0:?a- 61 5 V'«'' ■Cg"-E~--iÖ5 S^?NvgZZ^ EMuu e^F^äZs" J&3» oßl^H~ - e 5 a3*o E* s»cr—2 o 2 ■» c o S-£,~2,2 e m UTQP e* u #♦ O öl •0*3 0 E ■»”*- " ff. c V?1 -- V v r f 8 v 5 L » ft s -sz? 52« Ü K?o-r 2." p*lstiKc,5 kÄ- •sE;® ■W’ rS->Mr y&& sZ- - 2,»2®2 ’ S-5 " 5 Ohl ?s ® " o = ■2 <2 u® " « 1 2 2 -e to c» g^8Z?0^ ä5?2 y p?:’" ffilf x'>Vir 3,9. *hh-Brü& p-p- P.®sMr ® ^7"- «sv r* ’ 2 2 2-3 -'S ®:c ? I 5 J° 0.2 aSr« -1 t-5- sog- -L-" -S®<5 «■ «> er 2 y-1; ■Xh s i&3&gsr "s *DC Bßß??to5ß2» oOäSg««?’ B*Sa"2?5rS » "äff’ ' SS’’ Ip3jpp= Sa&W’ 3 2 -rP C =-^5 2-5 2.0.• = %* »SS ?g »OoS „PS-ff/l s = 5 0:5 Co Aff'- ’»« 2 5 = ff0 3»3’3!?«r •C?®’lspcg « ipW!3 jpsafti« s®5 -'S :ro eyr,g'i* Das Volksbegehren vor dem Reichstag. Reichsaußenminister Dr. Euriius gegen das Freiheits-Gesetz. — Zehn Fragen an Hugenberg. Oberfohren antwortet für die Deutschnationalen. Berlin. 29. Dez. (D.D.Z.i Auf der Tagesordnung des Reichstags steht als einziger Punkt die erste Beratung des aus dem Volksbegehren hervorgegangenen Gesetzes gegen die Versklavung des deutschen Volkes in Verbindung mit Anträgen der Deutschnationalen und Rationalsozialisten, die für den Volksentscheid einen anderen Termin als den 22. Dezember verlangen. Die Beratung wird eingeleitet durch eine 2Rei>e des ReichsaußenmLnisterö Or. Curtius. Die Reichsregierung fordert und erwartet die Ablehnung des aus dem Volksbegehren hervorgegangenen Gesetzentwurfes. Die Regierung ist auch aus außen- und innenpolitischen Gründen nicht in der Lage, den Termin für den Volksentscheid später als auf den 22. Dezember festzusehen. Die mit dem Volksbegehren unternommene Aktion ist geeignet, die verfassungsmäßige Ordnung und Trennung der politischen Gewalten des Reiches völlig zu zerstören. sie richtet sich gegen die Staatsautorität als solche. Ich habe die von meinem Amtsvorgänger Dr. Strcsemann geführte Außenpolitik ohne alle Vorbehalte übernommen und will sie fort führ en. Das Volksbegehren baut sich auf einer offensichtlichen LInredtichkeit auf. (Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.) Es wird damit die falsche Meinung verbreitet, als sei die deutsche Außenpolitik bisher aus Linerkennung der Behauptung von Deutschlands Kriegsschuld aufgebaut gewesen. Tatsächlich hat die deutsche Reichsregierung wiederholt mit aller Entschiedenheit d ie Kriegsschuldlüge feierlich zurückgewiesen. Das Volksbegehren widerspricht zwar nicht den formalen Bcffimmungeit, aber dem G c ist und Inhalt der Reichsverfassung. Ls zeugt von geistiger Primitivität und von politischer Verantwortungslosigkeit, wenn man die Außenpolitik durch Plebiszite entscheiden lassen will. Die Verlegung solcher Entscheidungen in die Massen ist die Abdankung des Jüf)rergc- dankens. (Lebhafter Beifall.) Der Minister richtet an Hugen berg eine -Reihe bestimmter Fragen, die Angaben darüber verlangen, wie Abg. Hugenberg sich die Befreiung des Rheinlandes und die Entlastung von der Reparationsschuld vorstcllc. Hegenberg habe aus der Etappe Befehle an die in der Kampffront stehende Reichsrcgierung erlassen wollen. (Lebhafte Zustimmung.) Der Gipfel der Demagogie sei der 8^, der die Führer der bisherigen Außenpolitik gewissermaßen durch ein Revolutionstribunal i n s Zuchthaus schicken wolle. Die Männer, die unter größten Schwierigkeiten für die Befreiung Deutschlands gearbeitet haben, diese Männer mit dem Borwurf des Landesverrates zu belegen, das ist eine Infamie. (Lebhafte Zustimmung.) Wir erwarten, daß die überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes mit der Reichsregierung gemeinsam die Politik der Verständigung und des Friedens fortführen will, die allein unser Volk wieder emporführen kann. Wenn wir die Vorlage des Volksbegehrens ab- lehnen, so darf das nicht so gedeutet werden, als seien wir vom Poungplan in ollen Punkten befriedigt. Wir wollen aber auf dieser Grundlage die Politik sorksehen, die allein uns den Weg zur Freiheit bahnen kann. Wenn die Mehrheit des Reichstages das Volksbegehren ablehnt, so bedeulel das nicht, daß sie sich mit dem üriegs- schuldurleil absinde. Die Reichsrcgierung ist nicht blind gegen die Lasten, die verbleiben werden. Aber keine Rechenkünste werden die erheblichen Erleichterungen wegdiskuticren können, vor allem wird die endliche vollständige Räumung des Rheinlandes erreicht. Es besteht kein Anlaß, Zweifel in die loyale Durchführung der Haager Abmachungen dura) Frankreich zu sehen. Der Minister richtet dann zehn Fragen an den Abgeordneten Hugenberg. Rach Paragraph 2 des vorliegenden Gesetzes hat die Rcichsregierung auf die Außerkraftsetzung der Kriegsschuld- und Sanktionsartikel des Versailler Vertrages und die bedingungslose Räumung der besetzten Gebiete hinzuwirken. Haben Sic. so frage ich Herrn Hugenberg, einen Öpe- rationsbefehl zu diesem Ctappenbe ehl vorbereitet und wollen Sie nicht auch diesen der Reichsregierung für ihren Frontkampf zur Verfügung stellen? Welche Gewähr haben Sie für Ihre in Kassel gemachte Feststellung, daß nach der Ablehnung des Doung-Planes die Gläubigermächte bereit wären, im nächsten Jahre neue Verhandlungen aufzunehmen. Wenn Sie wie bisher alles auf die Daweskrise ein- Byrd überstiegt den Südpol. Glückliche Rückkehr der Polflieger — Wie es am Südpol aussieht. R e u y 0 r k, 30. Roo. (MTB. Funkspruch.) „Rcu- york Times" meldet, daß Kommandeur Byrd mit seinen drei Gefährten von einem erfolgreichen Flug über den Südpol wohlbehalten nach Liltle America zurückgekehrt ist. Kommandeur Byrd roar gestern früh 3.29 Uhr Greenwicher Zeit gestartet, vis 530 Uhr wurden seine drahtlosen Botschaften im Bureau der „Reuyork Times" auf- gcnommen. Die Flugdauer betrug ungefähr achtzehn Stunden. Die zurückgelegte Strecke beträgt 2560 Kilometer. Außer Byrd nahmen drei Personen an dem Flug teil. Der Pilot ist Bert Balchen, der auch bei dem Transatlantikflug Byrds im Jahre 1927 das Flugzeug führte. „Times" veröffentlicht in großer Ausmachung als erste telegraphische Meldung vom Südpol einen Funkspruch des Kommandeurs Byrd, der von dem Flugzeug Byrds genau über dem Südpol abgesandl wurde. Dos Blalt hebt in den Ueberschriften hervor, daß das Flugzeug einen nahezu 4 0 0 0 Meter hohen Gletscher- paß überfliege nvmußte, und daß der S ü d - poleinegcwaltigehochcbenc darflelle, an deren Rande vereiste Berge zu sehen waren. Der Proviant des Flugzeugs mußte zum Teil ob- gcworfen werden, damit di e nötige höhe zur Uebcrguerung der Hochebene erreicht werden konnte. — Das ganze Land verfolgt den Südpolslug mit gröhiem Jnleresse. Präsident Hoover hat Byrd und seinen Begleitern durch Funkspruch seine besten Glückwünsche übermitlell. men könne, denn der Wert der im Friedensdiktat den Nachfolgestaaten übereigneten, Oesterreich jedoch gutgeschriebenen Staatsgüter würde etwa geltend gemachte Reparationsforderungen vermutlich übersteigen. Auch von Bulgarien ist beim besten Willen nicht viel zu holen. Das an sich schon finanziell schwache Agrarland lag seit 1912 ununterbrochen im Kriege und ist von den glücklicheren Nachbarn bis zum letzten ausgeplündert. Trotzdem hat der Ausschuß für die Ostreparationen von Bulgarien zur Abgeltung seiner Reparationsleistungen eine 36 Jahre laufende Annuität von 15 Millionen Goldfranken verlangt, Bulgarien weigert sich jedoch entschieden, über eine Jahresleistung von 12 Millionen hinauszugehen. Bleibt noch Ungarn, das seinerseits aus dem von unzähligen Genfer Völkerbundspalavern her sattsam bekannten Optantenstreit mit Rumänien noch Ansprüche anmeldet. Im Ausschuß hat man nun für die Verquickung von Optantenstreit und Reparationsfrage eine famose Formel gefunden, das Ei des Kolumbus: Rumänien erkennt die Forderungen der enteigneten Grundbesitzer ungarischer Nationalität an, aber Ungarn soll diese Forderungen aus seinen Reparationsoerpslich- tungen, die zu diesem Zwecke über das ursprünglich festgelegte Jahr 1943 hinaus bis zum Jahre 1963 fortgesetzt würden, bezahlen. Die Regierung des Grafen Bethlen lehnt dieses Ansinnen entrüstet ab und es bleibt nun abzuwarten, ob es dem diplomatischen Druck der bei dieser Gelegenheit wieder in schöner Einigkeit aufmarschierten Alliierten gelingen wird, Budapest und Sofia zu einer Sinnesänderung zu bekehren. Im anderen Fall wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als daß Rumänien, die Tschechoslowakei, vielleicht auch Südslawien und Griechenland ihre Unterschrift unter den Youngplon verweigern, denn die unsinnige Bestimmung des Versailler Diktats, die D e u t sch l a n d für die Reparationsverpflichtungen feiner Kriegsverbündeten haftbar macht, haben die Pariser Sachverständigen gestrichen. Wir versagen es uns, auf die in den letzten Tagen begonnenen -saarverhandlungen einzugehen, deren Thema hier schon ausführlich behandelt wurde, die aber noch nicht annähernd so weit gediehen sind, daß eine erneute Stellungnahme möglich wäre. Immerhin, so viel wird man heute schon sagen können, es rächt sich ganz offenbar, daß die deutschen Unterhändler im Haag sich die geschickte und folgenschwere Formulierung zu eigen «mochten, als ob die Saarfrage nur Deutschland und Frankreich angehe und deshalb ohne Zusammenhang mit dem Poungplan stehe. Das ist eben nur sehr bedingt und formal richtig. Deutschland muß, wie Prälat K a a s in Saarbrücken mit erfreulicher Entschiedenheit erklärt hat, von der Rückgliederung des Saargebiets seine Zustimmung zum Poungplan abhängig machen, denn die uneingeschränkte politische wie wirtschast- lid)e Verfügung Deutschlands über das Saargebiet ist eine unbedingte Voraussetzung für die Erfüllung der deutschen Reparationsleistungen. Wollte man im Haag zu einem Abschluß über den Poung- plan kommen ohne gleichzeitige Bereinigung des Saarproblems, käme das einer erneuten deutschen Vorleistung gleich, auf deren Rückwirkungen Deutschland noch den traurigen, aber hoffentlich endlich leljrrcidjen Erfahrungen früherer Jahre lange war len könnte. — Was uns heute besonders am Herzen liegt, ist der Liquidationsvertrag mit Polen. Hier ist ein Zusammenhang mit dem youngplan konstruiert, der keineswegs besteht. Denn besinnen wir uns doch auf den Kern der großen Linie in der Außenpolitik Stresemanns, der doch erst dem Locarnovertrag mit seinen schweren moralischen Verzichten und politischen Bedingungen Berechtigung gab. Stresemann wollte im Westen den Rücken frei haben, um die politisch wie wirtschaftlich für Deutschland gleich verheerenden Kriegscr- gebniffe im Osten einer Revision unterziehen zu können. Freie Hand gegen Polen, um zu gegebener Zeit, unterstützt von der von der Un- Haltbarkeit der Zustande im Osten mehr und mehr überzeugten öffentlichen Meinung der Welt, die großen ungelösten Probleme der deutschen Ostgrenze: Danzig, Ostpreußen, den Korridor, Oberschlesien, die deutschen Minderheiten in den abgetretenen Teilen Westpreußens und Posens mit einiger Aussicht auf Erfolg zur Diskussion stellen zu können. Das war Stresemanns Vermächtnis. Was man aber, dank der neuerdings im Auswärtigen Amt wieder in Mode kommenden Geheimniskrämerei aus der polnischen Presse oder sonst irgendwie hintenherum über den neuen Polenvertrag hören muß, scheint vom Geist des toten Staatsmannes leider wenig abbekommen zu haben. Die nach dem Tods Stresemanns offenbar sich wieder allmächtig fühlende Bürokratie der Wil- helmstraße hat im trauten Verein mit Ulrich Rauscher, dem n:ch außenpolitischen Lorbeeren lüsternen deutschen Gesandten in Warschau, sich zur Paraphierung eines Vertrages hergegeben, der — soweit man sich aus den oben bargelegten Quellen zu unterrichten vermag — ein schwerer, kaum wie- dergutzumackfender Schlag gegen die Stresemann- schc Ostpolitik bedeuten muß. Polen soll auf die Fortsetzung der Liquidation von deutschem Eigentum und auf das von der preußischen Regierung ererbte Recht des Rückkaufs von Rentensiedelungen verzichtet haben. Dafür macht Deutschland einen Strich durch die Millionenforderungen, die in rund 8000 Entsck-ädigungsprozessen von Polen Enteigneter bei dem Haager Schiedsgerichtshof eingeklagt sind. Dadurch werden die Polen zwar von der Zahlungsverpflichtung befreit, aber an die Stelle des polnischen Staates tritt nun als Schuldner das Deutsche Reich, das die von Polen Enteigneten natürlich nicht nach den Grundsätzen der Aufwertungsgesetzgebung entschädigen kann, sondern für Abgeltung der von Polen großzügig übernommenen Schulden mehrere hundert Millionen — die Zahl ist noch strittig — auf den Tisch des Hauses legen muß. Ueber die Frage nach dem woher, bar? sich Ulrich Rauschers Parteigenosse, Herr Dr. Hilserding, den Kops zerbrechen. Aber diese finanzielle Seite dürfte, so unmöglich sie auch angesichts der chronischen Ebbe in den Reichskassen erscheinen mag, nicht den Ausschlag geben, wenn die Sicherung volks- politischer Vorteile auf dem Spiele steht. Doch abgesehen davon, daß aller Wahrscheinlichkeit nach Polen mit seinen Ansprüchen auf ein Rückkaufsrecht vor dem Haager Schiedsgerichtshof nicht durchgedrungen wäre 11 nb auch alle Aussicht bestand, daß in den Entschädigungsprozcssen die von Polen Enteigneten ihre Forderungen im Haag ebenfalls durch- gesetzt haben würden, wäre der Abschluß bieftf? Vertrages für Polen ein gewaltiges Plus. Ist er doch geeignet, dem in schwerem Krisenzustand befindlichen polnischen Staat bas stark ein gebüßte moralische Vertrauen des Auslandes Mieder zuzuwenben und durch die Enllastung von den wohlbegrünbeten Entschäbigungsforderungen bas stets anleihebebürftige Polen, bas heute nirgends Geld aufzutreiben vermag, wieder kreditfähig zu machen. Der eigentliche Kampf mit Polen steht dock noch bevor. Er sollte nach Stresemanns Willen erst ausgenommen werden, wenn im Westen alles bereinigt war. Nun scheinen wir, wie ernsthaft zu be^ fürchten ist, in völlig mißverstandenem Tatendrang vorzeitig die starken finanziellen Trümpfe aus bei Hanb geben zu wollen unb uns mit polnischen Verzichten abspeisen zu lassen, bie keineswegs rechtlich so fest funbiert sinb, wie man sich in Warschau ben Anschein gibt. Wenn bann der Kampf um bie Revision ber Ostgrenze beginnt, stehen mir mit leeren Hänben einem Polen gegenüber, dem wir selbst zur Festigung seines arg beschäftigten internationalen Ansehens wesentlich verholsen haben. Wenn man nun bie große Erregung, bie der Vertrag mit Polen bis weit in bie Kreise ber Regierungsparteien hinein verursacht hat, mit bem Hinweis zu be schwichtigen trachtet, baß auch in der polnischen Presse der Vertragsabschluß eine sehr geteilte Aufnahme gefunden hat, so wollen wir uns durch ein paar Warschauer Blätter, bie ben Vertrag benutzen, um in gewohnter Arroganz gegen Deutschland zu Hetzen, nicht irre machen lassen. Das deutsche Volk hat das Recht zu wissen, wie der Vertrag aussieht, von dem cs befürchten muß, baß er im Gegensatz zu bem Vermächtnis Stresemanns bie deutsche Zu funft im Osten vorzeitig unb voreilig verbaut. Und bas Auswärtige Amt hat die Pflicht, nun endlich mit der Scheindiplomatie Schluß zu machen unb klipp unb klar Antwort zu stehen. Ur. 281 Erstes Blaff 179. Jahrgang Samstag, 50. November 1929 1 täglich, außer Druck und verleg: vrühi'fche Unkverfilätr-Vuch« und Zteindruckerei B. fange in Metzen. Zchnstleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher, preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mra Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20", , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gieß . Postscheckkonto, frsnffurtam Main 11686. Im Stresemanns Vermächtnis. ! j Jlun läuten in der Mitternacht zum 1. Dezember | Jd) in Koblenz, der schönen Hauptstadt der I icinprovinz, unb in Aachen, dem ehrwürdigen ig alter deutscher Kaiserherrlichkeit, die Glocken j. u Befreiung. Am Deutschen Eck unb an ben lieb’ [ dien Ufern der unteren Lahn leuchten die Flamin »Zeichen der Freiheit auf. Wieder ist ein Stück Huscher Erde, ein Stück rheinischen Landes erlöst Di fremder Besatzung, zurückgekehrt in die Arme juitter Germanins. Nach mehr als zehn Jahren t ilgbaren Duldens, treuen Ausharrens, tapferen Ingens unter der Herrschaft einer übermütigen in siegestollen Soldateska geht ein Aufatmen lud) Land und Volk am Rhein: der letzte grau- b'uue Waffenrock, der letzte belgische Gendarm, der Itijit französische Trainwagen entschwinden den Fielen, das Land ist wieder frei! Und wenn nun I'* 1 * * * * geräumte zweite Besatzungszone unter dem Singe der Glocken und Fanfaren die Wiedervereinigung mit dem Reichsganzen festlich begeht, wenn Ivlreter des Reiches und Preußens an den Rhein t'm, um die befreiten Brüder in der großen deut- fti. n Heimat willkommen zu heißen, bann wird man wr allem auch des Mannes in Dankbarkeit geden- l(n, dem ein hartes, unerbittliches Schicksal ver- letzrte, ben Tag noch mit eigenen Augen zu schauen, ki er seit langen, schweren Jahren unermüblichen Singens mit heißem Herzen und starkem Wollen I> >'eigesehnt und heraufgeführt hatte, und ber wie hin. zweiter deutscher Staatsmann berufen mat, hu te unter den Festgästen an den Ufern des Rheins ;.In elfter Linie zu stehen: ® u ft a u 6 t r e f c m n n n. fieilich, niemand wußte auch besser als er, daß t 'Räumung der zweiten Zone nur wenige Wochen Ablauf der vertraglich festgesetzten Frist nur «in Meilenstein sein werde auf dem dornigen Wege ji'in Endziel der Freiheit im, Westen. Der Ge- jente an bas Moselland, an Rheinhessen unb die t'ulj, an bas Saargebiet sorgt schon bafür, daß .•ikr Becher ehrlich unb mit Recht empfunbener 'S - ube nicht überschäumt, daß wir uns vielmehr der rticngrofjcn Schwierigkeiten voll und ganz bewußt bl 'ben, die der Weiterführung unserer Befreiungs- htclitik noch entgegenstehen. ?ie Hofsnung, daß die zweite Haager S0 n f e r e n 3 noch in diesem Jahre zusammen lj len werde, hat sich als trügerisch erwiesen. Sie hat fr r bie endgültige Gestaltung des Poungplans zu Slichließen, unb von dessen Annahme ist die Ge- iiniräumung des besetzten Gebiets abhängig ge- Bi(f)L Paris treibt seine alte Verschleppungstaktik. uns liegt seit Monaten alle innerpolitische Ar- "b(i brach. Wie gebannt starren unsere Regierenden oii den Poungplan, den Herr Hilserding, des ^S'iches verantwortlicher Säckelmeister, zum Vor- ttniö nimmt, um sich weiter um die Vorlegung neuen Etats unb die Inangriffnahme der uns au den Nägeln brennenden Finanzreform herum- iniricn zu können. In Frankreich ist es gerade unv flil ’ljrt. Dem neuen Kabinett Tardieu, kaum ein p t: Wochen im Amt, ist die ordnungsmäßige par- Icisntarische Erledigung des Budgets so wichtig, M es seinetwegen auch internationale Konferenzen h n.ilszuschieben versucht. Unb glückt es damit nicht ifllci n, dann gewiß mit dem Vorwand, daß vor öem 'nimnentreten der Schlußkonferenz alle die ftrit- wen Fragen bereinigt werden müßten, die man im £ inmer besonderen Ausschüssen zur Bearbeitung «nertraute. Aber mit der Arbeit dieser Ausschüsse |kht es noch bös aus. Denn auch heute noch steht eile Reihe wichtiger Punkte offen. Da ist einmal Hi Krage des liquidierten ober beschlag- mimten deutschen Privateigentums Silben alliierten Ländern, worüber zwischen Deutsch- liiiX und England noch keine Klarheit besteht. Sn o m b e n , ber Schatzkanzler der Arbeiterregie miig, braucht Geld, viel Geld für seine int Wahl- MiAramm angekündigten Sozialreformen nament- Ö6 in der Arbeitslosenfürsorge. Er will auf kein 9hi»b von dem Erlös des liquidierten deutschen ‘^Miteigentums verzichten, während Parlamen- . linier aller drei Parteien mit Rücksicht auf den j nbfaß der Unverletzlichkeit des Privateigentums gi Kriege, der, wie fic fürchten, auch einmal zum ■Stoben Englands unb feiner über den ganzen ißibPrcis verstreuten Besitzungen durchbrochen wer- ■Bei könnte, die vorbehaltlose Rückgabe des liqui- i Diirtm oder erst beschlagnahmten Eigentums ver- l.fl’Sj.m. Es scheint nun immerhin Aussicht zu be- daß Snowden unter dem Druck dieser innc- iim Hront sich zu einem Vergleich herbeilassen werde, ive Deutschland wenigstens einen Teil des ihm wider j.'i 2 Völkerrecht geraubten Privateigentums — ge- jmoeijen wird von einer Million Pfund — zurück r!r ntcn würde. Es ist zu hoffen, daß England in litirn eigensten Interesse Entgegenkommen zeigt, io: gerade in diesem sehr heiklen Punkt dringend imurenbig ist, wenn man überhaupt einmal von ii'iici Gesamtliquidation des Krieges sprechen will. Eirübe sieht cs auch mit denOstreparationen • Dt:-. Hier sind cs Italien und die Nachfolgestaaten ivr eiten Habsburger Monarchie, die aus den Um llleif jenen des Weltkrieges, Oesterreich, Ungarn und ü&lciaricn den letzten Heller hcrauszupressen suchen, lur sch dafür schadlos zu halten, daß auf der ersten Ifflhicer Konferenz Herr Philipp Snowden, dieser SHW niii mit der wcltumarmendcn sozialistischen Seele iimkraß nationalbritischer Zähigkeit auf bie restlose ?