Nr. 229 Erstes Blatt 179. Jahrgang Montag, 50. September 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. ölonat$:Be$ug$prei$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Sranffnrt am Main 11686. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen ■ Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfilätr-Buch- und 51elndruckerei R. Lange in Gletzen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer dir zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wich. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Zündholzmonopol und Reichsfinanzen Der schwedische Zündholzkönig Kreuger bieiei dem Reich eine Anleihe von 6VVMillionenReichsmark an gegen die Einräumung eines Giaaismonopols für den Gchwedenirust. Berlin, 28. Sept (prio.-Zttelbung.) Die „B. 3." berichtet, daß der schwedische Streichholzkönig Ivar kreuger in Berlin eintrefsen werde, um mit dem Reichswirtschaftsministerium in Verhandlungen einzutreten, die darauf abzielen, die von der R e i d) s r e g i e r u n g überwachte 3 ünd- holzindustrle zu einem Monopol aus- ; ubauen, das den Einfluß fireugers, der bereits jetzt 70 v. h. der deutschen 3ündholzindustrie kontrolliert, weiter ausdehnt, fireuger soll als wesentlichste Gegenleistung der Reichsregierung die Vermittlung eines verhältnismäßig billigen Staatskredites von etwa 150 Millionen Dollar, clfo über 600 Millionen Mark anbieten. hierzu erfahren wir von unterrichteter S^ite, daß fireuger tatsächlich bereits in Berlin gewesen ist und daß Verhandlungen dieser Art schon stattgefunden haben; sie sind aber noch keineswegs abgeschlossen. Dieses Projekt war einer der wichtigsten Pläne in dem kommenden Zinanzierungs- und Steuersenkungsprogramm. Die Veröffentlichung der „B. 3.“ wird in unterrichteten politischen fireifen außerordentlich bedauert, weil sie geeignet sei, die IDeiteroerfotgung der ganzen Angelegenheit un- gemein zu erschweren, wenn nicht unmöglich zu machen. Die Schwierigkeiten des deutschen 3ündholz- syndikats sind schon vielfach Gegenstand besorgter (Erörterungen gewesen. Infolge der Heber- fchwemmung des deutschen Marktes mit russischen 3ündhöl;ern ist es nicht möglich gewesen, die Leistungsfähigkeit der der Deutschen 3ündhot;-verkaufs-A.-G. angeschlossenen Werke auszunuhen. Die Gesellschaft hat stets mit Anterbilanz gearbeitet und wies in ihrem Abschluß vom letzten Geschäftsjahr einen Fehlbetrag von 350000 Reichsmark bei einem Aktienkapital von einer Million auf. Inzwischen haben sich die Verhältnisse der Gesellschaft noch weiterwesenttichverschtechtert. Rur eine wirksame Abwehr der ausländischen Konkurrenz kann hier offenbar Abhilfe schaffen. Bei dieser Sachlage wäre es durchaus verständlich, roehn d i e schwedische Gruppe, die bereits mit 65 v. h. am deutschen 3ündhotzsyndika' beteiligt ist, mit ihrem Vorschlag der Einführung eines deutschen 3ündholzmonopots auf Entgegenkommen bei hiesigen maßgebenden Stellen stößt. Andernfalls mühte man mit dem völligen Ruin der deutschen 3ündhol;industrie mit allen ihren schlimmen Folgen für die Volkswirtschaft rechnen. Wenn ein Staat Geld braucht, wendet er sich gewöhnlich an die großen Danken, die die Unterbringung einer Anleihe vermitteln sollen. Zu den wenigen Industrieunternehmen, die längst die Finanzkraft der Danken erreicht haben und ebenfalls als Staatsbankiers auftreten, gehört der schwedische Streichholztrust, mit dem die Reichsregierung, wie soeben bekannt wird, über eine Anleihe von 600 Millionen Mark verhandelt hat. Disher hat der Schwedentrust neun Regierungen Staatsanleihen bewilligt und sich dafür in der einen oder der anderen Form das Zündholzmonopol übertragen lassen. Polen hat sechs Millionen Dollar erhalten, E e u a ö o r zwei Millionen Dollar, Griechenland eine Million englische Pfund, Estland sieben Millionen schwedische Kronen, Ungarn 36 Millionen Dollar, Lettland sechs Millionen Dollar, Südslawien 22 Millionen Dollar und Rumänien 30 Millionen Dollar. Das sind alles verhältnismäßig kleine Mächte, denen cs im allgemeinen gleichgültig war, wer ihnen Geld geborgt hat, wenn sich nur die leeren Kassen endlich wieder einmal auffüllten. Aber zu den Schuldnern des Schwedentrustes gehört auch Frankreich mit einer Anleihe von 75 Millionen Dollar, so daß das weltbeherrschende Streichholzunternehmen insgesamt rund 800 Millionen Mark an die Regierungen ausgeliehen hat. Der Zinsfuß, den die verschiedenen Staaten bewilligen mußten, schwankt zwischen 5 Prozent bei der französischen Anleihe und 8 Prozent bei dem Darlehen an Ecuador, ist also sehr verschieden je nach der Dedeutung und der finanziellen Sicherheit des betreffenden Landes. Wenn man berücksichtigt, daß die Regierungen nicht den vollen Betrag der Anleihe ausgezahlt erhielten, sondern in einen Uebernahmekurs von etwa 94 Prozent einwilligen mußten, stellt sich die durchschnittliche Derzinsung auf rund 6 Prozent. Das ist für die heutigen Verhältnisse auf dem Geldmarkt sehr wenig, aber doch kein schlechtes Geschäft für den Schwedentrust, der sich gewöhnlich durch eine Erhöhung der Streichholzpreise schadlos zu halten versteht. Die Fabrikate des Schwedentrustes kosten nämlich in den verschiedenen Ländern nicht dasselbe; in Peru, wo der Trust ein Staatsmonopol besitzt, muh man für die Schachtel Streichhölzer 20 Pf. bezahlen! Das ist etwa das Zehnfache des heute in Deutschland üblichen Preises. Wie sehen nun die Monopolverträge aus, die Ivar Kreuger mit den einzelnen Regierungen abgeschlossen hat? In Lettland wurde ein Abkommen auf 35 Jahre geschlossen, das den Trust verpflichtet, nur eine emzige Fabrik stillzulegen, während der Staat jede Einfuhr von Zündhölzern verhindern muß und seine Steuern auf Streichhölzer nickt wesentlich erhöhen darf. Ferner mußten dem Scywedentrust Wälder von Espenholz zur Verfügung gestellt werden, weil die russische Regierung, der wichtigste Konkurrent Ivar Kreuzers, seit fast einem Jahr kein Espenholz mehr an den Schwedentrust liefert. Rumänien hat eine sehr günstige Anleihe erhalten, mußte aber das Zündholzmonopol ebenfalls für 30 Jahre den Schweden übertragen. Der Trust garantiert dem rumänischen Staat eine Mindesteinnahme von drei Millionen Dollars jährlich. Während natürlich die Einfuhr von Streichhölzern verboten wird, dürfen Zündholzmaschinen und die für die Fabrikation notwendigen Rohstoffe zollfrei importiert werden; ferner darf keine Steuer von den Zündholzsabriken erhoben werden. In Jugoslawien erhält der Staat außer der Anleihe für die Verpachtung des Zündholzmonopols ein Viertel des Bruttogewinnes, muß sich aber ebenfalls für 30 Jahre binden. Schon in den ersten zehn Jahren darf der Verkaufspreis für die Streichhölzer verdoppelt werden, und nach dem Ablauf des ersten Jahrzehntes find schon jetzt weitere Erhöhungen in Aussicht genommen. In Ungarn hat sich die Regierung ebenfalls dazu bereitgefunden, dem Monopol höhere Preise zu bewilligen. Während vor dem Abschluß des Vertrages vier Heller für die Schachtel bezahlt wurden, find für die ersten anderthalb Jahre des Monopols fünf Heller festgesetzt worden, und anschließend soll der Preis auf sechs Heller erhöht werden. Gleichzeitig wird aber auch der Zwischenverdienst der Händler herabgesetzt, so daß die Gewinne des Schwedentruftes noch weit erheblicher find. Im ungarischen.Parka» ment kam es bei der Beratung des Monopolgesetzes zu unglaublichen Auftritten. Die Opposition veranstaltete ein Konzert mit Pultdeckeln und ließ keinen Negierungsoertreter ausreden; dennoch wurde der Gesetzentwurf angenommen. Das find ein paar Beispiele für die Bedingungen, die der Schwedentrust für die Auflegung von Staatsanleihen gewöhnlich stellt. Damit sind aber nicht die Länder aufgezählt, in denen der Trust schon das Monopol besitzt. Peru hat es ihm zum Beispiel ohne jedes Darlehen gewährt. Die Macht des Schwedentrustes erstreckt sich nicht nur über die Länder, in denen ihm von der Regierung ein Monopol eingeräumt worden ist; Kreuger besitzt auch Fabriken in Skandinavien, in England, in Rord- und Südamerika, er ist überragend in der in* dischen Streichholzindustrie, die ein Volk von 325 Millionen Menschen versorgt, und hat gewaltige Unternehmen in China und Japan. Tatsächlich verbraucht drei Viertel der Menschheit Fabrikate des Schwedentrustes, dem auf seinem Siegeszug nur dreimal ernsthafte Konkurrenten gegenübergetreten sind. Zunächst stieß er auf den Widerstand Rockefellers, mit dem er sich aber bald einigte, so daß eine gemeinsame schwedischamerikanische Streichholzfirma gegründet werden konnte. Dann traten d i e Japaner mit dem Schwedentrust in Wettbewerb; doch wurden sie durch Preisunterbietungen so lange zermürbt, bis sie es vorzogen, die Waffen zu strecken und den Schweden ihre Fabriken zu verkaufen. Schließlich trat Rußland als Rivale auf. Schon vor dem Krieg war Rußland ein bedeutender Streichholzfabrikant. In seinen ausgedehnten Wäldern gibt es ungeheuer viel Espenholz, mit dem es bis 5um vergangenen Jahr auch den Schwedentrust beliefert hat. Früher verkaufte Rußland besonders viel Streichhölzer an Persien und an England; Krieg und Revolution zerstörten seine Produktionskraft, und erst im Jahre 1924 begann das Sowjetreich wieder langsam mit der Ausfuhr von Streichhölzern. Zunächst gingen die Kisten mit dem feuergefährlichen Inhalt nach China, der Mongolei, Afghanistan, Persien, der Türkei, Palästina, Aegypten und Griechenland. Als die Streichholzproduktion in Rußland zunahm, versuchte man, auch in Europa Absatz zu finden. Man unterbot den Schwedentrust in Deutschland, Delgicn und England, und im Mai dieses Jahres wurde sogar ein Vertrag mit Doli- vien abgeschlossen. Besonders hartnäckig war der Kampf der russischen und der schwedischen Streichholzindustrie um den deutschen Markt. In der Inflationszeit gelang es Ivar Kreuger, zwei Drittel des deutschen Zündholzkapitals aufzukaufen. Die noch nicht vom Schwedentrust erfaßten Fabriken fühlten sich im Anfang des Jahres 1926 schwer bedroht und forderten Schutzmaßnahmen der deutschen Regierung, denn Kreuger pflegte die Zündholzindustrie eines Landes auch unter schweren eigenen Opfern so lange zu unterbieten, bis er sie erobert hatte, um dann die Preise nach feinem Ermessen in die Höhe zu schrauben. Im Juli 1926 wurde ein Z ü n d h o l z s y n d i - k a t gebildet, und ein Jahr darauf beschloß der Reichstag ein Sperrgeseh, das die Errichtung neuer Zündholzfabriken von der Erlaubnis des Reichswirtschaftsministeriums abhängig macht. Dennoch sind inzwischen neue, dem Syndikat fernstehende Fabriken entstanden, die als Außenseiter den Schwedentrust unterboten haben, so daß Kreuger zunächst von der in Deutschland errungenen Vorherrschaft keine Vorteile hatte. Zur Freude der deutschen Hausfrau, die durch den Preiskampf der verschiedenen Zündholzmächte billige Streichhölzer erhielt, trat dann auch noch die russische Zündholzindustrie als Konkurrent auf. Die Schweden verloren vor mehr als einem halben Jahr ihren letzten Kunden in Deutschland, die Edeka-Gesellschast, der 415 kaufmännische Einkaufsgenossenschaften mit etwa 30 000 Einzelhandelsgeschäften im ganzen Reich angeboren, und die nun dazu überging, russische Zündhölzer zu vertreiben. Run entbrannte ein offener Krieg. Der Schwedentrust erklärte, nur noch solche Firmen zu beliefern, die keine russischen Fabrikate verlaufen, und versuchte dadurch Paris, 29. Sept. (WB.) Kriegsminister P a i n- l e v e erklärte in Bedonviller in Lothringen an dem Gefallenendenkmal: Kein Land hat sich zu einer Rüstungseinschränkung entschlossen, die derjenigen vergleichbar wäre, die sich Frankreich auferlegt hat, als es die Dauer der Militärdienstzeit auf ein Jahr hcrabsetzte. Der Plan derGrenzoerteidigung ist endgültig fertiggestellt. Die Ausführung wird in dem kommenden Jahre noch rühriger betrieben werden. So wird die Hälfte der Blockhäuser und der Kasematten, die die Rheingrenze zu verteidigen Haden, vor diesem Winter,- und die andere fjäfftc düt dem nächsten Sommer fertigge stellt sein. Man kann zusammenfassend sagen, daß im Oktober 1930 die neuen Militärgesetze voll in Wirkung getreten sein werden. Painleve wandte sich in diesem Zusammenhang gegen die in Frankreich hervortretende Abneigung gegen eine Heeresorgani- sation auf der Grundlage der allge - meinen Wehrpflicht und erklärte: Das Beispiel der deutschen Armee ist wie ein Zauberspiegel, der gewisse Kreise fasziniert. Gewiß hat es in Deutschland ein hervorragender G e - neral verstanden, die Bestimmungen des Versailler Vertrages für den militärischen Organismus des Reiches in der glücklichsten Weise nutzbar zu machen. Er darf auf sein Werk, das vom technischen Standpunkte aus Bewunderung verdient, stolz fein. Er darf versuchen, es zum Nutzen seines Landes zu verwenden. Aber das ist kein Grund, daß man in Frankreich seine Theorie in fast kindischer Weise auslegt und sich durch angebliche 2Ingriffspläne hypnotis ie- r c n läßt, die gerade durch ihre Verwegenheit rasch zu einem Zusammenbruch führen würden. Sozialistische Kritik. Die Rede dcs-Kriegsministers wird vom sozia- /istischcn „PoPulaire" scharf kritisiert. Das Blatt wirft Painleve Unehrlichkeit und banale Großsprecherei vor. Sein Hymnus auf den Frieden lasse den Eindruck bestehen, daß man den Bock zum Gärtner gemacht habe. Painleve habe den Mut besessen, zu behaupten, daß Frankreich von allen Ländern am meisten für die Abrüstung getan habe, indem es Öen. Berlin, 28. Sept. (WTD.) Die Millionenbetrügereien der Gebrüder 6' tret sind durch eine halbprivate Unterhaltung zweier Revisoren ans Licht gekommen. Ein für die Berliner Stadtbank bestellter Revisor bekam vor einigen Wochen eine Anzahl Unterlagen für den Abschluß des Monats August und darunter auch eine Bestellung der Stadt Spandau bei der Firma Sklarck in Hohe von 69 000 Mark. Dieser Betrag erschien dem Revisor auffällig, denn das Wohlfahrtsamt des relativ kleinen Bezirks verfügt nicht über so große Summen, daß man allein für 69 000 Mark Anzüge hätte kaufen können. Der Revisor ersah dann aus der Kasse der Stadtbank, daß der Betrag an die Sklareks tatsächlich ausgezahlt worden war. Da der Beamte mit einem im Bezirksamt Spandau tätigen Revisor befreundet war, rief er diesen an und fragte, ob etwa in Spandau bei der Anweisung der 69 000 Mark ein Schreibfehler vorgekommen sei. Der Spandauer Beamte erklärte sofort, daß seines Wissens in den letzten Monaten keine Bestellung erfolgt sei, die auch nur annähernd die Höhe dieser Summe erreicht hätte. Beide Revisoren trugen darauf dem Bürgermeister von Spandau diesen Fall vor. Der Bürgermeister ließ nunmehr auch andere Unterlagen, die seinen Bezirk betrafen, prüfen und stellte fest, daß die Aufträge fast samt und sonders gefälscht bzw. zugunsten der Firma Sklarek erhöht worden waren. Man stellte fest, daß die die Russen aus dem Feld zu schlagen, die grundsätzlich stets 10 Prozent billiger als Kreuger» Unternehmen ihre Waren anboten. Ob es sich dabei um Verlustgeschäfte zur Eroberung de» deutschen Marktes handelt oder ob die Russen tatsächlich billiger produzieren, mag dahingestellt bleiben. Die Lage ist ähnlich wie in der Petroleumindustrie, in der die Russen auch nur auf diese Weise ins Geschäft gekommen sind. Tatsächlich muhten die deutschen Unternehmen de» Schwedentrustes ihre Dividende halbieren und ständig größere Betriebseinschränkungen anorö« nen. Um diesem Zustand ein Ende zu machen, erneuert Ivar Kreuger jetzt seinen schon vor etwa vier Jahren gemachten Vorschlag, ähnlich wie in anderen Ländern gegen eine günstige Anleihe das Staatsmonopol dem Schweden* trust zu übertragen. Militärdienst auf ein Jahr hcrabsetzte. Dabei sei das Budget des Kriegsmini st e- r i u m s, unter Berücksichtigung der Geldentwertung, hoher als vor 1914 und habe die Tendenz, weiter zu steigen. Painlevä komme es daraus an. sein Ministerium, in dem er einen Fehler nach dem anderen begehe, zu behalten, und er würde zu diesem Zweck bei der innerpolitischen Auseinandersetzung die Rechte ebenso verraten, wie er früher die Linke verraten habe. — „CS re Rouvelle" stimmt dagegen der Rede