Nr. 205 Erstes Blatt 179. Jahrgang Zreitag, 30. August 1929 Erscheint läglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Dild Die Scholle. Monat5-Ve;ugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichter- fcheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüffe unterSammelnummer225l. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686. GktzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Untverfitäts-Vuch- und Zteindruckerel R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Einigung auf der Haager Konferenz. Oie Rheinlandräumung bis 30. Juni 1930 beendet. — Eine gemeinsame Kaffe für die Besahungskosten. — Keine Sonder- kontrolle außerhalb der Locarnoverträge. — Schwere finanzielle Zugeständnisse Deutschlands. — Oie Sachlieferungen. Keine Lösung der Saarfrage. — Am Samstag Schlußsitzung der Konferenz. Haag, 29. Qlug. (WTD.) Sn der heutigen I Sitzung des politischen Ausschusses, die fast drei Stunden dauerte, wurde die Frage der Rhein - landräumung bis zu einem schriftlich niedergelegten Ergebnis durchgeführt und die Arbeit dieser Kommission beendet. Es ist ein einstimmiger De richt über die letzten Dorbereitungsarbeiten des sogenannten Diererko mite e s, das aus den Hauptdelegierten der an der Rheinlandfrage interessierten Mächte Deutschland, Frankreich, Belgien und England besteht, dem politischen Ausschuß vorgelegt, in dem Henderson als Vorsitzender des politischen Ausschusses feststellt, daß der Räumungsprozeß während des Monats September beginne und daß die belgischen und englischen Truppen innerhalb dreier Monate nach dem Beginn der Räumung abgezogen sein und daß die französischen Truppen inner- halb der gleichen Frist die zweite Zone räumen werden. Die Zurückziehung der französischen Truppen aus der dritten Zone wird unmittelbar nach der Ratifizierung durch das französische und das deutsche Parlament und nach der Inkraftsetzung des Poungplanes beginnen. Die Zurückziehung wird ohne Unterbrechung so schnell durchgesührt, wie die physischen Bedingungen es zulassen. Sie wird in jedem Falle innerhalb einer Frist von 8 Monaten und nicht später als Ende Juni 1930 vollendet sein. Mit Bezug auf die Lösung der im Absatz 3 des Genfer Kommuniques vom 16. September 1928 aufgeworfenen Fragen heißt es in dem Bericht: Um im gemeinsamen Sntercsse eine freundliche und zweckmäßige .-Regelung irgendeiner Schwierigkeit-^u erleichtern, die zwischen Belgien und Deutschland oder zwischen Frankreich und Deutschland bezüglich der Beobachtung von Artikel 42 und 43 des Versailler Vertrages entstehen könnte, einigen sich die deutsche, belgische und französische Regierung dahin, daß die Aufgabe zur freundschaftlichen Beilegung jeder derartigen Schwierigkeit von den Kommissionen erfüllt werden soll, die i n d e n L o - carno-Schiedsverträgen vom 16. Okto- tober 1925 zwischen Belgien undFrank- reich einerseits und Deutschland andererseits eingesetzt worden sind. Diese Kommissionen sollen in Uebereinstimmung mit der feststehenden Prozedur und den Rechten arbeiten, die durch die Verträge festgestellt sind. Taucht irgendeine derartige Schwierigkeit auf, so wird sie entweder der deutsch-belgischen Vergleichskommission oder der deutsch-französischen Vergleichskommission unterbreitet, je nachdem ob Schwierigkeiten zwischen Belgien und Deutschland oder zwischen Frankreich und Deutschland erwachsen. Henderson unterstrich die Bedeutung, die d i e g e m e i n s a m e u n d gleichzeitige Räumung durch die drei Besatzungsmächte habe, ein Ziel, dessen Erreichung er sich habe angelegen sein lassen. Unter der Voraussetzung der Unterzeichnung und Ratifl- fizierung der übrigen noch ausstehenden Vereinbarungen der Konferenz werde die Räumung Innerhalb eines vernünftigen Zeitraums vollzogen'. Mit Bezug auf die Frage der R ä u m u n g s s ch ä de n verwies er auf die erfahrungsgemäßen Schwierigkeiten, solche Schäden zu prüfen und festzustellen. Es sei daher im gemeinsamen Interesse und diene dem Zwecke der beschleunigten Räumung, daß alle derartigen Ansprüche f a l l e n g e l a s s e n würden. Auch mit Bezug auf die Frage der Artikel 42 und 43 des Versailler Vertrages liege ein einstimmiger Beschluß vor, dessen besonderer Vorzug sei, daß man es als möglich befunden habe, sich auf die Wirksamkeit bestehender Einrichtungen zur Sicherstellung freundschaftlicher und zweckmäßiger Regelungen zu verlassen. Dieser Entschluß stehe im vollen Einklang mit dem • Geiste, der aus der Mitgliedschaft Deutschlands beim Völkerbund und aus seiner Unterschrift unter den Locarno- und kelloggpakt heroorgehe. Er sei ein weiterer Beweis für die erreichte ehrliche Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich. Diese Vereinbarung wird dem Vorbehalt unterworfen, daß die Vollmacht für den Rat und die Versammlung des Völkerbndes unberührt bleibt, Investigationen nach Artikel 213 des Versailler Vertrages vorzunehmen. Es herrscht ferner Einverständnis, daß jede der Machte, die den Locarnovertrag am 16. Oktober 1925 zwischen Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien und Italien unterzeichneten, sich das Recht vorbehält, iede Schwierigkeit zu ieder Zeit in Aebereinstimmung mit Artikel 4 dieses Vertrages dem Völkerbundsrat vorzulegen. — In seinen eigenen Ausführungen betonte Henderson, daß der vorgelegte Bericht einst un - m i g angenommen worden sei durch Rotenaustausch zwischen den Vertretern der Besatzungsmächte und Dr. Stresemann und voraussichtlich während der für morgen erhofften Plenarsitzung ergänzt werden werde. Rach kurzen Ausführungen Briands und Hymans gab Or. Stresemann seiner Befriedigung darüber Ausdruck, daß Henderson von Anfang an die Meinung vertreten habe, daß die Frage der Räumung unabhän- g i g von den im Finanzausschuß behandelten Frage geregelt werden müßte. Er dankte Dri- and für die Zusicherung, daß die Räumung des Rheinlandes aufs schnell st e durchgeführt werde, und sprach die Hoffnung aus, daß die Ratifizierung nicht nur durch Frankreich und Deutschland, sondern auch durch die anderen Länder in kurzer Frist erfaßen werde. Nachdem er mit Befriedigung festgestellt hatte, daß keinerlei besondere Kontrolle für das Rheinland vorgesehen sei, gab er seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß dieses Ergebnis im Geiste der Versöhnlichkeit und des guten Einvernehmens erreicht worden sei. Oie Konferenz stellt die erzielte Einigung fest. Am Freitag Notenaustausch, am Samstag Schlußsitzung. Haag, 29. Aug. (wv.) Das a m k l i ch e Lom- m u n i q u 6 über die heutige Nachmittags- sihung lautet: Die Delegierten der sechs einladenden Mächte sind heute nachmittag in der Ersten Kammer der Generalstaaten zusammengetreten und haben die Erörterung der Fragen fortgesetzt, die besonders die deutsche Delegation angehen. Eine vollkommene Einigung ist in allen Punkten erreicht worden, und ein Redaktionsausschuß wurde für die Vorbereitung der notwendigen Abkommen eingesetzt. Daraufhin wurden die Anordnungen geprüft, die zum Abschluß der gegenwärtigen Sitzung der Konferenz erforderlich sind. Ls wurde beschlossen, daß eine Zusammenkunft der Delegierten der sechs einladenden Mächte morgen, Freitag, 30. August, 10.30 Ahr, im großen Saale der Ersten Kammer der Gencralstaaten stattfinden soll, um dort d i e Noten zwischen den Delegierten der Besatzungsmächte und den deutschen Delegierten über die Durchführung des Berichts des politischen Komitees auszutauschen. Es wurde weiter beschlossen, daß das F i n a n ; k o m i t e e um 11 Uhr im gleichen Saale Zusammentritt. Man hofft, daß die Arbeiten des Finanzkomilees rasch genug fortschreiten, um eine Plenarsitzung am Samstag zum Abschluß der Arbeiten der ersten Phase der Konferenz zu ermöglichen. Vergleichskommission und Völkerbund. Minister Viril, gibt eine ergänzende Erklärung zu PrniokoN. Haag, 29. Aug. (T.-Ll. Funkspruch.) Reichsminister Dr. Wirth gab in der Sitzung der politischen Kommission, in der die Entschließung über die Vergleichskommission im Rheinland angenommen wurde, folgende, in französischer Sprache abgefaßte Erklärung zu Protokoll: „In dem Augenblick, in dem die politische Kommission sicy über diese Entschließung geeinigt hat, lege ich Werl darauf, besonders zur Aufklärung der deutschen öffentlichen Meinung festzustellen, daß die Herren Briand, Henderson, Hymans, Stresemann und Wirth d a r i n e i n i g gewesen sind, daß der dritte Sah des Vorschlages Hendersons in dem Sinne aufzufasfen sei, daß Deutschland gleichfalls das Recht hat, zu jeder Zeil den Ral des Völkerbundes gemäß dem Rheinpakl zu befassen, selb st wenn ein Vergleichsverfahren schon im Gange ist. Ich lege wert darauf, daß diese Erklärung in das Sihungsprotokoll ausgenommen wird." Dr Wirth hatte durch die Abgabe dieser Er- flärung die Absicht, das im Wortlaut des Rhein- Paktes nicht vollkommen klar ausgedrückte R e ch t Deutschlands sicherzustellen, daß es in jedem Falle einer Entmilitarisierungsschwierigkeit und bei jedem Stand der S a ch e zu jedem beliebigen Zeitpunkt den Streitfall vor den Völkerbund bringen und dadurch die Vergleichskommission ausschalten kann. Auf diese Erklärung Dr. Wirths hin hat Briand festgestellt, daß Deutschland zweifellos das Recht besitze, auf Grund der getroffenen Vereinbarungen jederzeit an den Völkerbund zu appellieren. In einer Unterredung mit Pressevertretern erklärte Dr. Wirth ergänzend: Er habe versucht, unter allen Umständen für Deutschland die Möglichkeit zu sichern, in jedem Augenblick Deutschland das Recht zu verschaffen, den strittigen Fall vor den Völkerbundsrat zu bringen. Das Verfahren der Vergleichskommissionen sei geregelt. Nichts sei hinzugefügt worden. Von einem Kontrollcharakter oder davon, daß nunmehr zwei Feststellungskommissionen geschaffen seien, könne gar keine Rede sein. Wer allerdings die Schiedsgerichtsverträge, wie sie in Locarno geschaffen worden seien, ablehne, und die dort vorgesehenen Kommissionen mit ihren Befugnissen bekämpfe, dürfe seine Kritik jetzt nicht besonders unterstreichen. Politisch gesehen konnten wir uns nur im Rahmender g c f d> I offen en Verträge bewegen, und wer in einem solchen Rahmen eingespannt sei, habe die politische Aufgabe, wenigstens sich das Recht zu sichern, in diesem Rahmen sich frei und selbständig zu bewegen. Die deutsche Delegation glaubte, nach schweren Bedenken die jetzt gefundene Lösung als brauchbar bezeichnen zu dürfen. Man dürfe sich dabei nicht an den Buchstaben klammern, sondern könnte sich vielmehr besinnen, daß jede deutsche Regierung, die gegenwärtige, wie die zukünftige, die Möglichkeit haben werde, zu prüfen, wohin sie einen aufkommenden Streitfall aus Artikel 42 und 43 zur Auslegung verweisen sollen. Deutschlands finanzielle Zugeständnisse. Oer 300-Millionen-Ueberschuß. - Oie Besahungskosten und -schaden. Oie ^oungannuitäien. Haag, 29.Aug. (WB.) wenn auch formell noch nicht alle konferenzergebnisse feftgeffellt oder sanktioniert sind, so läßt sich das ziffernmäßige Ergebnis wie das bereits gemeldete politische Ergebnis nunmehr ziemlich deutlich übersehen. Es betrifft im wesentlichen vier Hauptpunkte: 1. Die Frage des Ueberschuffes aus der Ueberschneidung von Dawesplan und V o u n g P l a n , also der 300 Millionen Mark, wegen deren in Paris eine Einigung nicht erzielt wurde. Der Kampf um den Rechtsftandpunkl in der Frage, der von Deutschland zunächst sehr enlschie- den geführt worden war, barg die Gefahr eines Scheiterns der Konferenz und einer notwendigen Abänderung oder Aushebung des Zoungplanes in sich; es ist nunmehr schließlich aus diesen deutschen Standpunkt, der im deutschen Budget natürlich nicht veranschlagt war, verzichtet worden. 2. Die Frage der Besahungskosten, die, in der ebenfalls bekannten Form geregelt, ein Kompromiß darstellt, nachdem auch hier m Paris eine Einigung nach der Richtung nicht erzielt werden konnte, daß diese Kosten, die unter dem Dawes- plan aus die Annuitäten des Poungplanes angerechnet oder als Pauschalsumme abgegolten werden sollten. Die Forderung nach voller Uebernahme der künftigen Besahungskosten durch Deutschland ist von diesem scharf abgelehnt, und die Vereinbarung ergibt die Schaffung der „caisse c o m- m u n e“, in die Deutschland für allemal 3 0 Millionen Mark, die Gegner die gleiche Summe einzahlen und die bei einer Ueberschreitung dieser Beträge durch die Besahungskosten von den Besatzungsmächten selbst aufzusüllen ist; dadurch ist zugleich deren eigenes Interesse an der Beschleunigung des Besahungsabbaues finanziell feftgelegt. 3. Die Frage der Besahungsfchäden, der sog. „claims“. Sie hat eine wesentlich politische'Bedeutung, denn der Verzicht aus die Verrechnung dieser Beträge wurde von Deutschland als eine Geste für die frühere Räumung gefordert und von Deutschland schließlich in der Form ; u g e st a n d e n, daß ein Gegenverzicht der Besatzungsmächte auf die vorliegenden Ansprüche der Gegenseite erfolgt, die sich aus Vorauszahlungen auf diese Claims ergeben. Die ziffernmäßige höhe der beiderseitigen Konzessionen ist schwer abzuschähen, da es sich meist um umstrittene und langwierigen Prozessen unterworfene Forderungen handelt. Rach deutscher Berechnung ergibt sich daraus ein materieller Rachteil, der sich steigert, um die v e s a h u n g s s ch ä d e n , die nach dem 1. September entstehen sollten, welch letztere sich aber vereinbarungsgemäß im Rahmen der bisherigen Ziffern bewegen müssen. 