mies n '“,..1.7 Ult viuiahon JQlitaten sind gtlud)l, 11 bessere Beachtung. lllerlei. ie$ Kinder. Rrintinotyolijci gegen i Berlin-BlanieÄuiff r, daß die beiden sich itgungen ihre»' 58,28 Hb» 20,34 164'5 I68.U 21-72 111-63 58,56 2.47 112.18 81-1 57- 12,M 72,8- ruüfi Cn 1,705 1,505 12, ii,l3 ü s 178 |6295 >6,22 lpü ),*66 8,815 40 1,62 73Ä lll 'S 3.9* i* Wrcife gaben da- en noch. Das IM Hetzer in Gang qc 112,«1 20.62 16.475 'S Ä uh 81. ?-■ ) die Eltern und dem ; jene gefallen war, nach r Familie m Drom, »führt werden, w r-tesund de-AmMi' geöffnet wurde, muW „gribicn Wlft * ! Se“CÄ , A» ®< 8"fc ®,n8 w»*lei s*äss "tÄ»6"™’’ t genommen. 2ci dm liche Cinzelheitm mi Ochsten JüchtigmM ;r zwei- und dreimal 16 Kind an seinem schmutzig gemacht hatte, und der Baier schlug chnallenriemen. Als es Züchtigung ohnmäch- zog die Frau es an nd fiel mit dem Gesicht ,rde cs an den Ohren chlug das Kind mit M botauf ft ar b ei. Haares ift noef) ein be hervvrgrgangm, t wurde. 58-J 112.* ofen. Ur. 50| Erstes Blatt 179. Zahrgang Montag, 30. Dezember 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle ntonat$--Be$ug$prei$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt, zernfprechanfchlvffe unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vntck und Verlag: vrühl'sche Umverfitalr-Vuch- und SlelndruSerei R. Lange in Gießen. Schriftlettrmg und Geschäftsstelle: Zchulstraße r. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 min Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspf ennig; für Re« lrlameanzeigen von 70miu Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20° „ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Metzen. Jahresbilanz der Weltwirtschaft. Von Professor Dr. Hermann Levy, Berlin. Das Jahr 1929 wird in der nun schon langen Reihe der Rachkriegswirtschaftsjahre eine gewisse Denkwürdigkeit behalten. Denn während man bei weltwirtschaftlichen Iahresrückblickcn seit 1918 immer betonen mußte, daß die Vereinigten Staaten von Amerika bezüglich ihres Wohlstandes eine Ausnahme von fast allen übrigen, sicherlich aber von allen europäischen Ländern der Weltwirtschaft machten, kam im Herbst dieses Jahres der erste, starke und unerwartete Rückschlag dieser bisher unerschütterlich scheinenden „prosperity“. Dies ist eine Tatsache, welche das weltwirtschaftliche Saljr 1929 zu einer Besonderheit macht. Die ersten drei Viertel des wahres schienen in ihrem Verlauf die Tendenz der beiden Vorjahre zu bestätigen, nämlich die Entwicklung zu einem langsamen, aber sicheren Wiederaufsteigen der Wirtschaft der verschiedensten Länder. Dies beweisen vor allem gewisse maßgebende Erzeugungsziffem und die Entwicklung führender Ausfuhren. Man wird z. V. nicht umhin können, in der jeweiligen Entwicklung der Kohle nausfuhr Zeichen einer verbesserten ober verschlechterten Lage der Weltwirtschaft zu erblicken. Hier zeigte das Jahr 1929 einen Aufschwung. Die Ausfuhr von Kohle aus den bedeutendsten Weltwirtschaftsländern Hal sich nicht ungünstig entwickelt; so betrug die englische Kohlenausfuhr in den ersten neun Monaten 1929 er. durchschnittlich im Monat 4,9 Millionen Tonnen gegen nur 4,1 Millionen im Monatsdurchschnitt von 1928. Der Mehrbedarf der Kohlen importierenden Länder — als englische Kunden vor allem Skandinaviens, Belgiens, Frankreichs, Italiens, Südamerikas, Spaniens und Aegyptens — ist entschieden als ein sehr günstiges weltwirtschaftliches Symptom zu deuten gewesen. Wir selbst konnten im Juli, August und September mit nicht unerheblich höheren Erzeugungsziffern für Brennstoffe aufwarten als im Monatsdurchschnitt der Vorjahre. Preisniveau und Arbeitslosigkeit hatte sich in den einzelnen Ländern der Weltwirtschaft nicht wesentlich verändert. Im Frühsommer schien es, als ob die Weltweizenpreise eine kritische Senkung — gute Ernteaussichten und noch vorhandene Bestände der Vorernten — erfahren würden, aber eine Erholung folgte, so daß dis schon drohende Beunruhigung der Weltweizenmärkte vermieden wurde. Man hätte also für das Ende des Weltwirtschaftsjahres das Ergebnis erwarten können, daß mehr oder weniger „alles beim alten“ bleiben werde: immer noch starke weltwirtschaftliche Depression, aber Ansätze zu allmählicher Besserung und Belebung. Die von den Vereinigten Staaten ausgehende finanzielle Krisis — die schon einen gewissen Vorläufer durch die mit dem Tode Loewen- steins zusammenhängenden Zusammenbrüche der großen Kunstseidespekulationen erhalten hatte — scheint plötzlich in dem letzten Viertel des Jahres eine völlige Veränderung dieser Situation gebracht zu haben. Der Krach an den amerikanischen Effektenbörsen war der Auftakt zu starken Kursrückgängen in London, Paris und vor allem auch in Berlin. Die enormen Verluste, welche Die amerikanischen Essektenbesiher plötzlich zu verzeichnen hatten, übten aber auch sofort ihre Wirkungen auf die Produktenmärkte und die In- Dustrieerzeugung aus. Die amerikanische Automobilindustrie, die gesamte Luxusindustrie, vor allem aber das in den 11021. so weit verzweigte und verbreitete Abzahlungsgeschäft wurde ganz plötzlich auf das empfindlichste getroffen. Mit einem Schlage sah sich auch Amerika vor jene Wirtschaftskrise gestellt, die man von drüben fett 1920 wohl als „rein europäische Erscheinung“ mit einem etwas mitleidigen Lächeln betrachtet hatte. Der Dezemberbericht der Commerz» und Diskont-Bank bemerkt z. B. über den Baumwollmarkt: „Der Zusammenbruch Der Reuyorker Effektenbörse hat auch sämtliche Warenmärkte stark in Mitleidenschaft gezogen und in wenigen Tagen demonstriert, daß auch die große Linie bei allen Warenmärkten die sukzessive Annäherung an die Friedenspreise zeigt.“ Auch der Economist (vom 23. November) konstatiert, daß unmittelbar nach den schwarzen Tagen von Wallstreet ein scharfer Rückgang vieler wichtiger Warenpreise einsetzte: besonders von Weizen, Baumwolle Gummi und Metallen. Dieser scharfe Preisrückgang hing zum Teck damit zusammen, daß viele Händler in diesen und anderen Erzeugnissen ihre Vorräte schleunigst verkaufen mußten, um ihren ©ffeftenengage» ments gerecht zu werden, aber wenn diese Tatsache auch die Schärfe des Preissturzes erklärt, so läßt sie nicht erkennen, inwieweit eine rasche Wiederherstellung der früheren Preislage eintreten wird. In Amerika scheint man trotz mancher Versicherung der dortigen Blätter über die „gesunden Grundlagen der heimischen Industrie" nicht so unbedingt an die rasche Wiederkunft der Prosperität zu glauben, — denn sonst hätte man nicht in aller Eile unter der Aegide des Präsidenten Hoover ein weitgehendes „Wirt- schaftsprogramm" der Stützung entworfen, das zum Teil mit Rotstandsarbciten großen Stils arbeiten will, zum Teil die Rettung' in einer gesteigerten und vielleicht sogar staatlich forcierten Ausfuhrtätigkeit erblickt. Es ist überaus beachtlich, wenn Dr. Hans E. Priester, dem gewißlich jede aufhehende Propaganda gegen Amerika fern liegt, in einem Artikel des Berliner Tageblatts sich zu der Erklärung entschließen muß: „Lieber- all hat das amerikanische Handelsamt seine Fang- Die deutsche Delegation für die zweite Haager Konferenz. Marschbereit. Von unserer Berliner Redaktion. Die Reichsregierung ist sich nach mehrtägigen, sehr intensiven Beratungen über ihre im Haag einzuschlagende Taktik einig. geworden, sie hat auch bereits die Delegation zusammengestellt, der wieder eine ganze Reihe von Persönlichkeiten angehören, die das Reich schxm öfter zu internationalen Konferenzen hinausgcfchickt hat und die auch teils an den Pariser Sachverständigenberatungen, teils an der ersten Haager Konferenz selbst teilgenommen haben. Wer e i n Mann fehlt, der seit vielen Jahren unverzagt in der vordersten Linie unserer außen- politischeir Front kämpfte und der in unermüdlicher Arbeit auch die jetzt bevorstehenden Verhandlungen im Haag vorbereitete. Es ist Dr. Skresemann. den der Tod zwischen den beiden Konferenzen über die Räumung des Rheinlandes und die Reuregelung unserer Reparationslasten abberief. An seine Stelle tritt jetzt sein Freund und Vertrauter Dr. C u r t i u s , der durch seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Verstorbenen dessen Gedankengänge, Pläne, Ziele und Absich- ten am besten kennengelernt und auch schon auf der ersten Haager Konferenz an ihrer Erreichung und Verwirklichung praktisch mitgearbeitet hat. Da der Reichskanzler es vorgezogen hat, in Berlin zu bleiben, wird Dr. Curtius die Delegation leiten. Bei allem Vertrauen, das wir ihm entgegenbringen, hätten wir es doch lieber gesehen, wenn auch der Kanzler mit nach dem Haag gegangen wäre. So wird die Hauptlast und Verantwortung lediglich auf den Schultern der beiden bürgerlichen Minister Curtius und Moldenhauer ruhen, während Wirth und Schmidt eigentlich nur als Horchposten ihrer Parteien dabei fein und eine Rolle von untergeordneter Bedeutung spielen werden. Auch der Reichsbankpräsident Dr. Schacht bleibt in Berlin, er will nur auf besonderen Wunsch der Delegation in die Verhandlungen eingreifen und auch nur bann, wenn die Reparationsbank zur Debatte steht, deren Grundlagen er in Baden-Vaden mitgeschaffen hat. Daß Herr Schacht sich femhält, läßt den Rückschluß auf tiefgehende Meinungsverschieden h e i t e n zwischen ihm und dem Kabinett über die Behandlung der noch offenen Probleme im Haag zu. Daß es nicht gelang, Schachts Mitarbeit im Haag selbst zu gewinnen, ist bedauerlich, aber nicht mehr zu ändern. So steht nun die Delegation marschbereit, sie wird Mitte der Woche im Haag eintreffen und bann an eine Aufgabe Herangehen, die übermenschliche Anstrengungen von ihr verlangen wird. Richts wäre unter diesen Umständen törichter, als den innerpolitischen Streit gerade während der Haager Konferenz von neuem aufflammen zu lassen. Jetzt gilt es, alle politischen Kräfte zusarnrneNzufasfen, die Delegation zu stützen und zu stärken, um zu verhindern, daß die Forderungen der Gegenseite sich nicht noch weiter steigern und schließlich nur der Dawes- plan feinen Ramen wechselt, die Lasten aber im wesentlichen die gleichen bleiben. Deutschlands Vertreter für den Haag. tetne amtliche Verlautbarung über die Beschlüsse des Reichskabinetts. Berlin, 28. De;. (WB. Amtlich.) Der Delegation für die zweite Haager Konferenz gehören als Delegierte an: Der Reichsminister des Auswärtigen Dr. Curtius, der Minister für die besetzten Gebiete Dr. Wirth, der Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer und der Reichswirt- schastsminister Robert Schmidt. Als Sachverständiger nimmt an der Konferenz der deutsche Unterhändler in Paris Dr. Melchior teil. Soweit die Beratungen über die Internationale Bank es erforderlich erscheinen lassen, wird auf Anforderung der Delegation auch Reichsbank- präfident Dr. Schacht an der Haager Konferenz teilnehmen. 3m übrigen wird auf Vorschlag des Reichsbankpräsidenten das Mitglied des Reichsbankdirektoriums Geheimer Finanzrat Dr. Bocke der Delegation angehören. Bon den übrigen Reichsressorts gehören der Delegation folgende Herren an: vom Auswärtigen Amt Staatssekretär Dr. v. Schubert, die Ministerialdirektoren Dr. Gaus und Dr. Ritter: vom Reichsfinanzministerium Staatssekretär Dr. Schä f- f e r und Ministerialdirektor Dr. Dorn; vom Ministerium für die besetzten Gebiete Ministerialdirektor Miller; von der Reichskanzlei Staatssekretär Dr. Piinder und der Pressechef der Reichsregierung Ministerialdirektor Dr. Z e ch l i n. wie in politischen amtlichen Kreisen weiter verlautet, wird die deutsche Delegation am Abend des 2. Januar nach dem Haag abreifen und am vormittag des 3. dort eintreffen. Die Delegation der hauptbeteiligten Mächte werden dann wahrscheinlich noch vor Beginn der Eröffnungssitzung, die für fünf Uhr nachmittags angesetzt ist, miteinander Fühlung nehmen, um das Verhandlungsprogramm und die technische Abwicklung der Konferenz zu vereinbaren. Line Unter- gliederung in eine politische und eine Finanz- kommifsion, wie sie bei der ersten Haager Konferenz durchgeführt war, ist wohl nicht zu erwarten, da es sich diesmal ja nicht in so starkem Maße um politische, sondern sehr überwiegend um finanztechnische und juristische Fragen handelt. Soweit ihre Lösung im größeren Gremium der vollkonferen; als fchwie- Berliner preffestimmen. Berlin, 28. Dez. (TU. Funkspruch.) Die Tatsache, daß als Ergebnis der ausgedehnten Kabinettsberatungen unter Teilnahme des Reichs- bankpräsidenten Dr. Schacht, dieser selbst nicht als Mitglied der deutschen Abordnung zur zweiten Haager Konferenz gesandt wird, ließ bereits darauf schließen, daß die Schwierigkeiten zwischen dem Reichskabinett einerseits und dem Reichsbankpräsidenten andererseits bezüglich der Auslegung des Pariser Sachverständigengutachtens unüberbrückbar schienen. Zu dieser Frage nehmen denn auch am Samstag einige Berliner Abendblätter Stellung. Der sozialdemokratische „Abend" überhäuft Schacht mit den stärksten Vorwürfen und meint, Schacht habe geglaubt, der Reichsregierung sei für die bevorstehenden Verhandlungen Richtlinien und Bedingungen aufzuzwingen und das Ziel fortzusetzen, das er bei der Lieberbrückungsanleihe gegeben habe. Herr Schacht habe geglaubt, seine törichte Taktik bei den Pariser Verhandlungen könne im Haag wiederholt werden. Die Reichsregierung habe diese Zumutungen einmütig für unmöglich gehalten. — Die „Vossische Zeitung“ erklärt, Dr. Schacht habe anscheinend seine Teilnahme an den Haager Verhandlungen davon abhängig gemacht, daß sich das Reichskabinett auf fein bekanntes Memorandum festlege, mit anderen Worten, daß die deutsche tiger anzusprechen ist, wird für sie sicher ein Ausschuß von Sachverständigen eingesetzt werden. Wohl auch mit Rücksicht daraus ist die Zusammensetzung der deutschen Delegationn so gewählt worden, daß im wesentlichen dieselben Sachbearbeiter nach dem Haag fahren, die an der er st en Konferenz feilgenommen haben, wenn übrigens in einem Berliner Abendblatt die Tatsache, daß der Reichsbankpräsident Dr. Schacht nicht an der Konferenz feilnimmf, gewissermaßen als ein bedauerlicher Beschluß der Reichsregierung bargeffellf wird, so kann man nur darauf Hinweisen, daß dieser Entschluß allein von Herrn Schacht a u s g e h t. Er ist von der Reichsregierung mehrfach dringend gebeten worden, in der Eigenschaft als einer der hauptdelegierten an der Konferenz teilzunehmen, hat dieses Ersuchen aber, wohl mit Rücksicht auf fein bekanntes Memorandum, abgelehnt. Uber die Dauer der Konferenz läßt fich im Augenblick nur sagen, daß Brianb wohl hofft, nach Genf zur völkerbunbstagung fahren zu können, bie am 13. Januar beginnt. Ls steht aber nach dem Urteil unterrichteter beutscher Kreise noch keineswegs fest, ob bie Konferenz, bie boch bie ganze Aufgabe ber Ingangsetzung bes Houngplanes zu losen hat, sich bis bahin zum Abschluß bringen lassen wirb, zumal bie breizehn sogenannten offenen Fragen zum Teil boch noch erhebliche Schwierigkeiten machen bürsten. Man wirb also unter Um stäuben mit einer längeren Dauer ber Konferenz rechnen müssen. von Interesse ist and), baß auch die Schweiz zu der Konferenz eingeladen und an dem Abschluß beteiligt werden wird, da ihre Mitwirkung wegen des Sitzes der internationalen Bank notwendig ist. Die erforderlichen Vereinbarungen mit ber schweizerischen Bunbesregietung bürfen bereits getroffen sein. Abordnung mit gebundener Marschroute nach dem Haag gehe, um das durchzusehen, wozu Schachts eigene Kräfte bei den Pariser Verhandlungen nicht ausreichten. Im Gegensatz dazu meint die „D. A. Z.". durch das bekannte Memorandum habe die Person Dr. Schacht auch für das Ausland die Bedeutung eines politischen Programms, und zwar gerade eines tributpoliti- schen Programmes bekommen. Das Ausland habe wohl begriffen, daß der Reichsbankpräsident seinerseits entschlossen sei. eine Verantwortung fürdieVerfälschung desVoung- Planes abzulehncn. Die Entscheidung des Reichskabinetts muß als eine Ausschaltung Dr. Schachts vielleicht sogar als ein B l a n tote e d) fei für die Haager Konferenz gelten. Die Reichsregierung habe eine scharfe Waffe aus der Hand gegeben. Es sei um so bedauerlicher, als ein so dramatisches Vorgehen, wie Dr. Schacht cs für notwendig gehalten habe, mit der Llebernahme praktischer Verantwortlichkeit kompensiert werden mußte. Die „D. A. Z." schreibt u. a. weiter: Wir wissen nicht, was in der Kabinettssihung im einzelnen zur Erörterung gekommen ist. aber es ift uns bekannt, daß wenigstens bei einzelnen Mitgliedern des Kabinetts einerseits wie bei dem Reichsbankpräsidenten andererseits der lebhafte Wunsch bestand. eine gemeinsame Linie der Politik für den Haag zu finden. Es ist aufs tiefste zu Warum Sr. Schacht nicht mit nach dem Haag geht. arme ausgestreckt, überall hat es die Möglichkeit eines erweiterten Absatzes amerikanischer Industrieprodukte durch eingehende Marktuntersuchun- gen studiert. Die wirtschaftliche Offensive auf dem Weltmarkt ist für den Ernstfall auf das tatkräftigste vorbereitet. „America ante portas“ ist der Schreckensruf, den man jetzt in fast allen europäischen Ländern hören kann. Man erkennt, welche Bedeutung weltwirtschatt- licher Art ganz besonders aber auch für die Wirtschaft Europas, und hier wiederum Deutschlands, Englands, Frankreichs und Italiens in erster Linie, der Arnschwang der wirtschaftlichen Situation in Amerika im letzten Viertel des Jahres 1929 bedeuten kann. Steht wirklich ein Schleuderexport auf wichtigen amerikanischen Exportgebieten bevor, so wird die europäische Industrie hiervon um so schwerer getroffen werden, als gleichzeitig Amerika höhere Zölle plant, also seine eigenen Märkte stärker einmauert, während die Industrie der europäischen Märkte nach wie vor unter den hohen Lasten aus der Kriegszeit leidet und die deutsche Industrie insbesondere durch die Tributzahlungen schweren Zeiten entgegengeht. Das sind bedenkliche Aspekte für das kommende Jahr, die wir aus dem alten Wirtschaftsjahre der Welt hinübernehmen müssen. Rur eiserner Dehauptungswille der europäischen Wirtschaft kann eine Rettung bringen. Unö darum bleibt für die weltwirtschaftliche Struktur der deutschen Wirtschaft ein Lichtblick aus dem letzten Jahre, daß wir, wie die Verständigung der I. G. Farben mit dem amerikanischen Oelintereffen zeigt, technisch fortschreiten, daß wir ferner unermüdlich an der Organisation unserer Wirtschaft rationalisierend weitergearbeitet haben, — im Vertrauen auf bessere. Zeiten. Christlich-sozialer Dolksdienst. Zusammenschluß des Christlichen Bolksvicnstcs und der Christlich-sozialen Neichsvercinigung. Berlin, 28. Dez. (WB.) In gemeinsamer Sitzung haben Vertreter des Christlichen Volksdienstes und der Christlich-Sozialen Reichsvereinigung aus ganz Deutschland den Zusammenschluß beiber Bewegungen unter dem Ramen Christlich- Sozialer Dolksdienst beschlossen. Der Reichsvorstand setzt sich aus den Herren Bausch, Mitglied des Württembergischen Landtags. Hcrtwig, Mitglied des Reichstags, Hülser, Mitglied des Reichstags, Kliesch, Mitglied des Preußischen Landtags, Kling, Mitglied des Württembergischen Landtags, und Sinz en- dorffer (Stuttgart) zusammen. Die Vereinigung veranstaltete eine K un d g e b u ng, in der in mehreren programmatischen Ansprachen Ausgaben und Ziele dargelegt wurden. In seinen Begrü- ßungsworten betonte der Vorsitzende, Reichstags- abgeordneter Dr. Wumm, daß die Vereinigung für des Volks Ehre gegen die marxistischen Odeen kämpfe und die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Rentabilität