®<'r ieöigung der britischen Ansprüche bei der Festigung des Verteilungsschlüssels bestand. Nun dürfen flut bie Kleinen darum föppeln, wie sic anderweitig odj Lire Kosten kommen. Sie haben sich in den letz- Monaten alle redliche Mühe gegeben. Aber wo nnids ist, da hat auch Herr Benesch fein Recht ver- llio: it Auf die Mitwirkung O e st c r r e i ch s hat man gigi Brütig verzichtet, wohl mit dem Hintergedanken, Öltoi bei einer Aufrechnung der gegenseitigen An- fllP'icle und Schulden man selber schlecht wegkom- ILische ini lüglich,außer tenntags unb Feiertags. JHmgBS »Gießener Anzeiger c üneneinzelnerRummern General-Anzeiger für Oberheffen ichten: Anzeiger Sichen. V *7 I l M Postscheckkonto: stellen, haben Sie eine Vorstellung von deren Eintritt und vom Verlauf der Krise, und haben Sie eine Sicherheit dafür, i'aft wir am Ende weniger als nach dein V^mg-Plan zu übernehmen haben? Sie malen die Gefahr einer neuen Währungszerrüttung an die Wand, wie das in frivoler Weise eine gewisse Presse von Zeit zu Zeit wiederholt. Wissen Sie nicht das) mit der Unabhängigkeit der Reichs- bank absolute Gewahr für die Festig- keit der Währung gegeben ist und daß die Reichsbank wiederholt die Probe darauf bestanden hat? Sie werden nach Ihren Kasseler Richtlinien eine auswärtige Politik der gegenseitigen Auslöschung der Kriegsschulden treu en und erwarten, dah alle Staaten auf diesen Weg gedrängt werden, sobald Sie Ihn durch 'Ihre Politik eröffnen. Wollen Sie uns verraten, welche politischen Schritte Sie bei Eröffnung dieses Weges im Auge haben? Woher schöpfen Sie die Sicherheit, dah auch die Vereinigten Staa ten sich diesem Weg anschliehen werden?Sol" Ihr Brief vom März 1929 die Verein ten Staaten zur Schuldenstrcichung bereit g macht haben? Sie wollen die politische Zu sammenarbeit in Deutschland durch einPro- gramm großer politischer Arbeit ein- leiten. Sind Sie endlich bereit, ein solches nicht aus Schlagworten bestehendes, umfassendes Programm vorzulegen? Solange der Voung- Plan über uns lastet, soll es nach Ihnen keine Ordnung in Deutschland, kein gesundes Familienleben, keine Steuererleichterung usw. geben. Wollen Sie uns den Schritt zeigen der nach Ablehnung des Voung-Planes den Weg zu all jenen Gütern des Daseins eröffnet? Die Politik, die uns vorgeschlagen wird, ist alles andere als heroisch, sie ist herostratisch. Heroisch war das Leben und Wirken Strese- manns, der mit dem Tode gerungen hat um den Preis der Befreiung. Heroismus liegt überhaupt nur im Handeln nicht im Kritisieren, in der Bejahung des Lebens, nicht in der Verzweiflung des Pessimismus. Abg. Esser (Zenir.) gab im Ramen der Regierungsparteien eine Erklärung ab, in der er betonte, das Gesetz aus dem Volksbegehren wolle die Ergebnisse der bisherigen deutschen Außenpolitik zerschlagen. Es verlange an Stelle einer Politik der Verhandlung und Verständigung eine Politik der Sabotage und Herausforderung und. erwecke die Illusion, daß Deutschland die Kriegslasten durch bloßen Protest abwerfen sowie das Rheinland und das Saargebiet sofort völlig befreien könne. Es wolle weiter die verantwortlichen Träger der Reichspolitik als gemeine Verbrecher wegen Landesverrats ins Zuchthaus bringen. Damit würden nur die in hartem Ringen erkämpften Ansätze zu einem Aufstieg Deutschlands gehemmt. Schon heute habe die Aufhetzung des Volkes durch das Volksbegehren und das Mißtrauen des Auslandes die Wirtschaft schwer erschüttert. In der Zurückweisung der Kriegsschuldthese sei das ganze Volk einig. Es sei eine Irreführung, wenn man dein Volke vorspiegele, daß es sich durch eine Wiederholung seines Protestes gegen die Kriegsschuldthese von der ihm auferlegten Kriegsentschädigung befreien könne. Auf dem Wege, den der Gesetzentwurf Vorschläge, würde eine Befreiung des RHMinlandes, deren spätester Abschluß zum Ende Iuni nächsten Iah- res feststehe, und die Wiedervereinigung des Saargebietes mit Deutschland nie und nimmer erreicht werden. In voller Würdigung der in dem Bericht der Sachverständigen vom 7. Iuni vorgeschlagenen schweren Belastungen hätten sich die Regierungsparteien ent« schlossen, die Reichsregierung zu ermächtigen, auf der Grundlage dieses Berichtes in internationale Verhandlungeneinzutre- t e n. Wir fordern die Reichsregierung auf, angesichts der Erleichterung, die der Baung-Plan dem Dawesplan gegenüber bietet, in Fortführung der bisherigen Außenpolitik, die wir ausdrücklich billigen, mit der gebotenen Energie die Verhandlungen über den Voung-Plan f o r t z u - sehen und auf ihren endgültigen Abschluß hinzuwirken. Die Regierungsparteien verwerfen mit größter Entschiedenheit den unmöglichen Versuch. pflichtmäßige Entschließungen in der Außenpolitik, die von bestem vaterländischen Wollen getragen seien, dem Urteil des Strafrichters zu unterstellen. Die in der Regierrmg vertretenen Parteien lehnen im Ramen der Mehrheit des Reichstags und des deutschen Volkes den Entwurf in allen seinen Teilen ab, und zwar aus der Heberzeugung, daß er nicht aus Sklaverei zur Freiheit führe, sondern Deutschland von dem Wege der Freiheit zurückwerfe in neue Sklaverei und Ohnmacht. Abg. Or. Oberfohren (Oni): Ich werde mir gestatten, als Vertreter des „urteilsunfähigen Volkes" die Meinung der Millionen zu vertreten, die hinter dem Volksbegehren stehen. Die Gegner des Freiheitsgesetzes vermeiden es ängstlich, sich in eine sachliche Kritik über das Freiheitsgesetz einzulassen. Mit allen Mitteln der persönlichen Verhetzung ist von vornherein gegen das Volksbegehren gearbeitet worden. Diejenigen, die als Träger des nationalen Befreiungswillens sich bekannt haben, als Verbrecher zu bezeichnen, ist in Wahrheit eine Infamie. (Stürmische Zustimmung rechts.) Die fanatische Gegnerschaft wendet sich nicht gegen den Wortlaut, auch nicht gegen den Paragraphen 4, sondern nur dagegen, daß das Gesetz der Ausfluß einer nationalen Freiheitsbewegung ist. Wenn man nicht juristisch, sondern mit klaren Worten sich hätte ausdrücken können, so hätte vielleicht gesagt werden müssen: Die deutsche Außenpolitik, die seit Erzberger eingeleitet und weitergeführt wurde, wird vom deutschen Volke abgelehnt. Die Angst davor, daß die Ruhnießer «dieser Politik aus ihren Positionen beseitigt werden können, ist der Hauptgrund für den Kampf gegen das Volksbegehren. Cs ist eine Irreführung des deutschen Dolles, zu behaupten, das deutsche Volk solle durch das Freiheitsgesetz seine Meinung darüber sagen, ob es am Kriege schuldig sei oder nicht. In Wirklichkeit soll es seine Meinung darüber bekunden, daß es fähig und gewillt ist. derartige schwere Lasten, die ihm zugemutet werden, zu tragen. Der gröbste demagogische Mißbrauch ist mit dem Paragraphen 4 getrieben worden. Der Reichsprä sident ist der Repräsentant des deutschen Volkes und kommt gar nicht in die Lage, solche Verträge abzuschliehen, deren Abschluß mit Strafe bedroht ist. Der Redner weist darauf hin. dah berQJoung- plan ar. zehn Stellen als endgültig bezeichnet Mldenhauers MWaßsprogranun. Oer neue Reichswirtschastöminister vor dem Industrie- und Handelstag. Forderungen der Wirtschaft zur Finanz- und Steuerreform. Berlin. 29. Rov. (WB.) Irn Hauptausschuh des Deutschen Industrie- und Handelstages begrüßte der Präsident Franz v. Mendelssohn zunächst den neuen Reichswirtschaftsminister, Professor Dr. Moldenhauer, und betonte, daß die schwer bedrängte Lage der Wirtschaft eine grün dsätzliche Wendung der deutschen Wirtschafts- und Finanzpolitik auf Pflege und Schonung der Produktion und der Kapitalbildung hin zu einer zwingendenRot- wendigkeit der Staatspolitik mache. Eine grundsätzliche Finanzreform sei Vorbedingung für die Annahme des neuen Reparationsplanes. Reichswi schastsminister Or. Moldenhauer hob hervor, daß die deutsche Handelsbilanz sich zur Aktivität getoanöelt habe, und zwar in erster Linie infolge des ständigen An st eigens der Ausfuhr. Hieran habe unsere Handelsvertragspolüik sicher einen starlen Anteil. Er werde den größten Rachdruck darauf legen, dah das mit Erfolg begonnene Werk eines engmaschigen Ausbaus der handelsvertraglichen Beziehungen zum Aus lande fortgebildet wird. Er erhoffe insbesondere im Hinolick auf die schwere Rotlage Schlesiens baldigen günstigen Abschluß der langjährigen Verhandlungen mit Polen. Im Mittelpunkt des Interesses stehe jetzt das Problem einer Derlä ngerung der Zolltarifnovelle. das den Reichstag noch im Dezember beschäftigen müsse. Die Reichsregierung habe alle Anträge auf Erhöhung solcher Zölle zurückstellen müssen, bei denen, weil sie handelsvertraglich gebunden seien, und eine Kündigung der Verträge nicht in Frage komme, ein volkswirtschaftlicher Erfolg aus der Erhöhung nicht zu erwarten sei. Der Landwirtschaft wolle man die Angleichung der Vieh- an die Fleischzölle und den bei uns noch nichts erprobten Versuch gleitender Getreidezolle neben anderen Hilfsmaßnahmen gewähren. Die Volkswirtschaft könne wirksam nur durch eine Gesamtheit von Maßnahmen zur Stärkung dec Wirtschaftskraft gefördert werden. Hierher gehöre die unbedingt notwendige Erleichterung der Kapitalbildung durch einen Abbau der auf der Wirtschaft ruhenden Lasten. Hierzu sei eine durchgreifende großzügige Finanzreform notwendig, die in diesem Winter beendigt werden müsse und deren Aufgabe es sei, zu einem Ausgleich des Haushaltes zu kommen unter gleichzeitigem Abbau der drückendsten steuerlichen Lasten, nicht zuletzt im Interesse der Arbeitnehmer, deren Beschäftigungsmöglichkeiten durch die überhohen öffentlichen Abgaben beeinträchtigt würde. Hinsichtlich der S o z r^kl p o l i t i f betonte der Minister, daß an ihrem Grundgedanken unbedingt festgehalten werden müsse, dah aber eine Heber- treibung der aus ihr sich ergebenden Belastungen für die Wirtschaft erhöhte Arbeitslosigkeit und einem drückenderen Zinsfuß und damit auch eine Verschlechterung in der Lage der Arbeitnehmer s ch a f t zur Folge haben würde. Im weiteren Verlauf der Tagung beschäftigte sich die Versammlung mit Rotwendigkeit und Inhalt der F i n a n z r e f o r m. Dabei wurden ausführliche Leitsätze verabschiedet. Einen breiten Raum in ihnen nimmt die Neuordnung des Steuersystems ein, innerhalb dessen vor allem bei den die Produktion belastenden Steuern ein Ab- und Umbau verlangt wird. Hierzu wird u. a. vorgeschlagen, dah dne Aufbringungslast aus der bei Wegfall des Dawes- Planes gegenstandslos werdenden Industrie- b e l a st u n g beseitigt wird. Dem Ziele der Produktionsförderung entsprechend solle die G e» werbe st euerin Ländern und Gemeinden völlig aufgehoben oder aber durch zwingende reichsrechtliche Vorschrift mit sofortiger Wirkung auf einen geringen Bruchteil der gegenwärtigen Höhe gesenkt werden. Weiter wird die Beseitigung desSteuer- abzuges vom Kapitalertrag bei festverzinslichen Wertpapieren verlangt. Reben der Gewerbesteuer feien auch d i e auf Grundund Boden liegenden Real steuern zu beseitigen. Die steuerlichen Vorrechte der Wirt s ch aftsbetriebe der öffentlichen Hand sollen zwecks breiterer Verteilung der Lasten beseitigt werden. Als zentraler Hauptmangel des geltenden Finanzausgleiches wird die Schwächung der gemeindlichen Selb st Verantwortung und der ungenügenden Berücksichtigung des Lastenausgleiches bezeichnet. Was den Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden anbelangt, so wird empfohlen, die Verteilung der Einnahmen aus den Heberweisungssteuern in stärkerem Maße auf den Zweck- eines Ausgleiches der Ausgaben und Lasten, also weniger nach den örtlichen Auf- l'ommen, abzustellen. Reben allen diesen Erfordernissen bleibt es nach den Leitsätzen notwendig, die seit langem als erforderlich bezeichneten sonstigen Aenderungen des Einkommensteuergesetzes endlich zu verwirklichen. werde, eine Revision also unmöglich fei. Da der "Doungplan eine freiwillige Anerkennung bedeute, fei ein Verstoß dagegen völkerrechtlich als Vertragsbruch zu werten. Die Reparationsbank sei ein gefährliches Instrument des Feindbundes gegen Deutschland. Deutschland werde zu einer unselbständigen Arbeitsprovinz hcrabgedrückt. D?r Redner verneint die Frage, daß Deutschland durch die Haager Abmachungen ein freier Staat werde. Die Versprechungen, die dem deutschen Volke auf Grund der geringen Erleichterungen des Boung- planes bereits gemacht worden seien, berechnet der Redner mit 2.1 Milliarde. Zur Währungsfrage erklärt er, daß in einer Wirtschaft, die der Aushöhlung und Auspowerung verfallen sei, für eine feste Währung fein Platz sei und daß die Gefahr der Währungszerrüttung durchaus gegeben fei. Der Voungplan sei tatsächlich der Versuch einer Rettung des zusammenbrechenden Dawesplans. Die Alternative heiße: Voungkrise oder Daweskrise. Die Daweskrise sei deshalb besser, da wir im Dawes- plan Vertrags- und Rechtsschutz genießen. Der Voungplan führe zur Zerschlagung der deutschen Wirtschaft und zur Riederdrückung der sozialen Stellung des deutschen Arbeiters. Hm alles dies abzuwenden, habe sich Hine Front des nationalen Willens gebildet. Wenn auch äußerlich die Zahlen nicht erreicht wurden, dann tröste doch ein Blick in die Geschichte der Völker, der zeige, daß es noch immer die Minderheiten gewesen sind, die das Schicksal einer Ration geformt haben. (Beifall rechts.) Abg. Or. Bredt (Wirtsch.): Dem Reichstag liegt heute ein Gesetzentwurf vor, der von den Herren Seldte, Hitler und Hugenberg stammt. Seldte und Hitler gehören dem Reichstag nicht an. Hm so mehr hätten wir erwartet, daß nun Herr Hugenberg hier die Sache vertritt, deren verantwortlicher Redakteur er ist. Herr Oberfohren war um sein Redneramt nicht zu beneiden. Meine Partei war Gegner des Volksbegehrens, obwohl sie nicht für die Annahme des Voungplanes ohne vorherige Saarbefreiung ist. Dieser Stellungnahme zum Voungplan hat sich in der letzten Zeit auch der Zentrumsführer K a a s angeschlossen. Das Volksbegehren ist jedenfalls nicht ein geeignetes Instrument zur Entscheidung solcher Fragen. Sehr bedenllich ist auch der Inhalt der Vorlage des Volksbegehrens. Mit der Kriegsschuldfrage wird in letzter Zeit in einer Weise operiert, die dem deutschen Ansehen in der Welt zu schaden geeignet ist. Don den ernst zu nehmenden Historikern der ganzen Welt ist die Kriegsschuldfrage schon zu unseren Gunsten entschieden. Es wäre aber höchst unklug. wenn man die Illusion verbreite, als hätten wir nichts mehr zu zahlen, wenn die Behauptung unserer Kriegsschuld zuruckgenommen wird. Wir b ebauern das D orgehen gegen jene Beamten, die für das Dolks- begehren eingetreten sind. Wir sind auch nicht einverstanden mit dem Gutachten, nach dem die Vorlage des Volksbegehrens als verfassungsändernd bezeichnet wird. Abg. Or. Freiherr Freyiag-Loringhoven (Ont.) erklärte, es liege ein seltsamer Widerspru-H zwischen Worten und Taten der Regierung, die einerseits das Freiheitsgeseh als bedeutungslose Torheit hinstelle, trotzdem aber mit einem fieberhaften Eifer dagegen kämpfe. Rur aus Furcht könne dieser Eifer geboren fein. Aus Angst vor dem Volksbegehren habe man selbst Rechtsverletzung und Derfassungsbruch nicht verschmäht. Im Vordergründe stehe der Beamtenterror: als es dann zu spät gewesen sei, habe die Linkspresse die Gewissens- kämpse der Beamten auch noch verhöhnt. Das Recht auf Meinungsfreiheit und das Wahlgeheimnis seien gröblich verletzt worden. An schwerkriegsbeschädigten Offizieren räche man sich durch Entziehung der Lotteriekollette. Die Ansetzung der Abstimmung auf den „Goldenen Sonntag" verletze die Verfassung und bedeute eine häßliche Spekulation auf religiöse Empfindungen. Aus Briands Kammerrede ergebe sich, daß hier auch Versprechungen mitgespielt hätten, die man ihm gegeben habe. Das Gutachten der Regierung sei unhaltbar. Es sei unrichtig, daß jede Regierung bisher gegen die S ch u l d l ü g e angekämpft habe, nur zweimal, j,m September 1924 und im Oktober 1925, feien Schritte getan worden. Locarno und Genf hätten den Verzicht Deutschlands auf die geraubten Gebiete gebracht und bedeuteten unsere politische Eingliederung in das Versailler Mächtesystem und die Hnterwerfung unter französische Vorherrschaft. Der B o u n g - Pan und auch die mit ihm direkt verknüpften politisch und wirtschaftlich unerträglichen V e r- träge mit Polen stellten nicht, wie man behaupte, eine Politik der Verständigung, sondern eine Politik der Versklavung dar. 2lller Widerstand aber werde das Erwachen des deutschen Volkes Wohl verzögern, aber nicht hindern können. Abg. D ö b r i ch (Chr.-Rat. Bauernp.) meint, die Reparationslast werde zum größten Teil von den deutschen Bauern getragen. Der Boung-Plan bedeute eine Verschlechterung dem Dawes- Plan gegenüber, denn dieser sei nur als ein Provisorium gedacht gewesen, während der Boung-Plan die dauernde Tributspflicht bringe. Die Crfüllungspolitik habe dem deutschen Volk noch nicht die geringste Milderung gebracht. Die Christlich-Rationale Bauernpartei stelle ihre Bedenken gegen den § 4 nicht zurück, aber sie verlange, daß die Außenpolitik im Sinne des Freiheitsgesetzes geführt werde. Abg. Best (Volksrechtp.) erklärt sich gegen den Voung-Plan, der die Lasten von den starken auf die schwachen Schultern abwälze. Die Vorlage des Volksbegehrens sei aber nicht ein geeignetes Mittel zur Entlastung des Volkes. — Damit ist die erste Beratung beendet. Abg. Dr. Oberfahren (Sn.) beantragt die Heberweisung der Vorlage an den Rechtsaus- schuß. Die Ausschußüberweisung wird a b gelehnt. Gegen 19 Hhr wird die zweite Beratung auf Samstag, 10 Hhr, vertagt. Vor -erAbstirnnmng über den Eine Nachtsitzung dcr Teutschnationalen Fraktion. Berlin, 30. Roo. (IVB.) Die Jrattions- fitjung der Deutschnationalen Volks- partei wurde gegen 24 Ahr unterbrochen, um einem Teil der deutschnationalen Fraktion, ungefähr 20 Abgeordneten, Gelegenheit zu geben, sich zu einer Sonderbesprechung zurückzuziehen. Gegen 1 Uhr war diese Sondersitzung beendet, und die Fraktionssitzung nahm ihren Fortgang. Hebet die Auseinandersetzung in der deutschnatio- nalen Reichstagsfraktion berichtet die „DAZ.", daß folgende deutschnationale Beichstagsabgeordnete bei der heutigen Abstimmung im Reichstagsplenum sich einer Stellungnahme zum § 4 entziehen und dadurch ihre abweichende Haltung zum Ausdruck bringen werden: Bazille, Behrens, Hartwig, hoehsch, hülser, v. fieubeü, filönne, Lambach, Lejeune-Zung, von Lindeiner-Ditdau, Mentzel, Mumm, Reichert, Schiele, Schlange-SchS. ningen, Schmidt-Stettin, Treviranus, Dallraf. — Allerdings spielte in den gestrigen Fraktionsbe- ratungen noch ein Bcrmittlungsantrag eine gewisse Bolle, der darauf abzielt, auf eine Abstlm- mung über § 4 — nach der oorauszusehenden Ab- lehnung der Paragraphen 1 bis 3 — überhaupt zu verzichten. Die juristische Prüfung der Durchführbarkeit dieses Antrages, der anscheinend von der Parteiführung als Kompromiß angenommen werden würde, war noch nicht abgeschtosten. ' >enfo ist es noch nicht entschieden, ob die gegen d.n §4 eingestellten Abgeordneten — falls sie der Abstimmung fernbleiben — diese ihre Haltung durch eine besondere Erklärung unterstreichen. Eaarkundgebung im Preußischen Landtag. Tie Zukunst der Saarckrubcn Berlin, 30. Noo. Der Preußische Landtag erlebte am Freitag die seltene Tatsache einer abs 0. luten Einmütigkeit unter Führung der Staatsregieruna, wenn man von den grundsätzlich alles verneinenden Kommunisten absieht. Die preu- ßischen Regierungsparteien hatten sich verpflichtet gefühlt, angesichts der schwebenden Verhand- iungen über d i e Rückgabe des Saar« gediets eine Interpellation einzubringen, n der sie sich gegen die Pläne französischer und deutscher Industrieller wenden, die wertvollen Saargru- ben nicht in den Besitz des preußischen Staater zurückkehren zu lassen, sondern in den des Privat- kapitals, eventuell in Form einer deutsch-französischen Gesellschaft. Ministerpräsident Braun erklärte namens der Staatsregierung, daß sie jeden dahingehenden Versuch auf das schärfste verur, teile. Auf die Bemerkung des Begründers der Interpellation, Abg. Haas (Soz.), daß besonders der Großindustrielle Otto Wolf (Köln) diese Pläne verfolge, erwiderte Braun, jeder private Eingriff gegen die Zurückführung der Saargruben in den uneingeschränkten Staatsbesitz bedeute besonders int gegenwärtigen Zeitpunkt eine schwere Gefährdung der nationalen Möglichkeiten Deutschlands und eine Verletzung der berechtigten Interessen der Saarbevölkerung. Die Reichsregierung sei erst kürzlich von dieser Auffassung unterrichtet worden und der Reichskanzler habe erwidert, daß die Reichsregierung die preußische Auffassung in dieser Frage