Rr. 75 Erster Blatt 179. Jahrgang Samstag. 30. März 1929 Erscheint täglich,auster sonntags und Feiertag». Beilagen Die Illustrierte Biestener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fcrnsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten, vo-schecktonio: $iantfurt am Main 11686. GiesMer Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck und Verlag: »rlihl'lche UnIverst»ttGnch. enö SteinSrudcrei R. lang« in Sietzen. Schristlettung und Seichästsftelle: Schullteatze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer Die zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Ausblick an Ostern. Von Llc. theol. Dr. phil. Heinrich Adolph, a. o. Professor an der Universität Gießen. Ts ist von tiefer fhmbolifcher Bedeutung, daß baS christliche Osterfest in den Frühling fällt, und daß die Botschaft von der Auferstehung durch die neuerwachende Natur mitgepredigt und sinnfällig veranschaulicht wird. Für viele erschöpft sich der (Sehalt des Festes denn auch in einer Art Lenzes- glaube: trotz Winternacht und Frostesstarre arbeitet sich das junge Leben zum Licht empor; die die Sonne siegt; „es muh doch Frühling werden!". Indes kann ein solches Haltmachen bei einem bloßen Naturvorgang doch auch Bedenken erwecken. Der Wechsel von absinkenden und wieder aufsteigenden Lebenssäften, den wir im Wandel der Jahreszeiten beobachten, findet sich so nur in der Natur. Das Reich des Geistes und der Geschichte weih von dieser Regelmäßigkeit des Neuwerdens nichts. Sin Mensch kann mitten in der Blütenpracht innerlich zusammenbrechen und in der strengsten Winterkälte eine geistige Erneuerung erleben. Das Schicksal eines Volkes mag sich während der Auferstehungsfeier der Natur dem Niedergang zuwenden und im Herbst, wenn die Blätter fallen, einen Aufschwung zur Höhe nehmen. Der Geist ist an die gesetzmäßige Notwendigkeit des Naturverlaufs nicht gebunden. Trotzdem wird im Menschen, der als geschöpf- liches Wesen tief in das Naturleben eingebettet ist, im Frühling eine heimliche Hoffnung wach, die Sehnsucht nach Erneuerung schwillt übermächtig an und der Auferstehungsglaube ge- winnt Raum. Für uns Deutsche hat es im letzten Jahrzehnt nur einen beherrschenden Gedanken gegeben, der wie ein Leitstern über dem allgemeinen Leben stand und alles andere verblassen ließ: den Gedanken an den Wiederaufbau des Volkes. Gr bildet Grund, Mitte und Ziel alles Denkens und Strebens. Er ist das tägliche Brot, die Sorge und der Ansporn der Besten. In diesem Kamps um den Wieberanstieg der Nation sind wir alle irgendwie hineingestellt; der politische Führer, der Wirtschastler, der Lehrer, der Mann am Schraubstock und am Pflug. Diele letzte Aufgabe, diese unbedingte Lebensnotwendig- leit hält uns alle irgendwie zusammen. And vielleicht ist eS gut so und ein Segen für unser Volk, daß eS einen solchen gemeinsamen Mittelpunkt hat, um den sich alle scharen können: das Werk der Wiedererneuerung. Freilich, die Ausgabe ist groß; sie hat sehr verschiedene Seiten, und nicht jeder faßt am selben Ende an. Die meisten vielleicht denken, wenn vom Wiederaufbau die Rede ist, an die Lockerung des wirtschaftlichen Drucks, die Kräftigung der Kapitalgrundlage und die Verbreiterung der Gelddecke, lind in der Tat, wenn irgendwann, dann sind heute diese materiellen Dinge Schicksal. Wir haben tiefer als frühere Geschlechter erkannt, wie sehr das Geistige von ökonomischen Voraussetzungen abhängig ist; wie sehr das sittliche Leben im allerweitesten Sinn gesunder wirtschaftlicher Grundlagen bedarf; wie das Glück des Menschen, das ost so karge Gluck, das er sich in diesem Dasein erringen darf, mitgetragen wird von dem, was edle Seelen fo gern als das Gemeinste empfinden: vom Geld. Wie soll sich bei herrschender Wohnungsnot die Familie entfalten? Wie kann der Arbeiter zu berechtigtem Selbstbewußtsein und freudigem Mit- fchaffen am Staat kommen, wenn er ohne Verschulden als Erwerbsloser auf der Straße sitzt und um Arbeit betteln muh? Wie kann em Mensch am Leben des Geistes teilnehmen und Liebe empfinden, wenn ihm die Alltagssorgen wie Mäuse die Lebenskraft zernagen? Ganze Stände seufzen heute unter wirtschaftlichem Druck und werden trotz angestrengten Fleißes. Verzichtens und Sparens ihrer Hände Arbeit nicht froh. Deshalb ist es in der Tat eine große Sache und eine eminent ethische Angelegenheit, an der wirtschaftlichen Wiedergesundung des Volkes mit- zuarbeiten. Gerade jetzt werden in Paris Dinge entschieden, die über das Wohl und Wehe von Generationen bestimmen. Wie wird die Reparationskonferenz ausgehen? Wir stehen da und warten, wie man auf ein Schicksal wartet, das kein einzelner abwenden kann. Werden wir ganz zu Boden gedrückt werden? Werden wir etwas Luft zum Atmen bekommen? Wir wissen es nicht, noch nicht. Wir wissen, daß unsere Führer zähe kämpfen in diesem Spiel der Zahlen, Rechnungen und Machtintereffen. Wir wollen uns geschloffen hinter sie stelleii und ihren Willen stutzen, daß sie nichts unterschreiben, was über unsere Kraft geht. Daß wir bereit find, Opfer zu bringen, weih die Welt. Jetzt ist es wichtiger, daß wir uns wappnen, nichts zu übernehmen, was die Zukunft unterer Kinder erdrücken kann. Sind wir dessen willens, entschlossen und klar, dann dürfen wir auch Mut fassen zur Hoffnung auf Aufstieg und Wiedererstarkung der deutschen Wirtschaftskraft und, soweit es von dieser abhängt, aus cm lieu- erwachen des deutschen Lebens. Die Wirtschaft spielt heute eine ungeheure Rolle. Freilich, letzten Endes entscheidet nicht sie, sondern d e r G e i ft. Auch die Gestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse ist weithin von geistigen Zielsetzungen abhängig. Der Geist, nicht der Stoss ist Herr des Lebens. Auch der nationale Wiederaufbau kann nicht nur eine ökonomische Angelegenheit sein, keine bloße Frage der Steuern, Zölle, Anleihen, Kapitalbildung, Verzinsung usw. Wir Deutsche wissen, daß unsere Geschichte in höherem Maße als die anderer Völker eine Geschichte des Geistes ist, daß der Feucrstunn des Genius durch sie hindurchgebraust ist und Spuren in ihr zurückgelassen hat, die unver- Oie Notlage Hessens durch die Besetzung. Eine Oenkschrist der Hessischen Regierung über den Rückgang der hessischen Wirtschaft und über die kulturelle Rot im besetzten Gebiet. Der Wunsch des Reichstags nach Vorlage einer Denkschrift über die wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse im besetzten Gebiet und in den Grenzgebieten gab Hessen willkommene Gelegenheit, dem Reichstag in Form einer zusammenfassenden Ausarbeitung die Not des Hessenlandes und seines besetzten Gebiets darzustellen. Die hessische Denkschrift liegt feit längerer Zeit der Reichsregierung zur Weitergabe an den Reichstag vor. Die Denkschrift gliedert sich in eine Darstellung der heutigen wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse und in Vorschläge für Hilfsmaßnahmen zur Erhaltung und Förderung der Wirtschaft und zur Behebung der kulturellen Notstände. l. Sine Schilderung der heutigen hessischen Verhältnisse ist gleichbedeutend mit der Darstellung einer wirtschaftlichen und kulturellen Notlage von besonderem Ausmaße. Es fällt schwer, für den Rückgang des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens einen einwandfreien z ahlenmüh igen Nachweis zu erbringen. Es ist auch nicht möglich, zahlenmäßig genau festzustellen, wieweit dieser Rückgang verursacht ist durch die neue Grenzziehung im Westen des Reiches, durch Ruhrkampf und Besetzung einerseits, oder durch die allgemeine Not der Zeit, unter der alle deutschen Gaue leiden. Trotzdem kann das Ergebnis der Ermittlungen dahin zusammengefatzt werden, daß der wlrtschafklichc und kulturelle Niedergang in Hessen in feinem Ausmaße und in seinen Auswirkungen ganz außergewöhnlich groß ist, und es ist kein Zweifel darüber berechtigt, daß Hessen mehr als die übrigen deutschen Länder, und in einem die wurzeln seiner Existenz berührenden Maße unter der Not der Zeit zu leiben hat. Diese Tatsache könnte auch ohne eine zahlen- mäßige Beweisaufnahme feine Begründung schon in folgenden Ueberlegungen finden: 1. Der Umfang und die Bedeutung des hessischen besetzten Gebiets im Rahmen des hessischen Gesamtgebietes sind außerordentlich groß. Es ist hinreichend bekannt, daß über ein Viertel des Staatsgebiets und 36,1 v. h. der hessischen Gesamtbeoölkerung auf das besetzte Gebiet entfallen und, daß das be- setzte hessische Gebiet der wertvollste Teil des Landes gewesen ist. Es handelt sich um den fortgeschrittensten, den am dichtesten bevölkerten und früher leistungsfähigsten Teil des Landes. 2. Der Umfang und der Wert des besetzten Gebiets, die räumlich und wirtschaftlich sehr enge Verbundenheit des hessischen besetzten und unbesetzten Gebiets haben zur Folge, daß das ganze Land unter den Folgen der Befetzung und des Ruhr- kampfes zu leiden hat. Man muß sich den hierdurch hervorgerufenen großen Unterschied der hessischen Verhältnisse gegenüber den preußischen und bayerischen, wo die besetzten Gebiete nicht annähernd diese Bedeutung haben, immer wieder vor Augen führen. Die Kräfte und Hilfsquellen des hesienlanbes finb in ihrer Gesamtheit betroffen unb gelähmt, fo baß Hessen seinem besetzten Gebiet kaum helfend beistehen kann. 3. Die Folgen der Besetzung find in Hessen besonders groß, weil das hessische besetzte Gebiet die stärk st en Besatz ungsla ft en zu tragen hat. Fast 28 v. h. der gesamten Besatzungstruppen stehen in Hessen, gegenüber einem Anteil des hessischen besetzten Gebiets an der (3c- samtbevölkerung der besetzten Gebiete von nur 13,1 v. h. Auf 10 000 Einwohner kommen im besetzten Hessen 385 Besatzungsangehörige, in der Pfalz deren 160 und im preußischen besetzten Gebiet 137. Noch stärker ist der hessische Anteil an den Beschlagnahmungen. Denn es entfallen z. B. 30 v. h. der sämtlichen beschlagnahmten Bürgerwohnungen auf das besetzte hessische Gebiet. Geradezu katastrophal sind bekanntlich die Folgen der Besetzung für die größte hessische Stadt, für Mainz. Keine andere besetzte Stadt hat so stark gelitten, ist in gleichem Maße auf Jahrzehnte zurückgeworfen worden, wie diese Stadt. Zu diesen Besatzungsnöten gesellen sich die durch die neue Grenzziehung im Westen des Reiches verursachten schweren wirtschaftlichen Schädigungen. Hessen muß als Grenzland betrachtet werden, wenn es auch keine Reichsgrenze besitzt, und die bekannte Nichtberücksichtigung des Landes an den Grenzfondsmitteln des Reichs wird mit Recht als eine große Ungerechtigkeit empfunden. 4. Das unbesetzte Hessen gehört zu einem großen Teil in die sogenannte 50-Äilometcr- Zone, die Art. 42ff des Vertrags von Versailles geschaffen hat. Auf die Folgen dieser Zugehörigkeit ist in der Denkschrift kurz- hingewiefen worden; sie können heute noch nicht annähernd übersehen werden, wirken sich aber zum Teil schon heute aus. 5. Das hessische besetzte Gebiet gehört ganz der dritten Besahungszone an. Die Räumung der ersten Zone hat für Hessen Nachteile gehabt und noch mehr wird dies bei Räumung der zweiten Zone zu befürchten sein, da die Besahungstruppen unter einen gewissen Mindeststand nicht heruntergehen werden, der Raum für die Truppen sich aber immer mehr verengt. Am Ei ' "* unb int Umkreise des Oberkommandos Mainz werden die stärksten Truppenmassen konzentriert sein, bis der letzte fremde Soldat den deutschen Boden verlassen hat. Die vorstehend skizzierten Tatsachen treffen für kein anderes deutsches Land zu. wenn schon die übrigen an bet Befetzung beteiligten Lcin- bet die Schädigungen der Befehung zu spüren haben, wieviel mehr muh dies für Hessen der Satt sein. Um den Nachweis auch zahlenmäßig zu erbringen, hat die Denkschrift alles erreichbare und verwertbare Material zufammengetragen. Hier sollen nur einige wenige Beweisstücke Erwähnung finden. 1. Der hessische Anteil an der Reichsauswanderung ist erheblich gestiegen. Auf 100 000 Einwohner kamen in Hessen im Jahre 1927 sechsmal soviel Auswanderer als im Jahre 1913, während im Reichsdurchschnitt die Zunahme nur das zweieinhalbfache beträgt. 2. Die Zahl der selbständigen Erwerbstätigen ist von 1907 bis 1925 um 6,2 Prozent zurückgegangen, in Baden um 2,3, gegenüber einer Zunahme in Württemberg und Bayern um etwa 0,7 Prozent. 3. Interessant ist ein Vergleich der Zahl der gewerblichen Betriebe in Hessen bei den drei Betriebszählungen 1895, 1907 und 1925. Don 1907 bis 1925 ist ein Rückgang zu verzeichnen, während im Reichsdurchschnitt eine Zunahme von 15,5 Prozent festzustellen ist. Diese rückläufige Bewegung ist für Hessen etwas neues, denn von 1895 bis 1907 hat die Zahl der gewerblichen Betriebe in Hessen um 20 Prozent zugenommen, gegenüber einer Zunnahme im Reichsdurchschnitt von 8,5 Prozent. 4. Einen weiten Raum nimmt in der Denkschrift die Betrachtung der st e u e r l i ch e n Verhältnisse und ein Vergleich zwischen heute und der Vorkriegszeit ein. Denn hier weisen sich die Wirkungen des wirtschaftlichen Niederganges zahlenmäßig am deutlichsten aus. Aus dem umfangreichen Material feien einige, markante Zahlen hervorge- hoben. a) An staatlicher und kommunaler Einkommen ft e u e r wurden im Jahre 1914 in Hessen auf den Kopf der Bevölkerung 25,65 Mark erzielt, gegenüber nur 22,74 Mark im gesamten Reich. 1925/26 jedoch waren es an Reichseinkommen- und Körperschaftssteuer einschließlich Steuerabzug vom Arbeitslohn im Reich 43,50 Mark, in Hessen aber nur 34,50 Mark auf den Kopf der Bevölkerung. Zwei Zahlen aus der Einkommensteuerstatistik beleuchten die furchtbaren Wirkungen des Ruhr- kampfes: Nach den Ergebnissen der Steuerveranlagung des Jahres 1922 betrug der hessische Anteil an dem Aufkommen der Einkommensteuer 2,28, der nächste, sich auf die gleichgearteten Unterlagen des Jahres 1925 gründende Anteil war nur noch 1,86, das bedeutet für das Jahr 1928 einen Ausfall von 5 Millionen Mark. b) Vermögens ft euer: Auf den Kopf der Bevölkerung entfiel an steuerbarem, schuldenfreiem Vermögen im Deutschen Reich 1913 2808 Mark, in Hessen 3307 Mark, dagegen 1925 in Hessen 953 Mark, im Reich 1026 Mark. Das Vermögen hat 1913 in Hessen berechnet auf den Kopf der Bevölkerung den Reichsdurchschnitt um 17,8 Prozent überschritten, heute steht es um 7,1 Prozent unter ihm. c) Auch bei einer vergleichenden Betrachtung der Umsatz st euerergeb nisse zeigt sich deutlich der besonders große wirtschaftliche Niedergang in Hessen. Hessen hat im Jahre 1927 nur 1,8 Prozent des Reichsaufkommens an Umsatzsteuer aufgebracht gegenüber einem Bevölkerungsäntell Hessens von 2,16 Prozent. In Württemberg wurden im gleichen Jahre 4,2 Prozent des Jahresaufkommens erzielt gegenüber einem Bevölkerungsäntell von 4,16 Prozent, in Sachsen waren es 10,5 Prozent gegenüber 8 Prozent Bevölkerungsanteil. Die in der Denkschrift enthaltenen Beispiele ergeben, daß auf wirtschaftlichen und steuerlichen Gebieten vor dem Kriege Hessen mit in der ersten Reihe der deutschen Länder unb deshalb über dem Reichsdurchschnitt gestanden hat. heute müßte bei gleichen Einflüssen in den verschisdenen Ländern das Verhältnis das gleiche fein. Wenn aber Hessen, wie nachgewiesen ist, nicht nur nicht mehr über dem Reichsdurchschnitt steht, wie es vor dem Kriege der Fall war. sondern erheblich darunter, wenn sogar in Hessen eine starke Auswärtsbcwegung vor den, Kriege sich im Gegensatz zum Reich und anderen Ländern in eine Abwärtsbewegung verwandelt hat, fo müssen zu den überall wirksamen Schwierigkeiten und Hemmungen für Hessen noch besondere Umstände hinzukommeu. Und das können nur die mit dem Jtiebens- vertrag zusammenhängenden Einwirkungen sein: neue Grenzziehung, Besetzung, Ruhrkampf. ' U . Das bisher wiedergegebene Zahlenmaterial bezieht sich auf das ganze Land Hessen. Mit dem Land in feiner Gesamtheit beschäftigt sich der erste Abschnitt der Denlschrift. Im zweiten Abschnitt wird das hessische besetzte Gebiet für sich betrachtet. Naturgemäß zeigen die Nachweise allgemein ein noch ungünstigeres Bild. wischbar finb. Wir lassen uns immer noch mit einer i gewissen Selbstbefriedigung bas Volk der Dichter unb Denker nennen unb feiern fortiaufenb Erinnerungsfeste unserer großen Männer. Wir haben ein Dürer-, Schubert-, Lessingjahr gehabt unb werben biefe kalendarische Perlenschnur weiterhin verlängern. Dies kann aber nicht darüber Hinwegtäuschen, daß die geistige Schöpferkraft merklich geschwächt erscheint, baß auf die schweren Anstrengungen der Kriegs- unb Inflationsiahre eine tiefe Abspannung gefolgt ist, baß wir den Glauben an den Geist weithin verloren haben. Wir sind stumpf geworden. Wir haben keine großen Gedanken mehr. Es fehlt der sittliche Schwung. Wohl sind noch einige Ideen aus der Vorkriegszeit da, für die wir uns ehedem begeisterten. Aber sie gleichen alten Ladenhütern, die sich fo leicht niemand aufhängen läßt. Man denke an die Fortschrittsidee. Damals schwur man auf sie. Man meinte, daß das einfache Vorrücken der Zeit ohne weiteres einen Aufstieg bedeute, daß es, je länger wir lebten, immer mehr bergauf gehen werde, daß geheimnisvoll wirkende Gesetze uns ganz von selbst einem idealen Ziel entgegenführen würden. An diese Wunder der Entwicklung glaubt man heute nicht mehr. Man sieht die Dinge anders an. Man weiß, daß es auch absteigende Lebenskurven gibt. Sind wir auf einer solchen angelangt? Mancher ernste Beobachter der modernen „Kultur" stellt sich angesichts der zahllosen Verfallserscheinungen bangen Herzens diese Frage. Wir glauben nicht an den endgültigen Niedergang. Dazu war die Kraftentfaltung des deutschen Volkes im Kriege trotz allem, was nachher folgte, zu groß. Dazu regen sich nach langer Ermattung zu viele neue Kräfte in der Tiefe des Volkstums. Von der Dölkerbundsidee, die trotz der praktischen Verunstaltung, die sie erfahren hat, höchst wertvoll fein kann, wollen wir heute nicht reden. Einmal brennt sie uns angesichts der allgemeinen Aufrüstung nicht gerade auf den Nägeln, und dann geht der Weg zur Völkergemeinschaft nur über die Volksgemeinschaft. Erst gilt es, den Staat im Inneren organisch auszubauen, ehe er als gesundes Glied in die Völkerfamilie eintreten kann. Erst müssen die inneren Gegensätze kastenmäßiger, klassenhafter und parteiischer Art überwunden sein, ehe wir hoffen dürfen, das volle Gewicht unseres Volkstums in die Wagschale des neuen Europas werfen zu können. Glücklicherweise geht ein frischer Zug nach echter volkhafter Einheit, ein wenn auch noch zaghafter schöpferischer Gestaltungswille durch unser Volk. Die Parteien selbst .erkennen, daß ihre alten Programme und Schlagworte nicht mehr ziehen, daß sie den Dienst am Ganzen stärker betonen und die enge Selbstsucht zurückstellen müssen. Die volkssoziale Welle schwillt. Sie durchflutet die Herzen der Besten innerhalb und außerhalb der Parteien. Wohl ist alles noch in den Anfängen. Die neue Saat muh erst keimen. Aber die deutsche Zukunft hängt davon ob, ob sie reift. Es ist Frühling. Hoffen wir, daß es Volksfrühling werde. Wir werden Deutschland aufbauen müssen durch wirtschaftliche Arbeit und dir Kraft des Geiste-. Ohne den rechten Geist geht es auf keinen Fall. Aber wir können ihn nicht erzwingen. Der Geist weht, wo er will. Er muß aus göttlichen Tiefen durchbrechen, die jenseits aller menschlichen Möglichkeiten liegen. Wir können nur eins tun: an den ©ei ft glauben, ihm treu sein, wo er sich regt und ben Willen schulen, daß er ein williges Organ des neuen Lebens werde. Wir wollen auf das neue Leben warten und uns ihm offen halten, daß es in unsere Seelengelaffe einströmen kann, wenn es mit mächtigem Schwalle kommt. Wir wollen uns zurüsten auf die hohe Zeit, auf die Hochzeit der deutschen Seele mit dem ewigen Geist. And wir wollen es Gott Überlassen, ob er uns eine solche Zeit noch erleben läßt. Die nächsten Jahre allerdings werden ängefüllt fein mit mühseliger Kleinarbeit. Es wird ein Kämpfen und Ringen um die nächstliegenden Dinge fein, und wir werden froh sein, wenn wir nur wenige Schritte vorwärts gekommen sind. Wir werden noch viel über uns ergehen lassen müssen, aber hindurchdringen, wenn wir das Göttliche festhal- ten, das in uns gelegt ist. Es ist Ostern, und Ostern kündet: die Ehristuskraft schreitet öurdj Opfer und Tod zur Auferstehung. Mit diesem göttlichen Geschehen ist nichts in der Geschichte vergleichbar. Aber wir dürfen es als Sinnbild unseres eigenen Schicksals fassen. Möchte die deutsche Vollskraft, ihrer tiefsten Bestimmung gewiß, hindurchbrechen, durch die lastende Druck- schicht der Not zu neuem Leben. Möchten wir dereinst deutsche Ostern feiern können. 1. wirtschaftliche Verhältnisse- Die ungeheuerlichen Desatzungslasten werden eingehend dargestellt. Hier ist bekanntlich die Stadt Mainz besonders hart betroffen. Wie start dort Beschlagnahmungen auf den Wohnungsmarkt einwirken, beweist die Tatsache, daß in Mainz am 1. November 1928 9833 Wvh- nunasuchende, davon 4379 ohne jede Wohnung vorhanden waren. Ls wird weiter an das Ordvnnanzenshstem, die Militärgerichtsbarkeit und die berüchtigte Sü- ret6. die bekannten Eingriffe in das Verkehrs- wesen (Rheinbrücken. Opel-Bahnhof usw.). die Hemmungen, die dem Fremdenverkehr auferlegt sind, und schließlich an die älebergriffe der Be- sahungsangehorigen erinnert. Der innere und äußere Druck ist naturgemäß da am größten, wo die Desahungstruppen am zahlreichsten sind. Zur Zeit garnisvnieren in Hessen fast 19 000 Besatzungsangehörige. Don den noch 1300 Farbigen befinden sich über 400 im besetzten Hessen. Besonders groß ist die Zahl der verheirateten Offiziere und Unteroffiziere; der daraus sich ergebende große Wohnungsbedarf hatte im hessischen Gebiet Beschlagnahmungen zur Folge, wie sie kein anderer besetzter Gebietsteil aufzuweisen hat. Zu den Beschlagnahmungen für Wohnungszwecke kommen dann noch sonstige Inanspruchnahmen von Gebäuden, Gelände usw. durch die Besatzung. Groh sind die wirtschaftlichen Schäden, die bas hessische besetzte Gebiet durch die Abtrennung von Elsaß-Lothringen und die Zollgrenze nach dem Saargebtet erlitten hat. Der Wormser Bezirk beispielsweise gibt bei sorgfältiger Schätzung einen älmsatzver- lust in Industrie und Handel von 20 Millionen Vorkriegsmark an. Zahlreiche Firmen sind im besetzten Gebiet eingegangen oder abgewandert, neue Unternehmungen haben sich kaum angefte- beit. Die Landwirtschaft ist durch Beschlagnahmungen und Schießübungen stark beeinträchtigt. Bei der Landwirtschaft des besetzten hessi- scheu Gebiets macht sich ein besonders großer Rückgang der Ernteerträge bemerkbar, was in der Denkschrift in mehreren Uebersichten gezeigt wird. Sie leidet ebenso wie die übrigen Wirtschaftszweige sehr stark unter den verlöre- nen Absatzmärkten, die nur zum kleinen Teil wieder erobert werden konnten. Als Beispiel sind einige Zahlen über den Absatz eine- Obstund Gemüsebauvereins in einem der Haupt-Obst- und Gemüseorte Rheinhessens angeführt. Dieser Verein setzte im Jahre 1922 5600 Zentner nach Essen. 720 nach Barmen, 892 nach Duisburg ab. Im Jahre 1927 war der Absatz nach Essen auf 50 Zentner, nach Barmen auf 23 Zentner zusammengeschrumpft. nach Duisburg wurde überhaupt nichts mehr obgeseht. Für die Landwirtschaft ist noch zu berücksichtigen, daß große Flächen besten Ackerlandes von der Besatzungs- artnee zu militärischen Anlagen, wie Magazinen. Schieß- und Flugplätzen usw. dauernd beschlagnahmt sind. Die Bevölkerung wird durch Schießübungen, Marsch- und Feld- dienstübungen usw. an der Ausübung ihrer Tätigkeit sehr behindert. Die Rotlage im besetzten Gebiet ist naturgemäß nicht ohne schwere Rückwlrkün- gen auf die Rh e i nschifs ah rt geblieben; ganz besonders die Ruhraktion hat sehr beträchtliche Schäden verursacht, was in den Verkehrszahlen für den gesamten Hasenverkehr auf dem Rhein für die Jahre 1919 bis 1926 deutlich zum Ausdruck gebracht wird. Diese Lage der Rheinschiffahrt hat sich auch auf dip hessischen Samenanlagen und deren Wirtschaftlichkeit ausyewirkt. Der Rückgang der Umschlagsziffern ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß den Häfen ausgedehnte Einzugsgebiete, wie das Saargebiet und Eisatz-Lothringen, durch den FriedenSschluh verloren gingen. Auch eine Betrachtung der Arbeits markt- Verhältnisse ergibt für das hessische besetzte Gebiet besonders ungünstige Zahlen. Während z. B. im Juli 1927 im Deichsdurchschnitt auf 100 offene Stellen 253 Arbeitsuchende entfielen, waren es im hessischen besetzten Gebiet deren 405. Für die Auswirkung der wirtschaftlichen Rotlage auf die Gemeindefinanzen fehlt es leider an zuverlässigen Vergleichsmöglichkeiten infolge der Verschiedenartigkeit des Aufgabenkreises der Gemeinden in den einzelnen Ländern, aber auch im gleichen Lande und der Verschiedenartigkeit des Steuersystems. Fest steht, daß der Steuerbedarf der Gemeinden des hessischen besetzten Gebietes. insbesondere veranlaßt durch die enorme Steigerung der Ausgaben auf dem Gebiete der Fürsorge und des Wohlfahrtswesens, ein vielfaches von denjenigen der Vorkriegszeit beträgt (in Mainz z. D. sind die Ausgaben für die Fürsorge und das Wohlfahrtswesen auf mehr als das elffache gestiegen!), daß diese Ausgaben im besetzten Gebiet allgemein stärker angewachsen sind? als im unbesetzten Deutschland, insbesondere außerhalb des Randgebietes, und daß die Realsteuern eine Höhe erreicht haben, die auf die Dauer ohne schwerste Schädigung der einheimischen Wirtschaft unmöglich beibehalten werden kann. Ein Beispiel für die unmittelbare Einwirkung der Besetzung bieten die Ausfälle an I a g d p a ch t e n, die im hessischen besetzten Gebiet nicht weniger als rund 135 000 Mk. jährlich betragen. Rur wenige Gemeinden beziehen heute überhaupt eine Rente aus ihrem Walde; die übrigen sind gezwungen, jährlich zu den laufenden Kosten noch Zuschüsse zu leisten. Für die Waldwirtschaft der meisten Gemeinden stellt die alsbaldige Lieberleitung des bisherigen Riederwaldbetriebes in Hochwald eine Lebensfrage dar. In Frage kommt eine Umwandlungsfläche von 2223 Hektar mit einem Kostenaufwand von 1 171 500 Mark. 2. Kulturelle Verhältnisse. In der Denkschrift ist zunächst auf das Schulwesen hingewiesen. Wenn, wie im hessischen besetzten. Gebiet. Gemeinden nicht mehr in der Lage sind, ihren Schulkindern genügend Schul- räumc zur Verfügung zu stellen, wenn Unter# richt aus Mangel an sonstigen geeigneten Räumen in Wirtshäusern abgehalten werden muß. wenn der Unterricht zahlenmäßig starker Klassen in kleinsten Schulsälen die Gesundheit der.Jugend gefährdet, dann kann man wohl wirklich von einer kulturellen Rot sprechen. Unendlich v.iel muh in verschiedenen kulturellen Aufgabengebieten nachgeholt werden. Hierüber enthält die Denkschrift eingehende Mitteilungen. Auch der Rot der Kirchen ist nachdrücklichst Erwähnung getan. Die mangelhafte Bezahlung der Geistlichen, die starke Vernachlässigung der kirchlichen Gebäude. die im besetzten Hessen besonders zahlreichen Kirchen von kunsthistorischer Bedeutung seien hier hervorgehoben. Osterferien der pariser Konferenz Paris. 28.März. (MTV.) Die heutige Volt- sihuug der S a ch v e r st ä n d i g e n k o n s e . r e n z, die um 12 Uhr begonnen hatte, dauerte bis 13 Uhr. 3n ihrem Verlaufe haben die Delegierten der vier Hauptgläubigerländer Frankreich, England, Belgien und Italien eine formulierte Er- kläruug über ihre Ansprüche vorgebracht, desgleichen der Vorsitzende der Konferenz, Owen V. Poung, aber nur in seiner Eigenschaft als Vorsitzender und nicht als amerikanischer Delegierter. Diese beiden Vorschläge enthalten, wie ausdrücklich betont werden muh, keine Z l f - fern, sondern sind lediglich grundsätzliche Ausführungen, auf weichem Wege man am besten zur Diskussion über die höhe der Repara- tlonsverpflichtungen nach Ostern gelangen kann. 3m Laufe des heutigen Tages werden beide Vorschläge schriftlich formuliert und sämtlichen Delegierten übermittelt werden, damit sie Gelegenheit haben, sie während der Osterpause zu prüfen. Die nächste Sitzung der Konferenz findet am Donnerstag, 4. April, 11 Uhr, statt. Ueber den Verlauf der heute vormittag statt- gelundenen Vollsitzung der Reparationswnferenz berichtet die Havasagentur, Owen Voung habe angesichts der Einstellung der Arbeiten während Der Osterferien vorgeschlagen. diese Frist dem Rachdenken zu widmen. Diese Anregung sei angenommen worden, und die Sachverständigen würden ihre Ferien dazu benützen, noch einmal das Wesentliche des Problems, das sie zu lösen hätten, ins Auge zu fassen und ihre Regierungen zu befragen. Der Standpunkt jeder Delegation sei bereits schriftlich niedergelegt worden und werde im Laufe des Rachmittags den verschiedenen Delegationen zugestellt werden. Diese Exposees würden also nicht die Form eines Memorandums annehmen, wie gewisse Pressenachrichten angekündigt hätten, sondern die Form vonS eparat- noten, in denen die bereits auf gestellten Grundsätze und die verschiedenen Anregungen niedergelegt werden würden. Diese Roten, die als Grundlage für die Errechnung der Anzahl und der Höhe der deutschen Annuitäten dienen, und die anderseits die hauptsächlichsten Bedürfnisse der Gläubiger Deutschlands enthalten würden, hätten einen ausges prochen vertraulichen Charakter. und ihr Bekanntwerden würde nach Aussage wohl unterrichteter Persönlichkeiten die im Gange befindlichen Verhandlungen beträchtlich behindemi. Am Donnerstag. 