Nr. 25 Erster Blatt 179. Jahrgang Mittwoch, 50. Januar 1929 (Kt|d)ttnt täglich,außer sonntags und feiertags. Beilagen Die Illustriert« Siebener Familiendlätter Heimat im Bild Die Sd)olle. Sezvgrpre« s für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfenntg für Träge» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechans chlüfser 61, 54 und 112. 8n,d)rift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. metzeiierAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrntf vnd Verlag: vriihl'sche Univerfitätr-Vuch- und Sleindruckerei R. lange in Lietzen. Bchriftleltnng und Geschäftsstelle: schulstratze l. Annahme van Anzetae« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breit« 35 Nerchspfennig, Platzvorfchrist 20°/o mehr Chefredakteure Dr. Friede. Wiih. Gange. Verantwortlich 'ürDoluik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H Thyr'ot; für den übrigen Teä Ernst Dlumschcin; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Giefzen. Die Antwort aus den Bericht Parker Gilberts. Tatsachen und Ziffern. Reichlich spät ist nun wenigstens von einer berufenen Stelle gegen die verhängnisvollen Schönfärbereien Parker Gilberts über die deutsche Wirtschaftslage Einspruch erhoben worden. RtchlS Wirksameres gibt es, diese Schönfärbereien zu widerlegen, als Tatsachen und Ziffern über die (Snttoidelung der Erzeugung und der Kapitalbildung in Deutschland reden zu lassen. DaS hat der preußische Handelsminister D r. S ch i e t b e r am 28. Januar im Haupt- auSschuß des Preußischen Landtages besorgt, also leider an einer Stelle, die nicht so ansehnlich mrd sichtbar ist. wie etwa die Ministertribüne des Deutschen Reichstags. Verhängnisvoll ist Parier Gilbert« Bericht deshalb, weil er ein Spiegelbild der dcurfchen Wirtschaft für die Zeit einer Hochkonjunktur gibt, um daraus Schlüsse für die nächste Gegenwart zu ziehen, die sich mit der tatsächlichen Entwickelung nicht decken. Um die Jahreswende 1928/29 hat d i e Zahl der unter st ätzten Arbeitslosen rund 2 Millionen betragen, wozu gewiß auch der fast unvermittelte Einbruch eines Hanen Winters milgewirkt har. was aber nichts daran ändert, daß die Produktionskraft Deutschlands offenbar nicht qusreicht, um Krisenerscheinungen zu verhindern, wie sie in einem Zwei-Millionen- He^r von Arbeitslosen qeiebri sind. Wenn Parker Gilbert a-^f die durchaus zulängliche Kapitalbildung in Deutschland hinge- wiesen hat, so widerlegt ihn Dr. Schreiber mit dem Hinweis daraus, daß die Zinssätze gestiegen, aber nicht gefallen sind. Woraus nur der eine Schluß gezogen werden kann, daß die Nachfrage nach Kapital sehr viel größer ist als das Angebot. Die deutsche Wirtschaft arbeitet mit Zinssätzen, die doppelt so hoch liegen als in den Hauptwettbewerbsländern. Auch Dr. Schreiber ist nicht der Auffassung der Neichskreditgesellfchast, daß der Kapitalzuwachs In den beiden letzten Jahren 7,6 Milliarden Mark betragen habe. Für die volkswirtschaftliche Bewertung kommt immer nur der reine Kapitalzuwachs in Frage, der aber nur bann gefunden werden kann, .renn vorher die gleich hohe oder noch höhere Auslandoerfchuldung in Abzug gebracht wird. Eine Wirtschaft, die sich international durch- letzen will und muß, braucht aber einen Kapital- ;uwachs, der zum mindesten den eigenen B e - darf deckt. Wenn die deutsche Wirtschaft vor dem Kriege rund acht Milliarden Mark neues Kapital bild.m konnte, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß an dieser Kapitalbildung das vorhandene Kapital sich durch den Zinsertrag beteiligte, so ist ju beachten, daß Deutschland seit der Befestigung der Währung rund zwölf Milliarden Mark A u s - landkapital hcreingenommen hat, das durch den Zinfendienst allein die Zahlungsbilanz mit einer Milliarde Mark jährlich belastet. Wenn die Kapitalbildung im Jnlande den Bedarf der Wirtschaft decken sollte, gleichzeitig aber ausreichte, die Dawesfchuld zu bezahlen, so müßten wir vXchr für Jahr sieben bis acht Milliarden Mark neues Kapital bilden können. Das ist nicht der Fall, am wenigsten in einer Zeit absteigender Konjunktur, in der wir uns nach den maßgeblichen Feststellungen Dr. Schreibers befinden. In dieser Feststellung liegt aber auch eine scharfe Kritik an den Steuer Plänen der Reichsregierung. Wenn Deutschland in einem Jahr der Hc^konjunktur eine Steuerlast von 16 Milliarden Mark in Reich, Ländern und Ge- meinöen tragen konnte, so kann das i^n Zeiten absteigender Konjunktur nicht mehr der Fall sein. Roch weniger ist möglich und zulässig, diese absteigende Konjunktur durch Steuererhöhungen zu belasten. Wir müs- fen doch davon ausgehen, daß der Lebensunterhalt des deutschen Volkes nur aus dem Ertrag seiner wirtschaftlichen Arbeit gedeckt werden kann. Es ist an sich schon ein: Fehler von einem Gesamteinkommen von 60 Milliarden Mark Su reden, denn in diesem Gesamteinkommen sind ja auch die Steuernund sozialen Ver- ficherungslasten enthalten, die ia zum größten Teil als Einkommensteile an Beamte und Versicherte wieder hinausgehen. Der Ertrag der produktiven Arbeit kann auf kaum 40 Milliarden geschäht werden, wobei nicht einmal seststeht, daß wir selbst bei unverändertem Preisspiegel diese Summe Jahr für Jahr erreichen Wenn aber die Konjunktur stillsteht oder gar abgleitet, so muß jede Steuererhoyung über das zulässige Maß hinaus sich doppelt und dreifach in einer Steigerung der Gestehungskosten auswirken. Die Regierungsbildung. Önftimmigtciteii zwischen Demokraten und Zentrum. Berlin. 30. Jan. (Priv.°Tel.) Reichskanzler Müller verhandelte im Laufe des Rachmittags einzeln mit den Parteiführern der Deutschen Voltspartei, des Zentrums und der Bayrischen Volkspartei, den Abgeordneten Dr. Scholz. Kaaä, Stegerwald und Lllcht. Hebet den Inhalt der Gespräche wird von den wenigen cingewcihten Per'one.i das strengste Stillschweigen bewahrt. Es verlautet nur so viel, daß die vom Zentrum lonfcquent sest- geba. lene Forv.rung. drei Ministcrsihe zu erhalten das Havptthema, aber auch d i e große Schwierigkeit der Einigung bildet. Von einem Fortschreiten bet Klärung kann augenblicklich noch nicht gesprochen werden, und zum Teil wird in parlamentarischen Krei en die Lage nicht gerade günstig angesehen. 3m Zusammenhang mit den Koalitionsverhand- langen des Reichskanzlers, schreibt die „Germania", es mache sich jetzt ein Innerer Widerstand gegen die Umbildung der Reichsregterung bemerkbar, und zwar von einer Seite, die in letzter Zeit mit Vorwürfen gegen „mangelnde Bereitschaft" des Zentrums, nicht sparsam umgegangen sei. Während sich der Reichskanzler um eine Regierungsbildung bemühe, habe der demokratische Minister Dietrich mit verräterischer Skepsis erklärt, das jetzige Provisorium werde noch lange andauern, denn die eingeleitetcn Verhandlungen seien nicht aussichtsreich. 3n qhnlichem Sinne habe sich der Reichsjustizminister geäußert. Es gebe keine „innere Zerrissenheit" des Zentrums, die dieses Ziel erleichtern würde, aber e s gebe eineGrenze, an der das Zentrum keine Möglichkell mehr sehe, seine Verantwortung einzusetzen. Rach dem „Lok.-AnH." verlautet, daß eS zwischen dem Zentrum und den Demokraten, die den Posten des Justizministers räumen tollten, zu Einstimmigkeiten gekommen sei. Das „'S. T." schreibt, von einem 3n- gangtommen o f izielter Kvaliionensrerhandlun en könne nach wie vor nicht die Rede sein. Die Besprechungen trügen noch immer den Cha- Schweres Eisenbahnunglück in Vayern. Der D-3ug Wien—Berlin fährt in S^nchinF südöstlich Regensburg auf einen Güterzug auf. — Vier Tote. « Regensburg, 30. Jan. (MTV. Junffprud).) von der Reichsbahndirekiion Regensburg wird mil- geteilt: Am 30. Januar um 1.50 Uhr vormittags stieß D 155 (Wien—Berlin) auf ©ülerjug 7037 In Station Sünching der Strecke ptalllln g— Regensburg auf. Der dem Packwagen folgende Personenwagen 3. Klasse des D-Zuges wurde teilweise zusammengedrückt. Zu beklagen sind drei Tote, ein Schwerverletzter und sieben Leichtverletzte, deren Kamen augenblicklich noch nicht feffgefklll sind. Die verletzten sind im Krankenhaus Sünching geborgen. Da» Cofo- motloperfonal und der Zugführer de» D 155 sind unverletzt. D 155 hatte ab Passau 80 Minuten Verspätung und sollte den ©Qtcrjug 7037 In Sünching überholen. Da ©üterjug 7037 ju der Zeit, da D 155 die vorgelegene Station Radidorf durchfuhr, die Station Sünching noch nicht erreicht hatte, war für D 155 die Durchfahrt dutch Station Radidorf durch haltstellong de» Ausfahrt- figuab Richtung Sünching gesperrt. Der Lokomotivführer de» D 155 beachtete d i e halt- stellung des Signals nicht und fuhr In Radidors durch. Er überfuhr auch das auf „halt" stehende Einfahrtssignal in Sünching und stieß auf den gerade in Sünching in Einfahrt befindlichen Güterzug 7037 auf. D 155 beachtete auch nicht die Haltsignale des ihm von Sünching her entgegenfahrenden Stationsperso- nais, das vcm der signalwidrigen Durchfahrt des D 155 von Radidorf her fernmündlich verständigt war. Bereits um 2.16 llhr ging von Regensburg der erste Hilfszug und um 2.43 ein zweiter Hilfszug mit Hilfsmannschaften und Sanitätspersonal an die UnfaUfkUe ab. Ein weiterer hllsszug traf von Straubing her alsbald In Sünching ein. Ein weiteres Todesopfer. Die Jdcntisizicrung Der Toten und Benetzten. Regensburg, 30. Jan. (WT2. Funkspruch.) Bon den Toten deS Eisenbahnunglücks bei Sünching sind bisher zwei identifiziert worden. Es sind dies der Hütteningenieur lauerer auS Hatzen berg (Steiermark) und der Goldschmidt S.egsried R a ch t i g a 1 l auS Wien. Di« Leiche einer Frau konnte noch nicht identifiziert werden. Schwerverletzt wurde der Kaufmann S ch k o l n i f aus Berlin, der jetzt in Sünching seinen Verletzungen erlegen ist, so daß sich die Zahl der Toten a-u f vier erhöht. Unter den sechs Leichtverletzten befindet sich auch der Sohn des Letztgenannten, der ledige Kürschner Abraham Schkol- nik aus Berlin. Die Zahl der Verletzten beträgt, wie die Rcichsbahndirektion Regensburg berich- ttgend mitteilt, insgesamt sechs. Außer Schkol- nü jun. sind unter den Verletzten Maria W e n d- l e r, Tischlersgattin aus Schalding, wohnhaft in Weißenbach, Bezirkshauptmannschaft Feldkirch (Oesterreich), ferner Frau Elisabeth Stoiber. Hilfsarbeitersgattin aus Zizelau bei Linz. Karl Fröhlich. Betriebsleiter der Firma Böhler, Stahlwerke in Hatzenberg. Restaurateur Rebel- seder aus Graz, Johann Gehorsam, Kauf- marm aus Charlottenburg. Militärputsch in Spanien. Artitterieregiment in Ciudad CReal meutert. - Ein allgemeiner Aufstand unterdrückt. - Oer Diktator ist Herr der Lage. 2H a b 11 b , 29. Jan. (TU.) In bet Nacht vom 28. zum 29. Januar war in ganz Spanien ein Auf - ffanb gegen bie Regierung vorbereitet. Ob außer ber Artillerie noch andere Truppenkörper und wer sonst an Zivilpersonen an dem Putsch beteiligt sind, ist noch nicht bekannt. Jedenfalls gelang es der Regierung, wie Primo de Rivera in einer in der Nationalversammlung oer- lefenen Erklärung angibt, die Unternehmung zu unterdrücken, bevor sie zum Ausbruch kam. Das in Lludad Real, Aner Prooinzhauptftadt mit 30 000 Einwohnern. 200 Kilometer südwestlich von Madrid gelegen, bemächtigte sich das dort gar- nifonlerenbe 5elbarlillerleregimentRr. 1 am Dienstagmorgen der Kaserne und der Quartiere der Polizei und ber öffentlichen Gebäude und legte den Eisenbahnverkehr lahm. Die Aufständischen scheinen noch im Besitz ber Stabt Lmdad zu sein. Primo de Rivera gab zu, daß Nachrichten aus Ciudad Real nicht nach Madrid gelangen, da die Aufständischen sämtliche Verbindungen unterbrochen hätten. In Madrid selbst ist alles ruhig. Das normale Geben ist nicht gestört. Meldungen aus anderen Städten wie Barcelona und Valencia liegen nicht vor, jedoch erklärte Primo de Rivera ausdrücklich, daß in ganz Spanien bie Regierung Herr der Gage fei. Ueberall herrsche Ruhe. Primo de Rivera erklärte außerdem, die Regierung habe bie notwendigen Schritte ergriffen, um den Aufstand zu unterdrücken. Der König selbst befindet sich auf der Jagd in Südspanien. öie Gegenmaßnahmen Primo de Riveras. Auch Unzufriedenheit in der Flotte. Paris, 30. Jam (WLB. Funkspruch.) Zu den Meldungen über die aufständische Bewegung unter gewissen Truppenteilen ber spanischen Armee, berichtet „Journal" ergänzend aus Madrid, daß die Bewegung in zahlreichen Garnisonen gleichzeitig ausgebrochen sei und auch in der Flotte Unter* stützung gefunden habe. Die ersten Rachrichten über die Meuterei b.im ersten leichten Arttllerie- regiment in Ciudad Real sind nach diesem Bericht vorgestern früh beim Ministerpräsidenten eingetrofsen. Primo de Rivera hat sofort mit seinen Ministerkollegen über die erforderlichen Maßnahmen beraten. Der Ches der Militärflieger ist beauftragt worden, mit einem Geschwader nach Ciudad Real zu fliegen und Proklamationen abzuwerfen, in denen die Soldaten aufgefordert werden, den meuternden Offizieren den Gehorsam aufzusagen und den Anordnungen der Regierung zu folgen. Außerdem wurden auf Befehl des Kriegsministers drei Bataillone der Madrider Garnison alarmiert und unter Befehl des Generals O r g a z auf Lastkraftwagen nach Ciudad Real befördert. General Orgaz soll Anweisung erhallen haben, möglichst durch gütliches Zureden die meuter.-den Truppenteile zum G ho.sam zurück- zuführen. Ein Teil der Au,ständischen sei auch bereits wieder in die Kasernen zurückgekehrt. Die 'Bewegung soll auch in Madrid, Sevilla, Dolenzia, Barzelona und Zaragossa geplant gewesen, aber bereits in den Anfängen gescheitert fein. Die Gouverneure der anderen Provinzen, außer Ciudad Real, haben erklärt, daß alles ruhig sei. Rach dem „Journal" handelt es sich bei der Bewegung um Rückwirkungen der Maßnahmen, die nach den Vorgängen in der Artillerieschule von Segovia getroffen worden sind, ebenso hat ein DÄret über das Avancement der Marine in den verschiedenen Flottenstcllionen, besonders in Ferrol, tiefgehende älnzufriedenheit ausgelöst. Die Verbindung zwischen Madrid und Ferrol, die infolge der Vorgänge eine Zeitlang unterbrochen war, soll inzwischen wieder hergestellt sein. ratter bloßer Sondierungen. Rach dem „S05 Pressedienst" liegt der Schwerpunkt der Verhandlungen jetzt zunächst in Preußen. Die grundsätzliche Bereitschaft zur Großen Koalition in Preußen sei von Den preußischen Regierungsparteien bereits im vorigen Jahre zum Ausdruck gebracht worden. Hindenburgs Präsidentschaft. Echo des Auslands. London, 29. Jan. (WTB.) Unter der Hebet* schrift „Deutschlands Wahl" veröffentlicht der Cvening Standard einen Artikel, in dem eS u. a. heißt: Während der üormalige Kaiser seine Sicherheit in Holland suchte, war es Hindenburg, der eine noch blutigere Revolution verhinderte, indem er seine hatbverhungervnr Heere nach Berlin zurückführte. Hindenburg paßte sich ttnmberbar den Anforderungen seines neuen Amtes an, und während einer Perwdr besonderer Schwierigkeiten erwies er sich a l s ein großer versasfungsmäßigerPrä- f i d e n t. Das Geheimnis seiner Bollslümlich- keit kann man mit einem Satz erklären: Riemals hat Hindenburg an sich selbst gedacht: niemals hat er feine eigenen Interessen vor die seines Landes gestellt. Hindenburg ist das Symbol der Ideale, die die Menschheit stets an betet: hohes Pflichtgefühl und selbstaufe opfernde Hingabe an den Staat. Ebert und Hindenburg haben Deutschland gerettet, und sie haben seine wunderbare Wieo-er- herste.lung möglich gemacht. Das Blatt fragt, wer der be fere Ma.in für Deut chiand ist. der vormallge Kaiser, der immer noch in der Atmosphäre des Jahres 1914 lebe, oder Hindenburg, der versucht hat, feine Pflicht gegenüber l einem Volke zu tun. Die Stimmen des Auslandes klingen einhellig für Hindenburg. Kann irgendein Zweifel bestehen, daß 95 Prozent des deutschen Volles dieselbe Antwort geben würden? Eine offene Wunde. Der „Manchester Guardian" über Eupen-Matmcdy. London, 29. 