommen, ist aus der Aufstellung in Heft 9 der Zeitschrift „Kriogsgräberfürsorge" zu ersehen, die für halbjährlich 1 RM. durch den Volksbund bezogen werden kann und auch sonst durch Wort und Bild übenden Stand der Kriegsgräbersürsorge fortlaufend unterrichtet. Wünsche auf Gräberschmückung wolle man bei dem Rechner der Ortsgruppe, Herrn Bock, Gießen, Stephan- straße 38, anmelden. Dort ist auch Näheres über die Preise der Kränze zu erfahren. Deutliche Angaben von Vor- und Zunamen, Dienstgrad, Truppenteil, Todestag, Friedhof (Land, Provinz) und möglichst Grabnummer des Gefallenen ist erfor- dar dürfen Der seit altersher als haarstärkend und belebend anerkannte Natursaft der Birken bildet die Grundlage für das nach wissenschaftlicher Erkenntnis zusammengestellte Dr. Dralle s Birken- Haarwasser. Weltbekannt als unerreichtes Mittel gegen Kopfschuppen und Haarausfall. Preis: RM 2.40 und RM 4,20 V,Liter RM 6,80 V.Liter RM 12.— Qllllllllllllllllllllllllllllllllll Die gegen den Rendanten d. Svar- und Darlehnskaffe in Wißmar, Herrn Ludwig Grob ausgesprochene Beleidigung nelnste ich mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Oss« Georg Speier. Wißmar, HausNr.115 llllllllllllllllllllllllllllllllllll 1 Kassenschrank, 2 Büfetts, 2 Sofas, 5 Oefen, 6 Betten, 4 Küchentische, Obst- pressen, 2 Schreibmaschinen, 2 Regulatoren, mehrere Leuchter, 1 Sattel mit Zaumzeug, Spiegel und Bilder u. v. a. Hous- und Gebrauchsgegenstände, 1 Gebrauchte Theke 2,10 m zu kaufen ne« (Reihe 1) 2. Rang (Reihe 2 und 3) 2. Rang (Reihe 4 und 5) Die Ausgabe und Bezahlung der Abonnementskarten erfolgt in acht Raten, die erste Ratenzahlung verpflichtet zur restlosen Abnahme des bestellten Abonne- Stadttheaier Gießen. Abonnements-Einladung. In der Spielzeit 1929/30, die vom 1. Oktober 1929 bis Mai 1930 dauert, werden an Persianer-Mäntelpr.Bucharav.Mk.890.-an Astrachan-Mäntel braun, von Mk. 650."an Natur-Bisam-Mäntel . . von Mk, 580."an Breitschw.fohlenMäntel S BandarbeitsfcbuleLaidmanii Giefien, Sudanlage 7 / Unterricht in allen weiblichen Bandarbeiten Zuschneiden u. Anfertigen der Wäsche. Hand- u. Mafchinen- nähen, Stickereien jeder Art, Filet, Klöppeln, Occhi usw. Aenderung von Wäsche und Kleidern. 70J2D Beginn des Unterrichts: Montag, den 2.Sept 1929 WM! Ich komme Montag, b. 2. September 1929, von auswärts nach hier und kaufe bessere, abgelegte Im*!* wie Anzüge, Paletots, Mäntel, cinz. Hosen usw. Zahle weg. dringen» dem Bedarf höbe Preise. Schriftliche Angeld möglichst nut genauen Angaben, erbet, u. F. J. B. 4005 (7149V) an den Gieß. Anzeiger. Pelz-Propaganda-Verkaufs! Samstag, den 7. September endet diese großzügige Veranstaltung, welche die großen Erfolge der vergangenen Jahre bei weitem übertroffen hat, ein Beweis für das große Vertrauen, welches man unserem Hause für gute und allerfeinste Pelzwaren entgegenbringt. Denken Sie an den kommenden Winter und an unsere gewaltigen Anstrengungen zum Zweck der Kundenwerbung. Wir erwarten Ihren. Besuchl Konkursversleigerung Dienstag, den 3. September, ab vormittags 10 Uhr, versteigere ich im Auftrag des Konkursverwalters meistbietend gegen Barzahlung in der Oberhessischen Auto- und Fahrrad-Industrie Gießen, Schifsenberger Weg 24, folgende Gegenstände: 72090 Zirka 50 kg Naturstahl, 6 Zimmer- und Werkstattöfen, 6 Beleuchtungskörper für Zimmer, zirka 20 Werkstattlampen, Aktenschränke, Gardinen, 1 Linoleum-Teppich (2/3 m), 1 Adler-Schreibmaschine, Schreibtischlampen, 1 Schrank für Ersatzteile mit 32 Schubladen, Ersatzteile für Auto und Motorräder, 2 Wanduhren, 1 Registraturschrank (zweiteilig), 4 große Tische für Wirtschaften, 2 Bänke, 10 Stühle, 1 Schreibtisch, diverse Buteaugegenstände, 1 Schlagschere, 1 Blechschere, Nieten (Kupfer und Eisen), Kugellager, Unterlegscheiben, Federstahl, Signalringe, Autohupen, Wagenheber, 1 Kartothekschrank, Arbeitsspinde, 2 Ladentheken, Schneeketten für Last- und Personenwagen, 1 Hohl- pindel-Drehbank (fast neu, Drehl.1500 mm, Spindelh. 185 mm), 1 Bohrmaschine, zirka 50 Treibriemen von 1,95 m bis 10 m Länge, 1 Autospritzschlauch (10 m lang), 1 Amboß, 1 Schmiede-Esse, 1 Handschleis- stein, 1 Gebläse mit Motor, mehrere Transmissionen mit Vorgelege, 5 große eiserne Fenster, 1 Partie Dachfenster, 1 Handsaugpumpe für Benzin, 3 Der nicke - lungswannen, 1 Motor (Bergmann, 2,5PS), 2 Schleifbocke, 1 Schleifmaschine 1 fahrbaren Hebekran, mehrere Werkbänke, 7 Schraubstöcke, Montageböcke für Fahrräder, Richtplatten, Feuerlöschapparate, elektrische Bohrmaschinen, Bohrer, Reibahlen, diverse Fettpressen, komplette Garnituren Schneid- und Gewindekluppen, Schweißapparate für Sauer- und Wasserstoff, Eisen- und Stahlstangen, Oelbehälter, Trittbelag, große Partie Kolbenringe, 1 großen Warenschrank, 1 Partie Kohlen für Bogenlampen, Lehrteile für Kraft- sahrerunterricht, 2 Tafeln Riffelglas sowie einen großen Posten Werkzeuge für Schlosser und Äutoreparateure (neu und gebraucht), zirka 30 Lagerregale, eine große Partie Werk- und Brennholz, 1 Eisschrank, 6 Lei- fern (bis zu 5m Höhe), 1 Motor (Sie- mens-Schuckert, 440 Volt, 1220 Umdrehg., 11 PS), 1 Herrenzimmer (dunkel Eiche, bestehend aus 1 Bücherschrank, dreiteilig, 1 Schreibtisch, 1 runder Tisch, 3 Sessel), 1 Kassenschrank, eingerichtet mit 3 großen und 3 kleinen Schließfächern und 3 großen Fächern für Schreibmaschine und Geschäftsbücher, geeignet für Großbetrieb (fast neu), 1 zirka 40-m-Transmission mit Riemenscheiben und Lagerböcken, Spezial- Werkzeug für Autoschlosser. den Tagen Dienstag, Mittwod) und Freitag je 32 Abonnementsoorstellungen statt- finden. 71680 Hie Abonnementskarten sind gegenüber den Tagespreisen um 30 v. H. billiger: bei Nichtbenutzung der Abonnemcntskarten können, wie bisher, für Schauspiel und Operette gegen Entrichtung einer Gebühr Gutscheine gelöst werden, die für die ganze Spielzeit, auch für die Sonntagsvorstellungen, Gültigkeit haben. Der Preis für die 32 Vorstellungen einschließlich der Opern- und Operetten-Gast- spiele ist gegenüber dem letzten Spieljahr unverändert und beträgt mit Steuer: RM. ^Jreube in C7^r Jfjeim bringt Ihnen allein eine schöne Haus-Standuhr direkt von derSpez.-Fabrik an Private ohne Zwischenhandel. Formvollendete Modelle — herrlicher Schlaft. 4/4 Westminster- oder Bim - Bam • Domglockenschlag. Konkurrenzlos bHilfte Preise VOH 60 Mk. an. Tausende Dank- u. Anerkennungsschreiben. LanlLanilQerl-ihUHPll all konltarTenilos billig anerkannt Bezüglich Qu'-ii'dl m>ikbu >ani.er- 3tSndl(ietiUtaCt>tea. Vor minderwertigen Nachahmungen wird aus- drückllch gewarnt Angenehme Teilzahl. - frachtfreie Lieferung - mehrjährige Garantie. Verläufen Sie kostenlos meinen Katalog. E. Lauffcr. Spezial-Fabrik moderner Haus-Standuhren Schwenningen a.N. (Schwarzwald) Proszeniumsloge, Rangloge, 1. Rang (Reihe 1 und 2) 1. Rang (Reihe 3 und 4), Sperrsitz (Reihe 1 bis 11) Logenrückplatz, Sperrsitz (Reche 12 bis 14), 1. Rang (Reihe 5 und 6) Sperrsitz (Reihe 15 bis 18), 2. Rang Versteigerung bestimmt! Fortsetzung der Versteigerung am 4. und September, ab 10 Uhr vormittags. Ludwig Harlmeh Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414. Sardinen - Linoleum liefert bekannt erflklats. Frankfurter Spezialhaus zu allerbilhßften Pteifen zahlbar in 12 Monatsraten HessiscbegeineinniitzWeA.-G.fürlileineWobnungen Die 60 Dreizimmer-Wohnungen am Kugelberg werden teils am 1. Oktober, teils am 15. Oktober d. J. bezugsfertig. — Meldungen für diese Mietwohnungen werden noch kurze Zeit entgegengenommen, da nur noch einige Wohnungen zu vergeben sind. 71510 WohDungslürsorge-fiesellsGbalt (.Hessen Zweigstelle Hieben / Schanzens!