sowie die Gesundung des M i 11 e 1 sk a n de s erstrebe. Sie habe insbesondere den Kamps gegen den Bolschewismus und andere zersetzende Erscheinungen auf ihre Fahne geschrieben. Abgeordneter H ü 1 - s e r verlas darauf den heute beschlossenen Aufruf an das deutsche evangelische Christenvolk, in dem in erster Linie gegen den bolschewistischen Einfluß Stellung genommen wird. Professor Vcidt von der Paulskirche in Frankfurt a. M. sprach sodann über das Thema „Volk in Rot“. Der Redner forderte, daß das erniedrigte und am Boden liegende Volk von innen heraus - - ohne Anwendung politischer Schlagworte — neu aufgebaut werde. — Oberlehrer Sin - zendörf fer lKardial b. Stuttgart), der Schriftleiter des „Christlichen Volksdienstes“. behandelte die Rot des deutschen Staates, der insbesondere durch den Radikalismus von links und rechts bedroht sei. - Reichstggsabgeordneter Behrens schilderte die Rot, die Verbitterung und Verzweiflung der ärmeren Arbeiterschichten des Volkes und forderte, daß die Auffassung von der Arbeit christlich fundiert und aus dem Materialismus dieser Zeit herausgerissen werde. — Als letzter Referent erörterte der württembergifche Landtagsabgeordnete Rektor Kling den „Kampf zwischen Glaube und Unglaube und die großen Schicksalsfragen des deutschen Volkes“. — Nachdem Generalsekretär Rudolf für die evangelischen Arbeitervereine gesprochen hatte und ein an den Reichspräsidenten gerichtetes Telegramm verlesen worden war, war die Kundgebung beendet. SluS f X -M Zu bcm Abkommen nehmen einige Berliner Blätter Stellung. Die „D. QI. Z." sagt. Deutschland habe Ursache, aufrichtig die Tatsache dieses Sonderabkommens zu begrüßen; denn die Bereinigten Staaten schieden damit aus der Gläu- bigereircheitsfront aus, die ihre für ihre Aufrechterhaltung notwendigen Kompromisse ja regelmäßig auf Kosten Deutschlands zu schlichen pflege Die .Börse nzeitung" sagt, mit dem Ab- plöhlichen Angriffes, den man nicht als absurd betrachten dürfe, in der Lage sein, den Feind daran zu hindern, in französisches Gebiet einzufallen. Die vorgcschme Räumung des Rheinlandes nötige Frankreich, seine Rordostgrenze in Verteidigungszustand zu versetzen. Die öffentliche Meinung im Auslande werde den ausschließlichen Verteidigungscharakter dieses Defestigungsgürtels erkennen. Das in Ausführung begriffene Programm benutze die natürlichen Schutzm.glichte.ten, also Flüsse, Wälder, Berge und mache auch das Sy st em de r künstlichen Ueberschwemmung ruhbar. An den Straßen und Strecken, die besonders offen lägen, wie bei Diedenhofen und im Lau- terbachtal, seien Verteidigungsanlagen m.t starker Artillerie und Schnellfeuergeschühen vorgesehen. Der Plan sehe eine Anzahl verlegbarer Desestigungswerke vor. und zwar in der Weise, daß gewisse Befestigungsanlagen auf Eisenbahnschienen rasch von einem Punkt der Grenze nach einem anderen übergeführt werden und dort in Wirksamkeit treten können. Dieses moderne Be'estigungsprogramm würde die Möglichkeit bieten, die zisfunmäßige Unterlegenheit Frankreichs zu Beginn eines Konflutes durch die vervollkommneten V'.rteidigungLmittel auszugleichen. — Die Kredite für die Grenzbefestigung werden sodann, ohne daß der Kriegsminister die Vertrauensfrage gestellt hat, gegen die Stimmen der Sozialisten und Kommunisten mit großer Mehrheit angenommen. 6t 161 unte . U in 8on Frankreichs Grenzrüstung im Osten. DieKammerbewilligtmitgroßerMehrheitdenMittiardenkredit Ein Gonderreparaiions- abkommen mit Amerika. Direkte Annuitätenzahlungen an die Vereinigten Staaten. Berlin, 28. Dez. (WTB.) Die Derhand- lungen über das Sonderabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten sind heute durch Ministerialdirektor Dr. Ritter und Herrn Wilson erfolgreich abgeschlossen worden. Rach dem Abkommen zahlt Deutschland die nach dem Sachverständigenplan vom 7. 3uni 1929 den Vereinigten Staaten von Amerika zustehenden Annuitäten nicht an die Bank für den internationalen Zahlungsausgleich, sondern unmittelbar an die amerikanische Regierung. Aus den deutschen Zahlungen werden zwei Arten amerikanischer Ansprüche befriedigt: diejenigen Ansprüche, die durch die Deutsch-Amerikanische Gemischte K o m m i s s i o n festgesetzt werden, und die amerikanische Forderung für rückständige De- satzungskosten. Das Abkommen schließt sich eng an die Form der zwischen den Vereinigten Staaten und anderen Mächten bestehenden Schuldenobkommen an. Die Priorität für die Dawesanleihe von 1924 bleibt gewahrt. Da Deutschland nach dem Boungplan nicht Schuldnerland der einzelnen Mächte, sondern der Gesamtheit der Gläubigermächte ist, muß bei den bevorstehenden Verhandlungen im Haag berücksichtigt werden, daß die amerikanische Annuität ausscheidet. Die deutsche Regierung wird deshalb das Qlbkommen zur Kenntnis der übrigen Gläubigermächte bringen. Amerikas neuer Botschafter in Berlin. Senator Fredcric Mosclcy Tackelt. Reuyork, 29.Dez. (TU.) Als Nachfolger des bisherigen Botschafters der vereinigten Staaten In Berlin, Shurman, wird FredericMofeley S a ck e t t, republikanischer Senator von Kentucky, den Berliner Botschafterposten übernehmen. Arederic Moseley Sackett ist ein intimer Freund des Präsidenten Hoover, mit dem er während des Weltkrieges die Ernährungsorganisation durch- führle. Er wurde im Jahre 1868 in Providence (Kentucky) geboren. Nach Ablegung des juristischen Staatsexamens auf der Harvard-Universität betätigte er sich als Anwalt. Später war er u. a. Präsident des Board of Tcade in Louisville (Kentucky) sowie Direktor der Zweigstelle der Federal Reserve Bank in Louisville. gen von Norwegen, Dänemark, Kanada und Spanien, sowie den Städten Fairbonks und Tromsö, den wissenschaftlichen Instituten, den Industrie- irmen und nicht zuletzt der Luftschiffbau Zeppelin G. m. b. H., die, die Expedition moralisch und materiell bereits so hochherzig gefördert haben, zu danken. Neues Land am Südpol. Der norwegische Fliegerkapitän Riis er - Larsen von der .Rorwegia"-Expedition teilt mit, daß er zusammen mit Kapitän Lützow- Holm im Haakon VII.-Meer im Südpolargebiet zwischen Coatsland und Eniterbyland neues Land entdeckt hat, das sie für Norwegen in Besitz genommen haben. Die beiden Flieger verliehen die „Norwegia" im Flugzeug und gingen auf einer offenen Stelle im Wasser nieder. Hierauf begaben sie sich auf Skiern an Land, hißten die norwegische Flagge und flogen dann zum Schiff zurück, bas etwa 100 Seemeilen entfernt auf die Fliegex wartete. Die gegenwärtige Expedition der „Rorweg'.a" ist die dritte dieser Art. Bei den beiden früheren Expeditionen wurde ebenfalls Besitzergreifung von Land vorgenommen, und zwar die Bouvet- inseln und die Inseln Peters I. Genaue Angaben über die Lage des nunmehr entdeckten Landes fehlen noch. Zur Orientierung diene jedoch, daß das in der Meldung erwähnte Coatsland auf dem 10. Grad westlicher und das Enderbyland auf dem 15. Grad östlicher Länge liegen. 3m Südpolargebiet verschollen. Der dem zur Zeit im Südpolarmeer tätigen norwegischen Walfischfänger »Kosmos" beigegebene Dordflieger L e i f L i e r ist von einem Fluge nicht mehr zurückgekehrt und seit 40 Stunden überfällig. In seiner Begleitung befand sich der Schiffsarzt der »Kosmos", Dr. Ingvald Schreiner. Etwa 16 Fangdampfer sind jetzt auf der Suche nach den Vermißten. Die Reeder des „Kosmos" haben außerdem den bekanntlich zur Zeit im Südpolargebiet tätigen Forscher und Flieger Byrd telegraphisch um seine Unter* stühung ersucht. Ein Personenauto in den Rhein gestürzt. In der Nacht zum Sonntag sauste in Emmerich ein mit fünf Personen besetztes Mietsauto in voller Fahrt am Hafenkopf die steile Böschung hinunter, prallte dort gegen eine Mauer und stürzte in den Rhein, allerdings an einer seichten Stelle, so daß das Auto noch aus dem Wasser herausragte. Der Zollbeamte Arndt und ein Fräulein Baumann konnten nur als Leichen geborgen werden, während zwei weitere Insassen mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus geschafft wurden. Der Fahrer wurde nur leicht verletzt. Der Arbeiter Eovalsky nicht der Düsseldorfer Mörder. Wie die Polizeipressestelle zu der Wiener Dlättermeldung über eine angebliche Spur des Düsseldorfer Mörders mit teilt, haben die Ermittlungen zu dem Ergebnis geführt, daß der Arbeiter Covalsky aus Düsseldorf, der während des Krieges in Oesterreich in einer Sprengstoff- Fabrik arbeitete, sür eine Täterschaft bei den Düsseldorfer Mordfällen keinesfalls in Frage kommt. Oie Wetterlage. £)i Ävf -Iochc letzten strahle' Äaiht mit sil mir ei hat un dergru rnonat' mat Äugen einen'I miW scheinen men iff Cßilb u in der Der L' Wie d Jahre kommt Zeiten Licht,, den w finden scheu stimm unser einem einem Das i fest un Auch suchen tert st« M den Hi Aber 1 sachte gar m alledei unfett mische wann ©tuni irrefii Dingi schau« ©lück Glück uns. Aicht slaltet, Dor tonnt« H°chg regen am 6 2000 Hier längs' Etun höhe Hütte zieher feinen, Seine, schräm Me feine Einst könnt mein« an m heit, keine du f oben mir. mein Al einze durch füllt Da t in di zum schuss« junge und n: es too erlebt« heute mit ( ?ingi den £ 2ohre rosig derbe, W\ derb« I>e fj richt« lrere« Di Nil kehr, grü&j blicke Lied, Kater M, M i Verlm unter der Vormundschaft. Die Sanierungsmaßnahmen des Oberpräsidenten. Berlin, 28. Dez. (WTB.) Der Berliner Magistrat besprach in einer außerordentlichen Sitzung erneut die Finanzlage der Stadt und die Uebertoinbung der Ultimoschwierigkeiten mit Hilfe des Überbrückungskredites. Qln den Beratungen nahm der Oberpräsident persönlich teil und erläuterte auf Anfrage verschiedener Magistratsmitglieder seinen Erlaß vom 20. Dezember dahingehend, daß er sich in vier Punkte zusammenfafsen lasse: 1. Solange die kurzfristige Verschuldung läuft, dürfen laufende Ausgaben nicht übernommen werden. 2. Der festgestellte Etat des Dezembers muh unter Verantwortung des Bürgermeisters unter allen älm ständen eingehalten werden. 3. Der Tilgungsfonds muß regelmäßig mit fünf Millionen Reichsmark monatlich gespeist werden. 4. Auch vermehrte Einnahmen aus der Tariferhöhung sollen in diesen Fonds ab» geführt werden, falls sie nicht zur Fertigstellung begonnener Bauten unbedingt notwendig sind. Der Magistrat war sich mit dem Oberpräsidenten darüber einig, daß die Finanzlage der Stadt auch über den 1. Januar 1930 hinaus weitere Sparmaßnahmen crforberlid) machen wird, um so mehr, als zurzeit bei der Geldmarktlage langfristige Anleihen nicht zu erwarten sind. Paris, 28. Dez. (WB.) Die Kammer hat den Gesetzentwurf angenommen, der die Ausführung der ersten Arbeiten zur Befestigung der ranzosischenO st grenze vorsieht. Es handelt sich im ganzen um 2900 Millionen, zu denen 400 Millionen Franks für die Verteidigung gegen Luftangriffe hinzukommen. Die beiden Kredite ollen im kommenden Budgetjahr in Hohe von zunächst einer Milliarde verwandt werden und zwar 750 Millionen für Pionierarbeiten und 250 Millionen für die Artillerie. Der Berichterstatter erklärte, daß die Durchführung des Befestigungskranzes angesichts der eventuellen Räumung der Rheinlande notwendig sei. Frankreich müsse in der Lage ein, gleich in der ersten Stunde mit einer relativ schwachen Deckungstruppe j ebc n f e in krischen Einbruch auf f ranzösis ches G e- biet zurückzuweisen. Bei den neuen De- estigungswerken ist alles vorgesehen, um die Besatzung vor den stärksten Granaten und vor den Gasen zu schützen. Entsprechende Versuche haben gute Ergebnisse gezeitigt. 1930 wird eine er ste Sperrkette fertig sein, die dann allmählich immer mehr verstärkt werden wird. Die Annäherungspolitik und die Politik der Anlegung von Defestigungswcrkeii an den Grenzen ergänzten einander und seien eng miteinander verknüpft. Frankreich müsse, wenn es Deutschland die Hände reiche, in voller Sicherheit dasteh:n. Krteg m'nister Magi- not erklärte, Francreich müsse im Falle eines Oie Forderungen der indischen Nationalisten. Beunruhigung in England. Lahore, 29. Dez. (WTB.) Die erste Vollsitzung des gesamtindischen nationalistischen Kongresses ist nach Abschluß der einleitenden Ausschußberatungen von dem Präsidenten Pandit Iawaharlal R e h r u eröffnet worden. Rehm bezeichnete sich in seiner Ansprache als Sozia- listen und Republikaner und setzte sich unter Ablehnung des Dominion- st a t u s für folgende Programmpunkte ein: Kampf zur Erringung vollständiger nationaler Unabhängigkeit, sofortiger Beginn des Boykotts der zur Zeit bestehenden gesetzgebenden Körperschaften, Organisation einer friedlichen Massenbewegung unter der Parole des Steuer st reiks. In der englischen Presse wird die Sortierung der indischen Aationalistensührer, Indien die völlige ilnabbängtgfeit zu gewähren, eingehend 'M Lich tanz 7.2 Mit des, N- Äri Frankreich und die Internationale dank. Schwaches Vertrauensvotum für Tardieu. Paris, 28.Dez. (WB.) In der Kammer haben die radikalen Abgeordneten Margaine und Georges Bonnet sowie der Sozialist Rens Brunet Interpellationen über die Bank für internationalen Zahlungsausgleich eingebracht. B onnct erklärte, es fei seltsam, daß Dr. Schacht als deutscher Sachverständiger mit Erfolg ein Memorandum gegen die Regierung habe herausbringen können, die ihn mit der einfachen Rolle eines Sachverständigen betraut habe. Die Politiker sollten es den von ihnen ernannten Sachverständigen nicht mehr gestatten, aus der ihnen zugeteilten begrenzten Rolle herauszutreten. Obwohl es sich bei der Bank für internationalen Zahlungsausgleich nicht um eine Emissionsbank handele, werde sie doch indirekt Inflation erzeugen und den Staaten Vorschüsse bewilligen können. Die Amerikaner könnten eines Tages das Wirtschaftsleben Europas beherrschen: denn die Bank vertrete private amerikanische Interessen. Die Mobilisierung der Schulden in Amerika werde schwierig sein. Rechne man etwa zur Durchführung der Mobilisierung auf den französischen Markt? Die Leiter der Emissionsbanken würden durch die Bank für den internationalen Zahlungsausgleich eine übergroße Macht erhalten. Welche Maßnahmen gedenke daher die Regierung zu treffen, um Garantien gegen d i e Diktatur der großen Banken und für die Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit des Staates zu erlangen? Die Kammer lehnte dann die Tagesordnung Bonnet, gegen die die Regierung die Vertrauensfrage gestellt hatte, mit 316 gegen 271 Stimmen ab und nahm die von der Regierung gebilligte Tagesordnung durch Handaufheben an. besprochen. — Daily Rews (liberal) bezeichnet die Rachrichten aus Indien als schlecht. Das Blatt hält die völlige Llnabhängigkcit für Indien unter den gegenwärtigen Verhältnissen für g a n z undenkbar. Die vorgeschlagene Kongreßentschließung seht nach der Ansicht des Blattes an die Stelle eines wirklichen und praktischen Ideals eine törichte Illusion. — Der Sonderkorrespondent des „Daily Telegraph" in Lahore meldet, sowohl die Gemäßigten im Kongreß als auch die mohammedanischen Führer, die ein lieber gewicht der Hindus befürchteten, seien erfreut über tuie Annahme einer Politik durch die Extremisten, die fich als selbstmörderisch erweisen müsse. Die „Time s" berichtet aus Lahore: Es ist unmöglich vrrauszusagen, welche Entscheidungen die nächsten Tage bringen werden. In der gegenwärtigen Welt, in der die revolutionäre Begei- ftemng eine große Rolle spielt, kann alles und jedermann allzuleicht'in eine derartige Bewegung hineingerissen werden. Selbst wenn der Kongreß beschließt, vorläufig abzuwarten, so hat die Entschließung des Arbeitsausschusses doch schon Leidenschaften an die Oberfläche gebracht, die seit langem gegärt haben. Der 1. Januar wird ein kritis cher Tag in den Industriemittelpunkten, insbesondere in Kalkutta und Bombay, sein. kommen werde von amerikanischer Seite, wirt- chaftlich gesehen, bekundet, daß man zu dem Funktionieren der Bank Internationaler Zahlungen kein allzu großes Vertrauen habe. Vielleicht preche aber auch bei dieser offenbar auf amerikanische Anregung getroffenen Regelung die Tendenz mit, zu einer Stärkung der Position der B.I. Z. durch Benutzung ihrer Organisation nicht irgendwie beitragen zu wollen, da möglicherweise in einem späteren Entwicklungsstadium der B. I. Z. eine Vertretung gesamteuropäischer Interessen gegenüber den amerikanischen Gläubigerinteressen sich herausbilden könnte. Der „Bör- sen-Courier" weist darauf hin, daß das Abkommen der amerikanischen Stellungnahme Rechnung trage, daß die Vereinigten Staaten in keiner Weise direkt und offiziell am Boungplan und somit auch nicht an der Internationalen Bank beteiligt sein wollten. bedauern, daß diese Tendenzen nicht durch- gebrungen sind, und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß beide Teile daran schwer zu tragen haben werden: Das Kabinett, dessen politische Vorbereitungen für die Verhandlungen fast alles zu wünschen übrig lassen, und der Deichsbankpräsident, der im Haag als gleichberechtigter Verhandlungsführer durch den Zwang der Tatsachen sehr halb eine überragende Dolle gespielt hätte und mindestens in der Lage gewesen wäre, noch schlimmeres zu verhüten. Das „BerlinerTagedlatt" schreibt: „Man hatte erwarten dürfen, daß Dr. Schacht Mittel und Wege finden würde, die es ihm ermöglichten, durch ^Beteiligung an der Haager Delegation auch nach außen hin die tatsächliche Mitverantwortung für den Doungplan und seinen politischen Nahmen auf sich zu nehmen, die er in gewisser Hinsicht schon jetzt durch den Inhalt und die Lücken der neuen Re- parationsregslung trägt; eine moralische Verantwortung, die durch feinen letzten Eingriff in den Gang der deutschen Finanzpolitik nur noch vergrößert worden ist." — Der demokratische „Börsen- Courier" kommt zu dem Schluß, daß es nur natürlich sei, daß der Haager Delegation Dr. Schacht nicht angehöre, der starr bei seiner Auffassung bleibe, daß der von ihm mit mancher Lücke an empfindlichsten Stellen belassene Youngplan unter keinen Umständen verschlechtert werden dürfe. Die deutschen Unterhändler könnten nicht mehr widerrufen, was sie bei der ersten S)aa= ger Konferenz vereinbart hätten, so wenig, wie sie dazu bereit seien, bie sehr weitgehenden Vorabmachungen für die Schlußkonferenz aufzuheben, die nur noch wenige, wenn auch wichtige Probleme offengelassen hätten. Um diese werde im Haag sich ein Kampf entspinnen, der sehr hartnäckig werden könne, da die deutsche Delegation jeder weiteren Zumutung sich mit aller Kraft des Willens und hoffentlich auch gesunder Nerven entgegenstemmen werde. — Der „Vorwärts" begrüßt den Beschluß der Reichsregierung, Dr. Schacht nicht nach dem Haag zu entsenden. Nach heftigen Angriffen gegen Dr. Schacht meint das sozialdemokratische Zentralorgan, man müsse nun freilich damit rechnen, daß die Schacht-Fronde gegen die deutsche Reparationspolitik während und nach der Haager Schlußkonferenz mit verstärkter Rührigkeit einsetzen werde. Das sei es auch gewesen, was die Reichsregierung wohl vermeiden wollte und weshalb sie mit ihm über feine Entsendung nach dem Haag verhandelte. Da gebe es eben für die Regierung und die Regierungsparteien nur eine Haltung: es müsse endlich der Stampf mit der Schacht-Fronde ausgenommen werden, — und zwar ganz anders, als es nach seinem Memorandum geschehen sei. Aus aller Welt. Wilhelm Maybach gestorben. Oberbaurat Dr. ing. h. c. Wilhelm Maybach, Gründer der Mahbachwerke und. Mitbegründer der Daimler-Motoren-Gesellschaft, ist in Stuttgart am Sonntagfrüh im Alter von 84 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. „ r Maybach begann 1872 seine Tätigkeit als Chef des Konstruktionsbureaus in der Gasmotoren- fabrik Deutz, die damals unter der Leitung Georg Daimlers stand. In gemeinschaftlicher Arbeit mit diesem wurden nach und nach die grundlegenden Erfindungen für die Konstruktion des Automobils gemacht und der Rame dieser beiden Männer wirb auf immer mit der En w'.cklungkgefchichte des Automobilismus aufs engste verknüpft bleiben. Rach einer Studienreise nach Philadelphia zum Besuch der Weltausstellung folgte Maybach 1882 seinem Freunde Daimler nach Cannstatt, wo dann gemeinsam an der Konstruktion von rasch- laufenden, . leichten Motoren für Land- und Wasserfahrzeuge gearbeitet wurde. Hier gelang es Maybach, die Glührohrzündung zu erfinden, die zusammen mit dem schon in Deutz hergestellten Vergaser einen weiteren großen Fortschritt für die Schaffung eines Fahrzeugmotors bedeutete. Es folgten die von Daimler erfundene Kurvensteuerung, der Zwei-, später der Vierzylinder. 