3an. (S. 11.) 3n einem Leitartikel über die Klagen der deutschen Bevölkerung in Eupen-Malmedy kommt der »Manchester Guardian" zu bemerkenswerten Feststellungen. Das Blatt gibt zu, daß die im Jahr« 1920 auf Grund des Art. 34 des Versailler Vertrages durchgeführte Dollsabstimmung fein richtiges Bild der Einstellung der Bevölkerung gegeben habe, da die deutschen Stimmen durch alle möglichen Mittel, Chitonen und Fälschungen niedergehalten worden feien, obwohl die große Mehrheit der 60 000 Bewohner der beiden Bezirke keineswegs belgische Untertanen zu werden wünschten, sei die 2ll>stirnmung so durchgeführt worden, daß ihr Endergebnis zugunsten Belgiens ausfallen mußte. Der Völkerbund hab« zum Schaden seines Rufes dieses Ergebnis bestätigt. Die späteren Verkaufsabsichten Belgiens seien von Poincars durchkreuzt worden, der offenbar befürchtet habe, daß eine Abänderung der deutschen Westgrenze einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen könnte. So fei diese Wunde unverheilt geblieben, aber die Atmosphäre für den Ankauf Eupen-Wal- medys durch Deutschland sei vielleicht heute günstiger. Belgien erhalte durch einen solchen Ankauf eine sehr große Summe und verliere den forgenDollen Grenzkörper, wahrend bie Bewohner der beiden Bezirke zu ihrem Mutterlande zurückkehrten, von dem sie unrechtmäßigerweise getrennt wurden. Mit einer ähnlichen Offenheit ist bisher kaum von irgendeiner alliierten Seite zugegeben worden, daß die Abstimmung in Eupen-Malmedy nur ein abgekartetes Spiel war. Zu der logischen Folgerung aus dieser Erkenntnis, dasß nämlich ein durch Chikanen und Fälschungen Belgien zugetelltes Gebiet an Deutschland zurückgegeben werden muß, kann sich aber auch der „Manchester Guardian" nicht durch- ringeru Auch das liberale Blatt findet anscheinend nichts dabei, daß Deutschland diese Vev- schacherung deutscher Dollsgebiete durch Zahlung einer phantastischen Summe noch nachträglich anerkennt. Oie Trauer feier für die Fürstin Bülow. Rom. 29. Jan. (WB.) Heute vormittag wurde in der deutschen Rationallirche Santa Maria dell'anima das Pontifikalrequiem für die Fürstin Bülow durch den lateinischen Patriarchen von Alexandrien unö ehemaligen Erzbischof von Prag Grafen Hutzn zelebriert. Anwesend waren: Fürst Bülow, der deutsche Botschafter beim Quirinal als Vertreter des Reichspräsidenten und der Reichsregierung und Freifrau R e u r a t h , der Botschafter beim Vatikan und Frau v. Bergen, das ganze Personal der beiden Botschaften, der bayerische Gesandte beim Vatikan, die österreichischen Gesandten beim Vatikan und Quirinal, die Vor- stände der wissenschaftlichen Institute und deutschen geistlichen Kollegien und der deutschen Vereine, ferner der Minister des königlichen Hauses, Graf Mattioli Pasqualini, als Vertreter des Königs, die Admirale T h a 0 n de Revel und Acton, der frühere italienische Botschafter in Berlin Senator B 011 a t i, der AS der Diplomatisches Neuland. - Der Schiedsvertrag mit der Sowjetunion. 4 •. - xn-lnsi» -btoSert ° La Corona na»ige* Swoweutu Sonnent Ameisen tei(un< der gebracht, um werden. O« M«eretni#flii «mof'erewf#» < endfeen Regierungsvorlage betie'fend Abänderung des Gemeindeumlagengesetzes. Hier soll den Gemeinden die Erhebung einer Zilial steuer gestat et wer'.e.r. doch soll diese Warenhaussteuer den betrag von 100 Prozent der Gewerbesteuer nicht übersteigen. Auch Der- sicherungs-, Dank». Kredit- und Warenhandels- unterrrchmungen sollen zur Zahlung einer Hi ifll* steuer verpflichtet werden können. Aus volks- parteilichen Antrag hin wurde schi eß ich lreVor- lage zurückgestellt, bis die steuerlichen Unterlagen über die Cewerbestruer, dir bis zum März erwartet werden. Vorlieben, auS denen sich dann ein Bild über die Auswirkung ei eZ prozentualen Zuschlages gewinne i läßt. Die Vorlage wird also wahrscheinlich zusammen mit dem Etat erneut zur Beratung kommen. Gegen die Stimmen des Bauernbundes ge- 1 nchmigte der Ausschuß dann die Regierungs- am Rachmittag an den Bahnhof nach Deutschland übergeführt zu Dienstag d.29.Järi.1929,7naDdS. Zersetzung der steten Armee, ihre gegenrevolutionäre Stretkvropaganda in den Betrieben, ihre sowjetfeindliche Agitation unter dem Bauerntum untericheide sich durch nichts mehr von der Tätigleit der Weiß- gar^i.len und Menschewiken. Die Ausweisung Trotzkis aus der Sowietunion fei daher ein notwendiger Akt der revolutionären Selbstverteidigung. Kleine politische Nachrichten. Der Reichspräsident hat den Gesandten Dr. Roland K ö st e r im Auswärt.gen Amt zum deutschen Gesandten in D s I o, den Vertreter Deutschlands in Griechenland, Dr. Nenner, zum deutschen Gesandten in Helslngfors und Len Vertreter Deutschlands in Albanien, Dr. o. Kardorfs, zum deutschen Gesandten in Athen ernannt. Außer dem hat der Ne.chspräsident den Generalkonsul Dr. Roh zum deutschen Generalkonsul in Pretoria ernannt. Der Nachfolger des Neichsgerichtspräsi d e n t e n Dr. Simons, der m t bun 31. Mär' aus dem Reichs enst scheidet, soll etwa Mitte Februar ernannt werden. Die „Voss. Ztg." will wissen, daß der Min sterialdirektor im Reichsjustizmin.stc rium, Dr. Sumte, in Aussicht genommen ist. D.c Ernennung liegt verfassungsmäßig in den Händen des Reichspräsidenten, dem das Re.chskabinctt seiner Vorschlag macht. e Laut „Voss. Zig." hat in der Sache Groener Denkschrift am Montagabend eine Haus- suchung bei der Berliner Zeitnotizen. Korrespondenz stattgefunden. Die Beamten der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten einen Teil des Vorgefundenen Materials. Die Regierung brachte dem Ausschuß die Derber im letzten Jahr zur Unterstützung für den Sommer geplante Große Kunft aus- .D e r schöne Wettervoraussage. Wettervorhersage für Donnerstag: Nebelig-wolkig, auch vielfach ausheiternd, 'Frost etwas abschwaä>end, jedoch noch Temperaturen unter Null, meist trocken. Witterungsaussichten für Freitag: Immer noch Frostwetter. Lufttemperaturen am 29. Januar: mittags —3,7 Grad Celsius, abends - 10 Grad Celsius: am 30. Januar: morgens —12 Grad Celsius. Marimmn — 3,5 Grad Celsius, Minimum — 13,5 Grad Celsius — Erdtemperaturen am 29. Januar: abends —2,3 Grad Eeli'us', an 30. Januar: morgens —23 Qraö Celsius. — Sonnenschcindauer IV- Stunden. ®woi*enioa Qtiritei anrtK«k" ort in «,r bau M,' lein’, d.Y, den kcrnech leien, den ' liert oKr fli geseuchte vermelde jo «s inlolfli Sögeln etw- brir.gen- Es Mn, ein terstein« Mdedenkllä ßn un olofle in der,D> leitung geg Weise solch' Sie sind ül iner Reihe i wbm und *1 MM (Mrodni Hans, ga Hanf, gc Mohn Mlihnme Hirse 5-6,' pallo - Vertrages bis zum Berliner Vertrag und zuletzt den deutsch-russischen Wirt- schastsvereiliborullgLn d:s v:rgcngenen Sahres zurückgelcgl hat. R unmehr ist auch die UitterzeiclMung ernes Avtommrns über dasSchlichtungsvers ähren zwischen Deutschland und Rußland zustande- gekommen. das an sich die SchiedSgerichlSoaiLett beider Staaten betriff! und in gewisser Hmsecht der Schiedsvertragspolitik Deutschlands entspricht. 'Die Verhandlungen über dieses Llbkommen waren mit aller .Heimlichkeit geführt wvrderr, so daß Unterzeichnung und Vertrag eine getet f.’Uebcr» raschuna darstellen, wenn and? keiiwswegd eine politische Sensation. Der Vertrag liegt völlig un Rahmen der Politik, die seit Jahren, seit Ra- pallo. -wischen Berlin und Moskau, ohne Ruck- sicht auf antibolschewistische Sentiments gew:s,er anderer Staalen. aber auch ohne irgendwelche Spitze gegen sie gradlinig geführt worden ist. Inhaltlich unterscheidet sich das Aokommen von den zahlreichen Schiedsoerträgen, die Deutsch- land bisher abgeschlossen hat durch einige recht interessante Punfte. Es ist sonst üblich. Schlich- tungskommissioncn nur für den Fall vor- zusehen, daß irgendein Difserenzpuntt zwiieyen den beteiligten Staaten sich gezeigt hat. Die deutsch-russische Kommiision soll sich aber mindestens einmal jährlich regelmäßig versammeln. Das scheint eine Aeu^rlichkeit zu sein, ist aber mehr. Man hat davon abgesehen, ständige Mitglieder für die Kommission in Aussicht zu nehmen, und dadurch die Möglichkeit geschaffen. auch prominente Staatsmänner beider Seiten gelegentlich ungezwungen an den gemeinsamen grünen Tisch zu bringen. So kann die deutsch-russisch? SchIichtunZ2kommi sio r e i n e A r 1 Ersatz der Genfer Dölkerbundsta- g u n g c n werden, indem sie der deutschen und der russischen Diplomatie Gelegenheit 3« einer regelmäßigen, persönlichen Füh- lungnahme gibt. Es ist zu hoffen, daß der neue Vertrag es erleichtern wird, die Schwierigkeiten auszugleichen, die dank ihres völlig verschiedenen Wirtschastssystems immer wieder em- mal zwischen Deutschland und Rußland auftauchen werden. Man wird wohl im Sommer dieses Jahres zum erstenmal Gelegenheit haben, die Kommission, und zwar wahrscheinlich in Berlin, in Tätigkeit zu sehen und dann die Prooe daraus machen können, ob die neue Gestalt, die man dem zwischenstaatlichen Sch.ichtungswesen hier gegeben hat. sich für die besonderen deutsch-rus,rsch^n Verhältnisse so bewährt, wie es beide Seiten hoffen. Berlin, 33. San. Der Osten unterscheidet ich vom Westen schon dadurch, daß hier nach dem Kriege völlig neue Verhältnisse vorlagen, ja überhaupt erst ein Staaten- y st e m e n t st a n d e n war. das vorher gar nicht sistierte, während der Westen als solcher in einen staatlichen Verhältnissen fast unverändert geblieben war. So waren in Versailles die Staaten des Baltikums geschaffen worden, so war Polen neu entstanden, und so hatte sich in der Sowjetunion ein Staat entwickelt, der völlig neue Voraussetzungen für seine Beziehungen zum Westen schuf. Aus diesem Grunde muhte auch ganz von vorn angefangen werden, die einfachsten völkerrechtlichen Beziehungen der Rachbarstaaten untereinander bedurften neuer, zumeist erstmaliger Festlegungen, und wenn auch' der Völkerbund, dem außer Rußland ja alle Staaten des Ostens angehören, eine gewisse staatsrechtliche Beziehung dieser Länder untereinander und in bezug zum Westen schuf, so galt es doch gerade für Deutschland, das als nächster Rachbar des OstenS zuerst geregelte Beziehungen zu diesen Ländern anbahnen mußte, ein Vertragssystem zu schaffen, das den Verkehr der Länder untereinander regelte, dir politischen Fragen vertraglich fest legte und schließlich darüber hinaus, soweit es möglich war, was g. B. in der bekannten Reutralitätsclausel des Berliner Vertrags der Fall war, die Mittlerrolle Deutschlands zwischen Osten und Westen klären sollte. Auf diese Weise entstanden die Verträge mit den Baltikumstaaten, der mit Lettland, der mit Litauen von 1923, der im vergangenen Jahre erneut und erweitert abgesch'o sen wurde, und schließlich der mit Estland, der noch der Ratifizierung bedarf. Eine Reihe well':e Stmis- verträge haben allgemeinere Fragen politischen Charakters geregelt, mit Lettland wurde sogar ein besonderer Friedensvertrag geschloßen und ein Abkommen, das die Wi'deraufnahme geregelter Beziehungen betraf. Mit Polen sind ebenfalls eine ganze Reihe von ©taatSo ertragen zustande gekommen, dagegen ist c3 leider bis heute noch nicht möglich gewesen, den Handelsverkehr in einem Wirtschaftsverträge endgültig zu regeln. Der bedeutsamste Vertragspartner im Osten war für Deutschland naturgemäß die Sowjetunion. die selbstverständlich schon vom w'.rt- schastlichen Gesichtspunkte aus dem deutschen Handel ein großes Betätigungsfeld bot. Der Aufbau der Verträge mußte allerdings langsam vorwärts gehen, und es erübrigt sich in diesem Zusammenhänge noch einmal den Weg zu zeichnen, den die Ausgestaltung der deutsch-russischen Beziehungen von der Unterzeichnung des Ra- Das Sleuervereinhettlichiingsgeseh. . Wcitcrbcratung im Reichstag. Berlin. 29. San. (D. D.Z.) Präsident Löbe teilt bei Beginn der Sitzung mit, daß sich em „Kommunalpolitischer Aus schuß gebildet hat, dem auch Richtmitglleder des Retchs- tages angehörem Hierauf wird die erste Beratung des Sleuervereinheitlichungs- g e s e h e s fortgesetzt. Abg. Rauheim (Z.) erllart sich mit dem Entwurf einer einheitlichen Bewertung em- verstanden. Er begrüßt die Dereinhetlltcyung der Realsteuern und erhofft davon eine Senkung dieser Steuern. Es müße erwogen werden, wie weit die öffentlichen B e t r t e b e zur Steuer herangezogcn werden können. Zur Ge- bäudcentschuldungssteuer werde das -Zentrum seine Haltung davon abhängig machen, daß die nötigen Mittel für den Wohnungs- bau herausloininen. Die dauernde Deioehaltung dieser Steuer lehne bas Seidrum ab. Abg. Dr. Decker (D.D.P.) erklärt, feine Freunde betrachteten den Gesetzentwurf von dem Gesichtspunkt aus. wie er auf die deutsche Wirtschaft wirken werde. Zum Obielt politischer Experimente dürfe man tue Wirtschaft nicht machen. Die riesige Arbeitslosigkeit in Deutschland beweise, daß von einer Blüte der deutschen Wirtschaft nicht gesprochen werden kann und daß diese Wirtschaft einen weiteren Steuer- druck nicht ertragen könne, ^ie Absicht, die Steuern und auch die Veranlagung zu vereinheitlichen, sei auch im Sntereffc der Wirtschaft durchaus zu begrüßen. Sn Einzelheiten habe die Volkspartei viele Beanstandungen an dem Entwurf zu machen, vor allem vermisse sie darin die Gewähr füreineRealsteuer- s e n k u n g. Set Entwurf ebne geradezu den Weg zur leichtfertigen Steuererhöhung. 2lbg. Höll ein (Komm.) bezetchnet das Steuervereinheitlichungsgesetz als einen Generalangriff gegen die Selbstverwaltung der Länder und Gemeinden. Damit werde die Forderung des Fronvogts der internationalen Hochfinanz, des DeparationSagenten, durchgeführt. Das deutsche Großkapital arbeite Hand in Hand mit dem ReparativnSagenten zusammen gegen öie deutschen Gemeinden. Dr. Hilferdsitg habe der deutschen Bourgeoisie schon große Dienste ge- leistet in den wenigen Monaten, in denen er den Ministersessel verunziere. (VrzeprSsident Esser ruft den Redner zur Ordnung.) Abg. Dr. Fischer, Köln (D.) bedauert, bah die ursprünglichen Referentenentwürfe, die zugleich eine Senkung der Realsteuern herbeiführen sollten, aus dem Stadium der Vorbesprechung mit den LLnderftnanzmimsterien n i e- malS herauSgekommen seien. Seine Freunde hätten es begrüßt, wenn eS der gegenwärtigen Regierung gelungen wäre, diesen ursprünglichen Referentenentwürfen wieder näher- Mitommen. Tatsächlich sei daS Kompromiß aus- schließlich auf dem Rücken der Steuerzahler zustande gekommen. Seine Partei werde im Ausschuß aufs schärfste darauf bringen, daß der Entwurf so ausgestaltet wird, daß ferne unmittelbare Folge eine wirksame 2iea4tcuer- senkung ist. Der Redner fordert werter Prüfung der Frage der Herstellung einer Relation sowohl zwischen der Gewerbe- und der Einkommensteuer als auch zwischen der Grund- und der Vermögenssteuer. Rotwendig sei nach wie vor ein Steuerhöchstlastengeseh. Sm ganzen sei der Fortschritt, den die Vorlage bringe, durchaus anzuerkennen. — Weiterbera- tung Mittwoch. Zweite Beratung des Warte- starchSbeamtengesehes. Aus dem Kinanzausschuß des Hessischen Landtages. Darmstadt. 29. San. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages war heute zum erstenmal im neuen Sahr zusammengetreten. Die K o m- m u n i st e n. die inzwischen durch das Ausscheiden der Abg. Galm und Angermeier die Fraktions- stärke verloren haben, sind in dem Ausschuß nicht mehr vertreten, womit daS Arbeitstempo eine gewisse Beschleunigung erhalten dürfte. Durch diese Veränderung war auch eine neue Verteilung der Referate des StaLshaushalts- plancs notwendig gcwordeir. Für den in den Reichstag gegangenen Aog. Dingeldey übernimmt nunmehr Aog. Haury (D.V.l das Referat über das Theaterwesen: Abg. Best (D.RP.) übernimmt das bisher ebenfalls von Dingeldey innegehabte Referat über die Justiz und Abg. Haury das bisher von dem Kommunisten An- germeicr gehaltene Kapitel der Finanzeir. Sm übrige.; bleibt die Verteiluirg wie bisher bestehen. Die grundsätzliche Frage, ob die vorliegenden Anträge und Eingaben über Desoldungsändern:; gen, die von der lebten Vesoldungsord-.iung unö dem Stellenplan her noch unerledigt ge- blmben find, beim Staatsvoranschlag 1929 oder erst bei der nächsten Besoldungsnovelle zu be- handeln sind, wurde dahin entschieden, dpß diese Anträge bis zur nächsten Besoldungs- Novelle zurück gestellt werden sollen. Don der Regierung war darauf hingewiesen worden, daß zunächst einmal der neue Stellenplan und die Desoldungsvrdnung sich auswirken mußten, daß aber auch das in Aussicht stehende Gutachten des Reichsspartommissars eine nicht unbedeutende Rolle in dieser Frage sviele. derzwingen wird. Allerdings wird er inzwischen mancherlei gelernt und vor allen Dingen eingesehen haben, daß die überstürzten Refor- men, womit er fein Land europäisieren wollte, von U ebel waren. Trotzdem sind sie wohl mehr Anlaß als Ursache gewesen. Die letzten Nachrichten deuten darauf hin, daß Amanullah Recht hatte, als er hinter der Revolte die Spuren des englischen Ober ft en Lawrence zu entdecken glaubte, der während des Weltkrieges der böse Geist der arabischen Stämme war und jetzt in Afghanistan auf feine Art Politik machen wollte. Es wird England unbequem gewesen fein, wenn an der bedrohten indischen Nordflanke ein kräftiger Nationalstaat entstand, daher vielleicht der Versuch, diese Ansätze im Keime zu ersticken. Aber das Ergebnis ist nur, daß die englische Politik kompromittiert ist und daß die nationalen Leidenschaften nun erst recht von Afghanistan nach Indien hin- Überschlagen, weshalb Lawrence wohl auch schleu- nigst ebenso gespenstisch, wie er kam, zurückge - rufen wurde. Diese Kenntnis verdanken mir den Franzosen, die mit liebenswürdiger Bosheit be- richteten, daß Lawrence als Pasiagier dritter Klasie in Marseille eingelaufen sei, um dadurch den Engländern mitzuteilen, wie gut die französische Spionage in den Geheimnisien des englischen Auswärtigen Amtes Bescheid weiß. Oie Europäer räumen Kabul. L o n d o n, 29. San. (WTD.) Während bisher nur von der Absicht einiger Gesandtschaften, Kabul zu verlassen, die Rede war. meldet Rnr- ter nunmehr aus Rew Delhi, daß sämtliche Gesandtschaften die Stadt räumen werden. Bor der Abreise des englischen Gesandten Sir Francis Humphrys werden alle englischen Staatsangehörigen veranlaßt werden, sich nach Sndien zu begeben. Es ist beabsichtigt, auch die übrigen (Su- ropäer aus Kabul abzutransportieren. Sn Kabul ist es wiederum zu vereinzelten Fällen von Plünderungen gekommen. Tie Häuser zweier deutscher Angestellter der Regierung Amanullahs wurden vollkommen aus- geraubt. Bei hen meisten dieser Ausschreitungen handelt es sich um persönliche Rachealte. geplante G r t Teilung in Darmstadt Mensch in der neuen Kun ft", für die von der Stadt Darmstadt der gleiche Betrag bewilligt wurde, abgelehnt. Für die Vorlage des Kultusministers stimmten die Deutsche Volkspartei und die Sozialdemokraten, dagegen Zentrum, Bauernbund und Prof. Axt (Dolksrcchtpartei). Die Entscheidung dürfte daher erst im Plenum fallen. Eine längere Debatte entspann sich über die Die Berichte über die Kämpfe in Afghanistan lesen sich wie ein ALenteurerroman, nur geht die Entwicklung so rasch und sprunghaft, daß wir von Europa aus den einzelnen Pha.en kaum mehr zu folgen vermögen und den Sinn für die Zusammenhänge verlieren: zumal, da wir ja die Entwicklung immer nur durch die Drille ausländischer Rachrichtenagenturen ehen, die ihre eigenen und einander entgegengesetzten Zwecke in der Berichterstattung verfolgen. Wie es scheint, sind gegenwärtig fünf Thronanwärter gegeneinander an der Arbeit. Da ist zunächst Amanu l l a h selbst, der den Boden unter den Füßen und wohl auch die Rerven verloren hatte. Er zog sich deshalb zunächst unter dem Verzicht auf den Thron zurück und übergab ihn feinem ältesten Bruder Snayatullah, der e genllich schon nach dem geheimnisvollen Lode seines VaterS die Erbschaft hätte antreien müssen, damals aber von Amanullah abgehalstert.wurde. Snayatullah Hot sich kaum eine Woche halten können. Er wurde wieder verdrängt durch den Dandenführer Dacha Sakao, der sich König H a b i b u l l a h nannte, der aber wieder versagt hat in dem Augenblick, wo er seine schon zum Erfolg geführte Revolution stabilifieren wollte. Gegen ihn ist ein neuer Anwärter aufgetaucht, der auf den Ramen Omar Khan hört, und als ü n f t c r Prätendent erscheint jetzt plötzlich ein rüherer Offizier Amanullahs, Ali A ch m a d San, der sich selbst zum Emir ausgcrufen yaben soll und nach der Hauptstadt Kabul mar- chiert. Hier scheinen sich die verschiedenen Anwärter ein Rendezvous zu geben, auch Amanullah hat vor Kandhar, wo er seinen Zuluchtsort fand, mit Unterstützung der ihm treu gebliebenen Stämme den Marsch auf Kabul angetreten, wo vorläufig noch Habibullah sitzt, der einen Halbbruder Amanullahs zu seinem Ministerpräsidenten gemacht hat. Ein beispielloses Durcheinander also, dessen Entwirrung sich um so weniger übersehen läßt, als wohl niemand weiß, wie stark die Kräfteverteilung der einzelnen Führer ist. Zweifellos aber ist Amanullah der Energischste und Klügste. Wir stauben deshalb, daß er schließlich sich doch durch- etzen und den Aufruhr mit asiatischen Mitteln nie- Vazu müh ober ham Es ist n solcher Tr die obigen Ludwig N Sommer* Weifenarten suchen, nicht da sie er br «mb Fülle i daraus eher der an Sb mehr Sat bringt lln tonn mon geeigneten Fulterplatz sucht. Der aurgefuntie 'M oertrc S'-’tterfteine Menden stellen. So Meisen nenmeifen u lerne, NM Nehlwürnie Sinfen Stieglitz, § reien, j)ünf fQmen, Hrsi unb Hauben Hrnfeln fr (mit butten ulw. Im Berliner Lehrervereinshaus versammelten sich die M.tglleder des Deutschen Rentnerbun- d c s zu einer Protestversammlung gegen die Bc- schlüsie des Sozialoolltischen Ausschußes des Reichstags. Zahlreiche Redner des Bundes polem fierten gegen den Standpunkt der Regierung, die die Rentner auf den Ausbau der Fürsorge ocr- weist und die Schaffung eines Rentneroersorgungs- gesetzes vorläufig ab lehnt. Aus aller Walt. Liu Eisenbahnunglück von einem Schüler verhütet. Berlin, 30. Ian. (TU.) Nach einer Meldung des „Lokal-Anz." aus Augsburg entgleist« am Dienstag aus bisher noch nicht geklärten Gründen der letzte Personenwagen eines Zuges Ruhpolding — Traunstein in voller Fahrt. Da jedoch die Notbremse in dem Wagen versagte, entschloß sich der 17jährige A. P l e n ! aus Ruhpolding, ein Schüler der Bauhandwerkerweist« r schule Traunstein, rasch auf den vorderer Wogen zu klettern, um dort die Notbremse zu ziehen. Unter Einsetzung seines eigenen Lebenr gelang ihm das Wagestück. Der Zug wurde jun Stehen gebracht und domtt größeres Unglüd verhütet. Riesige Schneefälle in Süds'awien. Sn ganz Südstawien sind fo riesige Schneefälle eingetreten, daß in vielen Gegenden der Verkehr völlig unterbunden ist. Sv ist in Montenegro jeder Verkehr unmöalich. Zahl- reiche Häuser wurden dort durch die Schnoe- maffen eingedrückt. Es sollen auch 1 0 Personen getötet worden sein. Alle Männer vom 18. diS zum 60. Lebensjahre wurden zum Schneeschaufeln herangezogen. Auch in Mazedonien haben die starken Schneefälle große Störungen hervorgerufen. Einzelne Orte, wie Pec,.sind von der Umwelt vollkommen abgeschnitten. Richt besser ist e« in einem Teile Kroatiens. Zwei Todesopfer einer Carolne. Am Nordhang des 1370 Meter hohen Kranzhorr bei Rosenheim (Bayern) ging eine Lawine zu Tal die mehrere Bauern und Holzknechte unter s i ch begrub. Dabei fanden ein Dienftknccht und ein Landwirt den Tod, während ein Bauernsohn einen Neroenchock erlitt. Ferner wurden ein Pferd getöte und zwei Pferde schwer verletzt. <70 leiten geboten werden können. Mit 6 zu 6 Stimmen wurde der Antrag auf Gewährung eines Zuschusses von 8500 Mark für die i frühere englisch« Botschafter in Berlin ViS- count d'Abernon mit Gattin, der Vertreter der Königin von Schweden, zahlreiche Mitglieder der italienischen Diplomatie, des römischen Adels, der Geistlichkeit und der deutschen Kolonie. Der Kirchenchor der Anima fang bas Große Requiem von Miltern. Prälat Hudal von Anima empfing die Trauergäste am Kirchen- portal. Der Sarg mit der sterblichen Hülle der Fürstin wird ~ ... **'•*’*•* OerKrieg -erWahs in Afghanistan. o AW u< '-5 weno -Jan '-s, MaSken-Anzüge *J C Md Dominos / mcu ober octrr.Acn) L verleiben. 0280 blcshen= Kop bedcÄunc'en yQ .ä :n/slK Siofiu.'lnwtcr uho. // ?or£ch2zi voi «uä. 3 b's 11. -X—_A_ Gen 48 ilnbien piö.dc */ t’l.isnmOl nur bet ,- - ÄÄNvLck, KLVlanSMe 27 ► »-<•■■ «»in i ■ ■■m—a»ww—g Zu mieten gesucht von iunnem (£.cpnm S-6 - Zimmer-Wohnung E ober (viiiKimilicnli ui8 in vornehmer g Viiiic s-tenen." v. 1 >.Mär^ od.1«ÄMll | (Lvii.Sl löi.n. wird ncAnütt. i ff. unter g F u A.j:8b.Ennoltniosae,Fran!dnrl/EL M __________8lVj —-ö-r-TTrrTMBÄesÄeiÄi^maBeei^^eM«* Schellfische tm AuSschn^ Pfd. 70 Kabeljau tut AuSschn.. Ptb. 70 Seelachs im AuSschn., xfb. 50 Goldbarsch ie Ausstattung Billig und gut! Schwurgericht Gießen. * Gießen. 29. Ian. Am zweiten Tag Der- handele das Schwurgericht gegen den Chauffeur Philipp Schott zu Frankfurt a. M,früher zu Fauerbach v. d. H. wohnhaft. Die Anklage vertrat Oberstaatsanwalt D r. Drill, Bertei- diger war Rechtsanwalt Krüger. Im Februar vorigen Jahres bemerkten eines Sonntags Einwohner von Fauerbach v. d. H., Laß sich aus dem in dem Haus des Angeklagten befindlichen Laden Bauch entwickelte. Als sie in die Stadtplan den 1. oebr., von > Uhr ab 04.j An den Abhängen des Himalaya unter den Strahlen der Sonne Indiens, da wächst der köstlichste Tee „Dagoba“ ♦ Darjeeling 0. P an Fein eit u. Geschmack nicht zuübertreft.. 1 Pf. UM. 10.- In ihrer Art ebenso köstlich sind: ♦ Ceylon O. P. Hochland, voll h-ic t- her............................RM. 8.- ▲ J a v a 0. P. fein, ungewöhnlich preis- Kinderwagen, Klapp-Sportwagen Alleinverkauf dar weltbekannten „Oper-Wagen Viele schöne Modelle in allen Farben__________ | Teilzahlung nach Vereinbarung. Bei Barzahlung naher Xabatt | Für gewöhnlich besteht das Futter für unsere notleidende Dogttwett aus Spciseabfällen und Brot, hie von ber Haucfrau ober den Kindern des Hauses auf den Hof, in den Garten oder auf die Fensterbank gebracht werden. Dies genügt meist für die Sperlinge. Erfahrungsgemäß können aber gerade die Küchenreste bei einer ganzen Reihe von Vögeln, sofern sie in ihrem großen Hunger überhaupt dieses Fuller zu sich nehmen, unter Umständen den Tod herbeiführen. Deshalb ist die wichtigste Forderung, will man jeder einzelnen Dogel- art in der Zusamensetzung des Futters gerecht werden: „Die Fütterung muß naturgemäß sein", d. h., man muß bcispeiPwrise versuchen, den körnerfressenden Vögeln größtenteils Sämereien, den insektenoertilpcn.den hauptsächlich Kerbtiere ober entsprechende Ersatzstoffe zu bieten. 2l n - gefeuchtetes oder gor nasses Futter vermeide man unter allen Umständen, Die anhaltende Winierkälte bei den verschneiten Felbern läßt unsere gefiederten Sänger in große Not geraten. Wohl werden durch tägliche Aufrufe in den Zeitungen Tier- und besonders Dogelfreunde zur Linderung des Futtermangels aufgerufen. Zu unserer Freude kommen auch viele mitleidige Menschen dem Verlangen nach. Aber von größter Wichtigkeit scheint mir gerade, neben den monniosaltigen Vorrichtungen zur Fütterung, wie Füllerhäurchen, Futterapparaten und Fullerplätzen einiges über die Art des Futters selbst zu sagen. da es infolge der Käste gefriert; von den hungrigen Vögeln etwa ausgenommen, wird es ihnen den Tod bringen. Es ist schon aus diesem Grunde zu empfehlen, ein Trockenfutter, foccnannie Futter st e i n e , zusammenzustellen. Diese kann man unbedenklich in den verschiedensten Futterhäuschen, -platzen und -opparaten auslegen. Der bedeutende Ornitholoae Freiherr v. Berlepsch hat seinerzeit In der „Ornithologischen Monatsschrift" eine Anleitung gegeben, wie man auf nicht kostspielige Weise solche Futtersteine selbst Herstellen kann. Sie sind überdies auch nach seinen Angaben von tiner Reihe von Firmen in Deutschland hergestellt i »orden und für wenig Geld zu haben. Hier sei das | «erlepsche Rezept wiedergegeben: Getrocknetes, gemahlenes Weißbrot Getrocknetes, gemahlenes Fleisch Dazu müßten noch etwa 1400 Gramm Fett, Rinder- ober Hammestalg vermischt werden. Es ist natürlich nicht notwendig, wenn man selbst solches Trockensutter Herstellen will, sich strikte an die obigen Angaben zu halten. Vielmehr soll es nach Ludwig Ankenbrands „Vogelschutz im Winter und Sommer" ebenso zweckdienlich fein, gerade den Meisenarten, die mit Vorliebe die Futtersteine aufsuchen, nicht übermäßig Fett und Fleisch zu reichen, da sie es draußen in der Natur auch nicht in Hülle und Fülle vorfinden. Ankenbrand hat mit Rücksicht darauf ebenfalls einen Futterftein zusammenaestellt, der an Stelle des Fleisches im Berlepschen Rezept mehr Samen, fetthaltige Nüsse und Weißwurm bringt. Unkrautsamen, getrocknete Beeren und Kerne kann man unentgestlich im Lause des Jahres zur geeigneten Zeit sammeln. Nickt jeder angelegte Futterplatz wird von allen Dogelarten besucht. Der aufmerksame Beobachter hat bald her- Egefunden, daß diese oder jene Vögel in größerer vertreten sind. Darnach ist es leicht, außer den Futtersteinen. andere für die betreffenden Dogelarten passenden Futtermischungen zusammenzu- stellen. So würden sich eignen für: Meisen, (Blau-, Kohl-, Schwanz-, Sumps-, Tan- nenmeisen usw.): Sonnenblumen-, Kürbis-, Gurken-, ferne Nüsse, Mohn, Hans (ganz), Ameisenpuppen, Mehlwürmer, Speck, Weißwürmer. Finken aller Art, (Buchfink, Blutfmk, Stieglitz. Hänfling, Zeisig usin): allerlei ^me- reien, Hanf, Hafer, Mohn, Distel- und Fichten- samen, Hirse: Brot und Kartoffeln für Sperlinge und Haubenlerchen. Amseln, Drosseln: Spesieabfalle, faule Aepsel (mit Vorliebe), Beeren aller Att, Hagebutten usw. ____________________ Starkenburg. WSA. Darmstadt. 