Painlcvös restlos zu: „Der Kriegsminister spricht sich nicht für den Gedanken der Abrüstung au», aber er erinnert daran, daß wir durch Einführung der einjährigen Dienstzeit mit gutem Beispiel borangegangen sind. Es ist ungerecht, Painleve einen Dorwurf daraus zu machen, daß er in einem bewaffneten Europa kein entwaffnetes Frankreich will. Es ist nicht wahr, daß wir Deutschland, selbst wenn es von einem genialen Führer geleitet wird, auf Gnade und jlngnabe preisgegeben sind. Wenn man behauptet, daß Frankreich schlecht verteidigt fei, so arbeitet man weder für Frankreich, noch für Europa." Ein Gedenkstein auf dem Hartmannsweilerkopf. Auf dem Hartmannsweilerkopf wurde ein Gedenkstein und eine Krypta für die sterblichen Reste der auf dem Haratmannsweilerkopf gefallenen nicht identifizierten Frontkämpfer eingeweiht. Nach den offiziellen Vertretern der verschiedenen Kultusgemeinden erklärte General de Pauydraglin: Wir haben nicht ein stolzes Denkmal kriegerischen Triumpfes, sondern den ruhmreichen Toten eine ihrer würdigen Ruhestätte und den Ueberlebenben eine Stätte ft i 11 e n (Beben f e n s errichten wollen. Ich bitte darum, daß diese Gefühle auch für diejenigen gelten, die auf der anderen Seite kämpften und auch einen Anspruch auf unsere ehrfurchtsvolle Anerkennung haben. Der Feier wohnten zahlreiche Deutsche bei, die gekommen waren, um das Gedenken der am Hartmannsweilerkopf gefallenen deutschen Kämpfer zu ehren. Ramenszüge der zuständigen Deamten offenbar mit einem Stahlstift durchgepaust und nachgezogen worden waren. Dürgerrneister S ch o l h, der in Abwesenheit des Oberbürgermeisters Boß die städtische Untersuchung in der Affäre Sklarek und ihrer Zusammenhänge in die Hand genommen hat, erklärte über seine bisherigen und noch geplanten Maßnahmen u. a. folgendes: „Die von ter städtischen Verwaltung geführte Untersuchung hat bisher eine strafbare Handlung von Deamten nicht ergeben. Ich habe daher von einer dienstlichen Beurlaubung der in Frage kommenden Beamten Abstand genommen. Da» Disziplinarverfahren gegen den Direktor der Stadtbank, Schmitt, den Direktor Hoffmann und den Abteilungsdirektor Schröder ist eröffnet. Der Syndikus der Stadtbank, Dr. L e h r m a n n , hat zur Klarstellung der ihn betreffenden Tatsachen selbst die Einleitung des Disziplinarverfahrens bei mir beantragt. Laut „Voss. Ztg." sind bisher einige hundert Fälschungen der Gebrüder Sklarek festgestellt worden. Allein in den Sommermonaten dieses Jahres sind den Sklareks auf diese Weise 3,5 Millionen Mark in die Hände gefallen. Oie Brüder Sklarek und die S. p. O. Berlin, 30. Sept. Die Brüder Willi und Le o Sklarek hatten vor etwa einem 2ahr ihren Eintritt in die Svzialde- Frankreichs Rüstungen und das deutsche Wehrsystem. Eine Rede painleves verteidigt die französische Armeeresorm. Sie Velrügereien der Gebrüder Sklarek. mokratische Partei vollzogen. Der engere Vorstand des Bezirksverbandes Berlin hat am Samstag festgestellt, daß die bisher bekannt gewordenen Tatsachen genügen, um den 2l u s - schluh der beiden aus der Partei zu rechtfertigen. Willi und Leo Sklarek wurden dementsprechend aus der Sozialdemokratischen Partei ausgeschlossen. Oie Voruntersuchung in der Gprengstoffaffäre. Berlin, 28. Sept. (WB.) Die Vorunter, suchung wegen der Sprengstoffattentate ist auf den Frhrn. v. Oncken-Otto ausgedehnt worden. Der ilntersuchu^srichter hat Haftbefehl gegen ihn erlassen. Ihm wird zur Last gelegt, im Herbst 1928 einem anderen eine fertige Höllenmaschine gezeigt und dabei eine auf einen Anschlag gegen den Reichstag hinbeutende verdächtigeAeuhe- rung getan zu haben. Die Aufhebung der gegen die Angeschuldigten Hamkens, Muthmann und Matthes erlassenen Haftbefehle durch den Untersuchungsrichter ist nur erfolgt, weil bei ihnen weder Verdunkelungsgefahr noch Fluchtversuch besteht und bei Ham- kens und Muthmann nur Mitwisserschaft an einem Sprengstoffbesitz bei Matthes, Mittäterschaft allein an dem weniger gefährlichen Attentat in Beidenfleth angenommen wird. Das neue Republikschuhgesetz. Der Entwurf Severings. Berlin, 30.Sept. (Prio.-Tel.) Die Rsichsregie- rung wird sich in der nächsten Zeit mit dem Entwurf des neuen Nepublikschutzgesetzes beschäftigen. Der Entwurf ist in Verbindung mit dem Reichsjustizministerium vom Reichsinnenministerium ausgestellt worden. Er sieht eine Reihe von Aenderungen gegenüber dem Gesetz vom 21. Juli 1922 vor, insbesondere ist eine juristisch einwandfreie Formulierung in allen Fällen geschaffen worden. Der neue Entwurf geht außerdem weiter als das alte Gesetz, weil nach dem neuen Entwurf alle im politischen Leben stehende Personen geschützt werden. Andererseits verzichtet der vorliegende Entwurf auf alle Verfassung s - ändernden Bestimmungen. Der jetzige Entwurf stellt unter Strafe: 1. Die Beteiligung an Verbindungen oder Verabredungen, die Verbrechen wider das Leben einer Person wegen ihrer politischen Betätigung beabsichtigen. 2. Die Unterlassungeiner Mitteilung an die Behörde oder die bedrohte Person, sofern jemand von dem Bestehen der unter 1 genannten Verbindung oder Verabredung Kenntnis erlangt Hot. 3. Die Begehung eines Angriffs auf Leib und Le den gegen eine Person wegen ihrer Stellung im politischen Leben oder eine Verabredung mit einem anderen zum gleichen Zweck. 4.2)tc Belohnung oder Begünstigung des Täters der genannten Gewalttätigkeiten. 5. Die Teilnahme oder Unterstützung einer geheimen oder staatsfeindlichen Verbindung, die den Zweck verfolgt, die republikanische Staatsform des Reiches oder eines Landes zu untergraben. 6. Der Anschluß an eine geheime oder staatsfeindliche Verbindung, die selbst oder deren Mitglieder unbefugt Waffen liefern. 7. Die Beschimpfung oder durch Bekundung der Mißachtung absichtliche . Herabsetzung der republikanischen Staats- ( form sowie die Beschimpfung oder Verleum- < düng des Reichspräsidenten oder eines Mitglied der Reichs- und Landesregierung.^ 8. Die Beschimpfung oder durch Bekundung der Mißachtung absichtliche Herabsetzung der Reichs - und Landessarben. 9. Die Beschimpfung oder Verleumdung einer Person, die wegen ihrer politischen Betätigung getötet worden ist. 10. Die Aufforderung zu Gewalttätigkeiten gegen Personen des politischen Lebens oder Billigung oder Verherrlichung solcher Gewalttätigkeiten sowie eines Hochverrats, der sich gegen die republikanische Staatsform gewendet hat. Reben Gefängnis- — in schweren Fällen Zuchthausstrafen — kann im Falle einer Verurteilung wegen Hochverrats oder einer unter Eid bezeichneten Handlung ein Z w a n g s a u f e n t h a l t in bestimmten Teilen oder an bestimmten Orten des Reiches angewiesen werden. Ferner ist bei diesen Verurteilungen der Verlust der aus öffentlichen Wahlen hervorgegangenen Rechte und bei Beamten und Soldaten der Verlust des Gehalts bzw. des Ruhegehalts von Rechts wegen die Folge. internationale Hausbesitzer- Tagung. Berlin, 29. Sept. (TU.) Die Internationale Tagung der Haus- und Grundbesitzer fand am Sonntag mit einer öffentlichen Sitzung im Plenarsaal des Reichstages ihren Abschluß. Professor Mestre von der Universität Paris sprach über das Thema „Das Privateigentum ist die Grundlage der Gesellschaftsordnung". Er erklärte, heute gehöre wirklicher Mut dazu, um öffentlich das Privateigentum zu verteidigen. Es werde als „überkommener" Reichtum im Gegensatz zum erworbenen gewissermaßen als eine Art unrechtmäßiges Eigentum angesehen und alle Regierungen behandelten die Grundeigentümer mit Gleichgültigkeit und Mißtrauen. Aufgabe dieser Tagung wäre es, die Privatarundeigentums-2nter- essen, die vor den Handels- und Industrie- Jknteressen immer mehr in den Hintergrund getreten wären, auf die Tagesordnung der Parlamente zu bringen, die auf der Tagung vertreten seien. Auf diese Art werde dos Privateigentum, das nichts anderes verlange, als gleiches Recht für alle, auch im modernen Staat den Platz erlangen können, der ihm zukomme. — Darauf behandelte Reichstagsabgeordneter Professor Dr. B r e d t die Bedeutung des Privateigentums für die internationale Wirtschaft. Der Kampf um die Erhaltung und Freiheit des privaten Hausund Grundeigentums sei in allen Staaten das Vorpostengefecht in dem entscheidenden Kampfe um das Privateigentum überhaupt. Die Organisation der Haus- und Grundbesitzer stellte der heimatlosen roten Internationale die Heimattreue bodenständige Internationale gegenüber. — Die Versammlung nahm Kenntnis von den gestellt wer- des namentlich Bankbeamienschast und Banlenfusion Reichs- Der Reichsausschuh für das deutsche Volksbegehren hat nun also doch den Gesetzentwurf mit einer eingehenden allgemeinen und besonderen Begründung dem Reichsinnenmini- st e r ium au geleitet. Da gleichzeitig die erforderlichen fünftausend Unterschriften beigereicht werden, sind die Voraussetzungen für das Laufen des Volksbegehrens gegeben. Herr Seve- ring hat zu prüfen, ob irgendwelche verfassungsmäßigen Bedenken bestehen, was vermutlich nicht der Fall ist. Er wird dann eine vierzehntägige Frist zur Einzeichnung bestimmen müssen und falls, woran nicht zu zweifeln ist, vier Millionen Unterschriften zusammenkommen, ist die Reichsregierung verpflichtet, das Gesetz dem Reichstag zuzuleiten. Der Reichstag wird es sehr wcchrscheinlich ablehnen, die notDie besondere Begründung des Volksbegehrens erläutert die einzelnen Paragraphen in der im wesentlichen bereits bekannten Weise in parlamentarisch-gesehestechnischer Hinsicht. Von besonderer Bedeutung ist die Begründung zu § 4, dessen Zweck es sein soll, unmöglich zu machen, daß Reichsregierung, Reichspräsident und Reichstag wie in den letzten sechs Jahren durch „Paraphierung" vor „vollendete Tatsachen" C A *1 * VTvre den. Die Entschluhfreiheit der verfassungsmäßig lcn beider Institute unter Zuziehung der Organisa- tionsvertreter die Lage beraten. Alsdann werden Betriebsversammlungen stattfinden, in denen die Angestelltenschaft selbst zu den für sie durch die Fusion brennend gewordenen Fragen Stellung nehmen wird. Oie Wetterlage. Lage, in i dem angekündig....----- fühle, die Intervention des ------ - arbeitsministeriums angerufen. Außerdem werden die Betriebsräte der Berliner Zentra- Das Volksbegehren eingereicht Oie Begründung des Gesetzentwurfs. der jeder einzelne Angestellte sich von gekündigten Abbau bedroht müsse sich insbesondere richten gegen die Ausnutzung der Versicherung durch arbeitsunwillige Elemente. Kein Abbau der Arbeitslosenversicherung, vor allem kein Abbau des sozialen Geistes, sondern Sanierung des Werkes zum Zwecke der Erhaltung und zweck- mäßigen Ausgestaltung der Arbeitslosenversicherung. Nach dem Prälaten Ulitzka sprach noch der hes- ische Gesandte in Berlin, Nuß. An den Reichs- Minister Dr. Wirth wurde ein Telegramm abgesandt. Das Orgamsationskomttee für die internationale Zahlungsbank. Zusammentritt am Donnerstag in Baden-Baden. Paris, 28. Sept. (Havas.) Auf Grund der vom Vorsitzenden der Haager Konferenz ergriffenen Initiative haben die Gouverneure der Emissionsbanken auf Derastlassung ihrer Regierungen die Delegierten für das Organisationskomitee für dieinter- nationale Zahlungsbank bestimmt. Diese Delegierten sind: für Deutschland: Reichsbankpräsident Dr. Schacht und das Mitglied des Reichsbankdirektoriums Geheimrat Docke: für England: das Direktionsmitglied der Dank von England Sir Charles Addis und der Direktor des „Economist" R. T. L a h t o n; für Belgien: der Gouverneur der Rationalbank Franck und Staatsminister de la Croix (belgischer Delegierter auf der Reparationskonferenz): für Frankreich: der Untergouverneur der Dank von Frankreich Moret und der Direktor der statistischen Abteilung der Dank von Frankreich Quesnah: für Italien: Professor Deneduce und der Generaldirektor der Dank von Italien Azzolini: für Iapan: der Londoner Vertreter der Dank von Iapan Tanaka und der Direktor der Vokohama-Specie-Dank in Deutz ork Sonoda: für die Vereinigten Staaten: die Präsidenten der First Rational Dank in Reu- York bzw. in Chikago Iackson R e y n o l d und Malvin T r a h l o r. Die Gouverneure der interessierten Danken sind der Ansicht gewesen, daß das Organisationskomitee in einer Stadt, die nicht als der Sitz der künftigen Bank in Frage kommt, zusammentreten müßte. Sie haben sich dahin geeinigt, das Organisationskomitee für den 3. Oktober nach Baden-Baden einzuberufen. Der amerikanische Delegierte Iackson R e y n o l d ist aufgefordert worden, den Vorsitz zu übernehmen. Berlin, 30. Sept. (Priv.-Tel.) Für den Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren haben am Samstag Geheimrat Hugenberg und der Ctahlhelmführer Seldte den Zulassung s a n t r a g für das Volksbegehren gestellt. In der umfangreichen allgemeinen Begründung werden im einzelnen die wirtschaftliche, soziale, finanzpolitische und politische Lage Deutschlands auf Grund der Dertragsreihe von Versailles bis zu den Dawesgesetzen sowie die Folgen geschildert, die sich aus dem auf der gleichen Linie liegenden Voungplan ergeben wurden Im Haag sei dem deutschen Volk ein gefälschtes Bild der Dinge vorgespre- gelt worden. Die Sachverständigen der deutschen Regierung selbst hätten ebenso wie alle berufenen CBertretungen der deutschen Wirtschaft festgestellt, -aß die übernommenen Verpflichtungen unerfüllbar seien. Um das drohende Unheil von Deutschland abzuwenden, habe sich der Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren gebildet, um mit allen verfassungsmäßigen Mitteln dagegen zu kämpfen, dah der Pariser Tributplan verpflichtende Kraft für Deutschland erhalte. Da er wie die Dawesverträge und der „Versailler Friedensvertrag" auf der erpreßten Aner» kennung der deutschen Schuld am Kriege beruhe, habe der Reichsausschuß auch den Kampf hiergegen zu seiner Aufgabe gemacht. Die deutsche Politik müsse zur Tat werden lassen, was der Reichspräsident v. Hindenburg mit seiner Tannenbergbotschaft begonnen habe. Qwoixemos. Oneittr. qnaiD oedecm® woixig. • oeaetxt •Rtoen V Schnee & Graupeln, s Nebel K GcWiU£r.©Wind$ulle.«O-- X* «icnier Os« massige» Südsüdwest (S stürmischer «tordwesl Oie Pfene fliegen mit dem winde. Die beiden Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichen^ evt Meeresniveau umgerethneleo Uiltdrucfc Wettervoraussage. Die Wirbeltätigkeit im Rorden entfaltet ihren Einfluß allmählich mehr südwärts. Der größte Teil Deutschlands wird von ihren milden 2uft- massen überflutet, so daß während der verflossenen Rächt allenthalben die Temperaturen an- gestiegen sind und auch Bewölkung auftritt. Ein Regengebiet streifte dabei - heute morgen den äußersten Teil von Rordwestdeutschland, das Hamburg zwei Millimeter Riederschlag brachte. Lieber den britischen Inseln läßt sich ein weiteres Regengebiet erkennen, das bei seinem Weiterzug in Mittel- und Rorddeutschland zu vereinzelten Riederschlägen führen dürfte und vielleicht auch unseren Bezirk noch mitstveifen wird. Wettervoraussage für Dienst aa: Wolkiges Wetter mit zwischen Tag und Rächt mehr ausgeglichenen Temperaturen, im nördlichen Teile vereinzelte Riederschläge. Wettervoraussage für Mittwoch: Im ganzen etwas kühler, wolkig mit Aufheiterung, meist trocken. Lufttemperaturen am 29. September: mittags 20,4 Grad Celsius, abends 12,3 Grad; am 30. September: morgens 9,4 Grad. Maximum 20,4 Grad, Minimum 7,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. September:abends 15,8 Grad; am 30. September: morgens 12 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 8 Stunden, v w i e die Privatwirtschaft beanspruchen. Die Erhaltung und Fortführung der öffentlichen Unternehmungen nach rationellen wirtschaftlichen Grundsätzen liegt im unmittelbaren Interesse der Allgemeinheit, ©int Heranziehung der gemeindlichen Unternehmun- gen zu neuen Steuern ist abzulehnen, da sie infolge der umfassenden sozialen und finanziellen Vorbelastung eine Schlechterstellung dieser Unternehmen bedeuten und zu einer verstärkten Belastung der breiten sozialen Schichten wie der Gesamtwirtschaft führen müßte, ohne die Einnahmen des Reiches fühlbar zu erhöhen. Ein Pressechef für das Reichsinnenministerium. Berlin. 30. Sept. (Priv.