1890 gründete Maybach ein eigenes Unternehmen und machte seine größte Erfindung, den Sprih- düsenvergaser. Schon nach kurzer Zeit übernahm dann Maybach die technische Direktion der inzwischen gegründeten Daimler- Motoren-Gesellschast und machte hier Erfindung auf Erfindung: die Kulissenschaltung, den Stahlrahmen, die Achsenkonstruktion, den Kühler, Ausnützung des Schwungrades als Ventilator, dem Hinterachsenantrieb it. a. m. Die Daimler-Motoren-A.-G. hatte mit den von ihr konstruierten Wagen im In- und Ausland große Erfolge, insbesondere mit dem von Maybach geschaffenen Mercedes-Wagen, der auf der Ausstellung in Paris 1900 mit seinen Neuerungen berechtigtes Aufsehen erregte. Daimler starb 1900 und an seiner Stelle übernahm Maybach die Leitung seiner Werke, aus denen er 1907 aus- schied, um sich in Cannstatt zur Ruhe zu setzen. Aber schon 1909 begann sein unermüdlicher Ar- beitsdtang sich aufs neue zu betätigen. Er begann in Gemeinschaft mit seinem Sohne, Karl Maybach, für den Grafen Zeppelin Flugzeugmotoren zu bauen, die Maybach-Luftschiffmotoren, mit denen alle heutigen deutschen Luftschiffe ausgestattet sind. Die Polarsahrl des „Graf Zeppelin". Zu der im April—Mai 1930 geplanten Polarexpedition des „Graf Zeppelin" erklärt der Vorstand der Aero Arctic u. a.: Es ist infolge der allgemein schlechten wirtschaftlichen Lage nicht gelungen, die Versicherung des Luftschiffs so frühzeitig unterzubringen, daß mit der Durchführung der E x p e d i t i o,n für das Jahr 1930 gerechnet werden kann. Erst jetzt eröffnen sich günstigere Aussichten für den Wschluh der Versicherung, und nunmehr hofft der Vorstand der Aero Arctic, die Expedition im Jahre 1931 mit Bestimmtheit durchführen zu können. Der Vorstand der Aero Arctic nimmt diese Gelegenheit wahr, ganz besonders der deutschen Reichsregierung, den Regierungen der Vereinigten Staaten, der Sowjet-Llnion, den Regierun- AM ”!? IM MM W M ewomemos. ontner. QnaiD oedtent.® woiki^o oedtm • »Schnee a Graupeln e Heoel K Gewnter.(§)Wind$til!e.O WV eiente- Osi ■nass-qe» ludsuowest b stürmischer normest oit Pteue fliegen mit dem winde Sie oeiden Stationen stehenden Zah* itn gehen die Temperatur an Die Limen verpmdeo Orte mit gleiche^ Mf Metreson/eau umae»*c*>netei» Luftdruck Wettervoraussage. Die Wetterlage steht im Zeichen der nördlichen Tiefdruckstörung, die die Ausläufer ihrer Südseite über Deutschland erstreckt. Maritime Westluft flieht infolgedessen nach dem Kontinent und läßt noch kein beständiges Wetter zu. Wohl gehen die Temperaturen zurück, dürften aber nur in frostgefährdeten Lagen den Gefrierpunkt erreichen und auch etwas darunter gehen. Wettervoraussage für Dienstag: Veränderliches Wetter, mit Bewölkung und Aufheiterung abwechselnd, kühler, keine oder nur vereinzelt geringe Riederschläge. Witterungsaussichten für Mittwoch: Roch kein beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 29. Dezember: mittags 11,8 Grad, abends 7,2 Grad: am 30. Dezember: morgens 5,7 Grad: Maximum 12 Grad, Minimum 5,3 Grad. Erdtemperaturcn in 10 cm Tiefe am 29. Dezember: abends 0,2 Grad, am 30. Dezember: morgens 1,4 Grad Celsius. — Riederschlag 0,3 Millimeter. Amtliche Winkerfporlnachrichken. Harz (Braunlage): Bewölkt, 2 Grad minus. Schneedecke durchbrochen. Pappschnee, Sci und Rodel stellenweise möglich. Schwarzwald (Feldberg): Leichter Schneefall, minus 1 Grad, 30 Zentimeter Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut Alpen (Garmisch-Partenkirchen): Witterung heiter, 1 Grad, 10 Zentimeter Schnee, gekörnt, Spprtmöglichkeit für Ski und Rodel fefyc gut. — Berchtesgaden: Heiter, 13 Zentimeter Schnee, verharscht, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. in nayen. UM. (oruna Ä * mS“» ibpoL yüan 3>j}. ^ira tellt >t im ky®to. ■t St11* WA' U)tto®ÄäU| ‘Ä 3 '• Genaue An. N Ed-L K ™n« 6i* icioung ermähnt ?5 »ct 2 151 Trad östl-chn «tollen. Mjrawr tätigen •?^moß beigege- lpon einem Fiuoe 'bN und seit 40 , Weitung bejand S8 ' Dr-2ngva!d ^mpsn sind jetzt achten. Die Reeder -m öen bekanntlich lh9«i Forscher und M seine Unter* Wn Bü^t. 1 lauste in Emmerich iöteß Mietsauto in die steile Röte dort gegen eine cn Ahein, a!le» e, so daß das Auto usragte. Der Zoll- lein Raumann tonn« eborgen Werben, en mit lebensgesähr- :ankenhaus geschasst : nur leicht vertat. Meldorfer Mtec. le zu der Neuer mgebliche £?ur des It, haben die toll- -sührt, daß der Ar- Idorf, ter Lehrend ,n einer Lprengstoss« Läterschast bei den keinessalls in äSS’-** yud russagc- Zeichen W1 (u^uier fi(ui| W ®°n“lrfsSt noch! ft € t n, 28. Dez. Vachdem am zweiten Weihnachtstage derMännergefangverein feinen sehr gut besuchten Weihnachtsball im Saal der Gastwirtschaft Groh abgehalten hatte, der einen harmonischen Verlauf nahm, fand dort am dritten Feiertag die Weihnachtsfeier des hiesigen Zweigvereins des Vogelsberger Höhenclubs bei ebenfalls guter Beteiligung in der herkömmlichen Weise statt. Eine ganze Anzahl hübscher Weihnachtsgedichte und »stücke, die mit viel Fleiß und Sorgfalt eingeübt waren, wurden von Kindern zum Vortrag gebracht und sanden lebhaften Beifall. Bürgermeister Appel begrüßte in schwungvoller Ansprache, die mit einem selbstverfaßten Gedicht schloß, die Erschienenen. Eine Verlosung trug zur Hebung der festlichen Stimmung ihr Teil bei. P Unter-Seibertenrod, 27. Dez. Am Heiligen Abend fand hier ein liturgischer Abendgotttesdienst beim strahlenden Lichterglanz des Christbaumcs statt, dessen Ausschmückung auch in diesem Jahre wieder Bürgermeister Momberger in dankenswerter Weife übernommen hatte. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand das Weihnachtsevangelium, mit Ansprache, das von den Liedern der Gemeinde unter Begleitung des Posaunenchores Unter- Seibertenrod und des SchülerchorA, des Männerchores und der Iugendgruppe von Unter-Seibertenrod unter Leitung von Lehrer Dutteron umrahmt wurde. Die Kollekte an diesem Abend war für Bethel bestimmt. ± Groß-Eichen, 27. Dez. Am zweiten Weihnachtstag hielt der Turnverein im Rahnschen Saale feinen diesjährigen Familienabend ab, der sehr gut besucht war. Vach einem lieblichen Reigen, der von jungen Turnerinnen getanzt wurde, wurde zunächst die bekannte Operette: „Die Winzerliesel" aufgeführt. Als weiteres Stück gelangte noch ein Lustspiel zur Aufführung. Beide Stücke, einstudiert von dem ersten Vorsitzenden des Turnvereins, Lehrer D o p f, wurden flott gespielt und gefielen sehr. Darauf stellten Turner und Turnerinnen noch einige sehr hübsche Pyramiden. Ein Sologesang reizte die Lachmuskeln sehr. Tanz beschloß die Veranstaltung. Der Familienabend zeigte wiederum, daß der noch junge Turnverein in unserer Gemeinde festen Boden gewonnen hat. I Ober-Lais, 28. Dez. Wie alljährlich, veranstaltete der hiesige Gesangverein „Liede r s r e u n d" unter Leitung seines Dirigenten, Lehrers Strößinger, am zweiten Weihnachtsfeiertage im Saale d?s Gastwirts Werner einen llnterhaltungsabend. Der Abend brachte ein buntes Programm: Vach flotten Weisen der hiesigen Musikkapelle sang der Verein mehrere Lieder. Zur Einweihung des neuen, aus dem lleberschuh des im Sommer hier abgehaltenen Sängerfestes erworbenen Vereinsklaviers kamen mehrere vierhändige Klavierstücke zum Vortrag. Ein stimmlich sehr gut begabtes Mitglied des Vereins sang mehrere Lieder mit Klavierbegleitung, einSchnell- maler zeigte seine Künste. Den Abschluß bildete ein flott gespielter Einakter. Der Saal war sehr gut beseht. Das Publikum war von den Darbietungen hochbefriedigt. ’4ID Prosit Neujahr! Für die Bowle t e n U8<83 Brezeln / Kreppei Storchnester und Spritzkuchen empfiehlt in bekannter Güte Bäckerei, Konditorei und Cafe Sommer Bismarckstraße 26 Telephon 2939 Afflend DöU BeiBner Bettler Haler Keil Schwarz 10765D 1)7580 08293 Hotel-Restaurant Hindenburg Große Silvesterfeier 10760D Gießen, den 30. Dezember 1929. Hungen, den 28. Dezember 1929. 1075JD !07o6D Hotel Schütz Tanz Eintrittskarten sind unentgeltl.beimPortier zu haben 10757D Hauptniederlage: Fritz Heinzerling, Schiffen berget Weg 32 Ihre Neujahrs Glückwünsche lösen Sie ab Kleidern. 10767D Beginn des Unterrichts: Montag, 6. Januar 1930. Für Silvester empfehlen wir: Zum Glühwein Theater-Cafe Ernst Ludwig Dunkler Anzug erbe Zum Punsch Zur Bowle Alle Preise einschließlich Flasche sämtlicher führenden Firmen zu Originalpreisen Thams&Garfs Seltersweg 68a Seltersweg 68a Mäusburg 3 5% Rabatt! 10169D 3.75 5.- Griechischer Rotwein Spanischer Rotwein.. Rotwein-Extrakt... 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Mafchinen- nähen, Stickereien jeder Art, Aenderung von Walche und Bahnhof- Markt- ztrshs strafte In sämtlichen Restaurationsräumen Silvesterfeier Todesanzeige. Heute früh 8 Uhr ging mein lieber Mann, unser Bruder, Schwager und Onkel Herr Jakob Weidenhaus plötzlich und unerwartet heim. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Susanne Weidenhaus geb. Wenk Gießen, den 29. Dezember 1929. Die Beerdigung findet auf Wunsch des Verstorbenen in der Stille statt Beileidsbesuche und Blumenspenden dankend verbeten. 7t Fl. Mk. 1.- 7, Fl. Mk. 1.20 Beim Einkauf von 2 Flaschen Wein erhalten Sie 1 Weinglas gratis 2.- 2.50 Fordern Sie überall: Staatl. Bad-Nauheimer Germaniabrunnen Das natürliche Mineral-Tafelwasser von Weltruf Walltorstraße 12 Med.-Drogerie Haus Hindenburg Hermann Elges Die unterzeichneten Konditoreien empfehlen ab Silvester täglich Feinste Kreppei und Berliner Pfannkuchen 7,Fl. 1.90 225 1.90 2.25 1.75 2.25 Reh Hasen, Gänse, Puten ufro. empfiehlt au Ncuiabr billigst Block- Frankl. Str.l Selters- Neuen strafte Ecke Sfidanlafie weg Bane Todesanzeige Unterfertigte erfüllt hiermit die traurige Pflicht, von dem Ableben ihres 1b. Bbr., a. B. Curt Erwin Katz stud. med. geziemend Kenntnis zu geben. Die Verb, i K. C. Neo-Friburgia (Freiburg L Br.) i. A.; Alfons Silbermann X 1 )7720 C. F.-Weinbrand, gar. rein, 7i Fl. Mk. 3.75, 1/i FL Mk. 2'00 C. F—Weinbrand-Verschn., 7j FL Mk. 3.10, Vs Fl. Mk. 1.65 Echter Jamaica-Rum. -... Vi Fl. Mk. 10.00, V, FL Mk 5-25 Echter Batavia-Arrak .... 7i Fl. Mk. 12.00, V, FL Mk. 6.50 Jamaica-Rum-Verschnitt, Vi FL Mk. 3.60, V, Fl. Mk. 1.90 Batavia-Arrak-Verschnitt, 1/1 FL Mk. 4.40, 7- Mk. Todesanzeige. Am 28. Dezember, nachmittags 37- Uhr, wurde unsere liebe Bertha von ihrem langen, schweren Leiden, im Alter von 44 Jahren, durch einen sanlten Tod erlöst. Die schmerzlich tiefbewegten Hinterbliebenen: Carl Flett, Scblossermeister, Vater Familie Johanna FlettWwe. Familie Karl Flett Familie Ludwig Luh Gicfien (Teufelslustgärtchen 22), Bad-Nauheim, Mainz, den 30. Dezember 1929. Die Beerdigung findet Dienstag, den 31. Dezember. nachmittags 1 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. J. Zörb Wwe. Tel. 2613 [08289 Pfirsiche, ganze Frucht geschält.....7i Dose Mk. 1.60 Erdbeeren.............................7i Dose Mk. 2.20 Ananas .....................Dose Mk 0.60,1.10, 1.60 la reintöniger Weißwein, lose . la Weißwein in Flaschen...... Obstschaumweine............. Traubensekt: Schloß Wachenheimer, Riesling ........Vi FL Mk. 5.00 Schloß Wachenheimer, Auslese ... /, FL Mk. 5.50 Matheus Müller Extra, Ausl., iF1:Mk.6.90, /2F1.Mk.3.95 Henkell Trocken...........7i FL Mk. 6.90,% ^Mk. 3.95 Hassia-Sprudel.........................FL o. Glas 22 Pf. Obstkonserven: Jn froher 'Stimmung I ins neue Jahr! I M Zum Glühwein:-] M Zum Grog 1/ FI Rum-Verschnitt 367.,..................3.60 Rum-Verschnitt 40%..................4.25 Arrak-Verschnitt c8%.................3.60 Arrak-Verschnitt 40%.................4.25 Weinbrand-Verschnitt 38°/,............3.20 Reiner Weinbrand (Scharlachberg)3870 4.25 Cl. «3. Gießen, Bahnhofstraße 40, Telefon 3656 117200 Gießen, Walltorstr. 2 Ecke Lindenplatz, Telefon 3263 Gesangverein „(inncorilla**. gegr. 1864 Nachruf. AmFreitagabend erhielten wirdietraurigeNachricht von dem Ableben unseres Ehrenvorsitzenden Herrn Philipp Horn Wirbetrauei n in dem Heimgegangenen einen treuen Sangesbruder und Förderer des Vereins sowie des deutschen Liedes. Er war über 40 Jahre aktives Jlit- ulied unseres Vereins und gehörte zirka 39 Jahre dem Vorstande an. Während dieser Zeit hat er sich durch seinen vornehmen Charakter einen ewigen Denkstein in unserem Verein gesetzt. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Gesangverein Concordia, Gießen. Fruchtpunsch von besond. Feinheit Kräuterhaus düng l.f. 8. II Men Silvester [10763D Milien- 3nfammeniuntt im iBereittdbcim. Stadttheater IZ.Mnswü M.-vrit. Neu einstudierl: Wltz-vlM Poife mit (Mefonn in drei Aufzügen von H. Wilken und O. JustinuS. Di u nk von (Suft. Michaelis. Für Silvester! Zum Punsch: Arrak, Rum, Weinbrände, Rotweine Düsseldorfer Punsche Für die Bowle: la Weiß- und Rotweine. Obstschaumwein Schaumweine Nr. 504 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 50. Dezember 1929 Grenz- und auslandsdeutsche Zahresschau. Von Or. Karl G. von Laesch, Vorsitzendem des Deutschen Schutzbundes. Las vergangene Jahr hat das erste Jahrzehnt der Nachkriegszeit abgeschlossen. 21m 10. Januar des neuen jährt sich zum zehnten Male der Tag, an dem das Versailler Diktat in Kraft trat. Not und Unheil brachte es. brachten die Schwestcrdiktatc über das gesamtdeutsche Volk. Noch immer harren brennende Fragen ihrer Lösung, die eine verfehlte politische Neuordnung Europas aufwarf. Was hat das letzte Jahr dem kämpfenden deutschen Volke jenseits der deutschen Staatsgrenzen gebracht? In vielfacher Beziehung war es bedeutsam für das Ringen um Volkstumsgeltung gegenüber staatlicher Willkür. Man hat es schon vor seinem Beginn das „Jahr der Minderheiten" genannt. Diese Prophezeihung war richtig. Denn wenn wir die Tagungen und Kongresse betrachten, welche es mit sich brachte, aber auch das neuerschienene fremde französische und englische Schrifttum über Volkstumssragen und Not. so zeigt sich, daß der Gesamtkomplex der Minder- heitensragen in ungleich umfassenderer Weise vor der internationalen Oeffentlichkeit ausgerollt wurde, als das in früheren Jahren möglich war. Die Entscheidungen des Dölkerbundsrates in Genf und Madrid waren freilich nicht immer befriedigend. Manche Notwendigkeiten des Minderheitenschutzes blieben unerfüllt, die Pflichten des Völkerbundes ungeklärt. Das ist um so schlimmer, als das bisherige Verfahren völlig unzulänglich war. Daß von 208 Beschwerdefällen seit dem Bestehen dieser Einrichtung nur ganze zwei Fälle überhaupt erledigt worden sind (und auch das nicht einmal durch Entscheidung des Dölkerbundsrates, sondern auf dem Wege direkter Liebereinkunft zwischen den Parteien), wies eine ausgezeichnete Schrift Herbert von Truharts nach, die bis heute unwidersprochen geblieben ist. Wird das in Zukunft besser werden? Die Frage ist schwer zu beantworten. Die in Madrid durchgesehten Verbesserungen des Klageversah- rcns beschränken sich nämlich (so wichtig sie an und für sich sind) auf das Formale. Dennoch hatte die Tagung in Madrid wesentliche Ergeb- irisse: die These, die seinerzeit der Brasilianer Mello Franco ziemlich unangefochten aufgestellt hatte, das Genfer Minderheitenrecht stelle ein Liebergangsverfahren dar, um die Minderheiten ohne Härte und „auf friedlichem Wege" dem Staatsvolk zu assimilieren, wurde endgültig beseitigt. Das Minderheitenproblem kann — das ist nicht zuletzt der Initiative des verstorbenen deutschen Außenministers Strcsemann zu verdanken — von den mindcrhei tenfeindlichen Staaten nicht mehr aus der grundsätzlichen Debatte verdrängt werden. (Hier sei an die letzte Rede Stresemanns in Genf erinnert, welche die unlösbare Verknüpfung der Minderheitenfrage mit den Versuchen, Europa durch einen engeren Zusammenschluß der Völker und Staaten zu befrieden, erinnert: ferner an die Ausführungen des englischen Ministerpräsidenten Macdonald, der ertlärte, daß das Minderheitenproblem „ein Problem des geistigen Wohlbefindens der Völker sei, die in zusammengesetzten Staaten lebten".) Das ist immerhin ein Fortschritt. Es wird jedoch der Zusammenfassung aller im Sinne der europäischen Befriedung ehrlich arbeitenden Kräfte bedürfen, um das Erreichte weiterzutreiben und die heute von der Praxis zu unrecht eingeengte Garantiepflicht des Völkerbundes auszubauen. Der Tod Stresemanns reiht freilich eine schmerzliche Lücke in die treibenden Kräfte. Der zweifellos wachsenden Teilnahme der internationalen Oeffentlichkeit an den Minderheiten und den Bemühungen, die Gesamtfragen des europäischen Ausgleichs zu klären und für die fragwürdigen Bestimmungen des geltenden Minderheitenrechts praktische Reformvorschläge aufzustellen und durchzusehen (um beides bemühten sich die Minderheitenorganisationen, der europäische Rationalitätenkongreß und der Verband der deutschen Volksgruppen, mit erfreulicher Energie) steht die tatsächliche Lage der Minderheiten noch immer lrah genug gegenüber. Cs ist hier nicht möglich, ein umfassendes Bild jeder einzelnen deutschen Volksgruppe zu geben. In Nord- s ch l e s w i g werden die Deutschen bei der Land- zutcilung ausgeschlossen. Man kauft und zerschlägt dort größere Bauernhöfe von staatswegen. Die Einbringung des sog. Landeswehrgeseyes in Lettland, das trotz aller Beschönigungsversuche ein Ausnahmeverfahren gegen Angehörige der deutschen Minderheit darstellt, zeigt, wie schnell sich in diesem Staate, trotz loyaler Mitarbeit der Deutschen, trotz (oder wegen?) ihrer Beteiligung an der Regierung, der Rückfall zu Willkür und rechtswidriger Ausnutzung der zahlenmäßigen Llcbcrlegenhciten des Mehrheitsvolkes vollziehen kann. Was Litauen anbelangt, so hat zwar der inzwischen zurückgetretene Diktator Woldemaras auf der Herbsttagung des Völkerbundes hervorgehoben, daß Paneuropapläne ohne vorherige Lösung der Minderheitenfrage keine Aussicht auf Verwirklichung hätten, aber diese Einsicht hat den litauischen Staat selbst nicht daran gehindert, das Deutschtum auf dem Gebiet der Kirche und Schule weiter zu entrechten, insbesondere aber auch im Menlelgebiet das Autonomiestatut immer wieder beiseite zu schieben. Lind in Polen? Die Klagen der deutschen Minderheit vor dem Forum des Völkerbundes rissen nicht ab. Sie gehören (ebenso wie der rumänisch-ungarische Optantenstreit) zu den regelmäßigen Erscheinungen auf der Tagesordnung in Genf, sei es, daß es sich um Verletzungen minderheitenrechtlicher Bestimmungen überhaupt oder um Bruch der Vertragsbestimmungen der oberschlesischen Sonderregelung handelt. Rach wie vor seht sich Polen über das Elternrecht hinweg — und auch das