Nr. 255 Elftes Blatt 179. Jahrgang Mittwoch. 50. Oktober 1929 Ericheini täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monots-Ve;uyspret§: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernsorechanschliisse unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Sranlfurt am Main 11686. Gieheim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitSls-vuch- und Zteindrnckerel E. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorfchrift 20u/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. läufige amtliche Eintragungsergebnis vorliegt. DieErgänzung desReichstabineits den. daß die für das Zustandekommen des volks- Durchschnittsfah noch etwas nach oben verschieben werden, so kann doch seht schon angenommen wer- nacht aus Orten und Kreisen mit insgesamt 11 175 000 Stimmberechtigten 603 138 Eintragungen Vorläufige Einzelergebniffe. Berlin, 29. Oft. (Privat.) Die Eintragungen für das Volksbegehren haben heute abend um 8 Uhr ihr Ende erreicht. Eine abgeschlossene Ueberficht liegt selbstverständlich noch nicht vor, da die Ergebnisse besonders aus kleinen und entlegenen Ortschaften noch nicht eingegangen find. Der Reichswahlleiter hat die örtlichen Stellen angewiesen, ihm die v oll ständigen Listen bis Das Ergebnis in den größeren Städten ist folgendes: Darmstadt 67 000 Stimmberechtigte, 1551 Eintragungen, Offenbach 57 000 Stimmberechtigte, 497 Eintragungen, Gießen 23 686 Stimmberechtigte 470 Eintragungen, M a i n; 79 500 Stimmberechtigte, 227 Eintragungen, Worms 33 000 Stimmberechtigte, 521 Eintragungen, Friedberg 7195 Stimmberechtigte, 86 Eintragungen, Lauterbach 3252 Stimmberechtigte 86 (Eintragungen. SemGeschäfissührerdesReWauKschuffe- die LottcneeimiahMfielle entzoaen. Berlin, 29. Oft. (WB.) Wie vom Amtlichen Preußischen Pressedienst bestätigt wird, ist dem staatlichen Lotterieeinnehmcr Major a. D. von Egan« Krieger vom Präsidenten der Generallotterie- direftion mit Billigung des preußischen Finanzministers die Lottericeinnehmerstelle entzogen worden, v. Egan-Krieger ist Geschäftsführer des Reichsausschusses für das Volksbegehren. > hcffenvon 218 270 Stimmberechtigten 15 467 oder 7,0 o. £)., in Rheinhessen von 266 470 Stimmberechtigten 3855 gleich 1,34 v. h. Aus die einzelnen kreise verteilen sich die (Eintragungen wie folgt: zum 6. Nove mber einzureichen. Ls ist also damit zu rechnen, daß am 7. November das oor- Laut „vorwärts" waren gegen Wittergezählt. Der Durchschn ittssah der (Eintragungen in diesen Orten ist 5,4 v. h. — Wenn auch die Ergebnisse vom flachen Lande diesen lohnenden Kohlenausfuhr zu sichern. Es ist auch weiter der Grund, daß der englische Handelsminister einen Zollwaffenstillstand aus der Grundlage befürwortet, zunächst einmal in allen europäischen Ländern d.e Preise und ^öbae zu untersuchen. Das soll nicht nur akademische Bedeutung haben, das soll vielmehr die Maßnahme vorbereiten, Länder, deren Preise und Löhne nicht dem britischen Maßstab entsprechen, mit Ausfuhr - und Einfuhrschwier feiten auf den rechten Weg zu bringen. Auch hier zeigt sich, daß die Labour-Regierung das Problem des Zottsriedens nur unter britischem Interessenwinkel sieht. Wie ergiebig muh es für England fein, den Wettbewerb der polnischen Kohle aus den skandinavischen Märkten dadurch auszuschallen, bis der polnische Bergbau gezwungen wird, Löhne zu zahlen, wie sie in Deutschland oder England üblich sind, wobei aber angemerkt werden muß, daß der Durchschnittslohn des englischen Bergarbeiters, nicht nur am Preisspiegel gemessen, heute geringer ist als der des Bergarbeiters im Ruhr- dauernd a b d r o s s e l n muh. ilnö das ist vielleicht auch der Zweck der älebung. Deutschlands Handelspolitik ist durch die Tributlast so gebunden, dah es überhaupt nicht auf gleichem Fuhe mit anderen Wirt- schastsländern verhandeln kann. Hier sei nur an das Verhältnis zu Polen erinnert, bei dem wir drauf und dran sind, wertvolle Zugeständnisse zu machen, ohne Gegenleistungen zu erhalten. Das Ergebnis des Volksbegehrens. Abschluß der Eintragungen. — Vorläufige Ergebnisse. — Die notwendige Prozentzahl zur Vorlage des „Freiheitsgesehes" im Reichstag wahrscheinlich nicht erreicht. Kulissenschieber. Bon unserer Berliner Redaktion. Man kann dem Kabinett Müller gewiß nicht nachsagen, daß es auf besonders festem Boden steht. Wenn es bisher nicht gefallen ist, so nur deshalb, weil niemand daran zu rühren wagt aus Angst vor dem, was nachher kommen soll. Das Kabinett H

. gesetzt, also bei den Industrien, die seit Iahr- burg-fjamborn 8017 (268 000), Dortmund 4340 zehnten die mächtigsten Träger der englischen (Z65 000), Mülheim a. d. R. 3588 (87 500), Essen 6545 Ausfuhr waren. . , (432 139), Reichstagswahlkreis Düsseldorf-Ost 29 280 Die Labour-Regierung ist offenbar Nicht der (1 465 384) Leipzig 19346 (502 880), Dresden 28215 i>Ur,?nSHL,"enaiD bedecut. g woixig. G bedeckt eRegtrt * Schnee a Graupein. e Nebel K Gew1tter.@w1nd5n1ie.0-. «W eichte» Osi nissige' Südsüdwest q sturmoener Nordwest die Pfene fliegen mit dem winde. Pie beiden Stationen stenenden Zah» ■cn geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichet^ MetresniVeau umge-echneten uifldrucfc Wettervoraussage. Mit dem Weiterzug des Tiefs kommen wir jetzt unter den Einfluß seiner Rückseite. Die Winde drehen dabei mehr nach Norden hin und führen uns später kältere Luftwaffen zu, die teils polaren Ursprungs sind. Mit ihrem Vordringen wird Luft- druckansUeg und auch Temperaturrückgang verbunden sein. Jedoch werden beim Einströmen der Kaltluft noch vielfach Wolkenbildung und auch vereinzelt leichte Regenschauer auftreten. Wettervoraussage für Donnerstag: Wechselnd wolkig, vorübergehend auch aufheiternd, späterhin kälter, vereinzelt noch leichte Schauer, westliche bis nordwestliche Winde. Witterungsausfichten für Freitag: Wetterlage unsicher. Lufttemperaturen am 29. Oktober: mittags 11,9 Grad Celsius, abends 8,5 Grad: am 30. Oktober: morgens 7,9 Grad. Maximum 12,8 Grad, Minimum 4,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Oktober: abends 9 Grad: am 30. Oktober: morgens 7,2 Grad Celsius. — Niederschlag 2,3 mm. — Sonnenfcheindauer Stunden. S-r Pn *■ @ic s ist der: A ctiwrf der äpare'Linde in «incru; Mß zur nur tno i tügScmlerlra- lid) le£'c.” C5 n' * * Ä’wtw ;n diesem 3ahre I irauf Mares' #u -rh°d>" eiserne W herauskommen ko und muh d-e Pa Die enorm gro auf dieser M uffernmäßy $ aus eigener 5 tebarf besricd'g-n maßen das Ausl Unternehmungen Ausmaß d^.geu gehen die Mmun scher Einstellung aber aus diesem dungsgesahr keil hervor, i.ed e heranzuziey« höhter Prod ihre Selbstan zu sichern. Es kann nicht dah nur eine Pi baren Gelder, ein und damit eine -< jedes einzelnen h fti er Kaufman Schriststeller, Küns sonstwie tätig, ist verfettet, dah der ist. Darum ist au gelegenheit, an de esse hat, sondern auf den Sparer u Einmal unmitteil Einlagen werden Kapitalknappheit also dem ßinlcg bar: die Epar- der Wirtschaft z> sie tragen zur 2 damit zur Derbi die letzten Snbeä gute fommt. San einzelnen ein 31 sich selbst, wenn । Ersparnisse der 1 zuzuführen, brau Olur durch § Mittel wird di taten au vollbri unser Cßaterlant nicht nur uns, Staunen und 'S uns die Achten Tüchtigkeit zurüo d:e Schaffung 1 Zeppelin". Sollten diese ( Mt starken und durchSparsam juge geschaffen Verzehr ^!rled:gen W führe: F eme Be(fe und die Ä die das Mchen bilden. durch ’ j!?0’ ™ d-" «iSv ®ie 3enfrai:j r-«°"kt ®w -L °n, der Kn de Ia8»g < und ai^rzutrx leit AÄei S««! eia5|i< M Z «st e&' Jen eiJWt, t ^ranti^Aigt t rat ettv 9 7-M fränü M-'l js Wetterlage. iffer We». i'LA"«-»« ^'chlganser. fen ifl eder bet S?Q 9ehn. »LL Uta VloJnn»en sind vier x;.?, S ’n Krankenhäuser d^sen schweben mebtere ^ «her Erschöpfung. Der So- 4iff untergegangen. !lin5‘ Polarexpediiloll. $**■ «• d°- 3Nuna )u erhöhen, sowie Licke. *c dhung zu schassen, so der Mannschaft gegen die ordpolfahrt -nm größten Teil ■ konnten. »Graf Zeppelin" Ende November eine hen, die auch über Ao» Weden sühren dürste, um erbestimmungsappa« k der die Wglichkeit gibt, Temperaturen usw. bis in lketer abzulesen. .Gras Zeppe« ' der Dauer der Expedition jene Funkanlage den den norwegischen Funkstatio« issige Wetterberichte aus bet können. Iah re, Gefängnis fruntenen ilutofafjttt. (Höffengericht Potsdam Set# Erich Hehl aus MvwaweL, : Wochen in finnlvfrr ät einem Qluto den Tod nnd die Lerlehung von drei verschuldet hatte, zu vier Iah« i *4(v’: ^«POiMen .Politikers oxiuru Peit NJüt die Äetr fr knstituA^^r 3 rum ersten s 6ii. "Echlifchr? un\ deut. Sen. deutsch- An« 8er provm^iathaupistadt Gießen, den 30. Oktober 1929. Weltspartag. . wieder ist der 30. Oktober erschienen, der vor ichreren Bahren zim Weltspartag erklärt warten ist. An dieiem Tage wird von den Geld- und Spnrinstituten aus die Notwendigkeit des Sparens besonders hingewiesen und eine intensive Förderung der Spartätig- leit empfohlen. Cs mag vielleicht manchen unter der obwalten- i i ai wirtschaftlichen Lage abwegig und zwecklos '»scheinen, daß immer wieder der Ruf erschallt: Sparei Bei der ungeheuren Kapitalknappheit, n einer Zeit, in der dem größten Teil des Volkes 1 n ur knapp das zum Leben Notwendige zur Der- fügung steht, wo politische Tributverpllichtungen ■n einem unerträglichen Steuerdruck ihren Niederschlag finden, mag die Entgegnung verständlich sein: „Wovon, woran unö wozu sparen?" Aber hieße es nicht Vogel-Strauß-Politik trei- । ben, wollte man sich mit dieser Resignation lxanügen? Cs ist auf der Jndustrietagung in Düsseldorf in diesem Bahre erneut mit nachdrücklichem Ernst Xrauf hingewiesen worden, daß wir ein Schuld- n rrland sind und daß wir aus unserer bedrängten Oirtschaftlichen Lage nur durch Zusamme n - t assung aller erwerbstätigenKrafte M erhöhter Produktivität und durch ; eiserne Sparsamkeit auf allen Gebieten l)«rrauskommen können. Kapitalbildung ist und muß die Parole der Zeit sein. Wie enorm groß der Kapitalvedarf xst, wurde auf dieser Bndustrietagung von Dankenseite ziffernmäßig nochacwiesen. Cr ist so groß, daß n>ir aus eigener Kraft nicht allein den Kapital- bsdarf befriedigen können, sondern gizwungener- inaßen das Ausland an unseren wirtschaftlichen Unternehmungen intcrcssieren müssen. 2n welchem Ausmaß dies geschehen soll oder muh, darüber gehen die Meinungen je nach Gefühl und politischer Einstellung auseinander. Jedenfalls geht aber aus diesem Zustand der Ueberfrem- dungsgefahr unbestritten die Notwendigkeit hervor, jeden verfügbaren Pfennig h e r a nz u z ie he n, um die Wirtschaft zu erhöhter Produktivität zu befähigen und ihre Selbständigkeit soweit wie möglich zu sichern. Es kann nicht genug hervorgehoben werden, dah nur eine produktive Anlage aller verfüg- i toten Gelder einen Aufschwung der Wirtschaft und damit eine Besserung der materiellen Lage jedes einzelnen herbeisühren kann. ' Denn jeder, sei er Kaufmann, Beamter, Arzt, Jurist, Schriftsteller, Künstler, Angestellter, Ar eit.rolec scnrstwie tätig, ist mit der Wirtschaft so unlösbar verkettet, daß deren Schicksal auch sein eigenes iss. Darum ist auch das Sparen nicht eine Angelegenheit, an der nur die Wirtschaft ein Bnter- Iesfe hat, sondern der Erfolg des Sparens fällt auf den Sparer unmittelbar und mittelbar zurück. Einmal unmittelbar: die Spar- und Depositen- ci irlagen werden — entsprechend der großen Kapitalknappheit — noch verzinst: sie bringen also dem Einleger direkt Früchte. Dann mittelbar: die Spar- und Depositeneinlagen werden der Wirtschaft zu produktiver Anlage zugeleitet: |ic tragen zur Vermehrung der Produktion und damit zur Verbilligung des Güterumsatzes bei, die letzten Endes wieder dem Konsumenten zu- gute kommt. Darum ist jedes Sparen für den einzelnen ein Zwecksparen, und er schadet sich selbst, wenn er der Ansicht ist, der Aufruf, Eisparnisse der Wirtschaft zu produktiver Anlage '■ zuzuführen, brauche ihn nicht zu berühren. Rur durch Heranziehung aller verfügbaren Mittel wird die Wirtschaft befähigt, Groß- laten zu vollbringen, wie sie in diesem Bahre unser Vaterland zu verzeichnen hat, und die ! nicht nur uns, sondern die ganze Welt xn Staunen und Bewunderung verseht haben und uns die Achtung des Auslandes vor unserer Tüchtigkeit zurückgewinnen: die „Bremen" und bic Schaffung und der Weltflug des „® raf Z-eppeli n". . Sollten diese Großtaten der Wirtschaft nicht awd) dem einzelnen das Vertrauen auf eigene Straft stärken und ihm den Beweis liefern, was d»rchSparsamkeit und produktiveAn- iNige geschaffen werden kann? Der restlose Verzehr des Einkommens kann wohl im Augen- ’ blick befriedigen, aber niemals zu Wohlstand und Macht führen. Nur Ersparnisse kön- ". n«en eine Besserung de r materiellen 2:a g e und die Selbständigkeit herbei- stchren, die das Ziel aller vorwärtsstrebenden MIenschen bilden. Wünsche nach einem Eigen- । h.erm, einem Auto und sonstigen Annehmlich» " feiten werden erst dann vhre Verwirklichung ii-nden, wenn auf dem Sparkonto die nötigen Nittel zur Verfügung stehen. _ Es ist jedem einzelnen die Möglichkeit gegeben, tarch Anlage seiner verfügbaren Gelder sich, b\-n Seinen und seinem Vaterland eine bessere Zukunft zu sichern! Oie Zentral-lthren-Anlage in Gießen. Don der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Bn der heutigen Zeit ist das Vorhandensein eiixer einheitlichen, genauen Zeitangabe ein unbedingtes Erfordernis. Diele Klagen aus der Bürgerschaft und Eingesandts in „Gießener Anzeiger" über den oft minuten- vreisen Unterschied in der Zeitangabe der öffent- IrHen Uhren veranlaßten die Stadtverwaltung, ieer Schaffung einer Zentral-Uhrenan» l ige näherzutreten. In den meisten mittleren und größeren Städten ist diese Einrichtung be- rtitS zum Nutzen und zur größten Zufrieden- ; httit der Einwohner getroffen worden. Wie von dem Beigeordneten Dr. Hamm gelegentlich der letzten Stadtratssitzung mitgeteilt trurde, ist der Uhrenfabrik C. Theod. Wagner 1 irr. Wiesbaden die Erlaubnis zum Bau und Betrieb einer derartigen Uhrenanlage in der Stadt 1 Eießen erteilt worden. Die Zentralstation der 1 Uhrenanlage kommt im Mittelpunkt der Stadt, 1 in Alten Rathaus, zur Aufstellung. Don hier a.18 wird Freileitung (Ringleitungen) nach den r nzelnen Stadtteilen unter Benutzung der vor- . h mdenen, jetzt freiwerdenden Dachständer der . Post verlegt. Hierbei muß leider die Feststellung gemacht werden, daß einige Hausbesitzer, auf 1 taten Besitztum sich derartige Dachständer be- frixden, die Erlaubnis zur Benutzung dieser Stän- 1 tar verweigern, obwohl es sich nur um zwei Drähte handelt, die daran befestigt werden, ge° i gm eine große Menge Drähte, die von der Post Daran befestigt waren. Außerdem wird volle Drrantie für etwaige Beschädigungen übernom- 6 ft#' K < r „ iu die ( gu t. 1U 511 u' .ftnaS U' m "z0.üld>^ Src‘« »O'Är Konzert des Gesangvereins „Heiterkeit". Die Pflege des echten guten Wännergesangs ist keine leichte Aufgabe. Zu leicht stellt sich bei vielen Dereinen ein starkes Bedürfnis nach gc- elligem Leben ein, und nicht selten geschieht es dann, dah die ernste Arbeit und damit auch die Leistung darunter leidet. Was aber bei aufrichtiger, bereitwilliger und gründlicher Probenarbeit geleistet werden kann, zeigte das Konzert des Gesangvereins „Heiterte i t" mit aller Deutlichkeit. Die eifrige und aufmerksame Hingabe an die Sache geben ein Bild ernsten Strebens, im Dienste der Kunst eine Leistung zu erzielen, die ihrer würdig ist und den Verein weit über allen Durchschnitt erhebt. Dor einem Bahr hatten wir bereits Gelegenheit, den Chor zu hören, und heute können wir mit großer Freude feststellen, daß sein Können nicht unwesentlich gewachsen ist und daß er auf dem besten Wege ist, als ein maßgebender Faktor in diesem Kunstzweig angesehen zu werden. Ein besonderes Verdienst kommt dabei dem Leiter Wilhelm Schüttler zu, der den Chor zu einem diszipliniert und fein reagierenden 2n- trument ausgebildet hat und dessen Zeichengebung mit großer Genauigkeit gefolgt wird. Die dynamischen Abschattierungen sind vorbildlich, das piano von ebensogroßer Zartheit, wie das forte von Wucht: letzteres jedoch stets ohne schreiend zu werden. Aber auch die Zwischenregister zwischen diesen Polen sind sorgfältig ausgebildet. Gute Tenöre und Bässe, sowie sichere Mittelstimmen sorgen für einen ausgeglichenen Klang. Der Chor singt kultiviert. Das ist der Generalnenner, auf den wir unsere ^Beurteilung bringen möchten. Die Dortragsfolge war sehr geschmackvoll zusammengestellt, eixxzelnes daraus hervorzuheben, geht bei der gleichmäßig guten Wiedergabe kaum an. Unö schien der Höhepunkt die beiden Chöre „Andreas Hofer" und „Der Schweizer Soldat": aber auch das spätere „Die Mühle im Tale" wurde reizend gesungen. Sehr reicher und wirklich verdienter Beifall wurde gespendet, so daß das Lied „Lustige Hochzeit" wiederholt werden mußte. Der Verein kann auf den Erfolg des Konzerts mit Recht stolz sein in dem Bewußtsein, daß ernste Arbeit auch ihre Früchte trägt. Als weitere Mitwirkende waren noch Frau Annie Schmidt-Müller, Frankfurt a. M., (Sopran) und Herr Peter Kehrmann. Gießen, (Flöte) gewonnen worden. Frau Schmidt- Müller sang Lieder von Schubert, Brahms und Pfihner. 