Mittwoch. 31. Juli 1929. Nr. 177 Erstes Blatt 179. Jahrgang Die Vorbereitung -er Haager Konferenz technischen Untemchi Fischer. Fischer. .Keller- shire eine goldene Ernte ein, erklärt „Daily Expreß": „Englands Verlust ist Deutschlands Lhance." Ab an Ab an Sn inben des Kreises. Huterrid)t in den Volks- Luise Mutschler, ist am Nachfolgerin ist mit Ge- und Bildungswesen die s Hausen bestellt worben. vorgesehen, der sich aber wegen der dort geplanten größeren Veranstaltungen bis zu fünf Tagen verlängern kann. Ab Tokio 22. August, an San Diego (bei Los Angeles über Stillen Ozean, Honolulu) 26. August. Ab San Diego 27. August, an Lakehurst 29. August. Die Rückkehr nach Friedrichshafen erfolgt kn den ersten Septembertagen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrpreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern msolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: $rani>utt am Main 11686. Friedrichshafen, 30. Juli. (IDIB.) Rach dem erfolgreichen Abschluß der Probefahrten des L u f t s ch i f f e s „G r a f Z e p p e l i n" ist man zur 5eii auf Ser Friedrichshafener werft eifrig beschäftigt, das Luftschiff für die in wenigen Tagen vorgesehene Fahrt noch Amerika auszurüsten. Da die Maschinenanlage während der am Samstag und Sonntag durchgeführten Fahrten nach neuerlichen Erklärungen der Werftleitung den an sie gestellten Anforderungen durchaus genügt hat, trug man sich im Luftschiffbau gestern sogar mit der Absicht, die neue Ozeansahrl unter Umständen bereits in der Rächt zum Mittwoch anzutreten. Da aber, wie schon kurz berichtet, noch nicht alle Fahrgäste in Friedrichshafen eingetroffen sind, wurde in einer Besprechung Dr. Eckeners mit seinen Offizieren beschlossen, die Fahrt erst zum ursprünglich vorgesehenen Zeitpunkt, also in der Nacht zum Donnerstag, zu beginnen. Für die an die Oz e a n ü b e r q u e r u n g sich anschließende Weltreise sind nunmehr alle passa- g i e r p l ä h e, ebenso wie für die Amerikasahrl, belegt. heute nachmittag wird mit der Unterbringung des nach Amerika bestimmten Frachtguts im Laderaum des „Graf Zeppelin" begonnen werden können. Zu der bei der im Mai abgebrochenen Amerikafahrt milgeführlen und bisher in Friedrichshafen lagernden Luftfracht, worunter sich bekanntlich ein Bechstein-Flügel, ein Rubens-Gemölde und das Gorilla-Weibchen „Sufi" befanden, find in der Zwischenzeit neben einer großen Zahl anderer Gegenstände noch zur Beförderung angemeldet worden: ein Schimpanse von der Tierhandlung Ruhe (Hannover), von der auch der junge Gorilla herrührt, desgleichen nicht weniger als 600 fiana- Lakehurst 7. August, Friedrichshafen 10. August. Friedrichshafen 14. August, Tokio (über Sibirien) 18. August. Tokio ist ein Aufenthalt von drei Tagen inben des Kreises. nilidjen Hanbardeits- un) 7/ ihre 'SejthäftiQü^ im ir Lehrkräfte mit vLn § antzeMe ^xtrinm unb Me, die Shinton- tiid) fein, welche Stunden dungsfchule erteilt werben. Vor -er Amerikafahrt -es Zeppelin. Abflug in her Nacht zum Donnerstag. - Im Anschluß an hie Rückkehr nach Zriehrichshafen folgt hie Weltreise. Innerhalb eines Teiles der Spinnereibesitzer besteht Neigung, der Arbeiterschaft insofern entgegenzukommen, als die Lohnkürzungen von 1 2 12 auf etwa 5 t>. Sy ermäßigt würden. Ob auf dieser Grundlage neue Verhandlungen in Gang kommen werden, ist im Augenblick noch ungewiß. Das Arbeitsministerium gibt bekannt, daß die ausgesperrten Arbeiter keinen Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung haben. Lange Dauer -es Konflikts? „EnglandsBerlustistTeutschlandsChance." London, 31. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die Blatter weisen auf den Ernst der Arbeitsein st el'ung in der Baumwollindustrie von Lancashire hin, die weitere Industrien in Mitleidenschaft zu ziehen beginnt. Die bekannte Kunstseidensabrik Eourtaulds teilt in einer gestern abend veröffentlichten Erklärung mit, daß ein beträchtlicher Prozentsatz ihrer Produktion von den Fabriken in Lancashire abgenommen wird und daß infolge der augenblicklichen Arbeitseinstellung die Erzeugung dieser waren herabgesetzt werden muh. Aus Manchester berichtet „Daily Telegraph", eine zuständige Persönlichkeit habe eine lange Dauer des Konfliktes, sowie eine Ausdehnung auf weitere Werke vorausgefagk. während sich „Daily Mail" aus Lille melden läßt, die Textilindustrie Rordfrankreichs bringe infolge des Laumwollkonfliktes in Cancg- Besuch beim Reichskanzler in Heidelberg am heutigen Dienstage nach Berlin zurückgckehrt ist, werden Reichsaußenminister Dr. Strese- m a n n und die übrigen Minister, die bisher in den Ferien weilten, am Mittwoch zurückerwartet. Es dürfte dann sehr bald eine Kabinetts- s i tz u n g stattfinden, die sich mit der Vorbereitung der Konferenz im Haag zu befassen haben wird. Der 6. A u g u ch gilt nunmehr endgültig als der Tag des Beginnes der Konferenz. Jm Haag alles bereit. Ein amerikanischer Beobachter zur Stelle. Haag, 30.Juli. (WB.) Die niederländische Regierung hat in Beantwortung der heute von den Regierungen Frankreichs, Englands, Deutschlands, Belgiens, Italiens und Japans unter» nommenen Schritte wegen Abhaltung der R e p a • rationskonferenz der Regierungen im Haag den betreffenden Gesandten mitgeteilt, daß sie sich freuen werde, die Konferenzmitglieder im Haag zu empfangen. Sie hat dabei der Hoffnung Ausdruck verliehen, daß der kurze Termin, der ihr zur Vorbereitung der Konferenz belassen wird, es ihr doch ermöglichen werde, alle Maßnahmen zu treffen, die einem glatten Geschäftsgang der Konferenz förderlich sein könnten. lieber die Vorbereitungen zur Haager Konferenz verlautet, daß die Delegationen rlenoögel von derselben Firma. Ein Berliner Bildhauer läßt eine Büste des verstorbenen Ozean- flicgers v. hünefeld auf dem Luftwege nach Lakehurst befördern. Die gesamte Fracht hat ein Gewicht von etwa 2 000 Kilogramm. Auch zu den für die letzte Amerikafahrt eingetroffenen und immer noch beim Friedrichshafener Postamt aufgcftapelten Luftpostkarten und Briefe n im Gesamtgewicht von annähernd 350 Kilogramm werden noch einige Säcke neu hinzukom- men. Luftpostsendungen werden vorläufig noch bis Mittwochabend angenommen. Die Fahrt werden bekanntlich u. a. auch die P a s s a g i e r e der zwangsläufig vor zwei Monaten unterbrochenen Reife wieder mitmachen. Der Flugplan. Berlin, 30. Juli. (TU.) Für die Amerikafahrt und den Weltflug des „Graf Zeppelin" wird mit folgendem Flugplan gerechnet: Ab Friedrichshafen 1. August, an Lakehurst 4. August. ___— schule bei großer M inben bes * • *Ä?i*S* Die deutsche Kohlenaus suhr hat unter dem doppelten Druck des englischen und polnischen Wettbewerbs, sowie unter dem der unver- hältnismätzigen Steigerung ihrer eigenen Produktionskosten Marktgebiete wieder aufgeben müssen, die sie erst 1926 erobert hatte. Auf dieser Grundlage ist eine internationale Kohlenverständigung schwer möglich. Wenn die englische Regierung mit einem Vorschlag an die deutsche Regierung herantritt, der im wesentlichen nichts anderes will als die Sicherung der heute erreichten Absatzmärkte, so wäre es em Verhängnis wenn Deutschland darauf emgrnge. Der deutsche Bergbau kann ferne Produktionskosten bei der Zwangsbewirtschaftung des Kohlenpreises und der Löhne nicht wesentlich senken, erst recht dann nicht, wenn die Kohlenverstandr- qung eine Verkürzung der Arbeitszeit herberführt, wobei der polnische Bergbau Nicht einbegriffen ist. Wir werden zunächst einmal zuwarten multen, wie die Arbeiterregierung das Lancashrre-Pro- blem löst, wobei wir aber heute schon 10 gegen 1 wetten können, daß es nicht auf Kosten der englischen Wirtschaft geschieht. Ob der Sozialismus dann Schaden leidet, wird Macdonald nrcht anfechten. Keine Veränderung. London, 30. Juli. (TU.) Im englischen Daumwollausstandsgebiet sind hn Verlaufe des Dienstags keine Veränderungen erngetreten. Dre einzelnen Verbände auf Arbeitgeber- und Ar- bertn^merseite verhandelten getrennt Es kann wohl keinem Zweifel mehr unterliegen, daß die große Reparationskonferenz nun doch bestimmt am 6. August ihren Anfang nehmen wird. Die niederländische Regierung ist bereits offiziell davon in Kenntnis gesetzt worden, daß sich die Gläubigermächte mit Deutschland auf holländischem Boden treffen werden, auch die rein formalen Einladungen an die beteiligten Regierungen werden noch in diesen Tagen hinausgehen, so daß von dieser Seite her alles in Ordnung gebracht ist. Don der anderen Seite kann man ebenfalls mit Hindernissen nicht mehr rechnen, da die Vorstellung der neuen französischen Regierung die Kammer höchstens 48 Stunden beschäftigen wird, also für Driand kein Grund vorliegt, sich über das Wochenende hinaus in Paris aufzuhalten. Man darf weiter an- nehmen, daß sämtliche Delegationen ihre Rüstungen für die kommenden Kämpfe vollendet haben, jedenfalls ist in Berlin alles marschbereit. Die Reichsminister sind fast alle wieder zurückgekehrt oder treffen Mitte der Woche wieder in der Reichshauptstadt ein, fo daß noch einmal eine Kabinettssihung vor der Abreise der Delegation der Haager Konferenz gewidmet werden kann. Eine Frage harrt allerdings noch ihrer Lösung: Wie ward das Arbeitsprogramm der Konferenz aussehen? Wir dürfen wohl annehmen, daß in den Wochen des Streites um den Konferenzort auch des Arbeitsprogramms wiederholt gedacht worden ist, ohne daß es aber hier zu festen Abmachungen kam. Auf der Konferenz selbst wird man sich also erst schlüssig werden müssen, Unb da zeigt sich bereits heute, daß die Reihenfolge der zu erledigenden Arbeiten ganz erhebliche Schwierigkeiten bereiten wird. Zwei Vorschläge liegen schon vor, ein englischer und ein französischer, beide aber weichen soweit voneinander ab, daß sich heute noch gar nicht erkennen läßt, wie man hier zu einer Einigung kommen will, wenn sich die Väter dieser Konferenzprogramme genau so starrköpfig zeigen, wie das während des Mei- '"•ber ber Konferenzort -&er Fall war. Die Engländer wollen öine Zweiteilung der Beratungen herbeiführen: eine Kommission soll die politischen Fragen, die andere die Finanzangelegenheiten erörtern, wobei offenbar die Engländer der Lösung der politischen Probleme, also der Rheinlandräumung, noch den Vorrang geben wollen. Ganz anders wollen dagegen die Franzosen verfahren, soweit man das aus ihrer sicherlich nicht schlecht orientierten Presse ersehen kann. Die Räumung des Rheinlandes ist für sie ziemlich bedeutungslos, sie haben dementsprechend diesen Punkt auch an die letzte Stelle ihres Programms gerückt. An die Spitze ist dagegen die Annahme des Voung- Planes gestellt worden, der die Gründung der Tributbank folgt. Dann kommt die höchst überflüssige Kontrollkommission, zum Schluß erst die Erörterung der „Möglichkeit einer eventuellen Rheinlandräumung". Wieder einmal zeigt sich bei dieser Gelegenheit das wahre Gesicht des Friedensapostels Driand, der aus Furcht vor jenem Mann, dessen Platz er nur vorübergehend eingenommen hat und dessen Kritik und Tadel er sich nicht gerne zuziehen möchte, auf der Haager Konferenz einen Kurs einschlagen wird, wie ihn die französischen Chauvinisten sich nicht besser wünschen können. Form und Inhalt des Konferenzprogramms werden also die ersten Kämpfe auslösen. Bei dieser Gelegenheit wird sich übrigens Herausstellen, welcher Geist in der französischen Delegation herrschen wird. Die Ministerferien beendet. Berlin, 30. Juli. (TU.) Nachdem Reichsfinanzminister Dr. Hilf er ding nach einem Neheim Anzeiger General-Anzeiger sm Gberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche Univerfilätr-Vuch' und 5teindruckerei R. Lange in Gießen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Deutschlands, Englands, Frankreichs, Belgiens, Ito» liens, Japans, Polens, Rumäniens und Griechen, lands bereits zum größten Teil Unterkunft in Haager und Scheveninger Hotels gefunden haben. Unter den Konferenzteilnehmern, für die bereits persönlich Hotelzimmer belegt worden sind, befinden sich der amerikanische Militärattache, Major Watson, der als Beobachter der Vereinigten Staaten an der Konferenz teilnehmen foll, ferner der französische Ministerpräsident B r i a n d, für den im „Hotel des Indes" mehrere größere Zimmer für Empfangsfeierlichkeiten reserviert worden sinl^ sowie der polnische Ministerpräsident. Die französische Regierung soll im Augenblick Verhandlungen mit der niederländischen Postverwaltung führen über die Herstellung einer eigenen Telephon- Verbindung zur ununterbrochenen Fühlungnahme ihrer Haager Abordnung mit dem Quai d'Orsay. Die Abreise der deutschen Delegation. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 31. Juli. Rach den vorliegenden Dispositionen wird die deutsche Delegat t Ion für die Haager Reparationsverhandlunq gen am kommenden Montag Berlin verlassen. Dr. Stresemann wird die wenigen Tage seines Berliner Aufenthaltes vor der Konferenz dazu benutzen, sich über das inzwischen bis in alle Einzelheiten vorbereitete Verhandlungsq SD. 1 °»d ‘süu«- her Vllssatzung" öcr I bes W^joveinber | , hierzu vou> U' itubicrenben. Hnben des Kreises. n Hochschule zu Sarmslcidi iir Mus unb Bilbungs ‘ 3tn währenddes Sommer I en sollen. Sie Schulhelser- | julhchr bem juftänbigen -richten, wenn sich ern > \ „er SchulhchWl rnelbei. | anlaM Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrist 20°/. mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filler^ sämtlich in Gießen. Seipel über die Zukunft Europas. Wien, 30. Juli. (WB.) Bei einem Vortrag, den der frühere Bundeskanzler Seipel bei der Eröffnung der 8. Jahrestagung des Weltstudenten- werkes heute in Krems über die Zukunft Europas hielt, erklärte Seipel, in dieser Frage sei jeder Pessimismus unbegründet. Europa brauche sich vor der sogenannten Amerikanisierung nicht zu fürchten. Die Nachricht, daß B r i a n b in der nächsten Zeit einen feierlichen Appell zur Gründung der Vereinigten Staaten von Europa oder doch wenigstens zu einem wirtschaftlichen Zu? sammenschluß Europas erlassen wolle, habe allenthalben größtes Aufsehen erregt. Für diese Initiative müsse man Briand besonders dankbar sein. Wenn es nun so scheine, als ob sich die anderen europäischen Staaten gegen eine euroväiscke Wirtschaftsunion sehr skeptisch äußerten, so sei daran nur wieder das Mißtrauen schuld. Gan; besonders zurückhaltend sei Amerika, das hinter den vereinigten Staaten von Europa einen antiamerikanischen Block vermute. Es bleibe also die Aufgabe der Polittker, Den» trauen zu verbreiten und damit die notwendigen psychologischen Voraussetzungen für die Sanierung Europas zu schaffen, oorfe. «Ät L-kwn bei der Wt -niigk um ?en N. ^irische n lehlenM en voldM" er- etwa 2s Llteben incydi$f. nepwi Mi itockfi Dienstaa. d.30.Juli. 1929.7n aDdS. Genf lu *6 20 Wien 4 n&nt O IDerdten---x— .. / 5T-— 5)wolkenlos. onener. 3naib Bedeckt» wolkig. • Bedeckt «Kegen, * Schnee & Graupeln, b NeBel K Gewnter.(g)Windstille.«O^ sehr «icnter Ost massiger Südsüdwest <5 siörmtscner nordwesl Oie Pfeile fliegen mit dem winde. Die oeiden Stationen stenenden Za» len geben die Temperatur an. Die Linien veromdco Orte mit gleichet^ evi neeresmveau umoerecnnelen Luftdruck Wettervoraussage. Die Wetterlage, die sich gestern durch den Vorstoß des Azorenhochs etwas zu beruhigen schien, wird erneut eine Verschlechterung erfahren. Heber den Britischen Inseln liegt eine Depression, die Barometerstände von nahezu 740 Millimeter aufweift. Ihre Warmluft läßt es in England bereits vieler« orts regnen und wird sich auch bei uns bald bemerkbar machen. Es ist also mit regnerischem und etwas wärmerem Wetter zu rechnen. Wettervoraussage für Donnerstags Wolkig bis bedeckt, wieder wärmer und Rieden schlüge. '•‘»•uii,fr, M li» Qfrung 5 "Bremcil", Die.Dreve^ lu des Aorddeutschei, E?-7--sL urchschntttlichen noten zurückgelegt, -t laust die .Bremen' cheimich am Mittivoch ^herbourg wird s-e stag um 3 Hr. in 'siagmittag und in um 8 llhr eintrefsen. 