war für das vergangene Jahr charakteristisch, daß. neben den Verhaftungen führender Persönlichkeiten auf Grund unbewiesener Beschuldigungen, die Enteignungen und Liquidationen deutschen Eigentums erneut ausgenommen wurden. Wird das deutschpolnische Abkommen die Lage der deutschen Minderheit in Polen tatsächlich verbessern können? Wenn es von Polen loyal erfüllt wird, gewiß! Mit Sicherheit darf man damit nicht rechnen, angesichts der Erfahrungen, die die Deutschen immer wieder machen mußten. Dazu kommt, daß Polen sich nicht entschließen konnte, auf das Wiederkaufsrecht vollständig zu verzichten und daß auch noch andere Bestimmungen des Vertrages viel bedauerliche Lücken oder Unklarheiten aufweisen. In diesem Zusammenhang kommt es nicht darauf an, ob die Abmachungen für Polen oder für das Deutsche Reich günstiger sind. Wichtig ist vielmehr, festzustellen, daß man deutscherseits ein ganz außerordentliches Entgegenkommen gezeigt hat, einen Verständigungswillen, der Polen vor sehr unangenehmen Prozessen vor dem Haager Schiedsgerichtshof befreit. Die moralische Last der Liquidationen, der Enteignungen, der Vertreibungen und vor allem der sog. Diebstahlsgesehe ist damit von Polen aber nicht abgebürdet: es sei daran erinnert, daß hier noch ein gewaltiges Unrecht wiedergutzumachen bleibt. Am Ende des alten Jahres läuteten die Glocken der zweiten Zone des Rheinlandes die Freiheit vom Besatzungsdruck ein. Die Glocken von Aachen wurden auch in Eupen-Malmedy gehört und verstärkten dort den Willen, die Rückkehr zum Reiche durch^usetzen. Klar und eindeutig beharrt die Bevölkerung dieses deutschen Grenzlandes im Westen auf ihrem Standpunkt, daß die Annektion durch Belgien keine Rechtsgültigkeit habe, solange die Bestimmungen des Versailler Diktats nicht erfüllt, das heißt eine freie Volksabstimmung nicht verwirklicht sei. Auch die Enttäuschung über die deutsch-belgischen Derhand- Der kostspielige Aphorismus. Von Max Hayek. Wenn man ein Bücherschreiber ist, kann es geschehen, daß man den würdigen Augenblick erlebt, wo es eine mehr oder weniger angenehme Pflicht ist, ein selbstgeschriebenes Buch zu verschenken. Denn es gibt etliche Leute, die, wenn sie ein Buch kaufen und auch bezahlen sollen, in einige Verlegenheit geraten. Cs geht ihnen dann meist wie dem Wanne bei Dusch, der kein reines Glück erfährt, wenn er zahlen soll. Für solche Leute ist nun die billigste Bezugsquelle von Büchern der Autor selbst. Diese Autoren oder Bücherschreiber sind ja gelegentlich gutartige und manchmal sogar gutherzige Leute und nicht selten sind sie auch splendid. Man besucht also einen solchen Autor, spricht erst davon, wie sehr man ihn verehre und schätze und wie gerne man insbesondere sein letztes Werk lesen möchte — und läßt zwischendurch erkennen, daß man kein reines Glück erfahren könne, wenn man Bücher bezahlen soll. Der Autor ist dann meist zu Tränen gerührt, er kann dieses Elend nicht länger ansehen, er erhebt sich vom Schreibtisch, geht raschen Schrittes zu seinem Dücherspind, nimmt ein sauber gebundenes Exenrplar seines letzten Werkes aus der Reihe, geht dann raschen Schrittes wieder zum Schreibtisch zurück, ergreift die Feder, tunkt sie ins Tintenfaß, schreibt eine menschenfreundliche Widmung auf das erste leere Blatt des Buches und überreicht es der in Dankbarkeit zerfließenden Besucherin. Gelegentlich kann es auch ein Besucher sein. Wieder allein, freut sich der Autor, zur Erhöhung des irdischen Glückes ein Quentchen beigetragen, die Sehnsucht einer lechzenden Seele gestillt zu haben. — Lind arbeitet weiter. So etwa ging es auch mir, der ich von Zeit zu Zeit Bücher schreibe. Es handelte sich um eine Dame, die sich, wie sie mir nachher sagte, mit Stundengeben fortbringt. Sie erschien eines Tages in meinem Hause und gestand mir treuherzig, daß sie sehr wenig Geld, aber sehr viel Interesse für mein letztes Buch hätte, worauf ich, der ich offenbar zu den gutartigen, gutherzigen und manchmal sogar splendiden Autoren zähle, sie nicht erst weiterrcdeu lieh, fondern, ganz wie oben beschrieben, vom Schreibtisch ausstand, ein sauberes Exemplar meines letzten Buches hervorholte, eine menschenfreundliche Widmung hineinschrieb und es der Besucherin als Geschenk überreichte. Die Same war entzückt — und ganz besonders entzückt von der Widmung, die ich in das Buch eingetragen hatte. Es war nämlich dieser Aphorismus: „Jeder Mensch macht sein Leben um so viel Freude ärmer, als er anderen Menschen Freude zu machen unterläßt." Meine Besucherin war von diesem eminent menschenfreundlichen Aphorismus, wie gesagt, entzückt. Sie sprach ihn einige Male laut vor sich hin. als ob sie ihn auswendig lernen wollte, dankte mir nochmals und nochmals in überströmenden Worten und verlieh mich dann, indem sie mir versicherte, daß sie meine Güte niemals vergessen werde. Lind ich arbeitete weiter. Der Besuch der Dame mochte an einem Sommernachmittag stattgesunden haben. Monate vergingen. ohne daß ich das mindeste von ihr sah oder hörte. Da, im Dezember des gleichen Jahres, es mochte einige Tage vor dem Weihnachtsfest gewesen fein, erreichte mich ein Brief, worin mir die Besucherin vom Sommer wieder treuherzig gestand, daß sie sehr wenig Geld, aber sehr viel Interesse für drei Exemplare des Buches hätte, von dem ich ihr eines in großer Freundlichkeit bereits schenkte, und daß sie schon wisse, daß ihre Bitte kühn sei, daß sie aber andererseits der Aphorismus, den ich in das Buch geschrieben, zu dieser Kühnheit ermutigt hatte: „Jeder Mensch macht sein Leben um so viel Freude ärmer, als er anderen Menschen Freude zu machen unterläßt." Ja, dieser Aphorismus ermutige sie gewissermaßen dazu, mein Leben freudevoller zu machen, indem sie mir eben die Gelegenheit gebe, ihr drei Exemplare meines Buches zu schenken. Lind sie glaube nicht, daß ich es unterlassen würde, ihr diese Freude zu bereiten, weil ich ja dann mein eigenes Leben um diese Freude verkürzen müßte. Ich fühlte mich von der Kraft dieser Logik besiegt und übermittelte der Dame weitere drei Exemplare meines letzten Buches. Ich sah und hörte dann wieder monatelang nichts von meiner dankbaren Besucherin, aber zum Osterfest verlangte sie abermals dreiExem- lungcn, welche diesmal, im Gegensatz zu früheren Aussprachen, die Grenzrevision nicht berührten, konnten das Selbstgefühl Eupen-Rialmedys nicht schwächen. In zahlreichen Kundgebungen, vor allem aber in den Wahlen zur belgischen Kammer tarn es zu klarem Ausdruck. 90 v. H. der bodenständigen Bevölkerung bekannten sich zu der heimatrechtlichen Grundforderung: Abstimmung und Rückkehr zum Reich. Daß das annektierte Gebiet, ob seiner Klarheit, seiner Einschachtelung in eine große altbelgische Provinz und wegen der Zersplitterung in Heimattreue katholische und Heimattreue sozialdemokratische Stimmen, den Wahlquotienten nicht erreichte, der zur Durchdringung eines eigenen Heimattreuen Abgeordneten notwendig gewesen wäre, kamt die Bedeutsamkeit dieses Wahlergebnisses nicht beeinträchtigen. Kämpft Eupen-Malrnedy um Rückkehr zum Reich, so das andere Volksdeutsche Grenzland im Westen, Elsah-Lothringen, um Autonomie. Auch hier hat das vergangene Jahr die natürlichen Gegensätze zwischen Staat und Minderheit nur verschärft. Zwar brach die Anklage gegen den Autonomistenführer Roos in Desan^on zusammen: aber Frankreich zog keine Folgerungen aus dem Scheitern der Autonomistenverfolgung. Die Amnestie für die gerichtlich oder disziplinarisch bestraften elsässischen Heimatrechtler blieb aus. Lind auch andere Zeichen besagen, daß Frankreich der Erkenntnis noch nicht nähergekommen ist, daß es an feiner Ostgrenze eine nationale Minderheit annektiert hat, welche allein durch unbedingte Anerkennung ihres Rechtes auf kulturelle Selbstbehauptung befriedigt werden farm. Erbittert kämpft die französische Nation auch weiter mit allen Mitteln gegen diesen Willen der „befreiten Brüder". Sie Wahlen in der Tschechoslowakei änderten die Zahl der deutschen Mandate nicht. Sie brachten aber insofern Verschiebungen, als die beiden alten deutschen Regierungsparteien, der Bund der Landwirte und die Christlich- Sozialen, Einbußen erlitten. Ebenso verlor die Nationalpartei und überdies die Kommunisten, welche mit den tschechischen Kommunisten ja in einer Partei verbunden sind. Aehnliche Vorgänge sind innerhalb der tschechischen Parteien zu verzeichnen gewesen. Daher brach die bisherige Regierungskoalition zusammen. An der neuen sind fast alle tschechischen Parteien beteiligt, nicht aber die Slowaken; von sudetendeutscher Seite wurde der diesmal mit der neuen Deutschen Ar- beits- und Wirtschaftsgemeinschaft verbündete Bund der Landwirte wieder hereingenommen und neu die deutschen Sozialdemokraten, welche je einen Ministersih erhielten, während man die deutschen Christlich-Sozialen nicht mehr zuließ, obwohl die tschechischen Christlich-Sozialen wieder in der Regierung sind. Dieser Vorgang beleuchtet die überaus schwierige Lage der deutschen Parteien in ganz eigenartiger Weise. Tatsache ist, daß die größere Hälfte der Sudetendeutschen an der derzeitigen Regierung beteiligt ist. daß noch ein nicht unbeträchtlicher Teil bereit gewesen wäre, nn ihr teilzunehmen. Das ist eine große Stühe für die Außenpolitik des tschechoslowakischen Staates. Wir dürfen die Erwartung aussprechen. daß sie nicht ohne Gegenleistung bleiben wird und für eine solche ist reichlich Raum. Sind doch die gewiß nicht überspannten deutschen Forderungen nach Selbstverwaltung bisher in keiner Weise erfüllt worden. In Rumänien wurden die Hoffnungen, die sich an die Regierung Wanin knüpften, enttäuscht. Die Wahlen wurden wohl ohne den üblichen Degierungsterror durchgeführt, das Gesetz aber, das die Verwaltungsbezirke neu abgrenzte, war den Minderheiten schädlich, und die in Aussicht gestellte grundsätzliche Neuordnung durch ein Minderheitengesetz fehlt noch. Immerhin sind Vorbereitungen der rumänischen Regierung, welche eine Studienreise anordnete, zu verzeichnen. In Südflawien sind seit der Errichtung der Diktator des Generals Schifkowic die Verhältnisse der Deutschen ins Llnerträgliche verwandelt. Lieber die für alle Bevölkerungskreise geltenden Diktaturbestimmungen hinaus (Auflösung der politischen Parteien, Pressezensur usw.) plare meines letzten Buches, von dem sie erklärte. daß er sich ganz vorzüglich zu Geschenkzwecken eigne. Sie berief sich wieder auf meinen menschenfreundlichen Aphorismus (der für mich allmählich von artiger Kostspieligkeit zu werden begann!) und ich sandte ihr abermals drei Exemplare des Buches, um ihre Freude zu erhöhen und meiner Weisheit die Treue zu halten. Die Same meldete sich dann wieder zu Pfingsten. Diesmal kam sie bescheiden. Sie forderte nur ein Exemplar und ich sandte es gerne. Aber sei es, daß meine Freude am Schenken etwas nachgelassen hatte, sei es. daß das Teufelchen, das jedem von uns in der Seele sitzt, ein wenig obenauf kam: — genug, ich schrieb in dieses letzte Buch, das ich der Dame schenkte, einen neuen Aphorismus, und dieser Aphorismus lautete: „Die Güte eines Menschen wird um so größer, je weniger man sie in Anspruch nimmt." Seither sah und hörte ich nichts mehr von meiner bedürftigen Besucherin. Sie scheint meine neue Weisheit ebenso allerwirllichst und buchstäblich zu interpretieren wie meinen alten Aphorismus, in dessen Zeichen sie mir immerhin sieben Bücher abgenommen hatte. Illusion. In einem Aufsatz des Januarheftes von Vel- Hagen & Klas ings Monatsheften erörtert der bekannte Graf Karl von Klinckow- st r o e m die Beziehungen von Taschenspielkunst und Psychologie und schreibt u. a.: „Der Taschenspieler führt eine gewisse Handlung aus, die den Zuschauer ein bestimmtes Resultat logisch erwarten läßt, indem er erst wirklich das ausführt, was zu erwarten steht. Der Zuschauer wird dadurch angeleitet, aus zwei oder drei Prämissen einen logisch regelrechten Schluß zu ziehen auch für den Fall der Wiederholung, wo die Voraussetzungen nicht mehr zutreffen. Ein Beispiel dafür ist der Trick mit den emporgewor- fenen Apfelsinen, die erst von dem hinter einem Tisch sitzenden Künstler ein paarmal in die Höhe geworfen und wieder aufgefangen werden. Jedes- mai wird die Apfelsine mit steigender Intensität der Mimik etwas höher geworfen, und die auffangende Hand sinkt jedesmal bis unter die deckende Ttschkante. 'Beim viertenmal wird nun die Apfelsine nicht wirklich geworfen, und doch wurden die deutschen Kulturvereine aufgelöst oder durch unannehmbare Forderungen, wie den Gebrauch des Serbischen als Gelchäftssprache. bedroht. Das neue Schulgesetz kennt keinerlei Minderheitsrechte, der bestehende Zustand ist damit auch gesetzlich festgelegt. 600 000 Deutsche sind ohne eine einzige wirtlich deutsche Volksschule, die den internationalen Schutzbestimmungen entspricht, ohne jede Lehrerbildungsanstalt, ohne jede Mittel- und Fachschule. Zehntausende deutscher Kinder lernen weder deutsch lesen noch schreiben. Nur im italienischen Staate wird diese Not des Deutschtums noch übertroffen. In Südtirol wird die Ausmerzung der Sprache, die gewaltsame Assimilation noch brutaler betrieben. Für die grausame Prüfung des Volksdeutschen Landes zwischen Brenner und Salumer Klause war der 1. Oktober des vergangenen Jahres ein entscheidender Stichtag. Denn mit diesem Tage verschwand in ganz Deutsch-Südtirol jede deutsche Beschriftung, in jeder südtiroler Schule das letzte deutsche Wort. Von diesem Tage ab darf nicht einmal mehr der Taufname des Verstorbenen in seiner Muttersprache auf Grabdenkmälern nieder- geschrieben werden. Die Verfügungen über den Gebrauch der italienischen Staatssprache, die mit den zwei Erlassen des Präfekten von Trient aus den: Jahre 1922 und 1923 begonnen hatten, sind damit restlos durchgeführt. Auch der Märtyrertod Dr. N o l d i n s . der sich in der Verbannung auf einer öden Mittelmeerinsel die tödliche liparische Krankheit holte, war ein sichtbares Zeichen für die grenzenlose Entrechtung Südtirols. Schon dieser zusammengedrängte Lieberblick kennzeichnet die weitgreifende Spannung zwischen der Wirklichkeit und dem Ziel gesamtdeutscher Arbeit, die den gerechteren Ausgleich zwischen Volkstum und Staat will und so nicht nur dem eigenen Volke, sondern ganz Europa im Sinne einer höheren Rechtsordnung zu dienen 6eftrebt ist. So weit wir noch von diefem Ziel entfernt sein mögen — es steht unverrückbar fest wie der unverzichtbare Anspruch, den das deutsche Volk auf das Lebensrecht aller seiner Volksgruppen hat. Hessischer Landes-Lehrerverein. WSN. Darmstadt, 29. Dez. Der Hauptvorstand des Hessischen Landes-Lehrer- Vereins und der geschäftsführende Ausschuß haben sich dieser Tage mit der s ch u l p o l i t i- schen Lage in Hessen beschäftigt, so vor allem mit dem angekündigten Schulabbau, der Anftellungs-undBeförderungs- sperre und andern Sparmaßnahmen. Das Sparprogramm der Regierung ist noch nicht fertiggestellt: Sparmaßnahmen sind auch auf kulturellem Gebiet zu erwarten. Man hort vom Aufheben zahlreicher Schulstellen, vom Abbau der jüngeren Schulanwärter, von einer Aendcrung der Altersgrenze, von Erhöhung der Klassenstärken. Genaue Vorschläge der Regierung liegen noch nicht vor. Gegen die Deförderungssperre ist bereits der Katholische Lehrerverein vorstellig geworden: der Landes-Lehrerverein dürfte folgen. Die Vergütung für den nebenamtlichen Unterricht in den Fortbildungsschulen wurde int neuen Etat von 320 000 auf 200 000 Mk. herabgesetzt. Der Vorstand befaßte sich mit der Frage der Einstufung der akademisch gebildeten Junglehrer, er verlangt für sie Gleichstellung mit den akademisch gebildeten Beamten. Ausscheiden Kaffe!« aus dem Luftverkehr? Kassel, 29. Dez. (WSN.) Im Rahmen der von ihm vorgesehenen Sparmaßnahmen beabsichtigt der 'M a g i ft r a t, bei den nächstjährigen Etatsberatungen der Stadtverordnetenversammlung vor- zuschlagen, im Rechnungsjahr 1930 sürdenLuft- verkehr keinerlei Mittel mehr in den Etat einzusetzen, so daß mit dem 31. März 1930 Kassel aus dem deutschen Luftverkehr aus- scheiden wird. Alle den Flugplatz betreffcndeit Verträge, wie der Pachtvertrag mit dem Militärfis- fus und dem Niederhessischen Verein für Luftfahrt, sieht neun Zehntel des Publikums die Frucht ut der Luft .verschwinden'. Wir haben es hier milder Suggestion der Wiederholung zu tun. Der amerikanische Psychologe Peashore hat dahingehende Versuche mit Studenten und mit Kindern angestellt, bei letzteren mit einem emporgeworfenen Ball. Das Ergebnis war, daß 40 Prozent der Knaben und 60 Prozent der Mädchen der Illusion zum Opfer fielen. Viele Antworten ließen nicht eindeutig erkennen, ob die Betreffenden das .Ballphantom' wirllich gesehen hatten oder nicht. Peashore ließ ferner seine Studenten mehrmals die Wärme empfinden, die in einem in den Händen der Versuchspersonen gehaltenen Silberdraht sich entwickelte, wenn er einen elektrischen Strom durchgehen ließ. Beim vierten oder fünften Male aber schaltete er in Wirklichkeit den Strom nicht ein, und von 420 geprüften Personen merkten nur fünf die .Wärme' nicht. Nicht viel mehr als ein Prozent war also der Illusion nicht erlegen." Einstein — Silvester - Amerika. Professor Albert Einstein hatte zu Silvester Gäste geladen. Als es auf zwölf zuqing. wurde Frau Klimm- Schneider plötzlich tiefsinnig. „Zu denken", sagte sie. „daß zur selben Sekunde, in der wir hier unsere Gläser auf das neue Jahr anstoßen werden, in der ganzen Welt Menschen das gleiche tun. In Amerika, in Japan, überall." „Verzeihung", meinte da Einstein, „da befinden Sie sich in einem Irrtum, gnädige Frau. Wenn es bei uns zwölf Llhr nachts ist. dann ist es in Amerika erst sechs Llhr abends.' Sie Amerikaner feiern also Neujahr sechs Stunden später als wir." „Ist das wirllich wahr?" fragte Frau Klimm- Schneider. „Ganz bestimmt", versicherte Einstein. „Sas finde ich aber empörend!" „Wieso empörend?" „Senken Sie mal, die Amerikaner hinken sechs Stunden hinter uns her! Und da behaupten diese Leute immer, sie wären uns in allem voraus. Ja, schämen die sich berat gar nicht?" Einstein verbiß sich das Lachen und ließ der Same einen heißen Mokka servieren. K.M, fotolc die Anacstelltenverträge und die übrigen Ar- beitsverhältnisse werden in diesen Tagen vorsorglich zum 1. April gekündigt werden. Oberheffen. Ein Förderer der hessischen Landwirtschaft. — — Hungen, 29. Dez. Seinen 90. Geburtstag feiert am 1. Januar Oekonomierat Oswald Klingelhöffer auf Hof Graß bei Hungen. Ein verdienstvoller Veteran der Landwirtschaft unseres Hessen^andcs, der auf ein ebenso arbeits- wie erfolgreiches Leben zurück- blickt, steht in seiner Person achtunggebietend in voller geistiger und körperlicher Frische vor uns. Ein mustergültiger Mann, der sein ganzes Leben lang pflichtgetreu seinem liebgewonnenen Berufe lebte und stets treu für die Belange des deutschen Bauern focht. Der Jubilar wurde als Sohn des Juristen und Forstkassierers Klingelhöffer in Dattenberg a. d. Eder am 1. Januar 1840 geboren und besuchte dort die Schule. Im Alter von 14 Jahren trat er als landwirtschaftlicher Cleve bei Gutspachter Kammer, Bellersheim ein. 1856 fand er Stellung bei Gutsbesitzer Karl in Bellersheim, war von 1860 bis 1862 bei Gutspächter Puth auf Hof Grah und von 1863 bis 1864 auf Hof Gill beschäftigt. 1864 verheiratete er sich mit Elise Puth, der Tochter seines früheren Dienstherrn, Gutspächter Puth, Hof Grah. Bun begann für Oswald Klingelhöffer ein Zeitabschnitt, in dem er feine Tatkraft und seine vorzüglichen Talente voll und ganz entfalten konnte, und reiche Anerkennung wurde ihm allseitig zuteil. 