4. In der Frage des ungeschützten Teils der Annuitäten wird offensichtlich eine gewisse Abänderung des Poungplans zu unserem Rachteil zugestanden. Die betreffende Forderung ist von England, dessen frühere Regierung für diesen Teil der deutschen Leistungen mangels Mobilisierungsabsichten kein besonderes Interesse zeigte, von vornherein erhoben worden, da Snowden kein Opfer Deutschlands darin erblickte. In der Tat wird, auf die Dauer des Poung- plans berechnet, durch die nun in Betracht kommende Veränderung eine Benachteiligung nicht ein- freten, sondern sogar eine geringfügige Erleichterung: an Stelle einer feffen, ungeschützten Annuität von 660 Millionen tritt eine solche von 612 Millionen Mark, und Deutschland übernimmt dafür den Zinsen- und Til- gungsdienst der Dawesanleihe, die 88,4 Millionen Mark im ersten Jahre beträgt, um 1,5 Millionen Mark pro Jahr sinkt, um im zwanzigsten Jahre 64 Millionen Mark zu betragen, und vorn 21. Jahre ab gänzlich auszuhören. Ls ergibt sich daraus ein Durchschnitt von 654 Millionen Mark ungeschützte Annuität, die jedoch nachträglich höher wird als vorgesehen. Einen Gegenposten stellt die Möglichkeit der Konvertierung oder eines Rückkaufs der Dawesanleihe zugunsten Deutschlands dar. Die Sachlieferungen. Frankreich übernimmt den Ausfall der Kohlenlicfcrungcn an Italien. Haag, 29. Aug. (WB.) In dev Frage der Sachliefevungen sind die vorgesehenen Vereinbarungen derart, daß der Reexport, an dem deutscherseits kein Interesse besteht (wie schon unter dem Dawesplan), in jederForm verboten bleibt, .also nicht nur in Form der Wiederausfuhr deutscher Waren, sondern auch der Sachlieferungen an ein drittes Land für Rechnung eines Reparationsempfängers und der zweiten Llebertragung. Die Sachlieferungen im Falle eines deutschen Moratoriums, an denen unter Llmständen beim Auslaufen eines Mo- ratoriumstopses ein deutsches Interesse bestehen könnte, werden der Zuständigkeit der internationalen Dank unterworfen, in der ein besonderer Ausschuß mit Majoritätsvotum, Schiedsgericht usw. über das Ausmaß der zulässigen Sachlieferungen entscheidet. Endlich ist die Frage der englischen Kohlenlieferungen an Italien dahin geregelt worden, daß sich Italien zur Abnahme von je einer Million Tonnen Kohle für die nächsten drei Iahre England gegenüber verpflichtet— ohne unsere Zustimmung, b,a das außerhalb unserer Kompetenz steht. Deutscherseits wird an Stelle der degressiven Sachlieferungen an Italien eine dem Gesamtwert entsprechende gleichmäßige Iahreslieferung sest- gelcgt, die im Anfang auf eine Verminderung der deutschen Kohlenliese- rungen um etwa 1,5 Millionen Tonnen hinausläuft. Doch bleiben die Gesamtquoten erhalten, und Frankreich übernimmt, sei es in Kohle oder anderen Gütern, die italienische Quote, die anfangs durch diese Verminderung frei wird, so daß ein Rachteil der deutschen Volkswirtschaft in ihrer Gesamtheit durch diese Vereinbarungen nicht eintreten wird. Irland zum Haager Ergebnis. „Wir haben den Boung-Plan gerettet." „Weder Sieger noch Besiegte." Paris, 30. Aug. (WTB. Funkspr.) Dem Korrespondenten des „Matin" soll Ministerpräsident Briand nach Beendigung der Verhandlungen folgendes erklärt haben: Entgegen allem Anschein waren nicht die finanziellen Kontroversen das Wichtigste. Was man erreichen mußte, war die Erhaltung des TZ oung-P lanes, der Frankreich außer der Deckung seiner Kriegsschulden eine große ungeschützte Annuität gewährleistet, die sehr ausgedehnte Kreditoperationen ermöglicht. Ferner mußte man dafür sorgen, daß der Friede in Europa und die deutsch- französische Annäherung, die die Vorbedingung dafür ist, nicht kompromittiert werden. W i t haben den Poung-Plan gerettet. Wir haben durch ein auf gegenseitige Zugeständnisse begründetes Abkommen England mit den noch nicht verteilten, verfügbaren Summe« I zusrkedenge stellt und wir haben auf der anderen Seite durch die am Donnerstag getroffene Regelung eine Spannung mit Deutschland vermieden. Linser Ziel ist also erreicht. Rach den unerläßlichen technischen Arbeiten, bedarf es zum Abschluß der Konferenz nur noch eines in gehöriger Form abgefaßten Vertrages, der den Parlamenten zur Ratifizierung vorgelegt werden wird. Wir haben einen großen Schritt auf dem Wege des Friedens getan. Llnsere Genugtuung muh von sämtlichen Völkern verspürt werden. Opfer sind von der einen wie von der anderen Seite gebracht worden, und zwar um der Sache des Friedens willen. Wir haben sie nicht zu bedauere Bei diesen Verhandlungen hat es w e - der Sieger noch Besiegte gegeben.König Heinrich IV. hat gesagt' Paris ist Wohl eine Messe wert. Das .ist eine aus dem gesunden Menschenverstand sich ergebende Wahrheit, und ich bin glücklich, daß sie gesiegt hat. Oie Meinung in Pans. Unzufriedenheit der Rechtsblätter. Paris, 30. Aug. (WTB. Funkspruch.) „Ere R o u v e l l e" erklärt, wenn wir das Rheinland bis Juni 1930 räumen, können wir nicht nur das Verdienst in Anspruch nehmen, großzügig gehandelt zu haben, sondern wir haben auch den materiellen Vorteil, der sich aus einer Entspannung der internationalen Beziehungen ergeben wird. — „Quotidien" schreibt: Man muh wissen, was man will. Wir wollen den Frieden und der Friede macht die Beendigung eines Zustandes des Mißtrauens, dessen offenbarster Beweis die Besetzung fremden Gebietes ist, zur Rot- Wendigkeit. — 2m sozialistischen „Populaire" schreibt Läon Blum über Briand: Er hat sich unbedenklich dem Vorwurf der Schwäche ausgesetzt, aber er ist nicht schwach gewesen. Er hat den wahren Mut gezeigt, der darin besteht, sich im Interesse des Friedens Angriffen auszusehen. „Avenir" zeigt Unzufriedenheit über die finanziellen Zugeständnisse Frankreichs: Wir zahlen immer den höchsten Preis. Briand erinnerte an das Wort Heinrich IV.: Paris ist wohl eine Messe wert. Schön — aber warum Begnügen sich die anderen mit einigen Vaterunsern. Weiterhin unterstreicht das Blatt, dah die entente cordiale nicht mehr bestehe. „Figaro" sieht in der Liquidierung nur eine Verminderung der Reparationseingänge auf der einen, eine Herabsetzung der Sicherheit Frankreichs durch die Rheinlandräumung auf der anderen Seite. „Ami du Peuple" glaubt prophezeien zu müssen, daß nunmehr von deutscher Seite das Saarproblem, der Anschluß Oesterreichs und die Frage des Danziger Korridors unter Anrufung des Selbstbestimmungsrechtes der Völker und Zitierung der Formel „Weder Sieger noch Besiegte" aufgeworfen würden. Das Llrteil der „Times". London, 30. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter geben ihrer großen Befriedigung über das im Haag erzielte Liebereinkommen Ausdruck. Die „Times" schreibt: Das glückliche Ende der Haager Verhandlungen nach den etwas erhitzten Erörterungen der letzten drei Wochen und während des Schluhstadiums habe die versöhnliche Haltung der deutschen Delegation sehr erleichtert. Das Blatt verzeichnet das Abkommen über die Rheinlandräumung als befriedigend und begrüßt, dah die gemeinsam von den Alliierten begonnene Besetzung auch durch gemeinsame Aktion beendet wird. Darin erblickt die „Times" eine Widerlegung der Behauptung, dah Snowdeirs energische Politik zum Bruch der Entente mit Frankreich geführt habe. Das Blatt bemerkt weiter: Von den zeitweiligen territorv- alen Vereinbarungen des Versailler Vertrages bleibe nur noch die Saarfrage zurück, die nur durch eine besondere Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich geregelt werden könne. Diese Vereinbarung müsse von den übrigen Llnterzeichnern des Versailler Vertrages ratifiziert werden. Auch hier ist laut „Times" einiger Fortschritt gemacht worden. Es verlautet, sagt das Blatt, dah Briand und Stresemann im Begriff stehen, ihre Bereitschaft zu bekräftigen, in amtliche Verhandlungen zu treten, die, wie gehofft werde, bald zu einer endgültigen Vereinbarung sichren würden. — 2n Berlin beginne die Ansicht vorzuherrschen, daß einige Monate wenig ausmachen im Vergleich mit dem Bewußtsein, dah die Räumung des Rheinlandes zu einem endgültigen Zeitpunkt beendigt sein wird. Die Lösung bezüglich des Feststellungsausschusses werde auch den aktivsten Gegner der Regierung keine überzeugenden Beweggründe für ihren Feldzug bieten. Deutschland hat die beiden Ziele erreicht, in deren Verfolg die deutsche Delegation nach dem Haag gegangen ist, nämlich die Räumung des besetzten Gebietes und die Preisgabe des Feststellungsausschusses. Echo der Berliner presse. B e r I i n, 30. Aug. (Priv.-Tel.) Von den Berliner Blättern nimmt bisher nur ein Teil zu den im Haag getroffenen Abmachungen Stellung. Unter einer Riesenüberschrift „Der Erfolg vom Haag" sagt der „Vorwärts": Die Haager Konferenz schließt mit einem dreifachen Ergebnis. Erstens, der Poungplan tritt — vorbehaltlich der Ratifizierung durch die Parlamente — ab 1. September in Kraft. Zweitens, das besetzte Gebiet wird geräumt. Die Räumung wird Mitte September beginnen und spätestens am 30. 3uni nächsten Jahres beendet sein. Drittens, durch die Initiative der Arbeiterregierung hat sich das Verhältnis zwischen England und Frankreich fundamental geändert. Die Entente hat zu bestehen aufgehört. Gegenüber diesem dreifachen Ergebnis ist die Bedeutung gewisser Rebenfragen, über die großer Lärm gewesen ist, nahezu gleich Rull. Was die Haager Konferenz an Verworrenheiten und Unerfreulichkeiten im einzelnen gebracht hat, wird man bald vergessen. 2hr Ergebnis eröffnet einen neuen Abschnitt der europäischen Geschichte. — Die „Germania" schreibt: Wir lieben den Voungplan nicht. Aber wir ziehen ihn als das kleinere Uebel vor und als das Mittel, Deutschlands territoriale und finanzielle Souveränität wiederherzustellen und dadurch auf dem Wege zur Konsolidierung Europas und zur Wiederherstellung der Gleichberechtigung Deutschlands einen großen Schritt vorwärts zu tun. 2n diesem Sinne und mit diesem Vorbehalt begrü- „Graf Zeppelin" beendet seine Wettfahrt. 3n Lakehurst gelandet. — Kunb um die Wett in 21 Tagen. - Begeisterter Empfang Eckeners. — Am Samstag Start nach Friedrichshafen. Reuyork. 30.Aug. (WTB.) wie gestern schon kurz gemeldet, traf das Luftschiff „Gras Zeppelin" auf der letzten Teilstrecke seiner Wettfahrt am Donnerstag 13 Uhr (10 Uhr MEZ.) in Lakehurst ein und ist dort etwa 500 Meter vor der Halle gelandet. Er wurde darauf langsam zum Eingang der Halle gezogen, und zwar im rechten Winkel zur Längsachse der Halle, da der Wind quer auf die Halle wehte. Die 450 Matrosen der Landungsmannschaften wurden durch 100 Arbeiter verstärkt. Da der vodenwind die Landung ziemlich schwierig machte, konnten die Passagiere das Luftschiff erst verlassen, nachdem es in der schützenden Halle untergebracht war. Das Gerippe des Luftschiffes zeichnete sich unter der Außenhaut mit großer Deutlichkeit ab, es schien während seiner über dem amerikanischen Kontinent viel Gas verloren zu haben. Um 13.26 Uhr MEZ. lag der „Graf Zeppelin" quer vor der Halle mit der Spitze vor dem Eingang. Die Landungsmannschaften begannen nunmehr das Heck herumzuschwenken, bis das Luftschiff fich in der Richtung dec Längsachse der Halle befand. Um 13.30 Uhr MEZ. war der Bug des „Graf Zeppelin" in der Halle. — Die Bodenmannfchaft stand unter dem Kommando des Marineleutnants Peck und arbeitete musterhaft. Schritt für Schritt schob sich der Riesenleib des Luftschiffes in die Halle, die der „Graf Zepelin" diesmal ganz für sich hat, da sich sein Schwesterschiff „Los Angeles" auf dem Flug nach der pazifischen Küste befindet. Die Passagiere lehnten aus den Jenffern und winkten der Menge zu, die die Grüße jubelnd erwiderte. 3n der Halle drängten sich Zeilungsleute, Photographen und Kurbelleute, Marineoffiziere und Zollbeamte bunt durcheinander. Um 13.50 Uhr war das Luftschiff in der Halle untergebracht. Die Flugzeit von Los Angeles nach Lakehurst betrug 51 Stunden 59 Minuten und überbietet alle bisherigen Rekorde. Eckener vom Präsidenten Hoover empfangen. Besuch in Washington und Neuhork. Lakehurst, 29. Aug. (WB.) Dr. Eckener wurde von der begeisterten Menge förmlich bestürmt. Auf die Frage, wie lange er im ganzen in der Luft war, erklärte Dr. Eckener: 2 8 8 S t u-n d e n. Er sprach seinen Dank für den wunderbaren, herzlichen Empfang aus, den er in Amerika gefunden habe. Das Luftschiff durchfuhr glatt jedes Wetter, nicht ein einziges Mal auf dem ganzen Fluge fetzten die Motors aus. Von den 89 Stunden des Pazifikfluges flog das Luftschiff 60 Stunden durch so dichten Nebel, daß man nur selten Himmel und W a s s e r s a h. In Zukunft ist für Langstreckenflüge von Luftschiffen eine VerbesserungdesWet- te r b i e n ft e s notwendig. Richardson und Commander Rosendahl wechselten sich in der Unterstützung der Zeppelin-Navigatoren während der Amerikafahrt ab. Dr. Eckener flog um 13 iUjr nach Washington, wo er um 14 Llhr mit Dr. Kiep, dem deutschen Geschäftsträger, auf dem Landungsplatz der Marine-Luftstation landete, eskortiert von einem zweiten Flugzeug mit Marineoffizieren. Dr. Eckener wurde vom Adjutanten des Marineministers und vom Kommandanten der Flugstation herzlich begrüßt. Er erklärte dem Vertreter des WTB., er werde hehn Tage in Amerika bleiben, um in Afron mit der Goodyear-Zeppelin Company zu verhandeln. „Graf Zeppelin" wird am Samstag oder Sonntag früh Heimfliegen. Dr. Kiep und Dr. Eckener fuhren sodann nach der Begrüßung mit einer Polizeieskorte zum Weitz en Hause, wo Präsident Hoover den Kommandanten des Weltrundfluges beglückwünschte. Es folgte sodann der Besuch des M a r i n e m i n i st e r s, dem Dr. Eckener für die weitgehende Unterstützung des Fluges durch die Wetterberichte und für die Bereitstellung der Halle und der Mannschaften feinen Dank aussprach. 3m Staatsdepartement wurde Dr. Eckener in Anwesenheit Stirn s on s von Unter» staatssekretär Cotton empfangen und begab sich, da er der Ruhe bedürftig war. in die Privatwohnung des deutschen Geschäftsträgers, wo er bis morgen früh bleibt, um gegen 7 Uhr nach Reuhork zu fliegen. Die Flugzeuge von Lakehurst nach Washington und morgen nach ReuYork wurden von der amerikanischen Marineleitung kostenlos zur Verfügung gestellt. Passagiere über ihre Eindrücke auf der Weltfahrt. Am schönsten der Flug über Amerika. Lakehurst, 29. Aug. (WB.) Die Zeppelin- Passagiere sahen bei der Ankunft in Lakehurst so frisch aus, als wenn sie nur von einer kurzen Fahrt zurückkämen, nicht von einem Weltflug. Der amerikanische Marineleutnant Richardson erklärte, obwohl der Zeppelin bei der Annäherung, an Japan Ausläufer eines Taifuns durchfuhr und zeitweise 500 Fuh fiel, hatte der Zeppelin die stürmischste Fahrtüber dem amerikanischen Felsengebirge. Lieber diese Sturmfahrt berichtete der Leutnant nicht; er erzählte nur über die Taifunfahrt. Er sagte lächelnd, dah das Luftschiff manchmal 5 0 0 Fuh fiel, dann wieder 500 Fuh stieg, dabei rollte es heftig. Die Abstürze erfolgten aber nie so schnell wie bei einem Flugzeug. Die Passagiere waren niemals in Gefahr. Leutnant Richardson erklärte, die Höchstgeschwindigkeit des Zeppelins auf dem Pazifik-Fluge habe 176,765 Kilometer betragen, und das Luftschiff habe den größten Teil der Pazifikstrecke in2000 Meter Höhe zurückaelegt. Passagiere des „Graf Zeppelin" erklärten, die landschaftlich schön st e und denkwürdigste Strecke sei das amerikanische Festland gewesen. Alle sind sich einig darüber, daß nichts von dem, was sie in Sibirien gesehen hatten, mit den Panoramen vergleichbar sei, die sie zwischen Los Angeles und Lakehurst erblickt hätten. Die Passagiere schilderten dann d i e plötzlichen Temperaturunterschiede, denen sie zwischen Sibirien und 3a- p a n ausgesetzt waren. 