Nr. 125 Erstes Blatt 179. Jahrgang Zreltag, 31. Mai 1929 Erschein» »ä glich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle vezugrpreir für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüsfe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vriick und Verlag: vrühl'sche Univerfiläls-Vuch- und 51eindruckerei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mnt Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20 u/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Giehen. Das Preußenkonkordat auf dem sozialdemokratischen Parteitag. Ministerpräsident Dr. Braun verteidigt seine Kirchenpolitik. Magdeburg, 30. Mai. (WB.) Der Sozialdemokratische Parteitag begann die Aussprache über den Bericht der Reichstagsfraktion. 3m Mittelpunkt der Erörterungen stand der Antrag Aushäuser-Sender, in dem nach Anführung einer Reihe von Forderungen sozial- und steuerpolitischer Art erklärt wird, daß die Partei an einer Koalition, die die Verwirklichung dieser Forderungen nicht zulasse, kein 3nteresse haben könne. Stampfer (Berlin) stimmte grundfätz- lich der Politik der sozialdemokratischen Minister zu. Der Redner übte lebhafte Kritik an der Politik des Reichssinanzministers, der nicht rechtzeitig die Finanzlage geschildert habe, auf neue Steuern verzichtete und deshalb für soziale Zwecke keine Mittel zur Verfügung stellen konnte. Frau Sender schloß sich dem Wesentlichen dieser Kritik an. D r. Löwenstein (Berlin) äußerte lebhafte Bedenken gegen den Konkordatsbeschlust. Frau (Siefen (3ena) bedauerte, daß die Konkordatsverhandlungen nicht in voller Öffentlichkeit geführt würden. Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun erklärte, es handelt sich hier mehr um eine kirchenorganisatorische Angelegenheit, die mit der ganzen Religionsphilosophie und mit weltanschaulichen Fragen nichts zu tun fjat Einen Vertrag, der eine ungeheure Gefahr für das Kulturleben bedeuten würde, würde er niemals unterschreiben. Die Organisation der katholischen Kirche beruhe in Preußen auf dem vor einem Jahrhundert abgeschlossenen Verträgen. 3m 3ahre 1919 habe bereits der damalige preußische Kultusminister Haenisch der Kurie mitgeteilt, daß er Über die Aenderung des Dertragsverhältnisses zu verhandeln bereit sei. 3nzwischen kam der Abschluß des bayerischen Konkordats mit feinen Bestimmungen, die allerdings die Charakterisierung verdient hätten, die dem preußischen Konkordat hier bereits zuteil geworden sei. Cs bestand weiter die Gefahr, daß nach diesem Vorgang in Bayern versucht wurde, im Reich ein Konkordat zu schaffen und dadurch sämtliche Länder an gewisse Vorschriften zu binden. Da habe er es für zweckmäßiger gehalten, um das Zustandekommen eines Reichs konkordats unter Leitung eines Zentrumsreichskanzlers zu verhindern, in Preußen die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. Diese Verhandlungen stehen nunmehr kurz vor dem Abschluß. Lieber den 3nhalt dieses Vertrages könne er naturgemäß im jetzigen Stadium keine Mitteilungen machen. Das ist nicht Geheimdiplomatie, derartige Verträge werden niemals im Stadium der Verhandlungen der Öffentlichkeit mitgeteilt. Es wird völlig von der Kritik die Rechtslage übersehen, die Bestimmungen der Reichsvefassung über Religion und Religionsgesellschaften und damit die Tatsache, wie wenig Rechte dem Staat gegenüber den kirchlichen Organisationen noch geblieben sind. Die Kirche ist frei, hat aber die Privilegien einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft und der Staat hat nach wie vor zu bezahlen, bis durch Reichsgösetz die Ablösung geregelt wird. Mit der Aufstellung von Reichs- grundsätzen für die Ablösung ist vorläufig nicht zu rechnen. Der Sinn unserer ganzen Verhandlungen mit der Kurie war, für den Staat doch wenigstens einen Teil der Rechte zu retten, die dem Staate durch die Weimarer Defassung aus der Hand geschlagen worden sind. Wieweit das aelungen ist. wird man erst beurteilen können wenn man den 3nhalt des Vertrages vor sich hat. 3n dem Augenblick, wo wir die Ablösung durchführen können, ist der Vertrag eben gegenstandslos, denn dann ist die Kirche eine private O r ganisa- t i o n und verliert die verfa'sungsmahlgen Rechte. Mit Rachdruck stellte der Ministerpräsident fest, dah die Gefahr irgendeiner Einschränkung der staatlichen Schul- hoheitsrechte beseitigt fei. Das! Wort Schule komme in dem Vertrage überhaupt nicht vor. Die Schule sei eine Staatshoheitsangelegenheit und habe mit der Kirche nichts zu tun. (Beifall.) Reichsfinanzminister Or. Hilferdmg, betonte die Rotwendigkeit der "Beteiligung t>er Sozialdemokratie an der Regierung mi> .Interesse der Erhaltung der Demokratie: denn die Demokratie sei die Voraussetzung für die VeNvirk- lichung des Sozialismus. Der Minister wies den Vorwurf zurück, daß er nicht rechtzeitig den Emst der Fin a n zla ge g e schi l der t habe. Trotz dec ungünstigen Finanzlage sei es gelungen, in diesem Krisenjahr das L o h n Niveau zu halten und teilweise sogar zu erhöhen. Wenn es in Paris schließlich zu einer Einigung kommt, so unbefriedigend diese auch für unsere wirtschaftlichen Wünsche und Leistungen an sich fein mag, so ist damit der Weg für untere Außenpolitik wieder frei geworden, der Weg einer europäischen Verständigung und einer mter- nationalen Friedenspolitik. Daß« das ko m mende Finanzprogra mm di k tiert fern muß von sozialen Rücksichten, ist eine Selbstverständlichkeit. 3ch bin, so schloß der Minister. von der Koalitionspolitik nicht enttäuscht, weil ich für sie ja keine 3llusionen hatte. Aber ich werde auch darin recht behalten, daß nach diesen schweren 3ahren sich die Möglichkeit bieten wird, nunmehr wieder aufwärtszugehen. Rach- dem Dr. B r e i t s ch e i d im Schlußwort zu dem Anträge Aufhäuser-Sender erklärt hatte, er enthalte wertvolle Anregungen, die man der Fraktion überweisen könne, ihn zum Beschluß des Parteitages aber zu erheben, sei uner- erträglich, da der Fraktion dadurch die in der Koalition nötige Dewegungs freiheit genommen würde, wurde mit den Abstimmungen begonnen. Alle mit der Sozialversicherung und der Arbeitslos enversiche- rung sowie mit der Sozialpolitik zusammenhängenden Anträge wurden der Fraktion überwiesen, ferner die Anträge auf Erhöhung der Dersicherungspflicht der Krankenkassen. Weiter wurden an die Fraktion überwiesen Anträge auf Herabsetzung der Zölle und ein Antrag, der gegen den Abschluß von für die Arbeiter ungünstigen Handelsverträgen gerichtet ist. Ein Antrag, der grundsätzliche Unvereinbarkeit von Parlamentsmandaten und Geschäftstätigkeit unter bestimmten Bedingungen ausspricht, wurde abgelehnt. Anträge, die sich mit Pensionen befaßten, gingen an die Fraktion, ebenso Anträge über Wohnungsbau und M i e t er- schuh. Die Gruppe der Anträge, die sich mit dem Konkordat befaßte, wurde durch Lleber- gang zur Tagesordnung erledigt. Ein Antrag, der angesichts von Verurteilungen wegen Gotteslästerung eine Stellungnahme gegen das Muckertum verlangt, wurde abgelehnt. Bei dem Antrag Berlin, die Genossen in führender Stelle, besonders in den Reichs- und Länderregierungen, zu verpflichten, bei besonders wichtigen Entschlüssen zuvor Fraktion, Parteivorstand und Parteiausschutz zu hören, wurde durch Stimmenauszählung abgelehnt. Es kam dann der Antrag Aufhäuser-Sender zur Abstimmung. Gegen eine starke Minderheit wurde beschlossen, die sozialpolitischen Forderungen des Antrages der Fraktion zu überweisen: in seinem grundsätzlichen Teil wurde der Antrag abgelehnt. Angenommen wurde ein Antrag, der die Vereinheitlichung der Krankenversicherung verlangt, ferner der Antrag auf baldigen Abschluß der Handelsverträge mit Polen und Estland. Oie Parlamentswahlen in England Die ersten Teilergebnisse zeigen starke Mißerfolge der Konservativen. Oer Wahlakt. Zum ersten Male gleiches Wahlrecht der Frauen. London, 30. Mai. (WB.) Die Parlaments- Wahlen hatten diesmal einen besonderen Charakter, da die Zahl der Wähler und die Zähl der Kandidaten Rekvrdzahlen sind. 3ene Zahl beläuft sich auf 29 Millionen, diese auf 1722. Auch die Zahl der Wahlkreise, wo in allen Fällen sich d r e i Kandidaten um die Gunst der Wählerschaft bewerben, ist höher als bei den früheren Wahlen. Außerdem handelte es sich um einen sehr offenen Wahlkampf, wie er seit Menschengedenken in England nicht geführt worden ist, und zum erstenmal nahmen alle Frauen gleichberechtigt mit den Männern an den Wahlen teil, da das wahlfähige Alter jetzt für beide Geschlechter 21 3ahre beträgt. Viele Wähler haben schon um 7 Uhr früh ihre Stimmen abgegeben, auch Frauen haben sich bereits in den frühen Morgenstunden auf den Weg ge- inacht, um ihr neues Recht auszuüben. Abends vefolgten Tausende von Menschen die Wahlergebnisse, die durch elektrische Sichtzeichen auf dem Trafalgar-Platz mitgeteilt wurden. Die Gewinne der einzelnen Parteien wurden von ihren Anhängern mit tosendem Beifall ausgenommen. Oer Stand um 5 Llhr stütz. London, 31. Mai. (MTV. Funkspruch.) Die Wahltage heule früh um 5 llhr war wie folgt: Gewählt waren 77 konservative, 12 0 Arbeiter- parteUer, 14 Liberale, 5 Unabhängige. Die konservativen gewannen einen Sih, die Arbeiterpartei 57, die Liberalen 8 Sitze. Die konservativen verloren 5 2, die Arbeiterpartei 3, die Liberalen 9 Sitze, die Kommunisten 1 und die Unabhängigen 1 Sih. Das aufgelöste Unterhaus zeigte folgende Parteiverhältnisse: 390 Konservative, 155 Arbeiterpartei, 42 Liberale, 3 Unabhängige, ein Kommunist und 24 kleine Parteien. Einzelergetzniffe. Sehr knappe Mehrheit für Austen Chamberlain. London, 31. Mai. (WTB.) Wiedergewählt wurden: 3ohnsonHicks (konservativer 3nnen- minifter, dessen Mehrheit, die im 3ahre 1924 10 944 Stimmen betrug, auf 5966 Stimmen zu- rüdgegangen ist), der Arbeiterführer Arthur Henderson (dessen Mehrheit von 4465 auf 7954 Stimmen gestiegen ist), der konservative Luftfahrtminister Sir Samuel Heare (mit einer etwas erhöhten Mehrheit), der konservative Kriegsminister Worthington-Evans, der Arbeiterführer Ben Turner, der Arbeiterführer P o n s o n b h (der seine Mehrheit von 2345 auf 10 449 Stimmen erhöht hat), das bekannte Parlamentsmitglied der Arbeiterpartei und Schwiegersohn Lord Curzons, Sir Oswald Mosley. Einen liberalen Sieg stellt dar die Wahl des liberalen Führers Sir Herbert Samuel. Der Attorney General in der konservativen Regierung Sir Thomas 3nskip wurde durch eine Mehrheit von 4225 Stimmen geschlagen, ein Arbeitersieg gegen die Konservativen, da 3nskip bei den letzten Wahlen eine Mehrheit von 3159 Stimmen hatte. Wiedergewählt wurde außerdem der Arbeiterführer Tom Shaw (früherer Minister in der Arbeiterregierung). Gewählt wurde der Arbeiterkandidat Oliver Baldwin, Sohn des konservativen Premierministers Stanley Baldwin. Oliver Baldwin schlug den bisherigen konservativen Kandidaten, der bei der letzten Wahl eine Mehrheit von 825 Stimmen hatte, mit einer Mehrheit von 3043 Stimmen. Der Außenminister in der konservativen Regierung Sir Austen Chamberlain siegte in seinem Wahlkreis Birmingham West gegen den Arbeiterkandidaten mit einer Mehrheit von nur 43 Stimmen. Die Arbeiterpartei gewann nicht weniger als 4 Sitze im konservativen Bollwerk Birmingham. Das konservative Parlamentsmitglied Lady Astor wurde in seinem Wahlkreis Plymouth mit einer Mehrheit von nur 211 Stimmen wiedergewählt, während die Mehrheit 1924 5079 betrug. Oer erste Eindruck. Große Arbeitererfolge. — Verluste der Konservativen—Stagnation derLiberalen. London, 31. Mai. (MTV. Funkspruch.) Der liberale „Daily Lhronicle" nennt die Niederlagen der konservativen „erdrückend". „Time s“ unterstreicht, daß sich bisher die Hoffnungen der Liberalen nicht verwirklicht haben. Das Vlatt warnt jedoch vor dem irreführenden versuch, aus den bisher veröffentlichten rund 200 Ergebnissen Schlüsse auf das Endergebnis der Neuwahlen zu ziehen. Die bisherigen Ergebnisse beschränkten sich hauptsächlich auf die Mahlkreise, in denen die schwersten konservativen Verluste erwartet worden seien, weil sie zum größten Teil aus den Kreisen beständen, die am schwer st en unter der industriellen Depression gelitten hätten. Das Blatt erwähnt die „sehr knappe Mehrheit", die Sir Austen Lhamberlain erhalten hat und fährt fort: Die überraschendsten Merkmale der bisherigen Ergebnisse sind zweifellos der allgemeine Erfolg der Arbeiterpartei und der Schaden, den die Liberalen den Konservativen zugefügt haben, ohne ihrer eigenen Sache zu nützen. Ls ist, so bemerkt „Times", kein augenscheinliches Zeichen eines liberalen „Wiederauflebens" vorhanden. Die Liberalen haben ebenso viele Sitze verloren, wie sie gewonnen haben. Aber ihre Intervention war zweifellos verantwortlich für viele konservative Niederlagen. England und die Nheinlandräumung. Nur Wahlparole? Berlin, 31. Mai. (Prio.