Donnerstag, 29. August $929 $79. Jahrgang Nr. 202 Erster Blatt IlVCIlf Ulli VU-' 11 **/ • | | 0w *tQluUV11' Um 5.30 Uhr MEZ. erreichte das Luftschiff Durch Lichtsignale wurde ihm folgender Gruß ent- Wiesbaden-Mainzer Flugplatz erteilt. Nunmehr hat, nach einer Meldung der,, Voss. Ztg." das englische Oberkommando in Wiesbaden die Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertage. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezugrpreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüfse unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. ziellen Teil der Konferenz handele, Deutschland keinen Sieg der wirtschaftlichenVe r- n u n f t errungen habe. Deutschland befinde sich in einer Sackgasse, aus der nur ein deutsches Rachgeben in finanzieller Hinsicht herausführen könne. Das sei im Höchstmaße bedauerlich. Wenn Deutschland heute durch Zugeständnisse die Einigung zwischen den Alliierten ermögliche, so habe es aber vor der Welt seinen moralischen Anspruch auf großzügige Behandlung seiner politischen Forderungen abermals vergrößert. Das Blatt fordert dann insbesondere Saarräumung. Alle Einwände der Franzosen gegen eine Einbeziehung der Saarfragc in den Problemkomplex seien hinfällig. Die „Germania" weist darauf hin, daß Deutschland einOpferinHohevonüber einer Biertelmilliarde bringe, die Deutschland auf dem Opferaltar des englischfranzösischen Einvernehmens niederlegen solle. Das Blatt fordert dann ebenfalls Saarverhandlungen und erinnert die deutsche Delegation an die von ihr übernommene Verpflichtung, nicht ohne bindende Abmachungen heimzu- Wann wird geräumt? i Die Solidarität der Alliierten wieder hergestellt. Paris, 29. Aug. (WTB. Funkspruch.) Lieber die Räumungsfrage und die im Zusammenhang damit aufgeworfene Saarfrage glaubt der Sonderberichterstatter des „Petit Parisien" im Haag felgendes mitteilen zu können: Zn der Frage der Räumung, in der Frankreich fast isoliert war, ist eine Wendung eingetreten. Henderson ist jetzt damit einverstanden, daß nach Räumung der zweiten Zone ein englischer Vertreter in der interalliierten Kommission bleibt. Das gleiche gilt für Belgien. Die Solidarität der drei Regierungen bleibt also bestehen bis zum Abschluß der Räumung der | dritten Zone. Man ist jetzt darüber einig, daß die Räumung innerhalb von acht Monaten nach der Annahme und der Inkrafttretung des Zoungplanes, d. h. nach der Ratifizierung und nach der Annahme der von deutscher Seite zu ergreifenden gesetzgeberischen Maßnahmen beendet werden soll. Außerdem hat Briand verhindert, daß die Saarfrage erörtert wurde und Hal zugleich von Henderson die Anerkennung der Tatsache erlangt, daß es sich dabei um ein deutsch-französisches Problem handelt, das nur durch direkte Verhandlungen der beiden Regierungen geregelt werden kann. Briand hat sich damit einverstanden erklärt, daß die deutsche Regierung diese Frage aufwirft und daß der französischen Regierung konkrete Vorschläge unterbreitet werden, jedoch unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß die Rechte der Saarbevölkerung streng gewahrt werden. Der Sonderkorrespondent des „Echo de Paris" schreibt zur Frage der Desatzungskosten nach dem 1. September , daß sie in dem für Frankreich günstigen Falle aus einem gemeinsamen Fonds, zu dem die Besatzungsmächte und Deutschland ihren Beitrag leisten werden, bestritten werden können. Aber Stresemann wird die Gelegenheit wahrnehmen, um die Mainzer Zone zu einem verhältnismäßig nahen Zeitpunkt frei zu bekommen. Briand Halle den 1. September verlangt. Jetzt ist er bis zum 1. Juli zurückgegangen. Slrese- mann will den 1. April. Man wird sich vielleicht auf den 1. Mai oder den 1. Juni einigen. haag, 29. Aug. (TU. Funkspruch.) Die am Mittwoch mit einer Unterbrechung durch ein Diner bei der englischen Delegation während sieben Stunden gesührten Verhandlungen zwischen Deutschland und den übrigen fünf Mächten sind bisher völlig ergebnislos verlaufen. Von deutscher Seite haben sämtliche vier anwesenden Reichsminister an den Verhandlungen teilgenommen. Die Auseinandersetzung hat, wie verlautet, teilweise einen außerordentlich scharfen Charakter getragen. Zwischen den einzelnen Gliedern der deutschen Delegation und den übrigen Delegierten soll es mehrfach zu heftigen Zusammen st ö- hen gekommen sein. 3n den Verhandlungen sind sämtliche drei Punkte der englisch-französischen Einigung erörtert worden, in denen die Zustimmung Deutschlands zu neuen finanziellen Lasten gefordert wird. Der stärkste Wider st and scheint auf deutscher Seile sich gegen die Forderung zu richten, daßDeutschlandnachdeml. September allein die Besahungskosten bis zur endgültigen Räumung tragen soll. Die Verhandlungen werden am Donnerstagvormittag weiter fortgesetzt werden. Man hoftt immer noch, doch die Möglichkeit zu haben, im Verlaufe der nächsten Tage eine Einigung herbeizuführen, um die Konferenz zu Ende der Woche obschliehen zu können. Jedoch herrscht am Mittwochabend nach den stundenlangen Verhandlungen mit der englischen Delegation eine ausgesprochen pessimistische Beurteilung. Von lkalienl- scher Seite wurde nach Schluß der Sitzung erklärt, daß die Verhandlungen möglicherweise noch bis zum Dienstag der nächsten Woche dauern würden. Aus deutscher Seite scheint man jedenfalls entschlaf, sen zu sein, den Forderungen der übrigen Mächte in den finanziellen Fragen a l l e r st ä r k st e n W i - d e r st a n d entgegenzusehen. Rach einem Bericht der „Voss. Ztg." kam kurz bevor die Beratung der Mächte in der Räumungsfrage vertagt wurde, von deutscher Seite ein interessanter Vorschlag, der bei den übrigen Mächten Entgegenkommen zu finden scheint. Es handelt sich um ein System, das es ermöglicht, die Besahungs- kosten gemeinsam durch Bildung eines Reservefonds zu tragen, zu dem alle be- leiligten Mächte beisteuern. Man versucht, durch diese Lösung ein Kompromiß für die Tragung der Be- sahungskoslen zu finden, da die Beratungen über diese Frage sich s e h r s ch w i e r i g gestalten. Snowdens Erfolge. Ein Zusammenstoß mit Stresemann. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rcichspfennig, Platzvorschrift 20 mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; tor den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Noch feine Einigung mit Deutschland. Oie Besatzungskosten nach dem 1. September soll Deutschland tragen. - Heftiger Widerstand der deutschen Delegation Die Verhandlungen gehen weiter. „Graf Zeppelins" Klug über den amerikanischen Kaniineui Lleber Kansas City-Chikago—Detroit und Cleveland nach Lakehurst. Eleve land in Ohio. Hier hatten sich schon am Nachmittag 140 000 Menschen, die größte Menschenmenge, die Cleveland je gesehen, eingefunden, um den Zeppelin zu erwarten. Das Luftschiff überflog die Stadt mit ziemlicher Geschwindigkeit in ungefähr 300 Meter Höhe, über der Luftfahrtausstellung eine Schleife ziehend. kehren, welche ein automatisches Funktionieren des ^lebergangsregimes und ein automatisches Außerkrafttreten der französischen Vorrechte im Saargebiet vorsähen. — Dre „D A Z." betont, daß die von Deutschland geforderten Opfer noch größer seien, als man bisher befürchtet habe. Für Deutschland stünden Dinge auf dem Spiel, die für die Ration lebenswichtig seien. Daher sei es die Forderung der Stunde, daß die Zustimmung zu der Annahme des Poungplanes von der Befriedigung der deutschen politischen Wünsche abhängig gemacht werde. — Der „Loka l ° A n z e i g e r" stellt fest, daß eine Mehrbelastung von 800 Millionen Ma ick von Deutschland verlangt werde, was ungefähr 15 Prozent der gesamten ungeschützten Summe, die Deutschland zahlen müsse, entspreche. Das unbeliebte Gesicht. Paris, 28. Aug. (WB.) Um Zwischenfälle zu vermeiden, die bei der Vorführung von Filmen über die Haager Konferenz entstehen könnten, hat der Polizeipräfekt die Polizeikommissariate angewiesen, sich mit den LichtbildtheaterDer französische Generalstab hatte die Ansicht ausgesprochen, daß die Desatzungstruppen vor ihrem Abzug die Zerstörung gewisser mit der Entmilitarisierung des Rheinlandes nicht vereinbarter militärischer Anlagen (Verladerampen usw.) veranlassen mühte. 3rt den hiesigen zuständigen Kreisen scheint man diesen Anlagen keinen großen Wert beizumessen. Man erklärt, daß eine Art militärischen Katasters der entmilitarisierten Zone angeregt würde, der die Anhaltspunkte liefern würde, falls, was zweifelhaft sei, in Zukunft Feststellungen notwendig würden. Außerdem sei durch eine Ueber- einkunft mit Deutschland die Stärke der im Rheinlande unterzubringenden Schutzpolizei festgesetzt worden. jm Zeichen der Räumung. B e r l i n , 29. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die englische Besahungsbehörde hatte vor einiger Zeit die Genehmigung für Rundflüge auf dem GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'Iche UnIverfiWr-vuch- md Steindruckerei B. Sange in Sietzen. Schristieitung und Geschäftsstelle: Schulftratze r. boten: „Willkommen in Cleveland Dr. Eckener. Die Bevölkerung Clevelands würdigt aufrichtig die Ehre Ihres Besuches und den Borzua, Ihr berühmtes Luftschiff zu sehen." Ehe das Luftfchrff von Cleveland seinen Weg fortsetzte, fuhr es noch einmal zurück nach dem etwa elf Merwn südwestlich liegenden Flugplatz, wo es die am Ankermast liegende „Los Angeles überflog. Eine Menge von etwa 6000 Personen, die auf dem Flugplatz den Zeppelin erwartete, begrüßte ihn durch stürmische Zurufe. -Um 6.56 Uhr MEZ. traf das Luftschiff über R e u c a st l e (Pennshlvanien) ein. Um 7.57 Uhr überflog cs B r o o k v i l l e, das 88 Kilometer nordöstlich Reucastle liegt. GrößiesJntereffe inganzAmerika Bor der Landung in Lakehurst. Reuhork, 28. Aug. (WB.) Das ganze Land verfolgt den Flug des Luftschiffes „Gh:af Zeppelin" über Amerika mit gröhtemZnteresse. Man erwartet in Lakehurst über 200 000 Zuschauer. 300 Marinesoldaten und 50 Matrosen vom Philadelphianer Marinehafen stehen für die Zeppelinlandung bereit. Die Unterbringung des Luftschiffes in der Luftschiffhalle dürfte diesmal besonders rasch erfolgen, da die „Los Angeles" erst am folgenden Sage in Lakehurst zurück- erwartet wird. Als Vertreter Hoovers wird Hilfshandelsserretär MacCrackenDr. Eckener bei der Landung begrüßen. Weitestgehende Vorbereitung für die Ue&ertragung der Landung des „Graf Zeppelin" im Weltrundfunk nach Deutschland und anderen Ländern sind getroffen, lleber die Kurzwellenstationen Schenectady, Pittsburg und Cincinnati werden auch Staatssekretär Dr. Meißner und Geschäftsträger Dr. Kiep sprechen. Die Zollabfertigung wird rein formeller Ratur sein. Die Passagiere fahren nach Reuhork mit einem Sonderzug. Der Zeppelinvertreter v. M e i st e r trifft am Donnerstag in Lakehurst mit sieben Mitgliedern der Zeppelinmcmnschaft ein, die in Los Angeles zur Erleichterung des Luftschiffes für den Flug über das Gebirge ausstiegen. Staatssekretär Dr. Meißner beim Präsidenten Hoover. Washington, 28. Aug. (WB.) Der deutsche Geschäftsträger Dr. Kiep stellte den heute hier zu Besuch weilenden Staatssekretär des Reichspräsidenten, Dr. Meißner, dem Präsidenten Hoover und seiner Gattin vor. Die beiden deutschen Herren nahmen sodann im Weihen Haus an einem Frühstück teil, zu dem auch der -Leiter des Bureaus des Präsidenten, Rewton, und dessen Vorgänger während der Amtszeit des Präsidenten Coolidge, Sanders, sowie einige Senatoren und andere führende Persönlichkeiten der Politik und der Verwaltung geladen waren, Rach dem Frühstück begaben sich Staatssekretär Dr. Meißner und Botschaftsrat Dr. Kiep in einem Flugzeug nach Lakehurst, um dort Dr. Eckener bei seiner Ankunft zu begrüßen und mit ihm die nötigen Vereinbarungen über eine Audienz bei Präsident Hoover zu treffen. Paketpost Tokio—Chikago in ^Tagen. C h i k a g o , 28. Aug. lWTD. Funkspruch.) Ein Paket mit japanischen Kimonos traf heute bei einer hiesigen Firma 43/< Sage nach der Auf - gäbe in Svkio ein. Das Paket war vom „Graf Zeppelin" vonSokio nach Los Angeles und von dort durch ein Postflugzeug nach Chikago gebracht worden. London, 29.Aug. (WTB. Funkspruch.) Eine offiziöse Erklärung über die im Haag erreichte grundsätzliche Vereinbarung besagt u. a.: Snowden hat 80 Prozent seiner Forderungen durchgesetzt. Wenn man aber die Sachlieferun- g e n mit in Rechnung stellt, so ist eine für Großbritannien äußer st wertvolle Abmachung erzielt, denn es erhält dann ungefähr 90 v. H. Deutschland verliert durch die Abmachungen nur theoretisch einen Anspruch auf einen Teil der 300-Millionen-Mark-Ueberschüsse — ein Anspruch, der übrigens niemals anerkannt worden ist — und es erhöht die ungeschützte Annuität mit demselben Betrag, mit dem es die geschützte Annuität vermindert. Infolgedessen würde Deutschland nur bann Schaden erleiden, wenn es um ein Moratorium ersuchen müßte, da es in diesem Falle bi e ungeschützte Annuität weiter zu bezahlen hätte. Der „Matin" berichtet über die Auseinandersetzung zwischen Stresemann und Snowden in der heutigen Rachtfihung: Snowden erklärte, daß die Forderungen der Gläubiger an Deutschland unanfechtbar seien. Es sei die Pflicht Deutschlands, ihnen zu entsprechen Er ist so weit gegangen, daß Stresemann sein Erstaunen darüber aussprach, Snowden so reden zu hören, während er v v r seinem Eintritt in die Regierung sich in der gleichen Angelegenheit viel entgegenkommender gezeigt habe. Hierauf erwiderte Snowden, daß die Rede eines einfachen Abgeordneten und diejenige eines Ministers n r ch t ein und dasselbe seien. Als Mitglied der englischen Regierung habe er baß Recht, eine andere Auffassung zu haben als früher. — Dem Haager Korrespondenten des Reuterschen ,Bureaus erklärte Dr. Wirth, der sehr ernst aussah, als er das Deratungszunmer verlieh: „Wir haben uns nicht geeinigt, die Beratungen werden heute fortgesetzt werken. Wahrend der Sitzung erhob Dr. Wirth gegen eine Bezahlung der Resahungs- kosten nach dem 1. September leidenschaftlich Einspruch, von Dr. Stresemann und den anderen deutschen Vertretern unterstützt. Sn den anderen Fragen waren die Meinungsverschiedenheiten Nicht so groß. N e u y or k, 28. Aug. (WB.) Das Luftschiff hatte nach hier eingegangenen Meldungen um 3.15 Uhr die Stadt Carter, um 3.20 Uhr Elkcity, um 4 Uhr Clinton, um 4.55 Uhr die Stadt Henne s s e y und um b Uhr die Stadt Perry, sämtlich in Oklahoma, passiert. Früh um 6.05 Uhr wurde die Stadt Arkansas City überflogen. Während seines nächtlichen Fluges durch die Südweststaaten wurde der „Gras Zeppelin" nur von wenigen Personen gesichtet, da er die Mehrzahl seiner Lichter gelöscht hatte. Infolge starker Gegenwinde, die offenbar in allen Höhenlagen vorherrschten, war bas Luftschiff nicht imftanbe, bie Geschwindigkeit zu erreichen, mit der es ben Stillen Ozean überquert hat. Um 7.25 Uhr Zentralzeit (2.25 Uhr nachmittags MEZ.) würbe der Zeppelin über ber Stabt Inbepenbence (Kansas) gesichtet. Er flog in niebriger Höhe mit einer Ge- schwinbigkeü von etwa 80 bis 100 StUnbenkilometer. Um 9.39 Uhr (16.39 Uhr MEZ.) erreichte „Graf Zeppelin" Kansas City. Als bas Herannahen des „Graf Zeppelin" gemeldet wurde, sammelte sich in ben Parks und auf ben öffentlichen Plätzen eine Riesenmenge, bie mit ben Augen unb mit Ferngläsern ben Himmel absuchte. Die Dächer im Ge- schäftsviertel wimmelten von Menschen. Im Geschäftsbetrieb ber Stadt trat vorübergehend eine vollständige Stockung ein. Es herrschte jedoch schlechte Sicht, da die Wolken niedrig hingen. Auf dem Flugfeld stieg sofort ein Flugzeuggeschwader auf, um bas Luftschiff zu begrüßen unb über bie Stabt zu geleiten. Bon zahlreichenn Flugzeugen umschwebt, kreiste bas Riesenluftschiff einmal um bie Stadt unb enischwanb um 9.50 Uhr in norböftlicher Richtung im Wolkenhimmel. Um 11 Uhr Zentralzeit überflog bas Luftschiff bie Ortschaft U t i c a (Missouri). Rachbem es den Mississippi überflogen hatte, würbe es um 15 Uhr Zentralzeit über Ster- H n 5 (Illinois) gesichtet. Lieber Aurora erschien ber „Graf Zeppelin" um 16.55 Uhr Chikagoer Sommerzeit (22.55 Uhr MEZ.). Chikago würbe um 17.25 Uhr (23.25 Uhr MEZ.) überflogen. Der „Graf Zeppelin" erreichte bie kanabische Grenze um 9.40 Uhr abenbs Ostnormalzeit (Donnerstag früh 3.40 Uhr MEZ.) Das Luftschiff flog in geringer Höhe über Detroit, bann über ben Detroit» „ . . River unb bas Geschäftsviertel. Eine große Men- Runbflüge untersagt und den Fliegern ein schenmenge füllte bie Straßen. Scheinwerfer spiel- Ultimafum gestellt, innerhalb 24 Stunden ten auf dem Luftschiff, während es eine Schleife o o n dem Verkehrslandeplah abzu- über ber Stabt zog. Das Luftschiff hat bie Strecke m von Chikago nach Detroit, etwa 340 Kilometer, 1 g * in ungefähr vier Stunben zurückgelegt. Als bas Luftschiff sich ber Stabt näherte, wurde es von Rie- &JIV .CJvrilllvl jVl senscheinwerfem beleuchtet, so baß es in strahlenbe Helle getaucht war, bis es über Windsor (Ontario) VI i„ südöstlicher Richtung nach Clevelandzu ver- Derlin, 28. Aug. (Funkspruch.) Die Der- I schwand. Der Empfang in Detroit stand nicht zu- handlungen im Haag finden in der Berliner rück hinter dem Empfang, den andere Städte dem Abendpresse starke Pachtung. Die Frage, wie Luftschiff bereiteten. Alle Dächer waren dicht be- sich die deutsche Abordnung un Haag angesichts setzt, ein Riesenkonzert von Sirenen der neuen Lage zu verhalten habe, wird jedoch unb Hupen begrüßte bas Luftschiff, bas so verschieden beurteilt. Der „Abend" ist der An- niedrig flog, daß man im Scheinwerferlicht den Ranchi daß Deutschland seine grundsätzliche Zu- men lesen konnte. Während des Umkreisens der stimmung zu den finanzieUen Mehrforderungen Stadt blinkte aus einem Kabinenfenster ein Licht geben werde, freilich unter der Bedingung, daß auf in Erwiderung der Begrüßung. Auf der ganzen eine Einigung in den Räumungs- Fahrt durch Michigan, die fast ständig einer Hauptfragen erfolgt. Angesichts dieser in letzter landstraße folgte, hat sich von weither bie Laub- iS tunde von Deutschland verlangten Konzessionen beoölterung an dieser Straße zusammenge- habe Deutschland aber mehr denn je Anspruch | funben, um bas Luftschiff mit Jubels zu begrüßen, auf annehmbare französische Räumungs termine. " """ W 1 »III« hlllHHUl'1 MiMioio; •lUiMIt ■ ••«•Hl»»“! !'iiutn»! 