3n der Rächt vor dem Verlassen Sibiriens war die Temperatur kaum über dem Gefrierpunkt, am nächsten Tage dagegen über 3apan wurden 32 Grad Celsius gemessen, und auch in Tokio herrschte drückende Hitze. Riemals seien sie, so betonten die Passagiere, der Szenen müde geworden, da die große Höhe stets eine weite Llebersicht erlaubte und die große Geschwindigkeit des Luftschiffes stets in wenigen Minuten einen neuen Anblick eröffnete. Oer Heimathafen rüstet zum Empfang. . Teilnahme des Reichspräsidenten. Friedrichshafen, 30. Aug. (TL1.) 3n Friedrichshafen wird es bereits wieder sehr lebhaft. Dis ganze Einwohnerschaft und die anwesenden Fremden erwarten mit Ungeduld die Rückkehr des „Graf Zeppelin" von seiner Weltreise. Die Gasthäuser und Hotels beginnen sich wieder zu füllen. Don überall her kommen Zimmerbestellungen für die Zeit, in der das Luftschiff in seinem Heimathafen ein» treffen wird. Dein Luftschiff wird ein Empfang zuteil werden, wie noch nie zuvor. Der Touring- Klub lädt alle deutschen Kraftfahrer zu einer Plaketten-Zielfahrt^ nach Friedrichshafen ein. Wie wir weiter von zuverlässiger Seite hören, soll Reichspräsident von Hindenburg, der zur Zeit zur Erholung in Oberbayern weilt, beabsichtigen, an den Empfangsfeierlichkeiten teilzunehmen. Neue Baupläne in Friedrichshafen. Friedrichshafen, 29. Aug. (TU. Funkspruch.) Wie die TU. vom Luftschiffbau erfährt, ist Prof. Fritz August Brauhaus (Düsseldorf), der die Haupträume des Schnelldampfers „Bremen" des Rordd. Lloyd entworfen hat, vom Luftschiffbau Friedrichshafen damit beauftragt worden, die Innenausstattung der Fahrgast räume des neuen Zeppelin „L Z. 12 8“ in Gemeinschaft mit der Zeppelinwerft auszuarbeiten. Die Einzelheiten für die Konstruktion des neuen Zeppelin-Luftschiffes liegen noch nicht völlig fest. Jedenfalls dürfte das neue Luftschiff bedeutend größer werden, als der „Graf Zeppelin". Die Baupläne werden fertiggestellt werden, nachdem der Bau der neuen großen L u f t s ch i f f h a ll e beendet ist. Das wird im Spätherbst, möglicherweise noch vor dem Oktober, der Fall sein. Einzelheiten über den neuen Zeppelin werden vor diesem Zeitpunkt voraussichtlich nicht mitgeteilt werden können. ßen wir das Haager Ergebnis als einen vp- ferrei chen, entsagungsvollen, aber positiven Schritt zum Frieden. — Das „D. T." verzeichnte die Befreiung des Rheinlandes von den fremden Truppen und von dem Gespenst einer ausländischen Kontrollkommission als ein erfreuliches Ergebnis. Das wirtschaftlich-finanzielle Resultat der Konferenz und das Ergebnis der ersten Besprechungen über die Befreiung des Saargeb ietes dürften jedoch noch Anlaß zu deutlicher Kritik geben. Trotzdem besteht aller Anlaß, das. was hier erreicht worden ist, als Erfolg anzuerkennen. Zum Schluß zollt die Zeitung der Leistung des deutschen Außenministers hohe Anerkennung. „Dr. Strese- mann hat seine geschwächten körperlichen Kräfte mit einer so beispiellosen Energie und einem so vorbildlichen Führerwillen in den Dienst der deutschen Sache gestellt, daß niemand ihm die aufrichtige Bewunderung versagen kann. Ein Volk, in dem menschliche Leistungen etwas gelten, muß die Politischen Taten eines solchen Mannes doppelt und dreifach prüfen, ehe es verurteilt. Stresemann hat eine neue Basis geschaffen, und diese Tatsache ist der Lohn für die*Aufopferung, mit der er hier gearbeitet hat. Die „D. A. Z." erklärt unter der Ueberschrift „Deutschland gibt nach!": Wir haben den Voungplan mit seiner Belastung für zwei Generationen und seiner Entlastung für die nächsten paar 3ahre. Wir müssen sein 3nfrafttreten teuerer bezahlen, als es bei geschickterer Derhandlungstaktik und ohne die Vorbelastung durch die deutsche Demarche nötig gewesen wäre. — Der „Lokatanz." sagt ähnliches: Man hat in einer Weise nachgegeben, die man vor vier Sagen noch öffentlich als unmöglich bezeichnet hat, und hat dafür einen französischen Räumungstermin bekommen, der kaum anders hätte ausfallen können, wenn man überhaupt nicht verhandelt hätte, weil ja schließlich die Engländer unter allen Umständen aus dem Rheinland g.hrn wollten und die Belgier zu dem gleichen Versprechen bewegt hatten. Die deutsche Delegation hat vermieden, dah der Voungplan in Scherben geht, aber sonst hat sie nichts vermieden. — Die „Deutsche Tageszeitung" nennt den Räumungstermin vom 3uni nächsten 3ahres eine neue Herausforderung Deutschlands und sagt: 3etzt bezahlen wir von neuem für einen erst nach vielen Monaten in Aussicht gestellten Abzug der Franzosen, und wir stimmen auch der ewigen Einsetzung der „Vergleichskommission" zu. Die Locamokommis- sionen erhalten jetzt ausdrücklich eine bestimmte Ausgabe: Ueberwachung des Rheinlandes, zugewiesen. Zugleich wird ihre Kompetenz auf die gesamte entmilitarisierte Zone, also auch auf die längst geräumte Kölner Zone und auf das entmilitarisierte Gebiet rechts des Rheins ausgedehnt. Letzte Manöverspiele im Rheinland. Berlin, 30. Aug. (Priv.-Tel.) Obwohl nunmehr die Räumungsdaten feststehen, werden im besetzten Gebiete, als ob es überhaupt nicht jemals eine Generalliquidation des Weltkrieges gibt, französische Manöver abgehalten. Die französischen Marschkolonnen bewegen sich durch die S ü d p f a l z, als ob sie die großen Politischen Verhandlungen überhaupt nichts angehen würden. Die Dörfer, die gerade bei den Ernte arbeiten sind, kommen dabei in schwerste Bedrängnis, indem sie ihre Scheunen und anderen Räume für Quartiere frei machen müssen und auch sonst werden sie an der Bestellung ihrer Aecker dadurch, daß weite Ländereien abgesperrt worden sind, verhindert. Man darf sich dabei wirllich fragen, ob es noch notwendig war, solche Manöver abzuhalten, gerade zu einem Zeitpunkt, wo ihre Vermeidung einen bedeutend besseren Eindruck gemacht hätte. Aus aller Welt. (Ein weiteres Todesopfer des Buirer Eisenbahnunglücks. Wie wir erfahren, ist die Gattin des estnischen Generalstabsoffiziers Mager, die bei dem Eisenbahnunglück in Buir schwer verletzt worden war, heute früh gestorben. Damit hat sich die Zahl der Toten auf 15 erhöht. Die Leiche der bisher noch unbekannten Ausländerin ist jetzt als die der Dänin Britta Seir Hanse aus Kopenhagen festgestellt worden. Rach Mitteilung der Relchsbahndirektion hat sich, das Befinden der Verletzten wesentlich gebessert. Wie uns von feiten der Post mitgeteilt wurde, wurden bet der Buirer Eisenbahnkatastrophe sämtliche zehn Bahnpo st beamten 'mehr oder weniger schwer verletzt, von denen sich acht im Marienhospital in Köln befinden. Einer liegt wegen Transportunfähigkeit im Krankenhaus von Buir und einer ist in feine Wohnung entlassen worden. Eine Opiumkocherei in Hamburg St. Pauli. Da sich Anwohner der Sckmuckstraße in St. Pauli über einen widerwärtigen Geruch beschwert hatten, der zeitweise aus einer Kellerwohnung der Straße herausdrang, wurde der fragliche Keller von Polizei- beamten unerwartet durchsucht. Dabei wurde eine vollständige Opiumkocherei oorgefunden. Die zur Opiumherstellung dienenden Gegenstände wurden beschlagnahmt, ebenso das zum Vertrieb bereitgelegte Opium sowie verschiedene Opiumpfeifen und Opiumlampen. Fünf in dem Keller angetroffene Chinesen wurden festgenommen. Hochwasser des Indus. Das Hochwasser des Indus hat zahlreiche Dörfer zerstört und die Ernte vernichtet. Man befürchtet, daß ungefähr 300 Menschen das Leben verloren haben. Ein Telegramm aus Attock besagt, dah zahlreiche am Llfer der Flüsse Indus und Kabul gelegene Dörfer vom Hochwasser weggeschwemmt wurden. Viele Personen sollen dort umgekommen sein. Die Strahenverbindungen zwischen Peschawar, Rawalpindi und Kaschmir sind durch Erdrutsche und Lieberschwemmungen unterbrochen. Die Regierung von Pundschab hat die Bevölkerung aufgefordert, sich auf Liebe r s ch w e m m un- gen vorzubereiten, wie man sie bis jetzt noch nicht gesehen. Oie Wetterlage. La (oruna. 45 yd| Z5C LL ■Thorsh. iberdet n- Parti .Nordoyan. ’M Röst- O Bfre/Hns. ttorn 'Vei Wien O Hör \O Owoixenlos. O neuer, onalö bedecur. ® woimg. ® bedecti eltefltfx * Schnee a (kaupeln, b Nebel K Oetfitter,(g)Uilidstilie.«o. sehr •eicnter Osi «nissiger sodsoowest (S stürmischer Nordwej» Oie Pfeile fliegen mit dem winde. Die beiden Stationen stenenden Za!» O ■ Donnerstag 29. August, 19297h abds; ------ ~k r ••• ' jSlflsS!---- LL *•«! O 25 * 23 Otrtn len geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichest •uf Meeresniveau umoerttboeiet» Luftdruck Wettervoraussage. Noch immer beherrscht der hohe Druck die Wetter- läge. Sein Maximum hat sich nördlich verlagert und liegt heute morgen über Norddeutschland. Wenn auch über Irland sich wieder ein neues Tiefdruckgebiet zeigt, dessen Warmluft daselbst schon Niederschläge verursacht, so wird bei uns doch noch das schöne Ttzetter bleiben. Erst im Laufe des Sonntags dürfte zeitweise Bewölkung aufkommen und lokale Gewitterneigung Hervorrufen. Wettervoraussage für Samstag: Meist heiter, warm und trocken. Wettervoraussage für Sonntag: Aufkommende Bewölkung mit Gewitterneigung. Lufttemperaturen am 29. August: mittags 26,1 Grad Celsius, abends 18,2 Grad: am 30. August: morgens 16 Grad. Maximum 26,6 Grad, Minimum 11,8'Grad. — Erdtcmperaturen in 10 cm Tiefe am 29. August: abends 24,2 Grad: am 30. August: mor-- gens 18,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer zehn Stunden. Reiscwellerdiensl der amtlichen Wetterdienststelle Gießen. Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gestern heißer Tag, meist heiter: heute morgen 15 Grad, Südwind, heiter. — (Berchtesgaden): Gestern heißer Tag, meist heiter, heute morgen 15 Grad, Ostwind. Küste (Swinemünde): Gestern heißer Tag, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 19 Grad. Nordwestwind, wolkig. — (Borkum): Gestern warmer Tag, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 16 Grad, Südwestwind, wolkig. Baden (Baden-Baden): Gestern heißer Tag, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 18 Grad, Windstille, wolkig. — (Freiburg): Gestern der Jahreszeit angemessene Temperatur, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 19 Grad. Südostwind, heiter. Harz (Schierke): Gestern heißer Tag, meist heiter: heute morgen 16 Grad, Windstille, heiter. — Bad Sachsa: Gestern heißer Tag, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 16 Grad, Aordosl- wind, heiter. Allis! $or Die ® Derbes viunge" arbeitet, Abrehbi keiner von vn 1)1314' 1 vorge^t S-sSuö sprach 9* sestgestell entsprech' einen sowie do Haupt sin klarzustell weit und Also genaue 9 gaben! M Sani Eine ' ligen ® den 3n Sanität Dauheii vis der w sage deutlich von den allein i pflichtet« der Kol Der 1 21 Uhr । ührer. >cnda wrch di Mitglied« zeitig tvr eneichba gegeben, nach O nitätsau bei aud als erst an der weitere Liebuni auf zv der Gange, insgesa „Derwi in die die Le! onn getoQ&It: Krofdorf am Der anlage. aus bei Geraus«! gnale j biegen von lir gend, Person Durch Lichtnii Dunkel vom A miert" Der äußerte Zufri raschend Tat siel keitSIeist Eintresse leit uns beste Lic tounbete den erst den Bet ihren v Mitarb Anspru Zu bei V ■: «feä ? .4 ff • 7; '4, Vzs ■ doppelt so gut Wohnungstausch Ene schöne 7-Zimmer-Woh. Vkvvlkll. nung (Erdgeschoß) mit allem Zubehör und Etagenheizung in der Nähe der Kliniken und des Äahnhoss. Eine schöne 5-Zimmer-Doh- UzvJhU/U nung mit Veranda und Lad in gut. Hause u. in schöner, ruhiger Lage. Oer Tausch kann alsbald vorgenommcn werden. Schristl. Angebote unt.7060V a.d. Gieß.Anz. Vevtteter zum Äesuch von Privatkunden gesucht. 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[05483 Blelchetr. 8 I. kämpfen m Versailles Der Versa Kraft gebt hofften, fü Europa, dc und deutsch wehrlos gl Osten und wirtscha es mit eine weitesten 6 Ausstiegs' geworden' geraubt, a zehnten bl Sieger be; land nich! geborene Dabei gr weiten K ihre Flu< den Cing< zu bringe: statten mi 3n dem das leiöwi M Graf Lustschiss e durchlämps gegen M Jahrzehnt« denlwürdi deutschlan slug nach Flammen, Unglück r Gras Fe: schung nc Zeppelin felsenfest Keser G vor dem luftschiff । den sein t dem derloi Alle Schwerne, solche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes Es ladet ein Karl ^oniniei lad,Gastwirt n.IHetnoerei (Ls laden freundlichst ein: £. 