* 22 Zentrale S.,WemS', Rostam, Nieder-Ramstäillerslr.17 1400 Quadratmeter großes, sofort beziehbares Anwesen in Londorf, in dem seit über hundert Jahren ein Kolonialwarengeschäft und eine Getreidehandlung betrieben worden sind, wegzugshalber zu verkaufen. Angebote an M. Rothschild Wwe. WWrtipinil! Im Auftrag der Erben versteigere ich Montag, den 2. September, nachmittags ab 2 Uhr, meistbietend gegen Barzahlung: 3 Kleiderschränke, 2 Waschtische, 4 Kommoden, 5 Zimmertische, 1 Anrichte, 2 Nachtschränke, 1 Bücherregal für Akten, 1 Weinschrank (Eisen, verschließbar), 4 Gartenstühle, 1 Schrank für Bücher und Akten, 8 Stühle, 1 Büfett, 1 Blumentisch, 1 Küche, 1 Speisezimmer, 1 Vertiko, 1 Wanduhr, 1 Bett mit Matratze und Keil, 2 Sofas, 1 Eckschrank, n runden Tisch, 1 Herrenrad, 1 Harmonium (fast neu), u. a. rädrigen Handwagen. Versteigerung bestimmt! Besichtigung ab 11 Uhr. Ludwig Harlmeh Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414. Größtes Pelzhaus mit der größten Maßkürschnerei FRANKFURT A. M. ZEIL 109 Für Allerseelen müssen die Bestellungen umgehend, für Totensonntag bis zum 15. Oktober 1929, für Weihnachten bis zum 19. November 1929 in die Hände der Ortsgruppe gelangen. Der Volksbund wird selbst die Sammelgräber schmücken, in denen große Scharen meist unbekannter Toter ihre Ruhestätte gefunden haben. Er bittet hierzu um Hilfe der Oefsentlichkeit. Zu diesem Zwecke wird im Monat September 1929 eine Haussammlung stattfinden, um deren freundliche Unterstützung gebeten wird. Gießen, den 31. August 1929. Volksbund Deutsche Kriegsgräbersürsorge. Ortsgruppe Gießen. T r ü m p e r t, Landgerichtsrat. Oeffentliche Aufforderung zur Abgabe v. Steuererklärungen für die Herbstveranlagung 1929. Die Steuererklärung, für die Einkommensteuer und Umsatzsteuer sind von den Steuerpflichtigen, deren Wirtschaftsjahr zwischen dem 1. Januar und 30. Juni 1929 geendet hat, in der Zeit vom 1. bis 15. September 1929 unter Benutzung der vorgeschriebenen Vordrucke abzugeben. Steuerpflichtige, die zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet sind, erholten vom Finanzamt einen Vordruck zugesandt. Die durch das Einkommensteuergesetz, Körperschaftssteuergesetz und Umsatzsteuergesetz begründete Verpflichtung, eine Steuererklärung avzugeben, auch wenn ein Vordruck nicht übersandt ist, bleibt unberührt: erforderlichenfalls haben die Pflichtigen Vordrucke beim Finanzamt anzufordern. Gießen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 27. August 1929. Die Finanzämter. Ein gut erhaltenes taenlM zu kauf, gesucht. Schr. Angebote unt. 05509 an d. Gieß. Anz. erb. Gebrauchte Obstkörbe zu kaufen gesucht. Schr. Angeb. u. 05532 an d. Gieß. Anz. erb, Leere hllerWt komplett mit Deckel zu kaufen gesucht. SchriftL Angeb. mit PretSang. u. 71610 an den Gieß. An». Fruchtpressen Saftbeutel, Reitern in verschiedenen Größen Edgardorrmann.Eisenhandl. Niddaer Herbstmarkt. Montag, den 2. September 1929, findet in Ridda auf der Gänsweid 70030 Rindvieh-, Schweine-, Ziegen- und Krämermarkt verbunden mit einer Prämiierung von Bullen, Kühen, Kalbinnen und Rindern der Simmentaler und Vogelsberger Raffen sowie einer Versteigerung von Bullen, Ebern und Ziegenböcken eingetragener Herdbuchtiere statt. Günstige Gelegenheit zum Ankauf von Faselvieh für Gemeinden. Nachmittags 2% Uhr Verlosung von auf dem Markt angekauften 15 Stück Vieh sowie landwirtschaftlichen Geräten und Gebrauchsgegenständen. Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen usw. Sonntag nachmittag 2 Uhr Reit- und Fahrturnier des Reiteroereins Nidda und Umgebung. Konzert, Tanz, Volksbelustigung. Vürgermeisterei Nidda. Der vom Gemeinderat beratene Voranschlag für 1929 liegt von Montag, den 2. September, bis einschließlich Montag, den 9. September 1929, bei der unterzeichneten Stelle zur Einsichtnahme offen, woselbst Einwendungen vorgebracht werden können 72270 Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Albach, den 30. August 1929. Hessische Bürgermeisterei Albach. Lenz. 6642A Die schönsten Schuhe zu niedrigsten Preisen finden Sie im Schuhhaus Meyer Gießen Bahnhofstr.30 io13 SONDER AUSSTELLUNG IHR VORTEIL R, t JAHRE Porz e II a n Original Sack 1 billige VerkaufstaM Für Wiederverkäufer besondere Preise 7O3UD Möbel Vom 31. August bis Samstag, den 7. Sept., auf sämtliche Inletts, Bettfedern Kleiderstoffe Po Etagengeschäft Sonneborn, Alicenstr.11 Matratzenund Steppdecken Betten-, Wäsche- u.Leinen 66. Schieierslein Bei Barzahlung "J10% Rabatt Fern: 72I5A 7I65A BZ Arco na« Bader Versand nach auswärts I Kostenlose Lagerung bei uns gekaufter Möbel ■■ (u. a. der 2,6 Ltr. Sieger-Wagen der Internationalen Alpenfahrt1929. —Fahrer CHRISTIAN WERNER) in den Ausstellungsräumen der Wir übernehmen diese Arbeiten sachgemäß und preiswert Hofe der Neuen Kaserne 2 überzählige Dienstpferde öffentlich versteigert. [TMOp I. (Hess.) Bataillon 15. Jnf.-Regt. Manufakturwaren Trikotagen Aussteuer-Artikel Gardinen 10 0/0 Rabatt faprizieren als Spezialität WilhelinZimmerG.m.b.H. Abteilung Kupferschmiede Bahnhofstr. 12 Gießen Tel. 2072 aller Art und Ausführung vom einfachsten Einzelstück bis zur kompletten Wohnungseinrichtung iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiimi SIEDLUNGS-TYPENMÖBEL in großer Auswahl iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiu Bequemste wöchentliche od. monatliche RATENZAHLUNG 7192A mit Ober- und Unterauslauf und Entleerung direkt in den Sack. — Unbegrenzte Lebensdauer. 6838V Pflüge aller Art mit Ringlager, die Präzisionsmarke für Beruf u. Sport Arcona- Rennmaschinen, das Rad mit den größten Kennerlolgen. Arcona- dalionrader. prachtvolle Damenräder, Jugendräder, Motorräder, Zubehörteile, Nähmaschinen, Sprechmaschinen, Geschenk- u. Wirtschaftsartikel. Fernspr. 17 LICH Pferdeverkauf. Am Dienstag, dem 3. Sept. 1929, rmittond 10.30 Uhr, werden auf dein Unübertroffen sind noch immer Original-Sack- Drillmaschinen 2. bis 7. September der Type „Stuttgart“ 260 Technikum SSmemaca Thür, Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik Wissenschaftliche Betrlebsführg. Werkmeisterabteiluni! Aus diesem Anlaß Große Rosenthal-Jubiläums Sonder-Ausstellung! Wir bitten um Besichtigung unserer Schaufenster Der Name Rosenthal, den Philipp Rosenthal vor 50 Jahren seinem Porzellan gegeben hat, ist zum Inbegriff für feinstes Qualitätsporzellan geworden. Porzellanhaus Löwer & Bechstein 7217a Neustadt 2 — 4 Drillmaschinen neuester Konstruktion Pflüge mit neuest. Körpern für alle Bodenarten Acker- und Saateggen Düngerstreuer für alle Dungarten Kartoffelgraber neuest. Konstruktion.fürtu.2 Zugtiere Kartoffeldämpfer Strohschneider Hydr. Obstpressen, Obstmühlen sowie alle Maschinen und Ersatzteile fürd. Landwirtschaft M. Rosenthal Liebigstraße 13 Fernruf 3177 Katalog SFffi 6560 Ernst Machnow,SS Größtes Fahrradhaus Deutschlands —- Strick Kleider Pullover Jumper Jacken Westen usw. Stets das Neueste zu vorteilhaften Preisen finden Sie im Spezial Wollgeschäft Else Dittmar Gießen, Löwengasse 20 HAUSRATgm.bh. Paulsplatz » Gießen, Lindenplatz 1 Unser SONDER-VERKAUF Speisezimmer Herrenzimmer Schlafzimmer Küchen kaufen Sie bester Verarbeitung bei Heinrich Vetter Werkstätte für Möbel und Innenausbau Wiesenstraße 4 Zahlungserleichterungen DAIMLER-BENZ A-G VERKAUFSTELLE FRANKFURT AM MAIN Abt. Personenwagen: Rathenauplatz 14 Telephon Hansa 2440/41 Verkaufstelle Gießen: Daimler-Benz Akt.