2hre Stimme erwies sich als klar und tragfähig. Auch musikalisch gestaltete sie recht gut. Die Lieder mit lustigem oder fröhlichem Einschlag scheinen ihr am besten zu liegen. Bhre Leistungen wurden mit großem Beifall ausgenommen, so dah Pfitzners Lied „Gretel" wiederholt werden mußte. — Herr Peter Kehrmann erwies sich als ein Flötist von beachtlichem technischen Können, der den oft recht, schweren Aufgaben der von ihm gespielten virtuosen Stücke vollauf gerecht wurde. Sein Ton ist rein und wohlklingend, ohne die durch das Bnstrument bedingte Trockenheit hervortreten zu lassen. War die Wiedergabe des 6. italienischen Konzertstücks von Demersseman bereits eine recht gute Leistung, so begeisterten die Zuhörer die beiden anderen Stücke zu verdientem, sehr reichen Beifall. Auch hier mußte zugegeben werden. Herr Heinrich Blaß begleitete am Flügel dezent und mit Geschmack. 2m ganzen: ein Konzert von hohem künstlerischen Niveau. B. men, so daß keinerlei Risiko für den betreffenden Hausbesitzer besteht. Da die Schaffung einer Zentral-Uhrenanlage unzweifelhaft sehr im 2n- teresse unseres gesamten Gemeinwesens liegt, ist zu hoffen, daß diesem Umstand mehr Rechnung getragen und im Bedarfsfälle die nachgesuchte Genehmigung erteilt wird. An die Zentral-Uhrenanlage werden nicht nur die Turm- und Schuluhren, die Uhren in städtischen und staatlichen Gebäuden, in Hotels, Restaurants, Cafes, Geschäften, Fabriken, sondern auch in Privathaushalten angeschlossen. Hierdurch wird ermöglicht, daß überall die Uhren die gleiche genaue Zeit auf- weisen und ein Zuspätkommen, fei es an die Bahn, zu Terminen oder ins Geschäft, vermieden wird. Es wäre zu wünschen, wenn recht viele Einwohner von dieser Gelegenheit Gebrauch machen und sich elektrisch betriebene Uhren im Anschluß an die Zentral-Uhrenanlage beschaffen wollten. Ze-n-Zahres-Je?er -er Volkshochschule Gießen. Die Volkshochschule Oberhessen hatte die Volkshochschulfreunde für Samstagabend zu einer Eröffnungsfeier des Winterhalbjahres 1 929/30 in der Neuen Aula eingeladen, mit der zugleich die Zehn-2ah- res-Feier der Volkshochschule Gießen verbunden war. Oberstudiendirektor Dr. Baur begrüßte die außerordentlich zahlreichen Besucher, insbesondere den Vertreter der Stadt, Bürgermeister Dr. S e i b, sowie den früheren Leiter der Volkshochschule Dr. Werner, und verband damit gleichzeitig den Daxck für die seitherige Unterstützung durch Staat und Stadt, die hoffentlich auch zukünftig die finanziellen Sorgen des Vorstandes zu mindern verstünden. Bürgermeister Dr. Seid überbrachte die Glückwünsche der Stadt Gießen, dabei betonend, daß Staat und Stadt die Bedeutung der Dollshoch- schule in vollem Maße erkennen. Außerdem waren schriftliche Glückwünsche eingegangen von der Zentralstelle für Volksbildung in Darmstadt und dem Reichsverband der deutschen Volkshochschulen. Das Kammerorchester der Gießener Volkshochschule, das über gute Kräfte verfügt, brachte Boh. Seb. Dachs Brandenburgisches Konzert Rx. 4 0-Dur für Solovioline, zwei Soloflöten, Streichorchester xmd Cembalo wirkungsvoll zum Dortrag. Der frühere Leiter der Volkshochschule Dr. Werner schilderte dann in interessanter Weise den Werdegang der Volkshochschule Gießen, wies auf die teilweise recht großen Schwierigkeiten einerseits und die Opfexdreudig- keit einzelner Kreise anderseits hin, dabei besonders betonend, daß die Leitung der Dolks- hochichule den richtigen Weg gegangen sei, trotz aller Widersacher und Mihmacher. Die Festansprache hielt W. H e g a r, Leiter der Volkshochschule Oberhessen, der in tiefgehenden Ausführungen die Leitgedanken der Volkshochschularbeit zum Ausdruck brachte. Er wies auf die Schwierigkeiten der Volksbildungsarbeit nach der Revolution hin, wo alle Kulturideen in einen Kampf verwickelt gewesen feien, und zeigte die Wege, auf denen man Persönlichkeitsbildung betreibe. Die Volkshochschule müsse den Menschen xhre Aufgaben zeigen, nach deren Erfüllung sxe sxch wieder als Menschen fühlen. Die Arbeit der Volkshochschule ruhe auf dem Glauben an den Menschen, sie müsse von der Einsicht xn die wirkliche Lage des Menschen geleitet fein. Rach den mit reichem Beifall aufgenommenen Darlegungen remitierte Ludwig Rössinger, Frankfurt a. M. Friedrich Nietzsches „Dem unbekannten Gotte in sehr wirkungsvoller Weise. Es folgten dann gesangliche Darbietungen des Gießener Singkreis, der mit einer Reihe netter, gut zum Vortrag gebrachter Lieder aufwartete. Nach einem weiteren Musikvortrag des Kammerorchesters bot eine Frankfurter Laienspielschar „Die Flucht zu Gott Epilog zu Leo Tolstois „Und das Licht scheinet in der Finsternis" von Stefan Zweig. Was f>ier an Stoff geboten wurde, war für die Besucher der Veranstaltung ein Erlebnis von tiefgehender Wirkung, die durch die einwandfreie Darstellung noch erhöht wurde. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: „Die Frau, die jeder sucht", 20 bis 22 Uhr. — Volkshochschule: „Das Wesen der Elektrizität", im Physiksaal des Realgymnasiums. — Z. d. A.: Lichtbilderoortrag, 20.30 Uhr, im Gewerkschaftshaus. — Gießener Eisverein: Mitgliederversammlung, 20 Uhr, Eafs Astoria. — Lichtspielbaus, Bahnhofstraße: „Asphalt". — Astoria-Licht- spiele: „Wenn die Schwalben heimwärts ziehn' — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das heutige Lustspiel „Die Frau, die jeder sucht", beginnt um 20 Uhr. — Freitag, 1. November, wird zum letztenmal Feucht- wanaers Schauspiel „Vasantasena" (nach dem 2ndxschen des Sudraka) gegeben. (Spielleitung: Oberspielleiter T a n ne r t.) — Die Premiere dieser Woche wird der amerikanische Schwank „Hochzeitsreise" sein, der am Sonntag, 3. November, 18 Uhr als Fremdenvorstellung in Szene geht. Das Stück spielt auf dem schwankenden Boden eines Ozeandampfers, auf dem Promenadendeck und in Luxus Sabinen. Spielleitung hat zum ersten- mal Heinrich Hub. Wenn Ihre Empfehlungsanzeige In der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf — Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Nach der am letzten Sonntag in der Realschule stattgehabten Einführung in das Programm des bevorstehenden Konzertes folgt die Aufführung des ersten Orchesterkonzertes selbst am Donnerstag, abends um 7.30 Uhr, im Stadttheater. Sie bildet den Anfang der winterlichen Konzerte xmd als solche das erste der vorgesehenen drei großen Orchesterkonzerte. Als Orchester debütiert das von uns für dieses Vorhaben gewonnene Koblenzer städtische Orchester unter Leitung des Herrn Dr. Lerne s v a r h. Zugleich ist es auch das letzte im alten Bahre, denn das zweite Orchesterkonzert findet erst gegen Ende 2anuar statt. Allgemeiner Zustimmung dürfte das klaffische Programm des Abends gewiß sein: Mczarts Symphonie in V-Dur, Beethovens Klavierkonzert in lls-Dur und seine 5. Symphonie in E-Moll. Das Solo im Beethoven-Konzert hat Herr Dr. Boh. H 0 - b 0 h m aus München übernommen, eine außergewöhnliche Künstlererscheinung, die sich, wie wir eben erfahren, das Staatskonservatorium in Würzburg durch Berufung als Lehrer an der Meisterklasse für Klavier gesichert hat. •• Das Volksbegehren in Gießen. In der Stadt Gießen haben sich in die Listen für das Volksbegehren gegen den Voung- Plan insgesamt 470 Personen eingeschrieben. Zum Vergleich sei mitgeteilt, daß die Ziffer der Wahlberechtigten bei der Reichstagswahl am 20. Mai vorigen Bahres sich auf 23 686 belief. — Bm Kreise Gießen zeichneten sich insgesamt 2985 Personen für das Volksbegehren ein, während bei der Reichstagswahl im Mai 1928 insgesamt 67 653 Personen stimmberechtigt waren. •* Veränderungen im Ministerium. Auf Grund des Altersgrenzegesehes tritt am 1. November der Ministerialdirektor im Ministerium der Bustiz, Dr. Otto Schwarz zu Darmstadt, in den Ruhestand. — Ernannt wurde der Regierungsbaumeister Regierungsrat Dr.» Bng. Friedrich Schnell aus Sprendlingen in Rheinhessen zum Hilfsarbeiter im Ministerium der Finanzen und Mitglied seiner Abteilung für Bauwesen mit der Amtsbezeichnung „Regierungsbaurat", vom 1. Oktober 1929 an. • * Unser Bataillon trifft heute abend 7.25 Uhr, vom Truppenübungsplatz Ohrdruf kommend, auf dem hiesigen Bahnhof ein. Der Marsch zur.Kaserne geht, wie gestern schon kurz mitgeteilt, durch die Frankfurter Straße, Südanlage, Gartenstraße, Ludwigsplatz, Kaiserallee, Licher Straße. • * Dienstjubiläum. Am 1. November kann Frl. Elisabeth Müller auf eine 40jährige Tätigkeit als Hausangestellte im Hause von Samuel Rosenbaum, Westanlage 46,_ zurückblicken. Dieses seltene Bublläum ist in gleicher Weise ehrend für die Angestellte wie auch für die Familie, der die Bubilarin bisher vier Jahrzehnte lang chre Kräfte widmete. * * Don der Reichsbahn. Der Personen- zug 784 Gießen—Lang-Göns (Gießen ab 18.43 Uhr, Großen-Linden ab 18.52 Uhr, Lang-Göns an 18.57 Uhr), der seither nur Wagen dritter Klasse hatte, wird ab 1. November auch Wagen zweiter Klasse mit sich führen. *• Dom Wohnungsbau am Kugelberg. Die Neubauten der Gemeinnützigen Woh- nungsfürsorge-Gesellschast Hessen G. m. b. H. („Hegema"), Sih in Darmstadt, am Kugelberg, Licher Straße und Friedensstrahe gehen nunmehr ihrer Fertigstellung entgegen. Dor Bahres- rist wurden die vier Häuserblocks, je drei Stockwerk und Mansarde, enthaltend 45 Drei- unb Dierzimmerwohnungen, begonnen und im Frühjahr unter Dach gebracht. Die äußeren Derputz- ar beiten sind zum größten Teil fertig gestellt bzw. noch im Gange. Die inneren Arbeiten erlitten durch verschiedene Umstände eine Verzögerung. Die Häuser sind mit Zentralheizung ausgestattet. Die beiden Eckhäuser an der Friedensstrahe enthalten je ein Ladenlokal, so daß auch Geschäftsinhabern Gelegenheit geboten ist, sich in dem neuerstandenen Stadtteil eine E.istenz zu gründen. Das freie Gelände um die Häuserblocks ist planiert und abgesteckt, um im nächsten Bahre als Rasenplätze und Vorgärten Verwendung zu finden. Die Häuser machen mit ihrem hellen Verputz und dem weihen und roten Fensteranftrich einen schmucken und freundlichen Eindruck. Bn dem Eckbau an der Straße „Am Kugelberg" sind bereits zwei Wohnungen bezogen, die übrigen dürsten in der nächsten Zeit beziehbar fein. •• Eine Reithalle für die berittene Truppe unserer Garnison (MGK.) wird zur Zeit auf dem Gelände der Reuen Kaserne errichtet. Aus der südlichen Seite des Kasemenhofes, zwischen der städtischen Kaserne und der Kaserne der Maschinengewehr-Kompagnie, erhebt sich neben der neuen Waffenmeisterei auf einem Betonsockel die Eisenkonstruktion der neuen Reithalle, etwa 25 bis 30 Meter lang, 12 Meter breit und 6 Meter hoch. Die Gefache der Cisenkonstruktion werden im unteren Teil zur Zeit mit roten Ziegeln ausgemauert. Die Eisenkonstruktion wurde von der Firma Danges in Darmstadt errichtet. * Zusammenstoß zweier Motorradler. Ein ernster Unglückssall ereignete sich gestern nachmittag gegen 6 Uhr auf der Landstraße Gießen—Marburg kurz hinter Lollar auf der Höhe von Kirchberg. Dort wollte der Obergefreite Albert Mäßige vom Bäger- Bataillon in Kassel, der sich mit seinem Motorrad >auf der Fahrt nach Kassel befand, in einer Kurve ein Fuhrwerk überholen, als plötzlich ein aus Richtung Marburg kommendes Motorrad mit zwei Personen vor chm auf tauchte. Beide Maschinen stießen zusammen und die Fahrer kamen zum Sturz. Hierbei erlitt Mädi ck e einen schweren Schädelbruch, während die beiden anderen Motorradler zum Glück uxxverletzt blieben. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen verbrachte den bedaxi- emswerten Soldaten nach der Chirurgischen Klinik in Gießen, wo er in lebensgefährlichem Zustand darniederliegt. •• „Bunte Reihe" — eine Gießener Komposition. Der Gießener Komponist Willi v.Moellendorff hat, wie man uns mitteilt, vom „Mitteldeutschen Rundfunk" in Leipzig (Intendant GMD. Prof. Dr. Ludwig R e u b e d) den Auftrag zur Komposition einer größeren volkstümlichen Suite für Orchester erhalten. Das Werk wird den Titel führen: „Bunte Reihe" und im November zur Uraufführung gelangen. ** ZurBerichtigung. Bn unserem Bericht über die Feier der Qfcreinigung ehern. Gießener Realghmnasiasten muh es richtig heihen, dah Herr Kurt Michel als Partner der Tänzerin Ninon Guirlitt mitwirkte. " Der Gewerkschaftsbund der Angestellten (GDA), Ortsgruppe Gießen, veranstaltete im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, eine Filmvorführung, der auch eine Anzahl Ehrengäste beiwohnten. Geschäftsführer Mack begrüßte zunächst die Besucher und wies auf die kulturelle Seite der Gewerkschaftsarbeit hin, die im besten Sinne des Wortes Dienst am Voll sei. Der Film zeigte die Entwicklung der Gewerkschaftsarbeit. Er gab zunächst interessante Einblicke in die Organisation und die Einrichtungen des GDA. Die Freizeit vor 50 Bahren, die Wandlung, welche heute als eine Selbstverständlichkeit empfunden wird, der Krieg, die Revolution und Inflation, die Fabrikfriedhöfe in der Deflatioxxszeit und die Mitarbeit der Verbände beim Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft bildeten weitere Abschnitte axxs dieser Film-Geschichte der Angestelltenbewegung. Wit den Gegenwartsaufgaben beschäftigte sich ein weiterer Teil des Films, der aber vielfach nur Andeutungen zu geben vermochte, so mannigfach sind die Aufgaben des GDA Cs wurde weiterhin u. a. der Strukturwandel der Wirtschaft von der Individual- zur Gruppenwirtschaft und die damit einhergehende Verwirklichung des Mitbestimmungsrechts durch Einrichtung von Betriebsräten, Bezirkswirtschaftsräten und die Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Reichswirtschaftsrat gezeigt. Der Film belegte eindrucksvoll, wie umfassend die Arbeit des GDA ist und wie sehr sie die Bestimmung hat, dem Gemeinwohl zu dienen. Strafkammer Gießen. * Gießen, 29. OIL Ein hiesiger Autoschlosser hatte im Oktober 1927 einem Elektromonteur den Kauf eines Lastkraftwagens vermittelt und für ihn mit einer Frankfurter Finanzierungsgesellschaft wegen der Beschaffung der Anzahlung verhandelt. Als diese an ihn einen Scheck über etwa 8000 Mk. für die Anzahlung sandte, ließ, er den Betrag feinem Konto gutschreiben und verfügte in den nächsten Wochen über das Geld. Als aber dann die Anzahlung geleistet werden sollte, war kein Geld mehr da. Das Schöffengericht hatte den Autoschlosser wegen Unterschlagung zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Strafkammer sprach ihn frei; sie hielt seine Angabe, er habe geglaubt, er könne über das an ihn gesandte Geld verfügen und später Ersah, leisten, nicht für widerlegt. Ende Mai 1929 kam es an der Margarethen- Hütte zwischen den Angehörigen zweier Fami- lien zu Streitigkeiten. Als der Stiefvater ejre De- Beteiligten feinen zu Boden geschlagenen mtrüftung sohn ins Haus holen wollte, erhielt er vo provoziert heutigen Angeklagten von hinten einen., die beiden wider den Kopf, daß er auf dem lixckceischgenusses, die Sehkraft verlor. Das SchöfsengerMilchreis und den Täter zu 8 Monaten Gefängndel und beurteilt. Die Strafkammer bestätigte lgewalt au8 teil. Auch sie entschied, dah der Täter falls in Notwehr oder vermeintlicher q[ aus diese gehandelt habe, wie dieser glauben machen füglich be- Ur. 255 und abends an der Kasse. 8761L Cafe Amend 89220 Feinkost 89i7A Heute abend: 8932D zum Abendbrot Sonderkonzert HeinridiDriesdi,seiierswe87o Verlobte Eintritt frei! 8928L) '»6954 Bahnhofs-Restaurant Freitag verm. ab 10 Uhr Wellfleisch mit Kraut Heilwirbend Ab 8 Uhr abends 894JD ISlWkl W Äulo. [7761D Der Vorstand. scheinen gebeten. morgen Donnerstag '69j2 sucht 06936 | Vermietungen | zu verkamen. MMO stras;e 2. 7963D Vorrat reichtl 06953 Vornehme Räumlichkeiten modernster Geschmacksrichtung / Geschlossener Raum für Gesellschaften Abonnements für die 10 Winter-Konzerte: I. Platz 35 RM., II. Platz 25 RM., die Ausgabe erfolgt in zwei Raten, ausführliche Prospekte sind bei Ernst Challier zu haben. Die bestellten Abonnements liegen zur Abholung bereit. 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In den Hauptrollen: Gustav Fröhlich, Dorothee Wick, Oskar Marion Ferner: „Blondy als Konditor“, Lustspiel in 2 Akten. Sowie: „Kulturfilm“ Astoria-Lichtspiele Ab heute bis einschließlich Sonntag: „Der gröhte Fremdenlegionär film aller Zeiten" Wenn die Schwalben heimwärts ziehn Ein deutscher Großfilm in 10 spannenden Akten. „Asphalt" ist ein Sinnbild der Großstadt, zu deren Symphonie der Film wird. Die lebensdurchpulste Handlung, die von der verhängnisvollen Liebe eines jungen Polizeibeamten zu einer Ladendiebin erzählt, atmet die ereignisschwere, hastende und gefährliche Atmosphäre des Großstadt-Asphalts. Darsteller: Hauptwachtmeister Holk..................Albert Steinrück f (in seiner letzten und besten Rolle) e Kndi Mo Kramer Nh'nfpefior hr“ ! 