-Tel.) Wie die übrigen Berliner Zentralbehörden, so bekommt nun auch das Reichsinnenministerium einen eigenen Pressechef. Dem ge- nnanten Blatt zufolge ist für diesen Posten der bisherige Redakteur des sozialdemokratischen „Hamburger Echo", Dr. H a u b a ch , ausersehen. Haubach ist feit längerer Zeit Mitglied der Hamburger Bürgerschaft und Leiter des Hamburger Reichsbanners. Parteitag deSHessischenZenlrums Mainz, 29. Sept. (WTB.) Der 6. Parteitag der Hessischen Zentrumspartei wurde am Samstag mit einer Vorstandssitzung im Frankfurter Hof eingeleitet, an die sich Konferenzen der Ausschüsse anschlossen. Den Sonntagvormittag füllte die Vertreterversammlung aus. Am Rachmittag versammelte sich eine nach Tausenden zählende Menge zu einer öffentlichen Kundgebung im großen Saal der Stadthalle. Reichstagsabg. Ulitzka. Ratibor, wies in längerer Rede auf die innere Verbundenheit und die gemeinsamen Sorgen und Lasten der östlichen und westlichen Grenzlande hin. Das Zentrum sei von jeher für die Linderung der ernsten Mißstände und Röte tätig gewesen. Cs bleibe ein dauerndes Verdienst Dr. Wirths, daß er den einzig möglichen Weg eingeschlagen habe, den später Dr. Stresemann gegangen sei, jenen Weg, dessen Etappen Locarno, Dawes-Plan, London, Voimgplan und Haag und dessen Ziel und Ende die lang entbehrte und heiß ersehnte Freiheit sei. — Die Rot der deutschen Bauern habe ihre Ursache zunächst in der Wandlung der politischen und wirtschaftlichen Struktur, die sich auswirke in hohen Zinssätzen für Leihkapital und in der starken Preisspanne zwischen dem, was der Landwirt für seine Produkte erhält und was er für seine Betriebsmittel und seinen Konsum zahlen muß. Das Zentrum werde nicht nur für eine Reform des Steuersystems, sondern auch für eine Ermäßigung der Besteuerung der Landwirtschaft eintreten. Weitere Forderungen des Zentrums auf finanziellem Gebiete feien Abbau der Gewerbesteuer, Abbau der überhöhten Steuern und sozialen Lasten. Die Arbeitslosenversicherung müsse sich bei normalem Jayresbedarf aus eigenen Mitteln erhalten. Die Reform in der geschlossenen Tagung am Samstag gefaßten Entschließungen, in denen die Ergebnisse der Kommissionsberatungen zusammen- gefaßt sind. In der ersten Entschließung heißt es, daß das Eigentum, insbesondere das Grundeigentum, die Grundlage der bürgerlichen Gesellschaftsordnung fei. Es sei daher die internationale Aufgabe des gesamten staatserhaltenden Bürgertums, die Angriffe abzuwehren, die aus kommunistischen Gedanken heraus gegen das Grundeigentum und den Hausbesih unternommen werden. In der zweiten Entschließung, die die Mietgesetz- g e b u n g zum Gegenstände hat, erhebt die Tagung schärfsten Einspruch gegendasMie- terschuhshstem und richtet an alle Staaten, öie an der Raumzwangswirtschaft in irgendeiner Form noch festhalten, den dringenden Appell, diese beschleunigt abzubauen und dem Hausbesitzer das freie Verfügungsrecht über sein Eigentum wieder zu- rückzugcben. Eine weitere Entschließung beschäftigt sich mit der Regelung der K r e b i t f r a g e n, in der gefordert wird, die Errichtung einer internationalen Emisfionsanstalt b er Hausbesitzer anzustreben. Die letzte Entschließung gilt ber Reubautätigkeit. Zu ihrer Förderung wird dieRückkehrzur privaten Bauwirtschaft und zum freien Spiel ber Kräfte von Angebot unb Rachfrage verlangt. Oie kommunalen Betriebe. Oberbürgermeister Jarres auf dem Preußischen Slädtelag. Frankfurt a. M., 28. Sept. (WB.) Auf ber Jahresversammlung des Preußischen Städte- tages sprach Oberbürgermeister Dr. I a r r e s über bie Bedeutung der gemeindlichen Unternehmungen im Rabmen der deutschen Volkswirtschaft. Man behauptet, daß die Gemeiirden im Vergleich zur Privatwirtschaft nicht rentabel wirtschaften. Das finanzielle Ergebnis ber auf Gewinn betriebenen Unternehmungen ist jedoch durchaus erfreulich. Angesichts der finanziellen Rot ber Stäbte sind bie kommunalen Betriebe ein wesentliches Rückgrat im Haushalt ber Gemein- ben geworden. Die Vorurteile gegen die kommunalen Betriebe müssen beseitigt und der Frieden zwischen der privaten und ber kommunalen Wirtschaft muß endlich angebahnt werben. Die Städte sind vielleicht noch mehr ökonomische Organisationen als politische Derwaltungskörper. Auf beiden Gebieten haben sie ihre Schuldigkeit getan, auf beiden Gebieten soll man sie deshalb leben unb arbeiten lassen. Der Versammlung lag zur Frage ber wirtschaftlichen Betätigung ber Gemeinden eine Entschließung vor, in ber es u. a. heißt: Die wirtschaftliche Betätigung ber deutschen Gemeinden ist ein wesentlicher Bestandteil der Volkswirtschaft geworden und kann deshalb die gleiche Bewegungsfreiheit wendige Folge ist darauf der Volksentscheid, bei dem allerdings die Antragstellev die Hälfte aller Wahlberechtigten zur Abstimmung bringen müssen, was ihnen bei Stimmenthaltung der Regierungsparteien vermutlich nicht gelingen wird. Die Ablehnung ist also sicher, damit aber auch die unvermeidliche Wirkung, dah von außen her die feindliche Agitation behaupten wird, die Mehrheit des deutschen Volkes sei gegen bie Kriegsschuldluge und für den Voungplan. Um dieser Folgen willen bedauern wir — ganz abgesehen von der Verschärfung des innenpolitischen Kampfes —, bah der Stein nun doch ins Rollen gekommen ist. Außenpolitische Forderungen der Oeutschnationalen. Berlin, 29. Sept. (TU.) Graf Westarp unb die deutschnationale Fraktion haben im Reichstag folgende Anträge eingebracht: Der Reichstag wolle befchliehen: die Reichsregierung wird aufgefordert, keine Entschliehung über den Plan der Pariser Konferenz vom 7. Iuni d. I. zu fassen und dem Reichstage vor- zulcgen, bevor nicht a) die bedingungslose Rückgliederung des Saargebietes, d) die Aufhebung des im Artikel 429 und 430 des Versailler Vertrages vorgesehenen Rechtes, die Besatzung zu verlängern ober z u erneuern, c) eine den deutschen Ansprüchen gerecht werdende Regelung der Liquidation des deutschen Eigentums im Auslande vertraglich gesichert ist. , _ Ferner: Der Reichstag wolle beschließen, die Reichsregierung wird aufgeforbert: 1. alle Entschließungen und internationalen Bindungen, durch welche bie Annahme des Planes der Pariser Konferenz vom 7. Iuni d. I. vorbereitet wird und die Beschlußfassung über eine Vorlage, in welcher die Ratifizierung des Planes vorgeschlagen wird, z urückz u st e llen, bis die Volksabstimmung über das unter dem heutigen Datum vom Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren eingereichte Gesetz stattgefunden hat; 2. unverzüglich alle zur Beurteilung des Pariser Planes und seiner Auswirkungen erforderlichen Unterlagen zu veröffentlichen, insbesondere a) die gesamten den deutschen Sachverständigen der Pariser Ko n - f e r e n z von amtlichen deutschen Stellen übergebenen Materialien sowie die Gutachten und Stellungnahme der deutschen Sachveränbigen (Antrag 1188, 21. 6. 29), b) eine eingehende Darstellung aller Zahlungen und Leistungen auch der durch Verzicht auf deutsche Ansprüche hervorgerufenen, die neben den Annuitäten des Pariser Planes in Betracht kommen, c) eine Denkschrift über den Umfang und die Behandlung ber für Räumungs- unb Besatzungsschäden bisher erhobenen unb weiter zu erwartenden Forderungen, d) die durch Antrag vom 4. 12. 28 Rr. 617 geforderte Denkschrift über die Leistungen an die Entente einschließlich ber Gebietsverluste, Wegnahmen und Zerstörungen, auch soweit durch den Ruhreinbruch verursacht, gegliedert nach 'Gegenständen und Werten. Berlin, 28. Sept. (WB.) Wie der A l l g e • meine Verband der deutschen Bankangestellten mitteilt, hat er wegen der durch die Fusion Deutsche Bank-Disconto-Gesellschaft für die Angestelltenschaft der beiden Banken geschaffenen entscheidenden Instanzen, namentlich des Reichspräsidenten, sei damit tatsächlich aufgehoben worden. Auch die Bestimmung des § 4, so heißt es weiter, hebt in keiner Richtung bestehendes Recht auf. Sie stellt den Verstoß gegen § 3 Abs. 1 unter die gleiche Strafe wie den Tatbestand des tz 92 Rr. 3 RStGB. § 4 sichert also lediglich den Zweck des Gesetzes. ■inod 0 _paMoyan 5K toon- iö © P/2 Sonntaa 29. Sept. 1929,8hm<]S. j^Loni tdM ZZ33XT k— Thofsh. ABtrdcen— ■7 — Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 30. September 1929. Oie neuen Katastergebühren. 3m „Gießener Anzeiger" Dom 17. September wird mit Recht darauf hingewiesen, daß die neue Gebührenordnung des Hessischen Finanzministeriums vom 24. 3uli 1929 wieder eine erheblich finanzielle Mehrbelastung für die Gemeinden und die einzelnen Grundbesitzer mit sich bringt. Diese Mehrbelastung wirkt sich aber besonders deshalb für viele Gemeinden Hessens schlimm aus, weil sämtliche Gemeinden Hessens, die zur Zeit im Feldbereinigungsverfahren sich befinden, nunmehr zu gewärtigen ha^n, daß die bei der Feldbereinigung vom Landesvermessungsamt verlangte R e u v e r - Messung des Ortes von dieser Behörde nach dem Hessischen Katastergeseh erzwungen wird, obwohl die Reuvermessung des Ortes vielfach durchaus überflüssig ist. Biele der betroffenen Gemeinden befinden sich mitten im Feldbereinigungsverfahren, das sie unter der alten Gebührenordnung des Landesvermessungsamtes beschlossen haben, und nun auf einmal sind sie durch die neue Verordnung des Finanzministers vor eine Erhöhung der Lasten gestellt, mit der sie bei Beginn des Feldbereini- gungsverfghrens nicht rechnen konnten. Es müßte deshalb dafür gesorgt werden, daß in den Gemarkungen, die im Feldbereinigungsverfahren begriffen sind, die Ortsvermessung zum mindesten nach den alten Gebührensätzen durchgeführt wird, oder aber vollständig unterbleibt. Es ist nicht einzusehen, warum bei dem Feldbereinigungsverfahren in Hessen eine neue Ortsvermcssung vorgenommen werden muß, während dies beispielsweise in Preußen bei dem Zusammenlegungsverfahren nicht erforderlich ist. Auch in Hessen ist bei der Durchführung der Feldbereinigung in Alsfeld eine Ortsvermessung nicht erfolgt, ein Grund mehr, daß dies auch in anderen Gemarkungen in Hessen möglich sein muh. Es ist auch aus der Verordnung nicht ersichtlich, ob die vom Landesvermcssungsamt bereits abgeschlossenen Verträge, deren Ausführung aber noch nicht erfolgt ist, bestehen bleiben und keine Rachforde- rungen nach der neuen Gebührenordnung erhoben werden. Aeberall drängt man darauf, daß die Bautätigkeit wegen der herrschenden Wohnungsnot gefördert werden soll. Man befreit die Äeu- bauten von der Grunderwerbssteuer und von der Gebäudesteuer. Warum sieht die Gebührenordnung des Finanzministeriums keine Bestimmung vor, nach der die L a g e p l ä n e und die Vermessung der neuen Bauplätze nicht auch gebührenfrei ausgefertigt werden können? Der Bauvorhabende hat heute mit jedem Pfennig zu rechnen. Kostet doch ein Lageplan für einen Neubau heute schon 50 bis 60 Mk. Wenn auch, soweit es sich um Kleinwohnungs- bau handelt, eine Gebührenermäßigung erfolgt, so ist diese unzulänglich. Die Mindereinnahmen werden übrigens — was der Oeffentlichkeit nicht bekannt sein dürfte — aus Mitteln der Sondergebäudesteuer ausgeglichen, so daß wesentlich der Steuerzahler, nicht aber der Staat die Kosten der Ermäßigung bestreitet. Sache des Landtags mühte es sein, sich um das Landesvermessungswesen mehr zu bekümmern, um weitere Belastungen der Bevölkerung zu unterbinden. Großflugtag in Gießen. Tausende hatten gestern nachmittag auf dem Giehener Flugplatz und an dessen Grenzen Aufstellung genommen, um Zeuge der flugsportlichen Darbietungen zu sein, die von Raab-Katzen» st e i n im Rahmen eines Groh-Flugtages geboten werden sollten. Am das Ergebnis vorweg festzustellen, sei gesagt, dah die Flieger Leistungen zeigten, die einfach staunenswert und bewunderungswürdig waren. Rach einer Flugzeugparade vor dem Flughafengebäude folgte zunächst ein Geschwaderflug mit Luftreigen, hierauf wurde von mehreren Fliegern im Geschicklichkeitsflug erprobt, wer einen Postsack am nächsten an eine auf dem Flugplatz bezeichnete Stelle abwerfen würde. Als Geschicklichkeitsslug war fernerhin die Dallonjagd zu betrachten, bei der der Flieger sehr respektable Ersolgsleistungen zeigte. Besondere Höhepunkte der Veranstaltung zeigten Altmeister Raab, Dipl.-3ng. Katzen- st e i n und der Giehener Pilot Gaus mit ihren geradezu fabelhaften Kunstflügen, in deren Verlauf Loopings, Trudeln, Seitlichüberschlagcn, Abrutschen usw. in höchster Bedeutung gezeigt wurden. Besonders starken Eindruck machte dabei der Segelflug Katzen st eins mit völlig abgestelltem Motor, wobei der Flieger aus großer Höhe unter Ausführung eines Loopings bei stillstehendem Motor bis zum Flugplatz herniedersegelte. Elegant und spannend war auch das Luftturnier Raab-Katzen st ein, interessant ferner die Vorführung des Blerwt-Flugzeugs, das im Jahre 1900 gebaut und gestern von dem Flieger Raab gezeigt wurde. Die Sensation des Tages war aber unstreitig der Luftschleppzug, den die Flieger als „l)-Zug der Luft" bezeichnen und bei dem an ein Motorflugzeug zwei Segelflugzeuge angehängt werden, die cann als Schlepper hinter der Flugmaschine dabinschweben. 3n beträchtlicher Höhe wurden die beiden Segelflugzeuge durch Loskuppelung des Schleppseiles von der Flugmaschine gelöst, worauf sie in elegantem Gleitsegelflug zur Erde zurückkehrten. Aufregende Momente brachte ferner der Fallschirmabsprung des Piloten Stock, der nach glücklichem Absprung wohlbehalten mitten auf dem Flugplatz landete. Sämtliche Vorführungen verliefen zum Glück ohne jeden Anglücksfall, so dah die Veranstaltung in allen Teilen als wohlgelungen bezeichnet werden muß. Dieser Flugtag war für unsere Mitbürger in Stadt und Land ein besonders bemerkenswertes Ereignis, für dessen Darbietung den Fliegern und der Flugplahleitung volle Anerkennung gebührt. Konzert des Oeffauer Kinderchores. Den trotz des schönen Wetters und der Flugveranstaltung doch in beträchtlicher Zahl erschienenen Zuhörern bot der Dessauer Kinder- ch o r mit seinem Konzert in der Dolkshalle eine Stunde reinen Genusses. Dieser Chor, der aus nahezu 200 Zungen und Mädchen besteht, singt unter Leitung von Erich Rex mit einer Frische und Ratürlichkeit, wie man sie selten antrifft. Ihm haftet nichts von Drill, nichts gezwungenes und nichts geschraubtes an, er singt einfach und zwingt durch seine Leistung auch den kritischsten Zuhörer in seinen Dann. Die unbedingte Ruhe bei den Darbietungen dürfte der beste Beweis dafür sein. Die Klangfülle des Chores ist erstaunlich, und die Stimmen erweisen sich in jeder Lage ausgeglichen, weich im piano und tragend und stark im Forte. Dies alles läßt sich nur dann erreichen, wenn die Eiruelstimmbildung in ziel- bewußter Arbeit neben dem Chorsingcn gepflegt wird. Die kleinen Sänger sind aber auch sehr ernsthaft bei der Sache, folgen ihrem Leiter genau, und man merkt ihnen die innere Freude am Musizieren an. Das ganze Programm wurde ohne jede Zuhilfenahme eines Rotenblatts ausgeführt, gewiß eine beachtenswerte Leistung. Cs ist unmöglich, die einzelnen Darbietungen hier einer Detre^'tung zu unterziehen. Die Vortrags- folge enth elt Volkslieder für Chor und für Solo und Chor aus der Zeit vom 14. bis 20. Jahrhundert, und sie war sehr geschmackvoll und folgerichtig zusammcngestellt. Das eine oder andere liehe ftd> vielleicht als besonders gelungen hervorheben, so z. B. das „Minnelied" aus dem Lochheimer Liederbuch, oder das „Waldvögelein" aus dem Memminger Tabulaturbuch von 1610 und die Gagliarde von Haßler (1610), indessen muß auch für die übrigen Chöre eine hohe künstlerische Leistung bestätigt werden. Ein besonderes Kapitel: Die Einzellieder mit Chor, bei denen wir drei kleine Solistinnen und einen Solist hörten. Einfache, aber schön gesungene Volksweisen mit Wechselgesang. Der Chor sang ohne Dirigent, aber darum nicht minder genau und sicher. Ein Bild — wenn man dieses Paradoxon gelten lassen will — idealen Gemeinsammusizierens. Zum Schluß sei dem Chorleiter Erich Rex für seine erfolgreiche, oft gewiß nicht leichte Arbeit, die ihm mit Recht gebührende Anerkennung gezollt. Durch reichen, am Schluß stürmischen Beifall bedankten die Erwachsenen sich für das, was ihnen die Kinder gegeben hatten. B. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem Samstag-Wochenmarkt: Butter 210 bis 220, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 20 bis 25, Weißtraut 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20 bis 30, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen, grüne und gelbe, 25 bis 30, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 15 bis 25, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 60 bis 150, Kürbis 5 bis 8, Pilze 40 bis 45, Kartoffeln 5 (der Zentner 4 bis 4,50 Mk.), Falläpfel 4 bis 5, Aepfel 10 bis 15, Birnen 10 bis 15, Preiselbeeren 35 bis 40, Pfirsiche 45 bis 70, Brombeeren 55 bis 60, ZWetschen 8 bis 12, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Rüsse 80 Pf. das Pfund; Tauben 70 bis 90, Eier 15 bis 16, Blumenkohl 30 bis 80, Salat 10 bis 15, Salatgurken 10 bis 25, Cinmachgurken 2 bis 4, Endivien 10 bis 15, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 10 Pf. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Gießener Ferienkurse: Vortrag Wilhelm Schäfer: „Der Dichter und seine Zeit", 20.15 Uhr, Großer Hörsaal. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das zweite Leben"; auf der Bühne: Deutsch-russische Kleinkünstlerbühne: „Feuervogel". — Aus dem Stadttheater wird uns ge- schrieben: Die morgige Vorstellung „Vasantasena" beginnt um 19.30 Uhr. Spielleitung Hans T a n - nert. Bühnenbilder Karl Löffler, Kostüment- würfe Obergarderobier Kurt Huber, gesamte Beleuchtung Ludwig Keim. — Am nächsten Mittwoch, dem 2. Oktober, wird zum erstenmal Direktor Baars mit den Frankfurter Operetten-Gostspielen in Gießen spielen. Als Eröffnungsvorstellung seiner Gastspiele wird Franz von Supp6s „Boccaccio" gegeben werden. Auch in diesem Jahre wird, wie in der vorigen Spielzeit, das Frankfurter Harmonie- Orchester bei den jeweiligen Operetten-Gastspielen begleiten. — Anmeldungen zum Abonnement nimmt das Stedttheater noch entgegen. P e r s o n a l i e. Durch Erlaß des Reichspräsidenten ist der praktische Arzt Dr. med. Hechler zum Regierungs- und Medizinalrat ernannt und bei dem Versorgungsamt Gießen angestellt worden. •* Gießener Ferienkurse. Die erst« Abendveranstaltung der G. F. K. findet heute. Montag, 20.15 Ahr, im Großen Hörsaal statt. Dr. h. c. Wilhelm Schäfer wird einen Vortrag halten: „Der Dichter und seine Zeit". Eintritt 1,50 Mark. Teilnehmerkarten für sämtliche Veranstaltungen (25 Mark) gibt die Geschäftsstelle (Bismarckstraße 22) aus; ebendort sindl auch Auskünfte über alle Einzelheiten des Programms und des Stundenplans zu erhalten. ** Die Gewerbe- und Maschinenbauschule Gießen weist im Anzeigenteil vom Samstag auf den Beginn des Wintersemesters hin. Die Anstalt ist zur Zeit provisorisch in den zwei oberen Stockwerken der Alten Klinik, Liebigstrahe 16, untersebracht, weil daS früher« Gewerbeschulgebäude wegen des Ambaues vollständig geräumt werden mußte. Die Anstalt wird in diesen Räumen bleiben, bis der Ambau des Gewerbehauses fertiggestellt ist und di« Räume der früheren Pestalozzischule zur Verfügung gestellt werden können, •* Mit dem Motorrad in eine Fuß- gängergruppe gerannt. Ein schwerer Anglückssall ereignete sich in der letzten Rach? zwischen 2 und 3 Uhr in der Rodheimer Straße. Dort fuhr ein Motorradfahrer namens Hengst aus Dorlar mit seiner Maschine in eine von Gießen nach Heuchelheim wandernde Grupp« junger Burschen hinein, wobei der achtzehn Jahre alte Paul Rinn aus Heuchelheim von der Maschine umgerissen wurde und einen schweren Schädelbruch erlitt. Der Motorradfahrer Hengst stürzte und trug einen Rasenbeinbruch davon, sein Soziusfahrer erlitt leichtere Hautabschürfungen im Gesicht, ein weiterer junger Mann auS Heuchelheim Verletzungen am Fuß und eine Quetschung der Hüfte. Der Motorradler Hengst und der besinnungslos an der Anfallstelle liegende Paul Rinn wurden mit dem SanitätS- auto der Feuerwache von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik verbracht, wo der bedauernswert« Paul Rinn heute vormittag noch bewußtlos an seiner schweren Verletzung darniederlag. ** Keine Fichtenreiser aus dem Stadtwald. Von der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Aus den städtischen Waldungen kann der in den letzten Jahren stark gestiegene Bedarf der Gießener Einwohnerschaft an Fichtenreisern nicht mehr gedeckt werden. Es muß daher den Interessenten überlassen bleiben, die von ihnen benötigten Deckreiser bei Händlern zu kaufen. Eine Be- lieferung durch die Stadt erfolgt in Zukunft nicht mehr. HENZt Laden In Gießen: Marktplatz 8 Fernspr. 1459 24950 Heute mittag. Vla Uhr, nahm der Herr unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Hubertus Baumann im Alter von 74 Jahren zu sich in die obere Heimat. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Baumann Familie Georg Ferber Familie Philipp Baumann Familie Ludwig Baumann nebst allen Angehörigen. Allen dort a. d.Lahn, Waldgirmes, Watzenborn, 29. September 1929. Die Beerdigung findet Dienstag, den 1. Oktober 1929, nachmittags 3 Uhr, statt 80500 Die letzten Neuheiten in Teppichen Bananen Pfund 45 Pf. Trauten 3Pid. - 1Mk. Feigen Pfd. 15 Pf. Vorlagen Läufern Diwandecken in größter Auswahl Teppichhaus Hochstätter Mäusburg 5 Stücke aus der vorigen Saison weit unter Preis 8U49A NeueNüsse Pfd. 85 Pf. hiesige Tomaten Pfd. 20 Pfd. Mirabellen 5 Pfd. 60 Pf. Gravenst. Aeafel 2 Pfd. 45 Pf. Willi Bnhl Bnbnbofstraße 15. Fernruf 2818. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin la neues ®°d Sauerkraut ver Pkund 20 Pf. Neue bolländische Vollheriuge ver Stück 15 Pf. 3. m. 5W0f Marktstrabe Nr. 4. MMMWÜNllM MM Hausfrauen! 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Rach dem Tode von Georg von Siemens war Arthur von G w i n n e r die repräsentativste Persönlichkeit der Deutschen Dank, der seinerseits der Lehrmeister des Direktors Dr. von Strauß geworden ist. In dem vielköpfigen Aufsichtsrat der Deutschen Dank vereinigen sich die maßgebendsten Persönlichkeiten der deutschen Wirtschaft. in Ibis 2 Tagen färbt 80470 juroer Straße 40. schen Dank. Siemens hatte auch einen anderen Direktionskollegen wesentlich beeinflußt, den schon im Jahre 1874 in die Deutsche Dank eingetretenen Max Steinthal, der seinerseits wieder Lehrmeister von Mankiewih geworden ist. Paul Mankiewitz trat im Jahre 1879, 21 Iahre alt, als kleiner Beamter in die Deutsche Dank ein. Er hatte im Reich gelernt und saß nun unbeachtet in einem Durcau der Großbank, eine Rümmer, keine Persönlichkeit. Es war ein besonderer Glücksumstand, daß er eine sehr entfernte verwandtschaftliche Dezichung zu Max Steinthal feststellen konnte, der ihn an die Dörse versetzte, wo er sich zu einem Börsenfachmann ersten Ranges entwickelte. 26 Iahre war er Di- SlaM* ®fl,e sfe. ein 3 rltie/Lilcden nad) tjort Deutschlands größte Bank. Oasvereinigie Erbe von Hansemann und Siemens. — Wo Helfferich,Mankiewitz und Gwinner gewirkt haben. Don Herbert Ruland. tzK-s ijipN „jjÄ** ne|ik»°' er»*68 Oie „jungen" Dichter warten! Don Hanns Martin Elster. Seltsame Gegensätzlichkeit dieser Zeit^von Ehrfurcht und Tradition will die deutsche Menscyhell heute nur wenig wissen, ja sie bekampft den Willen zur Tradition, und sie schilt dre Erziehung zur Ehrfurcht. Doch zugleich läuft sie dem großen Ramen nach: sie jubelt dem Ramen auf dem Sportplatz zu, und sie staunt den Namentrager an wo immer sie ihm begegnet. Die Literatur einer Z»ti und ihr Widerhall im Publikum ist von jeher charakteristisch für Leben und Wesen Denken und Gesinnung Wollen und Wünschen einer Generation gewesen Heute herrscht auch bier dir Anbetung des altberuhmten, seit zwei L mehr Jahrzehnten anerkannten Namens vor und hindert, daß man fich-m ruhiger Hingabe, m liebender Aufnahmebereitschaft nur dem. W e r k e widmet, gleichgültig, ob ein Namhafter oder Ramenloser schrieb. Der berühmte Rmne bedeutet den Zeitaenossen Reklame und Empfehlung genug, um seine geistige Produktion fast ^£^9 Schöpfung Ramenloser vorzuziehen: bedenkenlos und verantwortungslos. . . * So hat sich die in den Iahrhunderten der Kulturentwicklung noch nie Wirklichkeit gewesene Erscheinung herausgebiwet dah der berühmte Dorkriegsname das Feld des Gebens beherrscht. Richt nur in der Literatur und Kunst, sondern ebenso in Politik und Wirtschaft: es ftnd die alter als ,Sechzigjährigen, die beim Ausbruch des Weltkrieges vierzig fünfzig und wehr Iahre zählten und damals durch die gesunden Enttvick- lungstendenzen die Stufenleiter des Ruhmes erklettert hatten: sie haben heute Ohr und Augen des Publikums. Man braucht nur festzustellen, daß bei allen politischen Parteien, mit Ausnahme der Deutschvölkischen und Kommunisten, die Führung der Parteien in den Händen^ Sechzig- bis Siebzigjähriger liegt- ^ird man braucht nur dem Lebensalter der Stratz. Rudolf Herzog, Ganghofer. Ernst Zahn, Clara Dieblg, Lagerlof, Gerhart Hauptmann, Laufs, Schnitzler, Kellermann. Sudermann, Frensseu — kurzum iener Publikumslieblinge, deren alte und neue Werke Hunderttausende von Auflagen erleben, nachzu- _ Durch ein technisches Versehen wurde in der ^amstagausgabe unter dieser Ueberschrift ein Aufsatz veröffentlicht, der das Thema „Italienische Kolonialpol i t i k in Libyen" behandelte. Verfasser des Aufsatzes war Georg Baron Manteuffel. Ein sechzigjähriger Kampf um den Dorrang hat sein Ende gefunden. Die Deutsche Dank, die bet ihrer Gründung im Iahre 1870 nicht mit der schon 14 Iahre vorher errichteten Disconto- Gesellschaft verglichen werden konnte, aber bald ihre Dorgängerin eingeholt und in den letzten beiden Iahrzehnten übersl.igelt hat, vereinigt sich in diesem Augenblick mit der Dis- conto-Gesellschaft und vollzieht damit den größten Dankenzusammenschluh der deutschen Finanz- geschichte. Reben diesem Ereignis verblassen alle Fusionen der letzten Zeit, nicht nur die Ueber- nahme der Osnabrücker Dank im März dieses Jahres und die Aufsaugung der Hildesheimer Dank im Ianuar 1928 durch die Deutsche Bank, sondern auch die Angliederung der Mitteldeutschen Creditbank an die Commerz- und Privatbank A.-G. vor einem halben Iahr. die überall berechtigtes Aufsehen erregt hat: sogar der Zusammenschluß der Darmstädter und der Rational- Bank, durch den Jacob Goldschmidts Hausmacht begründet worden ist, wird weit in den Schatten gestellt. Die neue Großbank mit einem Kapital von 285 Millionen und offenen Reserven von mehr als 150 Millionen Mark verfügt über nahezu 41/» Milliarden Mark ihr anvertraute Gelder: selbst bei vorsichtigster Beurteilung stcht damit fest, daß dieser Bant die Vorherrschaft in der deutschen Finanzwelt sicher ist — auch ohne das geplante Bündnis mit der Rational City Dank of Reuyork, die eine der bedeutendsten und vielleicht sogar seit ihrer Kapitalserhöhung im September 1926 die größte Dank der Welt ist: dieses amerikanische Unternehmen soll einen beträchtlichen Teil neu herauszugebendrr Aktien der deutschen Großbank erhalten und dadurch aufs engste mit Deutschlands gewaltigstem Finanzinstitut verkettet werden. Ein Aachener Wollhändler, der im Jahre 1790 geborene David Hansemann, ist der Grün- oer der Disconto-Gesellschaft. Er war ein betriebsamer Mann, der bald den Wollhandel aufgab, eine Feuerversicherungsgesellschaft gründete. Handelsrichter wurde, sich wegen seiner sozialen Tätigkeit beim preußischen König mißliebig machte, dann aber als Abgeordneter so sehr hervortrat, -daß er schließlich Finanzminister wurde. Rach seinem Austritt aus dem Kabinett gründete er die Disconto-Gesellschaft, in die ein Jahr darauf auch sein Sohn Adolf eintrat. Dem Kommerzienrat Adolf von Hansemann — er war im Jahre 1872 geadelt worden — ist der Aufstieg der Disconto-Gesellschaft in erster Linie zu verdanken. Er war keine blendende Erscheinung: er war von gedrungenem Körperbau, lispelte und machte in Gesellschaft eine schlechte Figur. Als ihn in einer Generalversammlung ein Aktionär fragte, wie es um die Geschäfte einer sich ungünstig entwickelnden Tochtergesellschaft stände, erhob sich Adolf von Hansemann mißmutig, sagte: „Schlecht!" und setzte sich wieder. Aber in den Direktionssrhungen und den geschäftlichen Konferenzen wußte er das entscheidende Wort zu sagen und die richtige Lösung vorzuschlagen. Als er am 9. Dezember 1903 starb, hatte die Disconto-Gesellschaft ihr Kapital verfünffacht: es betrug nun 150 Millionen Mark. Inzwischen hatte das Unternehmen die Rordde utsche Bank in Hamburg ausgenommen, mit der zusammen im Jahre 1887 die Brasilianische Bank für Deutsch, land und sieben Jahre darauf die Dank s u r Chile und Deutschland gegründet wurde. Die Ausdehnung der Deutschen Dank, das wurde offen zugegeben, zwang dann die Direktion der Disconto-Gesellschaft zu weiteren Expansionen, deren bedeutendste im Mai 1914 die Derschmel- ffll , DonnttsWd'U Kriivven» ss-fess sKs Darum kann an jeden, der Deran'twortung für unsere geistige, seelische, menschliche Kultur in sich fühlt — und es müssen alle buchliebenden Menschcm sein — nur "der Ruf ergehen: Laßt die „jungen" Dichter nicht mehr warten! Die „jungen Dichter" sind ja gar keine unreife Jugend mehr, sondern reifste Gegenwart. Klebt nicht am Ramen, ob er bekannt oder neu sei, sondern liebt das Werk! Durch diese Liebe $um Werk stärkt ihr eure eigene und der Dichter Liebe zum Leben, zu euch! Ihr vernichtet eure eigene Seele und eures Geistes Kraft, wenn ihr die „jungen“ Dichter durch euer sklavisches Aamen- nachbeten tötet! Dekehrt euch wieder zum freien, lebensvollen Schaffen und werdet auch den „jungen" Dichtern gegenüber wieder willige, suchende, vorurteilsfreie, liebende Leser, ja werdet ihre Pioniere — denn nichts ist schöner, als wenn Freunde der Dichtung den Dichter aus dem Dunkel seines einsamen Schassens ins Licht des Ruhmes führen. Wir gönnen den Alten von Herzen ihren Ruhm und Erfolg, aber gönne du, Publikum, den „Jungen" auch die Schaffensmöglichkeit durch deine Teilnahme und Liebe. Ein Riesenfernrohr. Ein wissenschaftliches Institut in Kalifornien plant den Dau eines Riesenteleskops für astronomische Zwecke, durch das die Kenntnis des Sternenhimmels beträchtlich erweitert werden soll. Es wird etwa 20 Meter lang sein, einen Durchmesser von mehr als fünf Meter haben und rund 450 Tonnen wiegen. Allein der Hohlspiegel, der zur Erzielung größtmöglicher Unempfindlichkeit gegen Temperatureinflüsse aus geschmolzenem Quarz hergestellt werden soll, wird an die 30 Tonnen schwer und annähernd einen Meter dick sein. Man hofft, mit diesem Teleskop die Zahl der bekannten Rebelsterne, die sich zur Zeit auf rund eine Million beläuft, verachtfachen zu können und ferner Sterne zu photographieren, deren Glanz etwa hundertmal geringer ist als derjenige der kleinsten Himmelskörper, die man gegenwärtig mit den stärksten Apparaten wahrnehmen kann. Das künstliche Riesenauge dieses Teleskops wird über eine mittionmal mehr Licht in sich konzentrieren, als die Pupille de- Menschen. zung mit dem Schaafshausenschen Bankverein gewesen ist. Damals sah man in der entscheidenden Generalversammlung im Sitzungssaal der Disconto-Gesellschaft die bedeutendsten Teilhaber auf Aufsichtsratsmitglieder des Unternehmens vereinigt: Emil Kirdorf. Peter Klöckner, den Generaldirektor der Phönix- Gesellschaft, den inzwischen verstorbenen Albert B a 11 i n und den Geheimrat Louis Hagen, der bei dieser Fusion die Rolle des Vermittlers zwischen Berlin und Köln gespielt hatte. Ratür- lich waren auch die Direktoren Dr. Salomon- s o h n und Urbig anwesend. Richts beweist besser als diese Liste, welche Bedeutung das Unternehmen schon damals gehabt hat. Als im Jahre 1872 Hansemann den Adelsbrief erhielt, wurde noch ein anderer Bankier gleichzeitig in den Adelsstand erhoben. Das war Georg von Siemens, ein Detter des berühmten Erfinders und Unternehmers Werner Siemens, dessen Laufbahn nicht weniger abenteuerlich als das Schicksal Hansemanns war. Er wurde im Jahre 1839 als Sohn eines Rechtsanwalts geboren und widmete sich dem juristischen Studium. Dom Dankgewerbe hatte er feine Ahnung. Dennoch beschloß Georg Siemens im Jahre 1871, zusammen mit dem Deutschamerikaner P laten ius ein Finanzinstitut zu gründen, das den Ramen Deutsche Dank erhielt, und dessen erste Räume in der Gtagenwohnung eines alten baufälligen Hauses in der Französischen Straße lagen. Run saßen die beiden Direktoren einander gegenüber uxä mußten sich eingestehen, daß sie von banktechnischer Arbeit nicht das Geringste verstanden. Qtber das war auch nicht so wichtig; das Organisatorische eines jeden Gewerbes erlernt ein fähiger Mensch im Handumdrehen, und es ist viel notwendiger, daß er an der Stelle von Dureaukenntnissen eigene Gedanken und Unternehmungsgeist mitbringt, um das Unternehmen zur Dlüte zu entwickeln. Siemens las Bücher über das Bankwesen und stellte einen Dankfachmann ein, dem er bald alles Rotwendige abgesehen hatte. Dann entwickelte er das Depositengeschäft, verlegte sich aber besonders darauf, dem auswärtigen Handel zu dienen, ein Geschäftszweig, der bis dahin im deutschen Dankgewerbe sehr vernachlässigt worden war. Erfolgreich betätigte sich die Deutsche Dank in der Türkei und in Kleinasien, wo sie sich besonders dem Dahnbau widmete und bekanntlich in der Bagdadbahn eine führende Rolle gespielt hat. Die Deutsche Bank hatte stets den Ruf, über geschickte Direktoren zu verfügen, die sie sich selbst heranzog. 