'twphe in Indien. sDTB. Funkspruch.) aus Bombay, daß gen in der Pro« nsang annahmen, als »am vor einigen Iah« enschen sind ob« isenbahnlinien stehen k von Heiderabad ist en durch Einsturz :t worden. In vielen den Fluten mitgerissen. ! dauerten die s chtve < unterbrochen 30 ie Gesamtverluste an unbekannt. Cs wird ebenso wie der 6a$- De». Berlin, «SÄ’ u.!* «wSth Rekorüssugzwgrv - in der Lch. flLDL. Funks pruchs 2ouis Robin" ist merikanischer Zeit ge> ier 420 Stunden iar. mexikanischen Farmern. Ü8J Der Korrespondent 'rite City berichtet, dah Laa in der Nähe von icrux wegen des Besitzes m Kamps Zwischen 22 Personen ge- iet wurden. Beide Par- Der Kamps dauerte eklage. iarfi << 48 stfr * ^X i .iiTeW* -SS tßr 'S"- ' ° -rsahrc"' >. ! ia viele England b^ hemerl I bei uns ba ,nb etwar i m .rfitifl’ ft*« »•'5***’ „ wärmer )y2. daS beste und Großviehställe ii zu verkaufen. UujD proolD3lol- M S Stimmungen und [«jiD Reparaturen aller Art an Pianos u. Flügel durch eigene Techniker prompt, fachgemäß u. preiswert Pianohaue Schönau Seltersweg 91 Telephon 1269 Zweiggeschäft Dillenborg Marktstr.7.Tel.367 LNooStovfmttll daS beste Bo- denverbesserungsmilteb die beste Einstreu für Kleinviehställe, daS beste Jsoltermtttel Mädchen fortbildungSschulpfl^ für wüchentl. drei« mal gesucht. [04811 Frau Braun, Im Martfeld ). II. 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August L3., nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Bedingungen bekanntgegeben werden. 63950 Steinbach, am 27. Juli 1929. Bürgermeisterei Steinbach. Krämer. Bekanntmachung. Der Installationsmeister Ernst Römer 3U Giehen, Kaiserallee 127, ist zur Aus- jubrung von Anlagen im Anschluß an das Städtische Gas- und Wasserwerk auf <3runb der Bestimmungen vom 16. Juni 1925 zugelassen worden. 64350 Gießen, den 30. Juli 1929. Städtisches Gas- und Wasserwerk. S t e d i n g. r Lösche bischer beute in strammer EiLpackuna eintrenend: ff. Schellfische u. Bratschcllfifche Feinster Nordfee-Cabliau und Seelachs Koteletts und Filets Neue boll.Bollberiuge, St. 15 «? pure Milcher do. St. 15^ N.engl.MatjeSberiuse,St.25 nur eines verrotteten Geschlechtes, ®[ vollkommener Verwirrung ihres Gefühls alle her gebrachten Gesetze, alle naturgemäße Dindung ihrer Beziehungen 5ueinanber vergessen hmxn Sonde^ auch aus der Chronll einer Zett- wende, tote sie ähnlich etwa m Werfels „Paul Hochschulnachrichten. Der Lehrstuhl für organische Chemie an der Leipziger Universität ist dem ordenllichen Professor Dr. Burckhardt Helf er ich in Greifswald angeboten worden. — Professor D. Dr. Otto Scheel in Kiel hat den Ruf auf den Lehr- stuhl der Kirchengeschichte an der Universität Halle als Nachfolger des Geheimen Konsistorial- rats Joh. Ficker abgelehnt. — Ernannt wurde der Regierungsrat im Staatsarchiv in Stuttgart Dr. Hermann Hefele zum ordentlichen Professor der Geschichte an der Staatlichen Akademie in Braunsberg als Nachfolger von Professor Ph. Funk. Es wurden ernannt: der ordentliche Professor Dr. jur. Dr. theol. h. c. Günter H o l st e i n in Greifswald zum ordentlichen Professor für Staast-, Derwaltungs», Kirchen- und Völkerrecht in Kiel als Rachfolger W. Jellineks, und der ordentliche Professor Dr. Kurt Spangenberg in K i e l zum Ordinarius der Mineralogie in Breslau als Rachfolger von Professor L. Milch. — Der ordentliche Professor des römischen Rechts an der deutschen Universität in Prag Dr. jur. Marian San Ricolö hat einen Ruf nach Freiburg i. D. als Rachfolger des nach Göttingen berufenen Romanisten Wolfgang Kunkel erhalten. Verhältnisse, deren Darstellung nur durch die zeitliche Entrückung und legendäre Verbrämung erträglich gemacht wird. In modernen Stücken hat man dergleichen — weil Distanz und Kostüm fehlte — immer abgelehnt ober abzulehnen versucht. — . Spielleitung: der Intendant. Dr. Pi r a f $ hat viel Fleiß und Energie an diese Vorstellung im Walde gewandt. Wir glauben freilich daß eine Ausführung im Theater die Muhe besser gelohnt hätte. Die Vorzüge der Freilichtbühne find — zum mindesten in diesem Falle — fragwürdig. ihre Rachteile offenkundig: sie hegen vor allem in der Enge des Spielfeldes^wodurch vielfach die Szenerie verklemmt, die Entfaltung der Massen gehemmt und der berühmte Tanz beeinträchtigt wird. Außerdem hätte unferm Gefühl nach zu Dem grundliterarischen Stil, zur ästhettschen Haltung des Werkes die auch bei großzügiger Raum- entfaltung sich durchsetzende Intimität des ge- schlossenen Theaters besser gepaßt. Dr Prasch legte regiemaßig den Rachdruck auf die Realistik und handgreifliche Theatrattk des Werkes. Er spielte es etwa als eine barba^iche Ballade, mit kräftigen Lichteftekten zwischen Grün Salome: Trude Heß. Aeußerlich durchaus prädestiniert für die Rolle. Sie gibt sie im Einklang mit der Regie — balladesk, barbarisch, wild, kahenhaft. Mit einer scharfen Betonung der 'pathologischen Züge der Figur, mit aller, auf den Schluß hin gesteigerten, krankhaften Leidenschaft. Aber diese Betonung ist von Anfang an sehr fühlbar vorhanden. Und deshalb vermißt man den He&ergang und die überraschende Entwicklung, die in der Salomegestalt gezeigt werden muß. Sie ist zu Ansang noch ganz „Prinzessin", jungfräulich, mädchenhaft, kindlich fast. Ein lyrischromantisches Geschöpf, eine Märchenfigur. Erst die Begegnung mit Iochanaan bringt die Entwurzelung und Wendung zur entfesselten Weibfurie, die sich tanzend in den Taumel einer irrsinnigen Liebesraserei verliert. (Der Tanz selbst wirkte merkwürdig matt; et verlangt eben eine volle, ungehemmte räumliche Entfaltung, um der erregende Mittelpunkt des Spieles zu werden.) Vielen wird dieses Stück des Iren Oscar Wilde (aus dem Iahte 1892) kaum mehr bedeuten als der glänzend stilisierte Veracht.von einer Bluttat in uralten Zeiten, die mit psychologischen Akzenten verbrämte, sehr vergeistigte Repottage von der Familienkatastrophe einer längst verschollenen, entnervten Dynastie — — eine Schilderung, die man interessiert aufnimmt. weil man ein Kind seiner Zeit ist, in welcher Psychologie und Psychoanalyse eine ungemeine Aolle spielen .... und weil man bei den melodischen Worten von der Bühne her an die gta- üöfen Lustspiele Wildes denken muß und an die bezaubernde Decadence seines „Dorian Gray". Portefeuille für über 400 Millionen Aktien fremder Gesellschaften, und da diese abhängigen Unternehmen sich auch ihrerseits an vielen ausländischen Fabriken und Handelsgesellschaften beteiligt haben, herrscht der Präsident Owen Young noch über ein weit größeres, in der ganzen Welt verstreutes und überall den Amerikanern zinspflichtiges Elektrizi- tätskapital. Wie bedeutend das amerikanische Unternehmen ist, geht auch daraus hervor, daß es im letzten Jahr fast für anderthalb Milliarden Mark von seinen Erzeugnissen verkauft hat. Der Ausstieg der deutschen und der amerikanischen Elektrizitätsgesellschaften steht beispiellos da: ober noch ist der Höhepunkt ihrer Entwicklung nicht erreicht, noch sind bei der Elektrifizierung der Welt gewaltige Aufgaben zu erfüllen, und da mit diesen Arbeiten sehr viel Geld zu verdienen ist, HerodcS, der Tetrarch, war E b e r t - G t a s - s o w. Er bot eine interessante pathologische Studie. Retonenkops mit Versallszügen. Ein königlicher Bramarbas und Schwächling, von seinen Lüsten gehetzt, von schlimmer Vergangen- heit und drohender Zukunft geängstigt, überwältigt von einer Gegenwart, der er nicht gewachsen ist. — Dies die einheitlichste Leistung des Abends: doch wäre dem Darsteller stimm- lich und atemtechnisch etwas mehr Oekonomie zu empfehlen. Richt übel auch der Iochanaan von Hans Hais; er gibt äußerlich das Dild, das man erwartet, und setzt sich in scharfem Kontrast wirkungsvoll gegen feine Umwelt ab. Eine ideale Erfüllung wird diese Rolle vielleicht nur in der Oper finden; immerhin wäre ihr hier ein wenig mehr Leuchtkraft und Klangfülle im Organischen sehr zustatten gekommen. — Owen stoung, Vaihenaus Erbe. Oer Vater des Loung-Plans im Aufsichtsrat der A. E. (S. - Welteteltrotrust unter amerikanischer Führung. — Wieder ein gigantischer Machtkampf. — Ein Unternehmen mit 230 Millionen Mark jährlichem Reingewinn. - Von Herbert Ruland. versucht wird, einer Welt zwischen verfallendem I und Rot, zwischen Hell und Dunkel. Sied hat, Seibentum und auf steigendem Christentum, zwi- | zumal auf c*— schon Altertum und Mittelalter. war es von vornherein klar, daß bei der Groß« der beteiligten Firmen ein Machtkampf um die Sicherung der betreffenden Aufträge unvermeidlich fein würde. Noch sind in vielen Ländern die Eisenbahnen vom Dampfbetrieb auf den elektrischen Betrieb umiustellen, die Wasserkräfte der Welt sind erst in oerhälnismäßig geringem Umfang erschloß fen, und es steht also der Bau mächtiger Elek« trizttätswerke überall bart bevor, wo „weiße Kohle" zu gewinnen ist; die Umwandlung der Telephonanlagen der Welt auf automatischen Betrieb ist erst eingeleitet und wird große Fabriken auf viele Jahre hinaus beschäftigen, Hochspannungsleitungen sind anzulegen — Ausgaben genug, den Machthunger der großen Industrieherrscher zil reizen! Man hat bei der Gründung der „Trufina schon davon gesprochen, daß der englischen Elektrizitätsgruppe, die ebenfalls mit Dannie Heinemanns weltumspannender Gründung verbunden ist. Großbritannien, die Dominions und die Kolonien zu« gewiesen werben sollen, während Loucheurs Grupp« Westeuropa, und die „Geffürel", an der die A.E.G. beteiligt ift Mittel- und Osteuropa übernehmen tönten; dann bliebe für die General Electric Co. der amerikanische Markt, und damit wäre die Erde I unter die einzelnen Glieder des Weltelektrotrusts I verteilt. So weit ist es vorläufig noch nicht, aber etwas ähnliches fleht wohl bevor. Die Amerikaner, die am kapitalkräftigsten sind, wollen sich nun nicht mit ihren Quoten begnügen, sondern in die nationalen Industrien selbst einbringen. Als im Der-, gangenen Herbst ein englischer Electrotrust durch Zusamenschluß der größten britannischen Firmen ins Leben gerufen wurde, vermutete man sofort, bah die International General Electric Company babei bie Hand im Spiel haben müsse — und das ist eine Tochtergesellschaft der General Electric Company von Neuyork. Das hat sich bewahrheitet, unb bie Amerikaner sinb tatsächlich nach heftigem Wiberstanb ber Englänber in die britische Elek- trizitätsindustrie eingezogen. In Deutschland bereitete der amerikanische (Eroberer seine Aktion durch einen Dorstoß in die Osram- Werke vor. Owen Young kam damals selbst nach Berlin und hatte auch eingehende Besprechung mit der A.E.G., bie ja an ben Osram-Werken beteiligt ist; zwar würbe bamals bementiert, baß Owen Young in ben Derwaltungsrat der A.E.G. eintreten mürbe, unb nur zugegeben, daß die Ame- ritaner mit 16 Prozent an den Osramwerken be- teiligt worben seien — aber man kennt ja solche Dementis zum Beispiel auch aus ber Zeit ber langroerigen Derhanblungen, bie bem Verkauf ber Opelwerke ap bie General Motors vorangingen. Heute wagt es niemanb mehr, bie Derdinbung mit der amerikanischen Gesellschaft zu leugnen, die ja denselben Namen führt wie das deut che Unter- nehmen, nur in englischer Sprache. Ursprünglich hieß bie beutfche Firma „Deutsche Edifon-Geftll- schäft", unb sie war entstauben, weil Emil Ra- chenau als Mitarbeiter Ebisons nach feiner Heimkehr besten Ersinbung in Deutschlcmb verwenden wollte. Die General Electric Company hat denselben Ursprung; sie war seinerzeit bie Zusammenfassung einer großen Anzahl Ebisonscher Grun- . düngen unb hatte bie Aufgabe, Ebisons Patent« i technisch unb kommerziell auszunutzen. so muß sofort die Frag« aufgeworfen werden, ob diese beiden Unternehmen wenigstens annähernd einander ebenbürtig sind, also über entsprechende Kapitalien verfügen, da sonst eine allmähliche Unterwerfung des einen Partners unter den Willen des andern fast unausbleiblich ist. Run ist die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft ehemals eine führende Weltorganisation gewesen, die unter Emil Rathenaus Leitung bestimmend überall auf dem internationalen Markt eingreifen konnte und eingegriffen hat. Der Krieg beraubte sie ihrer besten Positionen, aus denen sich die Konkurrenz entwickelte, die später sehr unangenehm fühlbar wurde; so ist die „Sofina" — Heinemann ist der Bruder eines deuttchen Großbankdirektors — ursprünglich eine Gründung der deutschen AEG., und in ihrem Derwaltun^rat saßen vor dem Krieg auch deutsche Dankdirektoren. 3n den letzten Iahren hat sich das gewaltige deutsche Unternehmen der AEG. wieder zu einer sehr beachtenswerten Höhe entwickelt, die am besten dadurch charakterisiert wird, daß in feinen 'Betrieben und in denen feiner hundertprozentig von ihm kontrollierten Tochtergesellschaften rund 70 000 Arbeiter und Angestellte tätig sind. Bei einem jährlichen Umsatz von einer halben Milliarde Mark wurde nach vorsichtigen Abschreibungen zuletzt ein Reingewinn von 16,5 Mill. Mark ausgeschüttet. Das sind für Deutschland gewaltige Summen, die aber geringfügig werden, wenn man sie mit ben Ziffern ber Unternehmungen Owen Youngs vergleicht. Die General Electric Co. hat im letzten Jahr einen Reingewinn von nahezu 230 Millionen Mark erzielt, also halb so viel oerbient wie bie A.E.G. umgesetzt hat. Ihre eigenen Betriebe warfen freilich „nur" einen lieber)d)uß von ungefähr 165 Millionen Mark ab, währenb ber Rest bes Reingewinns aus ben Zinsen ber Beteiligungen an anberen Unternehmungen entstanden ist. Die General Electric Co. besitzt nämlich in ihrem Italien und der deutsche Generalstab. Während die politische Rolle, die Italien im Dreibund gespielt hat, in der Literatur ein- gehend erörtert worden ist, hat es an einer zusammenfassenden Darstellung der militärpolitischen Beziehungen zu Deutschland und Oesterreich bisher gefehlt. Diese Lücke wird jetzt durch eine Arbeit des ehemaligen Dberquar- tiermeisters I im ©eiyralftabe, Graf Walder fee, ausgefüllt, die unter dem Titel „Don Deutsch- lands militärpolittschen Beziehungen zu Italien im Iuliheft der „Berliner Monatshefte"*) (Die Knegs- schuldsrage) veröffentlicht ist. Aus eigener Anschauung unb an Hanb bisher unveröffentlichter Doku- ') Das Iuliheft ist zum Preise von 1,50 Mk. von ber „Zentralstelle für Erforschung ber Kriegsursa- chen", Berlin NW 6, zu beziehen. Lieselotte Fuhrmann hatte die mehr als undankbare Partie der Herodias. Es laßt sich nicht viel aus ihr machen. Man sollte sich bemühen, ihr nach Möglichkeit ein wenig Format zu schassen und sie dem Wesen einer fürstlichen Megäre tunlichst zu entrücken. . in In ’ K ♦ mente rann Der Verfasser die esn-zelnen Phasen der militärpolitischen Verhandlungen zwischen den Generalstäben der Dreibundstaaten schildern. Von besonderem Interesse ist die Schilderung der Persönlichkeit des Chefs des italienischen Generalstabes, General P o l l i o , dem Graf W a l d e r s e e während der Verhandlungen freundschaftlich nähergetreten ist. Beachtenswert ist die Anschauung Graf Waldersees, es seien Indizien vorhanden gewesen, daß General Pollio eines unnatürlichen Todes gestorben sei. 3m gleichen Heft findet sich ein Aufsatz von Oberst a. D. S ch w e r t f e g e r, der die unter dem Namen „conventions anglo-belges" bekannt gewordenen militärischen Verhandlungen zwischen England und Belgien im Jahre 1906 zum Gegenstand hat und gleichzeitig die allgemeine Lage zur Zeit der ersten Marokkokrisis schildert. Der bekannte Wiener Professor P r i b r a m be- schäftigt sich mit dem Werk von Sidney B. Fay: „The Origins of the World War", wobei er besonders zu Fays Beurteilung der österreichischen Vorkriegspolitik Stellung nimmt Für die Beurteilung der Vorgeschichte des Krieaes ist ein bis- her unbekannter Bericht des russischen Militär- ogenten in Paris im Fahre 1912 Grafen Nostiz von Bedeutung, der der sowjetistischen „Moskauer Rundschau" entnommen ist. 3n diesem Dokument wird die friedliche Gesinnung des Reichskanzlers Bethmann - Hollweg hervorgehoben und gleichzeitig auf kriegerische Absichten bei Frankreich und Rußland hingewiesen. Schließlich enthält das Heft noch Dokumente aus den russischen Geheim- archiven über die diplomatische Vorbereitung des Balkankrleges, deren Veröffentlichung in den nächsten Heften fortgesetzt werden wird. Oberheffen. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 28. Juli. Nachdem bereits für Dienstag, 22.3uli, zu einer Gemeinderatssitzung eingeladen worden war, diese aber wegen Fernbleibens einiger Gemeinderatsmitglieder nicht beschlußfähig wurde, fand am lebten Freitagabend erneut eine Sitzung statt. Anwesend waren neben dem Bürgermeister und Beigeordneten fünf Gemeinderatsmitglieder. Dor Eintritt in die Tagesordnung stellte Bürgermeister Fung fest, daß sämtliche Gemeinderatsmitglieder ordnunas- oemäß und mit ausdrücklichem Hinweis auf die Artikel der Hessischen Landgemeindeordnung eingeladen seien und daß die heutige Sitzung auch ohne die Zweidrittelmehrheit beschlußfähig sei, da die vorliegende Tagesordnung bereits Gegenstand der Beratung in der vorigen Sitzung war. Die fünf ersten Punkten beschäftigten sich mit der Amtsniederlegung der Gemeinderatsmit- glieder Philipp Germer, Friedrich Jung, Friedrich Weigel II., Friedrich Weber und Heinrich Reu schling, die als Protest gegen das Urteil des Oberlandesgerichts in Darmstadt in der Sitzung vom 10. Juni l. I. beschlossen hatten, jede Mitarbeit in Gemeindeangelegenheiten zu versagen, wurde nach längerer Aussprache über den Gegenstand folgender Beschluß einstimmig angenommen: „Dem Ersuchen der fünf Gemeinderatsmitglieder auf Entbindung von ihren Aemtern soll, um eine ordnungsmäßige Wahrung der Interessen unserer Gemeindeangehörigen, sowie einen ordnungsmäßigen Geschäftsgang unserer Gemeindeverwaltung für die Zukunft gewährleisten, statt- gegeben werden. Es sollen die Ersatzmänner alsbald festgestellt und eingeführt werden." — Schon während der Feldbereinigung waren einigen Interessenten in der Frankfurter Straße Bauplätze zugeteilt worden. Das Schiedsgericht der Feldbe- reinigungskommission hatte jedem der Interessenten auf diese Plätze 650 Mk. Zuschlag aufgebürdet. Bereits seit 1924 wird gegen diese Zuschläge Beschwerde geführt. Da nun der Gemeinderat in -einer früheren Sitzung zweien der Antragsteller je 300 Mk. nachgelassen hatte, so glaubten auch die übrigen Anlieger Anspruch auf Ermäßigung der Zuschläge zu haben, und sie hatten erneut Antrag an den Gemeinderat gestellt. Nachdem der Feldbereinigungskommissar Kenntnis von dem Beschluß des Gemeinderats, der im Widerspruch mit der Entscheidung des Schiedsgerichts der Feldbe- reiniguna steht, erhielt, verlangte er Aushebung des Beschlusses. Der Gemeinderat wünschte die Angelegenheit von dem Kreisausschuß entschieden zu haben. — Infolge des starken Frostes im letzten Winter ist das Bedürfnishaus der hiesigen Schule total zerstört worden und bedarf einer AelMMWWlMU Vornan von Edgar Wallace. 41. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „DaS stimmt", sagte Emma eifrig. „Ich weiß, ich muh furchtbar aussehen, aber ich habe niemals Gelegenheit bekommen, mich zu waschen. Ich bin nicht eine gewöhnliche Frau. Sir. wenn ich auch als Aufwärterin gegangen bin. Ich wav Kindermädchen und habe ein kleines Mädchen grohgezogen, Sir — die Tochter meiner Herrin. Ich habe sie erzogen wie eine seine Dame, Sir, die kleine Clarissa Stuart." „Clarissa Stuart?" „Ich habe sie Clarissa genannt, Sir", sagte Emma. „Wenn ich sie doch nur noch einmal sehen könnte." „Sie haben sie Clarissa genannt?" sagte Larry langsam. „War denn das nicht ihr eigentlicher (Harne?“ „Doch, Sir", entgegnete die Frau. „Clarissa Diana, aber ich nannte sie gewöhnlich Clarissa." Larry fuhr zurück, als hätte ihn der Schlag getroffen. „Wie heißen Sie denn?" fragte er mit heiserer Stimme. „Emma Ward, Sir. Ich habe das junge Mädchen Diana Ward genannt, aber ihr wirklicher (Harne ist Diana Stuart, und ihr Vater ist jetzt in London." „Diana Stuart!" wiederholte Larry langsam. „Dann ist also Diana Stuart die Erbin, der Stuart sein ganzes Vermögen vermacht hat. Diana Stuart!" wiederholte er verdutzt. „Diana Stuart! Meine Dianal" 36. Mrs. Emma Ward hatte ihm so ziemlich alles, was Über sie selbst zu berichten war, mitgeteilt, bevor noch der Wagen vor seiner Wohnung angelangt war. Sie war es gewesen, die versäumt hatte, die Geburt von Diana und ihrer Zwillingsschwester eintragen zu lassen, und merkwürdigerweise war es diese Hn.terlaffung, die ihr das Leben gerettet hatte. Als die (Lande entdeckt hatte, und -war Renovierung von Grund auf. Die Arbeiten wurden dem Wenigstnehmenden, Maurermeister M a • aold von hier, übertragen. — Der Gemeinderat stimmte einer Generalreinigung und Korrektur der hiesigen Kirchenorgel zu, nachdem seit Erbauung der Orgel im Jahre 1866 keine größere Instandsetzung mehr vorgenommen worden ist. Die Arbeiten wurden der Firma Förster 8t Nico - laus in Lich für den im Voranschlag festgelegten Preis von 330 Mk. übertragen. — Der Gemeinderat beharrt auf seinem Beschluß vom 21. Mai o. I., wonach die vom Kreisoeterinäramt Gießen gemünzte Anschaffung eines dritten Gemeindebullen abgelehnt wird, da nach statistischen Fest- stellungen die Rindviehhaltung in unserem Dorf zurückgeht. — Der Erwerb eines Grundstückes, pro Quadratmeter werden 4 Mark gefordert, zur Erbauung eines Transformatorenhauses wurde ebenfalls abgelehnt. Es soll versucht werden, ob das Elektrizitätswerk Gießen nicht mit einem Gemeindegrundstück auf dem Schildberg oder der Pfingstweide als Bauplatz für das Transformato- renhaus verlieb nehmen kann. — Die Gemeinde- kaffe übernimmt die vorlagsweise Auszahlung der Kosten für die Erweiterung des Orts- netzes des Elektrizitätswerkes. Die vorgelegten Beträge sollen von den Interessenten zurückerhoben werden. Es handelt sich um drei Erweiterungen, deren Kosten mehr als 800 Mark betragen. — Am Schüsse der Sitzung teilte der Bürgermeister mit, daß in der nächsten Gemeinderatssitzung der Vertragsabschluß mit der Stadt Gießen wegen der zu erbauenden Wasserleitung zur Beratung gestellt wird. Q] ß o 11 a r, 30. Juli. Der Betrieb im ehemaligen Deutschen Steinbruch am Lollarer Kopf ruht seit etwa 14 Tagen. Die Arbeiter sind entlassen worden. Wie man hört, ist die Stillegung auf ein polizeiliches Verbot zurückzuführen, das eine größere Abschrägung der Druchwände fordert. Die Gemeinde Lollar hat vor einigen Monaten nach längeren Verhandlungen die Abgabe eines etwa 10 Meter breiten, insgesamt etwa einen Morgen großen Geländestreifens des Lollarer Kopses an dem Steinbruch zum Zwecke der Ausbeutung beschlossen. Der zwischen der Gemeinde und dem Druchbeslher abgeschlossene Vertrag bedurfte der behördlichen Genehmigung, die jetzt, wie der (Bürgermeister im Anschluß nn die jüngste Gemeinderatssihung mitteilte, erteilt wurde. Die Genehmigung ist gegeben worden mit der Ankündigung, daß eine weitere Geländeabtretung aus forstwirtschaftlichen Gründen nicht in Frage kommt. Die Uebertoeifung des Geländestreifens an den Steinbruchbesiher hat noch nicht stattgefunden. — Don den (Bewohnern des oberen Ortsteiles, der sich in den letzten Jahren beträchtlich erweitert hat, wird es schmerzlich empfunden, daß keine Möglichkeit zur direkten Heberschreitung der Lumda gegeben ist, um schnell in den Wald zu gelangen. Es wird allseitig der Wunsch laut, daß die ®rk richtung eines Steges beschlossen werden möge. +, ©rünberg, 30.Juli. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats unter dem Vorsitz des Beig. Keller waren neun Gemeinderäte an- wesend. Zu Beginn der Sitzung war Baurat Wagner vom Hochbauamt Gießen als Sachverständiger zugegen. Er erläuterte den D r t s b n u • plan für das Heegviertel, der insofern wohl einer Aenderung bedürfe, da er zu viele Straßen vorsehe und dadurch zu kleine Baublocks schaffe, den Stadtsäckel daher durch den Ausbau überflüssiger Straßen unnötig belaste. Insbesondere gab er anheim, die westlich der Bismarckstraße vorgesehene Weiterführung der Diebsturmstraße aufzuheben und die Bismarckstraße in gerader Linienführung weiterzu- leiten. Nach längerer Aussprache wurde mit acht gegen zwei Stimmen folgender Beschluß gefaßt: die Revision des im Jahre 1921 aufgestellten und genehmigten Ortsbauplans für das Heegviertel, besonders wegen der westlich der Bismarckstraße verlängerten Diebsturmstraße, wird beschlossen, und das Hochbauamt Gießen soll ersucht werden, alsbald geeignete Vorschläge zu machen. Der Teil der Diebs- turmstraße nach der Heege, an welchem die beiden Reichsfinanzbeamtenhäuser zu stehen kommen, soll bestehen bleiben. Aus Anfrage eines Gemeinderates gab Baurat Wagner noch die Erklärung ab. daß nach der allgemeinen Bauordnung kein Anlieger wegen Aenderung des Ortsbauplanes Schadenersatz- ansprüche stellen könne, r— Bezüglich der Ortssatzung über Erhebung von Kanalbenutzungsge- b ü h r e n ist vom Kreisamt der Beschluß des Gemeinderates vom 25. September 1928 beanstandet worden. Der Beschluß lautete: Die Kanalbenuhungs- gebühren betragen Ms zu 30 v. H. der vier ersten Ziele des Wassergeldes. Das Kreisamt wünscht Streichung der beiden Wörtchen „bis zu". Der Gemeinderat beschließt in diesem Sinne. — Nach Mitteilung des Beigeordneten hat die Stadt den von Bürgermeister I ö ck e l gegen die Firma K. Bock angestrengten Prozeß am Landgericht Gießen verloren. Es dreht sich um Forderungen der betreffenden Firma aus den Arbeiten bei der Kanalisation der Londorfer Straße. Laut Urteil muß die Stadt an das Bauaeschäft Bock rund 1300 Mark nebst Zinsen nachzahlen und außerdem die Kosten des Streitoerfahrens tragen. Der Gemeinderat nimmt das Urteil zur Kenntnis und beschließt gegen eine Stimme keine Berufung einzulegen. Der Bei- geordnete hat sich die T r a ß st r a ß e bei Hartmannshain angesehen und hält diese Art der Stra- ßenherstellung auch für die Instandsetzung der Bahnhofstraße für geeignet. Er hat aber den Wunsch, daß auch einige Gemeinderäte sich erst an Ort und Stelle ein Urteil über die Straße bilden möchten, ehe ein endgültiger Beschluß in dieser Sache gefaßt wird. Drei Gemeinderäte erklären sich zur Besichtigung bereit und werden in der nächsten Sitzung Bericht erstatten. — Der Beigeordnete teilt weiter mit, daß laut Schreiben die Brandversicherungsanstalt zu dem Bau eines neuen Spritzenhauses, das zu 8800 Mark veranschlagt ist, 10 v. H. zu den Kosten beitragen werde. — Das Baugesuch des Obersteuersekretärs Krämer, der abseits der Frankfurter Straße einen Neubau errichten will, wird unter der Bedingung genehmigt, daß er auf Legung der Wasserleitung und Kanalisation seitens der Stadt verzichtet. — Die Stadt übernimmt die Zwischenbürgschaft für ein staatliches Baudarlehen in Höhe von 10 000 Mark bis zur Eintragung der hypothekarischen Sicherheit. V Watzenborn-Steinberg, 30. Juli. Einer Einladung eines Gönners und Freundes in Kloster Arnsburg folgend, hatte am letzten Sonntag sich der Kirchengesangverein Watzenborn-Steinberg dieses schöne Ausflugsziel erwählt. Der der Ankunft fand er im Anstaltshof den Kaffee tisch freundlich gedeckt. (Hach eingenommenem Kaffee trug der Verein im Anstaltshos den Schwestern und Kindern des (Rettungshauses eine Anzahl geistlicher und Volkslieder vor, welche die jugendlichen Sänger erfreut mit einigen schön vorgetragenen Weisen erwiderten. Man trat nun unter kundiger Führung des Gastgebers einen lehrreichen (Rundgang durch die Klosteranlagen an, der Verein sang in der Kirchenruine ein Loblied zur Ehre dessen, dem in diesen Hallen einst gedient worden war, und hatte dann die Freude, der gräflichen Fa- mllie und ihren Gästen drei Chöre vortragen zu können. Mit einem geistlichen Abendliede im Anstaltshvfe verabschiedete man sich von den liebenswürdigen Bewohnern, die uns freundlichen Einblick in die Anstalt gewährt hatten. Aach einer kurzen Rast in Lich, wo der Verein noch einmal seine Weisen erklingen lieh, fuhr man mit dem Abendzuge, hochbefriedigt von den reichen Eindrücken des Tages, der Heimat zu. D Lich, 30. Juli. Die Tagesordnung der jüngsten Gemeinveratssitzung wies ausnahmsweise nur wenige Verhandlungsgegenstände auf. Zunächst stand eine Vorlage zur Beratung, die sich mit Unter Hal tu n g sar- beiten an dem Dachbett der Wetter befaßte. Gelegentlich der diesjährigen Dachschau durch das Hess. Kulturbauamt Giehen in Gemeinschaft mit dem Wiesenvorstand ist neben kleineren llnterhaltungsarbeiten an dem Dachbett eine Verbreiterung desselben an der gemeinschaftlichen Dachstrecke mit Aieder-Dessingen als dringend erforderlich erachtet worden. Der höheren Kosten wegen wurde der Gemeindevertretung vvrgeschlagen, die Arbeiten auf zwei Jahre zu verteilen. Auf Vorschlag des Dürgermeisters beschloß der Gemeinderat, vorerst das Hess. Kulturbauamt Gießen mit der Aufstellung eines Kostenvoranschlags zu beauftragen. Aach den weiteren Ausführungen des Dürgermeisters haben sich bei der Dachschau in der Gemarkung Kolnhausen mehrere Anstände ergeben, insbesondere wurde eine defekte und ausgespülte Uferbefestigung durch Flechtzaun unterhalb der Schleuse beanstandet. Während die Llnterhal- tungsarbeiten von dem Inhaber dieser Gemarkung auszuführen sind, hat die Stadt nach Anlegung der Schleuse, die zur (Beseitigung der Hochwassergefahr in der Gemarkung Lich vor mehreren Jahren mit verständnisvoller Zustimmung des Gemarkungsinhabers, der Standes- herrschaft Solms-Lich, durch die Stadt Lich einnur wenige Stunden früher als Larry, daß Gor- don Stuart ein enormes Vermögen seiner Tochter hinterlassen hatte, deren Existenz ihm in einem ganz zufäUigen Zusammentreffen mit der Aufwärterin in Aottingham Place mitgeteilt wurde, verlor sie nicht einen Augenblick Zeit, um sich des einzigen Zeugen zu bemächtigen, der die Umstände und Rechtmäßigkeit von DianaS Geburt beweisen konnte. Aiemals hatte sich Larry für irgend etwas so beglückwünscht, wie für den guten Gedanken, eine Anstandsdame für Diana engagiert zu haben. Schon einmal war die Pflegerin sehr nützlich gewesen, und auch jetzt nahm sie die unglückliche Frau unter ihre Obhut, die Larry zum Skandal der ganzen Aachbarschaft in seine Wohnung gebracht hatte. Aach einer Stunde — Wasser, Seife und frische Handtücher hatten Wunder gewirkt — betrat eine einfach und sauber gekleidete Frau, die sich überall sehen lassen konnte, sein Wohnzimmer. „Ich gehe jetzt, um Miß —" er scheute beinahe vor dem Wort. „Miß Stuart aufzusuchen," sagte er. Die Frau suhr hoch. „Wissen Sie denn, wo sie ist?" „O ja," entgegnete Larry. „Ich weiß eS sehr gut. Sie war mit mir viele —“ er war im (Begriff, „Jahre" zu sagen und war im Augenblick selbst davon überzeugt, bis er sich mit einem merkwürdigen Gefühl der Ueberraschung und des Erstaunens klarmachte, daß „Wochen", und noch dazu sehr wenige Wochen die Dauer seiner Bekanntschaft und Freundschaft mit „Miß Diana Ward" genauer bezeichnen würden. Erst hatte er daran gedacht, ihr diese (Heuig* feit telephonisch mitzuteilen, aber irgend etwas in ihm drängte ihn, persönlich mit Ihr zu sprechen: und dann gab es noch viele andere Dinge, die er ihr zu sagen hatte — schon das Denken an diese war schmerzlich und bitter für ihn. Auf seinem Wege nach dem Präsidium überdachte er alles noch einmal. Diana Ward, arm und abhängig, war etwas ganz andere- wie Clarissa Stuart, die Millionenerbin. Wohl konnte er Diana Ward bitten, ihn zu heiraten und konnte mit Freuden an das Gluck einer Vereinigung denken, wo ein jeder von ihnen al- einziges Vermögen den großen Schatz seiner Liebe beisteuerte. Aber Diana Stuart war eine reiche Frau. Aicht einen Augenblick zweifelte er, daß sie im (Bewußtsein ihrer Liebe edel und großmütig wünschen würde, daß die Heirat stattfände: aber bald, sehr bald würde es ihr zum Bewußtsein kommen, welche ungeheuren Möglichkeiten der Besitz eines so riesigen Vermögens schaffen könnte. Lind dann würde sie ihren Schritt vielleicht bedauern, ohne ihn dies fühlen zu lasten, sagte er zu sich selbst. Er verteidigte sie im gleichen Augenblick, wo er sie beschuldigte. Lind das war das Ende des Falles Stuart. Belohnungen, Auszeichnungen würde er erhalten, obwohl er überzeugt war, selbst den geringsten Anteil an dem Erfolge zu haben: die immer wieder hinausgeschobene Rangerhöhung — auch diese würde kommen, und als Assistent des Kommissars würde er in seinem Bureau sitzen und seines Amtes walten. Aber all diese