-Ges., Bahnhofstraße 90/92 Jeiektiv-Auskimslei jetzt Kurstraire 17, Part. Aad-Nauheim erledigt Ihnen alle vertraulichen Angelegenheiten diskret und preiswert. Ermittlungen. Beobachtungen, Gesuche, Beweismittel in Siras- u. Zivtlprozessen. Kredit- und Heiratsäuskünsle auf alle Plätze der Welt. [5869D Denken Sie rechtzeitig an das Aufarbeiten Ihrer Federbetten Ausstattungshaus C. Röhr & Co. Bahnhofstraße 44 mit neuesten Körperlormen sowie sämtliche Ersatz - Teile mit d. bekannt. Sack-Gütezeichen. M4 I ;$4' rP in BIM. Kr. 204 viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhejjen) Samstag, 5(. August 1929 Aufklärungsfahrt hes Oberhessischen Automobilklubs. Beobachtungen und Anregungen zur Verbesserung des Straßenverkehrs. Wie in früheren Jahren veranstaltete der Obcrhessische Automobilklub am Donnerstagabend eine Aufklärung s fahrt in die nähere Umgebung der Stadt. Wiederum war der Zweck der Fahrt, den Behörden, welche sich mit Lerkehrsfragen zu beschäftigen haben, insbesondere den auf diesem Gebiete amtlich tätigen Herren erneut Gelegenheit zu geben, sich aus eigener Anschauung über den Stand des Verkehrs aus den Straßen, über seine Mängel und Der- besserungsbedürftigkeit ein Urteil zu bilden. Die Fahrt erfolgte in sechzehn Kraftwagen, die von Mitgliedern des Oberhessischen Automobilklubs zur Verfügung gestellt waren. Jeder Wagen hatte eine genau ausgearbeitete Strecke von etwa 60 bis 80 Kilometer zurückzulegen, wobei möglichst gleichmäßig sämtliche in der näheren Umgebung Gießens in Frage kommenden Haupt- landstraßen berücksichtigt wurden. Der Fahrtbeginn war so gelegt, daß der eine Teil der Strecke bis zum Ziel- oder Wendepunkt bei Tageslicht, die Rückkehr jedoch erst nach Einbruch der Dunkelheit erfolgte. Die Veteiligung an der Fahrt war außerordentlich stark; vertreten waren die staatlichen und städtischen Behörden, die Reichsbahnverwaltung. die Justizverwaltung, die Polizei und die Gendarmerie, Offiziere unserer Garnison, Leiter der hiesigen Schulen, Abgeordnete des Fuhrunternehmergewerbrs und der Presse. Um 18 Uhr versammelte man sich im Klubheim in der Sonnenstraße, wo der erste Vorsitzende des Automobilklubs, Dr. Gail, die Teilnehmer an der Fahrt herzlich willkommen hieß. Regierungs- baurat Steinbach, Vorsitzender der Der- kchrswachk Gießen, als technischer Leiter der Auf- klärungssahrt. wies in einer kurzen Ansprache auf den Zweck des Unternehmens hin. Die Absicht war, den Angehörigen der verschiedensten Berufe und Behörden zu zeigen, was auf der Straße vor sich geht. Aach der Fahrt war eine Zusammenkunft im Klubheim vorgesehen, wo man gemeinsam die Beobachtungen auf der Fahrt austauschen und Wünsche, Anregungen und Anträge zur Verbesserung des Verkehrs vorbringen wollte. In jedem Wagen fuhr ein Beobachter mit. welcher mit einer Tabelle versehen war, um -unterwegs Aufzeichnungen zu machen. Aach der Vorbesprechung erfolgte sogleich die Abfahrt der sechzehn Wagen nach den verschiedensten Richtungen. Die Beobachtungen während der Tages- und Abendsahrt betrafen in erster Linie die Teschasfenheck der Landstraßen und Ortsstraßen, die Häufigkeit und Zweckmäßigkeit der an Wegen und Fahrzeugen aller Art angebrachten internationalen und örtlichen Kennzeichen, die all- gemeine Verkehrsdisziplin, die Beleuchtungsverhüllnisse und namentlich auch den Zustand der zahlreichen gesicherten und unbewachten Bahnübergänge. Gegen 21 Uhr trafen dann die ersten Wagen wieder vor dem Klubheim ein, wo sich bald sämtliche Teilnehmer zur Besprechung der Fahrtergebnisse zusammensanden. Aachdem Dr. Gail über die bereits früher angeregte kraftfahrtechnische Ausbildung der richterlichen Beamten lurz referiert hatte, trat man in die Besprechung über die Beobachtungen während der Fahrt ein. Die nach der Ablieferung sämtlicher von den Beobachtern" mitgeführten Tabellen einsehende Diskussion, die von Regierungsbaurat Steinbach geleitet wurde, gestaltete sich außerordentlich lebhaft und anregend. Es konnte zunächst darauf hingewiesen werden, daß der allgemeine Eindruck während der Fahrt erfreulicherweise eine wesentliche Verbesserung gegenüber den Beobachtungen der letzten Ausklärungssahrt sei. namentlich was die Kraftfahrer selbst betrifft. Eine eingehende Auswertung des zusamrncnge- brachten Materials muß natürlich einem späteren Zeitpunkt Vorbehalten bleiben. Die Beobachtungen während der Fahrt im einzelnen waren recht unterschiedlich, die Wünsche und Anregungen von feiten der Verwaltungs- und Justizbehörden, der Polizeilcitung und der Reichsbahn, sowie namentlich auch aus den Kreisen der Automobilisten selbst waren sehr mannigfach und anregend. Als Hauptmißstand wurde gerügt die mangelhafte Beleuchtung der Fahrzeuge bei einbrechender Dunkelheit, insbesondere der Radfahrer und der gerade jetzt besonders häufig unzutreffenden landwirtschaftlichen Fahrzeuge und Erntemaschinen. Bei den Radfahrern hoben sich die sog. Katzenaugen als Schlußlichter ausgezeichnet bewährt; ein Vorschlag, sie auch bei den landwirtschaftlichen Fahrzeugen anzubcingen, wurde lebhaft diskutiert. Eine ausführliche Debatte entspann sich über das Problem der Sicherung von unbewachten Bahnübergängen, die infolge ihrer Unübersichtlichkeit und mangelhaften Beleuchtung eine große Gefahr für den Verkehr auf der Landstraße darstellen. Besonders hingewiesen wurde in diesem Zusammenhang auf die Ucbergänge der Frankfurter Straße in Gießen, sowie in Mainzlar, hinter Pohlgöns und in Wittelsberg. Verschiedene Anregungen beschäftigten sich ferner mit einer Verbesserung der Verhältnisse an der als gefährlich bekannten Ecke in Klein-Linden, wo ja gerade in letzter Zeit wieder Unfälle zu verzeichnen waren. Bemängelt wurden ferner die Straßeneingänge nach Gießen von Klein-Linden und Heuchelheim aus. Ein besonders heikles Problem ist die Aufstellung von Warnkreuzen unb Sicherungstafeln an den Bahnübergängen. Was den Zustand der Landstraßen im allgemeinen betrifft, so konnte Dr. Gail darauf Hinweisen, daß die Verhältnisse hier in Oberhessen sich in den letzten Jahren nicht nur gebessert haben, sondern geradezu als vorbildlich zu bezeichnen seien, was allerdings aus der Versamnzlung heraus nicht unwidersprochen blieb. Gefordert wurde ferner ein einheitlicher Beleuchtungszwang für die Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs durch Landesbestimmungen; überdies ein Aummernzwang oder ein absolut sicheres Erkennungszeichen für Radfahrer. Beanstandet wurde weiterhin das Radfahren in Rudeln, statt im vorschriftsmäßigen Gänsemarsch, sowie das vicl- sach beobachtete Stehenlassen unbeleuchteter Fahrzeuge auf den Straßen innerhalb der Ortschaften. Der Leiter der hiesigen Polizei, Regierungsrat Wolf, forderte ii. a. auch eine deutlich erkennbare Rümmer auf der Rückseite der Motorräder. Wiederholte Warnungen sind an die Eltern und Erzieher, insbesondere auch an die Schulbehörden zu richten; Eltern und Schule sollten sich in gemeinsamer Aufklärungsarbeit verDämonen der Ieii. D^omnn von Arthur Drausewetter. 18 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Totenstille war zwischen uns. -Und hinein in diese Totenstille klang wie ein Hohn das selbst in dieser Abendstunde noch nicht zum Schweigen gekoniinene Poltern und Klopfen und Kreischen und Feilen um uns her. ... Aber war es nicht letzten Endes nur natürlich, daß es so gekommen? Konnte es anders sein? Das alles habe ich erst jetzt empfunden, als ich diese Zeilen niederschreibe. In jener Stunde suhlte, dachte ich nichts anderes als das emc: Sie ist frei.. . frei für dich! Sie stand mir gegenüber... regungslos, wie eine Statue. Aber schon das Bewußtsein ihrer Gegenwart, das Gefühl, sie heute noch zu sehen, noch zu haben, erfüllte mich mit einem unbegreiflichen Glücksgefühl, und immer fang und brauste das eine durch mein Blut: Frei. .. frei für dich! Hinter den Dächern und Giebeln drüben sank die Sonne. Der brokatene Schimmer, der sich über die geschnörlelten Möbel legte, erblaßte, graue Schatten irochen durch die Stube, hingen sich m die flcingittcrigcn Fenster, lagerten sich über den Fußboden. Eine unbeschreibliche Traurigkeit kam über mich in dem Gedanken, daß dies nun das letzte sei, daß ich diese Frau, die ich nicht lieben wollte und zu der ich mich jetzt gezogen fühlte, mit jeder Faser meines Seins — — - In unwillkürlicher Bewegung streckte ich ihr die Hände entgegen. Sie