1910 erfolgte seine Ernennung zum Oekonomierat. Don 1910 bis 1918 war er landwirtschaftlicher Berater der Oberersahlommission für Oberhessen. Bei Gründung der Molkerei Hungen wurde er zunächst stellvertretender Direktor, schon nc*J) kurzer Zeit übernahm er deren Geschäftsführung und übt diese,_ trotz seines hohen Alters, heute noch aus. Tag für Tag legt er den Weg von Hof Grah zur Hungener Molkerei zu Fuh zurück und ist dort seit mehr als 32 Jahren unermüdlich tätig. Bezirks-Geflügelschau Butzbach - Bad - Nauheim. pb. D u tz b a ch, 29. Dez. In der hiesigen städtischen Turnhalle fand gestern und heute eine vom Geflügelzuchtverein Butzbach veranstaltete Geflügelschau statt, die sich einer guten Beschickung erfreute. Insgesamt 50 Aussteller hatten etwa 122 Hühner, 25 Tauben und 2 Enten ausgestellt. Don vornherein sei bemerkt, daß das ausgestellte Tiermaterial durchweg erstklassig war und beste Qualitätsware gezeigt wurden. Auch wurden bei der Schau Rassen gezeigt, die bislang in Oberhessen noch bei keiner Ausstellung zu sehen waren. Besonders stark vertreten waren. Rhodeländer und rebhuhnfarbige Italiener, die zu den Rutzrassen zählen, während Ziergeflügel, weniger vorhanden war. Den beiden Preisrichtern, den Herren M o g k (Echzell) und Andreas (Frankfurt a. M.) fiel es daher . schwer, die von der Landwirtschaftskammer Darmstadt, der Stadt Butzbach, dem Geflügelzuchtverein Butzbach und verschiedenen Privatpersonen gestifteten Ehrenpreise richtig zu verteilen. 11. a. erhielten folgende Aussteller Ehrenpreise: Johs. B i n z e r (Butzbach) und Geflügelfarm Wilhelms- Höhr Butzbach für Rhodeländer, Wilh. E st e r (Butzbach) für rebhuhnfarbige Italiener, Wilh. Bechtold (Butzbach) für gelbe Italiener, Wilh. Bern (Pohl-Göns) für rebhuhnfarbige Whan- dotten und Plymouth Rock, Louis Kn ab en - s ch u h (Butzbach) für Ladishühner, Heinrich Z e i ß ^Holzheim) für weiße Wyandotten, Ewald Schneider (Ostheim bei Butzbach) für schwarze Rheinländer, Christ. Melchior (Butzbach) für Hamburger Silberlack, H a f f e r (Rieder-Weisel) für einen Brahmahahn, Lehrer Ost he im er (Gambach) für Star-Tauben, und Chr. Melchior (Butzbach) für Kröpfer-Tauben usw. Landkreis Gießen. 4; Klein-Linden, 30. Dez. Im gestrigen außerordentlich stark besuchten Gottesdienst wirkte der hiesige Posaunenchor, der durch eine größere Anzahl auswärtiger Bläser verstärkt war, die gegenwärtig hier zur Freizeit weilen, mit. Besondere Weihe ergriff die Gemeinde, als der etwa 50 Mitglieder starke Bläserchor den Gottesdienst mit wundervoller klanglicher Ausgeglichenheit bei sorgfältigster Abtönung eröffnete. Pfarrer Lenz in Gießen, der Dorsitzende des Derbandes oberhessischer Posaunenchöre, hielt die Predigt. i Klein-Linden, 27. Dez. Die Gottesdienste waren hier an den beiden Weihnachtsfeiertagen sehr stark besucht. Am ersten Feiertag gab der hiesige Kirchenchor (Gemischter Chor) dem Gottesdienst durch Vortrag einiger Weihnachtschöre eine besondere Weihe. Don der hiesigen evangelischen Jugendvereinigung wurde am Rachmittag des ersten Weihnachtsfeiertages in der Kirche ein g e i st l i ch e s Weihnachtskonzert veranstaltet. Als Dirigent wirkte Lehrer Rau, am Flügel Lehrer Roth mit. In wundervoller, klanglicher Ausgeglichenheit wurden die Chöre und Sologesänge zu Gehör gebracht. Chor, Solostimmen und Orchester vermochten mit Frische und zarter, weicher Tongabe der frohen Weihnachtsstimmung eine eindrucksvolle Auswirkung zu geben. 00 Klein-Linden, 28. Dez. Wie in früheren Jahren veranstalteten die Männerge- sangvereine „Arion" und „Eintracht" auch diesmal am ersten und zweiten Weihnachts- seiertag im Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" wohlgelungene Weihnachtsfeiern. Gut vorgetragene Chöre, geleitet von den Chorleitern K. Nicolai, Großen-Buseck, und H. Köhler, Großen-Linden, ernteten reichen Beifall der vielen Besucher. Die üblichen Theaterstücke, flott gespielt, Derlosung und Tanz beendeten die gut verlaufenen Feiern. )( Großen-Buseck, 30. Dez. Der Invalide Konrad Seth wird am 1. Januar 84, Handelsmann Samuel Meyer am 3. Januar 80 Jahre alt. * Leihgeste r n, 27. Dez. Einen harmonisch verlaufenen Familienabend veranstaltete der Kriegervercin Leihgestern mit feiner diesjährigen Weihnachtsfeier. Der Dorsitzende Wilhelm Jäger begrüßte die Kameraden in einer kernigen Ansprache. Darauf hielt Prof. K r a e m e r, Gießen, einen fein durchdachten Dortrag über das Kriegervereinswesen, besonders im „Hassia"-Bezirk Gießen. Anschließend überreichte er den Kameraden Georg SernVIII. und Ludwig Haos das „Hassia"-Ehrenzeichen für besondere Derdienste. Kamerad Dern ist jetzt über 25 Jahre Schriftführer, Kamerad Haas war bis zum vergangenen Dereinsjahr 40 Jahre Dereinsdiener. Die mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Redners klangen aus in ein Hoch auf den Reichspräsidenten. Den musikalischen Teil des Abends besorgten einige Söhne von Kameraden, die in dankenswerter Weise durch ihre gut vorgetragenen Lieder den Abend verschönen halfen. 4. Lang-Gons, 28. Dez. Am ersten Werh- nachtsfeiertag veranstaltete der hiesige Gesangverein „Germania" eine Weihnachtsfeier. Als einleitendes Lied sang der Derein unter Leitung seines Dirigenten, Han stein, Friedberg, das Lied „Es ist ein Reis entsprungen". Beim Dortrag dieses Liedes, sowie der den weiteren Gesängen zeigten sich die Leistungen unseres Dereins auf ganz beträchtlicher Höhe. Es folgte ein Prolog über das deutsche Lied, gesprochen von Frl. Ottilie Zeih. Der Dor- iyende, Wilh. Dern, begrüßte sodann die zahlreich Erschienenen, gedachte der verstorbenen Mitglieder und besonders des treuen Dereinsbruders Wilhelm Reu sch, der, wie wir seinerzeit berichteten, im Herbst beim Obstpflücken vom Baume stürzte und noch nicht wieder hergestellt in der Gießener Klinik weilt. Der Derein „Germania" hatte ihm am Sonntag vorher daselbst ein Ständchen gebracht. Weiter gedachte der Dorsitzende der Er,olge, die der Derein im letzten Jahre auf Preiswettsingen errungen hatte. Besonders starken Anklang fand auch das Lied „Das ist der Tag des Herrn". Außerdem wurden noch einige Volkslieder gesungen. Umrahmt wurden die Darbietungen von Duetten (Klavier und Dioline), gespielt von Dr. Schwarz und Gemahlin, Friedberg, die ebenfalls starken Beifall fanden. Den Schluß bildeten, wie üblich, zwei Theaterstücke, ein ernstes und ein lustiges. * Grüningcn, 27. Dez. Am zweiten Weihnachtsabend hielt der hiesige Turnverein „Gut Hei l" seine Weihnachtsfeier bei gutem Besuch in der Turnhalle ab. Ein ausgedehntes Programm füllte den Abend aus. Mit einem Prolog, von einer Turnerin gesprochen, wurde die Feier eröffnet. Es folgten dann in rascher Abwechslung Musikvorträge, zwei gut gelungene Theaterstücke, Turnen an den einzelnen Geräten und einige Gruppen-Dodenübungen. Das erstmalige Auftreten einer Damenriege mit mehreren Stabübungen ist wohl von besonderer Bedeutung. Sämtliche Dorführungen zeigten große Regsamkeit und ein weiteres Aufstreben des Dereins. Anschließend verbrachte man noch einige Stunden bei Tanz und Geselligkeit. O Grüningen, 27. Dez. Wie alljährlich, hielt auch dieses Jahr der G e s a n g o e r e i n „Eintracht" am zweiten Weihnachtsfeiertage sein Wintervergnügen ab. Nach Begrüßung der zahlreich Erschienenen gelangten zwei Theaterstücke zur Aufführung, von denen das letzte, ein Lustspiel, mit großem Beifall ausgenommen wurde. Die Einstudierung der Theaterstücke hatte das Vorstandsmitglied Karl Leidig übernommen. Verschönt wurde der Abend durch einige Chöre des Vereins, die er unter der bewahrten Leitung seines Dirigenten, des Lehrers Ludwig M a r st e l l e r (Watzenborn-Steinberg), gut zum Vortrag brachte. Eine Verlosung mit wertvollen Preisen und der übliche Tanz bildeten den Schluß der wohlgelungenen Veranstaltung, auf die der Verein mit Befriedigung zurückblicken kann. -f- E b e r st a d t, 26. Dez. Am goldenen Sonntag hatte die Schule zu einer Weihnachtsfeier in den Saal von Gastwirt Wedemann eingeladen. , Nach der Begrüßungsansprache, in der Lehrer Reuhl insbesondere die Bedeutung der Kinderweihnachten hervorhob, folgten eine Reihe von teils längeren, teils kürzeren, aber durchweg srisch gespielten Szenenspielen der Schüler; in ihrem ersten Teil waren sie heiteren Inhaltes, im zweiten Teil zeigten sie mehr den ethischen Gehalt des Christfestes. Umrahmt waren die Darbietungen durch Weihnachtsklänge, vorgetragen von Harmonium (Frau Lehrer R e ü h l) und Violine (Bürgermeister G ö r l a ch). Am Ende der Feier wurde noch eine Serie von Lichtbildern für die Kleinen vorgeführt. Damit wurde das neue Leih-Epidiaskop der Schule zum erstenmal in der Oeffentlichkeit verwandt. Die wohl- gelungene Feier fand den ungeteilten, reichen Beifall der sehr zahlreich versammelten Elternschaft und Gäste. Z Rödgen, 28. Dez. Unter schön geschmücktem Lichterbaum, im Beisein der Eltern, Freunde und Verwandten fand in der Kirche die Bescherung für die Kleinen der Kleinkinderschule statt. Mit Schwester Anna zog das kleine Dölkchen in die Kirche ein. Dann sangen sie ihre Liedlein, sagten ihre Derschen, Übergaben dem Pfarrer einen Beutel mit Pfennigen für die schwarzen Regerkinder, daß auch die etwas vom Christkind erführen. Zuletzt gab es die geheimnisvolle Tüte. — In der Kleinkinderschule selbst hielten die Sonntagsschüler eine schön verlaufene Weihnachtsfeier, um deren Ausgestaltung sich beide Schwestern fleißig bemüht hatten. — Die „L i ch t e r k i r ch e" am Bescherabend war sehr gut besucht. Die Kinder gaben ein Weihnachtsspiel und sicherten sich die Aufmerksamkeit der Besucher durch ihren ruhigen, klaren, gut betonten Dortrag. Y Mainzlar, 27. Dez. Am zweiten. Weihnachtsfeiertage hielt der hiesige Mannergesangverein sein diesjähriges Wintervergnügen im Müllerschen Saale ab, der bis auf den letzten Platz gefüllt war. Rach einem flotten Eröffnungsmarsch der Kapelle Burger entbot der erste Dorsitzende des Vereins, Ludw. Kreiling, den Willkommengruß des Vorstandes und ermahnte gleichzeitig die aktiven Sänger, weiterhin treu zum deutschen Liede zu stehen. Anschließend trug der Verein unter der bewährten Leitung seines DiriZenten Burger den Chor „Hymne an die Rocht" vor, der sehr gute Aufnahme fand. Dann folgten in wechselnder Reihenfolge schwere Chöre mit dem einfachen Dolksliede; sämtliche Vorträge zeugten von guter Schulung der Sänger, sowie von gut durchgebildetem Stimmenmaterial. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Kapelle Burger durch sehr gut zum Vortrag gebrachte Musikstücke, während eine Verlosung von Gebrauchsgegenstanden die Pausen ausfüllte. Die Radel des Hessischen Sängerbundes für 40jährige ununterbrochene aktive Mitgliedschaft wurde dem Sänger Johannes Fuchs überreicht. Der Jubilar dankte für diese Ehrung und versprach, auch weiterhin — den jungen Sängern zum Vorbilde — in keiner Gesangstunde zu fehlen. Der Derein, der über 100 Mitglieder zählt, kann diesen Abend als einen vollen Erfolg für sich buchen. cf Allendorfa. d. Lda., 27. Dez. Gestern abcnd hielt der unter der Leitung des Lehrers Schmidt (Kesselbach) stehende hiesige Männergesangverein im vollbesetzten Saale der Gastwirtschaft Bergen sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Nach einer Ansprache des Ehrenvorsitzenden, in der dieser einen kurzen Rückblick auf das vcrslosienc Vereins- Zum neuen Jahre bringt der Gießener Anzeiger seinen Lesern: Den Künstler-Kalender tOr 1930 von Professor Cissarz-Frankfurt a. M.entworfen und von der Kunstdruck-Abteilung der Brühl’schen Druckerei zweiseitig in drei Farben auf kräftigem Karton gedruckt 2» Den Erstdruck eines groß angelegten, ganz zeitgemäßen Romanwerkes Der Mann mit der grünen Krawatte von Otfried v. Hanstein in der Illustrierten des Gießener Anzeigers mit Beginn am Samstag, dem 4. Januar 1930 Den Beginn eines neuen Zeitungs- Romans In täglichen Fortsetzungeh im Gießener Anzeiger vom 2. Januar 1930 an, ein Werk, das den laufenden Roman an Spannung und Handlung noch übertrifft Man bestellt den Gießener Anzeiger in Gießen bei der Geschäftsstelle oder bei den Trägerinnen, auswärts bei den örtlichen Vertriebsstellen oder durch die Post fahr warf und die besonderen Verdienste des Diri» genten um den Verein hervorhob, wurden von Mit» üicdern des Vereins einige Theaterstücke gespielt. l(IIe Mitspieler beherrschten ihre Rollen bestens, so daß alle Stücke flott gespielt wurden. Die Musik wurde von der Kapelle Schäfer (Friedberg) ausge- ührt. Nach dem Vortrag einiger Chöre durch den verein hielt der Tanz die Teilnehmer noch bis in die rühen Morgenstunden beisammen. — Während in rüheren Jahren die Holzhauer mit dem H o l z f ä l<- l e n in den hiesigen Stadtwaldungen bis Ende Februar oder Anfang März beschäftigt waren, sind diese Arbeiten jetzt schon beendet. Der frühe Schluß dürfte in erster Linie auf die seitherige günstige Witterung, sodann aber auch auf die überaus große Zahl der Arbeiter zurückzuführen sein. + Grünberg, 28. Dez. Am ersten Weihnachtsfeiertage beging dahier der Weichensteller in Ruhestand Johannes Görnert in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 4. Geburtstag. Der alte Herr ist Altveteran vom Kriege 1870/71, den er beim Dragoner-Regiment 23 mitgemacht hat. Vom Reichsvrä"Zenten von Hindenburg erhielt er zum Gebu'tstag dessen Bild nebst einem Begleitichreibe.. -ciöe6 mit eigenhändiger ülnterschrift versehen, über» andt. Auch der frühere Großherzog hatte sein Bild geschickt, welches durch den Vorstand des Kriegervereins, dem er seit seiner Gründung angehört, überreicht wurde. — Am ersten Weihnachtsfeiertage wurde hier der weit über unser Städtchen hinaus bekannte Metzgermeister und Fleischbeschauer Heinrich Bausch im Alter von 70 Jahren zu Grabe getragen. Seit 1919 war der Verstorbene Mitglied des Kreistages ür den Kreis Gießen und gehörte hier zu« Fraktion des Landbundes, ebenso war er Gründer und Leiter der hiesigen Ortsgruppe des Landbundes. Für die allseitige Achtung und Wertschätzung des Verstorbenen künd für seine Betätigung im öffentlichen Leben legten sowohl das sehr große Trauergefolge, als auch die Ansprachen und Kranzniederlegungen am Grabe beredtes Zeugnis ab. Es sprachen für die Frei- wil.ige Feuerwehr Se.lerme ster Karl Seifert, für den K«.i.gerverein Veterinärrat Dr. Fuchs, ür den Verband der Fleischbeschauer des Bezirks Grünberg und des Kreises Gießen Metzger- meister Karl S ch ö n h a l s, für die hiesigen Ortsgruppen des Landbundes, sowie der landwirtschaftlichen Absatz- und Bezugsgenossenschaft Landwirt August Frank und für die Fraktion des Landbundes im Kreistage des Kreises Gießen Kreistagsmitglied Bürgermeister Müller, Bellersheim. * Hattenrod, 28. Dez. Dieser Tage fand im überfüllten Saale des Gastwirts Rat die Weihnachtsfeier der Schul kinder statt. Lehrer S r aut begrüßte die Eltern und Freunde der Schule und sprach dann kurz über „Freude und Spiel", daran reihten sich in bunter Folge die einzelnen Darbietungen des abwechslungsreichen Programms. Die Spielerinnen und die Spieler spielten mit Freude und Begeisterung. Am Schlüsse der Darbietungen wurden Brezeln ausgeteilt, die von Kaufmann Grün, Gießen, gestiftet wurden. 4 L i ch, 28. Dez. Am zweiten Weihnachtstage hielt derTurnvereinLich 18 60 (Vorsitzender Reinhard Zimmer) in der Turnhalle sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Turnerische Vorführungen am Barren und Reigen der Damenabteilung, geleitet von Turnwart Karl Volz, wechselten mit Musik- oorträgen der hiesigen Feuerwehrkapelle, dirigiert von Kapellmeister Philipp Sommer. Im Mittelpunkt des Abends stand ein von den Darstellern ausgezeichnet gespielter Dreiakter. Verlosung und Tanz beschlossen das stark besuchte Winterfest. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 29. Dez. Die schöne Sitte, alljährlich zu Weihnachten bedürftigen Kindern usw. eine Weihnachtsfreude au bereiten, wurde auch in diesem Jahre wieder ausgeübt. So konnten am vergangenen Sonntag dank der Unterstützung des Kinderschulvorstandes und bürgerlicher Kreise etwa 120 Kindern in der städtischen Turnhalle eine Weihnachtsbescherung bereitet werden. Seitens des Alice-Frauenvereins wurde im Singsaal der Turnhalle für ältere alleinstehende Frauen und Männer am letzten Montag eine sinnige Weihnachtsfeier veranstaltet, bei welcher Kaffee und Kuchen dargereicht wurden. Frau Stadtrat Wiehler begrüßte die Erschienenen, Frau Pfarrer Linden st ruth erfreute die alten Leutchen durch verschiedene gesangliche Darbietungen. Umrahmt wurde die Feier durch Musikstücke eines freiwilligen Streichorchesters. — Am Abend des ersten Weihnachtstages fand in der St. Markuskirche ein Weihnachts- Festkonzert unter Leitung von Musikdirektor Hans Rosenmeyer statt, bei welchem Der Musikverein, Gemischter Chor, der Evangelische Kirchenchor und der Madchenchor der Chorschule mitwirkten. Als Solistin war Frau Walch Kirsamer, Frankfurt a.M. gewonnen, die mit ihrem glockenhellen Sopran die Arie aus dem Weihnachtsoratorium von Dach und dre' Weihnachtslieder mit sicherer Stimmführung sang. Die Orgel spielte Musiklehrer R e b e l i n g, Gießen, dessen Begleitung sich an die Chöre usw. sehr gut anpaßte. Kreis Bübingen. „?" Nidda, 29. Dez. Als Nachfolgerin der aus dem Schuldienst ausgeschiedenen Reallehrerin A. M o tz ist Fräulein Kredel, seither in Ulfa tätig, an die hiesige Realschule versetzt worden. Sie wird zum Unterrichtsbeginn im neuen Jahre ihre Stelle antreten. ow. Ober-Widdersheim, 28. Dez. Die Reihe der Weihnachtsfeiern in unserer Gemeinde eröffnete am vierten Adventssonntag der Kindergottesdienst. Die Kinder versammelten sich im Pfarrhof und zogen zur hochgelegenen, bereits weihnachtlich geschmückten Kirche. Mit der fröhlich und aus andächtigen Kinderherzen singenden Jugend nahm der Gottesdienst einen erhebenden Verlauf: am Schluß wurden die Kinder mit Weihnachtsbildern und Schriften beschenkt, wozu der Frauenverein die Mittel gespendet hatte. Am Rachmittag desselben Tages feierte der Mädchenverein in dem mit Tannengrün und Lichtern sehr schön geschmückten Konfirman- densaal das Weihnachtsfest, und am Abend versammelte sich der Frauenverein zu ein paar Feierstunden unter dem Christbaum. Gemeinsame Gesänge der alten lieben Weihnachtslieder, eine Ansprache des Pfarrers, und ein paar fesselnde Weihnachtsgeschichten ließen nur zu schnell die allgemein erfreuende abendliche Feier vergehen. Am nächsten Tag sandte, der Frauenverein durch einige seiner Mitglieder allen Kranken unseres Dorfes Weihnachtsgrüße in Form von praktischen Gaben. An den Festtagen wareii die Gottesdienste sehr gut besucht; * Wtaf wurden Ä Io J loriedber^^l'k ? ^öre b9 rlUy- Ehwer nodi? bcn men--Kmb'e 3» STZK »lein. i,06f - £ Jfe M ”"=mhfc110 -Km.« 84b'k- iun M«-iS «taitaibt. Li L°°-K^'L h,», t’BMnbta x M ersten QM, über unser Ä?-ftcc und Wunsch im qqj getragen. Seit 1919 P Kreistages Ltf? hwr zu« -oenfo tDar er Grün- g. Ortsgruppe des e'tige Achtung und enen ftind für seine Leöen legten sowohl vlge, als auch die rtcgungen am Grabe * für die Frei, ter Kcal Seifert nnärtaf Dr. Fuchs, Ichbeschauer des De. riles Giehen Metzger- f • lür die hiesigen des, sowie der land- Dczugsgenossenschost und für die Fraltion age des Kreises Gie« WciRcc Müller, ez. Dieser Tage sand - Gastwirts Äat die et Schulkinder ruhte die Eikern and prach dann kurz über rechten sich in bunter iehmgen der abwch« Die Spiclecknen und !UÖe und Äegcisterung. ,ngen wurden Drezeln lami 0rün, Giehen, [en Dchochtetage hielt 56OMißenber Rein- nhalle sein diesfähriges ifche Vorführungen am amcnabteilung, geleitet wcMen mit Musik' rweWapeHe, dirigiert immer. 