4. April, würden dann im Verlaufe der Vollsitzung sehr wahrscheinlich die wirklichen Diskussionen über die Ziffern eingeleitet werden. Noung nannte den amerikanischen Mindestbetrag? P a r i s, 30. März. (WTB. Funkspruch.) Heber die Stellungnahme des Vorsitzenden der Reparationssachverständigenkonferenz Ow en D. Voung in der Schlußsitzung vor den Osterferien schreibt „Scho de Paris". Owen D. Voung habe es zwar abgelehnt, in der Debatte endgültig Stellung zu nehmen, und sich wie eine Art Schiedsrichter seine Handlungsfreiheit Vorbehalten, aber er habe es sich doch angelegen sein lassen, einige Ziffern zu nennen, die den merklichen Abstand zwischen dem interalliierten Höch st betrag und einem amerkanischen Winde st betrag, unter den man bei den Verhandlungen nicht werde heruntergehen dürfen, visieren. Das sei ein bizarres und recht wenig geeignetes Verfahren, um die Börse des Schuldners zu öffnen. Es sei klar, daß Dr. Schacht sich anschicken werde, mit dem amerikanischen Betrage zu manöverieren und daß er sich mit dem interalliierten Höchst- betrage nicht mehr als mit dem blauen Himmel beschäftigen werde. Man müsse jedoch feststellen, daß eine Verständigung nur erzielt werden könne, wenn die Deutschen sehr bedeutend über daS Minimum Owen D. VoungS hinaus- gehen. Owen D. Voung habe nicht verfehlt, ihnen das mitzuteilen. Oie Höchstvorschläge der Gegenseite. London, 30.März. (WTB. Funksoruch.) Perti n a x meldet dem „Daily Telegraoh" aus P a« r i 5, daß in der Sitzung oes Ausschusses der Reparationssachoerständigen am Donnerstag die Delegierten Großbritanniens, Frankreichs. Belgiens, Italiens und Japans Dr. Schacht ein gemeinsames Memorandum mit ihren Vorschlägen übergeben hätten. Daria beständen sie darauf, daß die deutschen Zahlungen ihre sämtlichen Schulden an Amerika decken und einen Ueberschuß für Reparationen und verschiedene andere Zwecke übrig lassen müßten. Sie seien der Ansicht, daß die deutsche Annuität aus einem veränderlichen Teil bestehen müsse, der den Summen parallel ist, die nach Amerika transferiert werden müssen, und einem feststehenden Teile für Reparationen. Pertinax erklärt, der von den Delegierten unterbreitete Plan entspreche wahrscheinlich einem Betrage, der etwas niedriger sei, als die augenblickliche Dawesannuität. Es heiße, daß die Alliierten bereit feien, Gegenvorschläge zu erörtern. Außerdem habe Owen D. Doung, der als eine Art von Schiedsrichter handele, mündliche Vorschläge über die Betrage gemacht, die an die verschiedenen Mächte außer den Summen, die vom amerikanischen Gläubiger gefordert würden, gezahlt werden sollten. Die von ihm angegebenen Summen müßten jedoch als Minima angesehen werden. Es sei z. B. klar, daß der Betrag, den er für Frankreich angegeben habe, von der französischen Delegation nicht angenommen werden würde. Pertinax meint, die Deutschen würden ihre Gegenvorschläge nächste Woche natürlich eher auf die amerikanischen, als auf die alliierten Vorschläge gründen. Optimismus in der englischen presse. London, 30. März. (WTB. Funkspruch.) „Times" berichtet aus Paris: Reichsbankpräsident Dr. Schacht nahm an der Erörterung am Donners- tag einen hervorragend konstruktiven Anteil. Der Korrespondent erwartet, daß am nächsten Donnerstag zum ersten Male die Frage der Zahlungsbeträge behandelt werden wird. Die Aussichten für einen befriedigenden Fortschritt in dieser Richtung hätten sich sehr gebessert. Ein unüberbrückbarer Gegensatz zwischen dem Standpunkt Deutschlands und dem der Gläubigerländer sei bei diesen Erörterungen nicht zutage gebracht worden. Wie man annehmen könne, bildeten sie vielmehr eine für beide Seiten annehmbare Der Handlungsgrundlage. „Morning Post" berichtet aus Paris: Die am Donnerstag vom Vorsitzenden und von verschiedenen Delegierten gemachten Vorschläge sind von den Deutschen als Erörterungsgrundlagen angenommen worden. Dies deutet auf eine günstige Atmosphäre hin. Der Pessimis- mus, der zu Beginn Der Woche geherrscht hatte, ist einem Optimismus gewichen. ör. Schacht kommt nicht nach Berlin. Berlin, 28. März. (Priv.-Tel.) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, wird Deichsbank- präsident Dr. Schacht nicht über Ostern nach Berlin zurückkehren, sondern auch bis zum Wieder- zufammentritt der Sachverständigen-Konferenz nach den Feiertagen in Frankreich bleiben. Damit entfallen auch die Vermutungen ausländischer Blätter, daß Dr. Schacht während der Pause neue „Instruktionen" in Berlin ein» holen werde. morgen seine Europareise antritt, vkrd sich kV London von dem bekannten Maler de Laßlc malen lassen. Das Bild wird alter Ueberliefe- rung gemäß seinen Platz neben den Porträts der früheren Staatssekretäre im Konferenzsaal deS Staatsdepartements finden. Ratifizierung des Kellogg-pattes im französischen Senat. Paris, 29. März. (WB.) Der Senat hat den Gesetzentwurf zur Ratifizierung des Kellogg-Paktes in einfacher Abstimmung angenommen. Außenminister Driand führte u. a. aus, man habe der Tatsache keine gebührende Beachtung geschenkt, daß der Pakt alle Rationen miteinander gleichstelle. Frankreich habe niemals zwischen starken und schwachen Rationen unterschieden. Es fei eine sehr große Freude für ihn gewesen, den Pakt gleichzeitig mit den Signataren des Locarnopakte S in Paris zu unterzeichnen. Der Friedensgedanke sei nach dem blutigen Kriege lief in die Geisler eingedrungeu, doch dürfe deshalb ein Land im Gedanken an den Frieden nicht eiuschlafen. Man müsse den Frieden organisieren. Er, B r i a n d, habe Vertrauen in die Zukunft der Menschheit. Dem Kriege müßten Hindernisse in den Weg gelegt werden; dies mache aber Vorsichtsmaßnahmen keineswegs unnötig. Zweifelsohne gebe es noch Heere und Flotten, aber wenigstens seien die Rüstungen nicht verstärkt worden. Wenn der Kellogg-Pakt auch den Völkern nicht den sicheren und unbedingten Frieden bringe, so erleichtere er ihn doch und verdiene daher Billigung. Aus aller Welt. Oer Zannowiher Mod. Hirschberg, 29. März. (WB.) Landgerichtsrat Thomas, der Untersuchungsrichter in der Iannowitzer Mordangelegenheit, muhte heute nacht in ein Sanatorium gebracht werden, wo er sich sofort einer Blinddarmoperation untergeben ließ. An feine Stelle tritt Landgerichtsrat Späthe, als Leiter der weiteren Untersuchung, die durch diesen Wechsel naturgemäß eine gewisse Verzögerung erleiden dürfte. Heute wurden die Mitglieder der gräflichen Familie bis in' die späten Nachmittagsstunden hinein vernommen. Landgerichtsrat Späthe hält im Gegensatz zum Staatsanwalt und zum bisherigen Untersuchungsrichter einen einfachen Unfall vorläufig für nicht ausgeschlossen. Die heutigen Vernehmungen galten vor allem den Alibibeweisen der übrigen Mitglieder der gräflichen Familie. Die Alibibeweise können sämtlich als gelungen angesehen werden. Die Gräfin Eberhard ist gestern abend während ihrer Vernehmung vollständig zusammengebrochen und mußte ins Bett gebracht werden. Die Aerzte haben aus Gesundheitsrücksichten nicht gestattet, daß die Gräfin vorläufig weiter vernommen wird. Die Mordkommission dementiert heute abend die Meldung, daß auf den Grafen zu Stolberg zwei Schüsse abgegeben worden seien. Das Gutachten Prof. Brünings hat den Beweis erbracht, daß nur ein Schuß gefallen ist. An dem auf dem Fußboden gefundenen Geschoß sind bei der chemischen Untersuchung Blutspuren vorgefunden worden. Prof. Brüning, der heute in Hirschberg weilt, wird morgen am Tatort eine Rachprüfung vornehmen. Schändung eines kriegsblindenDenkmals. Ein in seinen Einzelheiten von erschreckender Verkommenheit zeugender Roheitsckt wurde am Karsreitagnachmittag an dem Denkmal „Der Kriegsblinde" auf dem Fichteberg in Steglitz verübt. Bisher noch unbekannte Täter schlugen der Broncefigur des erblindeten Kriegers nicht nur mit dem Meißel den rechten Arm ab, sondern schändeten das Denkmal außerdem noch in niederträchtiger Weise. An sonstigen kulturellen Einrichtungen sind die städtischen Theater und Museen erwähnt, insbesondere sei die Notlage des Mainzer Stadttheaters betont, dem unter den Desatzungsverhältnissen eine ganz besonders kulturelle Bedeutung zukommt. Die weiteren Kapitel der Denkschrift sind bann der Jugendpflege, der Volksbildung, dem Hochschulwesen und den sonstigen Kultureinrichtungen gewidmet. Hebet die Grundfrage deS ganzen hochbedeutsamen Problems, in welcher Weise der Wirtschaft des befehlen Gebietes zu helfen ist, und wie der kulturelle Notstand zu beheben ist, haben in letzter Zeit mehrfach Erörterungen stattgefunden. Die übereinstimmende Auffassung aller Beteiligten geht dahin, daß vor allem die Inangriffnahme dringender Aufgaben durch Bereitstellung entsprechender Mittel eröffnet werden muh. Daneben muh durch Kreditgewährung, durch Ausbau und Förderung der gewerblichen und landwirtschaftlichen Organisationen, des Innungswesens usw. der Wirtschaft geholfen werden. Auch bezüglich der Besserung der Cisenbahnanschluhverhältnisse und der Verbesserung des Straßennetzes müssen Schritte unternommen werden. Die Notwendigkeit einer tatkräftigen Unter ft üfcung durch das Reich ist um so mehr gegeben, als eine weitere Steuererhöhung nicht mehr tragbar ist. Die Unterstützung notleidender und die Wiederbelebung stilliegender Unternehmungen der Industrie und des Handels ist nur möglich durch Begebung von Krediten mit verbilligten Zinsen, durch Gewährung von Steuererleichterungen und Steuerstundungen, stärkere Berücksichtigung des besetzten Gebietes bei Vergebung von Aufträgen und durch die Durchführung größerer, notwendiger Arbeiten zur Hebung der Land- und Forstwirt-- schäft, Steigerung der Erzeugung der Landwirtschaft durch Vornahme von Meliorationen, landwirtschaftlichen Wegebau und Verbesserung der Viehhaltung sowie der landwirtschaftlichen Methoden überhaupt. Bei den Kapiteln kulturelle, soziale und sanitäre Aufgaben wird der Neu- und Ausbau von Schulen, die Errichtung von Lehrerwohnungen, Schaffung von Sport- und Spielplätzen, Schwimmanstalten. Jugendheimen und -Herbergen usw. durch besondere Reichsmittel für notwendig gehalten. Zur Verhütung weiter um sich greifender Schädigungen im frühen Kindesalter wäre der Ausbau vorhandener Mütter- und Säuglingsheime erforderlich. Die Denkschriften der Städte Mainz, Worms und Alzey sind der Denkschrift der hessischen Regierung angegliedert. Sie befassen sich mit den besonderen Notständen dieser Gemeinden im besetzten hessischen Gebiet. Giresemann ausderHeimreise San Remo, 29. März. (WB.) Reichsaußenminister Dr. Strefemann ist heute abend 7.30 Uhr nach Deutschland abgereist. Der Minister wird die Ostertage voraussichtlich in einem süddeutschenBadevrt verbringen. Kurz nach dem Fest wird er dann wieder in Berlin eintreffen. JtaliLMscheVolschastiliWarschau L o n d o n, 30. März. (WTB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" meldet, Italien habe nach dem französischen Vorbild beschlossen, seine Gesandtschaft in Wa rschau zur Botschaft zu erheben. Der neue Mann im amerikanischenAußenmimstenum Washington, 28. März. (WTB.) Staatssekretär S t i m s o n wurde heute durch den früheren Präsidenten Tast, den jetzigen Vorsitzenden des Obersten Bundesgerichtes, vereidigt und übernahm damit die Geschäfte des Staatsdepartements für auswär tige Angelegenheiten. Staatssekretär Kellogg verabschiedete sich vormittags in bewegten Worten von der Presse, der er für ihre liberale und hilfsbereite Mitarbeit dankte. Ein Vertreter der in- und ausländischen Korrespondenten sprach dem scheidenden Staatssekretär den Dank dafür auS, daß er ihnen ihre Arbeit erleichtert habe. Es werde allgemein bedauert, daß sich das Inkrafttreten des KeUoggpaktes nicht vor feinem Abschied habe ermöglichen las,en. Kellogg erklärte hierzu, die Verzögerung des Inkrafttretens des Paktes fei erklärlich, da die übrigen Signatar-Mächte die verhältnismäßig spät vollzogene Ratifizierung durch den amerikanifchen Bundessenat abgewartet hätten» Kellogg, der Uebersall auf zwei Postbeamten. Heute früh ist in der Röhe des Bahnhofes unt der Postagentur Reimannsfelde bei Elbing ein Ueberfall auf zwei Postbeamte verübt worden, die vom Frühzug einen Beutel mit wichtigen Post- fachen und 7000 Mark Bargeld nach der Postagen tur brachten. Die Agentur liegt etwa sieben Minu- ten vom Bahnhof entfernt an etwas abgelegener Stelle. Unterwegs hielt ein braunes Auto, dem, als die beiden Beamten vorbeikamen, drei mit Pistolen bewaffnete Männer entstiegen und die Herausgabe des Beutels erzwangen. Nachdem sie sich des Beutels bemächtigt hatten, fuhren sie mit dem Auto davon. Vorher hatten die Räuber die von der Postagentur und vom Bahnhof nach Elbing führenden Drcchtleitungen durchschnitten. Einsturz einer Hängebrücke in England. Aus London wird gemeldet: Etwa 40 Personen befanden sich heute in Wagen und Automobilen auf der Hängebrücke, die von Cotherstone über den Fluß Tees nach der Grafschaft Durham führt, als eines der Drahtseile brach und' ein Teil der Drücke ins Wasser stürzte. Alle. Personen und Gefährte, die sich auf der Brücke befanden, wurden in den Fluh geschleudert. Etwa 20 Personen sind verletzt, einige von ihnen schwer. Wettervoraussage. Das finnische Tics ist weiter südwärts gewandert und hat das Hochdruckgebiet etwas verdrängt. An der Rückseite des Tiefs dringen unter lebhaften Nordwestwinden polare Luftmassen in Deutschland ein. die in Norddeutschland sogar schon eine ausgedehnte Regenfront erzeugten. In unserem Gebiet ist bis jetzt nur Bewölkung aufgetreten. Es ist auch kaum damit zu rechnen, daß es bei uns zu ergiebigen Niederschlägen kommt. Da die Rückseitenwirkung des Tiefs noch etwas anhält, wird sich zunächst das Wetter etwas unfreundlicher als die letzten Tage gestalten. Später wird jedoch wieder Aufheiterung und Erwärmung eintreten. Wettervoraussage für Sonntag: Wolkig mit Aufheiterung, tagsüber etwas kühler, meist trocken. Wettervoraussage fürMontag: Vielfach aufheiternd, wieder etwas wärmer und trocken. Lufttemperaturen am 29. März: mittags 15,3 Grad Celsius, abends 4,2 Grad; am 30. März: morgens 7 Grad. Maximum 15,8 Grad, Minimum 3,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. März: abends 10,8 Grad; am 30. März: morgens 4,6 @raä Celsius. — Sonnenscheindauer 5K Stunden, ben Senat. der $qHaZ ?n^ ift, b-6 ।keine «ne J”' $«» gto£61 ,* *"” »luligm fcw, »,d, K-— Ä,S ’ wache aber "Sfr. Lotten, jungen nicht ver- logg°Pakt auch den "n und unbe- flechten er ■ -Billigung, Tjoiibecmfen. < BVÄi" etA,' 6^ ha"en. Mr hie ÄfifÄ-*** irüic i" *"• y j«. ;mel6et: ®*®® * Auto- in ^agen g ^elflone de, die« Surha>n und-'n f*Ä? a^siS einiget,Dn4' aU^^M°ndert ;-SK^ ine-n f leutl»1«" MK *$, di- 'JÄirf M-s tagsüber L'-sAr Bett. tr Hlo.b. Landgerichts, chungsrichter in der Seit, mußte heute rächt werden, wo er mvperation un« e tritt Landgerichts- »et weiteren Unter- Ölel naturgemäß eine dürste. Heute wurden gräflichen Fa- Aachmittagsstunden erichtsrat Späthc atsanwalt und zum chter einen ein- I für nicht ausgern gatten vor allem übrigen 21 it gl ie- imtlie. Sie Alibigelungen ange- :b ist gestern abend vollständig xu- muhte ins Dett ge- haben aus Gesundet, dah die Gräsin n wird. ementiert heute auf den Grafen zu abgegeben waröen Zrünings hat den ün Schuh gesallen mhboden gefundenen Nischen Untersuchung iden. Pros. Drüning, tft, wird morgen am vornehmen. ilindcn-Denkmalr. cn ton -rIchr-«-nd-- i« ®e,bn,L5 1BJS* H. D. Grabe lag. JAENICKE A.-G.SCHÖNAU BEI CHEMNITZ WANDERER WERKE V0RM. WINKLHOFER & Verkauf durch Willi Letsch, Gießen, Krofdorf er Straße 16, Fernruf 1235, 13161 Seine Heimat ist das Erzgebirge. Von Kind auf ist er gewöhnt, Berge zu steigen. So ist er stark und ausdauernd geworden wie kein anderer / / Versäumen Sie nicht, ihn Probe zu fahren. Sie werden entzückt sein über die Qualität und Schönheit dieses Wagens Pfarrer Heumanns Heilmittel •tets vorrätig in der Niederlage Hirsch-Apotheke Gießen, Frankfurter Straße Nr^i Das Pfarrer Heu mann-Buch 272 Seiten, 150 Abbildungen, erhält jeder Leser vollständig umsonst und portofrei von Ludwig Heumann ft Co., Nürnberg M 613. 104I> XXX Verbandsfchießen Mittelrhein,Baden,pfalz 6. bis 14. Juli 4929 in Gießen Vie liebe Mutter heim; baS liegt mir immer in Gedanken. Wo weilt sie jetzt? Diese Frage drängt sich mir oft herbei. Wer da schweigt alleS Wissen und wird schweigen, solange irdisches Leben dauert, und doch ist'S auch da nicht ganz Rächt geblieben; die Aussprüche unseres Herrn stehen da, wie Helle, liebliche Sterne: sie sind fest und herrlich glänzend auf diesem nächtlichen Grunde, aber sie sprechen mehr zum Herzen, als dah ich sie begreifen und fassen könnte. Des Heilands eigene Auferstehung steht wie ein Morgenrot am Himmel, und .wo ich bin, da soll mein Diener auch sein", und .in meines Vaters Hause sind viele Wohnungen, und ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten", das sind Morgensterne." Wir feiern diesmal Ostern und Frühlingsanfang nach einem ungemein harten und kalten Winter. Wochenlang lag der Tod über den Fluren, stand die Vernichtung drohend überden Menschen, aber das Leben hat doch gesiegt, wie es einst auch schon gesiegt hat, als Jesus im Vemtett Ke iün sdtan, am vieum 2k£iter6$i6WANDERER? gleichzeitig der wissenschaftlichen Forschung dient, e» richtet werden. . Veränderungen Im hessischen Veterinärdienst. Oberveterinärrat Dr. Walther in Friedberg wurde an Stelle des in den Ruhestand getretenen Oberveterinärrats Ruh in Darmstadt mit Wirkung ab 1. April zum Kreisveterinärarzt des Kreises Darmstadt unter Belassung seiner seicherigen Amtsbezeichnung ernannt. An seine Stelle in Friedberg tritt mit Wirkung ab 1. April der Veterinärrat Dr. Stein in Gießen unter gleichzeitiger Beförderung zum Oberveterinärrat als KreiS- veterinärarzt deS Kreises Friedberg. Heber die Rachfolge von Oberveterinärrat Dr. Stein ist bis jetzt noch nichts bekannt geworden. •• Der Oberhessische Kun stverein veranstaltet vom Ostermontag, 1. April, ab in seinen Räumen im TurmhauS am Drandplatz eine Ausstellung der Künstlergruppe „Iunaes Westfalen". Die Ausstellung enthält im grvtzen Saale Oelgemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen und Plastiken der Künstler Theo Brün, Robert Ittermann, Otto Coester, A. H. Burghardt, Iosef Horn, Theo Hölscher, Franz Marten, Josef Wedewer: im Seitenkabinett Aquarelle von Gertrud Koch-Ziese, Saarbrücken. — Anläßlich des 50jährigen Bestehens des Gleiberg-Dereins veranstaltet der Oberhessische Kunstverein ab 16. Juni eine Gleiberg-AuSstellung. welche Bilder der Burg aller Art umfassen soll. Die Anmeldungen zu dieser Ausstellung sind bis spätestens 15. Mai an den Verein zu richten, die Ablieferung der Bilder muß bis l.Iuni erfolgen. Roheres in der Anzeige vom Donnerstag. •• Die städtische Kunstsammlung im Reuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, ist an beiden Osterfeiertagen von 11 bis 13 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt. •* Die Museen sind am ersten und zweiten Feiertag von 11 bis 1 Uhr bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet. ** Abgesagte Vorstellung. Der Allgemeine Deutsche Gewerkschastsbund weist im heutigen Anzeigenteil darauf hin, daß die für den zweiten Osterfeiertag nachmittags vorgesehene Operettenaufführung nicht stattfinden kann. Die gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. Die Abendvorstellung wird davon nicht berührt. *• Ein Zimmerbrand entstand am gestrigen Karfreitagvormittag 10 Uhr in einer der Rotwohnungen (Eisenbahnwagen) an der Mar- garetenhütte durch Ueberhitzung eines Ofenrohres. Der Brand wurde alsbald von der Städtischen Feuerwehr gelöscht: der Löschzug konnte nach halbstündiger Arbeit wieder einrücken. (Weitere Lokalnachrichten im Statt) Wechsel in der Leitung deö Gießener Realgymnasiums. Der Leiter des Gießener Realgymnasiums, Oberstudiendirektor Henk, trat auf Grund deS Altersgrenzegesehes der Staatsbeamten in den Ruhestand. An seine ©teile wurde der Leiter der Oberrealschule in Grünberg, Oberstudiendirektor Angelberger, zum Direktor des Realgymnasiums in Gießen ernannt. Heber das Wirken des Oberstudiendirektors Angelberger in Grünberg wird uns von dort folgendes berichtet: Er war fast ein Dierteljahrhundert in Grünberg tätig: am 1. Oktober 1906 übernahm er zunächst provisorisch, dann als Rektor die Leitung der damaligen Höheren Bürgerschule. Unter seiner tatkräftigen und umsichtigen Leitung wurde diese schon vor dem Kriege durch Aufsetzen weiterer Klassen zunächst zur Realschule mit der Möglichkeit der Erlangung des Einjährigenscheines ausgebaut, um dann einige Jahre nach dem Kriege ihren Ausbau als Vollanstalt zu voUenden. Den damaligen drei Lehrkräften mit nur etwas über 50 Schülern stehen heute 13 Lehrkräfte mit über 300 Schülern gegenüber. Während Angelbergers Amtszeit entstand auch im Jahre 1911 das neue Realschulgebäude, nachdem früher die wenigen Klassen der Anstalt mit der Volksschule in einem Gebäude vereinigt waren. Auch im öffentlichen Leben der Stadt ist der Scheidende hervorgetreten, freilich nicht in parteipolitischem Sinne. Er ist Vorsitzender des Kriegervereins und deS Zweigvereins des Vogelsberger Höhen-Clubs. Auch gehört er schon seit einigen Wahlperioden dem Stadt- vorstande an, ein Beweis für das Vertrauen, das er in Grünberg genießt. Erweiterung des Lupusheims. 3n der Hauptversammlung des Hessischen Landesverbandes zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heilstättenverein) am 27. Rovember v. 3. erklärte der Vorsitzende des Verbandes, Präsident Dr. Reumann, Darmstadt, u. a., man werde an einem weiteren Aus bau der Lupusheilstätte nicht vorbeikommen. Es seien bisher ständig etwa 40 Kinder unterzubringen gewesen. 3n den jetzigen beiden Häusern befänden sich diese Kinder inmitten der Erwachsenen, und daß das nicht gut fei, läge auf der Hand. Es erscheine dringend notwendig, die Kinder dort herauszunehmen und zu diesem Zwecke ein drittes Haus zu bauen, das nur für die Kinder bestimmt sei, außerdem Raum für Arbeitsunterricht, für geselligen Aufenthalt und eine Kapelle zur Befriedigung religiöser Bedürfnisse enthalte. Wie wir von zuständiger Seite erfahren, ist der von Präsident Dr. Reumann in jener Hauptversammlung ins Auge gefaßte Erweiterungsbau nunmehr beschlossen worden. Es wird neben dem Dietz- und dem Reu- mann-Haus der Lupusheilstätte in der Gaffky- straße ein drittes dreigeschossiges Haus errichtet werden, das nur zur Aufnahme lupuskranker Kinder — deren Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 30. März 1929. Ostern. In einer theologischen Schrift untersucht Lessing die Berichte der Evangelien über die Auferstehung Iesu und kommt dabei zu einem negativen Resultate. Der ganze Lessing erscheint hier vor unS, der Mann der kritischen Schärfe, der gewandte Dialektiker, der rücksichtslose Kämpfer. Doch der Mann, der im 18. Jahrhundert dem deutschen Geistesleben neue Wege gezeigt hat, hatte auch seine Grenzen. Lessing war, wie er selbst gesagt hat, kein originaler Dichter. Bei Goethe entquoll attes einem tiefen und reichen Innenleben, Lessing hat feine Gestalten durch Rachdenken gewonnen, ihm fehlten Phantasie, Ge- mütskraft und tiefe« Empfindungsleben. Darum hat er auch zu den Auferstehungsberichten nicht die rechte Stellung eingenommen. An diese Berichte darf man nicht den Maßstab der geschichtlichen Kritik anlegen. Wenn jemand im Rachlasse seiner Mutter Aufzeichnungen persönlicher Art von ihrer Hand findet, so wird er diese gewiß nicht zweifelnd und kritisch betrachten, sondern dankbar und pietätvoll hinnehmen. Die Auferstehungsberichte der Bibel geben wieder, was dir Glieder der christlichen Urgemelnöe erlebt haben, sie sind ungemein zart, weihevoll und stimmungsvoll, bewegen sich in einem gewissen Helldunkel, packen die Seele auf daS tiefste. Künstler haben es oft dargestellt, wie die drei Frauen in 6er Dämmerung des Frühlingsmorgens durch die stillen Straßen Ierusalems gehen. Sie wollen Len Leichnam Iesu mit Spezereien salben und fragen bekümmert: »Wer wälzt uns den Stein von deS Grabes Tür." Hm das Iahr 1755 ging im schwäbischen Lande, an einem Lenztage, eine Mutter mit ihren beiden Kindern über einen Berg, auf dem alles grünte, sie erzählte dem Mädchen und dem Knaben von dem Gang der beiden 3ünget von Ierusalem nach Emmaus, berichtete 'anschaulich, wie die Iünger traurig den Bergweg hinanschritten, wie ein unbekannter Wanderer sich zu ihnen gesellt, wie die Abendschatten wachsen und sich dehnen und wie der Wanderer von den beiden Iüngem Wschied nehmen will. Ms die Mutter dann aber erzählte, daß das der auferstandene Iesus gewesen sei, da jauchzten die Kinder vor Freude laut auf. Die Mutter war die Frau des Majors Iohann Kaspar Schiller, die mit ihren Kindern Christo- phina und Friedrich einen Ostergang zu Verwandten machte. Da« steht fest, dah da« Christentum seine gewaltige Entfaltung nur durch den Osterglauben seiner Anhänger bekommen hat. Paulus, dieser bielfettige Mann, ein Dialektiker wie Lessing, aber auch ein Dichter wie Shakespeare, ein Frommer, der oft mystischen Betrachtungen nachgehangen hat, dabei ein erfolgreicher Organisator, hat feine Lebensarbeit auf den Sah auf- gebaut: IefuS ist auferstanden von den Toten. Luther hat in demselben Glauben gestanden, davon zeugt sein Wort: »Laßt Christum und Sanft Peter und alle Heiligen entschlafen, am dritten Tage werden sie wieder auferstehen." Das Abendland mit seiner Philosophie, feiner Dichtung, feiner Staatskunst, ist vom Christentum erfaßt worden, weil man in ihm das fand, wonach man sich sehnte und ohne das man nicht auskommen konnte, die Kräfte einer ewigen, unzerstörbaren Welt. Alles mutige Arbeiten, alles planmäßige Fortschreiten wäre. ohne den Glauben. daß alles Tun des Menschen einem über- weltlichen Ziele zustrebt, nicht zu erllären. Pessimismus. Reaation, die Ansicht, daß es ein Ienseits nicht gibt, schaffen keine Menschen, die im Dienste des Guten der Welt Trotz bieten. Aus die Tatsache, daß Iesus im Tode nicht geblieben ist. fonbern als der Lebendige durch Die Zeiten schreitet, gründet sich auch der Glaube, daß die Menschenseele nicht zerstört wird, wenn der Leib zerfällt und sich in seine Urbestandteile auflöst. Als Ludwig Richter seine Gattin durch einen unerwarteten Tod verloren hatte, schrieb er in seinem Tagebuche: .Ich kehre nun ohne LU. Von bet Hessischen Landesuni d e r f i t ä t. Die medizinische Fakultät hat beschlossen, der Anregung der Landesversicherungsanstalt Hessen folgend, eine Zentrale für Krebsheilung und Krebsforschung an der Landesunioersität zu schaffen. Es soll eine Heilstätte zur Behandlung des Krebses, die Zahl mittlerwelle auf rund 50 angewachsen ist — bestimmt sein soll. In dem neuen Gebäude sollen neben den Hnterfunftßräumen noch Einrichtungen für Licht- und Luftbehandlung und andere physikalische Heilmethoden geschaffen werden. Ferner ist vorgesehen, dort u. a. auch einen Unterrichts- raum für die Kinder erstehen zu lassen. In diesem Hause soll auch die neue Diätbehandlung zur Durchführung kommen. Die Errichtung des Reubaues ist dem Architekten Baurat Meyer übertragen worden. Im Frühsommer soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Man hofft, den Erweiterungsbau in etwa Iahresfrist in Benutzung nehmen zu können. Die Baukosten sind auf etwa 400 000 Mk. veranschlagt. Bornotizen. — TageSkalender für Samstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Spion der Pompadour". — Astoria-Lichtspiele: .Mord am Karlsbad". — TageSkalender für Sonntag (1. Osterfeiertag). Stadttheater: „Dame Kobold", 19 bis 211/» Uhr. — Militär-Streichkonzert, Lie- bigshöhe. 41/» Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Spion der Pompadour". — Astoria- Lichtspiele: „Mord am Karlsbad". — Wiesecker Lichtspiele: „Die Filmhelden". — Tageskalender für Montag. (2. Osterfeiertag). Stadttheater: „ Friederike", 15 bis 17V, Uhr und 18% bis 21% Uhr. — Oberhessischer Kunstverein: Eröffnung der Ausstellung der Künstlergruppe Iunges Westfalen. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..Die Königin des Varietes". — Astoria-Lichtspiele: Otti Polh in seinem größten Sensationsfilm. — Wiesecker Lichtspiele: „Die Filmhelden". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das Öfter» Programm bringt am Ostersonntag zum ersten Mal „Dame Kobold" von Calderon. Kapellmeister Franz Bauer hat dazu die Musik zusammengestellt, und zwar Spieimusik und Tänze aus dem siebzehnten Iahrhundert. Kompositionen und Weisen von Henry Purcell und Michael Praetorius sind hauptsächlich verwandt. Die Spielleitung hat Oberfpielleiter Hans Tannert. für die musikalische Untermalung zeichnet Kapellmeister Dauer. — Es spielen mit Die Damen: Brack. Heß, Koch, Scherer und die Herren Arzdorf. Bast6, Ebert-Gras» sow, Knur, Linkmann. — Die Bühnenbilder sind von Karl Löffler entworfen. — Das Singspiel „Friederike", dessen Erstausführungen hier am Ostermontag, nachmittags 3 Uhr und abends 7 Uhr, stattfinden, hat auch in Köln den größten Erfolg dieses Iahrcs erringen können. In der hiesigen Erstaufführung wird die Titelpartie von Lydia Petry verkörpert. Die übrigen größeren Aufgaben liegen in den Händen der Damen Ly Ottmar. Ruschi Wiesner. Gustl Sieger. Peggy Duenller sowie der Herren Mario Haindorff (Goethe). Albert Badewitz, Gustav Rothe-Carey. Hans Heinz Klüfer. Adolf Wiesner. Hermann Hanschmann und Gustav Enke. — Am Dienstag. 2. April, findet ein Gastspiel der Darmstädter Oper statt: „Die Boheme". — M i l i 15 r k o n z e r t auf der Liebigs- höhe. Am ersten Osterfeiertag, ab 4.15 Uhr konzertiert unsere Militärkapelle im großen Saale der Licbigshöhe. Obermufikmeister L ö b e r hat hierfür eine abwechslungsreiche Musikfolge zusammengestellt. Ouvertüren, Fantasien usw. von Weber, Men- delssohn, Mascagni, Stolz, Beethoven, Wagner, Robricht, Rossini, Linke stehen auf dem Programm. Man darf der Veranstaltung einen guten Besuch wünschen. (Siehe heutige Anzeige.) Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel bei Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven- u. Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten! Schädigen Sie sich nicht durch minderwertige Mittel. Laut notarieller Bestätigung anerkennen über 5000 Ärzte, darunter viele bedeutende Pro- fesioren, Die gute Wirkung des Togal. Fragen Sie Ihren Arzt In allen Apotheken Mark 140 0,46 Chln- 12,6 Lith., 74,3 Add, acet aal, ad 100 Amy \^j nicht rückzahlbar bis 1. 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Stadttheater Die vorgesehene Bavaria I. Feiertag 11 Uhr: „Stadt Mainz" II. Feiertag 11 Uhr: „Cafe Amend" Die Borständc. W GEGfl? Baueracher Gesangverein e.V. Sanistag, d. 6. Avril 1929, rtbcnb68'/..Ubr, im VereinSlokal: Ordentliche Generalversammlung Tagesordnung: Fahreöbencht. Nechnungsablage. Vorstandswahl. Wahl d. Nechnungs- priiser. Etwaige Anträge. Verschiedenes. Etwaige Anträa.find biS zttm 2. April 1929 etnzuretchen. ?BaD Der Vorstand. Mittwoch, 3. Avril, adds. 8 Ubr: Ständchen. Trenviinkt: Universit.iBtbliotbek Motorsportclub 1926 kieken Sonntag, 7. April nominell nach Biedenkopf „Tannhäuser". Abfahrt 12 Uhr am Llublokal. Bei schlechter Witterung „Schöne Aussicht", Metzlar. Operetten-Bodleilunfl am Nachmittaq des zweiten Ofterseier- tags kann un>stände' halber I21Ö4U nicht aufacsiihrt werden. Tie gelösten Kartei, bebalien ihre Gültigkeit. Die Abendvorstellung wird da- von^n^cht berührt. Stadttheater Souutaa.Sl.Marz <1. Oster setertagi Fremden Vorstellung (anfeer Abonncmenti von 19 biS 21- , Uhr Zum ersten Di ole: Dome fioüolö Lustspiel in 3 Attfz, von Calderon. Montag, I. Avril, (2. Ostersetertagi Von 18V.. b. 21'/« Uhr FremdenvorsteUung loufecr Abonttementl $ti8öetile Singspiel In 3 Akten von Ludwig Herzer und Fritz Löbncr. Alusi von Fr'.Lehär. Dienstag,^!. Avril 26.Viknstllg'Ad.