verharrte in ihrer Unbeweglichkeit, kein Zug in ihrem verschlossenen Antlitz löste sich. Da schloß ich den Arm fest um sie. zog sie an mich, küßte zuerst ihre Stirn, dann ihren Mund. Sie wehrte sich mit keinem Worte, mit keiner Miene, ließ alles über sich ergehen wie ein unentrinnbares Verhängnis. Dann aber war es. als wenn sie erwachte. Ihr Körper wurde weich und schmiegsam und nachgiebig, ihr Antlitz begann aufzuleben, Zug für Zug, ihre Lippen öffneten sich, tranken meine Küsse, erwiderten sie. Bleich und mit geschlossenen Augen lag sie an meiner Brust, ein hingehendes und zugleich schmerzlich entsagendes Lächeln lag um den zuckenden Mund. Aber das alles, so unaussprechlich schon es war. ich wußte, daß es nichts anderes war als ein von Leid und Seligkeit durchtränktes Abschied- nehmen für immer. Einmal noch zog ich sie an meine Brust und küßte sie, daß ihr Herz gegen das meine Pochte, so laut und hämmernd, wie ich noch niemals em Herz schlagen gehört. Einmal noch senkte ich mein Auge in das ihre, dann löste sie mit sanftem und doch unwiderstehlichem Druck ihre Arme aus den meinen. Ein unnennbarer Ausdruck lag auf ihrem Antlitz, dessen fast fahle Blässe mir nie so ausgefallen war wie in dieser Stunde. Die fest auf» cinandergeprcßten Lippen erschienen durchsichtig, und ihre Augen, unter denen sich dunkle Ringe zogen, sahen durch mich hindurch in die zunehmende Dunkelheit des Zimmers. „Lebewohl!" Das Lächeln war auf ihren Lippen erstorben. Alics an ihr war wesenlos geworden, als wäre sie nur noch ein Schatten ihrer selbst. Den halben Tag bin ich durch Straßen gestreift. .. zwecklos, ziellos. In dem alten Hause in der Brotbankengasse ist alles tot und ausgestorben. Leer und öde starrt das hochgiebelige, schmalfronkige Gebäude in den tiefblauen Sonnenhimmel. Sie sind heute in der Frühe abgereist, sie und ihre Mutter. Auch die alte Marieke haben sie mitgenommen, damit der letzte Rest des Lebens aus ihm getilgt werde. Von einem Wiederkommen verlautet nichts. Es scheint nach allem, was sich in diesen letzten Tagen ereignet, ausgeschlossen. Also nie mehr werde ich sie Wiedersehen. Eine spätsommerliche Glut liegt auf den Straßen. brütet in den alten Torbögen, flimmert in langsam und schwer sich hebenden und fenfenben Strahlungen über Giebel und Türme. Vom Scheine der frühen Abendsonne wie von tausend roten Rosen umgossen, reckt sich St. Marien. Einige Straßenlaternen brennen schon, blinzeln mit müden Augen auf das Pflaster, zucken einige Male hin und her. Die Hitze legt sich Nicht. Der Abend bringt keine Abkühlung, auch am Wasser nicht. Schläfrig und menschenleer reckt sich die Lange Drücke, wie ein dunkles Gespenst ragt das vornübergebeugte Krantor aus der Dämmerung, die einen seltsam fehlen Anstrich hat. Vom Rathausturm singt dos Glockenspiel, als trüge es den einzigen Ton des Lebens in die von schwülen Schwingungen durchstromte Luft. Ich fühle den eigenen Schritt nicht mehr, lasse mich planlos weitertreiben. Meine Gedanken, so gewaltsam ich sie auch von ihm fortzuzwingen suche, kreisen immer um das eine. Die Seele dieser seltsamen Frau hat sich der meinigen bemächtigt und quält mit allen Rätseln, die sie aufgibt. Was war es? Ein Spiel, das sie mit mir trieb? Rein, nach einem Spiel, sieht ein Mädchen wie Edith nicht aus. In ihr ist alles wunderbar gefestigt und geklärt. Undin mir .... Vielleicht hatte sie so unrecht nicht: Wir konnten uns finden in Quak und in Glück... aber für bas Leben haben unb halten konnten wir uns m®ic Straßen finb schon ganz leer. Rur ab und zu saust ein Auto an mir vorüber, ober eine einigen, um die Kinder dem heute stetig an- wachsenden Verkehr nach Möglichkeit fernzuhalten oder jedenfalls auf eine größtmögliche Vorsicht und Verkehrsdisziplin hinzuwirken. In einem Schlußwort dankte Dr. Gail allen Teilnehmern für die vorgebrachten Anregungen unb die gemeinsame Unterstützung, die sie den Bestrebungen des Automobilklubs entgegen- gebracht hätten. Den Dank der Teilnehmer an den Automobilklub brachte Oberregierungsrat Heß zum Ausdruck Oas Schulgeld an den hessischen Schulen. Mit Wirkung ab 1. Oktober wird das monatliche Schulgeld an den höheren Schulen wie folgt festgesetzt: Für die unteren und mittleren Klassen (VI bis Hb): für Schüler, deren Ettern in Hessen wohnen, a) voller Sah 21 Ml., b) bei gleichzeitiger Schulausbildung von zwei Geschwistern nur 17 Mk.. bei drei Geschwistern 13, bei vier Geschwistern 10, bei fünf Geschwistern 7, bei sechs unb mehr Geschwistern 4 Mk. Für Schüler, deren Eltern nicht in Hessen wohnen, betragen die Sähe a) voll 23 Mk.. b) 19. 14, 11. 8 unb 5 Mk. Für die oberen Klassen (Ha la) betragen die Sähe für Schäler, deren Eltern in Hessen wohnen, a) voll 24 Mk.. b) 20. 16. 12. 8 und 5 Mk.. und für Schäler, deren Ettern nickt in Hessen wohnen, a) voll 26 Mk., b) 22. 17, 13, 9 unb 6 Mk. Die Zahl der F r c i ft c 11 c n an den einzelnen Schulen wird auf 20 v. H. der Schülerzahl erhöht. Rur bei den Aufbauschulen ist die Zahl der Freistellen wie seither nicht begrenzt. Die bisherigen Bedingungen über die Vergebung der Freistellen bleiben unverändert. Brieskasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) J. ITC. in L. Wenden Sie sich an das Reichs- Patentamt in Berlin SW 61, Gitschiner Straße 97. Z« drejhnsdnWrmu jamlaim des Lndwtz-GeoW-GWnasmms zu SarmflaM. f Von Professor Or. jur. et Phil. Karl Esselborn. Der 12. April 1629 war der Tag, da das fürstliche Pädagogium in Darmstadt in Gegenwart des Landgrafen Georg II. feierlich eröffnet wurde. Da man damals in der lutherischen Landgrasschaft Hessen-Darmstadt nach dem julianischen und nicht nach dem von dem Papst Gregor XIII. verbesserten Kalender rechnete, entspricht der 23. April dieses Kalenders diesem Tage. Wenn die Dreijahrhundertfeier nicht im Frühjahr stattfand, jo geschah das deshalb, weil man die Wende der Monate August und September für die von außerhalb kommenden Besucher des Festes für passender hielt. Daß das Darmstädter Gymnasium nicht mit der Gießener Schwesteranstall und mit der zwei Fahre nach dieser ins Leden getretenen alma mater Ludo- viciana den Gründer in der Person des Landgrafen Ludwig V., des Enkels Philipps des Großmütigen, gemeinsam hat, daran ist der in dem besten Mannesalter irü Jahre 1626 erfolgte Tod dieses tatkräftigen Fürsten schuld. Denn Ludwig V. trug sich so ernst mit der Gründung eines Gymnasiums oder, wie man damals sagte, eines Pädagogiums in seiner Landeshauptstadt, daß er seinem Nachfolger in seinem letzten Willen zur Pflicht machte, diesen Plan zu verwirklichen. Im Jahre 1627 wurde mit dem Gebäude für die zu gründende Schule begonnen. Zwei Jahre danach war es fertig, und der Unterricht konnte darin beginnen. Ein Werk des Friedens mitten im Kriege. Zu dem Kriege gefeilte sich die Pest, in den Jahren 1632 und "1635 fielen alle Lehrer bis auf eine* der Seuche zum Opfer. Doch das Pädagogium überdauerte alle Fährnisse und konnte am 25. April 1729 seine erste Jahrhundertfeier begehen. Die zweite Jahrhundertfeier fällt in die Biedermeierzeit. Ihr Kennzeichen ist gediegene Einfachheit. Zu dem Festakt, der am 11. April 1829 stattfand, konnten nur verhältnismäßig wenige kommen, weil das Gymnasium über keinen Festsaal verfügte. Zu dem Fest hatte der damalige Direktor, Professor Dr. Karl D i l t h e y die erste ausführliche Geschichte der Schule verfaßt. Er hatte die Anstalt zu einer Zeit des Niedergangs übernommen. Es, gelang ihm aber bald, sie wieder zu heben. Die Höchstzahl der Schüler von 380 im Jahre 1819 wurde sechzig Jahre später im Schuljahr 1869 70 mit 375 wieder annähernd erreicht, und dann flieg die Zahl stetig und stark. ________________________ Im Dezember 1831 siedelte das Gymnasium in das sreigewordene ehemalige Waisenhaus provisorisch über, doch wurde