61er ei Js|and tätiö Hotel p2r,lsonin)t ■^veuab^’Carl, :?umen S e° ’SSe- öieselh ie ^Ur$e E$ wird gbebetbeßinnen ^gen. Stoff "orm‘ R Kühn s»eg36. UU ist K7A ^Abendbrot ™“ Mayonnaise, o,lsiI •™' .*’* KS“' ° So&". Pildsards T* «•" d Oeuvre ™:S*- -d lriich ™<1 preiswert tarnte ®an rlobfe Deimold'Lcge tippe 'Mi; 3reine Zeit welcher »Ein' ihr 2° ikUDft: iTl Au$l >ie anläßlich unserer Demchlurra sene Aufnierlsamlellen sagen wir unseren herzlichsten Dank. Wilhelm Pfeiffern. Flau geb. Kaufmann. N'Zuserk, -en 30. CttoPer 1929. .11 ll»’* D.H.V Ortsgruppe Gie&en d gen Mäuler 5 s«Ko mH** L-KS' flan.l® jtiittrt1’®. nenn'*1, ^ntir W'tl V von b o|! eitae dem 1 November, abeu r spricht im Kaufmännische, /ereinshaus. Nordanlage la »rof. Dr. Anler, Gießen, übe MM des MA iMWM > UitiN® '“per Vor«u» - tbe- ft Ss'k Muchtungsk-rpi Kr-n-n ua»»J Nr. 255 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, 50. Oktober (929 Eindrücke von jenseits der Alpen. Von Dr. Paul Rohrbach. 3m folgenden seien einige Beobachtungen von einem Besuch im Reiche Mussolinis gegeben. Als erstes gleich eine aus einer Buchhandlung auf einem italienischen Grenzbahnhof. 3n der Auslage, an auffallender Stelle, lag das Buch von Stein (Rumpelstilzchen): „Der Schmied Rom s". Bor ein paar Tagen, erzählte der Buchhändler, war ein Mitglied des örtlichen Faszio zu ihm gekommen und hatte sich erkundigt, ob er das Buch habe. Auf die verneinende Antwort — die Sendung war noch nicht angekom- mcn — sagte der Faszist: „Es ist verboten, Eie dürfen es nicht beziehen." Am nächsten Tage kam er wieder und sagte: „Cs ist erlaubt worden, wenn Sie es bekommen, so legen Sie es aus!" „Der Schmied Roms" wird in Deutschland viel gelesen. Aus dem Deckel steht eine faksimilierte Widmung Mussolinis, in deutscher Sprache, an den Verfasser: „Männer machen die Geschichte!" Es enthält eine sehr eindrucksvolle Schilderung vom Duce und seinem Werk, auch mit etwas Kritik, in der Hauptsache aber begeistert. 3n Deutschland saht man es als eine Propagandaschrist für die Übertragung sadistischer Gedankengänge aus deutsche Verhältnisse auf. Die Meinung in 3talien ist anders: es arbeite für eine italienisch-deutsche Verständigung mit der Spitze gegen Frankreich. Politische Gespräche zwischen Deutschen und höheren Mitgliedern des Faszio bekommen von italienischer Seite regelmäßig bald die Spitze: „W a s in aller Welt treibt eigentlich euch Deutsche, die einzigen Freunde Frankreichs zu sein? Bildet ihr euch ein, die Franzosen dahin zu bekommen, daß sic euch gutwillig wieder eine Großmacht werden lassen?" Der Faszismus treibt konsequente Dücherpolitik. Remarque s: „3 m W e st en nichts R e u e s" ist eben in 3talien verboten worden. Der Berlcger hat eine große Auflage Herstellen lassen und stand damit unmittelbar vor der Ausgabe. Da traf ihn das Verbot. Bücher, die da'U beitragen, den Glauben zu untergraben, daß jedermann alles allezeit dem Vaterlande opfern müsse, Vücher. die antimilitärisch, Pazifistisch, wirken, solle kein guter 3taliener lesen: für die Tapferen feien sic ein Aergernis und für die Schwachen eine Verführung: sie dienten da, u, eine Ration zu verweichlichen. So die Begründung. Der Verleger hat nicht einmal versucht, etwas für die Freigabe zu tun: seine Hoffnung, wenigstens einen Teil der Auflage abzuschen, sind jetzt die 3taliener in Südamerika und in den Vereinigten Staaten. Der Duce macht Krieg im Frieden auch noch auf andere Art. 3n den letzten Septcmbertagen gab cs in ganz 3talien eine große Siegesfeier: Vittoria del grano, Sieg in der Kornschlacht! Musik, Umzüge, Reden, vor allen Dingen aber, dem italienischen Geschmack entsprechend, Feuerwerke von ganz märchenhafter Pracht. Das wichtigste der Länder, die vor dem Kriege den Volksübcrschuß 3taliens als dauernde oder vorübergehende Einwanderung aufnahmen, Rordamerika, hat bekanntlich die italienische Quote auf einen so geringen Bruchteil herabgesetzt, daß praktisch ein Einwanderungsverbot herauskommt. Mussolini macht aus dieser Rot ganz genial eine Tugend und verkündet: Kein guter 3talicner darf überhaupt auswandern! Auf der andern Seite aber weih er, daß 3talien, wenn keine Auswanderung stattfindet, einem Kessel mit zunehmender Dampfspannung und geschlossenen Ventilen gleicht. Deutschland hat nur noch 18 Geburten aufs Tausend, Frank- । reich etwa ebensoviel, 3talien aber hat über 30. Allerdings zeigt sich jetzt auch eine leichte Abnahme. Um dem italienischen Volk sein eigenes Brot zu geben und die Korneinfuhr herabzu- Tagung des hessischen Handwerks. WSR. Alzey, 28.Olt. Am Samstag und Sonntag tagte hier das hessische Handwerk. Etwa 2000 Teilnehmer aus allen Teilen Hessens waren erschienen, darunter als Ehrengäste u. a. Minister K o r e l l, Ministerialrefercnt Hechler, Kreis- dircktor D r a u d t, Provinzialdirektor U s i n g e r. Präsident der Landwirtschaftskammer Darmstadt Hensel, Präsident A b t von der Handwerkskammer Frankfurt. Rach der Landesausschußversammlung am Samstag und einem Degrühungsabend folgte am Eonntagvormittag die Hauptversammlung. Der Präsident der Magdeburger Handwerkskammer Pflugmacher hielt ein Referat über „Die sozialen Fragen des Handwerks". Redner schilderte die sozialen Einrichtungen des Handwerks im Mittelalter und wies auf die heutigen sozialen Einrichtungen hin, die den Handwerker vor Rot und Entbehrungen schützen. Ohne das Handwerk sei ein Staat nicht lebensfähig, und darum habe es ein Recht darauf, von dem neuen deutschen Staate die Gewährung der selbständigen Versicherung vor Ro t und Elend zu fordern, und ein Mtcht darauf, von der Regierung beachtet uni gefördert zu werden. Wenn der Handwerker und Gewerbetreibende gesichert in die Zukunft schauen könne, dann erst habe das Handwerk wieder einen goldenen Boden und der Staat freudige Mitarbeiter am Aufbau des Reiches. Sodann sprach Generalsekretär Hermann vom Reichsverband des deutschen Handwerks über „Das Handwerk in der deutschen Wirtschafts -und Finanzpoliti k'. Der Redner ging auf die Reparationszahlungen, die auch in besonderem Maße das Handwerk belasten, ein und erklärte, daß wir durch die Haager Beschlüsse wohl ein Stück weitergekommen wären, daß man aber prüfen solle, wie man den ein- gegangenen Verpflichtungen gerecht werde. Durch Senkung der Ausgaben seien große Ersparnisse zu erzielen. Die Ersparnisse aus dem Vvung- plan gegenüber dem Dawesplan dürften nicht für die Arbeitslosenfürsorge allein, sondern zur Verbesserung des gesamten Etats gebraucht werden. Gleichzeitig müsse eine gründliche Reform der Steuern, der Finanzen und des Derwaltungs- apparates durchgcführt werden. Besonders die Gewerbesteuer und die Hauszinssteuer müßten fallen. Rachdem die Versammlung den Geschäfts- und Kassenbericht einstimmig genehmigt hatte, wurde folgende Entschließung angenommen: „Das hessische Handwerk und Gewerbe kann sich mit der vorgesehenen Verwertung des Desatzungsgutes, wie sie in der Besprechung in Koblenz am 2. d. M. vorbereitet wurde, einverstanden erklären. Es erwartet schleunigste Abnahme der Verwertung des Bcsahungsgutes unter strengster Beachtung der Richtlinien, die das hessische Handwerk aufgestellt hat." Eine zweite Entschließung besagt: „Der in Alzey stattfindende Gewerbetag beschließt folgende Resolution: 1. Verbot der wirtschaftlichen Betätigung der öffentlichen Hand, der öffentlichen Verwaltungen aller Art. Zur Prüfung, ob ein öffentlicher Betrieb unter das gesetzliche Verbot im Zweifels- falle zu rechnen ist, sind die gesetzlichen berufsständischen Vertretungett maßgebend hinzuzuziehen. 2. fordert der Handwerkcrtag eine wirksame Durchführung des dem gewerblichen Mittelstände verfassungsmäßig gewährten Schuhes gegen Privatmonopolisierung aller Art." Als nächster Tagungsort wurde Alsfeld bestimmt. drücken, wurde die „Kornschlach t", battaglia del grano, organisiert, mit landwirtschaftlichen Kursen, Verteilung künstlichen Düngers, Prämien für die höchsten Ernteziffern pro Hektar in jeder Provinz, und mit einer gewaltigen Propaganda in Presse und Rede. Der Erfolg scheint da zu sein, die Crnteziffern steigen, die Einfuhr sinkt. Daher Musik und Feuerwerk, und die Zeitungen sind voll von der Liste der zugesagten Prämien fürs nächste 3ahr. Der Reapolitaner ißt Makkaroni, die von Weizenmehl gemacht werden. 3n der Lombardei aber wächst viel Reis. Daher Befehl: An einem Tag in der Woche wird in ganz 3talien Reis gegessen! 3m vorigen 3ahr wurde auch befohlen, das Getreide so stark auszumahlen, daß ein großer Teil der Kleie mit ins Mehl ging. Das Brot war grau und gefiel den Leuten wenig, aber sie mußten es essen. Sollten die Erfolge sich noch einige 3ahre so fortsetzen, und sollte es namentlich gelingen, die großen Weidelatisundien in Süditalicn wirklich unter Weizenkultur zu bringen, so wäre das früher Undenkbare tatsächlich geleistet: 3talien hätte sein Brot. Bei den Pontinischcn Sümpfen und bei der Römischen Campagna ist die Verwandlung von Unland in Ackerland tatsächlich geglückt. 3etzt wird der Appen n in aufgeforstet. Es ist eine Arbeit auf viele 3ahr> zehnte, aber wenn sie einmal getan ist, so werden die Flüsse von Mittel- und Unteritalien auch im Sommer nicht mehr trockenen Steinbetten gleichen, sondern Wasser für ein reichliches Retz von 3rrigationskanälen liefern. Diese und ähnliche Eindrücke sind unwider- sprechlich. Wer genauer hinsieht, hat aber auch noch andere. Schon die Frage, was werden wird, wenn der Duce einmal nicht mehr da i st, wird von vielen 3talienern, Faszisten und Richtfaszistcn, mit einem ängstlichen Achselzucken beantwortet. Man wird gebeten, über diese Möglichkeit lieber zu schweigen. Ein zweiter, sehr heikler Punkt, ist der beginnende Kulturkampf. Die fasziltische Regierung hat die Verpflichtung der politischen Vereine, ihre Statuten und Mitgliederlisten (!) der Polizei vorzulegen, auch auf die n i ch t politischen Vereine au i gedehnt. Damit sind die katholisch-kirchlichen Vereinigungen gemeint, und damit ist gesagt, daß sie aufgelöst und unterdrückt werden können, sobald es der Regierung beliebt. Ende September hat der Präfekt von Como die erste Probe aufs Cxempel gemacht und den katholischen 3ünglings- verein der bischöflichen Diözese von Como aufgelöst, weil in ihm kritische Aeußerungen über den 21. Dezember 1870 gefallen waren, den Tag, an dem die italienischen Truppen durch die Bresche, die italienische Kanonen neben der Porta Pia in die Mauer der Residenzstadt des Papstes geschossen hatten, in Rom einzogen. Der Weg, den der Faszismus damit betreten hat, kann ihn leicht in eine Krisis führen, deren Umfang er noch nicht Voraussicht. Die katholische Kirche ist kein bloßer Freimaurerverein, und sie beschränkt sich nicht auf 3talien, sondern sie ist eine Weltmacht, die auch über die Geister gebietet. Selbst Bismarck hat das erfahren. Schon hat der Papst Pius Xl. in einer Ansprache an die italienischen 3ungkatholiken vom „Mar» thrium" der täglichen Pflichten gesprochen und sie ermahnt, keine Zugeständnisse zu machen. Auf beiden Seiten, in den Blättern der Faszisten und in denen der Kurie, fallen scharfe Worte. Es geht um die 3ugend, und beide Teile wissen, was das bedeutet! Aus deu Kämpfen um Le Quesnoy. 30. Oktober bis 3. November 1914. Von Friedrich Nutzet. Fast 15 3ahre sind bereits darüber hingegangen, und noch steht mir ein Erlebnis aus den für das aktive 3nfanterie-Regiment 116 so verlustreichen Tagen bei Le Quesnoy im Gedächtnis, als wenn ich es erst vor geraumer Zeit miterlebt hätte. 3m Regiment war Mitte Oktober eine gefährliche Krankheit, der Typhus, ausgebrochen: es wurde infolgedessen aus seiner Stellung zwischen Damery und Pavillers vom Regiment 115 abgelöst und rückwärts nach Cremery verlegt. Den Aerzten des Regiments gelang es schließlich nach dreimaligem 3mpfen der Krankheit einigermaßen Herr zu werden, doch gar mancher der Kameraden ist der heimtückischen Krankheit erlegen. Während dieser Zeit, für uns eine Erholung, waren etwa 400 Mann, meist Gießener Studenten, als Ersatz eingetroffen und auf die einzelnen Kompagnien verteilt worden. Am 30. Oktober, abends gegen 10 Uhr, wir hatten es uns auf dem Strohboden eines Gehöftes am Ausgang des Dorfes nach Fresnoy recht bequem gemacht, kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel die Meldung, die Franzosen haben die 21. Division aus der Le Quesnoy- Stellung herausgeworfen. Das Regiment, das zum größten Teil noch die Rachwirkungen des 3mpfens verspürte, wird alarmiert und im Eilmarsch geht's unter Führung von Major W i e r h von den 115ern bis Fresnoy. Rach stundenlangem Warten, es waren inzwischen unsichere Meldungen cingelaufen, das verlorene Gelände sei wieder in unserem Besitz, geht cs vor bis Damery. Die Franzosen haben aber bereits Le Quesnoy zum zweitenmal genommen. Run ist keine Zeit mehr zu verlieren: unser Bataillon wird links von der Straße, die Damery und Le Quesnoy miteinander verbindet, entwickelt. Unheilvolle Tage für das Regiment beginnen. Morgens gegen 5 Uhr geht der Befehl durch die Schützenlinie: „Entladen, Gewehrschloß in den Brotbeutel". 3eht erst wissen wir, um was es geht: das Dorf Le Quesnoy soll von uns wieder genommen werden. Unter dem Schutze des grau aufsteigenden Rebels rücken wir nun, rechts von uns das 3., vor uns das 2. Bataillon, gegen Le Quesnoy vor. Das Feuer hatte etwas nachgelassen und wir kamen fast ohne Verluste bis vor ein vor dem Dorf liegendes Wäldchen, als auf einmal cm mörderisches Feuer von feiten der Franzosen anhob: Kompagnie- und zugweise wird nun versucht, in das mit einer dichten Hecke umgebene Dorf einzudringen. Einem kleinen Häuflein nur gelingt es, von der Straße aus bis ins Dorf vorzustoßen: aber keiner von ihnen kehrt zurück. Die Verluste sind ungeheuer. 3ch komme bis an den Dorfrand: die das Dorf umschließende Hecke läßt ein Weiterkommen nicht zu: hinter der Hecke verschanzt liegen die Franzosen. Ein mörderisches Feuer ist auf mich gerichtet: aber wie durch ein Wunder bin ich gegen alles gefeit. Rur die Hosen, der Rock und mein Gewehr, von dem mir das Bajonett bis auf einen kleinen Stumpf abgeschossen wird, sind stumme Zeugen von der Gefahr, in der wir uns befinden. Ein großes Granatloch, wahrscheinlich von unseren 21er Mörsern herrührend, nimmt mich auf, und fast gleichzeitig mit mir springt noch der Unteroffizier und spätere Leutnant der Reserve S. Kann in diese Deckung. 