-Tel.) Zur gleichen Stunde wie die Einigung in Paris bekannt geworden ist, hat in der englischen Presse eine Erörterung über die Notwendigkeit der Räumung des Rheinlandes eingesetzt. Nicht nur der Manchester Guardian, der ja schon wiederholt diese Anschauung vertreten hat, auch andere liberale Blätter und sogar Organe der konservativen Partei wie die Times und die Morning-Post setzen sich plötzlich und übereinstimmend für die Rheinlandräumung ein. Diese einheitliche Erscheinung in England ist auffallend, aber sie findet zum großen Teil ihre Erklärung in ihrem zeitlichen Zusammenfallen mit dem Höhepunkt und Ende des englischen W a h l k a m p f e s. Da die Arbeiterpartei die Rheinlandräumung als eine Folge des verfehlten Friedensvertrages als Wahlparole aufgemacht hat, sind die anderen Parteien gezwungen, in ihrer Abwehr der Labour-Agitation hierauf einzugehen. Dies gilt sowohl für die Liberalen wie für die Konservativen, denn einmal wird Lloyd George als wesentlich mitverantwortlich für das Versailler Diktat von links her betämpft, während die Konservativen mit ihrer rund fünfjährigen Herrschaft für die Folge ebenfalls mit belastet werden. In dieser Konstellation ist wohl ein Teil der Ursachen für den Ruf der Rheinlandräumung auch in der englischen Rechtspresse zu suchen. Aber es handelt sich ja nicht nur um einen Wahlkampf, denn daneben spielen auch ganz reale englische Interessen eine Rolle. Nicht nur in der Arbeiterpartei werden die Kosten für die Rheinlandbesatzung als unproduktio und unnötig bezeichnet, sondern auch gerade bei den Konservativen und Liberalen spielt das traditionelle Moment der englischen Politik, d i e direkte Einmischung und Bindung an europäische Z u st ä n d e, wie sie die Rheinlandbesetzung bedeutet, auf ein Mindestmaß einzuschränken, sicherlick) eine große Rolle. So dürste auch mit dem Abschluß der englischen Wahlen, wenn auch nicht mit der gleichen Intensität wie dieser Tage, in der englischen Öffentlichkeit der Wunsch nach einer baldigen Räumung des Rheinlandes immer wieder in Erscheinung treten. Oie 12. Internationale Arbeitskonferenz in Genf. Der ehemalige Minister Brauns zum Präsidenten gewählt. Genf, 30. Mai. (W.T.D.) Die 12. 3nter- nationale Arbeitskonferenz wurde von dem langjährigen Präsidenten des Verwaltungsrats des 3nternaticnalen Arbeitsamtes, dem französischen Senator Fontaine, eröffnet. Auf Vorschlag des früheren französischen Arbeitsministers G o d a r t wählte die Konferenz den früheren Reichsarbeitsminister Dr. .Brauns durch Zuruf unter lebhaftem Beifall zu ihrem Präsidenten. Der neue Präsident dankte für die in seiner Wahl zum Ausdruck kommende Würdigung der deutschen Sozialpolitik und wies auf die langjährigen Traditionen Deutschlands im Ausbau der Arbeitsgesetzgebung hin, die es Deutschland zur heiligen Pflicht mache, auf diesem Wege fortzufahren. Dr. Brauns behandelte besonders das kollektive Arbeitsrecht, die Aufgabe einer gleichberechtigten Mitwirkung der Arbeitnehmer und Arbeitgeber an der Festsetzung der Arbeitsbedingungen und die efolgreiche Rolle der Gewerkschaften, deren Anerkennung durch Verfassung und Arbeitsrecht der bedeutsamste Wandel in der Sozialpolitik vieler Staaten fei. Die mehr als hundert Millionen Arbeitnehmer, die nach acht Stunden Tagesarbeit aus dem fremden Betriebe frei sein sollen, bedürfen einer Gelegenheit zu nützlicher und zugleich erholender Tätigkeit. Die beste Gelegenheit dazu biete d as eigene Heim, namentlich wenn es mit einem Stückchen Land oder Garten verbunden ist. Die Beseitigung der Wohnungsnot ist die unentbehrliche Voraussetzung für die große Umschichtung der europäischen Völker nach Beruf und Wohnweife. 3n dem Wohnungselend vieler großer Städte liegt die schwerste Versäumnis der Vorkriegszeit. Der Erfolg unserer Konferenzen wird um so größer sein, je mehr wir uns auf Aufgaben kon- zentrieren, die in der einzelstaatlichen Gesetzgebung vorbereitet und für eine internationale Regelung reif sind. So haben die ersten zehn 3ahre uns auf verschiedenen Gebieten praktisch vorwärts gebracht, von denen ich nur den Mutterschutz, den Arbeitsschutz von Kindern und Fraüen. die Unfall- und Krankenversicherung, die Festsetzung von Mindestlöhnen im Heim ge werbe nenne. Um den guten Willen unter den Völkern, die Grundlage aller Friedensarbeiten zu stärken, so schloß Präsident Dr. Brauns unter dem anhaltenden Beifall der Konferenz seine Rede, ist keiner Organisation geeigneter als die internationale Arbeitsorganisation. Ein Friedensprogramm der Kirchen. Berlin, 30. Mai. (WTB.) Die neugebildete Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Frieden, der von evangelischer Seite die deutsche Vereinigung des Weltbundes für Freundschaftsarbeit der Kirchen, von katholischer Seite der Friedensbund deutscher Katholiken und der jüdische Friedensbund angehören, veröffentlicht einen Aufruf, in dem es heißt, dah alle materiellen Sicherungen ohne Mitwirkung ideeller Faktoren unwirksam bleiben müssen. Bei voller Anerkennung der Pflicht zur Wahrung der nationalen Eigenart der einzelnen Völker seien die Bekenntnisse ihrer Friedensaufgabe längst bewußt geworden. Der Aufruf hebt hervor, daß der dauernde Friede auf Grund sittlicher Forderungen angestrebt werde, „nicht als Verewigung alles geschehenen, als Freibrief für alles künftige Unrecht, sondern als Verpflichtung zur Gerechtigkeit und zu gegenseitigem Vertrauen, als Ausfluß der Freundschaft und Bruderschaft der Völker". Der Aufruf ist unterzeichnet von evangelischer Seite u. a. von Professor D. Siegmund-Schultze, Direktor Dr. v. S t a u ß. Berlin, Professor Dr. Hey de, Kiel: von katholischer Seite von Prinz Max zu Sachsen, Stadtbaurat Dr. Adler und anderen: von jüdischer Seite von dem Vorsitzenden des Deutschen Rabbinerverbandes Dr. B a e ck, Professor Einstein, Oskar Wassermann. Oie neuen pariser Ziffern. Oie deutsche Auffassung. Berlin. 30. Mal. (Prioalmelbung.) Die in dem Kommunique der Reporakionssachoerskändigen angegebenen Zahlen kann man, wie wir in politischen Kreisen erfahren, auf sehr verschiedene Weise zusammenzählen und so ve r s ch i e - dene Durchschnittszahlen ausrechnen. Die Zahlen für die ganzen 58 Jahre stehen fest, dagegen ist noch nicht entschieden, wer die letzten 21 Jahre bezahlt. Kritisch ist noch der Vorbehalt des Zahlungsmoratoriums, die Freigabe des deutschen Eigentums, der Verzicht auf Kontrollpfänder, insbesondere bezüglich der Reichsbahn. Daß neben diesen Zahlen noch die Besahungskoslen besonders bezahlt werden müssen, scheint ausge- schlossen. Die Besahungskoslen waren in den Daweszahlungen enthalten und stecken auch in den Doungschen Zahlen. Uebrigens ist dies eine Frage für die Gläubigermächke, die Deutschland direkt nichts angeht. Line Bestimmung darüber, ob etwa bei der vollständigen Ablösung der beiden Pläne durch einen anderen am 1. September schon irgendwie eine Räumung in Aussicht genommen ist, dürfte wohl nicht in den Abmachungen enthalten sein. In dem Mandat der Sachverständigen ist die Bestimmung enthalten, datz sie einen Bericht an die Regierungen und an die Reparationskommission machen. Ls wird dann Aufgabe der Regierungen sein, weitere verbindliche Abmachungen über die Ausführungen zu treffen. Wenn und wo die dazu nötige Konferenz stattfinden wird, steht noch völlig dahin. Wahrscheinlich wird eine Aenderung des Reichsbankgesehes, der Bestimmungen über die Jndustrieobligationen und des Reichsbahngesehes nötig werden. Ls wird natürlich eine interne Frage bleiben, in welchem Mähe die Reichsbahn an den weiteren Leistungen beteiligt werden wird. Die Zahlungen der Reichsbahn werden dann an innere Stellen gehen. Das Reich wird mit seinem Budget den Gläubigern gegenüber haften. parlamentundpariserKonferenz. Die Opposition fordert Bericht im Auswärtigen Ausschuß. Berlin, 30. Mai. (Priv.-Tel.) Bekanntlich hatte der Reichsauhenminister die (Absicht, zu der Tagung des Völkerbundsrates Anfang Juni nach Madrid zu fahren, zumal dort die wichtige Minderheitenfrage aus Grund des Berichtes des Dreierausschusses zur Beratung steht. Wie wir erfahren, ist es indessen möglich, daß diese Dispositionen sich ändern. Denn man nimmt in parlamentarischen Kreisen an, das sich, wenn der Bericht der Sachverständigen in kurzer Zeit vorliegt, die Anwesenheit des Aeichsauhenministers in Berlin notwendig machen wird. Der Führer der Opposition, der deutschnationale Abgeordnete Graf Westarp, hat den Abgeordneten Scheidemann als Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses aufgefordert, diesen Ausschuß einzuberufen und die Pariser Verhandlungen, die Minderheitenfrage und die Abrüstungsfrage auf die Tagesordnung zu setzen. Die Opposition wünscht, daß der Reichsauhenminister seine Reise nach Madrid gegebenenfalls verschiebe, um zusammen mit dem Reichskanzler, dem Reichsfinanzminister und dem Reichswirtschaftsminister zunächst vor dem Auswärtigen Ausschuß Rede und Antwort zu stehen. Wenn auch gewisse Tendenzen vorhanden sind, eine Aussprache über das Pariser Ergebnis bis nach der Tagung des Völkerbundsrates zu verschieben, so darf man sich doch nicht darüber täuschen, daß hierdurch der innerpolitische Kampf zur großen Hitze gesteigert werden würde. Aus diesem Grunde erscheint es wahrscheinlich, daß die Regierung bald die Gelegenheit ergreifen wird, um ihren Standpunkt zu dem Pariser Ergebnis vor der Oeffentlichkeit und vor den verantwortlichen Körperschaften zu rechtfertigen. Da der Auswärtige Ausschuß am Dienstag zusammentritt, ist hierzu hinreichend Gelegenheit gegeben. Oie deutschen Vorbehalte. Weitere Ausfchußverhandlnngen mit der deutschen Delegation. Paris, 30. Mai. (WB.) Kleber den Stand der Reparationsverhandlungen berichtet Havas: Die Delegierten derGläubigermächte sind heute nachmittag unter dem Vorsitz Owen Voungs zusammengetreten und haben die Prüfung der deutschen Vorbehalte zum Abschluß gebracht. Es ist beschlossen worden, zur Erleichterung der restlosen Verständigung noch heute abend in zwei besonderen Unterausschüssen in einen kontradiktorischen Meinungsaustausch mit den deutschen Delegierten einzutreten. Man nimmt an, daß diese Diskussion ziemlich schnell gefördert werden kann, weil zwischen den verschiedenen Delegationen bereits vorher Besprechungen stattfanden. Dem Unterausschuß, der die Frage der Eisenbahnobligationen und der Organisierung der internationalen Bank bearbeiten wird, gehören an: Dr. Melchior für Deutschland, F r a n q u i für (Belgien, P i - r e l l i für Italien und Moreau für Frankreich, während Dr. Schacht