völlig teile und sich für ihre Durchsetzung mit allen Mitteln ein fegen würde. In der Debatte stellten sich alle Fraktionen hinter die Erklärung des Ministerpräsidenten. VeitragSerhöhung in der Arbeitslosenversicherung? Eine Deckung des Defizits aus der Reichs« kaffe unmöglich. Berlin, 30.Nov. (WTB. Funkspruch.) Wie dcr Demokratische Zeitungsdienst erfährt, ist im Beichs- arbeilsministerium eine Vorlage ausgearbeitet, dir vorfieht, den gesetzgebenden Körperschaften in nächster Zeit eine Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosen- Versicherung um drei viertel vom hundert vorzuschlagen. Dieser Vorschlag ist entstanden, weil man im Beichsarbeitsministerium zur Zeit keinen anderen weg sieht, um das entstandene und das noch entstehende Defizit bei der Arbeit» losenversicherung auszugteichen. Dieses Defizit wird bei dem jetzt in Geltung befindlichen Beitrag von 3 v.h. auf rund 2 00 Millionen Mart geschäht. — Der Beichsfinanzminister hat sich bei den bisherigen Verhandlungen außerstande gesehen, diese Beträge ausderBeichskassezm Verfügung zu stellen. Auch eine darlehens- weise Hingabe erscheint für die Beichskofse nicht tragbar. Oer Abschluß der hessischen Staatsrechnung 1928. Darmstadt, 29. Rov. Amtlich wird mit- geteilt: Der letzte Monatsausweis über die Einnahmen und Ausgaben des hessischen Staats enthält das endgültige Ergebnis des Rechnungsjahres l 928. Gegenüber dem voranschlagsmäßigen Fehlbetrag vor 11,435 Mill. Mk. schließt dieses Jahr nur nvj einer Mehrausgabe von 5,791 Mill Mark ab. Diese erfreuliche Entwicklung ist neben der erhöhten Ergiebigkeit einzelner Einnahmequellen einer f p ar f amen Wirtschaftsführung zu verdanken. Bemerkt sei, daß die neue Besoldungsord- nung sich im Rechnungsjahr 1928 bereit* voll au Sgetoirft hat. Das Ergebnis des Rechnungsjahres 1929 wird sich freilich voraussichtlich weniger günstig gestalten der Abschluß 1928. Aus aller Welt. Mißglückter BaubüberfaU auf eine Sparkasse. In Hamm ist die Kreissparkasse abends do" zwei mit Armeepistolen bewaffneten maskierten Räubern überfallen worden. Währen! der eine im Flur blieb, um seinem Genossen dc" Rücken zu decken, stürmte der andere mit erhobener Waffe auf den Kassenschalter zu. Der Kassierer warf sofort den Schalter zu, zog eine Drahthaube über die Kasse uni rettete sich unter den Zahltifch. Die Buchhaltern am Rebenschalter, die der Räuber darauf ebenfalls mit der Pistole bedrohte, lieh sich auf fr’ Erde gleiten und kroch mit dem lauten Alarrn- ruf „Ueberfall“ unter dem Schalterbrett hinwci in die Dureauräume. Das Personal flüchtete o das Direktionszimmer und sprang durch dw Fenster ins Freie. Die Räuber flüchtete» nun durch den Haupteingang, ohne etwas erbeutet zu haben. Sie verschwanden unerkannt in den angrenzenden Anlagen. Ds einigen Wochen erst ist in der KreissparkasX ein Einbruch versucht worden. verbrannt auf der Landstraße aufgesunden. Auf der Staatsstraße zwischen Regensburj. und Etterzhausen wurde ein vollständig oerbranntd kleiner Opelwagen und die verkohlte Leich'' seines Führers gefunden. Rach den PapierU. handelt es sich um einen Geschäftsreisenden ati Sachsen. Wie der Brand entstanden ist, ob Unglu- oder Verbrechen oorliegt, wird die nähere Untr fud’ur.g ergeben. Aus der An N» Ulte. M Gebieten- öie | Iounlarns ■ es Landes i1 p nordaiw -cs Äississip- Uccn werde, olg«der Sas Robe .«hat bel -SdcE' : S dem S Äsen 8ur Das ® i; 3» »'S b"5 l.ieichente Lm ST°nhc' Ior Hunde '^gie Johan, nein&t Möe 2tann mit ei .Lrlbrünglich l sissor der $)' vrrsiiäl zu B- 5iglcid) Pros echliehlich gal en Landgut Solksjrcund rr 1311 machte - ton I. erbau Yaris führt, ieretfamilie. 5'nabe lief v k chuhe an d L-llern. Der 1 auf dem ! ■ Dom Hun Lind auf den b?r oon einen »»gen wurde. b?m der Wa> § mder fjerai 2 uNmami?' Idlib!" Lchon c.18 der Psal hnb gegange zu trostlos ll bar nach den kommen sind w:gwenden, : w Jt diese 2Iu 'nehmen, wie i deutschen ift. deutschen Dai sie nicht üotox kenn, Wd Wt w h b i ihnen au f-'-'n Auswa i taugte e lebendigen C Ci-g des G Dsümisten, Erlebnisse 2 lügen. ist jetzt allem it 3nflaüoi "chtet, ein nr aiänner, in i f nu9. um die 6lnden, geht : uralte Gottesc 11 Geltung. Q J? verzweifel ''.und Treue Hnkt Aolk Für di Obei Eins; Naci: Untt Unti Kraj Krai Seid Soclj Gam Hane Glac Ml hi .Jan Mayen. 5tydisfiQRf nrsha ADerdeen- :ranl lagert. ^xäT<0 Mamog Freitag[= Z9.HoVemt>. 192*97" at)ds. 'dVz/j PFEILRINGJiinolin CREME Ernst Katalog derselbe < M.55 TitMiiM 81) 2Uücu>trr.m.«sp.Füllg. I III Kil locmtf.Fttr.und Bekldg. I kl UH Mk.26.- p.Stüek, Haustüren, GlasabscMüsse, Fensterläden usw. billigst ö96iD Holzwarenfabrik E. H. Müller, Gießen Sanitäre Anlagen Warmwasseranlagen Zentralheizungen jeden Systems führen aus Reiße L Velten Bad-Nauheim Lang-Göns Mittelstraße 13 Hundstadenstr. 75 Kühl-Anlagen ________________________ 98j2L Bornotizen. — Tageskalender fü. Samstag. V.f.B. OS e. L.: Monatsversammlung, 20.30 Uhr, Vcreins- heim. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Zirkus- Prinzessin", auf der Bühne das russische Tänzerpaar Coeurs Iakowlcff. — Astoria-Lichtspiele: „Weib in der Wüste" und „Der geheimnisvolle Ozeanslug". — Tageskalender für Sonntag. Stadtthcater: Lichtbildcrvortrag von Mar Gelsen- heyner: Mit ..Graf Zeppelin" um die Welt, 15.30 Alfjr; abends 18 bis 20 Uhr: „Hellseherei". — Watthäusgcmeinde: Gemeindeabend. 1930, Cafö Leib. — Lukasgemeinde: Familienabend (Vortrag von Frl. Anni Dörr: „Goethes Mutter"). 20 Uhr, im Lukassaale. — Oberhessischer Kunstverein: Eröffnung der Weihnachtsausstel- lung um 11 Uhr. — Deutsch« Dau- und Sied- lungsgcmeinfchaft: Vortrag über Wohnungsbau mit zinsfreiem Kapital, 14 Uhr, Cafe Lerb. — Erste Reichskurzschriftgesellschaft „Gabclsbcrger" und Damenabteilung: Vereinsw ttschreiben.9 h . in der Pestalozzischule. — F. G. der Deutschen Cisenbahn-Fahrbeamten und Anw.: Versammlung, 15 Albt, Hotel Hopfeld. — Lichtspielhaus, Vahnhosstratze: „Die Zirkusprinzessin": auf der Bühne das russische Tänzerpaar Eoeurs Jakow- leff: vorm. 11.15 Uhr: Kulturfilmvorführung „Ein Grab am Nordpol". — Astoria-Lichtspiele: „Weib in der Wüste" und „Der geheimnisvoUe Ozeanflug". — Gcmeindeabend der Matthäus- gemeinde. Morgen Sonntag, 1. Dezember, 191 Uhr im Caf6 Leib veranstaltet die Matthäus- aemelnde einen Gemeindeabend. Es wirken eine Reihe musikalischer Kräfte aus unserer Stadt mit: Frl. Stammler, Frau E. Fischer, Musik- lchrer Fr. Bauer und Studienassessor Knauß, Stadtorganist Heinz Simon. Ein sorgfältig aus- gewähltes, einheitliches Programm wird der Gemeinde geboten. Die Matthäusgemeinde ist herzlich eingeladen: Eintritt frei. (Siehe Anzeige.) ** Oberhessischer Kun st verein. Wie im vorigen Jahre, so ist auch jetzt wieder auf Veranlassung und mit Mitteln des Staates eine „Hessische K ü n st l e r h i l f e" eingerichtet worden, die der mit der wirtschaftlichen Not schwer ringenden hessischen Künstlerschaft einen bescheidenen Ertrag für ihr künstlerisches Schaffen sichern will. Es finden zu diesem Zweck in den drei Provinzen Weihnachts-Ausstellungen statt, die ledern Kunstfreund Gelegenheit geben, für niedrig gehaltene Preise originale Kunstware von künstlerischer Qualität zu erwerben. Für die Provinz Oberhessen liegt die Veranstaltung dem Oberhcssischen Kunstverein ob. Die Ausstellung wird Sonntag. 1. Dezember, vormittags 11 Ahr, im Turmhaus am Vrandplatz eröffnet werden und bis 23. Dezember dauern, bei freiem Eintritt für jedermann. Als Ergänzung dieser Ausstellung ist wieder eine Ausspielung eingerichtet worden, deren Gewinne in Kunstwerken bestehen, die von den ausstellenden hessischen Künstlern angekauft werden. Der Preis des Loses beträgt 50 Pf. Hierdurch ist jedermann Gelegenheit gegeben, zur Besserung der wirtschaftlichen Lage unserer Künstlerschaft beizutragen und sich gleichzeitig eine Gewinnchance zu sichern. Die Ziehung findet am 20. Dezember im Turmhaus am Brandplatz statt. Die Gewinnliste wird im „Gießener Anzeiger" veröffentlicht werden. Die Ausstellung, in deren Raum Lose erhältlich sind, ist zu den im Anzeigenteil der gestrigen Nummer angegebenen Zeiten zugänglich. Möge die Veranstaltung von vollem Erfolg begleitet fein! ** Sie Museen sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet ’* D i e städt. Gemäldelammtung mit der Dr.-Hans-Bock-Gedächtnis-Sttstung im Neuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, ist während des Winters jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet. Morgen, Sonntag, kann die Ausstellung von 11 bis 13 Ahr bei freiem Eintritt besichtigt werden. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt. ** Vortrag Max Geisenheyner „Mit Graf Zeppelin um die Welt" im Stadt- theater Gießen. Aus dem Stadttheater wird uns geschrieben: Morgen, Sonntag, 1. Dezember, 15.30 Uhr, spricht der Frankfurter Publizist Max Geisenheyner im Stadttheater. In den meisten Städten, in denen dieser Redner seinen Lichtbildervortrag gehalten hat, waren die Säle Tage vorher ausverkauft. Bon Anfang bis Ende ein rollendes Filmband, vor dem man staunend fitzt, weil einem umUhr reizvolles gepflegt^-ßntlify Dabei nehmen Sie nichts anderes als PFEILRING-Lanolln-CREME eur Hautpflege. Diese milde Creme schützt die empfindliche, xarte Haut vor Wind und Weiter, Frost und Hitze. Sie macht Ihr Antlitz jugendfrisch und sammetweich. PFEILRING - Lanolin CREME Ist ebenso eine Tages- wie eine am Abend aufzutragende Nacht-Creme. Verlangen Sie aber ausdrücklich, Rheuma und überhaupt die ErkältungSschmcrren wie Gliederreißen,JLcbial, SerenfcbuB sind eine Qual. Das echte Reich eb Electricaer Beiträge zur Arbeitslose Bierlel vorn hunbc Vorschlag ist entstanden, n sMmsterlnm znr Zeit l' eg sieht, um das enlstavfri inde Defizit bei der M' izugieichen. Dieses Destzii itung befindlichen Beitrag r ) 200 Millionen B Beichssinanzminister Hal■ crhandlungen außersta-' eausderReichskas!,. n. Auch eine darlehn erscheint für die W fiälfeweUe in Amerika. 3m Nordwesten der Anion und in mehreren niittelamerikanischen Staaten herrscht strenge k alte. Frostwetter wird auch aus südlicheren Gebieten, wie Georgia, gemeldet. 3n den Nocky Mountains und verschiedenen anderen Teilen )es Landes ist Schnee gefallen, am stärksten in nordamerikanischen und mittleren Teile )2s Miffiffippitales. Aus dem Gebiete der großen 5een werden mehrere Todesfälle in- olge der Kälte gemeldet. Wcihnaditse gesdienke jetzt noch in großer Auswahl! Kaufmann Carl Frensdorf 3n der Nacht zum Freitag ist der Kaufmann Carl Frensdorf in Gießen, der Gründer und Senior-Inhaber des Herrenbeklei- dungshauses Frensdorf, nach langer und schwerer Krankheit gestorben. Der Heimgegangene ist am 12. März 1870 in Lang-Göns geboren, wo er nach seiner kaufmännischen Lehre in Gießen ein eigenes Geschäft betrieb. 2m Jahre 1894 übersiedelte er nach Gießen, um auf dem Grundstück Ecke Bahnhosstraßr/Neustaot sein Konfektionsgeschäft zu begründen. Durch kaufmännische Tüchtigkeit und solide Geschäftsgrundsätze brachte er sein Antenrehmen gut voran, so daß er es in den Jahren 1912 und 1927 durch Am- und Erweiterungsbauten den vergrößerten Geschäfts- erfordernissen anpassen mußte. Der gute kaufmännische Ruf fernes Hauses war ihm bet diesem geschäftlichen Ausstieg glücklicher Wegbereiter. Als Bezirksvorsihender des Bezirks Hessen und Hessen-Nassau im Reichsverband für Herren- und Knabenbekleidung sowie als Vorstandsmitglied dieses Reichs.erban.es war er unermüdlich im Interesse der Branche- gesamtheit tätig. Mit besonderem Eifer widmete er sich in ehrenamtlicher Tätigkeit aber den gemeinnützigen Aufgaben des Gießener Derkehrsvereins. Seit Jahren gehörte er dem Ausschuß und dem geschäftsführenden Vorstand an: seit mehreren Jahren bekleidete er das Amt des 2. Vorsitzenden. Mit Uneigennützigkeit, großzügiger Erfassung der zur Bearbeitung stehenden Aufgaben, persönlicher Opferfreude und regem Arbeitseifer stellte er sich stets in den Dienst des Vereins. Lauterer Charakter und persönliche Liebenswürdigleit waren Eigenschaften, die in der Zusammenarbeit mit den Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ihm sehr zustatten kamen. Mit besonderem Erfolg war er im vorigen Jahre an der Organisierung der großen Wcihnachls-Werbeveranstaltung des Derkehrsvereins, der »Gießener Lichtwoche", tätig, wobei er einer der Haupt träger der Arbeitslast im Derkehrsvereinsvorstand war. Oberster Leitgedanke bei seiner ganzen ehrenamtlichen Tätigkeit war ihm stets die Sache, der er sich unterordnete. Durch sein selbstloses Schaffen im Dienste der Bürgergesamtheit hat er sich bleibende Verdienste erworben. um wieder zu gesunden. Unter diesen Umständen kommen die Glaubensgedanken der Advents- zu einem tiefgefühlten Bedürfnis entgegen- Advent predigt die Botschaft, daß in Jesus der Menschheit das wahre Heil erschienen ist und noch immer erscheint. Man braucht, um das bestätigt zu finden, nur einige Adventsworte der Bibel aneinanderzureihen: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer. Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott. Gelobet sei der Herr, der Gott Israels: denn er hat besucht und erlöst fein Volk. Der Geist des Herrn ist bei mir, darum daß er mich gesalbt hat: er hat mich gesandt, zu verkünden das Evangelium den Armen, zu heilen die zerstoßenen Herzen, zu predigen den Gefangenen, daß sie los fein sollen, und den Blinden das Gesicht und den Zerschlagenen, daß sie frei und ledig sein sollen, und zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn." Unter den Adventsworten ragt eins hervor, das Paulus gepredigt hat: „Die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeigekommen, so laßt uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichtes." Die Nacht, besonders die Wintemacht, legt sich drückend auf das Herz. Von dem Wandersmann S e u m e stammt das Wort: „Die Nacht ist keines Menschen Freund," in der Nacht find alle Sorgen riesengroß. Das wird anders, wenn es nach Mörikes wundervollem Worte geht: „Des Nachts um zwei und auch um drei glänzet empor ein Hahnenschrei," das wird ganz besonders anders, wenn im Osten ein fahler Schimmer das Aufgehen der Sonne ankündigt. Jetzt liegt vielfach die Nacht auf den Seelen der Deutschen, und unter ihnen sind Werke der Finsternis im Gange: Haß, Streit, Verzweiflung, Untreue, Hoss- nungslofigkeit. Da muß es ein Wunsch aller Gutgesinnten fein, daß der Tag anbreche und durch die Kraft von oben unsere Volksgenossen die Waffen des Lichtes anlegen: Glaube, Liebe, lieber Million tt' 3CC Seiten CCfiflAbbildungen JÖJstark m.UJuUgratis o. frk. enthalt alles was 8ie brauchen. Berlin. WtiiTelsterstrafie 14 , BiWm Fahrradbani tantMttümoi ° lurislG 1 ^mtage. l nlch, 7en ^an-taq. “^«llniben kltene 3S* ponbtag, i'-U unra-'-il. " m"" m u“ "9 1 ’S»;«'« Nation^einwbrinn Goc: ALL DLb WÄÄ: LALA M bedeute besonder; r nst eine schwere U'°nnienM°giichk! >5 unb eine Verletzung fr "der Saarbevölkerung, t kürzlich von dieser 5L Dorten und ter Reichs,^ Michsrcgicrung die piß dieser Frage völlig teile a »ung mit allen Mittel, n der Debatte stellten pdj ok Erklärung des Mcherpch, Aus der prvvinzialhauptfiadt Gießen, den 30. November 1929. (Advent. Vor hundert Jahren war der Doktor der Theo- ieflie Johann Neeb Bürgermeister der Ge- neinde Nieder-Saulheim bei Mainz: er war ein Rann mit einer eigentümlichen Vergangenheit. Ursprünglich katholischer Priester, wurde er Prozessor der Philosophie an der kurkölnischen Uni- terfität zu Bonn, dann Leiter der Zentralschule, zugleich Professor der Philosophie zu Mainz. Lchließlich gab er alle feine Aemker auf, kaufte tut Landgut und erwarb sich als warmherziger Dolksfreund mannigfache Verdienste. Am 28. März 1317 machte er einen Gang auf der von Napoleon I. erbauten Heerstraße, die von Mainz nach daris führt. Da begegnete ihm eine Auswan- iererfamilie. Ein in Linnen schlecht gekleideter Anabe lief voraus, trotz der Kälte hatte er keine (chuhe an den Füßen, hinter ihm kamen seine Cltern. Der Vater schob einen Karren vor sich {ec, auf dem ein Bett und anderer Plunder lag: ■be vom Hunger blasse Mutter trug ein kleines Kind auf den Armen. Dann folgte ein Wagen, der von einem Esel und einem alten Pferde gelegen wurde. Durch die Ritzen des Tuches, mit Km der Wagen überbedt war, schauten einige Kinder heraus. Auf Neebs Frage: „Wohin, Landsmann?" lautete die Antwort: „Nach Ruß- Imib!" Schon im 18. Jahrhundert waren Bauern aus der Pfalz und aus Württemberg nach Ruh- -kiit» gegangen, weil die Lage in ihrer Heimat zu trostlos war; andere folgten ihnen unmittel» Kit nach den Franzofenkriegen nach. Ihre Nach- lunmcn sind es, die sich heute von der Wolga degwenden, um nach Kanada zu gehen. Damals dar diese Auswanderung ein ungeheueres Unter» nd)men, wie das heute das Vorhaben der Wolgadeutschen ist. In beiden Fällen hätten sich die teutschen Dauern nicht dazu entschlossen, wenn sie nicht vorwärtsdrängende, tatkräftige Menschen Hören, Menschen, in denen eine starke Hossnung lit. Diese Hoffnung ruhte und ruht heute noch K't ihnen auf religiöser Grundlage. Die pfälzi» syrn Auswanderer und die Wolgadeutschen sind ü.ierzeugte Christen, sie glauben, weil sie mit dem Wendigen Gott in Verbindung stehen, an den €ieg des । Guten in der Welt, sie sind deshalb oll-l üb-rsalle" v blieb, ui" le &2re in n MM den ow du fll!. die ließ ,,o4m 6d)«ll,r,6 f| > Mer MZuberi i«. L-nsvL»- KKsd erst 4 worden- xKtz Ä' vriesen unb der für 1929 bis zum nächsten lkahre zurückge stellt. Das Geheimnis der hammergulsmühle. In Heiligenfee (Kreis Bunzlau) find beim noch- maligen Absuchen der Brandstelle der chammerguts- niuhle im tiefen Keller des zerstörten Hauses Lcichenteile und ein Menschenschädel gefunden worden. Es liegt die Vermutung nahe, daß 1 c von der Müllersfrau Wandelt herrühren, die feit em Brande verschollen ist. irWWch SfaatiretW19'1, s» * -«•“Ä MgsmaWn o y r W ^5 791 'S* ««SS- ncUß?Ar l928 der! ! las 6rgebnti. rtt hat- steiluh - U/697 zndi^ (M5n Drogerie. 88:52V für Oberhessen. 9S25D Wegen Platzmangel sind folgende Möbel» 98610 stücke zu verkaufen: (9759D 3 Ubr. in der 07719 Mbel-Verkaus 9726A nur in der 1 1 1 Voaelttänder............ 1 Nacktsckränkck.o.Marmorpl 1 60.- Tel. 3103. 9824 D Postfach 34. 9844V Verkauf nur durdi Händler. Vutbettbvettnhorz 9826V (cn. l'Ji) rm Schcii und StniwpelL 2-2.50RM.Anfuhrko't.fret Waggon Herdors (Strecke Betzdorf-Gteheni, sind zu verkaufen. Auskunft erteilt Staataoberlörsterel Kirchen (Sieg). Stückrath & Bender, G. m. b. H. 