3mmer noch auf Entsatz hoffend, liegen wir. gequält von Hunger und Durst, mit leerer Feldflasche und leerem Brotbeutel in unserem Loch und erwarten die Rächt. Einige Bataillone der 21.3nfanterie»Division, die in der Rächt eingesetzt werden, können kaum bis zu uns Vordringen. Born Regiment 88 findet nachts noch ein Gefreiter Deckung bei uns. An ein Zurückläufen oder -kriechen ist in der taghellen Rächt nicht zu denken, ja, wir können uns nicht einmal unterhalten wegen der unmittelbaren Rähe der Franzosen. So vergeht die Rächt in qualvollem Warten. Ein neuer Tag bricht an, eröffnet von einem schweren Feuer unserer Artillerie, die den Dorfrand beschießt. Links und rechts, vor und hinter uns schlagen schwere Granaten ein, eine wahre Hölle, so hilflos mitten drin zu sitzen, jeden Augenblick gewärtig: der nächste Einschlag besiegelt unser Los. Gegen Mittag versucht der tollkühne Hauptmann P o l y mit einer Schar rückwärts in Deckung Liegender nochmals zu stürmen: aber es ist umsonst, im französischen Feuer bricht alles zusammen. Ein Kriegsfreiwilliger der 3. Kompagnie springt noch unverletzt in unser Loch. Hunger und Durst quälen uns aufs neue; an eine Verpflegung der wenigen Lieberlebenden ist nicht zu denken. Unteroffizier Kan n hat noch eine Tafel Schokolade in seinem Tornister, die er grammweise unter uns verteilt. Aber was bedeuten 100 Gramm Schokolade unter vier von Hunger und Durst Geplagte: der Durst wird um so größer davon. Der Kopf schmerzt, wir erwarten die kühle Rächt, in der Hoffnung, zurückkriechen zu können. Aber taghül beleuchtet der Mond das Schlachtfeld, so daß auch in dieser Rächt an ein Zurück nicht zu denken ist. Apathisch ergeben wir uns unserem Schicksal, nur der Kriegsfreiwillige ist nicht mehr zu halten. Dem Wahnsinn nahe, ohne Rücksicht auf den zu erwartenden sicheren Tod, springt er aus der Deckung auf den zunächst liegenden Toten, in der Hoffnung, etwas Eß- oder Trinkbares zu bekommen. Von unzähligen Kugeln getroffen, sinkt er tot um. Am nächsten Morgen seht unsererseits wieder schweres Artilleriefeuer ein. Wer noch nie mitten im Trommelfeuer ausgehalten hat, kann sich keine Vorstellung machen, wie uns zu Mute war. QIuf einer Breite Dqn etwa 100 Meter schlagen unaufhörlich schwere Granaten ein, Granatsplitter fliegen über uns weg, etliche auch in unser Loch, ohne jedoch jemand zu verletzen. Die Hoffnung auf Rettung ist längst in uns geschwunden, wir wünschen uns lieber den Tod, als noch länger in dieser Hölle so nahe am Feind gushalten zu müssen. Mit schmerzendem Kopf und ausgetrockneten Lippen, körperlich und seelisch widerstandslos, erwarten wir nun die kommende Rächt. Aber euch die ist hell. Der Gefreite vom Regiment 83 kann die Qualen, die Hunger und Durst bringen, nicht mehr bezwingen, verläßt die Deckung und verfällt dem gleichen Schicksal wie der Kriegsfreiwillige der vergangenen Rächt. Erst der gegen Mitternacht sich bewölkende Himmel entscheidet unser Los. Auf Bitten von Unteroffizier Kann schiebe ich mich, den letzten Rest von Energie zusammennehmend, aus dem Loch, um Umschau zu halten, ob noch ein Weg nach rückwärts frei ist. Beim Verlassen der Deckung drückt er mir noch die Hand und bittet mich im Flüsterton, falls ich könnte, wieder zurückzukommen und ihn mitzunehmen. Ruckweise schiebe ich mich weiter, bis an einen rückwärtigen Graben. Keine lebende Seele ist mehr in diesem Graben, nur die zahlreichen Toten geben Zeugnis der vergangenen blutigen Tage. 3ch gedenke meines vorn im Granatloch liegenden Kameraden und mache strich auf den Weg, ihn zu holen. Wir erreichen beide unversehrt den vorher erwähnten Graben, von da aus schleppen wir uns mühselig bis zu einem int Feld stehenden Strohkegel. An diesen angelehnt liegt stöhnend ein Schwer- verwundeter. Obwohl es uns selbst schwach und elend ist, den Kameraden aber wollen wir nicht im Stich lassen: ich nehme ihn auf den Rücken, Unteroffizier Kann trägt meinen Tornister, und bringe ihn bis kurz vor Damery. Hier begegnen wir der Sanitätskompagnie vom 18. A. K., dte nach vorne will, um noch Verwundete zurück zu bringen. Der mir bekannte 3ohs. Stamm aus Lauterbach ist dabei uitb versorgt uns, nachdem er mir den Verwundeten abgenommen hat, mit Brot und schwarzem Kaffee. 3n Fresnoy treffen wir die Ueberrefte des Regiments. Von etwa 110 Mann unserer Oie Arbeitsvermittlung. Gewerbsmäßige Stellenvermittlung und staatlicher Arbeitsnachweis. Durch die neue Gesetzgebung über die Arbeitsvermittlung und Arbcttslo'enversicherung wird vom 1. 3anuar des nächsten 3ahres ab b i e gewerbsmäßige Stellenvermittlung im ganzen deutschen Reichsgebiet verboten fein. Cs erlischt von diesem Zeitpunkt an also die Erlaubnis zum Gewerbebetrieb eines Stellenvermittlers. und es dürfen dann weder neue Erlaubnisse nicht erteilt, noch alte verlängert werden. Es ist vorgesehen, daß nach dem 1. 3anuar an Stelle der gewerblichen Stellenvermittlung ausschließlich die staatlichen Arbeitsnachweise treten. Durch diese neuen gesetzlichen Maßnahmen, denen die Stellenvermittlung /owcit sie bisher privat betrieben wurde, zum Opfer fällt, sind inzwischen die Berufsorganisationen des Stellenvermittlungsgew^rbes auf den Plan getreten. Es sind schon seit längerer Zeit von ihrer Seite Besprechungen im Gange, eine Abänderung der neuen Gesetzgebung durchzudrücken, die den Stellenvermittlern eine weitere Fortführung ihres Berufs ermöglichen. Das Reichsarbeitsministerium wird sich infolgedessen demnächst erneut mit den Argumenten, die von den Stellenvermittlern vorgebracht worden Jini), zu beschäftigen haben. Dem Reichstag ist übrigens auch eine Petition vom Verband der deutschen Stellenvermittlung zugegangen, in der daraus hingcwiefcn wird, daß die Monopolisierung des Arbeitsnachweiswcsens nicht im 3n tc r - esse des privaten Wirtschaftslebens liegt. Es wird damit argumentiert, daß sich die Anzahl der durch Stellenvermittler besetzten Stellen in den letzten 3ähren nicht unwesentlich erhöht habe, und daß durch die schematische Vermittlungstätigkeit der Arbeitsnachweise derartige Erfolge nicht erzielt werden können. DicS sei lediglich das Verdienst persönlich interessierter Privatunternehmer. Seitens des Verbandes der deutschen Stellenvermittlung ist im Verfolg dieser von ihm vorgebrachten Argumente der Antrag gestellt worden, die betreffenden Paragraphen des Arveitsvermittlungsgesehes zu streichen und den Bestimmungen des Stellenver- mittlergesehes einen Wortlaut zu geben, nach dem das Gewerbe der Stellenvermittlung nicht völlig unterbunden wird. Hessische Künstlerhilfe 1929. Wie im vorigen 3ahre. werden auch Heuer Weihnachtsausstellungen für die drei hessischen Provinzen in Darmstadt, Mainz und Gießen veranstaltet, die jedem Kunstfreund Gelegenheit geben, zu niedrig gehaltenen Preisen Originalwerke von künstlerischer Qualität zu erwerben. Für die Provinz Starkenburg findet diese Ausstellung unter Leitung der Reuen Hessischen Arbeitsgemeinschaft für bildende Kunst in Darmstadt im Kunstverein statt: in Mainz in der Städtischen Kunsthalle, für die Künstler der Provinz Rheinhessen, eingeladen vvn der Vereinigung Mainzer bildender Künstler; in Gießen im Turmhaus am Brandplah, eingeladen vom Oberhessischen Kunstverein. Als Ergänzung der Ausstellungen werden in ebenfalls nach den Provinzen getrennten Ausspielungen drei Lotterien durchgesührt, deren Gewinne in Kunstwerken bestehen, die von den ausstellenden Künstlern angekauft werden. Rä- heres über Termine und Bedingungen wird noch bekannt gemacht. Talen für Donnerstag 31. Oktober. 1517: Luther schlägt seine 95 Thesen gegen den Ablaßhandel an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg. — 1835: der Chemiker Adolf von Baeyer in Berlin geboren. Kompagnie waren 28 Mann übrig geblieben; uns hatte man schon zu den Vermißten gezählt. Wer jemals in die Lage kam, tagelang ohne Rahrung und Schlaf im Trommelfeuer dicht vor dem Feind aushalten zu müssen, wird ermessen können, welche Anforderungen die hinter uns liegenden Tage an uns stellten. Unvergeßlich werden darum gerade diese Tage für diejenigen sein, die sie überleben durften. Auch in der Regimentsgeschichte der ehemaligen 116er werden die Kämpfe um Le Quesnoy ein unauslöschliches Ruhmesblatt fein. Bestrafte Provokation. Man soll jedem Mitmenschen nicht nur seine persönliche Meinung, sondern auch feinen Geschmack an den verschiedenen Dingen dieses Lebens gönnen. Tut man es nicht, so kann man böse Erfahrungen machen, wie es soeben in Paris zwei Mehgermeistern ergangen ist. Daß jedem Fleischer jedes vegetarische Restaurant ein Dom im Auge ist, braucht ja wohl nicht besonders betont zu werden; diese beiden Meister jedoch beschlossen kürzlich in einem Augenblicke aufgeräumter und durch' etliche „apdritifs“ noch wesentlich erhöhter Stimmung, aus der stillschweigenden Opposition diesen Gaststätten gegenüber in den Angriff überzugehen und einem vegetarischen Speisehaus, das in der Rähe ihrer Läden liegt, einen Streich zu spielen. Sie erschienen also am nächsten Tage um die Mittagszeit, als sich die Stammgäste zum Essen eingesunden hatten, in diesem Restaurant, nahmen durchaus manierlich Platz und bestellten ebenso manierlich je eine Portion Milchreis mit Apfelmus. Kaum hatte der Kellner ihnen dies — durchaus nähr- und schmackhafte — Essen gebracht, so zogen sie jeder aus der mitgebrachten Handtasche ein derbes Stück Wurst von einem halben Meter Länge und hieben darin ein wie ausgehungerte Landstreicher. Der Gäste, des Wirts und des Bedienungspersonals bemächtigte sich im ersten Augenblick bei diesem an dieser Stelle unerhörten Anblick tiefste Bestürzung, die sich in Wut und Helle Entrüstung wandelte, als sie erkannten, daß sie provoziert werden tollten. Man stürzte sich auf die beiden Demonstranten des verpönten Fleischgenufses. kippte ihnen vorerst einmal ihren Milchreis und das Apfelmus über die eckigen Schädel und beförderte sie sodann mit Brachialgewalt andern geschändeten Tempel — — Ob die beiden Meister noch einmal auf diese Art „Kunden werben" werden, darf füglich bezweifelt werden. Ingend und Hochschule r.v kj 8914A Gle Qu * Wv ft1 u Kir 8.50,1 3.95 M ’<* . s des Studierenden auf ein Minimum herabzusehen. Da sind vor allem die akademischen Schneidereien, Flickstuben, Schuhmachereien, Wäschereien usw. an-uführen, die auch der studentischen Selbstverwaltung unterliegen und nur für Studierende arbeiten. Außerdem gibt es an manchen Hochschulen Druckereien und Schreibmaschinenstuben, die, wie die oben genannten Betriebe sehr billig arbeiten. Wenn man nun auch auf diese Art die Unterhaltskosten des Studierenden auf ein Minimum herabsetzen kann, so gibt es doch immer noch genug Studenten, deren bescheidener Monatswechsel auch dafür noch nicht ausreicht. Diesen muh also die Möglichkeit geboten werden, sich Len Rest selbst hinzuzuverdienen. Darum richtete man auch an alten Hochschulen die sogenannten akademischen Erwerbsvermittlungsäm- t e r ein. Der studentische Nebenerwerb scheidet sich jedoch in z'vei Gruppen. Am meisten begehrt sind davon die Arbeitsmöglichkeiten während des Semesters, die also neben dem eigentlichen Studium einhergehen. Dieser Art sind die meisten Unterrichtsstellen Uebersehungs- und Bureauarbeiten, sowie die verschiedensten gewerblichen Tätigkeiten. An zweiter Stelle sind die Ferienarbeiten zu nennen, die auf großen Gütern, in Fabriken oder Bergwerken geleistet werden. Bedauerlicherweise reicht aber die Zahl der vorhandenen Stellen fast nie aus, um alle Nachfragen zu befriedigen. Die dritte große Aufgabe der „Wirtschaftshilfe" war es jedoch, alle für die deutsche Stu- Erwachende Welt. Von Or. Hans Kalischer. Die eigentliche Pubertäts- oder Reifezeit, die durchschnittlich mit dem 13., 14. Jahre einfeht und sich bis zum 17. oder 18. Lebensjahr und darüber hinauserstreckt, wobei sich noch durch Geschlechts-, Rasse- und individuelle Unterschiede die Grenzen etwas verschieben, pflegt man auch treffend als das zweite „Trohalter" zu bezeichnen. Man verglich dabei dieses Verhalten mit dem typischen Benehmen kleiner Kinder von fünf bis sechs Jahren, das denselben Namen trägt. Widerstreben, Verneinen, Ablehnen um des Ablehnens willen sind ja die charakteristischen Merkmale für das trotzige Kind wie für den Jugendlichen. Aber während sich der Erzieher meist nur schwer mit dieser für ihn sehr unbequemen Tatsache abfindet, hat der Seelenforschcr, befreit von allen Werturteilen, den tieferen Lebenssinn und das Gesetzmäßige dieses immer wiederkehrenden Jugendtrohes ausfinden können. Den einstigen Gespielen entfremdet und von der Gemeinschaft der Erwachsenen noch mit einem ironischen Lächeln abgewchrt, suchen die jungen Menschen ihre Lebensunsicherheit hinter einer herausfordernden'Haltung zu verbergen. Vor allem aber ist der Troh eine Art von notwendigem Schuhwall, hinter dem der Jugendliche eine seelische Leistung vollbringt, deren Schwere und Bedeutung der Mensch im späteren Alter meist vergessen hat. Dem Jüngling besonders ist in der Reifezeit keine geringere Aufgabe zuteil geworden als die, Bilderstürmer und -schöpfer zugleich zu sein, einen alten Glauben zu zerschlagen, um einen neuen aus den Trümmern zu errichten. Was ihn zu diesem Tun befähigt, ist ein Erlebnis von einschneidender Bedeutung, das man am besten kurz als die Entdeckung der eigenen Welt kennzeichnen könnte. A rs den Sclbstbiographien M' Hf । dentenschaft vom Staat oder von privater Seite zur Verfügung gestellten Gelber in enisprechender Weise z i verwalten. Wir kommen damit aus die akademischen Fürsorgeeinrichtungen zu sprechen, die sich in der Hauptsache auf bie Kranken- und Einzel! ürsorge beschränken. Auch in dieser Beziehung wird Erstaunliches geleistet. Die Kranken;ürsorge springt jedoch oft da ein, wo die Leistungen der akademischen Krankenkasse aufhören. Das ist meistens der Fall, wenn die Krankheit längere Kuraufenthalte erfordert. An letzter Stelle sei noch auf die „Darlehenskasse der Deutschen Studentenschaft" hingewiesen, die gleichfalls der Selbstverwaltung untersteht. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, minderbemittelten Studierenden über die letzten und kostspieligsten Studiensemester, die sog. Examensemester, hinweczuhel- fen. Zu diesem Zweck vergibt sie kurz- und langfristige Darlehen an Studierende höherer Semester. Die langfristigen Darlehen werden mit 3 Prozent verzinst und sind nach fünf bis zehn Jahren zurückzuzahlen. Die verleihbare Summe wird vom Staat zur Verfügung gestellt und beläuft sich jährlich auf etwa zwei Millionen Mark. Welche Bedeutung dieser Einrichtung zu- kommt, erkennt man leicht daraus, daß es durch Gewährung eines langfristigen Darlehens in jedem Jahr etwa 4000 Studierenden ermöglicht wird, ihr Studium ohne Verzögerung und mit Erfolg abzuschließen. Bisher haben schon mehr als 25 000 Studierende von dieser Einrichtung Gebrauch gemacht. Möbelt Ca Gießen, As Amerikanisches Giudentenleben Von Or. Siegfried Scharfe. L di-'-" krscheinM der realem durch unWg'S dS handelnd m KL und sucht ll seines eiger zu erhasche' führt Tage gibt danut Innenleben deins, die vielmehr e Innenwelt wie ein $ Zeit, in i und Ldeai aber, die nächst ncrl Leben ist«' Abwehr au Am schvc löfung seine Lebens, an junke Ranke Later uni), Oleigung a reif gevord Wendung z' Forderung. Geschichte d Lölkerkundl weiteres u vollzogen l tivnen, die und Söhnt und Weise, wie das amerikanische Studium unterbaut ist. Bekanntlich muh man in Amerika zunächst einmal acht Jahve in die Volksschule gehen, woran sich vier Jahre Mittelschule an» schließen. Dann kommen vier Jahre College, während das eigentliche Spezialstudium erst nach dem College beginnt. Das heißt also, der amerikanische Student ist bereits 22 oder 23 Jahre alt, wenn er sich entscheidet, Mediziner. Jurist. Theologe oder Philologe zu werden. Studentensport. Natürlich besteht auch in Amerika das Studentenleben nicht nur aus Studieren, Vorlesungsbesuch und Bücherlesen. Mit einer Begeisterung, von der man sich in Deutschland nur schwer eine Vorstellung machen kann, wird Sport getrieben. Dafür sind allerdings auch die Voraussetzungen günstiger als in Deutschland. Den meisten Hoch- schulen stehen ausgedehnte Spielplätze, Schwimmhallen, Laufbahnen usw. zur Verfügung. Alle diese Einrichtungen sind ein Teil des „camps", wie man in Amerika den Gebäude- und Geländekomplex nennt, den die '^Universität bildet. Man braucht also keine großen Entfernungen zurückzulegen, bis man auf den Sportplatz kommt, sondern hat alles, was man braucht, in unmittelbarer Nähe der Universität. Durch ihren Sport sind die amerikanischen Universitäten populär geworden. Wenn die großen Rugbhspiele ausgetragcn werden, nimmt daran die gesamte Oeffentlichkeit irgendwie Anteil. Zuschauerzisfern von 50 000 oder mehr sind ja bekanntlich durchaus keine Seltenheit. Werksiuderitenium. Es ist in Amerika für den Studenten beinahe selbstverständlich, daß er sich das zum Leben und Studieren notwendige Geld selbst verdient. Die Zahl derjenigen, die es sich leisten können, auf Nebenarbeit zum Zwecke des Gelderwerbes zu verzichten, ist sehr gering. Es ist allerdings auch nicht schwer, Arbeit zu bekommen. Man läßt sich z. B. als Kellner für zwei Stunden am Tage anstellen und erhält dafür seine sämtlichen Mahlzeiten. Oder man übernimmt einen Aufsichtsposten in einer Bibliothek, weist im Theater oder Kino Plätze an, oder wirbt Abonnenten und Inserate für Zeitungen. Auch gibt es während der großen Sommerferien Saisonbeschäftigungen, die oft ein gutes Stück Geld einbringen. Von wahrer Erziehung. Von Prof. LonaS (Lohn, Freiburg i. S. Das Problem der Erziehung hat sich besonders seit Len Jahren nach Bcendigung des Krieges in den Vordergrund Les Interesses geschoben. Nachstehend behandelt Pros., Cohn, der zu den ersten Autoritäten auf diesem Gebiete gehört, von heher Warte aus die Frage, wie wahre Ersetzung sein soll. Wir entnehmen den Abschnitt dem ausgezeichneten Buche ..Wesen und Werte der Erziehungswissenschaft", das die Vorträge des pädagogischen Kongresses enthält. Verlag Quelle & Meyer in Leipzig. 