2m Mtet- .u^nDaMrrnauo- Müchung und Tanz Winterfest. sdbcrg. ez. Die schone vrtte, i bedürftigen Ämtern de ju bereM Wte wieder ausgeA So n Sonntag dank der erschulvorstandes, und 120 Kindern rn de ■ine Weihnächte merten. beitens des ;ng wurde im 6mg' Mr. »llÄME KZ-AZ wurde d'e Zers.- and in ^hnachts' e>"^ Mfitdmtt-r ttu^L weichem & der^vanA Eh-E *"L I a.U »Ä* «i Sopran 5 btt' n von ^sühM fich-rer geling. ÜviN/N. ii, berflu^ Als ^^Alehreli" > el-iclltt worben. = lNN im Die -zheiw. unserer iAVeä>S! vierte". Tnerfannnel^ Kü W i h m a r, 28. Dez. Die Holzfällungsarbeiten, an denen sich 97 Holzhauer beteiligten, wurden bis auf kleinere Arbeiten in den letzten Tagen schon beendet. — Dor Eintritt des Frostes konnte wieder eine vollständig ausgebaute Straße im Reubauge- lände dem Verkehr übergeben werden. Die neue Gemeindevertretung hat als dringlichste Aufgabe den weiteren Straßenbau und die Kanalisation in neuen Ortsteilen. Dazu kommt, daß der Reubau einer Schule immer notwendiger wird. — Am Rachmittag des ersten Weihnachtstages feierte nach alter Sitte die Schule ihr Weihnachtsfest in der Kirche. Mit Liedern und Gedichten beteiligten sich die Kinder an der Ausgestaltung der Feier, der Gesangverein „Germania" trug ein Lied vor und der Ortsgeistliche brachte den Kindern die Weih- nachtsöotschaft nahe. Die Kirche war, wie immer, bei dieser Feier überfüllt. -6- Lützellinden, 27. Dez. In diesen Tagen hielt die hiesige Kleinkinderschule ihre Weihnachtsfeier in der Kirche ab. Die Leiterin der Kleinkinderschule, Schwester Luise, hat sich um die Herrichtung der Feier sehv verdient gemacht und mit den Kleinen Lieder, kleine Gedichte usw. eingeübt, die von ihnen in sinniger Weise geboten wurden. Rach einer Ansprache des Ortsgeistlichen erfolgte die Bescherung der Kinder. Der hiesige Gemischte Ehor bereicherte die Veranstaltung durch ansprechende Liedervorträge unter Leitung des Dirigenten Altenheim er. Beim Ausgang wurde eine Kollekte für das Diakonissenmutterhaus in Ron- nentoeiler erhoben. Kunst und Wissenschaft. Geheimrat Professor Dr. Georg Kaufmann f. Breslau, 28. Dez. (TU. Funkspruch.) Der bekannte Historiker Geheimrat Professor Dr. Georg Kaufmann ist heute morgen im Alter von 87 Jahren g e st o r b e n. Er Hot sich sowohl als Forscher wie insbesondere als Lehrer an der hiesigen Friedrich-Wilhelm-Universität große Verdienste erworben, die anläßlich seines 80. Geburtstages und seines 50jährigen Dozentenjubiläums gewürdigt wurden. Buntes Allerlei. UuiversitätSdorlesungen durch Mikrophon. Die Leipziger Universität hat im Wintersemester über 6000 Studierende immatrikuliert, eine Zahl, für die die vorhandenen Hörfäle nicht im entferntesten ausreichen. Für ein philosophisches Kolleg von Professor Driesch reicht nicht einmal die Aula der Universät aus, so daß htan einen städtischen Saal mieten muhte. Da auch an der Vorlesung von Professor Witkowski (Deutsche Lit.-Geschichie) im Auditorium Maximum etwa ein Drittel der Hörer wegen Raummangels nicht teilnehmen konnte, sucht man sich jetzt so zu helfen, daß man diese Vorlesungen durch ein Mikrophon auf einen zweiten Saal überträgt. Der erste Versuch verlief durchaus befriedigend, so daß in Zukunft alle überfüllten Vorlesungen mittels Lautsprecher auf andere Hörsäle übertragen werden. Die englische Wissenschaft ehrt Max Planck. Der Präsident der Roh al Society, der englischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Sir Ernst Rotherford, überreichte Professor Max Planck, Berlin, die höchste Ehrung, die die Gesellschaft verleihen kann, d i e Eopleh-Medaille. Professor Plancks Arbeit bedeute eine Revolutionierung der gesamten Behandlung physikalischer Probleme. Die von Prof. Planck entdeckte Quanten-Theorie sei vielleicht von noch größerer Bedeutung als die Relattvitätstheorie und werde bedeutungsvolle Auswirkungen für die weitere Entwicklung der Forschung auf dem Gebiete der X-Strahlen und des Lichts zeitigen. Hauptversammlung der platengesellschaft. Die Platenaesettschast hat ihre diesjährige Hauptversammlung in Erlangen mit der Eröffnung des Platenarchivs verbunden, das zu einer Stätte fruchtbarer Forschertätigkeit ausgebaut wurde und jetzt nach dem Umfang seines Materials und dem Geschmack seiner Einrichtung als vorbildlich zu bezeichnen ist. Eine Eröffnungsfeier, gelegentlich derer Will Scheller einen Vortrag über das Thema „Platen und Stephan George" hielt, gab dem Stattoberhaupt und dem Rektor der Universität Gelegenheit, die Plateng^ellschaft herzlichst zu begrüßen, der auch von Männern wie Gerhart Hauptmann, Thomas Mann, Max Halbe und Wilhelm v. Scholz Glückwunschtelegramme zugegangen waren. Das Präsidium der Gesellschaft, an der Spitze Hans v. Hülsen, wurde von der Hauptversammlung einstimmig wiedergewählt. kindesmißhandlung vor Gericht. Der frühere PolizLiwachtm.ister Schmiedel wurde wegen gefäh.l.cher Körperverletzung und Kindesmißhandlung zu drei Monaten Gefängnis, seine Frau w gen fortgesetzter Körperverletzung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Das Ehepaar Schmiedel stand vor dem Schwurgericht Berlin unter der Anklage, ihr dreijährige- Kind zu Tode mißhandelt zu haben. Hausbewohner hatten bemerkt, daß das Kind immer schüchterner und elender wurde und blaue Flecken im Gesicht hatte. Sine Rachbarin hörte, wie die Zeugenaussagen weiter ergaben, Kindergeschrei und Stoßen gegen die Wand. Der Staatsanwalt hatte gegen die Frau unter Zubilligung mildernder Umstände ein Jahr Gefängnis, gegen den Mann drei Monate Gefängnis beantragt. 30 Jahr« lang von den Eltern verborgen gehalten. Die in den Vierziger Jahren stehende-geistesschwache Tochter des Stellenbesihers Stolle in Roßwih, Kreis Äimpsch, wurde von Landjägern, zum Skelett abgemagert, in Lumpen gehüllt, in einem vom Schmutz starrenden Raum aufgefunden. Den Landjägern wurde von den Eltern und den Brüdern der Geisteskranken heftigster Widerstand entgegengesetzt. Die beiden Brüder mußten erst nach längerem Kampf und Zuziehung von Verstärkungen gefesselt werden, ehe es den Beamten gelang, zu dem Zimmer der Kranken vorzudringen, in den: die Unglückliche fast 30 Jahrelang verborgen gehalten, wurde. Die Kranke wurde bann auf einer Bahre in ein Auto geschafft und zum KreiS- krankenhaus in Rimpsch transportiert. Geheimrat D. Scholz s. _ Geheimrat D. Hermann Scholz, der frühere Geistliche der St. Marienkirche in Berlin und jetzige Präsident des Evangelischen Bundes, ist Samstagvormittag im 77. Lebensjahr entschlafen. Büchertisch. — Alfred Bock: Der Flurschütz. Roman. Mit einem Rachwort von Will Scheller. Reclams Universal-Bibliothek Rr. .7026/27. Geh. 80 Pf., geb. 1,20 Mk. (740) — Don echtem epischen Atem durchströmt, von sicherer und kräftiger Hand gestattet sind Docks Bauernerzählungen« Eins seiner ersten Werke, dem er seinen literarischen Ruf verdankt, ist der Roman „Der Flur- schütz". Diese Geschichte des vom Schicksal niedergeworfenen Aufrechten, des Verbrechers au« Größe und reiner Gesinnung mit der lebensvoll erfaßten Umwelt und der spannenden Handlung darf als klassisches Stück deutscher Prosa: gelten. Wir freuen uns, daß dies Werk durch die Aufnahme in ReclanrS Univerfal-Bibliothek allen Volkskreifen zugänglich wird. — In der Zeitschrift „Die Kunst" (Verlag F. Druckmann AG., München, schreibt Rudolf John Gorsleben über die „Magie der Kunst" als ursprüngliches Mittel aller Kunst. Daß man diesen Ursprung in der Gegenwart vergessen hat, ist der Grund der heutigen Entzauberrrng der Kunst. Dehandett werden dann die von tiefstem Gefühl durchbebten Schöpfungen des Oberammergauer Bildhauers Georg Johann Lang, die Hohr Schlichtheit und Einfachheit seiner hochaufgereckten, oft etwas hageren und dadurch über die Sphäre der Erdgebundenheit hinauswachsenden Gestattungen. Im kunsthandwerklichen Teil sehen wir Abbildungen schöner künstlerischer Kissen und Tüllarbeiten, Architektur und innere Gestaltung eines neuzeitlichen Landhauses in moderner Helle und Klarheit, Abbildungen formenschöner praktischer Truhenmöbel und vieles andere. — Der „Kunstwar t" (Verlag Callwey, München) widmet fein Dezemberheft dem Buch. Auf 21 Seiten wird eine umfassende Dücherschau über „Reue erzählende Prosa", die „Jungen Deutschen", Tierbücher, Geschichts- und Kunstliteratur, ferner „Ratschläge für unzeitgemäße Leser" geboten, die vielen Lesern willkommen sein dürften. Zu nennen wären noch Beiträge von Bernhard Rang über „Volk und Volksbildung" und Hans Andre, „Vom Wesen und Gegenwartswert christlich-mittelalterlicher und Goethescher Raturanschauung", eine Erzählung von Alexej W. Tolstoi, „Die Verfluchung", und Proben aus den „Antlihgedichten" von K. Suso Waldeck. Der bildliche Teil des Heftes steht im Zeichen des Weihnachtsfestes. Zwangsversteigerung 52/29 Am Donnerstag, dem 20. Februar 1930, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen den Wilhelm Bachmann und Ehefrau, Else geb. Pfaff, in Giehen zugeschriebene Grundstück Flur 38, Rr. 67*/io • 1150 qm Grabgarten, geschätzt 3450 Mk., versteigert. 10756D Die amtsaerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 28. Dezember 1929. I. A. des Hess. Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Die Marie Appel geb. Grün in Geilshausen ist durch rechtskräftigen Strafbefehl vom 20. November 1929 zu einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen und einer Geldstrafe von 50 Mark, Hilfsweise zehn Tagen Gefängnis verurteilt worden, weil sie am 11. Oktober 1929 in Geilshausen vorsätzlich Vollmilch durch Zusatz von 17 v. H. Wasser gefälscht und unter Verschweigung dieses Umstandes in Handel und Verkehr gebracht hat. Vergehen gegen §§ 4, 13 des Gesetzes über den Verkehr mit Lebensmitteln und Bedarfgegenständen vom 5. Juli 1927. 10761O Grünberg, den 20. Dezember 1929. _______________Amtsgericht.______________ Nutzholzversteigerung. Die Fürst Solms-Lichsche Oberförsterei Hohensolms versteigert am Samstag, dem 11. Januar, im Saale von Gastwirt Füh- rer in Hohensolms aus frischem Einschlag: o.us Distrikt Eichelsberg: Stämme und Abschnitte. Eichen 2. Kl. 14 St. mit 4,60 lw, 3. Kl. 3 St. mit 1,46 fm, Fichten 1s- und Ib-Kl. 51 St. mit 9,09 fra, 2a-Kl. 1 St mit 0,72 fm, 3a= und 3b-Kl. 3 St. mit 2,63 fm, 4b-Kl. 1 St. mit 1,56 fm, Derbstangen 1. Kl. 198 St., 2. Kl. 335 St., 3. Kl. 541 St., Reisstangen 4.Kl. 280 St.; aus Distrikt Schcuernwald Stämme und Abschnitte: Eschen 1. bis 3. Kl. 91 St. mit 13,31 fm, Derbstangen, Eschen, 1. bis 3. Kl. 26 St.; aus Distrikt Pfaffenmark (unten) Stämme und Abschnitte: Eschen 1. bis 3. Kl. 29 St mit 9,69 fm, Fichten la> und Ib-Kl. 74 St. mit 20,42 fm, 2s- und 2b-SL 83 St. mit 53,97 fm, 3s- und 3b-Kl. 24 St mit 19,94 fm, 4a-Kl. 3 St. mit 3,13 fm. Anfang 11 Uhr. 10 7180 Cafe Astoria Silvester-Feier Tanz EinlafrVmehrkarten nur am Büfett erhältlich U82<5 Alice-Frauenverein vom Roten Kreuz. Anmeldungen für die Ehrung von Hausbeamten (männlich und weiblich», die polizeilich nachwetöbar 20 Jahre in einem Hause in Stellung waren, werden bis zum 31. Januar 1930 enlgegengenommen. 1,759V Ludwigsplah 10°. Oer Generalvertreter einer bedeutenden und vorzüglich eingeführten Rauchtabakfabrik sucht für den dortigen Kreis einen in der Tabakbranche eingeführten io?62v Untervertreter. DerÄezirk wird jährlich mit dem Generalvertreter elnigemale per Auto durchge- arbeitet. - Offerten unter F.LE.674 durch Rudolf Moffe, Frankfurt a. Main. Vermietungen MfibLZmer mit ob. ohne Pension zu vermieten 08280 Neuttadt 48 v. Beschlagnahniesrete 2 Zimmer und Küche sofort zu vermieten. Zu eifr. L d. Geichs», d. Gielr. Anz. 08296 Schöll möbl. Simmet mit 1 oder 2 Betten zu vermieten 08288 Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 19. Dezember eingetragen: Berliner Textil- und 2Hanufa(tur-IDaren-Ber- sand, Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Zweigstelle Gießen, in Giehen, Zweig- Niederlassung der in Berlin bestehenden Hauptniederlassung. Gegenstand des Unternehmens ist die Fabrikation von Herren- und Damengarderobe sowie der Verkauf derselben und der Versand an Prioat- kundschaft. Das Stammkapital beträgt 20 000 Reichsmark. Geschäftsführer ist der Kaufmann Max Meiseles in Berlin. Der Gesellschaftsvertrag ist am 14. November 1929 abgeschlossen. 10769D Gießen, den 23. Dezember 1929. Hessisches Amtsgericht. 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(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Die Dampfwalze der europäisch-amerikanischen Zivilisation rollt unerbittlich über die Länder, glättet gewaltsam deren eigenwillige Züge und vereinheitlicht ihr charakteristisches Antlitz zu dem „normalisierten Einheitsgesicht". Eine Ncise durch dreißig amerikanische Städte bietet nichts Neues mehr: überall die gleichen Turnchäuser, die gleichen Autos, die gleichen zweckmäßig-nüchternen Strahenzüge. und in ihnen gleichgekleidete Männer, gleichgeschminkte Girls. 'Rio de Janeiro war vor drei Jahrzehnten eine kaum bewohnte, kaum bewohnbare Brutstätte des Gelben Fiebers, aus der jeder Bemittelte in die Dergstadt Petropolis floh, Tokio war vor zwanzig Jahren noch echtes Märchen — Japan mit Papierampeln, Geishas und Kirschblütenfesten, Mexiko lag wie außerhalb der Welt, Australien gehörte gleichsam zu einem anderen Planeten — heute sind Rio, Tokio, Buenos-Aires, Mexiko, Melbourne amerikanisierte Großstädte mit Luxuszügen, Wolkenkratzern, Berkehrspoli- ;isten im Strome der Autos. Das Reisen wird von Jahr zu Jahr leichter — es wird auch von Jahr zu Jahr weniger interessant. A f r i k a, der Schwarze Erdteil, bot noch Inseln jungfräulich gebliebenen Landes, ursprünglich erhaltener Welt. Freilich: Aegypten ist bei all seinem orientalischen Reiz ein mächtiger Borposten Europas, K a p st a d t ist eine Großstadt von internationalem Gepräge, die französischen Kolonien, die italienischen, die englischen, die belgischen haben alle das afrikanische Land seines ursprünglichen Charakters entkleidet, bieten Mischkulturen, aber nicht mehr den Zauber eingeborener Ursprünglichkeit. Eine Insel aber kannte Afrika bis jetzt: einen Natur- und Kultur- 'chuhpark von einzigartigem Reiz und Reichtum: das alte Bergland Abessinien, das sich wie eine natürliche Festung bis jetzt gegen den Ansturm fremden Wesens bewahrte — politisch, geistig und kulturell. Menelikll.» der berühmteste unter den modernen Herrschern Abessiniens, der das Reich in seiner heutigen Form aufbaute und organisierte, erweiterte die traditionelle Gastfreundschaft der Abessinier allen Fremden gegenüber bei der Aufnahme der ins Land kommenden europäischen Reisenden geflissentlich so sehr, daß man eigentlich unter seiner Regierung zum ersten Male von einer richtigen Ansiedlung einiger weniger Europäer in Abessinien sprechen konnte. Er nahm begierig Nachrichten von fremden Ländern, fremdem Schaffen, fremder Kultur auf und es ist typisch für ihn, daß er (zum ersten Male in der Jahrtausende alten Geschichte des abessinischen Reiches) einen Abendländer, den Schweizer 2lg, zu seinem vertrautesten Berater machte und ihm durch lange Jähre eine mächtige Stellung an feinem Hofe bot. Gegen den Willen eines großen Teiles seiner Ratgeber und seines Volkes, gegen den Willen seiner Gattin Taitu auch führte er in der Verwaltung des Landes, in den außenpolitischen Beziehungen, im Post- und Münz- ivesen, im Heere eine Reihe europäischer Reformen ein, die zwar im Lande seltsam genug umgeformt wurden, aber dem Staat und dem Leben doch irgendwie ein neues Belicht gaben. Gegen den Willen der meisten abessinischen Fürsten auch gab er die Bewilligung dazu, auf der achthundert Kilometer langen Strecke von der Somaliküste bis zur Hauptstadt Addis Ababa eine Bahn zu bauen, den ersten gangbaren Weg für das spätere Eindringen europäischen Wesens. Denn wenn die Bewältigung des Weges mit der Karawane ein Diel- wöchiges Wandern durch glühendheiße Wüste, trostlose Steppe und unwegsames Bergland, durch wasserlose Gegenden, Raubtiergefahr und Heuschreckenschwärme erforderte, so schrumpfte der Weg nach der Fertigstellung der Bahn auf drei Tagereisen im sicheren Zuge zusammen. Wie groß aber der Widerstand gegen den Dau war und tote sehr aus diesem Anlässe die alte und die neue Zeit in Abessinien aneinanderprallten, ergibt sich aus der Tatsache, daß der Ban der Bahn auch nach der Bewilligung durch Kaiser Menelik durch die ganzen an der Strecke wohnenden Stämme unausgesetzt in schwerster Weise gestört wurde: Eisenbahn- und Telegraphenmaterial wurden verwüstet und geraubt. Und der eiserne Wille Meneliks, das Werk doch durchzusühren, dokumentierte sich eines Tages darin, daß er um die gleiche Stunde an der neuerbauten Strecke achtzig der Räuber an die Telegraphenmaste hängen lieh. Die beiden letzten Jahrzehnte brachten Abessinien eine schwache Einwanderung aus aller Herren Länder die unterschiedlichsten europäischen Institutionen wurden gegründet, Verträge mit einer großen Reihe europäischer Staaten geschlossen und um das Jahr 1913 war Abessinien für die großen europäischen Kolonialstaaten schon so interessant, daß sie es auf teilen wollten. Der Ausbruch des Weltkrieges verhinderte das, brachte das Land in mancherlei Wirren, seinen Herrscher Lidj Jassu um den Thron, einen neuen Regenten, Ras Safari, zur Herrschaft und eine Fülle geschäftlicher und diplomatischer Beziehungen zum Reifen. 