und Dr. K a st l an den Arbeiten des Ausschusses teilnehmen werden, der noch heute die Frage des Aufbringungsmoratoriums behandeln wird. Die deutschen Vorbehalte betreffen die letzten 21 Annuitäten. Die Liquidierungsklausel, die Sachlieferungen und die, übrigen noch nicht geklärten Punkte werden wahrscheinlich erst morgen in Angriff genommen werden. In der Havas- meldung wird jum Schluß behauptet, daß nach einmütiger Ansicht der Delegierten der Gläubigermächte die Frage der belgischen Markforderungen noch vor dem Abschluß eines allgemeinen Abkommens geregelt werden mühte. Oer Lokaltermin im Zakubowski-Rogens-prozeß. Palingen bei Schönberg (Mecklenburg), 30. Mai. (WB.) Heute vormittag begaben sich Gericht und Angeklagte des Rogens-Prozesses sowie eine große Zahl von Pressevertretern und Pressephotographen mit Kraftwagen zum Lokaltermin nach dem Heidedorf Palingen bei Schönberg in Mecklenburg. Zunächst wurde der Heidekaten besichtigt, wo die Angeklagten Fritz Rogens, August Rogens, Frau Kähler und der ermordete Ewald Rogens gewohnt haben. Frau Kähler mußte die Prozehbeteiligten über die früheren Raumverhältnisse ins Bild setzen. Das Haus ist inzwischen umgebaut worden. Beim Anblick des links liegenden früheren Schlafzimmers der Familie Rogens brach Frau Kähler in Schluchzen aus. Das Gebäude hat früher, tote Oberstaatsanwalt Dr. Weber und Landgerichtsdirektor Peters feststellten, weit v e r - wahrloster ausgesehen als heute. Etwa 20 Meter von dem Heidekaten entfernt befindet sich der Baum, unter dem nach einer früheren, allerdings inzwischen widerrufenen Aussage des Angeklagten August Rogens der kleine Ewald erwürgt worden fein soll. Man konnte sich auch einige Meter von diesem Baum entfernt noch den Stein anfehen, auf dem der kleine Ewald kurz vor dem Mord von Blöcker gesehen und angesprochen worden war. Fräulein L ü h r, die in der Hauptverhanölung in Reu- strelih als Zeugin vernommen werden soll, zeigte dem Gericht die Straßenecke, an der Jakubowski ihr am Mordabend begegnet ist. Sie bekundete heute, daß Jakubowski, als er sie bemerkt habe, erschreckt zurückprallte und dann stehen geblieben sei. Interessant war weiter die Vernehmung des Schäfers Schade auf dem wohl einen Kilometer von Palingen entfernt liegenden Acker, wo er bald nach dem Mordtage seine Schafe gehütet hat und ein Gespräch zwi- schenJakubowski und D l ö ck e r, die in der Rähe pflügten, gehört haben will. Schade gab Heute an, daß er in etwa 50 Schritt Entfernung gehört habe, wie Jakubowski zu Blöcker sagte: „QBenn das nicht rauskommt bis Weihnachten, dann wollen wir kräftig einen trinken!" — Die Kraftwagen fuhren dann in das Dorf Palingen zurück und begaben sich nach den sogenannten »abgehauenen Tannen" auf der anderen Seite Palingens, wo die Leiche Ewalds in einem Koninchenloch versteckt worden ist. Oer Giinnesprozeß. Berlin, 29.Mai. (WB.) Heute wurde der Angeklagte De la Grosz vernommen. Er, der jetzt tschechoslowakischer Staatsbürger fei, habe sich als Holzfachmann besonders für den rumänischen Markt interessiert. Mitte September 1926, als fein Hvlzgeschäft gerade ruhte, habe ihm Leo Hirsch das Anleihegeschäft vorgetragen. Da aber Lev Hirschs Angaben sehr konfus gewesen seien, habe er abgewinkt. Darauf habe Leo Hirsch ihm spontan eine Reise nach Paris und Amsterdam offeriert, um nähere Aufklärung zu erlangen. In Paris habe er den Eindruck gewonnen, als ob das ganze Geschäft schon zwischen den bekannten Persönlichkeiten, insbesondere auch mit Eugen Hirsch, entwirrt sei und daß nur noch «in kleines Glied an der Kette fehle, nämlich der rumänische Vertrauensmann. Er hätte damals noch nicht gewußt, daß das deutsche Anleiheablösungsgesetz keine Vorsichtsmaßnahmen getroffen habe, um die Anmeldungen zu kontrollieren. (Nachdem er das erfahren habe, hätte er es durchaus für möglich gehalten, daß rumänische Danken, wobei et die Betonung auf das Wort Danken legen wolle, auch Reubesitz als Altbesitz anmelden könnten. Er hätte das um so weniger für unmöglich gehalten, nachdem er bestimmte Erfahrungen mit (Berliner Danken, über die er später noch sprechen wolle, gemacht habe. Weiterverhandlung Samstag. Oer Reichspräsident an die sächsische Regierung. Derlin, 30. Mai. (WD.) Der HerrReichs- Präsident hat auf das ihm von der sächsischen Etaatsregierung aus Anlaß derTau- fendjahrfeier der Stadt Meißen übermittelte Degrühungstelegramm wie folgt geantwortet: »Für die mir aus Anlaß der Tausendjahrfeier der Burg und Stadt Meißen übermittelten freundlichen Grüße sage ich Ihnen, Herr Ministerpräsident, und der sächsischen Staatsregierung meinen aufrichtigen Dank. An diesem für das Land Sachsen so bedeutsamen Erinnerungstage gedenke ich der rühm- und schick- salsreichen Vergangenheit des Landes und wünsche von ganzem Herzen, daß ihm nach den schweren Kriegs- und Rachkriegsjahren nun eine Zukunft ruhiger und friedliche rW e i- terenttoicklung beschieden sei, die die Wunden der Vergangenheit heilen und die arbeitsame sächsische (Bevölkerung zu neuem Ausstieg und zu Wohlfahrt führen möge. Mit besten Grüßen (gez.) von Hindenburg, Reichspräsident." Oer Lohnkonflikt bei der Reichsbahn. Derlin, 30. Juni. (WD.) Die offiziellen Erklärungen der Tarifparteien zu dem im Lohnstreit bei der Reichsbahn gefällten Schiedsspruch sind heute im Reichsarbeitsministerium abgegeben worden. Wie bereits angekündigt, haben die Gewerkschaften der Lohnregelung zugestimmt, während die Reichsbahn in Verfolg des Derwaltungsratsbeschlusses ihre Ablehnung des Schiedsspruches zum Ausdruck gebracht hat. Der zu erwartende Antrag der Reichsbahnvrganisationen auf Verbindlichkeitserklärung dürfte kaum vor Anfang der kommenden Woche gestellt werden, da zunächst noch eine Verständigung der beteiligten Verbände untereinander erfolgen muh. Die Polarflüge des „Graf Zeppelin". In (Bergen ist Professor Sverdrup, der mit Frithjof Raufen an dem Rordpolflug des »Graf Zeppelin" teilnehmen wird, von einer in Derlin abgehaltenen Konferenz über denFlug zurückgekehrt. Lieber das Ergebnis der Konferenz teilte der Professor u. a. mit, daß der Flug im April 1 9 3 0 durchgeführt werde. Raufens neue Vorschläge für die Expedition hätten einstimmige Zustimmung gefunden. Danach wird Fair- b auks statt Rom« bie Flrrgbasis auf Deutscher Philologentag in Wien. lieber den Deutschen Philologentag in Wien erhalten mir von der zuständigen Pressestelle des Hessischen Philologenoereins in Worms erst heute einen Bericht, dem mir folgendes entnehmen: Der XI. Verbandstag des Deutschen Philologenverbandes, der mit der vorbedachten Absicht, ihn zu einer eindrucksvollen Kundgebung für den Gedanken der großdeutschen Kulturgemeinschaft zu erheben, nach Wien verlegt morden mar, nahm vom 23. bis 24. Mai unter stärkster Beteiligung der deutschen und österreichischen Philologen und unter interessierter Anteilnahme der Behörden der beiden Länder und der Wiener Oeffentlichkeit einen außerordentlich eindrucksvollen Verlauf. Der Begrüßungsabend zeigte die innere Verbundenheit der Erzieher diesseits und jenseits der Grenzpfähle. Aus allen Ansprachen klang das offene Bekenntnis zur kulturellen und Schicksalsgemeinschast Deutschlands und Oesterreichs und darüber hinaus die Sehnsucht nach der politischen Vereinigung. Diese Stimmung erreichte ihren weihevollen Höhepunkt, als nach Gesangsdar- bietungen des Wiener Schubertchores die mehrtau» endköpfige Versammlung deutscher und österreichi- cher Männer und Frauen das Deutschlandlied an- timmte. Auf den gleichen Ton mar die die Tagung abschließende öffentliche Kundgebung am Samstag e ngestellt. Oberstudiendirektor Dr. Maier (Köln) zeichnete in einer zündenden Rede die großdeutsche Geschichte in den großen Linien ihrer Entwicklung; Landesschulrat Dr. Benda (Wien) behandelte die trotz aller Stammesunterschiede vorhandene Einheit der deutschen Kultur, und der auf der Tagung ge- rnählte neue erste Vorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Oberstudiendirektor Dr. Lehrend (Berlin), legte die Forderungen dar, die an eine deutsch« Kulturpolitik zu stellen seien. Zrnischen diesen beiden Veranstaltungen fanden Empfänge der Vertreter der deutschen Philo- logenschaft beim deutschen Gesandten, beim österreichischen Kultusminister und beim Bürgermeister der Stadt Wien foroie die geschäftlichen Sitzungen statt. Diese standen zunächst im Zeichen des Jubiläums, da» der 1904 in Darmstadt gegründete Verband in diesem Jahr begehen kann. Die Verdienste des auf der Tagung anmesenden Gründers des Verbandes, Staatsrats Block (Darmstadt), mürben dabei besonders gefeiert. Ihm zu Ehren und als Ausdruck der Fürsorge um das deutsche Auslandschul- mefen beschloß der Verbandstag die Errichtung einer „Rudolf-Block-Stiftung", deren Ertrag zur Unterstützung der deutschen Auslandschulen dienen soll. Die deutschen Auslandschulen selbst maren auf der Tagung durch Philologen aus Polen, Estland, Lettland, Rumänien ufro. vertreten. Zu den derzeitigen Fragen der Schulpolitik nahm der Verbandstag in einer Reihe von Entschließungen Stellung, die meist einstimmige Annahme fanden. So fordert der Verband nach Vereinbarung mit dem Verband der deutschen Hochschulen bei der Vor- und Ausbildung der Philologen eine starke Betonung des missenschaft- lichen Fachstudiums. Der Verband mird in Verbindung mit den Hochschulen jeden Versuch einer Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Vor- und Ausbildung der Philologen bekämpfen und lehnt eine völlige oder begrenzte Ausbildung an pädagogischen Akademien grundsätzlich und entschieden ab. Der Verbandstag trat mit Nachdruck allen übertreiben- den und unkritischen Behauptungen von einer ungesunden Ausdehnung der höheren Schule und von einer Minderung ihrer Leistungshöhe entgegen und hält an dem neunjährigen Lehrgang der höheren Schule unverrückbar fest. Er mandte sich gegen die unhaltbare Vielgestaltigkeit des deutschen höheren Schulmesens und forderte zur Vereinyeitlichung der allzu großen Mannigfaltigkeit ein Reichsrahmengesetz mit einer einheitlichen Festsetzung der Sprachenfolge, mobei sich die Mehrheit des Verbandstags für Englisch als erste Fremdsprache entschied. Der Verbandstag äußerte sich ferner zum Kampf um das sogenannte Berechtigungsmesen, das ein Kennzeichen der schmeren wirtschaftlichen Lage Deutschlands ist. Das Berechtigungsproblem stellt sich bei tieferer Betrachtung seiner Ursachen als Zmeig des großen auf unsere Kapitalknappheit und Produktions- und Ab- satzfchmierigkeit zurückzuführenden Arbeitslosen- problems dar. Nur eine Besserung der mirtschaftlichen Notlage mird infolgedessen eine Reform des Berechtigungs- mefens herbeiführen können. Der Deutsche Philo- lvgen-Verein betont aber, daß der Druck des Be- rechtigungsmesens nicht den Charakter der höheren Schule als Leistungsschule gefährden dürfe und daß infolgedessen eine ft raffe Schülerauslese zu erstreben fei. Der Verband besprach meiter das von den Universitätsprofessoren Stern (Hamburg) und Hoffmann (Leipzig) erstattete Gutachten über Sittlichkeitsvergehen an höheren Schulen. Er vermährt sich entschieden gegen das völlig falsche Bild, das in diesem Gutachten von der Erziehungsarbeit der höheren Schule gegeben mird, und sieht in dem Gutachten keine geeignete Grundlage für eine die Sache fördernde Aussprache über das Problem der Sexualpädagogik. — Zum Schluß protestierte der Verbandstag feierlich gegen bie untragbaren Tributlasten, die unsere Kriegsgegner uns auferlegen, meil ihre Auswirkung die der Erhaltung der Bildungshöhe des deutschen Volkes dienenden Einrichtungen fchmer schädigen muß. Ein Volk, das in so hervor- ragendem Maße mie das deutsche Volk an der Kultur der Menschheit mitgearbeitet hat, kann mit Recht den Anspruch erheben, daß es nicht von ihren Segnungen und Fortschritten ausgeschlossen und in feiner Kultur für Generationen zurückgeworfen merde. Genau so unterstrich der Verbandstag noch einmal eine von dem Vorstand des Deutschen Philologen-Vereins gefaßte Entschließung gegen bie Kriegsschuld lüge. Alaska fein und der Start von Rord- norwegen aus erfolgen. Der endgültige (Be- schluh wird jedoch nicht vor Anfang 1930 getroffen werden. Es wird aber alles klar gemacht werden, so datz di» Ankermast« auf Alaska und in Rordnorwegen im Laufe von drei bis vier Monaten errichtet werden können. Hauptaufgabe der Expedition wird nach den letzten Vorschlägen LansenS dl« Festlegung der Grenze, des tiefen Polarmeeres sein. Man tokkl auch versuchen, die Ausdehnung vo, R o r d l a n b festzustellen, was Robile bekanntlich nicht gelungen ist. Eine weitere Hauptaufgabe gilt der Feststellung, ob das Luftschiff in der Arktis landen könne. Zu diesem Zweck sollen mehrere Landungsversuche durchgeführt werden. Auf dem ersten Flug will man von Rordnorwegen bie amerikanische Küste anfliegen und auf dem Rückflug her Küste ©i- biriens folgen, die photographisch festgelegt werden soll. Auf diesen beiden pflügen soll dcH Polargebiet nicht berührt werden. Diesem Zh-Wf wird vielmehr ein besonderer Flug von Fair- banks nach dem Zentralpolarmeer gelten. Die gesamte Expedition soll drei Wochen dauern. An dem Flug werden für Rorwegen (Hänfen und Sverdrup sowie einige Wissenschaftler aus fremden Ländern teilnehmen. Aus aller Welt. Schweres Erdbeben in Argentinien. 