-vrfl. Einmalige IM.D Aiifsührnng! von 18'/., b. 22' ,llhr: Zum ersten Aiäle: Sie ßoöeme Over tu 4 Bildern nach Henrn Murger von G.Giacofa unb L. Fllica. Äiusik von Gtacomo Pucctnt. Mittwoch, r.Avril, 26.miitroom-.im SuUivlcL;jben’!,'lf von b»- yyriL •arte Stadttheater £°'StfeierMH1 "liS* ML W ''"SS««®”11 SWS' ■ Ä-5 Hr.75 Zweiter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 30. März 1929 DeuischeZukunstilnSüdosten Von Dr. Paul Rohrbach. Der frühere Reichskanzler Dr. Cuno hat einmal den Ausdruck gebraucht, Wien werde zukünftig für Deutschland das Hamburg des Südostens [ein. Ein hiermit verwandtes Thema hat der erste Geschäftsführer des sog. Langnamenvereins („Verein zur Wahrung der gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen im Rheinland und Westfalen"), Dr. Schlenker, in München vor kurzem behandelt. Seine Thesen waren: Deutschland hat keine wirtschaftlichen Möglichkeiten mehr nach dem Westen, wohl aber innerhalb deS südosteuropäischen Raums: die Zukunft der deutschen Wirtschaft weist unter allen Mmftänbcn nach Osten und Südosten. Obwohl für Eisen und Stahl eine Weltkonjunktur besteht, nimmt die deutsche Industrie an ihr nicht teil, sondern wird zurückgedrängt. Ihr gegenüber hat die französische Eisenindustrie allein an Arbeitslöhnen, ganz abgesehen von den viel höheren sozialen Lasten und Steuern, einen Vorteil von etwa zweihundert Millionen Mark jährlich. In der Richtung nach Südosten besteht die einzige Möglichkeit für Deutschland, diesen Rachteil auszugleichen. Dies ist ein Gesichtspunkt, unter dem auch der Zusammenschluß von Deutschland und Oesterreich betrachtet werden muß — zunächst der wirtschaftliche. Für Deutschland bildet das österreichische Wirtschaftsgebiet die natürliche Brücke und den gegebenen Mittler zu den östlichen und südöstlichen Ländern. Diese Gedanken, an sich eben so naheliegend, wie vom großdeutschen Standpunkt aus zu begrüßen, kommen jetzt beachtenswerterweife aus dem Kreise der deutschen Schwerindustrie, die bisher nicht in dem Rufe stand, die Anschlutzidee zu fördern. Auch von österreichischer Seite ist das betont worden. 'Die Oesterreicher haben recht von ihrem Standpunkt aus, wenn sie darauf Hinweisen, daß Oesterreich wirtschaftlich auch von anderen Seiten umworben wird. So sind z. B. die österreichischen Wasserkräfte ein Objekt starken „internationalen" Interesses. Der Präsident des Verbandes der Industriellen in Tirol, Reitlinger, hat dafür das Bild gebraucht, Oesterreich betrachte sich zwar aus Herzensneigung als die Braut des Reichs, wenn aber der Bräutigam in einer endlosen Brautzeit sich dauernd spröde zeige, so sei es der Braut nicht zu verargen, wenn sie auch einmal einem anderen Bewerber schöne Augen mache. Die schönen Augen sind in diesem Vergleich allerdings auch nur wirtschaftlich gemeint, denn in nationaler Beziehung muh das Verlöbnis als endgültig gelten. Auch bei der Münchener Veranstaltung hat die Entschließung dahin gelautet, daß die Vertreter der deutschen und der österreichischen Wirtschaft die baldige Regelung der handelspolitischen Beziehungen zwischen dem Reich und Oesterreich nicht nur als eine wirtschaftliche, sondern auch als eine nationalpolitischc Rotwendigkeit ansähen! Die Entschließung als solche bedeutet nicht die Forderung des politischen Anschlusses. Sie wurde auch ausdrücklich in dem Sinne gefaßt, daß ein Handelsvertrag zwischen dem Reiche und Oesterreick) nur eine Vorstufe für die künftige engere handelspolitische Verbindung sei. Von Oesterreich aus sind solche Aeußerungen schon oft gefallen. Das Bedeutsame ist, daß sie diesmal von maßgeblichen Der- tretern der deutschen und der österreichischen Wirtschaft gemeinsam gefaßt wurden, und daß die wirtschaftliche Annäherung ausdrücklich im Namen des nationalen Gedankens, der für das Reich und Oester- reich derselbe ist, verlangt wurde. Bei dieser Gelegenheit sei ein Wort über die heutigen Verhältnisse in Oesterreich gestattet. Das Reich ist für Oestreich handelspolitisch das wichtigste Absatz- und Bezugsgebiet. Jede gute Konjunktur und jede Krise der deutschen Wirtschaft kommt auch in Oesterreich zur Wirkung. Oesterreich durchlebt gegenwärtig eine gewisse Unruhe. Die Position der Sozialdemokratie ist durch die Mißwirtschaft, die in verschiedenen, sozialdemokratisch regierten Gemeinden eingerissen ist und die sich jetzt eben wieder durch einen großen Finanzskandal in Wiener-Neustadt geoffen- bart hat, moralisch erschüttert Das große Spar- kasseninstitut der Stadt Wien, das wie die gesamte Wiener Stadtverwaltung in den Händen der Sozialdemokratie ist, befolgt die Methode, die Wünsche anderer sozialistisch verwalteter Kommunen ausgiebig zu finanzieren, damit durch die kommunalen Einrichtungen ein möglichst hervorragender Eindruck zum Nutzen der Partei gemacht werde. Das kann zu bedenklichen Folgen führen, wenn einmal das Mißtrauen der Einleger gegen die Solidität der Wiener Sparkasse wachgerufen wird. Eine Krise dieses In- stituts, wirtschaftlich eine Gefahr fast für ganz Oesterreich, würde aber politisch einen sehr schweren Schlag gegen die Sozialdemokratie bedeuten. Der Sozialdemokratie gegenüber steht die Hel - matwchrbewegung. Diese macht nach außen einen starken Eindruck, ist aber abhängig von ihren Geldgebern, die hauptsächlich auf dem Gebiet der österreichischen Großwirtschaft zu suchen sind. Auch Mussolini hat seinerzeit in Italien so angefangen, daß die Organisation seiner Schwarzhemden von den Großindustriellen bezahlt wurde, deren Betriebe er im entscheidenden Augenblick vor der wilden „Sozialisierung", d. h. vor der Vernichtung durch die kommunistisch beeinflußten Arbeitermassen, rettete. Auf diesem Umweg ist Mussolini dahin gelangt, daß er schließlich die Staatsmaschine und die I. Oer Westen. Von Dr. jur. Paul Moldenhauer, o. ö. Professor an der Universität Köln, M. d. 3t Wir stehen vor dem Osterfest. Wir schicken uns an, die Wiederauferstehung des Herrn zu feiern, wir feiern zugleich den Sieg des Frühlings über den Winter, der in diesem Jahre uns so besonders hart und lang bedrängt hat. Aber im politischen Leben will der Winter noch nicht dem Frühling weichen. Elf Jahre sind verflossen seit dem Kriege, noch immer ist der deutsche Boden nicht frei, stehen die Truppen der Besatzung am Rhein, ist die Saar nach wie vor unter der Flagge des Völkerbundes, von französischer Willkür abhängig. Es wäre falsch, zu behaupten, daß die Locarno-Politik, d. h. der Versuch, sich ehrlich mit Frankreich zu verständigen, keine Früchte getragen hat. Der Angriff Frankreichs auf das Ruhrgebiet, die industrielle Herzkammer Deutschlands, ist abgewehrt, die nördliche Zone ist, wenn auch später als feierlich vereinbart, geräumt worden, gewisse bescheidene Erleichterungen sind in dem besetzt gebliebenen Gebiet gewährt worden. Aber von der A n s i ch tb a r m a ch u n g der Besatzung spüren die Landesteile noch nichts. Roch sind die alten Garnisonstädte übermäßig stark belegt, wird in ihnen die Wohnungsnot weiter gesteigert. Manöver unter Zusammenwirkung mit englischen Truppen finden im besetzten Gebiet im größten Ausmaß statt, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse ‘ber schwer darniederliegenden Landwirtschaft. Zusammenstöße mit der Besatzung sind und bleiben an der Tagesordnung, Zusammenstöße, bei denen der Deutsche immer den kürzeren ziehen muß, weil über ihn — 11 Jahre nach Friedensschluß! — Kriegsgerichte urteilen, die sich nicht vom Recht, sondern lediglich vom Machtstandpunkt leiten Staatsmittel in die Hand bekam. Von einer solchen Entwicklung kann aber in Oesterreich nicht die Rede sein, weil die gegenseitigen Kräfteverhältnisse hier nicht mit denen in Italien vor s oder 9 Jahren vergleichbar sind. Stabile Verhältnisse können in Oesterreich für die Politik wie für die Wirtschaft nur durch ein engeres Verhältnis zum Deutschen Reich geschaffen werden, und der Gedanke, daß die Wirtschaft hier der Politik vorangeben muß und vorangehen kann, ist absolut richtig. Man wird die Frage aufwerfen, wie die Persönlichkeit an der Spitze des heutigen Oesterreich hier- über denkt. Dr. Seipel ist ein Mann non hoher persönlicher Kultur, der von der römisch-katholischen Weltanschauung bcherrfd)t wird. Für ihn ist der primäre Gesichtspunkt weder der grundsaytim-natio- nale, noch auch der geschichtlich habsburgische, son- dem der katholisch-weltanschauliche. In dem Augenblick, wo dieser mit dem Anschlußgedanken zusam- menfallen sollte, wird der österreichische Bundeskanzler auch den Anschluß zu seiner Sache machen. Solange und soweit es nicht der Fall ist, wird er ihn aufschiebend behandeln. Das aber gilt nur auf dem politischen Gebiet, und auf diesem sind ja bis auf weiteres auch die Ententemächte hinderlich. Wirt- s ch a f t l i ch , das muß immer betont werden, würde Die Herstellung eines engeren Verhältnisses zwischen dem Reich und Oesterreich viel dazu beitragen, den Markt von Südosteuropa gemeinsam für die reichsdeutsche und die österreichische Industrie zu öffnen und Deutschland einen Ausgleich dafür zu bieten, daß ihm, um mit Dr. Schlenker zu sprechen, nach Westen keine neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten mehr offen stehen. lassen. Trotz aller Zusicherungen sind heute noch farbige Truppen am Rhein. Bei ber letzten Sitzung des Völkerbundsrates in Genf, als Stresemann jenen mutigen Kampf für die deutschen Minderheiten führte, und sich die ganze Hohlheit der Phrasen derjenigen zeigte, die angeblich für die Befreiung der unterdrückten Völker ins Feld gezogen waren, ist von der Räumung überhaupt nicht gesprochen worden. Seit Poincarü am Ruder ist und Frankreich unter seiner Diktatur steht, weht ein eisiger Wind von dort her, der jede wirkliche Verständigung unmöglich macht. Darüber kann auch der gelegentlicye Phrasenschwall Driands nicht Hinwegtäuschen, der um so unangenehmer wirkt, als bei der nächsten Gelegenheit derselbe Driand in gehässigster Weise Deutschland in den Rücken fällt. Der ehrliche Verständigungswille Deutschlands findet drüben kein Echo mehr. Frankreich hatte seine Rheinlandpläne, die Jahrhunderte alten, ein paar Jahre zurückgestellt, nicht auf gegeben; nun schimmern sie wieder durch alle Maßnahmen der französischen Politik hindurch. Wenn man bedenkt, daß seit den Zeiten Heinrichs IV,, seit dem 16. Jahrhundert. daS Streben Frankreichs nach dem Rhein geht, daß alle seine großen Staatsmänner von Richelieu bis zur Gegenwart immer wieder dem französischen Volk gegenüber die Rotwendig- keit betont haben, daß Frankreich die Wacht am Rhein halten müsse und der Rhein Frankreichs natürliche Grenze sei — entgegen allen tatsächlichen Verhältnissen, so darf man sich nicht wundern. daß auch die Mehrheit im heutigen Frankreich sehr schwer von diesen Ideen abkommen kann. Daher der Kampf um die Räumung. Frankreich hätte es so leicht, durch eine große Geste der Welt seinen wirklichen Friedenswillen zu zeigen. Daß das entwaffnete Deutschland irgendwelche Gefahr gegenüber seinen in Waffen starrenden Rachbarn bedeutet, kann ernstlich niemand behaupten. Daß Deutschland gewillt ist, im Rahmen des Möglichen seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, weiß Frankreich wie die Welt. So sind alle Voraussetzungen für die Räumung gegeben: wer sie trotzdem verweigert. der zeigt nur. daß ihm die Friedensbeteuerungen lediglich eine Phrase sind, daß tut Ernst andere politische Ziele verfolgt werden. Sie werden deutlich erkennbar bei dem Kampfe um den sogenannten S icher he its aus schuß. Erst sprach man von den „el^ments Stahles , die in der entmilitarisierten Zone auch in Zukunft sein sollten, dann sprach man von Kontrollausschüssen, nun findet der schlaue Briand den wunderbaren Ausdruck „Sicherheitsausschutz" und versucht Deutschland einzureden, daß eine derartige Einrichtung durchaus im Interesse auch des deutschen Volles sei. Man will ja auch großmütig einen deutschen Vertreter in diesen Ausschuß, in dem die Entente die überwiegende Mehrheit haben wird, zulassen. Man will mit anderen Worten über bie Zeit hinaus, tn der nach dem Vertrag von Versailles Frankreich räumen muß, eine feste Position im Rheinland haben, zugleich eine offizielle und unangreifbare Spionageeinrichtung, die. wie der Ludwigshafener Fall zeigt, der Industriespionage jederzeit dienstbar gemacht werden kann. Man will die Stellung am Rhein nicht aufgeben und. wenn die Zeit einmal günstiger ist. ö i c a 11 c n Pläne wieder aufnehmen, die nicht, wie einst die Männer der französischen Revolution glaubten, den Frieden Europas sichern, sondern ihn auf das schärfste bedrohen würden. Wir sehen gleichzeitig, wie man im Saarge b i e t unter dem Deckmantel des Völkerbundes arbeitet, immer wieder Versuche macht, die französische Schule einzuführen und das Ab- stimmungsergebnis, das so unzweifelhaft für Deutschland lauten wird, zu beeinflussen. Daß das Ansehen des Völkerbundes bei dieser Handlungsweise stark herabgesetzt wird, kümmert die Herren natürlich nicht, die im Völkerbund lediglich die Organisation zur Verteidigung der Beute, nicht zu einem wirklich gerechten Ausgleich der Interessen der Völker erblicken. Am Eupen-Malmedy ist es still geworden. Die Deutschen führen dort einen verzweifelten Kampf gegen die französischen Bestrebungen der belgischen Regierung. Sie haben die Hoffnung nicht aufgegeben, daß eine neue Abstimmung zugelassen wird, diesmal eine geheime und unbeeinflußte, an Stelle jener Farce des Jahres 1919; das Ergebnis wird für Deutschland sprechen. Es ist nicht zuviel gesagt, daß der Winter noch auf dem deutschen Westen liegt. Sollen wir deshalb die Hoffnung auf den Frühling auf geben, auch wenn er so lange auf sich warten läßt, wie es dies Jahr geschah? Gewiß sind wir ein machtloses Volk, aber stärker als alle Waffen und Machtmittel ist der Wille eines Volkes, seine nationale Einheit zu behaupten, seine Kultur, feine Sprache sich zu erhalten. In den trüben Tagen im Jahre 1919, in der Zeit des Ruhrkampfes und der Separatistenwirren, als das Schicksal des Rheinlandes auf des Messers Schneide stand, hat dieser Wille sich gegen alle Bedrängnisse und Gefahren durchgesetzt. Anauflöslich ist der Westen mit dem ganzen deutschen Volt verbunden, fühlt sich in Schicksäls- gemeinschaft mit jenem bedrängten Gebiete des Ostens, dessen Gefahren sie, die in ähnlicher | Lage sich befinden, durchaus begreifen. Dieses I ftarfe Gefühl der inneren Verbundenheit, eines unerschütterlichen Willens zur nationalen Selbstbehauptung wird den Frühling der Freiheit heraufbeschwören, den wir nicht durch Zugeständnisse erkaufen wollen, die wir finanziell oder politisch nicht tragen können. Die Freiheit wird uns werden, wenn wir an sie glauben, und wenn wir unser ganzes politisches Handeln auf die einstellen. politische Ostern in Ost und West. Gießener Stadttheater. Fragmente aus „Parsifal". Die Anregung zur Komposition des „Parsifal" fällt bereits in die früheste Zeit Wagnerschen Schaffens. Schon in Paris 1841 machte Wagner Bekanntschaft mit einer Fülle dramatisch Der- wertbarer Stoffe, vornehmlich aus dem Gebiet der deutschen Volkssage. Dann, während seiner Dresdner Hofkapellmeistertätigkeit, 1845, reiften in ihm die Ideen zu den .Meistersingern", „Ribe- lungen" und „Parsifal". Der Entwurf zu einem Drama „Jesus von Razareth", das aber aus mancherlei Gründen nicht ausgefuhrt wurde, stammt aus dem Jahre 1848. Aber der Gedanke, der diesem Entwurf innewohnte, sand schließlich, wenn auch in veränderter Gestalt, in dem Duh- nenweihefestspiel doch feinen Riederschlag. 1865 batte Wagner den Plan zu „Parsifal" entworfen, aber die Ruhelosigkeit seines Wesens und der daraus folgende häufige Wechsel seines Tätigkeitsfeldes unterbrachen die Arbeit immer wieder. Dann schuf der finanzielle Mißerfolg der Festspiele des Jahres 1876 neue Hindernisse, deren Beseitigung die ganze Energie des Meisters in Anspruch nahm. Ein aufreibendes Leben als Konzertdirigent, um alte Bayreuther Schulden zu decken, und Mittel für neue Festspiele zu erwerben, folgte und dennoch lag 1877 das -Textbuch der Oper fertig vor, und die nun sofort in An- griff genommene Komposition war 1882 becnöet. Im August 1882 erfolgte die erste Aufführung, denen sofort weitere folgten. Der Eindruck war außerordentlich, wenn auch nach wie vor Die erbitterte Gegnerschaft nicht verstummte. Es ist genug bekannt, wie stark umstritten, durch Jahrzehnte hindurch, Wagners , V^rke waren; aber nach und nach kühlten sich die Gemüter ab Wagners Musikdramen eroberten sich eine führende Stellung. Nachdem nun der Sturm sich gelegt hat, ist heute wieder ein lebhafter Meinungs- kampf, einmal um Wagners Bedeutung für die Entwicklung der Oper und des Musildrcmias, andermal um die Lebensfähigkeit seiner Werke entbrannt. Vielleicht liegt es an der ilc&erfuttc- rung der Spielpläne vieler Theater mit Wagner- Opern, vielleicht an der gewaltigen Menge von „Arrangements" jeder Art, besonders aber der Großen Fantasien", die heute noch von Militärkapellen besonders bevorzugt sind. Aber mehr noch scheint dieser Streit eine Folge der bis zum äußersten (Ding) getriebenen Leitmotivtechnik zu sein, Die vor allem Dem Ring seine Lebensfäyig- Ht ’ zu nehmen droht. Dies Geschehnis in vier 'eilen ist mehr Epos als Drama und das Spiel mit Leitmotiven oft bis zur Ermüdung getrieben. Der Gedanke, dieses Werk auf einen Abend zu- sammenzuziehen, entspringt gewiß Dem ehrlichen Wunsch, es lebensfähig zu erhalten. Aehnliches gilt von den „Meistersingern". Zwei Werke aber sind es, in denen der Bayreuther Meister seine echteste, edelste und tiefste Sprache spricht: „Tristan" und „Parsifal". Hier findet das Problem der Erlösung durch die Liebe, das Wagner stets am stärksten anzog (Tannhäuser, Holländer) seinen tiefsten und reinsten Ausdruck. And gerade hier ist von der Leitmotivik der spärlichste Gebrauch gemacht, und dort wo sie vorhanden ist, ist sie mit maßvollem Bedacht verwendet. Hier spricht jener andere, richtige Wagner, wie ihn von Der großen Menge feiner Hörer die wenigsten kennen, zu uns. Aber vielleicht ist das gerade der Grund, daß diese beiden Schöpfungen zuerst vor allen anderen von den Spielplänen verschwinden. Die gestrige Veranstaltung des Stadttheaters stand unter keinem günstigen Stern. Das schone Wetter trägt wohl Die Hauptschuld, daß sich nur ein kleiner Zuhörerkreis eingefunden hatte. Wenn auch Die Absicht für Die nicht zu ermöglichende Aufführung Der ganzen Oper, wenigstens Ausschnitte davon zu bieten, anerkannt werden muh, so bleibt doch Die Form einer solchen Wiedergabe eine mehr als heikle Angelegenheit. Das bezieht sich in Der Hauptsache auf den orchestralen Teil, zunächst also das Vorspiel. Es ist eben undenkbar, Dem Hörer von Der Mystik unD Tiefe geraDc der Musik des Vorspiels nur mit Hilfe eines Flügels auch nur ungefähr einen Klangbegriff zu vermitteln. Die packende Wirkung des thematisch einfachen Vorspiels ist von Dem Orchesterklang mehr als anderes abhängig. Die vollendete Wiedergabe durch Kapellmeister Krauß ändert Daran nichts. Cs liegt nicht am Spiel. sonDern am Instrument. Bet Den Gesangspartien liegt Die Sache besser. Man vermißte hier Das Orchester weniger, ja Die Wirkung Dieser Teile war unmittelbarer. Die Vor- tragsfolge zeigte deutlich Die Absicht der Aus- führenden. nur dem Kunstwerk zu dienen, was ihnen auch erfolgreich gelang. Drei durchgebildete Stimmen vereinten sich zu ausgeglichenem Ensemble. Ehr. St reib (Tenor. Parsival), R. Geiße-Winkel (Bariton, Amfortas) und F. Melcher (Baß. Gurnemanz und Titurel). Alle gleich gut in Stimmbildung und vorbildlichem, von allen Dühnenvofen freien, tiefempfundenen Vortrag. Kapellmeister Willi Krauß, Der am Flügel mit feiner Anpassung begleitete, verhalf nicht zuletzt durch fein nuanciertes und musikalisches Spiel zu der ausgezeichneten Gesamtwirkung. Das Bühnenbild gab Dem Ganzen einen wür> Digen Rahmen. B. n. Oer Osten. Von Wilhelm Freiherrn von Gayl, Äevollm. der Provinz Ostpreußen z. Reichsrat, M. d. preuß. Staatsrats. Dor wenigen Tagen sah es aus, als würden wir in diesem Jahre Ostern in allen Teilen des Vaterlandes in Schnee und Eis feiern und auf die Vorboten des Frühlings an diesem Fest verzichten müssen. Auf den deutschen Osten und das äußerste Glied unseres Volkes, das abgeschnürte Ostpreußen, trifft cs auch noch zu. Der Osten ist nun einmal von der Natur harter bedacht. als der deutsche Westen. Wir sind ein in schwerem gemeinsamen Schicksal unlöslich verbundenes Volk. Wir haben die gemeinschaftlichen Lasten des Friedens von Versailles zu tragen. Wir leiden an denselben Grundübeln unseres öffentlichen Lebens und der falschen Struktur unseres parlamentarischen Systems. Wir entbehren alle des Waltens einer starken Staatsgewalt, welche die knappen Kräfte der Nation in ausgleichender Gerechtigkeit da einsehen könnte, wo es ganz besondere Schäden zu heilen gilt. Llnd wir stehen alle unter den Einwirkungen des Zeitgeistes, der unser Volk mit den Gedanken einer uns wesensfremden Westzivilisation überfremdet und daher nicht zur inneren Sendung kommen läßt. Neben dem gemeinsamen Schicksal drückt die einzelnen Reichsteile noch ihre besondere Not: den Westen die fremde Besatzung und den Osten die Folgen der unsinnigen Grenzziehung. Dazwischen liegen jene glücklicheren Gebiete der Mitte, denen jener besondere Druck fehlt. Soviel uns gemeinsam ist, soviel unterscheidet uns heute doch, wenn man die einzelnen Gaue des Vaterlandes vergleicht. 3n diesen Unterschieden liegt die Gefahr, daß wir uns im Westen, in der Mitte und im Osten Deutschlands nicht immer r i ch t i g v e r st e h e n . daß wir aneinander vorbei und schließlich uns auseinander reden. Lind doch hängt einer vom anderen in unserer Volksgemeinschaft ab. Wenn ein Glied eines geschwächten Körpers ganz besonders krankt, so leidet endlich auch der gesamte Organismus. 3m Lärm des täglichen Lebens und im Kampfe ums tägliche Brot findet der heutige Deutsche selten Zeit, einmal über den Bannkreis des eigenen Kirchturms hinauszusehen und sich klarzumachen, wie es in anderen Teilen des Vaterlandes tatsächlich aussieht. 3n den stilleren Stunden der Osterwoche bietet sich wieder einmal Gelegenheit, auch über das nachzudenken, was uns nicht täglich berührt. 3n den Tagen, in denen das christliche Deutschland des Sterbens und Auferstehens des Heilandes gedenkt, in denen wir die Größe und Tiefe des christlichen Liebesgedankens wieder einmal innerlich empfinden, sollten wir auch in Liebe unserer Volksgenossen, der näheren und der weiteren, gedenken und ihrem Schicksal nachgehen. So eignen sich diese Ostertage besonders dazu, daß der Westen über den Osten, der Osten über den Westen und die Mitte über beide nachdenkt. Diese Osterzeit soll uns näherbringen. Der Westen ist im Osten sehr viel mehr bekannt, als der Osten im Westen. Viel mehr Ostdeutsche kennen und lieben den Rhein aus persönlicher Anschauung, und viel weniger Westdeutsche den Osten aus eigenem Erleben. Da der zahlenmäßig größere Teil unseres Volkes links der Elbe beheimatet ist, so ist die Zahl derjenigen, welche den Ostfragen fremd gegenüberstehen, der grö- ständigung beitragen, wenn jetzt einmal einige grundsätzliche Gedanken über den deutschen Osten ausgesprochen werden. Obwohl das Gebiet unseres Volkstums zwischen Magdeburg und Memel uralter deutscher Boden ist, hat unser Volk diese weiten Flächen er st im Mittelalter wieder zurückerworben und besiedelt. Die Städte und Dörfer des Ostens sind weit jüngeren Ursprungs, als die Mittelund Westdeutschlands. Das deutsche Volkstum im Osten ist daher wesentlich jünger als das der Stammgebiete. Seine Kultur hat es aus dem Herzen des alten deutschen Gebietes bezogen. In schweren Kämpfen um den neuerworbenen Besitzstand haben die Volksgenossen im Osten ihre deutsche Kultur verteidigen und fortentwickeln müssen. Die größere Jugend der Kultur im Osten bedeutet einen Trennungsstrich durch Deutschland, der sich erst in längerer Entwickelung verwischen wird. Dazu kommt, daß die Natur den Osten viel stiefmütterlicher in bezug auf Klima, Bodenschätze und andere wirtschaftliche Vorteile bedacht hat. Das Leben im Osten ist daher kulturell und wirtschaftlich ärmer als im Westen. Diese lln- terschiede haben auch den Charakter der Bevölkerung beeinflußt. Wer im Kampf mit seiner kargen Natur lebt, wird ernster, schwerfälliger, oft auch unliebenswürdiger in seinen Lebensformen, wie der Bewohner glücklicherer Gebiete. So sind jene tiefgreifenden Llnterschiede zwischen Westen und Mitte Deutschlands einerseits und dem Osten anderseits geschichtlich entstanden und menschlich verständlich. Der Westen ist der ältere und deshalb auf vielen Lebensgebieten vorgeschrittenere- Druder des Ostens. Davon, daß dieser Unterschied a u f h ö r t und daß der Osten kulturell und wirtschaftlich sich dem Westen annähert, hängt das Schicksal des Deutschtums sehr wesentlich ab. Wenn es auch selbstverständlich ist, daß daS deutsche Volk keine Fußbreite seines ohnehin zu schmalen Besitzstandes aufgeben kann, so muß hier besonders betont werden, daß die Erhaltung des Besitzstandes Lebensfrage des ganzen Volkes ist. 3e mehr die Welt sich für uns verschließt, desto notwendiger ist jedes Stück deutschen Bodens. Am deutschen Osten, an der ganzen Linie von Kattowitz über Schneidemühl bis Lauenburg in Pommern und an dem durch den sogenannten Korridor vom Reich abgetrennten Ostpreußen nagt die slawische Flut unaufhörlich. 3n den losgerissenen Gebieten versucht diese Flut, den deutschen Charakter des Landes und seine deutschen Bewohner völlig hinwegzuspülen. 3m Osten liegt daher eine Gefahrenquelle, deren unser Volk sich in weitesten Kreisen bis heute noch nicht bewußt geworden ist. Die Gefahr kann nur gebannt werden, wenn der deutsche Osten kulturell und wirtschaftlich s o gestärkt wird, daß er der andrängenden Flut gewachsen bleibt. An dieser Aufgabe mitzuarbei- ten, ist Pflicht des gesamten deutschen Volkes im eigenen wohlverstandenen 3nteresse der Mitte und des Westens. Diese Pflicht kann nur durch Opfer erfüllt werden, die bei der allzu knappen Decke unseres Vermögens durchaus empfindlich gefühlt werden mögen. Diese Opfer werden aber gebracht werden müssen, wenn unser Volk seinen Besitzstand behaupten will. Der Osten ist wirtschaftlich kränker als die anderen Reichsteile. Die gemeinsamen Lasten wirken sich naturgemäß in einem kranken Glied besonders drückend aus. Der Osten muß daher von der Mitte und dem Westen entlaßet werden, wenn er gesund werden soll. Die geforderten Opfer werden nicht verloren sein. 3m Osten lebt ein zäher Wille zur Selbstbehauptung, der nur der Hilfe bedarf, um sich durchzusehen. An einem erstarkenden Osten hat jeder Deutsche ein 3nteresse. Das große Heer der westlichen 3ndustriearbeiter wird auf die Dauer keine Arbeit und kein Brot haben, wenn es nicht gemeinsamer Arbeit aller gelingt, den Osten wieder kaufkräftig zu machen. Das Verständnis und die Arbeit für den Osten muß heute mehr denn je Volkssache werden. Wir haben keinen einzelnen Herrscher mehr, dessen Wille und Machtwort für uns Taten schafft. Wir leben in einer Zeit, in der das Do l k selbst verantwortlich sein soll für seine Zukunft. 3e mehr deutsche Männer und Frauen den unlöslichen Zusammenhang zwischen Westen und Osten erkennen und den Willen zur Tat haben, desto stärker wird dieser Zusammenhang gegen alle Stürme der nächsten Zeit gefestigt. Nicht mit einem innerlich von gewisser Geringschätzung beeinflußten Wohlwollen, sondern mit festem tat- und opferbereiten Willen müssen Westen und Mitte Deutschlands an das Ziel Herangehen, die geschichtlich gewordenen und in der Not der Zeit verstärkten Unterschiede zwischen der Kultur und der Wirtschaft des Westens und des Ostens so weit auszugleichen, als die verschiedenartigen natürlichen Verhältnisse es erlauben. Nur dann ist die Zukunft einst wieder unser! Es stimmt nicht, daß die Milliardäre die Welt beherrschen. Nach einer kürzlich im „Erfolg" veröffentlichten Statistik befinden sich nur 7 Prozent des Aktienkapitals der amerikanischen Gesellschaften in den Händen von Milliardären; die übrigen 93 Prozent besitzt jedoch die große Masse von Aktionären. Hieraus folgert, daß auch drüben der Einfluß weniger Industrieführer nicht für die Gesamtmirtschaft maßgebend ist, sondern daß junge, aufsteigende Unternehmungen dem Wirtschaftskörper frisches Blut zuführen. Es ist in Amerika genau wie in Deutschland, daß der tüchtige Kaufmann, der dem Konsumenten etwas Besonderes bieten kann, sich, losgelöst von Konzernen und Trusts, feinen Weg selbst ebnen kann. Durch seine Beweglichkeit hat ein derartig geführtes Unternehmen sogar einen wesentlichen Vorsprung vor den größeren, schwerfälligen Wirtschaftsgebilden und kann weit durchdringender seinen Fabrikationsapparat organisieren und straffen als diese. Das Resultat ist dann, daß sich der Erfolg an die Fahnen eines solchen kühnen Unternehmens heftet. Hierüber ist das große Publikum verwundert, da es die inneren Ursachen des Aufstieges nicht kennt. Nach dem bekannten Wort eines deutschen Wirt- schaftsführers beweist derjenige, der sich beklagt, daß er zu viel zu tun hat, daß er nicht organisieren kann, wer dagegen zu wenig zu tun hat, beweist, daß er überflüssig ist. Dieses gilt nicht nur für die einzelnen Personen, sondern auch für geschäftliche Gründungen. Nach diesem Satz ist die Daseinsberechtigung eines in letzter Zeit durch feine Fortschritte auffallenden Unternehmens der deutschen Zigaretten-Industrie, der Bulgaria-Zigarettenfabrik, Dresden, begründet, denn diese Firma hat durch den starken Absatz ihrer bekannten Marken einen hohen Grad der Beschäftigung erreicht, den sie jedoch mit Leichtigkeit durch erfolgreiche Rationalisierungsmaßnahmen bewältigt. Ja, wir sehen sogar, daß die Bulgaria dank dieser Methoden dem Konsumenten ihre Erfolge in bewundernswerter Weise präsentieren kann. Sie liefert in ihrer bekannten ö-Pf.-Zigarette, Bulgaria-Krone, eine Qualität, welche die hochwertigsten bulgarischen Edeltabake enthält und die nach Urteilen von Fachleuten und Rauchern an Güte einer 8-Ps.-Zigarette gleichkommt. 2954v | lmTrauerfalle:Tel.l382 Wöe aus Cai. Rowa :k,Seliei sw^8L ! lion jederzeit sofort bcreilwill s?it mit Auswahlen Schwarze Mäntel, Schwarza Kleider W lau4t Schwarze Kleider- und Seidenstoffe Weinet nicht an meinem Grabe, gönnet mir die ew’ge Ruh ; denkt, was ich gelitten habe, eh’ ich schloß die Augen zu. Heute vormittag 5 Uhr entschlief nach langem schweren, mit Geduld ertragenem Leiden unser lieber hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Enkel,Schwager und Neffe Heinrich Theiß Metzgergeselle im blühenden Alter von nahezu 22 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Theiß nebst allen Angehörigen. Lindenstruth, den 29. März 1929. Die Beerdigung findet am 1. Osterfeiertag, 31. März, nachmittags 3 Uhr statt. vi802 Heute nacht entschlief sanft nach schwerem Leiden meine liebe Frau unsere liebe treusorgende Mutter, Schwester, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter Frau Elisabelha Weh. Seibert im Alter von 80 Jahren. In tiefer Trauer: Kaspar Koch, Straßenwart i. R. nebst Kindern und allen Angehörigen Oppenrod, Annerod, Beuern, den 28. März 1929. Die Beerdigung findet am ersten Osterfeiertag, nachmittags 2 Uhr, statt. 2936L) imiiiiiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiii 2950D 2947 D 0i8 »3 Lollar, den 30. März 1929. 01814 Statt Karten! Wieseck, Ostern 1929 01793 Wetterfeld, den 28. März 1929. 01828 sirahe 5 2944V Freie Innung der Gastwirte 29070 Der Vorstand. 