Erfolge, die er davongetragen hatte, hatte er in Wirklichkeit Diana zu verdanken. Ihr findiger Kopf hatte dieses verwlckeltste aller Probleme gelöst, hatte dieses Gewirr von Spuren und Anzeichen in eine klare, erkennbare Dahn gebracht. Merkwürdig war es, daß er nicht auch diese letzte Entdeckung ihrem Wirken zuschrieb. Vielleicht war es die natürliche, in jedem Mann schlummernde Eitelkeit, die ihn so eifersüchtig den Anspruch auf den einen Erfolg bewahren ließ — die Entdeckung ihrer Identität. Das Ende des Falles Stuart! Lind das Ende aller seiner Hoffnungen — er wußte es. In der ganzen Welt gab es nicht ein zweites Mädchen wie Diana Ward. Sie war die erste in feinem Herzen, sie würde die letzte fein. Als er vor der Tür deS Zimmers 47 stand, die Hand auf dem Drücker, und kaum wagte, diesen herunterzudrücken, hatte er auf sie verzichtet, einen grauen Schleier vor die Zukunft gezogen, mit seinen Hoffnungen abgeschlossen. Lind seine ersten Worte brachten den Gedanken zum Ausdruck, der diesem kurzen Zaudern folgte. „Diana." sagte er, „ich bin der größte Egoist, den man sich denken kann." All ihre weißen Zähne blitzten in schweichendem Lachen auf. »Ich habe über eine Stunde auf dich gewartet!" gebaut worden ist, zugesagt, die fragliche Ufere befeftigung, die starke Hinterspülung auftoteÄ, standsicher zu verbauen. Cs hat sich jedoch ergeben, daß ein Flechtzaun in dem steinigen Boden sehr schwer und nur mangelhaft anzu- bringen ist, so daß Llferausspülungen nicht zu vermeiden und immer laufende Unterhaltung notwendig sein würde. Zur dauernden Deselti- gung dieses Mißstandes wurde daher von der Verwaltung vorgeschlagen, an dieser Stelle eine leichte Detonmauer zu errichten, deren Kosten von der städt. (Bauleitung auf etwa 500 Mk. veranschlagt sind. Der Vorschlag fand allseitige Zustimmung und wurde zum Beschluß erhoben. Der Wechsel im städt. Faselvieh durch An- und Verkaufe fand die nachträgliche Zustimmung des Gemeinderats. — Im Anschluß hieran wurde eine Vorlage über die Instandsetzung eines Feldweges nach lebhafter Debatte von Der Tagesordnung abgesetzt. Anschließend gab der Bürgermeister bekannt, daß der Ausbau der Jahnstraße mit Chaussierung, Rinnenpflaster und Fuhsteigherstellung nach den, Submissionsergebnis einen Aufwand von etwa 5100 Mk. erfordere, dem Wenigstfo^dernden der Zuschlag erteilt und mit der Ausführung in Kürze begonnen werde. — Die Anlieger der Straße „Am Wall" fordern in einer Eingabe die Beseitigung der Vorschrift der Ziffer 6 des § 33 des Entwurfs einer Ortsbausahung, die folgenden Wortlaut hat: „Die Gebäude (In der Straße „Am Wall") sind in einheitlicher Weise als einstöckige Doppelwohnhauser auszuführen. Sie sind in einfachen, gefälligen Formen zu errichten und müssen sich ihrer Umgebung, namentlich in den Llmrißlinien und Baustoffen, harmonisch einfügen.“ Diese Vorschrift lasse bauliche Veränderungen nur beschränkt zu und benachteilige die Antragsteller. Auf Vorschlag der Daukonnnisslon beschwh bet Gemeinderat, dem Gesuch dadurch zu entsprechen, daß der Vorschrift als nächster Absatz noch zugefügt werden soll: „Don dieser Vorschrift kann im Einzelfall auf Vorschlag des Gemeinderats von der Baupolizeibehörde De- freiung erteilt werden."— Der Gebührentarif zur Friedhofs- und ‘Begräbnis t>r 6 nu n g wurde unter Belassung der seitherigen Gebühren dahin abgeändert, daß bei Erbbegräbnisstätten für die Folge die übrig- bleibende Erde auf Kosten der Beteiligten auf einen von der Bürgermeisterei zu bezeichnenden städtischen Platz zu verbringen ist. s. Hungen, 30. Juli. Der Jahresbericht des Dekanatsausschusses des ev. Dekanats Hungen enthält neben vielen anderen für das kirchliche Leben feiner 27 Gemeinden bedeutungsvollen Angaben auch eine beachtenswerte Aufstellung über die innerhalb eines Jahres durch freiwillige Liebestätigkeit aufgebrachten Kollektenbeträge. Im Jahr 1928 wurden, nach verschiedenen Zwecken getrennt, geopfert: für die Heidenmission 10 680 (10 288) Mk., für die Innere Mission 6951 (6854) Mk., für den Gustav- Adolf-Derein 10 483 (11 443) Mk., für allgemein erhobene Kirchenkollekten 4331 (4781) Mk., für die Ortsarmen 2342 (2261) Mk., für sonstige kirchliche Zwecke 6495 (7581) Mk. Insgesamt ergibt dies die Summe von 41 462 (43 208) Mk. bei einer Seelenzahl von 21 615 (21 537) Evangelischen. Die in Klammern beigefügten Zahlen beziehen sich auf das Jahr 1927. Auf den Kopf der Erwachsenen umgercchnet ergibt dies eine Leistung von 2,82 (2,67) Mk. im Jahr, auf den Kopf der Evangelischen überhaupt beträgt die Jahresleistung 2,13 (2,07) Mk. durchschnittlich. Dabei sind Gemeinden vorhanden, in denen auf den Kopf der evangelischen Bevölkerung durchschnittliche Jahresbeträge von sogar 7 bis 9 Mk. sich errechnen. — Der Kirchenbesuch schwankt in den 27 Gemeinden zwischen 85 und 10 Prozent der Erwachsenen, der Abendmahlsbesuch zwischen 200 und 53 Prozent. Größere Wiederher- stellungsarbelten wurden vorgenommen an den Kirchen zu Eberstadt, Gambach und Grü- ningen sowie an den Pfarrhäusern in Lich und Villlngen. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 30. Juli. Am Samstag und Sonntag fand hier der 4. Hess. Kleingärtner t a g des Landesverbands der Kleingartenbauvereine (Sitz Offenbach) statt. Die Tagung begann mit einem Degrühungsabend am Samstag im Deutschen Haus. Hiebei hielt der l.Vors. des Landesverbands, Studienrat F i s ch e r, Offenbach, einen Lichtbildervortrag über Ziele, Wege und „Allmächtiger," stammelte er. „Wir wollten ja zusammen essen." „Ja," nickte sie. „Das meintest du doch?" Er schüttelte den Kopf. „Ich wünschte, weiß Gott, es wäre so," sagte er. „Da bin ich nun wieder, denke nur an mich selbst, bin furchtbar traurig für mich selbst, anstatt Gott auf den Knien für das Glück zu danken, das er dir beschert hat." Sie sprang auf. „Du hast Emma gefunden!" „Ich habe Emma Ward gefunden," sagte er langsam. „Lind ich habe — Clarissa Stuart gefunden." Mit ausgestreckten Händen ging er auf sie zu. „Liebling, mein Liebling," sagte er. „Ich freue mich von Herzen für dich." Sie ergriff seine Hände und legte die eine an ihre Wange. „ Freust du dich nicht auch für dich selbst?" Er schwieg, und sie blickte schnell zu ihm auf. „Larry," sagte sie, „ich habe das alles schon feit Tagen und Tagen gewußt — schon feit dem Tage, als ich in Rottingham Place ohnmächtig wurde. Erinnerst du dich nicht?" Er zog die Stirn zusammen. „Ratürlich erinnere ich mich, aber wieso —" „Wieso, du Dummhut," sagte sie, „ich wußte doch, daß es Tante Emmas Ring war. Ich habe immer .Tante' zu ihr gesagt, wenn sie auch in Wirklichkeit nicht meine Tante war. Lind dann vermutete ich, wer Gordon Stuart wirklich war. Lim nichts in der Welt hätte sie ihren Trauring auf gegeben. Weißt du, wohin sie in solcher Eile gegangen ist?" Larry schüttelte den Kopf. „Lim mich zu suchen," sagte sie einfach. „Ich fühlte das, vermutete es. Instinktiv habe ich das gefühlt, bevor ich noch von dem Ring gehört hatte. Mein Vater hatte ihn ihr gegeben. Wie oft hat sie mir erzählt, wie sie sich verheiratete, als sie noch in feinen Diensten war, wie mein Vater ihr den eigenartigen Trauring in Anerkennung all ihrer Verdienste um meine Mutter schenkte." „Du wußtest das?" sagte er verwundert. „Aber warum hast du mir nie davon gesprochen?" (Fortsetzung folgt) M!-l * * durch de" £«= s Kreis'^ fclten8- der E finden wur (Beige*, fommengrui der Sache Vögllchen. Hieraus ?• vertrag, düngendes Darbietung sicht-gE" statt, voran ^istaunenfe genSsp'el m 5urde, das - fand ln tzteinsnrcher Dosen in a gestellt war erfreute, un gärtnern ze< zu leisten ' * Aid warb das samiliei P f a f f. do noch ^ll drs Fvrstw (bisher toi die Stelle anvärtcr I hofft man. gültig ang Staatsa Hachen des nehmungen Aidda vor. Untersuchung nb. A i d> Sechzigjä eine Dieder Ferne gekon schastlich den in einer zu Mtersvereii eigenlliche < „3ur Stai die vor waren 22 i fast alle \ rl. Ale beschloß c mit einem DaS Del! früh begai Buben un schönen 2D( des Dorfes m Dorfe 1 ein Schulst bildungSsö dern, die Turnverei Wusikvcre gen Schul ger-, Tur nern, am die ältest, bühne an chor die ü reichen Fe durch Leh 1. Klasse eine eindri tere (Burtt Pausen fül van Lehrer Ltaffellaufi Sacklaufen Aachmittag Sieger der dank der 1 Msse der sowie der Vereins g tungsgege der bekam 9ma am , 9C fangt 2undesoer lchiebensten nieinde. £ $ann y Ordern ft?4 Sonn d'e gefall« 8eftj landen, j unb beul vestplatz JS8 JciMe grüßen, betonte r> Ä Buntes Allerlei troffen. Preußen. . Kreis Biedenkopf. XX Rodheim a. d. Dieber, 30. Suh. Das Sahresfest unserer Kleinkinderschuie war vom herrlichsten Wetter begünstigt und wurde wie immer unter reger Beteiligung der Gemeinde gefeiert. Den Auftakt bildete der Umzug durch die Dorsstraste, wobei den festlich geschmückten Kindern der hiesige Posaunenchor voranschritt und fromme Weisen spielte. Die Schule, welche durchschnittlich von 60 bis 70 Kindern besucht wird, ist für die vielen Mütter, die täglich ihrem Verdienst in den Zigarrenfabriken nachgehen müssen, zu einer segensreichen Einrichtung geworden, auf die niemand mehr verzichten mochte. Den Raum für die Dewahr- anstolt der Allerkleinsten stellt die Krrchen- gemeinde in ihrem freundlich gelegenen Schwesternhaus in der nur wenig vom Verkehr berührten Dehberger Straße. Steinbruch „Rote Ku h", welcher der Mitteldeutschen Hartstein-Sndustrie A.-G. Frankfurt am Main gehört, die hier ebenfalls am Hohen Derg einen sehr großen Steinbruch besitzt, ist für Pflastersteinmaterial erschöpft und soll in den nächsten Tagen geschlossen werden. Etmge Steinrichter sind freiwillig gegangen, anderen wurde gekündigt. Durch Schließung des Betriebs werden viele Arbeiter brotlos. Rheinhessen. IDet bekommt die Tugendrose? 3n gut unterrichteten Kreisen des Vatikans wird berichtet, daß Papst Pius XI in diesem Jahre wieder die Segnung der ..Goldenen Rose vollziehen wird, um sie einer katholischen Königin zu schenken. Die Weihe und Verleihung der sog. Tugendrose gehört zu den ältesten Riten des päpstlichen Zeremoniells. Bereits Papst Leo IX. soll diese Goldene Rose verliehen haben, aber geschichtlich sichere Rachrichten sind erst seit dem 14. Jahrhundert vorhanden. Die goldene, nut Diamanten besetzte Rose wurde zunächst nicht nur Frauen verliehen, sondern gewöhnlich dem Präfekten von Rom zum Zeichen der Achtung der Päpste vor der ewigen Stadt überreicht. Dann aber wurde die Rose zur Auszeichnung von fürstlichen Personen benutzt. Unter den Empfängern dieser Ehre befanden sich zahlreiche Könige und auch, Herrscherinnen, wie Katharina von Medici, Anna von Oesterreich, die Kaiserin Moria Theresia und die Gemahlin Philipps V. von Spanien. Der päpstliche Kammerherr von Miltitz überbrachte 1518 die Goldene Rose dem Kurfürsten Friedrich dem Weisen, um ihn für die Unterdrückung der Lehre Luthers zu gewinnen. Auch an Städte und Klöster ist sie vom Heiligen Stuhl verliehen worden. Leo XIII. verlieh dieser Zeremonie noch eine besondere Bedeutung, indem er den Posten des „Tragers , der Goldenen Rose" schuf, den durch viele Sahre der Graf Edoardo Soderini innehatte. Aus unbekannten Gründen ist aber von feinen beiden Rachfolgern Pius X. und Benedikt XV. die Rose nicht verliehen worden. Erst der jetzige Papst nahm den Brauch wieder auf, indem er me Tugendrose der Königin von Spanien sandte. Man nimmt nun an. daß nach der Dersohming das Papstes mit dem italienischen Herrscherhause der Heilige Vater diesmal die Goldene Rose der Königin Helena von Italien verleihen wird. zu leisten vermag. Kreis Büdingen. * Ridda. 30. Juli. Der hessische Staat erwarb das hier in der Raun gelegene Einfamilienhaus des Zimmermeisters August Pfaff, dahier, für 10 020 Mk. Dem Vernehmen nach soll es als Dienstwohnung des Försters deS Forstwartbezirls Ridda Verwendung finden. Bisher wohnte dieser Beamte in Miete, und die Stelle wurde durch einen ledigen Dienst- antoärtcr feit dem Kriegsende verwaltet. Run hofft man, daß bald wieder hier ein Förster endgültig angestellt wird. — Gestern weilte die Staatsanwaltschaft hier und nahm in Sachen des gemeldeten Mordversuchs Vernehmungen und eine Ortsbesichtigung an der Ridda vor. Der Täter Mandel wurde in das Untersnchungsgefängnis nach Gießen verbracht. nd. Ridda, 29. Juli. Gestern feierten die Sechzigjährigen des Kirchspiels Ridda hier eine Wiedersehensfeier, wozu mehrere aus der Ferne gekommen waren. Sie besuchten gemein- schaftlich den Gottesdienst, in dem Pfarrer Laut in einer zu Herzen gehenden Predigt auf dic, Altersvereinigung besonderen Bezug nahm. Die eigentliche Feier des Wiedersehens fand im Hotel „Zur Traube" statt. Von 49 Altersgenossen, die vor 46 Jahren hier konfirmiert waren, waren 22 zur Feier erschienen. Die übrigen sind fast alle schon gestorben. rl. Bleichenbach, 30. Juli. Unsere Schule beschloß am Sonntag ihr Sommer-Vierteljahr mit einem Iugendfest in größerem Ausmaße. Das Wetter war ihr günstig. Schon um 7 Uhr früh begannen die turnerischen Wettkämpfe der Buben und Mädchen auf der „Schönau", dem schönen Waldtal der Bleiche, Va Stunde oberhalb des Dorfes. Um 1 Ahr wurde auf dem Turnplatz im Dorfe ein bunter Festzug ausgestellt: Voran ein Schulknabe auf geschmücktem Pferd, die Fortbildungsschülerinnen auf reich bebänderten Rädern, die Trommler- und Pfeifergruppe des Turnvereins, die Musikkapelle unseres jungen Musikvereins, die V.-D.-A.-Schulgruppe, die übrigen Schulkinder mit Fahnen und Blumen, Krieger-, Tum- und Gesangverein hinter ihren Bannern, am Schluß der geschmückte Leiterwagen für die ältesten des Dorfes. Auf unserer Freilichtbühne an den Fischteichen eröffnete ein Schülerchor die Feier. Rach kurzer Begrüßung der zahlreichen Festgäste aus Dleichenbach und Umgegend durch Lehrer Schnier le spielten Schüler der 1. Klasse unter Mitwirkung des Gesangvereins eine eindrucksvolle „Waldfeier", denen sich weitere Dorträge und Spiele anschlossen. Die Pausen füllten der Gesangverein unter Leitung von Lehrer S inner und die Musikkapelle aus. Staffellaufen und Darspiele um große Brezeln, Sacklaufen und Wurstschnappen beschlossen den Rachmittag. Bei der Preisverteilung an die Sieger der Wettkämpfe des Vormittags konnten dank der Geldspenden der Einwohner, der Zu- schüsse der Gemeinde und des Raiffeisenvereins sowie der Stiftungen des Turn- und des Gesangvereins gerahmte Bilder, Turnschuhe, Haushaltungsgegenstände usw. verteilt werden. Alle Kinder bekamen Brezeln und Würste. Kreis Schotten. chaffen hat. Auch die Stoffe, die bei der Herrcnklci- >ung verarbeitet werden, sind meist dicker und chwercr als die der Frauenkleider, und fclbft wenn >er Mann im Sommer hellere und leichte Stoffe bevorzugt, so wird dieser durch das dichte und glatte Futter zunichte gemacht. Im Winter befolgt dic Frau ebenfalls eine bessere Methode, sich gegen Kälte zu schützen als der Mann; sie vermeidet im Gegensatz zu früher die schwere Unterkleidung, sondern trägt den Kälteschutz in Mantel oder faft ausschließlich über dem Kleid, während der Mann noch immer an dem Kältcschutz unter dem Anzug sesthält. Die Frau besitzt den ungeheuren Vorteil, in den geheizten, ja oft übermäßig erwärmten Raumen sich in leichter Toilette bewegen zu können, während der Mann, der ja seine warme Unterkleidung nicht oblegen kann, nun übermäßig warm wird und sich dadurch leicht erkältet. -4- Rainrod, 29. Juli. Sein 50. Jubiläum beging am gestrigen Sonntag der hiesige Mä n n er- gefangoeretn. Es beteiligten sich daran die Bundesvereine des Niddatal-Sängerbundes, die verschiedensten Gastvereine, sowie eine große Festgemeinde. Vom Kreisamt waren Kreisdirektor Dr. Jo nn und Regierungsrat Dr. Helm re» ch, außerdem die beiden früheren Dirigenten, Lehrer Spieß (Friedberg), und Lehrer Schmier (Lauterbach), erschienen. Ein Festkommers am Vorabend leitete die Feier ein. Dabei wurde die Ehrung verschiedener älterer Sänger vorgenommen. Am Sonntagmorgen folgte eine Gedächtnisfeier für die gefallenen und gestorbenen Mitglieder des Vereins. Der Festzug bot das übliche farbenreiche Bud. Die Feftjungfrauen trugen blumengefchmückte