29. Ian. Gestern nach- mittag ereignete sich in dec Chemismen Fabrik E. Merck ein schwerer Unfall. Der 25 Jahre alte Schlößer Georg Stör. aus Ar- hcilgen war, auf einer Leiter stehend, damit beschäftigt, an einer schadhaften Dam>slei ung eine Reparatur vorzunehmen. Plötzlich mischte dis Leiter aus und S.'ort stürzte in eine direkt unter, ihm befindliche Pfanne, in der sich eine aus über 10 0 Grad erhitzte Lauge aus Gal- cium-Sulsurat befand. Stork erlitt so schwere Verbrennungen am ganzen Körper, daß er noch in der Aacht im Städtischen Krankenhaus unter gräßlichen Schmerzen verstarb. Äriefkasten der Redaktion. sRechtsgutachten sind ohne Derbindlichkest der Schriftleitung.) £). Th. in V. Die Provinz Oberhessen wertet ihre Anleihe vom Jahre 1920 mit 20 v. H. auf. Die Provinz gibt für Astbesitz neue Ablösung:scheine ohne Zmsbogen aus, und zwar seit Ende 1928. Die Aufwertung hinsichtlich des Attbesitzcs erfolgt derart, daß für 4780 Papiermark 12,50 Mark Ab- lösungsanleihe mit Auslosungsrccht ausaegcben werden: für Neubesitz erhält man für 1000 Papiermark 5,20 Mark in bar. ft. D. A. Pensionierte hessische Staatsbeamte können iyr Ruhegehalt auch außerhalb der Grenzen des Freistaates Hessen verzehren, d. h. ihren Wohnsitz dementsprechend nehmen. Letzteres ist zur Zeit mehrfach der Fall, ebenso wie auch nichthefiische, in den Ruhestand versetzte Beamte ihren Wohnsitz nach Hessen verlegt haben. ft. £). Ihre Gläub.aerfirma konnte die Forderung an Sie aus die Bantfirma ohne Ihre Zustimmung übertragen, d. h. abtreten, jedoch nicht unter Veränderung des Inhalts. Haben Sie also mit der Gläubigerfirma Ratenzahlungen vereinbart, so können Sie auch lünftig noch in Raten zahlen. Teilen Sie der betr. Bank den Inhalt der Vereinbarung mit. Im Falle eines Rcchtsstreites läge der Beweis Ihnen ob, daß Ihnen Ratenzahlungen oder Stundung gewährt worden ist. Kunst und Wissenschaft. (Ein neuer Frankfurter Opernregisseur. Die Städtischen Bühnen in Frankfurt a. M. teilen mit, daß als Nachfolger der Rcg'sseure Dr. W a l l e r st e i n und Mützenbecher Dr. Ner- bert Graf, Breslau, als leitender Opernregisseur ?cn 1929 ab verpflichtet wurde.______ Lindernd und erfrischend schleimlösend wirken §ag's Sodener Mineral-Pastillen mit inend):L Leichter pfefferminzgeschmackl wurde« im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchensche ter 18 TIL, Eichen chriter 14, Buchen- knüppel 13, Eichenknüppel 9,20, Duchenstöcke 8. Eichenstecke 5,50 Mst je Aaummettr. Buchenreisig 31.(0, Eichenreisig 12 UH. je 100 Wellen. " Ein Rückgang der Hundehaltung in Gießen ist in den letzten 5 Jahren unverkennbar. Es waren am 1. 3amtar zur Hundesteuer angemeldet: 19-5: 1201; 1926: 1229; 1927: 1037; 19_8: 1067; 1919: 932; 1923 versteuerten 2 Hunde 23. 3 Hunde 1 Besitzer; 1929 zur Steuer angemeldet 2 Hunde 19. 3 und 4 Hunde je ein Besitzer. Ob die Steuer oder welche sonstigen stlmstände den Aückgang der Zahl der Hande in unserer Stadt verursacht haben, ist schwer zu sagen. " Besihwechsel. Die Gießener Daugesell- schaft, die bisher in der Schubertstrahe fünf Wohnhäuser im Aohbau erstellte, hat davon drei (oic beiden Eckgebäude und ein Haus von dem Drillingsbau) verkau t und sich verpflichtet, die Häuser sobald all möglich schlüs.eifertig her- zustellen. Tie Gesellfchafi hat bie_ Abficht. in diesem Zähre fünf weitere Wohnhäuser zu er- *baueft. ** Da s Handwerk bei Li^ferungs- vergebungen. stfiach einer Atit.cilung des Ministers für Arbeit und Wir.schaft hat die Handwertäkammer ge^elen, bei der CBer.icbu.ig von Arbeiten und Lieferungen für die zur Zeit vielerorts in Ausführung oe,rts,enen, oder künftig .zur Ausführung kommenden Gemeindewasier- Icitur-gen, Gasversorgungen vsw. vorzt gswei.e das einheimische Handtrerk zu berücksich^gen. Das Kreisamt Gieren unterstützt im neuesten Am.s- verlündigungsölatt in einer Bekanntmachung an die Stadt- und Gemeindeverwaltungen diesen Wunsch des Handwerls und empfiehlt, ihm soweit als möglich zu e.tts, rechen. ** Neue Bestimmungen fürden Kraft- fahrzeugverkchr in Klein-Linde n. Wie das Kreisamt Gießen im neuesten Amtsverkündigungsblatt bekannto bt, gelten mit sofortiger Wirkung folgende neue Best mmungen für den Krastfahr. zeugverlehr in Klein-Linden: Die Kirchstraße in Klein-Linden wird von der Steinstraße in der Rid)- tung Wetzlarer Straße bis zu dieser Straße für Kraftfahrzeuge aller Art sowie für den Fahrradver- kchr gesperrt. Ferner werden die Verbindungsgäßchen von der Steinstraße zur Hintergasse und von der Hintergasse zur Lützellindener Straße für den Motor- und Fahrradvertchr gesperrt. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden, soweit nicht nach anderen Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt 'st, mit Geldstrafe bis zu 150 Mark und im Uneinbringlichleitsfalle mit Haft bestraft. " Einbrüche in Gartenhäuser. Der heutige Poli'eibericht meldet: In der Zeit vom 21. bis 24. Januar wurden in der Georg-Philipp- Gail-Straße und Am Aahrungsi>erg je ein Gartenhars (Wochenendhäuser) erbrochen. Entwendet wurden ein Ober- und Unterbett, ein Kopsiissen, ein älterer Teppich, eine Standuhr, ein Barometer, einige Kaffeetassen und ein Hirschhorn fuß von einer Petroleumlampe. Am 21. oder 22. Ianuar wurde Am Aahrungsberg eine Mannsperson beobachtet, die sich in verdächtiger Weise vor dem fraglichen Gartenhaus tzerumtrieb. Beschreibung: 20 bis 21 Iahre ait, etwa 173 Meter groß, sch'ank, gerade Haltung, volles rundes Gesicht, dunkelbraunes Haar, ohne Kopfbedeckung. grüner Kragen, mattgrüne Joppe, Sportstrümpfe oben bunt eingefaßt, schwere Schuhe. Außerdem wurde am 21. Januar ein Gartenhäuschen in der Bähe der Margareten- Hütte erbrochen und ein Spaten und eine Hacke entwendet. Personen, die sachdienliche. Angaben zur Ermittelung der Täter und des Diebesgutes machen können, werden gebeten, der Kriminalabteilung, Zimmer 67, Aachricht zu geben. •" Auszeichnung bei der Deichs- Vorzellanwoche. An einem Schaufenster- Wrttbewerb in ganz Deutsch'and g l gm lich der st^eichs-Porzellanwoche im Oktober v. I. beteiligte sich auch die hiesige Firma Löwer & Bechstein, Neustadt. Wie man un3 jetzt berichtet. wurde die Firma für au: gezeichnete Leistungen bei diesem Wettbewerb mit einem Ehrenpreis bedacht. Schlüpfer, wie Gollchähnchen, Zaunkönig, Draunellen: remahlcnen Hanf, Mohn- und Wegerichsamen, Wcißwürmer, Mehlwürmer, Amcisenpuppen. Gerade den letzteren Dogelarten ist die Andrin- guna eines Futtcrhäuschens mit aufgelegter Futter- Mischung in einer Hecke oder im dichten Unterholz sehr willkommen. Ebenso notwendig, wie die Fütterung der Vogel- weit, ist auch angesichts der überall jugefrorenen Flüsse, Dächc, Wasserläufe, Pfützen usw. die Verso r g u n g rn i t Wasser. Der Durst dürfte manchen Vögeln wohl die gleiche Qual bereiten, wie der Hunger. Man stelle einigemal am Tage in ein Gefäß iBlumcntopfuntersag u. ä.) lai—armes Wasser bereit; Damit es nicht so schnell gefriert, lege man einen heißgcmachten Srein hinein. B. tatest sür Donnerstag. 31 Januar. 1797: der Komponstt Franz Schubert in W'cn geboren; — 1798: der Komponist Gottlieb Reissiger in Belzig geboren; — 1866: der Dichter Friednch Rückert in Neuses bei Koburg gestorben. Bornoti^cn. — Tageskalender für Mittwoch. Stadt- * theatcr: „Karl und Anna", 20 dis 22.30 Uhr. — Deutsche Jugendherbergen: Hauptversammlung, 20 Uhr, S.ngsaal der Oderrcalschule (Eingang Bismarckstraße). — V. D. 21.: Werbe ab end, 7.30 Uhr, Großer Hörsaal. — Vortragsvercinigung: Heiterer Abend, 8 Uhr, in der Neuen Aula der Universität. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Spiel mit der Liebe". — Astoria.Lich'Ip ele: „Die Ec sterfarm". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, „Karl und Anna", Schauspiel in vier Akten von Leonhard Frank. — Freitag, 1. Februar, findet die erste Wiederholung von Werner Johannes Guggenheims Schauspiel „Das Dorf Sankt Iusten" statt. — Am Sonntag, 3. Februar, wird eine Wiederholung des Lustspiels „Kleine Komödie", von Siegfried ©euer, in Szene gehen; nicht, wie zuerst angegeben, „Flachsmann als Erzieher". — Frau Auguste P r a s ch - G r e v e n b e r g , die die Rolle der rau Lanz auf Wunsch der Intendanz in „Das Dorf Sankt Justcn" übernommen hat. ist zu einem Gastspiel in Molnars Lustspiel „Olympia" verpsticktet worden. Frau Auguste Prosch-Grevenberg, die inzwischen Berliner und Wiener Theater- und Filmverpflichtungen nachgekommen ist, wird wieder für eine kurze Zeit als Gast am Gießener Stadttheater spielen. — Der Gießener Konzertverein ver- anstaltet am morgigen Donnerstag, dem 31. Januar, wiederum ein O r ch e st e r k o n z e r t. das letzte in diesem Winter. Wie das vorhergehende nachklassischer Musik, so wird das bevorstehende, wie man uns schreibt, modernen Meistern gewidmet fein. Smetanas zündende Ouvertüre zur ..Verkauften Braut", die hier erstmalig zur Aufführung gc! ugende „Pulc'n: I Suite" von Strawinskv. Lschattowskys „Pathe- lique", wohl die bekannteste und beliebteste seiner sieben Symphonien, stehen auf dem Programm und werden unter Leitung Dr. Temesvarys von dem Frankfurter S"mphonie° o r ch e st e r zu Gehör gebracht. Das Konzert findet, wie üblich, im Stadltheater statt und beginnt um 7.30 älhr abends; Ende gegen 9 IHjr. Im übrigen wird auf die Einführung in der gestrigen Bummer verwiesen. — Eine öffentliche Vorführung des Boxens veranstaltet die Boxabteilung des hiesigen Männerturnoereins am kommenden Sonntagyach- mittag in der Turnhalle der Oberrealschule. Inter- esienten seien auf die heutige Anzeige verwiesen. ** Oberhessischer Turnerbesuch in Amerika. Wie wir zuverlässig erfahren, beabsichtigen der zweite Gauvertreter des Gaues Hetzen der D.T., Buchdruckercibesitzer und Redakteur Schneider (Butzbach) und der 1. Sieger beim Deutschen Turnfest in Köln, Turner Kari Reuter vom Turnverein 1846 Gießen, Anfang August eine auf etwa sechs Woch?n geplante Desuchsreise zu den Turnern in Amerika, insbesondere zu dem unter der Führung von George Seibel stehenden Nord- amerikanischen deutschen Turnerbu^d anzutreten. Zu diesem Rciseunternehmen haben Emladungen von amerikanischer Seite gelegentlich des Deutschen Tuinfcstes in Köln den Anlaß gegeben. Die Fahrt bat die Zustimmung der Deutschen Turnerschaft, sie soll jedoch durchaus privaten Eharalter behalten. Man darf von dem Besuche der beiden Hessen Turner in Amerika eine weitere Festigung der guten Bezie^ingen zwischen den nordamerikanischen und den deu:schen Turnern, insbesondere auch den hessischen Turnern, erwarten. , - Städtische Brennhoszpersteige- tun gen. Bei den beiden jüngsten Brennholz- üerfteigerungen im Stadtwald Gießen am Freitag und Dienstag im Bezirk des Försters Arft verschlossene Hofreite eindrangen, schlugen ihnen aus einer Ecke des Ladens bereitZ die Flam: n entgegen, die jedoch rasch gelöscht werden tonnten, ehe das Feuer das Gebäude selbst ergriffen hor.e. Merkwürdigerweise sand man aber an aui crcn Stellen des Ladens noch andere setbstäi ge DrandHerde vor. die unbedingt auf eine vorsätzliche Trandstistung schließen ließen. Der >>- geklagte, der sich zur Zeit des DrandauSb'.! mit seiner Familie in Butzbach befand, bc n . ic sich bei seiner ersten richterlichen Qkrn.hniung nach anfänglichem Leugnen unter dem .xad. des vorliegenden Tewcismaterials zu einem vo len Geständnis. Er wollte den Brand angelegt haben. um seine Frau zu erschrecken und iic zu veranlassen, wieder von Fauerbach w:gzuzick:en. In der Hauptverhandlung gab der Angeklagte, der nach der Tat einen schweren Nervenzusammenbruch erlebt hatte, an. er könpe sich weder auf die Vorgänge vor dem Brandausbruch. noch auf seine früheren Angaben vor dem Amtsgericht erinnern. Die beiden ärztlichen Saä>- verständigen erklärten den Angeklagten sür verantwortlich, wenn er auch vermindert zurechnungsfähig sei. , Da auch ein weiterer Schaden nicht entstanden ist, ließ das Gericht Milde walten uab erla.mte wegen versuchter Brandstiftung auf eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Todesutteil im Offdillner Mordxrozeß. WSA. Limburg. 29. 3an. 3m Offdillner Giftmordprozeß verkündete l;.uie abend 6 älhr nach 1'.stündiger 'Serc.um der Vorsitzende folgendes Urteil: Der Qln .eilagie E ch>a r d t wird wegen Mordes zum Tode verurteilt. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden ihm auf Lebenszeit aberkannt. Dec Angeklagte hat die Kosten des Bersahre.rs zu tragen. Ä ft»« > Si du99? vom IPieltr (q «ori), $)r '"’er Sti V'-onnes, ?Qn(f A i Är ^Prit tu '■'o!)onni S'PUr W ( »nb a|5 h %in l( Gin | !u".g ZkUHIin Mdo. »ch »n II 7er V unuiQ 9eben: linier h<» '^ibenb -.Den ( ,0K \w oti do ' de bc 1688 er vrehbuG natitäcn derlei' riß ti fort, öas z für oecluli ein Rtonlo wurde tue hergest^ Um 30. König von ernannte zum ®*nl lieb IW ' volutwn bec Ltnls binden, ur tlamic blit A bie Wach jammt nb Erzherzv! am 16- verfamml fionelkä. Aikola Slaatsobc Cftcrn : 1921 der nifl« Kar! DJm 4. A bürg in a Geithe- Königs $ sehesarlil kündete i die Sukze wus ausl Mlvlge £ fitien Die in Daten i wichtigst jedoch i 1848 de Nation öiger 6 dem He mierunti den ®ri Ichlllh de Igkeich ö gen Akt oon 19 Drvhr skirinr gepeils«! treten nannte, bedurft iirappe Sei ein fre toaLatt id)on dc lebendes Königsh wie vor herzoa ( morschaf! vedsj! - misten bi lcherS. b ihren kü aber bi einen Sltbrci sehen. Die A bürg, ui nut aui Limousinen-Aufisätze kombinierte Karosserien als Limousine u.Lieferwagen fahrbar Autolackierunti und -Sattlerei Verdecke,Steckseiieuteile, Schonbezüge Ltelernng kompletter Fahrxenge Autoreparaturwerkstätte Otto Faber Mühlstrabe 22, Telephon 1096 2"4V Verschiedenes Klaviere = KWVM.1W werd. ia:t;nemän u. vretSweu ne- stimmt u. revar. S.ESeki^'^ ©leöen, öiotfftrJi Scleutjou 2403. Verkant o. neuen u. nebr. 81 Inn. T, ( Die Beerdigung unseres lieben Kameraden sgbfe Adon Schnabel Vw J* Eisenbahnschaffner findet Donnerstagmittag 3'/, Uhr in Wlesedt statt. 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Lehrling der Schmiede und Bauschiosserei crl. will, aui Ostern ae- Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Luise Schnabel geb. Lepper nebst Kindern, Turnverein 1862 e. v. Wirseck. Donnerstag, den 31. Jastuar, Beerdigung von Ehrenmitglied AdoÄDatiel Vollzähliges Erschein. erwünscht. Der Vorstand. »JäU_______ Fernruf 1320 ___________7i u> Gießen, den 28. Januar 1989. Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, dem 31. Januar, nachmittags 31/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus, da* Seelenamt an demselben Tage vormittags 7 Uhr. Nutz-und Brennholzversteigerung aus dem Markwald GrüniNZen-Dorf-Gill am Mittwoch, dem 6. Jebtuar, vormittags 9J4 Uhr, in der Turnhalle zu Grüningen, aus den Forstorien Fliegenstall, Juden- Wäldchen, Weihedriesch, Schlemperwald und Hardwiese. 893D 1. Nutzholz. Abschnitte: Eiche A-Stämme ÄL 4—0 13 Stück, 18,45 km- N-$lämme Kl. 1—5 69 Stück, 26,98 fm; 5-Lfämme Kl. 5 1 Stück, 1,1lfm. Esche N-Stämme MMII Ooalilälmti! Äralschellfische, Rordseeschellflsche, Schellfisch o.kk., Seeaal, Seelachs, Cabllau, Goldbarsch, Seehecht, Makrele, Scholle, Rotzungen, Seezungen, Heilbutt, Tarbutt, Steinbutt, Forellen- stör, gefr. Zander, Zlußhechte Filets von: Schellfisch, Eabliau, Goldbarsch, Seelachs. Grüne Heringe (groß und mittel). In tiefer Trauer: Helene Müller geb. Rheinländer und Kinder "msbu'3immer sy ahe o. Bhf. z. vrin. Schr. Angeb. unter 02rtl a. d Gien. Ans. Mdbr.Zimmer Ut vermieten 0297 Kirchstraste 13 v. Freitag, 1. ttebr- 20*/4 Uhr: B,"l) Pflichtabend ^Ltadt Mainz". Gott dem Allmflchtigen bat es gefallen, unseren lieben treusorgenden Vater. Schwiegervater. Großvater, Schwager und Onkel Herrn Ludwig Hellröler, FelMülz L B, infolge eines Sc'daganfalls heute morgen 6 Uhr plötzlich und unerwartet im 68. Lebensjahre zu sich zu nehmen. In tiefer Trauer: Lulae KllngelhUfer Familie Wilhelm Germer III. Familie Karl Schmidt. Klein-Linden, deu 29. Januar 1929. Die Beerdigung findet Donnerstag. 3L Januar, nachm. 2'/, Uhr, statt. ______________________________ 0283 Todes-Anzeige. Am 29. Januar, mittags 12 Uhr verschied nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein iunigstgeliehter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater. Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Philipp Pirr III. Werkhelfer L R. MMMW Lebensmittel- Feinkost—Drogen Ecke Lichig-Wiifonstraße Ab Gegenstück »u Knauers Weltatlas und zum gleichen billigen Preise wurde soeben ausgegeben: Scherer,Geschichte d. Deutschen Literatur Vollständ.Textausgabe 832 Seit. geb. Leinen Mk. 2.85 Halbleder 3.75 Ganzleder 4.80 Heute morgen entriß uns der unerbittliche Tod plötzlich und unerwartet meinen lieben Mann, unseren herzensguten Vater, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Oskar Müller ;tn Alter von 45 Jahren. JW. x 2 viüü, 5,31 A-Stämme Kl. 3—5 48 Stück, 44,28 fm; N-Stämme Kl. 3—6 31 Stück, 33,75 fm. (liefet A- Slamme Kl. 2b—4a 4 Stück, 5,22 fm; Jede Woche Donnerstag und Freitag: la SÄkllMe 0.1..... Psd 0.40 la fiflCeilflö 0.8.......Pw. 0.35 la GOlOVlM 0.8.....Psd.' .35 laWttONS-Me.....Psv. 0.32 la 3lfd) Slleie en:bautet n.entgrätet, auS n -- leit. Ftickcu bergesL Pfd. U 33 lagilMeltL’tts......»ft. 0.45 Für Aukschntr eine kleine Erhöhung aus obige Preise Bestellungen rechtzeitig erbeten zrMe norroeget Boflfett- Pieüterssüs Bnchbanälang Walltorstraße 21 Heute abend 10 Uhr verschied sanft nach kurzem, schwerem Leiden, mein innlgstgeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel BerrMollS(linahel,Bahns£!iöilner ixn Alter von 44 Jahren, was wir Verwandten und Bekannten tietbetrüht mitteilen. Donnetstag, den 31.3onaar, MMW 2 UHt versteigere ich im „Löwen", Neuenweg bahier, zwangsweise gegen Barzahlung : |398D 1 Motorrad, 1 Fahrrad, 1 Lastkraftwagen, 2 Pferde, 2 Büfetts, 1 Rollenschrank, 6 Warenschränle, 1 Bertiko, 1 Glasschrank, 1 Kleiderschrank, einen Schrankgrammophon, 1 Ladentheke, ein Klavier, 4 Photoapparate. 1 Schreibmaschine, 2 Wanduhren, 1 Sprech, apparat mit Platten, 1 Schreibtisch, 1 Divan, 1 Ladenkasse, 2 Kassenschränke. 1 Schreibtischkommode, 1 Spiegel, einen ovalen Tisch, 3 Radmäntel, 90 Meter verschiedene Stoffe, 30 Meter grauen Militärstoff, 10 Meter Kostümstoff, 3 Meter Mantelstoff, 135 Meter Kleiderstoff, 2 Tischdecken? 150 Fl Likör, 1 Bild mit Goldrahmen, 12 Damasthandtücher. Dern, Gerichtsvollzieher in Gießen, Steinstr. 13. Vereine M. T. V. Sonntag. 3.7kcbr.. nachm. v. 3—5 Uhr, in der Turnhalle der Ober • Neal- schule tBismarckstr.k Oessentliche Vorführung des Voxens. iSlnboren). Alle Freunde des BorkvorteS werden hierzu freundlichst eingeladen. *”eD Eintrittskarten tür Erwachwue 0.40 Schüler.....0.20 a) fm SooribauS H. Cflsters, Walltor» sttaste 33, b) in der Lchreibw.- vnblfl W.Hermss, Uahnhoiitr. Y\ c) an der Kaste. Abends 8 Uhr: Zamilstkabend tnlKausm.Berein- Haus. Der Vorstand. H. CvieS Wag.» it. Karosserie- bau. Westanl. 25—27. Statt besonderer Anzeige. Heute entschlief unsere geliebte Tante Fräulein Mefa v.Klipstein kurz nach Vollendung ihres 90. Lebensjahres. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 28 Januar 1929. Die Beerdigung findet Donnerstag, 31. Jan., nachm. 2 Uhr aut dem Alten Friedhof statt. Man bittet freundlichst v. Beileidsbesuchen absehen zu wollen. • . 88?D Holzversteigerung. Die Fürstlich Solmsische Obcrförsterei Hohensolms versteigert am Dienstag, dem 5. Februar, im Gerlachschen Saale in Bieber bei Gießen aus dem Distrikt helsholz: Eschen-Stammholz 1. und 2. Kl. ; 7 Stück mit 3,72 fm (gutes Wagnerholz), Iichten-Derbstangen 1. bis 3. Klasse 198 Stück; Buchen-Scheit. und Prügelholz 356 rm, Reisig 130,10 Hundert Wellen; Licheu-Prügelholz 25 rm, Reisig 10,70 hundert Wellen; stiefern-Prügelholz 7 rm; aus dem Distrikt Windelbach: Lichen- Stammholz 2. bis 6. Klasse 15 Stück mit 14,14 hu (reifes Holz); Buchen-Stamm- holz 2. und 3. Klasse 24 Stück mit 13,36 fm; Aspen-Stammholz 2. Kl. 4 Stück mit 0,95 fm; Kiefern-Stammholz 2a-Kl. 1 Stück mit 0,45 fm; Dichten-Stammholz la« bis 4a«Kl. 97 Stück mit 46,95 fm; Derb« tgngen 1. bis 3. Kl. 60 Stück. 862D Anfang 10 Uhr. Das Nutzholz wird zu« erst verkauft. Besnctti die Lande!«- so jnle Knnzelmann 1 a Schelllisdie o. K. „ Kabeljau o. H M Seßhechl „ EolzcD^en loriionsscliBHfisch ristiiß ß üue Berthe ?iscii!ilel !lsch!iote!ett löucherwaren lebende Karpfen und Sch!» "o Guter ZWSgellW au kaufen gesucht wo Wolkcnnasse 17. Är. Oeschen Mi kamen aciucht. L chr. Anacboie um. 02b» an den G. Anz. Wilb. eckaum, Kfctn-Lindcn. Sohn achtbarer Eltern mit guter Schulbildung, als WiW für Ö65 lauWllll. huceou geturnt. Schrtfil. Slngebote unter 755 D an den Gheft. An-, erbeten. N-Sfömme Äl. 2a—4a 24 Stück, 12,98 fm. Aichie A-Stämme Kl. 5b 1 Stück, 1,48 fm; N-Stumme Kl. la, 3b und 4b 5 Stück, 4,16 fm. Langholz: stieser A-Stämme Kl.3a und 3b 3 Stück, 4,10 fm; N-Stämme Kl. 1b—2b 65 Stück, 29,49 fm. Fichte N- Stämme Kl. la—3b 74 Stück, 44,95 fm. Derbffangen: Eiche 2. und 3. Kl. 8 Stück. Aichte 1.—3. Kl. 113 Stück. Nuhscheiler nn: 3,6 Licl)e 2. Kl. (2^ m lang). Jlufordfer rm: 8 Fichte. Vom Kiefern-Laughoh werden nur die blau unterstrichenen Nummern 488—580 (Forstort Schlemperwald) ausgeboten. 2. Brennholz. Scheiter rm: 104,4 Buche 1. Kl., 3,8 2. Kl.; 1,5 Eiche; 35,4 Kiefer. Knüppel rm: 52.3 Buche; 11,9 Eiche; 30,5 Kiefer; 1,8 Fichte. Reisig 3. fit («streifig) rm: 197 Buche; 13 Eiche ; 204 Kiefer; 38 Fichte. Stöcke m: 50,7 Buche; 2,2 Eiche, 28 Kiefer; 7,2 Fichte. Das Nutzholz wird zuerst versteigert. Beginn der Brennholzversteigerung etwa um 12 Uhr. Die blau unterstrichenen Nummern des Brennholzes kommen nicht zum Ausgebot. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. Nummerauszüge über das Stammholz werden zum Preise oon 1 RM. oon Markrechner Marsteller in Grüningen und dem Forstamt Schissen- berg in Gießen, Goethestraße 42 (Fernruf Nr. 2578) abgegeben. Gießen, den 29. Januar 1929. Der Vorsitzende des Markvorstandes. Nicolaus, Forstrat. Mietgesdclie | (siticbloiieiicc Raum sür einen anher Betrieb stehenden Vait« wanen tu biteben oö. näherer Untaebuun sür soiort au mieten nesudu. Schriftlich- Angebote unter 02o4 an den Ohe t. An, {Slellenangeüote, Statt besonderer Anzeige. Beate nachmittag 1 Uhr entschlief sanft nach langem Leiden Im 76. Lebensjahre meine liebe Hausangestellte Magdalena Zahn die S7 Jahre mit seltener Treue und Anhänglichkeit uns In Freud Und Leid zur Seite gestanden hat. Um stille Teilnahme bittet die trauernde Anna Gutfleisch. 25 Mk. AN und mehr verdteui jeder mil sabelhaiien Arttkein. IS78V Muster gratis! S. Z. 264. Nudolt Moste, Veiviti'. Fleßige Leute können durch den Berkauk emeö ganr neuen Aritke'.S titel tsielö verdieneit. 91. Manner, Esten, Diaritr. 22. [874 V KMM UUWMk bewährtes System emvfichtt 8642A Sdsar Vorrmann,Ejsenhand ung WMSnMU in der Nahe des Lahnhofs und Güterbahnhofs, mit Lureaus, Lagerräumen, Stallung, Hof und Lagerplatz zu verkaufen. Das Anwesen ist geeignet für den Großhandels-, ?sabrilations- und Speditionsbetrieb sowie ür Lauunternedmer und jeden anderen Äettieb. Schriftliche Angebote unter 688D an den Gießener Anzeiger erbeten. Wir suchen für unter neu zu erönnciideö Neutral KaufhausG.m.v.H.,Wetzlar.Brük- kenttr. 3 (jetzt noch Warenhaus Franksuri) lI.UWWklMII besonders iür Trlkotaaen.Slriimvse Wetst- waren Herrenarlikel, ebenso mehrere Lehrmädchen und einen Hausburschen für 1. März 1929. 89«»V Mer & Hohe. MW. tanggafie 33. Fagdverpachtung. Donnerstag, den 7. Februar, nachmittag» 2% Uhr, findet auf dem Rathaus zu Holzheim die Verpachtung der hiesigen (3e- meindejagd auf sechs Jahre statt. 752D Das Jagdgebiet umfaßt 680 Hektar Feld und 80 Hektar Wald und wird in zwei Bezirken verpachtet. Holzheim, den 24. Januar 1929. Hessische Bürgermeisterei. Wetz. Fagdverpachtung. Samstag, den 2. Februar 1929, nady- mittogs 2 Uhr, soll im Gemeindehaus, dahier, die hiesige Gemeindejagd auf neun Jahre verpachtet werden. 776D Die Verpachtung erfolgt in zwei Abtei- lungen. Abteilung a umfaßt Gelände südlich der Bahn mit 317,5 Hektar, darunter etwa 68 Nektar Wald; Abteilung b umfaßt Gelände nördlich der Bahn mit 421 Hektar, darunter rund 132 Hektar Wald. Nach diesen Ausgeboten wird der gesamte Bezirk zusammen ausgeboten. Alle weiteren Bedingungen werden vor der Verpachtung bekanntgegeben. Reiskirchen (Kreis Gießen), Bahnstation, den 26. Januar 1929. Hessische Bürgermeisterei Reiskirchen. 6 4 o m b e r. RWezM»LN«ii Marktstraße 14 Gießen Telephon 2417 Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie von der Landstraße von Krofdorf nach Waldhaus liegt bei dem Postamt in Gießen von deute ab vier Wochen aus. 894D Gießen, den 23. Januar 1929. Telegraphenbauamt. | Haus 1 Stat. v. Giehen. m. gntgeb. Geicbätt bitt, zu verlauten. 0294 Jacob Baer* Citontage 29. photographischer Apparat nut erhalten, 9x12 (8rnemann,m.2tQtiü. f. 30 x bar au verk. Wo, sagid.GeschäflS- stelle d. G. An;. Q-286 Kl. MeMM zwei Ucberiifbcr, . rack, (Lut u. c.iv. L iv I- ii. Militär- '* n/.üflc nb.\ n. WTD SeflcrSwea 04 II. 3u verkau cu: 1 Baggeige 1 Pauke 1 Kl. Trommel alles gut erbat en. Daubringen WII) ■vmiptftrnüe2G. Kaufgesuche | El> mit er. alienes Piano ans Privalhand gcg. Kaste au kauten gesucht. Schr.Anaeb. u. 0^)1 an d. Gieß. 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Traurig genug, denn, abgesehen von diesem Zwist, « f f 1 CX . »-zw im OTitnonMiH eine uns Die Stellung lgen: । auch Ge-> ' einen 2Ilbre Eine Diskussion mit positivem Erfolg Zweiter Evangelischer Landeskirchentag. Eröffnungssitzung des neuen evangelischen Kirchenparlaments. Man kann, um das ein wenig deutlich zu machen, etwa an zwei bekannte ‘Hamen crinnem. Viebig und Schönherr. Zwischen beiten Guggenheim. Aber was Guggenheim vorschwebte, — wie ter Titel andentet — ist ihm nicht gelungen, zum mindesten nicht so gelungen, tote ettoa ter Liebig ein ähnliches Rlvttv im „ODeiberterf . (Literarisch gesprochen: die Gestaltungeines Kol- lektivschicksals.) Das Schicksal einer Menschenge- metnschait. eben ein Ausschnitt aus ter Chronik W. 3- Guggenheim: „Das Dorf Sanct Lüsten" Deutsche Uraufführung am Giehcner Stadltheater. So ein Dorf ist das also. Und so ein Stück. Soll man eine Formel versuchen? Sodoms Ende im Gebirg? Ater das trifft wohl nicht gaiy den Grundgedanken: tote einer von ter Dorfgemeinde, aus ter neuen Welt heimkehrend, in ter alten Heimat Anstoß gibt zu vielem Unglück, fitt- licher Verwilderung, seelischem und materiellem Zusammenbruch. Vielleicht das Veste, toas das Stück überhaupt vermittelt: die Tendenz gegen drüben" inmitten einer immer mehr um sich preisenden kritiklose Begeisterung für alles, was aus den „Staaten" tommt; die Abtoehrstellung und Stampf auf aae gegen die dort Herrschenten Mächte, den „Geäst" des Geldes und ter Maschine und des skrupellosen Geschäftes, gegen die Seelen- losigkeit und Hebens kälte und die zivilisatorische Gefte der Dvllarlairdmenschen. Ein schweizerischss Bauernschauspiel. „Die Handlung geschieht im Zeitraum eines Jahres, von Frühling zu Frühling, in dem protestantischen Bcrgdorse Sanct Justen." Dte drei Akte gruppieren sich im wesentlichen um die folgenden Tatbestände. Der Jungdauer Klaus Lanz und die Wirtstochter Ursula im „Bären" fönnten ein sauberes Paar geben, sie sind zwei an Leib und Seel gefüllte Pergmenschenkinder, und sie sind auch im Grunde schon einig. Nur die Ursula zögert noch, den entscheidenden Schritt zu tun. Den Schmied Ruodi, einen brutalen Schürzenjäger, der hinter ihr wie hinter allen her ist, weist Der Schweizer Dichter Dr. phil. Werner Johannes | Guagenheim, l«9v in St. Kallen geboren kam vom Theater her in die Literatur war Schau- svieler (ausgebildet vom kürzlich verstorbenen Kre- nori), Dramaturg und Regisseur, begann 1918 mit einer Studie über Carl Spittelers, seines Landsmannes, Weltanschauung, schrieb drei Jahre pater die Tragödie „Das Reich" (mit Kaiser Otto UI. im Mittelpunkt), die Komödie „Die Frau mit der Maske" (1927), hat auch als Erzähler, als Lyriker und als Uebersetzer gearbeitet. Sein letztes Stück, welches gestern m Gießen die deutsche Uraufführung erlebte, ,/D a 6 Dort Sanct 3 u ft en", wurde geschrieben m, Herbst 1922, Herbst 1923, Frühjahr 1925, erschien 1927 als Buch (bei Kiepenheuer in Berlin) und verdankt gewisse Anregungen den Dichtungen „Le regne de l'esprit malin" des neuerdings auch bei uns bekannt werdenden C. F. Ramuz und „Der Amerika- Johann" von Felix Moeschlin. Wiesbaden, Frankfurt, Kassel und Waldeck zu sprechen. Jede verantwortliche Kircherwegierung müsse sich theoretisch mit diesen aus ten Strömungen der Zeit aktuellen Fragen inlensio beschäftigen. Wie sich die Sache weiter entwickle, wisse er noch nicht, aber, fügte er lächelnd hinzu: „Machen Sie sich daraus gefaßt, daß dies der letzte hessische La ndes ki rchen tag ist." Die Stellung der Kirche in ter Oessenttichkeit sei durch die Wen marer Verfassung eine vollkommen andere gemärten. Die Kirchen seien mit Handhabungen au ege- stattet worden, die sie weit besser gebrauchen mußten, um das in ihnen Lebendige zur Darstellung zu bringen. Der Redner wünschte zum Schluß, daß der neue Landeskirchentag in brüderlicher Eintracht die aus ter Zeit heraus reifenden Fragen zu lösen versuche, wozu er Gottes Hilfe erbat. Es folgte die Feststellung der Synodalen und Ne Verpflichtung der neueingetretenen Mitglieder. Nach kurzer Gefchaftsordnungsdebatte wurde auf Antrag D. Bernbeck einstimmig defchlosien, ten Bericht des Gefetzgebungsausfch uffes über öle letzten Wahlen von ter heutigen Sitzung abzufetzen, bis ein neues Präsidium gewählt ift stellt die Habsburg-Restauration im Augenblick außenpolitische LInmöglichkeit dar! Man merkt dem Stück auch die theatralische Vergangenheit und Schulung seines Verfassers an: es ist mit einem unbestveitbaren Bühnen- talerck, mit dem Bllck für die Möglichkeiten des Theaters geschrieben. Szenenbau und Formur^ ter Gestalten zeigen fast überall den ougtyl eines Mannes, welcher weih, worauf es bei einem Schauspiel (Schau-Spiel) vor allrnn an- kommt. Aber freilich scheinen uns die theatva* fischen Vorzüge des Werkes seine dichterischen Qualitäten zu überragen; eS ist mehr Theaterstück als Dichtung. Oie Wahl des Präsidiums vertagt. Hierauf Übernahm Alterspräsident Wahl. Schlitz, ten Vors.tz und vertagte, da sich die euv feinen Gruppen über die Wahl des Präsidenten noch nicht einig geworden waren, die Sitzung bis abends 6 Uhr. Bisher stellte die Recht« des Kirchentages ten Präsidenten Frei Herrn von Hehl. Da durch die Wahlen die Mitte eine Stimme Mehrh eit erlangt hat. fällt dieser die Aufstellung des Präsidenten zu. Als Kandidat galt Pfarrer D. Dr. Wa i tz. Darmstadt. Dagegen wurde jedoch von ten weltlichen Mitgliedern Einspruch laut, weil bereits als Leiter ter Kirchenregierung Prälat D. Dr. Diehl im Vorstand sitzt und ein weltliches Mitglied des Landeskirchentages als Präsident gewünscht wurde. Bekanntlich setzt sich der Kirchentag zu zwei Dritteln auS weltlichen und nur zu emem Drittel aus geistliche Mitgliedern zusammen. Da auch bis 6 Uhr unter ten verschiedenen Gruppen ielen soll. Die dumpfe und quälende Wirrnis von Empfindungen, in der das Mädchen umher- tappt, ohne den Ausweg zu finden, Sehnsucht. Angst, Liebe, Gehetztsein. Enttäuschung und Verzweiflung: dies alles war mit sparsamen künstlerischen Mitteln gestaltet. Arzdorf wirkt immer noch ein wenig zu anständig und sympathisch für die Intriganten, die er manchmal, wie hier, zu spielen hat. Aber Zurückhaltung ist in solchen Fällen immer besser als die dicke Pinfelführung. Und er hatte sich im übrigen mit viel Verständnis in die Figur des hundertprozentigen Tindestrich-Ameri- kaners hineingelebt. Eine recht tüchtige Leistung zeigte diesmal auch Knur, der den Klaus Lanz spielte: verhallen, knapp, gedämpft ohne störenden Beiklang. — Wuchtig und saftig, mit ausladenden Gebärden, stellte G a r e i S den wüsten Ruodi auf die Beine: eine recht glaubwürdige Figur (die nur in wenigen Augenb.icken mehr aus dem Bcrllner Scheunenviertel als aus dem Bergdorf hergcholt schien). 