104 Seiten. In Leinenband 4,80 Mk. Zn jeder Erziehung gehört eine Vereinigung von Gleichstellung und Führerstellung des Erziehers gegenüber Lern Zögling. Darin ist zugleich ihr Problem gesetzt, das durchaus nicht nur theoretisches Problem der verstehenden Wis- senscha t, sondern ebenso praktisches Problem er- zrehemen Handelns ist. Mindestens die allgemeine Möglichleit, diese Aufgabe zu losen, und ore Grundbedingungen, unter denen die Lösung steht, müssen nachgewiesen werden, wenn bas Wesen der Erziehung erkannt werden soll. Hm Oie allgemeine Möglichkeit der Lösung zu fin- den, denken wir an einen besonders durch sich, hgen Fall, an die erziehende Bedeutung des Unterrichts. Der echte Lehrer vertritt hier die Sache, den Gegenstand des Unterrichts, er steht unter dem Gesetze dieses Gegenstands so gut wie der Schüler — nicht ec befiehlt, was richtig ist sondern die Folgerichtigkeit der Mathematik oder der Sprachgebrauch. Daher hört die rechte Wirkung des Unterrichts sofort auf, wenn der Schüler meint, sich nach gewissen Schrullen oder Dor» urteilen Les Lehrers richten zu müssen, um es ihm recht zu machen. Verallgemeinern wir dies, so läßt sich sagen: der Erzieher steht über dem Zögling immer nur als Vertreter einer Norm, die ihn selbst ebenso bindet wie jenen. Beim Unterrichte geht diese Norm auS dem Gegenstände des Unterrichts hervor — in anderen Fällen ist es die Ordnung menschlicher Gemeinschaft, die aus DaS amerikanische Werkstudententum hat sicherlich außerordentlich sympathis.-" lüge. Es mag ja richtig sein, was in Deutschland oft gegen werkstuöentische Arveit eingeuxaiot wird, daß darüber das Studium selbst zu kurz kommt. Auf der anderen Seite darf man auch die guten Seiten ces Werkstudententums nicht unterschätzen. Für oen amerikanischen Studenten bedeutet es oft genug den Uebergang ins praktische Sieben. Demgegenüber befindet sich der deutsche Student oft in einer Verlegenheit, er hat es nicht leicht, sich von theoretischer Arbeit an der Hochschule auf die praktische Berufsarbeit umzustellen. Studentenheime und Verbindungen. Will man den amerikanischen Studenten in seiner Wohnung aufsuchen, wird man sich eins der Studentenheime ansehen, wie sie jede ilni» versitütsstadt aufzuweisen hat. Sie sind meist sehr wohnlich eingerichtet, mit Bädern, Bibliotheken, Spiel- und Lesezimmern ausgestattet. Sie machen es dem Ausländer besonders leicht, mit amerikanischen Studenten bekannt zu werden, während der in einem gemieteten Privatzimmer wdhnende Student es natürlich nicht so einfach hat, den gewünschten Kontakt mit Amerikanern zu finden. Gemütlich — nach deutschen Begriffen — sind freilich die amerikanischen Studentenheime nicht ohne weiteres. Immerhin denke ich gern an manche nächtliche Dridgepartie zurück, die ich mit amerikanischen Bekannten in Studentenheimen gespielt habe. Natürlich haben die Amerikaner auch ihr Der- bindungsleben. Daran nehmen jedoch nur die Collegestudeuten aktiven Anteil, während die älniversitätsstudenten als „alumni" (den deutschen „Alten Herren" entsprechend) eine gewisse, auch in Amerika meist zahlende, Rolle spielen. Xlebri» gens sind die amerikanischen „fraternities“ in der Oeffentlichkeit nicht allgemein beliebt. Die Zahl der amerikanischen Studentinnen ist groß, oft größer als die der Studenten. Wobei man freilich berücksichtigen muß, daß es sich dabei fast ausschließlich um Collegestudentinnen handelt, die man also in Deutschland Oberlyzeumsschüle- rinnen nennen würde. Die Studentinnen haben ihre eigenen Verbindungen („sororities“ genannt), sind zu sportlicher Betätigung verpflichtet und arbeiten auch sehr häufig als Werkstudentinnen. Damit ist aber zugleich gegeben, daß alle Erziehung der eigenen Entwicklung des Zöglings harren, sie ieinen und verstehen muß. Die Natur der Kindheit und Jugend kommt durch die Grundeigenschaft dem Erzieher entgegen und zwingt ihn durch dieselbe Grundeigenschaft zugleich in ihren Dann: der junge Mensch lebt ganz und intensiv in der Gegenwart, aber diese reine Gegenwart ist immer zug eich auf ein Künftiges, auf eine Hö'ecbildung gerichtet, ist es um so mehr ie ftar.ee sie in sich erfüllt ist. Man hat oas Spiel als Vorübung künftigen Ernstes gedeutet — mit Recht, nur soll man nicht vergessen, baf, es zugleich Blüte sich selbst genießenden Lebens ist. Eben diese Einheit von Gegenwart und Zukunft wird in der späteren Jugend bewußt: daher ihr Schwanken zwischen Phantasie unö„ Wirtlichkeitshunger, ih e Vorwegnahme der Erfüllung im Rausche ces Krastge'ühls, ihre Unerbittlichkeit und Hingegeben5eit, ihre Stärke und Schwäche. Der Anspruch, t en die Jugend als Jktaend an den *2'eiteren stellt, ist mit diesem Willen über sich selbst hinaus allgemein bezeichnet — aber eben nur allgemein. Er befondert sich nach Lebensalter, Geschlecht, Individualität. So ist Erziehung nur möglich als fortgesetztes Hinhören auf die Entwicklung — sie muß ihre Pläne immer to eber wandeln je nach der Antwort, die der Zögling auf eine versuchte Einwirkung durch sein ganzes Verhalten gibt. Aber noch haben wi>r Er-ieher und Zögling in künstlicher Isolierung gesehen, daher das Problem. wie Gleichstellung beider und Führerstellung des Erziehers zu vereinen sind, nur abstrakt allgemein gelöst: ein Ueber-Jndividuelles. das hier gleichmäßig bindet, da? aber dem Erwachsenen zunächst allein sichtbar ist, gibt die'em das Recht der Führung — und das Uober-sich-Hinausftre- ben der Jugend läßt diese Führung auch als Forderung des Zöglings erkennen. Nun müssen wir fragen, wie dieses ll eberindividuelle an beide herankommt, und allgemein antworten: aus einer beide umspannenden geschichtlichen Tradition. Damit wird ein neues Moment der Gr-iehung fjer- ausgestellt: sie ist wesentlich Tradition und ge- hört alis solche notwendig einem größeren sozialen Ganzen an, dem der Erzieher eingefügt ilst, der Zögling zugebildet werden soll. Auch Akademische Selbsthilfe Welche Llnlerstühungsmöglichleiten stehen dem Studenten heute offen? Don Erich Brandt. Der Inflation sowie der allgemeinen Notlage der deutschen Wirtschaft ist es zuzuschreiben, daß die Zahl derjenigen Studenten yeute weit größer ist als vor dem Kriege, die ihr Studium nur unter lleberwindung äußerster Schwierigkeiten durchführen können. Zwar haben sich die Verhältnisse gegenüber der eigentlichen 3nilation8- zeit schon wesentlich gebessert, aber noch heute bleibt vieles zu tun, um auch den befähigten Minderbemittelien einen erfolgreichen Abschluß ihrer Studien zu ermöglichen. Eine solche Hilfsaktion zugunsten der bedürftigen Studenten kann von verschiedener Seite kommen, z. B. als Fremdhilse entweder vom Staat oder von privater Seite, tote es auch bei uns vor dem Kriege in Form zahlreicher Sti- vendien der Fall war. Da diese natürlich alle der Inflation zum Opfer fielen, hat der Staat in der „Studien st iftung des deutschen Volkes" einen gewissen Ersatz geschaffen. Diese Einrichtung gewährt etwa 1200 Studierenden während ihres ganzen Studiums volle Gebührenfreiheit, sowie eine angemessene monatliche Unterstützung, von der sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Doch unterscheidet sich diese Unterstützungsweise prinzipiell durchaus von den Vorkriegsstipendien. Jedes Mitglied der Studienstiftung übernimmt nämlich die moralische Verpflichtung, die ihm zur Verfügung gestellten Mittel später einmal zurückzuzahlen. Neben dieser „Studienstiftung" gewährt der Staat durch den ganzen oder teilweisen Erlaß der Sudiengcbühren eine weitere Unterstühungsmöglichkeit, die vielleicht noch von größerer Bedeutung ist, weil sie nicht nur einer so eng begrenzen Zahl von Studierenden zugute kommt. Voraussetzung ist nämlich hierfür lediglich ein Fleißzeugnis und der Nachweis, daß das Einkommen der Eltern eine gewisse Grenze nicht überschreitet. Das einzige jedoch, was der deutsche Student den schweren Jnflationsjahren zu verdanken hat, ist die Schaffung einer starken wirt- schaftlichenSelb st Hilfeorganisation, die auch heute noch ihre Lebensnotwendigkeit täglich von neuem beweist. Da map, nämlich von staatlicher Seite aus nur eine Vergünstigung in bezug auf die Studiengebühren erlangen konnte, mußten es die Studenten selbst übernehmen, durch entsprechende Einrichtungen auch die Kosten des Lebensunterhaltes nach Möglichkeit herakzusetzen. Diese Bestrebungen führten zur Gründung zahlreicher Wirtschaftsorganisationen in den einzelnen Hochschulstädten, die in der „Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft" in Dresden ihren Zusammenschluß fanden. Unter den eigentlichen Selbsthilfeeinrichtungen sind wohl an erster Stelle die Studentenspeisungen zu nennen. Fast jede deutsche Hochschule besitzt heute eine „mensa academica“, wo den Studenten ein billiges und nahrhaftes Mittagessen zu einem geringen Preise verabreicht wird. In dieser Preiswürdigkeit liegt auch ihre ungeheure Bedeutung: geben doch die 41 Studentenspeisungen, die wir in Deutschland haben, täglich mehr als 30 000 Portionen aus. Das bedeutet aber, daß jeder zweite Student, der nicht bei feinen Eltern wohnen kann, seine Mahlzeiten in einör „mensa“ einnimmt. Nicht geringe Bedeutung kommt auch, besonders in Großstädten, den akademischen Wohnungsämtern zu. Hier werden die Adressen preiswerter und geeigneter Zimmer gesammelt, so daß dem Zimmersuchenden viel Zeit und Geld erspart wird. Das gilt in erster Linie für die fremd zugereisten Studierenden, für die die Wohnungsfrage meist ein schwieriges Problem ist. So vermittelt allein das Berliner akademische Woh- nüngSamt jährlich etwa 4—5000 Zimmer zu einem Durchschnittspreis von 40 Mark, einschließlich Morgenkaffee und Bedienung. Neben diesen besonders bemerkenswerten Selbsthilfeeinrichtungen gibt es noch eine ganze Reihe anderer akademischer Wirtschafisbetriebe, die auch dazu angetan sind, den Lebensstandard Wie man in Amerika studiert. Wenn man als Deutscher eine Zeitlang amerikanisches Universitätsleben beobachtet, wird einem sehr bald klar, daß es sich von dem, was wir in Deutschland als Universitäts- und Studentenleben kennen, erheblich unterscheidet. Das geht so weit, daß es dem deutschen Studenten, der nach Amerika kommt, um dort zu studieren, in vielen Fällen außerordentlich schwer wird, sich auf die unbekannten und fremdartigen Verhältnisse umzustellen. Amerika hat feine eigene Form akademischen Lebens geprägt, mit der der Europäer oft nichts anzufangen weih. Am entscheidendsten ist der Unterschied zwischen Deutschland und Amerika auf dem Gebiete des Studienbetriebes. Die Art, wie man in Amerika studiert, mutet zunächst schulmäßig an. Der Student wird unter professoraler Leitung vom ersten Tage, an dem er die Hochschule betritt, bis zu dem Moment, wenn er sie verläßt, durch die Jahre seines Studiums hindurchge- führt. Er hat eine bestimmte Zahl und Auswahl von Vorlesungen und Hebungen zu belegen und in sehr genau vorgeschriebener Weise Rechenschaft darüber abzulegen, daß er dabei die von der Universität gewünschten Resultate erzielt. In Amerika gibt es kein Vorlesungsschwänzen, keine verbummelten Semester. 'Wer es bis zu einem akademischen Grad bringen will, muß vom ersten bis zum letzten Semester arbeiten. Er muß die Bücher wirklich lesen, die ihm sein Professor in der „Klasse" als empfehlenswert bezeichnet, er hat sich über seine Lektüre durch schriftliche Inhaltsangaben auszuweisen, die vom Professor mit einer Zensur versehen werden. So könnte man noch eine ganze Zeit weitererzählen von obligatorischen Semesterschlußprüfungen, vpn schriftlichen Haus» und Klassenarbeiten, von Referaten und Vorträgen, wie sie in den meisten Vorlesungen verlangt werden, und ähnlichen Dingen. Nur wenn der amerikanische Student allen an ihn gestellten Anforderungen mit wenigstens „genügend" entspricht, können ihm die besuchten Vorlesungen angerechnet werden. Andernfalls hat er den gescheiterten Besuch später zu wiederholen. Troh des an den Tag gelegten Arbeitseifers dauert es in Amerika durchschnittlich drei bis vier Jahre länger, bis man mit dem Studium fertig wird. Das hat seinen Grund in der Art ... :<*■ ■ bie überindividuell wertvollen Güter, die ihrer Natur nach nicht historisch und sozial sind, z. B. die Sähe ter Mathematik, werden uns doch immer nur im Gewände einer Sprache zugänglich. die jedenfalls, mag sie auch Formelsprache sein, historisch ist. Sie werden ferner bewahrt und tradiert von Gemeinschaften. Zu dem Ansprüche des Zöglings an ten Erzieher tritt so der der Gemeinschaften, der Familie, der Nation, des Staates, dec Kirche, der Kulturmenschheit. Da diese Ansprüche nicht identisch sind, entstehen Spannungen und Gegensätze in der Erziehungsaufgabe. Sie treten in der Gegenwart besonders schroff hervor, weil die Herrsch at bestimmter Gemeinschaften nicht mehr allgemein und solbstverständlich arer.annt ist. Es hieße über bie We'ensbest.mmung der Erziehung hinaus auf die materielle Erziehungslehre eingehen, toci'lte ich die.e Schwierigkeiten hier erörtern. Qiur auf einen Punkt muß allgemein hingewiesen werden, weil er für die praitische Frage, .uns auf dieser Tagung beschäftigen soll, wichtig ist: wie auch der Erzieher zu den Gemeinschaften, ihren Werten uno Lehren steht — er 'nnn nicht von vornherein die künftige Stellung des Zöglings zu ihnen vorauswissen, er kann nrcht verhindern, daß dec Zögling über eine best.mmte Gemeinscha t. S'tte. Kirche, in der er erzogen ward, hinan.'-blickt und ei; nsowenig, daß er in. sie.zurück-e:.angt. Es wird daher nötig sein, ihn jeie .'Mls so zu erziehen, daß er sich in freier und söbständigec Entscheidung bewahren und hallten kann. Mir scheint, daß damit ein gemeinsamer Boden für die Vertreter verschiedener ileberlieferungen und Weltanschauungen gegeben ist. Sie müssen sich auf die ihnen gemeinsamen Güter und Werte besinnen, die jedenfalls als solche bewußt zu Pflegen sind, damit sie in der Seele des Zöglings auch dann lebendig bleiben, wenn sich seine SkSllung zu einem bestimmten Glauben politischer oder religiöser Art ändert. Es entspricht dajer der Lage unserer Zeit, wenn die Besinnung auf das Wesen der Erziehung von dem einzelnen Zögling, feinem Anspruch und der Stellung des Erziehers zu ihm ausgeht und von daraus zu den Ansprüchen der Gemeinschaften fortschreitet. ihr spricht. Eine jede Ordnung, der sich der Er» z.eher selbst einfügt, hat etwas von überindivi- ouell bindender Kraft. Der Erzieher behandelt dabei den Zögling im Grunde nur, wie er sich in feiner Selbsterziehung selbst behandelt. Der sich selbst Erziehende unterstellt sein empirisches Selbst einer Herrschaft, die er mit feinem wahren Wesen uud Willen, mit dem zur Herrschaft berufenen Seil, dem „Hegemonikon" in sich selbst eins weiß. So stellt der echte Erzieher den Zögling zunächst und vorläufig dem unterworfenen Teil seines eigenen Selbst nur deshalb gleich, weil er in ihm das wahre herrschende Ich wecken will. „Wecken" — denn er eugen kann er es nicht. Wie jede echte Lehre nicht Mitteilung eines Resultates ist. sondern eine Wendung des erkennenden Geistes erzeugen will, die diesen befähigt, das Resultat selbst zu finden, so ist erst recht sittliche Erziehung nur zu verstehen als eine Umwandlung des Zög» Ungs, die zuletzt immer dessen eigene Tat bleibt, bie wir nur vorbereiten, nur erhoffen, nie erzwingen können. Das hat Platon ein für allemal ge eigt, und darum vor allem ist er der ewige Meister aller Erlleh-Lehrer. Kraft der Sache über dem anderen stehen den man doch sich selbst grundsätzlich gleichstellt — cas geschieht unter Erwachsenen normaler» weise immer nur auf begrenztem Gebiet, unter ausdrücklicher oder stillschweigender Einschränkung. Zwischen dem Erwachsenen dagegen und dem älnerwachsenen ist dies Verhältnis normal durch die verschiedene Reife bedingt. Daher ist Erziehung wesentlich ilvertoacbfcnen zugewandt T der Erwachsene empfindet es mit Recht als eine Wertminderung, wenn er Gegenstand der Erziehung wird, und das färbt dann auf die Haltung des Erziehers ab. Dagegen kann ich das Kind, das ich erziehe, mir nicht nut gleich, ich kann es als Träger von Möglichkeiten, die mir unerreichbar sind, in meinem Innern über mich stellen — und die letzte heimliche Ehrfurcht des Erziehers vor dem Zögling geht darauf zurück daß er in jenem Möglichkeiten ahnt, die ihm selbst verschloßen sind. Darum ist es berechtigt die Erziehung als wesentlich auf die Jugend ««richtet aufzufassen — auch daß die inneren Schwierigkeiten der Erziehung von her Pubertät ab so rasch wachsen, findet hier feine Erklärung. ■ Wei geschützt eben durch eine trotzige Leben ist einsam, geschützt eben bi Abwehr aller früheren Einflüsse. Fürdie kalte Jahreszeit TRAGT DIE GUTE SCHMÜCKER-KLEIDUNG Ihre Gesundheit Schützen Sie TOtoA Schuhhaus 8914A Die Polsterer-,Tapezierer- u. Sattler-Innung für Stadt und Kreis Gießen 8735D 7852 bef. Rudolf Mosfe, Köln am Rhein. öfl-lZV Gießen, Asterweg 47 ' 8913A 10Werbeta@e10 Vom 31. Oktober bis 9. November 1O°lo Rabatt MW der Alicenstraße 11 8930A Am schwersten wird dem Jugendlichen die Ablösung seiner Liebe von den Erscheinungen des Lebens, an denen sie in der Kindheit wie die junke Ranke Halt und Stühe fanden: von dem Rater und der Mutter. Jetzt, wo die kindliche Aeigung einen Zuschuß aus den Quellen der reif gewordenen Sinne empfängt, wird die Zuwendung zum fremden Liebesobjekt Gesetz und Forderung. Wir wissen aus den Sagen, aus