2m Gegensatz zu anderen Unternehmen kannte und kennt sie nicht ine Stellung eines Generaldirektors oder Bankpräsidenten: vielmehr sind die Direktoren wenigstens dem Wortlaut nach einander gleichgestellt. Wahrend Hansemann die Disconto-Gesellschaft diktatorisch regierte, schaltete Georg von Siemens in liebenswürdiger Weise, überzeugte seine Freunde und seine Feinde mit.großer Deredtsam- keit und entwickelte das Institut auf friedlichem Wege zu einem Weltunternehmen. Siemens erzog seine Direktoren, die zu ihm in einem kollegialen Verhältnis standen, zu tüchtigen Mitarbeitern, und aus seiner Schule ging vor allen Dingen Karl Helfferich hervor, der die Direktion der Deutschen Bank nur verlieh, um Reichs- sinanzministcr zu werden. Karl Theodor Helfsercch stammte aus einer Familie von Industriellen, war aber in seiner Jugend nicht geneigt, sich wirtschaftlichen Fragen zu widmen. Er verfaßte u. a. ein Drama, in dem er sich für den Kulturkampf einsehte. Bald sah er jedoch em, daß seine Begabung auf juristischem und national- ökonomischem Gebiet tag. Rach Beendigung fernes Studiums wurde er Privatdozent, Professor, Legationsrat, schließlich Vortragender Rat, verzichtete dann aber auf die Deamtenlaufbahn und wurde im Jahre 1906 Direktor der Deut- forschen, um einwandfrei zu erkennen: der Dor- kriegsname fasziniert, der alte Ruhm beherrscht die Welt. Die Tatsache wäre weniger bedenklich, wenn sie nicht die Folge hätte, daß das Schassen der jüngeren Generation dadurch zur Echolosigkett verdammt wird. Ich will gar nicht von der Erfolg- losigkeit sprechen. Cs geht hier ja nicht um materielle Dinge, es geht hier ausschließlich um geistige, kulturelle Rot. Roch immer war es das Raturgesetz aller Zeiten, daß eine Generation die andere ablöste, daß eine Generation, Die die Vergangenheit darstellt, hinschwand, eine neue, die mit ihren Dreißig- b i s Fü n f z i g - jährigen die Gegenwart ist, Die Gegenwart auch wirklich bildet, und daß eine Schicht junger Menschen unter dreißig Jahren die Zukunft vorbereitet. Heute aber beherrscht die Schicht der Vergangenheit die Gegenwart, heute haben die Gegenwärtigen keine Gegenwart und auch keine Zukunft, denn die Zukunfttragendm, die heute wirklich zahlenmäßig Jungen werdenGegen- toart sein, ehe die heute Dreißig- bis Fünfzigjährigen Gegenwart fein durften Wir kleben die furchtbare Tragik dieser Schicht Menschen tn allen Berufen: es ist die eigentliche Kriegsgene- ration, die hier skrupellos zerrieben wird! Es ist die Kämpfergeneration, die als Zwanzig- bis Vierzigjährige das volle Leid des Feuerkrieges im vordersten Schützengraben aufzufangen hatte. Man opferte sie für die Verteidigung Deutsch- lands. So wird sie heute noch geopfert für die Verteidigung alten Ruhmes, alter Ramen. Mitleidig nennt man sie „die jungen Dichter", „die junge Generation". Die wirkliche Jugend, die heute Zwanzigjährigen, empfinden sie zwar schon als alt; aber die berühmten Ramen schauen auf sie herab: sie hätten ja nichts geleistet, sie könnten nichts, die „jungen" Dichter, die überall mit ihren Werken stehen und warten, daß ihre Werke endlich Widerhall finden, daß das Publikum endlich auch einmal Zeit für sie habe, ihnen Interesse zuwende. Sie warten und warten... Und sie werden über dem Warten grau und still. Wie alt sind denn die jungen Dichter? Ach, längst über vierzig Iahre hinaus und an^ die vierzig Jahre. Weswegen mußte denn der I u - Doppelverdiener, dem Arbeitszeitgeseh usw. Er forderte z. D. die Einführung einer mehrwöchigen Karenzzeit bei Arbeitslosigkeit: erst wenn die Erwerbslosigkeit länger als etwa vier Wochen dauere, habe die soziale Fürsorge einzusehen. Der Redner gab sodann der Ansicht Ausdruck, daß der Mittelstand auf steuerliche Erleichterung durch den Voungplan nicht zu rechnen brauche. Die Verminderung der Reparationszahlungen durch den Voungplan werde von der Reichsregierung ficherlich dazu benutzt werden, das große Defizit im Reichsetat zu decken und andere Wünsche zu befriedigen, nicht aber dem Steuerzahler Erleichterung zuverschaffen. Wenn die Einfparungen durch den Voungplan aber nicht zu Steuerfenkungen verwandt würden,habe der ganze Voungplan keinen Wert mehr. Ehe über den Voungplan abgestimmt werde, müsse unsere ganze innerpolitische Gesetzgebung grundlegend revidiert werden, damit die jetzigen Lasten der Steuerzahler sich vermindern und dadurch die Möglichkeit geschaffen werde, eigene Mittel freizumachen für die Zahlungen an unsere Kriegsgegner. Zu diesem Zwecke forderte der Redner noch vor der Abstimmung über den Voungplan die Schaffung eines großen Finanzausgleichs mit dem Ziele der Steuersenkung, die oben schon erwähnte Wiedereinführung des Zuschlagsrechts der Gemeinden auf die Einkommensteuer und die Beseitigung aller Ausgaben für unnötige Zwecke und überspannte Einrichtungen. Bei den kommenden Kommunalwahlen solle die Wählerschaft dafür Jorgen, daß Männer gewählt würden, die für steuerliche Gerechtigkeit seien, nicht nur mit Worten, sondern auch mit der Tat im Reichstag, wo die auch für die Gemeinden geltenden Gesetze gemacht würden. Mit der Aufforderung an den gesamten Mittelstand, sich zusammenzuschließen zum Kampfe für steuerliche Gerechtigkeit und Wiederherstellung der wirtschaftlichen Freiheit des einzelnen, und eine Einheitsfront des Mittelstandes zum Kampfe gegen Großkapitalismus zu schaffen, schloß der Redner seine mit lebhaftem Beifall aufgenommene Rede. Da es mittlerweile nahezu 1 Uhr geworden war, wurde von der Möglichkeit der Aussprache kein Gebrauch gemacht, so daß der Vorsitzende alsbald die Versammlung schließen konnte. Nationalsozialisten und ssoung-plan. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei hielt am Samstag im Uni- versitäts-Cafs eine gut besuchte öffentliche Versammlung ab. Dr. Buttmann, Mitglied des Bayrischen Landtags, spr ach über o u n g - Deuts chland und Jung-Deutschland" Der Redner erläuterte zunächst den Zweck und Verlaus der Haager Konferenz und kritisiette das Verhalten der deutschen Delegation, die nach seiner Auffassung mehr hätte herausholen können. Er versuchte bann eingehend nachzuweisen, daß der Voungplan unsere Leistungspflicht nicht verringere, daß er im Gegenteil in einzelnen Punkten ungünstiger sei, als der Dawesplan. Wir hätten seither die Reparations- leistungen nur durchführen können durch Aufnahme Forderungen des Mittelstandes. I Die Ortsgruppe Gießen der Reichspartei des deutschen Mittelstandes (W i r t - schaftspartei) veranstaltete gestern vormittag im Saale des Cafe Leib eine öffentliche Versammlung, die in Anbetracht der ungewohnten Stunde — die Versammlung begann kurz nach 11 Uhr — gut besucht war. Rach den Begrühungsworten des Versammlungsleiters Kaufmann Schmidt sprach der Vorsitzende der Reichspartei, Bäckermeister Drewitz, M. d. R. Er wies einleitend auf den schweren Steuerdruck hin, unter dem besonders der Mittelstand zu leiden habe. Wenn auch diese Rotlage des Mittelstandes vor allem mit auf die allgemeine deutsche Wirtschaftslage zurück- zuführen sei, so hätten doch auch die verschiedenen politischen Parteien mit schuld daran, weil sie sich bei ihren Entscheidungen nicht genügend von den Interessen des Mittelstandes bestimmen liehen. Vieles könne schon besser werden, wenn sich der deutsche Bürger nicht immer auf den Staat verlasse, sondern sich zunächst der Verpflichtung bewußt werde, daß er in erster Linie für sich selbst zu sorgen habe. Der Redner be- fchäftigte sich bann in eingehender Kritik mit der Tätigkeit der politischen Parteien und der wirtschaftlichen, finanziellen und sozialpolitischen Ge- fehgebung in den letzten zehn Jahren, wobei er als die herrschenden Faktoren in unserer ganzen Innenpolitik einerseits den Kapitalismus, auf der anderen Seite den Sozialismus bezeichnete. Den allen politischen Parteien auf der bürgerlichen Seite machte er zum Vorwurf, daß bei ihnen nur die großen wirtschaftlichen Mächte, zu denen aber der Mittelstand nicht gehöre, maßgebend seien. Deshalb sei es auch notwendig gewesen, die Rcichspartei des deutschen Mittelstandes als politische Standesbewegung des Mittelstandes zu schaffen. Seit 1918 seien immer neue Gesetze geschaffen worden, durch die die private Betätigung des einzelnen Staatsbürgers unterhöhlt, die Wirtschaft dem Staat und der Gemeinde übereignet und damit der Mittelstand immer mehr enteignet werde. Bei der Besprechung der Steuergesetzgebung forderte der Redner die Wiedereinführung des Zuschlagsrechtes zur Einkommensteuer für die Gemeinden, damit endlich der jetzige Zustand beseitigt werde, daß immer mehr Ausgaben von Leuten beschlossen würden, die sie nicht felbst zu bezahlen brauchten. Weiter forderte der Redner eine grundsätzliche Aende- rung unserer gesamten Finanzpolitik nach der Richtung hin, daß die Steuerlast gesenkt werde und die Ausgaben sich nach den dann gegebenen Einnahmen zu richten hätten. Es müsse Schluß gemacht werden mit der heutigen Ueberspannung der Sozial- und staatlichen Devorrnundungspoli- tik, durch die der gesamte Verwaltungsapparat und die Kosten lawinenartig angewachsen seien. Der Redner betonte, er sei nicht der Ansicht, daß der Staat überhaupt keine soziale Fürsorge betreiben solle, im Gegenteil für wirklich Hilfsbedürftige habe der Staat zu sorgen: aber die heutigen Auswüchse auf dem Gebiete der Sozialgefehgebung mühten beseitigt werden; der Redner übte in diesem Zusammenhang u. a. Kritik an der Crwerbslosen- fürsorge, an den Penfionsbezügen der grohen g end Preis der deutschen Buch-Gemeinschaft die Altersgrenze auf vierzig sehen? Weil die Vierzigjährigen noch völlig unbekannt, unbeachtet waren. Weil das Publikum seine Blicke nur auf die Sechzig- und Siebzigjährigen richtete und blind für ihre Leistung blieb. Und wie in Deutschland so in der ganzen Welt. Auch Frankreich muhte jetzt einen „Iugendpreis" für die Vierzigjährigen schaffen, weil auch dort die Psychose der Ramensrellame der alten Generation zugewendet ist. Es geht hier nicht um Ramen und Personen. Es geht hier um eine tragtierfüllte Entwicklung, die zuletzt alles geistige Leben erschlägt. Kultur ist nur möglich, wenn jedes Werk um seiner Leistungsqualität willen angeschaut und ausgenommen wird. Wohlgemerkt: jedes Werk! Run, die jungen Dichter, die warten, haben Werke zu bieten- hätten sich sonst H. F. Dlunck, Rudolf Borchardt, Th. Däubler, Alfred Brust, H. E. Busse, Hans Carossa, 21. Döblin, Fr. Eisenlohr, Fr. Schnack, Iakob Kneip, F. 21. Schmid-Roerr. E. Wiechert, um nur einige Ramen als Beispiele zu nennen, in der engeren literarischen Welt mit einer mehr oder weniger großen Zahl von Werken bereits die stärkste, dauernde Anerkennung als werkschaffende Dichter von bleibender Bedeutung erringen können, auch wenn ihr Leserkreis noch Kein, allzu klein blieb? Und weiter: um der Leistungsqualität willen! Cs ist Raturgeseh, daß der dreißig- bis fünfzigjährige Mensch sein Höchstes in diesem Alter zu leisten befähigt ist. In einer so bestimmten Lebensspanne aber erstickt man durch Abkehr von den „neuen" Ramen den Schaffenden die Möglichkeit zur letzten Qualität, wenn man seinem Werke nicht Echo gibt. Werk und Qualität werden durch die Aufmerksamkeit des Publikums, durch Echo und Aufnahme gesteigert. Totschweigen erstickt das Schaffen! Wenn eine ganze Generation totgeschwiegen wird, wird das Schaffen einer ganzen Generation erstickt. Ein Ausfall von zwei bis drei Schaffensjahrzehnten ist aber ein Kulturverlust, der nie wieder eingeholt werden faim. Das wissen wir aus den früheren Jahrhunderten — etwa dem mühsamen Wege vom Dreißigjährigen Kriege zu Lessing uno Goethe hin — zur Genüge. uon Auslandanleihen: dies sei auf die Dauer un- haltbar. Außerdem werde die Möglichkeit der Sachleistungen durch den Youngplan wesentlich verringert. Der Redner kam dann auf die Möglichkeit des zweijährigen Zahlungsaufschubs zu sprechen und zeigte dessen ungünstige Auswirkung. Weiter unterzog er die im Poungplcm vorgesehene Aufsichts- rontrolle einer eingehenden Kritik, besprach die geplante Einrichtung einer Bank für internationalen Zahlungsausgleich und erläuterte das von einzelnen Finanzkreisen erstrebte Ziel der Weltwirtschaft. Das Ziel des deutschen Volkes sei, sich wirtschaftlich völlig frei zu machen. Deutschland müsse für sich selbst sorgen. Der Redner kam dann auf die Kriegsschuldlüge zu sprechen und klagte darüber, daß die politischen Parteien sich hier nicht genug wehren. Im Haag sei die Leistungsmöglichkeit Deutschlands überhaupt nicht erwogen worden. Im Reichstag blieben die außenpolitischen Fragen durch innerpolitisches Gezänks unbeachtet. Wir müßten wieder zur Macht kommen, denn ohne Macht gäbe es keine Politik. Es müsse ein einheitlicher Wille des Volkes vorhanden sein, wir brauchten einen Führer. Es fehle das Ideal der Selbsthingabe in dem Gedanken an unsere Kinder, wir müßten uns wieder wert und würdig machen. Wenn wir uns wieder als Schicksalsgenossen fühlen würden, dann werde Deutschland auch wieder auferstehen. r,, , An den etwa zweistündigen Vortrag schloß sich eine sehr lebhafte Aussprach«, an der sich außer Studienrat Dr. Blank auch zwei sozialdemokratische und ein kommunistischer Redner beteiligten. Die Versammlung verlief teilweise recht stürmisch, doch konnte die Veranstaltung dank dem besonnenen Vorgehen des Ueberwachungsbeamten bis zum Schluß durchgeführt werden. Turnen, Sport und Spiel. Oie süddeutschen Fußballspiele. Sn Süddeutschland ruhten gestern die Ver- bandsspiele vollständig. Es war im ganzen Ver- bandsgebiet „Opfertag", die gesamten Einnahmen aus den 700 mc£r oder weniger wichtigen Ote- präsentativ- und Städtespielen, die in großen und kleinen Zußballzcntren abgehalten wurden, flössen Humanitären und ähnlichen Zwecken zu. Auch das Revanchespiel Süddeutschland gegen Westdeutschland im Frankfurter Stadion war in den Rahmen des Opfertages mit» hereinHenommen worden. Bei herrlichstem Wetter vor 12 000 Zuschauern schlug der wesentlich bessere Süden seinen ehemaligen Bezwinger aus dem Vorspiel in Duisburg (2:5) mit einem überlegen 7:3, Halbzeit 3:0. Das Treffen wickelte sich vorbildlich fair ab und zeigte namentlich auf Sud» deutschlands Seite gute Leistungen, aber auch der Westen war keineswegs schlecht. In dem Münchener Spiele Rordbahern gegen Südbayern war wohl der Rorden mit seiner Elf aus den bekanntesten Spielern als Sieger erwartet worden. Der Sieg desSüdens mit 4:3 Toren kommt daher durchaus über» raschend. Die bessere Stürmerlcistung der Mün» chener gab den Ausschlag. Augsburg gewann gegen Münchens restliche Auswahlelf einen moralischen Erfolg mit seinem 2:2. Ulm ließ sich von einer weiteren Münchener Mannschaft 2:3 besiegen. Sn Stuttgart gab es ein Treffen zwischen Stuttgart und Frankfurt. Hierbei zeigten die Frankfurter ein wunderbares Feldspiel, in dem die überleaene Läuferreihe zugunsten