2n den Provinzen Mendoza, San Luis und Cordoba wurden heftige Erdstöße verspürt. Der Telegraphen- und Telephonverkehr wurde unterbrochen. Das Dorf Billatuel wurde zur Hälfte zerstört. 2 0 Personen kamen ums Leben. Die Zahl der Verletzten ist noch nicht zu übersehen. Zahlreiche Häuser gerieten in Brand und wurden zerstört. Eine Brücke stürzt« ein. Die Schulen mußten wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Auch in der Ortschaft Las Malvinas wurden zahlreiche Häuser zerstört und viele Personen verletzt. Eine Hilfsaktion ist eingeleitet worden. hihe in Reuyork. Eine ungeheure Hihe in LI. S. A. dauert an. In Reuyork erlagen ihr vier Personen, neun ertranken beim Baden. In B o st o n starben fünf Personen am Sonnenstich und vier ertranken. verschwundene Habsburger-Juwelen in Marokko wieder aufgetaucht. Der 1925 in Wien entwendete Schatz der Habsburger, bestehend aus einem Diadem mit Diamanten und Perlen besetzt und einem mehrer« schwarze Perlen enthaltenden Halsband ist von einem Italiener, der offenbar einer internationalen Diebesbande angehört, einem Händler in Safi zum Kauf angeboten worden. Dieser benachrichtigte die Polizei, die den Italiener fest- nahm. Die Schmuckstücke, deren Wert auf neun Millionen Franken angegeben wird, wurden beschlagnahmt. Der Verhaftete will nur Mittelsmann gewesen sein. Oie Wetterlage. Bi/ziHns. 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Die geschilderten Krankheilserscheinungen werden in erster Linie durch die Pollen blühender Gräser und Getreide ausgelöst. Bei Personen, die gegen das Eiweiß der Pollen eine sogenannte „Uebcrempf'.ndlichkeit" besitzen, wirkt das Polleneiweiß wie ein Gift, das durch Aase und Mund eindringend, in die Dlutbahn gelangt und den gesamten Organismus in Mitleidenschaft zieht. Der Beweis für die Nichtigkeit dieser Behauptung ist einwandfrei erbracht. Man kann bei solchen „überempfindlichen" Menschen durch Einspritzung von Pollenextrakt jederzeit typische Heufiebererscheinungen Hervorrufen. Die Feststellung dieser Tatsache hat zudem eine recht wirksame Behandlungsmethode der Krankheit nach sich gezogen, die aktive Immunisierung! Das heißt, es werden steigende Dosen des Pollengiftes rechtzeitig — Ende Februar, Anfang März beginnend — eingespritzt: der Körper bildet Schuhstoffe, und wenn im Juni die Pollen den Organismus bedrohen, sind schon genügend Gegengifte vorhanden, um das Pollengift unschädlich zu machen, oder wenigstens seine Auswirkungen hcrabzuniindern. Etwa 1,5 Dutzend Pollenarten sind es, die bei uns vorwiegend als Ursache des Heufiebers in Frage kommen. Es muß also vor Beginn der Immunisierungs-Behandlung ermittelt werden, werden, welche Pollensorten im einzelnen Falle eine Volle spielen. Zu diesem Zwecke werden fabrikmäßig die Extrakte aus den verbreitetsten Pollenarten hergestellt: mit einer Impslanzette werden schmerzlose, ganz oberflächliche, kleine Hautdurchtrennungen vorgenommen, in die die Pollenextrakte hineingeträufelt werden. Dort, wo sich nach einer viertel bis einer halben Stunde rosarote Quaddeln bilden, besteht eine ilebcr- empfindlichkeit gegen die jeweilige Pollenart. Meist kommen mehr Pollensorten in Betracht, deren käufliche Extrakte nun steigend in Ab- 0.95 0.58 2.50 0.68 0.68 Waschschüsseln m. Napf 0.68 Nudel pfannen............0.35 Brotkörbe, verseh. Färb. 0.78 Bazarwanne, 36 cm......1.10 Kasserole, 14 cm..........0.75 Fleischt., m. Deck.. • 1.25, 0.68 Schürzen0,ST Hemdenzephir echtfarbige Qualität verschied. 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Immerhin dürfte sich mit Rücksicht auf die Heftigkeit der Beschwerden einerseits und auf die verhältnismäßig einfache Kur andererseits ein Versuch mit der aktiven Immunisierungsbehandlung des Heufiebers lohnen. Im übrigen wird auch über gewisse Erfolge bezüglich der Herabsetzung der Störungen berichtet, wenn mit den Einspritzungen erst zur Zeit der Gräserblute selbst begonnen wird. Hessischer Städietag in Gießen. Der Hessische Städtetag, dem die hessischen Städte mit Städteordnung angehören, hält am 7. Iunl erstmals in Gießen unter der Leitung seines neuen Vorsitzenden, Oberbürgermeister Dr. Keller (Gießen), eine Tagung ab. Der Städtetag wird sich mit verschiedenen aktuellen Fragen der Städte beschäftigen. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Am Teetisch", 20 bis 22 Uhr. — Deutscher Bund für christliche Erziehung in Haus und Schule: „Familienabend", 20 Uhr, im Johannessaal. — Gießener Studentenhilfe: Oeffentlicher Vortrag „Der Studentenhausgedanke , 20.30 Uhr in der Neuen Aula der Universität. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Weiberkrieg": 22.45 Uhr Nachtvorstellung „Das Mysterium der Liebe". Frottier-H’tücher ganz besonders vorteilhafte Qual. 1.95.1.50,0.95 Badetücher große Auswahl, besond. preiswert.. 145X180, 6.45 Kopfkissen gestickt, gebogt und m. Einsätzen 2.65, 160 Bettücher H±th u. halblein. Qualität 4.50, Landhausgardin. aus kar. Etamine, mit n Rüsche u. Einsatz Meter II «II 0.95, 0.75, U.UO Damen-Wäsche Damenhemden in vielen H QIK Aust. Stück 2.90,1.90.1.45, ViöU Nachthemden, Hemdhosen besonders preiswert Kinder-Strümpfe Kniestriimpfe u.Söckch. II A*1 in vielen Ausf. 1.25, 0.85, Ua*Tfc Kunsts.D.-Wäsche Schlupfhosen in verseh. Farben.................. 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Am kommenden Sonntag, 2. Juni, findet der zweite pflanzenkundliche Ausflug in das Biebertal statt. Da im Biebertal manche seltene Pflanze vorkommt, die man in der anderen Umgebung Gießens vergeblich sucht, dürfte dieser Ausflug von besonderem Interesse sein. Die Teilnahme ist unentgeltlich. Näheres siehe heutige Anzeige. Erste Stahlhel rn-Reichs-Ziel- fahrt 1929. Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, veranstaltet anläßlich seiner großen Münchener Tagung am nächsten Sonntag eine Reichs - Zielfahrt seiner Kraftfahrstaffeln nach München, die mit einem Aufmarsch am nächsten Sonntag ausklingen soll. Auf dieser Fahrt werden heute im Laufe des Tages zahlreiche Kraftwagen der Neben-Marschstrecke IVa von Emden über Osnabrück, Lippstadt, Marburg, Gießen weiter nach Aschaffenburg, Würzburg, München unsere Stadt passieren. Die hiesigen Teilnehmer an dieser Fahrt-Veranstaltung haben heute früh unsere Stadt in Kraftwagen verlassen. Auf dem Wege zu der großen Stahlhelmtagung werden heute auch eine Anzahl Sonderzüge aus dem Nheinland und Westfalen unseren Bahnhof passieren. ** I m Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, sieht man zur Zeit außer einem Sportfilm (mit viel Eifersucht und Liebe), in welchem Lil Da- g o v e r die erste Violine spielt — eine sehr lustig inszenierte und munter abrollende Derkurbelung der berühmten „K r e u z l s ch r e i b e r" von Anzengruber. Hier hat die ebenso hübsche wie ausdrucksvolle Liane Haid (Gelbhoferin) die weibliche Hauptrolle und ist — obwohl sie für eine richtige Bäuerin viel zu zart und städtisch wirkt — wahrhaftig allerliebst anzusehen. Unter der einfallsreichen und filmisch wirksamen Regie von Franz Seitz machen sich ferner Fritz Kämpers, Lotte L o r r i n g , Hans Albrecht und Josef Eichheiin vorteilhaft bemerkbar. Das Programm verdient um dieses Lustspiels willen, das hier unter dem vielversprechenden Titel „D e r ** Rückkehr in d ie Garnison. Unser I. Bataillon Jnf.-Regt. 15 trifft nach etwa sechswöchiger Abwesenheit, vom Truppenübungsplatz Ohrdruf kommend, heute um 17.31 Uhr wieder auf dem hiesigen Bahnhof ein. Der Zug wird im Oberhessischen Bahnhof ankommen und an der Frankfurter Rampe entladen werden, so daß der Marsch der Truppen durch die Stadt etwa gegen 18 Uhr zu erwarten ist. Das Bataillon marschiert unter Führung des Bataillonskommandeurs, Majors L ü t e r s , durch die Frankfurter Straße, Südanlage, Kaiserallee, Licher Straße nach der Neuen Kaserne. ** Personalien. Ernannt wurden: der prob. Diplomlehrer Dr. Jakob L u h zu Großen- Linden zum Diplomlehrer an der Fortbildungsschule zu Großen-Linden und Umgebung mit Wirkung vorn Tage des Dienstantritts an; der prov. Gewerbelehrer an der gewerblichen Ab- Aluminium Fleischtöpfe, m. Deck. Maschinentöpfe, 12 cm A PQ Omelettpfannen......II HQ Kasserolen............v,ww Fleischtöpfe, mit Deckel 2.65, 2.25, 1.75, 1.45 Literatur C133 kostenlos .©laooföt'-Verkaufsslelle: W. 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Ullstein-Schnittmuster Ullstein-Alben auf den Namen Mar- Walther, Daubringen; auf den Namen Gustav Lang-Göns; auf den Namen Hein- laschen. Gießen, den 30. Mai 1929. Hessisches Amtsgericht. Sonntag. 2.3unl 1929 Ausflug nack Tianadurg- (tirciicnftcin. Treffpunkt Ubr» Bahnhof. Hinsabr t nach Braunfels. Nllckfabrt nach Katzen furt. Alle Mitglieder ladet herzlich ein der Vorstand. Samstag, ö. 1.3unl: Monats- versammlung im Hotel übler. Samstag, o. 15.3uni: Herrenabend im VcrcinölokaL Um zahlreiches Er» scheinen btitet ««»0 der Vorstand. 48/7 D madnenereln Gleheo Am 1. Juni 1929 Monats- verfammlung im Eiienbabnhotcl Hovfeld. Vollzähliges Er» scheinen erwünscht der Vorstand. wurde am 25. Mai im Städtischen Krankenhaus zu Frankfurt a. M. von seinem qualvollen Leiden erlöst In tiefer Trauer: Emmy Stein geb. Hanstein Ilse Kalbfleisch geb. Stein Dr. Willi Kalbfleisch, Amtsgerichtsrat. samilienbauses. Qberfeknnda-Reife Schrtftl. Angebote Bedingung. unter strengster Dis-1 Schrlftl. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Blumenspenden beim Heim gange meiner lieben Frau, sowie dem Herrn Pfarrer Knieper für die wohltuenden Worte am Grabe, der 50er Vereinigung, dem Gastwirteverein, dem Radklub Teutonia, der Burschenschaft Frohsinn und demWander- klub sage ich hiermit meinen herzlichsten Dank. Eduard Moos, Land- und Gastwirt 2 Garagen mit Waschgelegen- beit und bequemer Ein- und Ausfahrt za vermieten. Alb. Krcnzer, Reparatur ■ Werk- ftäite, Frankfurter Strahe 82. [4848D Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die Kranzspenden bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen, des Bergverwalters a. D. Karl Schlaudraff sagen wir hiermit allen herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Luise Schlaudraff und Kinder auffMtetime Folgende Einlagebücher der Bejirfs- fparkasse Gießen sind abhanden gekommen: 4850D Zur Ausstellung am 1.