1900$ Verteidigung war zu weit aufgerüeft und der Torwart Brambach zu Fall gekommen. Bald darauf erhöhte der Gießener Halblinke durch scharfen Schuß unter die Latte auf 4:2. Dieser Erfolg wurde von Burg bestritten, obwohl der Ball regelrecht im Tor lag. Publikum in großer Anzahl drang ins S;iel, ein Burger Verteidiger wurde wegen wiederholter grober Unsportlichkeit vom Platze gestellt, damit begannen die Tätlichkeiten, woraus 6a5 Spiel unter den vorher geschilderten Umständen beendet wurde. Burg spielte von Anbeginn an unfair, der Schiedsrichter mußte fortgesetzt Strafstoß über Strafstoß gegen Burg diktieren. Den Schiedsrichter tri]ft keine Schuld. Er tat alles, um das Spiel unter Dach und Fach zu bringen. Die 1900er konnten sich zum größten Teil nur unter allgemeiner Flucht in Sicherheit bringen und genossen später den Schutz des benachbarten Svort- DcrcinJ Herborn. 1900s Reserven siegten über die zweite Mannschaft 5)i,Tenburg3 hoch mit 6:2 Toren (Halbzeit 3:1). Dillenburg gab einen sehr starken Gegner ab, hatte aber das Pech, die Dlauweißen in Hochform anzutressen. Fußba ttlub 1926 Großen-Buseck. Großen-Buseck I — Daubringen I 2:2. Zwei gleichwertige Gegner, die sich einen sportlichen Kampf lie erten, te.lien sich in gerechter Weise die beider Punkte, genau wie im Vorspiel. Großen-Buseck konnte zweimal durch Elfmeter von Schneider in Führung gehen, aber Immer wieder erzwang sich Daubringen den Ausgleich. Durch einige Ersatzleute waren beide Mannschaften sehr im Aachteil, und sie zeigten lange nicht die Form, wie man sie von ihceen gewöhnt ist. Das Spiel leitete Eifer 1900 Gießen. Das Spiel der zweiten Mannschaft wurde wegen des vereisten Platzes in Queckborn nicht ausgetragen. ArbeiLer-Turn- und Sporibund. Watzenborn I.—Butzbach I. 7:4 (4:1) Ecken 4:1. Am Sonntag hatte Watzenborns I. die gleiche von 'Butzbach zu Gast. Soso"' nach Anstoß entwickelte sich ein sehr flottes Sviel, das Watzenborn bis zum SM-et ohne Hliut n. Graten Pid. 40 -U Si.ne.ihonig nütanticit rem, ein 'Biö.s las 1.35 rrunftyonig MS.-Vaker 45 — Tee --- chin. Souckong- l'tt- fchung 1 * Pid. 1.00 liaffrc heute tttfch ncrniiet 1 Pfd. 2. 0 HchÄteiSüh Llebigür."l,Tel.!6A Gut und billig! k tuten Sie wMmck Leihbinden FWÄi'liLD Eetialir im 0282 Reformhaus Kreuzplatz 5. 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W LH bula-:6 K:? •Ux Nr. 25 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch. 7y. Januar Jugend und Hochschule namenilK» gründe liegen Sie deutschen technischen Hochschulen bieten ein ähnliches 'Bitt’. Hier hat sich die Zahl der männlichen Studierenden beinahe verdoppelt, die der weiblichen mehr als verneunfacht. Dafür scheint _ nunmehr ein Stillstand eingetreten zu sein: während in den letzten drei Jahren die Zahl der weiblichen Studierenden.an den technischen Hochschulen noch im Steigen, war. ist die ihrer männlichen Kommilitonen etwas zurückgegangen. An den Universitäten ist dagegen von einem Abflauen des Ansturms, noch nichts zu.merken, ja, er fällt zum größten Seil gerade in die soeben genannten drei 8ahre und zählt hier etwa 23622'Köpfe. Dabei weisen dic Studenten einen Zugang von etwa d3 Prozent auf. und die Zahl der Studentinnen hat sich sogar verdoppelt. An dieser Zunahme sind im wesentlichen die folgernden Siud.enfLHer beteiligt: Rechts- und Slaatswissenschaften. alte und neue Philologie. Mathematik und Aatur- wissenschaften, allgemeine Medizin. Zahnheilkunde und evangelische Theologie. Währmd Kameralia und Landwirtschaft sowie Chemie zurückgegangen sind Otun rührt allerdings ein Teil dieser Steigerung daher, daß die Zahl der 18- bis 32jähriien. auö denen sich die Studierenden größtenteils rekrutieren, durch die Volkszählung von 1925 als Oer rechte Mann am rechten platz. Berufsberatungsstellen an allen HZ-ereu Schulen! - Das Aerzteproletariat. Geistige Arbeit geschäht, ober nicht bezahlt. - Warnung vor dem Stuömm. Von Heinrich Gührmg. Zur Frage der gemeinschastiichen Erziehung. Von Dr. Martha Resch. Seit der Revolution steht die pädagogische Bewegung unseres Vaterlandes im Zeichen der Reformen und Reuerungen, die in fast alle Gebiete unseres Schulwesens einschneidend erngr'ffen: Reformen, die auf eine bessere Ausbildung der Schüler abzielten, eine verfeinerte Methode, einen den neuen Zeitsorderungen entsprechenden Lehrplan verlangten, wurden begonnen. Reformen, die Fragen der Schulorganifatwn oder die Schäftung neuer Schulgattungen und -typen ms Auge faßten, Resormen, die eine bessere Vorbildung des Lehrers erstrebten, folgten und all daS. was man zunächst theoretisch mit Energie verfocht, wurde a'.s'ald durch praktische Deiche und Experimente verschiedenster Art auf Ruhen uiu) Erfolg hin von der Lehrerschaft geprüft. Bisweilen kam dadurch eine gewisse Unruhe in manche Schulbetriebe hinein, und so entstand bei einem Teil der Elternschaft und der breiten Oefsentlichkeit. die der neuen Bewegung größtenteils fremd und unwissend gegenuberstand em gewisses Mißtrauen oder wenigstens erne starke Zurücks,a. tung bestimmten schul.schen Reuerungen ^ffgfaube, in die Zahl dieser pädagogischen Reuerungen, die noch heute einer ab.etznmden Sinstellung von feiten vieler Eltern begegnen, gehört auch der Versuch der Koedukation, der Versuch einer gemeinsamen Erziehung der Geschlechter, wie er in den letzten -fahren z. S. an einigen Hamburger Staats chulen ausgeführt wor- ist. Wenigstens zeigt sich bei Befragung der Eltern, ob sie ihr Kind m eine reme Xnav’^ bAto. Mädchenklasse oder in eine gemi.chte Klalk schicken wollen, daß im allgemeinen der neuen Sache nicht volles Vertrauen entgegen gebracht wird Es du s e deshalb loh.wnLie or ige der Koe- dukaiion emmai vom Laien.tandpun.l aus zu ve- leuch'en und aus die G-fande emzugehen, die den sicher nicht zufälligen Bedenken der Eftern zu- Den jungen Leuten, die jetzt in allen höheren Schulen' Deutschlands in Examensnöten sitzen, steht nach bestandener Reifeprüfung die schwerste Entscheidung ihres Lebens bevor: sie sollen einen Beruf wählen. Wenn sie sich ratsuchend an die zuständigen Stellen wenden, die ihnen über die Aussichten im akademi- schenErwerbsleben Auskunft geben sollen, so werden sie — auf eine knappe, paradoxe Formel gebracht — etwa folgende Ansichten zu hören bekommen: es ist am besten, überhaupt keinen derartigen Beruf zu ergreifen, weil sie alle überfüllt sind. Die Achtung vor der geistigen Arbeit, die tief hn deutschen Volkschuralter liegt, hat zwar einen gewaltigen und noch ständig steigenden Andrang zu den akademischen Berufen mit sich gebracht, doch nicht ausgereicht, um die- fern Heer geistiger Arbeiter auch eine ausreichende wirtschaftliche Existenz zu verschaffen. Die Uni- versftäten und die höheren Schulen sind überfüllt; aber niemand kann sagen, wie die höheren Schüler und Studenten in einigen Fahren, wenn sie erst den ersehnten Doktortitel sichren dürsen, ihr Brot verdienen sollen. Das Schlagwort vom „geistigen Proletariat" gewinnt immer mehr Berechtigung. älm die Schüler, die nach dem Empfang chreS Abgangszeugnisses meist durch irgendwelche Zufälle in einen Beruf gedrängt werden, rechtzeitig mit den wirtschaftlichen Aussichten und den intellektuellen Voraussetzungen für ihr zukünftiges Arbeitsgebiet bekanntzumachen. hat die „Deutsche Zentralstelle fü r D e r ufs- Beratung der Akademiker E.V. fünf* und achtzig Merkblätter für Berufsberatung herausgegeben, von denen etwa dreißig erst in der allerletzten Zeit erschienen sind. Wie Regierungsrat Dr. Josef Diel in einer längeren hinter* reöung mitteilte, ist diese Zentralstelle vor mehr als zehn Jahren durch Zusammenarbeit des Akademischen Hilfsbundes und des deutschen Studentendienstes 1914 entstanden. 2m August 1918 sand in Berlin ein Derufsberatungskursus statt, an dem 400 Oberlehrer aus dem Reich teilnahmen. Bald darauf stellte die Demobilisation des deutschen Heeres die Berufsberater vor eine außerordentlich schwere Aufgabe; es galt, vielen Hunderttausend unentschlossenen jungen Soldaten literarisch-ästhetischen Gebieten und sprachlichen Studien zugut: kommen. Hier sind die Mädcyen deshalb Den Knaben im allgemeinen voran. 3n den deutschkundlichen Fächern können sie namentlich im Alter von 12 bis 18 Jahren, wo sie durchschnittlich eine größere Reife als der gleichaltrige Knabe zeigen, den gemeinsamen Unterricht beleben und fördern, anspornend und anregend wirken. Auf naturwissenschaftlich-technischem Gebiet läßt sich in umgekehrter Richtung eine unterrichtliche Ergänzung der Geschlechter beobachten. Die Knaben sind, weil sie von Ratur aus em viel stärkeres Interesse für diese Wissenszweige mitbringen, den gleichaltrigen Mädchen meist überlegen. Ausgleich ter Interessenunterschiere innerhalb der Klassengemeinschaft und als Folge davon verstärkte Arbeitslust, gesunder Wetteifer, lebhafter Rhythmus und frisches Tempo bei der Arbeit, darin liegt m. E. der Hauptgewinn der Konstruktion. Und wie steht es nun mit der Erziehungsarbeit in gemischten Klassen? Ist sie wfaklich so viel schwieriger als in reinen Knaben- oder Madchcn- llassen? Ich glaube mit „nein" antworten zu sollen, denn nach meinen Beobachtungen und Erfahrungen tritt die SelbsterzieZung der Jugendlichen untereinander in Koedukationsgruppen stärker in Erscheinung als in anderen Klassen. Die gegenseitige Beeinflussung ist eben inten i. er. was ja auch bei Geschwistern zu bemerken ist, wenn Knaben und Mädchen zusammen sind, als werrn entweder Knaben o.er Mädchen unter sich bleiben. Dem Lehrer aber wird durch diese wechselseitige Einwirkung, durch diese meist vollstanDig unbewußte Crziefamgstätigleit manche mühselige Kleinarbeit erspart. Doch man hat behauptet, daß diese Peein- flussung ein teilweises Aufgaben oder em Zuruck- drängen der geschlechtlichen Eigenart herbeifuhren könne. Ich glaube, diese Befürchtung ist nur begründet, wenn wenige Mädchen,in_ Knaaenklaisen sind. Entweder fühlen sie sich gedruckt und beengt oder sie nehmen ein wenig vermännlichtes Wesen am Aehnliches gilt für Den umge.eprten SaU. Die Knaben können dann leicht ernt gewisse Schlaffheit und weichliche Art gleichmäßiger Zusammensetzung der Klassen hingegen Traumblld von seinem zukünftigen Wirkungs- gebiet mit der harten Wirklichkeit verglichen hat, der wird es gewiß begrüßen, daß Der jungen Generation rechtzeitig ein klares, den Tatsachen entsprechendes Bild von den Bedingungen entworfen wird, unter denen sie nun einmal arbeiten muß. Die Merkblätter sind von Autoritäten verfaßt, das Heft über den Volkswirt ist z. B. von Professor Schumacher geschriebem Um so trostloser wirkt, was diese Autoritäten den jungen Leuten zu sagen haben, die jetzt um das Reifezeugnis kämpfam Man erfährt da z. B., daß die Rechtsprechung und die maßgebende reichsgerichtliche Auffassung dieStellungdes Arztes als Gewerbetreibenden ablehnen und sagen, „her Arztberuf sei nicht die Betätigung einer wirtschaftlichen Kraft, sondern Aerzte wic Anwälte seien Träger geistiger Kräfte im Dienste des Gemeinwesens . Der Verfasser des Merkblattes fügt hinzu: „Wer Arzt werden will, muß den starken inneren Drang und die echte Berufung zum Heiser der Menschen in sich fühlen, oder er wird über kurz oder lang in seinem Beruf genau so unglücklich werden, straucheln oder stranden, wie der Geistliche, ber ohne starke innere Eignung, nur von wirtschaftlichen Gründen geleitet, sich diesem Beruf zugewandt hat. Wenn em junger Mensch nun Idealist genug ist, sein Leben einer so großen Sache weihen zu wollen, so belehrt ihn das Heftchen aber weiter, daß die ärztliche Ausbildung mit ihren zahlreichen Pflichtvorlesungen und ihrer mehr als sechsjährigen Tauer die teuerste unter allen akademischen Berufen ist. Die Gesamtausbildung deS praktischen Arztes dauert im geringsten Falle 6i, 2 Jahre, der Facharzt braucht je nach dem gewählten Fach, mindestens 9Vs &i8 lO’/s Jahre. Das Studium selbst ist so anstrengend, daß keine Zeit für Rebenerwerb übrig bleibt Hat man eß beendet, so findet man wegen allzu großen An-» dranges auf Jahre hinaus keine Beschäftigung^ Die Bruttoeinnahmen der Aerzte, von denen etwa 32 Prozent für Unkosten abzuziehen sind, bleiben bei mehr als der Hälfte unter 4020 Mw jährlich, und ein weiteres Viertel verdient biß zu 8000 Mark, Um sich niederzulassen, muß man aber nach Beendigung des Studiums noch einige, tausend Mark besitzen, denn eine vollständig^ ärztliche Ausrüstung sowie das Mobiliar für Sprechzimmer und Wartezimmer sind teuer. Dennoch ist der Andrang zum Studium der Medrzm sehr groß. Man weiß, daß es den jungen Rechtsan- toälten in ber Regel nicht gtt geht. Heber den weiblichen Anwalt schreibt Är. Marie anunk. daß eine Frau sich in einem freien juristischen Beruf wesentlich schwerer durchsetzen werde als ein Mann, da sogar die Frauen in ihren eigenen Angelegenheiten noch in sehr erheblichem Maße männliche Beratung fachem Daß es sehr viele stellungslose Volkswirte gibt, ist bekannt Wird ein volkswirtschaftlicher Poften ausgeschrieben, so laufen stets ungeheuer viel De-, Werbungen eim Andererseits meint Professor Schumacher, daß nur das Angebot an vvlkS> wirtschaftlichen Dilettanten groß sei; Männe^ die etwas können, werden in allen Berufen uns also auch unter den Oekonomisten gesucht. 