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Des Sommers Schwüle und duckende Hitze, die Kühle des dunklen Haines, das Gewitter mit seinen elementaren Auswirkungen, dns Aufatmen nach dieser Naturerscheinung. alles findet seine Schilderung und wird mit einem Abendglockenchor zum Ausllang geführt. Im Bilde des Herbstes tritt die Ernte in den Vordergrund. Die Jugend trifft sich am Haselstrauch. Jagd und Weinlese finden ihre musikaliiche Verkörperung. Das Winterbild steht unter dem Eindruck lastenden Nebels, des entschwundenen Lichtes. Ein Wanderer verirrt sich in der schneeigen Einöde und findet ein rettendes Licht. Eine heitere Spinnstubenszrne gibt dem eigentlichen Geschehen einen gewissen Abschluß. Ein betrachtender Rückblick lenkt das Sinnen vom Naturerleben hin zu den ethischen Gründen. Künftiges Sein nach dem Tode wird vorgeahnt, die geistige Schau des Kommenden läßt das Werk sich den letzten Dingen zuwenden. Die Vielheit des Szenischen Herrnag Haydn zu musikalischer Einheit zusammenzufassen. Jede einzelne Situation wird mit der ihr individuell zustehcnden Form erfaßt; Volkstanz, volkstümliches Lied, Arie, Solo, Ensemble, Chöre mit gipfelnden Fugen, alle Elemente finden sich in den „Jahreszeiten" wieder. Man könnte hier eine Parallele zu dem Stil von Mozarts „Zauberflöte" erkennen. Die reiche Bildhaftigkeit der Sprache findet in zahlreichen Tonmalereien ihr Abbild, die aber niemals aufdringlich scheinen, sondern sich mit der naiven Ausdrucksweise des Textes einen. Die programmatischen Leitgedanken für die Vorspiele zu den einzelnen Teilen bleiben immer nur Richtung weisend und anregend für die Phantasie des Schaffenden, nie aber verliert sich Haydn in bloßer Abschilderung. Daß die „Jahreszeiten" bei uns ständig ihren Widerhall bei den Hörern finden, liegt daran, daß sie im gewissen Sinne eine Zusammenfassung und lle&crtragung des sog. klassischen Stiles auf das Gebiet des Oratoriums bedeuten. Die letzten Generationen fußen aber mit ihrem Musikerleben auf der Klassik, und so wird dieses Werk stets seiner Auswirkung sicher sein. Haydns Gesangsstil fordert von den Solisten eine ganz besondere Einstellung; sog. schwere Stimmen werden die Feinheiten seiner Melodik ebensowenig erschöpfen können, wie ihre dramatische Stimmen auch nicht völlig gerecht zu werden vermögen. Ebenso wäre es verfehlt, bei Haydn die Erfordernisse des Sprechgesanges mit in Apon WH» ge tterm., en, in 'stabi "d zu Schr. 07681 1. erb. öODnetsiom^ abenbi: r Mwm Ult ©amen -beiMoger. chor und noch mehr im Winzerchor gibt er der Szene Bildhaftigkeit. Die Ausführung war durch Chormeister Albert K a st e n überaus sorgfältig vorbereitet worden. Ausgeglichen im Klang, erwies sich der Chor voll wuchtiger Kraft im Akzent und in der Steigerung, der polyphone Ausbau der Chorsätze trat plastisch heraus durch saubere Prosilierung des Thematischen. Vielleicht hätte sich der Weinchor zu noch größerem Taumel entfalten können, vielleicht hätte auch das Pianissimo im Abendchor noch verhallender sein können; dennoch trägt die Sängerschar den Hauptanteil an der Auswirkung der Aufführung. Die Orchesterbegleitung hatte der Gießener Orche st erverein übernommen, er führte seinen Anteil mit bewährtem Geschick church; angesichts der Größe des Chores hätte der Streichkörper eine stärkere Besetzung erfahren können. Mimi Dock, Gießen, versah den Cembalo- Part; sie gab den Äezitativen sichere Stütze; zeitweilig wäre eine noch stärkere Akzentuierung am Platze gewesen. Der Erfolg der Aufführung mag dem Verein und seinem Dirigenten ein starker Ansporn sein zu weiterem Gelingen. Dr. H. Oer Gast muß zahlen! So was ist nun wirklich nur in Amerika möglich. Nicht nur die Klage, sondern auch das 52r» teil. Da hatte ein Mr. Williams samt Familie seinen Freund Smith samt Familie zum Sonntag eingeladen, und zwar zum Mittagessen und Kaffee mit viel selbstgebackenem Kuchen. Smith sagte freudig zu, und die Vorbereitungen wurden getroffen. Aber wer nicht kam und nicyt mal absagte, war Smith. Darüber erboste Williams derart, daß er eine Schadenersatzklage anstrengle. Schaden? Wieso?, wird man fragen, und das fragte der Richter auch. Aber Williams wies nach, daß er für das Mittagessen und den Kaffee mit dem selbstgebackenen Kuchen eine Menge Einkäufe gemacht habe, und verlangte diese Summe zurück. Lind da Mister Smith es nicht für nötig gehalten hatte, sich und seine Familie zu entschuldigen, wurde er tatsächlich verurteilt. Auf diese Weise erfährt er jetzt, was für herrliche Sachen Williams für ihn und feine Familie bereitgestellt hatte, und wird sich doppelt ärgern, denn in dieses Haus wird er voraussichtlich nicht mehr eingeladen werden. iter n § 3 Gängerkranz Gießen. Joseph Haydn: „Tic Jahreszeiten". Fast am Ende seines Schaffens stehen Joseph Haydns Oratorien „Die Schöpfung" und „D i e Iahreszeite n". Daß er sich diesem Gebiet zuwendet, dafür mögen die Eindrücke seines Aufenthaltes in London von Einfluß gewesen fein, ebenfalls anregend werden die Aufführungen Händelscher Werke durch van Swieten in Wien gewirkt haben. Zudem lassen sich Dach- und Händel-Studien zum Teil auch schon in früheren Zeiten bei Haydn nachweisen. Deide Oratorien gehen in ihrem textlichen Aufbau auf englische Vorlagen zurück. Der Text für die ..Jahreszeiten" wurde durch van Swieten übertragen und für die Vertonung eingerichtet. Den „Jahreszeiten" liegt nicht wie den meisten Oratorien Händels eine durchgehende dramatische Handlung zu Grunde. Es handelt sich hier vielmehr um eine Reihe von Bildern, die dem Laufe des Jahres folgen, und die durch die Musik in ihrem lyrischen Gehalt erschlossen werden. Entsprechend der durch die Zahl der Jahreszeiten gegebenen Vierteilung könnte man die „Jahreszeiten" als einen Kantatenzyklus ansehen. Wenn auch die drei Personen im Verlauf des Werkes regelmäßig wiederkehren (Simon, ein Pächter; Hanne, dessen Tochter; Lukas, ein junger Bauer), so ersteht doch kein handelndes Geschehen zwischen den einzelnen Personen, abgesehen ton der Liebesszene zwischen Lukas und Hanne, sondern die drei Solisten nehmen mehr den Charakter von Berichterstattern an, denen die einzelnen Schilderungen und Betrachtungen je nach ihrer persönlichen Individualität zugeteilt sind. Eine mannigfache Abfolge von Situationen und Bildern zieht in dem Werk an uns vorüber. Din Einleitung stellt den Llebergang vom Winter zum Frühling dar. Das Landvolk begrüßt den Lenz. Der Säemann ist bei seiner Arbeit; ihn begleitet dabei das Thema aus dem Andante der Symph-onie mit dem Paukenschlag. Ein Gebet erfleht den Segen des Himmels für das Land; das Erblühen und Sichentfallen der Natur bewegt die Landleute zum Preise Gottes. Das Sommerbild setzt mit der Morgendämmerung ein; der Hirt erwartet das Erscheinen des Lichtes; eine Schilderung des Sonnenaufganges erhebt sich zu einem Hymnus auf nicht zuletzt von den Regierungsbeamtcn — nach Noten ausgebeutet werden, braucht kaum erwähnt zu werden. Der flagrantesten Räuberei hat man ja wohl in den letzten Jahren Einhalt geboten, ganz aufhören wird sie aber erst, wenn sich die Rothaut des Wertes ihres Geldes bewußt geworden ist. Kein Vollblut-Indianer darf jetzt sein Vermögen mehr selbst verwalten. Es ist einem Vormund anvertraut, der jede Ausgabe kontrolliert und für unnötige oder verschwenderische die Mittel verwei- gern darf. Aber selbst dies System hat die Ausbeutung nicht gant zu unterdrücken vermocht, und mancher biedere Vormund läßt sich bei einem Einkauf vom Verkäufer seine 10 bis 25 v. H. Provision geben. Ein nicht unerheblicher Teil der indianischen Oelmillionen klebt an den schmierigen Fingern von Leuten, die im Staate Oklahoma finanzielle und politische Mächte geworden sind, nacydcm sie sich in den kurzsichtigen Augen einer vergeßlichen 'iTTTroelt als „Respektspersonen" rehabilitiert hatten. Die Gcyser des schwarzen Goldes haben a u ck zahlreiche Neger, namentlich solche, die sich dem Stamme der Creeks in der Gegend um Ok- mulgee anschlossen, zu reichen Leuten g.macht. Die Indianer des vorigen Jahrhunderts hielten sich Sklaven, wie die Weißen. Das Blut vermischte sich, und Sarah Rector in Kansas City, die als reich st e Negerin derWelt angesprochen wird, entstammt einer solchen Mischehe. Die Vermögen der Farbigen und der Halblutindianer stehen nicht unter Kuratel. Die Ueberraschungen Oklahomas, die Hoffnungen auf den morgen kommenden Reichtum sind dieselben Ueberraschungen uhb. Hoffnungen der Goldfeder von gestern, und derselbe Optimismus, der einst jede Brust in Kalifornien und Nevada erfüllte, herrscht jetzt in dem Staate nördlich von Texas, dem Staat der „Roten Leute" — Oklahoma ist der Sprache der Choctaw- Indianer entnommen und hat diese Bedeutung —, einem der ölertragrcichsten der nordamerikanischen Union, in die er als zweitletzter vot knapp 22 Jahren aufgenommen wurde. Keiner weiß, wo das nächste Oclbccken erbohrt wird, ober jeder hofft, daß das Schicksal auf ihn gebührend Rücksicht nehme. te d® Gesund* .ieblins»- iholi vor >tea sind ttrxehnten [ausmitte* ■ust-Car»- ea ft« !’ deM icr ’ii6 077(6 -2IU6»SW tzch S« ,, Atzenec WH Wien Momaa.-üTeM btt, abends 8 Uhr i Mwals-Yuiuuüig I bei Karner. Tkchen . «Kuhlen ßJrunbi. SoHiMWi i erforderlich. Rum । Iunaen.Unll:Dlkch Rothäute, die im Solde schwimmen. Indianer in Oel. — 3m Staate Oklahoma. — Oie Rache des Schicksals den Weißen. — Oie Neureichen der Prärie. Von unserem A. G. A.-Berichterstatter. Stadttheat« MMklti MUMM von im Tech! beynet: „1« „Graf ZeM um die A!kü Ander Aboimre (irmafiigie 9■* Alsfeld, 29. Nov. Der hiesige Gustav- Adolf-Frauen.Verein beging in schlichte« Weise die Feier des 75jährigen Bestehens. Die Vorsitzende, Frau Regierungsrat K o r f m a n n, erstattete einen Bericht über die Geschichte und die Gegenwartsaufgaben des Gustav-Adolf-Frauen-Ver- eins. Der Alsfelder Verein wurde am 2.Juli 1854 mit 40 Mitgliedern als der erste in Hessen gegründet. An den Bericht schloß sich die Verlesung der eingegangenen Glückwunschschreiben sowie eines telegraphischen Grußes des Hauptoereinsvorsitzenden Freiherr HeylzuHerrnsheimin Worms. Am Schlüsse des Abends wies Pfarrer Hechler noch auf zwei besonders wichtige Aufgaben des Vereins hin: die Durchführung der Jubiläumssammlung für 1932 und die Beschaffung der Inneneinrichtung des Studentenheims für Auslanddeutsche in Leipzig« Preußen. Kreis Biedenkopf. V Rodheim a. d. Bieber 29. Rov» Die Feldbereinigung der Gemarkung Rodheim a. d. B. ist inun soweit gediehen, day nach beendigter Ernte die Grundstücke den neuen Eigentümern übergeben werden konnten. Im vergangenen Iahre wurde die Bieber reguliert und die Wiesen mit De- und Entwässerungsgräben versehen. Leider verschwinden durch diese Arbeiten eine große Anzahl Hecken, wodurch die Ristgelegenheit für unsere Heckenbrüter immer mehr vermindert wird. Auch das gesamte Landschaftsbild erfährt eine wesentliche Aenderung, was bei der gegenwärtigen Anlage der Haupte und Gewannenwege ständig augenfälliger wird. Die Ausführung der Wegeanlaen ist einem auswärtigen Unternehmer übertragen. In Verbindung mit diesen Arbeiten wurde auch die Straße von der Dedarfshaltestelle der Bieber- talbahn Krosdorf - Gleiberg nach Krofdorf verlegt. Früher lag diese Straßenstrecke bedeutend tiefer als das umliegende Gelände und hatte infolgedessen bei Regenfällen sehr unter mangelnder Wasserführung zu leiden, während im Winter auch bei geringem Schneefall diese Stelle stets verweht war. Die neue Straße, die jetzt vollendet wurde, bildet nun in etwa 300 Meter Länge eine geradlinige Verlängerung der Straße von Krofdorf und mündet etwa 40 Meter näher der Landesgrenze in die Straße Gießen—Rodheim. Die Strahenkrone der neuen Strecke ist in ihrer Höhenlage dem übrigen Gelände angepaßt. und damit finö die früheren Mängel behoben. Kreis Wetzlar. B Wetzlar, 29. Nov. Im Jahre 1930 finden hier folgende Märkte statt: 15. Ianuar Viehmarkt: 26. Februar Kram- und Diehmarkt: 26. März Viehmarkt: 2. April, 30. April, 21. Mai und 11. 3uni Kram- und Viehmärkte: 9. Iuli Fohlen- und Diehmarkt: 30. Iuli, 20. August, 17. September, 22. Oktober, 12. Rovember, 3. Dezember und 17. Dezember Kram» und Dieh- märkte. I Groß-Rechtenbach, 29. Nov. Durch jahrelanges Schonen hat sich der Rehwildbestand im hiesigen Gemeindewald derart vergrößert, daß er eine Gefahr für die an den Wold angreiyenben Roggenfelder zu werden droht. In größeren Sprüngen treten die Rehe aus die Roggenfelder aus und äsen auf der jungen Saat. In einer öffentlichen Versammlung der Grundstücksbesitzer der Gemeind« wurde an die Jagdpolizeibehörde (Landrat) der Antrag gestellt, den Jagdpächter zum Abschuß des Rehwildes s e l b st w ä h re n d der Schonzeit aufzufordern. Wenn der Jagdpächter dieser Aufforderung nicht nachkommt, wollen die Grundstücksbesitzer bei der Jagdpolizeibehörde selbst die Genehmigung einholen, das auf ihre Grundstück« übertretende Wild auf jede erlaubte Weise zu sangen, ober abzuschießen. <> Hochelheim, 29. Rov. Die Holz- fällungdarbeiten im Gemeindewald sind feit einigen Tagen im Gange. Mkordant ist der Holzhauermeister Anton Schieferstein, her diese Beschäftigung schon jahrelang ausübt. Insgesamt werden 15 Holzhauer beschäftigt. Dem Akkordanten ist die Verpflichtung auferlegt, m erster Linie Arbeitslose als Holzhauer einzustellen. Man hofft, die Fällungsarbeiten so zu beschleunigen, daß sie bis Ende Ianuar beendet sind. — Irn Saale der Gastwirtschaft Iung sand hier eine Geflügelausstel- lang statt, die sehr gut besucht war und die dem hiesigen Geflügelzuchtverein, der die Ausstellung veranstaltet hatte, einen vollen Erfolg brachte. Die Ausstellung war beschickt mit 110 Hühnern, 3 Gänsen, 2 Puten/15 Tauben und 8 Kaninchen. Als Preisrichter waren die Herren R e r n von Pohl-Gons und Schmelz von Großen-Linden tätig. Es erhielten folgende Züchter Ehrenpreise: Wilh. Weber XI.. Hch. Schaum. I. Ant. Weber, Wilh. Martin, Wilh. Eckhardt, Ph. Eckhardt, Hch. Ziemer, Friede. Mack, Iohann Eckhardt, Fr. Dach, Ad. Michel, und I. Martin je einen ersten Ehrenpreis: Alfred Iung, Wilh. Schmidt, Ant. Wenzel, Hch. Faber imb $cinrid) Schaum je einen zweiten Ehrenpreis. Aus dem Amtsverkündigungsblaii. * Das Amtsverkündigungsblatt 21 r. 8 7 vom 29. Rov. enthält: Reichssteuerüberweisungen: Polizeiverordnung über den Betrieb von Gast- und Schankwirtsckrnften: Schulärztlich« Keberwachung der^ Schulkinder, 291 ?°ö. D-. > ÄM 'nein K bereit'; Vk^Ä. K°rl S8o^yi®ur. ^ng. L tz ZNlnk, ÄsK^l! sMr en und 2 5R^Qt^' M lsfeld. ehÜkfi9e Tustuv. äsS £«W*i finbCn( *°™le eines leie« ;Woer®tn®S0#nbei s b e i m m Wonns. Li H°?er Hechlers • schoben des Vereins er 3ubi(dums[ammluna n9 der 3nneneinrid)tuna iMbeul|dje in Leipzig. Ben. edenkohf. ■ lieber 29. I-v. un9 der ©anadung n soweit gediehen, bah ie Grundstücke den neuen »erden konnten, Im Der« )ie 'Sieber reguliert und ld 6nttDällcrung8gr5bcn 'inden durch diese Ar« >k Heden, wodurch dir e Hedenbrükr immer arch das gesamte Land« wesenttt^ Amdmmg, p Mage der Haupte nbig augmsWgerwirb, D^eantaen ist einem er übertragen. 3n Qkr- rbeiten wurde auch die fshaltestelle der "Siebe? ,erg nach Krofdors Der- Strahenstrcck bedeutend nde Gelände und hatte ifällen sehr unter man- zu leiden, während im m Schneefall biefe Stelle reue ötrahe, die seht nun in etwa 300 Meter Verlängerung der Strahe )et etwa 40 Meter naher ie Strahe Tiehm-M ie der neuen Strecke m em übrigen Gelände, an- tö die früheren Mangel Wetzlar. lov. 3rn Jahre IS ärkte statt: A 2anm r Kram« und OMjnarfr April. 30. April. 2l.W unh Diehmärktei J- \ ?3O. M 20. M; der, nber Kram« uitb w , r oq W. Jurch sah i bQdbJ*iifbbeUan> igffles nn der JJgJ bie @ruj' kommt, wollen w *Sait i.sssj Sange, J»® bet M on 6?ierSübt. 2 i°^?keschasligt. [2 als l° Z ."fS-S-i, Sa^ttügelausst^ TfeiÄ SL'K LSr-öS »tf,S ‘ » - Stolte. 9851V Heuchelheim, den 30. November 1929. Kinder auf allen Plätzen die Hälfte. 9766C 9864 D W797D Geilshausen, den 29. November 1929. Juttfer, 9839D TEPPICHE Billigste Preise Lager. 67WV Barrabatt Orient-Teppiche AlicenstraBe 11 9860A &einfle Sttaßanfertigung 964ÖD 9718A Felle Reise- Tisch- und Divandecken Verbinder Läuferstoffe Kokoswaren Die trauernden Hinterbliebenen; Elisabeth Bepler geb. Benner Anna Elisabeth Germer geb. Bepler Philipp Germer und 3 Enkelkinder. Felle Decken Vorlagen Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon 3383. Die Beerdigung findet Montag, den 2. Dezember, mittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Gießener Straße 35, aus statt cfrÜnfzel Seltersweg 52 Spezialfjaus für fe/efje QamenßeKleidung Große Auswahl Damast Kopfkissen Paradekissen Ueberschlagtücher Bettücher Kolter Frottiertücher Handtücher Tisch-Wäsche Wilhelm Müller Familie Volpert u. Müller Asbest- Platten 1,2, 3,4 and 5 mm, wieder am Wegen Todesfall Montag, 2. Dez., gefchloHen Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange meiner lieben Frau, unserer unvergeßlichen Tochter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Frau Ottilie Müller geb. Volpert sagen wir allen, besonders Herrn Pfarrer Thorn für die trostreichen Worte am Grabe, ihren Freundinnen und Schulkameraden und all denen, die der lieben Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen haben, sowie für die zahlreichen Kranzspenden unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: 2><« mdijcfc "TOiener- Strickkleid in allen großen, aueß für dieftärßfte Dame, Haufen Sie ritfitig und preiswert 6ei Freude bereitende Weihnachts-Geschenke Heute morgen 3 Uhr entschlief nach längerem schweren Leiden mein lieber, treuer Mann, mein treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heiuridi Heuler, SMmadierineisler im 68. Lebensjahr. FranMnriamMain Pieriie-Märkte 2-Dez.,6. Jan., 3. Febr.3. MSrz. Durchschnittlicher Auftrieb 700 Pferde aller Rassen, auch Schlachtpferde: größte Auswahl u. beste Gelegenheit f. Kauf od Tausch. Ein Besuch dieser Märkte Ist zu empfehlen. fllöV Der Handel Sonntags verboten. AllgemeineOriskranken- kaffe Gießen-Gtadi Die rückständigen Beiträge zur Krankenkasse, Invaliden- und Arbeitslosenversicherung für den Monat Oktober 1929 können noch bis zum 11. Dezember d. I. ohne Kosten bezahlt werden. Aach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung. Die Einzahlung kann täglich von 6 biS 1 Uhr bet unserer Kaffe oder auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt am Main Ar. 10833 erfolgen. Gießen, den 30. Aovember 1929 hinkler, Rechner. 9863D Wollgarne Stricksachen Trikotagen in großer Auswahl sehr preiswert Hildebrandt &€£ Maschinenstrickerei unzi Kreuzplatz 1 und Lieh er Straße 19 Sonntags geschlossen Chr. Arnold Bahnhofstraße 31 «NA Mittwoch, den 4., und Donnerstag, 5. Dezember 1929, nachmittags 2 Lthr, versteigere ich Neuenweg 28 (im „Löwen") zwangsweise geg. Barzahlung: 1. einen Schreibtisch (Diplomat, dunkel Eiche), einen Porzellonschrank, ein Sofa, eine Chaiselongue, einen Ausziehtisch mit sechs Stühlen einen dreitürigeu Spiegelschrank (hell Eiche), eine Waschkommode mit Marmorplatte und Spiegel (zum Schrank passend), eine versenkbare Nähmaschine, einen gut erhaltenen Gasherd mit Backofen, eine storbgarnl- tur, ein älteres Jahrrad. 2. Damen - Strickjacken, wollene Kinder- flrumpfe, einen größeren poften Strick- wolle, wollene Kindergamaschen, Seideu- flrümpfe für Damen, Gamofchenanzüge für Kinder, Damen-, Herren- und Kin- derhandfchuhe, Damenhemdhosen, Herrensocken, verschiedene Grammophone mit und ohne Platten, einen herrenuber- zieher, eine Tischdecke, zwei elektrische Nachttischlampen, eine größere Partie Obst- und Gemüsekonserven und Schoko- lade, eine Partie Skistöcke, zwei Paar Skischuhe, eine Partie Zugstiefel (Größe 38 bis 40), Schlüpfer. 3. Freiwillig:! vollständig neue Standuhr (Eiche). Die Gegenstände zu 1 sind noch sehr gut erhalten. Die übrigen Gegenstände neu. Die Versteigerung findet bestimmt und pünktlich statt. Kleiderstoffe, Samt, Seide Etagengeschäft Sonneborn Qßeiljnadjtsfrende in (7$r Jjeim dringt Ihnen allein eine adiöne Haus-Standuhr direkt von dSpez.-FabriklmScfawarzwald,anPrlrate ohne Zwischenhandel. Formvollendete Modelle — herrl Schlag. 4/4 Westmlnster-od Blm-Bam-Donnjlockenschlag. 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Ein ganzer“ Mann muß es sein, dem wir die Vertretung unseres Hauses für den Bez. Gießen— Wetzlar bei hohen Verdienstmöglichkeiten übertragen wollen. Wir bilden Sie im Verkauf unseres Artikels aus. Sind Sie der richtige Mann, dann antworten Sie uns unter Angabe des Alters (über 40 Jahre zwecklos) und unter Beifügung eines Lebenslaufes, Lichtbildes u. Referenzen unter 9804V an den Gießener Anzeiger. Bekanntmachung. Der nächste Viehmarkt in Giehen findet statt: 9643C Dienstag, 3. Dezember 1929: Rlndvieh- (Nutzvieh-) Markt; Mittwoch, 4. Dezember 1929: Schweinemarkt. Auftriebszeit an beiden Markttagen von 8 bis 9 Uht vormittags. Auf dem Rind- oiehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schußgeimpft. Gießen, den 30. November 1929. Der Oberbürgermeister.. I. 23.: Dr. Rosenberg. Aufgebot. Das Bankgeschäft Eugen hocrner in Heilbronn hat als Bevollmächtigter von Richard I. Ulrich und fünf Geschwistern, Sophia Ulrich, Frank B. Senkowsky und drei Geschwister, Adele Bus und Lulu Lueke, sämtlich wohnhaft in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, beantragt den verschollenen Kaspar Gruber, geboren am 3. Juni 1840 in Alten-Busock, zuletzt wohnhaft in Alten-Buseck, für tot zu er« klären, 9807D Der bezeichnete Verschollene wird aufgefordert, sich spätestens in dem auf den 12. Juni 1930, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, 3immer 101 anberaumten Aufgebotstermine zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. An alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Verschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung, spätestens tm Aufgebotstermine dem Gericht Anzeige zu machen. Gießen, den 18. November 1929. __________hessisches Amtsgericht. CarlSchunck Die beiten [9793D Schtacht- fchweine in jedem Gewicht, sowie eritktaisigc Hannoveraniiche werkel und Länser- ichwcinc au jeder Zeit au haben bet Wilhelm Euler Treis a. d. Lumda. Tel.-A. Lollar Nr.64. 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W N aus dem Leben gerissen. In den vielen Jahren gemeinsamer Arbeit habe ich das Glück gehabt, seine ungewöhnliche Persönlichkeit und Begabung wirken zu sehen. Was immer seine Schaffenskraft in die Wirklichkeit umsetzte, war aus eigenem Geist geboren. Sein Weitblick und seine reichen Erfahrungen haben mir stets wertvolle Dienste geleistet Der Verlust trifft mich besonders schwer. Ich und mein Haus werden dem Verstorbenen stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Carl Baer Teilhaber der Firma Carl Frensdorf. 