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Holzheimer blaue Drell-Anzüge | Miele In,dem ersten Lebensjahre unseres Rückvergütungssystems konnten wir die stattliche Zahl ausgeben. bei uns zu Sie wissen dabei 7W4D ise I Neue Holländer Vollheringe ft | | 3 Stück..............................U.Vfc. | I Marinaden Rollmops u. Bismarck- ft QO beringe aus neuen Heringen,! Lit. bis 6, Frühäpfel 15 bis 25, Fall- äpsel 4 bis 5, Birnen 10 bis 30. Himbeeren 50 bis 55. Preiselbeeren 45 bis 55, Pfirsiche 45 bis ' „Nur nicht so bitter, Herr! Das Frauenherz braucht noch ganz andere Dinge, um glücklich zu sein!" „Nun, wenn etwa der Herr Bankdirektor in Privat langweilig sein sollte, so wird es doch in seinen Salons nicht an eleganten jungen Herren mangeln. Ist unsere schöne Manon denn schon Frau Direktor?" „Fragen Sie sie selbst. Da kommt sie." Er fragte nicht, war vielmehr erfreut, als sie mit ihm an den Regalen entlangspazierte, sich alte und neue Mappen zeigen ließ und Zeitungsausschnitte, Inserate und Zahlenreihen betrachtete, als guckte sie in Märchenbücher. Dann setzte sie sich an Herrn Kuhnvlts Platz und ließ sich seine Entwürfe für Buchumschläge zeigen. „Eigentlich smd Sie doch ein Künstler, Herr Kuhnolt, sagte sie, wahrend er hinter ihr stand und den Duft ihres Haares einatmen muhte oder durfte. Sie legte sich im Stuhl zurück und seufzte: „Ach, Kinder, schön ist es bei euch in der Schule. Ihr sagt doch hoffentlich noch „Schule" wie zu meiner An der Schaltertür erschien der Briefträger mit dem dicken Lederkasten vor dem Bauch. „Morgen, Herr Lechner," rief Manon. „Bringen Sie uns Geld oder wollen Sie was haben?' .Schönes Fräulein wieder im Haus? Das ist recht, Also von Ihnen will ich was haben, aber — feen Schier am Schalter, Herr Lechner, vor allen Leuten?" „Mir genieren die Zuschauer nich." Er strich sich den Feldwebelbart und machte Plinkeraugen. Dann lieferte er seine Packen ab und grüßte militärisch. Aus dem Hof scholl Leierkastenmusik herauf. Hannah und Manon gingen ans Fenster und lehnten, Arm an Arm. ,Du hast nasse Augen, Manon. — Kummer? „Äch wohl eher — Heimweh nach dem allen da. Das ist so — so musikalisch. Nachher, um 3, kommt der Ches und dann gibt es das Diktat und seine Witze. Und um 5 ist Schluß. Und am Samstag schon um zwei. Und der lange Sonntagmorgen. Und ein Zimmer wie dein kleines draußen in ^1*1^ " Sie sah nach der Armbanduhr. , Ich muh jetzt fort. Aber wenn du erlaubst, Hannah, hol ich dich bald einmal nach Geschästs- schluh ab —, wir kaufen uns was Gutes zum Futtern und fahren zu dir, packen aus, rucken den Tisch an dein Schlafjofa und essen halb vom Teller und halb aus der Tüte. Ist dirs recht? .. Zuviel Oel! Don unserem p-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Konstantinopel, Ende August 1929. Die Geschichte des Kampfes um das Mvssul- petroleum, die man nach der Zuteilung des Mvssul- gebietes an den Irak für abgeschlossen halten konnte, ist noch keineswegs zu Ende. Nachdem die Auseinandersetzung zwischen der Türkei und den Engländern mit einer Niederlage der Türken geendigt hat, kommt jetzt die Auseinandersetzung zwischen den Engländern und den Franzosen an die Reihe, während im Hintergründe der Angelegenheit ein englisch- amerikanischer Konflikt zu drohen scheint, der allerdings noch nicht so weit gediehen ist, dah die streitenden Parteien klare Fronten eingenommen haben. Im Januar des Jahres 1928 find bekanntlich zwischen den Franzosen und den Engländern, sowie Vertretern der Standard Oil Co. Verhandlungen gepflogen worden, die dazu geführt haben, daß die Anteile der verschiedenen Länder an der Turkijh Petroleum Co. (seit kurzem Irak Petroleum Co. benannt) neu auf geteilt wurden und zwar so, daß nach Abzug von 5 Prozent der Aktien für einen Armenier, Gulbenkian, die Anteile gleichmäßig unter vier Gesellschaften und zwar zwei englischen, einer amerikanischen und einer französischen aufgeteilt wurden. Obwohl die Turkish Petroleum Co. bereits im Jahre 1926 von der Jrakregierung unter gewissen Bedingungen das Recht auf Ausbeutung bestimmter Teile der nordmesopotamischen Petroleumfelder auf die Dauer von sechzig Jahren erhalten hatte, war nämlich die Tätigkeit der Gesellschaft auf das stärkste dadurch gehemmt worden, daß unklar war, wem eigentlich die Gesellschaft gehörte. Die Franzosen, die 1926 der Zuteilung des Mossulgebietes an den Irak im Völkerbunde nur deshalb gugeftimmt hatten, weil sie hofften, auf Grund des Abkommens von San Remo hier in Nordmesopotamien billig Petroleum erhalten zu können, waren also in dieser Erwartung getäuscht worden. Die Unklarheiten, die bereits zu einer lebhaften Verstimmung zwischen Frankreich und England führten, sollten die Verhandlungen von 1927/28 beseitigen, um nun endlich den Franzosen ihren Anteil an dem „flüssigen Gold" zu geben, das im Norden Mesopotamiens schlummert. Aber -auch m dieser Hoffnung sehen sich die Franzosen heute getäuscht. Die Irak Petroleum Co. hat zwar in Mesopotamien eine Reihe wertvollster Petroleumvorkommen gefunden, aber anstatt daß die Gesellschaft nun energisch an die Ausbeutung der Felder gegangen ist, hat sie zunächst einmal weitere Bohr versuche in Angriff genommen, um, wie es in dem amtlichen Bericht heißt, „weitere Versuche über die Leistungsfähigkeit der nordmesopotamischen Petroleumgebiete anzustellen . Sie hat es also vermieden, die Oelproduktion ernsthaft in Angriff zu nehmen und statt dessen einige leere Ausflüchte gebraucht, die sichtlich dazu bestimmt sind, die Erschließung der nordmesopotamischen Felder'zu verzögern. Das hat in französischen Kreisen besonders im französischen Admiralstab, beträchtlichen Unwillen erregt, weil man der Ansicht ist, daß hier von englischer Seite mit französischen Interessen Schind- luder getrieben wird. Diese Gefühle der Franzosen sind durchaus verständlich. Petroleum ist nun einmal heutzutage der wichtigste Betriebsstoff für die Kriegsmarine u n d die Luftschiffahrt, so daß es sich wirtschaftlich außerordentlich lohnt, das Petroleum nicht von den Amerikanern, sondern von eigenen Gesellschaften zu beziehen. _____________ ___ wenn du magst und wir sausen die Avus hinunter oder nach Schildhorn immer durch den Wind, daß du rote Backen bekommst, mein Liebling! „Das wäre reizend von dir." . „Noch lieber möcht ich mal wieder einen Abend mit dir allein in die Zelten in eins der Lokale, wo im Saal getanzt wird, und mir lassen uns ansprechen, wie damals von dem Kommis im Stey- fra£irbe dir so was heute noch Spaß machen?" '.Vielleicht noch mehr als früher. Oder du, wir lassen uns mal wieder einladen von eurem kleinen Lektor in sein Möbliertes zu Tee und Studentenfutter, Mandeln mit Rosinen in Kmsterpapier dann lieft er uns aus den Gedichten vor an die S<^u- spielerin, an der er so wacker gelitten hat. Wen liebt er denn jetzt außer dir" „Mich hat er nie geliebt. Du warst seine letzte Schwärmerei. Er war ganz verstört, als dem Gewaltiger dich so plötzlich entführte. Was Schwärmerei betrifft, so hab ich mich eigentlich mehr für den Lehrling Eduard interessiert, der immer rote Ohren bekam, wenn man ihm nah ins Gesicht redete." .Das kannst du gleich geliefert bekommen. Der junge Lehrling trat gerade ein, machte eine erschrockene steife Verbeugung und setzte sich an je - nen Platz. Da lag Manons goldne Puderdose mit bem Kettchen, an dem der Lippenstift hing. Damit L er verstohlen an zu spielen Als Manon her- übersah ließ er die Finger davon. Aber dann Surf e er den kleinen Bleistift, den sie ihrem Taschen entnahm. mit der Anspitzmaschme behandeln. Das war gar nicht leicht. Die Maschine-mar rndjr für große Bunt- und Schrnarzstifte bestimmtz mie sie im Bureau gebraucht werden. Eduard machte es sehr geschickt und mürbe gelobt. 9tun muß ich noch schnell einen Augenblick zu d-n P-ck«n >hn. Ist da noch der freche Sark der sc, reines Neuköllnisch rebet?' Ja, ber Sie blieb eine ganze Weile fort, und ^"un horte man sie nebenan mit bem Kassierer reden, der ihr von Frau und Kind berichtete und ihr'fern berühmtes Jogurth anbot. Wenn man täglich davon nahm tonnte man hundert Jahre alt werden. 