von Frankfurt den Ausschlag gab. 3:2 lautete der verdiente Sieg der Frankfurter. Germania Dröhingen schlug Phönix Karlsruhe 5:4, der K. F. V. Karlsruhe erlag dem ö. C. Pforzheim erneut mit 1:2 Toren. Das Städtespiel Rastatt gegen Baden-Baden endete 3:0 S. C. Freiburg gegen Sportfreunde Freiburg 0 ' V Offenburg gegen F. C. Freiburg 1:1. Fußballkampf Oüffeldorf- Paris 4 :1 (1:0). Die 12 000 Zuschauer dieses Spiels in Düsseldorf waren von den mäßigen Leistungen der sehr schwach aufgestellten französischen Mannschaft sichtlich enttäuscht. Rur der Torwart der Gäste, der bekannte Lozes, zeigte gutes Können, konnte aber auch nicht die berechtigte Riederlage verhindern. Immerhin konnte er bis zur Pause das Spiel auf 0:1 halten, dann aber erzielten die Deutschen noch drei weitere Tore, während die Gäste nur einmal einschießen konnten. Zunächst führten -;e Düsseldorfer mit 4:0, erst kurz vor Schluß kamen die Franzosen durch ' ihren Internationalen Dufour zum Ehrentore. Fußball Länderkamps Norwegen-Schweden 2:1. Norwegen schlug gestern Schweden zur allgemeinen und größten Ueberraschung mit 2:1. Da es in diesem Jahre bereits Dänemark und Finnland schlagen konnte, wurde es durch seinen erneuten Ländersieg skandinavischer Fußballmeister im laufenden Jahre. Von den seitherigen 31 Spielen zwischen den beiden Ländern gewannen die Schweden 19, unentschieden endeten? und nur 5 gingen verloren. Deutsch-englischer Schwimmländerkamps. Ein unentschiedenes Ergebnis. Auch der zweite Teil des deutsch-englischen Schwimmländerkampfes, der am Samstag im Rahmen der englischen Mererschaffen in London ausgetragen wurde, endete unentschieden. Zwar konnten die Deutschen in der 4X200-Vards-Frei- stilstaffel mit 8:51,6 Minuten eine glänzende Zeit heraue chwimmen und die Engländer mit einem Vorsprung von 7 Sekunden schlagen, dafür fiel aber der Sieg im Wasserballspiel an die dabei vom Glück begünstigten Engländer. Beide Parteien lieferten sich einen harten und spannenden Kampf, der mit 1:0 (0:0 endete. Die deutsche Mannschaft war dabei ihrem Gegner vollkommen ebenbürtig und hätte mit etwas Glück auch den Sieg erringen können. Floreitwettfechten in Bensheim. Das alljährliche Iunioren-Floretturnier der Gruppe III des Deutschen Fechterbundes wurde am gestrigen Sonntag in Bensheim mit großem Erfolg von dem dortigen jungen Fechtklub durchgeführt. In den drei Vor- und sechs Zwischenrunden wurden die Endrundenteilnehmer ermittelt. Don diesen stellten Mainz und Wiesbaden allein fünf, während drei Offenbacher und ein Frankfurter den Kreis schlossen. Als beste Junioren zeigten sich Stark FC. Offenbach, Iewarowski Hermannia Frankfurt und Werbert, Mainz, der allerdings von den beiden anderen schließlich überflügelt wurde. Die beiden ersteren muhten um den Endsieg einen Stichkampf ausiragen, den Stark gegen Iewarowski mit 5:4 Punkten knapp gewann. Vierter blieb Adam Wiesbaden, 5. Cron, Wiesbaden, 6. Schickert, Mainz, mit je vier Siegen. 7. Vetri, Wiesbaden, mit drei Siegen vor den Brüdern R. und I. Kirth, Offenbach, mit je einem Sieg. Letztere kamen als Anfänger beträchtlich weit nach vorne. Motorradrennen in Frankfurt. Die gestrigen Motorradr'nnen auf der Frankfurter Stadionbahn erfreut : sich wieder eines überaus starken Besuches. 10 -00 Zuschauer waren Zeuge spannender Kämpfe, die sich zu einem Duell zwischen dem Meisterfahrer Hans S o e - nius (Köln) und seinem alten Widersacher Joseph Klein (Waldkirchen) zuspihtcn. Den Stadionprcis über 10 und 15 Kilometer gewann im Gesamtklassement Klein, nachdem Soe- nius den 1. Lauf über 10 Kilometer an sich gebracht hatte. Da. Rennen um das „Blaue Band" über insgesamt 25 km sah am Schluß S o e n i u s in Front. Ergebnisse: Preis vom Stadion 10 Kilometer: bis 250 ccm: 1. Soenius, Köln (Ut/Jap), 5:31,0 QUin.; 2. Klein, Waldkirchen (DKW); 3. Wemhöner, Hannover (Goericke); 2. Lauf: = 15 Kilometer: 1. Klein (DKW), 7:55 Min.; 2. Soenius 300 Meter; 3. Bartels 700 Meter. Ge- samtergebnis: 1. Klein, Waldkirchen auf DKW 8 Punkte; 2. Soenius (Ut/Jap) 8 Punkte; 3 Bartels, Waldkirchen (DKW) 3 Punkte. Das Blaue Band 1. Lauf = 10 Kilometer: bis 350 ccm: 1. Soenius (Indian) 4:59Min. (120 Stundenkilometer); 2. Dertua, Italien auf Frera 130 Meter; 3. Wemhöner, Hannover auf Goericke (320 Meter); 4. Klein (DKW) 900 Meter. 2. Lauf =15 Kilometer: 1. Soenius, Köln, 7:34,2 Min.; 2. Klein, Waldkirchen, 850 Meter; 3. Wemhöner, Hannover, 1550. Gesamtergebnis: 1. Soenius, Köln, auf Indian, 10 Punkte; 2. Klein (DKW) 4 Punkte; 3. Wemhöner (Goericke) 4 Punkte. In den Grasbahnrennen, die zum ersten Male auf der Stadionbahn zum Austrag gelangten, siegten Irion, Karlsruhe, Steinweg, Münster, und Franke, Frankfurt a. M. Oberheffen. Obstausstettung in Lich. } Lich. 30. Sept. (Eigener Drahtbericht des Gieß. Anz.) Die von dem Obst- und Gartenbauverein Lich in Verbindung mit dem Kirch- w e i h m a r k t im Rathause veranstaltete O b st - ausftellung mit Prämiierung kann als wohlgelungen bezeichnet werden. Die Eröffnung sand gestern vormittag 11 Uhr in Anwesenheit eines großen Interessentenkreises statt. Geöffnet ist die Ausstellung bis heute abend. Der erste Ausstellungstag hatte bereits einen großen Besuch aufzuweisen, am heutigen Haupt-Kirchweihmarkttage wird ein noch größerer Besuch erwartet. Die Ausstellung ist sowohl in Tafelobst, wie auch in Wirtschaftsobst von hervor- ragender Qualität und außerordentlich reichlich beschickt. Es sei nochmals auf die außerordentlich günstige Kaufgelegenheit für Konsumenten hingewiesen. Es konnte bereits gestern eine rege Nachfrage, teil- weise von auswärts, festgestellt werden. Ausführlicher Bericht folgt. Landkreis Gießen. X Wieseck, 29. Sept. Das Turmkreuz unserer Kirche hatte sich in der letzten Zeit bedenklich geneigt. Eine unter Leitung von Bauinspektor Kögel vorgenommene Prüfung des Sachverhalts durch die Firma Lapp in Gießen zeigte, daß es höchste Zeit zum Eingreifen war. Der bereits 1925 neuvergoldete Turmhahn wurde gereinigt und heute wieder glücklich auf seinen hohen Standort gebracht. Da das Gerüst nun einmal aufgeschlagen, wird auch die Reubeschieferung einiger Teile des Turmhelms vorgenommen, die sich als notwendig erwies. Aus einem durch Rost teilweise zerstörten Kästchen kamen einige früher eingelegte Schriftstücke zum Vorschein, die teilweise stark unter dem Zahn der Zeit gelitten haben und daher nicht mehr vollständig zu entziffern waren. Glücklicherweise wurde ein Bericht des „Schuldieners und Gemeindeschreibers" Johann Melchior Sommeriad vom 17. Oktober 1765 über die Schicksale der Gemeinde im Siebenjährigen Krieg, in ein Kästchen des Kirchenknopfes eingelegt, früher schon abgeschrieben und bei unserer Ortschronik aufbewahrt. Die älteste Urkunde vom 9. Juli 1736 besagt, daß das Kreuz damals neu gemacht worden ist. Eine weitere, von Pfarrer 5>r. Jochem unterzeichnet, vom August 1867 meldet, daß nach Zerstörungen durch Bliheinschlag vom 24. Juni jenes Jahres u. a. der alte Hahn durch einen neuen, mit einem Rumpf versehenen, erseht wurde, „um künftig besser als Wetterfahne zu dienen". Eine Urkunde vom 14. September 1894, unterzeichnet von Dekan Wahl, meldet die Herabnahme des wackelnden Hahnes und seine Reuvergoldung; ein gleichzeitiges Schriftstück seiner Kinder und derer des damaligen Lehrers Wehl streift die Zeitereignisse und bittet, beigelegte Münzen und Briefmarken aus der Zeit von 1871 bis damals nach Auffindung wieder an ihren hohen Aufbewahrungsort zu bringen. Dieser Bitte wurde entsprochen, mit einer neuen Urkunde Münzen und Briefmarken der neueren Zeit beigelegt und alles in einer von der Firma Lapp gelieferten und verlöteten Kupferrolle verwahrt. / Mainzlar, 30. Sept. Am morgigen 1.Oktober tritt unsere Krankenschwester Elisabeth Grölz nach 34jähriger Dienstzeit in den wohlverdienten Ruhestand. Schwester Grölz, deren Mutterhaus das Elisabethen-Stift zu Darmstadt ist, trat am 1. Oktober 1895 in den Dienst, und zwar zunächst als Dekanatsschwester für bie Gemeinden Mainzlar, Daubringen und Staufenberg. Als Gemeindeschwester wurde sie im Jahre 1923 von den Gemeinden Mainzlar und Daubringen übernommen. Der Entschluß, vorzeitig in den Ruhestand zu treten, dürfte ihr sicherlich schwer gefallen sein — Schwester Grölz steht erst im 55. Lebensjahre —, denn sie hing mit großer Liebe an ihrem der Allgemeinheit dienenden Berufe. Ein körperliches Leiden, das sich schon seit der Kriegszeit und dann infolge einer Grippe in immer stärkerem Auftreten zeigte, zwangen jedoch die immer nur um das Wohl ihrer Mitmenschen Besorgte, ihren -Dienst nunmehr aufzugeben. z Aus dem Busecker Tal, 28. Sept. Das Ende dieser Woche bringt für die Kartoffelernte den Abschluß. Sie kann als eine vorzügliche in bezug auf Qualität und Quantität bezeichnet werden. Die Güte der Kartoffeln wäre sicher noch eine viel bessere, wenn die Ernte nächt zu früh eingesetzt hätte. — Die Obsternte ist noch im Gange. Späte Apfelsorten sind noch zu ernten. Die Aepfel sind z. T. etwas kleän geblieben. Diele wurmstichige gibt es darunter; diese sind aber durch den starken Wind kürzlich geschüttelt worden. Die Rachfrage nach Winterobst ist nicht sehr stark; viel Obst wird gekeltert. Zwetschen gab es reichlich; sie find in diesem Jahre besonders süß. — Hier und da wird schon mit der Einkellerung der D i ck - Wurz begonnen; obwohl die Zeit dafür noch nicht gekommen ist. — An Gartenerzeug- nissen stehen die Tomaten an erster Stelle; ihr Behang war vorzüglich, und sie reiften sehr gut aus. Grüne Dohnen konnten nur kurze Zeit geerntet werden; aber seine Saatbohnen kann jeder selbst pflücken. Im übrigen kommt es im Garten darauf an, ob fleißig gegossen worden ist oder nicht. dt. Orünberg, 29.Sept. In unserer Stadt ist die seltene Tatsache zu verzeichnen, daß 5 5 Personen im Alter von 7 5 und mehr Jahren zusammen ein Alter von 4 4 0 0 Satiren repräsentieren. Es sind alt: eine Person 88 Jahre, zwei je 87, eine 86, zwei je 85, drei je 84, zwei je 83, drei je 82, drei je 81, drei je 80, fünf je 79, sieben je 78, sechs je 77, fünf je 76 und zwölf je 75 Jahre. Unter diesen hochbetagten Mitbürgern befinden sich auch vier Ehepaare, die zusammen 631 Jahre zählen, nämlich Etiepaar G ö r n e r t 164, Ruhl 158, Lang 155 und Pfeffer 154 Jahre. # Aus der nördlichen Wetterau, den 29. Sept. Die Kartoffelernte ist beendet. So schnell wie in diesem Jahre sind wohl selten die Kartoffeln eingebracht worden. Die vermehrt in Tätigkeit getretenen Kartoffelerntemaschinen im Verein mit der trockenen Witterung ließen die Arbeit gut vorankommen. Wenn auch der Ertrag nicht die Höhe der beiden letzten Jahre erreicht hat, so wird die fehlende Menge doch durch die Güte der Knollen mehr als ausgewogen. Faule Kartoffeln gab es dieses Jahr überhaupt nicht. Bereits hat man hier mit der Bestellung der Wintersaat begonnen; das erste Korn wurde gesät. Zur Streckung des Grünfutters beginnt man schon jetzt mit dem Einfahren der Dickwurz. Das Kraut und die übrigen Wintergemüse haben sich noch nicht so entwickeln können, daß mit einer ganz knappen Ernte gerechnet werden kann. Der Handel mit schleswig-holstei- nischem Kraut hat erneut eingesetzt. Während ein Zentner vor drei Wochen noch 20 Mark kostcle, ist der Preis jetzt über 12 auf 4,80 Mark gefallen. Kreis Büdingen. -T- Ridda, 28. Sept. Sein 60. Geschäftsjubiläum kann in diesen Tagen das Schuh- haus Lampas begehen. Aus kleinen Anfängen entstanden, konnte es sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem größeren Unternehmen entwickeln, das sowohl bei der hiesigen Geschäftswelt, als auch in Verbraucherkreisen eine beachtliche Stellung einnimmt. SerFavpompejuspym. Hon Paul Rosenhayn. 4 Fortsetzung Nachdruck verboten Lilian Stone schien die Frage überhört zu haben. „Am 14. Juni erhielt ich einen Brief von Frau Mac Comb. Darin flehte sie mich an, Wilbur Perry freizugeben. Sie wolle mir alles, was sie' habe, zu Füßen legen." „Das war vermutlich die übliche Phrase," lächelte O'Sarbigan. „Der Himmel ist also mit Ihnen im Bunde gewesen," nahm der Verteidiger das Wort. „Denn in jener Rächt ist Ihre Rebenbuhlerin ums Leben gekommen, und Ihr Verlobter war Ihnen zurückgegeben?" Lilian Stone schloß die Augen. Leise schüttelte sie den Kopf. „Ich muß das Letzte sagen," murmelte sie. „Ich darf es nicht verschweigen, vielleicht... vielleicht... 2n jener Rächt ist mein Verlobter mit Manuela Mac Comb verbrannt." Der Staatsanwalt und der Verteidiger sprangen auf. „Eine völlig neue Wendung!" sagte O'Cardigan atemlos. Der Richter sah auf Lilian Stone, die bleichen Gesichts in ihrem Stuhl lehnte. 3oe Senkins zog ein Zeitungsblatt. „2ch finde hier einen interessanten Artikel in der „Sun". Er ist betitelt: „Die Kassandra von Reuyork." Gelächter antwortete; Richter Higgins sah den Detektiv erstaunt an. „Ich kenne den Artikel," sagte er. „Zufällig sah ich vorhin, daß er unter den Geschworenen zirkulierte. Wollen Sie im Ernst vor diesem Forum von der Kassandra von Reuyork sprechen?" „3a,“ sagte 2oe Jenkins freundlich. Der Richter zog nervös die Uhr und warf einen schnellen Blick auf Lilian Stone. „Also bitte.“ „Ich höre, daß einige von Ihnen," sagte Joe Jenkins, „von jener Kassandra wissen. Gleichwohl möchte ich ein paar Worte über sie sagen: für die, die sie nicht kennen. In der Fünfund- vierzigsten Straße, Ost, irgendwo im fünften Stock/ wohnt eine Frau. Sie teilt ihren Beruf mit vielen Tausenden in dieser Stadt: sie ist Wahrsagerin. Das wäre an sich kein Grund, von ihr zu sprechen. Auch daß die Frauen der Wall-Street-Prominenten ihre täglichen Gaste sind, ist vielleicht nichts Besonderes. Aber diese Dame hat Aussprüche getan, die von einer seltsamen Begabung zeugen: sie beschäftigt sich in täglichen Sitzungen mit dem Fall Pompejus Phm." Aus dem Zuhörerraum kam Kichern; der Richter hob unmutig die Hand. „Der Fall Pompejus Phm." fuhr Jenkins fort, „ist, ich brauche es Ihnen nicht zu sagen, das Tagesgespräch von Reuyork. Jeder will erfahren, wie dieser Prozeß ausgehen wird; die Autos der vornehmen Kundinnen parken bis zur Queensbvro Subway-Station." „Haben Sie sie befragt?" erkundigte sich Higgins schmunzelnd. „Ich habe ste befragt,“ entgegnete Jenkins. „Sie hat mir manchen Humbug erzählt.. „Sehen Sie wohl!" „Und sie hat mir ferner einige Auskünfte gegeben, die mich ein paar Stunden meiner Rachtruhe gekostet haben. Ich will mich kurz fassen. Die Kassandra — wie sie heißt, weiß ich nicht — versank in Trance und schilderte mir unter Zuckungen und Stöhnen alle Einzelheiten der Unglücksnacht vom 13. auf den 14. Juni 1919.“ „Die hat sie in der Zeitung gelesen," sagte ein Geschworener. „Sie behauptet mit Bestimmtheit, Pompejus Pym sei unschuldig. Frau Mac Comb sei das Opfer eines tödlichen Unfalls geworden." Der Staatsanwalt verschränkte die Arme mit verhaltenem Lachen. „Ich konnte mir denken, daß es auf etwas Derartiges hinauslaufen würde. Die Partei des Angeklagten sieht ihre Sache verloren: jetzt versucht man es mit einem Appell an den Aberglauben." „Fast fürchte ich, es ist so, Mr. Jenkins," nickte Higgins. „Ich bitte um die Erlaubnis, die Kassandra von Reuyork hierherzubringen. Und ich bitte Sie, ihr jede Frage vorzulegen, die Sie für zweckmäßig halten." „Die einzige Frage, die ich für zweckmäßig halten würde," antwortete Staatsanwalt O'Cardigan, „wäre die nach der Höhe der Summe, die man ihr für ihre „Prophezeiungen" gezahlt hat." „Ich muß die Sitzung unterbrechen," sagte der Richter, indem er nach dem Zeugenstuhl hinüberwies. „Mrs. Lilian Stone ist ohnmächtig geworden." Die Lust im Gerichtssaal war dumpf und schwer. Draußen lagen schon die Schatten des frühen Abends. Wassertropfen perlten an den Fensterscheiben, das Licht der Glühlampen bohrte sich flimmernd durch graue Dunstschwaden. Reue Kombinationen gingen flüsternd von Mund zu Mund; Richter Higgins, der eben mit den Geschworenen eintrat, war nervöser als am Vormittag. Er gab dem Gerichtsdiener einen Wink; die Tür ging auf, ein Mann in blauem Anzug, der Typ eines Seemanns, trat mit wiegenden Schritten an den Richtertisch. „Ich höre, daß Sie sich gemeldet haben, um eine wichtige Aussage zu machen." „Ja, Herr Richter. Zufällig liest mir mein Schlafbaas heute morgen was aus der Zeitung vor. Ich höre plötzlich: Clayton... Pompejus Pym... Halt, sage ich, was heißt das: Clayton ... was ist das für ein Feuer... ich habe nämlich selbst in Clayton gewohnt, müssen Sie wissen, Herr Richter, ich kenne Pompejus Pym, und ich weiß auch von dem Feuer." „Was wissen Sie von dem Feuer?" Der Zeuge wandte sich herum, zu dem Reger. „3a ... das ist er," sagte er nickend. ,,3ch entsinne mich ganz genau: er hatte eine Fackel in der Hand. Durch das Fenster des Hausboots sah ich es: mit der Fackel ging er in der Pantry herum und setzte die Holzteile in Brand." „Das ist ganz unglaubwürdig," rief der Verteidiger erregt. „Da kommt irgendein Fremder daher und behauptet etwas Ungeheuerliches. 