9832D 1871-1921 Wir erfüllen hiermit die trau- rifle Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieb. Alierö- kollcgen 9835D Carl Frensdorf in Kenntnis au sehen. Die Beerdigung sindei am Moniag. dem Dezember, nachm. 3*/, Uhr, statt. Nm zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. Im 07695 Gießen (Schützenstraße 3), den 30. November 1929. Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Ernst Fleck Familie Zimmermann Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Schwester, Schwägerin und Tante Frau Karelins Staiöer Wwe. sagen wir auf diesem Wege unsern herzlichsten Dank. 9ti52D Danksagung Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Dörr und des Herrn Lehrers Dr. Reidt, für die Ehrung und den Gesang seitens der Schulkameraden, sowie für die zahlreichen Kranzspenden, und allen denen, die unsere liebe Entschlafene zur letzten Ruhe begleitet haben, sagen wir unseren herzlichsten Dank. Familie Ernst August Bepler Heuchelheim, den 29. November 1929. 9<47D Der Vorsland und Ausschuß des Verkehrsvereins e. V„ Gießen 9833D In der verflossenen Nacht verschied nach langer und schwerer Krankheit der 2. Vorsitzende unseres Vereins Herr Kaufmann Carl Frensdorf Der Heimgegangene hat seit Jahren dem Vorstand und Ausschuß unseres Vereins angehört und in den letzten Jahren das Amt des 2.Vorsitzenden bekleidet. Er hat stets mit vorbildlichem Eifer an den Aufgaben unseres Vereins mitgeaibeitet und sich durch diese rege Tätigkeit, seine großzügige Auffassung unserer Aufgaben, seine Opfer- freudigkeit für die Vereinszwecke, seinen edlen Charakter und die liebenswürdigen menschlichen Eigenschaften unsere höchste Wertschätzung erworben. Sein Ableben bedeutet für unseren Verein und die GießenerVerkehrswerbung einen schweren Verlust. Wir werden ihm für alle Zeiten ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren. Gießen, den 29. November 1929. Wir haben einen schmerzlichen Verlust erlitten. In der Donnerstagnacht verschied plötzlich und unerwartet unser lieber Senior-Chef Herr Carl Frensdorf in seinem 59. Lebensjahre. Tiefe Trauer erfüllt uns. Der Verblichene, dessen kräftiger, zielbewußter, dabei väterlicher Führung wir mit Freuden folgten, war uns mehr als ein Chef, es verknüpfte uns ein Band der Anhänglichkeit mit ihm. Sein mitfühlendes Wesen, seine unermüdliche Schaffenskraft, verbunden mit hohem Gerechtigkeitssinn leben in uns fort Der Verstorbene wird bei uns unvergessen bleiben. Das kaufmännische und technische Personal der Firma Carl Frensdorf Nachruf. Gesangverein „Heiterkeit“. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres passiven Mitgliedes Herrn Carl Frensdorf in Kenntnis zu setzen. Wir verlieren in dem Heimgegangenen einen eifrigen Für derer unserer edlen Sängersachc, durch welches er sich ein ehrendes Andenken in unseren Reihen gesichert hat. Lie Beerdigung findet Montag, den 2. Dezember, nachmittags 3*/i Uhr statt Um zahlreiche Beteiligung bittet tWSOü der Vorstand. Nr. 281 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 30. November (929 Weihnachishandarbeiien in letzter Stunde. Von Else Mie. Es ist eine alte deutsche Sitte, zu Weihnachten Handarbeiten zu verschenken. Selbst unsere praktisch veranlagte Jugend, die aus neue Sachlichkeit schwört, hat sich dieser Sitte gefügt, und die fleißigen Häirde, die an der Schreibmaschine, in Bureaus, in allen möglichen Arbeits- räumen schaffen, greifen vor Weihnachten zu Nadel und Faden, zu den verschiedensten älten- silien, um eine Handarbeit anzufertigen, wie cs das Haustöchterchcn in früheren Zeiten gemacht hat. Heute ist Zeit Geld, so daß man zu schwieri- ! gen, großen Handarbeiten kaum mehr Gelegenheit hat. Früher waren Tischdecken, Sofadecken, kleine Teppiche, Kissen, Flügeldecken die typischen Weihnachtsardeiten. Jetzt macht man am liebsten kleine Handarbeiten, die ganz bestimmt gebraucht werden; und wenn die Handarbeit nur aus wenigen Stichen besteht. Es brauchen auch gar keine Textilien zu sein. Man kann praktische Klebearbeiten machen; die Hauptsache dabei ist, daß es sich um brauchbare Gegenstände handelt. die nicht unnütz herumliegen oder herumstehen. Dazu ist meist in unseren Wohnungen kein Platz. Kissen werden nach wie vor gern geschenkt und gern angenommen; besonders die weichen, viereckigen, länglichen oder dreieckigen Puffs. Man stellt sie am besten aus waschbarer Seide oder aus einem waschbaren Leinenstoff her. Es gibt auch wasserfeste Webstoffe, die sich dazu eignen. Hier spielen schöne Farben und originelle Muster eine entscheidende Rolle. Das Besticken der Kissen erweist sich bei gutgemusterten Kissen ald überflüssig. Wenn man die fertiggefüllten Inletts kauft und die Bezüge dazu näht, ist das schon Handarbeit genug. Ruf alle Fälle soll genau überlegt werden, welche Farben und was für Stoffe sich eignen. Lieber von einer Sleber- raschung absehen; am besten nimmt man zuvor Rücksprache mit dem Empfänger, um zu vermeiden, daß man schon Vorhandenes noch einmal schenft. Kleine Decken sind sehr hübsche Weihnachtsgeschenke. Wan kann sie immer gebrauchen. Ein Etlichen Batist, ein paar Spihenrestchen genügen ost schon. Mit ein wenig Geduld kann man in einigen Stunden etwas sehr Feines Herstellen. Handnäherei ist hier am Platze, um zu erreichen, daß sich die kleinen Stiche nicht verziehen. Wer echte Spitze, das heißt Hand- ipitze, hat, einen kleinen Rest, einen schmalen Streifen, eine Borte, der kann noch im letzten Augenblick einige elegante Taschentücher nähen. Um dabei der Mode gerecht zu werden, verwerte man dabei farbige Seidenreste. Aus zartfarbigen Batiststückchen werden Garnituren hergestellt. Feine Töne: Mattlila, Zitronengelb, Wasserbläulich. Lindengrün, Fleisch- rosa, Fliederfarben sind gegenwärtig sehr in Mode. Aus Seide und Spitzen hergestellte Taschentuchbehälter kommen auch für die eben genannten Farben in Frage. Toclettenlissen werden ebenfalls gern als Weihnachtsgeschenke empfohlen; sie können aus ‘Sattift, Seide oder Brokat hergestellt werden. Ein Spihengrund aus mattgetöntem, leichtem Waschstoff sieht ebenfalls sehr fein aus. Elegante Bügel für den Kleiderschrank finden immer viel Beifall. Die mit Wolle umstrickten und umhäkel- len Kleiderbügel sind stark in den Hintergrund getreten; sie sind nicht mottensicher. Dagegen kamen Bügel auf, die mit einfarbigen oder bedruckten Seidenbändern umwickelt sind. An beiden Enden werden nach wie vor Duftbeutel angebracht. Sehr beliebt hierfür sind Veilchenwurzeln. Lavendel soll die Motten fernhalten. Wer Geschick zum Basteln hat, kann als Weihnachtsgeschenk Lampenschirme fertigen. Das Falten von starkem Pergamentpapier ist für geschickte Hände sehr einfach. Cs gibt sehr fein- Don eigentlich geheimnisvollen Dingen . . . Von Margret Halm. Warum heißt es eigentlich, daß man nicht ton sich auf andere schließen soll? Ich finde, daß man nie so unbedingt das Rechte trifft, als wenn man handelt, wie wenn alles, was man für andere beschließt, für uns selbst geschähe. Wie ich das meine? Run, da wir gerade beim großen Weihnachtsschenken sind, so können wir hierfür die schönsten Beispiele finden. Jede Frau Poßt heute in ihrem Innern einen kleinen un- gehörten Schrei der Freude aus, wenn ihr ein gütiges Geschick irgend etwas aus dem großen Reich der Parfümerie beschert. Gibt es da überhaupt etwas, was eine Frau nicht brauchen kann? Möchte doch jede schon allein einen großen Sack voll Geld besitzen, um nur all ihre duftenden Wünsche zu erfüllen. Und „Wünsche" ist hier nicht einmal das rechte Wort, denn notwendig braucht sie einen Schönheits- faften. der alles an Schönheitsmitteln enthält, was sie zur Pflege ihres Gesichtchens benötigt, llcbcrall steht heute geschrieben, daß Schönheit nicht allein nur Gottesgabe sei, sondern das Produkt von tausend geheimnisvollen Salben mb Wässerchen: Reinigungscremes und Gesichts- Wassern, feinsten Oelen zur Femhaltung und Beseitigung von Falten, Tagescreme zum Schuh der Haut gegen den Einfluß der Witterung, Puder, Lippenrot und Augenschwarz, die miteinander mit weiblicher Geschicklichkeit aufgetragen — natürlich nicht zu stark! — den Ausdruck des Gesichts aufs vorteilhafteste betonen. Ra- türlich ist all das auch einzeln ein schönes Geschenk und unter den deutschen, französischen, englischen und amerikanischen Ramen von gutem Klang hat jede Frau längst ihre Lieblingsmarke herausgefunden. Puder wählt man für die brünette Frau in Dananatönen, für die blondine in einem zarten Pfirsichhauch. Hand aufs Herz, liebe gnädige Frau, bereitete Ihnen eine der entzückenden schaumigen Puderquasten am langen Stiel, die eigens dazu geschaffen sind, Ihrem schönen Decolletö einen sammetweichen Schimmer Aus dem Reiche der Frau. getönte, einfarbige und gemusterte Echirmpapicre, die viel empfehlenswerter find als selbstbemalte. Sehr schnell lassen sich Untersetzer für Kannen aus großen Glas- oder Holzperlen Herstellen; dafür hat man immer Verwendung. Für junge Mädchen empfehlen wir die sehr modernen Perlenketten, die ohne viel Mühe selber aufgefädelt werden können. Einkaufsbeutel oder elegante Beutel, aus feinen Stossen hergestellt, dürften sich für ältere Damen als Geschenk sehr eignen. Rus Pappe ober Pappschachteln kann man eine Menge schöner Sachen Herstellen: Tischpapierkörbe, zusammenlegbare Kragenhüllen, Taschentuchbehälter, Mappen für Erinnerungen aller Art, von ben Liebhaberaufnahmen bis zu den Jubiläumstelegrammen. Außer Pappe gehört als Hauptmaterial ein vornehm gemusterter Stoff ober Papier bazu. Es gibt sehr praktisch wirkende, nicht zu Helle Textilien, die dafür geeignet sind; hier lassen sich auch Reste verwenden. Wer mit Pinsel und Farben umzugchen weih, und fein blutiger Dilettant ist, bemale Seiden- bänder für Dlusenverschlüsse; davon muh man aber mindestens ein halbes Dutzend verschenken. — Rach diesen Anregungen lassen sich eine Wenge Weihnachtsgeschenke anfertigen, für jung und alt, ohne allzuviel Mühe und ohne allzuviel Kosten. Lebkuchen, Zimifierne, Pfeffernüsse. Allerlei Rezepte für die Weihnachtsbäckerei. Don Else Schwartz. In früheren Jahren begannen die Weihnachtsbäckereien der Hausfrau wohl erst später, vielleicht kurz vor dem Riklastage, an dem die sorgliche Mutter „im Ramen von St. Rikolaus" all die vor die Tür gestellten kleinen und großen Schuhe zu füllen hatte. Jetzt muß die überlastete Hausfrau aber viel mehr Arbeit le.ften als früher und so ist es empfehlenswert, schon bald mit den Weihnachtsbäckereien zu beginnen, und zwar solche zu wählen, die, fest verschlossen aufbewahrt, zum Fest dann ebenso gut schmecken, als wären sie eben bereitet. Man muh sie nur in fest schließenden Gläsern oder Blechdosen lagern und natürlich vor Raschkähchen hüten. Brauner Lebkuchen. Ein starker halber Liter Honig wird mit 400 Gramm Zucker so lange gekocht, bis ein Tropfen abspringt. Dazu kommen 200 Gramm grob geschnittene Mandeln, die einige Minuten mitkochen, hierauf 20 Gramm Zimt, 15 Stück Retten, eine halbe Muhkatnuh, 70 Gramm Pomeranzenschale, 70 Gramm Zitronat, die Schale einer Zitrone, ein kleiner Kochlöffel Backpulver, und zuletzt 800 Gramm Mehl. Run nimmt man den Teig vom Herd, schlägt ihn so lange, bis er lau ist, walkt ihn dann aus, schneidet ihn in genügende Stücke und backt ihn auf einem mit Butter geschmierten Blech. Kann auch glasiert werden: Puderzucker, Vanillin, Rum, Orangensaft oder Zitronensaft. Deutscher Honigkuchen. 500 Gramm Zucker wird in einen größeren Topf getan, dazu ein viertel Liter Wasser und über schwachem Feuer aufgelöst, bis die Flüssigkeit klebt. 500 Gramm warmgestellter Honig wird dazu gegeben, alles zusammen aufgekocht und ein Teelöffel Zimt, etwas Muskatnuß, Ingwer, drei ganze Eier der Honigmasse beigefügt. Ist alles innig verrührt, wird ein Kilo Mehl mit einem Päckchen Backpulver gemischt, dazu gerührt, alles in eine gut ausgebutterte Bratpfanne getan, höchstens zur Hälfte gefüllt, mit grobgehackten Mandeln bestreut und sofort ungefähr dreiviertel Stunde gebacken. Kann auch glasiert werden: Puderzucker. Vanillin, Rum, Orangen- oder Zitronensaft. Makronen. Ein halb Pfund Zucker vermischt man mit dreiviertel Pfund süßen und einigen bitteren geriebenen Mandeln und einem Eiweiß tüchtig. Dann bringt man die Masse auf das Feuer und ri'chrt sie, bis sie gut zusammenhält, aber nicht zu lange, weil sonst die Makronen bröckeln. Run schlägt man 4 Eiweiß zu steifem Schnee und vermischt alles gut, seht kleine Häufchen davon auf ein gefettetes Blech und läßt sie hellgelb backen. Marzipankartoffeln. Reichlich ein Pfund süße, 20 Gramm bittere Mandeln werden gebrüht, abgezogen, abgetrocknet und drei- bis viermal durch die Reibmaschine gedreht. Dann vermischt man sie mit einem Pfund Puderzucker, zu verleihen, nicht eine ganz besondere Freude? Ich sehe Sie im Geiste immer wieder an Ihrem geschmackvollen Toilettentisch stehen, auf ben Sie sich auch biesmal wieber zwei neue Flacons wünschen, passenb zu ben Toiletteflaschen unb Dosen, die, obzwar immer wieber ein wenig anders in der Form, doch in ihrem breiten, ruhigen Flächenschliff zusammenstimmen, vielleicht auch eine Silber-, Schildpatt oder Kunsthorn- gamitur, — und in graziösen Bewegungen die neue Rückenquaste ausprobieren. Run! Ebenso wird sich Ihre Freundin mit einer solchen Quaste freuen... Doch auch von kleinen Handquasten braucht man eine ganze Reihe, zum Anpudern eine aus Samt, zum Lleberpudcrn eine leichtere, und eine besonders schöne mit einer seidenen Maschenschleife als Zierspielzeug. Uni) weil wir gerade so schön beim Pudern sind, gehört — last not least — auch die Taschenpuderdose mit hinein in dieses wichtige Kapitel! Rur wer einmal zugeschaut, wie lange eine Frau unter all ben neuen, beraubernben Taschenpuberbosen in mehr ober weniger echtem Golb unb Silber mit Ziselierung aller Art, Emaille geschmückt, innen in größtem Raffinement mit zweierlei Puder und Rouge ausgestattet, mit passendem Lippenstiftbehälter, der zuweilen an einer Kette mit bet Dose fest verbunden, unb mit passendem Taschen- zcrstäubcr wählt und unter der Wahlqual schmerzlich leidet, dem erst geht eine leise Ahnung auf von der Bedeutung dieses kleinen Utensils, das heute fast die gesamte Frauenwelt in seinem Bann zu halten weiß. Unter ben Lippenstiften steht der Dauerlippenstift an erster Stelle, bet unter Garantie allen Gefahren stand- hält, und ebenso ist auch ein flüssiger, festhaftender Puder fo eine geheimnisvolle Sache, die jeder Mann der Dame, mit der er besonders gerne tanzt, zur Schonung seines Smokings schenken sollte! Und die Parfüms! Da allerdings soll man sich schon ein wenig orientieren, welchen Geruch die Frau, die man durch ein Geschenkflacon erfreuen will, als den für sich schönsten erkor.- Die sehr geschmackvolle Frau benutzt nicht eine bestimmte Marke; sie versteht es, einen zu ihrer Persönlichkeit fein abgeftimmten Duft aus verschiedenen Blumen, auch Phantasien selbst zu mischen. zwei Eßlöffeln Rosenwasser, und toenn alles gut durchknetet ist, rollt man Kugeln davon in der gewünschten Gröhe, die man mehrfach einkerbt. Sie werden in Kakao gewälzt und im lauwarmen Ofen etwas getrocknet. Marzipantörtchen. Sehr gut schmecken auch Törtchen, die man aus dieser Marzipanmasse bereiten kann. Dazu rollt man die Masse etwa einen halben Zentimeter dick aus, sticht mit einem Weinglas runde Böden, oder mit Ausstechformen verschiedene Figuren aus. Jede Form bekommt einen Rand aufgelegt, der durch einkerben verziert wird. Das Innere der Törtchen wird mit passend geschnittenem weißen Papier belegt unb nun ein Eisen erhitzt, bas man so nah über bic Törtchen hält, daß deren Ränder gebräunt werden.' Dann nimmt man das Papier heraus, rührt aus Puderzucker und Rosenwasser eine dicke Glasur, wovon man in jedes Törtchen eine dicke Schicht füllt. Auf diese Glasur legt man dann in zierlichen Mustern fein geschnittene, eingekochte Früchte. Z i m t ft e r n e. 125 Gramm Butter mit 200 Gramm Zucker schaumig rühren, zwei Eier, ein halb Pfund Mehl, ein Teelöffel Zimt, zuletzt eine Messerspitze Hirschhornsalz zur Masse geben und einige Zeit kaltstellen. Teig ausrollen, Sterne ausstechen davon, mit Eigelb überpinseln und im Ofen backen. Weihnachtsbrezel. Auf das Dackbrett 250 Gramm Mehl im Kranz schütten, in die Mitte 125 Gramm kalte Butter, 75 Gramm Zucker, zwei Eidotter und etwas gestoßene Vanille tun und alles zum Teig zusammenkneten; diesen etwas ruhen lassen. Dann kleine dünne Würstchen davon rollen, zu Brezeln zusammen- fügen und im Ofen goldgelb backen. Die erkalteten Brezeln mit grobem Zucker bestreuen oder mit Zucker-, auch Schokoladenglasur, überziehen. Pfeffernüsse. Vier Eier werden verquirlt und mit ein halb Pfund Mehl, ein halb Pfund Zucker, etwas abgeriebener Zitronenschale, Backpulver unb einer Messerspitze Hirschhornsalz tüchtig burchgeknetet, gewalzt und lange Würstchen davon gerollt, von denen man kleine Scheiben abschneidet. Diese backt man hellgelb bei schwacher Hitze unb wälzt sie in Puberzucker. Schokolabenschnitten. Vier gequirlte Eier schüttet man auf ein halb Pfunb Mehl, ein halb Pfund geriebene Schokolade, ein Eßlöffel Kakao, etwas Zimt, feingestoßene Retten und einige süße, geriebene Mandeln, alles wirb tüchtig burchgeknetet, ein Teelöffel Hirschhornsalz dazugegeben, gut durchgearbeitet und etwa zwei Zentimeter dick auf ein gewachstes Blech gestrichen. Bei mäßiger Hitze eine halbe Stunde baden und warm in schmale Streifchen, Halbmonde ober Sterne schneiben, cotL mit Guß überziehen. wie die Französin es schon immer tat. Etwas herber für ben Tag, ein wenig süßer und wärmer für ben Abenb. älnb daran hält sie fest unb wählt dann in der gleichen Richtung ihre Seifen, Haar- und Toilettenwasser, Körperpflegemittel, Cremes, Puder, Badesalze, so daß nicht nur von ihrer ganzen Person eben dieser Duft ausgeht, sondern ein Hauch davon auch die Räume ihres Heims durchzieht. Lins wars darum zu tun, in diesen Zeilen anzuregen, geheimste Wünsche zu erfüllen. Doch ist uns vielleicht manche gram, daß wir fo aus der Schule schwatzten. Wer aber macht es allen recht? Das Adventskörbchen. Von Dora Stieler. Ein kleiner Blondkopf kniet am Fenster und schaut imDertoanbt hinaus in die blaue Dämmerung des Dezemberabends. Es ist heute der erste Adventsonntag. Da steigen Engelchen auf Dächern umher und lassen die Adventkörbchen herunter an langer Schnur. Wit dem Artigsein ist es leidlich gewesen — die Wutter meint, daß ein Körbchen erscheinen wird. Im Zimmer brennt kein Licht, damit die brennenden Kerzlcin draußen doch ja bemerkbar werden. Ein tiefer Atemzug vom Fenster her — weil noch immer nichts flimmert. Da — jetzt — ein Lichtschein von oben und wirllich schwebt ein Körbchen hernieder, leidenschaftlich verfolgt von den Kinderaugen. Rasch öffnet die Mutter das Fenster, schneidet die Schnur ab und holt das Körbchen herein. Dann wird die Kleine hochgehoben, um dem oben stehenden Engel ihren Dank zuzu- rufen. Dieser fällt ja etwas kurz aus, doch das Kinderherz hämmert rasch und stark. Unb dann wird das Heine Himmelsgeschenk beschaut. Das Körbchen ist mit Tannengrün geschmückt, rote Dänder und goldnes Engelshaar flattern dran herunter, und auf dem Korbrand stecken brennende Christbaumkerzen. Don all dem Gitten, das das Christkind bann bringen wird, liegt schon allerhand im Körblein beisammen. Die Lichter strahlen in die Kinderaugen, unb diese Der Weihnachtstisch. Von Gisela Urban. Der Weihnachtstisch sott wie jeder andere Tisch, der für eine festliche Gelegenheit bestimmt ist, das Fest symbolisieren. Wie wird dies am eindrucksvollsten erreicht? Vor allem: Ollem stimme den Tisch auf weiß-grün ab. Glänzender Damast wird tief herabhängend aufgebreitet, weil sich das satte Grün der Tannen» und Fichtcnreiser« aber auch die mattere Tönung natürlicher Mistelzweige, ja selbst das Golb, in bem sie im präpariertem Zustande sunkeln, von dem glatten, seidig schimmernder Fond dekorativer abheben, als von der unruhig wirkenden Grundierung eines gestickten Tischtuches oder Läufers. Die roten Beeren der Stechpalme dienen zur reizvollen Belebung der grünen Verzierung, aber auch der sanfte Schmelz der weißen Beeren, die an den Mistelzweigen lieben, ist imstande, jede Monotonie des Tafelschmuckes zu verscheuchen« Rur muh darauf geachtet werden, daß die Beeren nicht so zu liegen kommen, daß sie dem Zerdrückt» werden ausgesetzt sind, da sie häßliche Flecken hinterlassen. lieber Grün und Beeren lassen sich zur Erhöhung des Weihnachtszaubers noch Silber- fäben spinnen, dichter oder dünner, je nach Geschmack und der Möglichkeit, den Tafelschmuck zu weiten. Grundsatz aber muß sein: jede Lieber- ladenheit zu vermeiden. Der Schmuck der Tafel sott das Auge erfreuen, Stimmung erwecken und verbreiten, er darf aber niemals den Ausblick über den Tisch hindern, die Rachbarschaft der Rebeneinandersihenden beeinträchtigen und die Unterhaltung stören. Feierlich wirkt der Weihnachtstisch im Lichte von Kerzen, die in hohen, tannenumwundenen Leuchtern flammen. Uebcrhaupt ist es stimmungsvoll, das Licht nicht von den Lampen unb Lüstern ausstrahlen zu lassen, die sonst die Abende erhellen, sondern von eigens konstruierten Weihnachtsbeleuchtungen, von Tisch- und Wandleuchtern, die ohne große Kosten hergestettt werden können. Sehr hübsch wirkt ein Tisch, wenn das Obst, in unregelmäßiger Verteilung auf Tannenzweigen gebettet, die Tischmitte so umschlingt, daß vor jedem Gedecke rotwangige Aepsel, golb» gleißende Orangen, Rüsse, Trauben usw. locken. Ist es überdies noch möglich, ein grüngemustertes oder grünbordiertes Service zu verwenden, und nimmt man sich noch die Mühe, die aufgetragenen Schüsseln in diskreter Weise weihnachtlich zu schmücken, dann zaubert der Tisch eine Weihnachtsstimmung hervor, jene Stimmung, die noch lange Zeit nach dem Feste beglückend nachklingt. „So ist die neue Frau." — Dr. jur. ElsaHerrmann:So i ft bic neue Frau. Start. 