29220 Rollwäsch ,Naßwäsche^Sch ank- fertige Wasche * Rasenbleiche ihrer Mutter im Alter von 2^ Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in die Ewigkeit nach. Oampfwaschanstali Fuchs Gießen, Schühenstraße 10 * Fernsprecher Nr. 17 Suche mich mit 4-6000 M. tätig z. beteiligen. Lurean vorlianden. Sichert). erwünscht. Schrisil.Angeboie u. 01807 a. d. Gieh.Anz. Die Beerdigung findet am 1. Osterfeiertag um 3 Uhr nachmittags statt. Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Georg Hammel Erika Hammel geb. Schneider Am Karfreitag wurde meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Margarethe Eise geb, Braun im 73. Lebensjahre von ihrem schweren Leiden sanft erlöst Die trauernden Hinterbliebenen. In deren Namen: Philipp Eise Gießen (In Löbers Hof 8), Frankfurt a. M., Heuchelheim, 30. März 1929. Die Beisetzung findet am Dienstag," dem 2. April, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt von Gielen null Umgegend Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die alte Jahresrechnung sowie der neue Haushaltsplan bei unserem Kassierer Elges 14 Tage zur Einsicht offen liegt. Im Namen der Hinterbliebenen: Ferdinand Scriba Pfarrer. Wem, Home, Brohl, Draht- seile, eiserne Gitter iM M billig abzugeben Seemann Ketz Gießen / Schühenstraße 62 Für die uns anläßlich unserer silbernen | Hochzeit in großem Maße erwiesenen Auf- t merksamkeiten danken wir herzlich Ludwig Geißler VI. r und Frau W Sion in liebevolle Pflege abzngeben. Zu erfragen tn der [01794 Frauen-Minik. Todes-Anzeige. Heute mittag V35 Uhr entschlief sanlt nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe, gute Frau, meine liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Marie Mohr im 74. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen. Philipp Mohr Pflastermeister i. R Annerod, den 29. März 1929. Die Beerdigung findet am 1. Osterfeiertag, mittags 2 Uhr statt. Sämtliches WWW«- Ä WWMW-UWW EinlDamen-n Kirder- Kleidung und-Wäsche fertigt an und bessert aus, billtgft. oisii Fr. 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QRUCfl ESSEN 1929 Qrosse Ruhrländische Gqrlenbau-Ausslellung ERÖFFNUNG:29JUNI KleinLinden Am 2. Feiertag Grotzes Tanzvergnügen (Zs ladet ein: Gesellschastsverein „Fidelio" Nur noch heute und morgen: Mord am Karlsbad (Das Geständnis der Drei) Gewalt. Kriminalfim in 6 Akten nach einem Roman von Paul Rosenhayn. In den Hauptrollen : Angelo Ferrari, Olaf Fjord, Julius von Szöreghi, Betty Astor Ferner: Benno Stehkragen nach dem gleichnamigen Ullsteinroman von Karl Ettlingen In den Hauptrollen- Margit Barnay, Käthe Haak, Hans Mierendorff Ab Montag, den zweiten Feiertag: Eddy Polo in seinem größten Sensationsfilm, 12 Akte _____ 2920C Abendessen zu Mk. 3,50 Kraftbrühe mit Mark in Tassen Schwedische Fischspeise Mast-Poularde, gedämpfter Chicore6 Sacher Törtchen Vorbestellung von Tischen erbeten. Telephon Nr. 25 WMMlAIM öeWi Sari Dotieiö imsieW seine MlMeu 2626V BiOX-Ultra die Sauerstoff-Zahnpasta Der lachende Zahn BEUERN Gastwirtschaft u. Metzgerei Karl Sommeriad Am 2. Os Abendessen zu Mk. 3,50 Känguruhschwanzsuppe Gänselcber in Madeira-Gelee Böhmischer Goldfasan mit Ananaskraut Eisauflauf Mascotte Hotel Restaurant Hindenburg Inhaber: Adolf Elges Fernsprecher Nr. 145 An den Osterfesttagen bestzusammengestellte Mittag-u. Abendessen O Reichhaltige Abendkarte O Am Ostersonntag, d. 31. März, abends 8 Uhr: KONZERT Astoria-Lichtspiele Seltersweg______________ Giehener Theater-Vereiniöunö Gegründet 1926 1. April (2. Feiertag) im Kath. Vereinshaus abends 8 Uhr Familienabend mit Theater und Tanz. Zur Aufführung gelangt: „Das Holland!»!“ Schwank in 3 Aufzügen. 2766t Eintritt: Vorverkauf 50 Pf. Abendkasse 80 Pf. Karten sind zu haben: Kaufhaus Elsoffer, FrlseurWahl, Schuhmachermeister Pfeiffer, Wolkengasse,und bei sämtlichen Mitgliedern des Vereins. Theater-Cafe Ernst Ludwig Neuen Bfiue ist wieder eröffnet Am zweiten Osterfeiertag gut besetzte Tanzmusik im Restaurant 2. Osterfeiertag gut besetzte feetetilspiele Gießener Straße. 1. u. 2. Osterfeiertag, abends 8*'? Uhr, das große Doppelprogramm: Opfer der Liebe Ein Drama in 6 Akten. Pat und Patachon 7 Akte, die beiden Filmheldea. 7 Akte. Jeder kennt sie und jeder weiß, daß ein Film mit ihnen 2 Stunden ungetrübter Heiterkeit, hemmungsloses Lachen bedeutet. Jedes Wort zum Ruhme dieser Komiker ist unnötig. — Ferner: Berichte ans aller Welt and ein Kulturfilm. 2905D L Mrfelerlag, oö 4 W nafliminags Homert Eintri 2.onerfclertag, aö 4 Hin vßlvmittogsLam Darmstädter Hans 1. April (2. Osterfeiertag) and während der Messe, jeden Tag von nachmittags 4 ühr ab, gastiert eine erstklassige 0,5,0 W. WM Wells JMkMWM MM Wngioil ßiefiens Herrlich mitten im Walde gelegene historische Stätte mit prächtigem Fernblick. HMwWUA/ISA Oer Aptoomnibus verkehrt von jetzt ab wieder täglich ab Restauration Aheingold, Ludwig- strafte 6, um 8 Uhr, 13 ühr, 15 und 18 ühr bis zum Fuß des Schiffenberges, um 15 ühr bis auf den Schiffenberq. 29420 WWW« MWW Telepbon 1423 AmtGieften Liebigshöhe Am 1. Osterfeiertag (Sonntag, 31. März) Grobes Mililär - Streichkonzert der Kapelle des I. (Hess.) Grenadier-Bataillons, 15. Inf.-Regts. Leitung: Obermusikmeister Löber 2. Osterfeiertag Tanzabend 01831 FuM-Wettspiele! 1. Osterfeiertag, nachmittags 4 Uhr KiH9W-SO.«.1900 vorher: Köln-Mülheim (Jugend) — 1900 (Jugend) 2. Osterfeiertag, nachmittags 4 Uhr Murg-OskersbauseD (Liga) - Sp.-Vgg. 1989 kÄMOW M BW Am 3. Osterfeiertag Btanz Jazzmueik Es ladet ein Ludwig Werner. Für gute Speisen und Getränke ist bestens geiorflk. —AuiohaltesteUe der Linie Gteüen - Wieseck- Alten-Buseck.M3 Es ladet ergebenst ein Vllhelm Wagner, Wim jjoBtiWL. 2903 D Wellersburg 3. Osterfeiertag Tanzmusik Anfang 4 Uhr Gleichzeitig empfehle ich meine Lokale und Gastwirtschaft für Vereine und Ausflügler M40D Heinrich Weller Lichtspielhaus ____________BahnboCstrafae 34____________ Nur noch heute und morgen: Der Spion derPompadour Ab Montag, den zweiten Feiertag: Die Königin des Varietes Eine reizende Komödie in 6 Akten. In der Hauptrolle: Harry Halm und Ellen Kürty Ferner: Glenn Tryon, der Weltmeister der Frechheit, in Der tolle Ozeanflieger Hervorragendes Sensationsschauspiel in 6 Akten | Auf der Bühne | The Three Barlay’s Groi esk-Exzentrik-Stepdancer tiypöihek-ßesiicli Aus eine neue Hof' reite mit 10Normal- morgen fliueni Land und anderen erstkl. Stcherheitsovjektcn 20000 im. als 1. Hnvolbek von Selbslgeb. z.letb ges. Schr. Ling. 11. 288SD a. d. Gien. Anzeiger. RM. 5000 auf 1. Hypothek b. 5facher Sicherheit von püriktl, Zinsz. gegen IO0/,, Zinsen ges. Oft. an Post- schheßf. 66 Gießen erbeten. £861D Ein *6ü Men mit Qbttbäumcn 41 9? uieu ar oh, am »'odibergz.uervacl.t. Ludwig ednvalb, Burg lDilikrci 7> BcrniStäiig. Madel 2t>Jabre alt. wünscht die Bekanntschaft eine- netten Herrn zwecks späterer Heirat Nur ernitaem. schr. Anfl.u.0I6l4a.d.G.Ll. Nr. 75 Drittes Blatt___________ Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen) Samstag, 30. März 1929 Oer Sport an -en Osterfeieriagen zum Freundschaftsspiel. Lampertheim l,noch | liegen. 6.ZachwarieiaMgderD.T.inMnnheim bi- der K. Runvfuntprogramm deS Aroakfurler Senders. (Aus der .Radio-Umschau".) Sonntag, 31. März. Auswertung der Kölner Ergebnisse. — 3m weiteren CBcrlauf der sechsten Fach - Wartetagung der Deutschen Turner- schalt in Mannheim, über deren ersten Tag wir schon kurz berichteten, wurde am Dienstag in den einzelnen 2lbteilungen vielseitige Kleinarbeit geleistet. Die Männerlurmvarte beschlossen, eine laufend erscheinende Uebungs- beilage für alle Kreiszeitungen unter Leitung deS früheren Oberturnwartes K u n a t h, Bremen, erscheinen zu lassen. Bei dem turnerischen Zehnkampf wird die Punktzahl für einen Sieg von 8/< auf 3/8 herabgesetzt, d. h., statt 150 Punkte berechtigen bereits 134 Punkte zum Sieg. 3n Zukunft können größere Wettkämpfe zwischen Vereinen benachbarter Kreise schon durch die Kreisoberturnwarte der betreffenden Kreise genehmigt werden. 3m 3ahre 1930 treffen sich die Alten der D.T. in Ostpreußen. Die Jrauenturnmartc leisteten tiefgründige Arbeit für das Wettkampfwesen der Frau. Das Wertungsshstem deS badischen KreiSfrauenturnwortes Latterner, Karlsruhe, wurde für gut befunden. Die Spielwarle beschäftigten sich mit den Fragen der Ausgestaltung der Spielordnung und dem Verhältnis zu anderen Verbänden. Die Spielsperren für Hand- und Fußball wurden aufgehoben und Abstiegs- spiete verboten. Mit anderen Verbänden werden schwarze Li st en ausgetauscht. Die volkslurnwarie unterzogen die in Köln und Amsterdam veranstalteten Wettkämpfe einer gründlichen kriti- schen Durchsicht. .Umfangreiche Lehrarbeit an der Preußischen Hochschule in Spandau, sowie in der eigenen D. T.-Schule in Berlin soll den diesem Uebungsgebiet zuströmenden Massen neue Lehrkräfte bringen. Wohl wird eine Zusammenarbeit mit der D. S. B. erstrebt, wo es möglich ist; jedoch dürfe die sich glänzend entwickelnde Volkse turnbewegung der D.T. nicht gehemmt werden. Vor den Schwimmwarten sprach Dr.-3ng. Lossagk, Berlin, über Kunst- und Turmspringen. Die Schwimmwortc befaßten sich weiter mit der Frage der Pflege des volkstümlich betriebenen Kanusports unter Ablehnung der Rennveranstaltungen. Die Fechter meldeten einen gewaltigen Aufstieg der Fcchter- bewegung. Die Fechterzeitung soll deshalb ausgebaut werden. Eifrige Lehrgangsarbeit soll die nötigen Führer bringen. Als jüngster Zweig in der Organisation wurde von den Kinderturnwarten das Turnen der Kinder behandelt. Besonderes Augenmerk soll aus die Auswahl der Leiter dieser Abteilungen gelegt werden. Der Wettkampf von Kindern soll auf das geringste Maß beschrankt werden. Die sich anschließende dritte gemeinsame Tagung hatte reichen Beratungsstoff aus der Facharbeit der Abteilungen zu verarbeiten. Das Verhältnis der D. T. zu den anderen verbänden wurde nach allen Seiten eingehend beleuchtet. 3m Mittelpunkt der Verhandlungen stand hier die Frage der „reinlichen Scheidung", die in ihren Grundzügen vollauf erhalten bleibt. Der Wettkainpfverkehr zwischen der D.T. und den anderen Verbänden soll erleichtert werden. Die Regelung bedarf im einzelnen jedoch der Zu- stimmung des Hauptausschusses der D. T., der neben dem Deutschen Turntag als oberste Verwaltungsbehörde das letzte Wort zu sprechen hat. Die mit dem Akademischen Turnerbunde getroffenen Bestimmungen bleiben unverändert. Eingehend befaßte man sich mit den konfessionellen Verbänden, sowie den Post-, Eisenbahn- und Werkvereinen. Der Ausklang der Tagung. Die vierte gemeinschaftliche Sitzung am Mittwoch beschäftigte sich mit der Organisation deS Kinderturnens. 3n den Männerturn- opfernden Tätigkeit der Mitglieder beider Vereine ist es möglich, den neuhergerichteten Sportplatz an Ostern zum erstenmal der Benützung zu übergeben, was in spielerischer Hinsicht von großem Vorteil sein wird. Man verspricht sich durch die Begegnung mit den Marburger „Germanen" etwas ganz besonderes. Für die zweite Mannschaft Großen-Dusecks läuft ein Abschluß mit der ersten Mannschaft des Sportvereins 1 9 28 Oberbiel bei Wetzlar. Da die zweite Elf gute Verstärkung erhalten hat, erwartet man ebenfalls ein ansprechendes Spiel. Irchball in Heuchelheim. Am zweiten Osterfeiertag spielt die erste Mannschaft auf dem Heuchelheimer Platze gegen die durch einige Ligaspieler verstärkte zweite Mannschaft von Union Riederrad. Es wird den Hiesigen schwer fallen, gegen diese starke Mannschaft zu gewinnen. Bei Hergabe von allem Können, das in der Mannschaft steckt, müßte sie aber trotzdem ehrenvoll bestehen. Gporiverein 1925 (Sarbenieich. Am zweiten Osterfeiertag trägt die erste Mannschaft des Vereiys gegen die gleiche von Nieder- Weise l ein Gesellschaftsspiel in Garbenteich aus. Garbenteich wird alles daransetzen müssen, um sich vor einer Niederlage zu schützen. Beide Jugendmannschaften treffen sich ebenfalls zu einem Gesellschaftsspiel in Garbenteich. Der Ausgang dieses Treffens ist offen. Arbeiter-Turn und Sportbund. Am ersten Osterfeiertag hat die F r e i e T u r - nerschaft Gießen Gäste aus dem 10. KreiS vor etlichen 3ahren eine der spielstärtsten Mannschaften des 9. Kreises, aber durch Reueinteilung zum 10. Kreise gekommen, wird hier gegen die Kreisklassenmannschaft Gießen antreten. Der Gästeelf geht ein guter Ruf voraus. Gießen wird alles daransehen müssen, wenn es den Sieg erringen will. Der Ausgang des Treffens ist offen. Lollars 1. Mann schäft hat sich Gäste auS dem 13. Kreis verpflichtet. Kassel - Wellnrode zählt zu den besten Mannschaften des 13. Kreises. 3m Vorspiel, bas zu Weihnachten in Kassel stattfand, mutzte sich Lollar eine 5:1-Riederlage gefallen lassen. Lollar, das auf eigenem Platze immer schwer zu schlagen ist, wird nun alles daransehen, diese Riederlage auszugleichen. Der Ausgang des Spiele- wird hier den Glücklicheren als Sieger sehen. Auf dem Wiesecker Sportplatz steht am ersten Feiertag im Vordergründe des 3nteresses das Aufstiegspiel W i e s e ck l gegen Erbach im Odenwald I. Erbach hat in seinen beiden letzten Spielen bewiesen, daß es zu spielen versteht und einen achtbaren Gegner abgibt. Wohl hat Wieseck den Vorteil des eigenen Spielplatzes, doch wird die Mannschaft alles hergeben müssen, wenn sie den Sieg erringen und sich im Tabellenstand wesentlich verbessern will. — Vorher spielen Wieseck II gegen Watzenborn I. Watzenborn, ein Renting, hat bereits in einigen Spielen sein Können bewiesen, ob e- ihm aber gelingt, die spielerfahrene 2. Mannschaft WieseckS zu schlagen, muh vffengelassen werden. — Die Jugend Mannschaft W iesecks hat sich die 1. Mannschaft Beuerns zum Freundschaftsspiel verpflichtet. Obwohl die Gäste körperlich überlegen sind, wird die technisch bessere Jugend Wie- secks alles daransehen müssen, um nicht zu unter» 8.30 bis 9.30: Katholische Morgenfeier. 11 11.30: Elternstunde: . Freiheit und Zwang in Erziehung", Vortrag von Mittelfchulrektor Kahl. 11.30: Bruckner-Zyklus. Achte Sinfonie in c-Moll. 13.15: Von Kassel: Sin Gang durch die Staatliche Gemäldegalerie zu Kassel. Ul- Die gotischen Marien. 15: Stunde deS Ehor- K' igs. 15 bis 16: Von Bad Ems: 1. Fuß- piel im Weekend. 2. Musik der Chorkapelle. 16 bis 17: Stunde der 3ugend. Aus dem deutschen Märchenbopn, vorgetragen von Hanna Lün- gen: Ostern! 17 bis 18: Konzert de« Rundfunkorchester«: Haydn. 18 dis 18.30: Stunde des Landes: „Eine Osterbotschaft an das Landvolk" Vortrag von Pfarrer Wilhelm Reuter, Drem- thal t TS. 18.30 bis 19: Stunde des Rhein- Mainischen Verbandes für Volksbildung: .Ratur im Frühling", ein Osterspaziergang, Vortrag von Schulrat Henze, Frankfurt a. M. 19 bis 19.30: Sportnachrichten. 19.30: Vom Frankfurter Opernhaus: „Aida", Oper von Verdi. Anschließend bis 0.30: Don Berlin: Tanzmusik. Gegner. Am zweiten Feiertage stellt sich der Fuß- balloerein 1920 Marburg-Ockorshausen, der voraus- sichtliche Ligameister der Gruppe Marburg, dem Gießener Publikum vor. Die Gäste erlitten in ihren gesamten Meisterschaftsspielen bis setzt nur eine Niederlage (in Allendorf, Kreis Kirchham 1:0 durch Elfmeter). Der Platzverein beabsichtigt dieses Spiel mit der Mannschaft wie gegen Köln 99 zu be- ^Die"iweite und dritte Elf der Blauweißen tragen Freundschaftsspiele in Nieder-Ohmen aus, dessen erste und zweite Elf zu Hause achtbare Gegner ab- ^(Vbenfafla in Nieder-Ohmen spielt die zwette Ju- gend 1900s gegen die dortige erste Jugend.. 3a-Iugend und 2. Schulerelf fahren zu Gesellschaftsspielen nach Hermannstein bei Wetzlar. V. f. B. Am ersten Feiertag finden auf dem Waldsport- platz vier Jugendtreffen statt. 1., 2. und 3.Jugertt» sowie die 1. Schülerelf stehen in Gesellschaftsruck, spielen den gleichen Mannschaften des V. f. B. Kur- Hessen Marburg gegenüber. In den Vor Pielen auf dortigem Platz wie überhaupt in den letzten Jahren haben die Gießener Bewegungsspieler gegen ihre Marburger Namensvettern immer recht mäßig ab- geschnitten. Die Gäste sind als außerordentlich fpieb stark bekannt: ihre 1. Mannschaft darf mit Recht als die beste Jugendelf des Lohnt reifes bezeichne werden. Auch diesmal werden sie aller Voraussicht nach in fast allen Spielen, wenn auch nicht mit all- zuhohen Resuttaten, gewinnen. Man erwartet von den Platzmannschaften, daß sie ihren Gegnern einigermaßen gleichwertige Spiele liefern, die recht interessant zu werden versprechen. Die Ligamannschaft sollte alten Abschlüssen gemäß am ersten Fciertaa in Frankfurt-Fecheuheim und am zweiten Feiertag in Rückingen-Langendiebach spielen. Nachdem beide Vereine abgejagt haben Hot sie sich für den ersten Feiertag Frankfurt-Ecken^ heim verpflichtet. Wenn sie ine Leistungen vom Vor- sonntag wiederholl, sollte sie einen knappen Sieg mit nach Hause bringen können. Die eifrige Dritte spiett an beiden Feiertagen: am ersten ist V\e bei der 1. Mannschaft von Hermann- stein bei Wetzlar zu Gast, am Zotten Feierwg empfängt sie auf eigenem Platz Mensfelden bei Limburg. , Außerdem find am Zweiten Feiertag noch zwei Iugendmannschasten auswärts. Die Zweite steht in Nidda der Ersten des dortigen Futzballoereius gegenüber; die Dritte ist Gegner der Steinbacher Jugendelf. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Der zwette Osterfeiertag bringt für ® r d 6 c n< Buscck die Begegnung der 2. Mannhaft der Liga des RasensportvereinS -Germania" Marburg gegen die 1.Mannschaft deS Platzvercins. Mit diesem Abschluß bezweckt der Spielausschuh, mit anderen Gauen in Zahlung zu treten, um die sportliche Weiterbildung der Mannschaft zu heben. Marburgs „Germania in in der hiesigen Gegend als besonders gute Vertretung deS Fußballs bekannt. Dank der auf- Oie O. T. und die anderen Verbände, ausschuß wurde als Vertreter für das Kinderturnen Glathe, Dresden, berufen. Zum Oberturnwart der DT. wird einmütig von den Fachwarten Earl S t e d i n g, Bremen, in Vorschlag gebracht. Vorgeschlagen werden fernerhin: als Männerturnwart der DT. Schneider, Leipzig; als Frauenturnwart Schröter, Zittau; als Volksturnwart Schmid. Stuttgart; als Spielwart Draungarth, Oldenburg; als Schwimmwart Bitsch, Frankfurt, und als Fechtwart Stassen, Hanau. Die fünfte und letzte gemeinschaftliche Tagung brachte einen Vortrag von Glucker, Stuttgart, über „Die Leibesübungen unö der berufstätige Mensch". Interessant war der Bericht von Direktor Ohnesorge über die bisher geleistete Arbeit der Deutschen Tumschule. Bis zum März 1929 haben insgesamt 1081 Personen an Lehrgängen in der Deutschen Turnschule teilgenommen. RamenS des Vorstandes der DT. sprach Prof. Dr. Berger, Berlin, Worte des Dankes. Damit war die 6. arbeitsreiche Kreiswartetagung d-c DT. beendet. Deutschland und das Olympia-Programm. 3n der Zeit vom 8. bis 12. April findet in Lausanne eine Sitzung des Jnlernationa- I en Olympia-Komitees statt, auf der die Ausschreibungen für die zukünftigen Olympischen Spiele beraten werden sollen. Dom Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen sind Vorschläge anSgearbeitet worden, die dieser Sitzung al« Material übergeben werden. Abweichend von den bisherigen Vorschlägen sieht das neue Programm für jeden Wettbewerb nur die Beteiligung von drei Vertretern jeder Ration vor. Auch die Mannschafts- kämpfe sind bis auf das Wasserballspiel gestrichen. Das gesamte Programm kommt in 15 Tagen zur Durchführung und sieht folgende Zeiteinteilung vor: 1. bis 5. Tag: Leichtathletik; 6. bis 7. Tag: Turnen; 6. bis 9. Tag: Veiten; 9. bis 11. Tag: Radrennen; 1- bis 6. Tag: Fechten; 1. bis 3. Tag: Boxen; 5. bis 6. Tag: Ringen; 9. bis 10. Tag: Gewichtheben; 1. bis 4. Tag: Rudern; 3. bis 8. Tag: Schwimmen; 3. bis 7. Tag: Moderner Fünfkamps; 9. bis 15. Tag: Segeln. Wit dieser Kürzung des Programms durfte allen Rationen eine BeteiligungsmöglichkÄt gegeben werden; denn die Zeitbeschränkung und Die Verminderung der Teilnehmer trägt wesentlich zur Herabsetzung der Kosten bei. S.Z.LSber'Mllstadt-V.Z.K.Gießenl:Z Am vorigen Sonntag war die 1. Mannschaft der D.3.K. Gießen als Gast bei der D.3.K. Ober-Wöllstadt, um das fällige Rückspiel auszu- tragen. Bei dem ersten Spiel hatte Gießen 5:2 gewonnen. Daß Gießen dieses Spttl verloren hat, ist hauptsächlich den außerordentlich schlechten Plahverhältnissen (Ackergelände) zuzuschreiben. Gießen hatte reichlich Ersatz. Gleich bei Beginn entwickelte sich ein flottes Spiel auf feiten Ober- Wöllstadts, das zu 2 äleberraschungstoren führte, ehe sich Gießen überhaupt gefunden hatte, festen kam dann auf und fetzte alles daran, um die beiden Tore aufzuholen, was ihm auch nach langem Hin und Her gelang. Es konnte aber nicht verhindern, daß Ober-Wöllstadt auf 3:2 erhöhte. Bei diesem Resultat blieb eS bis Halbzeit. Rach Wiederantritt fand sich Gießen endlich zusamn^n, und es wurden schöne Leistungen gezeigt. Besonders der Gießener 3nnensturm zeigte beträchtliches Können. Der rechte Läufer Gießens wurde verletzt; Gießen mußte dann mit 10 Mann weiterspielen, von denen einige Verletzungen davontrugen, so daß sie nut noch als Statisten Mitwirken konnten. Rachdem auf der Gießener Seite noch ein Tor gefallen war, besann sich Gießen endlich und stellte um, was ihm zum Vorteil gereichte, denn nun scheiterten alle gegnerischen Angriffe. Wenn der Sturm und die Läuferreihe dann etwas mehr nach vorne gedrängt hätten, wäre ihnen auch schließlich noch der Sieg sicher gewesen, Iaber sie begnügten sich mit noch einem Tor, was von dem Halblinken (Ersah) rn wunderschöner Manier eingeköpft wurde. Handball im Männerturnverein (D.T.) Die 1. Handballelf des Mtv. wellt an den Osterseiertagen auswärts, um gegen namhafte Vereine des Mtttelrheinkreises Freundschaftsspiele auszutragen. Am ersten Osterfeiertag steht sie der 1. Mannschaft der Tgmd. Frankfurt- Rödelheim gegenüber. Sie Frankfurter Mannschaft gehört der Gau-Sonderllasse an und hat bis jetzt dort beachtliches Können gezeigt. Für den Ostermontag ist der Tv. 1817 Mainz als (Segnet gewählt. Die Mainzer verfügen über eine spielstarke Mannschaft, die im Rheingau an führender Stelle steht. 3m vorigen Fahre konnten sie bei den reichsoffenen Handballwettkämpfen in Bad Ems bei stärkster Konkurrenz den Jahn- schild der Bade- und Kurverwaltung erringen. Die Mtv.er können nur dann gegen beide spielstarken Gegner ehrenvoll bestehen, wenn sie in stärkster Aufstellung die Reise antreten. Handball der Gp.'Vg. 1900. ö. Die erste Mannschaft der Spieloeveiniaung 1900 folgt am zweiten Feiertag einer Einladung des Polizei » Sportvereins B u tz b a ch zu einem Freundschaftsspiel in Butzbach. Wie die früheren Begegnungen gezeigt haben, sind die Süddeutschen Ligisten den Hiesigen in Technik und Spiel- auffaffung noch ein Beträchtliches voraus. Es gilt also für die 1900er vor allem cms der neuerlichen Begegnung zu lernen, denn die Mannschaft hat es bitter nötig. Trotzdem können die Svielvereini- gungsleute einen schwer zu schlagenden Gegner abgeben, wenn sie sich zu einem geschlossenen Ganzen zusammen finden und endlich einmal die egoistische Spielweise einiger Leute im Zaum gehalten wird. Gpielvereinigung 1900 Gießen. b. Der Sport-Club 99 Köln, Kölns ältester und größter Verein, gastiert am ersten Feiertag mit der Ligamannschaft bei der Spielvereinigung 1900. Daß Köln 99 zur Zeit in recht guter Form ist, beweist dessen Dfterprogramm, das sehr reichhaltig ist. Bereits am Karfreitag standen sie in Köln der berühmten englischen Amateurmannschaft „Ilford" gegenüber, während nach dem Gießener Spiel am zweiten Feiertag Marburg das Reiseziel ist, wo sie tarn V. f. B. Kurhessen Marburg entgegentreten. Die Kölner Elf steht unter der Trainingsleitung des früheren mehrfachen Repräsentativen Flink. Auch die Außenläufer Biesinger und Pohl sind re- präsentativ tätig gewesen, letzterer sogar international, während die Stürmer Scheer e r und Krückeberg in der Kölner Städteinannschaft mitwirkten. Dich der Platzverein tritt in stärkster Besetzung an. Auf Grund der letzten Spiele hat man auch diesmal $ eil mann mit dem Mittel- läuferpoften betraut, während die Sturmfuhrung einem neuen Spieler übertragen wird, von dem man sich recht Gutes verspricht. Dor dem Ligafpiel tritt die 1. Ina end ber la- Jugend des Sportvereins 06 Köln - Mu l - heim entgegen, mit der die 1900er schon seit Jahren Freundschaftsbande pflegen. Der Ausgana des sicher interesianten Spieles ist nicht voranszusehen. 1900s Reserven spielen vorher gegen die erste Elf des V. f. R. Biskirchen. Zweite Jugend und erste Schulerelf haben Gro- ßen-Busecks Jugend- und Schulermannschaft zum Montag, 1.2lpril. 8.30 bis 9.30: Morgenfeier, veranstaltet von der Evangellschen Landeskirche. 9.30: Vom Beet- hovensaal (Messegelände): „Rundfunk. Zeitung und Rellame". Vortrag im Rahmen der „Internationalen Konferenz für Reiseverkehr und Reklame" von 3ngenieur Svoboda. Direktor de» Radiojournal, Prag. 10.30: Schallplattenkonzert: Unterhaltungsmusik. 11.30: Don Arolsen: Feier der ikbergabe des Landes Waldeck an Preußen. 15 bis 15.30: Stunde der 3ugend. Aus Sport und Spiel, vorgetragen von Dr. Paul Laven: „Einführung in die Reihe: Was bietet der Sport dem jungen Menschen?" Für Kinder von zehn 3ahren ab. 15.30 biS 16.30: Unterhaltungskonzert der Abteilung Musiker vom Arbeitsamt Frankfurt a. M. 16.30 bis 17: Vom Platz des Sporttlubs 1880 Frankfurt a. M.: ilebertragung aus dem Rugby-Kampf zwischen dem S.C. 1880 Frankfurt a. M. und den Oxforder Greyhounds. 17 bis 18.30: Konzert des Rundfunkorchesters: Operetten. 18.30 bis 19. Lesestunde. 19.30: Von Stuttgart: Beliebte deutsche Ouvertüren. 20.30: Rach Stuttgart. „Schneider Wibbel", Volks- komödie von Müller-Schlösser. Anschließend bis 0.30: Konzert des Rundfunkorchesters: Tanzmusik. Dienstag, 2. April. 6.30: Morgengymnastik. 13.30: Schallplatten- Konzert: Buntes Programm. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Die schöne Umgebung von Frankfurt a. M. bzw- Kassel. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.35 bis 18.05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. Brahms. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.40: Von Kassel: Zehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund. 18.40 bis 19: Von Kassel: Vortrag. 19 bis 19.20: ..Behördenarbeit einst und jetzt", Vortrag von Studienrat Dipl.-3ng. Liebmann Direktor der Verwaltungs-Akademie Frankfurt a. M. 19.20 bis 19.40: „Wie der Schmuggel arbeitete", Vortrag von Otto Schwerin. 19.40 bis 19.50: Englische Ltteraturproben. 19.50 bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. 20.15 bis 21.15: Von Stuttgart: „Tannhäuser". Zu- kunftsposse mit vergangener Musik und gegenwärtiger Handlung in drei Aufzügen. 21.15 bis 22.15: Schallplatten-Konzert: Earl Maria v. Weber: „Der Freischütz" als Kurzoper. Dichtung von Friedrich Kind. 22.15: Von Mannheim: Konzert Walter Rehberg. Mittwoch, 3. April. 6.30: Morgengymnastik. 13.15: Schallplatten- Konzert : Mandolinenmusik. 15.05 bis 15.35: Stunde der 3ugend: Von der Schnecke und etwas vom Osterhasen, vorgetragen von 3lse Helene Roettgen. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.35 bis 18.05: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Bücher- stunde: „Rach dreißig Jahren drei", Werke von Eonrad Ferdinand Meyer und Theodor Fontane, im Verlag von Philipp Reclam jr„ Leipzig. 18 30 bis 18.45: Viertelstunde der Deutschen Reichspost: „WaS tut die Deutsche Reichspost, um die ankommenden Telegramme schnell zuzustellen? Wie kann der Telegrammempfänger zu beschleunigter Zustellung beitragen?", Dorttag von Postinspektor Wamboldt. 18.45 bis 19.05: .Das Programm dec Weltfahrt Fausts und Beginn der Ausfahrt in die kleine Welt in Auerbachs Keller und in der Hexenküche". Vortrag von Pfarrer Taesler. 19.05 bis 19.25: Stenographischer Fortbild'ungskursus für Anfänger lind Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 19.25 dis 19.35: Französische Literatur- proben. 19.35 bis 20: Französischer Sprachunterricht 20 bis 20.15: Senckenberg-Viertelstunde 20.15 bis 21.15: Von Stuttgart „Vom Ländler zum Jazz". Ausführung: Das Philharmonische Orchester Stuttgart. 21.15: „Landschaften und Städte". Donnerstag, 4. April. 6,30: Morgengymnastik. 12,30: Schallplatten- Konzert: Buntes Programm. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend: Lustige Märchen und Ge- schichten, vorgetragen von Irma Rippel, Hofhenn im Taunus. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst. 16 35 bis 18,05: Von (Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Von Geistern und Gespenstern. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,30 bis 18 40: Rur für Kassel: Zehn Minuten Wochenschau. 19 bis 19,20: Frank Arnau: Vortrag aus eigenen Dichtungen. 19,20 bis 19,45: Schach - stunde. 20,15 bis 21: Konzert des Wiggelaar- Quartetts des Rundfunks. 21: Rach Stuttgart: M®er tapfere Soldat". Operette in drei Akten von Oskar Straus. Freitag, 5. April. 6,30: Morgengymnastik. 9 bis 10,30: Dom Ufa- Theater: Erstaufführung des Films „Der Patriot", nach dem gleichnainigen Schauspiel von Alfred Reumann, Regie: Ernst Lubitsch. 12,15: Schallplatten-Konzert: Tanzmusik internationaler Tanzkapellen. 15.05 bis 15,35: Stunde der Jugend: Aus der Technik des Alltags, vorgetragen von Studienrot Dr. G. ©läge: „Sichtbare und unsichtbare Boten I", für Kinder vom 12. Jahre ab. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst. 16,35 bis 17,15: Hausfrauen-Rachmittag, veranstaltet vom Frankfurter HauSsrauen-D-rein. 17,15 biS 17,45: ■ Vortragszyklus des Frauenverbandes Hessen- Rassau und Waldeck: »Was muß die Frau vom Rechtsverkehr vtzS täglichen LeSenS totTTtnF, Dov- trag von 5h:. Ilse Schmidt. 17,45 BtÜ 18: Lesestunde. 18 biS 18,30: Don Stuttgart: Äomert 18,30 biS 18,40: Stunde des Südwestdeutschen Radio-Clubs. 18,40 bis 19: Zwanzig Minuten Llmschau in Wissenschaft und Technik. 19 bis 19,20: Don Kassel: Dortrag von Professor Stephani. 19,20 biS 19,30: Film-Wochenschau. 19,30: Dom Saalbau, nach Stuttgart: Konzert der Frankfurter Museumsgesellschaft. Anschließend: Don Kassel: Opernarien, gesungen von Maria Pos-Earloforti. Samstag, 6. rlprll. 6,30: Morgengymnastik. 12,30: Schallplatten- Konzert: Wiener Spaziergänge. 15,05 bi- 15,35: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Lieder- kranz. Schule zu Wallerstädten bei Grohgerau, Oberklasfe, Gesanglehrer: G. Köpvler. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst. 16,35 bi- 18,05: Rach Stuttgart: Konzert deS Rundfunkorchesters: Reue Tanzmusik. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,30 bis 18,55: Briefkasten. 18,55 bis 19,15: Esperanto- Unterricht. 19,15 biS 19,35: DortragSzhkluS der Industrie- und Handelskammer Frankfurt a. M.- Hanau: „®er Ausbau der Zugverbindungen der Deutschen Reichsbahn", Vortrag von Syndikus Flach. 19,35 bis 19,55: DortragszvkluS deS Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes: ,Herbergs-, Versicherung-- und Bankwesen", Vortrag von Gewerkschaftssekretär Gerh. Sauer. 19,55 bis 20,15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Der Himmel im April — 5He scheinbare Größe der Sterne" Vortrag von Prof. G. Sittig. 