Girlanden, die Schulkinder Fähnchen in den hessischen und deutschen Farben. Auf dem schön gelegenen Festplatz entbot der feftgebenbe Verein den Willkommengruß durch den Bundeswahlspruch und einen Begrüßungschor. Der Chorleiter des Vereins, Lehrer L e h m e r, hatte es übernommen, die zahlreiche Festoersammlung, sowie die Ehrengäste zu begrüßen. In anerkennenden Worten gedachte er der acht noch lebenden Gründer des Vereins und betonte die einigende Kraft des deutschen Liedes, das das Volksleben vor Verödung und Verein- samung bewahre. Die Grüße des Kreises uber. brachte Kreisdirektor D. J°nn, der Gesang und Musik als seelisches Bedürfnis würdigte. Der Vorsitzende des Niddatal-Sängerbundes, Schäfer (Eichelsdorf), entbot die Grüße des Bundes und legte dar, daß das Wirken der Gelangvereine Kul- turarbeit im wahrsten Sinne des Wortes fei. Ehrengabe überreichte er einen Fahnennageb Bürgermeister Dechert (Rainrod) beleuchtete die Wirkung des Liedes in den Derfd)iebenften Lebe - lagen. Weiter sprachen noch 2htburgermeift Vie hl im Namen der Gründer (goldener Fahnennagel!), Lehrer Spieß im Namen der ehemaligen Dirigenten (Fahnennagel!), der Beauftragte> de Turnvereins (Fahnennagel!), Anschließend folgten Kreis Wetzlar. XX W i h m a r, 29. Juli. Während die S ch u l e zu Krosdors erst durch das Eingehen der einklassigen Schule in Gleiberg zu einem großen Schulsystem mit sechs Lehrkräften ausgebaut werden konnte, hat jetzt auch Wißmar infolge ferner starken Kinderzahl diesen Aufstieg zu einer gleichen Dollanstalt erreicht. Aus diesem Anlaß wurde auch hier als Leiter ein Rektor ernannt und diese Stelle dem beseitigen Hauptlehrer Görnert übertragen. Lehrer Holderer ist zum 1. April von hier nach Bockenau (Kreis Kreuznach) und Schulamtsbewerber Z oh, bisher in Bockenau, nach Wißmar verseht. Die Klassen- räume, auf drei Gebäude verteilt, reichen bei dem steten Anwachsen der schulpflichtigen Kinder schon lange nicht mehr aus. Q Lützellinden, 29.Juli. In seiner letzten Sitzung beschäftigte sich der Gemeinderat in der Hauptsache mit der Beratung des Haus - Haltsplanes für das Rechnungsjahr 19 29. Der Gemeinderat beschloß, zur Mittel in der Arbeit des Kleingärtners. Anschlie- , ßend fand gemütliches Zusammensein statt, wobei der Arbeitergesangverein Harmonie mehrere Lieder vortrug. Am Sonntagvormittag fand im Saale des Hessischen Hofes die Eröffnung des Kleingärtnertages statt. Rach der Begrüßung durch den Dorsihenden des Butzbacher Vereins, Beigeordneten Wittig, und den Dorsihenden des Landesverbandes, Studienrat Fischer, dankte Kreisdirektor R e ch t h i e n namens der Kreisverwaltung für die Einladung und betonte, daß seitens der Kreisbehörde die Bestrebungen der Kleingärtnervereine jedmögliche Förderung finden würden. Auch der Vertreter der Stadt, Beigeordn. P l o ch, sprach sich nach einem Will- Dmmengruh dahin aus, daß die Stadtverwaltung der Sache der Kleingärtner im Rahmen des Möglichen Unterstützung angedeihen lassen wolle. Hierauf hielt Schriftleiter Groth den Fest- Dortrag, in welchem er die Ziele und Bestredungen des Landesverbandes eingehend darlegte. Darbietungen der Gesangvereine Eintracht und Harmonie, sowie der Feuerwehrkapelle umrahmten die Tagung. Am Rachmittag fand eine De- lichtigung der Anlagen des Butzbacher Vereins Itatt, woran sich in der Festhalle ein gemütliches Beisammensein anschloh, bei welchem ein 3u- Lendspiel mit Liedern und Tänzen aufgeführt wurde, das allgemeinen Beifall fand. Außerdem land in der Turnhalle eine Rosenschau der Steinfurther Rosenzüchter statt, bei welcher 1000 Rosen in allen Farbenzusammenstellungen ausgestellt waren, die sich eines starken Besuches erfreute, und die den vielen auswärtigen Kleingärtnern zeigte, was die oberhessische Rosenzucht festgestellt. _____________ Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) K.M. in G. Für die Zeichenlehrer-Laufbahn ist neuerdings bas Maturum erforberlich. Wir empfehlen Ihnen, sich an bie Akabemie in Raffel zu wenben, von wo Sie alle Unterlagen über den Aus- bilbungsausgang erhalten können. 5. Ir. Wir empfehlen Ihnen, sich bie vom Reichs- ausfchuß für Leibesübungen herausgegebene Broschüre über bie Erlangung bes Deutschen Turn- und Sportabzeichens (erhältlich im Sportartikelhaus Schwan, Mäusbury) zu beschaffen, woraus Sie alles Nähere erfahren können. Berliner Börse. Berlin, 31. Juli. (WTB. Funkspruch.) Dis Tenbenz des heutigen Frühverkehrs ist ruhig. Geschäfte find bisher noch nicht abgeschlossen worben. Man ist aber, ohne Kurse zu nennen, ziemlich freundlich gestimmt. Vor allem hofft man, baß auch an biesem Donnerstag keine Erhöhung ber Conbonq: Diskontrate vorgenommen wird, wird dies durch ein vollkommen überflüssiges Bekleidungsstück, bie Krawatte, auf bie ber eitle Mann o hohen Wert legt, noch gehindert. Auf biefc Weise zcschicht alles, was möglich ist, um beim Manne, m Gegensatz zur Frau, bie Ventilation burch bie Kleibung am Halse zu erschweren. Die Vorteile, bie bie Frauenkleibung hier bietet, müßten auch dem Manne zugute kommen. Das ift besonbers wichtig mit Rücksicht auf bie körperliche Betätigung auch außerhalb bes Sports, ber sich ja, frei von ungc- unber Prüderie, seine zweckmäßige Kleidung ge- Deckung der lausenden Gemeinbebedürfnisfe auf die staatliche Steuer von Grundvermögen, sowie auf die Gewerbekapital- und -ertrags- steuer einen Zuschlag von 200 Proz. du er« heben. — Dic Abteufung von Dersuchsschachten im oberen Durbachtal zwecks Gewinnung von Wafscr für eine Geineindcwafferlet- tung foll sofort vergeben werden. Die Vergebung soll durch öffentliche Ausschreibung erfolgen. — Ferner beschloß der Gemeinderat die Herstellung einer Riederdruckdampfheizungs- anlagc für die vier Lehrsäle in der neuen Schule. Es tollen verschiedene Spezialfirmen aufgcfordcrt werden, einen Kostenanschlag em- zurcichen. Die Aeberprüsung der Kostenanschläge soll durch den Kreisbaurat in Wetzlar erfolgen. Die Beschlußfassung über die Vergebung der Arbeit behielt sich der Gemeinderat vor. — Für Wegcbauzweckc wurden 5000 Mk. zur Derfü- gung gestellt, lieber die Verwendung dieses Betrages will der Gemeinderat später beschließen. Die im Laufe der letzten Jahre neu ausgebaute Ditzenstrahc soll in Krcisunterhal- hing übernommen werden. Ein entsprechender Antrag wurde an dic Krcisverwaltuna gerichtet. — Um wieder, wie in der Vorkriegszeit, einen eisernen Bestand zu schassen, wurde die zinsbringendc Anlage eines Betrages von 500 Mk. beschlossen. — Für die Einfriedigung deS Kriegerdenkmals wurden 200 Mark zur Verfügung gestellt. Die Ausführung der Einfriedigung wurde dem Kricgerverein, der auch das Denkmal gebaut hat, übcrlaffem— Dre zur Zeit zur Erhebung gelangenden Strom- gelber und Anschluhgcbührcn sollen einer Rachprüfung unterzogen werden, wobei die Möglichkeit einer Senkung erwogen werden soll. Im übrigen wurde der Haushaltsplan in Einnahme und Ausgabe auf 83 500 Mk. festgestellt. O Niederkleen, 30. Juli. Am letzten Montag stand unsere Gemeinde im Zeichen der Mission. Zu dem alljährlichen Missionsfest hatte das Presbyterium cingcladen, und recht viele Missionsgäste aus der Rähe und Ferne waren der Einladung gefolgt. 3m Festgottcsdienst um 2 Uhr hielt Missionar Maus von der Rhein. Missionsgescllschaft in Barmen die Festpredigt. Er sprach von der Kraft und Macht des Evangeliums, welches sich über die ganze Welt und auch das Heidenland ausbreitet. Rach einer Kafseepausc fand die Rachversammlung statt. Einer kurzen Begrüßung durch den Ortsgeist- lichen, Pfarrer Kulke, folgte dann ein längerer Bericht von Missionar Maus über die Mis- sionsarbeit in China, wo er lange 3ahre al« Missionar gestanden hat. Pfarrer Helder, Dorlar, früher Missionar auf der Insel Samoa, berichtete dann von der MissionSarbelt unter den Papuas. Gegen 7 Ahr erreichte Da® schöne Fest sein Ende. Unser ncugebdbeter Kirchenchor sowie zwei Chöre von Lang-Gons (ein Posaunenchor und ein Gesangschor, beide unter ber Leitung von Karl Boller, Lang-Gons) wirkten beim Feste mit durch Darbietung von wirkungsvoll vorgetragenen Gesangs- undMusik- vorträgen, die die Ansprachen umrahmten und das Fest verschönten. _ . O Dornholzhausen 33 3uh- 3n feiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Ge. m e i n d e r a t mit der B e r a t u n g d e s H a u s- haltsplanes für das Rechnung«!ahr 1 9 29. Mit Rücksicht auf die hohen Kosten der Unterhaltung der Wafserleitung wurde de. schloffen, folgenden, Wasser-in« zu erheben: 1 von jedem Hausbesitzer eine Grundgebühr von 6 Mk.: 2. von jedem Ortseinwohner ohne Rücksicht auf das Lebensalter eine Gebühr von 1 Mk.: 3 von jedem Stück Vieh einschließlich Kleinvieh eine Gebühr von 2,50 Ml. Der Zuschlag auf die staatliche Steuer vom Grundvermögen, sowie auf die Gewerbckapital- und .ertragsteuer wurde von 250 auf 300 Prozent erhöht. Die Erhöhung erwies sich als unumgänglich notwendig, weil die Gemeinde für Wegebau-Wecke, die Einlage eines neuen Friedhofes und die Instandsetzung der Kirche größere Aufwendungen zu machen hat, dic sic aus laufenden Mitteln nicht bestreiten kann. Trotz der Erhöhung der Am. laae mußte noch die Ausnahme eines kurzfristigen Kredites von 3500 Mk. beschlossen werden, um den Haushaltsplan überhaupt ins Gleichgewicht bringen zu können. Bei dem Abschnitt gaben* wurde beschlossen, das obere Back, haus zu weihen. Der Ausbau des Weges im Distrikt „Wäldchen" wurde dem Bauunternehmer Zöller zu Dornholzhausen zu seinem Kosten, anschlage übertragen. Der Schulvorstand hatte beantragt, neue Schulbänke zu beschaffen. Der Antrag mußte jedoch wegen Mangels an Mitteln bis zum nächsten Jahre zuruckgestellt werden. Der Kirchengemeinde wurde zu den Kosten der Ausbildung einer K r anken, schwester ein Zuschuß von 150 Mk. bewilligt. Für die innere InstandsehungderK i r ch e wurden 3500 Mk. zur Verfügung gestellt. Die Arbeit soll öffentlich ausgeschrieben, zur Ver. gebung soll das Presbyterium zugezogen werben. Der Friedhofseingang soll nach dem Kosten, anschlage des Kreisbauamtes zu Wetzlar aus. geführt werden. Die Vergebung der Arbeit soll durch öffentliche Ausschreibung erfolgen. Fortbildungsschulunterricht soll, wie im Vorjahre, so auch in diesem Jahre zusammen nut den Gemeinden Riederkleen und Ebersgöns in Riedcrkleen abgehalten werden Zur Schaffung eines eisernen Bestandes wurde die zinsbringende Anlage von zunächst 330 Mk. beschlossen. 3m übrigen wurde der Haushaltsplan in Einnahme und Ausgabe auf 40 650 Wk. «SSSÖS mibe M « ff 'ffA ■ÄjS * M •er bet Die h ibetn in IC9er bet inet OthC Mer S V. r^,at)ung, L kudolizeibehvrde , Gebühren. S' und CBcgtäb« er Belassung ber feit- Mindert, bah bei \ Folge bie übrig. ' der Beteiligten aus lsteret zu bezeichnenverbringen ist. Der JahreSbe« i s s ch u s s e s bei ev, neben vielen anbeten leinet 27 Gemeinden auch eine beachtens« innerhalb eines Iah. itöligleil aufgebrachten )t 1928 wurden, nach enni, geopfert: für die 88) Mk., für die In« Mk., für den Gustav« i3) Wk., für allgemein 4331 (4781) Mk., für 51) Mk., für sonstige 1) Mk. Insgesamt er« n 41 462 (43208) M. !1 615 (21537) ©Danac- n beigefügten Zablor -1921. Aus den N t ct ergibt bleicu tt. im Jahr, auf'm bechauhi. beträgt h M. durchschnittlich cf)ernten, in denen auf en Bevölkerung durch« von sogar 7 bis 9 M -chenbesuch schtvankt chcn 85 und 10 Prozent ndmahlsbesuch zwischen Here Wiederher- wurden Dotgenommen ibt, Sambach und Srü« irrhäusern in Lich und edberg. uli Am Samilag und Hess. Aleingart« ands der Kleingarten« I statt. Sie Tagung be« ws-b-nd °m Smw ibiett d-r l.W. M lt giftet,01** g jiete, Wjg ,eintet»“ lrt1‘ t eä «««'»“ ""iS"*1* WSN. Worms, 30. Juli. Durch eine von der Stadtverwaltung bei ber städtischen Betrieb s- kran kenkasse angeordnete unerwartete Revi- ion wurde festgestellt, daß ein zum Ankauf von Marken für die Angestellten- und Jnvalibenvcr- icherung bestimmter Betrag von etwas über 1 4 0 0 Mark nicht feinem Verwendungszweck zu- gefübrt war. Ein unterer Beamter, der sich während der Revision vom Dienst entfernt hatte, hat abends in seiner Wohnung einen Selbstmordversuch gemacht. Die Stadt hat Vorkehrungen zur Sicherung gegen gleiche Vorkommnisse ge- Hemmnisse zu entledigen. Daß die Tracht des Mannes heute das Vielfache von der der Frau wiegt, daß sie die Wärmeregulierung vcrhin- bert unb bie Funktionen der Haut stört, ist eine allgemein anerkannte Tatsache. Besonders im «Sommer werden die Herren der Schöpfung so recht zu Sklaven ihrer Kleidung und bewegen sich in diesen wärmenden, fest anliegenden Bedeckungen wie im Tropenklima, während die Frau in ihren leichten, lockeren Gewändern Demgegenüber wie in der kühlen, trocknen Luft der Höhen wandert. Aber der Mann ist in seiner Kleidung nicht nur wie in einem „«chwitzkasten" eingesperrt, sondern er lebt auch in einem Kerker, in den kein «strahl des Lichtes bringt. Der bekannte Berliner Hygieniker, Prof. E. Friebeberger, hat unsere Bekleidungsstoffe ein- gehend aus ihre Lichtdurchlässigkeit untersucht, und an zahlreichen männlichen und weiblichen Personen, denen er lichtempfängliches Papier auf bie nackte Haut klebte, festgestellt, daß bei der modern bekleideten Frau die Lichtstrahlen im großen Umfange bis auf bie Haut gelangen, aber so gut wie gar nicht beim korrekt angezogenen Mann. Abgesehen von ben großen Hautflächen, bie beim weiblichen Geschlecht an Hals, Rücken unb Armen vielfach völlig frei liegen, wird auch burch bie Bekleidung ber übrigen Körperteile gesorgt, baß bas Licht ständig Zutritt hat. In den dunklen Kerker ber Männer- fleibung aber bringt nichts von bem segenreichen unb heilsamen Einfluß ber Sonnenstrahlen. Unter ber Macht bes Sportes haben sich bie Männer freilich schon von ben schlimmsten Vorurteilen losgemacht. Der hohe steife „Stehkragen" ist ebenso Der- schwunben wie die pralle Hemdbrust, aber der größte Teil der Unsinnigkeiten besteht noch fort, und zwar auch in der männlichen Alltagstracht. Noch immer kann der größte Teil ber Männer sich nicht von ben hochgeschlossenen Westen trennen. Auch er sollte durchbrochene Schuhe tragen, bie eine große Fläche des Fußes freilassen; ebenso würde, wenigstens im Sommer, eine kurze weiße Hose genügen, bie, je nach dem Wetter, ben Unterschenkel mehr ober weniger frei läßt. Der Arm kann, wie bei ber weiblichen Tracht, im Sommer völlig freibleiben. Das gleiche gilt für ben Hals. Es gibt kaum ein unzweckmäßigeres Kleibungsstück, namentlich für ben Sommer, als ben Herrenkragen. Ist er heute auch weich, niebrig unb hygienisch im Vergleich zu dem Kragen, der noch vor 10 Jahren getragen wurde, ein großer Fortschritt, so ist doch jeder Kragen unzweckmäßig. Der Kragen muß, wenn er passen soll, dem Hemd und dieses wieder dem Hals eng anliegen. Das hindert aber den Abzug der warmen, feuchtigkeitsgefchwängerten Luft nach oben. So besteht an der wichtigsten Körperfülle, die bei der Frau völlig frei ist, beim Mann ein doppelter Engpaß durch Die Diefe des Hemdes und durch den oberen Rand des Kragens, von dem Druck beider auf die Halsgefäße ganz zu schweigen. So weit durch die Bewegung die Enge zwischen Kragen und Hals etwas gelockert werden könnte. ben!“ . ia„i( et -2 S*81“11 *’ id) fit nV? ®f' dte W I*” ä * xu- - sagte • $$ habt ^ Wg er Hygieniker, unb je mehr die neue Tracht der Frauen, bie sich so entschlossen von allem Be- engenben unb Bedrückenden befreit hat, gelobt wirb, desto strengerer Beurteilung fällt bie Männer- tlcibung anheim, der es noch so wenig gelungen ist, sich der lästigen Hüllen und unbequemen die Massenchöre des Niddatalsängerbundes, sowie bie Einzelvorträge der verschiedensten Bundes- und | Gastvereine. Bei schönem Festwetter entwickelte sich auf dem weiten Platze ein frohes Festtreiben, üsur die Zukunft empfiehlt es sich, die Massenchöre sofort nach Eintreffen des Festzuges auf dem Festplatze zu singen. Dann sind alle Sänger zur Stelle, und eine Verzögerung im offiziellen Teil wirkt sich nicht auf die Beteiligung am Massenchore aus. ld. Lllr ichst ein. 29.3uli. Viele Landwirte, die im Zeitalter der Umstellung der Vogelsberger Viehzucht in diesem Jahre eine Hühnerfarm begründeten, haben einen schweren Anfang, denn die V e r l u st e bei der A u f z u ch t d e r K u ck e n sind in diesem Sommer weit höher als dem Durchschnitt der Vorjahre. Es ist dies keine Erscheinung. die vielleicht auf Zütterungsfehler zurückzuführen wäre, denen kein Anfänger entgeht. sondern eine überall, auch bei erfahrenen Züchtern zu beobachtende Tatsache, die als Folge des abnormen Winters 1928/29 angesehen wi^>, die sich in geringen Schlüpfergebmssen, Schwächlichkeit und hoher Sterblichkeit der Kücken bemerkbar macht. . o ■ )—( Ruppertsburg, 30. 