-16. Juni „Ter Mensch" sind Vor- zugslarlen zu 40 Pf. nut der Geschäftsstelle au haben. Der Besuch wird sedein cntufoblcn. 4833 D Wir empfehlen in besonders großer Auswahl: Fonlard-Seiden, letzte E Ert Neuheit., p. m 6.50,6.00, UeUU Woll-Monseellne, allerneueste, Hotte Druck- Q fifi muster, p. m 3.80, 3.60, U»ÜU Voll-Volle, reizende. neue Druck- Dessins, A QE p. m.........3.00, 2.80, 1.33 Tolle de »ole, glatt und A Cß gestreift, p. m 6.50,5.20, *t.UU GröstereS industrielles Werk in (Siesten sucht Atim 1. Jult d. I. für das kaufm. Büro einen Lehrling. CarlNowack Gießen, Seltersweg 85 4855A Todesanzeige. Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten was man hat muß scheiden. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern abend 8 Uhr meine innigstgeliebte Frau, meinen treuen Kameraden, unsere herzens- guteTochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin undTante Fm Marie Siegel ÄHeideltah nach schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden zu sich zu rufen. 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Frankenau gegen „K u r h e s s e n" Marburg. Frankenau gewann knapp mit 22:19 Punkten, während bei Halbzeit Marburg mit 11:9 führte. 3m ersten Treffen der Rückrunde traten sich Friedberg und Marburg gegenüber. Es war ein gleichwertiges Spiel, in dem Marburg in der letzten Halbzeit etwas im Dorteil lag. Dei Seitenwechsel führte „Kurhessen" mit 14:13. Friedberg holte jedoch in der zweiten Halbzeit auf und konnte knapp mit 30:2c gewinnen. Dei dem Spiel der Gießener 1846er gegen Frankenau merkte man bald, daß Gießen nicht die Form vom Vorspielsonntag hatte. Den Gießenern fehlte zu Beginn das Zusammenspiel und sie lagen bei Halbzeit mit 11:12 im Hintertreffen. Rach Seitenwechsel wurden die 1846er aber bedeutend besser; sie holten Punkt für Punkt auf und konnten die Frankenauer, die zum Schluß ganz auseinanderfielen, hoch 31:22 schlagen. Das nächste Spiel, das Friedberg und Frankenau xusammcnführte, zeigte den seitherigen Gaumeisler in bester Verfassung. Frankenau hatte während des ganzen Spiels fast nichts zu bestellen und muhte mit 28:19 (Halbzeit 16:6) eine empfindliche Riederlage hinnehmen. So angenehm Tv. 1846 Gießen bei der Dorrunde überrascht hatte, indem er seinen langjährigen Faustbcllrivalen Friedbergei wand- frei besiegte, so bitter war die Enttäui^-ung, die er seinen Anhängern bei der Rückrunde bereitete. 3m Spiel gegen Marburg mußte sich die Gießener Fünf vor den Marburger Akademikern beugen und mit dem Spielverlust die Aussicht auf die Gaumeisterschaft schon etwas zurückstellen. Marburg führte bei Halbzeit 14:13; Gießen holte jedoch bei Seitenwechsel auf und hatte die besten Aussichten, die Punkte dieses 'Spiels für sich zu retten. Kurz vor Schlußpfiff leisteten sich die 1846er aber noch kurz hintereinander drei grobe Schnitzer, so daß „Kurhessen" mit zwei Punkten Vorsprung einen glücklichen Sieg erringen konnte. Das Spiel endete 25:23 für Marburg, das durch diesen Erfolg erreichte, daß es nicht punktlos aus den Meisterschaftsspielen hervorzugehen brauchte. 3m Treffen Marburg gegen Frankenau wurde ein schön ausgeglichenes Faustballspiel geboten. Man sah beide Mannschaften abwechselnd in Führung. Frankenau entschied den Kampf mit 22:19 Punkten (Halbzeit 11:9 für Marburg) für sich. Mit Spannung erwartete man das Schluhspiel, das Friedberg und Gießen als Gegner sah. Trotz des Punktverlustes im Kampfe gegen Marburg bestand für die Gießener 1846er noch Wettlaus um Lllmor. Roman von Senta Neckel. Copyright bei Greiner & Co., Berlin NW 6. 10 Fortsetzung Nachdruck verboten. Er sah zwei große, flackernde Augen, die wie int Fieber sich in die seinen bohrten, er sah den schmalen rassigen Knabenko^f, irgendwie kam ihm das Gesicht vertraut und lieb vor. „Wollen Sie mit mir spielen," fragte er liebenswürdig. Die Sache machte ihm Spaß, er spielte gern mit Partnern, die das Spiel ernst nahmen, und der gut aussehende junge Mann nahm anscheinend das Spiel sehr ernst. Ellinor setzte sich. „Wie hoch?" fragte sie kalt. George schaute sein Gegenüber amüsiert an. Der Junge war ja kolossal bei der Sache. Cs reizte ihn, etwas ganz Tolles zu tun. „1000 Dollar", sagte er plötzlich. 'Ellinor verzog keine Miene. „Zweitausend!" „Ditte", sagte Ellinor ruhig. Die Umstehenden drängten näher. Hier gab es eine Sensation! George wurde gereizt. „Dreitausend!" . . Riemand spielte mehr. Alles drängte ßch m dichtem Kreis um die beiden. An den verschiedenen Türen und Portieren des Spielsaals hoben sich die Diener auf die Zehenspitzen und verfolgten atemlos die Vorgänge. „Viertausend!" Eine Frau stieß einen kleinen Schrei aus. Worte schwirrten hin und her. Man sah mit brennendem 3nteresse auf diesen Wettstreit, dessen tiefen Sinn keiner von den Anwesenden ahnte. „Es geht um meine Liebe," dachte George. „3ch spiele um meine und seine Liebe", dachte Ellinor. „Fünftausend!" Ellinor lächelte. Sie verzog spöttisch die Lippen. „Ditte, fünftausend!" Irgendeine Macht zwang George, sein Gebot zu erhöhen. Er hatte sich in eine Wut gebissen, die er selber nicht verstand. Dieses Bürschchen, das da mit so ruhiger Miene ihm gegenüber sah und zu seinen wahnsinnigen Geboten nur spöttisch die Lippen verzog, erregte ihn in ungeheurem Maße. Eine Frau in hauchdünnem Seidenkleid, mit einer Reihe schimmernder Perlen um den Hals, sah Ellinor verliebt and sagte halblaut: „Dravo!" 3n schnellen Sprüngen fegte ein älterer Herr durch den Saal und grub seine zitternde Hand in Mabels schwellenden Arm. die Möglichkeit, Gaumeister zu werden. Aber in der ersten Halbzeit war Gießens Mannschaft gar nicht in Form; sie spielte ziemlich ungenau und unsicher, wodurch es den Friedbergern, die mit der größten Ruhe arbeiteten, ermöglicht wurde, bei Halbzeit einen Vorsprung von sieben Punkten zu buchen. Alle Anstrengungen der 1846er, nach Seitenwechsel den Punlteverlust aufzuholen, scheiterten an dem starken SiegeS- willen Friedbergs, das auf Grund seiner langjährigen Faustballerfahrung den Vorsprung zu halten verstand. Friedberg zeigte sich als die beständigste Mannschaft und hat den Sieg, der mit 28:21 (15: 8) endete, verdient errungen. Aachstehend bringen wir den Schlußstand der Tabelle: Spiele gew. unentsch. verl. Pkte. 5 6 0 nunmehrige Tgm. Friedberg, meister, hat damit die G aumeisterschaft von 6 6 6 5 4 2 0 0 0 1 2 4 10 8 4 Tgm. Friedberg Tv. 1846 Gießen Tv. Frankenau Akad. Tv. „Kur- Hessen" Marburg 1 der 2 Gau- neuem behauptet und den Gau Hessen demnächst bei den Gaugruppenspielen in größerem Verband zu vertreten. Die Dezirksmeister des 3. Bezirks (Ridda) und des 4. D^irks (Schlitz) sind durch Richtantreten aus der Gauklasse ausgeschieden; sie steigen in die Bezirksklasse ab. > Die Spiele um die DezirksmeistersHafte n, zu denen die Vereine der Gauklasse natürlich nicht antreten können, finden im Rachsommer in den sechs Bezirken des Gaues statt. Die dabei ermittelten Bezirksmeister stehen sich bei dem voraussichtlich am 8. September in Gießen statt- sinkenden Gauspieltag gegenüber. Die beiden Besten der Bezirksklasse steigen in die Gauklasse auf und tragen dann zusammen mit den vier Vereinen der obigen Tabelle übers 3ahr die nächste Gaumeisterschaft aus. S.Bundesturntag desA.O.T. Zum sechsten Male waren am Samstag und Sonntag in Mülheim (Ruhr) die Vertreter der Verbände DHeinland-Westfalen, Südwestdeutscher Turnverband (Hessen), zu dem auch der Turn- gau Lahn-Dünsberg gehört, und Schwäbischer Turn- und Spielverband (Württemberg) mit dem Bundesvorstand versammelt, um den alljährlichen Dundesturntag zu begehen. Samstag nachmittag besichtigten die Teilnehmer zunächst unter fachkundiger Führung das Rathaus und die Stadthalle in Mülheim. Der Samstagabend vereinte die Teilnehmer im kleinen Saal der Stadthalle. Der 1. Bundesvorsitzende Architekt Scher» r i e b l e (Oberehlingen, Württemberg- eröffnete am Sonntagmorgen im Dereinshaus den 6. Du n- desturntag. Die ersten Punkte, Feststellung der stimmberechtigten Vertreter usw., erfolgte sehr schnell, dann nahmen die Jahresberichte einen breiten Raum ein. Der Turnbericht berichtet von einer ausgezeichneten Gleichmäßigkeit, er zählt die Veranstaltungen und ihre Auswirkun» gen auf. Der Bundesjugendwart berichtet von einem stetigen Steigen der Zahl der Zugendlichen. Der Sportwart hat aus der Leichtathletik über stetig sich verbessernde Leistungen ziu berichten, aber auch, was viel wertvoller erscheint, von dem großen Durchschnitt, also wirksame Arbeit in die Breite. Glänzend ist auch wieder der Spielbericht, der von einem besonderen Aufschwung im Handball berichtet. Den besten De- „Was geschieht hier?" fragte er atemlos. Mabel schüttelte den Fremden widerwillig ab, dieser aber begann mit Knien und Ellbogen sich seinen Weg durch die wogende Menge zu bahnen. „George, sei vernünftig!" flüsterte Bobby Carlton erregt; er kannte den Freund nicht wieder. George öffnete und schloß krampfhaft die Fäuste. „Achttausend!" sagte er plötzlich. Ein Raunen ging durch die Zuschauer. 3eht würde der andere doch passen. Der alte Herr, der sich bis zur vordersten Reihenfolge vorgedrängt hatte, rechnete ganz laut: „Achttausend Dollar sind beim heutigen Kurs ..." Riemand achtete auf ihn. Ellinor lächelte ihr Gegenüber an. „Sie vertrauen auf 3hr Glück oder Unglück in der Liebe, mein Herr, gut, ich nehme an. Haben Sie noch etwas zu sagen?" Ein Taumel hatte George gepackt. Warum sprach dieser Zunge von seiner Liebe, warum quälte er ihn? Die Augen seines Partners schimmerten grünlich blau, und diese Augen brachten ihn um die letzte Besinnung. „Zwanzigtausend!" keuchte er. Totenstille folgte dem Angebot. „Zwanzigtausend werden gespielt!" sagte Ellinor so ruhig, als habe es sich eben um den Betrag eines Dollars gehandelt. George verteilte die Karten. Gierig hingen Dutzende von Augen an den kleinen Blättern. Zwanzigtausend Dollar standen auf dem Spiel! George deckte die Karten auf. „Verloren!" sagte er und erhob sich ein wenig taumelnd. „Za, verloren — aber Dafür haben Sie nun Glück in der Liebel" George lächelte etwas krampfhaft: „Wir wollen es hoffen!" Er zog ein Scheckbuch und stellte einen Scheck über zwanzigtausend Dollar aus. Mit einer liebenswürdigen Verbeugung reichte er ihn Ellinor herüber. Einen Moment lang berührten sich ihre Hände. Ellinor durchzuckte es wie ein Schlag. Sie faltete den Scheck zusammen, stand auf, und sah sich suchend um. Mit festen Schritten ging sie zu einer Sammelbüchse für irgendeinen wohltätigen Zweck, wie man sie in jedem Spielsaal findet. Sie warf den zusammengefalteten Scheck hinein und ohne sich um die verdutzten Gesichter der anderen zu kümmern, verließ sie mit der sprachlosen Mabel den Saal. „Warum hast du das getan?