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Wieder einmal hat sich in der Geschichte der Menschheit eine Riesentat vollendet: „Graf Zeppelin" hat den ersten Flug um den Erdball in Lakehurst abgeschlossen, von wo aus er vor drei Wochen aufgestiegen war. 3n den zehn wahren, die Deutschland unter dem Versailler Joch seufzt, hat es, trotzdem es gerade auf lufttechnischem Gebiet an Händen und Fußen gefesselt war und ist, die Vorbereitungen geschaffen, um Länder und Erdteile im Fluge zu verbinden. Das ist der deutsche Genius, der in Versailles von der Llebermacht der Sieger vernichtet werden sollte, der sich aber trotzdem stärker erwiesen hat, als die Sieger zusammen. Diese Sieger waren ausgezogen, nicht nur, um das deutsche Volt staatlich zu vernichten, sondern auch, um durch diese Vernichtung die "Befreiung und den Aufstieg aller abend- und morgenländischen Völker zu sichern. Es wirkt wie ein Symbol, daß die Vertreter der Sieger, sowie die Abgesandten der befreiten Völker im Haag sich um ein Dutzend Millionen Mark aus der Siegesbeute zanken, während der deutsche Genius sich aufgemacht hat, um durch die Wundertat des Zeppelins zu beweisen, daß nicht er es ist und nicht sein kann, der die Völker unterdrücken will. 3m Haag das Völkergemisch um den neuen babylonischen Turm, wo sie in tausend Zungen miteinander reden, um sich nicht zu verstehen. Derweil zog der im „Graf Zeppelin" verkörperte deutsche Genius einsam und siegessicher über Länder und Meere, um das Problem der räumlichen Annäherung im Sinne wahrhafter Befriedung der Völker lösen zu Helsen. Der widerwärtige Streit im Haag kennzeichnet die wahre Gesinnung der Sieger, die in den zehn Jahren, in denen sie ihre machtpolitischen Triebkräfte gegeneinander ausspielen konnten, nichts getan und alles gelassen haben, um die Völker zu befreien. Wie hat Deutschland ringen und kämpfen müssen, um sich nach der Aiederlage von Versailles staatlich und volklich zu behaupten. Der Versailler Vertrag hatte seine wirischa^t'.iche Kraft gebrochen, wie die Sieger glaubten und hofften, für immer. Aur zeigte sich sofort, daß Europa, daß die Erde nicht ohne deutsche Arbeit und deutschen Geist leben kann. Deutschland hat es wehrlos geschehen lassen müssen, doß ihm im Osten und Westen Gebiete geraubt wurden, die es wirtschaftlich und sozial urbar gemacht, die es mit einer Bevölkerung besiedelt hatte, die im weitesten Sinne des Glücks und des Glanzes des Ausstiegs des kaiserlichen Deutschland teilhaftig geworden war. Deutschland wurden die Kolonien geraubt, auä denen deutsche Arbeit in drei Jahrzehnten blühende Siedlungen gemacht hatte. Die Sieger begründeten den Raub damit, daß Deutschland nicht kolonisieren könne, vielmehr^ die eingeborene Bevölkerung grausam unterdrückt habe. Dabei grollt es unter- und oberirdisch in den weiten Kolonialgebicten der Sieger. Sie müssen ihre Flugzeuge mobil machen, aber nicht, um den Eingeborenen ct.ien völlerverbin^enden Gruß zu bringen, sondern um ihre Dörfer und Lagerstätten mit Bomben zu belegen. In dem Werdegang des Zeppelin spiegelt sich das leidvolle Schicksal des deutschen Volkes wider. Als Graf Ferdinand Zeppelin das starre Luftschiff ersann, mußte er die ersten Anfänge durchkämpfen gegen Widersacher und Feinde, gegen Menschen und Elemente. Aahezu zwei Jahrzehnte dauerte es, bis Graf Zeppelin den denkwürdigen Flug vom Bodensee ub:r UNittet- deutschland wagen konnte, der auf dem Ruckslug nach einer Trium"hsahrt ohnegleichen m dem Flammenmeer bei Echterdingen endete. Wen dies Unglück nicht beugte und beugen konnte, das war Gras Ferdinand Zeppelin, diese glückliche Mischung nord- und süddeutscher Lebenskraft. Graf Zeppelin glaubte an den Wiederaufstieg, glaubte felsenfest an die Unzerstörbarkeit seines "ItkrteS. Dieser Glaube hat nicht getragen, denn schon vor dem Kriege stand es fest, daß dem Starrluftschiff eine gewaltige Zukunftsaufgabe beschie- den sein würde. Dann kam der Rückschlag nach dem verlorenen Krieg, ein politischer und seeli- scher Rückschlag, der uns in Zweifel und Selbst- vemichtung zusammenbrechen lassen wollte. Vergessen wir doch nicht, daß just in der Zeit, in der die Franzosen im Ruhrgebiet eingebrochen waren, in der Luftschiffhalle zu Friedrichshafen der Zeppelin gebaut wurde, den Eckener im Oktober 1924 nach Reuyork führte. Diese glänzende Tat hat uns mittelbar die Befreiung von den Fesseln gebracht, die das deutsche Volt von der Eroberung der Luft femhalten sollten. Von den stolzen Luftschiffen, die Deutschland nach dem Kriege an die Sieger ausliefern mußte, ist keines mehr in Betrieb. Sie alle sind verloren und untergegangen, wie die „Dixmuiden", die Weihnachten 1923 an der sizilianischen Küste zerschellte. Wieder war es die unsterbliche Tat des alten Graf Zeppelin, daß er seine Unbeugsamkeit auf Männer übertragen konnte, die als seine Schüler sich um ihn geschart hatten. Unter ihnen stand Hugo Eckener schon zu Lebzeiten des alten Grafen an erster Stelle. Geradeso wie Graf Zeppelin selbst mußte Eckener kämpfen und ringen, um das vom Parteihader zerrissene deutsche Volk zu bewegen, die Mittel für den Bau eines neuen Luftschiffes zu bewilligen, das bestimmt war, die völkerverbindende Eroberung der Luft endgültig mit dem deutschen Genius zu verknüpfen. Dies Luftschiff ist der „Graf Zeppelin", dessen Wundertat wir in diesen Wochen erlebt haben, ein Ereignis, das so überwältigend groß ist, daß wir Zeitgenossen seine Bedeutung noch nicht recht zu erkennen vermögen. „Graf Zeppelin" hat es geschafft, weil die Männer, die an ihm werkten und wirkten, in aller Ungunst der Verhältnisse nicht niederzuzwingen waren. Das deutsche Volk hat allen Grund, sich an dieser Tat seelisch wieder aufzurichten, denn sie zeigt ihm, welch riesengroße ungebrochene Kräfte in ihm schlummern. Wir wollen wieder aufwärts, trotz alledem I —ss— Die volksnationale Aktion. Demokratie und Liberalismus. Aus Kreisen des Jungdeutschen Ordens geht uns folgende Zuschrift mit der Bitte um Ausnahme zu. Wir entsprechen der Bitte, ohne uns mit den hier gemachten Ausführungen im einzelnen zu identifizieren. Demokratie heißt Volksherrschaft. Sie bedingt eine irgendwie zustande gekommene Zusammenfassung des Volkes, eine Volksgemeinschaft. Liberalismus bedeutet Ellbog n,r iheit des einzelnen, den Zerfall des Volkes in Einzelpersönlichkeiten. Wahre Demokratie und wahrer Liberalismus sind also Gegensätze. Da das staatliche Leben eines Volles — eben als eine der vielen Erscheinungen des Lebens überhaupt — den allgemeinen biologischen Gesehen unterworfen fein muß, so können wir diese beiden Faktoren auch biologisch als Konzentrierung und Differenzierung bezeichnen. Der Kampf des dritten Standes gegen den Absolutismus leitet das Zeitalter der bürgerlichen Demokratie ein. Das Bürgertum herrschte. Inzwischen entstand ein vierter Stand, der ebenfalls seine Rechte anmeldete, genau so wie vor hundert und mehr Jahren das Bürgertum. Die heute noch bestehende amtliche Demokratie ist keine Volksherrschaft mehr, sie war es einmal.. Wir nennen sie deswegen Scheindemokratie. Das ist die Tragik der Demokratie. In einem mächtigen, aufstrebenden Staatswesen mit zentraler Staatsgewalt war es möglich und gut, daß der Liberalismus die freie Konkurrenz der einzelnen auf allen Gebieten sich zu einer gewissen Blüte entwickeln konnte. In einem schwachen und geknechteten Staatswesen führt dieser Liberalismus als letzte Konsequenz zur Anarchie, zur Auflösung des Staates, der Gemeinschaft. Das Zeitalter des Liberalismus ist vorbei. Wir stehen an einer geistigen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Schicksalswende. Das neue Jahrhundert sucht nach Zusammenschlüssen aller Art und auf allen Gebieten und in jedem Ausmaß. Politisch gesehen sucht es die wahre Dolksherrschaft zu verwirklichen. Wir haben sie trotz Revolution und trotz Verfassung heute nicht. Der Liberalismus, der einzelne groß gemacht hat und der die Generation des verflossenen I ahrhunderts beherrscht, verhindert die wahre Demokratie. An die Stelle der Erbfürsten sind Geldfürsten getreten. Das Volk hat nichts zu sagen. Cs will sich diese Bevormundung jedoch nicht mehr gefallen lassen. Jeder fühlt instinktiv, daß die derzeitigen Zustände zum Zusammenbruch fuhren müssen, Und trotzdem sehen Millionen nicht, auch solche, die sich in Parteien, Bünden und Jnteressenvereinigungen zusammengeschlossen haben, daß sie nicht mehr aktive Subjekte, sondern passive Objekte der Geldherrscher geworden sind. Ja, sie glauben zu kämpfen für die Freiheit und kämpfen für die Knechtschaft.Wieder andere Millionen sehen diese Tatsachen wohl, sie wissen aber nicht Mittel und Wege, um dieser Verstrickung zu entfliehen, noch wenig« aber wissen sie, Wege aufzuzeigen, wie eine solche Verstrickung — einmal davon frei — für alle Zukunft verhindert werden kann. Ein art» gemäßer Weg ist für das deutsche Volk im Jungdeutschen Manifest in seinen Grundzügen vorgeschlagen. Die darin enthaltenen Vorschläge dienen heute namhaften Gelehrten, Politikern, Kulturträgern und Wirtschaftlern als geeignete Basis zur Diskussion. Ihnen haben sich in Dortmund nennenswerte Parteien, Verbände und Jnteressenorganisationen angeschlossen, um die vorliegenden Probleme durchzuberaten und zu einem geeigneten und artgemäßen Endziel zu gelangen, d. h. die wahre Demokratie herzustellen und dem gesamten deutschen Volk dazu zu verhelfen, seinen eigenen Staat aufzubauen. Das wird an? 1. September in Dresden fortgesetzt und erweitert, dem deutschen Volks kundgetan werden. Wir nennen es: „Die volksnationale Aktion". Tumen, Sport und Spiel. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Für den kommenden Sonntag hat die Spielvereinigung 1900, Gießen, die sehr spielstarke Liga- mannscyaft des Sportvereins 190 7, Frankfurt a. M. - Heddernheim zu einem Gesellschaftsspiel nach hier verpflichtet. Das Spiel dürfte, wie all die Begegnungen der Blauweißen mit spielstarken süddeutschen Gegnern, auch diesmal sehr interessant werden. 1900 probt zu den kommenden Derbandsspielen noch einige neue Spieler aus, um schwache Stellen, die sich in der seitherigen Mannschaftsaufstellung gezeigt haben, evtl, auszumerzen. Die Stürmerreihe der Einheimischen wird abermals vor eine große Aufgabe gestellt, denn im Gästetor steht in Abt ein Hüter, der mit zu den Besten im Mainbezirk zu rechnen ist und der sich von dem seither schußschwachen Gießener Angriff nur schwer schlagen lassen wird. Die Gäste spielen in der Kreisliga des Nordmainkreises schon seit Jahren eine führende Rolle. Noch im vergangenen Jahre waren sie Meister dieses Kreises, versagten aber in den Spielen um den Aufstieg in die oberste Spielklasse. Bon den 1900ern nimmt man bestimmt an, daß sie eine weit bessere Partie liefern, als im letzten Spiel gegen den B. f. R Butzbach. Man kann es bei der Gießener Elf bald für selbstverständlich halten, daß sie gegen spielstarkere Gegner besser abschneidet, als gegen schwache, das bewies bisher der Gang der Ereignisse. Der Ausgang dieser Begegnung ist vollständig offen. Dem Ligaspiel voraus geht ein Spiel derAlten Herren gegen die „Alten" des Sportklubs Wetzlar-Niedergirmes, bei dem auch der Humor zu seinem Recht kommen sollte, insofern man beiderseits wirklich auch nur „alte Herren" einsetzt. Bei Ausnutzung des Vorteiles des eigenen Platzes dürfte man 1900 als den vermutlichen Sieger an- sprcchen. w 1900 3. Seniorenelf bestreitet schon am kommenden Sonntag das Rückspiel gegen die 3. Mannschaft vom D.f.R. 05 Kurhessen Marburg in Nkarburg. Bei komplettem Antreten und dem gleichen Energieaufwand sollte eine Wiederholung des Dorspielsieges im Bereich der Möglichkeit liegen. Ob allerdings in derselben Höhe (4:1), das muß man dahingestellt sein lassen. Die 1. Jugendmannschaft trägt vormittags in Wetzlar gegen die'. 1. Jugendelf des dortigen Sportvereins das Schiedsrichterbelehrungsrückspiel für jugendliche Schiedsrichteranwärter aus. 3. und 4. Jugend fahren zur Germania Marburg, um dort Gesellschaftsspiele auszu- tragen. Die 2. Schülerelf spielt gegen die Schüler Steinbachs in Steinberg und dürfte wohl dabei um eine Niederlage nicht herumkommen. Ligareserve und 4. Mannschaft werden wohl auch tätig sein. Infolge Absage der verpflichteten Gegner werden zur Zeit neue Verhandlungen mit Lollar bzw. Großen-Buseck gepflogen, die bei Niederschrift dieser Zeilen noch nicht endgültig abgeschlossen waren. Bei einem evtl. Spiel der Reserven in Gießen wird die Begegnung nach dem Ligaspiel zum 2Iustrag kommen. B. f. B. Während Ligareseroe und dritte Mannschaft wegen der am kommenden Sonntag auf dem Wald- sportplatz stattfindenden leichtathletischen Vereins« meisterschafts-Wettkämpfe spielfrei find, wird die Ligamannschaft voraussichtlich nach Alsfeld fahren, um dort eine alte Nückspielverpflichtung einzulösen. Das vor Jahresfrist auf hiesigem Platz ausgetragene Vorspiel wurde beim Stand von 3:2 für Alsfeld wegen Gewitterregens abgebrochen. Sportverein 08 stand während der Fußballsperre einige Wochen lang unter dem Training des bekannten Internationalen Kugler vom 1. F.C. Nürnberg, der als routinierter Theoretiker und Praktiker die Spiel» ftärfe der Mannschaft zweifellos verbessert hat. V.fiB. wird schon in stärkster Aufstellung antreten und in guter Form sein müssen, wenn er ein einigermaßen günstiges Resultat mit nach Hause bringen will, zumal der dortige Platz mit seinen ungewöhnlich kleinen Ausmaßen für fremde Mannschaften feine Tücken l)at. Die Jugend- und Schülermannschaften sind aus dem genannten Grunde ebenfalls spielfrei, wenn sich nicht doch noch die eine oder andere einem auswärtigen Gegner verpflichtet. Leichtathletik der Gp.