66 galt bisher als feststehend, daß dem Technip ter die Zukunft gehöre; aber Professor latj schoß schreibt warnend: .Der Überaus groß« Andrang der studierenden Jugend zum technischer« Berus läßt für die Zukunft nichts gutes et* hoffen. Werden wirklich hervorragende Ingenieure zu allen Zeiten gesucht bleiben und eu® gutes Auskommen haben, können die Aussichten für die durchschnittlich Begabten nur als fchlM bezeichnet werden." Man sollte annehmen, daß nur verhältnismäßig wenige Leute sich dchnl' entschließen, nach dem Abiturium noch eine achfa jährige Ausbildung durchzumachen, um ßanb-» Wirtschaftslehrer zu werden. Tatsach-. lich ist der Andrang sogar zu diesem Beruft recht groß, die Zahl der Stellen demgegenüber, beschränkt, so daß man ihn gegenwärtig alS, überfüllt bezeichnen muß. Aehnlich sieht eS inj den meisten Berufen aus. Der Einblick in die finden sie stets bei ihren Kameraden Stütze und, Schutz für ihre spezielle Eigenart, sowie die Wäd-j chen ihrerseits bei ihren Mitschülerinnen, und sr» können sie sehr wohl weiblich und mädchenhaft bleiben, auch wenn sie jahrelang mit Knabe» zusammen auf der Schulbank sitzen. Ein toeiterer Erziehungssaftvr der Koedukation soll nicht unerwähnt bleiben. Das dauernde Zusammensein! von Knaben und Mädchen bedingt ein genaue#] Kennenlernen untereinander auch in den Leistun- gen. Hnb gerade dadurch wird Flirt, der in den! letzten Schuljahren leicht zu einer gewissen Gefahr werden könnte, stark eingedämmt. Man! sieht von Knabenseite aus in dem Mädchen niW nur das andersgeartete Wesen, eben das Wad-! chen, sondern zugleich die Kameradin, die Mttj schülerim Das Gemeinsame tritt stark tn Dert Vordergrund, und von Mädchenseite aus ist es ähnlich. Das Zusammensein mit den Knaben ßafi durch die Gewohnheit an Reiz und Anz egungS-i traft verloren und damit auch an Gefahr. Ratur- lich wäre cs falsch, die Bedeutung der Koeduka-^ tion überschätzen zu wollen Immerhin Hoffa ich gewisse Dedenlen aus ßaienlreifen gegen ffa entkräftet zu haben Die Koedukation ist selbst-, verständlich lein Allheilmittel gegen jugendlich« „Liebeleien", wohl aber ein gewisses Vorbei^ gungßmittel. Schlechte Elemente können natuiN lich in Koedukationsklassen sich sehr Verhängnis-', voll — vielleicht verhängnisvoller als in andere» Klassen — auswirken Aber das sind Ein^lfalfai die nichts gegen die Sache der Koedukation a» sich sagen, die nach meiner, Erfahrung bei now mal veranlagten und natürlich empfindenden Jugendlichen keine sittliche Gefahr in sich birgt Schließlich ist die Koedukation, wenn man sie in die übrigen menschlichen BildungsPrvblemS einreiht, die beste Vorbereitung fürs Leven, wo man niemals die geschlechtliche Dif । erenzierung alles Werdens und Geschehens wegleugnmi kann, und wo immer männliche und weibliche EtnsiUss« und Elemente zusammenwir.en undfai> ausj einandersetzen, und von die.em Ge,ichtspunkt auL wächst die Koedukation weit über den Rahme« einer bloß schulischen Einttchtung hrnaus unß wird zu einer der wesentlichsten Aufgaben alle» menschlichen Erziehungsarbeit. des unterrichtlichen Fortkommens ihrer Kinder in gemischten Klassen, wo ja zweifelsohne das Rek^neinander von Knaben und Mädchen und ihre Begabungsdifferenzierung dem Lehrer neuartige methodische und erzieherische Maßnahmen vorichreibt Andererseits fürchtet man die Gefahren und schädlichen Einflüsse, die auf sittlichem Gebiet hervortreten können Wie verhält es sich nun mit diesen Befürchtungen in der Praxis, natürlich vorausgesetzt, daß man den Unterricht in Koedukationsklassen nicht so organisiert, daß wenige Knaben bzw. Mädchen mit einer größeren Anzahl von Mädchen bzw. Knaben zusammen unterrichtet und erzogen werden, sondern so, daß die Gruppe un ungefähr gleichen Verhältnis aus Knaben und Mädchen zusammengesetzt wird. Unter dieser Voraussetzung ist ein gemeinsames Arbeiten und Forkschreilen in den verschiedensten Unterrichtsfächern durchaus möglich. Wohl sind Unfar- schiede in der Begabung und, was vielleicht noch wesentlicher ist, in den Interessengebieten zwischen den Geschlechtern vorhanden. Der Knabe ist im allgemeinen stärker sachlich intereijim, tag Mädchen mehr persönlich. Die reinen Be- gaöungsunterschiede dagegen sind innerhalb der Geschlechter sehr viel größer als zwischen Knaben einerseits und Mädchen aubererfeitg. Das durste auch durch die neueren Psycholog.scheu und Pädagogischen Forschungen, die sich auf eine große Qln ahl praktischer Versuche stützen können, einwandfrei festgestellt sein. Ich erinnere 3.'S. an die Experimente von Cohn und Dieffen- bacher und an die Untersuchungen der Internationalen Mathematischen UntrrrichtSkommission. die sich auf das vielumstrittene Köpfte! der mathematischen Begabung bei Knaben und chen beziehen, und zu dem Ergebnis kommen, datz ein prin'ipieller Unterschied nicht bestehe. Es ist ganz allgemein so. daß den Anlage- Vorzügen des Knaben: streng sachliche Einstellung zum Unterrichlsgegenstand beim Mä^chea andere aeaenüberstehen, die nicht gleichartig. wo.)l aber gleichwertig llnd. In erster Line waren zu nennen die stärkere Cinfühlungsfahigkeit. die persönliche Bewertung, die größere sprach ich? Ee- Aufklärung über die wirtschaftlichen Existenz- möglichkeften zu geben. Ende 1918 wurden daher mit Unterstützung der Behörden die ersten Merkblätter herausgegeben Seitdem hat die Arbeit der Zentralstelle manchmal eine Unterbrechung erfahren; aber es ist doch gelungen, durch den Ausbau der Merkblätter das Fundament für eine großzügige Aufklärungsarbeit zu schaffen und damit den jungen Menschen eine hervorragende Möglichkeit zu bieten, sich schon auf der Schulbank einen Ueberblick über die weitverzweigte berufliche Gliederung der geistigen Arbeit zu verschaffen Welcher junge Mensch, der Jura und Rationalökonomie studieren will, weiß zum Beispiel, D?ß er nach diesem Studium nicht nur Dichter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt. Diplomat. Derwaltungs- beamter, beratender Volkswirt oder Journalist werden kann, sondern daß es heute auch Parlamentsbeamte, Sozialbeamte, Gewerkschaftsbeamte. Dersicherungsbeamte gibt, für die ein solches Studium unbedingt anzuraten ist. 2n 24 Heften kann man sich sowohl über die erwähnten Berufe wie über die Aussichten des Buchverlags-Redak- teurs, des Handelslehrers, des Statistikers, des höheren Reichsbahnbeamten usw. unterrichten. 23 Berufe stehen dem Technfter und Raturwisien» schaftler offen. Ganz neu sind die sechs Hefte über Frauenberufe; um der Ueberbewer- tung der geistigen Arbeit entgegenzutreten, sind jetzt auch vier Merkblätter über den Handwerker, den industriellen Facharbeiter, den Werkmeister und den technischen Angestellten mit Fachschulbildung erschienen. 300 000 Exemplare dieser Merkblätter sind von der Zentralstelle an die 2500 höheren Lehranstalten Deutschlands kostenlos verschickt worden; sie sollen dort dazu dienen, unter der Leitung eines Dertrauenslehrers an jeder Schule eine kleine Berufsberatung s st e l l e zu bilden, die in Zusammenarbeft mit den regionalen Berufsberatungsämtern durch Vorträge und persönliche Aufklärung der einzelnen Schüler den Uebergang von der Schule zum Leben erleichtern wird. Wer sich entsinnt, durch welche Zusälle und unter wie falschen Voraussetzungen er selbst feinen Beruf gewählt hat. wer an die ersten großen Enttäuschungen zurückdenkt, nachdem er das großer festgestellt wurde, als sie bei der vorher- gegangenen Volkszählung im Jahre 1910 für das alle Reichsgebietgew:sen war. Dieses Wehr betrug allein für Preußen fast i, 2 Million. Aber selbst wenn man die hierdurch bedingte Korrekfar bei dem Zuwachs an Studierenden berücksichtigt, sollte deren Zahl doch jedem Berufsberater und jedem Abiturienten sehr zu denken geben. Diese Andeutungen lassen kaum ahnen, welche Fülle soziologischer Deziehun'en in den Zahlenreihen der ^Deutschen Hoch'chulstalistik" verborgen liegt. Darüber hinaus will aber die „Deutsche Hochschulstatistik" ganz besonders praktischen Zwecken dienen. Die deutschen HoHichulverwaltun- gen streben den Ausbau der Statistik vor allem auch in der Absicht an, »der Berufsberatung" unentbehrliche Unterlagen darzubieten und den höheren Schulen AufÜärungsmaterial in die Hand zu geben. Jede staatliche und die meisten nicht staatlichen Lehranftallen beziehen das Werk, das halbjährlich, und zwar noch vor Beginn des neuen Semesters erscheint. Rechtzeitig befragt, etwa in Arbeitsgemeinschaften der Abiturienten und ihrer Lehrer, gibt es den angehenden Studenten und Studentimicn ins einzelne gehende Antworten über Andrang und Berufsaussichten, Schwierigkeiten und Möglichleften, — ein unentbehrlicher Berater bei der Berufswahl. Dr. M. Die deutsche HochschuWistik Es kann als ein bedeutsames Ereignis im deutschen Hochschulwesen angcs.hen werden, daß sich im Frühjahr des vergangenen Jahres in aller Stille eine nach einheitlich-n Grundseyen geregelte Zusammenarbeit aller deuts chen Hochschulverwaltungen mit dem Ziele bet regelmäßigen statistischen Erfassung und Au - Wertung der Frequenzverhältnile an den deutschen Hochschulen organisiert hat. Das Feld dieser Zusammenarbeit sind die sämtlichen deutschen Hochschulen, chr Ausdruck ist die ^Deutsche Hochschul st atistik*) Rch umfaßt sie bisher nicht die Dozenten. Roch nie vorher ist aber auch nur annähernd in solcher Vollständigkeit ein so weit chichtiges, seingeg'ied:rtes Zah enw:rk über die Studierenden vorgelegt worden, sei es daß sie an Universitäten, sei eS an technischen, sorstlichcn, landwirtschalllichen, terärztihen. philosophisch theologischen und Handelshochschulen an pädagogischen und Bergakademien immatrikuliert sind. Aus Grund einer für sämtliche deutschen Hochschull fader gültigen Zählkarte für Studierende sind sie nach einheitlichem Plan erfaßt In die Zukunft weist die Tatsache, daß die Gesamtübersichtcn aus dem ersten dieser Berichte, der soeben sür das Sommersemester 1928 erschienen ist. den Teilnehmern an der Hochschul- konferenz in Villach im September dieses Jahres als Sonderdruck überreicht worden find. So verwirrend die Menge von mehreren hunderttausend Zahlen zunächst wirkt, so schnell finöet sich der Benutzer dank chrer durch ichtlgen Anordnung in ißnen zurecht. Sie sind sowohl für jede Hochschule gesondert, als auch nach Landern und für das Reich zusammen gefaßt, und zwar nach den mannigfachsten Gesichtspunkten, wie: Lebensalter. Studienalter. religiöse Zugehörigkeit. Vorbftdung, Derufsziel, gegenwärtige Staatsangehörigkeit, nach gegen Entgelt aus geübter Beschäftigung und nach Beruf und De- rufsstellung des Vaters. Vergleichszablen aus den Jahren 1924/27 und 1911/12 bilden eine wertvolle Ergänzung Welchen Zwecken kann nun diese Hochschul- statistik. die am Schluß jedes Semesters erscheint, nutzbar gemacht werden? Ein paar Beispiele mögen aÖ Antwort dienen. Täglich wird, und zwar von allen Berufs- Vertretungen, geklagt, daß der Andrang der Bewerber beängstigend wachse. Das einfachste Wittel aU deren Abwehr bietet sich scheinbar in der Einführung efaes Berechtigungszwanges. so wenn, wie es kürzlich vorgekommen ist. eine Schuhmacherinnung von ihren Lehrlingen statt abge- schlosiener Dol sschulbildung Ober ekun'a-Rel^ verlangt ober für andere Laufbahnen statt Prima- Reife das Abiturium gefordert wird. So wird Die Abwehr in gewissem Maße zwar erreicht. Die Folge ist aber eine wachsende Ueberfullung der Hochschulen, insbesondere der Universft^ten. Wer nämlich die Obersekunda erreicht haft arbeitet sich schließlich auch zur Reifeprüfung durch, und wer diese hinter sich hat, will aufs Studimn nicht verzichten, selbst wenn er vorher nicht daran gedacht hat. Die Zahl der Studierenden wächst unheimlich. Heber 53 000 allem auf den deutschen Universitäten im Sommersemester 1928, nämlich 71270 männliche und 12 0p2 weibliche gegen rund 55 002 (52 654 männliche und 2464 weibliche) im Sommersemcster 1911: das ist Warnung genug, zumal sich die Zahlen von 1911 auf das alte Reichsgebiet beziehen. Auch für die Studenli men gilt diese Warnung; denn wenn sie auch in Preußen erst 1903 immatrckulat.onsfahig wurden und sich ihre starke Zunahme hum Teil aus der dadurch gegebenen Eröffnung vieler Be- rufe erklärt, so ist doch eine Vermehrung um etwa 500 Prozent entschieden ungewöhnlich. * Deutsche Hochschulstatistik. Mit textlichen Erläuterungen und graphischen Darstellungen. Herausgegeben von den Hochschulverwaftungen. Sommerhalbjahr 1928. Struvpe & Wmckler, Berlin 1928. 4 Lage der Akademiker, den man auf dem Umtoeg über die Berufsberatung bekommt, ist entmuti» gend. Die einzige Fakultät, die nicht vor dem Studium warnt, ist die theologische, und zwar ohne älnterschied der Konfession. Den zukünftigen katholischen, protestantischen und jüdischen Geistlichen wird das Studium Wohl stets ermöglicht, selbst wenn sie oder ihre Familie über kein Geld verfügen, und sie stehen auch nicht wie die anderen Akademiker unmittelbar nach der Beendigung ihrer Ausbildung vor verzweifelten Entschlüssen, um sich in den ersten kritischen Fahren „durchzuschlagen". Oberhessen. Landkreis Gießen. X Wiefeck, 29. Fan. Die zweite Licht- bildmissions stunde dieses Winters brachte am Sonntag unserer Gemeinde in 66 guten Aufnahmen ein sehr anschauliches Bild über ..Japan und das Christ entu m". Das Volksleben in Japan, die Schönheit dieses Landes, feine Religiosität und die Arbeit der Ostasienmission wurden gezeigt und die Bilder vom Ortsgeistlichen erläutert. —Klein-Linden, 29. Jan. Das Provinzialfest der Oberhessischen Posaunen chöre wird in Verbindung mit dem 7 5. Jubiläum des hiesigen Posaunenchors im Monat Juni in unserem Orte ab» gehalten. Der Posaunenchor Klein-Linden ist der älteste Kirchen-Bläserchor des Hessenlandes. * Leihgestern, 29. Jan. Der Krieger- be r e in „Hafsia" veranstaltete am Samstagabend im Gasthaus „Zum Löwen" fein alljährliches Wintervergnügen. Der Vorsitzende Jäger hielt die Ansprache. Er wies auf die Aufgaben der Kriegervereine hin, gedachte der Opfer des Weltkrieges und forderte, daß unser Volk einig, treu-deutsch und unserem Vaterland zu dienen jederzeit bereit sei. Fräulein Tilli Heh, das Töchterchen unseres Heimatdichters, sprach einen sehr schönen Prolog. Zwei Einakter wurden flott gespielt. Gemeinsame Lieder, lebende Bilder und Musikstücke, letztere angeführt von ehemaligen Militärmusilern, verschönten den Abend. Für die Jugend schloß sich Tanz an. V Mainzlar, 29. 3an. Die Holzhauerarbeiten in unserem Gemeindewald sind dieser Tage beendet worden. In zwei Rotten waren die Leute feit Anfang Dezember beschäftigt. Geschlagen wurden im ganzen über 700 Festmeter, darunter eine größere Menge Eichenstämme und Duchenscheitholz. Die Versteigerungen dürsten in der nächsten Zeit schon erfolgen. f Treis a. d. L d a., 29. Jan. Dieser Tage hielt Pfarrer Waldeck (Darmstadt) einen Lichtbildervortrag über die Arbeit des El'sabethenstiftes zu Darmstadt. Zu Ehren- kirchenvor st ehern wurden vom Kirchenvorstand die wegen hohen Alters von ihrem Amt zurückgetretenen Kirchenvorsteher Philipp Amend III. und Joh. Heinrich Wolf, unter äleberreichung einer künstlerisch ausgeführten Ehrenurkunde, ernannt. Ersterer gehörte 40, letzterer 30 Jahre ununterbrochen dieser kirchlichen Körperschast an. — Der Gesangverein .Liederkran z", unter Leitung von Konzertmeister Ricolai (Großen-Buftck) feierte am Sonntag mit Konzert und Theateraufführung in Wilks Saal seinen diesjährigen Familienabend, der in allen Teilen woh^gelurmen war. -I- Grünberg, 29. Jan. Bei der gestern ab- gehaltenen zweiten großen Holzversteige- r u n g, bei der wieder ausschließlich Brennholz, meist Buchen, zum Ausgebot kam, wurden anfangs noch höhere Preise erzielt, als bei der acht Tage vorher stattgefundenen Versteigerung, wahrend gegen Ende der Versteigerung die Preise etwas heruntergingen, so daß der Unterschied zwischen Anfangs- und Endpreis mehrere Mark betrug. Buchenholz kosteten je zwei Raummeter Scheiter 27 bis 35 Mark, Knüppel 24 bis 30 Mark, Stöcke 18 bis 24 Mark, ein Raummeter Astreifer 1,30 bis 1,50 Mark. Versteigert wurden an Buchenholz 310 Raummeter Scheit, 225 Raummeter Knüppel, daneben 421 Raummeter Reiser und 78 Raummeter Stöcke, daneben wurden noch geringe Mengen Fichten- und Kiefernbrennholz verkauft. * Grünberg, 29. Jan. Dem Gesangverein „S ä n g e r k r a n z" ©rünberg, der unter der Leitung des Ehormeisters Konrad Ricolai, Grohen-Buseck, steht, wurde der Auftrag zuteil, die Vorbereitungen zum Sängertag der R i c o l a i s ch e n Vereine für Anfang Wai zu treffen. Reben einem Massenchor, der von zirka 600 Sängern gesungen wird, singt jeder Verein zwei Chöre. Der Abend wird durch ein größeres Theaterstück und Tanz ausgefüllt. Ferner beschloß der Verein, im nächsten Jahr anläßlich seines 20jährigen Bestehens ein größeres Fest in Form eines W e r t u n g s s i n g e n s abzuhalten. Da der Verein sich öfters an Ge- fangswettstreiten beteiligt hat und weit über die Heimatgrenze bekannt ist, fo hofft man, daß es ein Fest von großer Bedeutung wird. Kreis Büdingen. I ßifober g, 29. Jan. 3m Saale der Wirt- fchast Ries hielt der hiesige Raisseisen-, Spar- und D a r l e h e n s k a s s e n v e r e i n seine diesjährige Generalversammlung, verbunden mit einem Familienabend, ab. Die vom Derbandrevisor Klein aus Frankfurt vor- getragene Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr 1928 spiegelte die sehr günstige Entwicklung wider, die der Verein dank feiner umsichtigen und rührigen Verwaltung genommen hat. Der Gesamtumsatz betrug über 300 000 Mark, der Reingewinn mehr als 1400 Mark, die Gesamt- Höhe der Spareinlagen fast 45 000 Mark. Der gesamte Reingewinn wurde der Reserve ^zuge° führt. Rach Erledigung des geschäftlichen Teiles hielt Lehrer Sauer, Ober-Lais, einen mit lebhaftem Interesse aufgenommenen Vortrag über die Geschichte Litzbergs und feiner Bewohner in vergangenen Jahrhunderten. Während des gemütlichen Teiles gab es vom Verein gestifteten Kafsee, Kuchen und Brötchen. Auch Geschenkdüten konnten den Mitgliedern noch aus- gehändigt werden. I Ober-Lais, 29. Jan. Der hiesige Sportverein veranstaltete am Sonntag im Saale des Gastwirts Werner einen Theaterabend. Zur Ausführung gelangten drei Einakter, die flott gespielt wurden und reichen Beifall fanden. Ball schloß sich an, bei dem die hiesige Musikkapelle aufspielte. Kreis Schotten. 