die Stätte eine dauernde. Im Herbst 1871 wurde ein Anbau im Norden, vier Jahre später einer im Süden bezogen und enthielt einen großen Festsaal.Dort fand am 24. April 1879 der Festakt zur Feier des z w e i hundert- fünfzigjährigen Be st e h e n s in Anwesenheit des Großherzogs Ludwig IV. statt. Zu dem Feste erhielt das Gymnasium zum Andenken an seine Gründer die Bezeid)nung Ludwig-Georgs-Gymnasium. Den Mittelpunkt des Festaktes bildete die Rede des Direktors Dr. Andreas Weidner, die eine Uebersicht über die Schule während ihres vierteljahrtausendjährigen Bestehens gab. Die Geschichte des Gymnasiums war von neuem in einer tüchtigen Arbeit des Prof. Dr. Wilhelm U h r i g dargestellt worden. Sein drittes Jubiläum begeht das Gymnasium mit einer Zahl von 350 Schülern. Der eigentliche Festtag des drei- hundertjährigen Jubiläums ist der erste September, wo zuerst ein Gottesdienst der verschiedenen Bekenntnisse, bann ein Festakt im Landestheater, um sechs Uhr daselbst eine Ausführung dett „Vögel" bes Aristophanes durch die Schüler und am Abend ein geselliges Beisammensein in der Vereinigten Gesellschaft ftattfinbet. Am Samstag geht eine Generalversammlung des Vereins Ludwig- Georgs-Gymnasium voraus, die über die Verwendung der zum Besten der Schule gesammelten Geb')-, mittel beschließt und am Abend ein Kommers im. Saalbau. Daselbst findet auch am Sonntag ein gemeinsames Mittagsmahl statt. Am Montagvornnt- tag folgen Turnspiele, bann Besichtigungen der Sammlungen und Sehenswürdigkeiten der Stadt, unb am Nachmittag ein zwangloser Aufenthalt auf. dem Oberwaldhaus. Auch die Vergangenheit der Schule kommt zu ihrem Recht: nicht nur in einer Ausstellung von Werken der bildenden Kunst ehemaliger — und auch jetziger — Schüler und Lehrer des Gymnasiums, sowie in einer zweiten von Schul - erinncrungcn als Bilder von Lehrern, Schulklassen usw., sondern es erzählen auch in einem 595 Seiten starken Buche „Unter der DUtheykustanie" mehr als 55 ehemalige Schüler von ihrer -Schulzeit; außerdem gewährt eine Festschrift einen Ueberblick über die Vergangenheit des Gymnasiums. Droschke trottelt mit einem müden Gaul dahin, der wie im Schlafe die steifen Veine hin und her bewegt. Ich sehe das alles wie im Dämmerzustände, und nur das eine steht mit unwiderstehlicher Klarheit vor meiner Seele: Daß ich sie vergessen muß, vergessen werde. Cs geht mir schlecht. Kein Wunder. Arbeit habe ich nicht, und Ersparnisse hat mir meine kurze und bescheidene Stellung im Hause Reichenbach & Co. nicht gestattet. Mit meinen Bewerbungen habe ich kein Glück gehabt. Hebern II sieht man in mir den einstigen Inhaber einer bekannten Firma, hält mich wohl für zu anspruchsvoll und verwöhnt und dankt höflich, aber bestimmt. Die kleine Fink nimmt sich rührend meiner an. Es gibt unter den Mädchen mit der heißen Lebenslust und dem unbekümmerten Wcttsinn prachtvolle Exemplare. Sie hat cs mich gelehrt. Mein veränderter Zustand und der ihrer Ansicht nach sehr überflüssige Ernst, den abzu- schüttcln ich mir vergeblich Mühe gebe, hat ihre Zuneigung zu mir nicht erschüttert. Wenn sie eine Qfijnung hätte, daß die Tasse Tee, die ich des Abends auf ihrem Zimmer trinke, oft die erste warme Rahrung gewesen ist, die ich den ganzen Tag zu mir genommen. Ich erzählte ihr, daß ich noch genug von meinem einstigen Vermögen hinübergerettet habe, daß es mir sehr gut gut und ich mir eine Beschäftigung nur suche, da ich das tatenlose Leben nicht zu ertragen vermag. Sie glaubt es . .. oder ist taktvoll genug zu tun, als ob sie cs glaube. Rur als ich ihr zum kleinen Entgelt für alles, was sie an mir getan, einen Strauß Blumen brachte, für den ich mein letztes Geld geopfert, weinte sie, daß es mir ins Herz schnitt. Von der Stunde an bin ich nie wieder zu ihr gegangen. * Endlich! Gerade, als ich nicht mehr ein noch aus wußtet kam die Rettung, ilnö zwar, wie es Rettungen wohl meist an sich haben, auf ganz wunderliche Weise. Weniger aus innerem Bedürfnis, als aus dem Wunsche heraus, die öde schleichenden Stunden meiner auferzwungcnen Muße zu kürzen, hatte ich nach längerer Zeit einmal wieder meine Geige aus ihrem Kasten hervorgeholt. Draußen brütete die dumpfe Schwüle eines Septembernachmittags und steigerte die seit Wochen eingenistete Hitze in meinem unter dem Dach gelegenen Zimmer bis zur Tlnerträglichkeit, so daß ich wider meine Gewohnheit bei offenem Fenster spielte. Mit cincmmal bemerkte ich, daß eine junge, gewählt gekleidete Dame auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig stehen blieb und mir zuhörte. Tlnbcwcglich stand sic eine lange Zeit, nur ihr Kops mit dem ein wenig auffallenden, von zwei Straußenfedern gezierten Hute neigte sich langsam zu den Klängen meiner Geige, und die kleinen Füße in den zierlichen Lackschuhen klopften leise den Takt auf die Steinplatte des Bürgersteigs. Die eigenartige Zuhörerin und ihre andächtige Aufmerkiamkeit feuerten mich an; schließlich vergaß ich sic. die erschlaffende Hitze, mich selber und spielte mit einem Vergnügen und mit einer Lust, wie ich cs lange nicht getan. Da riß mich ein schrilles Läuten der Flur- flingcl aus meiner Selbstversunkenhech. Die Fremde von draußen und mit ihr eine Welle duftenden Wohlgcruchs trat in mein Zimmer. „Lassen Sie sich nicht stören, mein Herr," sagte sie mit einer Stimme, in der leise sinkende Musik war. „Ich bin Dera Tartini und möchte ein wenig hören." Ohne eine Antwort zu erwarten, ließ sie sich aus einen der roten Plüschsessel meiner Studercken- bude nieder, breitete ein seidenes Spihentaschen-- tuch über das fettglänzcnde Polster, lehnte ihr Köpfchen daran und hörte mir eine Weile zu. „Dars ich Ihre Geige einmal nehmen?" fragte sie, als ich einen Sah beendet hatte. Run begann sie zu spielen ... ohne jede Rote^ jene QJrt von innerer Vorbereitung, und zwar mit solcher Sicherheit und Vollkommenheit, bafr ich sofort bemerkte, daß ich eine Meisterin vor mir hatte und mich fast schämte, ihr meine armselige Kunst solange geboten zu haben. Aber schon nach wenigen Strichen ließ sie den Dogen sinken. „Haben Sic ein Klavier im Hause?" fragte sie. ilnö als ich verneinte: „Das ist schade. Wir hätten etwas zusammen spielen können. Auf der Geige ist es nicht weit her mit mir. Aber auf das Klavier verstehe ich mich. Sie werden mich kennen, nicht wahr?" lind nun mit dem Ausdruck eines entzückend kindlichen Erstaunens: „Sie kennen nicht die Tartini? Haben nie von ihr gehört? Oh, ist das wunderlich! 3a, gehen Sie denn nie aus? Bei Ihrer schönen musikalischen Begabung nie in ein Konzert?.. . Wie gut, daß es heute so heiß war und Sie das Fenster öffneten und ich Ihnen zuhören konnte!" „Weshalb gut?“ konnte ich mich nicht enthalten zu fragen. „Für Sie ober für mich?" „Dielleicht für uns beide .. Die mandelförmigen, unruhig schillernden Augen blinzelten mich an, eine fast kokette Schelmerei lag in ihrem Blick. „Und nun erzählen Sie mir von sich und Ihrem Leben." (Fortsetzung folgt.) Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Sn der neuen Woche war wieder kaum eine Geschäs tsbe lebung zu verzeichnen. Die Stimmung war jedoch durchweg wieder etwas freundlicher, da doch die höheren Auslandnotierungen nicht ohne Einfluh blieben. Infolge der fortschreitenden Crntearbeiten und Les ziemlich guten Ergebnisses kam Ware in größerem Umfange an den Markt, und dies stand zumeist einer lebhafteren Geschäftstätigkeit im Wege. Doch war ein allgemeines Anziehe n derPreise festzustellen. Nur Weizen war niedriger offeriert, da hierin das Angebot besonders großes Ausmaß annahm. In Roggen war dagegen die Llmsahtätigkeit lebhafter, hier schritten die Mühlen und der Export zu Deckungen. Auch war in dieser Woche das Geschäft am Me hlmarkt etwas lebhafter, da der Abgang bei den Mühlen eine aufsteigende Kurve aufweist. Zwischendurch trat wieder eine Verstimmung zutage, die aber bald wieder von einer freundlicheren Tendenz abgelöst wurde, da das Inlandangebot beträchtlich einschrumpfte und auch wieder höhere Auslandnotierungen Vorlagen. Das Geschäft ließ aber immer noch viel zu wünschen übrig. Am Futtermittelmarkt war Roggen kleie etwas gefragter. Die älnternehmungslust der Händler war recht schwankend, und nie von großer Bedeutung. Zum Wochenschluß nahm wieder eine größere Lustlosigkeit überhand, veranlaßt durch schwächere Auslandnotierungen. Die anfänglichen Gewinne gingen zumeist wieder verloren. Das Geschäft war gering. Besonders unter Druck lagen Mehle. Im Vergleich mit den Rotierungen der vergangenen Woche waren Weizen, Hafer (inländischer) bis zu einer Mark schwächer. Roggen lag bis zu einer halben Mark fester. Mehle bis zu einer halben Mark fester. Roggenmehl plus 0,75 Mark. ^Futtermittel behauptet. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 25, Roggen 19,90 bis 20, Sommergerste 22, Hafer (inländ.) 20, neue Ernte 19 bis 19,50, Mais für Futterzwecke 21, Weizenmehl 33 bis 39, Riederrh. 38 bis 39, Roggenmehl 28,50 bis 29,75, Weizenkleie 10,65, Roggenkleie 10,65 Mark. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Auch in dieser Woche war die Stimmung an der Börse noch unsicher, da die ungeklärte Lage im Haag pessimistisch stimmt und jegliche Unternehmungslust eindämmte. Hinzu kamen noch andere Momente, die als ausschlaggebender Faktor für eine ungünstige Börsengestaltung in Betracht kamen. Vor allem löste die Insolvenz einer angesehenen Darmstädter Bankfirma an der hiesigen Börse eine Ueberraschung aus, denn es tourbe, befürchtet, daß dieser Zusammenbruch größere Schwierigkeiten verursachen dürfte und auch noch andere Kreise mit sich in den Abgrund ziehen könnte. Die immer noch nicht bereinigte Angelegenheit bei der Frankfurter Allgemeine Versicherungs-A.-G. blieb ebenfalls nicht ohne Einfluß. Da auch kaum Auslandorders Vorgelegen haben dürften, und die Spekulation wenig Neigung zu Neuengagements bekundete, war das Geschäft selbstverständlich sehr klein, ja es war sogar verschiedentlich eine fast völlige Stagnation festzustellen. Es überwogen Kursrückgänge, jedoch nahmen diese kaum ein größeres Ausmaß an, waren aber doch mit dem Fortschreiten der Zeit immerhin nicht zu verkennen. Im Laufe der Woche konnte man jedoch wieder das Aufflackern einer etwas freundlicheren Stimmung beobachten. Dies wurde in erster Linie durch die wieder etwas optimistischere Beurteilung der Haager Konferenz verursacht. Aber die Börse selbst war immer noch von ziemlich großen Hemmungen beherrscht, so daß die Umsatztätigkeit immer noch nicht über den zur Gewohnheit gewordenen Rahmen hinausging. Aber doch traten weitere günstige Momente immer stärker hervor, so daß die Zuversicht immer mehr an Boden gewinnen konnte. Die zumeist festere Auslandbörse und die günstigen Geldmarkt- Verhältnisse am hiesigen Platze, sowie die erneute Entlastung des Reichsbankinstituts trugen einen wesentlichen Teil zur Besserung der allgemeinen Lage bei. Besonders lebhaft gehandelt wurden vor allem A.E.G., in -Erwartung günstigerer Mitteilungen in der bevorstehenden Generalversammlung. Frankfurter Allgemeine Bersicherungs-A.-G. lagen immer noch unsicher; dem Papier wurde wenig Vertrauen entgegengebracht; denn es waren Schwankungen in größerem Ausmaß zu verzeichnen, doch überwogen, bei -absteigender Tendenz, größere Verluste. Zum Liquidationstag endlich, war die Tendenz überraschenderweise wieder schwächer, da man doch infolge der günstigen Geldmarktverhältnisse nicht damit gerechnet hatte, daß zum Ultimo, wo doch sowieso der Engagementsumfang so gering war, Material herauskommen könnte. Aber die Ursache lag wieder tiefer, denn es waren inzwischen ungünstigere Meldungen aus dem Haag eingetroffen. Die Abschwächungen nahmen kein größeres Ausmaß an. Als der Liquidationstag reibungslos vorübergegangen war und die Nachricht eintraf, daß im Haag eine Einigung erzielt fei, wurde die Börse freudig überrascht, und man konnte eine allgemeine Hausse st im mung beobachten. Auslandorders waren wohl kaum vorhanden, aber das Geschäft nahm trotzdem infolge der angespornten Unternehmungslust bei der Spekulation recht lebhafte Formen an. Besonders für Montanak- tien, Elektrowerte und Kalipapiere bestand starkes Interesse. Die Kulisse schritt, nachdem der Weg für eine Besserung der deutschen Wirtschaftsverhältnisse geebnet sein dürfte, zu Neuengagements und Meinungskäufen. An diesem Tage bot der Markt bei der so plötzlich veränderten Situation ein lang ersehntes Bild. Die Kurse gingen sprunghaft in die Höhe. Zum Wochenschluß jedoch war im Frühverkehr die Stimmung wieder unsicher, da wieder Schwierigkeiten hinsichtlich der Konzessionen um die Frage der Rheinlandräumung 311 beschleunigen, auftauchten. Aber bald wurde die Tendenz wieder fester, da erneut der Glaube an einen günstigen Ausgang, auch für Deutschland, durch neue Meldungen aus dem Haag genährt wurde. Das GesäM war zum Wochenschluß recht lebhaft. Nach Berücksichtigung des Reportgeldes ergaben sich gegenüber der vergangenen Woche Besserungen von 5 bis 8 v. H., Aschersleben lagen 11 v. H., Westeregeln 15 o. H., Mannesmann 9 o. H., Schuckert 10 v. H., Siemens 13 v. H. und R e i ch s b a n k zirka 9 o. H. fester. Am Devisenmarkt war die Lage wenig verändert. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviehmarkt. Die Marktlage am Frankfurter Schlachtviehmarkt war in dieser Wvche wenig verändert. Das Geschäft war nach wie vor sehr gering. Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb etwa der gleiche wie in der Vorwoche. Das angetriebene Vieh war mittlerer Qualität. Rach ruhigem Handel verblieb äleberstand. Die Ex- portoeteiligung war wieder ziemlich stark. Die Preise gaben überwiegend etwas nach. — In Kälbern war das Geschäft bei unverändertem Auftrieb etwas reger. Die Preise blieben jedoch unverändert. Der Markt wurde geräumt. — Schafe hatten im Gegensatz zur vorigen Woche flaues Geschäft, woran auch der starke Auftrieb nicht ganz schuldlos sein dürfte. Rach schleppendem Handel wurde jedoch ausverkauft. Beste Weide ma st schafe verloren bis fünf Mark und mittlere Mastlämmer sogar bis ^u sieben Mark. In Schweinen war das Geschäft bei etwas schwächerem Auftrieb ruhig. Der Markt konnte bei anziehenden Preisen geräumt werden. — Der Gesamtauftrieb bestand aus 1787 Rindern, darunter befanden sich 385 Ochsen, 74 Bullen. 745 Kühe und 498 Färsen, ferner aus 1567 Kälbern, 411 Schafen und 4817 Schweinen. Verglichen mit dem Gesamtauftrieb der vergangenen Woche waren 62 Rinder und 17 Schweine weniger angetrieben, während 132 Schafe und 13 Kälber mehr zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen: Al 58 bis 61, A2 54 bis 57, Bl 50 bis 53; Bullen: A 55 bis 59, B 50 bis 54; Kühe: A 46 bis 49, B 41 bis 45, C 35 bis -10. D 30 bis 34; Färsen: A 58 bis 62, B 54 bis 57, C 48 bis 53. Kälber: B 76 bis 80, C 70 bis 75, D 64 bis 69. Schafe: Al Weidemast 48 bis 54, B mittlere Mastlämmer 40 bis 47. Schweine: B 88 bis 90, C 88 bis 91, D 88 bis 91, E 85 bis 88. Im Vergleich mit den Rotierungen der letzten Woche gaben Ochsen und Färsen je 2 Mark, Schafe bis zu 7 Mark nach, dagegen konnten Bullen 1 Mark und Schweine 2 Mark anziehen, während Kühe gut behauptet blieben. * Hessische Landesbank — Staatsbank — Darmstadt. Dem Geschäftsbericht für das Jahr 1928 entnehmen wir über die Tä- tigfeit der Anstalt das Folgende: Cs wurde vorzugsweise wieder das Realkreditgeschäft gepflegt. Die im Berichtsjahre ausgezahlten Hhpo- thekdarlehen belaufen sich auf rund 27 Mill. Mk.; davon entfallen rund 7 Mill. Mk. auf die durch Zuschüsse des Staats im Zinssatz verbilligten Daudarlehen, mit deren Hilfe 4242 (im Vorjahre 