-Dg. 1900. ö. Rächsten Sonntag entsendet die Leichtath- letilabteilung der Spielvereinigung 1900 einige Aktive an den Rhein, und zwar starten der Sprinter Geist, der Mittelstreckler Depperling, die Werfer Hopfenmüller und Klös. evtl, auch noch der Springer Seipp bei den Rationalen Wettkämpfen des S. C. 1900/02 Koblenz. Der Veranstalter ist ein altangefehener Verein, dem es dank feiner guten Beziehungen gelungen fein dürste, sowohl aus West- als auch aus Süddeutschland eine ausgezeichnete Besetzung seiner Wettkämpfe zu erhalten. Die 1900er werden daher alles daransetzen müssen, um in die Entscheidungen zu kommen. Von den Mannschasts- kämpsen bestreiten die Spielvereinigungsleute dir Schwedenstaffel der Leistungsklasse II. Ä. f.B. Leichtathletik. Am kommenden Sonntag trägt die Leichtathletik- abteilung ihre diesjährige Vereinsmeisterschafts- Wettkämpfe aus. Es ist dies die zweite Veranstaltung ihrer Art seit Bestehen der Abteilung, die Zeugnis oblegen soll von der Entwicklung des Leichtathletikbetriebs im D.f.B. und dem Können der Mitglieder. Nach den bis jetzt eingegangenen Meldungen werden sich fast alle Frauen, Aktiven und Jugendlichen an den Wettkämpfen beteiligen. Für Aktive sind ausgeschrieben 100, 200, 400 und 1500 Meter, Freundliche Erinnerung. Don Dorothea Hofer-Oernburg. Wie schön die kleine Dodo ist! Wenn man sie ansieht, lächelt man. Wenn sie spricht, so hort man nicht zu. Es genügt ihr Sprechen zu sehen. — Sie ist sehr lieblich. t , Dodo hat keine Geschwister, und ihre Spiele sind so eingerichtet, daß sie ganz gut ohne andere auskommen kann. Tleberhaupt ist es ihre Art, Brücken zu bauen zwischen den Realitäten des Lebens und dem, was ihre Phantasie schneller und leichter leistet, als die Wirklichkeit Als sie sehr klein war. hatte sie eine Auseinandersetzung mit ihrem Vater, wegen Knopfelutschens. Er wünschte Dodo solle diesen Sport aufgeben, und er versuchte, ihr eindringlich vorzustellen wie er sich andernfalls ein neues, reizendes kleines Mädchen suchen würde, wenn Dodo nicht gesonnen sei, ihm in dieser Sache zu folgen. Aber Dodo, schwankend zwischen zwei Hypothesen, machte ihn auf die wahrscheinlichere aufmerksam. „Das^ andere Kind,"" sagte sie, „lutscht auch Knöpfe. Das war klar und deutlich gedacht und gesprochen. Aber damals war sie auch noch klein genug, um ohne Kompromisse auszukommen. Jetzt wo sie größer ist, bedarf sie schon eher der Esels- brücren ihrer Phantasie, um sich zurechtzufinden. In diesem Sommer war sie mit ihren Eltern auf dem Land. Es war wundervoll dort, und sie ist so ungern wieder nach Hause gefahren; aber was kann man tun, wenn der Vater sagt: „Ich muß heim und Geld verdienen?" Dodo ist ein wenig gebräunter zurückgekommen, wie ein angerauchter Meerschaum etwa, das ist nun alles — 3n der Stadt wird es schnell genug vergehen. Ach, und es war so schön auf den Wiesen am See und in den Stallen, zuzusehen, wenn die Kohbäuerin, die Dodo in einem unbezwinglichen Verlangen nach Veredlung die „Kostbarerin" nannte, mit dem Schemel kam um die große Kuh zu melken und die blasig in den Eimer schäumte, wie fertige Schlagsahne. Ach, Dodo melkt zur Erinnerung, wo sie etwas Geeignetes findet. An Mutters Fransenschah an den Zipfeln des Tischtuches, an Vaters Rockschößen. Sie macht dazu ihr süßes verhauchtes Madonnengesicht, andächtig und sanft geneigt. Es ist eine schöne und wehmütige Erinnerung, und es handelt sich dabei gar nicht um das Melken allein. Dodo atmet den Duft der gemähten Wiesen und des Heuwagens, auf dem sie hochoben thronend in den abenddunklen, kühlen Schober schwankte. Sie hört die Krähstimme ihres Freundes Hans-Jörg" mit dem schlanken hochtrabenden Ramen und den dicken, kurztrabenden Deinen. Sie sieht und fühlt den See und den Sand, in dem sie buddelte und morgens Durgen baute, sie schmeckt das Frühstücksbrot, das man ihr hinunterbrachte, und das so ganz anders, so neu und besonders war, mit ein paar weihen und trockenen Sandkörnchen darauf, die auch immer zwischen Haaren und Lippen waren. Das schönste von allem aber ist doch das Kälbchen gewesen. Dodo kann gar nicht ohne tiefe Rührung daran zurückdenken. Es war ein blondes Kälbchen — semmelblond, mit einem weißen Fell- wirbel mitten auf der dicken Stirn. Es stand herum und schaut nur immer mit seinen großen, feuchten Augen, und wenn Dodo ihm einige Grasbüschel oder Kleeblümchen brachte, so schob es das so drollig herum im Maul und schaute dazu ganz wie vorher. Es sagte nicht „Danke" mit den Augen, aber es hatte ja auch nicht Ditte"' gesagt, und vielleicht war es eben deshalb so schön, weil es wie ein stummes, aber lebendiges Spielzeug war. Richt so groß und beängstigend ungeschlacht tote die Kuh, aber doch noch immer fremd und imponierend genug, um es zu verehren und zu lieben Das Kälbchen, die Kuh und der Dulle waren eine Familie. . , . ~ , Es gab außerdem noch kleine, quiekende Serkel- chen auf dem Hof, die an Der Mutter hmgen und zuckelten, und dazu den Eber, von dem Dodo feststellte, daß er ganz aus Schwein war wie das Osterhäschen ganz aus Schokolade ist. Auch sie alle miteinander waren eine Familie. Dodo nahm zum Abschied ein paar Haare aus dem Schwanz des Kälbchens mit, die sie nud) Lieberwindung von mancherlei Mühsal und Gefahr an sich gebracht hatte, ein Fläschchen Seewasser und ein Dütchen Sand. Es war ein schwerer Abschied. . .. Ieht sitzt sie wieder da in Westend tote die entzauberte Wiesenprinzessin und versucht, das versunkene Reich, so gut es gehen will, wieder heraufzubeschwören. So baut sie zu allererst einen Stall aus Stuy- len. Er ist haargenau wie der von der Kostbarerin — und nun ist sie das Kälbchen mit dem weißen Stern auf der Stirn. Sie muß das Kalv- chen anbinden — es soll alles seine Ordnung haben — und sie bindet eine Schnur an iHv kleines, dickes Bein und befestigt es am Tisch. Run ist das Kuhkind fertig und der Stall. Fehlt nur die übrige Kuhfamilie. Es ist nicht schwer, sich die vorzustellen. Die Mutter, die da herumgeht und aufräumt und sowieso Dodos Mutter ist, niutz auch die Mutter vom Kälbchen sein, versteht sich. Aber der Vater? Der Vater ist heute früh wieder in sein Dureau gegangen. Das ist schade, aber nicht zu ändern. — Und dann und wann vor sich hinmöhcnd, wie Kälbchen tun, nimmt Dodo träumerisch mit ihrem Dein noch einige architektonische Verbesserungen am Stall vor. „Was tust du eigentlich da, Dodo, weshalb bist du angebunden?" erkundigt sich die Mutter, die nicht wissen kann, daß ihre Dodo wirklich das Kälbchen mit dem Weißen Stern ist, und daß sie alle die Familie dazu sind. Man muß ihr das zuerst erklären. „Ich bin das Kälbchen, du bist die Kuh und der Ochse ist im Geschäft!" erläutert sie die Situation. So und ähnlich sehen die Spiele von Dodo aus — dieser schönen, phantastischen- Realistin. Aegypiische Zivilprozeßordnung auf Papyrus. Eine ägyptische Zivilprozeßordnung konnte, wenigstens in Resten von zehn Paragraphen, aus einem neu erworbenen Papyrus der Berliner Staat!. Museen von W. Spiegelberg erkannt und entziffert werden, nachdem Hugo Jbscher die Einzelstücke zusammengesetzt hatte. Das Fragment ist in demotischer Schrift abgefaht und stammt aus der Ptolemäerzeit, 3. auf 2. Jahrhundert v. Ehr. Ist auch viel von diesem Text verloren, das Erhaltene zeigt doch mit Sicheret, daß man hier ein ganz besonderes Dokument, die erste Spur eines nationalägyptischen Zivilrechtsbuches vor sich hat, das für die Praxis bestimmt war, wie die Paragraphen beweisen. So: „Wer mündlich klagt, den soll man einen Eid leisten lassen gemäß seinen Worten" (§ 4). Oder: „Wenn einer gegen einen anderen klagt: er hat mir die oder die Akten weggenommen, so soll der Dellagte sagen: Ich habe sie nicht weggenommen. Lind man soll es ihn beschwören lassen, indem er sagt: Ich habe sie nicht weggenommen, ich habe sie nicht wegnehmen lassen, ich habe nichts auf der Welt getan, um sie wegnehmen zu lassen. Ich habe sie nicht zerrissen, nicht getilgt, nicht tilgen lassen" usw. Als rein praktisches Dokument war der Papyrus mit seinem Inhalt bald veraltet, die Bestimmungen änderten sich mit der Zeit. So wurde er zum Altpapier gelegt und auf der freien Rückseite anderweitig beschrieben, mit einer ebenfalls wertvollen Liste von ägyptischen Priestern mit ihren Amtsbezeichnungen und der Angabe ihrer Antrittsgebühren, die sie zu leisten hatten. Der neue Papyrus bildet mit Vorder- und Rückseite eine bemerkenswerte Bereicherung der demotischen Literatur, der Kenntnis von ägyptischer Rechts- wie Religionsgeschichte. Er stammt vermutlich aus Theben. Lochschulnachrichten. An der Berliner Landwirtschaftlichen Hochschule ist der a. o. Professor für Bienenkunde. Dr. Ludwig Armbruster zum ordentlichen Professor ernannt worden. Professor Armbruster ist Begründer und Herausgeber des Archivs für Bienenkunde, der Bücherei der Dienenkunde, sowie der Anleitung für Dienenzüchter. Von seinen Werken nennen wir: „Wünsche und Röte der deutschen Bienenzucht" 1919; „Bienenzüchtungskunde' 1919; „Zum Problem der Bienenzelle" 1920; „K. A. Ramdohrs Versuche Über die einfachste und einträglichste Art der Bienenzucht" 1921; „Der Wärmehaushalt im Bienenvolk" 1923; „Der Bienenstand als völkerkundliches Denkmal" 1926; „Der Imker, sein eigener Tierarzt'" 1928. Professor Dr. Victor Moritz Goldschmidt von der Universität Oslo (Norwegen) hat einen Ruf als ordentlicher Professor der Mineralogie und Direk. tor des Mineralogischen Instituts an der Universität Göttingen als Nachfolger von Geheimerat O. Mügge erhalten und zum 1. November 1929 angenommen; seine Ernennung zum ordentlichen Professor an der Göttinger Universität ist bereits erfolgt. — Der langjährige Vertreter der Landwirt- fchoft und Direktor des Instituts für Tierzucht und Molkereiwesen an der Landwirtschaftlichen Hochschule zu Bonn-Poppelsdorf, Professor Dr. August R i ch a r d f e n , ist von seinen amtlichem Verpflichtungen entbunden worden. Hoch- und Weitsprung, Diskus- und Speerwerfen, und Kugelstoßen. Die Jugendlichen sind in A=, 6-, C-, D=, E- und E-Klassen eingeteilt. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Der Sportverein 1920 Heuchelheim sendet seine erste Iugendmannschaft nach Großen- Buseck, um in einem Gesellschaftsspiel der F.C.- Jugend gegenüberzustehen. Da sonst keine sportliche Betätigung der Sportvereine in Großen-Buseck zu erwarten ist, ist dieser Begegnung besonderes Interesse beizumessen. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Am kommenden Sonntag herrscht Hochbetrieb auf allen Fußballfeldern des 3. Bezirks. In Gießen stehen sich im Kreisklassenspiel Gießen I — Frankfurt - Bockenheirn I gegenüber. Hier dürfte ein interessantes Spiel zu erwarten sein, da die Gäste wohl die reifere Spielerfahrung besitzen und demgemäß auch wohl Sieger bleiben werden. Vorher stehen sich Gießen Ib — Naunheim I im Serienspiel gegenüber. Naunheim, das wieder mit seiner alten schlagkräftigen Mannschaft antritt, wird sich wohl den Sieg nicht streitig machen lassen. Den Beginn macht die Jugend Gießens, die abermals einen Nachbarn, Klein-Linden zu Gast hat und bei diesem Spiel wohl Sieger bleiben wird. Auch in W i e s e ck herrscht Hochbetrieb. Bereits vormittags stehen sich die 2. Jugend des Platzver- cins und Watzenborn Jugend gegenüber. Wer hier Sieger bleiben wird, muß offen gelassen werden. Nach der Mittagspause stehen sich Wiesecks 2. Mannschaft und der Neuling des Bezirks, Rödgen I, gegenüber. Dieses Spiel werden die Einheimischen infolge ihres reiferen Könnens für sich entscheiden. Anschließend werden sich Wiesecks I. Jugend und Naunheims Jugend ein interessantes Spiel liefern, dessen Ausgang ungewiß ist. Den Abschluß machen die 1. Mannschaft des Platzvereins und Wetzlars 1. Mannschaft. Wieseck, daß eine Umstellung erfahren hat, wird seinen Gegner nicht unterschätzen dürfen, wenn es den Sieg nicht aufs Spiel setzen will. In Lollar stehen sich Lollar I — Heuchelheim I gegenüber. Hier wird cs ein scharfes Treffen geben, dessen Ausgang offen zu lassen ist. In der zweiten Bezirksklasse treffen sich in Klein-Linden Leun 1 — Klein-Linden I; hier wird der Glücklichere Sieger bleiben. Waldgirmes I und Beilstein I werden sich in Waldgirmes ein gleichwertiges Spiel liefern. Auch im Spiele Grün berg I — Hachborn! in Grünberg wird der Glücklichere Sieger bleiben. Treis I wird in Saubringen aegen die dortige 1. Mannschaft alles hergeben müssen, wenn es keine hohe Niederlage erleiden will. Staufenberg I und Hungen I werden sich in Staufenberg ein spannendes Spiel liefern, bei dem die Gäste Sieger bleiben werden. Beuern wird auf eigenem Platze Oppenrod zum Gegner haben und sich mächtig anstrengen müssen, wenn es eine hohe Niederlage verhindern will. Ebenso wird Burkhardsfelden gegen Oden hausen in Odenhausen einen Sieg mit nach Hause nehmen. Großen-Linden Jugend und Wißmar Jugend stehen sich in Großen-Linden gegenüber. Rodheim Jugend — Heuchelheim Jugend werden sich in Rodheim ein gleichwertiges Treffen • liefern. Oer Sport am kommenden Sonntag. Der kommende Sonntag bringt wiederum eine ganze Reihe von besonders interessanten sportlichen Begegnungen. Zu diesen gehören in erster Linie die L ä n d e r k ä m p f e, die Deutschland zu gleicher Zeit gegen Frankreich und gegen dieSchweiz auszutragen hat. Dazu kommen die zahlreichen Fußballoerbandsspiele, die Nationalen Deutschen Tennismeisterschaften, die Deutschen Po- Dämonen der Zeit. Vornan von Arthur Brausewetter. 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Wir hatten uns auf den alten geschnörkelten Rokokostühlen niedergelassen. Eine ganze Weile saßen wir uns schweigend gegenüber. „Mein Vater hielt große Stücke auf Sie," nahm sie dann das Gespräch auf. „3n den letzten Stunden waren Sie bei ihm. Haben feine letzten Worte gehört, Eie brachten ihn mir ins Haus, als -er sein armes beben ausgehaucht hatte. Seit meiner frühesten Jugend sind Sie mit den Freuden und Leiden unseres Hauses verwachsen gewesen — und wundern sich, daß mich diese unerwartete Lösung Ihrer Beziehungen zu uns in einiges Erstaunen versetzt?" Ich weiß nicht mehr, was mir bei ihren Worten alles durch den Kopf ging. Was ich bisher instinktmäßig und aus nüchterner Heberlegung heraus getan, sah ich plötzlich in einem anderen Lichte. Ich wollte cd ihr sagen, wollte ihr klarlegen, daß, wenn ich aus ihrem Geschäfte schiede, mein Verhältnis zu ihr und ihrem Hause dadurch in. keiner Weise berührt und gar getrübt werden könnte — da riß mich ihr Wvrt aus all den Himmeln, die mir durch das Ernste und Schwere unserer Unterredung dennoch leuchteten. „3m übrigen hat für mich persönlich 3hr Gehen oder Bleiben nur geringe Bedeutung. 3ch begleite morgen meine Mutter in ein Bad und muh später selbst ein solches aussuchen." Cs war wieder in der alten, kühlen QIrt gesprochen. Fast wie eine Abweisung hörte es sich an. „Wie lange gedenken Sie fortzubleiben?" bemühte ich mich, ebenso gleichgültig zu fragen. „3ch weiß es nicht. Es kommt auf die Aerzte an. Vielleicht bis zum November, ilnö wer kann sagen, was bis dahin alles geschehen ist." Ediths Blick irrte von mir ab, verlor sich in die leise aufsteigende Dämmerung des Zimmers. Die Wolken hatten sich geteilt. Ein müder Sonnenstrahl stahl sich durch die kleinen Gitterscheiben des altertümlichen Fensters. 3hr Haar flimmerte wie Metall, als er es traf. „Gehen Eie nicht.. .!" 3d) weih nicht, wie ich darauf kam, es zu sagen. Es war wie eine fremde Gewalt, die mich trieb. Sie sah mich mit erschreckten Augen an. „Wenn Ihnen meine Kündigung nicht recht ist ... 