3 Mark, Ganzleinen 4,80 Mark. Ava- lun-Berlag, Hellerau bei Dresden. (346.) — Das Buch ist geschrieben von einer Frau, die der vorigen Generation angehört. Ihr steckt der Stampf um die Gleichberechtigung der Frau, um eine Wertung ihrer Persönlichkeit um ihrer selbst willen noch tief im Blut. Darum weckt die Haltung des Buches Widerstand und Widerspruch bei uns ,„neuen Frauen", die wir das, was die Generation vor uns, oft unter Aufgabe ihrer Weiblichkeit, erkämpfen mußte, mühelos und selbstverständlich genossen haben. Nein: so ist die neue Frau nicht. Bor allem nicht so bewußt, so erfüllt von Forderungen, so verstandesmäßig ein» gestellt. Der neue Typ, wenn man schon von Typen sprechen will, ist naturhafter, triebhafter; die neue Frau geht, ohne ihrem innersten Wesen Gewalt anzutun, ihren Weg nach ihrer schicksalhaften Beftim- mung. Dr. Elsa Herrmann beginnt mit einer historischen Einleitung, sie zeigt die ehemaligen Typen der Dame und Hausfrau, die eine im äußeren, nur gesellschaftlichen Leben ihre Erfüllung suchend, die andere nur im Haushalt, in den engen vier Wänden ihres Heims sich betätigend. Ihnen gegenüber stellt sie die neue Frau, die sich aus inneren und äußeren Fesseln gelöst hat und ihren Weg zum Beruf, zum wiederum in die Lichter zurück. Die alte Tante aus dem Rebcnhaus kommt leider ein wenig zu spät, um das große Ereignis noch mit zu erleben. Doch brennen die Kerzen noch bei ihrem Eintritt, und sic kann mit bewundern und staunen über das geschickte Engelchen, das die Sachen heil vom Dach heruntergelassen hat. Ihre Frage, ob Inge denn etwas von dem Engel gesehen habe, beantwortet die Kleine geheimnisvoll: „oh ja — das war ein Kindlein ganz voller Licht." Das Tantchen, das die Cngelaas- gabe so gut gelöst hat, lacht belustigt und streicht über den feinen Lockenkopf ... Advent ... ist es beim Aufklingen dieses Wortes nicht, als ob für uns alle etwas vom Himmel herniederschwebte etwas Lichtumwobnes, Fröhliches, Geheimnisvolles. Etwas, das nichts gemein hat mit dem abgebrauchten Begriff Geschenk. Das man aber doch als Gabe hinnimmtt und sich baduvch beschenkt fühlt, wie das Kind mit seinem bunten Korb. Dem Einen ist das schönste in diesen Wochen die Erinnerung an gewesene Kinderfreudc, die dem Christkind entgegenflatterte. Andern bringt der Advent das Hineinschauen in die Freude eigner Kinder. Die Weihnachtslieder, von kleinen Stimmen gesungen, lassen in den Herzen alles Gute und Feine aufblühen auch „als ein Blümlein zart." Manches Herz kann aus der Weihnachtszeit wieder die ganze Kinderfrömmigkeit in sich aufnehmen und jedem Stern am Himmel zunicken als Bethlehems Stern. Der grüne Kranz mit den vier weihen Kerzen im Zimmer einer einsamen Frau, hält in seinem Ring geschlossen das Wissen von dem ewigen Zusanunenklang: Gott und Menschentum. Ob es doch Engel sind, die in der Adventszeit Gaben vom Himmel schweben lasten — auch die seltene Gabe: ein Warten, das lauter Freude und Lächeln ist? Drum wollen wir leise und achtsam durch die liebe Adventszeit gehen. Jeden Abend mag die blaue Dunkelheit vor den Fenstern sagen: e-8 ist Rdvent. Es formten Lichter kommen von oben, die erwartet sein wollen. Und vielleicht schenkt uns das Christkind dann die Gabe, daß es aus unserm eignen Wesen herausscheinen darf auch ein wenig „boller Licht". Eigenleben gegangen ist, unabhängig vom Mann. Sie zeigt die neue Frau im Verhältnis zum Mann und zur Ehe, fordert auch hier gleiches Recht für beide, bekämpfte die doppelte Moral, verlangt den Beruf für die Frau, nicht als Surrogat für eine entgangene Lebensoerforgung in der Ehe, sondern aus innerem Bedürfnis nach Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Sie will Wegweiser sein für die Frauen, die Berufs- und Familienpflicht vereinen müssen, und beschäftigt sich mit dem Problem: Mutter und Tochter. Es ist das große Verdienst des Buches, daß es all diese Lebensfragen anschneidet, daß es überall anregt und daß es gut und lebendig geschrieben ist. Nur kommt manches zu spät. Wo sind denn heute die kleinen Hausfrauen, die zum Mann als ihrem Gott aufschauen, ohne Urteil, ohne eigenes Erleben nur nachbeten und nacherleben, wo sind die Mütter, die den Töchtern den Weg zum Beruf versperren? Das Buch ist geschrieben von einer Frau von gestern für Frauen von gestern, darum lehnen wir „neuen Frauen" es ab; aber es regt an, sich mit diesen Dingen zu befassen, sich einmal klar zu werden über manche moderne Lebensfragen, mag man nun ja oder nein sagen zu den Formulierungen des Buches. O. Th. Aus der provinzialhaupistadt. Gießen, den 30. November 1929. Der Fremdenverkehr in Gießen. Eine vom Städtischen Verkehrsamt aufgestellte Statistik über den Fremdenverkehr in G i e- ßeninderZeitvoml.Aprilbis3 0. September 1 929 umfaßt die Meldungen von 22 Hotels und Gasthäusern und einer Fremdenpension mit zusammen 324 Zimmern und 460 Betten. In diesen Gaststätten übernachteten in dem Sommerhalbjahr 19,29 insgesamt 21 307 Fremde mit zu- ammeil 30 626 Uebernadjtungen (im gleichen Zeitraum des Jahres 1928 waren es 17 193 Fremde mit zusammen 26 015 Uebernachtungen). Das Mehr gegenüber dem Vorjahre beläuft sich also auf 4114 Fremde mit 4611 Uebernadjtungen. Das Verkehrsamt bemerkt zu dieser statistischen Ermittlung folgendes: Aus dieser Halbjahrsstatistik ergibt sich, daß der Fremdenverkehr in Gießen ein sehr reger ist. Schließt man vom Halbjahr auf das ganze Jahr, so ergibt sich, daß die Fremdenziffer jährlich der Zahl der Einwohner der Stadt mindestens gleichkommt, während die Uebernach- tungsziffer wesentlich hoher ist und etwa 50 bis 55 000 beträgt. Es muß hierbei bemerkt werden, daß bei Festlichkeiten eine große Anzahl Fremder in Privatquartieren untergebracht sind, die nicht von der Statistik erfaßt werden können. Beigetragen zur Erlangung der diesjährigen hohen Fremdenziffer haben neben den Viehmärkten vor allen Dingen die Tagung der Hessischen Gemeindebeamten, die Ento- mologen-Tagung, das Schützenfest, die Gerichtsvollzieher-Tagung, die studentischen Stiftungsfeste und andere größere und kleinere Veranstaltungen. Außerdem kann festgestellt werden, daß mit wenigen Ausnahmen die Besitzer der Hotels und Gasthofe dem Ersuchen um Ausfüllung der Fragebogen nachgekommen sind. Bei dieser Gelegenheit sei auf die Wichtigkeit des Fremdenverkehrs für eine Stadt hingewiesen. Wenn man sich vor Augen hält, daß jeder Fremde, und fei er auch nur Durchreisender, mehr oder weniger Geld in einer Stadt zurückläßt, dann läßt sich auch ohne weiteres verstehen, warum große und kleinere Städte es sich angelegen sein lassen, den Fremdenverkehr an sich zu ziehen und zu heben. In der Stadt Gießen bemüht sich neben dem städtischen Verkehrsamt insbesondere der Derkehrsverein durch Herstellung und Versendung von Propagandamaterial und auf jede sonstige Weise, die Aufmerksamkeit auf unsere Stadt zu lenken. Daß diese Arbeit von Erfolg gekrönt ist, beweisen die vielen, täglich eingehenden Anfragen und die Zunahme des Fremdenverkehrs. Es wäre daher sehr zu wünschen, daß möglich st viele Einwohner, nicht nur die Geschäftsleute, dem Verkehrsver- ein beitreten und die für unsere Stadt so ungemein wichtigen Belange mit unterstützen würden. Taten für Sonntag, 1. Dezember. 1521: Papst Leo X. (Giovanni di Medici) in Rom gestorben; — 1709: der Kanzelredner Abraham Santa Clara in Wien gestorben; — 1893: der Dichter Ernst Toller in Samotschina geboren. Daten für Montag. 2. Dezember. 1852: Proklamation Louis Napoleons als Napoleon II. zum erblichen Kaiser der Franzosen; — 1915: der Geograph Fritz Regel in Würzburg gestorben. Gictzener Wochenmarktpreife. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140. Wirsing 15 bis 20 (pro Zentner 10 bis 12 Ml.). Weißkraut 10 bis 15 (pro Zentner 5 bis 6 Mk.), Rotkraut 15 bis 20 (pro Zentner 10 bis 12 Mk.). gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 35, Llnterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 40 bis 45, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 50 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kürbis 5 bis 8, Kartoffeln 4,5 bis 5 (pro Zentner 3,50 bis 4 Mk.), Aepfel 10 bis 15 (pro Zentner 10 bis 12 Ml.), Birnen 10 bis 15 (pro Zentner 8 bis 10 Mk.), Dörrobst 30 bis 35, Nüsse 40 bis 50, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 110 bis 130 pro Pfund; Tauben 70 bis 90, Kisteneier 17, frische Landeier 18 bis 19, Endivien 10 bis 25, Oberkohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pfennig pro Stück. * * 25 Jahre im Gießener Polizeidienst. Am 1. Dezember kann Polizeikommissar Hermann Hau auf eine 25jährige Tätigkeit im Polizeidienst zurückblicken. Er trat am 1. Dezember 1904 bei der hiesigen Schutzmannschaft ein, wurde am 1. März 1905 definitiv als Schutzmann angestellt und am 1. September 1921 zum Polizeioberwachtmeister befördert. Seine Ernennung zum Polizeikommissar erfolgte am 1. April 1927. Der Jubilar hat sich in seiner langen Polizeidienstzeit durch seine Gewissenhaftigkeit, Pflichttreue und sein entgegenkommendes Wesen das Vertrauen seiner Vorgesetzten, seiner Untergebenen und des Publikums erworben. ** Geschäftsiubiläum. Am 1. Dezember kann die Firma C. G. Kleinhenn, Bahnhofstraße 59, Kolonialwaren-, Feinkost- und Fisch- Handlung, auf ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken. Die Firma wurde im Jahre 1879 im Hause Seltersweg 25 gegründet, im Jahre 1881 nach dem Kreuzplah 1 und nach weiteren sechs Jahren in das jetzige Geschäftshaus, Bahnhofstraße 59, verlegt. Durch gediegene Geschäfts- grundsähe hat sich die Firma bestes Ansehen bei der Gießener Konfumentenschaft erworben. "DiehmärkteinGießeN. Am kommenden Dienstag findet hier Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt, am Mittwoch wird Schweinemarkt abgehalten. **' Frankfurter Pferdemarkt. Der letzte Frankfurter Pferdemarkt in diesem Jahre findet am Montag, 2. Dezember, statt. Dieser Markt bietet vor Beginn des Winters nochmals Gelegenheit, überzählige Pferde zu verkaufen, oder auch ältere Tiere gegen 2- und 3jährige Fohlen einzutauschen. Einige Transporte leichtere Arbeitspferde und Tiere des norddeutschen Schlages sind zum Verkauf gemeldet. (Siehe heutige Anzeige.) Rundfunkprogramm des Frankfurter Sender-. (Ans der „Radio-Llmschau".) Sonntag, 1. Dezember. 7 Uhr: Von Hamburg: Hasenkvnzert. 8.15 bis 9.15: Von Kassel: Morgenfeier, veranstaltet von der Llntemeustädter Gemeinde, Kassel. 10.30: Von Kassel: „Die Schluß- und Reifeprüfungen für Nichtschüler", Vortrag von Oberschulrat Dr. Zühlle, Kassel. 11: Elternstunde: 1. „Versetzung zweifelhastl", Vortrag von Rektor K. Wehrhan; 2. Bekanntgabe eines Preisausschreibens der „Deutschen Gesellschaft zur Förderung häus- kicher Erziehung" über „Erziehungserfahrungen". 11.30 bis 12.45: Aus der Stadthalle Koblenz: Offizielle Befreiungsfeier. 13.10: Don Kassel: älnterhaltungskonzert. 14: Stunde der Jugend: „Kasperles Weihnachten" (für Kinder vom vierten Jahre ab). 15: Stunde des Landes: 1. „Bücher fürs Land", Vortrag von Dr. Adolf Waas, Direktor der städtischen Volksbücherei in Frankfurt a. M.; 2. „Bildung der Landfrau tut not", Vortrag von Dr. Rosa Kempf, Frankfurt a. M. 16: Aus der Stadthalle Hanau: Stunde des Chorgefangs: Beethoven-Konzert des Arbeiter-Gesangvereins „Vorwärts", Hanau. 17; Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 17.45: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: Andersen Nexö, Vorlesung aus eigenen Werken. 18.30: „Deutsch-Oesterreichs Bedeutung für die deutsche Kultur",_ Vortrag von Ministerialrat a. D. Dr. Kleinwächter. 19: Klavierkonzert Sofie Selzmann. 20: Aus der Markuskirche Stuttgart: Älbendmusik. 21.15: Don Kassel: Musikalisch-Literarische Deranstaltung. 22.30: Sportnachrichten. 22.45: Don Budapest: Zigeunerkapelle D5la Radics. Montag, 2. Dezember. 12,15: Schallplat.en.o.izrrt: Dramatische Opernszenen. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Eine Orang-Utan-Jagd auf Sumatra", vorgetragen von Lehrer Doigt (für Kinder vom 12. Jahre ab.) 16: Hausfrauennachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenverein. „Weihnachtsgebäck"; „Etwas über leibliche Erziehung", Dortrag von Lehrer K. Stricker. 16.50 bis 17.45: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: „Gegen den unnötigen Lärm", Dortrag von Benno Elkan. 18.20: Englische Literaturproben. 18.35 bis 19: Englischer Sprachunterricht. 19.05: Schachstunde. 19.30: Aus dem Großen Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.: Dierkes Montagskonzert des Frankfurter Orchesterveneins. 21.15: Don Kassel: Unterhaltungskonzert: „Die komisch- Oper". 22: Heiter« Stunde von Arthur Mainzer Dom Neuen Theater, Frankfurt a. M. 23 bis 24; Tanzmusik. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 1. Dezember. 1. Advent. Sladliirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr; Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde; 11.15: Äinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfar. rer Mahr; 5: Pfarrer Becker. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 5: Pfarrer Ausfeld; 8: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrer Lic. Waas. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche; Pfarrer Lenz. — Llifabeth-Kleinklnderfchule. 9.45: Pfarrer bic. Waas; Beichte und hl. Abendmahl für die Petrusgemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfarrer Lic. Waas-. — filcln- Linden. 11: Kindergottesdienst; 1.30: Hauptgottes- dienst. — Wiefeck. 9.45; 11: Kinderkirche. — Allen- vufeck. 10:. — Trohe. 1; 2: Beichte; 2.30: hl. Abend- mahl. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Feier des hl. Abendmahls für die Jugend von Ruttershausen. — Hausen-Garbenleich. 10: Hausen; hl. Abendmahl; 1: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 1: Hauptgottesdienst; 2: Kinöerkirche. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftsdechant Kahn; hl. Abendmahl, best-iders für die Jugend; Kollekte für den Traubib' -nds; 12.45: Kindergottesdienst. — Jlieber-Beffingen. 2: Stiftsdechant Kahn. Mittwoch, den 4. Dezember. Lich. 8 Uhr: Bibelstunde. Donnerstag, den 5. Dezember. Kirchberg. Abends 8.30 Uhr: Daubringen; Bibel- stunde. Katholische Gemeinden. Samstag, den 30. November. Gießen. 16.30 bis 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 1. Dezember. 1. Adventssonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt — (jungen. 18: Adventsandacht. — Laubach. 10: Meße mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. SonntanSvrcnst o. 2ter;le u. llvotbeken am 1.12.29 Frau Dr. Marx. Dr. W. Klein. Engel-Avotheke. sabnarzt: Dr. Haubach. ‘D W. Herbert Marktplatz 2 Gesunde FQBe Wohlbehagen! Literatur C113 kostenlos a _\/äaLaiiFecloll»* Gemeindeabend der Matthäusgemeinde Sonntag, den 1. Dezember 1929, abends 7*/, Uhr im Caf6 Leib, Walltorstraße v-rozv Musikalische Darbietungen. Gesangsvortr&ge. Ansprache Thealersniel der langen- nnd der Mädchen-Vereinigung Eintritt frei! Die Gemeinde ist hierzu herzlich eingeladen! Die Männer-u. Frauen-Vereinigung. WOHNUNGSUCHENDE! HYPOTHEKENBELASTETE! KINDERREICHE! Sonntag, den 1. 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Franz Grom Chemiker Ffm.-Höchst, Albanusstraße 18 Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Grrrn Jung Hermann Jung Klein-Linden, den 30. November 1929 0763# Ortsgruppe Gießen derV.D.A. Studentenschaft, Akademische Ortsgruppe des D.O.A., Vereinigung ouslanddeutscher Studierender veranstalten einen Vortrag über Oeutsch-Oesierreich Gefahrenlage und Verfasiungstrise von Dr. Friedrich Kleinwächter, Klagenfurt Dienstag, den 3. Dezember, 20,15 Uhr, in der Aula der Universität. moju Beitrag zur Deckung der Unkosten 0.50 RM. Oie Ortsgruppe bittet um zahlreichen Besuch. LandV. Konsum-Verein, Wiesel! Samstag, den 7. Dezember 1929, abends 8*/2 Uhr Generalversammlung bei Gastwirt Georg Keller. Tagesordnung: punkt I: Crgänzungswahl des Vorstandes und AufstchtSrates. „ II: Vortrag des Herrn Geschäftsführers Haak. III: Verschiedenes. 981SV Für den Aufsichtsrat: Dodenhausen CafeAftoria Voranzeige Donnerstag, den 5. Dezember 4 Uhr nachmittags KMer-Nitolausieil 771/ Kommißbrot in bekannter Güle empsiehlt Brot- und Feinbäckerei, Konditorei von 9714D Ab.Deicheri,Lieb!gsiraße6S s2lui Wunich frei HauS! Auto- und Radis- Batterien aller Fabrikate Fachgemäße Ladung und Reparatur Leihbatterien H9HS KÖ^Cl, Telephon 2980 Laden: Seltersweg Nr. 50 (Eingang Wolkengasse). Werkstatt: Seltersweg 73 (Hinterhaus) 9443A Daien-ScklöRler Wolle mit Seide schwere Winterware, groß. Posten in Farben und Größen sortiert. 07690 ganz billig gegen Kasse abzugeben. Wo, sagt die Geschäftsstelled. Gieß. Anz. klanim | ßflERoniuffls werd, iachgemäkr r u. vreiswerl ge- | stimm! u. revar | G.Eüen^r Glebeü.vloM4i | Lelevdon 2403 | Verkauf v. neuen 1 u. gebt. Lllav । 07710 Mivkine «.klMlniMl HHL 21«) Dienstag. 3. M1929, findet in Gedern Schweine- und Krämer» markt statt. Autlrieb von 8'/,—9'/, Ubr. Gedern, den 19. November 1929. tf635V Hess. Bürgermeisterei, Müller. 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Einkassierung durch Kassenboten findet nicht statt Mit der Ausgabe erfolgt die Verteilung unserer Zeitschrift.9814D Hotel-Restaurant Hindenburg Telephon 3945 Inh. A. ElgCS Telephon 3945 Sonntag, den 1. Dezember, ab abends 8 Uhr KONZERT ausgeführt von Mitgliedern der Kapelle des 1. (hessischen) Grenadier-Bataillons Reichhaltige Abendkarte Spezialität: Has im Topf mit Thüringer Klößen 963 lD Drucksachen aller Art KKM'ÄS bie vrüdl'icde Unioersttätr-Vruckerei. B. Lange. Siehrn, Scbulttr. 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Unter den Rednern befinden sich Männer wie der berühmte Staatsrechtslehrer Prof. Dr. K e Isen, der Philosoph Prof. Dr. E i b l, der Historiker Prof. Dr. Bauer, der Staatsrechtler Prof. Dr. Brockhausen aus Wien, außerdem Männer des politischen Lebens, wie der Staatssekretär End eres, der Ministerialrat Dr. Mayr aus Wien, der Ministerialrat a. D. Dr. Kleinwächter aus Klagenfurt, der Syndikus der Kammer für Arbeiter und Angestellte, Dr. Palla aus Wien, Männer der Literatur, wie Wildgans u. a. m. Die Dortragswoche soll, wie Oberpräsidcnt Dr. Sch Wander sagte, dazu dienen, „den naturgegebenen, unlösbaren Dolkstumszusammenhang zwischen dem Reich und Oesterreich wieder stärker ins Bewußtsein der Deutschen zu heben und mit dazu beizutragen. durch Dertiefung gegenseitiger Crlebnisgemeinschaft die Doraussehungen festzuhalten zur Schaffung des gesamtdeutschen Dolksstaates, in dem alle Deutsche Platz finden sollen, die zu uns kommen wollen". Auch Gießen wird in diesen Tagen Gelegenheit haben, sich mit dieser Frage deutscher Zu- lunft zu beschäftigen. Am Dienstag, 3. Dezember, wird Dr. Friedrich Kleinwächter in der Universität zu dem aktuellen Thema „Deutsch- Oesterreichs Gefahrcnlage und Der» f a s s u n g s k r i s e" sprechen. Dr. Kleinwachter hat mit seinem Buche „Der Untergang der Donaumonarchie" eine der aufschlußreichsten Darstellungen der schwer verständlichen österreichischen Probleme gegeben, er hat weiter mit seinem Buch „Der österreichische Mensch und der Anschluß" nicht nur eine treffliche Einführung in das Anschlußproblem, sondern auch in die Ge- sellschaftsstruktur und die Seele des deutsch-österreichischen Menschen geschaffen. Die Studentenschaft der Universität hat in Verbindung mit der Akademischen Ortsgruppe des D. D. A. und der ^Bereinigung Auslandsdeutscher Studierender die Dorbereitung in die Hand genommen. (Siehe heutige Anzeige.) — Am Sonntag, 1. Dezember, wird D r. Palla aus Wien im Auftrag des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, De» zirksunterausschußGießen (fürOberhessen) und des Afa-Bundes (Allgemeiner freier Angestelltenbund), über das Thema: „D i e politische Lage in Oe'st erreich unter De rücksich - tigung der Interessen der Arbeiter und Angestellten" sprechen. Turnen, Sport und Spies. V. f. D. Bach einer vorläufigen Entscheidung soll in der Angelegenheit Herborns das Urteil des Bezirks-Fußball-Sachbearbeiters bis zur weiteren Klärung bestehen bleiben, wonach die 1. Mannschaft Herborns von den Verbands- spielen ausgeschlossen ist und die Punkte den Gegnern kampflos zugesprochen werden. Somit kommt also das Punkttreffen am kommenden Sonntag nicht zum Austrag. Stattdessen hat der Das Erbe desHerrn von Ansietten. Vornan von Z. Gchneider-Foerstl. Urheber-Rechtsschutz durch Derlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 14. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Einer schlechten Zensur wegen schleicht man sich nicht aus dem Leben." Anstettens Stimme klang jetzt ernst und ins Gewissen dringend. Bernds Kopf glitt noch tiefer als zuvor herab, so konnte der Baron das erlösende Lächeln, welches um dessen Mund huschte, nicht sehen. Wie gut, daß der Vater ihm selbst einen Ausweg gezeigt hatte! — Eine schlechte Zensur! Er mußte ihn auf diesem Glauben lassen, dann blieb ihm das andere, das tausend schlechte Zensuren übertraf, erspart. Er zog die Mappe zu sich heran, öffnete sie und reichte ihm das Blatt mit der Rotenskala. « Das ist doch nicht so schlimm, Bernd." Anstettens Hände zitterten. „Ich habe mich auf ein „Nichtvorrücken" gefaßt gemacht. Und nun enthält es sogar ein Lob! Was willst du mehr? Streber waren mir immer verhaßt. Ich bin sehr zufrieden mit dir, mein Iunge! Sehr zufrieden!" „Wirklich, Vater?" „Ia. wirklich, Bernd! Ich Danke dir, mein Bub." Er nahm die etwas widerstrebenden Finger zwischen die seinen und drückte sie. „Wollen wir jetzt zusammen in ein kleines Restaurant gehen und deine Gelehrsamkeit feiern?" Das „Rein" kam hastig, aber es fiel Anstetten nicht auf. Schließlich war es natürlich, daß Bernd jetzt nach Hause strebte. „Wir wollen der Mutter nichts sagen, Kind." mahnte er. „Sie würde doch sehr erschrecken. Vielleicht stistet sie ein Glas Sekt zur Feier des Tages." Die Stirne Bernds war in Falten gezogen die sich bis in die Nasenwurzeln herab fort- setzten. Er verschluckte die Worte, die sich ihm über die Lippen drängen wollten und ging neben dem Vater her, dessen linker Arm sich in den seinen geschoben hatte. „Was willst du mir denn sagen?" forschte Anstetten, als der Knabe schon zum zweitenmal zum Sprechen ansetzte, ohne irgendeinen Ton laut werden zu lassen. „Du wirst es mir nicht verübeln, Papa, wenn ich dich etwas frage?" .Gewiß nicht, Bernd." „Ich — Papa — hast du die Mutter lieb?" Anstettens Arm zuckte, aber sein „3a“ kam ohne Besinnen. „So lieb. Papa, daß du gar nicht mehr ohne sie leben könntest?" Spielausschuß ein Gesellschaftsspiel der Liga gegen die Mannschaft der Universität abgeschlossen. Die akademische Elf bereitet sich zur Zeit mit Eifer für die bald beginnenden Kämpfe um die südwestdeutschen Hochschulmeistcrschastcn vor. Sie hat in ihren Reihen eine Anzahl ganz ausgezeichneter Kräfte, wie Bantle, Lorbacher, Katz, Adelberger usw., und gibt damit einen sehr spielstarken Gegner ab. V. f. B. wird in stärkster Ausstellung antreten und alles daransehen, um nicht zu verlieren. Spiclplan dcr Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 1. Dez.. 20 bis gegen 23 Uhr: Das Land des Lächelns. Montag, 2., 20 bis nach 22: Orpheus und Eurydike. Dienstag, 3., 20 bis 22.30: Fra Diavolo. Mittwoch, 4., 19.30 bis gegen 21.30: 3. Opernhaus-Konzert. Donnerstag, 5. Dez., 20 bis gegen 23: Das Land des Lächelns. Freitag, 6., geschlossen. Samstag, 7., 19.30 bis 23: A'da. Schauspielhaus. Sonntag. 1. Dez., 10.30 bis gegen 12.45: Cyaukali. 15.30 bis gegen 17.30: Hui, wir laufen um die Welt. 20 bis gegen 22: Brülle China. Montag, 2., 20 bis gegen 22: Brülle China. Dienstag, 3., 20 bis gegen 22.30: Marius ahoi! Mittwoch. 4., 20 bis gegen 22.30: Marius ahoi! Donnerstag. 5., 20 bis nach 22: Der 14. Iuli. Freitag, 6.. 20 bis gegen 22.30: Cyankali. Samstag, 7.. 15.30 bis gegen 17.30: Hui, wir sausen um die Welt. 20 bis gegen 22.30: Cyankali. „Hände hoch — Kriminalpolizei!" Was ich in jährigem Kampf gegen das internationale Verbrechertum erlebte. XI. Oie Macht und das Geheimnis der Camorra. Ich war den italienischen Kollegen dafür sehr dankbar, daß sie mir einen derart interessanten Einblick in die kriminellen Verhältnisse Neapels ermöglichten. Die Angaben bezüglich der Camorra dürften aber nicht ganz zutreffend gewesen sein. Als ich später in einigen großen Berliner Zeitungen über meine Reiseerfahrungen berichtet hatte, erhielt ich aus Neapel von einem angeblichen Mitglied der Camorra einen Brief, der als Richtigstellung meines Berichtes über das Leben und Treiben der Camorra gedacht war. Der sehr interessante Brief, zweifellos von einem die deutsche Sprache leidlich beherrschenden Italiener, lautete: „Alles, was Sie an historischen Daten erwähnen, lasse ich insoweit gelten, als bis zum Iahre 1859 die .Könige beider Sizilien' aus dem Hause der spanischen Bourbonen, der Conte di Toledo, stammten, und daß sich bis zum heutigen Tage im napolitanischen Platt etwa 60 Prozent spanische Vokabeln erhalten haben. Aber nicht erst damals, s ondem schon viele Iahrhunderte vorher bestand die Camorra, die heute ungefähr 10 000 Mitglieder in allen Teilen der Welt umfaßt. Selbstverständlich wollte und tonnte Ihnen weder die Quästur noch die Prefettura in Napoli irgendwelche Auskünfte geben, denn die Polizei arbeitet Hand in Hand bei großen Verbrechen mit der Camorra. 3<ß mache jede Wette mit Ihnen, wenn Ihnen auf dem Bahnhof in Neapel beim Kauf einer Fahrkarte nach Torre Annunziato oder Resina usw. usw. die goldene Uhr mit Kette gestohlen wird, so brauchen Sie nur irgendeinem kleinen Carozellenkutscher die Order zu geben, daß Ihnen Ohre Uhr und Kette da und dort geftohlen worden ist, und Sie erhalten sie bestimmt nach kaum einem Tag zurück, sofern Sie bereit sind, ein kleines Lösegeld zu zahlen. Ich perfönlich kenne mehrere Häuptlinge der Camorra, die sogar von altem napolitanischen und römischen Adel sind, die mit zwölfmonat- ließen Eisenbahnfahrkarten für ganz Italien (nicht Tanfa diffcrenziale) bewaffnet sind, und ununterbrochen zwischen Wien, Paris, London und Berlin hin- und herpendeln, um die von ihren untergeordneten Organen gestohlenen Pretiosen im internationalen Handel abzusehen. — Oder wozu meinen Sie, brauchen die kleinen Camorristen die ganz großen Verdiener? Doch nur, um die großen Steine durch elegant auftretende Weltmänner, „Ich habe das noch gar nicht in Erwägung gezogen, Bernd. — Warum fragst du?" „Ich dachte nur! — Weil — Papa es tut mir so furchtbar weh für dich, wenn ich darüber nachdenke." Anstettens Arm preßte den Bernds fest gegen sich: „Du mußt dich nicht mit diesen Dingen beschweren, mein Iunge. Ueberlaß das ruhig mir allein. Ich bin bald vierzig, da hat man ausgebüßt und — hoffentlich auch bald aus- gerungen.“ „Vater!" — Bernd hatte sich losgerissen, die Mappe fiel! Zwei Hände umklammerten Anstettens Hüften, ein toterschrockenes Augenpaar brannte in den seinen. „Ausgerungen!" stieß er hervor. „Sag das nicht wieder!" Ein schmales Lächeln glitt über Anstettens Lippen. „Warum? — Würdest du mir die Ruhe nicht gönnen, Bernd?" Ein Kops fiel gegen seine Schulter. Er strich den Scheitel des Knaben entlang und wartete, bis dieser ruhiger geworden war. Dann hob er selbst die Mappe auf und reichte sie ihm. „Komm jetzt! Und vergiß nie, daß ich nur fo lange zu leben erbitten werde, bis ich Anstetten in deinen Händen weiß." Nichts als ein würgendes Aufschluchzen war die Antwort. Der große Spiegel in Bernds Schlafzimmer zeigte dessen farbloses Gesicht. Die Augen waren tief beschattet und in den Höhlen eingesunken. Mit hastig nervösen Händen fd)loß er die weiße Hemdbrust und knüpfte die dunkle Kravatte. Das gestreifte Beinkleid, welches über dem Divan lag, zeigte einen scharfen Bug und war noch in die Klammer gespannt, wie er es aus dem Schrank geholt hatte. Er nahm den dunklen Rock vom Haken, vergaß die Weste und mußte ihn noch einmal abnehmen. Ehe er die Tür öffnete, horchte er. Auf dem langen Korridor herrschte nachmittägliche Stille. Die Mutter schlief, der Vater würde im Guts- hof sein. Wenn er den rückwärtigen Ausgang benützte, lief er keine Gefahr, gesehen zu werden. Der Weg über die Wiesen führte am Beihof vorüber. Chatten faß in dem kleinen Pavillon, der ganz am Ende des Parkes stand und sah ihn kommen. Wie groß der Iunge wurde! Ganz ein Monn schon! Sie wollte auf stehen und ihn herbeiwinken. sah, daß er plötzlich abbog. und unterließ es. — Vielleicht hatte er einen Besuch zu erledigen. Mehr als einmal nahm Bernd den Hut ab und trifdjte sich über die Stirne. Die Hitze war brütend. Erst als die QInlagen der Stadt begannen, flaute sie etwas ab. 3m Villenviertel angelangt, schritt er auf eines bet großen Eisentore zu. die. aus dunkler Bronze geschmiedet, die dahinterliegenden Gärten ab» Von Kriminalkommissar Ernst Engelbrecht. Copyright by Greiner & Co., Berlin NW 6. die mehrere Sprachen perfekt sprechen und auch ost genug mit hohen italienischen Orden und Titeln dekoriert sind, an den Mann zu bringen. Wenn Ihnen Ihr Leben absolut nicht lieb ist, so sehen Sie sich doch mal dahinter und studieren Sie die Camorra. Haben Sie von dem Abenteuer einer Deutschen in Neapel gelesen? 2ch kenne den betreffenden napolitanischen Obersten sehr gut, weiß seine Adresse sowohl in Reapel wie auch sein Schloß in Bayern, das er sich von einem großen Raub gekauft hat, auf das Genaueste, weiß auch, daß dessen Mithelfer, der Advokat S. M..... in Neapel, Alba, zu drtzj Iahren schweren Kerkers, wegen Betruges, Urkundenfälschung usw. usw. bestraft worden ist, und weiß sogar, daß vor diesem Camorrahäupt- ling auch die hiesige Staatsanwaltschaft so große Angst hat, daß sie ihn weder laden noch ver- hasten läßt, obwohl er — frecherweise — vor dem vernehmenden Richter Diebstahl, Einbruch und Urkundenfälschung eingestanden hat. Da, und da sagen Sie, es gibt keine Camorra? Ei. ich mochte nicht, daß Sie meinen Namen herausbekommen, dann mochte es mir schlecht gehen, denn ich werde auf Schritt und Tritt bis an mein Lebensende von Camorristen bewacht, und wenn man aus der Schule plaudert, — oder kennen Sie nicht die Sache, wo der deutlche Kommunist in bestialischer Weise ermordet ist? Daß ich genauestens mit der Camorra Bescheid weiß, werden Sie ja aus der Nennung von Namen sogar anerkennen müssen, aber hüten Sie sich, in den Tiefen zu schürfen, ich habe in Neapel einen Duca mit seiner gesamten Familie, Besitzung und Rennstall in einer Nacht vom Erdboden verschwinden sehen, ohne daß auch nur eine Untersuchung angeordnet wurde, weil man die Täter genau kannte. Und was war der Grund? Der Duca hatte z. B. kleinen Camorristen, die ihm einen Brillanten oder sonst einen wertvollen Schmuck, den sie auf der Hohe von Meta (zwischen Sorrent und Amalfi) auf der Fahrt mit der Carozelle erpreßt hatten (von Fremden natürlich) vorschriftsmäßig abgeliefert, damit er ihn zu Geld machen sollte, aber was hatte der gute Duca getan, er hatte auch nicht annähernd ben auf die andere Part entfallenden Teil abgegeben, sondern die kleinen Camorristen so furchtbar übers Ohr gehauen, daß er nach einer Verwarnung fällig geworden war, und wäre er bis nach Australien gefloßen, der Rache der Camorra entgeht keiner! Und die Häuptlinge der Camorra sitzen zu Hunderten mit großen Besitzungen überall, auch in Deutschland, ober haben Sie schon mal gehört, baß ein Napolitauer arbeitet? Woher soll denn das Geld sür Spiel, Pferde und Frauen kommen, wenn nicht von der Camorra. Wir Napolitaner sagen immer, Neapel hat eine Million Einwohner, aber nur fünftausend Menschen! Fragen Sie mal — so ganz im Vertrauen — die dort ansässigen Engländer O ... mann, M .... cus, C ... ce, die Deutschen A... er, 03... er, und noch hundert andere könnte ich Ihnen nennen, ob nicht so ab und zu ein elegantes Fuhrwerk bei ihnen vor dem Geschäft hält und ein Duca oder gar Principe demselben entsteigt und mit höflichster Miene die Herrschaften, die er nie vorher gesehen hatte, bittet, ihm — je nachdem, welche kommerzielle Stellung der Betreffende cinnimmt — mit 10 000 bis 50 000 Lire aus der Verlegenheit zu helfen, da ein Wechsel von ihm fällig sei, und daß stets prompt bezahlt wird. Dafür allerdings kann auch der Zahler mit seiner gesamten Geschäftskasse so spät nachts, wie er will, unbehelligt nach feiner Wohnung fahren ober gehen, es wird ihm nichts geschehen. Auch diese Kavaliere kenne ich mit Namen und Wohnung, aber wenn Sie mal wieder nach dort fahren, so sagen Sie mir vorher Bescheid, damit ich Ihnen an Ort und Stelle genaues!« Informationen erteilen darf, denn sonst finden Sie nichts. Glauben Sie nur nicht, daß der gewiß sehr starke Herr Mussolini irgendwelchen Einfluß in Neapel hat, sage und schreibe ganze zweitausend Mann „Schwarzhemden" sind zur Qkrteibigung nach Rom gefahren. Die Camorra hat ein Medusenhaupt, und kein Mensch der Welt wird je etwas dagegen tun können I" Leider gab der Driefschreiber seine Adresse nicht an, so daß ich keine Gelegenheit nehmen konnte, mit ihm in näßere Verbindung zu treten. Allem Anschein nach hat er aus Furcht vor der Rache der Camorra, deren Geheimnisse er auszuplaudern wagte, seinen Namen verschwiegen: nach allem, was ich in der Folgezeit noch feststellen konnte, glaube ich, baß der Briefschreiber aber sehr gut orientiert war. 2lls ich später in einem Rundfunkvortrage die Camorra behandelte, erfolgte tags darauf eine telephonische Warnung. Eine ausländisch klingende Stimme erklärte mir am Telephon, daß ich, wenn ich mich weiter mit der Camorra beschäftigte, sicher fein könne, auch ihrer Rache zu Versalien. Von Neapel kehrte ich nach Deutschland zurück. Der Winter 1924 25 verlief hier rußig. (Fortsetzung folgt.) schlossen. Ein kurzes Zögern — bann lag der Mittelfinger auf dem weißen Knopf, der in dem Steinsockel eingelassen war. Die Angeln drehten sich. Oßne ben Blick seitwärts zu wenden, ging er ben breiten, tadellos gepflegten Weg hinab, der zu dem Hause führte, das mit seinen Baikonen und der großen Terrasse nach Westen einen pompösen Eindruck machte. Eine Livree empfing ihn an der großen Flügeltüre. Bernd reichte seine Karte. „Herr Graf empfangen niemals vor vier Uhr." Das Bedientem,gesicht erstarrte in Höflichkeit. „Dann warte ich." Das große Empfangszimmer, in welches er geführt wurde, strahlte eine wundervolle Kühle aus. Die Ialusien nach Süden waren herab» gelafjen und nur die beiden Türen nach dem Park hin offengehalten. Er machte ein paar Schritte in Öen Raum, dem sich rechts ein großer, in schwarzrotem Mahagoni gehaltener anschloß und warf einen flüchtigen Blick hinein. Auf dem Schreibtisch lag ein Gewirr von Zeitungen Büchern, 'Briefen und dazwifchen stand in kostbarem Rahmen ein Bild. Den Atem verhaltend, starrte er darauf hin und kniff die Lippen zusammen: „Die Mutter!" Er legte den Kopf nach rückwärts und schöpfte Luft. Mit zwei Schritten stand er über der Schwelle, streckte die Hand und nahm es an sich. Die gezackte Umrahmung schlitzte ihm das Seidenfutter des dunklen Rockes, in dessen Tasche er es verbarg. Hinter ihm tat sich eine Türe auf. „Bernd, wie unverzeihlich, daß man Sie bis Glockenschlag vier Uhr warten ließ!" Graf Oertzens Rechte blieb in der Luft hängen. Bernds Verbeugung wirkte wie ein Wassersturz. „Wollen Sie nicht Platz nehmen, lieber Freund?" Oerßen fühlte es in den Fingern fribbeln. „Danke! — Ich erledige das. was ich Ihnen sagen will, lieber im Stehen, Herr Graf! Wenn ich Sie noch einmal in Begleitung meiner Mutier treffe. schieße ich Sie über den Haufen!" npß°!" Oertzen schwang die Rechte. „Solch ein gefährlicher Mann sind Sie?" Das Lachen in seinem Gesicht war verzerrt. „Meine Ahnen waren auch Raubritter, wie die Ihren. Graf Oeryen." Dessen Wangen waren vollkommen blaß. „Sie haben also den Lauscher gespielt?" „Nein! — Aber ich wollte meinen Platz auf der Lichtung nicht verlassen, um Ihnen die Schande zu ersparen, Sie in Gegenwart meiner Mutter züchtigen zu müssen." „Bernd!" Oertzen ftanb jetzt in drohender Haltung vor ihm und hatte die Hand geballt, um ben Knaben, der ihm öas ins Gesicht zu sagen wagte, nicht auf öie Wange zu schlagen. „Für Sie bin ich nicht Bernö. — Nur Baron Anstetten." kam es verweisenö. „Also gut, Baron! — Säbel ober Pistolen? — Ober wollen wir lieber zum Konbitor gehen unb dort Versöhnung feiern?" Der Spott traf. Die Finger um einen ber Drokatstühle gekrampft, rang ber Knabe nach Fassung. „Es soll Ihnen nicht vergessen fein, ®raf, baß Sie mich höhnten, weil ich noch nicht reif genug bin, einen Schimpf wie Diesen zu vergelten. — Zwei Iahre noch, bann werbe ich mit Ihnen abrechnen." „Bernd! — Verzeihen Sie, Baron! Seien Sie doch vernünftig", lenkte Oertzen ein. „Ich nehme mir doch nichts, was mir Ihre Frau Mutter nicht freiwillig gibt. Das kommt duhende Male vor im Leben, daß Menschen, die nicht zusom- menpassen, sich voneinander trennen. — In Frieden trennen, Bernd. Ihr Vater hat es eben nicht verstanden, diese gottvolle Frau dauernd an sich zu fesseln. Die Knabenaugen lagen jetzt ganz umschleierk. „Fürchten Eie sich nicht, Graf, einem Manne die Frau zu nehmen. — Und einem Sohne die Mutter?" Oertzen wurde es schwach bei dem Blick, der auf ihm ruhte. „Von Liebe zwischen Ihren Eltern kann wohl nicht mehr die Rede sein. Und ich, Baron, trage keinen sehnlicheren Wunsch, als in Ihnen den Sohn in die Arme schließen zu dürfen." Bernd verneigte sich: „Ich habe Sie gewarnt, Herr Graf, und ich habe jetzt auch Ferien, meine Seit steht somit vom Morgen bis zum Abend zu meiner freien Verfügung." »Was soll das heißen, Baron?" „Daß Sie meine Mutter in den nächsten Wochen nur in meiner Begleitung treffen werden." Ehe Oertzen noch zu Wort kam, schritt Bernd auf die Schiebetür zu. welche den Weg in öie Halle freigab. Der Livrierte hielt schon Mantel und Hut bereit unb öffnete öie beiben Aus- gangsflügel, die leise nachscywangen. Oertzen stand noch mitten im Zimmer unb biß sich öie Lippen wund. Mit einem unbän- v Svrn auf den „grünen Jungen" kämpfte das Gefühl ber Hochachtung für Öen Sohn, der um öie Ehre seiner Mutter rang. Wenn er diesen Knaben gezeugt hätte! — Er! — Sein ®to.l3 würöe ohne Grenzen fein! So war er öleifrf) unö Blut öes anderen, öcr ihm im Wege ftanb. Im Wege! — 6r erfeßraf bor seinen Gedanken wie vor Ungeheuern, die sich plötzlich über ihn ßerftür- 3en. Wenn er — ben anderen. — Er schrie ein „Nein" in ben Raum, daß der Diener eiligst ßcrbeigelaufcn kam. (Fortsetzung folgt.) Wirtschaft men, Kühe bis 75, E 70 bis 74. Im Vergleich mit den schloß sich an. Preisen der letzten Woche gaben Ochsen, Kühe übernommen. 99,4 100,5 116 171,5 170 169,5 153,75 153,25 149 o. rn. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt 7 11" bis 67. Schafe A 1 40 bis 45. B 32 bis bis 31. Schweine b 72 bis 75, C 73 bis 53 bis 48 bis 34 bis 53 bis 68 bis 63 70 113 28 48 60 27 72 56, 52; 41, 56, 73, 39, 76, 64,25 112 100,75 143 93,75 116,5 117 174,25 153,75 234 139,5 147,5 258,5 98,4 116,75 115,5 174,25 153,25 234 149 147,5 260 7K n 6*6 10 . 6 D C D C D in Mark: Ochsen A 1 57 bis 60, A 2 B 1 48 bis 52; Vnllen A 53 bis 56, B . 6 . f . £ . 0 6 V, 10 12 6 V 6 . ti 8 A 46 bis 49, B) 42 bis 45, C bis 31; Färsen A 57 bis 60, B bis 52. Kälber B 74 bis 78. C schaulicht. Vach lebhaftem Beifall dankte Oekonomierat 9- © Farben-Industrie Dynamit Nobel . . . Scheibeanstalt.... ©olbldimiBt .... Rülgerswerte .... MetatlgeieUichasl . . Buderur . . Deutsche (Erb81 . Gflenrr Steinkohle Geilenkirchener . und Färsen je 1 ME, Bullen 3 Mk., Kälber 8 Mk. und Schweine 9 Mk. nach, wahrend Schafe behauptet blieben. 170,75 80,25 63.5 70 113 a.e.®............ Bergmann ... üleltr. fileferunflegelellfdiaft 99,5 116 1 117 . 174 io 1) 16 £ 16 Licht und Kraft Reiten & Guilleaume. Gel. s. öletti. Untern.. Hamb. Elettr «Werke . Rhein. Cl.-ktr. . . . . (äcblcl. Sli'fn . . . Schuckerl LLo. . . Siemens L Halile . . Dransradio..... Lahmryer 4 Go. - • • 234 149,5 ; 157,5 259 I Ille Bergbau...... Rlödncnuerte ...... Röin.gicueffcm . . . Mannesmann «Röhren . . Maneselder Bergbau . . • Cbcrith'cl. (EticnLecart . . vbcrlchln Koktwerke. . . Bdünir Bergbau..... Rhe'nilche Braunkohlen. . Rhein stahl....... Ricbeck Montan..... dem andere deutsche Staaten vorausgegangen seien. Bei der Zugleistung müsse ein Pferd das vier- und fünffach: Gewicht seines Eigengewichtes ziehen. Daran schlössen sich Konditionsprüfungen des Tierarztes. Die Vorführungsringe bei Ausstellungen müßten länglich sein, damit die Tiere durchtraben könnten. Änter Typ verstehe man Form, Stellung. Proportionen, Schnitt, Schwere. Größe eines Tieres, er werde gebildet durch Vererbung und Anpassung. 