6tn» » Kuhno,. der getreten und erfuhr von Hannah, mer nebenan fei. „Die besucht uns? Ist sie nicht froh, unsere Atmosphäre los zu sein? Sie hat doch ig j, was das bewußte Frauenherz ^träumt Badez^m mer mit Kristallflaschen, Zofe, Schrankkoffer Golf ü!id mas meist ich. Sie will sich mohl em bißchen weiden an unserem Elend?" Besuch im Bureau. Äon Franz Hessel. „Manoni Du? — Darf man denn noch du zu ^',Aber Hannah, ich bitte dich!" — Sie schloß die Kollegin von ehedem in die Arme, und Hannahs Wange streichelte ein kostbarer Blaufuchs. Gut, daß du um diese Zeitz kommst. Da ist der Chef zum Frühstück fort und die andern sind an ihrem Mittagstisch." h und du langst deine Thermosflasche und die Eierbrötchen unterm Pult vor. Das wußtich doch noch. Deshalb komme ich jetzt. Zigarette? Jetzt darf man doch hier eine rauchen? . 0 danke. Die ist besser als dem Kassierer seine mit dem Pappmundstück und als die zuruckgesetzten Türken, dib einem unser Hersteller anbietet menn er sicher ist, daß der Chef nicht reinkommt. „Ich meiß: die, bei denen immer erst eine Re- kla'merasierklinge rausfällt." Sie lachten. Hannah bewunderte die Silberdvse, auf der Manons Namenszug emgyamert mar. -Der Gast fetzte sich an Hannahs Platz und legte die Hände auf die Tasten der Schreibmaschine. Stattlich unb starr saß bas schöne Geschöpf da, d°2 blasse Gesicht mit bem in ber Mitte gescheitelten Haar geneigt. Etmäs Feierliches ging von dieser unbestreitbaren Schönheit aus. Am Rande einer Unendlichkeit schien sie zu verweilen mie eine Feuerbach-Gestalt, mährend sie sich nur sanft an der Maschine aufhielt, deren neues System sie interessierte. Hannah mar einen Augenblick in das Nebenzimmer an das Fenster nach der Straße gegangen, um das Auto anzusehen, das den überraschenden Besuch gebracht hatte. Das großmächtige Cabriolet da unten, das kenn ich" noch. In dem hat dich Deiner damals abgeholt, aeraubt O ich grolle dir noch. Früher hattest du kein Geheimnis vor mir gehabt. Und von dieser Affäre habe ich erst erfahren, als alles schon ab» 8* ,Du mußt verstehn, Hannah. Ich mar abergläubisch. Ich getraute mich nicht, davon zu sprechen, eh ich meiner Sache sicher war Und dann kam cs doch schneller, als ich oermutet hatte. 3a, das ist sein großer Wagen, in dem ich ihn nachher aus (einem Bureau holen soll- Er hat Amenkane. zum Frühstück im Bristol, und da muß ich mit. „Natürlich, menn man so herrlich Englisch kann wie du. Du bist so lebensklug. „Ach Hannah. - Ich habe übrigens einen eigc= nen Wagen, einen süßen kleinen Zweisitzer, den ich selbst fahre. In dem hol ich dich bald einmal ab, Die Engländer führen jedoch für ihre Politik einen sehr triftigen Grund an, menn sie die Ausbeutung der Petroleumfelder von Mossul immer roeiter hinausschieben. Sie sind verpflichtet, das etwaige in Nordmesopotamien gewonnene Oel in einer Petroleumleitung nach dem Mittelmeer au führen, und zwar nach französischer Ansicht in französisches Mandatsgebiet. Wird keine Oelleitung gebaut, so sollen die Engländer eine Eisenbahn bauen, bzw. die Möglichkeit gewähren, bestehende Eisenbahnlinien zu diesem Zweck auszubauen, d. h. also, daß die Engländer unter Umständen d i e Vollendung der Bagdad- Bahn gestatten müßten. Beides widerspricht aber den Wünschen der britischen Admiralität. Denn die Engländer denken natürlich nicht daran, eine Oelleitung nach dem französischen Beirut zu bauen und haben weiter kein Bedürfnis, den Ausbau einer Eisenbahnlinie zu gestatten, die das französische Syrien zum Transitland für den Handel mit Mesopotamien machen würde. Deshalb werden gegen den Bau der Oelleitung immer neue Scheingründe ins Feld geführt. Man behauptet, daß der Bau der Oelleitung nur möglich wäre, menn die nordmesopotamifchen Oelfelder mindestens fünf Millionen Tonnen Oel produzieren, daß der Bau der Oelleitung nach Syrien das Doppelte einer Oelleitung nach Palästina kosten mürde. daMder Bau durch die nordsyrische Wüste unsicher sei, daß die Kostenfrage ungeklärt mare und anderes mehr, sichtlich in dem Wunsch, die Franzosen müde zu machen und ihnen die Zustimmung für den Bau der Oelleitung nach Palästina zu erpressen. In Wirklichkeit dürfte natürlich in England die Entscheidung längst gefallen sein, da man die Oelleitung nach Haifa legen mill, menn erst die Dinge in Nordarabien genügend geklärt sind, um sicherzustellen, daß Einfälle der Wahabiten nicht mehr befürchtet zu merden brauchten. Andererseits spielt aber zweifellos auch die allgemeine Petroleumpolitik der Engländer bei der Angelegenheit neuerdings eine große Rolle. England nimmt in feiner Petroleumproduktion neuerdings rneitgehendfte Rücksicht auf die Petroleumpolitik der Vereinigten Staaten Diese sind, mohl nicht zu Unrecht, der Ansicht, daß in der Welt zuviel Petroleum produziert mird. Da diese Ueberproduktion zu einem Sinken der Preise ür das Petroleum führen wurde und infolgedessen die ungeheuren, in Petroleum angelegten Kapitalien unrentabel zu werden droben, Haden die U.S.A. naturgemäß alles Interesse daran, Maßnahmen zu bekämpfen, die zu einer weiteren Steigerung der Petroleumproduktion in der Weit führen könnten. Die Erschließung- der reichen mesopotamischen Oelfelder, die wahrscheinlich die Petroleumproduktion in der Welt in wenigen Jahren um zwanzig Prozent ft e i g € r n wurde, wäre infolgedessen eine Maßnahme, die ihre deutliche Spitze gegen die Amerikaner Haven würde. Die Engländer würden somit mit einer Entwicklung der nordmesopotamischen Oelfelder von neuem einen Petroleumkrieg mit den Amerikanern heraufbeschwören, der die größten Folgen haben könnte. Bekanntlich sind die großen Konflikte zwischen England und Amerika, die heute Macdonald beizulegen versucht, nicht zuletzt dadurch ms Rollen gekommen, daß seinerzeit im Jahre 1920 der sogenannte englisch-amerikanische Petroleumkrieg entbrannte. Eine Politik der Entwicklung der nord- mefopotamischen Oelfelder, die den französischen Wünschen entsprechen würde, wurde also weltpolitische Bedeutung gewinnen, und zwar weit uver den Bereich des Mossulpetroleums hinaus. -Die Engländer befinden sich also in der Tat m einer sehr heiklen Klemme, die es verständlich erscheinen läßt daß sie sich sowohl bei der Entwicklung der nordmesopotamischen Oelfelder, wie bei der Frage des Baues der Petroleumleitung „im Interesse des Weltfriedens" weitgehend zurückhalten. Es scheint eben das Schicksal der nordmesopota- mijchen Oelfelder zu fein, daß sie zwar umstritten werden, aber doch ihrem Besitzer nichts einbringen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 29. August 1929. Zum Landesverbandsfest des „Bundes Deutscher Zugendvereine" in Gießen. Man schreibt uns: D. D.I. ist die Abkürzung für „Bund Deutscher Jugendver- eine". Er ist in Gießen nicht mc^r unbekannt, bestehen doch schon feit 1924 hier Gruppen dieses Iugendbundes, der sich über ganz Deutschland verbreitet. Es ist nicht einfach, die Ziele eines solchen Bundes zu umreißen. weil ein lebendiger Iugendbund, so er wirklich lebendig ist. stets in Bewegung, ständig im Fluß ist. So hat auch der BDI. seine Geschichte; der BDI. der Rachkriegszeit ist ein anderer als der der Vorkriegszeit, und die allerletzte Zeit hat wiederum neue Entwicklungsstufen gesehen. Entscheidend war das Iahr 1919: hatte bis dahrn die alte Generation allein die Führung, so trat jetzt die Iugend selber mit in die Reihen an verantwortlicher Stelle. Das ist auch bis heute so geblieben, und in dem Arbeitsausschuß, der gewissermaßen das „Parlament" des Bundes darstellt, sitzen neben den Alten die Jungen, um auch ihre Stimme mit ins Gewicht werfen zu können.' lind doch ist heute eine Vereinigung der beiden Extreme, die man ja unter den Schlagworten „Iu- gendpflege" und „Jugendbewegung" zusammen- zufassen gewohnt ist. zu verzeichnen. Iugend selbst verlangt nach Führung, nicht in dem alten Sinne unbedingter Abhängigkeit von den Alten, wohl aber will sie aufschauen zu Führern, die mit ihr gehen, sie ganz verstehen, rmt ihr kamp,en können und um all ihre Röte wissen, die sich aber auch mit ihr freuen können in ungetrübter, uber- schäumender Iugendfreude. Das ist das Zeichen des BDI.: er ist ein Bund von Jugendlichen, die ihre Jugend leben, nicht der Abklatsch irgendeiner alten Generation sind. Aber weiter: er ist ein Bund von Jugendlichen, die sich verantwortlich fühlen für ihr Bolk, für ihre Mitmenschen, für ihre evangelische Kirche, für ihre Gemeinde. Deshalb steht an oberster Stelle das Wort „Diienst"; und gerade in evangelischen Gemeinden findet die Jugend reichlich Gelegenheit sich zu betätigen. Gerade um deswillen verdient der Bund Beachtung. Die vorjährige Bundestagung fügte dem negativen Satz der Satzung ..Der Bund dient keiner kirchlichen und politischen Partei", den positiven und aktiven noch hinzu: 'aber er kämpft für die Durchdringung und Erneuerung aller Lebensgebiete aus dem Geist des Evangeliums..." Damit mag kurz angedeutet sein, was der Bund will. Wer sich aber em Bild davon machen will, wie ein solcher Jugendbund ausschaut, der muß selber hingehen und sehey. nicht allein zu den großen Festen, sondern zu den Restabenden, den Fahrten, den Feierstunden, zu