3uh. Unter Leitung des Landwirtschaftsassessors Dr. Ott, Grünberg, fand dieser Tage em Gern ar - tunqsSr unbgang statt, an dem sich cme größere Anzahl Ruppertsburger Landwirte beteiligte. Man besichtigte zunächst das Winter- getreide. das durchweg einen guten Stand zeigte. Auf einigen Aeckern konnte beim Weizen ein stärkerer Befall mit Sternbrand festgestellt werden, der durch ein sachgemäßes Beizen der Saatfrucht zu bekämpfen ist. Gerste und Hafer versprechen einen guten Körnerertrag. Haser war stellenweise von der Fritfliege angestochen. Dann wurden die Hackfrüchte besichtigt. Zum Schlüsse hatten die Teilnehmer noch Gelegendert, einen Weizensortenanbauversuch von Pachter Müller und einen Kartoffeldüngungsversuch des Landwirts Konr<^ H ö g Y IV. zu besichtigen. Id Aus dem Vogelsberg 30. Juli. Außer von Deercnsammlern sind unsere Walder eben von zahlreichen Qlrbciterirmen belevt, die mit dem Schneiden des Grassa mens beschäftigt sind. Auswärtige Unternehmer übernehmen die Grassamennuhung ganzer Forst- ämtcr, lassen die gesuchten Grasarten schneiden, an die Wege tragen und von Fuhrwerken sammeln und heimfahren. Der Ausdrusch e^olgt durch die Dreschmaschine. Das gedroschene GraS erhalten die Fuhrleute, und es ist besonders in diesem Jahre als Streckmittel der allzu knappen Heuvorräte sehr begehrt. — Die egen- ar m u t dieses Sommers hat btc zahlreichen kleinen Wasserläufe unseres Gebirges faft zum Versiegen gebracht und dadurch den FNch- be ständen großen Schaden zugefügt. Wo die Fischereipächter nicht rechtzeitig eingriffen, sind große Werte der Vernichtung anheimgefallen. Außerdem sind Trockenzeiten dazu angetan, Unberechtigte zum Fischen zu berjeiten. ^n. ber Fang ist in den wenigen verbliebenen Tumpem ohne Schwierigkeit durchzuführen. Kreis rllsfcld. X Rieder-Ofleiden, 30. Juli. Der an der Straße Homberg-Büßfeld gelegene Bafglt« Jetzt kommen die billigen Ä* $ k s> Nehmen Sie diese Gelegenheit wahr und decken Sie Ihren Bedarf, Sie werden über unsere Leistungsfähigkeit erstaunt sein! 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Die Zivilkammer des Landgerichts dagegen verurteilte den Fuhrwerksunternehmer 2L und den Kraftwagenführer B. als Gesamtschuldner zum Ersah der Hälfte des der Frau D. entstandenen Schadens. Die Schadensersatzklage des Fahrgastes C. wurde abgewiesen. die nach ihrem Inhalt mit bürgerlich-rechtlichen Verträgen verglichen werden können. 3m übrigen ist der Minister des Innern der Auffassung, Daß im Falle einer etwaigen Auswertung des Einkaufsgeldes die am 1. Januar 1918 gültigen Gebührensätze als Goldmarkbeträge einzusehen seien und der Aufwertung zugrunde gelegt werden sollen, wobei die nach diesem Zeitpunkt bezahlten Papiermarkbeträge unter Llmrechnung in Goldmark als Abschlagszahlungen anzurechnen wären. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich die Aufwertungsstelle, im Falle die Angelegenheit anhängig gemacht werden sollte, stellen wird. Jedenfalls ist die von dem Mimster des Innern in Tlebereinstimmung mit dem Justizministerium in der vorliegenden Frage vertretene Auffassung sehr beachtlich. .. _____,-u-vz gar nicht angeklagt worden. Der Kraftwagenführer B. hat nun zwar gegen die Vorschrift der Verordnung über den Kraftfahrzeugverkehr verstoßen. Das ist ein starker Beweisgrund für das Dorliegen einer Fah^ lässigkeit. Aber diese darf nicht ausschließlich in der Aichtbefolgung der Verordnung erblickt werden. Vielmehr kann eine Fahrlässigkeit nur dann angenommen werden, wenn der Kraftfahrer voraussehen konnte, dah durch sein vorschriftswidriges Verhalten der Unfall ^rbeigesuhrt werden würde. Das konnte hier nach den Feststellungen des Strafurteils dem Angeklagten B. nicht nachgewiesen werden. Cs war danach nicht ausgeschlossen, dah die Frau D. plötzlich vom Fuhgäugcrweg herunter quer über den Straßen- damm gehen wollte und direkt in das Auto hineinlief. Mit einem solchen Verhalten der Frau brauchte B. nicht zu rechnen. Wenn die auf dem Fuhgängerwege ging so konnte er annehmen. dah sie dort auch bleiben wurde So ist also eine Verurteilung des D. wegen fayr- lässiger Körperverletzung vom Standpunkt des Strafrichters aus wegen mangelnden Schuldbeweises mit Recht unterblieben. kann. Oie Friedensmiete Mangelhafte Ware beim Einkauf Oie wichtigsten Rechte des Käufers. Don Dr. Anton Fuchs. Die Bereinbatung einer Miete „als Friedensmlele fchlieht die Festsetzung nicht aus. Friedensmiete ist ein nach Bedeutung und Berechnung gesetzlich genau fest gelegter Begriff. Diese Festlegung kann durch keinerlei Vereinbarung abgeänDert oder ausgeschlossen toerDen. Alle während des Krieges, der Inflation oder nach der Stabilisierung getroffenen vertraglichen Abreden zwischen Vermieter und Mieter, die eine von dem § 1 des Aeichsmietengesehes abweichende Festsetzung der „Friedensmiete enthalten, find ungültig und haben auch durch wiederholte Zahlung der abgeänderten Miete keine Gültigkeit erlangt. In einem grundlegenden Erkenntnis hat das Reichsgericht sich mit dieser Frage beschäftigt (III 6 12/25 vom 23. 2lpril 1926) und dazu folgendes ausgeführt: III. Wie erklären sich diese ganz verschiedenen Urteile der Straf- und Zivilgerichte über densel- ben Unfall? Zunächst einmal Prüfen Straf- und Zivilgerichte den Fall ganz unabhängig von- einander. Keines ist an die Entscheidung des anderen gebunden. Sodann aber entscheiden beide Gerichte nach ganz verschiedenen Grundsätzen. Der Strafrichter kann den Kraftwagenfuhrer nur dann wegen fahrlässiger Körperverletzung zu Strafe verurteilen, wenn den B. ein 2 e_r I dj u i den, hier also Fahrlässigkeit, trrfft.. Der Halter des Autos und der Kraftwagenfuhrer haften aber zivilrechtlich sur Sch^ ersah arundsätzlich auch ohne Verschulden. 2m Zivilprozeh dagegen müssen der Halter und Führer des Kraftwagens umgekehrt selbst beweisen^ dah die Voraussetzungen gegeben sind, durch welche ihre Haftung für Schadensersatz ausgeschlossen wird. 1V Die meisten Verletzten gehen zuerst zum Staats, anwalt, bevor sie sich entschließen, eine Zivilrechtsklage zu erheben. Das Strafverfahren kostet nichts. Im Zivilprozeh müssen sie dagegen Kostenvorschub leisten, falls sie nicht im Arinen- recht klagen können. Weiter aber glauben sie, dah der zu Strafe verurteilte Kraftfahrer eher geneigt fein wird, Schadensersatz zu tersten- Schliehlich meinen sie, das Strafurteil fei für den Zivilprozeh maßgebend, was aber, wie gesagt, nicht der Fall ist. Strafrechtlich ift nur bet wr antwortlich, der schuldhaf t gehandelt hat. Das ist grundsätzlich nur der Kraftwagenfuhrer das heiht derjenige, der den Kraftwagen zur Ze des Llnfalls gelenkt hat. Der Fuhrwerksunterneh- mer A. wat bei dem Unfall gar nicht SU gegen. I Ahn kann daher auch kein strafrechtliches Der- 3m Zivilprozeh ist das Urteil ganz anders ausgefallen. Maßgebend ist hier gegenüber der Frau D. das Gesetz über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 3. Mai 1909. Dieses Gesetz regelt verschieden die Haftung des Halters und des Führers des Kraftwagens. Beide haften grundsätzlich ohne Verschulden Daher ist auch A. als Halter des Kraftwagens hier mit verklagt worden, obwohl er bet dem Unfall nicht zugegen war. Aach § 7 Absatz 2 des Kraftfahrzeuggesehes haftet der Halter des Kraftwagens nur dann nicht für den Schaden, wenn der Unfall durch ein unabwendbares Ereignis verursacht wird, das weder auf einem Fehler in der Beschaffenheit des Fahrzeuges, noch auf einem Versagen feiner Vorrichtungen beruht. Als unabwendbar gilt ein Ereignis besonders bann, wenn es auf das Verhalten des Verletzten, ober eines Nicht bei bem Betriebe beschäftigten Dritten, ober eines Tieres zurückzuführen ist, unb sowohl bet - - Hafter als der Führer jede nach den Umstanden 1 Abweisung. Nicht jede Ware ist gut. Der reelle Kaufmann wird zwar die Sendung seiner Lieferanten daraufhin prüfen, Mangelhaftes beanstanden. Trotzdem kann er Fehler übersehen, auch in seinem eigenen Lager kann die Ware leiden. Er merkt es vielleicht gar nicht und verkauft die Ware. Der wem- ger reelle Geschäftsmann wird sogar versuchen, die Ware unter Verschweigung ihrer Fehler an feine Kunden abzufetzen. Kleine Mängel übersieht der Kunde leicht bei der kurzen Besichtigung im Geschäftslokal, erst zu Hause merkt er ben Fehler. Es ist auch möglich, daß Fehler vorhanden sind, die äußerlich gar nicht erkennbar sind, erst bei mehr ober weniger langem Gebrauch treten sie in Erscheinung. Der Käufer hat bereits ober soll boch wenigstens von seinem guten Gelb ben vollen Kaufpreis bezahlen, er hat bas Recht, bementsprechenb vollwertige Ware zu erhalten. Wie kann er zu biesem seinem Recht kommen? Wie macht er es geltenb? Rechts auf ben vorliegenden Fall für anwendbar zu erklären seien. Unter freier Aufwertung versteht man bekanntlich die Aufwertung von Ansprüchen außerhalb der Aufwertungsgesetze, im Gegensatz zu der gesetzlichen Aufwertung. Die Grundlage für die freie Aufwertung bildet der § 242 des Bürgerlichen Gesetzbuches: „Der Schuldner ist verpflichtet, die Leistung so zu bewirken, wie Treu unb Glauben mit Rücksicht auf bie Der- kehrssitte es erfordern." Don biesem Grunbsatz wirb auch das öffentliche Recht in ganz besonderem Maße beherrscht. Damit dürfte die Rechtsgrundlage für eine entsprechende Anwendung bürgerlich-rechtlicher Auf- wertungsgrundsähe auf das öffentliche Recht gegeben sein, sofern es sich, wie im vorliegenden Falle, um öffentliche Rechtsverhältnisse handelt, des Falles gegebene Sorgfalt beachtet habrni. An diese von Halter und Führer zu beobachtende Sorgfalt wird von den Gerichten ein sehr strenger Maßstab gelegt, der über die sonst im Verkehr erforderliche Sorgfalt hinausgeht 3m Gegensatz zum Strafprozeß war es hier Sache des A. und D., den Entlastungsbeweis zu führen. A. hatte also zu beweisen, daß die oben genannten Doraussehungen des § 7 Absätze des Kraftfahrzeuggesehes gegeben waren. B. mußte gemäß § 18 des Gesetzes beweisen, bah ihn keine Schuld an bem Unfall traf. Dieser Beweis ist Weber bem 2L noch bem B. gelungen. Es konnte vor allem nicht ermittelt werben, ob sich Frau D. vorher auf bem Bürgersteig befunben hatte ober nicht. Danach sinb 21. unb B. der Frau schadensersahpflichtig, obwohl ihnen em Verschulden nicht nachzuweisen war. Dagegen hat die Zivilkammer festgestellt, bah bie Frau D. birekt in bas Auto hineinlief. Darin hat es ein Verschulden der Frau erblickt. Gemäß § 9 des Kraftfahrzeuggesehes unb § 254 BGB. Unb bähet A unb D. nur zur Hülste bes ber Frau D. ent- ftanbenen Schabens verurteilt worben. Die andere Hälfte ihres Schadens muß die Frau D. wegen ihres Mitverschuldens allein tragen. Für den dem Fahrgast C. entstandenen Schaden kommt das Krastfahrzeuggeseh nach § 8 des Gesetzes nicht zur Anwendung, weil er zur 3cit des Unfalles durch das Auto befördert wurde. Dem C. gegenüber kann ber Wagenführer nur aus unerlaubter Hanblung gemäß §823 BGB. schadensersahpflichtig fein. Hier muh ihm aber im Gegensatz zum Automobilgeseh unb in Uebereinftimmung mit bem Strafrecht von bem Verletzten nachgewiesen werben, bah ihn ein Der- schulben trifft. Da biefer Beweis nicht geführt ist, so war bie Schabenserfahklage bes C. gegen B. abzuweisen. Eine Haftung bes Fuhrunternehmers A. gegenüber bem Fahrgast E. kommt nur aus bem Beförberungsvertrage (Werkvertrag) in Betracht, ben ber Fahrgast C. mit D. als Vertreter des A. geschlossen hatte. 21. Hatte sich dabei des B. nur zur Erfüllung feiner Der- bindlichkeit bedient und könnte daher von S. aus § 278 DGB. für ben Schaben verantwortlich gemacht werben. 2lber auch hier ist C. für die Schuld des B. beweispflichtig. Die Klage | des E. gegen QL unterlag daher ebenfalls der I Abweisung. gekannt, diesen aber dem Käufer arglistig ver- schwiegen, bann hafet er, soweit die Fehler beim Kauf abfch 1 uß vorhanden waren. Ist ein gehler in solchem Falle erst zwischen Kaufabschluß und llebergabe der Warxn entstanden, ohne daß dem Verkäufer ein Verschulden trifft, bann geht er zu Lasten des Käufers. Entgegen vielfach verbreiteter Ansicht hat der Käufer der fehlerhaften Waren nun nicht ohne weiteres das Recht, die Ware umzutauschen. Ein An- spruch auf Umtausch besteht nur bei sog. Gattungssachen, d. h. solchen, die nach dem Willen der Par- teien ohne weiteres durch gleichartige ersetzt wer- den können. Der Käufer kann auch nicht Nachbesserung, also Beseitigung des Mangels verlangen, es sei denn, daß er in den nachstehend genannten Fällen auch einen Anspruch auf Schadensersatz hat. Wohl aber hat der Käufer dem Verkäufer auf dessen Wunsch die Nachbesserung zu gestatten, wenn das ohne Benachteiligung seinerseits möglich ist. In allen anderen Fällen hat der Käufer nur das Recht der sog. Wandlung oder das der Minderung, b. h., er kann entweder den Kaufvertrag rückgängig machen und gegen Rückgabe der Ware fein Geld zurückverlangen, oder er kann verlangen, daß der Kaufpreis im Verhältnis zu der durch den Fehler cingctretenen Wertminderung der Ware herabgesetzt wird. Fehlte bereits zur Zeit des Kauf- abschlusses eine vom Verkäufer arglistig verschwiegen, oder hatte er gar das Vorhandensein einer Eigenschaft nur arglistig vorgespiegelt, bann steht dem Käufer noch ein weiteres Recht zur Wahl: er kann einfach Schadensersatz verlangen oder Nach- Vielfach werden ja in solchen Fällen der Verkäufer und Käufer sich einigen, wenn dieser ihn auf die Fehler aufmerksam macht. Der Verkäufer wird die Ware umtauschen, sie zwecks Ausbesserung zurücknehmen oder einen entsprechenden Teil des gezahlten Kaufpreises zurückvergüten. Dergleichen sich so Verkäufer und Käufer, dann ist der Streit beigelegt. Nicht selten kommt eine derartige Einigung nicht zustande, der fZkrfäufer lehnt jeden Anspruch des Kunden ab. Da hat das Gesetz vorgesorgt, es bestimmt, ob und inwieweit der Verkäufer für Mängel seiner Ware einzustehen hat. Der Verkäufer haftet für jeden Fehler, der den Wert oder die Tauglichkeit der Sache zu dem gewöhnlichen ober dem nach dem Vertrage vorausgesetzten Gebrauch aufhebt oder mindert (sog. Ge- währleistungspflicht). Für nur unerhebliche gehler besteht diese Haftpflicht nicht. Dagegen bleibt bie Haftung für den Fall bestehen, daß der Verkäufer einen Fehler gar nicht kennt, derselbe sich erst beim Gebrauch der Sache zeigt. Hat der Verkäufer bindend zugesichert, daß die Ware bestimmte Eigen- schäften hat, dann hastet er auch für deren Vorhandensein. Als solche Zusicherung genügt aber nicht eine Anpreisung in allgemeinen Redewendungen, wie wir sie vielfach bei Ankündigung in Zeitungen finden, etwa derart: die Defen der Firma seien „tadellos", die Ware sei „erstklassig , ein Anzug sei „unverwüstlich". Zusicherung ist dagegen der Verkauf eines Pferdes als „Vollblut' ufw. Entscheidend für diese Gewährleistungspflicht ist der' Zeitpunkt, in dem der Käufer die Ware ausgehändigt erhalten hat, nicht etwa der Zeitpuntt des Abschlusses des Kaufvertrages. Handelt es sich Llnberechiigie Zagdausübung und Schadenersatz. Von Dr. jur. Georg Bartsch. Iagdberechtigte und Jäger werden bei ihrem Kampfe gegen alle diejenigen, die sie in ihrem Iagdrecht schmälern, mit Recht zu erreichen versuchen, daß der erwischte Frevler nicht nur der verwirkten Strafe zugeführt wird, sondern daß er auch nach Möglichkeit für den von ihm angerichteten Schaden einsteht. Wer unberechtigter Weis« jagt, insbesondere, wie vielfach der Wilddieb, dies gewerbsmäßig tut, wird wegen unberechtigter Zagdausübung mit Gefängnis nicht unter drei Monaten bestraft. Daneben ist seitens des Gerichts auf Einziehung des Gewehrs, des Iagbgeröts und der Hunde, welche der Täter bei dem unberechtigten Jagen bei sich geführt hat, zu erkennen. Ebenso sind Schlingen, Netze, Fallen und andere Jagdvornch- tungen einzuziehen. Die Einziehung findet auch für den Fall statt, daß diese Jagdgerate dem Der- urteilten nicht einmal gehören: es genügt, daß sie überhaupt nur zur Tat aebraucht wurden, ober dazu bestimmt waren. Ist Die 2agd nicht gewerbsmäßig betrieben worden, so ist die Strafe geringer: Wer an einem Ort, an dem zu jagen er nicht das Recht hatte, dieses tat, wird mit Geldstrafe, oder mit Gefängnisstrafe bis zu drei Monaten ^'Der^äger wird jede Bestrafung der Jagdfrevler mit Freude begrüßen. Daneben entsteht dann für ihn die Frage, wie er den Wilderer für ben entftanbenen Schaben haftbar machen kann. Grund- legenb sinb hier die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches, nach denen derjenige, der vorsätzlich ober fahrlässig bas Leben, ben Körper bi« Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein fonftiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet ist. Wie ift dieser Schaden zu ersetzen? 