der Geschichte der Menschheit und der vergleichenden Völkerkunde, daß diese Ablösung sich nicht ohne weiteres und stets nur unter starken Konflikten vollzogen hat. Die heftigen Kämpfe der Generationen, die Auseinandersetzungen zwischen Vätern und Söhnen, Müttern und Töchtern, sind jedem Warme Hausschuhe 4.95, 4.50, 3.50, 2.50, 2 20, 1.50 Personen, die zwar nicht in gerader Linie Der* wandt, aber von derselben dritten Person ab- stammen, in der Seitenlinie verwandt, und der Grad der Verwandtschaft richtet sich nach der Zahl der sic vermittelnden Geburten. Ein uneheliches Kind und sein Vater gelten nicht als verwandt. Hiernach sind Onkel und Reffe im dritten Grade der Seitenlinie miteinander verwandt und können zu gleicher Zeit Gemeinde- Vertreter sein. Sie sparen Geld, wenn Sie Ihren Einkauf bei mir tätigen Kleiderstoffe, Mantelstoffe, Hemdentuche, Flockköper, Sportflanelle, Bettuchbiber, Bettkolter, Inletts, Federn, Daunen, Frottier- Wäsche, Unterhosen für Herren u. Knaben, Schlupfhosen, Reformröcke, Damenstrümpfe Etagengeschäft Sonneborn m-e Well. »ans Mischet-. ’ttätä- oder Reifezeit, Sie m 13., 14. Jahre einfetzt oder 18. Lebensjahr und 1, wobei sich noch durch ld individuelle Unterschiede irschieben, pflegt man auch ite „Trotzalter" zu bezeich- >abü dieses Verhalten mit ich kleiner Kinder von fünf ls denselben Damen trägt, nen, Wlehnen um des Ab- i die charakteristischen Merk- Kind wie für den Jugend- findet somit nicht statt. Gießen, den 26. Oktober 1929. Versicherungsamt der Stadl Gießen. Der Wahlleiter: Keitzer. Preußen. Schulzusammenle ung in Wehlar. IZ Wetzlar, 27. Okt. Auf dem Gebiete der R a - tionalisierung des höheren Schulwesens tritt am l.Rovembcr auch bei uns eine bedeutsame Aenderung in Kraft. An diesem Tage werden das staatliche Goethegym- n a s i u m und die staatliche Aufbauschule zusammengelegt. Sie werden eine in Eiche und poliert Küchen, Kleinmöbel, Polstermöbel aus eigener Werkstatt, in bester Verarbeitung, zu niedrigsten Preisen. Franko Lieferung und Zahlungs - Erleichterung Möbelfabrik Carl Stückrath Unverwüstliche Kinderstiefel 8.50,7.50,6.50,5.50,4.95, 3.95, je nach Größe Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Wischtücher. Rach § 366 8 des Strafgesetzbuchs ist es verboten, nach Orten hinaus, wo Menschen zu verkehren Pflegen, Sachen auf eine Weise hin- zuwcrfen, daß hierdurch jemand beschädigt oder verunreinigt werden kann. Schüttelt der über Ihnen wohnende Mitbewohner Wischtücher so aus. daß es zu einer empfindlichen Belästigung wird, so muß der Hausherr für Abhilfe besorgt sein und gegen den Schuldigen vorgehen. Ist der Hausherr selbst der Liebeltäter, so müssen Sie ihn, wenn er seine Störung nicht unterläßt, am Amtsgericht verklagen. E. Ä. aus L. Rach Art. 6 Ul des hessischen Gesetzes über die Wahlen für Gemeinden usw. vom 7. Oktober 1925 dürfen Gemeindevertreter miteinander weder in gerader Linie verwandt oder verschwägert, noch im zweiten Grade der Seitenlinie verwandt sein. Rach § 1589 DGB. sind Wetterfestes Schuhwerk 16.50, 14 50, 12.50 und tragen Sie unsere Ueberschuhe Marke BALL-BAND Es ist der beste gemeinsame Llnterkunft in den Räumen finden, die bisher von der staatlichen Aufbauschule auf der Spilburg benutzt wurden. Als gemeinsamer Leiter ist der derzeitig« Direktor der Aufbauschule vorgesehen. Die für beide Anstalten erforderlichen Räume sind durch Ausbau und Llmbau der bisherigen Räume der Aufbauschule gewon- nen worden. Die Kosten hierfür hat der Staat übernommen, während das Gebäude selbst im städtischen Besitz verbleibt. Lieber die Verwendung des alten Gymnasialgebäudes, das sich im staatlichen Besitz befindet, verlautet noch nichts. Wie wir hören, will der Staat das Gebäude nicht verkaufen, es aber verpachten. Es ist nicht ausgeschlossen daß die Stadt das Gebäude mit einer Volksschule belegen wird. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes. 28. Okt. Da die im Sommer neu gewonnene Quelle zu unserer Wasserleitung den Erwartungen nicht entsprochen hatte, beschloß die vereinigte Gemeindevertretung von Dorlar und Waldgirmes, eine dritte Quelle zu erschürfen. Das ist inzwischen geschehen, aber es ist bis jetzt noch nicht gelungen, sie in die Hauptleitung einzusühren. da sie tiefer liegt als die Hauptquelle und von dieser zurückgestoßen wird. Man will versuchen, sic durch einen Stollen höher zu fassen. Berliner Börse. Berlin, 3?. Okt. (WTD. Funkspruch.) Rach- dem sich die Tendenz der gestrigen Frankfurter! Abendbörse, obwohl die erneuten Kurseinbrüche in Reuhork schon bekannt waren, relativ gut behaupten konnte, ist mein auch im heutigen Früh- vcrkehr nicht allzr pessimistisch gestimmt. Man wartet allerdings ab. ob nicht vielleicht doch noch Ware der Jnvestmenttrusts an den Markt kommt, und hält sich vorläufig von Geschäften zurück. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,83, London gegen Mailand 93,13, London gegen Spanien 34,12, London gegen Kabel 4,8785. London gegen Berlin 23,3813 zu 20,3825, Kabel gegen Berlin 4,1775. Kreuzplatz 6 8834A 5er Gtgi^cr meiß nur hn sehr unbequemen Tat- iet Seelenfvrfiher, befreit n, den tieferen Lebensfinn ge dieses immer toieder- ,es auffinden können. Den stfremdet und von der Ge- >senen noch mit einem itoni- brt, suchen die jungen Men- sicherheit hinter einer her- ig zu verbergen. Dor allem iine Art von nowendigem m der Jugendliche eine Jee* ngt, deren Schwere und De- > im späteren Alter maß Jüngling einigere Au gabe M %v Peöeu trug, das man MMMk in verschiedenen Größen empfiehlt Ldgar Ionmann,Eisenhandlulig Meyer Gießen, Bahnhofstraße 30 Bekanntmachung. Betr.: Die Wahl der Vertreter der Aerzte und Krankenkassen zum Vertrags- und Zulassungsausschuß für die Versicherungsamtsbezirke Gießen-Stadt und Gießen-Land. Nachdem von feiten der Wahlberechtigten bis zum festgesetzten Termin nur je eine gültige Vorschlagsliste eingercicht worden ist, gelten die Vorgeschlagenen in nachstehender Reihenfolge als gewählt. 8923C a) Vertreter der Krankenkassen: Fourier, Heinrich, Geschäftsführer der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen-Stadt, Bechtold, Wilhelm, Geschäftsführer der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen-Land, Becker, Heinrich 111., Geschäftsführer der Betriebskrankenkasse der Main-Weser-Hütte, Lollar. # Unterstützt das Handwerk Bei Neuanfertigung und Aufarbeiten von Polstermöbeln und Matratzen aller Art wollen Sie das selbständige Handwerk berücksichtigen! Fachgemäße und preiswerte Bedienung sind Ihnen hier am besten gewährleistet! Donnerstag, den 31. Oktober 1929, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Reuenweg dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 8929D eine Nähmaschine, vier Schreibmaschinen, einen Schreibmaschinentisch, sechs Schreibtische, eine Registrierkasse, nwei Klaviere, sechs Büfetts, zwei Streben- zen, einen Bilderschrank, eine Chaiselongue, ein Sofa, vier Regulatoren, einen Eisschrank, einen Gasherd, drei Vertikos, zwei Grammophone, einen Heißwasserapparat, einen Glasschrank, vier Divane mit vier Sessel, einen Bücherschrank, einen Silberschrank, zwei Kleiderschränke, einen Kassenschrank, einen Serviertisch, ein Bett, zwei Schreibtischsessel, zwei Korbmöbelgarnituren, vier Tische mit elf Stühlen, vier Spiegel, zwei Laden- theken, acht Warenschränke, ein Schlafzimmerbild, vier Photoapparate, eine Bohrmaschine mit Motorbetrieb, 14 Sporthosen, 205 verschiedene Puppen, sechs Pullover, 18 Blusen, acht Herrenwesten, 17 Kinderanzüge, ein Kinder- mäntelchen, zwei Kinderkleidchen, 13 Schals, fünf Kindermützen, einen gestrickten Rock, 32 Schlupfhosen, fünf Unterröcke, vier Westen, eine Flurgarde- robe. Dent, Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstroße 13 — Fernruf 4101. auch heute bekannt, und haben in diesen triebhaften Vorgängen, deren Beginn ja bis in die Kindheit weist, ihren Ursprung. In welcher Weise der Jugendliche seiner Cnt- wicklungsaufgabe gerecht wird, entscheidet über sein weiteres Schicksal. Er kann als Revolutionär, als weltfremder Schwärmer, als Verbrecher oder am Leben Verzweifelnder die Schwelle der Kindheit überschreiten. Alle diese Möglichkeiten sind Ausstrahlungen derselben zentralen Seelenlage: einer Selbstüberschätzung und eines ichvcrliebten Geltungsdranges, die in der plötzlichen Entdeckung einer eigenen Welt wurzeln. Diese Einstellung ist in Grenzen gesund und notwendig, aber sie kann, durch widrige Erlebnisse oder Llnvernunft der Llmgebung gesteigert, den Boden für schwerste pathologische Verirrungen abaeben. Keine Phase der seelischen Entwicklung fordert vom Erzieher größere Zurückhaltung und Selbstbeherrschung, als diese Jahre des „Sturmes und Dranges". Eltern, die die Gesetze der Jugend aus Einsicht und Beobachtung zu einem sicheren Bestände ihres Wissens gemacht, und die schon vorher Schwächen und Stärken ihrer Kinder richtig obgeschäht haben, werden auch in dieser Zeit den Zusammenhang mit ihnen nur scheinbar und vorübergehend verlieren. „Stilles Abwarten und geduldiges Verstehen" könnte man als obersten Grundsatz an den Anfang aller Jugendlichen- Erziehung stellen. Der junge Mensch sucht bei seinen Führern lebendiges Beispiel, Freundschaft und Vertrauen. Das Pochen auf die „Erfahrung" der Jahre, moralische Vorhaltungen oder gar Drohung mit Gewalt sind verlorene Mühe, finden bei dem wörtlich zu nehmenden „Eigen-Sinn" keinen Eingang in die jugendliche Seele und stacheln sie höchstens zu noch maßloserem Widerspruch auf. der Künstler sowohl wie aus genauen Beobachtungen, die die Psychologie in den letzten Jahren über diesen wichtigen Altersabschnitt gesammelt hat, sind uns jenes Erlebnis und seine Auswirkung in den Einzelheiten bekannt geworden. Das Kind steht ganz im Banne der äußeren Erscheinung, es erforscht 6inp und Beschaffenheit der realen Dinge. Der Jugendliche, aufgerüttelt durch den heftigen Ansturm eines ihm vorher unbekannten Leidens und Begehrens, wird sich seines Selbst bewußt und fühlt sich plötzlich als ein persönliches Einzelwesen von seiner bisherigen Llmgebung getrennt. Seine Gefühlsreaktionen, seine Zu- und Abneigungen, der verwirrende Wechsel seiner Stimmungen werden ihm Mittelpunkt alles Denkens und Tuns. Während das Kind noch naiv, ohne Wissen von sich selbst, handelnd und fordernd mitten in dem rastlosen Fluß des Lebens sich bewegte, steht der jugendliche Mensch neben dem Strom des Geschehens und sucht im Spiegel die sich bildenden Llmrisse seines eigenen Gesichtes, seines werdenden Ich zu erhaschen. Er beginnt sich zu beobachten, er führt Tagebücher, schreibt geheim Gedichte und gibt damit Kunde von dem neu erwachenden Innenleben. Der bisherige Leitstern alles Handelns, die Stimme der Eltern, verblaßt, oder vielmehr er erscheint am Horizonte dieser neuen Innenwelt, mit ihren Gesehen sich verbindend, wie ein Ruf aus der eigenen Brust. Es ist die Zeit, in der das „Gewissen" Gestalt bekommt und Ideale sich aufrichten. Die Llrbilder selbst aber, die Eltern, Lehrer, Erzieher werden zunächst verlassen. Die Wanderschaft zum neuen Trustfrei I Führendes, unabhängiges, deutsches Trustfrei I MargavkrsswevV mit eigenen Raffinationsanlagen und eigener Oelfabrik, sucht einen bei allen Abnehmerkreisen nachweislich bestens eingesührten Dsvtveiev zum Vertrieb von erstklassigen Margarinemarken mit und ohne Wertreklame, Speisefett, Speiseöl. Angebote mit Referenzen unter K. A. Bekanntmachung. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung vom 18. Oktober 1929 einem Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Schiffenberger Weg und Heegstrauchsweg nebst einer hierzu zu erlassenden Ortsbausatzung zugestimmt. 8923C Der Entwurfsplan sowie der Entwurf zu einer Ortsbausatzung liegt in der Zeit vom 1. bis 15. Rovember 1929 bei dem Städtischen Hochbauamt, Asterweg Rr. 9, während der üblichen Geschäftsstunden zur Einsicht offen. Einwendungen hiergegen sind bei Vermeidung des Ausschlusses innerhalb der obenbezeich- ncten Frist bei dem Städtischen Hochbauamt schriftlich vorzubringen. Gießen, den 26. Oktober 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Qualitätsmöbell Speise-, Herren- und Schlafzimmer I Ersatzmänner: Ottilie, Otto, Vorsitzender der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen-Stadt, Schupp, Georg, Geschäftsführer der Landkrankenkasse Gießen, Wellhausen, Ludwig, Geschäftsführer der Betriebskrankenkasfe der Firma Bänninger G. m. b.H., Täubert, Otto, Vorstandsmitglied der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen-Stadt, Herber, Friedrich, Vorsitzender der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen-Land, Boeck, Friedrich, Geschäftsführer der Innungskrankenkasse Fleischer-Innung, Gießen. b) Vertreter der Aerzte: Reinewald, Theophil, Dr. med., Facharzt, Gießen, Neumann-Spenget, Werner, Dr. med., Arzt, Gießen, Schmidt, Wilhelm, Dr. med., Arzt, Hungen. Ersatzmänner: Brüning, August, Dr. med., Professor, Facharzt, Gießen, Gros, Franz, Dr. med., Facharzt, Gießen, Klein, Wilhelm, Dr. med., Arzt, Gießen, Ploch, Karl, Dr. med., Arzt, Gießen, Gengnagel, Fritz, Dr. med., Arzt, Großen-Buseck, Schaad, Friedrich, Dr. med., Arzt, Lich. Die auf den 6. November 1929 anberaumte Wahlhandlung nQn auch S JW °s» “«'Mtf** ««f »s. s&uäs mit Mtn,1&P1!p-bt londerz Men kamst zu hJ.s?111 amen- n während t uen deutschen ö" Men, kn ÖhSESl' Hnb rhin ff?* nicht Wütfie zurüst ilmeriloner auch ihr D-r- utzn jedo? iX a Tkl1-, während £ jMumm Ästchen Äy.» auch Uebri- Wn Jratermties“ in der Wn beliebt ^Studentinnen ist “ÄÄ • Die Studentinnen haben ngen^sororities-'nenoimt), Betätigung verpflichtet und ufig als Werkstudentinnen. ne-iDoiien y ^i"nS l- A"S WI Hn- «“Äi tritt I» an den < Nation, Md V®?1 treten Vl^at betör. vr.HdttA sten nZLhieb-.-b« .ng fingM CrchehungE^ erort:rn. nkt'Nuß ^Ltlsche S1® - 5^/ Wing ’rL et WW »»«'MS’** 5'* u bann ngs auÄ e.nf111 nrtt an* lliÄ to °L w «*£ F nur „Kufeke" und frische Mitch für Dein Kind! Ou wirst Freude haben. Unsichtbare Feinde unserer Gesundheit sind die Bakterien, die ins Innere unseres Körpers ein- dringen. Rach den neuesten Forschungen werden Hämorrhoidalbeschwerden durch die Darmbakterien verursacht. Entzündungen, Schmerzen und Blutungen werden durch diese heruorgerufen. Alle diese Leiden lassen sich heute leicht beseitigen, wenn man das Posterisan anwendet, welches Heil- und Schutz» stoffe gegen die Darmbakterien enthält und diese unschädlich macht. Posterisan kann man in allen Apotheken erhalten, auch wird dort kostenlos aufklärende Broschüre über das Posterisan abgegeben. — Originalpackung Posterisan-Salbe: RM. 1,75; —> Posterisan-Zäpfchen: RM. 2,65. 8772V 6 «OEM . mü fHeyd & Sohn | Seltersweg 12 K llr.255 Hermann Mettenheimer Inhaber: C. Kerber & W. Menges 8837A f Rest Weltspartag bestände in wollenen Kleiderstoffen billig Plockstrabe 14 tiGUA C. Röhr & Co h- 8M2IA R92 )D Damen ’rt gefüttert und ungefüttert 889JA Grobe Auswahl! Aeuberste Preise! > ■ H. 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Unb i?e ( als wollte 'lc)-^über J »3d) wei Unverscham gl, er, spvch W- nrase ge e . ®r trat Gcsich Doch Ä t A.eine , ei» 4 dir ?en Augk c;n« Dvppe U-N Ö£>: ßn . den ( iga bfr hböt t° S-k 44 fr?1 8jÄ schmeckt Wurst u. Schinken noch einmal so gut Aber welche Nachteile hat in der Räucherung der alte gemauerte Räucherschrank, wie er zum Schaden seines Besitzers noch oft verwendet wird. Er bietet nicht genügend Schutz gegen Ungeziefer, hat selten genügend Luftzirkulation und wird leicht feucht. Wie schön ist dagegen ein eiserner Flelsch-R’äu- cher- und Aufbewahrungsapparat, den Sie hinstellen können, wo Sie wollen, In Flur, Zimmer od. Keller. Er gewährt unbedingten Schutz gegen legllches Un- teziefer, hat stets genügend uftzlrkulation, räuchert Fleisch und Wurst viel besser und hält sie länger Irisch. Dabei Ist der Anschaffungspreis für jeden Haushalt leicht zu erschwingen. Sehen sic sich unverbindlich an meinem Lager einige Ausführungen an. 