5530) Wohnungen errichtet wurden. Der Bestand an langfristigen Darlehen hat sich auf 65,6 Mill. Mark erhöht. An Goldpfandbriefen und Goldschuldverschreibungen, die beide reichsmündelsicher sind, hat die Bank im Berichtsjahr zusammen 14,9 Mill. Mk. verkauft. Für Feldbereinigungen und Entwässerungen, ebenso für die Errichtung von Anlagen zur Förderung des Frühgemüse- baues, wurden größere Beträge zur Verfügung gestellt. Der Reingewinn beträgt rund 323 000 Mk. Die Bilanzsumme stellt sich auf 114,5 Mill. Mk. * Frankfurter Allgemeine. Bei den Verhandlungen, 'die die Bildung des Stillhaltekonsortiums bezwecken, zögern noch eine Reche mittlerer Frankfurter Bankgläubiger mit dem Beitritt. Man hofft jedoch, die Schwierigkeiten beseitigen zu können, die darin bestehen sollen, daß diese Gläubiger ähnlich wie die Großbanken die Einräumung gewisser Rechte bei der geplanten Abwicklung der Geschäfte fordern. * Frankfurter Börse. Da der größte Teil der rumänischen Dorkriegsanleihen in neue vereinheitlichte Rente umgetauscht ist, wird die Rotiz für die nachstehenden rumänischen Renten mit Wirkung vom 2. September ab eingestellt: 5proz. amort. Rente von 1903, 4,5proz. Rente (Gold) von 1913, 4proz. innere Rente vom 1.6. 1889, 4proz. äußere Rente vom 1.8.1889, 4proz. amort. Rente von 1890 (mit Kupon p. 1.1.29), 4proz. amort. Rente von 1890 (Talonstücke), 4proz. amort. Rente von 1891, desgl. von 1894 (mit Kup. p. 1.1.29), desgl. von 1894 (Talonstücke), desgl. von 1896 (mit Kup. p. 1.11.28), desgl. von 1896 (Talonstücke), desgl. von 1898 (mit Kup. p. 1.11.28), desgl. von 1898 (Talonstücke), desgl. von 1905 (konv.), desgl. von 1905, desgl. von 1908, desgl. von 1910. — Nachdem die Zulassungsstelle ihre Zulassung zurückgenommen hat, wird die Rotiz für Preuh. Central-Boden- kredit-Papiermark-Komm. Obl. von 1887, 1896, 1901, 1906, 1908, 1912, Anteilscheine zu 4,5proz. Liquidations-Goldpfandbriese Serie 11 der Rheinisch-Westfälischen Boden-Credit-Dank, Peters Tlnion-Akticn mit Wirkung vom 2. September ab eingestellt. * Hermann Metzger A. - G., Frankfurt a. M. Rach dem Bericht über das Geschäftsjahr 1928 ist der Umsatz wesentlich gestiegen. Der vorgesehene Ausbau in Berlin und Frankfurt a. M. wurde zum Abschluß gebracht. Der erhöhte Bruttogewinn beträgt 4,08 (3,13) Mill. Mark. Andererseits stiegen Unkosten auf 3,79 (2,88) und Abschreibungen auf 0,19 (0,15) Millionen Mark. Der verbleibende Reingewinn von 95 380 (117 090) Mk. wird vorgetragen (i. V. 8 Proz. Dividende). In der Bilanz erhöhten sich Kreditoren auf 4,54 (2,84), andererseits Debitoren und Bankguthaben auf 2,01 (1,34) und Vorräte auf 2,49 (1,38) Mill. Mk. Im neuen Jahr litt das Geschäft zunächst unter dem langen Winter, jetzt feien die Umsätze befriedigend. * Dresdner Dank. In der Aufsichtsrats- sitzung der Dresdner Dank am Freitag gelangte die Bilanz per 30. Juni zur Dorlage. Der Aufsichtsrat nahm von den Gewinnziffern und den Mitteilungen über die Geschäftsentwicklung mit Befriedigung Kenntnis. * Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Rach vorläufigen Berechnungen wurden in der Zeit vom 18. bis 24. August in 6 Arbeitstagen 2 452 968 To. Kohlen gefördert, gegen 2 441 343 To. in der vorhergehenden Woche bei ebenfalls 6 Arbeitstagen. Die Kokserzeugung stellte sich in den 7 Tagen der Berichtswoche (in den Kokereien wird auch Sonntags gearbeitet) auf 645 983 To. gegen 645 202 To. in der vorhergehenden Woche, die Pretzkohlenherstellung auf 71 491 To. bei 6 Arbeitstagen, gegen 73 481 To. in der vorhergehenden Woche. Die arbeitstägliche Kohlenförderung betrug in der Zeit vom 18. bis 24. August 408 828 To. gegen 406 891 To. in der vorhergehenden Woche, die tägliche Kokserzeugung stellte sich auf 92 283 (92172) To., die arbeitstägliche Preßkohlenherstellung auf 11 915 (12 247) To. Frankfurter Abendbörfe. Frankfurt a. M., 30. Aug. An der Abendbörse war die Tendenz im allgemeinen freundlich, und für verschiedene Werte machte sich einige Rachfrage bemerkbar. Im Dordergrund standen I.-G.-Farben, die 1 Prozent gewännen, und AEG., die 1,25 Prozent höher lagen. Etwas anziehen konnten außerdem Waldhof und am Montanmarkt Mannesmann. Die übrigen Montanwerke waren gut behauptet. Glanzstoff blieben auf dem stark ermäßigten Niveau des Mittagsschlußverkehrs gehallten. Norddeutscher Lloyd gaben leicht nach. Renten still. Ablösungsschuld 11.421/2, Adca 126,25, Derl. Handels. 210, Commerzbank 183, Danatbank 276,50, Dredner Bank 161, Reichsbank 313, Gelsenkirchen 144,75, Aschersleben 240,50, Klöckner 118Vs, Mannesmann 128. Otavi 70V«. Phönix 112, Rheinstahl 1327/8, <5tabÖ verein 122,50, AEG. 200, Bergmann 234, DL, Erdöl 117, Dt. Linoleum 316, Licht & Kraft 215,50, I.-G.-Farben 230, Felten 143,50, PeterS Union 126, Rütgerswerke 86, Schuckert 235,75, Siemens 393,50, Glanzstoff 369. » Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Samstag, 31. August: Kein» Dorstellung. Sonntag, 1. September, Eröffnung der Opernspielzeit: von 20 bis 22,45 Uhr: Zum ersten Male: Schwanda, der Dudelsackpfeifer. Montag, 2., von 19,30 bis 22 Uhr: Der Freischütz. Dienstag, 3., von 19,30 bis 22,15 Uhr: Der fliegende Holländer. Mittwoch, 4., von 19,30 bis 23 Uhr: Carmen. Donnerstag, 5., von 20 bis 22,45 Uhr: Schwanda, der Dudelsackpfeifer. Freitag, 6., von 19,30 bis 22,45 Uhr: Die Fledermaus. Samstag, 7., von 19,30 bis nach 22,30 Uhr: Die Macht des Schicksals. Sonntag, 8^ von 20 bis 22,45 Uhr: Schwanda, der Dudelsackpfeifer. Montag, 9., von 19,30 bis 22,30 Uhr: Der Zigeunerbaron. Schauspielhaus. Samstag, 31. August, von 20 bis 22,30 Uhr: Die lustige Sünderin. Sonntag, 1. September, von 20 bis 22,30 Uhr: ' Die luftige Sünderin. Montag, 2., von 20 bis r 22,30 Uhr: Der letzte Schleier. Dienstag,, 3.,' von 20 bis 22,30 Uhr: Der letzte Schleier. Gewlnnauszvg 6. Klasse 33. Preußisch-Süddeutsche (259. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 20. Ziehungstag 30. August 1929 8n der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinne ru 75000 M. 359156 6 Gewinne »u 5000 M. 60982 205395 293566 4 Gewinne ju 3000 M. 35242 190112 14 Gewinne »u 2000 M. 61556 74893 161004 164144 254644 368882 381054 42 Gewinne,u 1000 M. 28385 36224 39132 54822 65711 79851 84071 85078 96392 130938 147664 162775 171205 188789 191740 256775 333187 349227 367537 375215 390736 92 Gewinne xn 500 M 173 10189 15321 26288 44113 92470 93847 95417 99275 104997 129137 129488 139558 141701 143878 144880 146275 160090 164287 169362 189255 207095 211629 218417 227012 228503 235464 246636 248037 258716 260707 260720 267325 272641 281246 292837 308352 311461 327083 337079 340696 345038 346162 349235 379781 392581 252 Gewinne zu 300 M. 5421 8125 10396 14854 15614 19335 21211 21788 25599 27790 32870 33665 37878 37993 38097 38399 40078 46927 60586 61694 64893 65909 65915 76429 76592 81288 83656 86592 87158 90390 95618 96002 101002 102353 102551 110969 111956 115680 118957 129524 130932 133926 137629 139935 144607 144705 147612 152470 153638 158966 161608 162436 166248 168186 168398 169033 171727 172510 173713 180529 182924 187136 187434 189296 190389 191075 192652 199158 206759 209870 216931 218339 223544 223817 230185 234076 236095 240648 241404 246153 252212 253848 253860 255676 259203 261553 262356 262630 264850 268791 270445 274195 274808 278644 285656 288097 289738 291529 296262 297834 308273 308735 311270 313973 316892 318593 320732 321484 323772 332353 334838 351049 356378 356895 358620 365308 366063 366314 370219 373167 374165 383450 385805 394314 396754 396763 3n der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinn. XU 10000 M. 47923 2 Gewinne zu 5000 M. 319361 ,0 Gewinne zu 3000 M. 116471 128186 210315 232137 269107 14 Gewinne xu 2000 M. 31003 46559 108747 115620 290039 291674 383644 34 Gewinne xu 1000 M. 2298 64374 