3d) will sie zurücknehmen. Lind wenn ich Herrn Faßbender bitten mühte, mich in seinem Geschäft zu dulden---" Sie nahm meine Hand, mütterlich fast, als wollte sie mich beschwichtige» Aber ich fühlte lizeimeisterschaften und wie die Veranstaltungen alle heißen. Fußball: Von den Verbandsspielen erwartet man im allgemeinen Ueberraschungen. Der kommende Sonntag wird keine Ausnahme machen. Es spielen: Gruppe Main: Kickers Offenbach — Eintracht Frankfurt, F. S. V. Frankfurt — Germania Bieber, Hanau 93 — Rotweiß Frankfurt, Griesheim 02 — Union Niederrad. — Gruppe Hessen: Alemannia Worms — Wormatia Worms, S. V. 98 Darmstadt — Mainz 05, S. V. Wiesbaden — V. f. L. Neu-Isenburg, Hassia Bingen — 1. F. C. Langen. — Gruppe Saar: Saar 05 — Sportfreunde Saarbrücken, F. V. Saarbrücken — F. C. Pirmasens, V. s. R. Pirmasens — V. f. R. Kaiserslautern, Borussia Neunkirchen — 1. F. C. Idar. — Gruppe Rhein: S. D. Waldhof — Mannheim 08, Mun- denheim — V. s. R. Mannheim, V. s.L. Neckarau — Phönix Ludwigshafen, Rohrbach — Sandhofen. Leichtathletik: Gegen die Schweiz und gegen Frankreich, das ist wirklich keine leichte Aufgabe, die sich die DSB. am kommenden Sonntag in Zürich und in Paris gestellt hat. Trotzdem sind in beiden Begegnungen die Siegeschancen für Deutschland nicht gerade gering. Kunstturnen. Sicherem Vernehmen nach ist der große Gau - geräte-Wettkampf zwischen den Gauen Frankfurt a. M., Hessen und Rhein-Mosel für Ende September oder Anfang Oktober zu erwarten. Von jedem Gau werden die neun besten Turner zu einer Mannschaft zusammengestellt. Der Wettkampf erstreckt sich auf Reck, Darren, Pferd, Freiübung und Pferd-Sprungübung. Als Kampfrichter werden bewährte Turner aus Darmstadt, Mainz und Wiesbaden tätig fein. Die Zuschauer können an Hand einer besonderen Anzeigetafel den jeweiligen Stand des Wettkampfes verfolgen. Als ersten Ort der Austragung hat man Gießen bestimmt. Der Ausgang des Wettkampfes ist völlig offen, wenn man auch den Turnern des Gaues Frankfurt infolge größerer Erfahrung auf diesem Gebiete ein kleines Liebergewicht einräumen darf. 3edoch U er fügen auch die beiden anderen Gaue _ über Turner ganz großen Formates, deren Können sicherlich ein gewisses Gegengewicht bedeutet. Spannend wird dieser Wettkampf sicherlich, da hier so viele gute Turner tätig sind, wie man sie selten in solcher Zahl bei einer Veranstaltung wieder findet. Handball Tv. 1899 Großen-Buseck. Wider Erwarten konnten die Gastgeber die erste Komp. Jnf.-Rgt. 15 hoch mit 7:1 (1:0) schlagen. Die Gäste waren im Feldspiel gleichwertig, doch fehlte immer der krönende Schuß, zudem zeigte Jnderthal im Tor schöne Leistungen. In der ersten Halbzeit klappte es nach der langen Pause nicht so recht, doch wurde später die Zusammenarbeit des einheimischen Sturms besser, so daß der gute Gästetorwart die Schüsse nicht meistern konnte. A.D.T. SüdVestdeuischer Turn-Verband. 3n Rüsselsheim finden kommenden Samstag und Sonntag die diesjährigen Bundesmei- ster schäften des Allgemeinen Deutschen Turnerbundes statt. Di^ Turnges. e. D. S. C. Opel, welche mit der Durchführung betraut wurde, hat schon feit geraumer Zeit dazu gerüstet. Die Veranstaltung, welche jedes 3ahr sehr gute Ergebnisse brachte, wird auch diesmal an Teilnehmerzahl und den Leistungen keiner der vorhergegangenen nachstehen. 3n folgenden Konkurrenzen des Geräte- und Volkstumens werden sich Turnerinnen und Turner um den Meistertitel bewerben. Geräte- Meisterschasten an Reck, Barren und Pferd, und ein Geräte-Zehnkampf für Turner, für Turnerinnen die vorher aufgeführten Meisterschaften den heißen Druck dieser Hand. 3hr Haupt neigte sich dem meinen zu. .. unsere Lippen berührten sich... Es war mehr ein Hauch als ein Kuß. Ein schnelles Sichfinden und Wiederlassen... Lind beides voll unendlichen Glückes und unendlichen Leides--- Da kamen Schritte die Treppe herauf.. . noch ganz von unten her. 3ch wußte sofort, daß es Faßbender war. Aber ich lieh ihre Hand nicht, zog sie nur fester an mich. Mir war in diese-n Augenblick alles so unsäglich gleichgültig — nein, nicht gleichgültig. Es war mir recht so. Mein Herz jubelte auf, daß nun so ungewollt und ungeahnt die Entscheidung kommen muhte. Richt das leiseste Bedenken oder gar eine Ahnung von Furcht war in mir. 3ch hätte am liebsten heute abend den Gang mit ihm getan, von dem nur einer von uns zurückkehren konnte. Sie aber, als lägen meine Gedanken klar und offen vor ihr, hatte mit einem schnellen Ruck ihre Hände aus den meinen genommen. „Rmn... für ein Phantom sollen Sie 3hr Leben nicht geben! Dazu ist es noch zu jung. Es war ein kurzer, schöner Traum. Wir beide werden nie zusammenkommen. 3d) sagte es Ihnen schon einmal." „Lind Sie werden 3hre Ansicht nicht ändern — niemals ändern, Edith?" Sie schüttelte den Kopf, langsam, traurig, aber doch entschieden. Die Schritte, die sich für eine kurze Zeit verloren hatten (Faßbender war vermutlich noch in sein Privatkontor gegangen), klangen näher und härter — jetzt stand er vor uns. „3ch störe wohl?" fragte er, und ein deutlicher Hohn klang aus seiner Stimme und gab ihr jenes Äeberhebende, das mich jedesmal verdrossen hatte, wenn er unten im Kontor mit mir sprach. „Du störst uns durchaus nicht," erwiderte Edith, die sich viel mehr in der Gewalt hatte, als ich. „3ch hatte Herrn Körber zu mir gebeten, um ihm meine Verwunderung über seine Kündigung auszusprechen, und er erklärte sich bereit, sie zurückzunehmen." „Cs Möchte zu spät sein. 3ch habe soeben die durch Herrn Körbers Kündigung freigewordene Stelle einem anderen Herrn übertragen.“ Mit kühlem Blick heftete sich das stahlgraue Auge auf Ediths Antlitz. Lieber mich sah es hinweg . . .die ganze Linterredung hindurch. „Es wäre mir lieb gewesen, wenn ich in diesem Falle gehört wäre," erwiderte sie nicht unfreundlich, aber in derselben kühlruhigen Art, mit der er zu ihr gesprochen hatte. „3ch war bisher in diesen Dingen selbständig und gedenke es weiter zu bleiben, sagte er kurz. „Wenn du wenigstens die Güte gehabt hättest, mir eine Mitteilung zu machen." an den Geräten nebst einem Sechskampf. Die Leichtathletik-Meisterschaften bestehend aus 100», 200-, 400-, 800-, 1500- und 5000-Meter-Lauf, 110-Meter-Hürden-, und der 4x100-, 3x1000», und 1500-Meter-Staffel: dem Weitsprung, Hochsprung, Stabhochsprung, Diskuswerfen, Speerwerfen, Kugelstoßen, Steinstohen und einem Sechskampf, bestehend aus 100» und 800» Meter-Lauf, Weit» und Hochsprung, Kugelstoßen und Diskuswerfen. 3ntereffante Kämpfe wird es besonders in den leichtathletischen Wettbewerben geben. Der Lahn-Dünsberg-Gau wird auf dem Gebiete des Geräteturnens für Turnerinnen im Sechskampf vertreten durch Paula Hildebrand, Emma Lotz und Ottilie S.ch reiner, sämtlich aus Wieseck: im Geräteturnen für Turner durch Hofmann (Lollar), Hettche (Lollar), Römer (Wieseck), Dender (Rodheim), Ferber, Schmidt und Lepper (Waldgirmes), welche sämtlich den Zehnkampf bestreiten. Für die Wettkämpfe im Dolksturnen startet im 800-Meter-Lauf H. Röhl (Wieseck), im 1500-Meter-Lauf W. Schardt (Hausen), im Weitsprung Derbandsmeister Schieferste in (Launsbach), im Stabhochsprung Bepler, Kinzenb ach und Dietz (Lollar). Letzterer bestreitet weiter noch das Speerwerfen, während D e p l e r noch im Sechskampf starten wird. Zu der Mannschaft kommen weiter hinzu die beiden Tumwarte Keller (Rodheim) und Wagner (Lollar), das Gauausschußmitglied Rohrbach (Lollar), und G i s s e l (Waldgirmes), welche als Kampfrichter für das Geräteturnen vorgesehen sind, während Gausportwart Winter (Launsbach) und Pressewart Leib (Kinzenbach), als Kampfrichter für die leicht- athletischen Wettbewerbe gemeldet sind. Gießener Tennis-Turnier Mit etwa 90 Rennungen hat das diesjährige Dezirksturnier eine zufriedenstellende De- setzung erhalten: außer dem Herren-Doppel werden alle Konkurrenzen in zwei Klassen gespielt. Besonders erfreulich ist die in letzter Minute eingetroffene Meldung des bekannten Frankfurters Erwen, der in Tüscher (Kassel) feinen stärksten Gegner finden wird. Bei den Damen ist Frl. Wenzel (Frankfurt) die Siegerin im ersten Gießener Dezirksturnier, auch diesesmal wieder Favoritin. Interessante Kämpfe versprechen die Doppels. Die Gießener Spitzenspieler Dr. Kirchner und Roll wurden mit Tüscher und Erwen kombiniert und haben gleichgute Aussichten auf den Endsieg. 3m Mixed scheinen als stärkste Paare Frau Dumur- Erwen, Frl. Wenzel- Dr. Kirchner, Frl. Kempff-Tüscher und Frl. Berg-Roll. ________ Ty. Amtseinführung des Darmstädter Oberbürgermeisters. WER. Darmstadt, 29. Aug. 3n einer Sondersitzung des Stadtrats wurde heute mittag Oberbürgermeister Mueller in fein Amt eingeführt. Der amtsälteste Dürgermeister Dux - bäum eröffnete die Sitzung und erteilte das Wort dem Kreisdirektor Gebhard, der den neuen Oberbürgermeister begrüßte und in längeren Ausführungen auf die hohen Aufgaben hinwies, die den neuen Mann an der Spitze der Stadt Darmstadt erwarteten. Er gab zum Schluß der Hoffnung Ausdruck, daß es ihm vergönnt sein möge, Darmstadt zu neuem Aufstieg zu führen. Als Vertreter des Stadtrats sprach Stadtratsmitglied Ziegs (Soz.), der Oberbürgermeister Mueller versicherte, daß der Stadtrat das Vertrauen zu ihm habe, in gemeinsamer Arbeit zum Wohle der Stadt Darmstadt zu wirken. Er überreichte ihm gleichzeifig die Amtskette, die sein Vorgänger zum erstenmal getragen habe. 3n einer längeren Ansprache dankte darauf Oberbürgermeister Mueller für die ihm zugedachten Glückwünsche und das zugefagte Vertrauen bei der gemeinsamen Arbeit. Er bedauerte die Einschränkungen der Selbstverwaltung der Kommunen, insbesondere den Verlust der Steuerhoheit, und wandte sich energisch gegen eine Verewigung gewisser zentralistischer Tendenzen des Reichs und der Länder gegenüber den Kommunen. Mit der Würde der Ehrenkette sei ihm auch die damit verbundene Bürde auf» erlegt worden. Aber im Vertrauen auf die Aufwärtsentwicklung der Landeshauptstadt, der Gemeinsamkeit der Arbeit von Verwaltung und Stadtrat glaube er diese Dürde tragen zu können. Trotz äußerster Sparsamkeit in der Wirtschaftsführung und Zurückhaltung gegenüber neuen Aufgaben, solange die Kräfte der Bürgerschaft nicht ausreichten, werde er beharrlich dem großen Ziele zustreben, die städtische Politik unter Festhaltung bewährter Traditionen in fortschrittlichem Geiste zu führen. Seine Worte fanden lebhaften Beifall der S.tadträte und des Publikums. Mit einem kurzen Schlußwort von -Bürgermeister Dux bäum schloß die Amtseinführung des neuen Oberbürgermeisters. Rheinhessen. WSN. Mainz, 29. Aug. Ein tödlicher 11 n • glürfsfall ereignete sich gestern abend in der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg A.-G. Ein schwerer eiserner Träger stürzte um und traf den verheirateten 28jährigen Kranführer Willi Götz von hier. Götz wurde mit eingedrücktem Brustkorb ins Städtische Krankenhaus eingeliefert, wo er kurz darauf starb. Er hinterläßt eine Frau mit einem zwei Wochen alten Kinde. — Aus dem Rangierbahnhof Bischofsheim wurde gestern abend der 22jährige Rangierarbeiter Paul H i r n k e aus Dexheim von einer Lokomotive erfaßt und zur Seite geschleudert. Er wurde mit lebensgefähr- lichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Preußen. Kreis Biedenkopf. * Hofgut Dubenrod, 29. Aug. Deim Rachhausefahren vom Felde scheuten gestern abend die von dem Ginge ft eilt en Decker gelenkten Pferde. Decker fiel vom Wagen, die Pferde sausten mit dem Wagen zum Hofgut Bubenrod und fuhren sich hier fest. Run bemerkten auf dem Gut anwesende Leute, daß die Pferde allein waren und daß der Kutscher fehlte. Beim Absuchen des Weges fand man Decker mit einem Armbruch und einer Gehirnerschütterung und brachte ihn zum Hofgut. Die erlittenen schweren Verletzungen machten die Lleberführung des Verunglückten zur Klinik notwendig. Kreis Marburg. ch Holzhausen, 29. Aug. Es hat den Anschein, daß in unserer Gegend ein Vogel sich wieder ansiedeln will, der früher hier sicher recht zahlreich vorkam, der F i s ch r e i h e r. Ein solcher wurde dieser Tage unweit unseres Ortes beobachtet, und zwar an dem Bache, der durch den hiesigen Park fließt. Es wäre zu wünschen, daß der schöne und seltene Vogel wieder hier heimisch werde. Ob der hier aufgetretene Reiher noch andere seines Gesck)lcchts in unsere Gegend herbeiführen wird, oder ob er fid) nur hierher verirrt hat und wieder verschwindet, muß man abwarten. Daten für Samstag, 31. August. Sonnenaufgang 5.10 Uhr, Sonnenuntergang 18.50 Uhr. — Mcmdausgang 0.17 Uhr, Monduntcrgang 17.55 Uhr. 1821: der Naturforscher Hermann von Helmholtz in Potsdam geboren: 1920: der Philosoph Wilhelm Wundt in Leipzig gestorben. „3ch wüßte nicht, daß ich es jemals bei irgendeiner Kündigung deinem Vater gegenüber getan hätte." 3mmer deutlicher hörte ich aus jedem feiner Worte die Absicht heraus, mich und meine Stellung in den Augen feiner Draut herabzusetzen. 3ch hätte gern geantwortet. Aber es lag kein Grund, nicht einmal eine Möglichkeit für mich vor, in eine Angelegenheit einzugreifen, die sich ausschließlich zwischen den beiden abspielte und in der ich nur der Gegenstand war. „Die Sache lag hier ein wenig anders," sagte Edith in ihrer stillbestimmten Art, „als bei „irgendeiner" Kündigung. Herr Körber stand als ehemaliger Regimentskamerad und Freund unseres Hauses in einem näheren Verhältnis zu uns als die übrigen Angestellten. Seine Kündigung wäre zu Lebzeiten meines Vaters nie erfolgt. 3d) glaube auch nicht, daß ihre Annahme in seinem Sinne gewesen wäre, und da dieser für mich als feine Tochter und Erbin maßgebend ist —“ 3ch sah, wie Faßbender die Llnterlippe nagte, was wir unten im Kontor, auch wenn er nicht eine Silbe äußerte, als das sichere Zeichen seines Linwillens kannten. Aber er hatte sich sofort in der Gewalt, wie ich ihn niemals, solange ich unter ihm gearbeitet hatte oder mit ihm zusammengewesen war, anders als kühl beherrscht gesehen hatte. „Wenn du Wert darauf legst, Herrn Korber unserem Geschäfte erhalten zu fehen," sagte er mit einer gewissen ritterlichen Höflichkeit, „so wird sich in unserem großen (Betriebe sicher für ihn ei :e geeignete Stellung finden. Es käme nur darauf an, wie sich Herr Körber selber zu der Sache stellt. .. vielleicht äußert er sich darüber." 