20,15: Bunter Abend. Anschließend bis 0,30: Von Berlin: Tanzmusik. irtschafi. Adlerwerke A. G. In der AufsichtSratSsitzrng der Adlerwerke vom Mittwoch wurde der Rechnungsabschluß für das Geschäftsjahr 1927/28 vorgelegt, der einen Verlust von 2 006 114,08 Mark aus weist. Der Verlust ist auf eine Senkung der Preise, die dem Fortschritt der Rativnalisteruna im Anfang deS Geschäftsjahres dorauseilte, und auf die mit der Einführung der Standard- Typen verknüpften Ausgaben zurückzuführen. Die Bilanz zeigt gegen das Vorjahr in den Hauptposten folgende Veränderungen (Vorjahr in Klammern): Dnlagewerte 27 875 218,32 (21 500 500,00), Fabrikation-- und Warenbestände 22 621 330,24 (17 803 331,43), Debitoren 7 063 952,57 (7 065 218,98), Kreditoren 31 916 454,10 (17 828 742,17), Abschreibungen 1 266 154,02 (1 620 979.17) Mark. Im Zusammenhang mit diesen Zabken und nach eingehendem Studium der vom Vorstand vorgetragenen Verhältnisse beschloß der AufsichtS- rat im Einverständnis mit fr em Vorstand, eine durchgreifende Sanierung vorzuneh- men. Es wurde beschlossen, der auf den 1. Mai einzuberufenden ordentlichen Generalversammlung die Zusammenlegung deS Stamm- Kapitals im Verhältnis 2:1 und die Wiedererhöhung auf 25 Millionen Mark vorzuschlagen. Die neuen Aktien werden von einem Konsortium unter Führung der Darmstädter und Rationalbarck, dem die Allgemeine Elsässische DankgesellsHaft, Frankfurt a. M., die Eidgenössische Dank, Zürich, und daS Bankhaus I. H. Schröder & Co., London, angehören, zu 105 Proz. mit der Maßgabe übernommen, daß auf je 2000 Mark zusammengelegte Aktien 3000 Mark neue Aktien zum gleichen KurS zum Bezug angeboten werden sollen. DaS Konsortium hat sich bereit erklärt, in weitestgehender Weise den Spitzenausgleich vorzunehmen. Der durch die Kapitalsherabsetzung sich ergebende Buchgewinn von zusammen 9 625 000 Mk. soll einschließlich der vorhandenen Reservefonds von 8 222 804 Mk. in folgender Weise verwendet werden: Zur Deckung des Verluste- 2 006114,08 Mark, zu Abschreibungen auf Maschinen, die nicht mehr den Anforderungen neuzeitlicher Rationalisierung entsprechen, 4 949 818,31 Mk., Abschreibungen auf Lagerbestände usw. 8 691 871,61 Mark, zur Bildung eines Dispositionsfonds, aus dem die noch nötigen Ausgaben für weitere betriebstechnische Verbesserungen gedeckt werden sollen, und für Abschreibungen auf Debitoren 2 200 000 Mk., zusammen 17 847 804 Mk. Die Verwaltung steht sich zu diesen einschneidenden Maßnahmen veranlaßt, um die Adlerwerke nach Durchführung der technischen und kaufmännischen Reorganisationen auf eine gesunde finanzielle Grundlage zu stellen, damit das Werk auch der verschärften Konkurrenz am in- und ausländischen Absatzmarkt gegenüber gewappnet ist. Sie glaubt, nach Durchführung dieser Vorschläge der künftigen Entwicklung deS Unternehmens vertrauensvoll entgegensehen zu dürfen. Neuer htfernafienofer Finanztrufl. Rach schweizerischen Informationen der „Franks. Ztg." sind auf deutsch- Anregung in Gens Vorbereitungen getroffen für di- Bildung eine- internationalen Finanztrusts, der, vorzugsweise mit europäischem Kapital auS- gestattet, sich für den Srw-rb mitteleuropäischer Industriepapier» interessieren wird. Als Beteiligte werden einstweilen die Dana t b a n k in Berlin in Verbindung mit der Schweizerischen Kreditanstalt, und ferner die Union Financiöre in Genf genannt. DaS Aktienkapital ist mit 30 Millionen Schweizer Franken in Aussicht genommen. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Obwohl die sonst die Börse In stärkstem Maße beeinflussenden Umstände fast ohne Ausnahme wieder recht ungünstig waren, konnten sich an den Effektenmärkten in dieser Woche Kurs st eigerungen von beträchtlichem Ausmaß durchsetzen. Das Geschäft wickelte sich, namentlich in Spezial- werten, mit einer Lebhaftigkeit ob, wie man sie seit langem nicht mehr an den deutschen Börsen gesehen hatte. Diese fest» und lebhafte Tendenz basierte wieder im wesentlichen aus den umfangreichen Käufen, die das Ausland auf verschiedenen bevorzugten Märkten vornahm, und zwar wurden diese Käufe zunächst meist für amerikanische und en glisch e Rechnung, später aber auch in starkem Maße für Pariser Rechnung getätigt. Während an den Auslandbörsen die Haltung unsicher und schwach war, wandte sich die international- Spekulation dem deutschen Markte zu und rief Vier eine hausseartige Entwicklung der Kurse hervor, Die dadurch unterstützt wurde, daß bei der Spekulation die Notwendigkeit zur Deckung noch bestehender Baisieenaagements bestand und im übrigen die Positionen der Kulisie gering waren. Daneben machte sich auch ein langsam wachsendes Interesse de» inländischen Publikums bemerkbar. Di- Besorgnisse über die weiter unbefriedigenden Geldmarktoerhältnisse wurden stark in den Hinterarund gedrängt. So be- achtete man die nur mäßige Entlastung der Reichs- bank nach dem jüngsten Ausweis nur wenig, ebenso wie die Erhöhung des Berliner Privatdiskonts auf 6,5 Prozent und damit auf das Niveau des Reichsbankdiskonts nur geringen Eindruck machte. Im übrigen ergab fich zum Ultimo di» erwartete Anspannung des Geldmarktes. Noch un- günstiger war die Situation an den internationalen Geldmärkten, namentlich in Neuyork, wo die Versteifung so stark war, daß für Tagesgeld 20 Prozent und mehr bezahlt werden mußte. Diese Neuyorker Derknapoung olieb naturgemäß nicht ohne Wirkung auf den heimischen Geldmarkt, da die D e o i • senabrufe in verstärktem Maße einsetzten und eine neue Erhöhung des Dollarkurses verursachten. Die Folge davon war, daß die Reich^bank xu weiteren Devisenab gab en schreiten mußte. Die holländische Diskonterhöhung um 1 Prozent konnte nur vorübergehend eine gewisse Unsicherheit Hervorrufen. DieReparationVverßandlungen vermochten ebenfalls der zuversichtlichen Stimmung keinen Abbruch zu tun; man wollte wissen, daß die französischen Aktienkäuss mit einer optimistischen Beurteilung der Situation in Paris seitens verschiedener französischer Kreise in Verbindung stehe. Die AufwärtSbewrgung der Kurse wurde nur am Tage der Prämienerklärung unterbrochen, al- etwas Prämienware an den Markt kam und die Spekulation verschiedentlich GewinnsicherungSver- käufe vornohm. Bald jedoch wurde die Haltung erneut fest, und in beschleunigtem Tempo traten weitere Kurssteigerungen ein. Elektroaktien behielten ihre dominierende Stellung, da für diese Werte daS Auslandinteresse wieder am lebhaftesten war. QL ®. G., Chadeaktien, Schuckert und Siemens erzielten bei großen Umsätzen Kursavancen bis zu 20 Prozent und darüber hinaus. Stark in den Vordergrund traten ferner die Kaliaktien, angeregt durch den lebhaften Frühjahrskaliabsatz. Aschersleben und Westeregeln lagen gegen die Vorwoche über 20 Prozent fester, während Salzdetfurth einen Rekordgewinn von über 30 Prozent verzeichnen konnten. Größere Kursgewinne traten außerdem für Zellstoffwerte ein. Ferner konnten Deutsche Linoleum erheblich an- zieben in Erwartung eineS günstigen Olbschlusses und einer weiteren Ausdehnung deS Linoleum- trustes. Die Glanzstoffaktte, die zunächst vernachlässigt blieb, begegnete später ebenfalls regerem Interesse. Gegenüber den erwähnten starken Steigerungen begnügten sich I.-G.-Farben mit einem geringeren Kursgewinn. Merklich fester lagen noch Draunkohlenwerte auf die günstige Absatzlage. ferner Mannesmann und die Autoaktien. DchiffahrtSwerle waren im Zusammenhang mit vtt MTtoetftit Verßlchtinrg neüttt DdhödatlH- ferS „Europa" etwas gedrückt. Renten blieben vernachlässigt. • Verlängerung beV mitteldeutschen DraunkohlenshndikatS. DaS RetchSwirtschaftsministerium teilt mit: DaS Mitteldeutsche Braunkohlenshndikat, besten Dauer mit dem 31. März 1929 endigen würde, ist von der Gesellschafterversammlung nach Vornahme einer Reihe von Satzungsänderungen um fünf Jahre verlängert worden. Durch Verordnung vom 28. März 1929 hat der Reich-Wirtschafts- Minister einzelne Besitzer von Braunkohlenbergwerken, die Den Beschlüssen der Gesellschafterversammlung nicht beitraten, dem Syndikat betge- fügt. Bei einer Reihe von Werken mußte der Weg der zwangsweisen Beifügung gewählt werden, weil wegen der Kürze der bis zum Olblaus SeS 31. März noch zur Verfügung stehenden Frist au- formellen Gründen ein freiwilliger Beitritt nicht mehr herbeigeführt werden konnte. • ,Miaa" , Mühlenbau und Industrie -A.«G., Frankfurt a. M. Die Generalversammlung genehmigte einstimmig den bekannten Abschluß mit wieder 10 Prozent Dividende auf die Stammaktien. Berliner Produktenbörse. Berlin, 28.März. Die bevorstehenden Feiertage machten sich heute am Produktenmarkte in der sehr geringen Geschäftstätigkeit bemerkbar. In den gestrigen Nachmittagsstunden hatte sich noch einiges Geschäft in Weizen und Roggen zur sofortigen Waggonverladung entwickelt, für deutsches Mate- rtol besteht auch heute noch etwas Interesse und zwar für Weizen bei den hiesigen Mühlen und für Rogaen nach der Küste, großer- Umsätze können jedoch schon infolge des geringen Angebotes nicht zustande kommen. Stark beachtet wurde die Tatsache, daß in den nächsten Tagen bereits die ersten Zufuhren auf dem Wasserweg herankommen und dies wirkte sich besonders stark am Lieferungsmarkte aus. Märzweizen eröffnete ebenso wie die späteren Sichten etwas fester, bald nach" der ersten Notierung nannte man jedoch den Prxls 1 Mark nie- driaer Brief. Die Preisschwankungen für Roggen hielten sich in engen Grenzen. Für Weizen und Roggen zur Waggon- und Kahnverladung forderte man, angesichts der Festigkeit des Auslandes, etwas höhere Preise, die jedoch kaum bewilligt wurden. Das Mehlgeschäft stagniert fast gänzlich. Hafer liegt ruhig und ziemlich stetig. Nur für Küstenware werden etwas niedrigere Preise genannt, da das Exportgeschäft nicht recht wieder in Gang kommen will. Gerste still. Es wurden notiert (1000 kg): Weizen, märkischer, 222 bis 225, März 238 bis 236,50 Brief, Mai 238,50, Juli 247,75 bis 248 (ruhig); Roggen, märkischer, 205 bis 208, März 218 bis 217,50, Mai 225 bis 224,25, Juli 230,75 Brief (stetig); Braugerste 218 bis 230, Futtergerste 192 bis 202 (ruhig); Hafer, märkischer, 199 bis 205, Mai 223bis222 (stetig); Juli 232,50. (100kg): Weizenmehl 25 bis 29,50 (still); Roggenmehl 26,90 bis 29 (still); Weizenkleie 15,25 bis 15,60 (still); Weizenkleiemelasie 15,10 bis 15,20; Roggenkleie 14,60 bis 14,85 (still); Diktoriaerbsen 43 bis 49; kleine Erbsen 28 bis 34; Futtererbsen 21 bis 23; Peluschken 25,50 bis 26,75; Ackerbohnen 23 bis 24; Wicken 29 bis 31; Lupinen, blau, 16,50 bis 17,50; Lupinen, gelb, 23 bis 25,50; Serradelle 48 bis 54; Rapskuchen 20,40 bis 20,60; Leinkuchen 24,80 bis 25; Trockenschnitzel 14,50 bis 14,80; Sojaschrot 21,20 bis 21,80. (50 kg): Kartoffeln, weiße, 2,60 bis 2,80; Kartoffeln, rote, 3,10 bis 3,30; Kartoffeln, gelbe, 3,20 bis 3,50; Kartoffelflocken 21,50 bis 22,50 Mark. Gpiclplan Vor Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 31. März, 19.30 bis gegen 23 Uhr: Aida. Montag, 1. April, 17.30 bis gegen 22.30 Uhr: Parsifal. Dienstag, 2. April, 20 bis nach 22.30 ^Ihr: Intermezzo. Mittwoch, 3. April, 20 bis nach 22.30 iHjr: Madame Butterfly. Donnerstag, 4. . April, 19.30 bis nach 22.30 Uhr: Pulcinella. Hierauf: Der Jahrmarkt von Sorotschintzi. Freitag, 5. April: Geschlossen. Sam-tag, 6. April, 19.30 bis nach 22.30 Uhr: Manvn. Sonntag, 7. April, 19.30 bis 22.45 Uhr: Die Fledermaus. Mvntag, 8. April 19.30 bis nach 22.30 Uhr: Pulcinella. Hierauf: Der Jahrmarkt von Sorotschintzi. Schauspielhaus. Sonntag, 31. März, 20 bis gegen 22.15 Uhr: Katharina Knie. Mvntag, 1. April, 15 bis 17.30 Uhr: Der brave Soldat Dchwejk. 20 bis gegen 22.15 Uhr: Die schwarze Kugel. Dienstag, 2. April, 20 bis gegen 22.30 Uhr: Karl und Anna. Mittwoch, 3. 2ft)ril, 20 big-gen 22.15 Uhr: Die schwarze Kugel. Donnerstag, 4. April, 20 bis gegen 22.15 Uhr: Katharina Knie. Freitag, 5. April, 20 bis 22.15 Uhr: Katharina Knie. Samstag, 6. April, 20 bis gegen 22 Uhr: Revolte im ErziehungshauS. Sonülag, 7. 16 5iS geä'ert 18 Uhk: Sa Volt- im GrziehungShaus. 20 bis gegen 22 Uh^. Revolte im ErziehungShmcS. Montag, 8. Apri^ 20 bi- 22 Uhr: Revolte tm Erziehung-Hau-. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) fi. 5. Goldmark waren: am 4. Dezember 1919 1340 Papiermark = 139,36 RM., am 28. April 1920 1340 Papiermark = 95,14 RM., am 16. September 1920 2000 Papiermark - 136 RM., am 13. Dezember 1920 490 Papiermark « 50,96 RM., am 15. Januar 1921 490 Papiermark -- 32,43 RM., am 10. Ianuab 1922 490 Papiermark • 12,34 Reichsmark. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden.. 1. Dfterfeiertag, den 31. März. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr; 1: Kinder- kirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrer Mahr; 6: Pfarrer Becker; Deichte für die Konfirmanden und deren Angehörige aus der Markusgemeinde. — Johanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfarrer Ausfeld; 6: Missionar Schlaudraff. — Kapelle de. Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 10.45: Kinderkirche; Pfarrer Lenz. — Elisabeth kleinkinderfchule. 9.45: Pfarrer Bechtolsheimer. — Kiein-Cinden. 9: Morgenfeier; 10: Kindergottesdienst; 1.30: Hauptgottes- dienst. — wiefeck. 9.30: Frauenchor; Opfer für den Kirchenbau in Ober-Roden; 11: Kinderkirche; 1.30: Beichte für das Konfirmationsabendmahl. — Atten- Vufeck. 10; 1; 2: Beichte für das KonfirmationS» abendmahl; 3.30: Trohe. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: hl. Abendmahl für die alten Gemeindeglieder von Staufenberg; 1.30: Kirchberg; 1.30: Mainzlar; Feier des bl. Abendmahls für die alten Gemeindeglieder. —• Haufen-Garbenteich. 10: Garbenteich; 1: Haufen; Mitwirkung des Kirchengesangvereins. — Watzenborn. Steinberg. 10: Hauptaottesdienst; Kirchenchor; 1: Mittagsgottesdienst, tm Anschluß Konfirmationsbeichte. — Cid). 6: Stiftspfarrer Lic. Skyorlemmer; 9.30: Stiftsdechant Kahn; 2: Stiftspfarrer IUc. Schor- lemmer. 2. Dfterfeiertag, den 1. April. Stadtklrche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker: Konfirmation der Kinder aus der Markusgemeinde; Feiet des hl. Abendmahls; 2: Pfarrer Mahr; Borstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Matthäus- gemeinde; 6: Pfarrer Mahr. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 2: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Lukas- gemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer. — Kapelle be, Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 2: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Luther- aemeinbe; Pfarrer Lenz. — Lüfabeth-Kleinkinder- schule. Fällt aus. — Klein-Cinden. 9: Konfirmation. — wiefeck. 9: Feier der Konfirmation; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; Opfer für den Kleinkinderschulfonds. — Alten-vnfeck. 10: Konfirmationsgottes, dienst; 11: hl. Abendmahl. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Konfirmation; Kollekte für das hessische Krüppelheim; hl. Abendmahl. — haufen Garbenteich. Konfirmation 8: Hausen; 10.30: Garbenteich. — watzen- born Steinberg. 9.30: Konfirmation; hl. Abendmahl (Kollekte). — Cich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; 2: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden. Dienstag, den 2. April. wiefeck. Osterfeier der Kinderkirche (bei gutem Wetter im Walde). Katholische Gemeinden. Samstag, den 30. März. Gießen. 4 und 7 Uhr: Beichte. Sonntag, den 31. März. Ostersonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 2.30: Vesper mit Segen; 4.30 und 7: Beichte.— Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Dredigt. — Caubach. 10: Messe mit Predigt. — Cich. 10: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Montag, 1. April. Ostermontag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 2.30: Andacht mit Segen. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt. — Caubach. 10: Messe. — Cich. 7.30: Hochamt. — Nidda. 8.30: Hochamt. — Eckyell. 11: Hochamt mit Predigt. SountansdienK d.Aerrie u. Apotheke« am31.8.A Dr. Geyer. Dr. Steinreich. Belikanapotheke. Aabnarzt: Dr. Adam. UD Am 1. Avril (2. Cfterfeieriaa): Frau Dr. Marr. Dr. Meyerhofs. Hirschapotheke. Zahnarzt: Dr. Baum. Sprechstunden der Redakttou. 11.30 bi, 12.30 Uhr. 16 bi, 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Die hinter den Papieren ange Damm 4% tu Reichsanleihe ». 1^7 - •DL anl^to(6fv€^üt> mit «n* los.-Rechten......... Deial. ohne 0ulto1.*tRe4te . . . 1% Front«. HyV^Bk. Goldps. mr- kündbar biS 1939....... *Y*% Rheinische Hyp^Bauk Li 95,25 98,5 95,9 96,65 • • 10 304 303,5 304,5 303 Rheinstahl . . . f. % 4K 126,5 129,75 127 129,65 Riebeck Montan . . . 7,2 149,5 — 149 Bereinigte Stahl«. • . 6 92,25 93 93,25 93,25 71,25 72,4 71,4 72 Kalt Ascherlleben . • * e e 10 241 245 241,25 243 Kaliwerk Salzdetfurth 10 244 248 246 248 • • • Id 364 367 365,5 367 I. G. Yarben-Industri« M * 12 236,9 258,5 257,5 258 . 6 — — 120 120,5 Echeideanstalt. . . . e e e • 9 172,5 172,25 Goldschvrtdt . . . . e e e . 6 92,13 93 92,5 93,25 Rütgerlwcrke . . . • • • • 6 95,75 97 95,25 97,5 Metällgesellschast. « « « • • 11 Datum Phtiwp poizmann .....< Heidelberger Gement .... 10 Gement Karlstadt ...... 8 W-hß ch Freitag......10 Schulthei» Patzenhoser ... 16 Ostwerkc.........12 Ber. Glanzstosf ...... 18 Bembcrg...... 14 »Waldhof.....12 Slschasfenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 7 Dessauer Gal ........ 8 Daimler Motoren ...... o Demag...... • • • • o Adlerwerke Alever ...... 6 Ludi». Loewe....... 10 Rat. Automobil ....... 0 Orenstetn 4 kloppe! . .... 6 Leonhard Iteh ....... 6 Bamag-Meguin ....... 0 Franks. Maschinen ...... 8 Gritzner.....«... 11 Heyltacnstaedt .•••••.0 Iunghanl. ........ .4 Lechwerke. ....... 8 Mainkrastwerk» ....... 8 Mag...... 10 Nekarsulme» ...... .8 Beier« Union ....... .8 Bebr. Roeder ....... 10 Boigt ch Haesfner ...... 8 Eüdd. Zucker........ 8 Frankfurt a.M. Berlin Schluß Kurs Scklutzk Abend börse Schluß. Nur» Schluhk. Mittag- börse 27.3. 28.3. 27.3. 29-3. 130 131,5 129,75 130 147,75 148 —- 176 177 — — 133 131,5 132,5 — — 300 306 ——1 — 250 254,5 455 470 455 469,5 — — 402 410 272 275 273,5 274,9 197,75 196,75 197,25 197,75 — — 122,25 122,25 — — 224,5 223,75 —• 61 61 60,75 —— — 53,75 50,25 — 56 57 57 — — 229 229,25 — — 34,25 35,13 — — 92.25 97,75 -*• 291 299 —— — » «—» 63,5 64 63,75 63,5 89 88,75 89 87 -- — --M 71 71 — 72,5 116,5 117,5 — — 117 — — — 140 141,5 142,25 21,1 — 22 22 110 112 109 112,5 110,75 111,75 213 213 213 — 148,75 148,5 147,5 147,5 Banknoten. Berlin, 28. März Geld «tief runerttaniiche Noten..... 4.204 4,224 Belgische Note» ...... Dänische Noten........ 58,28 111,93 58,52 112,37 *.«.<,**♦ • 4 20,41 20,49 Berlin 28. März Geld Brief ^ran,ösische Noten..... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... ylorwegische Noten...... Teulsch-Lcsierr., i 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten....... Devisenmarkt Berlin Telegraphische 16,49 168,41 22,18 112,15 59,11 2,50 112,18 81,00 63,88 12,44 73,15 - Frankfur Auszahl» 169,09 22,26 112,59 59.35 2,52 112,62 81,32 64,16 12,50 73,45 t a. M. ing. 27. März 28. März Amtliche Geld Notierung Briet Amtliche «eld Dotierung Brief «mft.» Non. Buen.-ZlireS Brfs.-Antw- Thristiania. Kopenhagen Stockholm . HelstngsorS. an . . . Rio de Ian, Dien tn D.' Lest, abgest Prag .... Belzrad . . Dudaveik. . Bulgarien. Lissabon . . Tarnig. . . Konstantin- Athen. . . Canada .. Uruguay. . Cairo . .. 168,75 1,769 58,495 112,31 112,21 112,43 10,59 22,06 20,44 4,2120 16,46 81,02 63,72 1,874 0,4985 59,195 12,468 7,397 73,365 3,039 18,88 81,70 2,065 5,465 4,191 4,286 20,96 169,09 1,771 58,615 112,53 112,43 112,65 10,61 22,10 20,48 4,2200 16.50 81,18 63,84 1,878 0,5005 59,315 12,488 7,411 73,505 3,045 18,92 81,86 2,069 5,475 4,199 4,294 21,99 168,76 1,770 58,475 112,30 112,22 112,49 10,592 22,045 20,44 4,2115 16,455 81.025 63,82 1,878 0,498 59,20 12,462 7,395 73,30 3.039 18,85 81,75 2,063 5,455 4,186 4,266 20,965 169,16 J 1,774 58,595 112,52 112,44 112,71 10,612 22,085 20,48 4,2195 16,495 81,185 63,94 1,882 0,500 59,32 12,482 7,409 73,50 3,045 18,89 81,91 2,067 5,465 4,194 4,274 21,003 Samstag, 30. März 1929 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 75 viertes Blatt I Die Lebensmittelkontrolle in Oberheffen AW Oer Kinderarzt. Don Max Iungnickel. Der alte Kinderarzt mit den gütig beobachtenden Micken, mit dem schelmisch verspielten Lächeln um den Mund, hat sich so etwas wie eine Philosophie zurechtgemacht. Nicht nach Systemen sieht seine Philosophie aus. Sie hat vielmehr etwas Schwebendes, Wolkenhastes. Man kann sie wohl eigentlich nicht Philosophie nennen. Es ist mehr ein denkendes Poetisieren. Aber wer sollte auch zu einer handfesten Philosophie kommen, wenn er tagaus, lagern immer mit Kindern umgeht? Da hat der alte Arzt nun in seinen dreißig Berufsjahren viele, viele Kinder sterben sehen. Er fagt: „Ein sterbendes Kind sieht, kurz vor dem letzten Herzschlag, sein ungelebtes Leben deutlich vor sich und lebt es durch in einigen Wimperschlägen. Die verschwebende Kinderseele sieht und fühlt, was ihr auf der Erde beschieden wäre, wenn sie die Lebenslage zu Ende gegangen wäre. Das Kind ist in diesem Augenblick nicht mehr Kind. Cs ist allwissend, allfühlend, all- sehend. Gott ist ganz groß in dem sterbenden Kind und füllt es allmächtig aus. Manche Kinder sehen ihr sonniges Leben. Lächeln, weil es gut und schön ist, lächeln sich zufrieden in den Tod. Andere wieder sehen das Graue, fühlen das Schwere ihres ungelebten Daseins. Und jammern und weinen sich hinüber." „Wie wollen Sie denn das begründen?" frage ich erstaunt. Der alte Arzt zuckt die Achseln und lächelt: „Begründen? Lieber Freund, wenn man so lange Kinderarzt ist wie ich, dann gibl's keine Begründung mehr. Dann sieht und fühlt man das eben. So im Untsrbewuhtsein. — — Mil der Seele." y,595 8'S 112.0 112. 10,61; & 16,H 63;O i,U 0,500 «,32 $ % Ä 4.1» 4.Ä 21 «:i75 112.30 112'8 112,49 •'S 22,045 20,44 'S 1,87» 0> 59,20 i 462 7,395 73-g 1». S'Z 2,063 ,4^ !:! scks 169> 22,26 112,59 59,35 2.52 112-62 81,32 64,16 12,W 73,0 Aus Oer Provinzialhauptstadt. Gießen, den 30. März 1929. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkl: Buller 190 biS 200, Kochbulter von 140 an, Malte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 biS 140, Wirsing 20 bis 50, Weißkraut 20 bis 30, Rotkraut 20 bis 35. gelbe Rüben 25 bi« 30. rote Rüben 25 biS 30, Spinat 90 bis 100, Unter- Kohlrabi 10 biS 15, Rosenkohl 70, Feldsalat 250 bis 300. Endivien 150, Tomaten 80 biS ICO, Zwiebeln 25 bis 30, Meerrettich 50 bis 150, Schwarzwurzeln 60 bis 90, Kartoffeln 6V$, Aepsel. ausländische 60 biS 80, inländische 30 bis 40, Dörrobst 35 bis 40, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 biS 120, Tauben 100 bis 110, Rüsse 70 bis 80 Pf. das Pfund: Eier 14 bis 15, Blumenkohl 70 bis 160, Salat 40 bis 60, Salatgurken 140 bis 150, Lauch 15 bis 30, Rettich 20 bis 30, Sellerie 20 bis 100 Pf. das Stück: Radieschen Bd. 30 bis 40 Ps.. Kartoffeln der Zentner 5,50 bis 6 Mark. Rotkraut Zentner 18 Mark. Aus dem Amisverkündigungsblaii. • Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 20 vom 28. März enthält: Schlachthaus- anlage des Metzgers Gustav Boeger zu Londorf. — Tag des Buches. — Dienstnachrichlen. Dennoch: in jener Stunde, wo der Hahn gekräht, hatte ich die große schöne Well zum erstenmal in mein kleines Herz gelassen. Ich halle die große schöne Welt in meinem kleinen Herzen wiedererschaffen. Und ich denke oft, wenn Ostern herankommt, daß ich vor jenem krähenden Hahn an einem Ostersonntag vielleicht zum erstenmal in meinem Leben gedichtet habe. 5! 53 43 65 61 10 H ü n 18 M 8 15 18 ,11 * 145 ,92 ,16 169 175 199 drei Mieter am 1. April auf ein 25jährige« Wohnen in dem Hause, daS vor 25 Jahren als Reubau von dem Echreinermeister Karl Hahn | errichtet wurde, zurückblicken. Ein so dauerndes Berbundensein zwischen Hausherrn und Mietern dürste in der heutigen Zeit leider zu den Seltenheiten gehören. " Brand durch Funkenflug. Am Donnerslagnachmillag, etwa um 4 Uhr. entstand auf der Bahnstrecke Gießen—Großen-Linden kurz vor dem Waldeingang ein Böschungsbrand, der mutmaßlich durch Funkenauswurf einer Lokomotive verursacht wurde. Das Böschungsgras und Gestrüpp brannte bis an den Fichtenhochwald ab, so daß der Wald in Gefahr war. Durch rasche Hilfe der in der Rähe beschäftigten Bahnarbeiler konnte der Brand eingedämmt und das Feuer gelöscht werden. Wäre nicht schnelle Hilfe zur Stelle gewesen, so hätte ein größerer Waldbrand entstehen können, zumal der Wind das Feuer nach dem Walde zu trug. Aufwachende Seele. Sine Ostererinnerung von Martin Borrmann. ES war vor langen Zeilen an einem Ostersonntag: ich war vier, höchstes tuns Jahre all. Kannich daS Alter, in dem ich mich damals be fand, nur ungenau angeben, so ist doch die Deutlichkeit, mit der ich in leder übrigen Ve atebung mich an die sonderbare Stunde jene« Bormitlags erinnere, sehr groß. Cs war im Vor- aarlen einer der alten Schlösser aus der Zeit des deutschen Ritterordens, der Ostpreu^n.erobert bat und dessen Bauten, einstige Trotz- und Zwingburgen, nun als friedliche Wohnungen der Pfarrer Kantor, Glöckner der Stadl dienstbar gemacht' worden waren. Die Wohnungen zeichneten sich weniger durch ihre Miene- als 1durch ihre Romantik aus: saß man doch m wncnljtnter Mauern, welche die Stärke von vier Metern halten. r füllt Da lagen mannshohe, avgesturzte blöcke verstreut. ®Mab stehend«? romanische brochenes Verlieh,, eme jrei leoenut Apsis, weißder ^mmel wo u haben mochte: seht war 1 .. 3un„ immer fflt |c,igc Räuber und Soldaten. 2Iber dies schöne und gefährliche Paradies beS nur für Me ««^"ar * *£ 'N ^N^Abstürze in die' Brennesselhänge des drohender Avsturze iinfcftiqFcit unserer Schlohberges wegen der^ um i^.g ,fi 6cn Talg?unde abzurutschen. der- Ä Ä Ä«»™ tonnten toir m<6t’ Ein übermäßiger Wassergchalt der Butler wurde nur vereinzelt beobachtet. Gegen früher ist eine ganz erhebliche Besserung eingetreten. Ein Verkauf von Margarine an Stelle von Jch^ah auf—meinen Bauplatz. Er lag blank und heiß im Sonnenlicht. Als Hintergrund stand dort ein kahles Fliedergestrüpp, regenfunkelnd, für mein Kinderauge ein ganzer Wald aus Krausheit und Zauberturn. Dahinter war die Burgmauer und der Burggraben. Der Regen halte die Ofenkachel saubergewaschen wie ein Tablett, auf dem Kaffee serviert wird. Auf der Fliese aber stand Ehingagook, der nach dem Leder- strumpf benannte Hahn aus der Zwerghühnerzucht meines Bruders: stand auf meiner Ofen- fliefe, spreizte die sporigen Kampfbeine und krähte mir entgegen. Wie er mich aber nun, als ich gerade aus der Türe kam, von seinem Wach- und Gebetsturm her so früh begrüßte, geschah es, daß in meinem Herzen ein ganz .sonderbares Begreifen und Eröffnen anhob. Was sich da eigentlich ereignete, weiß ich auch heule nicht zu sagen — aber etwas Besonderes muß es wohl gewesen fein, sonst hätte es sich mir nicht so scharf über die vielen Jahre hinweg ins Gedächtnis geprägt. Eine Riesenfreude durchdrang und erfüllte mich. Ehingagook stand auf der Kachel, die ich eingegraben hatte, und krähte. Die Sonne glühte auf meine kleine Burg aus Dreck und Steinen. Das Fliedergestrüpp funkelte. Blank und regengewaschen waren die Morgenwege unseres schmalen Gartens. Das alles sah ich oder besser: witterte ich, so wie ich früher hinter meiner kleinen Well die Welt der großen 3ungen geahnt hatte. Jetzt aber witterte ich hinter dieser Morgensonne, dem Garten und hinter dem unbeholfenen Orgelspiel, das soeben flötend und verstockt aus der Kirche der Ordensburg herüberdrang (denn dort hatte inzwischen der Ostergoltesdienst angefangen), eine Art von Ordnung. Maß, Einsicht und Symmetrie — ja eine Symmetrie der Well, die auch meines Bruders Hahn Ehingagook fühlen müßte, denn wie wäre er sonst darauf verfallen, sich zum Krähen gerade meine Ofenfliese auszusuchen, diesen schönen rhythmischen und über der Landschaft erhöhten Standpunkt. Aber natürlich waren meine Empfindungen damals nicht so altklug wie sie jetzt klingen, wo ich ihnen in der Erinnerung nachgehe. Es war alles ganz selbstverständlich. Ich dachte: „Alles ist froh, alles ist gut und schön." Das andere fühlte ich nur. Denken konnte ich es noch gar nicht. Es ging wohl auch bald vorüber. Ich wurde bald danach wieder der Vier- oder Fünfjährige, der zu den großen Iungen in den Durggraben gebracht werden wollte. "ft! 130: ÄupigoX 11. fimberfirdje; 13/r “bhenblW. - Klltib r.£ MlrmatW **9.10:^ i?nTbefl,ieber^ • 1-30. Mainzlar; fjefo Memänbegliebtr.^ irbcntei(f); 1: ^fen. ngoeretns. - Bähen. RirMor. "Ichluß Äonfirmotion». -fu L,*c' dchorleinmer: Stiftspfarrer Lic. Schor- en 1. April. k°rm Mr; ftonfir* Jxarfusgemeinbe; Feiet ■rer Mahr; Dochellung den aus ber Matthäus- - Johanne,kinhe. 9.30: : Sinbertirdje für bie htolsheimer; 2: Üorfteb Tnanöen aus ber Lulas- jeimer. - Kapelle bei er Lenz; 2: Vorstellung oben aus ber Luther- Ellfabeth-Kleinkiabn- Inten. 9: Konfirmation, firmation; im Anschluß jfer für den Äleintinber- 0: Aonfimationsgottes- - KirWerg. 10: Kirch- für das hessische firüp- iau|en-(6arbenleid). Son= Earbenteich. — Dahen- rmatton; hl. Abendmahl trdechant Kahn; 2: Bor- mfirmanden. 