1922 tritt Abessinien dem Völkerbund bei und sichert sich so vertraglich seine weitere Unabhängigkeit. Trotz alledem: das Land war uralt und ureinfach geblieben. Cs hatte mit der europäischen Zivilisation nur gespielt. Wenn Menelik II. in der Hauptstadt ein Münzamt hatte errichten lassen, so war das nur einen einzigen Tag lang in Betrieb; dann bezog man wie seit altersher die Maria Theresientaler wieder aus der staatlichen Münze in Wien und lieh das eigene Münzamt verfallen. Wenn noch vor wenigen Jahren eine französische Firma nach jahrelangen Verhandlungen ein paar Aeroplane nach Abessinien bringen wollte, so wurden diese auf Befehl des abessinischen Kriegsministers vor der Grenze zurückgehalten und blieben so lange liegen, bis man sie als Altmaterial verschleuderte. Alle europäisch aufgebauten Geschäfte, jeder Versuch, Straßen, Drücken, europäische Gebäude zu bauen, blieb eine Jmprovis ation und Abessinien war trotz der zwei vielbestaunten Autos, die die Hauptstadt kannte, trotz der Radiobastelei eines italienischen Diplomaten, trotz eines gelegenllichen Spazierfluges Ras Safaris über Aden ein weltabgeschiedenes Eiland, ursprünglicher selbst als heutzutage die Südseeinseln sind, zwischen deren Riffen auch schon die Touristen mit Motorbooten vergnüglich hindurchfahren. Die große Europareise des abessinischen Regenten vor vier Jahren, die vielfachen, De- mühungen der expansionssüchtigen europäischen Großmächte und das Tempo des »Fliehenden Dandes", das alle mechanisch-maschinelle Zivilisation in den letzten Jahren gewonnen hat, bewirken nun, daß auch Abessinien — ähnlich wie vor einigen Jahren Japan — mit rasender Schnelligkeit sein Antlitz verändert. Gerade der Sommer dieses Jahres scheint wieder wie die Zeit des EisenbahnbaueS das alte und das neue Abessinien hart aneinanderstohen zu lassen. Die abessinische Natur zeigte typischer als in anderen Jahren ihren eigensten Charakter: tropische Regen, die weite Ufergebiete des Dlauen Nils überschwemmten, rasende Hitze und zwischen der Grenzstadt Dire-Daua und dem Fluh Modjo Heuschreckenschwärme, die nicht nur innerhalb weniger Stunden die gan^e Vegetation verheerten, sondern selbst die Eisenbahnzüge zum Stehen brachten. Und gerade um diese Zeit gab es in Abessinien eine 'Sauarbeit in einem Stile, wie noch nie seit den Sagen der Mauren, und eine Hochflut von Reformen einerseits, von Widerständen gegen diese anderseits. Eine „Jungabessinische Partei" propagiert eine nationale Bewegung und wollte sogar an ein geheiligtes Gesetz der alten abessinischen Kirche greifen: den obersten Kirch enfür st en, den „Abuna", der seit dem vierten Jahrzehnt stets von Kairo aus eingesetzt wird, in Abessinien selbst erwählen und weihen. Rach langem und hartem Kampfe siegte die alte Kirchenpartei und es kam wieder ein neuer Abuna aus Kairo. Die traditionelle Unzusriedeicheit gegen das Eindringen europäischen Geistes machte sich in einer Reihe von Sabotageakten und in mancherlei Unruhe in der Bevölkerung bemerkbar,- Karawanen wurden Überfällen, blutige Verbrechen häuften sich. So griff die abessinische Justiz nach einer Pause von mehreren Jahren, während der man zum Tode verurteilte Verbrecher in aller Stille erschossen hat, wieder zu dem Mittel der weithin sichtbaren Abschreckung. Und wie vor Jahren der Dau der neuen Eisenbahnlinie angesichts einer langen Reihe von Galgen geschah, so baute sich auch in diesem Sommer 1929 eine völlig neue We l t in der abessinischen Hauptstadt auf angesichts öffentlich Hingerichteter Menschen. Innerhalb weniger Wochen wurden in Addis Ababa auf den öffentlichen Straßen fünfunddreißig Räuber und Mörder gehängt. Aber gegenüber dem berühmten uralten »Hängebaum" vor der Gcorgskirche wird ein Menelik- Denkmal erbaut, in Ada, unfern der Hauptstadt, besteht eine landwirtschaftliche Versuchsstation, die von Europäern geleitet ist, das Bahnhofsgebäude, das seit Jahren nicht über das Projekt gedieh, ist fertiggestellt, eine elektrische Zentrale für Kraft und Licht und eine Großradiostation erbaut. Und dem Zuge der Zeit, sich in den Kolonialländern vom Import möglichst unabhängig zu machen, wurde auch in Abessinien Rechnung getragen: der Haupteinfuhrartikel, das weihe Daumwollzeug für die Kleider der^ Eingeborenen, wird nun in einer richtigen Fabrik hergestellt werden, die aus Eisen und Glas erbaut wurde und in der die Maschinen schon montiert sind. Im Schlosse des Regenten, der an allen Reformen regsten Anteil nimmt, wurde eine Mädchenschule errichtet, eine Holzbearbeitungsfabrik erbaut. Und da Addis Ababa das erste Tausend Automobile längst überschritten hat, darf es nicht Wundernehmen, daß auf Strecken, die noch vor wenigen Jahren Nacht für Nacht von Hyänen besucht waren, eine Straßen-Asphaltier-Gefellschaft tätig ist, und daß vom neuen Bahnhof die Wagen einer Autobusgesellschaft nach der Stadt fahren. So vollzieht sich die Entzauberung eines bis jetzt ursprünglich gebliebenen Landes mit Windeseile. Sie kennzeichnet sich auch darin, daß die Freizügigkeit in Abessinien an genaue Pahvorschristen gebunden wurde, daß die Groß Wildjagd im ganzen Reiche, jegliche Jagd auf beiden Seiten der Bahnlinie verboten wurde. Der erhöhte Betrieb erhöht auch wieder die Einwanderung und den Verkehr von und zur Küste, dem die eine Bahnlinie schon nicht mehr gut genügen kann. Aber auf dem Hochplateau von Addis Ababa ist schon ein großer Flughafen vermessen, die Flieger studieren die Wetterverhältnisse und in Djibouti liegen schon die Flugzeuge bereit, die in kurzem regelmäßig von der Küste des Roten Meeres hinauffliegen werden in die abessinischen Berge. Aus aller Wett. Die Bevölkerung der Erde. Nach den Berechnungen des „Internationalen Statistischen Instituts" in Rom beträgt die G e - famtbeoöltcrung der Erde 1 936576000 Seelen, davon entfallen 1070 483 000 auf Asien, 478576000 auf Europa, 238332000 auf Amerika, 140 269 000 auf Afrika und 9 369 000 auf Australien und Ozeanien. Die größte Bevölkerungsdichte zeigt Europa mit 48,6 Einwohnern pro Quadratkilometer; es folgen Asien mit 24,5 Amerika mit 5,5, Afrika mit 5 und an letzter Stelle Australien mit 1,1 Einwohnern. Die Durchschnittsdichte der Weltbeoölkerung beträgt 13,3 Einwohner auf den Quadratkilometer. Vom Jahre 1920 an hat die Bevölkerungsziffer eine Steigerung von insgesamt über 125 Millionen Einwohner erfahren. An diesem Zuwachs ist Asien mit 58 Millionen, Amerika mit fast 30 Millionen, Europa mit über 28 Millionen, Afrika mit rund 8 Millionen und Australien mit 1,75 Millionen Einwohnern beteiligt. Das bevölkert st e Land der Erde ist China, das nach den chinesischen Statistiken eine Einwohnerzahl von 433 439 800 Einwohnern aufweist. Der Reihe nach folgen B r i t i s ch - I n - dien mit 318 942 480 Einwohnern und Sowjet ru ß la n d mit 147 013 600 Einwohnern. Den vierten Platz halten die Vereinigten Staaten, deren Bevölkerung im Jahre 1928 auf 120177 645 Einwohner berechnet wurde. An fünfter Stelle steht Deutschland mit 64 223 276 Einwohnern. Japan einschließlich Korea zählt mit den anderen neu erworbenen Territorien 83 456 929 Einwohner, Großbritannien mit Irland 47 085 936, Italien 41 153 000 (dazu l m Ausland lebende Italiener 9 300 000), Frankreich 42 Millionen, Polen 30312973 und Spanien 22444156 Einwohner. Zehn Jahre Reichsbund der kinderreichen. Der Bund der Kinderreichen beging in Berlin die Feier seines zehnjährigen Bestehens. Zahlreiche Vertreter von Behörden und Verbänden waren erschienen. Dr. Heinsius sprach über das Thema: »Die Bedeutung der Familie für Volk und Staat". Er wies darauf hin, dach die körperliche, geistige und sittliche Beschaffenheit der Familie seinen Niederschlag in der Gesamtheit des Volkes finde. Dem Staat dürfe es nicht gleichgültig fein, wie viele Menschen in seinem Gebiete wohnten, ob in seinem Gebiet viele Fremde und Eingewanderte lebten, ob sein Volk wachse oder abnehme, ob der jugendliche Nachwuchs im richtigen Zahlenverhältnis zu den Alten stehe und körperlich, geistig und sittlich so tüchtig sei, wie die Vorfahren. Die Familie könne den Volksbau nur stützen, wenn sie kinderreich sei. Der Bund der Kinderreichen wolle mithelfen den in der Reichsverfassung Artikel 119 gewährleisteten Schutz des Samilien- lebens und der kinderreichen Familien durch Schaffung eines besonderen Famllienschuhgesetzes zu vervollkommnen. „heim des neuen Europa." In Paris wurde das »Heim des neuen Europa" gegründet, eine Organisation, deren Vorsitz Professor Henri Lichtenberger innehat und deren Aufgabe darin besteht, den in Paris studierenden ausländischen Studenten oder den Gelehrten, Industriellen und Kaufleuten, die sich zu Studienzwecken in Paris aufhalten, den Verkehr mit der französischen Gesellschaft zu vermitteln. Das »Heim des neuen Europa" will den europäischen -Gedanken der Aussöhnung dadurch fördern, daß es durch regelmäßige Veranstaltungen e i n besseres Sichkennenlernen der Völker, namentlich aber der Deutschen und der Franzosen, ermöglicht. Die Eröffnungsfeier, die im Völkerbundsinstitut für geistige Zusammenarbeit stattfand, war sehr stark besucht. Preissenkung des Radiums. Während ihres Besuches in Amerika hat be- kanntlich der amerikanische Staat der französischen Gelehrten, Frau Curie, die Mittel zum Ankauf von 1 Gramm Radium zur Verfügung gestellt. Radium, die teuerste Substanz der Welt, kostet heute immer noch 250 000 Mark j e Gramm. Die Radiumerzeugung in den letzten Jahren hat erhebliche Fortschritte gemocht. Roch im Jahre 1921 wurde das Gramm Radium mit 500 000 Mk. bezahlt. Dieser Rückgang ist vor allem auf die seit 1921 getriebene Ausbeute der Kupferminen in B e 1 g i s ch - K o n g o zurückzuführen. Ursprünglich war Frankreich das einzige radiumgewinnende Land. Später traten ihm die Vereinigten Staaten an die Seite, die bis zum Jahre 1921 9o/1Oo des gesamten Radiums der Erde in dem mineralreichen Colorado erzeugten. Dann übernahm B e 1 gi c n die Führung in der Radiumerzeugung durch die Entdeckung der Kupferminen von Oberkatanga in Belgisch-Kongo. Die Ausbeute der dort gefundenen Mineralien erfolgt in der Stadt Oolen. Das erste Radium, das durch die belgische Radiumgesellschaft gewonnen wurde, erhielt übrigens auch die französische Gelehrte als Geschenk. Das Erbe des Herrn von Anstetten. Vornan von 3- Schneider-Foerstl. Arheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau t. Sa. 37. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Anstelten drückte die Fäuste gegen die Augen. ,Würz, ich werde alles wieder verlieren, was ich mir zu Anrecht angeeignet habe." „War nct üb'l, Herr Baron! — Zu llnrecht? Daß ich nct teuftt! Das is wirklich ehrlich verdient g wes'n; die Witwe vom Herrn Peter und das Kinder! und die Liab vom Herrn Bernd. — Wann einer fein Leben einseht für ein Weib, nachher g'hörl's ihm auch. — ilnb der Herr Peter hat's ja selber so woll'n! Sie hab'n ihm's dterb'n damit leichter g'macht." „Von dem war keine Rede, daft ich seine Frau 118 die meine betrachten soll. „Von was nachher sonst, Herr Baron?-- Later- und Gattenrechte hat er Ihnen zugestand'n. Das hab ich in meine eignen Ohren nei g'hörl. - — Wann er heut red'n könnt, müßt er's ,'eftätig’n.“ Anstetten war nach seinem Schreibtisch gegangen und zog die Lade heraus, die seinen Revolver enthielt. „Wenn es nicht glückt, Würz, ileibt immer noch dieses eine.“ Stefans Gesicht verlor die gesunde Farbe. Damit warten's bis zu allerletzt, Herr Baron! - — Eine Frag', wanns erlaub’n möcht'n: Slaub'ns, daft die Frau Baron einen Skandal ) machen tät, wanns Ihr alles eing'stehn?" „Das ist ganz unmöglich, Würz! Das hieße oDiel, wie schon verloren haben. Denke dir 'och — ich brauche dir ja gar nichts vorzu- lachen, du weißt ja alles. Wir sind nicht ein- nal verheiratet. Das Kind ist — — illegitim, ft--" „Mich tät das nix genier'n, Herr Baron! Mich nct,“ unterbrach ihn Stefan mit lleberzeu- jung. „Aber ich begreif's schon, bet Ihnen is !as was anderes. — — Zweihundert Festmeter wär'n noch zum Schlag'n am Hundsruck ob'n! Der Herr Forstmeister läftt frag’n, ob mir gleich damit anfangen bürf'n.“ Anstetten wandte sich rasch herum und sah Bernd im Rahmen der Türe stehen. „Cs ist gut, Stefan." Er nickte ihm lässig zu. „Ich komme morgen früh selber noch hinauf." Dann klappte die Türe hinter Stefan zu. „Ich bitte dich, Brunhilde, mir Verständnis entgegenzubringen." Anstetten sah nach seiner Frau hin, die in dem gemütlichen Teezimmer an dem ovalen Tische stand und Backwerk in eine Silber- schale schichtete. Der kleine Hans Peter hielt die Händchen empor und bekam ab und zu ein Stück hineingelegt, das rasch in seinem Mäulchen verschwand. Die Baronin wandte das Gesicht nach dem Gatten, ohne ihn eigentlich anzufehen: „Der braune Hindu steht dir demnach näher als Frau und Kind?" „Hilde, ich bitte dich!" „Mach nicht viele Worte! Dein Verhalten beweist, daß es so ist. Wenn du dir irgendwelchen Erfolg versprichst, dann reise." Er war mit ein paar Schritten bei ihr, umfaßte sie von rückwärts und drückte ihr Gesicht an seine Brust. „Ich danke dir! — ilnö meine andere Bitte, daß du über das Ziel meiner Fahrt Stillschweigen bewahrst? — Darf ich auch diese als erfüllt ansehen?" „Ja!" Er gab sie hastig frei, so hart und knapp hatte dieses „Ja" geklungen. Arn anderen Sage stand er reisefertig. Der Wagen sollte ihn nach Wien bringen und von dort wollte er mit dem Flugzeug das Schiff erreichen, das nach Bombay ging. Die Reise nach Benares hoffte er wieder im Flugzeug zurücklegen zu können. Brunhilde schlug die Klappen ihrer Lederhaube herab und knöpfte den Pelzmantel übereinander. Sie wollte den Gatten bis Wien begleiten. Aus dem Kinderzimmer kam Klein-Hans Peters Lachen herüber und eine Minute darauf ein so kläglich hilfloses Weinen, daß sie durch die beiden Zimmer lief, welche sie von der Kinderstube trennten. Sie mußte sich an der Portiere halten, um nicht schwach zu werden. Auf dem Boden kniete ihr Mann und hielt den Knaben mit beiden Armen an sich gedrückt, das schmale Kindergesicht immer und immer wieder mit Küssen bedeckend: „Wenn ich dich nicht mehr sehen sollte, mein Junge — vergiß deinen Vater nicht! — Vergiß mich nicht!" „Valerie!" schluchzte der Kleine. „Werde ein guter Mensch, mein Bub und mach deiner Mutter Freude! — Klein-Peter, solch einen unglücklichen Vater hast du. Solch einen unglücklichen Vater!" Brunhilde hörte ein Aufschluchzen und lieh die schweren Samtvorhänge zusammenfallen. Lautlos drückte sie das Gesicht hinein. Fünf Minuten, später gingen sie nach der Halle, vor deren Eingang der Kraftwagen stand. Man wollte in Wien Bernd noch besuchen, der schon seit einer Woche wieder an der Hochschule war. Brunhilde unterrichtete Friedrich, daft sie morgen abend wieder zurück sein werde. Der Herr Baron wolle nach Krösolyi zur Jagd und gedenke einige Wochen zu bleiben. „Ohne alles Gepäck," wunderte sich der Alte. Aber seine Miene zeigte keinerlei Erstaunen, als er jetzt den kleinen Handkoffer des Gebieters neben dem Chauffeur verstaute und den Schlag in die Riegel springen ließ. Von einem der Fenster im ersten Stock kam Klein-Peters helles Stimmchen: „Aus Wiedersehen, Papa!" „Auf Wiedersehen, mein Bub!" „Komm bald wieder, Valerie!" Anstetten wandte sich im Sitze um und winkte dem Knaben zu. Eine dunkle Rose flog ihm auf die Schuller. Sie war voll erblüht und lieft einen Regen von brennendem Blattwerk über seine Brust ergehen. Mein Herzblut, dachte der Baron und wandte das Gesicht nicht von dem Fenster, bis das mächtige Astwerk der Alleebäume ihm den Blick versperrte. Bernd stellte seine ganze Studentenbude aus den Kopf, als die Eltern so unerwartet bei ihm eintraten. Brunhilde strich ihrem Aeltesten daS —*r v -sarr ssr.-- dunkle Haar auS den Schläfen und forschte in seinem Gesicht, seufzte und hielt für einen Augenblick seine Hand gegen ihre Wange: '„Komm, sobald du irgendwie kannst, Bernd. Allenfalls kann ich dir auch jeden Samstag den Wagen schicken, daft du den Sonntag über bei mir bist." „lind Papa?" „Er verreist für einige Wochen." Bernd sah nach dem Vater und verbarg sein Erschrecken. Es war ihm in der ersten De- grüftungsfreude gar nicht aufgefallen, wie abgemagert und verhärmt dieser aussah. Als er vor Wochen nach Wien gegangen war, hatte dessen Scheitel noch ganz dunkel geglänzt und nun zogen sich Silberfäden dazwischen hin und an den Schläfen begann es sich zu lichten. „Bist du krank, Vater?" fragte er besorgt. „Ein bißchen, mein Junge! — Ein kleiner Fieberanfall. Aber das gehl vorüber. Ich hoffe, daft ich mich in Ungarn rasch erhole." Bernd wollte Wein entkorken, aber Brunhilde stellte die Flasche zur Seite und schlug vor, man wolle zusammen eine Wagentour unternehmen — vielleicht nach dem Kobenzl. Er und der Vater sollten vorausfahren. Sie würde noch rasch einiges besorgen und dann mit einem Mietauto nachkommen. Die beiden Herren waren einverstanden. Als man zusammen die Sreppe herabstieg, hielt der junge Mann die Mutter am Arm zurück und sah mit einem verzweifelten Blick auf die voraus- gehende Gestalt des Vaters: „Er ist todkrank. Mama." Sie legte rasch den Finger auf die Lippen, denn der Baron hatte sich eben zurückgewandl, um zu sehen, ob ihm die beiden folgten. Brunhilde blieb noch eine ganze Weile stehen, obwohl der Wagen, der Gatten und Sohn davontrug, bereits außer Sicht war. Dann wandte sie sich nach dem Stadtbezirk, in welchen die Mariahilferstraße einmündete. Bernd hatte dem Vater die Decke auf die Knie gebreitet und sorgte sich nun, ob ihm auch die Zugluft, welche das rasche Tempo des Magens verursachte, nicht schädlich sei. (Fortsetzung folgt) Stirnen, Sport und Spiel stige vollfleisÄige oder ausgemästete 42 fleischige 36 bis 41, gering genährte "28 Färsen (Kalbinnen und Jungrinder): vollfleischige, ü-8- Banknoten. a. 2H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt 30. Dezember 28. Dezembei 24 24,1 6,7 21,4 19,6 höchsten Schlachtwerts 56 bis 59, sonstige schige oder ausgemästete 52 bis 55; Kühe: vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis vollfleijüngere, 49, son- bis 44, bis 35; und der französischen Kaliindustrie enger zu gestalten, eine Anregung gaben. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 30. Dez. Auftrieb: 1404 Rinder, darunter 336 Ochsen, 58 Bullen, 556 Kühe, 397 Färsen; 968 Kälber, 121 Schafe, 3831 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 56 bis 59 Mark, ältere 50 bis 54, sonstige vollfleischige, jüngere 45 bis 49; Bullen: jüngere, vollfleischigc, I süddeutsches, 10,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht oder gebündelt 5,50 bis 5,10; Treber, getrocknet 14,75 bis 15. Tendenz: Ruhig. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag, 31.Dez., 19 bis 22 LIHr: Das Land des Lächelns mit Silvester-Einlagen; Operette von Franz Lehär. Mittwoch, I.Ian., 18.30 bis nach 22.30 Ufjr: Lohengrin; Romantische Oper von Richard Wagner. Donnerstag, 2.3an._ 20 bis nach 22.30 Ufjr: Der Troubadour; Oper von G. Verdi. Freitag, 3. Ian., 20 bis nach 22 Uhr: Orpheus und Eurydike; Oper von Gluck. Samstag. 4. Ian., 15.30 bis 17.30 Uhr: Hänsel und Gretel; Märchenoper von Engelbert Humperdinck.. 19.30 bis nach 22.30 Uhr: Die Macht des Schicksals; Große Oper von G. Verdi. Schauspielhaus. Dienstag,*31.Dez, 1530 bis nach 17.30 Uhr: Hui, wir sausen um die Welt; Wechnachtsmärchen von Ludwig Lustig. 19.30 bis gegen 21.30 Uhr: Zum ersten Male: Gefallene Engel; Lustspiel von Roel Coward. Mittwoch. I.Ian., 15.30 bis nach 17.30 Uhr: Hui, wir sausen um die Welt. 20 bis gegen 22.15 Uhr: Marius ahoi!; Volksstück von Marcel Pagnol. Donnerstag, 2. Ian.. 16 bis nach 18 Ufjr: Hui, wir sausen um die Welt. 20 bis gegen 22.30 Uhr: Komödie der Verjüngung; von Alexei Tolstoi. Freitag, 3. Ian., 16 bis nach 18 Uhr: Hui, wir sausen um die Welt. 20 bis gegen 22 Uhr: Brülle China; Drama von S. Tretiakow. Samstag, 4. Ian., 16 bis nach 18 Ufjr: Hui, wir sausen um die Welt. 20 bis gegen 22 Uhr: Gefallene Engel. Berliner Börse. Berlin, 30. Dez. Wie leicht bei der augenblicklichen Geschäftslosigkeit das Kursniveau nach der einen oder anderen Seite zu beeinflussen ist, konnte man im Verlaufe der Samstagsbörse sehen. Schon kleine Kaufaufträge seitens der Großbanken genügten, um eine sogenannte B i - lanzhaufse zu inszenieren. Anscheinend hat diese Bewegung etwas angeregt, denn zu Beginn der heutigen Börse kamen einige Aufträge der Kundschaft zur Ausführung. Die Stimmung war trotz fehlender Orders, und obwohl das Richt- mitsahren Dr. Schachts zur zweiten Haager Konferenz nicht gerade günstig ausgenommen wurde, f r e u n d l i cy. Die Umsatztätigkeit blieb aber auch heute klein, und nur die Hauptwerke waren zu erhöhten Kursen etwas mehr beachtet. Die Spekulation beteiligte sich wenig, zumal Anregungen nennenswerter Art, mit Ausnahme eines optimistischen Monatsberichtes der Commerz- Bank, fehlten. Weiter fest lagen Schiffahrts- aktien, und von sonstigen Werten waren Commerz-Bank (plus 2,25 v. H.), ReichLbank (plus 2,75v. H.), Polyphon (plus 3), Felten (plus 3); Sachsenwerke (plus 3 D. Sy), Chadeaktien (plus 3 Mark), Dessauer Gas (plus 2,75 v. H.), Holzmann (plus 4,25 v.H.) und Zellstoffwerte etwas mehr beachtet. Deutsche Anleihen gut behauptet. Ausländer ebenfalls wenig verändert. Pfandbriefmarkt sehr ruhig und nur wenig entwickelt. Der Geldmarkt lag auch heute weiterhin relativ frertndlich. Tagesgeld war mit 7,5 bis 10 v. Sy, Geld über Ultimo und Monatsgeld mit 9 bis 10,5 v. H. notiert. 