7 G e ö e r n, 28. Jan. Es schweben hier zur Zeit Verhandlungen über den Qleubau eines Postamtes. Die seitherigen Amtsräume im Hause des Zahnarztes Mehring genügen nicht mehr dem gesteigerten Verkehr, wie auch das Fehlen geeigneter Schuppen und ilnterftellräume als Mißstand empfunden wird. Das neue Post- gebäude soll auf dem „Brühl" erbaut werden und möglichst bis zum Herbst vollendet sein. ld. E i ch e l s a ch s e n, 28. Januar. Die erste Holzversteigerung dieses Jahres hatte nicht den starken Steigererzustrom früherer 3ahre zu verzeichnen. Tie erzielten Preise standen daher den vorjährigen etwas nach. Trotzdem sind diese für unsere waldreiche Gegend noch reichlich hoch und nur infolge geringer Holzfällung in den überhauenen Wäldern zu erklären. Es toueten je Raummeter: Buchenscheiter 13 bis 16 Mk., Buchenknüppel 9—13 Mk„ Buchenast- reifig 1—1,50 Mk., Buchenstöcke 12 Mk., Eichenknüppel 6—7 Mk. Kreis Alsfeld. 6-* Alsfeld. 28. Jan. Der hiesige Orts- gewerbeverein hielt dieser Tage unter dem Vorsitz des Glasermeisters Ernst L e n t h im Gasthpus zum „Mainzer Hof" eine Versammlung ab, die sich hauptsächlich mit der Schaffung einer Alters- und Rentenversi ch'e rung für das selbständige Han'w:rk und die Ait^rsur terstü zung für über 65 Jahre alte Handwerksmeister befaßte. Bei dieser für den Handwerkerstand sehr wichtigen Frage handelt es sich darum, ob dieser Zweck auf dem Wege einer freiwilligen Versicherung oder auf dem Wege einer Zwang ^Versicherung erreicht werden soll. Hierzu liegen bereits eine Reihe von Vorschlägen aus verschiedenen Handwerkskammerbezirken vor, auf Schaffung einer besonderen Reich izwangsver icherung für das Handwerk. Rach eingehender Aussprache lehnte die Versammlung einstimmig jede zwang 3- mäßige Versicherung ab, da sich eine solche Versicherung nicht mit dem Charakter des Handwerkers als selbst"nd'g r Antern h . ee verträgt. Der weitere Plan, daß alle über 65 Jahre alten Handwerk meister, die durch die Inflation in Rot geraten sind, durch einen von der Handwerkskammer angefammelten Fonds unterstützt werden sollen, fand al'gemeine Zustimmung. Der Ankauf eines Grundstückes, welches an das Besitztum des Ortsgewerbevereins angren t. zum Zweck einer späteren Crw:iterungsrn"gttchkttt der Gewerbeschule, wurde sodann befürwortet und eine Kommis ion mit Führung der Kaufverhandlungen beauftragt. Für die Monate Februar und März sind Don" feiten des Vereins zwei Vorträge vor- gefehen, und zwar über „Reue Wege der Pro- duktionssörderung" und über" „Die Grundlagen der modernen Berufsberatung". Die Vorträge werden mit Lichtbildern auSgeftattet fein. Der Vorsitzende schloß die anregend verlaufene Versammlung mit der Aufforderung, den Gewerbeverein immer mehr zu unterstützen, da der Handwerkerstand einsehen müsse, daß ohne Zusammenschluß auf wirtschaftlichem Gebiete nichts zu erreichen sei. Wirtschaft. Oie Arbeitslosigkeit nimmt weiter zu. Auch in der ersten Hälfte des Januar ist die Zahl der unter ft ügien Arbeitslosen nicht unerheblich gestiegen. Die besonders große Zunahme der männlichen Unterstützten läßt daraus schließen, daß ein wesentlicher Teil der Steigerung auf das Darniederliegen der Außenbetufe zu- rückzuführen ist. Daneben machen sich aber die Wirkungen der abgleitendcn Konjunktur bemerkbar. Die Zahl der Unterstützten in der Arbeitslosenversicherung belief sich am 15. Januar auf 2 029 000 gegenüber 1 702 000 am 31. Dezember 1928. Die Steigerung in diesen 14 Tagen umfaßt rund 327 000 Personen (19 Prozent). * * Aus der K u n st s e i d e i n d u st r i e. Zu Meldungen über eine Verständigung mit der ausländischen Kunstseidenindustrie, insbesondere mit der Soie de Chatillon, erfährt WTB.-Handelsdienst von maßgebender Seite, daß gegenwärtig überhaupt keine Einigungsvcrhandlungen stattsinden. Die deutsche Kunstseldenindustrie verharrt nach wie vor in ihrer Abwehrstellung gegenüber der ausländischen Konkurrenz, und wartet den Erfolg ihrer Preismaßnahmcn, die bekanntlich zur Aufgabe einer festen Preisstellung seitens der deutschen Kunstseidenkonvention geführt haben, vorerst ab. Sie hat daher, zumal auf dem Jnlandmarkt eine erfreuliche Belebung des Absatzes eingetreten ist, und die Preise sich gegenwärtig nach Angebot und Nachfrage auf einer gewissen festen Linie bewegen, zur Zeit keine besondere Veranlassung zu Verstän- digungsverhandlungen. * Konzentration in der Waggon- Industrie. Die Waggonfabrik Gebrüder Gastell G. m. b. H., Mainz-Mombach wird sich mit der Vereinigte Westdeutsche Waggonfabriken A.-G. in Köln fusionieren. Zu diesem Zweck wird die letztere ihr Aktienkapital von 11 auf 12,65 Mill. Mark erhöhen und den Inhabern der G.m.b.H.- Anteile von Gebr. Gastell die neuen 1,65 Mill. Mark Aktien als Teil des Gegenwertes für die G. m. b. H., deren Anteilskapital 2,10 Mill. Mark ist, auLhändigen. Der Rest des Kaufpreises wird anderweitig vergütet. Der Mainzer Betrieb bleibt in rationellerer Form aufrechterha t.n, während die Ver. Westdeutsche Waggonfabriken in Köln in Kürze die angeschlossene Firma Killing in Hagen i.W. stillegen werden. * Verlängerung des Braunkohle n- syndikats. In der gestrigen Gefellschafter- vcrfammlung des Rheinischen Braunkohlensyndikats wurde beschlossen, das Syndikat auf der bisherigen Vertragsgrundlage bis 31. März 1945 zu verlängern. * Opel-GeneralMotors. Zu der Meldung der „D. AL.", wonach Verhandlungen zwischen der Adam Opel A.-G. und General Motors weit fortgeschritten seien, die Amerikaner 120 Millionen Mark für das gesamte Opel-Objekt geboten hätten und die endgültige Entscheidung unmittelbar bevorstehe, erklärt Geheimrat v. Opel dem WTB- Handelsdienst auf das entschiedenste, daß die Situation immer noch gemäß seinen uns früher gegebenen Erklärungen und die Zeitungsnachricht vollkommen unzutreffend fei. * Zum Lohnkonflikt in der Basalt- i n d u ft r i e. Zu der vom Arbeitgeberverband der westdeutschen Basaltindustrie zum 1. Februar ausgesprochenen Kündigung des Lohnabkommens hört WTB.-Handelsdienst, daß im Falle eines Lohnkonfliktes etwa 12—15 000 Arbeiter von dieser Maßnahme betroffen werden. Der Ste'inarbeiterverband als zuständige Berufsvertretung der Basaltarbeiter hat Lohnerhöhungen angemeldet, denen jedoch der Arbeitgeberverband mit Rücksicht auf die gespannte Preislage der Basalterzeugnisse und deren schwierige Absatzverhältnisse nicht zuzustimmen vermag. * Voraussichtlich keine Dividende bei der Harpener Bergbau QI-®. Wie WTB.-Handefsdienst aus Derwaltungskreisen erfährt, ist für das am 31. Dezember 1928 flögen taufene Geschäftsjahr mit einer Dividende Wohl kaum noch zu rechnen. Das schlechte Jahresergebnis wird auf die allgemeine Depression am Kohlenmarkt zurückgeführt, die ein rentables Arbeiten nicht zugelassen habe. Allerdings laße sich zur Zeit ein endgültiges Urteil noch nicht abgeben, da die entscheidende Bilanzsitzung erst Mitte März stattfinden wird. Im Vorjahr gelangten 6 Prozent Dividende zur Verteilung, was gegenüber dem Geschäftsjahr 1926 schon eine Reduzierung um 2 Prozent bedeutete. • Stillegung in der Concordia- Hütte in Bendorf - Mül Hosen. Die Concordia-Hütte in Bendors-Mülho'en hat ihrer gesamten Belegschaft, mit Ausnahme der im Stahlwerk und in der Kokerei Beschäftigten, gekündigt. Alle anderen Betriebe unter Einschluß der Ofensetzerei werden stillgelegt. Boa deÄ Stillegung werden etwa 400 Arbeiter betroffen.] *Hamburg-SüdamerikanischeDampf-' schiffahrts - Gesellschaft. Die Gesellschaft- schlägt wieder 8 v. H. Dividende vor. Svan. Hrtcv töimc Frankfurt a. M., 30. Jan. Tendenz: etwas erholt. — Da von den tragischen Vorfällen bei der Berliner Bankfirma Katz & Wohlauer keine Schwierigkeiten erwartet werden, die einen Nachteil auf die Börse ausüben könnten, machte sich eine allgemeine Beruhigung bemerkbar. Das Geschäft blieb jedo y immer noch sehr klein, doch konnten sich gegenüber der gestrigen Abendbörse Kurserholungen bis zu 3 v. H. durchsetzen. Die Spekulation verharrte weiter in ihrer Reserviertheit, doch verursachten Jnterventionskäufe von Bantseite auch hier einige Deckungen. Eine gewisse Zurückhaltung und Vorsicht war im Grundton der Börse nicht zu verkennen, da der unregelmäßige.Verlauf der gestrigen Neuyorter Börse trotz des dortigen verhältnismäßig flüssigen Geldmarktes sowie der unveränderte Stand der deutsch-polnischen Handelsvertragsverhandlungen verstimmten. Etwas stärker gefragt waren am Elektromarkt Bergmann mit plus 5 v. H. und Schuckert mit plus 3,75 o. H., ferner Siemens mit plus 3,5 v. H. Auch I. G.-Farbcn konnten bei etwas lebhafterem Geschäft 2 v. H. gewinnen. Am Montanmarkt waren die Kursbesserungen geringer. Rheinische Braunkohlen lagen 2,5 v. H. und Harpener 1,5 v. H. erholt. Autowerte behauptet. Von Bankwerten waren Deutsche Bank vernachlässigt, Reichsbank dagegen 2,5 v. H. erholt. Schiffahrtswerte bis 2 v. H. erhöht. Wayß & Freytag etwas schwächer. Renten still. Deutsche Anleihen etwas schwächer. Im Verlaufe nahm die Unsicherheit etwas zu, und die Kursgestaltung unterlag Schwankungen, doch gingen die Verluste selten über 1 v. H. hinaus. Das Geschäft beschränkte sia- auf ein Minimum. Schuckert waren auf Abgaben 1,5 o. H. niedriger. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 4 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,210750, gegen Bfnnd 20,414, London gegen Kabel 4,8493, gegen Paris 124,06, gegen Madrid 29,76, gegen Mailand 92,60, gegen Holland 12,0960. Bc.ncr Börse. Berlin, 30. Jan. Natürlich zittern die gestrigen Vorgänge an der heutigen Börse noch nach. Dennoch war die Stimmung zu Beginn des offt- ] ziellen Verkehrs entgezen den Erwartungen des , Vormittagsverlchrs etwas beruhigter, da »er-1 lautete, daß heute vormittag bei den Danken eins Besprechung staktgefunüen habe, die sich mit Jnterventionssragen beschäftig.e und bie । zum Ausdruck gebracht habe, daß man gewillt | sei, wenn notwendig, zu intervenieren. Hierauf 1 wurde von der Spekulation gedeckt, zumal die I befürchteten größeren Verkaufsausträge aus der । Provinz ausgeblieben waren. Der Ordersein.'ang bei den Darrten war minimal, das Geschäft daraufhin in den meisten Papieoeir sehr klein, nur Montanwerke hatten etwas lebhafteres Geschäft aufzuweisen. 3m allgemeinen nicht einheitlich, konnten sich bei Spezialwerten Kursbesserungen bis zu 5 Prozent durchsetzen. Durch schwache Haltung fielen auf die gestern bereits gemeldete unveränderte Dividende von 5 Prozent Ooerbedars auf und lagen 3,5 Prozent niedriger. 3n Köln-Reuesfen, in denen man noch Exekutionen für die Firma Katz & Wohlauer beobachten konnte, wurde die Ware Verhältnis-' mäßig gut ausgenommen. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer geschästslvs. Pfandbriefmarkt ruhig, eher zur Schwäche neigend. Geldmarkt weiter anziehend. Tagesgeld 5 bis 7 Prozent, Monatsgeld 6,5 bis 8.25 Prozent, Geld über Ultimo 6,75, bis 8 Prozent, Warenwechsel etwa 6,5 Prozent.' Der Verlauf wurde wieder recht uneinheitlich. Tie Kurse zeigten keine einheitliche Entwickelung. Während Reichsbank, B. M. W., Schuckert & Sal- ( zer. Dessauer Gas, und Transradio weitere 1 bis, 2 Prozent gewinnen konnten, verloren die anfänglich stärker gesuchten Werte, wie Siemens,. Bergmann, Schuckert, R. W. E., Bemberg und J.-G.-Farben im felben Ausmaße. Frankfurter Gerrcidcbörie. Frankfurt a. M., 30. 3an. Am heutigen! Produktenmarkt war die Haltung ruhig. J2Ü>* I schlösse kamen nur wenig zustande. Die schwäche-! ren Auslandnotterungen drückten auf die Stimmung. Das Angebot von Auslandware war sehr, gering, da die schlechten Verschickungsverhältnisse! hier ausschlaggebend sind. Mehl war stärker angeboten und bis etwa 0,25 Mark niedriger. Die übrigen Rotterungen wurden von der allgemern । schlechteren Verfassung nicht berührt. Es wurden! notiert: Weizen 23,75; Roggen 23,75 bis 23,50; Sommergerste für Brauzwecke 24,50 bis 24,75; ausländischer Hafer 23.75 bis 24; Mais (gelb) 22,50; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 33.25 bis 34; Roggenmehl 31 bis 31,50; Weizenkleie 14,25; Roggenkleie 15 Mark. Tendenz: ruhig. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Berlin Dalum: | 29. I | 30. I. 3 hl. | 30. 1. Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a.M. Telegra; hischc Auszahlung. 127,75 128 i28.5 139 I4U.5 199,5 Banknoten. 14 Dividende an. — Reichsbankdiskont 6.5 Prozent, Lvmbardzinsfuß 7,5 Prozent. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt 3 . 8 . 8 . 1 . S . 8 . 7 . 6 . S 6K 10 «*4 s . 8 . IO 8 10 . 10 12 11 to 10 10 Rhefastahl *tebed SR an tau ’geretntflie fitabl®. Olavi SDHnen ffclt flidterileben ff alt Westeregeln 131.5 310.5 197 279,25 170.5 165 170,45 •97 279 170 165,5 170,25 ;04,23 I31,a 310 137.75 73, i 3 163,25 69.75 165 170.5 Sd).ufj-i 'An;ang fl»r» | flut* Sollwert 6aljt*thrEf8 ;V <3 Karven-IndnM» Dynamli Rodel SMbeamtalt Goldschmidt Süiflereroerte . äRela!lä#itnii5e« t. % 3d* 4* 7,2 6 ieh !0 io Soln-Neoelien. °°°° yiannrtmana . . « . . reanefelttei ..... CberitblH Wend Bebet. CberfdilH ffo»«werfe PHSnir Bergbau iR befand* CtaunfabU» 164,75 170 25 203,5 . . 8 IO..9 , . . 10 , e o 10 ,,o.6 , • • 10 , e 0 10 ,,..9 . . ° 10 ,,o.6 , , o li , . . . S ,OO 10 ,e..5 >00.6 , . . s Bergmann . » ©ehr. Sieterungee. Lickst und fciafl freiten 4 SuiUeauw« Sei. f. (Sietu. Untenu. Hamb. eieltt. Werf» Rhein. (Siete. . . Schiel. &ete. . ° Schuckert - - Siemen» 4 foclZte . Irzmitabio . , tiabmeuer LT».. , 6uberui . . Deutsche Urtü - » Estener ©tefatolle ° Gelsenkirchener . ° Harvener . . o Hoesch Ersen. .00 frlfe Bergbau . • « fflScknerwerfe . 0 « Sllg Deutsche (Sisen'^bn Homburg-Amerika fiafet Hamb -Südam Domvtlch Hansa Damvllchlll RorDBeutfdici Lloyd . . LIlg Deutsche CredlkM-st . Bonner Bankverein Berliner HanvelegrseMch Kommerz- und Privai-Bank Normst u Rattonalbank Deutsche Boni DiSkonto-cheseMchakt Rnt Dresdner Boni Mitteldeutsch, 6xeMt5snl BRetaUbanf teWSx»' i 311 1V, 1-6.5 139.2o 140 Ui 1 199,5 -80 3-raiikiutta. Hl Schlutz > 1-Uhr- fl >r» , fl"r» S 3 1k 15 13 . 6 V S 5ran6furt a. M Berlin Sdjlub-i 1-Uhr- Rurs , Rurs Sch ub-i Rurs Ln.ang Rurs Datum: 29. | | 30 1. 23. > | 30. 1. Ltzulvv i'Dumonn ..... 7 betdclbergei CcmeH . , o . 10 Temen: ffaristavr . . e • . 8 LLavß 4 frreitag ° ° 10 Gdiultbetfl Sa»enWe« ° - . 15 Cftroerte .....12 «er. Glanikwst . . - ° ° » 18 Bemberg . . . o o • • 14 Zellstoss DalbiwI . . . - . 12 Zellstoss Sllckrassenburg . e , 12 Cbarlonenimrger Wasser » « . 7 Dessauer Sos . . . o o . 8 Daimler Motoren . . «, , o . 0 Demag . o o e o . 0 Ädlerröerfe ff!exc .0000.6 tiubm. 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