8 249 des Bürgerlichen Gesetzbuches bestimmt dazu, daß derjenige, der zum Schadensersatz verpflichtet ist, den Zustand herzustellen hat, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre. Bei der Jagd bleibt nur ber Schadensersatz in Geld. Für diesen gelten nach der allgemein anerkannten Rechtsprechung der Gerichte die Bestimmungen, daß nur der tatsächliche Wert der vernichteten Sache zu ersetzen ift. Zu ersetzen wäre also im Falle der Wilddieberei ber Verkaufswert bes abge- schossenen Wilbes. Nicht ersetzbar dagegen sind sog. ideelle Werte. Der Jagdberechtigte kann also bei der Bezifferung des Schadens nicht gellend machen, daß es sich bei bem abgeschvssenen Wlb um ein für sein Jagbrevier besonders wertvolles Stück handelte, ober daß vielleicht die Decke, oder das Geweih für ihn aus irgendwelchen Gründen einen über den Normalwert hinausgehenden Wert gehabt hätten. Das wäre die Bezifferung eines ideellen Wertes, dessen Ersatz nicht verlangt wer- Das Einkaufsgeld für das Orisbürgerrecht. Von Bürgermeister Dr. Dölsing, Alsfeld. Aach Artikel 23 der Landgemeindevrdnung kann das Ortsbürgerrecht, daS die Vor- aussehung für die Teilnahme der Ortsbürger an dem Ertrag, den Nutzungen und dem Grundstock des Gemeindevermögens bildet, erworben werden entweder durch Geburt, oder durch Aufnahme. Jeder DoUjäbrige männlichen Geschlechts, der die hessische Staatsangehörigkeit besitzt, oder erworben Hat, kann nach den Vorschriften der hessischen Städte- und Landgemeindeordnung die Aufnahme als Ortsbürger da verlangen, wo ihm das 2^cht, Ortsbürger zu werden, nicht durch Geburt zusteht. Die Aufnahme kann verweigert werden, wenn der Rachfuchende keinen guten Ruf besitzt, oder voraussichtlich nicht in der Lage ist, in rechtsmäßiger Weise feinen Unterhalt zu bestreiten. Die Teilnahme an den Gemeindenutzun- gen für diejenigen Ortsbürger, welche das 2üi> gerrecht nicht vermöge der Geburt in Anspruch nehmen können, sondern durch Aufnahme zu erwerben haben, kann durch Beschluß des Gemeinderats mit Genehmigung des Kreisamts außer von dem bei Eintrag in das Dürger- register zu zahlenden Einzugsgeld von der bei der 2Iufnahme zu leistenden Zahlung eines Ginkaufsgeldes abhängig gemacht werden. Die- ses darf den fünffachen Wert der einem Orts- bürger jährlich im Durchschnitt Ankommenden Rut- zung nicht übersteigen. (Dergl. Kuchler, Handbuch, Band II, Seite 181.) . Run haben während der Inflation vielfach Gemeindeangehörige das Ortsbürgerrecht durch Einkauf in der betreffenden Gemeinde erworben. Es wird somit auch an die betreffenden aufgenommenen Bürger seit dieser Zeit das Losholz verabsolgt. Es tft nun die Frage aufgeworfen worden, ob das seinerzeit, während der Inflation in Papiermark gezahlte Einkaufs- geld, das in Goldmark umgerechnet, einen sehr geringen Betrag darstellt, besonders vom Jahre 1921 ab. aufzuwerten ist. Diese Frage ist insofern nicht ganz einfach, weil die Grundsätze der Aufwertung an und für sich nur auf bie Grundsätze über die Aufwertung bürgerlicher Rechtsansprüche begründet werden können, während es sich im vorliegenden Falle bei der Aufwertung von Einkaufsgelbern um öffentliche Rechtsverhältnisse hanbelt. Das Hessische Ministerium bes Innern vertritt nunmehr in einer Verfügung an bie Kreisämter die Auffassung, es hanbele sich im vorliegenden Falle bei der Hingabe eines Einkaufsgeldes an die Gemeinde nicht um eine Vergütung für eine einmalige Leistung der Gemeinde an den Ortsbürger, sondern um eine Geldzahlung bes Ortsbürgers, die fortdauernd die Gemeinde verpflichtet, dem Ortsbürger einen bestimmten Ge- meindenuhen in Raturalien zu gewahren. Das Einkaufsgeld soll mithin eine Vergütung bar« stellen nicht nur für eine einmalige, in das Jahr ber Leistung des Einkaufsgelbes fallende Gegei^ leislung ber Gemeinbe, fonbern für einen Durch Zahlung des Einkaufsgeldes und Erwerb des Ortsbürgerrechts herbeigeführten Dauerzustand. Bei öffentlich rechtlichen Rechtsverhältnissen dieser Art muh es aber, ebenso wie bei gleichartigen privatrechtlichcn Verträgen, al8 unb gegen bie guten Sitten verstoßen!) be^ichnet werden, wenn ber Ortsbürger einen Daueranspruch auf Zuwendung des Ortsburgernuhens haben sollte, obwohl baä hon ^hierfür gezahlte Einkaufsgelb bereits zur Zeit der Zcchlung vollständig entwertet war, °^r eine" derart erheblich niedrigen Geldwert gehabt hat. daß die Gelbleistung nicht mehr als eine dem Ortsburger- nutzen euch nur annähernd entsprechende ^geniesst ung an bie Gemeinde darstellt. Das Mim sterium vertritt bie Auffassung, bah bähet im vorliegenden Falle die Grundsätze der sogencmn. ten freien Aufwertung des bürgerlichen besserung (s. oben). . «... , In jedem Fall sind die Ansprüche bes Käufers gegen den Verkäufer ausgeschlossen, wenn das Vor- handensein des Mangels dem Käufer bei Abschluß des Kaufes bekannt war: wenn er die Sache in Kennnis des Mangels vorbehaltlos angenommen hat, ober wenn er die Sache in öffentlicher Pfandversteigerung erwarben hat. Hat der Käufer infolge grober Fahrlässigkeit den Manael nicht entdeckt, dann entfallen gleichfalls alle seine Ansprüche gegen den Verkäufer, es sei denn, daß biefer den Fehler arglistig verschwiegen, ober die Abwesenheit bes Fehlers arglistig zugesichert hak. Kauft z. B. jemanb in einem Geschäft eine Glaslampe, sieht sich biefe ober nur ganz flüchtig an unb entdeckt nicht, baß sie einen breiten, in bie Augen fallenden Sprung hat, bann kann er beshalb keine An- prüche geltenb machen. Versichert in biesem Falle >er Verkäufer aber ausbrücklich, baß die Lampe ehlerlos fei ober verschweigt er auf eine bem» um entsprechenbe Frage des Käufers ben 'hm bekamt- ......... - » *£" '° b-ibt die S--°hr,°.stungsp!,.ch, des um bie Gewährleistung für befonbers zugesicherte Verkäufers bestehen.________ Eigenschaften, ober hat ber Verkäufer einen Fehler _____________ Oie Haftung des Kraftfahrers im Straf- und Zivilrecht. DonLandgerichisrat Dr. Bergmann, Eottbus. I. Der Kraftwagen steht ifh Mittelpunkt des Verkehrs. Fahrzeuge, die von Pferden gezogen werden, sind fast eine Sehenswürdigkeit geworden mindestens in der Großstadt Leider haben sich damit auch Die Derkehrsunfalle in erschreckender Weise vermehrt. Es vergeht taum eine Schöffen- sihung. in der sich nicht ein Kraftfahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung, oder 9« aer Tötung zu verantworten hat. Ebenso ist fall ?n jeder Lvilsihung des Landgerichts über e n Schadensersahanspruch wegen eines 2lutoun alles zu entscheiden. Die Zahl Der veröffentlichten Gerichtsurteile in Autofachen ist kaum noch zu übersehen. Deshalb sollen im folgenden einmal in großen Umrissen die Hauptgrundsahe des gei^ tenDen Rechtes an der Hand eines Beispieles Dargeleyt werden. Der Fuhrwerksbesitzer 2L hatte mehrere Auto- droschken. Sein Kutscher B. fuhr mit feiner Kraftdroschke den Fahrgast C. in einer kleinen Stadt zum Bahnhof. Er fuhr auf der linken Sei^ der Straße. Eine Frau D., die sich auf d^m Straßendamm befand, wurde von den Radern As Autos erfaßt, überfahren und schwer ver. letzt 2luch der Fahrgast C. trug leichte Der- etzungen davon. Das Schöffengericht ver. urteilte den 2. zu einer Geldstrafe, well er entgegen der Vorschrift des § 21 derVerordnung über den Kraftfahrzeugverkehr vom Ib^Marz 1926 auf der linken Seite der Straße gefahren war. Zu einer Verurteilung - wegen fohriäffiger Körperverletzung de$ ®Amt> öä C. kam es jedoch nicht denn der angellagte Kraftfahrer B. hatte hauptet, daß die Frau zunächst auf dem Fußsteig gegangen und dann plötzlich auf Strahendamm direkt in das Auto hmeii^elauf sei. so daß er den Zusammenstoß nicht mehr verhindern konnte. Die Frau D. hatte zwar als Zeugin bekundet, daß sie auf Dem Straßern dämm gegangen sei, vor dem 2Iuto aber nach »Nach dem Reichsmietengesetz ist die Friedens^ miete ein feststehender Begriff, nämlich der Mietzins, der für die mit dem 1. 3uli 1914 beginnende Mietzeit vereinbart war. Besteht über ihre Höhe Streit, so hat sie das Mieteinigungsamt festzustellen. War eine Friedensmiete in diesem Sinne nicht vereinbart, oder läßt sie sich nicht mehr feststellen, so hat das Mieteinigungsamt als Friedensmiete den ortsüblichen Mietzins für die mit dem 1. 3uli 1914 beginnende Mietzeit festzusehen. Daraus ergibt sich, daß die Parteien überhaupt nicht in der Lage sind, eine »Friedensmiete" mit der Wirkung zu vereinbaren, daß sie als eine solche im Sinne des Reichsmietengesetzes für beide Teile bindend ist und ihr Recht aus § 1 ausschließt. Die von ihnen vereinbarte Miete bleibt eben eine vereinbarte, ihre Nachprüfung oder Zurückführung auf die gesetzliche Miete zu verlangen hat jede Vertragspartei jederzeit das Recht. Das Reichsmietengesetz wollte die freie Mietzinsbildung verhindern und den Parteien die Möglichkeit geben, vereinbarte Mieten, die nach dem Gesetz zu hoch oder zu niedrig bemessen waren, auf die gesetzliche Höhe festsehen zu lassen. Zn welcher Währung die vereinbarte Miete bestimmt war, ist völlig gleichgültig, auch die nach der Stabilisierung, also wertbeständig, vereinbarten Mieten unterliegen dem § 1 des Reichsmietengesehes, sind also gegebenenfalls abänderbar." Mit diesen Ausführungen stellt das Reichsgericht die Rechtslage einwandfrei klar: Es gibt reinen — ausdrücklichen oder stillschweigenden — Verzicht auf das Recht, die Friedensmiete jederzeit der Berechnung der gegenwärtig zu zahlenden Miete zugrunde legen zu dürfen. Ist eine abweichende Miete als „Friedensmiete" vereinbart, so kann sie dennoch auf Verlangen auch nur eines Vertragsteiles geändert und in Höhe der wirklichen Friedensmiete festgesetzt werden. Daten für Donnerstag, 1. August. 1791: Gründung der Schweizer Eidgenossenschaft: — 1798: der englische Admiral Nelson vernichtet die französische Flotte bei Abukir; — 1826: Gründung des Bibliographischen Instituts in Gotha; — 1911: der Sprachforscher Konrad Duden in Sonnenberg gestorben: — 1914: Mobilmachung in Deutschland und Frankreich, Kriegserklärung Deutschlands an Rußland: — 1919: Einfall polnischer Insurgenten in Oberschlesien. Nie künftige Gasversorgung der Gtadt Mainz. Für den Ruhr-Saar-Ferngasbezug. WSN. Mainz, 30. Juli. Der Oberbürgermeister der Stadt Mainz hat den Mitgliedern des Stadtrats eine Denkschrift zugehen lassen, die sich mit der künftigen Gasversorgung der Stadt befaßt. Die Denkschrift lehnt die Errichtung einer eigenen Kokerei in Hessen für Mainz, als auch das neueste Angebot dec Südwestdeutschen Gasversorgungs-A.-G. ab, da in beiden Fällen nicht eine so günstige Preisgestaltung erreicht werden könne, wie bei der Fernversvrgung durch die Ruhr und die Saar, in Verbindung mit örtlichen Stützpunkten. Zum Schluß der Denkschrift wird der Stadtrat ersucht, folgendes zu beschließen: 1. Der Stadtrat ist dec Auffassung, daß die Verbindung der Örtlichen Erzeugung eines gleichbleibenden, in Prozenten des Gesamtbedarfs des Wirtschaftsgebiets festgelegten Anteils der Grundbelastung mit dem Bezug von Ferngas auf Grund der zwischen den Vertretungen der Dergbaugebiete der Duhr und dec Saar unter Beteiligung des preußischen Staates getroffenen Vereinbarung die zweckdienlichste Lösung der Gasversorgungsfrage für Hessen undMainz darstellt. 2. Der Stadtrat hält das Gaswerk Mainz, insbesondere wegen seiner hervorragenden wirtschaftsgeogravhischen Lage, für geeignet,einen solchen Stützpunkt für eine örtliche Erzeugung darzustellen, und macht den Abschluß von Ferngasversorgungsverträgen von der Einbebeziehung des Mainzer Gaswerks in die gesamte Versorgung abhängig. 3. Der Stadtrat beauftragt und ermächtigt die Vertreter der städtischen Verwaltung in der Gesellschaftsversammlung der Hekoga, ihren Einfluß und ihr Stimmrecht im Sinne vorstehender Beschlüsse zu gebrauchen. 4. Der Stadtrat würde das Zustandekommen einer Verständigung mit den Städten des Rhein-mainischen Wirtschaftsgebiets begrüßen, unter der Voraussetzung, daß die bis jetzt für die Hekoga und die Stadt Mainz erreichten Verhandlungsergebnisse nicht beeinträchtigt oder für die Zukunft gefährdet werden. Wirtschaft. Oie Oisconio-Gesellschast zur Wirtschaftslage. Für die deutsche Wirtschaft steht, wie die D i s- conto-Gesellschaft in ihrem Monatsbericht schreibt, zwar keinesfalls eine lebhafte Aufwärtsbewegung der Konjunktur in Aussicht, aber es ist auch nicht mit einer Zunahme der Schwierigkeiten zu rechnen, wie sie der Bericht des Konjunkturinstituts als Folge der Anspannung des Geldmarktes, sinkender Effektenkurse und der Preisrückgänge auf dem Warenmarkt voraussah. Zur Begründung dieser Ansicht wird in dem Bericht darauf hingewiesen, daß die A n s p a n - nung des Geldmarktes einigermaßen behoben sei, die Haltung der Effektenmärkte durch gelegentliche Auslandbeteiligung am Börsengeschäft und die gebesserte Kreditmarktlage eine Stütze erhalten habe und auf den Warenmärkten die rückläufige Preisbewegung zum Stehen gekommen sei. Die Gesamtindexziffer der Großhandelspreise habe sich sogar unter dem Einfluß steigender Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse wieder etwas erhöht, während bei den industriellen Fertigwarenpreisen Rückgänge und Erhöhungen sich im ganzen ausglichen. Die Arbeitslosigkeit halte sich zwar auf einem Stande, der immerhin nach der Zahl der ülnterstützten über 200 000 Personen über demjenigen der Iahresmitte 1928 liege, doch müsse man bei der Beurteilung dieser Ziffer berücksichtigen, daß seither aus der Bevölkerungsbewegung dem deutschen Arbeitsmarkt das Doppelte dieser Zahl an neuen Arbeitskräften zugewachsen sei. Ihre, wenn auch nur teilweise erfolgte Einführung in den Produktionsprozeß wäre ohne eine gewisse Erstarkung der wirtschaftlichen Gesamtkräfte nicht möglich gewesen. Am deutlichsten mache sich gegenwärtig das An st eigen der Produktion in den Schlüsselindustrien, Kohle und Eisen, bemerkbar. Die Lage der Eisenindustrie werde durch die anhaltend gute Aufnahmefähigkeit der Auslandmärkte für eine große Zahl ihrer Erzeugnisse weiter günstig beeinflußt. Im Zusammenhang hiermit wird im Bericht darauf hingewiesen, daß der Anteil der Ausfuhr der Maschinen- i n d u st r i e an dem Gesamtabsah von 36 Proz. im ersten Halbjahr 1928 auf 44 Prozent im ersten Halbjahr 1929 angestiegen sei. Die Geldmarktlage habe nach ihrer kritischen Zuspitzung im Verlaufe der Pariser Reparationsverhandlungen wieder ein normaleres Gepräge erhalten. Wenn die deutschen Zinssätze sich etwa um 1 bis 1,5 Prozent höher als zur gleichen Zeit des Vorjahres stellten, so entspreche diese Steigerung derjenigen an den internationalen Geldmarktplähen, von denen die Crgänzungsverforgung des deutschen Marktes abhänge. Von besonderer Bedeutung sei die Tatsache, daß allem Anschein nach eine Inanspruchnahme des offenen Geldmarktes seitens des Reiches nicht mehr zu erwarten stehe, nachdem diese in den vergangenen Monaten in fühlbarer Weise dazu beigetragen hätte, die Geldmarktlage unsicher zu gestalten. Der Bericht schließt: „Die Beseitigung der aus der Entwicklung der Reichsfinanzen drohenden Gefahren wird nicht möglich sein, solange man nicht ernstlich daran geht, den Reichshaushalt von der Ausgabenseite her in Ordnung zu bringen. Ein sparsamer Finanzplan ist das erste Gebot für ein unter seiner dürftigen Kapitalversorgung außerordentlich leidendes Land: er muß ergänzt werden durch ein Steuersystem das, ganz anders als es jetzt der Fall ist, die notwendige Kapitalbildung erleichtert und anregt. Die deutsche Wirtschaft bedarf st e u e r- licher Erleichterungen, die erheblich über das hinausgehen, was ihr für die nächsten Jahre auf Grund der verminderten Zahlungen des Poung-Planes zuteil werden kann. Zunächst bestehen leider keine Aussichten dafür, daß selbst in dem geringen Ausmaß der Differenz zwischen Dawes- und Poung-Zahlungen Steuererleichterungen eintreten könnten! An Belastungsproben wird es der deutschen Wirtschaft auch in der kommenden Zeit nicht fehlen. Schon die großen Schwierigkeiten der langfristigen Finanzierung und die aus Kapitalmangel geborene Höhe der Zinssätze werden noch auf lange eine chronische Belastung schwerer Art bilden. Aufgabe der Finanzpolitik ist es demgegenüber, die Ausgaben nach den unter erträglicher Belastung der Wirtschaft erreichbaren Einnahmen zu bemessen und die Entstehung öffentlichen Anleihebedarfs, der die knappen Mittel des Kapitalmarktes nur weiter verkürzt und verteuert, zu verhindern." • * Preußengrube A.