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Die Bautätigkeit in unserer Gemeinde, die in diesem 3agre ansanglich nur schwach einsetzte, hat erfreulicherweise doch noch einen zufriedenstellenden Umfang angenommen. Insgesamt wurden zehn Gebäude erstellt, von denen fünf bezugsfertig wurden. Neben einer Anzahl An- und Umbauten von Wohn» und Wirtschaftsgebäuden wurden ferner einige im Vorjahre errichtete Rohbauten fertiggestellt und konnten bezogen werden. Wenn auch die Zahlen in diesem Jahre nicht ganz die vorjährigen erreichen, so wurden bzw. werden doch immerhin eine größere Anzahl neuer Wohnungen gewonnen, die den Wohnungsmarkt entlasten, so daß nunmehr ein Ausgleich in Nachfrage und Angebot innerhalb der Gemeinde geschaffen ist. Abgesehen von einigen wenigen Fällen, in denen aus besonderen Gründen ein Wohnungstausch angebracht ist, kann gesagt werden, daß die örtliche Wohnungsnot je tz t b e h o b e n ist. t). Staufenberg, 28. Oft. Die hiesige Burg, die zugleich als Durgwirtschaft verpachtet, beliebter Ausflugsort ist und Eigentum des früheren Grobherzogs war, ist seit einigen Jahren durch Kauf und Tausch in den Besitz des hessischen Staa'es übergegangen. Die Erhaltung der Burg und chrer näheren Umgebung hat den Staat bisher schon ziem.iche Opfer gekostet. Aber es ist zu begrüben, daß auf diese Weise ein selten schöner Ort mit der oberen Burgruine und der das alte Städtchen überragenden Burg (im Bolksmund die Schabeburg genannt) erhalten wird. Neuerdings wird nun neben der unteren Burg in nördlicher Richtung ein grober Saal gebaut. Muhle beim Bekanntwerden des Projektes die Befürchtung sich regen, dah durch diesen Neubau das Gesamtbild der Burg Staufenberg verschandelt werde, so kann nunmehr nach Fertigstellung des Saales im Rohbau diese Befürchtung glücklicherweise kurzer Hand beiseite gelegt werden. Denn unter sachkundiger Leitung ist der Neubau in solchen Formen gehalten, dah er sich in das Landschaftsbild ohne störende Wirkung anschmiegt und die schöne Aus,icht in das Lahntal offen läßt. Nun ist nur noch zu wünschen, dah auch die wei ere Behandlung des Neubaues, besonders im Aeuheren, in solcher Weise erfolgt, dab er nicht wie ein Klecks auf einem schönen Bilde wirkt. 8 Alten-Duseck, 28. Oft. Wie in den meisten anderen Ortschaften sind auch in unserer Gemeinde mehrere Vorschläge zur Gemeinderatswahl eingc.eicht worben. Um die Interessen der Gewerbetreibenden besser als bisher zur Geltung zu bringen, wurde ein Wahlvorschlag der »Freien bürgctlidjen 'Bereinigung" (Spitzenkandidat Kaufmann L. Schwalb) aufgestellt. Weitere Vorschläge wurden wieder eingereicht vom Sozialdemokratischen Wahlverein (Weichensteller Heinrich Benner) und vom Bauernbund (Wilhelm Becker XIII.). Neu hi zagekomincn ist ferner ein Wahlvvrschlag der hier nur sehr schwach vertretenen Kommuni st ischen Partei mit dem Spitzenkandidaten Karl Seuling, Buchbinder. • Climbach, 29. Ott. Der älteste Ortsbürger unserer Gemeinde, Karl Schneider, vollendete kürzlich sein 83. Lebensjahr. Er ist Kriegsteilnehmer aus 1870/71 und hat den Feldzug von Anfang bis Ende mitgemacht. § Lich, 28. Oft. Aus dem Gemeinderat: In der jüngsten Sitzung erteilte der Gemeinderat seine nachträgliche Genehmigung zu verschiedenen Einnahme- und Ausgabeposten der Rechnung 1 92 6, stimmte einer Löschungsbewilligung zu Liebe in Ketten. Roman von Hans Mitteweider. Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). 25 Fortsetzung. Nachdruck verboten Käthe fühlte w'.e ihre Knie zitterten. Sie hätte sich am liebste i wieder auf den Baumstamm herabsinken Inbev, aber sie wußte, daß sie nicht schwach werden durste, nicht einen Herzschlag lang. Sie mußte, mußte ihn zu der Ueberzeu- gung bringen, daß sie doch eine andere war, mcht seine Frau. Und sie brachte es fertig, sich kühl abzuwenden, als wollte sie ihn stehenlassen. Dabei sagte sie stolz über die eine Schulter hinweg: „Ich werde meinem Gatten mitteilen, welche Unverschämtheit Sie sich herausgenommen haben!" „Das glaube ich dir nicht, Käthe," erwiderte er, spöttisch lachend. „Cs sei denn, du wolltest ihm zugleich gestehen, dah du in Wahrheit nicht seine Frau bist, sondern die meine, daß du in Doppelehe lebst, auf die das Gesetz Zuchthausstrafe gefetzt hat!" Er trat dicht vor sie hin und schaute ihr voll ins Gesicht, das tödlich blaß war. „Ich habe vorausge,ehen, daß du leugnen würdest. Doch du irrst, wenn du annimmst, du könntest mich täuschen und mich g.auben machen, du seist eine andere. Ich habe dich sofort erkannt, als ich dir wieder gegenüberstand. Ich habe nicht einen Augenblick daran gedacht, daß meine Frau eine Doppe.gängerin haben könnte." „Und doch hast du dir nichts merken lassen!" schrie Käthe in ihrer Verzweiflung auf. Ganz wider ihren Willen hatte fie es getan, hatte den Gedanken ausgesprochen, den sie nur hatte denken wollen, hatte ihn du genannt! Und nun wußte sie, daß es keinen Zweck mehr haben würde, ihn täuschen zu wollen. Er aber lächelte wiederum, und entgegnete überlegen: . c <_ „Nimm an, es hätte mir Spaß gemacht. Und das war tatsächlich der Fall. Ich gewahrte, wie dir vor mir bangte und wie du aufatmetest, als ich mich unwissend stellte. Ich bewunderte dich, als bu später so heiter wurdest." „Schurke!" schrie sie ihm ins Gesicht. „Elender Schurke!" „Rege dich nicht auf, Käthe! Es hat keinen Zweck. Wir sind allein miteinander. Mir genügt, daß du nicht mehr leuglieft, meine Frau zu sein." „Ich bin es nie gewesen!" „In dem Sinne freilich nicht, wie du es jetzt meinst: aber du bist es nach dem Gesetz! Der Trauschein ist in meiner Hand,, und wenn du ihn sehen willst ..." Lin Verband hessischer Seimaischulsreunde. Aus dem Vielerlei der pädagogischen Zeit- strömungen, wie sie aus dem verständlichen Streben, dem Aufstieg von Volk und Vaterland zu dienen, geboren wurden, hebt sich eine große Forderung mit großer Beharrlichkeit heraus, die dem Streit der Meinungen am wenigsten unterworfen scheint: der Ruf nach der Heimatschule. Dieser Gedanke entstammt weder dem Zufall, noch bewußter Erwägung: er ist vielmehr dem fruchtbaren Boden der Heimat mit Naturnotwendigkeit entwachsen: er muhte aus den fremden Versuchen, unsere völkische Einheit zu zerbrechen, sich von selbst ergeben. Der .Reichsbund Heimatschule", der bis vor kurzem den Heimatgedanken zu pflegen unternommen hatte, und durch seine großen Tagungen in Gießen, Heilbronn und Lauterbach noch in bester Erinnerung steht, ist trotz seines hohen Zieles zur Ruhe gegangen. Daß das an sich gute Unternehmen zuguterletzt doch gescheitert ist, liegt nicht an der Sache selber, sondern lediglich an der äußeren Erscheinungsform. Denn der Heimatgedanke ist einmal von Natur zu sehr mit einem begrenzen Stück Muttererde verbunden. Ein „Reichsbund" der Heimatschul.reunde kann nur als ileberorganifation in Betracht kommen, mit der Aufgabe, die Heimatschulgruppen der Einzelgebiete zusammenzuführen, um das Gemeinsam-Deutsche herausz istellen. Denn auch die Entwicklung und Lösung des Heimatschulproblems kann nicht von obenher geschehen, sondern muß zunächst in stammes- oder landermähig orientierten Einz l-e len tc s chi und begonnen werden. Die rege Tätigkeit der amtlichen heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaften, die sich der anerkennenswerten Unterstützung des hessischen Kultusministeriums erfreuen, erbringt den Beweis, daß auch bei uns in Hessen die H e i ma tschule zu ihrem Recht kommen will. Die Gemeinschaften sollen und wollen zunächst einmal die Bausteine zum Gebäude herbei- schaffen. Wenn auch chre mühselige Arbeit, die letzten Endes dem Heimatschulgedanken zu dienen hat, längst nicht abgeschlossen sein kann, so sind doch einzelne Heimatschulfreunde schon am Werk, bereitliegendes Baumaterial zu nutzen. Das ist gut so. Denn anders würde mancher Beteiligte die Lust zur Weiterarbeit verlieren, wenn nicht schon jetzt für die Berufspraxis etwas dabei herauskäme. Um einander näherzukommen und sich gegenseitig Anregungen für die Heimatschularbeit zu geben, haben sich jetzt die bereits tätigen Heimatschulleute zu einem Verband der Heimatschulfreunde in Hessen zusammen» geschlossen. Der Bund will den Heimatschulgedanken pflegen und alle Freunde der Heimatschule zu gemeinsamer Arbeit zusammenfassen. Lehrpersonen aller Schulgattungen haben bereits der Gründung zugestimmt und schriftlich ihren Beitritt erklärt. Die eigentliche Gründungstagung findet schon in allernächster Zeit in Frankfurt a. M. statt. Außer geschä tlichen Mitteilungen, wie Wahl eines Vorstandes, sieht die Tagesordnung Aussprachen über den gegenwärtigen Stand der Heimatschulfrage in Hessen und über Ziel und Zweck eines Bundes der hessischen Heimatschulfreunde vor. Dann ist das Thema „Heimatidee und Heimalschristtum" Gegenstand der Erörterung, und in einem Licht- b'.ldervortrag sollen Anregungen zur naturkundlichen Heimatbeobachtung gegeben werden. und genehmigte einen Vertragsentwurf zwischen der Stadt Lich einerseits und dem Hugo Hummel in Lich anderseits hinsichtlich der Errichtung einer Uferstützmauer an der Wetter durch letzteren. Die Stadt Lich leistet hierzu einen einmaligen Zuschuß in Höhe von 1000 Mk., übernimmt die Mauer in ihr Eigentum und unterhält sie. Dem Hugo Hummel wird gegen Widerruf gestattet, auf der Mauer ein Geländer anzubringen, dessen Unterhaltung ihm obliegt. — Weiterhin stimmte der Gemeinderat u. a. den Vorschlägen der Dau- und Finanzkommission über die Instandsetzung des durch die Kabelverlegung der Reichspost beschädigten Fußsteiges innerhalb der Stadt zu, genehmigte die Anschaffung eines Dullen durch den Landwirtschaftskammerausschuß für die Provinz Oberhessen zum Preise von 780 Mk., eines Ziegenbockes für 150 Mk. und 10,75 Mk. Nebenkosten, die Abschaffung eines Dullen an einen hiesigen Metzger zum Preise von 925,65 Mk. und eines Ziegenbockes. Rach Erledigung sonstiger kleinerer Vorlagen schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung an. * Lich, 28. Oft. Wie schon kurz berichtet, sind für die kommende Gemeinderatswahl hier fünf Wahlvorschläge, und zwar von den Deamten, den Landwirten, dem Handel, dem Gewerbe und der Arbeiterschaft eingereicht worden. Einfache Listenverbindung haben eingegangen als eine Gruppe der Handel mit den Beamten und als weitere Gruppe das Gewerbe mit den Landwirten. s. Inheiden, 28. Oft. Für die bevorstehende Gemeinderatswahl sind hier drei Wahlvorschläge eingereicht worden. Die Liste des Landbundes lautet: Hch. Frank, Herrn. Reitz, Karl Dösch, Friedr. Wilhelm, „Bah! Dieser Trauschein! Was soll er? Vielleicht war alles nur Lug und Trug! Wir sind nicht kirchlich getraut worden!" „Was auch gar nicht nötig war! Dor dem Gesetz gilt nur die standesamtliche Trauung: die kirchliche ist reine Formsache. Richt mehr! Und du hast das gewußt, Käthe! Du wirst vergebens versuchen, mir etwas anderes einreden zu wollen! Du bist mit dem vollen Bewußtsein, daß du noch meine Frau warst, die Gattin Felix von Turnaus geworden." „Das ist nicht wahr! Das ist eine Lüge!" schrie sie empört. „Ich habe ihn zurückgewiesen, als er um mich warb und ich wäre nie, nie feine Frau geworden, hätte ich nicht in der Zeitung gelesen, dah du schwer verunglückt warst, daß man nicht die geringste Hoffnung hätte, dich am Leben zu erhalten. Ich glaubte dich tot!“ Sie war so erschöpft, dah sie sich nun doch wieder setzen muhte. Sie klammerte sich mit beiden Händen an den Buchenstamm an. Alles in ihr bebte vor Erregung: aber Angst — nein, Angst hatte sie jetzt nicht mehr vor diesem Manne, der so überlegen lächelnd vor ihr stand. Rur Zorn war in ihr, heiliger Zorn! Er las ihn in ihren Augen und lächelte. „Du hättest Erkundigungen einziehen müssen," sagte er kühl. „Ich hätte müssen!" wiederholte sie verächtlich. „Rach dir? Sollte ich vielieicht an dein Schmerzenslager eilen, nachdem du dich nicht darum gekümmert hast, was mir ge chah? Hast d u dich nach m i r erkundigt, als ich in jenem •Xuirtsrjaufe zwischen Tod und Leben schwebte, als ich dem Wahnsinn nahe war? Ein Schurke bist du, ein Herz- und gewissenloser Schurke! Du hast mich nach London gelockt; du hast meine Unerfahrenheit ausgenuht und mich zu jener Trauung überredet! Ich habe nicht ein Wort verstanden, was jener schäbige Mensch sprach. Du hast mich gedrängt, die unbekannte Frage zu bejahen, die er an mich richtete. — Vein, schweig'! Lah mich zu Ende kommen, damit du ein für allemal weiht, was ich dir sagen muh! Du hast dich mir genaht, du hast mich beton, als ich ein armes Mädchen war, das die Welt nicht kannte. Ich sehnte mich so nach einem Herzen, das mich liebte; ich hatte ja nie erfahren, wie das ist, wenn man einen Menschen auf der Erde hat, zu dem man sich flüchten kann in jeder Rot, der einen tröstet, der einem hilft der sich aber auch mit einem freut Und dann kamst du! Hast du die Worte vergessen, die du damals zu mir sprachst? Ich habe sie nicht vergessen! Wie eingebrannt stehen sie in meinem Gedächtnis. Ich will sie dir wiederholen! Du sagtest: , , ^ch will dir geben, was du hast entbehren müssen. Alle Freuden sollst du nachholen. Du sollst lachen und fröhlich sein und ich will dir sämtlich Landwirte. Der sozialdemokratische Vorschlag enthält die Namen: Ludw. Sonntag, Wilh. Weber, Richard Schmidt, Heinrich Metzger, Wilh. W i l l a. Eine Mit- teIIifte schlägt Friedr. Döcher, Karl Junker und Rich. Jakob vor. Kreis Büdingen. ! Ober-Widdersheim, 28. Oft. Bei der Treibjagd des Jagdpächters K. Eifer wurden 3 Rehe, 2 Füchse und 14 Hasen erlegt Kreis Schotten. -»-Schotten., 29.Oft. Die goldene Ehrennadel der Landesgruppe des D eu tschen Motorrads ahrer - Verbandes wurde auf einstimmigen Beschluß dem hiesigen Bürgermeister M e n g e l verliehen. Diese seltene Aus- xeichnung soll eine Anerkennung für die wertvolle Unterstützung fein, die der Motorradsport in Sch ot ten und im ganzen Vogelsberg gefunden hat Der Vorsitzende des hiesigen Motorradklubs wurde aus demselben Grunde durch die silberne Ehrennadel ausgezeichnet. Das Motorradrennen „Rund um Schot- t e n" gewinnt in diesem Jahre wiederum an Bedeutung und Ausdehnung, da seitens des Verbandes Meisterschaftsläuse für alle K la ff en vorgesehen sind. a Schotten, 29. Oft. Ein tr agischerUn- f a 11 ereignete sich heute vormittag hier. Ein junger Elektrotechniker wollte sich eine eigene Radioanlag e schaffen. Bei Spannung der Antenne und Erdleitung kam er offenbar mit dem Draht der Hochspannungsleitung zu nahe, der Draht berührte die Leitung und der junge Mensch, etwa 20 Jahre alt, wurde von dem Starkstrom getroffen und | auf der Stelle getötet. Das Mitleid mit alle Tage von neuem danken dafür, daß du mir dein Herz und deine Liebe schenktest So sprachst du, und ich traute dir? Ich war so froh, daß ich endlich, endlich Liebe spüren sollte! Ich will dich auch noch an andere Worte erinnern, die du mir sagtest, damals, nachdem ich schon deine Frau war — nach dem Gesetz, wie du behauptest. Du saglest: .Wenn wir deine Tante versöhnt haben, holen wir die kirchliche Trauung nach. Richt eher will ich ' ich als mein Weib betrachten/ Oder willst du leugnen, dah du das gelobt hast?" Berndt Klausen hatte sie sprechen lassen. Er hatte nicht gewagt, sie zu unterbrechen. Das hatte er nicht erwartet — das nicht-- Jetzt wußte er, dah er ein Weib vor sich hatte, das wahrhaft liebte und diese Liebe verteidigen würde mit allen Mitteln. Was auch seine Absichten ihr gegenüber gewesen sein mochten, jetzt, als er sie so unerwartet wiedergefehen hatte, regte sich die Eifersucht in ihm; fein Stolz war verletzt. Und sie war berauschend schon in ihrem Zorn; viel, viel schöner als damals das arme kleine Mädchen, das er erst hatte ein!leiden müssen. Seine Qlugen flammten sie an, daß sie errötend die ihren senkte, und er sagte leise, jedoch mit allem Nachdruck: „Ich habe deine Anklagen angehört, ohne dich zu unterbrechen: ich wäre ein Tor, wollte ich bestreiten, dah ich jene Worte zu dir gesprochen habe. 2m Gegenteil; ich möchte sie dir heute wiederholen. Ich habe nicht gelegen, als ich dir meine Liebe versicherte. Ich habe dich immer geliebt. Ich liebe dich noch." Da fuhr fie auf. „Schweig'! Sprich nicht von Liebe! Ich will es nicht hören! Es ist eine Beleidigung für mich!" Dann lachte sie plötzlich auf. „Sv ein Mensch behauptet, mich geliebt zu haben, und hat mich am Hochzeitstage verlassen!" stieh fie hervor. „Ohne daß du bis heute weiht, warum." „Was kümmert es mich? Ich habe mich fast zu Tode gesorgt um dich, als du nicht wiederkamst! Ich fiel in ein Fieber. Wenn ich damals genas, so habe ich das nicht dir zu danken! Damals sehnte ich mich nach dem Tod; aber er mochte mich nicht. Ich ahnte nicht, dah das, was wir Menschen Schicksal nennen, nur ausgleichende Gerechtigkeit ist, dah ich entschädigt werden sollte für alles, was ich unschuldig hatte leiden müssen, dah mein Leben doch noch vergoldet werden würde vom Sonnenschein wahrer Liebe. Wahrer Liebe! Hörst du es? Verstehst du, was das heiht? Ah, wie darf ich das von dir verlangen! Es ist eine Sünde an der Liebe setost, wenn ich sie dir zutrauel" der Mutter, deren Ernährer er war, und d.e schon zwei Männer, darunter den letzten Mann vor kurzem plötzlich an Kopfgrippe verloren hat. ist allgemein. Kreis Alsfeld. H Alsfeld. 