fröhlicher und zu ernster Arbeit. Der Landesverband Hessen und Ras sau hält am 31. August und 1. September in Gießen eine Tagung ab. „Der Kampf um das CDdIF* ist diesmal die Losung der Landestagung, und das Thema allein erlaubt schon Rückschlüsse auf die Haltung des Bundes; er fühlt sich verantwortlich für unser Volk und ringt zielbewußt um die Zukunft des deutschen Volkes. Zwei Vorträge stehen im Mittelpunkt der Tagung: vor den Aelteren spricht Pfarrer Fricke (Frankfurt a. M.) über „Deutschland im Kampf zwischen östlicher und westlicher Orientierung" ; vor den Jüngeren Pfarrer Hertel (Bad Kreuznach), über „Dom Dienst im Bund zum Dienst am Volk'. Am Samstagabend findet in der Turnhalle an Oswaldsgarten der Begrü- ßungsabend statt, bei dem die Jungenschaften das 55, Pflaumen 10 bis 15, Zwetschen 15 bis 25, Mirabellen 20 bis 25, Reineclauden 20 bis 25 Pfennig das Pfund; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pfennig; junge Hahne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; Tauben 70 bis 90, Eier 14 bis 15, Blumenkohl 30 bis 80, Salat 15 bis 20, Salatgurken 10 bis 25, Gin- mächgurken 2 bis 4, Endivien 10 bis 20, Ober- Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Selleire 10 bis 15 Pfennig das Stück; Radieschen 10 bis 15 Pfennig das Bund; Kartoffeln 4,50 bis 5 Mark der Zentner. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Don Jüan". — Astoria-Lichtfpielc: ..Der fliegende Cowboy". — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Infolge Erkrankung von Frl. Lieselotte Fuhrmann findet die Premiere von „D a s g r o ß e A b c" nicht am 3., sondern am 10. September als letzte Vorstellung im diesjährigen Sommerabonnement statt. — Bunter Abend. Die Firm Hausrat, Gießen, lädt im heutigen Anzeigenteil zu einem Bunten Abend erstklassiger Frankfutter Künstler, verbunden mit einem Vortrag von Professor S ch u st e r (Frankfurt a. M.) ein. •• Die Dekanatskonferenz des Evangelischen Dekanats Gießen fand am Dienstag ausnahmsweise im neuen Gemeindehaus zu Lang-Göns statt, wo die Teilnehmer, von Pfarrer Wahl herzlich begrüßt, am blumengeschmückten Kasfeetisch Gäste der Evangelischen Kirchcngemeinde waren. Eine eingehende Besichtigung, die einmütige Freude über das hier Erreichte bei allen auslöste, bei vielen auch den Wunsch, gleiches in ihrer Gemeinde zu erreichen, eröffnete Pfarrer Becker (Gießen) die Konferenz mit Schriftlesung und Gebet und begrüßte Dekan Guß mann (Kirchberg) mit Dank für die Gastfreundschaft; sein Willkomm galt seinem früheren Assistenten, dem neuen Pfarrer Schmidt von Beuern, sein Abschiedsgruh dem Neuen Pfarrer von Ober-Ofleiden, Geiß. Dem am 8. September in Treis a. d. Lda. stattfindenden Dekanatsfest des Evangelischen Bundes soll auf Beschluß der Konferenz das für Innere Mission in Allendvrf a. d. Lda. folgen. Im Herbst soll das Dekanatsfest für Aeußere Mission in Beuern gehalten werden. Rach der Besprechung verschiedener dienstlicher Angelegenheiten sprach Pfarrer Becker (Gießen) über die geplante Iubiläumssammlung des Gustav-Adolf- Dereins; nach reger Aussprache wurde u. a. beschlossen, daß die Pfarrer Becker und Wahl mit eigenen Lichtbildern im Laufe des Winters helfen, alle Gemeinden des Dekanats mit dem Gustav-Adolf-Gedanken noch vertrauter zu machen. Beschlossen wurde außerdem, an den Sonntagen der Dekanatsfeste in allen Kirchen des Dekanats für die Zwecke der betr. Feste eine örtliche Kirchensammlung zu erheben. ** Herbstregatta. Dom Verein Rudersport wird uns folgendes mitgeteilt. Die Preise für die am Sonntag, 1. September, auf der Lahn stattfindenden Herbstregatta werden ab heute im Schaufenster der Firma C. O. Reuter, Gießen, Seltersweg 73. ausgestellt. — Die Rennen, welche nicht nur von den Lahnvereinen belegt sind, sondern auch von ersten deutschen Mannschaften, werden ohne Frage sehr interessant werden. Der Festplah ist in der altgewohnten Weise hergerichtet. ** Herbstgüterverkehr der Reichsbahn. Der Herbstoerkehr auf der Reichsbahn wird voraussichtlich auch in diesem Jahre wieder hohe Anforderungen an den Güterwagenpark stellen. Die Reichsbahn wird bestrebt sein, ohne Rücksicht auf besondere Aufwendungen für schnellste Bereitstellung der angeforderten Wagen zu sorgen. Sie kyäre indessen dankbar, wenn ihr Bemühen bei den Verkehrtreibenden entsprechende Unterstützung fände. Die Industtte- und Handelskammer Gießen empfiehlt den beteiligten Kreisen, ihre Massengüter (Kohlen, Düngemittel usw.) möglichst bald zu beziehen, jedenfalls aber vor Beginn des eigentlichen Herbstverkehrs. Es liegt im beiderseitigen dringenden Interesse, daß die Wagen beschleunigt beladen und entladen werden, und daß das Ladegewicht voll ausgenutzt wird. •* Reichswehrkapelle und Gottes- d i e n ft. Man schreibt uns: Wer erfahren will, wie christliche Erbauung und Andacht sich mit unverfälschtem Kunstgenuß paaren kann, der besuche die Gottesdienste in der Johanneskirche an den Tagen, an denen Militärgottesdienst stattfindet, wobei. unsere Reichswehrkapelle in der Regel tätigen Anteil nimmt. Die prachtvoll eingeübten Tonstücke bereiten vortrefflich den Boden vor für die Worte des Geistlichen. Wer einmal eine solche Weihestunde erlebt hat, der vergißt sie nicht wieder und freut sich ungeduldig auf den Tag, an dem er wiederum an einer solchen teilnehmen darf. Es kann unserer Reichswehrkapelle nicht genugsam gedankt werden, daß sie ihr reiches Können auch in den Dienst des Religiösen und Kirchlichen gestellt hat. *» Drachensteigen. Wenn der Wind über die Stoppeln geht, ist es Zeit, die Drachen steigen zu lassen. Riemand wird unseren Kindern das Vergnügen mißgönnen, das es ihnen bereitet, wenn sie ihre kleinen und a'-oßen, möglichst selbstgebauten Drachen in die Luft schicken. Aber bei dem unschuldigen Spiel ist zu beachten, daß man die Rühr von Leitungsdrähten der Telegraphen- und Telephonanlagen meiden muß, um sich Verdruß und den Eltern Schaden zu ersparen. § 310 des Reichsstrafgesetzbuches lautet: „Wer gegen eine öffentlichen Zwecken dienende Telegraphenanstalt fahrlässigerweise Handlungen begeht, welche die Benutzung dieser Anstalt verhindern ' oder stören, wird mit Gefängnis bis zu einem Iahr oder mit Geldstrafe bis zu 9000 Mark besttaft." Das Hängenbleiben von Drachen an den Leitungsdrähten kann bekanntlich große Verkehrsstörungen nach sich ziehen. Also Vorsicht! Es ist Platz genug außerhalb der Drähte vorhanden. ** Denkt auch im Sommer an eure Heizung! Aus dem Preußischen Wohlfahtts- min,isterium wird geschtteben: Die Heizperiode ist vorüber, Heizung und Oefen sind außer Betrieb. Da ist es notwendig, sobald als möglich an die Abstellung der kleinen Schäden zu gehen, die sich an Herden, Kesseln, Heizkörpern und -Leitungen herausgestellt haben. Solange wir täglich heizen muhten, war Abhilfe nicht möglich. Schaffen wir diese aber nicht jetzt, so werden wir im kommenden Herbst unsere schadhaften Heizanlagen in Dettteb nehmen müssen und ihre Mängel dadurch noch mehr vergrößern. Im Sommer sind alle Fabttken und Handwerker des Heizungsgewerbes viel weniger belastet als unmittelbar vor Beginn und während der Heizperiode. Ziehen wir sie jetzt zu Rate, so werden wir alle Arbeiten rascher und billiger ausgefühtt erhalten: •* Ehrung kinderreicher Familien. Rach den neuen Bestimmungen des preußischen Wohlfahrtsministers kann eine besondere Ehrung kinderreicher Familien von Staats wegen auf Antrag in allen- Fällen stattfinden, in denen bei der Geburt des jüngsten Kindes nicht weniger als 12 Kinder am Leben sind. Der Anttag ist an keine Frist gebunden, doch soll auf möglichst frühzeitige Einreichung hingewirkt werden. Rückwirkend können Anttäge für alle seit dem 1. Oktober 1927 geborenen Kinder berücksichtigt werden. Voraussetzung ist in jedem Falle Wohnsitz in Preußen, guter Leumund der Eltern und gute Erziehung der Kinder. Müttern, die 12 Kinder geboren haben und groß ziehen, wird ein Ehrengeschenk verliehen. Daneben wird im Falle der Bedürftigkeit eine Erziehungsbeihilfe von 200 Mk. gewährt, wobei die Bedürftigkeit weit auszulegen ist. Die Beihilfe wird auch dann gewährt, wenn die 12 Kinder aus mehreren Ehen stammen, und kann auch für weitere Kinder verliehen werden. Bei der Derwendung der Beihllfe hat das zuständige Wohlfahrts» oder Iugendamt in geeigneter Weise mitzuwirken. Die Erziehungsbeihilfe ist in erster Linie zur Erleichterung des jüngsten Kindes bestimmt. Gänzlich unzulässig ist es, daß die Crziehungsbei- hilfe zu einer Entlastung des Bezirksfürsorgeverbandes hinsichtlich seiner pflichtmähigen Leistung, insbesondere der Wvchenhilfe, verwandt oder für die Rückerstattung von früher vom Bezirksfürsorgeverband gemachten Aufwendungen in Anspruch genommen wird. Aebcr die Einhaltung dieser Bestimmung soll besonders gewacht werden. Oberheffen. Landkreis Gießen. Q] Lollar, 28. Aug. Bei dem am 18. August vom Deutschen