“ fuhr Bobby George an, der wie geistesabwesend hinter dem jungen Mann herschaute, der sich eben in der Tür noch einmal nach ihm umschaute. richt gab der Dundesfrauenwart. Das Frauenturnen, wie es unter den heutigen Gesichtspunkten aufgezogen werden muß, werde im ADT. restlos befolgt, wenngleich natürlich nicht verkannt werde, daß das gesteckte Ziel noch nicht erreicht ist. Heber die Pressearbeit des Bundes kann nicht viel berichtet werden, da bisher diese Arbeit den Verbänden oblag. — Die Anträge drehten sich im wesentlichen um die Steuererhöhung, die sich jedoch nur in einem kleinen Betrag auswirkt, der restlos dazu dient, einen Pressefonds zu schaffen. Eine Reihe Anträge war turntechnischer Ratur, u. a. wurden hier die Znteressengcmeinschaften mit anderen Verbänden behandelt. Außerdem wurde das Stimmrecht abgeändert, dann wurde auf Grund der neuen Steuer, die 12 Pf. pro steuerpflichtiges Mitglied beträgt, der Voranschlag angenommen, worauf zur Wahl geschritten wurde, die einmütig verlief und bis auf einen Posten alle Wiederwahl ergab. Es amtieren demnach für die nächste Periode: 1. Vorsitzender Architekt Scher - rieble (Oberehlingen), Geschäftsführer Lehrer Zöller (Hausen bei Gießen), Bundespresse- toart Draisbach (Kelsterbach), Bundesober- turntoart Stäbler (Stuttgart), Bundessport- toart Endrehs (Stuttgart), Bundeskassierer Koch (Darmstadt), Vertreter im DRAfL. Lehrer Prang (Duisburg). Eine Reihe von Anregungen gab es noch unter dem letzten Punkt, dann konnte mit Heilruf Scherr ieble die Tagung schließen. Am Montag fanden noch Besichtigungen von Zugendheimen und großen Sportanlagen statt. Faustballspiele beim Bezirksturnfest in Lützellinden. Zn früheren Zähren war es üblich, daß auf den Bezirksturnfesten am Rachmittag nach den allgemeinen Freiübungen Sonderwettkämpfe im Volksturnen stattfanden. Da diese diesmal Wegfällen, werden einige Faustballwerbespiele aus- getragen. Sicher steht schon das Spiel der A. T. D. „Rheinfranken" gegen eine zusammengesetzte Mannschaft des Tv. 1846 Gießen. Außerdem werden noch je eine Mannschaft der Turnvereine Lützellinden und Hochelheim sich ein Spiel liefern. B.f. B. Leichtathletik. Am kommenden Samstag folgt die Z u g e n 6 - abteilung des V. f. B. einer Einladung des V. f. L. Wetzlar zu einem Zugend-Klubzwei- kampf. Es ist das erste Mal, daß V. f. B. mit seiner Jugend einen solchen Klubkampf bestreitet. Ungefähr 30 Zugendliche und Schüler haben sich zur Teilnahme gemeldet und werden gegen die von Paulus trainierten Wetzlarer einen schweren Stand haben. Man darf auf ihr Ab- schneiden gespannt fein. Fußball in Heuchelheim. Am nächsten Sonntag empfängt der Sportverein Heuchelheim die erste Mannschaft vom Spiel und Sport Ehringshausen zum Gesellschaftsrückspiel. Das Vorspiel verlor Heuchelheim am vorigen Sonntag, allerdings mit reichlichem Ersatz und nur 10 Mann spielend, 6:1. Auch am kommenden Sonntag muß die Mannschaft mit 3 Ersatzleuten antreten, da der Vorstand einige Spieler der Ersten gesperrt hat. Ob es unter diesen Umständen gelingen wird, Revanche für die vorsonntägliche Riederlage zu nehmen, muß bezweifelt werden. „Warum? Der Zunge hatte die gleichen Augen, wie die Frau, die ich liebe . . ." Als Ellinor mit Mabel Peers zur Garderobe ging, stand Chung Li plötzlich wie ein Schatten neben ihr und flüsterte ihr leise ein paar Worte zu. „Entschuldigen Sie mich einen Moment, kleine Mabel," sagte sie und folgte Chung Li, der hinter eine Säule getreten war. „Wer hat mich erkannt?" flüsterte Ellinor. „Jules Smith, vom »Herald', ich habe ihn gesehen, als ich durch die Säle ging, um nach Zhnen zu schauen, Miß Ellinor, Mr. Stanley hat mir befohlen, Sie keinen Augenblick allein äu lassen, und ich bin Zhnen gefolgt. Zch kenne den Reporter Smith, er war einmal bei Mr. Stanley, als ich Mr. Stanley gerade bediente. Zch vergesse keinen, den ich einmal sah!" „älnd warum glaubst du, daß er mich erkannt hat?" „Er folgte Zhnen schon von der Oper her und läßt Sie nicht aus den Augen. Wenn Sie sich vorsichtig umsehen, Miß Ellinor, da drüben steht er." Ellinor sah sich langsam um. Da stand ein kleiner Mann im schlechtsihenden Frack und las die Abendnummer der Evening Review. Das sah ganz harmlos aus, aber plötzlich sah Ellinor, daß in der Zeitung ein kleiner Riß war, und durch diesen Ritz spähte ein kühles graues Auge zu ihr herüber. Das ist ja gräßlich, dachte Ellinor, alle dürfen mich finden, nur nicht der Reporter des Konkurrenzblattes, dann hat Vaters ganze Zdee gar keinen Sinn gehabt. Aber was tun? Der Mann, der sie beobachtete, sah nicht so aus, als ob man mit ihm spaßen könne, und 100 000 Dollar waren immerhin keine Kleinigkeit. Sie verstand nicht, warum Zules Smith sie nicht feststellte, da et sie doch erkannt hatte, war das ja nur eine Kleinigkeit für ihn. Sollte Chung Li vielleicht älnrecht haben. 3n diesem Moment aber drehte sich 3ules Smith zu ihr um und grinste frech, während er wie unabsichtlich die Evening Review so hielt, daß Ellinor die Rubrik sehen muhte, wo der tägliche Bericht über sie stand. Kein Zweifel, Zules Smith wußte, wer sie war. Rur blitzschnelles Handeln konnte Ellinor retten. „Wie lange fährst du von hier bis nach Hause, Chung?" „Fünfzehn Minuten mit dem Wagen!" „Gut, du fährst sofort nach Hause, im Eiltempo, holst einen kleinen Koffer mit ein paar einfachen Kleidchen und etwas Wäsche, außerdem bringst du den Paß mit, weiht du, den Pah, den uns der feine Gentleman neulich für 3000 Dollar verkauft hat. Du bringst alles sofort hierher, läßt dir ein Zimmer geben und gibst mir dann sofort Fußbals-Lokolireffen. Am kommenden Sonntag stehen sich auf dem Waldsportplah die Ligamannschaften der Gießener Spielverecnigung 1 900 und des V. f. B. 0 8 im Gesellschaftscüctspiel gegenüber. Vorspiel fand im Februar auf dem Sportplatz an dec Liebigshöhe statt; es war ursprünglich als Derbandstrefsen angefetzt, konnte aber infolge des nebligen Wetters vom Schiedsrichter als solches nicht gewertet werden; nach gegenseitiger Vereinbarung, die eine Rückspielverpflichtung der Spielvereinigung in sich schlotz, wurde es als Privatspiel ausgetragen und endete mit einem hohen Sieg der V.f.D.er. Das kommende Lokaltreffen ist das vierzehnte seit Kriegsschluh und hat insofern eine besondere Bedeutung, als es von beiden Gegnern in bestmöglichster Verfassung bestritten wird. Da V.f.B. in der vergangenem Verbandsspielserie, und besonders auch in den letzten Privatspielen, in glänzender Form war und trotz mehrfachem Ersah sehr gute Resultate erzielt hat, wird man auch am nächsten Sonntag ein befriedigendes Spiel von ihm erwarten können, zumal der Spielausschuß in der Lage ist, die Mannschaft in stärkster Aufstellung antreten zu lassen. Die Spielvereinigung von 1900 war zwar in der Derbandsspielsaison weniger erfolgreich, hat dann aber in Privatspielen (z. D. gegen Mudersbach, 1. Dezirksligaklasse) gezeigt, daß mit ihr zu rechnen ist. Die Spielstärke der Mannschaft soll sich noch in der letzten Zeit durch Reueinstellung einer Anzahl talentierter Spieler von auswärts bedeutend verbessert haben, so daß es nicht ausgeschlossen erscheint, dah die Spielvereinigung den Kampf am Sonntag für sich entscheidet. Für die Bewegungsspieler gilt es am nächsten Sonntag, ihre Vormachtstellung im Gießener Fußball zu verteidigen und durch einen eventuellen Sieg weiter zu festigen. Für die Spielvereinigung ist der Ausgang des Treffens ebenfalls von großer Bedeutung; ein im offenen Kampf erzieltes Unentschieden wäre schon ein Erfolg für sie, wieviel mehr wäre dies nach den bisherigen Riederlagen ein einwandfreier Sieg! Cs ist also für beide Vereine ein Kampf um das Prestige, den für sich zu entscheiden jeder alles aufbieten wird. Gerade deshalb ist es schwer, den ungefähren Ausgang des Treffens vorauszusagen. Wohl verfügt V. f. D. über die größere Spielstärke und nennt das ausgeprägtere System sein eigen, kann aber auf Grund dessen keineswegs als voraussichtlicher Sieger bezeichnet werden, da der bekannte Kampfeseifer und Siegeswille der Spielvereinigungsleute jede Berechnung illusorisch machen kann. Zedenfalls verspricht das Treffen ein fuhballsportliches Ereignis ersten Ranges zu werden, dem man über die Mauern Gießens hinaus größtes Znteresse entgegenbringt und das — wie alle voraus- gegangenen — sehr stark besucht sein wird. Um so mehr ist es Pflicht aller Spieler, sich einer in jeder Weise einwandfreien Spielweife zu befleißigen und damit werbend für den Fußball- fport und ihre Vereine zu wirken. Das Spiel steht unter der Leitung deS bekannten Schiedsrichters W i n g e n f e l d, Fulda. Vor dem Ligatreffen steht die erste Sch ü - lerelf der gleichen von Rieder-Girmes gegenüoer, nach demselben hat die erste Zugend Butzbachs Zugend im Gesellfchaftss üel zum Gegner. Die zweite Zugend hat sich die erste vom Sportverein Ridda eingeladen. den Schlüssel. Zch warte im Vestibül. Roch eins: Sorg dafür, daß der Wagen des guten Mr. Smith unterwegs eine Panne bekommt, Du weißt schon.. Chung Li sah seine schöne Herrin begeistert an: „Miß Ellinor können sich auf mich verlassen!" Ellinor ging zu Mabel zurück, die schon ungeduldig von einem Füßchen auf das andere trat. Jetzt kam noch ein Problem: Wie wurde man dieses abenteuerlustige Frauchen auf die anständigste Art und Weise los? Ellinor half Mabel in den Pelz. „Ich muß meinen Wagen leider nach Hause schicken, es ist Ihnen doch recht, wenn wir eine Taxe nehmen?" Mabel nickte. „Alles ist recht, was Sie tun, Axel." dabei lehnte sie sich mit verführerischem Lächeln fest an Cllinors Arm. Die Sache wird brenzlich, dachte Ellinor. Ein wenig zitterten ihr die Knie, als sie jetzt dicht an Jules Smith vorüberging. Jules Smith zündete sich mit dem gleichgültigsten Gesicht der Welt eine Zigarette an. Er wußte, Ellinor war ihm sicher, er ließ sie gern noch ein bißchen herumzappeln, entgehen konnte sie ihm nicht mehr, was Jules Smith in den Klauen hatte, das ließ er nicht so leicht wieder los. Die Rümmer von Cllinors Auto stand in seinem Rotizbuch notiert. Morgen früh würde sie ganz Reuyork kennen. Smith verfolgte eir.cn ganz bestimmten Plan. Er wollte Ellinor nicht einfach entlarven, wie das vielleicht jeder andere getan hätte, nein, er wollte auch für feine Zeitung eine Sensation aus der Sache machen, von der die Welt sprach. Run, dem alten Stanley würde die Sache schon unangenehm werdens Smith kicherte schadenfroh, als er an den Bericht dachte, den er vor fünf Minuten dem Hera Id telephonisch angekündigt hatte. Das Spielchen um die 20 000 Dollar und die Exkursion im Frack mit dem kleinen Dämchen sollten dem alten Stanley noch ein Rüßchen zu knacken geben. O, Jules Smith kannte die Reuhorker. Er wußte, wie moralisch sie fein konnten, wenn man die Sache richtig aufzog. Jetzt würde er den Spieß umdrehen. Man sollte Jules Smith noch kennen lernen. Im Hintergrund seines Journalistenschädels aber wälzte der ehrgeizige ehemalige Zeitungsjunge einen ehrgeizigen Plan, es war der kühnste Plan, den er jemals gedacht hatte, aber diefer Plan hypnotisierte ihn. Er wollte Mac Stanley einmal zittern sehen, er wollte, daß einer von den Obersten einmal in feiner Sicherheit erschüttert würde, Stanleys Blick sollte einmal flackern — einmal sollte er abhängig von ihm fein. (Fortsetzung folgt.) Gpielvereinigung 1900 Gießen. o. 2lm nächsten Sonntag eröffnet 19006 3. 3 u « gend den Reigen der Freundschaftsspiele gegen die 1. Jugend von Rieder-Ohmen. An- schliehend hat die L i g a r e s e r v e Gäste aus dem Gau Marburg: Gegner ist die 1. Elf vom Rasensportverein Wommelshausen bei Gladenbach, die gute ^-Klasse repräsentiert. 3m Vorspiel in Wommelshausen unterlag 1900 mit 4:2 Toren, hofft aber, sich diesmal revanchieren zu können. Ferner trägt die 2. 3 u g e n d ein Rückspiel gegen die 1. 3ugend von Werdorf, Kreis Wetzlar, aus. Bei der ersten Begegnung an Pfingsten in Werdorf siegte der Gastgeber 2:1, wird aber auf dem großen 1900-Sportplatz weniger Gewinnchancen haben. Sodann empfängt 1900s 3. Senioren-Elf die 1. Mannschaft von Garbenteich: hierbei sollte es zu einem sicheren Sieg der Gießener kommen, deren guter Mittelläufer erstmals wieder Mitwirken wird. Der Sportclub Gladenbach begeht am Sonntag die Feier des 20jährigen Bestehens, wozu er die 1. 