2. April, linderlirche (bei gutem Dem Bericht über die Tätigkeit deS C h e m i - 1 schen Untersuchungsamtes für die Provinz Oberhessen im Iahre 1928, der in der jüngsten Sitzung des Provinzialtages den Provinziallagsabgeordnelen vorlag, sind folgende Angaben des Berichterstatters Direktor W r e d e zu entnehmen: Die Tätigkeit deS Amtes erstreckte sich auf die allgemeine Lebensrnittel- und Weinkontrolle in den Städten und Landgemeinden der Provinz, auf Untersuchungen von Auslandwaren, sowie auf behördliche und private Untersuchungen. In Verfolg dieser Tätigkeit wurden 2852 Untersuchungen auSgeführt, die sich auf 2N9 Rahrungsmittel- Untersuchungen, 81 hygienische, physiologisch-chemische und gerichtliche Untersuchungen, 52 technische Untersuchungen verteilen. Außer den im Zusammenhang mit den Untersuchungen stehenden kleineren Gutachten wurden 77 ausführliche Gutachten erstattet. Die Untersuchungen erstreckten sich auf alle in der Provinz Oberhessen in den Verkehr kommenden Lebensrnittel. Von den untersuchten Lebensmittelproben mußten 13,7 Prozent wegen Verfälschung, Derdorben- seins oder anormaler Beschaffenheit beanstandet werden. Beanstandungen muhten bei folgenden Lebensmitteln eintreten: Mehl, Brot Idgroaren. In Buttergebacienem, das als reinste« Dutter- gebäck angepriesen war, wurde wiederholt die Verwendung von Margarine und sonstigem Richt- butterfett festgestellt. Milchbrötchen waren anstatt mit Milch mit Wasser hergestellt. Paniermehle waren mit einem künstlichen üarb- stofs aufgefärbt worden. Die in verschiedenen Broten beobachtete Dio- kttfärbung war auf einen Farbstoff (Methyl- violett) zurückzuführen, der von einem Tintenstift, der beim Vermahlen des Getreides in das Mehl geraten war, herrührte. Speiseeise. In den auf Straßen und Messen verkauften Speiseeisen wurde häufig die Verwendung von künstlichen Essenzen, künstlichen Farbstoffen und Verdickungsmitteln, die einen höheren Gehalt in Fruchtaroma und Eigehalt vortäuschen, fest- gestellt. Zucker. Eine Zuckerprobe war durch 10 Prozent Alaun verunreinigt. Wurst- und Fleischwaren. Wiederholt wurde die Verwendung unerlaubter Bindemittel, die aus pflanzlichem Eiweiß oder Casein bestanden, bet der Herstellung von Wurst- waren beobachtet. Milch und Milchkonserven. Dem Milchverkehr wurde mit Rücksicht auf den hohen Wert der Milch als Volksnahrungsmittel, die Großen, die niedrige Burgmauer am Rand unseres Gartens übersteigen, und nur über sie hinweg ging der Weg in die Jagdgründe der Buben. Die Burgmauer schied unser Traumland, unser Frühlicht von der tobenden Welt, dem stärkeren Licht der älteren Iahrgänge. Wir waren darüber sehr traurig. Wir sehnten un« sehr, über die Mauer hinweg in den Durggraben zu kommen. Die Mauer zerfiel mehr und mehr, fte war uralt, sie zerbröckelte. Mit meinem Freunde, dem Glöcknerssohn, brach ich täglich Stein um Stein aus ihr heraus und trug das Gehäuse in unseren Garten. Mit den herausgebrochenen Steinen aber baute ich Höfe, Burgen, Häuser, ferner freie Formen der kindlichen Einbildung, einfache kleine Hügel aus Steinen und nasser Erde. Dem Erwachsenen mögen sie als sinnlose Dreckhaufen erschienen sein. Mir waren sie kostbare Tempel. An dem Ostermorgen nun, von dem ich erzähle, freute ich mich schon im Hause, aus der Treppe auf den Anblick dessen, was ich gestern gebaut hatte. Es war ein Wall gewesen, der einen Hof umgab: abseits von diesem Dau aber hatte ich eine anderwärts gefundene Ofenfliese als Wacht- und Gebetsturm in die Erde gegraben. und ihre blanke Spiegelfläche sorgsam von Erde gereinigt. So war sie eine kleine Welt für sich geworden. Auf ihren Anblick war ich am nächsten Morgen ganz besonders neugierig. Ex war, als ich aus dem alten Ordensgemäuer heraustrat, ein Ostermorgen, wie man ihn nur als Kind und vielleicht nur als _ ganz kleines Kind zu erleben vermag. Ich wußte nicht viel mehr von der Dedeutung des Festes, als daß am Rachmittag Ostereier gesucht werden sollten. Wer das Wort Ostern und die Festlichkeit, mit der schon an Vortagen bei den Erwachsenen davon die Rede gewesen, hatte doch mehr als jedes verstandesmäßige Erfassen in mir ein Gefühl der Vorbereitung ausgelöst, als müsse sich an diesem Tag etwas ganz Desonderes auf Erden zutragen. Je weicher die Wachsplatte ist, um so tiefer schneidet der Griffel. Ich war voller höchster Erwartungen. Und ich sah, als ich aus dem dunkeln Hause trat, strahlendes Osterlicht im Garten wie niemals später sonst. Cs hatte über Rächt geregnet. Vom Durggraben her brauste der Dach. Ganze Wolken von der Luft der ; letzten Schneeschmelze drangen auf mich ein. Die Sonne sog die würzige Feuchtigkeit in ihr frohsinniges Strahlen aufwärts und verwandelte den - Schnee, der noch in den Winkeln des Durg- i graben« gelegen hatte, in Hrühlingsdampl» - Einheitskurzschrift. Man schreibt un«: Trotz der herrschenden Arbeitslosigkeit liest man oft in den Tageszeitungen, daß tüchtige Stenotypistinnen und Stenographen gesucht werden. Der Vorwärtsstrebende kann sich demnach baldigst eine Stellung verschossen, wenn er den Erfordernissen entspricht. Die Erlernung der Ein- heitskurzschrift bildet hierzu die erste Grundlage, zumal diese Kurzschrift heute überall verlangt wird. Wir weisen darauf hin, daß die I. Reichskurzschriftgesellschaft „Gabelsberger" und Damenabteilung e. V. Gießen am Dienstag, 16. April, abends 7 Uhr, in der Pestalozzischule (Stadtknabenschule), Rordanlage 8, unter der Leitung eines staatlich geprüften Lehrers der Stenographie einen Anfängerlehrgang in der Einheitskurzschrift für Damen und Herren eröffnet. Weiter gibt der Verein in seinen neu beginnenden Fortbildungs-, Redeschrift-, Diktat- und Praktikerkursen zur weiteren Vervollkommnung reichlich Gelegenheit. (Siehe heutige Anzeige.) — Anlagekonzert findet morgen, Sonntag. (ersten Osterfeiertag) 1U/, Uhr durch ba8 Musikkorps des 1. Batl. 15. Inf.-Rgt«. bei günstiger Witterung am Liebig-Denkmal statt. Leitung: Obermusikmeister Löb er. Musikfolge: 1 Armeemarsch 3, Rr. 53. Kavalleriemarsch, Karl Wilhelm; 2. Einleitung zum 3. Akt und Brautchor a. d. Oper „Lohengrin". Richard Wagner: 3. Präsentia rmcrrsch des ehern. Leib-Kiwas. sier-Regiments „Großer Kursürst" (Schlesisches) Rr 1, Kuno Graf von Moltke: 4. Präludium, Chor und Tanz, a. d. Operette „Das Pensionat", Franz v. Suppö: 5. Armeemarsch 2, Rr. 145, Radetzkhmarsch, Johann Strauß. •• Autobusverkehr zur Domäne Schissenberg. Im heutigen Anzeigenteil wird daraus hingewiesen, daß der Autoomnibus von jetzt aber wieder täglich von der Restauration „Rheingold", Ludwigstrahe 6, nm 8 Uhr, 13 Uhr, 15 und 18 Uhr bi« zum Fuße des Schifsenberges, um 15 Uhr bis auf den Schiffenberg verkehrt. •• Die Erweiterung von elektrischen Anlagen und die Festsetzung der Zah- lergröhe betrifft eine Bekanntmachung des städtischen Elektrizitätswerks im heutigen Anzeigen- teil, auf die wir besonders aufmerksam machen. •• Städtische Brennhvlzversteige- rung. Bei der diesjährigen letzten Drennholz- versteigerung auS den Waldungen der Stadt Gießen, Abt. Fernewald, Bezirk des Forsters Arft, wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchenscheiter pro Rm. 16 Mk., Eichen- scheiter 12,20 Mk., Kiefernscheiter 1280 Mk., Duchenknüppel 12,20 Mk.. Eichenknuppel 10 Mk.. Kiefernknüppel 10.40 Mk.. Kiefernstöcke 5 Mk.; Fichtenreisig pro 100 Wellen 14 Mk. * Eine Fünfundsiebzigjahrig e. Am 2. April (dritten Osterfeiertag) vollendet ^rau Elisa- beth Rar n b a d), geb. Börmer, Am Kugelberg 23 wohnhaft, ihr 75. Lebensjahr in voller geistiger ^^Evangelisch - kirchliche Persona- I i e Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Wilhelm Södler zu Stumpertenrod die cDange- tische Pfarrstelle zu Hopfgarten, Dekanat Alsfeld, übertragen. r K „ •• Staatliche Gewerbe- und Maschine n b a u s ch u l e Gießen. Das Schuljahr 1928 schloß am 26. März nut den Abgangs- Prüfungen in den Abteilungen Maschinenbau- schule, Abteilung für Baugewerbe, Tchreinerfach- schule, Malerfachschule und Schuhmacherfachschule. An den Prüfungen nahmen insgesamt 79 Kandi- baten teil. Das neue Semester beginnt am 22. April. Es empfiehlt sich, Anmeldungen möglichst frühzeitig einzureichen. Wir verweisen auf die heutige Anzeige. r - Erfreuliche Harmonie Zwischen Hausbesitzer und Mietern herrscht in dem Hause Goethestrahe 59. Dort können die meinten. 30. W i)k. irz. Ostersonntag. A- Messe: 8: fommib i'qt; 11: Messe mit Pre- v 4.30 und?: Beichte- Predigt. - Hungen. : Ul 10: Mess-"»! it mit Predigt.-Ma. _ Schotten. 10.30: hoch- aen. - Srunberg. 9.30. mm. 9.30: hochom -- 7 30’ Hochamt.— jtöbäj Dr. Ldnui. —- er Steba«'0"' IH, it * ** besonder« für die Kinderernährung, ganz besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Im ganzen wurden 1869 Milchproben (Vollmilch, Vorzugsmilch, Magermilch) untersucht. Von diesen mußten 225 Proben beanstandet werden, und zwar: a) wegen Wasserzusahes 114 Proben, b) wegen Fettentzuges 75 Proben, c) wegen WasserzusaheS bei gleichzeitigem Fett- entzuge 1 Probe, d) wegen anormaler Beschaffenheit 35 Proben. Die Erwartung, daß die Verfälschungen der Milch zurückgehen lyerden, hat sich leider nicht bestätigt. Sowohl die Zahl der Milchfälschungen, als auch die Größe der Fälschungen hat zugenommen. Im vorigen Berichtsjahre wurden von den Lieferproben 10,2 Prozent wegen Verfälschungen beanstandet. In diesem Berichtsjahre ist die Be- anstandungSziffer auf 13,5 Prozent gestiegen. Die Wasserzusätze schwankten zwischen 8 und 400 Prozent. In 6 Fällen war der WasserAusatz höher als 50 Prozent. In einem Falle bestand die in Verkehr gebrachte Milch aus 20 Teilen Milch und 80 Teilen Wasser. In anderen Gegenden Deutschlands hat in letzter Zeit eine Abnahme der Milchfälschungen stattgefunden, trotzdem die Kontrolle nicht stärker ausgeübt wurde, wie in Oberhessen. Wenn trotz der von den Gerichten bei Milchfälschungen erkannten hohen Geld- und Freiheitsstrafen die Milchfälschungen nicht nachlassen, sondern eine Zunahme erfahren haben, so ist nach Ansicht deS Berichterstatters dies zum großen Teil darauf zurückzuführen, daß das Justizmini- sterium von feinem Begnadigungsrechte in weitgehendstem Maße Gebrauch machte und damit die gute Wirkung, die eine strenge Bestrafung und besonders die Veröffentlichung des Urteils bei milchfälschenden Landwirten ausübt, fast vollständig wieder aufhob. So wurde bei einer Milchfälscherin, die fortgesetzt Milch mit einem Wasserzusatz von etwa 60 Prozent in den Verkehr gebracht hat und die deshalb von der Gießener Strafkammer zu einer Gesängnisstrahe von sechs Wochen verurteilt worden war, ein Teil der Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe von 75 Mk. umgewandelt und ihr für den restlichen Teil der Gefängnisstrafe eine Bewährungsfrist von fünf Jahren zugesprochen. Die vom Gericht ausgesprochene Publikation des Urteils wurde weiterhin in eine Geldstrafe von 30 Mk. umgewandelt. Die Geldstrafe von 75 Mk. hat in diesem Falle nicht einmal den zu Unrecht erworbenen Gewinn erreicht. Der durchschnittliche Fettgehalt der in Oberhessen in Verkehr kommenden Milch betrug 3,6 Prozent. Butter, Käse. Butter, oder ein Zusatz von Margarine zur Butter wurde nicht beobachtet. Bei Käse mußten häufig Beanstandungen erfolgen, weil fettarme Käse al« Vollfettkäse seil- gehalten wurden. Bier, Branntweine. Bei Trinkbranntweinen gab ein zu geringer Alkoholgehalt wiederholt Anlaß zu Beanstandungen. Zwei Rum-Verschnitte waren unter Verwendung künstlicher Essenz hergestellt. Wasser, Mineralwasser, Cimonaben. Die Untersuchung von Wasser und Mineralwasser nahm im Berichtsjahre wieder einen ganz großen Umsang ein. Es wurden 225 Trink- und Gebrauchswasser und 126 Mineralwasserproben einer chemischen und bakteriologischen Untersuchung unterzogen. Cs handelte sich teils um Wasser neuerbohrter Brunnen, teils um die regelmäßige Kontrolle bereits bestehender Wasserversorgungsanlagen der Gemeinden der Provinz Oberhessen. In verschiedenen Fällen mußte Beanstandung erfolgen, weil ein Zufluß von verunreinigenden Stossen durch die chemische und bakteriologische Untersuchung festgestellt war. Das Wasser der Gießener Wasserleitung wurde monatlich einer ausführlichen bakteriologischen und im Oktober auch einer ausführlichen chemischen Untersuchung unterzogen. ES war stets von einwandfreier Beschaffenheit und entsprach den Anforderungen, die in hygienischer Beziehung an ein gutes Trink- und Gebrauchswasser zu stellen sind. Limonaden wurden wiederholt beanstandet, weil ihre Bezeichnung entweder irreführend war. oder weil bei ihrer Herstellung künstlicher Süßstoff Verwendung gefunden hatte, der auf dem Etikett nicht deklariert war. Essig, Gewürze, Spezereiwaren. Beanstandungen betrafen Essig mit zu geringem Säuregehalt und gemahlenen Pfeffer mit zu hohem Schalengehalt. hygienische, physiologisch-chemische imd gerichtliche Untersuchungen. Diese Untersuchungen betrafen Abwasser, die meist industriellen Ursprungs waren, und Fluhwasser. Verschiedentlich mußten Lebensmittel, nach deren Genuß angeblich Gesundheitsstörungen eingetreten waren, auf Gift untersucht werden. Die Untersuchungen verliefen negativ. Dagegen konnten in den Magen und Mageninhalten plötzlich verendeter Tiere Strychnin nachgewiesen werden. Arzneimittel waren auf ihre Zusammensetzung zu untersuchen. Ein Briefumschlag war daraufhin zu untersuchen, ob er von unberechtigter Seite geöffnet worden war. Durch die Untersuchung wurde dies einwandfrei bewiesen. Die rötliche Farbe einer Milch war auf einen Gehalt an Blut zurückzuführen. Das Qtbfterben von Bäumen und Sträuchern in unmittelbarer Rähe einer Verzinkerei konnte auf eine Verstäubung von Zinksalzen in Verbindung mit schwefliger Säure zurückgeführt werden. Technische Untersuchungen. Sie erfolgten auf Antrag von Behörden und von privaten Auftraggebern. Die Untersuchungsergebnisse gaben Ausschluß über die Zusammensetzung und Eigenschaften der zur Untersuchung übergebenen Objekte. In verschiedenen Fällen konnte festgestellt werden, daß die Waren nicht den Anforderungen entsprachen, die nach allgemeinem Handelsgebrauche üblich sind und nach den vereinbarten Bedingungen vorgeschrieben waren. >«» » OfT1 16 1920 W., Qm 3 Wer 2. Kellar !!R^mw0'9anDat bricht«, n einten. 31. Dian M int ____ f Arid --—ssI' 169,41 22J 112,5 59J 2,50 112,19 81 63,93 12,44 73,15 n-5ranffurt 2938 JAHRE AUGUSTINER-BRAUEREI [Generalvertretung: H. Heyne, Biergroßhandlung, Gießen1 MÜNCHEN la-Kl. 12 St. Fichtenstämme 1 Stamm 3a-Klasse 2. Aiefern-Langholz, Güteklasse N. 0,99 fm la-Klasse 5 Stämme Windfallholz aus dem Jahr 1928: ,37 fm Kiefernstämme Los 1. la-Klasse 1 Stück mit 0,14 fm Fichtenstämme 0,20 fm, Kl. 1b fer Kl. 13 1 St. Distrikt Dörfelsberg und Schlieberg 29 Stück mit 7,94 fm Fichtenabschnitte 1b- Fichten-Derbst. bis spätestens Frettag, 3 Stück mit 0,73 fm la-Klasse Los 18. Distrikt Kl. la 130 Stück mit LoS 19. Ib-Klasse 33 Stück mit 8,28 fm Wagner dahier vorgezeigt. 2926V 5,84 fm kommen zmn Das Holz liegt in verschiedenen Forst. I Forstamts verkauf: 95 35 3 2 lb 13 20 20 3,12 7,56 23,26 8,08 1 1 190 81 34 21 2 2: 3: 4 9 10 22 5 115 139 58 13 3 2. 3. 4. 5. 5 18 41 12 24 6 2 Kl. 2b 1 St. - 1,81 fm. Doul 0,42 fm, Kl. 11 1b- 23- 2b- 3 a- 1b- 23- 2b- 2b- 3a- 3b- 4a- 2a- 2b- 2 5 5 3 1 4 6 2 250 356 1103 lb-Klafse 2a- „ 2b- „ 3a- N Tanne, Anläßlich des 600jährig. Bestehens der Augustiner-Brauerei bringe ich während der Feiertage bei allen meinen Abnehmern ein Jubiläumsbier zum Ausschank. Jos. Wagner, Brauerei zum Augustiner, München 1,47 „ 2,38 „ 0,95 „ und Ver- = 85 fm --52 „ = 38 lb- 2a- 2b- 3a- 3b- 42,29 83,44 52,97 17,25 4,64 1,99 13,76 53,03 15,23 43,49 14,37 5,95 -= 1,13 - 1,87 - 1,05 -- 8,81 « 9,99 - —,81 - 3,39 - —,14 =- 1,08 - —,62 = —,68 3b- 4a< LoS 1 n 2 ,, 3 8 „ 5 „ 1 Stamm. Los 6. „ 7. „ 8. „ 9. Distrikt Kl. fm 44,42 15,87 7,71 Nutzholzversteigerung Mittwoch, den 3. April t. 3., soll das in Holzsubmisston. Die Gemeinde Ettingshausen verkauft Großen-Buseck, den 28. März 1929. Hessische Bürgermeisterei. Ga ns. 39,77 38,18 16,40 12,74 10,07 4,15 Hotzsubmisston. Aus den Waldungen der Gemeinde Alten-Buseck sollen die nachbezeichneten Nutzhölzer im Wege schriftlichen Angebots verkauft werden: 2927V 1. Kiesern-Abschnitte, Güteklasse A. Im Ausschank: Cafe Amend • Cafe Ernst Ludwig • Cafe Astoria • Restaurant zum Aquarium = 38,55 - 68,30 - 62,24 -- 38,86 = 13,07 = 2,38 -- 1,68 = 4,66 = 0,92 lb 2a 2b 3a 4b 26,90 fm 73,96 „ 58,73 „ 41,32 „ 32,68 „ 3,64 „ Radenkopf schiedene: Holzsnbmission. Freitag, den 5. April 1929, vormittags 10% Uhr, werden aus den Waldungen der Gemeinde Treis a. b. Cba. folgende Holz- ortimente im Submiffionswege vergeben; Langholz (Güteklasse N). Fichte: la-Klasse 15 Stück - 2,73 fm „ lb- „ 2a- „ 2b. h 3a« „ 3b- „ 4 a. Lärche: lb= ,, 2a- „ 2b, Ib-ÄI. 2a- „ 2b-M la- h lb- „ 2a- „ 2b- „ 3a- „ 2a- „ 2b- „ 3a- „ *• ii II. „ III. „ lb-„ 2a— „ 2b- „ 3a- „ 3b-„ 4a- „ la- „ lb- „ 2a- „ 2b- „ 3a- „ 3b- „ 4a- „ 4b- „ Angebote sind _ den 5. April 1929, nachmittags 3 Uhr, pro Festmeter, getrennt nach Klassen, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei schriftlich einzureichen, woselbst auch die Kaufbedingungen bekanntgegeben werden. Alten-Buseck, den 28. März 1929. Bürgermeisterei Alten-Buseck. - 2,19km -= 54,08 „ -103,59 „ - 53,61 „ - 5,45 „ ” 2,98 „ ” 1,26 „ = 76,77 „ -190,99 „ =218,78 „ = 185,64 , - 73,70 „ - 8,52 „ = 1,51 „ = 1,75 „ = —,36 N - 1,72 ,, - 2,42 _ = 1,72 „ - —,79 „ - —,63 N - 1^4 N - 1,36 w Dieses Windfallholz ist mit Rinde gemessen, geschält und noch sehr gut. Für dieses Holz sind die Angebote getrennt von den anderen und für sich einzureichen. Angebote sind in Reichsmark pro Festmeter, getrennt nach Sortiment und Klassen, mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Mittwoch, den 3. April 1929, nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen. Die Eröffnung findet zu vorerwähnter Zeit auf dem Rathaus statt. Mit Einreichung der Angebote unterwerfen sich Käuser den Verkaufsbedingungen, welche bei uns eingesehen werden können. Man bittet, das Holz vorher ansehen zu wollen, und wird auf Verlangen von Herrn Forstgehilfen Mohr vorgezeigt. Spätere Reklamationen werden nicht berücksichtigt. Ettingshausen, den 30. März 1929. Hess. Bürgermeisterei Ettingshausen. Opper. Holzsnbmission. Die Gemeinde Großen-Buseck verkauft im Wege des schriftlichen Angebots: Fichteu-Stämme (N) Distrikt Entenpfuhl und Kirschbaum: Bekanntmachung. Der Bebauungsplan über das Gebiet zwischen Wiesecker Weg und Marburger Straße ist von dem Herrn Minister des Innern mit Verfügung vorn 28. 2. 1929 zu Nr. M. d. I. 7775 genehmigt worden. Ter Bebauungsplan liegt bei dem städtischen Hochbauamt zur Einsicht offen. Gießen, den 27. März 1929. 2915C Der Oberbürgermeister. 3. B.r Dr. Hamm. 195 206 66 5 3 1 454 552 333 171 46 4 1 ISt. 2 „ 2 , 8 „ 31 „ 15 „ 1 „ 2 „ 1 „ 3 „ 1 n 1 „ 4 , 27 , 37 „ Holzsnbmission. Die Gemeinde Mainzlar verkauft im Wege schriftlichen Angebots folgende Fichten-Ltämme. im Wege schriftlichen Angebots folgende “..... 2945D LoS 10. „ 11. n 12- „ 13. » 14. „ 16. „ 16- „ 17. 20. 21. BeioeUnno von MMikes. Für den Neubau von 42 Wohnungen sollen vergeben werden: 2897V die Erd-, Maurer- und Betonarbeiten die Zimmerarbeiten die Dachdeckerarbeiten und die Spenglerarbeiten. Angebotsformulare und Näheres durch Architekt (B.D.A.) Hamann, Bergstraße 11. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag, den 8. April d. 17 Uhr, daselbst ein- zureichen. Gießen, den 30. März 1929. Baugenossenschaft 1894 e. G. m. b. H. Gießen. Fourier. Wölf er. - 1,02 fm, Kl. 3a 1 St - glasfichte Kl. la 5 St. - b 5 St. = 1,14 fm. Kie „ 5: 1,91 „ Zusammenkunft vormittags 9% Uhr am Waldeiugang der Kreisstraße Beuern- Allertshausen. Beuern, den 27. März 1929. Hessische Bürgermeisterei Beuern. Linden st ruth. Hebungen aller Art führt preiswert aus Rudolf Rüdiger Gießen, Walltorstraße 35 288 Stämme 121 63 „ Kiefernahschnittelb- „ „ 2a- „ ; 2b. ,, » 3a- „ 3b- „ Fichtenabschnritelb- „ » 2a- „ „ 3a- „ Fichten-Derbst. I „ : ui:: 0,73 fm 0,68 „ 0,83 „ 3. Fichten-Langholz, Güteklasse N. la-Klasse........ 47,7lfm lb- --- 2a- 2b- 3a- 3b- 4b- Submissions- 2916 D orten, und zwar Los 1 in Försterei Rain» rod; Los 2 in Försterei AilianSherbcrge; Los 3 in Försterei Langd. Aufarbeitung nach Hess. Homa, Messung ohne Rinde. Das Holz ist geschält und meist gerückt. Besichtigung vor Abgabe der Gebote wird vorausgesetzt. Der Verkauf erfolgt zu den in der Hess. Staatsforstverwaltung üblichen Bedingungen. Nähere Auskunft durch die Herren Förster Ruppert in Rainrod, Bechtold in Kiliansherberge, Büttner in Langd, sowie durch das Forstamt. Die Gebote sind für gcschällcs Holz mit der Aufschrift „Fichtenstammholzsubmission" bei dem unterzeichneten Forstamt einzureichen. Eröffnung der Gebote Donnerstag, den 11. April, vormittags 10,15 llhr, aus dem Geschäftszimmer. Eichelsdors (Oberhessen), den 28. März 1929. Hessisches Forstamt EichelSdorf. (Fernruf Sttdda SSJ Nutzholzversteigerung Mittwoch, den 10. April 1929, vormittags 10 Uhr, werden in der Gastwirtschaft von Karl Möser 2. in Eichelsdorf auS verschiedenen Forstorten der Förstereien Rainrod, Ulfa, EtornfelS, Langd, Sichelsdorf und KUianSherberge versteigert: Langholz: Gülekl. Eiche Kl. 3 4 St. — 3,30 fm, Kl. 4 4 St. = 3,30 fm, Kl. 5 1 St. =1,43 fm. Buche Kl. 3 3 Gt. = 1,15 fm, Kl. 4 4GL- 1,93 fm. Güte- ll. N: Eiche Kl. 1 141 St. = 18,57 fm, Kl. 2 88 St. =■ 29,98 fm, Kl. 3111 St.= 68,62 fm, Kl. 4 29 ©L = 29,32 fm, Kl. 5 6 St. -- 8,37 fm. Buche Kl. 4 1 St. - 0,36 fm. Esche Kl. 1 8 ©L - 1,42 fm, Kl. 2 1 St. ---- 0,50 fm. Hainbuche Kl. 1 1 St. - 0,15 fm. ElS- beere Kl. 1 1 6t. = 0,11 fm, Kl. 2 1 St. 0,25 fm. Kirschbaum Kl. 1 1 St. = 0,09 fm, Kl. 2 I St. ---- 0,12 fm. .Pappel Kl. 2 1 St. = 0,83 fm. Aspe Kl. 2 2 GL = 0,61 fm, Kl. 3 1 St. -- 0,38 fm. Fichte Kl. la 55,00 fm, Kl. lb 74,47 fm, Kl.2a 51,84 fm, Kl. 2b 3,50fm, Kl. 3a 8,15 fm, Kl. 3b 6,81 fm, Kl. 4a 14,75 fm, Kl. 4b 13,81 fm, Kl. 5 5,28 fm. Weißtanne Kl. la 1 ©L = 0,09 fm, Kl. lb 6 St. -- 1,52 fm, Kl. 2a 1 St. = 0,22 fm. Weymuthskiefer KI. lb 2©t. = 0,76 fm, Kl. 2a 2 St. -- 1,43 fm, Nutzholzverkauf. Am Mittwoch, dem 3. April d. I., vormittags 10 Uhr, wird im Gemeindewald Fronhansen (Lahn) folgendes Nutz« Holz öffentlich an Ort und Stelle verkauft: a) 54 Eichen-Nutzstämme von 31 bis 68 cm Durchmesser mit 59 fm Inhalt, meist Schnittholz; b) 6 Kiefernstämme mit 6,79 fm Inhalt. 2914V Zusammenkunft bei den Hainbuchen. Im Wege schriftlichen Angebots wird verkauft folgendes Fichtenstammholz: Los 1 Klasse la 114 Stück = 18,88 fm; Klasse lb 141 Stück -- 47,22 fm; Klasse 2a 63 Stück --- 34,90 fm; Klasse 2b 14 Stück ---- 13,08 fm; Klasse 3a 3 Stück -- 3,91 fm; Klasse 3b 2 Stück -- 3,58 fm. LoS 2: Klasse la 395 Stück 65,74 fm; Klasse lb 239 Stück - 77,87 fm; Klasse 2a 12 Stück -° 6,86 fm. Angebote sind, gesondert nach Los und Festmeter, bis 10. 4. 29, mittags 12 llhr, auf dem Bürgermeisteramt Fronhausen (Lahn) einzureichen. Der Bürgermeister. Schnabel. „ 35,02 „ „ 17,95 „ MMWIA MMMMM ver WtslofemMOfi uig. In den letzten Wochen mehren sich die Fälle, in denen Arbeitslosenunterstützungsempfänger oder deren Angehörige, für die ein Familienzuschlag zur Arbeitslosenunterstützung gewährt wird, entlohnte Arbeit übernehmen, ohne der Bürgermeisterei oder dem Arbeitsamt hiervon Mittellung zu machen. Auch verrichten jetzt nach eingegangenen Anzeigen Arbeitslosenunterstützungsempfänger in eigenem oder in einem fremden landwirtschaftlichen Betriebe ohne Entschädigung in vollem Umfange Landbestellungsarbeiten, so daß auch in diesen Fällen von einer Arbeitslosigkeit im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen nicht mehr gesprochen werden kann. Wir sehen uns deshalb veranlaßt, darauf aufmerksam zu machen, daß in den genannten Fällen eine Pflicht des Arbeitslosen besteht, die Ausübung solcher entlohirten oder nicht entlohnten Arbeit der Bürgermeisterei oder dem Arbeitsamt zu melden, damit entweder eine Anrechnung des Verdienstes bzw. des Gegenwertes der Arbeitsleistung auf die Arbeitslosenunterstützung oder aber eine Einstellung des Unterstützungsbezuges erfolgen kann. Zuwiderhandlungen werden gesetzlich verfolgt werden. 2921D Gießen, den 26. März 1929. Das Arbeitsamt. Die Angebote sind verschlossen, nach Losen, Sortiment und Klassen getrennt, bis zum Freitag, dem 5. April 1929, mittags 1 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, wo anschließend die Eröffnung erfolgt. Die Ver- kaussbedintzungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unter» werfen, können bei uns eingesehen werden, auch werden dieselben im Termin bekanntgegeben. Das Holz lagert an guten Ab- suhrwegen, von /2 bis zu 1 Stunde von der Bahnstation Großen-Buseck entfernt, und w»rd auf Wunsch durch Förster Rutz- und Drennholzversteigerung Donnerstag, den 4. April, kommt im Lleeberger Ularkwald, Distrikt Herrnwald 10 und 11 und Hardenberg 12 und 13 folgendes Holz zur Versteigerung: (2844» 260 rm Buchen-Scheit und -Knüppel, 5500 Buchen-Wellen, 30 rm Eichen-Scheit und -Knüppel, 1200 Eichen-Wellen, 52 rm Kiefern-Nutzholz (1,5 lang), 70 rm Kiefern- Scheit und -Knüppel. 410 Fichtenstangen 1 Klasse, 500 Fichtenstangen 2. Klasse, 700 Fichtenstangen 3. Klasse, 300 Fichtenstan- gen 4. und 5. Klasse. Das Holz ist durchweg guter Qualität und gut abzufahren. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr beim Saatkamp, Distrikt Herrnwald 10. Cleeberg, den 27. März 1929. Der Bürgermeister. Höhn.- MlMWIUW'MlllWn. Langholz-Güteklasse N. Aus dem Staatswald des unterzeichneten Holz versteigert werden: Klasse 1: Brennholzversteigerung im Gemeindewald Langsdorf. 9m Distrikt Borderwald werden nach vorheriger Zusammenkunft am Waldeingang der Straße Langsdorf—Nonnenroth am Mittwoch, dem 3. April 1929, vormittags 9% Uhr, versteigert: 2895D Truhfcyeiter rm: Buche 22,5 für Wagner. Scheiter rm: Buche 87,6; Eiche 2; Linde 6,3. Knüppel rm: Buche 107,3; Eiche 3,9; Hainbuche 1,5; Linde 4,5; Birke und Fichte 9. Reisig rm: Buche 377; Hainbuche 32; Weymouthskiefer 18 sowie Fichte Schlagräumungen. Stücke nn: Buche 23; Hainbuche, Eiche und Linde 5,5. Langsdorf, den 27. März 1929. Hessische Büroermeisterei Langsdorf. Kaeipp. 19 St. = 7,28 fm, Kl. 2a 20 St. - 13,10 fm, Kl. 2b 14 St. = 10,33 fm, Kl. 3a 3 St. = 1,81 fm, Kl. 3b 5 St. = 4,77 fm. Lärche Kl. la 14 ©L = 2,29 fm, Kl. lb 21 St. ----- 7,73 fm, Kl. 2a 22 St. = 12,61 fm, Kl. 2b 4 ©t = 3,01 fm. Gitte«, k": Eiche Kl. 3 1 St. - 0,55 fm, Kl. 4 2 ©t. = 2.19 fm, Kl. 5 1 St. = 1,95fm. Buche Kl. 6 1 St. -- 0,17 fm. 2916D Abschnitte: Fichte ÄL la 3 St. -- 0,28 fm, Kl. lb 1 ©t = 0,37 fm, Kl. 2a 25 ©L = 11,46 fm, Kl. 2b 20 ©L = 12,43 fm, Kl. 3a 16 St. = 15,61 fm, Kl. 3b 9 St. = 11,04 fm, Kl. 4a 2 St. = 2,08 fm, Kl. 4b 1 ©L = 0,78 fm, Kl. 5 1 ©t. = 1,03 fm. Lärche Kl. la 1 ©L = 0,15 fm, KI. lb 4 St. = 0,82 fm. Schwellenholz: Eiche I. Kl. 11 St. — 4,17 fm, II. Kl. 3 St. --- 1,09 fm. Buche I. Kl. 25 St. - 7,57 fm, II. Kl. 6 St. = 1,25 fm. Grubenholz: Eiche 9 St. ----- 2,41 fm. Tcrbstangcn: Bu chc II. Kl. ----- 2 St., III. Kl. = 1 St. Fichrr I. Kl. ----- 285 St., II. Kl. - 412 St., III. Kl. = 2000 St. Lärche II. Kl. 2 St. Nutzschctter rm: Buche 20,9 II. Kl. Hainbuche 2,2. Erle 17,6. Aspe 3,9. Kiefer 1,8. Lärche 2. Fichte II. Kl. 1. Nutzknüppel rm: Eiche 2 I. Kl. Lärche 4,3 I. Kl., 0,7 II. Kl. Fichte 2,1 I. Kl., 2,7 II. Kl. DaS zur Versteigerung kommende Holz ist blau unterstrichcm Besichtigung wird vorausgesetzt. Nähere Auskunft erteilen die Förster und die unterzeichnete Stelle. Hessisches Forstamt Eichelsdorf. den Waldungen der Gemeinde Beuern, Distrikt Appelspek, vorhandene Eichennuh- '• ‘ " 28940 Nutzhorz-Gu-mission. Das nachverzeichnete, mit Rinde gemessene Nutzholz soll auf dem Wege der Submission verkauft werden. Angebote sind getrennt nach Klassen und mit entsprechen- der Aufschrift versehen, bis zum TNiltwoch, dem 3. April, nachmittags 4 Uhr, bei uns einzureichen, woselbst auch die Bedingungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung der Gebote unterwerfen, einge- sehen werden können. Auskunft erteilen dio unterzeichnete Stelle und Förster Lischhorn. Das Holz ist vorher einzusehen, da spätere Reklamationen nicht angenommen werden. Güteklasse A. Buche 3. Kl. 2 Stüu' = 1,76; 4. Kl. 3 6t = 5,83; 5. Kl. 5 St. = 8,22 fm. Güteklasse N. Buche 3. Kl. 39 St. = 27,66; 4. Kl. 20 6t = 20,63; 5. Kl. 2 St. = 5,10 fm. Buchenschwellenhol; 1.5«. 89 St. = 38,97 fm. Hainbuchen 1. Kl. 2 St. - 0,30; 2. Kl. 59 St. = 16,44; 3. Kl. 2 St. = 0,74 fm. Klesern-Langhol; und -Abschnitte la-Kl. 1 St. = 0,25; Id-Kl. 30 6t. = 12,91; 2a-Kl. 29 St. = 17,58; 2d-Kl. 21 St. = 17,28; 3a-Kl. 3 St. - 2,74, 3d-Kl. 3 6t = 3,62 fm. Kieferngrubenhof; 73 St. = 21,38 fm. Fichtenreisstanaen 819 St. 4. Kl., 1256 St. 5. Kl. . 2785V Villingen, den 25. März 1929. Bürgermeisterei Billlngen. Pauli. Fichten-Abjchnitte (N) 2b-Klasse 1 Stück mit 0,64 fm Krefern-Ttämme (N) Ochleberg, Alteberg und Galgenberg: Das Hol', ist mit Rinde gemessen, ist aber entrindet und an die Wege verbracht. Die Angebote sind verschlossen, mit der Aufschrift ^Holzsubmisfion", nach Klassen getrennt, bis zum Frettag, dem 5. April lfd.JS., nachmittags 4 llhr, auf unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo auch die Verkaufsbedingungen bekannt- gegeben werden, welche sehr günstig sind. Mainzlar, den 30. März 1929. Bürgermeisterei. Vogel.2924 D Holzsortimente: Kiesernstämme * WWWW Gebrauchten 4/16 P. S. -Oiwl- Ohaeih-tt Viersitzer, gut erhalten, zum Kassapreis von Mk. 1250.- adzugeben. Schr. Anfrag, erb, u. 2SS0l) a. d. Gieß. Anz. I Bekanntmachung. Wir beabsichtigen, bei genügender Beteiligung die früher beliebten Kochkurse mit Beginn des neuen Schuljahres wieder einzurichten. Meldungen zu diesen Kursen owie zu den Schneider- und Weißnähkursen werden in Steinstraße 10 entgegengenommen. 2752V Gießen, den 25. März 1929. Vorstand des Aliceschul-Bereins. Holzverkauf. Donnerstag, den 4. April, 8% Uhr» im Gasthaus „Zum weißen Roß" — Queckborn aus Försterei Harbach, Forüorte Bettenwald, Breiteloh, Koppe, Pfaffenloch, Zu- haag und verschiedene: Stammholz: 56 Stck. Eiche 1.—4. Kl. ----- 14 fm; 5 Stck. Birte 1. Kl. ---- 0,50 fm; 84 Stck. Fichte la—3b-ftL --- 28 fm; 56 Stck. Lärche la—2b-ftl. --- 17 fm; 19 Stck. Kiefer 2b—4b»ÄI. — 19 fm; Stangen, Stück, Eiche II. u. III. Kl. --- 62: Esche I. u. II. Kl. 5: Fichte I. ftl. = 51, II. Kl. -- 47, III. Kl. = 109, V. Kl. = 100, VI. Kl. = 570: Lärche I u. II. Kl. — 3; Nutzfchett- Holz, rm: Eiche 18, Buche 14, Wildkirsche 2, Kiefer 14: Nutzknüppelholz, rm: Eiche 36; Nutzreiferholz, rm: Fichte 49, in ganzer Länge; ferner Brennholz, nn: Scheitholz: Buche 186, Eiche 29, Kiefer 17, Fichte. 7; Knüppelholz: Buche 90, Hainbuche 4, Eiche 166, Birke 2, Kiefer 72, Lärche 2, Fichte 7: Reiserholz III. n. IV. Kl.: Buche 129, Eiche 556, E'che 28, Kiescr 170, Fichte 40 (Schlagreijig in 10 Losen): Stockholz: Buche 97, Eiche 40, Kiefer 56, Lärche 8, Fichte 25. 2913D Alles Versteigerungsholz ist mit dem Nevierhainmer „Bg." geschlagen. Hessisches Forstamt Grünberg. Bekanutmachnng. Der Herr Minister des Innern hat durch Verfügung vom 28. 2. 1929 zu Nr. M. d. I. 7774 den Bebauungsplan für das Eichgärtengebiet genehmigt. Der Plan liegt bei dem städtischen Hochbauamt zur Einsicht offen. 2915C Gießen, deck 27. März 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Abschnitke (Güteklasse N). Fichte: 4a-Klasse 3 Stück -- 2,97 fm „ 4b- „ 1 ,, - 1,27 „ Eiche: 2. „ 6 „ = 2,24 „ „ 3. ,, 11 „ = 10,10 „ Güleklasie A. Eiche: 3. Klasse 1 Stück -- 0,77 hn „ 4. „ 5 „ = 2,87 „ „ 5. „ 1 „ = 0,60 „ Das Holz ist ohne Rinde gemessen; Nadelholz ist entrinoet. 2893D Angebote sind nach Klassen getrennt, verschlossen, mit Aufschrift versehen, bis zu obigem Termin bei hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Angebote mit zusammengezogenen Klasien oder Vorhalten und Bemerkungen versehen, bleiben unberücksichtigt. Es wird empfohlen, das Holz vorher zu besichtigen, da spätere Reklamationen nicht angenommen werden. Die Derkaufsbedingungen können aus hiesiger Bürgermeisterei eingesehen werden- und werden beim Termin nochmals bekannt gegeben. Nähere Auskunft erteilt die unterzeichnete Stelle. Treis a. d. Lda., den 28. Mäq 1929. Hessische Bürgermeisterei Treis a. d. Lda. I.V.: Becker XII., Beigeordneter. 