28. Oft. Die hiesige Dürer- g e s e l l s ch a f t eröfsneie am vergangenen Samstag die Reihe ihrer diesjährigen Wintervorträge durch einen Alfred-Dock-Abend. Als Rezitator war einer der besten Interpreten der Bockschen Dichtungen, der Spielleiter i a r l Volck vom Stadttheater in Gießen, gewonnen worden. Zu Beginn des Abends gedacht der neue V' "ende, Studienrat Dr. Berg, i beweg en Worten der großen Verdienste des allzu- frühe a-B vem Leben geschiedenen seitherigen Vorsitzenden Oberstudiendirektor G r a e b e r. Einleitend gab Herr D o l ck ein Lebensbild des Dichters Alfred Bock in kurzer, aber sehr treffender Weise, wobei er den Dichter als einen der besten lebenden E.z ihler, als Künstler und Philosoph und Dichter seiner Heimat kennzeichnete. Aus dem reichen Schaffen des Dichters bot der Vortragende die Novellen „Der Napoleon", „Am romantischen Ufer" und „Die Mehsahrt". Herr Volck verstand es meisterhaft, den aufmerksamen Zuhörern die Werke des Dichters näherzubringen. Er erntete mit seiner feingestaltenden Dor- tragskunst bei den dankbaren Zuhörern außer- ordentlich reichen und wohlverdienten Beifall. Das Alsfelder Jugendvrchester wirkte mit passend gewählten klassischen Musikstücken in dankenswerter Weise mit. — Musillehrer Meinhar dt (Alsfeld) veranstaltete am vergangenen Freitag im großen Saale des „Deutschen Hauses" ein Sinfoniekonzert. Das durchweg klassische Programm wies Werke von Haydn, Mozart, Beethoven und Mendelssohn auf. Stud. P l o ch spielte dabei mit großer Virtuosität das Violinkonzert von Mendelssohn. Dem jungen Unternehmen des Musiklehrers Meinhardt, der im kommenden Winter noch eine Anzahl weiterer Sinfoniekorzerke veranstal.en teilt, wäre ein entsprechender Erfolg zu wünschen. Das aus 24 Musikern bestehende Orchester entledigte sich seiner Aufgabe mit großem Geschick und zeigte recht gutes musikalisches Können. Wirtschaft. Weitere Kurseinbrüche inAeuyorl N e u h o r k, 29. Oft (WTB.) Mit dem gestrigen schwarzen Montag hat der Kurssturz in Wallstreet immer noch nicht sein Ende erreicht. die heutigen Ereignisse haben vielmehr die gestrigen und die des schwarzen Donnerstag der vorigen Woche noch in den Schatten gestellt Bereits zu Dorsenbeginn erlitten einzelne Werte Kurseinbußen von 40 Dollar, im Verlaufe gaben die Kurse verschiedentlich bis zu 7 0 Dollar nach, obgleich die Banken zu 3nter- ventionszwecken dauernd in gewaltigem Ausmaß Material aufnahmen. Es gelang ihnen immer nur zeitweise, dem Abgleiten der Kurse Einhalt zu gebieten, und erst gegen Schluß machte sich eine etwas nachhaltigere Erholung geltend, die jedoch bei den meisten Werten auch nicht ausreichte, den niedrigsten Kursstand des Vortages wiederherzustellen. Eine besondere Sensation ist in der heute erreichten U m s a h z i f f e r von 16 410 000 Aktien zu erblicken. Preßen «Sleltra, Frankfurter Gas A.-G. und Stadl Frankfurt. Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung genehmigte in ihrer gestrigen Sitzung die bereits Sie war wieder auf gestanden. Die Schwäche war von ihr gewichen. Sie war entschlossen, diesem Menschen keinerlei Recht über sich ein- zuräumen — keines! Niemals sollte er sie von Felix reihen dürfen! Berndt Klausen aber lächelte wieder und sagte gelassen: „Ich durchschaue dich. Du möchtest mich als einen Schurken hinstellen, um dadurch das Verbrechen zu rechtfertigen, das du begangen hast, das Verbrechen der Doppelehe, auf das Zuchthausstrafe gefetzt ist. Es wird dir nicht gelingen. Du hast mich einen ßügr.er genannt. Ich will sehen, ob b u den Mut zur Wahrheit hast. Ich frage dich: Habe ich dir während der Zeit, da du mir vertrautest, da du mir folgtest, je ein Leid angetan? Habe ich von dir verlangt, was du mir nicht freiwillig gegeben hättest? Habe ich es erzwungen, nachdem du meine Frau geworden warst? Habe ich nicht vielmehr deine mädchenhafte Scheu stets geehrt und dich mit aller Rücksicht behandelt? — Rein, unterbrich mich jetzt nicht, wie ich dich nicht uni erbrochen habe! Ich frage dich weiter: Habe ich dich wirklich dem Elend preisgegeben, als ich an jenem Morgen von dir ging? Habe ich dir nicht all mein Geld zurückgelassen? Du bist klug. Du mußt dich öfter als einmal gefragt haben, warum ich dich damals aus der Arbeit und dem Elend riß, warum ich dich mit mir nahm und dich heiratete, ohne daß ich etwas davon hatte. Welche Antworten hast du dir auf diese Fragen gegeben? Ich teilt die Wahrheit wissen, Käthe." Käthe senile das Haupt. Ia. diese Fragen hatte sie unzählige Male an sich gerichtet, ohne eine Antwort auf eine einzige zu finden. Seit sie mit Turnau verheiratet war, wußte sie doch, daß Berndt von chr alles hätte verlangen dürfen — alles. Aber sie mußte bekennen, daß er nichts gefordert hatte'! Er hatte sich nichts genommen, gar nichts. Warum? „Du weiht keine Antwort," fuhr Berndt Klausen fort. „Du wirst sie nie wissen, solange du bezweifelst, daß ich dich geliebt habe. Ia, ich liebte dich, und du erbarmtest mich bis ins innerste Herz. Ich sah deine Scheu vor mir und wollte, daß du erst volles Vertrauen zu mir fassen solltest, ehe ich dich in Wahrheit zu meiner Frau machte." „Und hast mich verlassen!" murmelte sie. „3a, ich habe dich verlassen. Aber ich sprach die Wahrheit, als ich behauptete, es handelte sich um eine gute Stelle. Ich kann die Beweise dafür erbringen." (Fortsetzung folgt) Ä EinK» noch Ä-' ih ' Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. eine ein* Te- bie mit weil we* In- größter Zurückhaltung der Kulisse nur unwesent* liche Besserungen gegenüber der gestrigen Abend* börse. Etwas mehr hervortreten konnte Schuckert mit plus 2,5 Prozent, Licht & Kraft mit plus 2 75 Prozent, und am Cherniemarlt I.-G.-Farben mit plus 2 Prozent. Siemens gewannen 1,25 Pro* zent, wahrend AEG. vernachlässigt eröffneten. Auch am Montanmarkt kamen zur Crstnotiz nur wenige Abschlüsse zustande. Hier konnten Phönix mit plus 2 Prozent in den Vordergrund treten. Tanken waren uneinheitlich. Am variablen Markte waren Iunghans im Gegensatz zu gestern ange* boten und 1 Prozent schwächer. Auch Zellstoff Waldhof büßten 1,75 Prozent ein. Später machte sich am Kalimarkt für Salzdetfurth mit plus 7 Prozent, und von Glanzstoffwerten für Aku plus 5 Prozent etwas mehr Interesse geltend. Renten still. Schwach waren Schutzgebiete mit Ablösung, Schutzgebiete ohne Ablösung konnten leicht anziehen. Im Verlaufe bestand weiter große Zurückhaltung, veranlaßt durch den morgigen Zahltag. Die Kursentwicklung war nicht einheitlich, doch ergab sich später eine erneute Vesserung, da der Situationsbericht der Farben-Industrie für das 3. Eeschäftsquartal etwas anregte. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt war der Dollar etwas gebessert. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1792, gegen Pfund 20,386, London gegen Kabel 4,8790, gegen Paris 123,85, gegen Mailand 94,14, gegen Madrid 33,10, gegen Holland 12,0913. Die Fusion Deutsche Bank — Diskonts Gesellschaft genehmigt. legung abgebrochen werden mußte. Die Bespre- chungen sollen in den nächsten Tagen fortgesetzt werden. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 30. Ott. Trotz der schwachen überseeischen Notierungen konnte sich am hiesigen Produktenmarkt heute etwas regeres Geschäft entwickeln. Das Angebot war minimal und bot in der Hauptsache einen Anlaß hierzu. Weizen konnte leicht • anziehen. Besonders am Mehlmarkt war die Nachfrage für Weizenmehl etwas größer. Schwächer notierte dagegen Mais für Futterzwecke und Weizenkleie. Roggenkleie zog dagegen eine Kleinigkeit an. Die übrigen Preise waren gut behauptet. Es wurden notiert: Weizen 25,40 bis 25,60 Mark, Roggen 18,60 bis 18,75, Sommergerste für Vrau- zwecke 20 bis 20,50, Hafer, inländischer, 18,75, Mais (gelb) für Futterzwecke 19,25 bis 19,50, Weizenmehl, süddeutsches (Spezial 0) 37,75 bis 38,25, Raggenmehl 27,75 bis 28, Weizenkleie 10, Raggenkleie 10 bis 10,25 Mark. — Tendenz: stetig. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 30. Olt. Tendenz: etwas freundlicher. — Trotz der weiteren Kurseinbrüche in Reuyork eröffnete die Börse in etwas freundlicherer Haltung. Das Geschäft war aber wieder äußerst bescheiden, da besondere Anregungen nicht Vorlagen. Von einer Beteiligung des Auslandes und der Privatkundschaft war kaum etwas zu bemerken, so daß die Spekulation auf sich selbst angewiesen war. Es ergaben sich daher bei gestern abgehaltenen Aufsichtsratssihung wurde die derzeitige finanzielle Lage des Unternehmens besprochen. Ferner wurde eingehend die Frage erörtert, unter welchen Amständen ersprießliche Fortführung des Wcries, oder zelner Abteilungen möglich sei. Endgültige schlüsse konnten nicht gefaßt werden, da Sitzung infolge dringender Verhandlungen dem Ministerium über eine eventuelle Still* nicht abgeschlossen werden, die für die Gestaltung der Gesamtlage sehr sentlichen Verhältnisse bei der Frankfurter dustrie-Kredit G. m. b. H. noch weiterer Aufklärung bedürfen. Die Regelung der künftigen Geschäftsleitung und die Fühlungnahme mit dem Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung steht Hr. 25” erler wt Der Pfeil grünt) geges hat, hat se: die tiabinet müssen. Für Führer der sranzöstschen aus Erfo'.g i im Sinne e Da aber km anös mit de bureau, dur lieh, er hab die Bild „r e p u b l i I aber noch tt Formel ab; daß er die I gierung zim an die Grap schon am Di bauer der f endgültig sch Das Press ersten Dlick hat Msellc Radikalen t und man la dah er geg lichsten ®ci innerpolitih man dieser beutung be kunst und durchaus ö ist, konnte fi feit spricht Gedanke fest der Linken Dauerers demvlratie i Faktor geto nichts von Peinlichen <5 reizm nicht lässt sich i verspürt, s die Dortei meßen, nid tische Dera Ser „Do: er sagt, da Aktivposten schreiben Gründen jed engelot gri We Cozic ^aüvnalrats "geahnten c wohl laum i Wen die N über der Ae !^>r man sj WÄabin * M siche, Jen um ein, Oes alten o Krise Celbstt ? iQ imrne ^ren Dich twn daz Sur Teil Wortung qi fUn9 zu Msischer -Ewum to tonnte er r Herren Ler .-n.einev to Hrer m? hin. Ure polit 'nehrheit. Es bäte > Wb i-K L sS JtiQ^ dr Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. Frankfurt a M Berlin cdjiuB- Sfrir? -Ubt Kur Lchlutz ftlir; Ansang. Kurs Saturn 29 10. 30. IC. 29. i ■ 30- 10. 6 eu |dje jHeidjcaniem. 87,5 87,5 vn ........ — — 7% Deutsche Reichsanleihe uon 1929 ......... Ti. vm,. tibiöl.-edjuio mit 5Iu;. 99 — 99 50,1 9,15 50,1 io .Mochten........ 50 50 Tr-ni rhn" 9fu*1o<. Rechte 8% Hess. Bolksstaat von 1929 9,175 9,25 9,3 (rudjal)lb. 102%) .... Cbetljclicn Provinz - Anleihe mit 89 47 — 89 — Auolos.»Rechten...... — — — Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Gerte 1....... 8% iirattff. Hyp.-Bank Goldpse 48 — 48 — XIII unkündbar bis 1931 . 94,75 — — — 7% Franks. Hnp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1932 ..... 1H%Rbeinische Hyp.-Bank 85,5 — - - fiiqu. Goldpse........ 8% Pr. Landesvsandbriesanstatt, 76 — — — Pfandbriefe R. 17..... 8% Pr. LandespsandbriesanstaU, 98 — 98 — fiomm.'Ebl. R 16..... 7% Pr. Landespsandbriefanstall, 95 — 95 —e Pfandbriefe R. 10..... 81.1 v>. atm. üuaneü^ObHgatton. rückzahlbar 1932 ...... 89 — 89 — — — — 4% CefteneldilW Boldrte.. 26,9 — 26,75 _ 4.20% Ceflerr Gilben*’ 4% Ocslerreichische Einheitliche 3,25 — — Rente.......... — — 2 — 4% llngarffche Goldrle.. . . 21,7 — 21,75 — 4% Ungarische StaatSr. v. 1910 19,1 — 19,13 19,13 4V2% be«fll. von 1913 .... — 21,25 — 4% Ungarische Sronenrte.. . . 2,1 — 2 — 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Änl /,5 — 7,55 7,6 Serie 1..... 7,6 — ',55 6,8 4% deSgl. Serie II b% Rumänische beretnb fientt 7.6 8,6 — 7.6 6,8 von 1903 * • • • • 4Rumänische vereinh. Rentt — 8,6 — von 1913 ...... 13,75 —— 13,8 4% Rumänische vereinh. Diente 7 — 7 — Atattlfurt a ® Berkin Frankfurt a M Berlin Lchiuh-I Sture | '-Uhr ftitt' Schluß Sture Anfang» Stur? Lchlutz- Sture -■Uhr Sture Schluß Sture Anfang- Kurs Datum 29 i ■ 30 n. .9 IC. 30. IC Datum 29- 10. 30. 10. 29 IC. 30 10. Hambura-Amerika Paket . . Hamb.'Südam. Dampfsch. . Hansa Damr ffchifs..... Norddeutscher Lloyd .... tillfl. Deutsche (SreDttanfl . . Barmer Bankverein .... Berliner HandelSgesellsch. . . (Sommer), und Privat-Bauk . Tarrnsi. u. Nationalbani . . Deutsche Bank...... Ticconto.Gesellschaft, Ant. ■ Dresdner Bank...... Reichsbani........ A.E.G.......... Bergmann ... Eiektr. LieserungSgelellschast Licht und Straft...... Reiten & Guilleaume.... Gei. s. Gleltr. Untern.. . . . Hamb. Eiektr -Werke .... Rhein, «lektr..... . . Schlei. Elekr....... Schuckert &Go. . . . . . Siemens & Halske . . • • . Transradio ........ Lahmeyer 4 6o....... Buderus........ Deutsche GrdSi...... Essener Steinkohle..... Gelsenkirchener...... ftarpencr...... • . Hoesch Eiien........ älie Bergbau....... Klöcknenverke ...... Söin Ncueiien ■ . . . Mannesman" -Röhren . . . Plansleivet Bergbau . . . . Chench'e). Euen.eoark . . . vberichlet KokSwerke. . . . Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohkea. . . Rheinstahi........ Rtebeck Montan...... . t ii . b 1' 1- 12 11 1. 11 H 1' 1 1 1( 1¥i 10 1 K' 11 16 . 8 10 . 6 . 6 . . 0 6K 10 . 6V. IC . 7,1 108,25 102 118,75 179 166 246 160 160 150,75 258 167,75 193 160,5 115 166 142,5 174,5 292,5 166,5 126,5 135 r 96 11.,25 102,25 247 101 101,5 166,5 149,75 257 167,25 192,5 163 177 293,75 63,75 94,25 96,25 104 102,5 107,9 144,5 103 118,9 119 180 166,5 246 160,5 160,5 150,5 261 167,5 195 156,5 162 116 167 125,25 143 155,25 175 293,5 121 166 62,25 94,25 127 127 134,5 114,25 206 92 111 97,25 112 90,13 103,65 248,5 101 107 144 102 J) 119 180 246,25 159,25 159,25 150 257 166,5 193,5 160,5 166 119 167 125,25 143,5 155,13 177,25 295,5 122,25 62,25 95 129,75 126 136 114,25 208 95,5 111,75 97 115 70 90,5 104,6 261,75 102,5 Bereinigte Stahlt» .... Ctaoi Minen ... Kal werke Aschersleben . . . Ra. werke Westeregeln . . . Äahtuet e Satzdetiurth . . . 3. G Farben-Industrie . . . Dynamit NobÄ...... Scheibeanstalt. ...... Goldschmidt..... . Rülgerswerke....... MetallaeieUIchast...... Philipp Holtmann..... Lernen werk Heidelberg . . . Eemeniwerk Karlstadt . . . Wayß 6 Fre tz ag ... SchultheiL Patzenhoser . . . Ostwerke......... 8er. Glanzstoff...... Bcmberg......... Zellstos, Waldhof .... Zellstoff Aichasi.nbura . . . Charlottenburger Waffel . . Desiauer Gas....... Daimler Motoren..... Deutsche Linoleum . . . • A 1 tro-tu? Ki y c . . . . vuoro. Loew ..... Rat. Automobil...... Orensletn 4 Koppel . . . . v-onbnro Tietz • . . • • . Franks. Maschinen . . . . . Grttzner......... Heyltgenstaedt ...... Iunghanr. ..... fiediroede. Mainkraitwerte Höchst a. M. üllag. . • Gebr. Roeder....... 8olgi 4 Haeffnel..... Südd. Lucker ...... lu 1' U 12 . 6 . 9 . b . 6 . 8 . *1 H' 10 . 8 15 12 18 14 i3 y, .8 . s . O . 0 . u 11 . O . 6 10 . 4 . 6 . u . 6 8 S 10 10 . IC 105,75 196 202 308 175,5 60 68,25 114 82 120 174 82,5 200,25 193 131,25 235 57,5 48 5,5 55 101,5 108,75 106 222 145 2 3 co w8 | | | | | 2% lll J 1 1 1 1 1 1 1 8 1 1 1 cn 1 1 1 1 । । । । «"t" । । । 106 59,5 197 202,5 310,5 176,25 83 59,5 68,5 115 80,75 82,5 268,5 207,25 203 192,5 132 91 165 31 236 44,5 .65,75 17 69 161 344 46,25 47 54,5 119,5 222 145 106,5 60 200 205 319 177 61 69,25 272,5 208,75 205 192,5 90,25 169 32 240,5 45,5 168 70 161 342 120 Berlin, 29. Oktober Geld Brief Amerikanische Noten..... 4,167 4,187 Belgische Noten. ....... 58,18 58,42 Dänische Noten ........ 111,68 112,12 Englische Noten ........ 20,338 20,418 Französische Noten ....... 16,415 16,475 Holländische Noten ....... 167,99 168,67 Italienische Noten........ 21,79 21,87 Norwegische Noten....... 111,60 112,04 Deutsch-Oesterreich, ä 1OO Schilling 58,73 58,97 Rumänische Noten....... 2,47 2,49 Schwedische Noten....... Schweizer Noten........ 111,83 80,74 112,27 81,06 Spanische Noten ........ 59,53 59,77 Tlchechoslowakische Noten..... 12,326 12,386 Ungarische Noten........ 72,83 73,13 29. Oktober 30 Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brie, Amst.-Uiott. 168,35 168,69 163.45 168,79 Buen.-AireS 1,718 1,722 1,698 1,702 Brss.-Antw 58,40 58,52 58,405 58,525 Christiania - 111,83 112,05 111,86 112,08 .Kopenhagen 111,86 112,08 111,88 112,10 Stockholm . 112,07 112,29 112,14 112,36 Hcistngfors. Italien. . . 10,484 21,85 10,504 21,89 10,487 21,86 10,507 21,90 London. . . 20,357 .0,397 20,368 20,408 Neuyork . . 4,173 4,181 4,175 4,183 Paris.... 16,44 16,48 16.445 16,485 Schweiz .. 80,89 81,05 80,91 81,07 Spanien > 59.60 59,72 59,58 59.70 Japan . . . 2,008 2,012 2,003 2,007 -Hio de Jan 0,4945 0,4965 0,492 0,494 Men in D - Ceft. abgcst 58,67 58,79 58.69 58,81 Prag . . . . ■ 2,364 7,384 12,384 12,369 12,389 Peitrad . 7,389 7,386 7,400 Vudapest. 72,99 73,13 73,02 73,16 Lui arten 3,015 3,021 3,017 3,023 Lissabon i 3,78 18,82 18,81 18,85 Danzig. . Konst.ntta 81,46 81,62 81,47 81,63 1.967 1,971 1,973 1,977 Athen. . 5,425 5,43o 5,435 5,445 Kanada . 4,126 4,134 4,096 4,104 llru uay. 4,076 4,084 3,936 3,944 Cairo . . 20,88 20,92 20,89 20,93