68661 72268 81169 106409 113027 123398 145957 157740 202663 204391 215679 219167 219491 270550 311034 78 Gewinn- ju 500 M. 3677 3813 7903 8886 11628 22978 27036 35698 43741 48327 60681 61309 67191 94776 121098 123166 146665 148668 168017 166758 168837 187101 187926 211792 222068 229472 230644 242099 253964 284234 288094 289992 304086 304160 327610 343875 362689 77419 78163 90530 90622 91705 111447 152823 167167 184464 223017 258319 286822 307372 338081 366469 103710 125529 154347 169703 205904 226483 261651 286244 311088 342067 367180 103793 128313 157720 173548 207963 235761 263183 290434 325105 355369 370912 104070 133706 160965 174181 211619 236483 271638 294871 325219 359308 394392 104885 142521 166199 176468 212426 241950 278791 299530 334027 363038 102105 109730 149172 166564 180647 213684 261507 282486 306680 334829 364804 389397 398881 178 Gewinne xu 300 M. 40 6443 13443 17537 32941 34225 38520 41953 47470 51731 55147 60113 63041 63226 65658 68136 69991 72308 73451 ----- ----- ----- ----- ------ 103204 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 75000, 2 zu je 50000, 30 zu je 10000, 36 zu je 5000, 122 zu je 3000, 222 zu je 2000, 570 zu je 1000, 1536 zu je 500, 3504 zu je 300 M. Kurszettel -er Berliner und Frankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a. Üfl. Berlin Berlin, 30. August Geld __Bries Schluß. schlußk. Abend- börse Schluß» Lchlußk. Abend» börse Schluß- Schluhk. Abendbörse Schluß- Schlußk. Abrnd» börse Schluß-1 Schlußk. Abendbörse /£• Zchlußk. Abend» börse ^ranjösische Violen..... 16,42 167.76 16,48 168.44 Kurs Kurs Kurs Kurs Kurs 1 Kurs Italienische Noten...... 22,00 22,08 111,92 59,19 Datum 29*8. 30. 8. 29 8. 30.8. Dalum 29.8. 30-8. 29-8. 30. 8. Datum 29.8. 30. 8. 29.8. 30 8. Norwegische Noten...... Deutsch-Oestcrr,L100 Kronen 111,40 58.95 2,49 112.08 6% Di. ReichSanlethc o. 1927 . Dt. Anl.-Ablöf^Schuld mtt Aus- 87,5 87,4 87,5 87,5 A.E.G.......... Bergmann....... Elektr. Lieferungen. • • • Licht und Kraft ..... Felten L Guilleaume. . . . . 8 . . 9 200 233 171 216,5 143 200 234 171 215,5 143,5 198,75 232 170,25 215,5 142,25 199 233 171 215,75 144,25 PHUlpp Hoizmann...... Heidelberger Cement.... 10 109 109,75 109 109,5 Numcumche Noten . . . 2,51 112,52 80."86 52,65 11,425 52,3 11,4 52,75 11,4 132,5 185 100 131,5 185 103 — — 80.54 De-gl. ohne ÄuSlof^Rechte . . . 7% Franks. Hyp.-Bl. Goldps. uw 11,4 *. 10 . . 6 Wayß & Freitag......10 100 105 Spanische Noteil..... Tschechoslowakische Noten • • 61,60 12,405 61,84 12.465 85/5 85,5 Ges. s. Elektr. Untern.. . . Hamb. Elektr. Werke ... 219 217 217 220 146 Schultheis Patzenhoser ... 15 Ostwerke....... . 12 301,5 llnnnrrfrh.'' s’?nh'H . . 72,98 73,28 *y2% Rheinische Hyp.-Bank fiiqu.« *. 10 — — 239 242 Goldps............ 78,13 78,25 _ Rhein. Elektr....... Schlei. Elektr....... Schuckert . . . ..... Siemens L Halske .... . . 9 154,4 154,75 154 153,5 Ber. Glanzstoss ...... 18 399 369 393,25 372 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. CLS.&. aba. BorkriegS-Obligation., rürfjnfjlhrtt 1932....... . 10 _ 314 99,3 86,5 86,5 234,25 235,75 182,25 231,75 185,5 236 Zellstos^Waldhof.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 7 Dessauer GaS........8 Daimler Motoren......0 241,5 245 240 244,25 T e l e a r a b b i \ cb e Qludaabluna. 158,5 160,5 155 08,75 197,5 53,13 161 109,25 199,75 54,5 4% Schweiz. Bundeöb.-Anl.. . . 4% Oesterreichische Goldrte.. . - 4,20% Cefterr, Sittente..... 28,75 2,35 28,75 2,35 28,75 2,5 . . 8 392 393,5 388,13 151,25 393,75 151 1 29. August 30. August — Lahmeyer L Co..... . 172,5 172,9 172 173 53 54 Amtliche Notierung Amtliche Notierun 4% Oesterreich, einheill. Rte. . . 1,65 — — — Buderus...... . Deutsche Erdöl..... . . 6 78 77,25 Deutsche Maschinen-Fabrik . . 0 — 56 56,75 welv i '-ÖHCI Geld Brie 22,4 22,6 22,4 22,5 118,25 117 116,5 117,25 Adlerwerle Kleoer......5 46 44,5 45 Amst.-Rott. 168,11 IC« .K ■ 168,13 168,4 4% Ungarische StaatSr. v. 1910 . — — —— 20,3 Eilener Steinkohle .... . . 8 145,25 146 _ _ 207 210.75 Buen.-AireS 1,758 1,762 1,759 1,763 414% desgl. von 1913..... — 21,75 22,2 22 143.5 144,79 142 144,9 _ 27 95 27 6.6 Brss.'Antw. 58,33 58,45 58,335 58,465 4% Ungarische Kronenrte..... 1,7 7,25 1,7 1,75 1,75 Harpener........ . . 6 152 151 151,75 150.5 Lrenstein & Koppel.....b Leonhard Tiey . ...... 6 Bamag-Meguin..... . 0 _ _ 89 75 91 Christiania. 111,69 111,91 111,71 111,93 4% Türk. Zollanlethe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., 7,3 7,4 7,4 Hoesch Eisen....... Ilse Bergbau ...... Klöcknerwcrke ...... Köln-Neucssen...... . . 8 . . 8 221 220 « 137,5 220,75 139,6 220 118,65 135,75 — — 210 209 Kopenhagen Stockholm . 111,69 112,39 111,91 112,61 111,70 112,26 111,92 112.58 7,3 7,3 7,4 7,35 7,6 7,4 7,6 7,4 . . 7 . . 9 117 118,9 116,65 133,9 HclsingforS. Italien. . . 10,54 21,94 10,56 21,98 10,542 21,95 10,562 21,99 4% desgl. Serie il....... 4% Rumänen amtiert. Rte. . . - 4J4% Rumänen Goldmll. von 1913 Franks. Maschinen ...... 6 Griyncr..... 11 Heyligenstacdt.......0 KungyanS..... 4 55,5 57 57 55 58 56 7,5 16 — — — Mannesmann...... Mansselder....... . . 8 . . 7 123 123 139,5 120,75 137,5 122,75 139,5 9,25 63 9,25 64,5 63 5 London. . . Wcutior! . . 20,34 4,196 20,38 4,204 20,343 4,1965 20,383 4,2045 Oberschles. Eisenb. Bedarf. . . b — — 86,5 88 107 107 _ Paris.... Schweiz .. 16,42 16,46 16,42 16,46 ffllfl. Deuttche Eisenbahn . . 4'/2 Oberschles. Kokswerke . . . . . 6 — — 107,5 109,25 107 107 30,745 80,905 80,74 80,90 — — — Phönix Bergbau..... • 6'/? 112,5 112 111,13 111,75 Miag........ 10 194 23 75 Spanien. . 61,69 61,81 61,80 61,92 Hamburg-Amerika Paket ... 8 Hamb.-Südam. Dampssch. . . 8 Hansa Dampsjchiss.....10 122,5 123,25 >22 122,9 Rhetngche Braunkohlen. . . 10 289,25 292 287 293,5 Nekarsulmer ........ 8 _ Japan . . . 1,958 1,962 1,956 1,960 — — ■ Rbeinstahl . . . t. % Fahr 4V- 131,75 132.9 130,4 133 'lictertf Union 125 109,5 222 159 126 109,5 222 159 122 126,25 Nio de Jan- Wien in D-- 0,4975 0,4995 0,497 0.499 — — 163 Riebeck Montan..... . 7,2 . . । Gebr. Roeder ....... 10 59,09 Norddeutscher Lloyd.....8 113,75 114 112,75 114,75 Bereinigte Stahlw . . . Otavi Minen ...... 122,5 122,5 70.13 121,13 121,4 70 9tnfrrt & AnpffrtM 8 222 158 Dell, abgcst. Prag . . . . 59,075 59,195 59,21 Alig. Deutsche Creditanst. . . 10 125,75 126,25 125,75 126,25 . 2 eh 69,5 68,75 Südd. Zucker........8 1^222 12,427 12,447 12,425 12,446 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelögesellsch. ._ . 12 129 129,5 128,5 129,25 Kali Aschersleben . . . . . 10 239,5 240,5 236,25 241 Bclzrad . - 7,375 7,389 73,31 7,371 7,385 207,5 210 207,75 210 Kali Westeregeln..... . 10 244 245,5 242,5 245,75 Budapest. . 73,17 73,175 73,315 Commerz- und Privat-Bank. 11 183 183 183 183 Kaliwerk Salzdetsurth . . . 15 406,5 404 400,5 402 Bulgarien. 3,032 3,038 3,037 3,043 Darmst. u. Nationalbank . . 12 279 276,5 276,5 170 154 276 169,75 154,75 F. G. Farben-Industrie . . -sanniDien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantin- 18,80 18.84 18,81 81,35 2,000 5,42 4,164 4,101 20,86 18.85 Deutsche Bank......1° DiSkonto-Gesellschast Ant.. . 10 170 154,5 161,25 169,5 154,25 229,25 231 226,5 106,25 229,25 110 81,5 9.00 Dynamit Nobel . . . . . Scheibeanstalt...... . . 6 Berlin, 30. August Geld «rief 1,998 2,002 4 Metallbau!.••••••• • 8 Reichsbank ....... 12 161 161,5 161 315 154 154,5 — — Amerikanische Noten..... 4,175 58,18 111,40 20,305 4,195 58,42 111,84 20,385 Athen. . Canada . Uruguay. Cairo . . 5,25 4,164 4.101 20,86 5,35 4,172 4,109 20,90 5,43 4,172 4,109 20,30 314,5 313 312 Goldschmidt ...... Rütgerswerke ...... Melallgesellschaft. • • • • • . 5 • . 6 , 11 76 85 127,5 77 86 127,5 76,75 84,25 126 77,25 85,5 127,5 Belgische Noten ...... Dänische Noten ........ lf.nalikcbe. Notlll