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Die Einführung der 8% Goldpfandbriefe Reihe 13 an der Frankfurter Börse ist von uns beantragt Auch ihre Zulassung zum Lombardverkehr bei der Reichsbank in Klasse A wird unverzüglich beantragt. Wir legen ferner zur öffentlichen Zeichnung auf: einen Restposten von Goldmark 1,5 Millionen unserer 87° Golduiandbrieie Reifte 10 nicht rückzahlbar vor 1. Oktober 1933, Zinsscheine April-Oktober (in Hessen mündelsicher) zum Vorzugskurse von 97,25% (Börsenkurs dieser Reihe 97,75%) sowie: GM 3 Millionen unserer 87° Goldkommunaloftligationen Reihe 2 nicht rückzahlbar vor 1. April 1933, Zinsscheine April Oktober (in Preußen mündelsicher) zum Vorzugskurse von 94% (Börsenkurs dieser Reihe 94,50%). Die Goldpfandbriefe Reihe 10 und die Goldkommunalobligationen Reihe 2 sind an der Frankfurter Börse amtlich notiert und seitens der Reichsbank zum Lombardverkehr in Klasse A zugelassen. Zeichnungsfrist: 2. bis 22, April 1929 auf 8% Goldpfandbriefe Reihe 13, 2. bis 15. April 1929 auf 8% Goldpfandbriefe Reihe 10 und 8% Goldkommunalobligationen Reihe 2. Zeichnungen können in der angegebenen Zeit an der Kasse der Bank (Gallusanlage 8) oder durch Vermittlung sämtlicher Banken und Bankgeschäfte erfolgen; früherer Zeichnungsschluß bleibt vorbehalten. Unsere Goldpfandbriefe und Goldkommunalobligationen lauten auf Goldmark (1 GM ----- 7,7go kg Feingold), sie sind eingeteilt in Abschnitte zu GM 50"0, 2000, 1000, 500 und 100. Die Stücke sfimtlicher Reihen sind sofort lieferbar. Ein Posten Original-Lindener bedruckte Heliovel-Waschsamt-Reste p. m 1.95 in vielen Farben und Mustern, Regulärer Wert ..... Mk. 4.50 p. m. MM U Ein Drahtwun r Haut Echte deutsche Saat von allererster Güte! Saatkarlollel Goldniere Mit dieser voizüghcnen Frünkar toffel bringe ich meiner verehrten Kundschait eine Neuheit ersten Ranges. Die Goldniere ist tief gelbfleischitr, hat Nierenform und ist von feinstem Wohlgeschmack. Wegen ihrer frühen Reife erzielt Goldniere die höchsten Preise. 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Sie werden dort sicher viel deutsche Landsleute treffen. und somit bald Freundschaften schließen." Brigitta Hollermann nickte zu allem nur stumm. Dorläufig fand sie sich mit dieser neuen, plötzlichen Lebenswende noch nicht zurecht. Was war China? Was Hongkong? Sie vermochte sich davon keine Vorstellung zu machen, viel weniger darüber jetzt nachzudenken. Der Trennungsschmerz hatte sie mit aller Gewalt gepackt, und doch wußte sie, daß ihres Bleibens hier nicht mehr länger war. Dazu kam, daß sie irgend etwas mit unwiderstehlicher Gewalt davontrieb, hinüber in das fremde Land. Eine maßlose Unruhe hatte sich ihrer bemächtigt. als ahne sie unbewußt, daß sie damit ihrem Schicksal cntgegengehe. So kam eS, daß SanitätSrat Lührmann schon am nächsten Tag die Nachricht von Brigittas . Entschluß, mit der Bitte, für Brigitta die nötigen Papiere zu besorgen, erhielt. " Nach Hongkong war ein ausführliches Telegramm abgesandt worden, und einige Tage später traf bereits die Antwort ein. Man erwartete die deutsche Schwester hocherfreut, und Missionar Boldenkamp würde sie persönlich abholen. Schiff und Abfahrtzeit sowie der Tag der Ankunft waren genau angegeben. So waren die Würfel für Brigitta Hollermanns Fahrt in die ungewisse, weite Fremde gefallen. Pfarrer Wendelin nahm die Nachricht mit bleicher, gefaßter Miene entgegen. Ebenso still und ergeben reichte er Brigitta zum letzten Male die Hand: dann aber drehte er sich rasch um, und schritt schnell davon. Niemand sah, daß er weinte. — Schwester Christiane brachte Brigitta selbst nach Hamburg, wo man Einkäufe halber noch einige Tage verweilte. Dann aber kam die Stunde des Abschiednehmens. Cs war wohl ein Abschied fürs Leben. Zum letzten Male standen sich Brigitta und Schwester Christiane im Arbeitszimmer des alten Sanitätsrats allein gegenüber. Die besorgte alte Dame gab ihr Derhaltungs- m aß regeln. Brigitta aber weinte herzzerbrechend. Da zog Schwester Christiane sie noch einmal fest ans Herz, und sagte, selbst mit Tränen kämpfend: „Sei tapfer, kleine, liebe Brigitta, und laß uns ^um Abschied das trauliche Du tauschen. Latz mich dir von nun an eine wirkliche, vertraute Schwester sein." „Liebe, liebe Schwester, ich danke dir!" stammelte Brigitta, unter Tränen lächelnd. Sanitätsrat Lührmann störte den innigen Abschied. Gr versuchte den ebenso großen Tren- nungsschmerz hinter polternden Worten zu verbergen und rief: „Hallo, ihr beiden, nun laßt eS genug sein, die ,Köln< wartet nicht so lange, bis ihr euch ausgeweint habt. Kommt! Christiane, es ist die höchste Zeit, wenn wir das Kind noch glücklich auf dem Dampfer verstauen wollen." Hinter ihm war die alte Wirtschafterin Jürgens erschienen. „Wenn das nur gut geht! Wenn daS nur gut geht!" jammerte sie, und aus ihren. dickverweinten Augen rannen neue Tränenströme, als sie Brigitta tn den Mantel half. AdjüS denn, Fräulein Brigitta, und besuchen Sie uns bald einmal", sagte sie schluchzend. „So über Sonntag von Hongkong nach hier, 's wird sich schon machen lassen", entgegnete Sanitätsrat Lührmann auflachend, was zur Folge hatte, daß alle in fein Lachen einstimmten. Zwei Stunden später stach die „Köln" in See. Brigitta winkte lange — lange von Bord, bis langsam das älfer sich entfernte und sie niemand mehr zu erkennen vermochte. So versank vor Brigitta Hollermann mehr und mehr der Streifen Land, der ihr bisher die Heimat gewesen war. Begleitet von tausend guten Segenswünschen des lieben, alten Geschwisterpaares, fuhr sie der neuen, unbekannten Zukunft entgegen. • Aengstlich und scheu zog sich Brigitta Hollermann tunlichst von allen Neisenden zurück. Nur hier und da plauderte sie mit einigen Damen belanglos, so, wie es eben eine lange gemeinsame Meeresreise mit sich bringt. Des Abends suchte sie meist ihre Kabine auf oder machte einsame Spaziergänge auf dem Promenadendeck. Diele bewundernde Blicke folgten dem schönen, einsamen Mädchen. Ihre Zurückhaltung hielt man für kühlen Hochmut und hielt sich ebenfalls fern. Je mehr sich die „Köln" Brigittas Reiseziel näherte, desto größer ward die Erregung in ihrem Innern. Singapore war der letzte Hafenort, den der Dampfer angelaufen hatte: der nächste Hafen würde Hongkong fein. „Hongkong." Brigitta flüsterte es oft leise, ängstlich vor sich hin. Wie ein buntes Märchen waren die Städte des Orients an ihr vorübergeglitten. Ihr Blick hatte sich geweitet, und sie hatte all das Schöne, Fremde, Verwunderliche des Ungcfannten in sich ausgenommen. Erst unterwegs war c8 Brigitta Hollermann eingefallen, daß ja ihre Schwester Isa auch irgendwo in China oder Japan mit Frau von Salden weilen sollte. Wie seltsam es doch oft das Schicksal fügte! Ob ihr Isa eines Tages irgendwo begegnen würde? • Hub dann kam die Stunde der Ankunft in Hongkong. Die „Köln" glitt in voller Fahrt durch ein wahres Labyrinth kleiner, grüner Inselgruppen, die sich vor dem eigentlichen Hasen von Hongkong lagerten. ES war am Spätnachmittag. Heiß brannte die Sonne am Himmel, eine schwüle, drückende Atmosphäre hervorrufend. Die Passagiere, die das Schiff auch hier verlassen wollten, standen in Gruppen zusammen. Brigitta Hollermann lehnte bleich und still an der Reling und sah hinüber auf daS neue, bunte Land, das sie nun aufnehmen sollte. Immer mehr näherte sich die „Köln" der Landungsstelle. Brigitta sah undeutlich eine große, wogende Menschenmenge, die der Ankunft des Dampfers am Kai harrte; und schwer legte es sich ihr mit einem Male aufs Herz, wie sie wohl unter all den sich schiebenden und stoßenden Menschen den Missionar Boldenkamp, den sie doch nicht kannte, herausfinden sollte. Fast wäre es ihr jetzt lieber gewesen, wenn der Dampfer nun und nimmer die Landungsstelle erreicht hätte. Dann aber kam es wieder mit aller Gewalt über sie: das seltsam drängende, sehnsüchtige Gefühl, das sie zu dieser Reise getrieben hatte. Sie ahnte es mit Bestimmtheit, sie wußte es seit jenem Brief aus China, dah Hongkong ihr Schicksal werden würde, und doch konnte sie sich bisher keine Rechenschaft über die eigentümlich- treibende Macht in ihrem Innern abgeben. Um sie her an Bord entstand jetzt ein wirres Durcheinander. Hastige Abschiedsworte, gute Wünsche, vermischt mit unruhigen Rufen und Schreien drangen an ihr Ohr. Brigitta stand neben ihrem Koffer. Man bot ihr nur flüchtig-nickend Abschied: jeder hatte jetzt vollauf mit sich selbst zu tun. Jetzt war man an dem Kai. Die Taue flogen an Land, die „Köln" legte fest. Klirrend rollte die Drücke hinab. Der Menschenknäuel an Land geriet in Bewegung. Eine Woge von Chinesen, Händler und Träger ergoß sich auf das Schiff; darunter mischten sich Europäer, die suchend nach den Erwarteten Ausschau hielten. Brigitta Hollermann hastete durch das Tohuwabohu zu dem interen Deck, und trat zum Steg. Zögernd blickte sie, am Brückenzugang stehenbleibend, um sich. Mo war der Missionar Boldenkamp? „Fräulein Brigitta Hollermann, stimmt es?" erklang es da dicht neben ihr, mit fremden Akzent, doch in deutscher Sprache. Brigitta fuhr erschrocken zusammen. Ein großer, breitschultriger Herr mit weißem Bart, in. einem etwas seltsam-schwarzschößiaen Anzug, stand vor ihr, und reichte ihr freundlich lächelnd die Hand. „Willkommen in der Fremde, Schwester Brigitta! Mein Name ist Doldenkamp. Kind, Sie sehen ja ganz verstört aus! Haben Sie sich etwa gar geängstigt?" Brigitta errötete leicht. „Es ist alles so fremd, so neu," stotterte sie verlegen. „Ich freue mich, daß Sie mich abgeholt haben, denn allein wäre ich wohl in diesem unbekannten Milieu verraten und verkauft gewesen." „Alles Gewohnheit, Schwester Brigitta; man lebt sich hier schnell ein und gewöhnt sich bald an das bunte Treiben. Hongkong wird Ihnen gefallen, und bald werden Sie sich unter den deutschen Kolonisten heimisch fühlen. Bekanntlich halten die Landsleute im Ausland fest zu- fammen.“ Ein halbnackter chinesischer Diener drängte sich herbei. „Dring daS Gepäck zum Auto," befahl ihm Boldenkamp, und bot darauf Brigitta fürsorglich den Arm. „Nun ohne Furcht den ersten Fuß auf fremdes Erdreich gesetzt, kleines Fräulein; Sie werden hier bald heimisch sein," sagte er gütig lächelnd. Brigitta faßte sofort ein unumschränktes Der- trauen zu dem alten Herrn. Sein Wesen drückte Dornehmheit, Wohlwollen und Güte aus. Ihre Furcht war völlig verschwunden. Mit freierem Blick, beinah neugierig und zuletzt in Hellem Entzücken, nahm fie das buntfarbige Durcheinander des Hafenbildes in sich auf. Sie sah erstaunt auf die Dschunken, die kautlos über das Wasser glitten, mit dem eigentümlich hohen Bug und großen Segel, und schritt wie betäubt am Arm ihres Führers zu dem wartenden Auto. In rascher Fahrt ging es dann durch die Straßen der asiatischen Stadt. Brigittas Augen leuchteten, ihre Sinne waren gefesselt von dem phantastischen Leben und Treiben um sie her. Sie sprach nur wenig, ab und zu einen Ruf der Bewunderung, des Staunens ausstoßend, als der Wagen nach der inneren Stadt einbog. Geschäfte mit großen Schaufenstern, geschmückt mit bunten Lampions und wehenden Fähnchen. Menschen mit gelben, unbekleideten Oberkörpern, Europäer in Weih, elegante Frauen, Engländer, Franzosen, Japaner, Chinesen, Hunderte von Rikschas, von Chinesen flink und geschickt durch die von elektrischen Dahnen und Autos und sonstigen Fahrzeugen gefüllten Straßen gelenkt, jagten an ihr vorbei. Endlich fuhr man in eine ruhige, vornehme Dillenstraße ein. Nie glaubte Drigitta schönere Besitzungen als diese hier, in den großen Gärten, gesehen zu haben, und mit leuchtenden Blicken trank sie das Wunder des Orients. Langsam verlieh nun der Wagen daS Stadtweichbild, und fuhr eine große Chaussee bergan. Je höher die halbstündige Fahrt ging, desto mehr jauchzte es in Brigittas Innern in hellem Entzücken, und plötzlich entfuhr ihr ein leiser Schrei, als sich mit einem Male links unten in der Tiefe der weite Stille Ozean vor ihren Augen ausbreitete. „Ich sehe mit Freuden, wie aufnahmefähig Sie für all das Schöne, Wundersame hier sind. Somit wird es Ihnen in unserem Heim da oben am Berg gut gefallen. Der Orient wird Sie bald ebenso gefangen halten wie mich, und wohl nie wieder loslassen." Brigitta starrte noch immer weltentrückt auf das herrliche Panorama da unten, auf das unendlich tiefblaue Wafsermeer, aus dem die Inseln mattgrün schimmerten. Ganz drüben in der Ferne zogen Schiffe ihre dunklen Rauchwolken am Horizont hin. „Haben Sie niemals Sehnsucht nach der alten Heimat gehabt, Herr Boldenkamp?" fragte Brigitta Hollermann mitten aus ihrer Ergriffenheit heraus. (Fortsetzung folgt.) 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Lind das geschah, weil er hinterdrein so gewaltig mit allem möglichen prahlte, was sich ganz anders zugetragen hatte. Lind daran sollen wir denken, damit wir es nicht ebenso machen; denn man kann nie wissen, ob wir nicht auch einmal in einem Lumpenkasten enden und als Weihes Papier unsere ganze Geschichte samt allen Geheimnissen aufgedruckt bekommen und damit her- umlaufen und sie selbst erzählen müssen, — wie es dem Kragen geschah. e aufnahmefähig Sie rsame hier find. So« m Heim da oben am rient wird Sie bald mich, und Wohl nie mer tocltentrüdt auf . unten, auf das un> aus dem die Inseln drüben in der Ferne Rauchwolken am Hori- nsucht nach der alten dampf fragte Sri« 18 ihrer Ergriffenheit deutung dieses Fundes tagte damals Professor Borchardt: „Bon Amcnopycs IV. gibt cs schon viele gute Beliess, auch viele, die ähnliche Fo- milienlzcnen darstcllen; aber ich glaube nicht zuviel zu sagen, das; es ein so gutes Familienbild aus dieser Zeit noch nicht gab. Ganz abgesehen von der tadellosen Erhaltung der Farben stellt schon allein die Feinheit uni) Freiheit der Zeichnung dieses Bild in die erste Reihe. Aber noch etwas anderes macht das Bild wertvoll: cs ist nämlich das ä l t c st c Klappaltarlüld." Bom archäo- logischcri und ägyptologischen Standpunkt aus ilt dicscr Klappaltar sicherlich noch wertvoller als der Kops der Königin Rcphretete womit nicht behauptet werden soll, das; er ebenso schön und künstlerisch bedeutend sei. Rach ägyptischem Recht fällt die Hälfte der Funde, die ein Forscher ausgräbt, an die ägyptische Regierung. Am 20. 3a- nuar 1913 wurden die wertvollen Stücke, die Prof. Borchardt gefunden hatte, von dem Ehesinspektor Lcfivrc im Aufrag des Leiters der ägyptischen Antiicn-Abtcilung in zwei gleiche Teile geteilt. In Kairo blieb der Klappaltar, während der Kopf der Rcphretete nach Berlin wanderte. Darüber besteht ein Protokoll, das in den Händen der ägyptischen Regierung ist. und durch das jeder Rechtsstreit ausgeschlossen sein sollte. Bon einem Schmuggel oder irgendeiner anderen gesetzwidrigen Handlung der deutschen Forscher, denen das ägyptische Volk für ihre Arbeit zu Dank verpflichtet ist. kann also keine Rede sein. Die Ägypter begehen ein gros;es Unrecht an Professor Borchardt, wenn sie ihn wegen des Konfliktes daran hindern, seine wichtigen wissenschaftlichen Arbeiten fortzusctzen. Die ägyptischen Ansprüche können keinesfalls damit begründet werden, daß in den verflossenen 14 Jahren die Beamten gewechselt haben, so dah nun an der Spitze des zuständigen ägyptischen Berwal- tungszweiges der Franzose L a e a u steht, der der deutschen Forschung nicht wohlgesinnt ist. Aeghptische Zeitungen haben Deutschland einmal aufgefordert, eine „schöne Geste" zu zeigen und den strittigen Kopf zurückzugebcn; ein internationales Schiedsgericht, das von deutscher Seite angeboten wurde, wäre aber zweifellos besser geeignet, den Streitfall ohne Verletzung nationaler Gefühle zu schlichten. Einführung von Gerichtskostenmarken bei den hessischen Gerichten. Einem aus Kreisen der Wirtschaft wiederholt geäußerten Wunsche entsprechend werden vom 1. April 1929 an auch bei den hessischen Gerichten Kostenmarken eingeführt. Sie werden in Werten von 5, 10, 20 und 50 Pfennig, sowie von 1. 2, 3. 5. 10, 20 und 50 Mark ausgegeben und können zur Begleichung von Kostenschulden bis zu 500 Mk. verwendet werden. Den Rcchtsuchenden kann im eigenen Interesse nur dringend empfohlen werden, von dieser neuen Einrichtung Gebrauch zu machen, da sie durch Zahlung mit Kostcnmarken zu einer beschleunigten Erledigung ihrer Rechtssachen selbst wesentlich beitragen können, namentlich in denjenigen Fällen, in welchen die gerichtliche Tätigkeit von der Dorausentrichtung der Kosten abhängig ist. Reichsgesetzlich ist die Vorauszahlung einer Gebühr vorgeschrieben 1. beim Antrag auf Erlaß eines Zahlungsbefehls; 2. beim Antrag auf Bestimmung eines Termins zur mündlichen Verhandlung nach Erhebung des Widerspruchs; 3. bei Einreichung eines Güteantrags; 4. bei Einreichung einer Klageschrift sowie bei Erweiterung des Klageantrags, falls dadurch eine höhere Gebührenstufe erreicht wird; 5. beim Liebergang von einem Güteverfahren zum Streitverfahren; 6. bei Einlegung der Berufung. Die Vorauszahlung eines Gebührenvorschusses ist Dor- geschciebcn bei Erhebung einer Privatklage. Auch die Gebühren, die infolge eines Arrestantrags oder eines Antrags auf Forderungspfändung raucht, es ist eine Lust zu fahren! Die Amerikaner, die ja alles besser wissen, behaupten, wenn sie solche Aussichtspunkte hätten, solche Sehenswürdigkeiten, solche Baedeker- sterne, dünn wären die durch glatte Straßen verbunden und. sehen die Deutschen hinzu, durch einladende Lokale erträglich und ertragreich gemacht. Die Schweizer gar träumen Kaffeestübli und Küchliwirtschaften hinzu. Rur eine, dafür um so rühmlichere Ausnahme von den wildromantischen Schuttmoränen der römischen Straßen gibt es: die Via del Marc, diese schnurgerade Rennbahn nach Ostia, die nur von Personenwagen befahren werden darf. Da war Mussolini dahinterher. Rehmen wir an. er werde auch mit der Zeit anderswo nach dem Rechten sehen. Am besten, er würde, wie früher, selber in den Volante greifen. Raste er nicht immer nächtens nach Rettuno? Rettuno liegt dicht neben Anzio. dem mondänsten Seebad, wie verschossene Plakate behaupten, was aber von dem Pinetastrand Fregcne bestritten wird. Auf dem Wege dorthin bleibt man aber leider im Schotter stecken. Kehren wir also um und fahren wir nach Rettuno. Wir fahren und mahlen. Cs soll Sizilien- fahrcr geben, die von ihrem Wagen nur die Erinnerung mit nach Hause gebracht haben. So arg ist das ja nun hier nicht, aber engbrüstige und schwachbeinige kleine Serienwagen tun doch besser, auf dem hauplstädtiichen Asphalt zu bleiben. Die Lokomotive eines Isotta-Fraschini oder ein erdbebensicherer Mercedes können vielleicht aus die steinige Geschichte Pfeisen, wir dazwischen aber, wir vom Mittelgewicht, wir fahren und mahlen und rechnen: Macht 140 Kilometer Schotter. 3 Reifenpannen. 2 Verstauchungen, 32 Liter Benzin zu je 2.15 Lire. 1 Kovfbeule. eine Handvoll wilder Rarzisscn. 1 Svlitter im Benzintank. 2 im Leder, 2 Schüsseln Spaghetti und einen halben Liter Goldgelben, letzteres zusammen für 7.80 Lire. Die wundersame Osterlandschaft gratis. Das Meer zum Lhrischwerden. Die Murillo- kinder mit den Tollkirschenaugen als erheiternde Tafelmusik. Lind die hochhüftigen Mädels von Rettuno — nun. es ist ja bekannt, daß ihre langen Deine schon Horaz besungen hat, wenn es nicht sogar der heroische Homer war ... Da vergißt man die lange Schotterrechnung. Ist fast ein bisserl froh darüber, daß die Götter den Schweiß vor die Tugend gesetzt haben, di« Landstraße vor die Schönheiten Italien». ✓ Sie würden ia sonst über Imitat Mitte zwischen Kairo und Luksor, der am rechten Llfer des Rils gegenüber von Mellawi und Dcrut am Rand der arabischen Wüste liegt. El Amarna bestand nur 30 Jahre. Die Raa)' folger des „Ketzer-Königs' kehrten zur alten ägyptischen Religion zurück, schlugen wieder in Theben ihre Residenz auf und zerstörten alles, was an Amenophes erinnern konnte. El Amarna verfiel, und der Sand der Wüste bedeckte allmählich die Trümmer der Pharaonenstadt. in der vor drei Jahrtausenden unermeßliche Kunstwerke vernichtet worden sind; denn unter Amenophes IV. erreichte das ägyptische Kunsthandwerk einen Höhepunkt wie nie zuvor und niemals später. Rcphretete war die Gemahlin des Sonnenkönigs Amenophes und die Schwiegermutter Tutenchamons, dessen Geschichte weiten Kreisen bekannt geworden ist, als seine Mumie enthüllt wurde. Seit dem Jahre 1908 ließ die Deutsche Orient-Gesellschaft in El Amarna Ausgrabungen vornehmen, die Hauptstraße der Stadt freilegen und planmäßig die Aufdeckung des ganzen Ortes in Angriff nehmen. Deutsche Forscher, die fid) auf dem Gebiet der Aeghptologie sehr verdient gemacht haben, drangen auch in das Grundstück und die Werkstatt des Oberbildhauers T h u t m e s ein, der im Dienst des vierten Amenophes stand, und den man ohne Uebertreibung einen der größten Bildhauer aller Zeiten und aller Völker nennen kann. Ende Rovember 1912 nahmen die Forscher unter der Leitung Professor Dr. Ludwig Borchardts ihre Arbeiten wieder auf, und schon wenige Tage darauf wurde ein Stück gefunden, das die Rähe einer Dild- hauerwerkstatt anzeigte: eine unvollendete Kalk- steingruppc, die König Amenophes darstellt, wie er eine seine Töchter küßt. Bald folgte Fund auf Fund, bis sich die Gelehrten zu der Modell- fammer des Oberbildhauers durchgearbeitet hatten. Dort standen wertvollste Plastiken in so großer Zahl, daß die Forscher zunächst nur Protokollieren und registrien konnten, während sie die endgültige Verarbeitung der Funde, die mehrere Jahre in Anspruch nehmen mußte, auf spätere Zeit verschoben. Das wertvollste Stück aus dieser Modellkammer ist nun zweifellos der Kopf der Königin Rcphretete. der von einem großen, buntbemalten Aufputz geschmückt wird und dessen dekadente Linie von vollendeter Schönheit sind. Auf einem schmalen, langen, edelgeformten Hals thront ein feingeschnittener Kopf mit leicht eingefallenen Wangen, geschwungenen Augenbrauen, einem herrlichen verführerischen Mund, dem länglichen Kinn, das ägyptische Köpfe jener Zeit besitzen, und einem Auge — es ist nur ein Auge ausgeführt — dessen Schönheit jeden Beschauer tief ergreift Man hat auch den Entwurf zu diesem Kops gefunden, ein gröber ausgeführtes Modell, dessen Gesicht zu voll geraten war und dem auch der kränkliche Zug unter den inneren Augenwinkeln fehlte. An diesem Modell hat Meister Thutmes mit festen, schwarzen Pinsel- strichen die nötigen Korrekturen angebracht, die dann bei der Ausarbeitung der endgültigen Düste verwendet worden sind. Fast gleichzeitig grub man dicht an der Außen- mauer von El Amarna einen Klappaltar aus, der ebenfalls bunt bemalt ist. Leicht und lässig sieht man auf ihm Amenophes auf einem Sessel, ihm gegenüber sitzt Rcphretete, dazwischen erblickt man seine drei Töchter; die Familienszene ist überstrahlt von der göttlichen Sonne, dem religiösen Symbol jener Zeit. Lieber die De- Erste Ausfahrt. Don Gustav W. Eberlein, iRom. Kühler und Herzen sind aufgetaut, Schnee schimmert nur noch fern auf den Abruzzen, die Straße hat uns wieder. Fahren wir aus. Gehen wir spazieren, sagt man anderswo. In solchen Gegenden, wo sich Fußwege durch Wiesen und Felder schlängeln, eine Dank im Walde wartet und am Ziele vielleicht gar eine gemütliche Gaststube winkt. Dinge, die uns in Rom vom Hörensagen bekannt sind oder von den Ferien, in denen es die Fremden unwiderstehlich in die nordische Heimat zieht. Roch ist es nicht so weit, ergeben wir uns in unser Schicksal, das Straße heißt. Die letzte Ausfahrt war eine Mühlfahrt. Abenteurer, die dazwischen angekurbelt haben, behaupten, die Zwischenfahrt sei nichts anderes gewesen als eine Mühlfahrt. Was das ist? Run. der Haine sagt's. Man fährt als Mühle. Die Räder mahlen. Gemahlen werden die Steine, schöne graue Basaltsteine, weiße Kalksteine, der historische Travertin, der nicht minder antike Peperin, hin- und aufreißende Steinsammlungen, reich ausgestattete Mineralien- kabinettc. mit einem Wort: Schotter. Schotter ist das Lebenselixier unserer Gummireifen. Sie quieken und platzen vor Dergnügen. Man kann „in die Castelli" fahren, nach Frascati mit dem echten Tuskulum auf der Höhe, nach Castelgandolfo. dem nun wieder akut gewordenen Sommersitz des Papstes, nach Remi, wo jeden Tag die Orgienschiffe des mit Recht so berüchtigten Caligula ans Licht kommen können. Oder ins Tiberdelta oder auf Geratewohl in die Campagna oder in die Maremmen — der Schotter läßt dich nicht aus. Er ist der Schatten deiner Reifen, er nimmt sie bis zum Ventil in seinen Schoß, er spritzt, daß es wie Maschinen- gewehrfeuer aut den Lack deines Gehäuses trom-. Um den Kopf einer Königin. Aegypten verlangt Aephretete zurück. — König Fuads Besuch in Berlin. Ein kostbares Gastgeschenk. Don Or. Walther Hötiing. In Berlin erwartet man den Besuch des ägyptischen Außenministers H a f e z Dey, der König Fuads Europarcise vorbereiten will. Er wird bei dieser Gelegenheit Verhandlungen über die Rückgabe des wertvollsten Stückes in der Aeghptischcn Abteilung des Berliner Reuen Museums, der Büste der Königin Rcphretete, einzulciten versuchen. Eine schone Frau entfacht noch nach Jahrtausenden die Leidenschaften der Völker. Seit mehreren Jahren fordert die ägyptische Regierung unter dem Druck der ägyptischen Rationalisten, daß der Kopf der Königin R e p h r e t e t e, die Zierde des Berliner Reuen Museums, in seine Heimat zurückge- bracht werden soll, und vor anderthalb Jahren hat der Streit um das Kunstwerk sogar zu einem diplomatischen Rotenaustausch geführt. Da man inzwischen nichts mehr von der Angelegenheit gehört hat, konnte man glauben, daß sich die Aeghpter endlich mit dem Verlust abgefunden hätten; doch erhebt nun der Außenminister Hafez Bey wiederum die alte Forderung, die, zweifellos zu Llnrecht, damit begründet wird, dah deutsche Gelehrte das antike Meisterwerk aus dem Rilland hinausgeschmuggelt haben sollen. König Fuad, der in diesem Sommer Berlin besuchen wird, soll beabsichtigen, den Kopf der Königin Rephretetc von den deutschen Gastgebern zu erbitten; da der Besitz dieser Plastik inzwischen zu einer Prestigefrage für Lleghpten geworden ist, würde König Fuad, wenn er die Büste mit nach Hause bringen könnte, sicherlich auf einigen Dank bet den Volksschichten rechnen können, die ihm bisher wegen seiner england- freundlichen Politik keine Sympathien entgegengebracht haben. Da aber an der rechtmäßigen Erwerbung des kostbaren Kopfes kein Zweifel erlaubt ist, wird Deutschland dem exotischen Monarchen sicherlich diese kostspielige Freude nicht bereiten können. ES ist verständlich, daß öaS unterdrückte ägyptische Volk seine Gedanken gern in die Vergangenheit richtet und in Erinnerungen an die Zeiten schwelgt, in denen das Flußgebiet des RilS der Vorort der menschlichen Kultur gewesen ist. An der Wiedererweckung dieser Epoche der ägyptischen Geschichte haben deutsche Gelehrte mit besonderes großer Tatkraft teil- genommen. Der bekannte Mäzen James Simon gab in uneigennütziger Werse das Geld, um einen der eigenartigsten Orte des alten Aegyptens dem Wüstensand wieder zu entreißen und El Amrana, die Stadt, in der der Pharao Amenophes IV. residierte, mit allen Kunstwerken und Baulichkeiten auszugraben. Amenophes IV. bestieg vor 3300 Jahren den Thron und regierte zunächst von Theben auS sein Land. Bald befriedigte den grüblerischen Jüngling die Verehrung der vielen ägyptischen Gottheiten nicht mehr; er wurde dem Glauben seiner Väter abtrünnig und schuf einen neuen, fast monotheistischen Kult, der in der Anbetung der Sonnenkraft als des Spenders allen irdischen Lebens gipfelte. Nichts sollte spätere Generationen an die Zeiten seiner Vorfahren erinnern, in denen der Gott Amon als Gewaltigster unter den ägyptischen Göttern verehrt worden war. Amenophes verlieh sogar die alte Hauptstadt Theben, die ihn zu sehr an den früheren Götterkult erinnerte, und schuf sich eine neue Residenz in El Amarna, einem damals wie heute fast unbesiedelten Platz ungefähr in der Fasern abschneiden. w »O,“ sagte der Kragen, „Sie sind wohl Dor- tänzerin? Wie Sie die Deine strecken können! Wirklich das Reizendste, was ich je gesehen habe' Das kann Ihnen fein Mensch nachmachen." .Das weih ich," sagte die Schere. .Sie verdienten, eine Gräfin zu werden!" sagte der Kragen. — „Alles, was ich besitze, ist ein seiner Kavalier, ein Stiefelknecht unb ein Kamm — nur die Grafschaft fehlt 7wch." „Freit er etwa?" sagte die Schere. Sie wurde böse und gab ihm noch einen tüchtigen Schnitt. Dann war er entlassen. Ich werde wohl um den Kamm anhalten müssen." sagte der Kragen. — „Eigentlich komisch, dah Sie alle Ihre Zähne noch haben, kleines Fräulein. Haben Sie nie an Verlobung gedacht?" »Ra, das können Sie sich doch denken!" sagte der Kamm. .Ich bin ja mit dem Stiefellnecht verlobt!" „Verlobt —", sagte der Kragen. — Jetzt gab cs keine mehr, um die er hätte freien können, und deshalb verachtete er die Freierei. Die Zeit verging, und der Kragen toanberte in den Kasten des Papiermüllers. Dort hatte sich eine grohc Lumpengesellschaft zusammengefunden, die feinen für sich und die groben für sich, wie es sich gehört. Alle rissen den Mund auf beim Erzählen, aber der Kragen am meisten; er war ein ordentlicher Prahlhans. »Was ich so alles an Geliebten gehabt habe? sagte der Kragen. „Tag und Rächt hatte ich keine Ruhe. Liber ich war auch ein wirklich feiner Kavalier, und so voller Stärke! Ich hatte einen Stiefelknecht und einen Kamm, die ich nie gebrauchte —. Sie hätten mich sehen müssen damals. hätten sehen müssen, wenn ich auf der Seite lag! — Rie werde ich meine erste Geliebte vergessen; sie war ein Gürtel — ach, so fein und weich und niedlich! Sie stürzte sich meinetwegen in ein Waschfaß. — Da war auch eine Witwe, die für mich erglühte; aber ich lieh sie stehen und schwarz werden. Lind bann die Vortänzerin! Sie war es. die mir den Rih beibrachte, den ich heute noch trage. Sie war so bissig! Sogar mein eigener Kamm war in mich verliebt und verlor alle Zähne vor Liebeskummer. Ja, ich habe so allerlei hinter mir! — Am meisten aber schmerzt mich doch die Geschichte mit dem Strumpfband — dem Gürtel, meine ich. der ins Waschfaß ging. Ich habe viel auf dem Gewissen; ich sehne mich danach, wieder ein unbeschriebenes Blatt zu Iwerden!" Lind das wurde er. Alle Lumpen wurden Weihes Papier, aper aus dem Kragen würbe ulhe Chaussee bergan, c Fahrt ging, desto 18 Innern in Hellem tsuhr ihr ein leiser Dale links unten in c Ozean vor ihren ckm Märchen von Hans Christian Andersen. SS war einmal ein seiner Kavalier, dessen naiver Hausrat aus einem Stiefelknecht und ! einem Kamm bestand, aber dafür hatte er den schönsten Kragen der Welt, Unbvon diesem Kragen sollen wir jetzt eine Geschichte Horen. — Qr war in dem Alter, wo man ans Heiraten denkt; da traf es sich, daß er mit einem Strumpfband zusammen in die Wäsche kam. Rein," Tagte der Kragen, „habe ich doch noch jemanden so schlank und sein geseh^c, nie efoaä Weiches und Riedliches! Darf ich um Ihren ^»Den sage"ich nicht!" sagte das^ Strumpfband. „Wo gehören Sie denn hin? fragte der oSer' das Strumpfband war eine von den Der- Ichämten und fand es ungehörig, darauf zu ant- toD„s1e' sind wohl ein Gürtel?" fragte der Ära- «icn, „so ein Gürtel für bnmtertoegl Ich sehe -schon, Sie sind sowohl zum Ruhen als zum I «Strumpfband. „Mich dünkt auch, ich habe Ihnen durchaus keinen Anlaß dazu gegeben. Wenn man so schön ist tote 6ie, sagte der «tragen so ist das Anlaß genug! > „Wollen Sie toohl sein lassen, so dtcht heran- zurücken!" sagte das Strumpfband. „Ste sehen so "^ch^in" auch ein feiner Kavalier!"sagte. der ^raaen ich habe Stiefelknecht und Kamm! . und das "war gar nicht wahr ; sie gehörten ia 'einem Herrn —, aber er prahlte. | „Treten Sic mir nicht zu ?ahc. sagte d Strumpfband. „Das bin ich Nicht gewohnt. ’ Zimperliese!" sagte der Kragen und dann Durde er aus der Wäsche genommen. Er wurde gestärkt, hing im Sonnenschein auf einem Stuhl "nd wurde dann auf das Platt Trett gelegt. Da kam das heiße Siscn. .