-G. Die Generalversammlung genehmigte den Abschluß mit wieder 5 o. Sy Dividende. Die Laae der Gesellschaft werde durch die ungünstige Frachtlage Oberschlesiens und die Einlegung von Feierschichten, die sich auf rund 7 o. Sy der Arbeitstage beliefen, beeinflußt. * Lagergemeinschaft im süddeutschen Eisenhandel. Zwei führende Firmen des süddeutschen Eisengroßhandels haben beschlossen, eine Lagergemeinschaft zu bilden, um Ersparnisse zu erzielen. Es handelt sich um die Thyssen-Rheinstahl A.-G. in Frankfurt a. M. und die Süddeutsche Eisengesellschaft A.-G. in Nürnberg. Das Gemeinschaftslager in Frankfurt a. M. ist auf dem Lagergrundstück der Thyssen-Rheinstahl A.-G. und das in Nürnberg auf dem der Süddeutschen Eisengesell- schäft A.-G. errichtet worden. Die Firmen erhalten genau wie bisher ihre eigene Verkauftstätigkeit aufrecht, nur der Lagerbetrieb einschließlich Fuhrpark wird gemeinschaftlich betriel en. Ob sich noch weitere Firmen der Gemeinschaft anschließen werden, steht noch nicht fest. * Stillegunades Karlsruher Werks der Berlin-Karlsruher Industrie- Werke? Innerhalb der Derwallung der Berlin- Karlsruher Industrie-Werke werden gegenwärtig Rationalisierungsmaßnahmen im Sinne einer schärferen Konzentration bei der Gesellschaft erwogen. Man zieht dabei die Stillegung der Karlsruher Fabrik in den Bereich der Möglichkeit. Wie WTB.-Handelsdienst hört, sind der Staat und die Stadt Karlsruhe darum bemüht, das Karlsruher Werk zu erhalten. Frankfurter Börse. Frankfurt a. TL, 31. Juli. Tendenz: freundlich. — Die Börse zeigte heute wieder ein freundliches Aussehen. Als erster Grund für die allgemeine Besserung kann die wieder höhere Notierung des Sterlingkurses angesehen werden, ferner das Nachlassen der Goldabflüsse dec Bank von England. Die Befürchtungen einer baldigen Diskonterhöhung der Bank von England verlieren damit wieder an Bedeutung. Aber man rechnet auch mit einer glatten Ueberwindung des heutigen Zahltages, da von dem geringen Engagementsumfang und der etwas besseren Geldmarktlage eine Anregung ausging. Das Geschäft bewegte sich wieder nur in kleinem Rahmen. Nur in einigen Werten war die Umsatztätigkeit etwas lebhafter, denn hier machte sich von Auslandseite, und angeregt hiervon auch Deckungsbedürfnis von feiten der Spekulation geltend. Im Vordergründe standen Montan- werte. Hier nahm auch das Rheinland wieder Material aus dem Markt. Mannesmann gewannen 2,5 v. Sy, Phönix 1,5 v. Sy, Stahlverein 1,75 v. Sy, Gelsenkirchen 2,5 v. Sy und Rheinstahl 1 v. Sy Am Chemiemarkt konnten Farben 1 v. Sy höher eröffnen. Am Elektromarkt war die Umsatztätigkeit eng begrenzt. Zur ersten Notiz wurden nur Siemens mit plus 3 v. Sy und A. E. G. mit plus 1 v. Sy notiert. Erwähnenswert waren noch Deutsche Linoleum mit plus 2,5 v. Sy und Glanzstoff mit plus 2 o. Sy Kali- werte etwas bevorzugt und etwa 2,5 o. Sy fester. Die Nebenmärkte lagen still, die meisten Werte bis zu 1 v. Sy gebessert. Renten zum Teil leicht gedrückt. Im Verlaufe hielt das Interesse für Spezialwerte zumeist noch an, doch traten auch vereinzelt kleine Rückgänge ein. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8,5 v. Sy etwas gesuchter. Am Devisenmarkt machte die Erhöhung des Pfundes weitere Fortschritte. Man nannte Mark gegen Dollar 4,19, gegen Pfund 20,367, London gegen Kabel 4,8536, gegen Paris 123,82, gegen Mailand 92,82, gegen Madrid 33,22, gegen Holland 12,1013. Berliner Börse. Berlin, 31. Juli. Der freundlichere Grund- ton, der schon im Vormittagsverkehr zu erkennen war, erhielt sich auch zu Beginn der offiziellen Börse. Die Stimmung war überwiegend fester, ohne daß dies allerdings in den Kursen stärker zum Ausdruck tarn. Nur für Spezialwerte bestand etwas mehr Interesse, und vor allem der Montanmarkt hatte, angeregt durch die Kohlenpreiserhöhung in Belgien, die bereits am 1. August in Kraft tritt, lebhafteres Geschäft. Auch sonst waren die vorliegenden Momente nicht ungünstig. Der Konferenzbeginn am 6. August kann nun wohl als endgültig angesehen werden. Das im Verlaufe befestigte Neuyork (ein Zeichen, daß der Ultimo glatte Erledigung zu finden scheint) und die günstigere Lage des Pfundes (die Dank von England hatte gestern nur einen Goldverlust von zirka einer Million Pfund aufzuweisen), wurden günstig beurteilt. Man nimmt an. daß eine Diskonterhöhung der Dank von England auch morgen zu vermeiden sein wird, da, wie schon erwähnt, das Pfund eine stärkere Tendenz aufzuweisen hatte. Im Durchschnitt betrugen die Kursveränderungen nur bis 1 Prozent. Montanwerte konnten sich bis 2 Prozent bessern und Spezialwerte, wie Reichsbank, Mannesmann, Rheinische Braunkohlen, Kaliaktien, Deutsche Linoleum (guter Absatz), Schuckert, Siemens, Waldhof und Polyphon um 2 bis 4,5 Prozent. Schwächer eröffneten Tietz. Mix & Genest und Thüringer Gas mit Verlusten von 2 bis 3 Prozent. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer ruhig. Pfandbriefe eher leicht nachgebend. Die Sätze des Geldmarktes konnten heute schon eine kleine Ermäßigung erfahren. Tagesgeld 8,5 bis 10,5 Prozent, Monatsgeld 9,5 bis 10,5 Prozent, Warenwechsel etwa 7.9 Prozent. Auch nach den ersten Kursen blieb es in Spezialgebieten lebhafter, die Kursentwicklung war aber keine einheitliche. Als man später einige Großbanken als Käufer beobachtete, nahm die Spekulation weitere Deckungskäufe vor, so daß sich das Kursniveau erneut um 1 bis 1,5 Prozent heben konnte. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 31. Juli. Am heutigen Hauptmarkt war das Geschäft im allgemeinen ziemlich still. Die Tendenz neigte im großen und ganzen etwas zur Schwäche, und das Angebot in Mais und Weizenmehl fand nur zu je 0,25 Mark niedrigerem Preise Aufnahme. Einige Nachfrage bestand da- gegen für Roggen, dec 0,25 Mark anziehen konnte, und im Zusammenhang damit für Roggenmehl mit 22,50 Mark, Hafer (inländischer) 22,75 bis 23, Mais (gelb) für Futterzwecke 22,25, Weizen« bis 23, Mais (gelb) für Futterzwecke 22,25, Weizen« mehl (süddeutsches, Spezial 0) 38,75 bis 42, Roggen- mehl 31 bis 32, Weizenkleie 11, Roggenkloie 12,50 Mark. — Tendenz: ruhig. Zeitschriften. — Die vor einigen Jahren gegründeten „Schüne, manns Monatshefte", die sich eines großen Ansehens erfreuten und einen stattlichen Leserkreis erworben hatten, sind, wie wir erfahren, in den Verlag von „2B e ft ermanne Monatsheften" übergegangen. Die Zeitschrift selbst erscheint nicht mehr, sie geht in „Westermanns Monatsheften" auf. Letzte Nachrichten. Oer Oauerflugrekord Lacksons und O'BrienS. St Louis, 31. Juli. (WB. Funkspruch.) Die Flieger Jackson und 0 ’ B ricn, die gestern abend gelandet sind, waren mit ihrem Flugzeug „St. Louis Robin" genau 4 2 0 S tunden und 21 Minuten, d. h. rund 18 Tage und 17 Rächte ununterbrochen in der Luft. Sie haben den letzten Dauerflugrekord, den die Flieger Blenbell und Reinhart mit dem Flugzeug „Angeleno" innehatten, um 7-4 Tage Überboten. Bei der Landung des Flugzeuges „St Louis Robin" waren 15 000 Zuschauer zugegen, die von der Schuhwache nur mit Mühe davon a6gc- halten werden konnten, das Flugzeug zu stürmen, um sich Andenken an den Flug zu verschaffen. Die beiden Flieger wurden nach der Landung ärztlich untersucht. Ihr Befinden war ausgezeichnet Sie erhalten für den Bauerflug zusammen 31 255 Dollar, außerdem 2756 Dollar an Geschenken. Die von den Fliegern zurückgelegte Gesamt st recke beträgt 4 0 3 2 0 6 i- lometer. Sie haben über 16000 Liter Brennstoff verbraucht, der 48mal ergänzt worden ist. Die Propeller haben während des Dauerfluges bei 1300 Umdrehungen in der Minute 32 Millionen Umdrehungen geleistet. Oie Hitze in Amerika. Reu York, 31. Juli. (MTB. Funkspruch.) Die außerordentliche Hitze in einem großen Teil dec vereinigten Staaten und Kanada dauert an und hat zahlreiche weitere Todesfälle zur Folge gehabt. Der der Landwirtschaft bisher erwachsene Schaden wird allein für die Umgebung von Reuyork auf drei Millionen Dollar geschäht Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. Franksurta. M. Berlin Schluß- t-Uh» Schluß- Ansong Kurs Kur- Kurs Kurs Datum 30.7. 31-7. 30 7. 31 7. 5% Dt. Retchsanleche o. itiz< . . Dt. Ant.-AblSs.-Schuld mit AuS- 87.35 — 87,5 — los-Rechten......... 51 — 51 __ DeSgl. ohne Auslos-Rechte . . . 7% Franks. Hyp.-Bk. Goldpf. un- 9,55 10,1 9,65 10,13 kündbar bis 1932....... 4yi% Rheinische Hyp.°Bank Liqu.- 85,5 — — — 74,4 A.E.G. abg. BorkriegS» Obligation., rückzahlbar 1932 ....... — —- — — 4% Schweiz. Bundesb.-Anl.. . . — — — — 4% Oesterretchische Goldrte.. . . —— 29 - _ 2,4 4% Oesterreich, einheitl. Stte. . . 1,925 — _ 4% Ungarische Goldrte...... 22,9 — 23 23 4% Ungarische Staatsr. v. 1910 . _ 4&% beSfll. bon 1913..... — — 24,8 _ 4% Ungarische Kronenrte..... 1.8 — 1,9 1,9 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . . 4% Türkstche Bagdadbahn-Anl., 7,7 7,8 7,7 7,7 7,8 7,8 4% dcsgl. Serie II....... _ LJ 4% Rumänen conbett. Rte. . . . _ 4/i% Rumänen Goldanl. von 1913 — — — — Wg. Deutsche Eisenbahn . . 4% _ _ Hamburg-Amerika Paket ... 8 Hamb.-Südam. Dampssch. . . 8 — 122,25 122,25 187 122,75 Hansa Tampsschiss.....10 —— — 162 161,79 Norddeutscher Lloyd.....8 — 115,25 114 115,25 Llllg. Deutsche Crediianst. . . 10 126,5 126,4 126,5 Barmer Bankverein .... 10 127,5 — 127,25 127.25 Berliner Handelsgesellsch. . . 12 208 — 207,5 207.5 Commerz- und Prtvat»Bank. ii 183 183 183 183 5 Tarmst. ü. Nationalbank . . 12 276 275,5 276 Deutsche Bank . . • • • • 169,5 — 169 169 75 Diskonto-Gesellschast Aut.. . 10 154 — 154 154 Dresdner Bank......10 Mitteldeutsche Ereditbank ... 9 160 160,25 160 160 — — Reichsbank........12 309 — 309 312,75 Frankfurt a. M. Berlin Schluß. Kurs l-Uhr- Kurs Schluß-lAnfang- Kurs Kurs Datum 30.7. 31.7. 30-7. 31-7. A.E.G......... e . 8 195,5 196,5 195,5 196,6 Bergmann ...... • . 9 225 — 225 227 Äektr. Lieferungen. . . 10 — —— — — Licht und Kraft .... • 10 206,5 — 205,75 206,75 Kelten & Guilleaume. . • . 6 136 — 135 — Ges. s. Elektr. Untern.. . e 10 210 — 210 210,75 Hamb. Elektr. Werke . . e 10 — 140,25 Rhein. Elektr...... . 9 — — — — Schief. Elektr...... • 10 — — 183 185 Schuckert..... . . 8 — — 224,75 226,9 Siemens & HalSIe . . • • 12 — 383 380 383 Transradio...... . 8 — 143,5 — Lahmeyer LCo.. . . . • 10 169,75 — 169,25 169,6 Buderus....... . 6 — — 74 74,13 Deutfche Erdöl .... . 6 —— — 112,75 113,4 Essener Steinkohle . . . . 8 — — 133 135 Gelsenkirchener ... L ’A 3 4 134,5 137 135 — Harpener....... . 6 144 — 145 145,75 Hoesch Eisen...... . 8 — — 129 131 Ilse Bergbau..... Klücknerwerke..... * . 8 213 — 213 — . 7 108,5 —— 108,5 109,6 KSln-Neuessen..... . 9 — 125 126,5 Mannesmann..... . 8 119,25 121,5 119 121,4 ManSfeldec...... . 7 139,75 140 140,5 140,25 Oberschlei. Eiienb. Bedarf . 6 Oberfchles. Kokswerke. . . 6 _ — 106,13 106,6 Phönix Bergbau.... Rheinische Braunkohlen. 6K 101,5 102,75 101,25 102,5 10 285 284,5 286,75 Rheinstahl . . . s.»/. Jahr 4ft 123,5 124,5 123,4 124,75 Riebeck Montan .... 7,2 138,75 Bereinigte Stahl» . . . c 109,75 111,5 109,5 110,75 Otavi Minen..... 8 sh 62,75 63 Kali Aschersleben . . . 10 231,5 — 231,5 Kali Westereaeln.... Kaliwerk Salzdetfurth . • 10 16 237,5 393 395 237,75 393 240 396 I. ®. Farben-Industrie. e 12 224 225 223,5 224,6 Dynamit Nobel .... . 6 105,75 106,5 Scheideanstalt..... . 9 _ _ Goldschmidt..... . 6 75 _ 75 _ Rütgerswerle . . • • • Metallgeseüschast. • • • e . 6 83,5 84,5 83,5 84,5 • 11 125 125,65 Tatmn Philipp Holzmann.....'< Heidelberger Cement .... 10 dement Karlstadt......8 Wayb & Freitag......10 Schultheis Patzenhoser ... 15 Ostwerke.........12 Ber. Glanzstosf ...... 18 Beniverg...... • • • 14 ÄeUflofi Waldhos ..... 12 Zellstofs Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 7 Dessauer Gas........8 Daimler Motoren......0 Deutsche Majchineu-Fabrü . . 0 Adlerwerte Kleoer.....5 Ludw. Loewe.......10 Bat. Automobil ....... 0 Orensiein 4 Koppel ..... 5 Leonhard Tietz ....... 6 Bamag-Meguin ....... 0 Frank,. Maschinen ...... 6 Gritzner...... 11 acnftaebt ....... 0 ......... .... 4 Lechwerke. . ........ 8 Blainkrastwerke.......8 Miag...........10 Nekarsulmer ...... ..8 PeterS Union ........ 8 Gebr. Roeder ....... 10 Voigt & Haeffuer......8 Südd. Zucker........8 Frankfurt a M. Berlin Schluß- ii Ubt- Schluß. Ansang. Kurs Kurs Kurs Kurs 30.7. 31.7. 30.7. 31.7. 106,5 — 108 —— — — — — — — — — 100,5 151 — — — — 295,5 397,25 — — 232 233,5 386 —— 386 388 — 388 300 300 — — 234,75 237,25 154 154,75 152 154 — —— 108,5 109,75 — — 101,75 193 51 — 50,5 — — — 53,25 — — 50 49,5 50 — — 194 196 — 23,5 22,5 — — 88,5 89 — — 208 206 -- > — —— 53,65 — — — 66 — — — ■ » 66,65 — 65,65 — — — — — — — — e— — — 123,5 123,25 —— — , 1. — — — 118 — - — — 220 — 222 —— — — 149,5 — Banknoten. Berlin. 30. Juli Geld Brief Amerikanische Noten ..... 4,165 Belgische Noten........ Dänische Noten........ 58,25 111,43 58,49 111,87 Lllülükbe Oloteu.^e tut« 20^0 20,88 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a.M. Telegraphische Auszahlung. Berlin, 30- Juli Geld Brief Französische Noten..... Holländische Noten...... 16,447 16307 167,66 168,34 Italienische SPoten ...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oestcrr., ä 100 Kronen 21,95 111,43 22,03 111,87 59,04 59,28 Rumänische Noten...... 2,48 2,50 Schwedische Noten ...... Schweizer Noten....... 112,05 80,64 112,49 80,96 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 60,95 61,19 12,37 12,43 Ungarische Noten....... 72,82 73,12 • 30- Juli 31. Juli Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld 1 Brief Geld Brief Amft.» Rott. 168,11 168,45 168,11 160,45 " Buen.-Aires 1,760 1,764 1,760 1,764 Brss.-Antw- 58,30 58,42 58,285 58,405 Christiania. 111,74 111,96 111,74 111,96 .Kopenhagen 111,74 111,96 111,72 111,94 Stockholm - 112,34 112,56 112,34 112,56 Helsingfors. 10,529 10,549 10,532 10,552 Italien. . . 21,915 21,955 21,92 21,96 London. . . 20,345 20,385 20,345 20,385 NetWork . . 4,191 4,199 4,1915 4,1995 Paris. . . . Schweiz .. 16,44 16,48 16,42 16,46 80,645 80,805 80,67 80,83 Spanien. . 61,16 61,28 61,21 61,31 Japan . . . 1,943 1,947 1,943 1.947 Rio de Jan. Wien in D-- 0,497 0,499 0,497 0,499 Ceft. abgest. 59,045 59,165 59,065 59,185 Prag . . . . Belgrad . . 12,402 12,422 12,407 12,427 7,363 73,07 7,377 7,363 7,377 Budapest. . 73,21 73,11 73,25 Bulgarien. 3,032 3,038 3,032 3,038 Lissabon . . 18,78 18,82 18,78 18,82 Danzig.. Konstantin. 81,31 2,003 81,53 2,007 81,37 2,000 81,53 2,004 Athen - . . 5,42 • 5,43 5,42 5,43 Canada . . 4,176 4,184 4,178 4,186 Uruguay. . 4,126 ' 4,134 4,126 4,134 tprirfl . . r 20,87 2M1 20,87 8M1