Schwimmverband in Koblenz veranstalteten Schwimmen konnte unser Mitbürger Konrad Heinze in Schwimmklasse A unter 17 Mitbewerbern den er ft en Sieg erringen und wurde damit „Strommeister von Rhein und Main". Ein großer silberner Pokal und eine Plakette mit dem Schloß Ehrenfels wurden dem Sieger als Ehrengabe überreicht. Nachdem der Schwimmer Konrad Heinze schon Kreis-, Gau-, Bezirks- und Hessenmeister ist, bedeutet der jetzige Sieg die fünfte Meisterschaft. [Q Ruttershausen, 28. Aug. Nachdem die im Vorjahre nahe bei dem Dorfe vorgenommenen Bohrungen nach Wasser zur Anlegung einer Wasserleitung trotz genügender Ergiebigkeit wegen ungünstiger chemischer Beschaffenheit eingestellt werden mußten, werden zur Zeit in dem Wiesengelande zwischen Wehrholz und Hornschied (in der Nahe der preußischen Landesgrenze) durct^ die Firma Hch. Deibel (Lollar) erneut Bohrungen ausgeführt, die erfolgversprechend sind. = Aus der Rabenau, 28. Aug. Anschlie- ßend an die Fruchternte wurde sofort mit dem Grummetmachen begonnen. Die tief gelegenen feuchten Wieseagründe bringen in diesem an sich ttockenen Sommer immer noch eine recht annehmbare Grummeternte, während bei Wiesen- anlagen, durch mangelnde Feuchtigkeit und dauernde Trockenheit verursacht, ein kaum nennens- werter Ernteerttag zu verzeichnen ist. Allerdings ist bei den Talwiesen die Qualität nrcht die beste, da sie meist mit sauren Grasarten bewachsen sind. Die Trockenheit macht sich sehr auf den Kleeäckern bemerkbar, die einen dritten Kleeschnitt nicht mehr bringen werden. Auch die Kartoffel- und Dickwurzfelder brauchen unbedingt einen baldigen und durchweichenden Regen, um die anfangs gehegten vielversprechenden Aussichten zu erfüllen. Der Felddrusch ist durchweg beendet. Das Ergebnis war im allgemeinen gut. Die Qualität der Körner läßt nichts zu wünschen übrig, während das Stroh im Wachstum ziemlich zurückgeblieben ift. Ein kräftiger Regen hat allen Fruchtarten gerade in der Zeit ihres Schossens gefehlt. Das gesamte Obst' hat trotz fehlender Riederschläge in den letzten beiden Wochen ein annehmbares Dickewachstum zu verzeichnen und verspricht vorzügliche Qualitätsware zu werden. Der Behang ist verschieden. Das Fallobst wird von Händlern bereits aufgekauft, die für den Zentner durchschnittlich 1,50 bis 1,80 Mk. bezahlen. In den Gärten macht sich die Trockenheit ebenfalls sehr bemerkbar. Die Bohnen und Gurken beginnen gelb zu werden. Die Raupen treten jetzt stärker an den Kohlgewächsen auf und setzen das Demichtungswerk der Erdflöhe fort. In dem gleichen Maße wie die Wespen treten auch in ungeheuren Massen die Schnaken auf, die zu einer großen Plage geworden sind. Das laufende Iahr ist ein Haselnußjahr; die Büsche sind übervoll behängen. : Aus dem Busecker Tal, 28. Aug. Die Getreideernte ist in unserem Tal beendet, die Felder sind geräumt. Zum größten Teil ist die Frucht schon gedroschen. Die Landwirte sind mit der Ernte zufrieden. Der Körnerettrag ist gut. dagegen ist das Stroh in der Länge etwas zurückgeblieben, was auf den Mangel am notwendigen Regen zurückzuführen ist. — In dieser Woche hat die Grummeternte begonnen. Da der Sommer im allgemeinen trocken war, ist hier nur mit einer Mittelernte zu rechnen. Auf feuchten Wiesen ist der Erttag entsprechend, dagegen ist auf trocken gelegenen Wiesen wenig gewachsen. In dieser Zeit macht sich ein großer Mangel an Grünsutter bemerkbar. Der dritte Kleeschnitt bleibt ganz aus, und so sind die Landwirte genötigt, die Dickwurzeln zu entblättern und zur Fütterung zu verwenden. LJ Hungen, 28. Aug. Die räumlichen Verhältnisse wie' überhaupt die unzweckmäßige Lage und Umgebung unseres Krankenhauses entsprechen schon seit langem nicht mehr den Anfor- berungen der Reuzeit. Der Stadtvorstand be schloß deshalb vor kurzem den Bau eine neuen Krankenhauses. Der Bauplatz i t bereits cmgekauft worden, und die ersten vor - bereitenden Arbeiten sind im Gange. Das all.' Haus hat der benachbarte Landwirt Moll käuflich erworben. s. Atphe, 28. Aug. Rachdem nun einen Monat lang auch unser Ort dem neugeschaffe- nen großen Po st bezirk „Friedberg- Land" angehört, kann man feststellen, daß diese Reuerung sich sehr zum Vortell der Einwohnerschaft bewährt. Da der Postkraftwagen zweimal täglich kommt, erhält man zweimal am Tage Post. Wichtige Schreiben können am gleichen Tage beantwortet werden. Besonders zu begrüßen ist, daß auch Sonntags Post hierher- gelangt. Da gleichzeitig die hiesige Posthilfö- stelle in eine Poststelle umgewandelt wurde, können nun auch Geldzahlungen und Pakete hier aufgegeben werden. Der Dienst der Poststelle wird von dem seitherigen Inhaber, dem Landwirt Friedrich Filsinger, weiter versehen. Die Zustellung besorgt an Stelle des Landbrief - trägers Hofmann, der nach Friedberg versetzt wurde, Wilhelm Sack von hier. s. Trais-Horloff, 28. August. Das Storchnest auf dem Wohnhause des Landwirts Hermann B e 1 tz e r, das lange Iahre hindurch leer stand, wird nun seit mehreren Iahren wieder regelmäßig bezogen. Das Storchenpaar, das in diesem Iahre Drei Imrge ausgebrütet hat, hat nun auch die Reise nach dein Süden angetreten. # Aus dem oberen Horlofftal, 28. Aug. Die Grummeternte hat begonnen. Die geringen Niederschläge der letzten Zeit haben den Grac- wuchs nicht gefördert. In dürren und trockenen Lagen ist der Grasstand sehr gering. Ausgesprochen feuchte Wiesengründe haben prächtiges Futter. Während sonst der dritte Kleeschnitt Futter genug brachte, ist er Heuer ganz ausgefallen und der zweite Schnitt mar kurz. Man ist deshalb in diesem Jahre wieder dazu übergegangen, die Dick- wurz zu blättern und sie mit Futtermais zusammen geschnitten zu verfüttern. Schnell sind die Stoppelerbsen aufgelaufen. Doch macht sich auch bei ihnen die große Dürre bemerkbar. Hier könnte ein durchweichender Regen Wunder wirken. Als Folgen der großen F u 11 e r m i 11 c l n o t ist die Nachfrage nach Dörrfutter noch weiter gestiegen. Der Preis für gutes Bergheu hat sich seit der Ernte gerade verdoppelt. Gegenwärtig wird für süßes Heufutter 7 bis 7,50 Mark bezahlt. Am besten haben Kartoffeln, Dickwurz und Zuckerrüben die lange Trockenheit überstanden. Nachdem die Erdfloh- und Raupenplage an den Kohlpflanzen vorbei ist, macht sich in einzelnen Gemarkungen die Kohlhernie unangenehm bemerkbar. Die Ob st bäume zeigen ganz verschiedenen Behang. Von Obstbaumschadlingen hat in diesem Jahr nur der 21 pje 1 ro i cf l e r einigen Schaben angerichtet. Die Walnußbäume hängen in zugiger Höhenlage voller Nüsse, während Bäume in geschützten Niederungen fast gar keinen Ertrag brin- Dämonen der Zeil. ZRoman von Arthur Brausewetter. 16 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Frau Reichenbach trat in das Zimmer und brach bei der ersten vorsichtigen Andeutung haltlos zusammen. Sie hatte ihren Mann mit rührender, kritilloser Liebe geliebt. Keiner seiner Schwächen und Verirrungen, auch die der letzten Iahre nicht, unter denen sie so namenlos litt, hatte diese Liebe zu erschüttern vermocht. Mit seinem Hinscheiden war die Aufgabe und das Ziel ihres Lebens vernichtet. Edith war zu selbständig, als daß sie ihr hätte etwas sein können. Die beiden Frauen standen sich fern, jede ging ihren eigenen Weg. Was sie band und einte, war der Vater und die Sorge um ihn gewesen. Run war alles vorbei. Der Mann, dem seines Vaterlandes Leid das Herz gebrochen, ihn abwärts geführt in die Tiefen einer unverständlichen Lebensweise, war an einem stillen Sommersonnlag in die alte Familiengruft der Reichenbachs gebettet, um auszuruhen von allem, was ihn unstet und heimatlos auf der entarteten Erde gemacht. Das Leben ging seinen gewohnten Weg. In dein Handelshause Reichenbach & Co. raschelten die Federn, klapperten die Maschinen, läuteten die Fernsprecher, fertigte man Konnossemente aus, stellte Tabellen und Versicherungen auf. llnb nur wenige vermißten den alten Mann, der des Abends um fünf Ahr durch die Kontorräume schtttt, seinen Angestellten sein tttterliches „Guten Abend, meine Damen, guten Abend, meine Herren!" bot und sich dann still und unmerkbar in sein Privatkonten: zurückzog, mit doppeltem Fleiß und rastlos schneller Arbeit versäumte und vergeudete Stunden cinzuholen. Herr Faßbender aber sah dem vereinsamten Sessel an den gegeneinander gestellten Schreibtischen von morgens bis abends gegenüber, fertigte Herrn Pintscher und die übrigen Angestellten in seiner kühlen Art ab, setzte feinen Ramen unter die eingegangenen oder ausgehenden Briefe, die man ihm vorlegte, und merkte gar nicht, daß der Stuhl da drüben leer war. weil er es für ihn schon feit langer Zeit gewesen war. Klaus Körbers Auszeichnungen. Faßbender entbot mich heute zu sich. Ich habe es längst gewußt, daß mir die Sonne seiner Gunst nicht leuchtet. Aber so geschäftlich zuge- knöpft, so von oben herab hatte er sich doch noch nie gezeigt. Der Pascha muß mich