3ch bestreite seine Angaben!" „Das Feuer loderte so verdächtig schnell auf, daß ich sofort sah: hier ist vorgearbeitet worden. Mit Petroleum, taxiere ich." „Und Sie wissen genau, daß es der Angeklagte war?" Wieder wandte sich der Zeuge zu dem Reger herum. „So genau wie ich meinen Kopf kenne. Es war Pompejus Phm, der das Schiff in Brand gesteckt hat." „Was dieser Zeuge sagt, ist Wahnsinn!“ schrie der Verteidiger. Der Richter wies gebieterisch auf den Reger. „Was haben Sie dazu zu sagen?" Der Reger erhob sich mühsam, die zitternden Hände auf die Barriere gestützt; im Saal wurde es totenstill. Langsam sagte er: „Dieser Mann sagt die Wahrheit." Erregtes Murmeln schwirrte durch den Saal und erstarb plötzlich wieder, als der Richter mit heiserer Stimme fragte: „Sie bekennen sich also schuldig, Pompejus Phm?" Zum Erstaunen de- Saales antwortete der Reger: „Olein.“ „Dann will ich 3hnen etwas sagen —“ die Stimme des Richters schwoll zornig an: „Dann erkläre ich Sie für schuldig. Und jeder Mensch in diesem Saal ist meiner Meinung. Dafür lege ich meinen Hut in den Ring." Der Verteidiger, totenbleich, sichtlich außer sich vor Erregung, trat auf den Zeugen zu. „Wie kommt es, daß Sie sich erst heute melden?" „Das will ich Shnen sagen, Doktor: an jenem Abend, am 13. 3uni 1919, war ich auf dem Wege nach Reuyork; ich hatte mich um einen Tag verspätet, mein Dampfer lag schon am Pier. Am nächsten Tage fuhr ich nach Australien; die ganze Zeit über habe ich im Dusch gelebt." „Sie haben diesem Prozeß," sagte der Richter, „die entscheidende Wendung gegeben. Rehmen Sie dort drüben Platz." Der Seemann nickte und schaukelte, nickt ohne selbstbewußt um sich zu blicken, gemächlich puf die Zeugenbank zu. , Eben wollte sich der Staatsanwalt zum Plädoyer erheben, als die Tür aufging und 3oe Senkins eintrat. „Dringen Sie etwas Reues?" fragte der Richter, ein wenig unmutig. „3a. Einen Zeugen,“ sagte 3oe ScnfinS, „bet immerhin einiges weiß, was mir nicht unwicht.g scheint." Und indem er die Tür öffnete, winkte er einem Mann in Chauffeurkleidung herein. „3ch kenne Pompejus," sagte der Ankömmling, während er sich in den Zeugenstuhl niederlieh; „ich kannte auch die verstorbene Frau Mae Comb; ich stand zu jener Zeit als Chauffeur in ihren Diensten. Die Sache ist die, daß Frau Mac Comb eine Feindin hatte; sie wohnte in der Siebenten Avenue, West,Rümmer 325; ich habe Frau Mac Comb drei- oder viermal vor das Haus gefahren." „Was für eine Feindin war das?" fragte O'Cardigan. „Wie hieß sie?" „Das weih ich nicht." Der Staatsanwalt zuckte geringschätzig die Achseln; aber der Verteidiger fiel ein: „3ch glaube, daß dieser Zeug« mindestens so wichtig ist wie der vorige." „Vielleicht war es gar keine Feindin?" fragte der Staatsanwalt lächelnd. „Vielleicht war es ein Freund? Vielleicht war es Mr. Wilbury Perry?" Der Chauffeur schüttelte den Kopf. ,^jd) weih schon, was ich sage. Cs war eine Dame/Sie hat Frau Mac Comb selbst ans Auto gebracht." „Und woraus schließen Sie, daß es ein Feindin und nicht eine Freundin war?" (Schluß folgt.) In unserer Stabt ist )nen, baß 55 Per- unb mehr Iah- roon4400Joh. sinb alt: eine Person wei je 85, brei je 84, 81, brei je 80, fünf fünf je 76 unb zwölf betagten Mitbürgern re, die zusammen 631 mr Görnert 164, Pfeffer 154 Jahre, n Wetterau, ben nte ist beendet. So sind wohl selten bie n. 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Bei der Versteigerung des Ob st es an der Provinzialstrahe nach Gonterskirchen blieben die Steig- preise so niedrig, dah die Genehmigung versagt blieb. Da die Steigerer sich nicht entschließen konnten, höhere Preise anzulegen, übernahm ein hiesiger Händler gegen einen Mehrpreis von 150 Mk. das gesamte Obst. — 2m Ob st handel macht sich in den letzten Tagen eine langsame Belebung bemerkbar. Die Nachfrage ist reger geworden. Schüttelobst wird waggonweise zu 2,75 Mk. pro Zentner verladen. 3n Wirtschafts- und Tafelobst, vom Baume gepflückt, ist noch kein richtiges Geschäft im Gange. Es pflegt erst später emzu- setzen. Man nennt Zentnerpreise von 5—10 Mk. Die einzelnen Haushaltungen benutzen die günstige Gelegenheit, wieder Apfelwein als Haustrunk einzulegen. Kreis.2llsfeld. t Deckenbach, 27. Sept. Heute fand hier die Versteigerung des G e m e i n d e o v st e s statt. Die Beteiligung war zunächst sehr rege. Auch von auswärts waren Steigerer erschienen. So kam es, dah selbst die gewöhnlichen Honig- birnen annehmba« Preise erzielten. Später jedoch nahm das Interesse an Birnen dermaßen ab, daß zwei bis drei Bäume im Durchschnitt mit 1 bis 2 Mk. erstanden wurden. Einzelne Bäume kamen aus 20 Pf., andere erhielten überhaupt kein Gebot, trotzdem ihr Behang ausnehmend gut war. Gesucht waren wiederum, wie jedes Jahr, die Tafeläpfel. Der Korb voll Tafeläpfel stellte sich durchschnittlich auf 1 bis 2 Mk. Der Gesamterlös für das Obst ist hinter dem der vorjährigen Ernte zurückgeblieben. •«- Burg-Gemünden, 29. Sept. Dieser Tage fand an den Provinzialstraßen Ehringshausen— Burg-Gemünden und Elpenrod—Homberg die diesjährige Versteigerung von Obst statt. Durch die allgemein gut ausgefallene Obsternte hatten sich verhältnismäßig wenig Kaufliebhaber eingefunden, so daß keine hoben Preise erzielt werden konnten. Bezahlt wurden für den Korb voll Tafeläpfel 2 bis 3 Mark, Wirtschastsobst 1 bis 2 Mark, Kelterobst konnte man schon für 50 Pfennig erwerben. Auch die Nachfrage nach Zwetschen war gering, infolgedessen konnten auch hier nur geringe Preise erzielt werden; der Korb voll kostete etwa 50 Pf. I Kirtorf, 28. Sept. Einen eigenartigen Unfall erlitt ein hiesiger Geschäftsmann, oer mit seinem Auto unterwegs war. Es war Abend und die Scheinwerfer traten in Tätigkeit. Da verirrte sich ein Veh in den Lichtschein des Wagens. Es lief ein Stück hinter und dann neben dem Wagen her und versuchte nun, seitwärts zu entkommen. Dabei sprang es i n das offene Auto und verletzte den Fahrer am Augapfel. Zum Glück war die Verletzung nicht schwerer Art. Dis sich das zahlreiche Wild in der hiesigen Gegend an den gesteigerten Verkehr, der auch vor unserem stillen Tal nicht Halt macht, gewöhnt hat, wird noch einige Zeit vergehen. I Ober-Gleen, 28. Sept. 3n den letzten Jahren machte sich der Mangel einer Heizung in unserer alten Dorf kirche immer unangenehmer bemerkbar. Der vorjährige strenge Winter führte bereits zu tatkräftigem Handeln, um diesem Mangel möglichst bald abzuhelfen. Es wurde zunächst eine Haussammlung innerhalb des Dorfes beschlossen und auch durchgeführt. Sie erbrachte etwa 600 Mark. 3m ganzen stehen jetzt rund 900 Mark zur Verfügung. Doch reicht diese Summe längst nicht aus. 3n der vorigen Woche traf ein vom zuständigen Hochbauamt eingeforLerter ausführlicher Voranschlag über den Einbau einer elektrischen Fußbankheizungsanlage ein, der in der Sitzung der kirchlichen Körperschaften Anklang fand. "Weitere Verhandlungen in dieser Angelegenheit und Besichtigungen von ähnlichen Kirchenheizungen an anderen Orten stehen unmittelbar bevor, fa daß vielleicht mit der Ausführung der Arbeiten noch in diesem Herbst gerechnet werden kann. Preußen. Kreis Marburg. WSN. Marburg, 29. Sept. Einem scheußlichen Verbrechen kam die Polizei hier auf die Spur. Bei Nachforschungen in der Wohnung einer in der Hahnenaasse wohnenden geschiedenen Frau fand man im Ofen verbrannte Reste der Leiche eines neugeborenen Kindes. Es konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden, ob das Kind bei der Geburt gelebt hat oder nicht. Weitere Ermittlungen sind im Gange. Q Fronhausen a. d. L., 29. Sept. Seit Freitag vormittag wurde in dem benachbarten Dorfe Oberwalgern der- Schmiedemeister und Gastwirt I. F. vermißt. Trotz eifrigen Suchens der Behörden und der gesamten Einwohnerschaft konnte der Mann erst am heutigen Sonntagmorgen im Walde bei Reimershausen erhängt an einem Baume aufgefunden werden. Da sich bei dem bedauernswerten Manne, der allgemeine Hochachtung im Dorfe genoß, schon feit einiger Zeit Zeichen von Schwer- mut bemerkbar gemacht hatten, ist die unselige Tat zweifellos infolge geistiger Umnachtung geschehen. Kreis Wetzlar. ~ Niederkleen, 28. Sept. Am Donnerstag wurde das O b st der Gemeinde öffentlich meistbietend versteigert. Die Versteigerung war stark besucht; auch aus den benachbarten Gemeinden teuren eine Anzahl Käufer erschienen. Cs wurden für den Zentner Goldparmänen am Baurn durchschnittlich 5 bis 6 Mk. bezahlt. Der Preis für Kasseler Reinetten und Wirtschaftsäpfel war etwas geringer; er betrug 3 bis 4 Mk. je Zentner am Baurn. Für die »Braut", das ist der bestbehangenste und schönste Baurn auf der Versteigerung, einen Baurn mit Goldparmänen, wurden 25 Mk. geboten. 3m übrigen bewegte sich der Steigpreis für einen Daum Aepfel, je nach Behang, zwischen 12 und 17 Mk. Die Versteigerung wurde vom Gemeinderat sofort genehmigt. — Die Kartoffelernte ist hier in vollem Gange. Trotz der großen Trockenheit kann man immer noch von einer guten Mittelernte sprechen. Soweit bisher schon Kartoffelverkäufe getätigt wurden, war der Preis gering; er betrug für Verkäufe im Ort 3 Mk. und für solche nach' außerhalb, je nach Entfernung, 4 bis 4,50 Mark je Zentner frei Keller. Rheinhessen. WSN. Mainz, 29. Sept. Die ReichSvermö- gensverwaltung gibt bekannt, daß sämtliche reichseigenenLiegenschastenin Main» einschließlich der Wohnhäuser zum Verkauf stehen. Es liegen jetzt schon eine Menge Kaufgesuche von privater Seite vor; diese können aber erst dann berücksichtigt werden, wenn der Reichs- und Staatsbedarf und der Bedarf der Stadt Mainz gedeckt ist. Für die Wohnungen kommen in erster Linie bedürftige Angestellte des Reiches, des Landes, der Reichsbahn und der Reichspost in Frage. Mit der Stadt Mainz schweben Verhandlungen über die Austeilung des zur Verfügung stehenden Reichsbesihes. Oie Mainzer Eingemeindungsbestrebungen. WSN. Mainz, 29. Sept. Die Verein- heitlichungsbestrebungen an der Rhein-Mainmündung haben einen großen Fortschritt dadurch erzielt, daß die erste Gemeinde der Mainspitze, die Gemeinde Bischofsheim, in einer Gemeinderatssihung beschlossen hat, die Eingemeindung nach Mainz vorzunehmen. Mit 15 zu 4 Stimmen wurde der vorgelegte Eingemeindungsvertrag angenommen. Damit ist die Stadt Mainz in das Gebiet der Provinz Starkenburg vorgestohen. Wie man hört, soll demnächst der Bcrtrag mit der Doppelgemeinde Gustavsburg-Ginsheim ebenfalls angenommen Werdern Oer Wormser Etat verabschiedet. WSN. Worms, 29. Sept. Nach monatelangen Kämpfen wurde jetzt der städtische Etat verabschiedet. Durch Erhöhung der Gebäudesteuern und der Filialsteuer, ferner durch Abstriche unb Mehreinnahmen wurde das D e f i zi t a u f 185000 Mark gesenkt. Nachdem im Mai ein Antrag aus Einstellung eines sogenannten Reorganisators abgelehnt worden war, wurde nunmehr eine Verständigung dahin erzielt, daß unbeschadet der von der Stadtverwaltung eingeleiteten Maßnahmen nach Zweckmäßigkeitsgefichtspunkten ein Sachverständiger berufen werden soll, der die Organisation der städtischen Betriebe $ u überprüfen hat. Insoweit für einzelne Zweige Spezialisten gefunden werden, sollen solche herangezogen werden. Daten für Dienstag, 1. Oktober. Sonnenaufgang 6 Uhr, Sonnenuntergang 17.39 Uhr. — Mondaufgang 3.38 Uhr, Monduntergang 17.30 Uhr. 1386: Gründung der Universität Heidelberg; — 1845: der Maler und Zeichner Adolf Oberländer in Regensburg geboren; — 1879: Eröffnung des Reichsgerichts in Leipzig. Wirtschaft. * D i e amtliche GrohhandelSindex- z i f f e r. Die auf den Stichtag des 25. September berechnete Grobhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 138.0 gegenüber der Vorwoche (138.3) um 0.2 Prozent zurückgegan- gen. Don den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe auf 132.7 (133.2) oder um 0.4 Prozent gesunken. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist um 0.3 Prozent auf 131.4 (131.8) Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig hat die Indexziffer für industrielle Fertigwaren auf 156.9 (157.1) weiter nachgegeben. • FusionDaterländischeNordstern. In der am Samstag stattgehabten Auf sich tsrats- sihung der Vaterländische und Rhenania Vereinigte Versicherungsgesellschasten A.-G., Elberfeld, ist das Fusionsangebot der Nordstern All- gemeine Dersicherungs-A.-G. genehmigt worden. Zum gleichen Zweck ist eine Sitzung des Aufsichtsrates der Nordstern Allgemeine Versiche- rungs-A.-G. auf den 5. Oktober einberufen worden. Die a. o. Generalversammlungen, die über den Fusionsantrag beschliehen sollen, werden am 30. Oktober in Derk in stattfinden. Frankfurter Börse. Frankfurt 30. Sept. Tendenz: Schwächer. — 3m heutigen Vormittagsverkehr war die Stimmung nicht unfreundlich, doch war Geschäft nicht zu verzeichnen. Zum offiziellen "Beginn erfuhr die Tendenz jedoch eine Abschwächung, da in Reichsbankanteilen und in Glonzstosfaktien Material herauskam. Da aber großer Ordermangel bestand, blieb die Spekulation zurückhaltend, schritt sogar verschiedentlich zu Abgaben, so daß, wieder beeinflußt in der Hauptsache durch das große Angebot in den ebengenannten Aktien, Abschwächungen bis zu 1,5 Prozent eintraten. Die Dankfusion regte verschiedentlich noch etwas an. Deutsche Dank gewannen 1 Prozent, auch Berliner Handelsgesellschaft eröffneten etwas höher. Disconto- Gesellschaft nur gut behauptet. Dresdner Bank mußten von ihrem erheblichen Gewinn der letzten Tage wieder 2 Prozent nachgeben. Commerz- Bank lagen 1,5 Prozent schwächer. Reichs bank büßten 6,5 Prozent ein. Montanwerte ohne nennenswertes Geschäft. Nur Mannesmann lagen etwas gebessert. Buderus und Phönix unverändert. Gelsenkirchen waren bis 1 Prozent abgeschwächt. Kaliwerte »lagen bei einiger Nachfrage bis zu 1,5 Prozent fester. 2.-G.-Farben minus 2 Prozent. Am Elektromarkt gaben Siemens 2,5 Prozent, Lahmeyer 1,5 Prozent und AEG. 1,25 Prozent nach. Chade-Aktien leicht erhöht. Schiffahrtswerte bis 1,5 Prozent niedriger. Die tofcöer erholte Neuyorker Börse vom Samstag machte keinen Eindruck. Renten still und kaum verändert. 2m Verlaufe stagnierte das Geschäft fast vollkommen. Die Kursgestaltung war nicht einheitlich. Einige Werte konnten eine Kleinigkeit anziehen, während sich auf der anderen Seite weiter kleine Abschwächungen ergaben. Die Gewinne und Verluste hielten sich die Waage. Nur Schiffahrtswerte traten etwas hervor und konnten ihren anfänglichen Verlust wieder ausgleichen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8,5 Prozent unverändert. Arn Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.1946, gegen Pfund 20.365, London gegen Kabel 4.8545, gegen Paris 123.85, gegen Mailand 92.75, gegen Madrid 32.82, gegen Holland 12.0875. Berliner Börse. Berlin, 30. Sept. An der völligen Geschäftslosigkeit, die im heutigen Dormittagsverkehr herrschte, änderte sich auch zu Beginn der offiziellen Börse wenig. 