3n Hessen beständen zwei Zuchtrichtungen: Arbeitsschlag auf belgischer Grundlage und Wagenschlog auf Oldenburger Grundlage. Der Arbeitsschlag solle für die hessischen Wirtschaftsverhältnisse ein starkknochiges Pferd hervorbringen. Das Wagenpferd solle nicht über Mittelgröße, tief und breit sein. Hier habe man auf Oldenburger Grundlage bereits in Sachsen, Mittelfranken. Rottal und Schlesien gute Erfolge erzielt. Auch Hessen könne mit Oldenburgern züchten, und zwar mit dem tiefen gedrungenen Typ. Kleber Züchtungsfragen erklärte der Redner, daß die größte Bedeutung für die Entwicklung im ersten Lebensjahre des Fohlens liege, hier liegen 75 Prozent des Wachstums, im zweiten Lebensjahr 17, im dritten 7, im vierten nur noch ein Prozent. Die reichliche Iugendernährung sei neben der Hengstwahl ausschlaggebend für die Rachzucht. 16 Wochen solle das Fohlen säugen, und zwar viermal täglich. Der Weidegana sei unentbehrlich. Als Beifutter gelten Bohi- Leinkuchen, Möhren, gutes Heu. Vor dem vierten Jahre dürfe das Tier nicht schwere Lasten ziehen. Die fesselnden Ausführungen des Redners wurden durch ausgezeichnete Lichtbilder veran- Für unverlangt eingefandte Manuskripte '----- —— ----- ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr Fritsch für den Vortrag. Eine rege Aussprache Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 o. Sy, Lombardzinsfuß 8 o. H. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Auch in dieser Woche änderte sich am Gesamtbild der Börse nichts. Die Stimmung blieb l u st l o s und nervös. Die Verschlechterung der Situation nahm eher noch überhand, da sich die ungünstigen Momente immer mehr an- häuften. Die ungünstige Entwicklung der Reu- horker Börse machte weiter einen schlechten Eindruck. ferner nahmen die Insolvenzen zu, so daß eine starke Beunruhigung Platz greifen muhte. Die besseren internationalen Geldmarktverhältnisse fanden nur wenig Beachtung. Der Auftragsmangel hielt weiter an, und die Unternehmungslust der Spekulation beschränkte sich auf ein Minimum. Das Angebot war vorerst nicht nennenswert groß, aber trotzdem ergaben sich zumeist Abschwächungen. Der Bericht des Aufsichtsrates der I.-G.-Farbenindustrie befriedigte nicht vollkommen, obwohl die Geschäftsaussichten günstig seien. Man hatte mit einer Erhöhung der Dividende gerechnet. Dann kam der Liquidationstag, an dem die Spekulation zu Exekutionen schritt, und bei der Aufnahmeunfähigkeit des Marktes traten ganz erhebliche 2tbschwächungen ein. Anregungen waren wieder kaum vorhanden, und die Börse hatte keine Stühe, so dah weitere Tiefkurse zu verzeichnen waren. Die Börse in Reuyork war weiter recht unsicher. Man stand unter dem Eindruck der Insolvenzen in den letzten Tagen, und die Kuli^e schritt durch Verkäufe zur Geldbeschaffung. Aber trotzdem konnte sich das Geschäft auf dem ermähigten Riveau verschiedentlich etwas beleben, da die niedrigen Kurse einen gewißen Anreiz boten. Auch machte der günstige Reichsbankausweis einen vorteilhaften Eindruck. Doch verstärkte sich das Angebot wieder, so dah die zwischendurch eingetretenen Gewinne wieder verloren gingen. Rur Reichsbankanteile machten eine Ausnahme und waren lebhaft gesucht, bei einer Erholung von etwa 8 v. H. an einem Tage. Bei einem Vergleich mit den Rotierungen der vergangenen Woche war hier ein Gewinn von 12 v. H. auf getreten. Auch nach der ^leberwin- dung des Liquidationstages war die Börsenverfassung weiter recht ungünstig, obwohl von einer Materialherausgabe kaum mehr gesprochen werden konnte. Man stand immer noch im Banne der Vorkommnisse der letzten Tage. Zum Wochenschluh änderte sich die Tendenz jedoch plötzlich. Die Banken schritten zu I n - terventionen. und die Kulisse fühlte sich veranlaht, zu Deckungen zu schreiten. Vachdem es vorübergehend, hervorgerufen durch neuere Konkurse, auch im Auslande, und der starken Zunahme der Arbeitslosigkeit im Reiche schwächer geworden war, machte sich auf einmal lebhafteres Deckungsbedürfnis geltend. Die Kulisse schritt zu Reuengagements. Ein Teil der Verluste, die im Lause der Woche eingetreten waren, konnte wieder eingeholt werden. Besonderes Interesse mochte sich für Elektro-. Montan- und Chemiewerte geltend. Einige Kaufaufträge sollen ebenfalls Vorgelegen haben. Rur Bemberg, Chade und Svenska hatten einen größeren Verlust aufzuweisen. Kaliwerte lagen gegenüber der vergangenen Woche bis zu 19 v. H. schwächer. Bei Schuckert und Siemens blieb ein Verlust bis zu 10 v. H. bestehen. Renten lagen still und schwächer. Am Devisenmarkt war Spanien weiter schwach. Die Mark konnte sich international befestigen. Geld war zum Ultimo mit 7,5 v. H. gesucht. Die Börse schloß etwas lebhafter und zuversichtlich. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Im Einklang mit den angekündigten Regie- rungsmaßnahmen (Regelung des Getreidezolles) und den weiter festen Auslandnotierungen eröffnete der Frankfurter Produktenmarkt die neue Woche in ausgesprochen fester Haltung, wobei die Umsahtätigkeit sehr lebhaft war. Rament- lich in Brotgetreide und in Roggenmehl waren beträchtliche Preissteigerungen zu verzeichnen. Weizen war etwas mehr angeboten, da aber das Mehlgeschäft zur Zeit ziemlich befriedigend ist, kamen wieder größere Abschlüsse, namentlich für rheinische Mühlen, zur Ausführung. Auslandweizen infolge der starken Steigerungen an den lleberfeemärtten nur wenig gefragt. Auch ist das Interesse insofern sehr gering, als nach einer Regierungsverfügung nur noch Inlandbrot- getreide verarbeitet werden darf. Roggen wurde angesichts der Unsicherheit über die kommenden Regierungsmaßnahmen zurückgehalten, und da die Mühlen nur schwach versorgt sein sollen, fand das herauskommende Material bei bis zu 1,50 Mark höheren Preisen glatte Unterkunft. Mehle im Einklang mit der besseren Lage am Drotgetreidemarkt und dem zunehmenden Bedarf für die Weihnachtsfeiertage lebhaft und im Preise ziemlich erhöht. Roggenmehl stand dabei im Vordergründe des Interesses. Auch von Weizenmehl feinste Auszugsmehle gut gefragt. Hafer und Gerste ruhig. Von Gersten fanden nur feinste Brauqualitäten, die ziemlich knapp angeboten waren, etwas Beachtung. Mais ruhig. Kleie weiter erhöht und ziemlich lebhaft. Zum Wochenschluß machte sich auf Grund der nunmehr veröffentlichten Regierungsvorlage über die Agrarfrage eine starke Vervosität bemerkbar, unter der das Geschäft stark zu leiden hatte. Die Nominierung sog. Rormalpreife für die verschiedenen Getreidearten veranlaßte die Verkäufer zu größter Zurückhaltung. Aber auch die Käufer, insbesondere die Importeure von Roggen und Hafer, wollen Veuengagements nicht eingehen angesichts der Unsicherheit über die Höhe des Einfuhrscheinwertes. Einige Umsätze fanden lediglich in Roggen und Roggenkleie statt, die weiter etwas anziehen konnten. Im übrigen hielten sich die Veränderungen in kleinem Rahmen. Verglichen mit den Preisen der vergangenen Woche lagen Roggen und Roggenmehl je 1,5t Mark, Weizen, Weizenmehl, Weizen- und Roggenkleie je 1 Mark und Gerste 0,25 Mark höher, während Mais 0,25 Mark niedriger lag. Hafer blieb behauptet. Weizen 26,50 bis 26,60; Roggen 19,25 bis 19,50; Gerste 19,25 bis 19,75; Hafer 18; Mais 18,75 bis 19; Weizenmehl, südd., 33,50 bis 39; Weizenmehl, niederrh., 38,25 bis 39; Roggenmehl 28 bis 29,50; Weizenkleie 10,75; Roggenkleie 10,75 Mark. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt eröffnete den neuen Derichtsabschnitt in überwiegend gedrückter Halt ung und sehr geringem Geschäft. Waren schon am Hauptmarkt die Rinder ziemlich flau, so am Rebenmarkt besonders Kälber und Schweine, während Schafe von der Abwärtsbewegung verschont blieben. An diesen Preisrückgängen dürften vor allem der starke Austrieb und nicht zuletzt die immer mehr anwachsenden Arbeitslosenziffern schuld sein; der dadurch bedingte Ab- sahrückgang bei den Metzgern läßt diese nur den geringsten Bedarf eindecken. So waren vor allem Kälber und Schweine stark in Mitleidenschaft gezogen, so daß Preisvcrluste bis zu 9 Mk. die Folge waren. Am Rindermarkt gingen die Preiseinbußen bis zu 3 Mk. Der Antrieb war erheblich stärker. Das Geschäft wickelte sich infolgedessen in den denkbar engsten Grenzen ab. so daß größerer Ueberstand verblieb. Der Abtrieb nach auswärts war weiter stark. Auf dem Sch weine markt war die Beschickung wieder ungewöhnlich groß. Rach sehr flauem Geschäft verblieb großer Ueberstand. Die Preise gaben, wie schon oben erwähnt, bis zu 9 Mk. nach. Am Kälbermarkt war die Situation die gleiche wie bei Schweinen. Auch hier war der Auftrieb erheblich groß. Rach schleppendem Geschäft wurde der Markt jedoch geräumt Hier gingen die Preisverluste bis zu 8 Mk. Schafe hatten trotz des geringen Auftriebes nur schleppendes Geschäft. Der Markt wurde jedoch geräumt. Die Preise konnten sich behaupten. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1772 Rindern, darunter befanden sich 347 Ochsen, 97 Dullen 706 Kühe und 455 Färsen, ferner aus 1751 Kälbern, 702 Schafen und 5422 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 180 Rinder, 478 Kälber und 828 Schweine mehr angetrieben, während 313 Schafe weniger zum Verkauf standen. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht Hessischer Landespferdezuchiverein. Es war eine stattliche Anzahl von Pferde- züchtem aus dem Hessenlande, die sich in Friedberg im Hotel Trapp zusammenfand, um sich mit wichtigen Fragen der Pferdezucht zu beschäftigen. Als Ehrengäste wohnten der Tagung bei: der Präsident dec Landtoirtsch.iftskainmer, Oekonomierat Hensel, Generaldirektor Dr. Hamann, Darmstadt, der Vorsitzende des Provinzialausschusses für Oberhessen, Oekonomierat Breidenbach, Dorheim, Generalsekretär Dr. KL g g n e r, Gießen, Graf v. Bredow. Altenburg und Graf Erbach- Erbach, der Ehrenvorsitzende Oekonomierat Müller, Reuhof, und Landesstallmeister L R. Schörke, Darmstadt. Der Landesvorsitzende Oekonomierat Fritsch begrüßte die Gäste, wies auf die hohe Bedeutung der Landestagung hin und stellte den neu gewonnenen Referenten für Pferdezucht der Landwirtschaftskammer, Dr. Denker, vor. Dr. Denker zeigte an zwei vorgeführten Pferden vor dem Hotel Trapp die Frisur und Aufmachung eines Pferdes, tote man es bei Ausstellungen und Märkten präsentiert. Den Schnitt von Mähne und Schwanz führte er praktisch aus und gab Anleitung über Hufbehandlung und Vorführung eines Pferdes. Daran schloß sich im Saale ein Lichtbildervortrag über das Thema: „Das Ausslellungswesen unter besonderer Berücksichtigung von Typ- und Züchtungsfragen in der hessischen Landespserdezuchtz" Dr. Denker erklärte einleitend, daß er bet Körungen etwa 260 Stuten gesehen habe, er habe oft gesunden, daß noch Unklarheiten über Typfragen herrschten, daß Aufmachung, Hufbehandlung und Vorführung der Tiere zu wünschen übrig ließen. Seine weiteren Ausführungen gliederte der Redner in: Zweck und Ziel des Ausstellungswesens, die hessischen Verhältnisse, Typ- fragen und Züchtungsfragen. Die wichtigsten Förderungsmaßnahmen zur Hebung der Tierzucht seien Leistungsprüfungen und Ausstellungswesen. Die Ausstellung fei eine Reklame und diene dem Absatz, sie bilde daneben ein vorzügliches Lehrmittel, sie zeige Vererbung und Auslese der besten Zuchttiere. Die Ausstellung sei ein Wegweiser zum Typ des Tieres. Die Bezirksschauen und Provinzialschauen brächten einen größeren Wettbewerb, bei Familienwettbewerb komme es in erster Linie auf die Rachzucht an, hier zeige sich die Vererbung des Zuchttieres, und dies sei für den Züchter maßgebend. Bei größeren Schauen solle man stets darauf bedacht sein, das beste Material dem Zuchtgebiet zu erhalten. Die Turniere hätten als Pferdeschauen nicht geringen Wert. Die Leistungsprüfungen sollten auch in Hessen durchgeführt werden, nach- Hamdurg-Ameriio IMei™ Hamb-Südam. Dampslch. . . > Hansa Damptzckilss.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 9111g. $cutid)e(5tebHanfL . . Barmer Bankverein .... V Berliner HanbelLgeicUsch. . . 12 Commerz-und Prival-Banl . 1> Darnist. u. Raiionaibarrk . 1 Deutsche Bank......1' Dikconto-Gejellschatt, Ant. . lv Dresdner Bank......1' Reichsbant........1 * Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt vorm. Roehler, Frankfurt am Main. An der gestrigen Frankfurter Börse trat ziemlich lebhafte Rachfrage nach den Aktien der Gesellschaft bei steigendem Kurs in Erscheinung. Dem Vernehmen nach ist für das Geschäftsjahr 1928 29 wieder mit 9 v. H. Dividende zu rechnen. Die darüber beratende Aufsichtsratssitzung findet jedoch erst Mitte Dezember statt. Frankfurter Börse. Frankfurt, 30. Nov. Tendenz lustlos. Zum Wochenschluß änderte sich an der schon zur Gewohnheit gewordenen Börsenverfassung nur wenig. Das Geschäft war noch stiller als an den Vortagen, da Anregungen fast vollkommen fehlten. Die Neuyorker Börse war geschlossen. Im Grundton der Börse war jedoch eine gewisse Widerstandsfähigkeit nicht zu verkennen, da einzelne Bankberichtc vor allzu großem Pessimismus warnten, die Lage eher als gesund bezeichneten und die Krise als beendet betrachten. Die Kursgestaltung war jedoch gegenüber der gestrigen Abendbörse keine einheitliche, da einerseits vereinzelte Nachfrage eine Besserung der Kurse brachten, anderseits einige Abgaben ein Nachgeben in geringem Umfange herbeiführten. Die Abweichungen nach beiden Seiten gingen aber selten über 1,5 v. H. hinaus. Etwas mehr gedrückt waren am Elektromarkt Siemens mit 2,5 v. Sy, Gesfürel konnten dagegen 1,5 v. Sy gewinnen, während Licht und Kraft 1,5 d. Sy einbüßten. AEG. knapp behauptet. Am Chemiemarkt lagen J.-G.-Farben geringfügig gebessert. Deutsche Erdöl auf Realisationen leicht nachgebend. Nachdem heute bekannt wurde, daß eine höhere Dividende bei Scheideanstalt wahrscheinlich nicht in Frage kommt, war dieses Papier wieder an- geboten und etwa 4 v. Sy schwächer. Zellstoffwerte etwas fester, ebenso Kunstseidenwerte. Bauunterneh- mungen vernachlässigt. Am Montanmarkt bestand für Rheinstahl und Phönix mit je plus 1,5 v. H. etwas Interesse, das durch einige Käufe von Rheinlandseite hervorgerufen wurde. Harpener gewannen 1,75 v. Sy Banken leicht nachgebend. Nur Reichsbank wurden etwas höher taxiert. Am Rentenmarkt konnten Neubesitzanleihen etwas anziehen. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft immer mehr zusammen. Material kam aber auch nicht heraus, so daß die Kurse gegen Anfang behauptet blieben, teilweise sogar Besserungen um Bruchteile eines Prozentes aufwiesen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 v. Sy unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1775, gegen Pfund 20,398, London gegerf Kabel 4,8790, gegen Paris 123,85, gegen Mailand 93,21, gegen Madrid 35,18, gegen Holland 12,09. Berliner Börse. Berlin, 30. Nov. Die heutige Samstagsbörse eröffnete in dem üblichen kleinen Rahmen; auch einzelne Aufträge, die bei den Banken Vorlagen, konnten keine Belebung herbeiführen. Die Kurse waren mehr oder weniger dem Zufall unterworfen, und die Entwicklung war daher auch keine einheitliche. Besondere Anregungen lagen ebenfalls nicht vor. Die Neuyorker Börse war geschlossen. Allerdings zeigten die Börsenkredite weiter rückgängige Bewegung. Der Abschluß des Berliner Anleihekredites fand nur wenig Beachtung, dagegen verwies man auf den ersten Monatsbericht der Vereinigten D. D. Bank, der zwar auch nicht allzu optimistisch geschrieben ist, aber doch vor übergroßer Beunruhigung warnt. Abweichungen gegen die gestrigen «chluhkurse von mehr als 3 u. Sy waren selten. Reichsbank, AKU., Ostwerke, Schultheis lagen bis etwa 2 v. Sy fester. ^Bemberg, Schubert & Salzer, Dessauer Gas, Essener Steinkohle waren im gleichen Ausmaße schwächer. Interesse bestand wieder für Montanwerte, da man an diesem Markte mit der Möglichkeit von Dividendenerhöhungen bei einzelnen Gesellschaften rechnet. Deutsche Anleihen geschäftslos. Ausländer behauptet. Pfandbriefmarkt ruhig. Liquidations- Pfandbriefe und -anteile zur Schwäche neigend. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld, refp. Geld über Ultimo und Monatsgeld 8,5 bis 10 v. Sy Nach den ersten Kursen war die Tendenz ziemlich gehalten. Bei der Geschäftslosigkeit bröckelten die Kurse weiter ab, vereinzelt bis zu 1 o. Sy Neubesitzanleihe mit 8,75 v. Sy lebhafter. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. Banknoten. Berlin, 29- November Geld Bries Amerikanische Noien .... Belgische Noten ....... Dänische Noten ........ Englische Noten . ....... .französische Noten ....... Holländische Noten ....... Italienische Noten........ Norwegische Noten....... Deutsch.Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten....... Schweizer Noten........ Spanische Noten ....... Tschechoslowakische Noten..... Ungarische Roten ...... 4,163 58,27 111,63 20,335 16,415 168,06 21,815 111,58 58,58 2,465 111,98 80,84 57,42 12,33 72,80 4.183 58,51 112,07 20,415 16,475 168,74 21,895 112,02 58,82 2,485 112,42 RI,16 57,66 12,39 73,10 Frankfurt a M Berlin Lchtutz- ßure ‘•Ut)i S'ur.' Lchiub Kure Aniang. ftutv Datum 29 11- 30 1 29 11 30 11 Bereinigte Stahlw • . 102,5 — 103,5 103.5 Otavi Minen . . 16'/, — - 53,5 52,75 Kat" werke Aschersleben ... lu 179 180 178.4 Hai werke Westeregeln ... 10 185 185 186 186 Laliwer e SaUdetiurty ... U> 300 — 303 302 Frankfurt a M Berlin Lchiub»! Rur# | -Ul» Kur. Schtuh-i Äure 1 Anlang. Rur» Datum 29 11 30 11 29 11. 30 11 6 cu sche h i1 i -rw rre RI y r . u —- — — — Schwei» . . 81.41 81.57 81,03 81,10 93,5 94,13 94,25 i'uom. Loew 10 — — 158 — Spanien - 57,64 58.76 57.74 57,86 — — 127,5 124 Orenstem L Roppel . . 0 — —— 19.5 Japan . .. ■Hio de Jan 2,044 2,048 2.044 2,048 123 - 124,5 124,75 e e • . 6 — 70,9 70 0.998 0,500 0,491 0,493 129 130.5 129,5 130,75 10 — — 150 — Wien in D-» 58.85 — 109.5 109,5 Svensko ...» Ä • • . — — 316 316 £eft abgeft 58.74 58,86 58,73 — 210 Prag . . . . 12,383 12,403 12,381 12.401 91 91.25 90.25 Franks. MMchtnen . . . 4 43 — 43 — Hclsrad - 7.396 7.410 7,394 7,408 — — 107 108.25 Äriyner...... . 6 45 — —- —— Budapest. 73,03 73,17 73.015 73,155 91.5 91,5 91.5 92,5 Heyligeniiaedt . - - . U 5,25 — — — Bulgarien 3.016 3,022 3,016 3,022 108.5 — 108 109,25 5)ungyan4. - - • . 6 50 50 — Lissabon 18,83 18,87 18,83 18/87 — — 69.5 Leckwerte. 8 101,5 101 — —- Danzig. - 81,02 81,18 81,40 81.56 — - 94.13 95 MaintraNwerte Hdchsl a. DL 8 105,5 — — — PonfL.ntin. 1,928 1,932 1,918 1,922 49.25 100.75 100.4 101,5 Miag. 10 120,5 — 119 119 Athen. . 5,435 5,445 5,43 5.44 240 239,75 241 240,25 Gedr. Roeder . . . 10 105 — Canada 4,127 4,135 4,127 4,135 101 102,5 102 103.5 Böig! & Haesfna - - . 9 222 222 — Uni uat) 3,996 4,004 3,996 4.004 — 101 100,75 Südb Zucker . . . . • e • 10 159.25 — 158,5 Cairo • • 20,877 20,917 20,88 20,92 »teinooA Waschmaschinen k ’s- •1 “• et herein, htaibt S*®?? tonomie' ä* 6on Däkme ™hfö aus und 2 7« und 2orfüh2 im Saale rin über das Thema:" nler btjonbetct Le- lnb Züchtungssragea «rpsndezuchi." dah er bei habe, er hab« 'lachaiten über Jhb« "uchung, tzusbehand. Z'ere zu wünsche, Ausführungen gfo und Ziel 2u-« n Verhältnisse, Typ« F: wichtigsten ^bung der Tierzucht rd A^stellungswrsen. re Ärllame und diene eben ein vorzügliches °ung und Auslese der istellung sei ein Mg. Die Dezirlsschauen rchten einen größerer ^Wettbewerb komme ie Dachzucht an, hier des Zuchttieres, und maßgebend. Dei grüße« s daraus bedacht sein, tchtgebiet zu erhalten, serdrschauen nicht ge« ungsprüsungen »geführt werden, nach- aten vorausgegangen müsse em Pferd das feines Eigengewichtes i Konditivnsprüfungen chrungsringe bei Aus« । sein, damit die Tim er TYP verstehe man onen, Schnitt, Schwere, werde gebildet durch !. In Hessen beständen beitsschlag auf belgi« genschlag auf Olden« lrbeitsschlag solle für xrhällnisse ein start« ringen. Das Dagen« Mittelgröße, lies und nan auf Oldenburger Sachsen, Mittclfranlen, e Erfolge erzielt. Auch aburgern züchten, uiü drungenen rklärte der Redner, N ür die Entviälung ® ohlens liege, hier W ms. im zweiten W m vierten nur noch < Iugendernahrung - -us'-hlaggebend Ile das W- A Der Midegan/ & ■SS* * Langfristige Teilzahlung! Bei Barzahlung 10 Proz. Rabatti Beachten Sie bitte meine Schaufenster! Moderne Formen 9/74A Rauchtische Nfihtische Teetische Grammophon- und Radiotische Blumenkrippen usw. 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