2m Berlaufe wurde die Tendenz uneinheitlich. Meist gaben die Rotierungen bis zu 1 v. Sy nach. Essener Steinkohle (minus 2 v.H. und RWE. (minus 1,75 V.H.) lagen etwas stärker gedrückt. Anderseits konnten sich die anfänglich schwächeren Salzdetsurthaktien um 1 v. H. erholen. Auch Buderus blieben gefragt. Als die Spekulation bemerkte, daß zu den schwächeren Kursen keine Ware herauskam und als die Banken erneut Kaufinteresse zeigten, wurden später diese Verluste wieder eingeholt. Die Spekulation wurde zu Deckungen gezwungen und die Kurse zogen bis zu 2 v. H. über Anfang an. Besonders Kaliwerte fanden Beachtung, wobei die bestehenden Pläne, die Zusammenarbeit der deutschen ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 58 bis 60, vollfleischige 54 bis 57, fleischige 48 bis 53. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 86 bis 88, mittlere Maft- und Saugkälber 82 bis 85, geringe Kälber 72 bis 81. — Schweine: Fettschweinc über 300 Pfund Lebendgewicht 79 bis 82, vollflejfchige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 80 bis 82, von etwa 200 bis 240 Pfund 81 bis 83, von etwa 160 bis 200 Pfund 81 bis 83, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund, 78 bis 81, Sauen 60 bis 70 Mark. — Marktverlauf: bei Rindern schleppend, Ueberstand; Schweine ruhig, llebcrstand; Fettschweine schwer verkäuflich; Kälber und Schafe mittelmäßig, ausvcrkauft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 30. Dez. Zum Wochenbeginn war das Geschäft am Produktenmarkt weiter sehr gering. Die Stimmung war aber im allgemeinen freundlicher, da die höheren Auslandnoticrungen, besonders für Weizen, einen günstigen Eindruck machten. Weizen zog bis zu 0,75 Mark im Preise an. Auch Mehle konnten hiervon profitieren und waren dementsprechend höher. Am Futtermittelmarkt gaben Weizen- und Roggenkleie etwas nach. Cs wurden notiert: Weizen 27,25; Roggen 19; Sommergerste für Brauzwecke 19,75 bis 20; Hafer, inländischer, 18; Mais (gelb) 18; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 39,25 bis 40; Roggenmehl 27,75 bis 29; Weizenkleic 9,40 bis 9,50; Roggen'leie 9,75; Erbsen 31 bis 44; Linsen 55 bis 100; Heu, dritte nunmehr in einem weiteren Ausscheidungs- kampse zwischen dem diesmal unterlegenen F. Sp. D. Frankfurt und Union Niederrad, die seither Freilos hatte, ermittelt werden muß. OieFrankreichreise -er Frankfurter Eintracht. 6.0. Montpellier gegen Eintracht Frankfurt 2:4 (0:0). Rach ihrer 1:3-Riederl'agc in Paris und ihren beiden Siegen von 2: 1 und 4:2 Toren in Cannes und Marseille erfocht die Frankfurter Eintracht nunmehr bei Beendigung ihrer Weihnachts- reise nach Frankreich einen weiteren eindrucksvollen Sieg von 4: 2 Toren über die S. O. Montpellier. Das Ergebnis wiegt um so mehr, als dieser Sieg trotz größter Benachteiligung durch den französischen Schiedsrichter einwandfrei und verdient erzielt wurde. Oer Tennismeister Moldenhauer tödlich verunglückt. Der bekannte deutsche Tennismeister Hans Moldenhauer erlitt in der Rächt zum Sonntag in Berlin einen schweren Automobilunfall. Beim Ueberholen eines anderen Wagens geriet Moldenhauer mit seinem Wagen zu weit nach außen und konnte einen Zusammenstoß mit einem Straßenbahnwagen nicht mehr vermeiden. Moldenhauer und zwei weitere Insassen des Autos wurden in schwerverletztem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Dort ist Moldenhauer am Sonntagabend 7 Uhr, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, gestorben. Mit Moldenhauer, der 28 Jahre alt geworden ist, verliert der deutsche Tennissport einen seiner talentiertesten Spieler. 1926 und 1927 war es ihm vergönnt, den deutschen Meistertitel zu erringen. 1926 gewann er außerdem mit Frl. Außem die Meisterschaft im gemischten Doppelspiel. In diesem Jahre holte er sich mit dem Oesterreicher Ma- teyka die Hallenmeisterschaft im Herren-Doppel; nachdem er bei den Davis-Pokalspielen mit Prenn die deutschen Farben bis zur Schlußrunde der Europazone erfolgreich vertreten hatte. 21.13 19,4 i — I 1.95 ! 6,8 6,8 6.8 8,75 14 i 7,051 4% Ce|lerreld)lf*e «Bolbtte.. 4.20% Cefietr. Silbern- • 4% Ceßerreidjlfitie Einheitliche Rente.......... 4% Ungarische Goldrte.. . . 4% Ungarische Staatir. v. 1910 4V,% tcogl. oon 1913 .... 4% UnßatW ftronenrte.. . . 4% Tüll. Zollanleihe v. 1911 . 4% Luetische Bagdabbaha-«al Serie I......... 4% be«Ql. Serie II 5% Rumänische vereinh. Rentt von 1903 . . . . *y,% R Iwänische vereinh. Rente von 1013 ....... 4% Rumänische Verein-. R«ue . Rundfunkprogramm. Freitag, 3. Januar. 12.15: Schallplattenkonzert: Tschechische Musik. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 16 bis 17.45; Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Rückblick und Ausblick auf die Wirtschaftslage Deutschlands beim Jahreswechsel", Dortrag von Dr. Köbener. 18.35: Bon Stuttgart: Berufskundlicher Dortraa: „Der deulscye Dordfun'-Oßizicr". von Obertclegraphcn- fefretär Müller (Hechingen). 19.05: Don Mannheim: „Marie Curie-Slodowsja, die Radium- Entdeckerin", Dortrag von Dr. Elgar Kern (Heidelberg). 19.30: Don (Stuttgart: Ein Abend in Paris. Eine Hörfolge von Fritz Bayha und Sy W. A. Schoeller. 21 bis 22.15: Internationaler Programm-Austausch. Samstag, 4. Januar. 13.15: Schallplattenkonzert: Tanz vor 25 Jahren. 14.15 bis 14.50: Bon Stuttgart: Jugendstunde. 15.15 bis 15.45: „Verschollene Vorläufer, Vortrag von Prof. Sy PH. Weitz. 16: Sinfonie-Konzert des Stöbt. Kurorchesters Wiesbaden. 16 bis 17.45: Aus dem Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städt. Kurorchesters. 18.05: „Der Stern von Bethlehem", Vortrag von Prof. Edmund Sittig. 18.35: Stunde des Arbeiters: „Wirtschaftspolitischer Rückblick auf das Jahr 1929", Vortrag von Redakteur Arthur enter nus. 19.05: Spanischer Unterricht. 19.30: Von Stuttgart: Violinkonzert Georg Beerwald. 20.15 Von Stuttgart: Streifzug durch den Aether, Fernempfangsoersuche von Schloß Solitude. 21.15 bis 22.15: Von Stuttgart: Herr und Frau Biedermeier. 22.30. Von Stutgart: Schlagerstunde. 23.30: Tanzmusik. 0.30 bis 1: Don Stuttgart: Kurzwellenübcrtragung von Kanada. 6,8 8,6 13,9 Fußball in Hessen-Hannover. Die gestrigen Fußballspiele im Bezirk Hessen- Hannover brachten folgende Ergebnisse: Kurhessen Marburg — Borussia Fulda 1:1. Herrn. Kassel — Kurhessen Kassel 1:3. Spielverein Kassel — Göttingen 8:1. Fußball in Güddeuischland. Am letzten Sonntag des Jahres begannen programmgemäß in Süddeutschland die Schlußkämpfe um die Süddeutsche Fußballmeisterschaft. In der Runde der Meister war allerdings nur ein Treffen angesetzt, und zwar siegte Wormatia Worms auf eigenem Platze knapp, aber verdient mit 2:1 Toren über den S. V. Waldhof Mannheim. — In der Runde der Zweiten und Dritten sah die Gruppe S ü d o st die beiden Nürnberger Vereine in Front. Der 1. F. C. Nürnberg siegte über den 23. f. 9t. Heilbronn mit nicht weniger als 7:0, und Union Böckingen mußte trotz Platzvorteils dem A. S. 23. Nürnberg den Sieg mit 4:6 Toren mitgeben. In der Gruppe N o r d w e st empfing der 23. f. L. Neckarau den 23. s. L. Neu-Isenburg. Das 1:1 bedeutet für die Isenburger einen Achtungserfolg. Phönix Ludwigshafen konnte auf eigenem Platze gegen Sportfreunde Saarbrücken nicht ankommen. Er unterlag mit 1:2 Toren. Auch der F. V. Saarbrücken gehörte zu den verlierenden Platzmannschaften. Er hatte dem <5. 23. Wiesbaden mit 0:2 Toren Sieg und Punkte zu überlassen. Auch in der Gruppe Main gab es ein Entscheidungstreffen, und zwar handelte es sich um die Fortsetzung des vor acht Tagen bei 1:1 nach Verlängerung unentschieden abgebrochenen Kampfes zur Ermittlung des Tabellenzweiten. F. Sp. V. Frankfurt und Rotweiß Frankfurt waren wiederum die beiden hartnäckigen Rivalen. Diesmal aber hotte Rotweiß den Faden der Ereignisse jederzeit in der Hand und siegte schließlich als einwandfrei bessere Mannschaft mit 2:0 Toren. Rotweiß ist somit Tabellenzweiter der Gruppe Main geworden, während der Tabellen- Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Dienstag, den 31. Dezember. Silvester. Sladtkirche. Abends 8 Uhr: Pfarrer Mahr. — Johanneskirche. Abends 8 Uhr: Pfarrer Bechtols- beimer. — Kapelle des Allen Friedhofs. Abends 6 Uhr: Feier des hl. Abendmahls für die Luthergemeinde; Pfarrer Lenz. — Llisabelh-Kleinkinder- schule. Abends 8 Uhr: Pfarrer Lic. Waas. — Diefeck. Abends 7 Uhr: Liturgische Iahresschlußfeier. — Alten-Buseck. Abends 6 Uhr: Silvestergottesdienst. — Hausen-Garbenteich. Jahresschlußgottesdienst. 5.15 Uhr: Garbenteich; 6.15 Uhr: Hausen. — Wahenborn- Sleinberg. Abends 8 Uhr: Altjahresschlußfeicr. — Lich. Abends 8 Uhr: Stiftsdechant Kahn; Beichte; hl. Abendmahl. katholische Gemeinden. Dienstag, den 31. Dezember. Gießen. 16.30 Uhr: Beichte; 17.30: Predigt und Silvesternndacht mit Segen und Tedeum; 19: Beichte. — Dich. 20: Siloesterandacht. Ämil.-Noli. Bucn.-Airet Brff.-Autw Cbrittiania • Atopnibnflcn Stockholm . tieifingforS. Italien. . . London. . . Vicunor! . . Paris.... StfcroeU •. Spanien ■ Japan . - . Rio de Jan Wien in D>- Ceft abgett Prag . . Belirad - - Budapest. ■ Bul arien Lissabon Danng. - . .ftonftuiinn. Alden. . . Canada Uni uatz . Latro ... Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Rcichsbankdiskont 1 ü. Sy, Lombardzinsfuß 8 d. Sy 21,1 19 | ,7, >,8 Wirlschast. ' Waggonfabrik H. Fuchs A.G., He i - beiberg. Die G.D., in der 1,878 Mill. Mark Qntien vertreten waren, genehmigte den bekannten (dividendelosen) Abschluß. Bei der Beschlußfassung über die Entlastung des Dorstandes wurde die Entlastung des Direktors Boehme zurückgestellt, der inzwischen ausgeschieden ist und zwischen dem und der Verwaltung noch nicht endgültig beigelegte Differenzen bestehen. • Besihwechsel bei der Essener Steinkohlenbergwerke A. G. und der Henrichshütte. Durch Dermittlung der Deutschen Dank und Disconto-Gesellschaft wird sowohl der Aktienbesitz von Henschel & Sohn, Kassel, an der Essener Steinkohlenbergwerke A. G., Essen, als auch die Henschel & Sohn gehörige Henrichshütte, Hattingen, in andere Hände übergehen. Die Erwerberin der erstgenannten Aktienmajorität ist die Gelsenkirchener Bergwerks A. G., Gelsenkirchen. Die Henrichshütte wird für ein bei den Verbandsverhandlungen der Eisenindustrie gebildetes Konsortium übernommen. * Süddeutsche Zucker 21.»®., Mannheim. Die Gesellschaft erzielte 1928/29 einen Betriebsüberschuß von 4,94 (4,35) Millionen Mark, wovon Abschreibungen 1,35 (1.32) Millionen Mark erforderten. Aus dem einschl. 1,15 Millionen Mark Vortrag aus dem Vorjahre verbleibenden Reingewinn von 4,74 (4,14) Millionen Mark werden 12 (10) Prozent Dividende auf 29,6 Millionen Mart Stammaktien und wieder 7 Prozent auf die 400 000 Mark Vorzugsaktien vorgeschlagen. Zum Vortrag verbleiben 1,16 Millionen Mark. * Maschinenfabrik Grihner 21.-®., Durlach. Das Geschäft in der Hauptabteilung, der Rähmaschinenfabrikation, war in den letzten Monaten befriedigend, so daß der Gesamtumsatz nur wenig hinter dem des Vorjahres zurückbleibt. Die Verbindlichkeiten der Gesellschaften haben sich im laufenden Jahre um mehr als eine Million Mark ermäßigt. Dementsprechend dürfte auch unter Berücksichtigung der allgemeinen wirtschaftlichen Depression ein nicht unbefriedigendes Ergebnis zu erwarten sein (im Vorjahre 6 Prozent Dividende). Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 30. Dez. Tendenz: freundlicher. — Trotz der schwachen Reuyorker Börse war zum Wochenbeginn im heutigen Vormittagsverkehr die Stimmung eher freundlich. Geschäft war wieder kaum zu verzeichnen. Bei Festsetzung der ersten Kurse prägte sich eine allgemeine Freundlichkeit noch mehr aus, da einige Interessenkäufe dem Markt eine Anregung gaben. Rur die hiervon betroffenen Werte wurden etwas mehr gehandelt. Es drehte sich in der Hauptsache um Reuengagements. Die übrigen Werte lagen sehr still, da der immer noch anhaltende Auftragsmangel störend wirkte. Man sieht der üebertoinbung des Zahltages mit Zuversicht entgegen. Auch dies dürste vor allen Dingen zur Besserung der Tendenz beigetragen haben. Sonstige Anregungen waren nicht vorhanden, doch waren diese nicht gerade erforderlich, da auf der anderen Seite keine nachteiligen Momente vorlagen. Etwas mehr Interesse bestand am Elektromarkt für Licht & Kraft, die einen Spitzengewinn von 4 v. H. aufzuweisen batten. Elektrische Lieferungen gewannen 3 v. H., Chadeaktien 3,5 Wk. Sonst war hier die Llmsahtätlgkeit klein. Siemens lagen behauptet. Am Chemiemarkt eröffneten Farben 1,5 V.H. und Deutsche Erdöl 1 v. H. fester. Scheideanstalt waren dagegen in Reaktion der lehttagigen Aufwärtsbewegung eher angeboten und leicht gedrückt. Etwas vermehrte Rachfrage bestand noch am Montanmarkt für Har- pener mit plus 3,5 v. H., Phönix und Rheinstahl lagen nur geringfügig gebessert. Kaliwerte etwas fester. Am Bauunternehmungsmarkt traten noch Holzmann mit plus 2,5 v. H. stärker in Erscheinung. Atu, Konti-Gummi gewannen je 2 v. H. Deutsche Linoleum 1,5 v.H. gebessert. Renten still. Deutsche Anleihen anziehend. Im 23erlaufc trat vorübergehend eine Abschwächung ein, doch machte sich bald wieder Kaufinteresse von Dankseite geltend, so daß die zwischendurch eingetretenen Qkrlufte wieder eingeholt, teilweise sogar noch bis zu 1,5 v. Sy überschritten werden konnten. Danken, Schiffahrtswerte, sowie Elektroaktien standen im Vordergründe. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1850, gegen Pfund 20,415. London gegen Kabel 4,8815, gegen Paris 123,90, gegen Mailand 93,25, gegen Madrid 36,30, gegen Schweiz 25,1075, gegen Holland 12,10. Berlin, 28. 'Dezember timcrüantfdie Nölen .... Belgische Noten ....... Dänische Nolen ........ Englische 'Diolen ....... französische Noten ....... Holländische Noten ....... ^talientjrtie Noten........ Norwegische Nolen........ Deutsch.Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten ....... Schweizer Nolen..... . . Spanische Noten ........ Tschechoslowakische Noten..... Ungarische Noten ...... Dalum Zranilurt a M ÖCtlir Datum ^ranffurt a M Beil!» £d)iub»' »l'ir? 28 12- .■um fTur 30. 12. Schluß! ftute | 28. 12. An,ang. fitlC-3 30 12. Kurs 28. 12- -UD; ffur 30. 12. Schlutz l Kur« | 28. 12. Ansang- fiut-3 30. 1 i. Hamburg-Amerika Paket . ■ < Hamb.-Südam. Dampssch. . . » Lania Dampsschiss.....10 Norddeutscher Lloyb.....b Ailg. Deutsche Credilaust. . . U Lanner Bankverein .... I' Berliner HanbelSgeselljch. . . iv Commerz- und Privat-Banl. 1) Darmst. u. Rationalbant . . 1: Deutsche Bank......1t Dieconto-Grsellschast. Mi. . 1< Dresdner Bank......1< SieichSbaut - 1 A.S.«..... ... Bergmann ... Elcklr. Lieferung Sgelellichost. 1 Licht und Kraj! . 1 stellen 4 Guilleaume.... 7% Ges. j. Elektr. Untern.. ... 10 Hamb. Elektr «Werke .... 1 Rhein. Clellr.........» Schlei. Gift’’ ......io Echuckert & (So. ..... . 11 Siemens » Haloke ..... 10 DranSradio..... 8 Lahmeyer 4 Co...... • 10 Bnderw!.........6 Gilener Steinkohle......$> Geilenkirchener.......8 Harpener....... , . . 0 Hoesch Eilen. ....... 6'/, Slle Bergbau ....... 10 itiddncrwede........- Kdin-Neueiiea 7 Mannesmann.Nbhrea .... 7 Monelelder Bergbau cberich’ei. Gnen-eoarl .... Oberichlei. Sotimede.....7 Pbönir Bergbau......6’/, Rhe'nischr Braunkohle»... 10 -iheinstahi . . . ...... 6 Sriebeck Monla» ...... 7,2 93,75 z 93,5 115,25 116 171 147 225 140 140 275 153 205.75 156.5 139 112 141 138 173 274 160 92,5 129 135.25 220 90 91,5 101,5 65 101 234 103,5 95113 116 149.5 154 159-5 143 142,75 274 61,5 93,5 Z 138.5 — 101,25 193,75 93,75 169 140 93,9 116,13 115.75 170,25 147.25 227,5 141 142 276,25 153,5 206 159,5 141 112 141,5 127,5 143.75 173 273,5 161,5 59 92,4 138 129 139 106.5 218,5 90.75 104 91,25 1u3,75 67 92,75 101.75 235 103.5 100 95,5 95 116,75 115,5 171.5 149,5 227,5 141,5 142 275 154.75 206.25 159 5 143 115 142,75 129,25 145,5 172.75 275 161,5 60.5 93,25 137 129.5 139 108.25 218 91,9 106 92,75 103,5 67 93.25 101.5 236 104 Bereinigte Stahl» . . . Otabi THnen . . 16'/, Rai werke Aschersleben . . . Kai werke Aieslecegeln ... 10 Rahme i e Salzbetiurth ... 15 fl. S Farben-Inbuftrie... ir Dynamit Nobel ....... 6 Schcideanstolt........ V tz-oldichmior ........ 5 Rütgerlnvecke ........6 Metallgesellichast.......8 Philipp Holimann . . . . < Semen werk Heidelberg ... 10 Cemenl werk Rarlstaot ... 10 ÜLayb 6 itr> V ag .... 8 Schulthei« Patzenhojer ... 15 Ostwerke.........12 8er. (Zlanzslosf ...... 18 Bemberg........." Retifloli Walblwi .... 18^4 ZelMos, Alchassenüu« ... »i Sharlolienburger ZBafict ... 8 Dessauer Ga» . 9 Daimler Motoren . ..... v Deutsche Linoleum ..... Maschinenbau 2,«•••••• Frank«. Maschinen...... 4 Grihner........ . 6 HeyliaenIkaelU .......0 Iunghans..........6 Leckwerle. . 8 -Mainkral Nverk CödjB a. fiR. 8 Mlag. . . . . 10 Gebr. Roeder.......10 ^oigi L Haessu« ... ».. . 0 Sühh. Lucka...... lü 102,75 50 185,5 194 317 170.25 148,5 61 66,5 113,5 82,5 112 159 - 139 176 134,75 .3 224,25 310 41 36 45 103 121.5 105 222 160,25 318 171,5 148 113,5 841 112 76 I 2Z — 225,75 - - - 104-5 51' 185 195 317,5 170 5 79,6 61,25 67.5 114 — - 7« 268,25 207 139.75 178 132.75 92.75 145,5 35 225,5 37,5 17.5 68,5 149,5 310,5 40 36,5 46 122,5 222 161,5 104,75 50 317 171,4 68,25 84,25 269,25 207,5 — 137,5 180.25 134,5 1-18,25 35 227 37,5 7. 67.5 151 311,5 z ,2Z — Frankfurt a BI Berlin cdjiufe. i-Ubi Schlug Ansang« Rur» Rur? Rur< Run Datum 28- 12. 30. 12- 28. 12- 30- 12- 6% Leu sche Jicidieamew: ron ir-27 ........ 7% Tcuische Reichtanleihe 87,25 — 87,5 99,1 von 1929 ......... Dt. «nl.-Äblüs.-Schulb mit Muß 99 — — los.-Reckten........ 50 — 50.1 50,1 Letgl. ohne AuSIos. Rechte 8% Hess. BolktNaat von 1829 7 7,15 6,9 1 (rüdjnhlb. 102%) .... Cberbillcii Provinz-Anleihe mii 88,5 — 88,5 Auolos.-91echten...... Deutsche Komm. Sanrmelabl. — — — Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hnp.-Bank (Solbpse — — 46,25 — XIII unkündbar bis 1084 . 96,5 e— — - 7% Jianks. HNP-Bmck Goldpse unkündbar biö 1939..... 4'/.% Rbelnische Hyp.-Bank 82 — - Üiqu, Goldpsc........ 8% Pr. Lanbetpsaobbriefanstolt 77,9 — — - Psandbriese SH. 17..... 8% Pr. SonbCL-pfanbbdefmiftiiU 98 —— 98 Komm.-L/bl. St. Ui..... 95 —— 95 — 7% Pr. Landetpsaubbriesanslalt, Psandbriese 81.10..... K.C.Ö. obfl. BorkriegS. Obligation. 89 — 89 rückzahlbar 1932 ...... — — — 4,165 4,185 58,23 58,47 111,73 112,17 20,345 20,425 16,44 16.50 163.29 168,97 21,72 21,80 111.83 112,27 53.68 58.92 2.465 2,485 112,28 112,72 81,17 81.49 56,74 56.96 12,34 12.40 72,95 73,25 Amtliche Notierung LmlUch? Notierung Weib Bries löelt Bc'e 168.63 168,97 168,38 168,72 1.704 1.708 1.701 1.705 58,47 58,59 58,385 58.505 112,04 112.26 111,89 112,11 112,04 112.26 111,91 112,13 112,51 112.73 112,42 112.64 10.498 10,518 10,48 10.50 21.86 21,90 21.835 21,875 20.384 20.424 20.392 20,399 4,1765 4,1845 4.1705 4,1785 16,455 61,27 16,495 16.43 16,47 81,43 81,135 81,295 55.96 56,08 56,10 56,22 2,050 2,054 2,045 2,049 0.462 0,464 .462 0,464 58,84 58,96 58,725 58,845 12,406 12,426 12,385 12,405 7.418 7.432 7,407 7,421 73.30 73,36 73.07 73.21 3,024 3,030 3.019 3.025 18.80 18.84 18.73 18,92 81,55 81.71 81.41 >1,57 1,983 1,987 1,978 5,43 1,982 5,43 5,44 5,44 4,131 4,139 4,125 4,133 3,896 3,904 3,896 3,304 20,925 20,945 20,88 20,92