2nfolge Ordermangels war eine Tendenz schwer verkennbar. Die Spekulation wartete sichtbar ab, was die Banken machen würden, und als keine 2nter- ventionstätigkeit zu erkennen war, gaben die Kurse allgemein nach. Eine Verstimmung ging vom Markte der Reichsbankanteile aus. Hier verwies man auf einen Artikel in der »Frankfurter Zeitung", nach dem die Aktionäre keine endgültige Abfindung, sondern nur eine für mehrere 2ahre garantierte Dividende zu erwarten hätten. Ferner wirkten die schon am Samstag bekannten starken Goldverluste der Dank von England (zirka eine Million Pfund) nach, die neue "Befürchtungen hinsichtlich der internationalen Geldmarktlage und der Diskontpolitik Londons aufkommen ließen. Auch dah bei der Commerzbank heute eine große Anzahl von Kündigungen (in Berlin allein sind es zirka 100 Beamte) ausgesprochen wurden, wirkte gerade nicht tendenzbessernd. Nur der reibungslose Verlauf des heutigen Zahltages bot eine gewisse Anregung, denn auch die Monatsberichte der Großbanken enthielten keine Haussemomente. Die ersten Kurse zeigten meist Rückgänge von 1 bis 2 Proz., und bei Spezialwerten wie Reichsbank, Bem- berg, Glanzstosf, Polyphon, Salzdetfurth, Deutfche Linoleum, Schuckert. Siemens usw. bis 5 Pro». Relativ fest und bis zu 3 Proz. höher eröffneten Spritwerte und Stolberger Zink-Aktien. Deutfche Anleihen unverändert. Ausländer ge» fchäftslos. Mexikaner wieder zur Schwäche neigend. Pfandbriefmarkt still. Geld (Tagesgeld und Geld über Ultimo) nur 9 bis 11 Proz., ganz vereinzelt sogar etwas darunter; Monatsgeld nominell 9.25 bis 10,5 Proz.. Warenwechsel ohne Umsatz. Nach den ersten Kursen war es uneinheitlich. Zur Zurückhaltung mahnten die innerpolitischen Schwierigkeiten. Es ist noch unsicher, ob sich bei den heutigen Verhandlungen im Reichstage betreffs der Arbeitslosenreform eine Regierungskrise vermeiden lassen wird. Berliner Handelsgesellschaft, die etwas fester eröffneten, verloren im Verlaufe 2,5 Proz., dagegen machte sich wieder einiges 2nteresse für Schifffahrtswerte geltend. Man spricht an diesem Markte von Hamburger Käufen. Hiervon ausgehend konnten fich später minimale Erhöhungen durchsetzen. Am Elektromarkt wurde das Geschäft in Siemens und Schuckert (beide plus 2 Proz. gegen Anfang höher) ebenfalls lebhafter. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 30. Sept. Am Frankfurter Produktenmarkt war zum Wochenbeginn die Tendenz behauptet. Veränderungen traten nur in geringem Umfange ein. Das Geschäft war mittelmäßig, die Händler blieben zurückhaltend. Angeboten war Roggenkleie bei etwa- niedrigerem Preise. Auch Roggen war vernachlässigt und etwas niedriger. Sonst waren die Preise ganz unverändert. Es wurden notiert} Weizen 24,25 bis 24,75, Roggen 19,10 bis 19,25; Sommergerste für Brauzvecke 20,75 bis 21; Hafer, inländischer, 18,75 bis 19; Mais (gelb), für Futterzwecke 19,50; Weizenmehl, süddeutsches. Spezial 0, 37,25 bis 38; Roggenmehl 27,25 bis 29; Weizenkleie 10,90 bis 11; Roggenkleie 11 bis 11,10; Erbsen 35 bis 48; Linsen 45 bis 85; Heu, süddeutsches, 11; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 6; Weizen, und Roggenstroh, gebündelt, 5,75 bis 6; Treber, getrocknet, 17,25 bis 18. Tendenz: Behauptet. Frankfurter Eiermarkt. Bei nicht mehr ganz so lebhaftem Geschäft in der vorigen Woche war die Tendenz jedoch weiter fest. Die Umsahtätigkeit war stark eingeschränkt, da der Konsum die hohen Preise nicht bewilligt. Auch war das Angebot an deutschen Eiern etwas größer, so dah die Preise hierfür nur geringfügig anziehen konnten. Es notierten in Pfennigen per Stück (Auslandeier unverzollt ab Grenzstation, 2nlanöeier an Station): bulgarische 11,50 bis 11,75, holländische 12 bis 16, südslawische 11,50 bis 11,75, polnische 11,50 bis 11,75, russische 10,50 bis 11,50, dänische 12,50, bis 15,50, belg.-flanbr. 14,75 bis 15,25, rumänische 10,50 bis 11, schlesische 12,50 bis 13, bayrische 11,50 bis 12, norddeutsche 13 bis 14 Pfennig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 30. Sept. Auftrieb: 1646 Stück Rinder; darunter 369 Ochsen, 98 Bullen, 612 Kühe, 490 Färsen; ferner 502 Kälber, 120 Schafe, 4264 Schweine. Rinder: Ochsen, vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 60 bis 62, ältere 55 bis 59, sonstige vollfleischige 50 bis 54; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts, 54 bis 58, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 49 bis 53; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts, 46 bis 50, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 42 bis 45, fleischige 37 bis 41, gering genährte 30 bis 36; Färsen (Kalbinnen, Iung- rinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, 60 bis 62, vollfleischige 55 bis 59, fleischige 50 bis 54; Kälber: beste Mast- und Saugkälber 78 bis 82, mittlere Mast- und Saugkälber 74 bis 77, geringe Kälber 68 bis 73; Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 50 bis 58, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 44 bis 49; Schweine: vollsleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 90 bis 92, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 91 bis 93; von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 92 bis 93, fleischige von etwa 120 biä 160 Pfund Lebendgewicht 92 bis 93. Marktverlauf: Rinder rege, ausverkauft. Schweine lebhaft, geräumt. Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. firanlrurt a M. 28.9. Datum 188,75 145,5 372,5 175 141 115 ,25 7 107 120,5 16'/. Banknoten. 211,75 Snalüdx Roten den Die 6 6 142 145,5 73 80,9 127,25 io 16 111 133 79 220,5 370 114 69,75 230 73,25 79,75 12 6 v 6 e 8 221 115 231,5 236,75 177 72 . 7 6V-. 10 . v io io 7K 10 io . 9 io 11 16 . 8 10 190 223 173,75 203,5 136,5 204 115,5 70 230,5 235 387,5 213,65 101,75 103775 106,75 273,75 120 178,5 72 114,5 190,5 224,5 172,25 204,5 136,75 204,5 144 144 184,75 224 375 177,25 -.1,75 114,75 141,25 142,25 146 129,75 220,5 115,25 126,75 110,75 134 83,25 103,4 107,65 274,5 121,5 115 139,5 140,5 144,25 128 219,75 115,25 125,25 111 134 385 211,25 . 8 . 0 sy, 10 30. 9. HÜT 223,75 170,5 202 134,5 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 152,75 71 79,75 127 107 274 121,5 124 114,25 69,5 231 235,5 388 213,75 223,5 375 ............... Bergmann....... Eleltt. Lieferungen. . . Licht und Kraft ...» ,teilen 4 Guilleaume. . ®ci. f. «leltt. Untern.. . . Hamb. Elektr. Werte . . Rhein. Elektr. . . . Lchles. «lehr. ..... Schuckert...... • Siemens 4 Hallte ... Transrabio . ..... Lahmeyer 4 To..... Buderus....... Deutsche Erdäl .... Essener Steinkohle . . ■ Gelsenkirchener . . • • Harpener....... Hoesch Eisen...... Ilie Bergbau..... KlScknerrverke ..... Köln-Neuessen. .... Mannesmann..... Mansselder...... cbersch'es. Eisend. Bedarf Ob-rschkes. Kokswerte. . Phönix Bergbau.... Rheinische Braunkohlen. Rheinstahl...... Riebeck Montan .... Bereinigte Stahl». . • Olavi Minen..... Kali Aschersleben . . • Kall Westeregeln.... Kaliwerk Salzdetfurth . I. ®. Farden-Industrie . Dynamit Nobel ...» Scheide anstatt..... Goldschmidt..... RütgerSwerke . . • • • Metallgesellschast. • • • Berlin Schluß-s Anfang, ftitt- | Kur.' Brief 4,20 58,37 111,92 20,39 Gew 4,18 58,13 111,48 20,31 Schlutz- Kurs 28.9. 1-Uhr Kur.' 30-9. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 7.5 Prozent, LornbardzinSfuh 8,5 Prozent. Berlin, 28. September Amerikanische Not« .. . . .irantsu rt a Ber lin Lchluff Kurs 1-Uhr Kur« Schluß- Kurs Anfang. Kure Datum 28.9. 30.9. 28.9. 30.9. Heidelberger Cemeat.... 10 Gement »larlsladt ..... 1° Wayh 4 Freitag......-8 Schultheis Patzen Hofer ... 15 OMoerke.........1$ Ber. Glan,stoss......18 Bemberg. ........14 ReUftofi Waldbos .... 18% ZeNstosj Aschaffenburg ... -z Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer Gas........9 Daimler Motoren......0 Deutsche Maschtneu-Fabrü . . Adlerwerte klevcr......0 Lndw. Loeroe.......10 Kot Automobil ....... O Leonhard Tietz ..•••• 10 Bamag^Megutn ....... O Franks. Maschinen......4 Sritzner...... 6 Heyltaenstaedt ....... 0 Jung Han«. ......... 6 Lechwerke. ........ 8 Mmnkraitwerlo ....... e Miag...........10 Rekars ulmer........8 Peter« Union ........ 8 Gebt Roeder.......10 Botgt 4 Haessarr .... - 9 Südd. Lucker.......10 99 126,5 180 98 303 231 151 44,75 41 49,5 58 8,7 54,5 106 106,25 127,5 108,5 222 158 ..............1 1 1 1 1 Ul 1 1 ........ 98,25 99 285,5 223,5 300,5 242 231,5 150 99,5 185 45,5 51,75 40,25 197 83,5 195,5 50 56 55,25 127 222 157 99,25 287,5 226,5 297 237 231,25 98,75 184,75 43,75 52,25 81,75 126,35 Berlin, 28. September Französische Moten .... Geld 16,415 Brief 16,475 Jnnllanbtfthe 'Jlnfen .... 167,91 168.59 Italienische Toten...... 21,97 22,05 Norwegische Noten...... 111,43 111,87 Deutsch.Oestcrr.LlOO Kronen 58,78 59,02 Rumänische Noten...... 2,472 2,492 Schwedische Noten ...... 112,05 Schweizer Noten....... 80,64 80,96 Spanische Noten....... 61,86 62,10 Tschechoslowakische Noten . . 12,35 12.41 Ungarische Noten 72,97 73,27 Frankfurt a Ä. Berlin Schlub-i Kurs 1 1-Uhr Kurs Schlug-I Kure | Anfang. Kurs Datum 28.9. 30 9. 28-9. 30.9. 6% Di. Reichsanlethe 0.1927 . Di. Anl.-Abiös.-Schuld mit «nfr los.-Rechten........ DeSgl. ohne Auölos. Rechte . . . 7% Franks Hyp.-Bk. Goldps. tm> 87,5 — 87,5 — 53,65 10,05 53,65 10 53,5 10 53,5 10 kündbar bll 1932. . . . . 85,5 — — «y,% Rheinische Hyp.-Bank Liqu ■ Goldps..........• 77,05 — - — A.E.G. abg. Bortriegs-Obligation, rückzahlbar 1932 88 — - — 4% Schwer,. BundeSb -Anl.. . — — — — 4% Oesterreichtsche Goldrte.. . 27 — 27,5 — 4,20% Oesterr. Stlberrte..... — — 2,3 4% Oesterreich, einheitt. fite. . — — — 4% Ungarische Goldrte.. . . ■ 22,1 — 22 — 4% Ungarische StaatSr. v. 1910 . — — 19,9 — 4H% desgl. von 1918..... 4% Ungarische Kronenrte.. . - 1,75 — 22 1.8 4% Türk. Zollanlethe v. 1911 . - 7,25 7,3 4% Türkische Bagdadbahn-Anl.. 7,25 7,3 .,35 Serie ............ 4% deSgl. Serie II....... 7,25 — 7,35 7,45 4% Rumänen eonvert. fite. . • 7,45 —— 7,4 — 4yt% Rumänen Goldanl. von 1913 14,9 — 15 — Allg. Deutsche Eisenbahn . . 4K Hamburg-Amerika Paket ... 7 Hamb.-Südam. Dampfsch. . . 8 12£ 119,5 119,75 119,25 Hansa Dampfschiff.....1° 161 — Norddeutscher Äoyd.....8 112,25 111,75 111,5 111,25 Allg. Deutsche Eredtlanst. . . 10 127 — 126,75 126,75 Barmer Bankverein .... 10 129 — 129 128,5 Berliner Handelsgesellsch. . . 12 214,75 215 244,25 215,5 Commerz- und Privat-Bank . 11 182 180,5 181 180,5 Darmst. u. Nationalbank . 12 72,5 272 272 Deutsche Bank......10 167 167,25 167 167 Lllkonto-Gesellschaft Ant.. . 10 167 — 167 167 Dresdner Bank......10 .63,75 161,85 162,5 161,5 Metallbau I ......... 8 — ■■ Reichsbant ........ 12 290 284,5 289 285 28. September 30. September Amtliche Notierung Amtliche Notierung weld I «riet Äeld Brief Amft.-Rott. 168,24 168,58 168,22 168,56 Buen.-AireS 1,759 1,763 1,758 1,762 Brfs--Antw. 58,365 58,485 58,345 58,465 Christiania. 111,69 111,91 111,76 111,98 Kopenhagen 111,76 111,98 111,80 112,02 Stockholm . 112,32 112,54 112,37 112,59 HelsingforS. 10,535 10,555 10,539 10,559 Italien. . . 21,94 21,98 21,94 21,98 London. . . 20,343 20,383 20,348 20,388 'Jieutiort .. 4,1920 4,2000 4,1920 4,2000 Paris.... 16,43 16,47 16,425 16,465 Schwei, . . 80,85 81,01 80,855 81,015 Spanien. . 62,03 62,15 62,04 62,16 Japan . . . wo de Jan. 2,008 2,012 2,008 2,012 0,497 0,499 0,497 0,499 Wien in D-- Qest. abgest- 58,95 59,07 58,95 59,07 Prag . . . . Belgrad . . 12,41 12,43 12,409 12,429 7,385 7,399 7,381 7,395 Budapest. . Bulgarien - 73,14 3,035 73,28 3,041 18,77 73,12 3,035 73,26 3,041 Ltffabon . . 18,73 18,73 18,77 Danzig. . . .Konstantin. 81,34 2,024 81,50 2,028 5,435 81,37 2,025 5,425 81,53 2,029 5,435 Athen. . 5,425 Canada - - 4,159 4,167 4,158 4,166 Urnauat). . 4,096 4,104 4,096 4,104 20,908 Cairo . . - 20,865 20,905 20,866 Warten Sie mit Ihren Einkäufen! unseres Kaufhauses Gießen • Seltersweg 28 06216 Tapetenhaus Ferd. Nennstiel PlockstraBe 14 w27a I 06225 Seltersweg 16 8033V eine Lederwalze. 8043V Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstraße 24 I — Telephon 4039 Im Einkauf dem größten Warenhaus-Konzern Deutschlands angeschlossen. WirbringennurQualitätswaren in reicher Auswahl zu sehr billigen Preisen eingerichtet Kadus-Dauerwellen,Wasser- und Fönwellen Maniküren. Spezialität: Bubikopfschneiden und -pflege. Parfümerie und Toilettelager Klenker & Dunkel Oktober Eröffnung Frau Martin Dörr Wwe. Nordanlage 18 d. 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Das einzureichende Hafermuster, 1 kg enthaltend, muß, getrennt von dem Angebot verpackt, mit der Aufschrift „Muster zum Angebot für Haferlieferung" versehen sein. Gießen, den 27. September 1929. Verwaltung der Veterinär-Kliniken und -Institute. 5c ; sag 3 >0 i g» -o ;C a •- -j 7 e t Teppiche in allen gangbaren Größen vorteilhaft im großen Ausverkauf Kaufhaus HANSA Schweinemarkt am Mittwoch, dem 2. Oktober 1929 in Niederwalgern Der Bürgermeister: Böth. 8046D DAS NEUZEITLICHE HEIM Täglich durchgehend von 10 bis 19 Uhr Eintritt frei und zwanglosl Seefischen in grober Auswahl zu den billigsten Tngesvreisen. Aus unserer Räucherei: Bücklinge, Mar- treln, geräuch. Schellfisch Flundern ufro. gräbt möglichste Auswahl je nach Zufuhr. Aus unserer Marinieranstalt: aus srnch. grünen deutschen Heringen in la Qualtlai zu den bekannten billigen Preisen, oözü Berkaus Dienstag, Markt. Fiseh-Jürgens, Weserraünde, Fischereihal. Dienstag, den 1. Oktober 1929, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: zwei Kleiderschränke, fünf Diwane, ein Sofa, drei Ladentheken, einen Ladenschrank, zwei Schreibladenkassen, ein Warenregal, zwei Schreibmaschinen, drei Kaffeetische, ein komplettes Speisezimmer, drei Grammophone, 22 Platten, drei Flurgarderoben, zwei Vertikos, drei Paar Wilka-Winker, eine elektrische Kochplatte, eine Rechenmaschine, drei Klaviere, drei Schränkchen, drei Tische, drei Nähmaschinen, vier Ausziehtische, sechs Stühle einen Amboß, einen Schrank, einen Abfalleimer, zwei Fleischermaschinen, eine Gehrung schneidmaschine, vier Kredenzen, vier Bücherschränke, drei Teppiche, vier Schreibtische, zwei Chaiselongues, zwei Jnstrumentenschränke, ein Entbindungsbett, vier Standuhren, ein . Fahrrad, vier Dutzend Seidenflorstrümpfe, einen Glaskasten, einen Lieferwagen, eine Registrierkasse, sechs Dutzend Handtuchsgebilde, 25 kg Wolle, eine Oberlockmotormaschine, einen Schweißapparat, eine Bohrmaschine, eine Waschkommode, einen Warenschrank, eine Fri- seur-Ladeneinrichtung, vier Schweine, Kartoffellieferung. Die Lieferung von etwa 1000 — eintausend — Zentner Speisekartoffeln .Industrie" soll im Wege des unbeschränkten Wettbewerbs vergeben werden. Die Anlieferung muß im Oktober 1929 erfolgen. Die Bedingungen liegen während der Dienststunden auf der Kanzlei zur Einsicht offen, sie können auch abschriftlich zum Preise von 60 Rpf. bezogen werden. Für das Angeoot ist die Benutzung eines besonderen Formulars oorgeschrie- den, das zum Stückpreis von 10 Pf. auf der Kanzlei erhältlich ist. 8028V Angebote mit der Aufschrift Kartoffel- lieferung" sind verschlossen bis spätestens bis zum Eröffnungstermin am 11. Oktober 1929, vormittags 11 Uhr hier einzureichen. Aus den Angeboten muß ersichtlich sein, ob es sich um Kartoffeln hiesiger Gegend oder um solche anderer, evtl, welcher Gebiete handelt. Es können auch Teillieferungen, jedoch nicht unter 50 Zent- ner erfolgen. — Zuschlagsfrift eine Woche. Marienschloß, den 20. September 1929. Die Direktion des Hess. Landeszuchthauses Marienschloß. Arbeiisvergebung. Für die Feldbereinigung Großen-Vufeck auf dem hessischen Kulturbauamt Gießen sollen nach der Reichsoerdingungsordnung am 5. Oktober 1929, vormittags 10J4 Uhr. Drainagearbeiten, etwa 20 000 lfd. m, in mehreren Losen und Grabenarbeiten, etwa 300 lfd. m, vergeben werden. 8037V Die Verdingungsunterlagen liegen auf hessischem Kulturbauamt offen, wo auch die Angebotsvordrucke erhältlich und wohi» dieselben mit entsprechender Aufschrift Der- sehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin am 5. Oktober 1929, vormittags i0% Uhr, einzureichen find. Zuschlagsfrift 3 Wochen. Freie Auswahl ausdrücklich Vorbehalten. Gießen, den 24. September 1929. hessisches Kulturbauamt. h. Steinbach, Regierungsbaurot. AllgemeineOrtskranken- kaffe Gießen-Gtadt Die rückständigen Beiträge zur Krankenkasse, Invaliden- und Arbeitslosenversicherung für den Monat August 1929 können noch bis zum Mittwoch, dem 9. Oft. 1929 ohne Kosten bezahlt werden. Aach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung- Gießen, den 28. September 1929. hinkler. Rechner. 8035D