3d) sah Ediths Auge auf mir weilen, ihr Blick verwirrte mich, machte mich schwankend. Aber nur für eine Sekunde. Dann gedachte ich der Worte, die sie eben zu mir gesprochen hatte, der Linabänderlichkeit ihres Entschlusses. „3ch habe meine Kündigung wohl erwogen und bedaure, sie nicht zurücknehmen zu können." Mir war, als ginge ein leises Erschrecken durch das dunkeltiefe Auge... es mochte aber auch eine Einbildung gewesen fein; denn sie wandte sich jetzt von mir ihrem Verlobten zu: „3ch verstehe, daß Herr Körber, nachdem alles so weit gediehen, an dem einmal gefaßten Entschlüsse festhält. Er bleibt gewiß auch deshalb nicht, weil er den Vater zu sehr vermissen würde. Der hat immer große Stücke auf ihn gehalten." 3ch hätte ihr die Hände für diese Worte küssen mögen, die die schönste Genugtuung waren, die sie mir in dieser Stunde geben konnte. Aber mit einemmal war wieder jenes Linnah» bare da, das unüberbrückbare Schranken zwischen uns aufrichtete und mich schweigen hieß. Lind da ich fühlte, daß ich hier nichts mehr zu suchen und zu sagen hatte, so empfahl ich mich. ♦ Den ganzen Tag habe ich auf einen Brief, eine Botschaft von ihr gewartet, habe bei jedem Schritt, der die viel benutzte, schmutzige Treppe zu meinem Zimmer emporführte, aufgehorcht, ob es vielleicht der Klumpfuß der alten Marieke fein könnte, hatte mir fest Dorgenommen, unter keinen Llmständen zu ihr zu gehen, wenn sie mich nicht riefe — und bin schließlich doch gegangen. Die zehn Stunden aufreibenden Wartens und Harrens hatten mich müdo und mürbe gemacht. Alle meine Festigkeit schmolz in ein Richts zusammen vor dem Gedanken, daß ich sie in diesem Gebert vielleicht nicht Wiedersehen könnte, Denn morgen schon wollte sie die Stadt verlassen — und ob sie einmal wiederkehren würde? Dämmerung lag über dem großen Zimmer. Die Fenstervorhänge waren dicht geschlossen, die allen Seidenmöbel mit dichten Leinenkapuzen bedeckt, unter denen nur die geschnörkelten Deine grotesk-wunderlich hervorguckten. Mürrisch, wie aus ihrem Schlaf gestört, standen sie da, eine Wolke von Raphthalin lag schwerduftend in der Luft, auch der Kronleuchter mit feinem reichen Glasbehang aus altvenezianischer Zeit war in dichte Gazeschleier gehüllt. Als hätte seit Menschengedenken kein Fuß mehr diese Räume betreten, so verlassen und verödet muteten sie an. 3d> weiß nicht, woher es kam, daß ich sie immer plötzlich vor mir erblickte, ohne daß ich ihr Kommen hörte, und auch Vas erschien mir seltsam, daß sich nicht das geringste Erstaunen, gar keine Spur von Befremdung auf ihrem Antlitz zeigte, das heute bleich war bis an die Lippen. „3ch wußte, daß Sie kommen-, würden," sagte sie mit einer etwas schleppenden Stimme. „Lind ich glaubte, Sie nicht stören zu dürfen, weil ich Sie mit Packen und Aufräumen beschäftigt wähnte." „Das besorgt Marieke, zum Teil auch meine Mutter. 3d) habe den ganzen Tag über wenig getan. 3ch glaube. .. ich habe auf Sie gewartet." 3ch stand ihr gegenüber, sah sie an, wollte etwas sprechen, etwas fragen, und wußte nicht, was und in welch eine Form ich es kleiden sollte. „Also.. . Sie reifen doch?" Das war das einzige, was ich hervorzubringen vermochte. „Morgen in der Frühe geht unser Zug. Wie wollen nach Thüringen, zuerst nach Liebenstein.. . meinetwegen. Wenn auch der Winter im Anzuge ist, wir haben uns in eine kleine Pension eingemietet, wir suchen beide nichts als die Stille." „Lind 3hr Herr Bräutigam?" „3ch habe gestern abend meine Verlobung gelöst." (Fortsetzung folgt.) fei Haushalt-Artikel Haushalt-Artikel 2.95 0.85 0.37 0.85 0.90 0.95 5.75 0.58 3.90 0.38 0.95 2.75 0.78 0.98 1.50 .5.90 Brotschneidemaschine . 0.95 0.55 0.58 J. HEILBRONNER Marktstr. 17 Rittergasse 8 niatratzen Eissen möbel Fabrik Suhl (Thüringen). bei Persianer-Mäntel prima Buchara..von von von . .von Wir bitten um unverbindlichen Besuch Franko Lieferung Größtes Pelzhaus mit der größten MaßkUrschnerei 7135A FRANKFURT A. M. Gießen Telephon 1269 Seltersweg 91 ß. 0. Jet kne Beachten Sie geil, meine 4 Schaufenster Ausstattung ganzer Wohnräume für jeden Stand • Meine große Ausstellung bietet Brautleuten ein umfassendes Bild des Wohnungs-Ausbaues. Ein Besuch verpflichtet Sie nicht. 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August 1929 19. Ziehungstag In der Vormittagsziehung wurden Gewinne 73688 75463 86696 91071 98614 146546 144985 145880 186504 202949 223773 224622 237361 253067 255513 298577 308805 335508 369481 375551 5611 6914 7593 212 Gewinne,n 300 W. 1476 4964 11732 9934 80413 87523 88069 90648 91764 93692 295 ISO ... ISO 70457 79481 82883 91476 91983 92369 Berlin, 25- Äugust 7.4 122 122,25 122,5 114,4 11 229,25 316 den 58,20 111.43 20,31 357405 399475 101542 155634 161,75 315,25 226,5 106,25 76,75 84.25 126 229.5 108,5 78,25 85.6 127.75 58.44 111,87 20.39 113466 172604 249212 346774 380041 103566 116994 138735 157286 179628 206404 230544 255115 275905 306910 320612 363676 394260 103963 128592 144454 155667 181882 189841 216893 235462 263953 286683 322669 345350 354971 347201 389825 109071 129665 146415 169647 182742 192778 217529 238314 271721 301500 328545 345683 361439 108544 122484 151434 159017 191932 209799 236824 261408 281297 313008 343101 365528 110971 134996 160168 159982 186135 195698 218149 242459 272828 303192 335986 346098 373905 364171 399982 112081 137662 153551 166614 187596 197193 224091 243939 275714 303298 338964 346647 114581 130026 156461 171587 194772 220953 240277 271024 283467 318786 361739 385138 124425 140963 154619 173358 187702 212814 229347 248761 277945 309597 340851 348590 342745 209711 20306 202650 243535 347134 103117 116881 130603 166799 171742 205770 228908 254327 271078 304643 319780 356715 393420 103609 128137 142746 165245 180428 189455 214941 234720 258774 286297 318454 343079 352738 10 10 10 , 8 12 , 5 , 9 , 5 , 6 11 4,8475, gegen gegen Madrid 28,75 1 2.35 I 1.65 : 22.4 geben, Autzer- 23 e r • für die schlechte,25 162,5 114 126,25 129,25 211.5 183.5 277 170.5 155 162 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 40900 44974 47675 50022 51189 52092 52972 53125 64556 69498 71900 74021 76765 76539 104566 121245 160738 168398 181833 207489 235655 265635 276740 311059 340561 364187 114291 126706 155622 161241 194514 216826 239938 262211 283462 317626 348376 376370 113,75 125.75 129 207,5 183 279 170 154,5 161,25 314.5 109599 170327 . M 2 Gewinn« ,u 5000 M. 2 Gewinn« ju 3000 M. 8 Gewinn« m 2000 M. 252976 46 Gewinn« gu 1000 M. 22.4 22,2 1,75 ' 7,4 7,6 7.4 76 । - 85 i 85,75 127.51 128 Amerikanische ‘JZoten Belgische Noten Dänische Noten Englische Noten friftigcn Kredit. Können wir diesen nicht dann geht er woanders hin, um einzukaufen, dem eröffnet der Fortgang der Haager Handlungen wenig günstige Aussichten nächsten Monate. Die Börse ist infolge des Im Gewinnrade verblieben:. 2 Prämien zu fe 500000, 3 Gewinne zu fe 500000, 4 zu je 75000, 2 zu je 50000, 32 zu je 10000, 44 zu je 5000, 136 zu je 8000, 250 zu je 2000, 646 zu je 1000, 1706 zu je 500, 3934 zu je 300 M. Gcwmnauszug 5. Klaffe 33. Preufzifch-Süddeulsche (259. Prcuß.) Klaffen-Lotterie QuaW211 en. Verhängnisvoller Kapitalmangel. Der Einzug der Amerikaner in die A. E. G. ist nunmehr endgültig zur Tatsache geworden. Die Aktionäre der A.E.G. haben die Vorschläge der Verwaltung angenommen und gaben sich mit der wenig aufschlussreichen Begründung dieser so weittragenden Transaktion zufrieden. Nur ein einziger Aktionär wagte es, in der Generalversammlung den Mund mifzumachen und seiner Mißstimmung über die autonome Verwaltungsherrschaft Ausdruck zu geben. Natürlich hat er nicht viel Erfolg gehabt, denn die Aktienmehrheit der A.E.G. liegt zusammengeballt in festen Händen. Deshalb kann die Verwaltung auch ohne große Rücksichtnahme auf die Aktionäre selbst in wichtigen Fragen verfügen. Jetzt liegt nun ein ausschlaggebendes, wenn auch nicht majorisierendes Aktienpaket bei der amerikanischen General Electric Company, in deren Aus- trage vier Vertrauensmänner in den Aufsichtsrat der AEG., diesen sonst so exklusiven Kreis, eingetreten find. Die ganze Ueberfremdungsaktion wäre in diesem Falle nicht möglich gewesen, wenn Deutschland seine Kapitalkraft der Vorkriegszeit noch besitzen würde. Die A E G. gehört zu den Fabrikanten, die laufend große Mittel in ihrem Geschäft sestziilegen gezwungen sind. Bei ihrer wirtschaftlichen Betätigung handelt es sich oft um Millionenobjekte. Es wäre zu befürchten gewesen, daß die mit Geldmitteln reichlicher versehene amerikanische Großkonkurrenz der A.E.G. ihr in aller Welt wichtige Geschäfte wegschnappt. Da war eine Verständigung schon besser, die also von der A.E.G. ausging und diese bei den langwierigen Verhandlungen in der Position des schwächeren Partners fand. Leider besteht wenig Aussicht, daß mir in Deutschland in absehbarer Zeit wieder normale Kapitalverhältnisse haben. Die eben veröffentlichten Bilanzen der deutschen Kreditbanken zeigen ein völliges Stagnieren des Bankgeschäftes. Kein Anwachsen der Einlagen bei den Banken, das auf bessere Kapital- bilbung hindeuten würde! Dementsprechend keine Ausdehnung der von den Banken in die Wirtschaft geleiteten Mittel! Poch haben wir konjunkturell einen Tiefpunkt in Deutschland. Dem Kapitalmangel steht also ein zwar großer, aber doch er- träglicher Kapitalbedarf gegenüber. Wenn sich aber eines Tages die Konjunktur hebt, dann wird die Wirtschaft vergeblich nach Betriebskapital rufen. Bon der Versorgung hiermit hängt es jedoch ob, vb wir uns z. B. im Export behaupten können. Der ausländische Kunde verlangt von uns langten Eindruckes den die Haager Besprechungen in der Wirtschaft der ganzen Welt hinterlassen, bereits schwach geworden. Der Fall der Frankfurter Allgemeinen Versicherung skukt immer noch. Augenblicklich tagt der Aufsichtsrat in Permanenz und stellt beschämt fest, wie lange ihm der Vorstand feiner Gesellschaft auf dem Kopf herumgetanzt ist. Die Kopfschmerzen sind aber erst jetzt gekommen, nachdem man lange genug kein Gefühl für die sich ergebenden geschäftlichen Unmöglichkeiten hotte. 3. ®. Farben-Industrie Dynamit Nobel . . . edieioeonftolt .... Goldjchmidl . . • • RiUgerswerke .... Metallgeielllchast. . . •1111(1. Teustche liik'iibnbn Hamburg Amccila Palm . . t-ümb. eübum. Damyfidj. . ynnfa Tampjichsti . Nordbentjcher Lloyd . . . • •lliig. XeutidjetitebitanfL . • Barmer Banloerein . . . - Berliner HandelSgelelstch. . stoniincrz- uns PrivakBank . Tarniit. u. Nallonalbaul . . S'ctitidie Bant...... Tiekvntv.cheiclllchast Ant.. . Dresdner Bant...... Metallbau I..... . . Reichöbank........ f c n b u r g mit plus 3 v. H. Reges Interesse konnten noch .Kali W e ft e r e g e l n auf sich lenken mit plus 3,5 v. H. Aschersleben plus 1 o. H., Salz d e t f u r t b nach der kräftigen Aufwärtsbewegung an der gestrigen Abendbörse eher etwas vernachlässigt. Am Chemie markt eröffneten I - G Farben, nachdem der Kurs vormittags etwa 1,5 v. H. fester war, nur leicht gebessert. Scheide- a n st a 11 plus 1 v. H. Am Elektro markt konnte man inSchuckert - und Siemensaktien lebhafteres Geschäft bemerken, bei Erholungen von 1,5 bis 2,5 v.H. (Bergmann und AEG. lagen bis 1 v. H. höher. Auch am M o n t a n m a r k t war die Umfatztätigkeit unter Führung von Rheinische Braunkohlen mit plus 3,5 v. H. reger. Die übrigen Werte dieses Marktes besserten sich bis 1,5 v. H. Verein. G l a n z st o f f büßter zuerst 5,5 v. H. ein. Renten ebenfalls etwas fester. Im Verlaufe blieb die Umfatztätigkeit immer noch recht lebhaft. Die Spekulation schritt aber in Auswirkung der schwachen Veranlagung der G l a n z st o f f a k t i e n (es wird von einer Dividendenreduzierung bei dieser Gesellschaft gesprochen) zu Abgaben, so daß Verluste bis zu 1 v. H. eintraten. G 1 a n z st o f f lagen erneut 5,5 v. H. schwächer. Die Börse blieb im Grundton freundlich und zuversichtlich. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 v. n. etwas gesuchter. Am D e - visenmarkt war die Mark wieder etwas gedrückt. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2005, gegen Pfund 20,367, London gegen Kabel Poris 123,87, gegen" Mailand 92,69, 32,96, gegen Holland 12,0975. Berliner Börse. Berlin. 30.2lug. Schon zu heutigen Börse hatte man das 4'/. . 8 . 8 io . 8 io io Letzte Nachrichten. Oie Rheinland-Protokolle unterzeichnet Haag, 30. Aug. (TU. Drahtberichl.) Die Protokolle und Abkommen über die Rheinlandräumung und die Dergleichskommission sind am Freitagvormittag in der politischen Kommission der Konferenz durch die Vertreter der beteiligten sechs Mächte England, Frankreich, Belgien, Italien, Deutschland und Japan unterzeichnet worden. Die Sitzung war um 12.15 Uhr mittags zu Ende. Sämtliche Dokumente werden am Freitagabend veröffentlicht. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) (3. Sch. in Tr. Wir empfehlen Ihnen, sich mit dem Ersuchen um Auskunft an das Finanzamt oder einen Steuerberater zu wenden. 229,25 I 154 | 155 Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 31. August. Vorabend 7 Uhr: morgens 8.30; abends 7.20 und 8 Uhr. 112,75 125,75 । 128,5 207,75 ; 183 276,5 170 154 161,5 312 4% Schweiz. Bundesb.-Ani.. . . 4% Oesterreichilche Äoldcie.. . . 4,20% Lcsterr. Silberne..... L esterreich. emheill. Rte - - Unoanidje Golvric...... Ungariidje Gtaaitt. v. 1910 . deogl. von 1913..... llttflc.rvdie Krvncnrie..... Turl. Zvllanleihe v. 1911 - - Turkiiche Bagdaddahn-Anl., Serie 1. . ..•••• 4% deegl. Serie II. ■ ■ • - ■ - 4% Rumänen converl. Site. . • • 4'2°o iNuuiancn Goldanl.von 1913 dernis bilde und an die Gesellschaft erhebliche Ansprüche stellen werde, denen diese indessen im Hinblick aus ihre vorsichtige Dividenden- und Refervepolitik ohne weiteres gewachsen sei. 2m Anschluß hieran wurde nach einem ergänzenden Bericht des Direktors Dr. S ch l ö ß m a n n der LIebernahme des vollen Aktienkapitals der Frankfurter Lebensversicherungs-A.-G. durch die Allianz und Stuttgarter Lebensversicherungs- bank-A.