©näbige Staul“ tagte der Äragen. -M-tlerne Witwe mir wird ganz warm! Ich werde ein Anderer in ihrer 2Iähe. ich bm ganz aieS bem Häuschen, Sie versengen mich — ich bitte 36ßumyr6/fagte bas Plätteisen unb ging »or- «e^n über den Äragen hinweg: benn £ bdbete 'ich ein es sei ein Dampfkessel, der our isncn b?hn hinaus und dort Wagen ziehen sollte. SaUnfaierkgbcrCSrogen ein bißchen an ben Ränbem - v lüanfinger Regierung verschlechtert. Wahrend es trch vor Wochen so schien, als ob Tschtang- . saischek durch die Geschicklichkeit seines Ver- Ixmdelns mit der Opposition ohne ernsthaftere ' Auseinandersetzungen fertig werden wurde, ist ; iaht offenbar der Bruch zwischen dem rechten limb dem linken Flügel der Kuomintang, der ! .^incsischcn Rationalpartci. unvermeidlich geworden Die ersten Schüsse sind offenbar schon .^gegangen. Die Verhältnisse entwickeln sich in Hina mit der in diesem Lande eiacnen iln- hurdjfidotigfeit. Soviel scheint aber festzustehen, 1 „<]& Tschiangkaischek sich nicht der Mitwirkung »einer Generale ganz versichert halten darf. In trfter Linie ist es F e n g j uh s i a n g, den man 1 rüber einmal den christlichen General nannte, dessen Haltung wiederum ganz im Dunkeln liegt. Auf der Schantung-Halbinsel sitzt ein anderer Aordgeneral, Tschangtschungtschang, und läßt sich von den Japanern im Kampf gegen tie Ranking-Regierung aushalten. Der Haupt- fern des Widerstandes aber liegt in Hank au, jener Stadt am Mittellauf des Vangtseflusses, die einst das Wirkungsfeld desRussen lerabe das Stück weißen Papiers, das wir hier melt, er ist ohne Anfang und ohne Ende wie die ... - -■ - - Ewigkeit, wie meinte doch Ulrich von Hutten? Die Straßenbaukünste blühen, der Kautschuk Heuer Bürgerkrieg in China? Lleberraschend schnell hat sich btc_ 2agc „ ber lianfinaer Regierung verschlechte! Borodin war. Von Kanton in Südchina aus war die chine- iische Rationalbewegung ausgegangen. Kanton war die Heimatstadt SunhatsenS, des Schöpfers deS chinesischen Rationalismus. Von dort aus drangen die Truppen vor zwei Jahren in wechselreichen Kämpfen in das Vangtsebecken vor. Die große Doppelstadt Hankau-Wuhan am Mittellauf des Vcmgtse fiel in ihre Hände und wurde provisorisch zur nationalen Hauptstadt gemacht. In diesen Zeiten war es, daß die chine- lifche Rationalbewegung tn losere Verbindungen mit den russischen Bolschewisten trat und sich deren Hilfe gern gefallen ließ. Damals kam auch Tschiangkaischek, der jetzige Staatspräsident der Rationalregierung in Ranking allmählich cmpor. Die nationale Bewegung dehnte sich dann nach dem Unterlauf des Vangtse hin aus, I Nanking wurde erobert, wobei es zu den bekannten blutigen Unruhen kam, die noch lange I Nähre hinaus wegen der Tötung ausländischer i Staatsangehöriger den Gegenstand von Verhandlungen mit den großen Mächten bildeten. Um Sch a n g h a i, wo die englischen Kriegsschiffe und Marinesoldaten lagen, gingen die nationalifti- 1 (eben Truppen vorsichtig herum unb über- 1 raschenb gelang ihnen bann der Vorstoß auf Peking und bis zur großen Mauer. Die chinesische Revolution schien ihren Sieg errungen zu haben. Mit allem Brimborium, das bei solchen Gelegenheiten in allen Staaten üblich zu sein pflegt, wurde die neue Zeit eingeläutet, und man machte sich daran, das Haus von innen einzurichten, daS von außen her noch kaum recht fertig war. Der Außenminister der Ra- tionalregierung, der große Dr. Wang, führte in geschickten diplomatischen Verhandlungen feinen Staat eigentlich von Erfolg zu Erfolg. Aber den nationalistischen Heißspornen vom linken Flügel der Kuomintang ging dieser Vormarsch der nationalen Bewegung nach außen hin nicht schnell genug. So haben denn wiederholt Studenten dem Außenminister in Ranking die Fensterscheiben eingetoorfen. Hinzu kamen die innenpolitischen Schwierigkeiten. Ranking und insbesondere der neue Staatspräsident Tschiangkaischek wollten die Selbständigkeit der leiden Behörden einschränken, die Armee in ]eber Beziehung straff zentralisieren und damit China überhaupt erst zu einem rn o d e r n c n Staats- ioesen machen. Es scheint, als ob sich alle oie- icnigcn, denen an der Aufrechterhaltung bet früheren Zustände liegt, jetzt zusammen tun, um das Anbrechen einer neuen Zeit in China wirklich zu verhindern. Es scheint, als ob die Gegensätze jetzt bis zum bitteren Ende ausgekampft »erben. ________________ entstehen, werden sweckmühlgerwetse mit dem Rn- | trag in Kostenmarken entrichtet. Eine weitere Erleichterung erführt in den vorbezeichneten Füllen die Begleichung von Kosten dadurch, daß nach einer unter den Ländern getroffenen Vereinbarung vom 1. April 1929 an für Kostenschulden, die in Verfahren vor den ordentlichen Gerichten oder Arbeitsgerichtsbehörden eines anderen Landes erwachsen, von Kostenschuldnern, die sich außerhalb dieses Landes aufhalten, auch Kostenmarken des Aufenthaltslandes in Zahlung genommen werden, sofern die zu begleichende Kostenschuld 50 Mk. nicht übersteigt. Hessische Kostenmarken können hiernach auch zur Begleichung einer außerhessischen Gerichtskostenschuld von nicht mehr als 50 Mk. verwendet werden, so beispielsweise bei Einreichung eines Antrags auf Erlaß eines Zahlungsbefehls bei einem preußischen Gericht. Die hessischen Kostenmarken sind bei den Geschäftsstellen der Amtsgerichte und der Landgerichte erhältlich, die auch im Bedarfsfall Aufschluß über die Höhe der zu verwendenden Kostenmarken geben. Die Marken werden am zweckmäßigsten in der Weise bei Gericht eingeliefert, daß sie auf der Vorderseite der für die gerichtlichen Akten bestimmten Antragsschrift aufgeklebt werden. Sie dürfen, wenn sie bei hessischen Gerichten eingeliefert werden, am oberen Rand mit dem Hamen oder der Firma des EinliefererS versehen werden, doch darf hierdurch die Wertangabe nicht unkenntlich werden. Die Entwertung der Marken ist ausschließlich dem Gericht Vorbehalten. 3m Interesse der Förderung deS Rechtsverkehrs wäre es zu begrüßen, wenn die Verwendung von Gerichtskostenmarken in weitesten Kreisen Anklang fände. Oberheffen. Landkreis Gießen. z 5t 6 b g e n, 28. März. 3m vergangenen Winter wurden aus unserer Volksbücherei, die von einem der beiden Lehrer verwaltet wird, 190 Bücher entliehen. Die Leserzahl war allerdings für ein Dorf, das über 700 Seelen zählt, gering; nur neun Männer und Frauen waren diesen Winter ständig Mitglied der Bibliothek. Das Lesegeld betrug für das Winterhalbjahr 50 Pf., die Leihgebühr für ein einzelnes Buch 5 Pf. Die Kreiskasse bedachte die Bücherei mit einem Beitrag von 10 Mk., die Gemeinde mit einem solchen von 20 Mk., waS hiermit dankbar zum Ausdruck gebracht wird. — 3n die Schul- sparkasse wurden im abgelaufenen Schuljahr 188,80 Mk. eingelegt. Es ist daS etwa die Hälfte des vorjährigen Betrages. ltz Lollar, 28. März. DaS zweistöckige Wohnhaus des Spielmann Erben in der Hauptstraße ging durch Kauf an Metzgermeister und Gastwirt Karl V o l k m a n n über. — Gestern abend vermittelte im Auftrage der Liga zum Schutze der deutschen Kultur vor einem größeren Zuhörerkreis ein Chinese, der als Student der Medizin zur Zeit in Gießen weilt, einen interessanten Einblick in das große Reich der Chinesen und machte die Hörer bekannt mit den Sitten und Gebräuchen dieses Volkes. Die Ausführungen fanden ungeteilten Beifall. • Staufenberg, 27.März. Gestern verließ Lehrer Schlapv seine Wirkungsstätte. Die Bewohner Staufenbergs werden ihm ein herzliches Gedenken bewahren, denn in seiner nahezu 40jäh- rigen Arbeit an der hiesigen Schule hat der größte Teil der Einwohner zu seinen Füßen gesessen und ist von ihm in die ersten Geheimnisse des Lesens und Schreibens eingeweiht worden. Er war ein Lehrer der Kleinen, der sie mit unendlicher Geduld und großem Berständnis zu behandeln wußte. Mancher von den Erwachsenen unseres Ortes wird sich seiner ersten Schulzeit bei Herrn Schlapp gerne erinnern, denn er verstand es, ihnen das Schwere durch manchen Scherz zu erleichtern. Aber auch den Erwachsenen war er noch Lehrer und Berater, und viele suchten bei ihm Rat und Hilfe. Da er aus Mainzlar stammt, ist er mit dem Dolkscharakter unserer Gegend vertraut, und wußte ohne viele Worte, wo jeden der Schuh drückte. Nun hat er nach 45jähriger Dienstzeit die Altersarenze erreicht und tritt in den wohlverdienten Ruhestand. Möge ihm im Kreise seiner Kinder und Enkel in Lollar ein Lebensabend beschießen fein, wie ihn ein pflichttreues, arbeitsreiches Leben verdient. § Saubringen, 27. März. Der .Verein Kleinkinderfreund" hielt dieser Tage seine diesjährige Generalver fammlung ab, die recht gut besucht war. Der Vorsitzende, Dekan ©ufomann (Kirchberg), erstattete zunächst den Jahresbericht. Die Zahl der Mitglieder betrug im Geschäftsjahre 1928 135. 3m Sommer des vergangenen 3ahres ist ein Schwesternwechsel eingetreten. Ein Mitglied des Vorstandes, Altbürgermeister Wilhelm Walther ist gestorben, der seit Gründung des Vereins bis zu seinem Tode dem Verein angehörte. Die Versammlung gedachte seiner in der üblichen Weise. Der Schulbesuch war im verflossenen 3ahre gut. Die Zahl der besuchenden Kinder betrug 45. Wie alljährlich, so wurden dem Verein wiederum von einer Anzahl Gönner ansehnliche Unter» stühungen zuteil, die es ermöglichten, ohne Fehlbetrag den Betrieb der Kleinkinderschule durch- zusühren. So wurden überwiesen: von der Gemeinde 400 Mark, von der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. 140 Mark, die diesmal in anerkennenswerter Weise die seitherige Zuwendung von 100 auf obige Summe erhöht hat, von der Firma Scheidhauer und Gießina (Bonn) 100 Mark, von den DuderuSschen Eisenwerken in Wetzlar 50 Mark, vom hiesigen Frauenverein 50 Mark u. a. Vom Landesverband für Kleinkinderpflege in Darmstadt ging diesmal kein Betrag ein. An Mitgliederbeiträgen flössen 132 Mark in die Kasse, so dah sich die Gesamteinnahmen des vergangenen 3ahreS einschließlich deS geringen Schulgeldes auf rund 1298 Mark belaufen; die Gesamtausgaben beziffern sich auf rund 1202 Mark, so daß ein lleberschuh von 96 Mark verbleibt, der für das laufende 3ahr gutgeschrieben wird. Der langjährige Rechner Wilhelm A l b a ch, der die Rechnungsgeschäfte deS .Kleinkinderfreunds" unentgeltlich versieht, erstattete die Rechnungsablage. 3hm wurde nach Prüfung der Rechnung Entlastung erteilt. Für das verstorbene Vorstandsmitglied, Altbürgermeister Walther, wurde Bürgermeister Preis einstimmig durch Zuruf gewählt. Die Generalversammlung beschloß, dem Verein noch die gemeindliche gemeinnützige Krankenpflege anzugliedern, die seither von der Krankenschwester Elisabeth Grölz aus Mainzlar in verdienstvoller Weise mitversehen wurde, und die diese aus Gesundheitsrücksichten nur noch bis zum Eintreffen einer Krankenschwester für Saubringen allein weiterführen will. Ser Vorsitzende konnte die Zusage geben, daß voraussichtlich erst im Frühjahr 1930 mit der Besetzung der Krankenpflegestelle zu rechnen ist, günstigenfalls schon im Herbste, aber nur vertretungsweise, da dem Mutterhaus Ronnenweiher nur wenige Kräfte zur Verfügung stehen, die eS abgeben kann, lieber die Bestreitung der Kosten gingen die Meinungen auseinander, schließlich einigte man sich dahin, daß schon für das laufende 3ahr der Mitgliedsbeitrag für .Kleinkinderfreund" und angeschlossener Krankenpflege 2 Mark betragen und letztere unentgeltlich für die Mitglieder ausgeführt werden soll. Man rechnet damit, dah alle noch dem Verein abfeitsstehenden Haushaltungen im Laufe des 3ahres beitreten, andernfalls sie, sofern sie die gemeinnützige Krankenpflege in Anspruch nehmen müssen, einen gewissen Betrag als Entgelt zu leisten haben. Sie Gemeinde ist bereit, eine Wohnung für die neue Krankenschwester zu stellen, ebenso einen etwa entstehenden Zuschuh für Einrichtungen und dergleichen zu leisten. 3n feinem Schlußwort betonte der Vorsitzende, Dekan G u h m a n n, dah die gefaßten Beschlüsse der Generalversammlung einen bedeutsamen Markstein in der Geschichte de» .Vereins Kleinkinderfreund" darstellen. -f- Aus der Rabenau, 28. März. Ueberall machen unsere Landwirte die Feststellung, daß trotz des außergewöhnlich strengen Winters die Wintersaat sowohl, als auch die K l e e b e st ä n d e, ihn besser überdauert haben, als anfänglich angenommen wurde. Auswinterungsschäden sind nur wenig zu beobachten. In den Gärten hat allerdings der Winter manchen Schoden angerichtet. Rosen-, Winter- und Römischkohl sind ihm zum Opfer gefallen. Selbst eingemietete Gelberüben sind werllos geworden. Spinat und Feldsalat haben aut überwintert. Die Obstbäume zeigen wenig Beschädigungen, die eine Folge des strengen Wintere sind. Frostspalten und Frostplatten kann man hier und da beobachten, die aber beim Steigen des Saftes mehr noch zum Vorschein kommen werden. Leider haben die W i n t e r o o r r ä t e an Kar- tosfeln und Dickrüben in den Kellern stark gelitten, wahrend draußen in den Feldmieten nur wenig Schaden zu beobachten ist. Manchen Landwirten sind fast die ganzen Vorräte erfroren, so daß ihnen sogar z. B. Kartoffeln zu Eigenverbrauch und als Saatgut fehlen. • Beuern, 28. Marz. Dm Sonntag waren im oberen Saale unserer Schule die Handarbeiten unserer Volks- und Fortbildungsschule ausgestellt. Der Saal war von vielen Besuchern zeitweise überfüllt, die die Arbeiten der Schülerinnen unter der tüchtigen Leitung von Frau Sornrnerlad, Beuern, bewunderten, Es war wirklich sehenswert, waS da alles geleistet worden war. Von wunderbaren Buchzeichen und Waschlappen bis zu Kleidern und Wäsche; auch Flickarbeiten waren ausgestellt, ein Beweis dafür, dah auch diese, sehr_ wichtige Arbeit von Frau Sornrnerlad nicht übersehen wird. Dolle Anerkennung fand das, was sie den Mädchen beigebracht hatte. > Holzheim, 28. März. Wegen AuSbesse- rungSarbeiten muhte die Provinzial st raße Holzheim —Grüningen, die schon feit längerer Zeit sich in einem sehr mangelhaften Zustand befand, ab heute polizeilich gesperrt werden. Durch den starken Frost hat sich der Unterbau der Straße an manchen Stellen gehoben und gelodert, so dah nach Befahren mit schweren Lasten der Lehm des Untergrundes zutage tritt. Der Omnibusverkehr der Strecke Gießen—Gambach wird über die Strahengabe- lung Grüningen—Dorfgill—Holzheim umgeleitet. -/- Hungen, 28. März. Zur Freude unserer Gemeinde wurde die durch Berufung von Pfarrer Göckel nach Hanau freigewordene hiesige Pfarr- ft e l l e wieder besetzt und Pfarrer Dock, Ober- Mockstadt übertragen. Pfarrer Dock wurde am 6.3uni 1891 zu Langen-Brombach geboren. Er trat am 8. Rovember 1914 als Pfarrverwalter von Ulfa in hessische Kirchendienfte. Am 18. April 1916 wurde er als Pfarrassistent nach Bodenheim verseht, am 23. Februar 1918 wurde ihm die Pfarrstelle in Weiches und am 23. August diejenige von Ober°Mockstadt übertragen. Pfarrer Dock war bisher besonders auf kirchen- musikalischem Gebiet tätig und hat sich als Dorsitzender des Bezirksverbands der Kirchengesangvereine in den Dekanaten Büdingen, Ridda und Schotten große Derdienste erworben. Der neuernannte Geistliche wird in Kürze seinen Dienst dahier antreten. s. Utphe, 27. März. Dieser Tage feierte eine unserer ältesten Einwohnerinnen, die Witwe Sophie Bornmann, ihren 82. @ e b u r 151 a g bei verhältnismäßig körperlicher und geistiger Rüsttgkeit. Kreis Frievberg. • Ossenheim, 26. März. Am heutigen Tage verlieh uns eine Familie, welche in unserem Dorfe viel Gutes getan hat. Lehrer Schutt, der wegen geschwächter Gesundheit beurlaubt ist und in den wohlverdienten Ruhe st and zu gehen denkt, hat sich in Flensungen- Mücke, wo seine Tochter an einen Lehrer verheiratet ist, ein Haus gekauft, um dort seinen Lebensabend zu verbringen. Don den 27 Lehrern, welche feit 1600 dahier gewirkt haben, war nur ein Lehrer länger an der hiesigen Volksschule tätig. 36 3ahre hat Herr Schutt der hiesigen Schule vorgestanden, davon 27 3ahre an der einklassigen; da die Schülerzahl 1920 auf über 80 gestiegen war. muhte in diesem 3ahre eine neue zweite Schulstelle errichtet werden. Er wurde 1893 hier definitiv angestellt, vorher war er nur kurze Zeit Schulverwalter in Rieder-Florstadt, Oberau, Lauterbach und Dorheim; et hat demnach den größten Teil seines Lebens in unsrer Gemeinde zugebracht. Längere Zeit war er Dirigent des hiesigen Gesangvereins, zu welcher Zeit er den Weihnachts- und Silvestergottesdienst ein- richten half, war tätiges Mitglied im "Veteranen» und Militärverein und in der Ortsgruppe des Kreisobst- und Gartenbauvereins. Während des Weltkrieges hat er sich in der hiesigen Gemeinde überall verdient gemacht. Dah er ein tüchtiger Lehrer war beweist, daß er bei feiner vorgesetzten Behörde in hohem Ansehen stand. Die Lehrer des Lehrerseminars Friedberg waren mit den Seminaristen, ehe die Seminarschule in Friedberg eingerichtet war, häufig Gast bei ihm in der Schule, um den einklassigen Schulbetrieb kennenzulernen. 3ntereffant ist es, dah die letzten drei Lehrer, welche an der hiesigen Volksschule gestanden haben, mit einer kurzen Unterbrechung eine» vierten, der aber nur ganz kurze Zeit hier war, zusammen 106 3ahre hier der Schule vorgestanden haben, ein Beweis dafür, daß Lehrer und Einwohner in gutem Einvernehmen miteinander gestanden haben. Ungern sieht die Gemeinde den verdienstvollen Lehrer Schutt und Frau von hier scheiden. Die ganze Gemeinde wünscht, dah beiden noch «in langer, froher Lebensabend im Kreise ihrer Familie in der neuen Heimat beschieden sein möge. Kreis Büdingen. * Ridda, 27. März. Dieser Tage beging die hiesige Landwirtschaftliche Schule ihre Schluß- und Entlassungsfeier, zu der sich die Eltern und Angehörigen der Schüler, die Vertreter der Stadtverwaltung und sonstige 3nter- essenten zahlreich eingefunden hatten. Rach einer Begrüßungsansprache des Leiters der Schule, Direktor H e I f e r t, wurde die Prüfung der beiden Klassen in den wichtigsten Fächern vorgenommen. lieber das Ergebnis sprach sich Kreisdirektor i.R. Boeckmann sehr lobend aus, und et richtete herzliche Worte des Dankes an Lehret und Schüler, wobei er eindringlich auf die Hot» Wendigkeit einer allseitig gründlichen Berufsausbildung der jungen Landwirte hinwies. Hierauf hielt ein Schüler der Oberklasse, W.Sch e r e r aus Geitz-Ridda, einen Vortrag über Schweinezucht. Mit einer eindrucksvollen Schluhansprache des Direktors wurden dann die Schüler der Ober- klasse entlassen. Sie blieben noch lange mit ihren Angehörigen und den übrigen Gästen zu einer schonen Abschiedsfeier bei Musik, komischen Vorträgen, Theaterspiel und Tanz zusammen. Die Zahl der Schüler betrug im letzten Winterhalbjahr 32; alle waren von auswärts. An der Anstalt wirkten auher dem Direktor H e l f e r t noch LandwirtschafiSrat Rau, Landwirtschaftsassessor Dr. Günther und Referendar G o b e L Die Stadtverwaltung hat keine Kosten gescheut, der erst vor drei 3ahren gegründeten Schule ein eigenes freundliches Heim mit hinreichenden Räumen in dem früheren Gasthaus der ehemaligen Brauerei Kraft zu schaffen, was volle Anerken- nung verdient. * Ridda, 27. März. Qlufl dem 3ahres- bericht der Realschule dahier ist zu ersehen, daß an dieser Anstalt außer dem Direktor noch zwei Studienräte, ein Studienassessor, ein Reallehrer und eine Reallehrerin im Hauptamt und zwei evangelische und ein katholischer Pfarrer, sowie eine Handarbeitslehrerin im Rebenamt tätig sind. Die Schülerzahl betrug im verflossenen Schuljahr 96, und zwar 53 Knaben und 43 Mädchen. Aus Ridda waren 51 Schüler und Schülerinnen und 45 von auswärts. Von den zu Ostern vorigen 3ahres eingetretenen 19 Sextanern hatten 6 die Grundschule nur drei 3ahre besucht, die übrigen 13 die gesetzlich festgelegten vier 3ahre. Mit Schluß des Schuljahres verließen 20 Kinder die Anstalt, wovon die meisten die benachbarten Oberrealschulen in Gießen und Friedberg weiter besuchen wollen. Rach den bereits erfolgten Reu- anmelbungen wird mit einer Zunahme der Schülerzahl von etwa 10 Schülern zu rechnen sein. Von einer öffentlichen Schluhfeier wurde diesmal abgesehen, weil mehrere Schüler in den letzten Schulwochen erkrankt waren. — Der Hausmeister an der hiesigen Volksschule, Schuhmachermeister Wilhelm Luft, tritt nach 23jähri» ger gewissenhafter und treuer Dienstführung am 1. April d. 3. in den Ruhestand. Um die ausgeschriebene Stelle hatten sich zehn Bewerber gemeldet. Der Stadtvorstand wählte den Weißbinder Karl Walther!!, zum neuen Hausmeister der Volksschule, für den eine geräumige Dienstwohnung in einem der Volksschulhäuser vorhanden ist. , Kreis Schotten. -t- Eichelsdorf, 27. März. Einer der Pächter der hiesigen Feldjagd läßt an der Ridda, unweit der 3unkermühle, ein massives 3 agd- haus errichten. Das Baugelände wurde von der Gemeinde erworben. Mit Den Ausschachtungsarbeiten wurde bereits begonnen. — 3m abgelaufenen 3ahre fanden in unserem Kirchspiele (Eichelsdvrf und Ober-Schmitten) 10 Trauungen, 26 Taufen und 16 Beerdigungen statt. Konfirmirt werden insgesamt 26 Kinder. — Beim Oeffnen der Dickwurzmieten konnte man allgemein die Erfahrung machen, daß man in der Beurteilung des Frostschaden» zu schwarz gesehen hat. Wo der vorsichtige Landwirt gut mit Stroh abgedeckt hatte, ist kaum ein Schaden sestzustellen. 3n weniger frostsicher hergerichteten Mieten ist die Außenschicht erfroren, während das 3nnere gut erhalten ist. Das Stroh hat sich auch in diesem abnormalen Winter als bestes Schutzmittel gegen Frost erwiesen. Wo hochstämmige Rosen dick damit ein- gehüllt waren, haben sie nicht gelitten, während andere Packungen sich als unzuverlässig erwiesen haben. 3n ungeschützten Kellern sind dje Kartoffeln an den Außenwänden erfroren. Sie finden nach vorsichtigem Auftauen als Dieh- f utter Verwendung. Kreis Alsfeld. 0^ Alsfeld, 27. März. Dieser Tage hielt der hiesige Verkehrs- und Derschöne- rungsverein im Gasthof „Zum Grünen Baum" seine Hauptversammlung unter dem Vorsitz von Forstrat Schäfer ab. Rach einem allgemeinen 3ahresbericht, den der Vorsitzende erstattete, berichteten die Vorsitzenden der einzelnen Ausschüsse des Vereins (Werbeaus- schuh, VerkehrLausschuß und Verschönerungsaus- schuh) über die Tätigkeit im abgelaufenen Vereinsjahre. Daraus ging u. a. hervor, daß sich die Mitgliederzahl des Vereins ungefähr auf der gleichen Höhe gehalten hat wie im Vorjahre; sie beträgt zur Zeit 314 Mitglieder einschließlich der körperschaftlichen Mitglieder. Die Werbetätigkeit war im abgelaufenen 3ahre recht rege. Der in einer Auflage von 10 000 Exernplaren gedruckte Prospekt über Alsfeld gelangte an alle Verkehrsinstitute und an alle größeren Plätze zur Versendung. Der Derkehrsausschuh hat durch wiederholte Eingaben an die Reichsbahndirektion Frankfurt und an die Oberpostdirektion Darmstadt eifrig mitgearbeitet an der Hebung der Verkehrsinteressen und war auch mit Erfolg auf der letzten Fahrplankonferenz in Alsfeld tätig. Der Derschönerungsausschuß hat durch Veranstaltung eines Fensterblumenschmuck-Wett- bewerbs den Sinn für die Ausschmückung der inneren Stadt wieder angeregt. Gs konnten zahlreiche Preise zuerkannt werden. Bei der Stadtverwaltung soll die Erweiterung der Anlagen an den Erlen und die Herstellung des Spazierweges entlang der Schwalm nach Altenburg angeregt werden. Aus dem vom Rechner des Vereins, Oberstadtsekretär S e i p p e l, erstatteten Kassenbericht ging hervor, daß das Vermögen des Vereins zur Zeit 1798 Mk. beträgt. Der seitherige Mitgliederbeitrag von 2 Mk. für Ginzel- mitglieder wurde beibehalten. An Stelle Des verstorbenen Stadtbaumeisters E g n e r wurde der neue Stadtbaumeister Maurer in den Vorstand gewählt. Das Programm für den am Sonntag, 7. April, unter Mitwirkung des Vereins in Alsfeld stattfindenden Flugtag wurde eingehend besprochen. Die Raab»Katzensteinwerk werden mit 4 Flugzeugen vertreten fein. DaS von dem Vorstand in Verbindung mit dem Flugtag vorgesehenen Drillantseuerwerk mit anschli«- jender Beleuchtung des Marktplatzes soll nur tattfinben, wenn die in Betracht kommenden Gewerbetreibenden mindestens die Hälfte der für das Feuerwerk entstehenden Kosten übernehmen. Gegen i/212 Uhr schloß der Vorsitzende, Forstrat Schäfer, die Versammlung mit der Aufforderung zu weiterer eifriger Werbetätigkeit für den Verein. Es muh anerkannt werden, daß der Verein während der ersten zwei 3ahre seines De- tehens sich schon recht erfolgreich betätigt hat. (-) Groß-Fe lda, 28. März. Die beiden Schulen Ermenrod und Elpenrod veranstalteten hier einen Volksbildungsabend, bei dem unter Leitung von Lehrer Schmoll (Elpenrod) von den. Schulen einige kleine Theaterstücke (Märchen) aufgeführt wurden, die allgemeinen Beifall fanden. Lehrer Müller (Ermenrod) mit seinem Mundharmonika-Schülerorchester bereicherte den Abend durch den Vortrag von Volksliedern und Märschen auf der Mundharmonika in vortrefflicher Weise. Die Veranstaltung fand bei allen Besuchern lebhafte Anerkennung. iwaw&n die wundervolle goldklare HaarwaRchs. fe für jedes Haar, auch als Shampoon 30* Sie Frankfurter Textilschwindelei-n. WSN. Frankfurt a.M., 29. März. Die weiteren Ermittlungen der Frankfurter Kriminalpolizei in Sachen des Textilschwindlers St oh mann haben ergeben, daß Stahmann und Frau Dohmes über II Millionen Mark erschwindelt haben. Den Hauptnutzen aus den Betrügereien hatten die Hintermänner, die für den chnellen Absatz der Waren sorgten. Inzwischen ist das Paar nach Essen übergeführt worden, um wegen der dort begangenen Straftat/n oernommeiU zu werden. Gefängnis für einen Giadtbaurai. WSN. Offenbach a. M., 28. März. Das hiesige Erweiterte Schöffengericht verhandelte in mehrtägigem Prozeß gegen den vorläufig in den Ruhestand versetzten städtischen Baurat Julms Klinge l h ö f e r. Nach der Anklage wurde Stadtbaurat Klingelhöfer beschuldigt, seine amtliche Eigenschaft dazu benutzt zu haben, die Gewährung von Baudarlehnsraten von der Erwerbung der T i r o l st e i ne , die als seine Erfindung an- zusprechen sind und mit denen eine ganze Reihe oon Offenbacher Siedlungsbauten errichtet wurden, bei ' der Lizenzfirma Dyckerhoff & Widmann abhängig i zu machen. Weiter soll er ein Baugesuch ge- fälscht und schließlich einen Falscheid geleistet haben. Zu der Verhandlung waren 26 Zeugen geladen. Gestern abend wurde das Urteil gesprochen. Der Angeklagte wurde wegen fahrlässigen Falsch- eibes zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Von der Anklage der Bestechung und der- Urkundenfälschung wurde er, da er nicht überführ! werden konnte, freigesprochen. Die Kosten des !ßer- fahrens trägt der Angeklagte, soweit Freisprechung- erfolgte, die Staatskasse. In der Begründung wir) ; ausgeführt, daß die Stadtverwaltung gegenüber dem Angeklagten nicht die nötige Kontrolle angewandt habe. Sie hätte sich über das Vertragsverhältnis zwischen dem Angeklagten und der Firme Dyckerhoff & Widmann informieren müssen. Strafmildernd sei seine Leistungsfähigkeit und seine bisherige Unbescholtenheit, strafverschärfend dagegen, daß der Angeklagte Privat- und Amtsgeschäfte miteinander verquickt habe. Das Gericht konnte nicht auf die Höchststrafe, aber auch nicht auf die Mindest- strafe erkennen. OieMörderdesObertandjägersLlllrich. WSN. Kassel, 28. März. Die Ermittelungen nach der Ermordung des Oberlandjägers Ullrich» in Groß-Allmerode haben, wie bereits gemeldet, jur| Festnahme der Täter geführt. Es handctill sich um den Arbeiter Walter Schmidt, den Glaser Otto Dietz und den Betonarbeiter Fritz Dietze!/ sämtlich aus Kassel. Sie sind geständig, nachts zwi schen 1 und 2.30 Uhr einen Einbruch in das Kolonial- und Manufakturwarengeschäft der Wilm Becker in Groß-Allmerode ausgeführt zu Haber. Dabei wurden sie von dem Oberlandjäger Ullrich überrascht, den sie kurzer Hand nieder- schossen. Wie ergänzend gemeldet wird, hat de: Arbeiter Schmidt gestern abend nach mehrstm-, diger eingehender Vernehmung unter dem Dru! der Deweislast zugegeben, den tödlichen Schuß air den ihn verfolgenden Oberlandjäger Ullrich abgt- geben zu haben. Schmidt und Dietz sind am Dicns- iagabenb auf einem Motorrad nach Groß-Allmerode gefahren, während Dietzel den Omnibus benuftti Der Einbruch selbst wurde von Schmidt ausgefüyrt, der die Ladenfenster eindrückte und Dietz die gi stohlenen Saajen herausreichte. Dietzel stank Schmiere. Dietz und Dietzel mahnten zur Eile, da ft anscheinend gestört wurden, und trennten sich nad vollbrachter Tat ungefähr in der Stadtmitte do- Schmidt. Beide trafen auf ihrem Wege zum Stadt! ausgang vor dem Gasthaus „Hessischer Hof", alfc an der Mordstelle, mit dem Oberlandjäger Ullrt« zusammen. Auf Befragen antworteten sie, sie wollten nach Kassel. Schmidt ist ungefähr eine Vierte! stunde hinter den beiden hergekommen und eben falls am „Hessischen Hof" auf den Oberlandjäge getroffen, von dem er gestellt wurde. Um fliehe zu können, hat er dann den tödlichen Schu abgegeben. Daten für Samstaq, 30. März. Sonnenaufgang 5.41 Uhr, Sonnenuntergang 18.2! Uhr. — Tlonbaufgan 0 Uhr, Monduntergani 7.42 Uhr. 1746: der spanische Maler und Radierer Franciso de Goya y Lucientes in Fuendetodos geboren; - 1862: der Literarhistoriker Wilhelm Bode in Hon» hausen geboren. Daten für Sonntag, 31 März. 1596: der Philosoph Rens Descartes in La Bay geboren; — 1727: der englische Naturforscher Isad Newton in London gestorben; — 1809: der DichtS Nicolaj Wassilij Gogol in Sorotschinzy geboren; - 1811: der Chemiker Robert Wilhelm Bunsen in ®ö; tingen geboren. 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Die Kosten des igeklagte, soweit Freispreä i(fe, 3n der Begründung i ie Stadtverwaltung gegen i)t die nötige Kontrolle ü tte sich über das Beitrag! i Angeklagten und der F nn informieren müßen. S 'istungsfähigkeit und seine eit, strafverschärfend dagi 3uoat= uni) ÄmtsgeMe mi ibe. Das Gericht towte iber auch nicht auf die MmW OberlandjägersMi« 28. März. 2ie_ermitielur.:| 3 des Oberlandlagers Ullnj aben, wie bereits gemeldet .I Täter t Betonarbeiter Fritz Die Sie sind gcsta^g. n Oberlandiag am Dia bmibt und Mmerq Wolorroö J Dietzel den 0 t üU5flefifl n,ur6h3e unb Dietz d>c! ir eindruck» Metzel |tc| f)eraU5rC'Sen zur Eile, d- njurben, “H“ ‘ 5labtmitte j ngel°hr J zum^ jen aus t*)r scher chos, 1 >n wurde- WnL , er 1‘KW1 dann den tü Triumph . -'S ■ »i DAS MOTORRAD HÖCHSTER. 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