3 ugend der Spielvereinigung 1900 Gießen zu einem Propagandaspiel eingeladen hat. Die Aufstellung der Gießener wird zwar nicht so stark sein, wie bei der Pfingstreise an den Rhein, jedoch erwartet man, auch von dieser Vertretung recht gutes berichten zu können. Die 1. Schülerelf trägt ein noch rückständiges Pflichtspiel in Heuchelheim aus. Man könnte mit einem glatten Sieg der 1900er rechnen, die sich stark verbessert haben, wenn man nicht die Tücken des Heuchelheimer Platzes in Betracht ziehen müßte. Arbeiter-Turn- und Sporibund. Am kommenden ©D-’ntag wird Raunheim 1 im Pflichtspiel gege i GiehcnKreisklassen- Mannschaft anheten. Raunheim ist in aufsteigender Form begriffen. Gießen wird sich anstrengen müssen, wenn es sein Ansehen als Kreisklasse nicht aufs Spiel setzen will. Wetzlar ist in Alsfeld zu Gast. Zwei gleichwertige Mannschaften werden hier um Sieg und Punkte kämpfen. Heuchelheim i wird sich gegen Großen- Linden! in Großen-Linden Sieg und Punkte wohl nicht nehmen lassen. 3n Wieseck treffen sich W i e s e ck 1 und Gießen 1 b. Rach den Leistungen der Gäste vom Vorsonntag wird Wieseck auf der Hut sein müssen, wenn es Sieg und Punkte behalten will. 3n der zweiten Klasse hat Klein-Linden Wetzlar II zu Gast. Es wird wohl die Chancen des eigenen Platzes auszunutzen wissen und Sieg und Punkte behalten. Leun empfängt Kinzenbach und wird sich anstrengen müssen, wenn es die Punkte nicht verlieren will. Gießen II sieht Wieseck II bei sich. Hier werden die Gäste die besseren sein und Sieg und Punkte mit nach Hause nehmen. Steinbach und Watzenborn werden sich in Steinbach ein ausgeglichenes Spiel liefern, dessen Ausgang offenzulassen ist. Grünberg wird in Staufenberg auf einen zähen Gegner treffen und vielleicht mit viel Glück Sieger bleiben. . Daubringen wird sich in Beuern gegen die dortige Mannschaft zwei weitere Punkte holen. 3n der 3 u g e n d k l a s s e treffen sich, jeweils auf dem Platze des erstgenannten Vereins, Heuchelheim 3ugcnd — Großen-Linden 3ugend: Klein-Linden 3gd. — Trais 3gd.: Watzenborn 3gd. gegen Wieseck 3gd.: Rodheim 3gd. — Gießen 3gd. 3n Lollar findet eine Gruppenturn- st u n de der zweiten Gruppe statt. Alsälebungs- plan werden die Wettkampf- und Massenübungen zum Dezirksfest noch einmal durchgenommen werden. Auf dem älniversitätssportplatz findet ein eineinhalbtägiger Kursus für Leichtathle - t e n unter Leitung des Kreissportwartes statt. Turn- und Sportabzeichen. Am Scms.cg 18.11 )r. find.t in der Mül .rschen Badeanstalt oie Abnahme der Prüfung im Schwinunen für das Turn- und Sportabzeichen statt. Frankfurter Juni-Hennen. Für den 9.3uni, den ersten Renntag des Meetings, sind bei der letzten Annahme fast alle Pferde stehen geblieben, so daß auf der ganzen Linie mit starken Feldern gerechnet werden kann. Wenn nicht alles täuscht, muß der Preis vom Römer mit seinen 28 Pferden sogar geteilt werden, also acht Rennen zur Entscheidung kommen. Zwei bessere Prüfungen bringt der Tag mit dem Preis vom Erlenhof und dem Grüne- burg-3agdrennen. Das erste, ein Flachrennen über 2000 Meter, verspricht mit Pferden wie Salzig, Pompejus, Ctrurie, Pour le merite, Hilf Dir selbst, Hector, Trugseß, Bertram, Original, Hoffnung II, Südwind u. a. ein spannendes Rennen zu werden, während das andere, ein 3agd- rennen über 4000 Meter, eine Sensation zu werden verspricht: kommt doch hier der Oleander der 3agdpferde Bandola an den Start. Die Siegerin des großen Berliner 3agdrennens, des Parforce-Rennens und des Alten Badener 3agd- rennens gibt hier ihr 3ahresdebut. Grenzschutz, die große Hoffnung Westdeutschlands, der erst einmal in einem großen Rennen in Karlshorst aus Unkenntnis der Dahn knapp geschlagen blieb, aber alle anderen 3agd- und Hürdenrennen, die er bestritt, mit verblüffender Leichtigkeit gewann, dann Kabalia, Goldlack, Mandarin und Embro- cation werden der großen Stute den Sieg nicht leicht machen. Die umrahmenden Ereignisse bieten ein 2j. Rennen, ein Verkaufsjagdrennen, eine von guter Klasse bestrittene Fliegerprüfung und je ein Ausgleich für 3agd- und Flachbahn. Wirtschaft. Buderuösche Eisenwerke, Wehlar. Bei der gestern in Frankfurt a. M. stattgehabten Generalversammlung wurden die Regularien debattelos genehmigt. Rach einem Reingewinn von 2,09 Millionen Mark kommen wieder 5 v. H. Dividende zur Ausschüttung. Ein Aktionär erklärte, es wäre doch enttäuschend, daß bei einem höheren Reingewinn und der schon bekannten Umsatzsteigerung nur 5 o. S). zur Verteilung gelangen würden. Daraufhin erwiderte der Vorsitzende, die wirtschaftlich nicht sehr günstige Lage, die bedeutenden Lohnforderungen und der weitere Ausbau des Betriebes ließen dies nicht zu. Doch verfolge die Gesellschaft das Ziel, nach Fertigstellung einiger Neubauten den Betrieb so zu gestalten, daß mit Befriedigung in die Zukunft gesehen werden könne. Auch bedauerte der Vorsitzende den niedrigen Kurs an der Börse, der wirklich nicht der Lage und dem Unternehmen entspräche. Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit. Die endgültigen Zahlen über die unterstützten Arbeitslosen am 15. Mai 1929 zeigen, daß die Arbeitslosigkeit in der ersten Hälfte des Mai weiter erheblich zurückgegangen ist. Die Abwärtsbewegung war zwar, wie nach den Vormeldungen der Landesarbeitsämter zu erwarten, nicht ganz so stark, wie in der zweiten Hälfte des April, da der Massenbedarf in den Außenberufen im wesentlichen gedeckt war. Immerhin ist die Zahl der unterstützten Arbeitslosen in der Zeit vom 1. bis 15. Mai von rund 1 126 000 auf rund 927 0C0 gesunken. Der Rückgang beträgt also 199 000 oder 17,6 v. H. Die Zahl der Hauptunterstühungsempsänger in der K r i s e n f ü r s o r g e hat sich wiederum kaum geändert (198 887 am 15. Mai gegenüber 198 780 am 30. April). An R o t st a n d s a r b e i- t e r n aus der Arbeitslosenversicherung und aus Der Krisenfürsorge wurden am 15. Mai 104 000 gegenüber 93 000 am 30. April gezählt. "" Rach den vorliegenden Mitteilungen der Landesarbeitsämter ist die Zahl der unterstützten Arbeitslosen auch bis zum 25. Mai wiederum zurückgegangen. Sie dürfte gegenwärtig etwa 850 000 betragen. * Reuer He ide lbe rger Kredit für Fuchs-Waggon. Entsprechend einem Beschluß des Heidelberger Stadtrats erhält die Waggonfabrik Fuchs außer dem bewilligten Kredit von 200 000 Mk. noch einen weiteren von 300 000 Mk. Die Dauer des Kredits ist für fünf 3ahre befristet: er wird mit 6 Prozent verzinst. Der Vertrag sieht vor, daß der Gesamtkredit mit 500 000 Mk. unmittelbar nach der auf das Fabrikanwesen eingetragenen ersten Hypothek sicher- gestellt wird. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 31. Mai. Tendenz abgeschwächt. — Im Vormittagsverkehr war die Stimmung freundlich, und es waren Anzeichen vorhanden, die auch heute eine regere Geschäftstätigkeit vermuten ließen. Bei fester Tendenz lagen die Kurse teilweise erheblich gebessert. Zum offiziellen Verkehr schlug die Tendenz jedoch ins Gegenteil uni; die Stimmung blieb aber zuversichtlich. Man rechnete selbstverständlich nach der gestrigen Hausse mit einer Reaktion, die sich auch heute schon ziemlich stark auswirkte. Da Auslandorders nur in geringem Umfange heute vorlagen, konnte dieser Bewegung kein Druck entgegengesetzt werden. Auch zeigte die Spekulation Neigung zu Gewinnmitnahmen, und das herauskommende Material fand nur unter Verlusten Aufnahme. Am stärksten gedrückt waren selbstverständlich die bevorzugten Werte. Auf der anderen Seite regten aber die Hoffnung, daß die vollständige Einigung in Paris bald erzielt werden dürfte, der bisherige Stand der englischen Wahlen und die weitere Entlastung des Arbeitsmarktes an. Man war i m Grundton freundlich gestimmt, da die heutige Baisse als natürliche Erscheinung betrachtet wird. Das Geschäft bewegte sich aber im allgemeinen in ziemlich engen Bahnen. Am Elektromarkt büßten AEG. 3, Schuckert 1,5, Licht & Kraft 2,75, Gesfürel 2,25 und Siemens 2,5 v. H. ein. I.-G.- Farben eröffneten 1,5 v. H. schwächer. Kaliwerte waren bis zu 3,5 v. H. niedriger. Montanwerte uneinheitlich. Mansfelder minus 3 v. H. Gelsenkirchen, Harpener, Klöckner, Phönix und Rheinstahl bis zu 2 v. H. fester. Schwach lagen noch Zellstoffwerte, Svenska und Metallbank. Interesse bestand dagegen für Adlerwerke mit plus 3 v. H., Scheideanstalt mit plus 2,75 v. H., Deutsche Erdöl mit plus 1 v. H. und Bauunternehmungen mit plus etwa 2 v. H. Renten still und uneinheitlich. Auch im Verlaufe schritt die Kulisse zu weiteren Gewinnmitnahmen, und die Kurse gaben erneut durchschnittlich bis zu 1 v. H. nach. Reichsbank blieben gut behauptet. Kaliwerte lagen dagegen wieder etwas gefragt und konnten ihren Anfangsverlust wieder aufholen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8,5 v. H. stärker gesteigert. Am Devisenmarkt war der Dollar etwas fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1950, gegen Pfund 20,351, gegen Paris 124,04, London gegen Kabel 4,8495, gegen Mailand 92,67, gegen Madrid 34,75, gegen Holland 12,0675. Berliner Börse. Berlin, 31. Mai. Die Tendenz an der heutigen Börse war weiter freundlich, wenn auch die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich war. Das Interesse erstreckte sich heute mehr auf Rebenwerte, die bis jetzt vernachlässigt waren, jedoch konnte man in einigen Werten wieder Aus- l a n d l ä u f e feststellen, die aber nicht die Höhe von gestern erreichten. Paris wird weiter günstig beurteilt; man hofft, daß bis zu der morgigen Vollsitzung eine Gesamteinigung erzielt wird. Die Ausland- und die deutsche Presse spricht sich im allgemeinen sehr optimistisch aus. Die bisher vorliegenden Wahlergebnisse aus England werden hier sehr günstig ausgenommen, dagegen verstimmt die Meldung von der Erkrankung des englischen Königs, sowie ein schwacher Beginn der heutigen Londoner Börse. Der heutige Ultimo und Zahltag kann als überwunden gelten. Trotz der in dem Monatsbericht der Commerzban^ geäußerten Bedenken über die weitere Gestaltung des deutschen Geldmarktes glaubt man doch mit einer baldigen Besserung rechnen zu dürfen. Die Zeichnung für die neue Reichsanleihe, die offiziell abgelaufen war, dürfte wahrscheinlich um eine Woche verlängert werden. Die Börse faßte diese Meldung ungünstig auf, da die Zeichnungen anscheinend den gehegten Erwartungen nicht entsprochen haben. Die ersten Kurse waren meist 1 bis 3 Proz. fester. 3m Vordergründe standen heute Farbenaktien, anscheinend wirken sich die letzten Transaktionen erst jetzt aus. Man beobachtete große Käufe, die aus dem Ausland stammen dürften (Schweiz). Elektrowerte waren etwas schwächer, nur Elektrische Lieferungen waren auf Auslandkäufe weiter gesucht und fester. Montanwerte profitierten von der Bewegung am Inlandeisen- marft. Besonders Mannesmann, Köln-Reuessen, Rheinstahl, Oberbedarf und Laurahütte waren gefragt. Kaliwerte lagen etwas schwächer, dagegen konnten Kunstseidenwerte, Aschaffenburger Zellstoff, Feldmühle Papier, Autoaktien, Berger, Deutsche Linoleum, Schubert & Salzer, Sa- rot ti 3 bis 6 Prozent anzitzhem Stöhr gewannen 4 Prozent. Bankaktien wären durchweg 2 bis 4 Prozent fester. Deutsche Anleihen lagen etwas fester, ebenfalls Ausländer. Der Pfandbriefmarkt war sehr ruhig und kaum verändert. Geld über Ultimo (heute gleich Tagesgeld) stellte sich auf 9,5 bis 11,5 Prozent (stellenweise 9 Prozent), Monatsgeld auf 10 bis 11,5 Prozent. Rach den ersten Kursen schritt die Spekulation auf fast allen Marktgebieten zu Glattstellungen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 31. Mai. Der Produktenmarkt verkehrte zum Wvchenschluß weiter in stiller Haltung. Erneut schwache Auslandmeldungen verstimmten. Das Angebot blieb aber gering, Die Umsätze konnten trotzdem auch hierdurch keine Vermehrung erfahren. Weizen, Weizenmehl und Roggenmehl lagen bis 0,25 Mk. abgeschwächt. Es wurden notiert: Weizen 23 bis 23,25; Roggen 22; Braugerste 23; inl. Hafer 22,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 19,75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 31,50 bis 32; Roggenmehl 28 bis' 28,50; Weixenkleie 11,65; Roggenkleie 12,10 Mk. Tendenz: flau. Bvcheriisch. — A. Radclyffe Dugmore: ImGroß » wildparadies. Zwei Forscherfahrten im ost- afrikanischen Hochland. Mit 42 Abbildungen und einer Karte. Geheftet 7,— Mk., Ganzleinen 9 — Mk. Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig. (118) Dem Naturfreund muß bei diesen Schilderungen eines Mannes, der von feinem Blut ist, das Herz aufgehen. Mit der Kamera jagt Dugmore im ostafrikanischen Hochland alles, was da kreucht und fleucht. Er ist ein wahrer Prachtkerl. Seine Tierliebe gestattet ihm nicht, die Zwei- oder Vierfüßler zu schießen, außerdem verbietet es ihm der Stolz. Ein modernes Selbstladegewehr mit Stahlmantelgeschossen legt ja selbst das größte Wild auf eine Entfernung von ein paar hundert Meter um. Wo bleibt da der Heldennimbus? Da geht Dugmore schon lieber unbewaffnet auf drei, zwei Meter an Elefanten, Flußpferde und anderes Großgetier heran. Seine Bekannten hallen es für Wahnsinn, und der Leser seines Buches zittert vor Spannung. Um so mehr, als er das Wild auch leibhaftig vor sich sieht, denn stets gibt Dugmore feinen Erzählungen unbestreitbare photographische Beweise mit. Da starren uns gesenkten Kopfes wütende Büffel an, da schwingen Elefanten bösartig den Rüssel, das Maul weit offen, und blind-schwerfällige Nashörner stürmen in wilder Flucht davon, aber auch friedliche Lebewesen, flinke anmutige Gazellen, huschen einige Schritt vor uns vorbei, oder über uns in den Baumwipfeln klettern lustige, verwundert schauende Affen. Kurz, die Natur lebt in diesen Blättern. — Der Arzt und seine Sendung. Don Dr. med. Erwin Liek, Danzig. 7. vermehrte Auflage. Leinen 5,20 Mk. I. F. Lehmanns Verlag, München, Paul-Heyse-Straße 26. (174) Das Herzstück dieses hier schon ausführlich gewürdigten Buches ist dis Auseinandersetzung zwischen Mediziner und Arzt, zwischen dem wissenschaftlich zwar wohldurchgebildeten Techniker der Heilkunde, der aber über den Einzelheiten den Blick für den kranken Menschen im ganzen verloren hat und dem berufenen Arzt, der trotz besten Fachwissens den Kranken in allen seinen Lebensäußerungen erfaßt und in der Zusammenschau von Leib und Seele heilt. Einen breiten Raum nimmt die Besprechung der Schäden der sozialen Versicherungen ein, über die jeder, der sich mit sozialen Fragen befaßt, einmal im Liekschen Sinne nachdenken sollte. Mit Schlagworten ist hier nichts getan. Liek geht aufs Ganze, er kennt keine Kompromisse, er kennt kein Vertuschen, er sucht Wahrheit. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) O. D. Güehen. Wenden Sie sich an den Vorsitzenden der Meisterprüfungskommission Herrn Dr. Bünnings, Gewerbe- und Maschinenbauschule in Gießen. 3n dieser Schule werden auch die Vorbereitungskurse abgehalten. Letzte Nachrichten. Oie englischen Wahlen. London, 31. Mai. (MTB. Funkspruch.) Nach den bisher vorliegenden Berichten wurden für die Arbeiterpartei bei den gestrigen Dahlen 3 293 175, für die konservativen 2 893 569, für die Liberalen 1 623 542 Stimmen abgegeben. Um 12.14 Uhr war der Stand der Parteien wie folgt: konservative 80 (Ilcttoverlust 53), Arbeiterpartei 122 (Nettogewinn 55), Liberale 15 (Nettoverlust 1), Unabhängige 5. Da noch nahezu 400 Wahlergebnisse bekanntgegeben werden müssen, bis das Verhältnis der verschiedenen Parteien zueinander feststeht, richtet sich das Interesse vor allem auf die Frage, ob der Angriff der Arbeiterpartei, der in so vielen industriellen Wahlkreisen erfolgreich war, auch in den Grafschaften und in den noch ausstehenden städtischen Wahlkreisen erfolgreich sein wird. Macdonald hat erklärt, die Ergebnisse seien großartig. Die Regierung habe das vertrauen des Landes verloren, und die Arbeiterpartei habe cs gewonnen. Bisher sind drei Frauen wiedergewählt und eine ist ^leu- gewählt. In London sind die Bezirke Chelsea und die City konservativ geblieben, in verschiedenen anderen Kreisen des Bezirkes ist die Arbeiterpartei erfolgreich gewesen. In Birmingham hat die Arbeiterpartei, die bisher nur einen Sih hatte, im ganzen sechs Sitze gewonnen, von den fünf Wahlkreisen Bristols sind vier der Arbeiterpartei zu- gefallen, von den elf Wahlkreisen Liverpools sind neun unverändert geblieben, in zwei hat die Arbeiterpartei die Konservativen geschlagen. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. Franksuri a 4)1. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Lchlub- «tun > Uhr- Kure Schluß. llure Ansong Kurs Schluß. Kurs 1 Uhr- Ku 1? Schluß- Kurs Anfang Datum 30-5. 31.5. 30 5. 31 5. Datum 30-5. 31.5. 30.5. 31.5. 6% Dt. SReld)4aitlelbe o. Di. Anl.-Ablüs.-Schuld mtl Aus los.-Rechien Tedgl. ohne AuSlost-Rechle . 7% Frantz. Hyp.-Bt Goldps, uw kündbar bis 193'2 . . . «y.% Rheinische Hyp^Bonl 2lqu. Goldpj. ...... ü.C.®. aba. BorkrtegS-Lbligation. rückzahlbar 1932 4% Schweiz. BundeSb.-Anl.. 4% CcitenelAlidie löolvrte.. . 4,20% Oeftrn. Silberne. ... 4% Oesterreich. eiuheitt. Rle . 4% Ungarische Goldrte...... 4% Ungarische Staat«. v. 1910 Wi% deSgl. von 1913 ... 4% Ungarische Kronenrle.. . 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . . 1% Türkische Bagdabbahn-Anl., Serie 1 • 4% beSgl. Serie I I...... 4% Rumänen convert. Rle. . . - 4'/i% Rumänen woldanl. von 1913 i'Ulg. Deullche lAsenbahn . 4'/, Hamburg-Amerika Polei ... 8 Hamb.-Südom. Dampssch. . . 8 Hansa Dampfschiff . . to Norddeutscher Lloyd.....8 Allg. Deutsche Credilanst. . . 10 Barmer Bankverein 10 Berliner Handeisgesellsch. . 12 Lommerz- und Prtoal-Bank. u Darmlt. u. NationalbmU 12 Deutsche Bank . . 10 Ti-konto-Gesellschasl Ant.. . 10 Dresdner Bank ... 10 Mitteldeutsche dreditLauI ... 9 KeichSbank ...... 13 87,25 51 10,5 88 76 86,5 100,25 2,5 1,75 22,5 21 1,7 8,25 121,25 111,5 123,5 218 186,5 266 '63,5 155 161 313 50,95 10,45 I 8,25 121,5 111,75 186,5 160,5 317 87,5 51 10,3 28,25 2,7 22,6 20,9 — 1,8 8,75 8,5 8,9 16,5 1213 148 110,9 124,25 127,25 217,5 186.5 265,75 163,5 154,5 160,75 309 51 10,5 22,6 8,25 121,75 112 124,5 127 221,5 186,5 266.25 163.5 154,25 160,75 317,75 A.G.G.. " Bergmann..... 9 Glektr. Lieferungen..... 10 Licht und Kraft ..... io Felten L Guilleaume. .... 6 Ges. s. Elektr. Untern.....10 Hamb. Glektr. Werke .... 10 Rhein. Elektr..... 9 Schlei. Elektr........10 Schuckert.......... Siemens & Halske . . . . « 12 Tranöradio . . ...... 8 Lahmeyer & Go.......10 Buderus . ....... 5 Deutsche lkrdbl.......6 Essener Steinkohle......b Gelsenkirchener ... f. ¥i 9- 4 Harpener..... .... 6 Hoesch Eisen. ........ 8 tzlse Bergbau ........ 8 klocknermerke ....... 7 »iöln-Neuessen. ....... 9 Mannesmann........8 Mansfelder.........7 Lberschses. Eiscnb. Bedarf. . . 6 Oberschlei. KokSiverke.....6 PhSntx Bergbau......5% Rheinische Braunkohlen... 10 Rhetnsiohl f. % Jahr 4'/, Riebeck Montan......7,2 Bereinigte Stahlw......k Claut Minen .....2 sb Kali Aschersleben ..... 10 Kali Westeregeln......K Kaliwerk Salzdetfurth ... U> :!• ®- Farben.Jnbuftrte ... 12 Dynamit Nobel..... . 5 Scheideanstall........ 9 Aoldschmidt ..... 5 RülgerSmerke ....... 6 Metallgeiellschafl. ..... 11 202 222,5 170.75 227 143 227,5 256,5 394 172 75 116,5 133 140,5 217 101,5 122 135 90,5 292,5 120,75 95 250 254,5 408 256,75 164,25 82 90,5 132,5 199 223 170 224,25 225 255,5 391,5 75,5 117,25 134 142,5 103 122,5 132 91,75 122,5 96,5 68,5 246,5 253 407,5 255,5 130,25 202,5 221,65 169,25 227 142,25 226,4 142,5 163,5 191 256 393,5 isd 168 74 116,5 119,5 133,5 141 122,25 213 102,25 120,13 121,5 132,5 83 107,9 91,13 291,5 120,9 147,13 95,5 68,75 248 254,75 407,75 254,25 119,5 82,25 90,25 131,13 200 223,75 171,75 224,75 143,75 227,25 142,13 164 191,5 257 392,75 155 168,75 74,75 117,25 119,5 134,75 143,25 125,75 213,25 103,4 123,75 124 133 85 108,75 92 291,75 124,5 149 97 68,75 246.5 254,75 406,5 256,5 119,25 83,5 92,13 130 Banknoten. Franlfur« a.M. Berlin Schlub- Mure l-UDt« Kurs Schluv-iAnfang Kurs Kurs Saturn 30.5- 31-5- 30-5- 31 5- Plnupp Puizmann......'< 115,5 117 115 115 Heidelberger Gement .... 10 —— — — — Gement Karlstadt ...... 8 174 —— — — Watch & Freitag......10 113,25 114 112 — Schultheis Patzenhofer ... 15 — — 306 307,5 Ofliverke.........12 — — 248 250 Bcr. Glanzsioff......18 443,5 444 440,25 443,25 Bemblrg..... 11 — — 347 350 Zellstoff Waldhof.....12 •48,5 247,5 246,5 247 Zellstoss Aschaffenburg ... 12 193 — 191,25 — Gharlotteuburger Wasser ... 7 — — 111,9 111 Denauer Gas........8 —— — 211,25 212 Daimler Motoren......0 54 54,5 53,75 54 Deutsche Maschinen-Jabrik . . 0 — —. 51.9 52 Adlerwerte Klever......5 47 50 46 50,5 Luvw. Loewe..... . 10 — — 205 207 Rat. Automobil ....... 0 _ _ 28 Crenflcin A Koppel ..... 5 — — 93 94,5 Leonhard Tiev ....... 6 — — 297 298 Bamag-Meguin.......0 — — Franks. Maschinen ...... 6 50 50,5 49.5 Griyner.........11 74,5 74 — — _ FunghanS..... .... 4 Lechmerte..... 8 67 114.5 107,5 65,9 — Atomkraftwerke ....... 8 105,13 _ — Miag........ 10 121 123,5 123,25 Nckarsulmer ........8 — _ Peters Union ........ 8 122 _ 120,5 _ Gebr. Roeder ....... 10 112,5 Boigi 4 Haessner ...... 8 210 _ _ Südd. Ruder........8 151,5 — 148 — Berlin, So. Maf - Geld öüef Amerikanische Noten..... £778 4,198 Belgische Noten........ 58,10 58,34 Dänische Noren........ 111,38 111,82 Englische Noten ....... 20,309 20,389 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. TeIegraphische Auszahlung. Berlin 30. Mai Geld Brief (s-ranzöstsche Noten..... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Polen...... Deutsch Gesterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . .... 16,365 168,11 21,96 111,45 58,75 2,53 111,83 80,60 59,05 12,405 72,85 16,425 168,79 22.04 111,89 58,99 2,55 112,27 80,92 59.29 12,465 73,15 30. Mai 31. Mai Ärmliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brie» st-leld Briet AMU--Rott. 168,40 168,74 168,43 168,77 Äu?n--AireS 1,757 1,761 1,756 1.760 Brss.'Antw- 58,20 58,32 58,21 58,33 Cbriitiania - 111,65 111,87 111,61 111,83 Kopenhagen 111,64 111,86 111,63 111,85 Stockholm - 112.02 112,24 112,03 112,25 Heliingsorö. 10,528 10,548 10,53 10.55 Italien. . - 21,94 21,98 20,362 21,93 21.97 London. . . 20,322 20,324 20,364 i'ieupork . . 4,1895 4,1975 4,191 4,199 Dariö.... 16,38 16,42 16,37 16,41 Schwei; . . 80,64 80.80 80,68 80,84 Spanien . 59.13 59.25 58,78 58,90 Japan . . . Rio de Jan Wien in D-- 1,863- 1,867 1,863 1,867 0,4975 0,4975 0.497 0,499 Lest- abgcsl 58,85 59.97 58,83 58,95 «rag . . . . Belirad . . 12,413 12,433 12,415 - 12,435 7,360 7.374 7,36 7.37 Budapest. . 72,99 73,13 73,03 73.17 Bulgarien 3,029 3,035 3,027 3,033 Lissabon . 18,78 18,82 18,73 18,77 Tamig. . . 81.24 81,40 81,12 81,38 .Konstantin. 2,025 2,029 2,024 2,028 Alben. . 5,435 5,445 5,445 5,455 Kanada 4.158 4,166 4,156 4,164 Uru uao- . 4,066 9,074 4,066 4,074 Cairo . . • 20,845 20,885 20,85 20,89 4827A ■ Preiswert wie immer! Für die Dame Für den Herrn masche Paar Stck 1.95, 1.45, 0.95, 1.45, Modefarben Paar 1.65 Stck. 3.75, streifter Qualität farbig, 5.90, 4.90, Herren-Oberhemden Stück 4.90, Farben 6.90, eleganter Spitze 4.90, Damen-Nachthemden aus feinem Wäschestoff, mit Herren-Oberhemden in gestreift, kariert und ein- Damen-Wochenend- Strümpfe, meliert, m. Lauf- Herren-Nachthemden aus kräftigem Wäschestoff, sehr preiswert... .7.50, 5.90, Damen* K'Seiden-Röcke in mod. 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