-G. zugestimmt. * Ucbergang der Kreditversicherung der Frankfurter Allgemeinen auf die Hermes. Zu der bereits gemeldeten Genehmigung der zwischen der Frankfurter Allgemeinen Verfick)erungs-A.-G. und der Allianz und Stuttgarter Verein Dcrfich.-A.-G. über die Uebertragung des Verficherungsbestandes der Frankfurter Allgemeinen auf die Allianz abgeschlossenen Verträge durch das Reichsaufsichtsamt wird noch mitgeteilt, daß die übernommene Kreditversicherung durch Vertrag vorn 28. August 1929 mit Genehmigung des Senats von der Allianz auf die Hermes Kreditverficherungsbank A.-G. übertragen worden ist. Wegen eines Zahlungsverbots bei der Frankfurter Allgemeinen hat lediglich ein unverbindlicher Meinungsaustausch stattgefunden. * Frankfurter Schatzanweisungen in Holland. Die Nationale Spaar- en Emisfie- Bank teilt mit, daß sie von Mittwoch ab 8proz. 8n der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 ®etoimt« eu 25000 W. 35673 über 150 M. gezogen 2 Gewinn« zu 50000 M. 282003 4 G«winn« zu 6000 M. 75636 144905 8 Gewinn« zu 3000 M. 2938 17099 27256 12 Gewinn- zu 2000 M. 125499 127334 230320 341820 395241 54 Gewinn« zu 1000 M. 3234 3845 12141 31521 43527 122442 128072 164651 194334 202919 205969 231860 237612 238627 285375 294896 300724 312447 327968 360327 378938 387595 396598 en hemden 3.50 209,5 183,5 71096 75692 76328 77845 101286 166175 170769 170816 198278 207653 210850 222085 227627 241952 274188 275021 334265 393590 395048 68 Gewinn« ,u 500 M. 8278 14263 21646 25851 27163 30398 51839 56214 58215 58890 60123 80557 87719 112686 118613 125535 132429 132789 152355 181729 216395 219266 222406 237273 268725 304153 310351 325549 326912 330439 375234 377429 380855 388502 186 Gewinne ,u 300 M. 4534 6259 11580 20448 26717 32446 33292 47369 49655 58047 59016 7,25 7,3 I 7,3 . 7,5 16 495 sich das inländische Publikum darauf beschränkte, eventuell vorliegende Derkaufslimite zurückzuziehen. Don einem stürmischen Geschäft, wie cs teilweise erwartet wurde, konnte aber nicht die Rede fein. Auch deutsche Anleihen waren fester. Ausländer geschäftslos. Pfandbriefe freundlich. Der Geldmarkt war relativ leicht. Tagesgeld 8 bis 10 Prozent, Monatsgeld 9,25 bis 10,5 Prozent, Geld über Ultimo 9 bis 11,5 Prozent. Warenwechsel ohne Umsatz. Gleich nach Festsetzung der ersten Kurse erfolgte ein Kurseinbruch am Glanzstoffmarkt, der die freundliche Tendenz der übrigen Märkte stark beeinflußte. Man wollte von einer notwendigen Dividendereduzierung dieser Gesellschaft wissen und konnte stärkere Abgaben eines Privatbankhauses in diesem Papier beobachten. Allerdings tauchte auch der Verdacht auf. daß es sich hierbei nur um ein Vaissemanöver handele, da zweifelsohne noch Daissepositionen beständen, die billige Deckungen bieten. Bei den Kunst- seidewerten betrugen die Rückgänge im Verlaufe etwa 8 bis 11 Prozent, während sich bei bei den übrigen Papieren die Verluste in ein- bis zweiprozentigen Grenzen hielten. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 30. Aug. Der Produktenmarkt verkehrte zum Wochenschluß in ruhiger Haltung. Die festen Auslandnotierungen blieben fast ohne Einfluß. Das Geschäft war sehr klein, die Preise ziemlich unverändert. Rur Weizen und Roggen konnten sich etwas erholen, dagegen lag Hafer etwa 0,50 Mark niedriger. Es wurden notiert: Weizen 25 bis 25,10; Roggen 20 bis 20,10; Sommergerste für Vrauzwecke 22; Hafer, inländischer, alter 20 bis 19,75, neuer 19; Mais (gelb) für Futterzwecke 21; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 38 bis 39; Roggenmehl 28,50 bis 29,75; Weizenkleie 10,75; Roggenkleie 10,75 Mark. Tendenz ruhig. * Das Umtauschangebot des Banken- k o n f o r t i U m s d e r A. E. G. Das Bankenkonfor- tium der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft hat jetzt das bekannte Umtauschangebot an die Vorzugs- aktianäre erlassen, wonach gegen je 600 Mark Vorzugsaktien Lit. B 300 Mark neue Stammaktien sowie eine Barentschädigung von 120 Mark gewährt werden. Die Einlieferung der Vorzugsaktien hat bei den Zahlstellen der A.E.G. bis spätestens 4. Oktober 1929 zu erfolgen. • Auf sichtsra t der Allianz genehmigt Transaktion mit der Frankfurter Allgemeinen. Sn der gemeinsamen Sitzung der Aufsichtsratsausschüsse der Allianz und Stuttgarter Verein Dersicherungs- A.-G. und der Allianz und Stuttgarter Lebens- versicherungsbank-A.-G. wurden auf den Vericht des Generaldirektors Dr. Schmitt die vom Vorstände der Allianz aus Anlaß des Zusammenbruchs der Frankfurter Allgemeinen Der- sickerungs-A.-G. getroffenen Maßnahmen, insbesondere die für die Versicherten der Frankfurter Allgemeinen geleistete Garantie, sowie die Heber- nähme des Geschäfts dieser Gesellschaft gebilligt. Der Ausschuß verkannte hierbei nicht, daß die Transaktion ein nicht leicht zu nehmendes Hin- Veginn der Gefühl, daß irgendein störendes Moment vorhanden sein müsse, denn gegen die sehr festen Vormit- togskurse war die Tendenz nicht voll behauptet. Es ergaben sich zwar gegen die gestrigen Schlußkurse ansehnliche Kursgewinne, zumal Kaufaufträge zur Ausführung kamen. Sn erster Linie bestand die Rachfrage nach deutschen Effekten. aber wieder nur vom Auslände, während 13922 16024 23840 26566 31950 78579 242539 25317 38229 236224 22811 30425 42806 56646 Israelitische Religionsgesellschasl. Sabbatfeier den 31. August. Freitag abend 6.4 "> Uhr; Samstag vormittag 8; Predigt; nachmittags 4; Sabbataus- gang 8. — Wochengottesdienst morgens 6.15; abends 6.30 Uhr. Französische Noten..... Holländische Noicn...... italienische Noicn...... Norwegische Noten...... Deutsch üefterr, ä 100 fironen Rumänische Noten...... Schwedische Note»...... Schweiler Noten ...... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten..... to *0.95 *0.95 ;wert 11 (Held 16,41 167,78 21,96 111.43 58.98 2,485 112,15 80,58 61,58 12,39 73,00 Bries 16,47 168,46 22,04 111,87 59.22 2,505 112,59 80,90 61,82 12.45 73,30 Sprechstunden der Reduktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Verantwortlich für Lokales: i. 23. Dr. Thyriot. dreijährige Schatzscheine der Stadt Frankfurt a. M. mit AblöfungsterMin per 1. DFL 1932 in Abschnitten von 10 000, 5000, 1000 und 500 Mark zum Kurse von 96 v. H. deutscher Usance zur Zeichnung auflegt. Gleichzeitig werden 8proz. Zjjährige Schatz- scheine der Stadt Breslau mit Ablösungstermin per 1. April 1933 in Abschnitten von 2000, 1000, 500 und 200 Mark zum Kurse von 95 v. H. deutscher Usance zur Zeichnung aufgelegt. * Metallgesells chaft A.-G., Frankfurt am Main. Die Gesellschaft hat den Alleinverkauf in Deutschland für australisches und indisches Blei übernommen und wird ebenso ausschließlich das mexikanische Blei der American Metal Co. vertreiben. * S. G. MousonL Co., F r a nkf u r t a. M. Wie von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wird, beabsichtigt die Firma ihren Vetrieb demnächst nach auswärts zu verlegen und die Frankfurter Fabrik zu schließen. Sedenfalls ist bekannt geworden, daß die Firma nach den verschiedensten Richtungen hin Unterhandlungen wegen Geländekaufs führt. Die Zahl der in den Mouson- werken beschäftigten Personen beläuft sich insgesamt auf etwa 1000 Köpfe. Die Firma begründet ihren Schritt mit der Kommunalpolitik Frankfurts, die sie als verfehlt bezeichnet. * Golo Schuhfabrik A. - G., Frankfurt a. M. In der außerordentlichen Generalversammlung, in der 11 823 Stimmen vertreten waren, wurde Fabrikant Siegfried Levi als Vertreter der Schuhfabrik Luwal A.-G., Luckenwalde, mit der die Goto Schuhfabrik bekanntlich einen Jnterefsengemeinschaftsoertrag abgeschlossen hat, gegen 105 Stimmen eines Aktionärs in den Auf- sichtsrat gewählt. Der Geschäftsgang fei befriedigend. ♦ Terra A. - G. für Haus, und Grundbesitz in L i q u., Frankfurt a. M. Die vierte Liquidationsquote auf den Nennwert der Aktien der Gesellschaft beträgt 10 o.H. Von insgesamt 4,8 Millionen Mk. Aktien find also bereits 85 v. H. zurückgezahlt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 30. Aug. Tendenz: fest. Die Festigkeit der gestrigen Abendbörse übertrug sich auch auf den heutigen Vormittagsverkehr, und man konnte weitere Interessenkäufe beobachten. Die endgültige Regelung im Haag ließ eine vermehrte Unternehmungslust aufkommen. Das Geschäft war auf allen Märkten lebhaft, bei Besserungen bis zu 2 v. H. gegenüber der gestrigen Abendbörse. Nicht ganz ohne Einfluß blieb noch die feste gestrige Neu- yorker Börse und die unverändert leichten G e I d- marktverhältnisse trotz des heutigen Zahltages. Auch Auslandorders sollen in größerem Umfange eingetroffen fein. Kurz vor Beginn des offiziellen Marktes kam in G l a n z ft o f f a k t i e n ziemlich Material an den Markt, ein stichhaltiger Grund mar nicht zu erkennen. Die übrigen Marktgebiete wurden hiervon beeinflußt, und die hohen gestrigen Kurse konnten sich nicht behaupten. Aber trotzdem verblieben zu den ersten Kursen immerhin । noch beachtenswerte Gewinne. In den Vordergrund rückten heute bei recht lebhafter Nachfrage Zellstoff W a l d h o f mit plus 3,5 v. H. und A f ch a f - 92 ©etotnne au 500 -m. 4391 10254 18943 23522 42043 43215 54147 58935 61938 62268 68099 ichtücher 025 0.58 0.68 ... 1.25 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. angeführlen Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den Abteilungen I und II beiden Rranlrurt a M. Berlin 2d)lufc»i 1-Ubr fturi I Kur- Schlnh- ftui: Anfang- ftur? Dalum 29.8. i 30. 8. 29.8. 30 8- Phtltpp Hoizmann.....< Heidelberger (Semcnl .... 10 (Sement Karlstadt......6 Wayb & Freitag......1° Schultheis Patzenhoser . . . lö Cflroerte....... 12 Ber. öiianjftoff......18 Bemberg.........14 Rellftofi Waldhos.....12 ZeUstosi Mchassenburg ... 12 Charlottenburger Sailer . . . < Destauer GaS........8 Daimler Motoren......0 Deutsche Maichinen-Fabrik . . 0 '.'tdlcrwerle Klcoer......5 Ludw. Loewe.......1° Nat. Automobil.......0 Orenstein 4 Koppel.....5 Franks. Maichineu......6 Gritzner.........H Heoligenstaedt ....... v Hunghons..... 4 Vediroetle. ....... 8 Mamkraitwerke.......8 Aelari ulmer........8 Peters Union........8 Gebr. Roeder.......10 Poigt 4 Haesfner......8 Südd Zucker........8 Dan 109 132,5 185 100 — - 399 241,5 158.5 53 46 55.5 57 9,25 63 107 107 124 125 109,5 222 159 knoten ; 1 1 1 *- 1 1 £ 1 53 1 1 ff I 1 । । । । I I I 1 । 1 । ' 1 1 1 1 2 o a> «-» ^2 .— m m _______ 109 100 301,5 239 393,25 314 240 155 108,75 197,5 53,13 56 44,5 207 27,25 89.75 210 55 58 '23,75 122 222 158 109,5 205,5 242 393.5 317 244,25 109.6 201,9 55 57.5 46.75 210 27.6 91.23 210,3 — E 125,25 — Berlin, 29. August__Held__Brief Frankfurt a w. Benin Schluß J-Uljr I Schlug.; Anfang- Kurs 1 Kurs | Kurtz | fluir Datum 29-8. 30-8. 29 8. 30- 8^ 5% Di. Reiw-anieitze o. r.'z« . Si. Anl.-Abloj.-Schuld mit AuS 87,5 52,35 87,5 52,3 52,5 lol.»Rechten......... — Dec gl. ohne Auslol. Rechte . . . ;°n Franst. Hup.-Bt. Goldpl. un> 11,4 11,5 11,4 11,5 kündbar bis 1932...... 85,5 —— — — 4>.°„ Rheinstche Hnv.-Bank fiiqu > fflolÖUl............ A ü ch. abg. VorkriegS-Lbligation., 78,13 — — rückzastlbor 1932 ..... 86,5 —- — — Frankfurt a M. Berlin »tblue-l 1-Uhr fiur? \ Knr^ Schluß Kur« | Anfang. Kur Datum A.E.G............“ Bergmann......... Elektr. Lieferungen..... Licht und krall • • • • • 1" Felten 4 Guilleaume.....° chcf. f. Elektr. Untern.....1» Hamb. Elciir. Werke .... 10 Rbein. Elektr.......... Lchlef. Elektr........lf' Echuckert....... • • ' Siemens 4 Halske . • • • • i- Buderus . . ...... 8 Deutsche Erdöl.......6 dienet Steinkohle . . . . • • •- Gelsenkirdieucr ... f- n 3-4 Ilie Bergbau........® ftlödncnverfe........< Abln-Neucstcn........» Mannesmann........k Mansselber ......... y cberfchics. Estenb. Bedarf. . . < Lberschlei. KokSwcrkc.....c Phönix Bergbau......6Yt 8Il>einstche Braunkohlen... 10 glbeinstabl . . - s- % 3ci)t 4'/, Sstebeck Montan......1.- Bereinigte Stahlw......1 Otavi Minen.......2 sh Kalt Aschersleben.....V Kall Westeregeln......10 Kaliwerk Salzdetfurth ... 15 29.8. 200 233 171 216.5 143 219 154.4 234,25 392 172,5 78 118,25 143.5 152 221 117 123 112,5 289,25 131,75 122,5 69,5 239,5 244 | 406,5 30-8. 200,6 234 217 235,75 394.5 78,25 117,5 143,9 118,5 122,25 112,25 292,5 132 122,75 69,6 240,5 247,5 406 29-8. 198,75 232 170,25 215,5 142,25 217 154 182,25 231,75 388,13 151,25 172 116.5 145,25 142 151,75 137,5 220,75 116,65 133,9 120,75 137,5 86,5 107,5 111,13 287 130,4 121,13 68,75 236,25 242,5 400,5 30-8. 200.5 234 171,9 218 143 221,75 146.6 154.25 185 237 395 152 77,5 117,9 146,25 143,5 151,75 138 222 119 135,25 123 140,25 88 109.75 112 292.5 133.25 122,5 69,13 ■ 241,25 247 406,75 29. August 30. August Amtliche Notierung Amtliche 'J Geld Dotierung Brief Geld i Brier 2111111.-- )Kott. 168,11 163,45 163,13 168,47 Busn- Aires 1,758 1,762 1,759 1.763 Brff.-Antw 58,33 58,45 58,335 58.465 Christiania - 111.69 111,91 111,71 111.93 Kopenhagen 111,69 111,91 111,70 111,92 Stockholm . 112,39 112.61 112,26 112,58 Helstngfors. 10.54 10,56 10,542 10,562 Italien. . . 21,94 21,98 21,95 21,99 London. . . 20.34 20,38 20,343 20.383 Neuvork . . 4,196 4,204 4,1965 4.2045 Daris.... 16,42 16,46 16,42 16,46 Schweiz .. 80,745 80,905 80,74 30.90 Spanien . . 61,69 61,81 61.80 61.92 Japan . . . 1.958 1,962 1,956 1.960 'Rio de Jan. 0.4975 0,4995 0,497 0.499 Wien in D-- Oeft. abgcst. 39,075 59,195 59,09 59,21 Prag . . . . 12,427 12,447 12,425 12.446 Bclzrad . . 7,375 7,389 7,371 7.285 Budapest. . 73,17 73,31 73,175 73,315 Bulgarien . 3,032 3,038 3,037 3.043 Lissabon 18,80 18,84 13,81 18,85 Danzig. . . 81.34 81,50 81.35 81,51 Konitantin. 1.998 2.002 2,000 2,004 Athen. . 5,25 5.35 5,42 5,43 Canada . . 4,164 4,172 4,164 4,172 Uruguay. 4,101 4,109 4,101 4.109 Cairo . . 20.86 20.90 20.86 20.90 7129A Gieben: Bahnhofstrabe 58 Aschaffenburg Landingstraße 6 Wetzlar (Lahn) Lahnstraße 37 Fulda Marktstraße 17 Würzburg Augustinerstraße 1, Markt 3 Kinder-Lack-Spangenschuhe 27/30 Braune Spangenschuhe breite Form. 27/30 Schwarze D.-Spangensdiuhe Fo™undc D.-Lack-Spangenschuhe moderne Ausführung D.-modefarb. 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