verpetzt haben. Gewiß aus Eifersucht. Die kleine Fink weiß, daß sie mir schadet. Aber sie weiß auch, daß ich für eine ungestörte Stunde oben auf ihrem verschwiegenen Zimmer, für einen heimlichen Druck ihrer kleinen Hand unter der Pultkante alle Mißgunst des Paschas, wenn es sein muß, auch die des hohen Chefs mit Freuden hinnehme. Oder war es vielleicht ein anderer Grund, der mir Faßbenders letzten Rest von Zuneigung geraubt hat?... Edith?... Ich habe sie alle diese Tage hindurch kaum gesehen und nie gesprochen. Ist es Absicht, daß ich sie meide?... Ansinn, ich liebe sie nicht. Es wäre Rarrheit. Sie selber hat die Kluft auf- gedeckt, die zwischen uns gähnt. „Welten trennen uns." — Genau so hat sie gesagt. Sie mag recht haben. Um eine Edith zu lieben, müßte man ein in sich geschlossener Mann sein. In mir aber ist vieles noch in der Gärung... Ich fühle das jetzt noch öfter als je. Aber ich gönne sie diesem Federfuchser nicht. Ich kann es nicht begreifen, daß sich das freie, stolze Weib dem Unfreien verschandeln foll: Keine Sünde habe ich mein Leben lang so gehaßt wie die wider die Ratur. Ist es die Stimme des Alten, die aus mir spricht? Fort mit diesem Gedanken! Gestern sind die Handwerker in das alte Patrizierhaus in der Drotbänkengasse eingezogen. Im Kontor erzählte man, daß sie es für das junge Paar neu einrichten. Die Wohnungsfrage, die der Heirat so lange entgegenstand, ist nun gelöst. Der Alte stört den Schwiegersohn und seine Flitterwochen nicht mehr. Frau Reichenbach wird bei ihrer Tochter wohnen bleiben. Das oberste Stockwerk ist ihr Vorbehalten; auch das macht bauliche Veränderungen notwendig. Deshalb hämmern und feilen sie auch den ganzen Tag, poltern die Treppen auf und ab, schaffen allerlei Gegenstände hinauf, hinunter, daß es oft ist, als wäre die Hölle über einem losgelassen. Die anderen scheint es wenig zu stören. Sie schwatzen, als wäre es ihnen gerade recht, daß ein so lustiger, alles verschlingender Lärm um sie her ist. Rur mich macht er toll, läßt mich mitten im Satze stocken, wenn ich die wichtigsten Frachtverträge auszuarbeiten habe, oder mitten im Worte, wenn ich mit den Schiffsmaklern über die Konnossemente verhandele. Dabei flammert sich jeder Gedanke immer an dasselbe, und eines wird mir zur unumstößlichen Gewißheit, daß ich fort von hier will... fort muß ... sobald als möglich. * Ich habe meine Kündigung eingereicht. Vielleicht war es nur ein Zuvorkommen; denn der Pascha machte mir mit widerwärtigem Blinzeln seiner Luchsaugen eine nicht mißzuverstehende Andeutung von einer „gewissen Rervosität", und daß Herr Faßbender an meinen letzten Korrespondenzen mehreres auszusehen gehabt hätte, für das ihm dann immer die Verantwortung auf- gebürdet würde. Run, seine Schultern find wulstig I genug, sie zu tragen. Aber gleichviel... Ich zog die Konsequenz. Ich bin bereit, auch noch andere 1 zu ziehen, soweit es fein foll. ---- Es ist schneller gekommen, als ich gedacht. Herr Faßbender entbot mich wiederum. Kälter und kürzer noch als damals eröffnete er mir, daß er mein Gesuch erhalten und bewilligt hätte. Ich könnte, wenn es mir lieber wäre, auch bereits vor dem vereinbarten Termine gehen. Kein persönliches Wort. Eine merkbare Absichtlichkeit, alles auszuschalten, was an vergangene Zeiten erinnern konnte. And dabei weih er, wie nahe ich dem einstigen Herrn dieses Hauses gestanden, und ist nicht einmal Inhaber. Edith ist zur Erbin des Geschäftes ernannt... heute morgen hat es mir die kleine Fink erzählt. And mit einemmal, gerade als er sich erhob und mir zum Zeichen, daß unsere Anterredung beendet wäre, mit einer Lässigkeit, die an Verächtlichkeit grenzte, die schmale Hand reichte, schoß es mir durch den Kopf, brauste es mir durch das Blut mit einer Gewalt, die mich nun beherrscht, fast wie eine Zwangsvorstellung, und deren unheimliche Bestimmtheit mit jeder Stunde wächst: Dieser Mensch soll Edith Reichenbach nicht besitzen! And wenn... Ich liebe sie nicht. Sie wird nie mein eiaen sein. Ich weih es. Aber er soll sie auch nicht haben. Soll niemals seine gierigen Arme um diesen stolzen Leib Hammern, niemals diese herbe Schönheit, an der alles unberührt ist und rein, durch feine Umarmung schänden! Warum es mit einemmal so unumstößlich fest bei mir steht, ich verstehe es selber nicht. Es ist, als ob es der Geist ihres Vaters in mir wachgerufen hätte. Als ob es das heilige Vermächtnis feiner letzten Stunde an mich wäre. * Ich glaubte, Edith wer weiß wie lange nicht mehr gesehen zu haben. Gestern rechnete ich nach, da ergab sich, daß es erst drei Tage her waren, dah ich sie sprach. Anglaublich, daß einen eine so kurze Frist eine Ewigkeit dünken kann, während sonst die Stunden jetzt oft so qualvoll langsam schleichen. Zwar war unsere Begegnung nur flüchtig... auf der Treppe, als sie in das Auto steigen wollte, das vor der Tür ihrer wartete... vermutlich um Besorgungen für ihre Aussteuer zu machen. Gar schon für die Hochzeit. Aber nein ... die foll ja noch hinausgefchoben werden... einmal wegen des Trauerfalles, dann auch, weil ja oben alles noch nicht fertig ist. Erst im Ro- vember foll sie fein... Im allerengsten Kreise ... Dann will das junge Paar eine weite Reise machen. Die lustige Fink zwitscherte es mir in die Ohren, als ich gestern nach Geschäftsschluß mit ihr zur Rächt ah. Sie hatte alles wieder so hübsch und fein her- gerichtet. Blumen auf dem Tische und an den Fenstern, ein ganz einfaches Mahl, aber mit so viel Liebe bereitet und mit so viel Anmut gereicht. Etwas Anerwartetes geschah. Die alte Marieke erschien in meiner Wohnung, als ich eben vom Mittagessen in der „Concordia" zurückkehrte, und überbrachte mir einen Brief. Don Edith... Ich habe bisher nie etwas Schriftliches von ihr empfangen, kannte ihre Züge nicht einmal... diese steilen, stolzen Züge, denen man die Damen» Hand nicht anmerkt, in denen etwas so Verschlossenes liegt, dah ich sie immer wieder ansehen, sie immer wieder lesen muhte, obwohl sie nur die wenigen Worte enthielten: „Ich bitte Sie, mich heute abend gleich nach Geschäftsschluh zu einer wichtigen Anterredung besuchen zu wollen." Zu einer wichtigen Anterredung! Was kann es sein? Was kann sie von mir wollen? Edith trug ein schlichtes Trauerkleid, dessen düstere <$arbe sie blühender und größer machte, als sie es an sich schon ist. In ihren Blicken, in jeder ihrer Bewegungen ist immer etwas Gemessenes. Aber vielleicht liegt gerade Darin das Anziehende ihrer Erscheinung... Für mich wenigstens. Sie bot mir keinen Platz und setzte sich selber ni J5ie wollen von uns gehen?" fragte sie ohne jede Einleitung. And ich merkte sofort, dah sie mein Entschluh überrascht hatte. Dis dahin hatte ich geglaubt, daß sie ihn als etwas Selbstverständliches, etwas aus Der Lage der Dinge mit Rotwendigkeit Hervorgehendes betrachtet hätte. „Es war mir, nachdem Der Platz Ihres Herrn Vaters leer geworden, nicht mehr möglich...“ erwiderte ich. „Jetzt gerade hätten Sie bleiben müssen." Etwas Bestimmtes, fast Befehlendes war in ihren Worten. „Ich hatte das Gefühl, dah man meine Kündigung gern sah, sie mir nahelegen wollte." „Wer wollte das?" „Der Leiter unserer Abteilung, Herr Rimmer- satt." „Er ist ein Angestellter," sagte sie. „Aber auch der Chef." „Die Erbin des Geschäftes bin ich.' Mit einer vielleicht unwillkürlichen, aber doch leicht auf trotzenden Bewegung warf sie den Kopf in Den Racken. „Ich wußte es. Aber baß Sie Wert auf mein Bleiben legen könnten —" „Das haben Sie nicht gewußt? Rach allem, was wir miteinander durchgemacht haben — nachdem ich Ihnen mein ganzes Vertrauen geschenkt und Sic in mein Schicksal habe blicken lassen, was ich nie einem anderen gegenüber getan habe? Ich hätte erwarten können, dah Sie mit mir sprachen, bevor Sie Ihren Entschluß faßten." (Fortsetzung folgt.) Der Ge der einen zu stellen können. über der Wasseroberfläche von den Pfeilern gehalten worden wäre, so daß sie auch bei Stürmen eine große Sicherheit vor Uebcrflutungen geboten hätte. Es stand wohl noch nicht fest, ob diese 800 Meter tiefe 3nfcl an einigen Stellen des Atlantischen Ozeans fest auf den Meeresboden gestellt werden konnte, oder ob man fie durch ein Dojensystem hätte festmachen müssen. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt ,0tr. 61 vom 27. August enthält: Straßensperre. — Straßensperre-Aufhebung. — Verfassungseier 1929. — Feldbereinigung Lich. — Dienstnachrichten. erhoben. _ , # Södel, 28. Aug. Der hiesige Gesangverein, Mitglied des Wetterauer Sängerbundes, feiert im nächten Jahre das Fest seines 89jährigen Bestehens. Gleichzeitig begeht er dann seine 85jährige Fahnenjubelfeier. Es ist beabsichtigt, eine neue Fahne anzuschaffen und das Wertungsbundessingen des Sängerbundes r übernehmen, ilnfer Gesangverein ist einer der Wasser kriegt Balken! Flughäfen auf offenem Meer. — Wie die schwimmenden Inseln aussehen werden. Oie erste Insel schon im Bau. - Kostenpunkt: 6 Millionen Mark. - Geld von den General Motors. Von Or. Siegfried Kurth. schlossen hätten: dort sollte dann das Wasserflugzeug in einem sicheren Hafen niedergehen ,, A toir0 oie । können. Es war aber auch geplant, eine tief in betten Stilen den Ozean hinabtauchende Insel zu errichten, - - San«" I bie Konstrukteure stützten sich dabei auf die ^at- fache, daß selbst tne stärksten Stürme mir die Wasseroberfläche aufpeitschen, während schon in einer Tiefe von 50 Meter die See ruhig ist. Pfeiler von 800 Meter Höhe sollten in ihren oberen Teilen mit großen Luftkammern versehen werden, die sie schwimmfähig gemacht hätten: über Diese Stützen wollte man dann eine fest auf ihnen liegende Stahlfläche von 450 Meter Breite und 250 Meter Länge legen, die 12 Meter Gemeinschaftsverbandes der Pilgermission für Hessen bekannt für das am nächsten Sonntag in Alsfeld stattfindende Jugend- und Posaunensest. Weiter teilte der Vorsitzende mit, dah die vertragsmäßig vereinbarte Hebergabe des neuen Postaebäudes an den Betrieb der Postverwaltung zum 1. Oktober d. I. nicht möglich sein wird infolge nicht rechtzeitiger Inangriffnahme der Montagearbeiten für das Selbstanschlußamt durch die Firma Siemens & Halske, die bis jetzt trotz mehrfacher dringender Mahnungen mit den Arbeiten noch nicht begonnen habe. Die Stadt werde jedoch die Miete von dem vertragsmäßig vereinbarten Zeitpunkt ab beanspruchen, da der Neubau bis dahin von der Stadt ordnungsmäßig fertiggestellt sein werde, und die nicht rechtseitige Inbetriebnahme nicht auf ein Verschulden der städtischen Bauleitung zurückzufuhren sei. H- Alsfeld, 28. Aug. Das unter Leitung von Oberreallehrer Dotter stehende Als - selber Iugenborchester trat nach längerer Pause am vergangenen Samstagabend mit einem Konzert wieder in die Oeffentttchtett. Es wurde diesmal ein „Wiener Abend geboten nut den Weisen unserer großen Wiener Meister Johann Strauß, Ziehrer, Zeller, auch Mozart war vertreten mit dem entzückenden Menuett in ts- Dur. Herr stud. Ploch brachte zwei Soli für ! Violine von Fritz Kreisler zu Gehör, die außerordentlich lebhaften Beifall fanden. Sämtliche Darbietungen wurden in präziser Ausführung mit Schwung und feiner Empfindung gegeben. Welch großer Sympathie sich die junge Kunftler- schar in der Öffentlichkeit erfreut, geht aus der Tatsache hervor, dah das Konzert, das un kleinen I Saale des „Deutschen Hauses" stattfand, so stark Strafkammer Gießen. Gießen, 27. Aug. In der Nacht oom 22. auf den 23. Januar 1929 wurden oerschiedenen Einwohnern von Haingrünbau Hühner und Gänse aus den Ställen gestohlen. Der Verdacht'der Täterschaft fiel alsbald auf einen jungen Mann aus der Umgegend. Er gab bei feiner Festnahme zuerst an, er sei in der fraglichen Nacht in Hanau gewesen. Als ihm die Unrichtigkeit dieser Behauptung nach- gewiesen wurde, erklärte er, er habe die Nacht bei einer Familie in Niedergründau zugebracht: er leugnete, zu der Zeit der Diebstähle in Ham- grünbau gewesen zu sein. Auf Grund eines umfangreichen Indizienbeweises erachtete ihn das Amtsgericht des schweren Rückfalldiebstahls für überführt und verurteilte ihn zu zwei Jahren Zuchthaus. Nach eingehender Beweisaufnahme kam auch die Strafkammer zu der Feststellung, daß der Angeklagte die Hühner und Ganse gestohlen habe und milderte lediglich mit Rücksicht auf seine Jugend die Strafe auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis. Wegen Urkundenfälschung in zwei Fällen war der Bürgermeister eines Landstädtchens zu zweimal 150 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Das Gericht hatte festgestellt, daß er im April 1929 auf einen Unterstützungsantrag eines Einwohners und auf einer Erinnerungskarte das Datum „3. Januar" in „31. Januar" geändert hatte, um die lange Zeit der Nichterledigung dieses Antrags durch ihn beim Kreisamt kurzer erscheinen zu lassen. Auch die Strafkammer hielt den Angeklagten trotz seines Leugnens für überführt, nahm aber zu seinen Gunsten eine fortgesetzte Handlung an und erkannte demgemäß auf 200 Mark ©elöftrafe an Stelle eines Monats Gefängnis. Amtsgericht Gießen. Gießen, 23. Aug. Am letzten Himmelfahrttage machten ein Uhrmacher aus Frankfurt nebst seiner Begleiterin, sowie ein Fabrikant aus der Umgegend mit ihren Kraftfahrzeugen, einem Motorrad bzw. einem Lieferauto, Besuche in Klein- Linden bzw. Gießen. Letzterem eilte es offensichtlich, denn er überholte auf der Straßen zwischen Großen-Linden und Klein-Linden einige Radfahrer und dann auch den genannten Motorradler, verstieß aber dabei erheblich gegen die Heberholungsvorschriften. Schon an den Radfahrern, die auf der äußersten rechten Seite der Fahrstraße eng nebeneinander ihre Fahrt nahmen, fuhr der ebenfalls rechts fahrende Autofahrer derart nahe vorüber, dah diese sofort ihrem Unwillen über das unvorschriftsmähige Ueberholen Ausdruck verliehen. Insbesondere wurden sie dadurch gefährdet, daß der Autogen. Die guten Spätkartoffelaussichten haben bereits den Preisstand der Ferkel beeinflußt. Obwohl das Angebot an Jungtieren in letzter Zeil immer größer wird, sind die Preise ziemlich dieselben geblieben, da die verhältnismäßig guten Fettschweinpreise zur Mast reizen. . s. Aus dem mittleren Ho rlos ftal. 28. Qlug. In den Wiesengründen unseres TalS hat allgemein die ©rummete rnte eingesetzt. Wo in den Riederungen an der Horloff die De- wässorung der Wiesen durchgeführt werden konnte, ist mit einer Mittelernte zu rechnen. Wo diese Möglichkeit nicht bestand, ist der Graswuchs jedoch äußerst spärlich. Infolge der sommerlichen Hitze dürfte die Ernte in wenigen Tagen beendet sein. — Die Erdslöhplage dauert unvermindert weiter, so daß vom F rühkraut nun keine Erträge mehr zu erwarten sind. Infolgedessen sieht man Händler mit holsteinischem Weiß- und Rotkraut durch die Ortschaften fahren. Hier und da beabsichtigen die landwirtschaftlichen Genossenschaften, auch spätes Kraut im Waggon schicken zu lassen, damit die Haushaltungen ihren Bedarf an Sauerkraut einschneiden können. Kreis Friedberg. Die glatte ileberfliegung des Stillen Ozeans durch das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat den Bestrebuiwen, einen Luftschnellverkehr über die Weltmeere zu organisieren, einen neuen, mächtigen Antrieb gegeben. Ein finanzkräftiges amerikanisches Konsortium, zu dem auch die General Motors Co. gehört, steht im Begriff, den regelmäßigen Flugverkehr über die Ozeane durch die Anlage schwimmender Flughäsen auf offenem Meer zu ermöglichen. f Wirtschaft. Umfang und Ertrag der deutschen Landwirtschaft. Wie wird die neue Ernte? Diese Frage bewegt nicht nur alle Landwirte xnb Volkswirt - schastler, sondern das ganze dei tjche Volk, denn chliehlich müssen wir ja davon leben. Das heißt, leben können wir nicht davon, auch wenn wir eine Rekordernte hereinhekämen, denn wir sind seit vielen Jahrzehnten auf Einfuhr angewiesen. Während noch im 18. Jahrhundert zwei Drittel der deutschen werktätigen Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt waren, ist es heute nicht mehr die Hälfte. Zudem hat man uns durch den Versailler Vertrag den siebenten Teil unseres Grund und Bodens, nämlich 68 000 Quadratkilometer von 540 000 abgenommen, so daß Deutschland nur mehr 472 000 Quadratkilometer groß ist. Gleichzeitig aber muh dieses Land genau so viele Menschen, nämlich 46 Millionen, ernähren wie das kaiserliche Deutschland im Jahre 1914. Rund 4,7 Millionen landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaften 28 Millionen Hektar. An der Spitze steht das Ackerland mit 22 Millionen Aktar, dann folgen die Forsten mit 11,8 Millionen Hektar. Wiesen sind noch 5,2 Millionen vorhanden, Weideland 2,4 Millionen Hektar, ferner 517 000 Hektar Gartenland und 100 000 Hektar Weinberge. Moor, Oedland und Wege, Wasserstraßen usw. sind mit 3,77 Millionen Hektar, Haus und Hof mit 525 000 Hektar zu registrieren. Uns interessiert natürlich in erster Linie das Ackerland. Wie und womit es bebaut ist und was es einbringt, wollen wir wissen. Von den 28 Millionen Hektar, welche den 4,7 Millionen deutschen landwirtschaftlichen Betrieben angehören, sind zuerst einmal 5,2 Millionen Hektar Wiesen. Die gleiche Fläche ist mit Winterroggen bepflanzt. Hafer folgt mit 3,6 Millionen Hektar. Kartoffeln mit 3 Millionen Hektar, Klee mit 1,7 Millionen, Winterweizen mit 1,58 Millionen, Gerste mit 1,45 Millionen Hektar. Zum Schluß folgen Sommerweizen mit 130C00 Hektar, und Sommerroggen mit 110 000 Hektar. Im ganzen sind 63,4 Prozent der gesamten Fläche unseres Landes landwirtschaftlich irgendwie genutzt. Im Jahre 1900 waren es noch 64,8 Prozent. In den Gärten werden 1,7 Millionen Hektar mit Hülsenfrüchten und 4.2 Millionen Hektar mit Gemüsen bepflanzt. Die neue Ernte läßt sich natürlich nicht genau berechnen, well man die Schäden nicht kennt, die Hagel, Kälte. Frost. Regen usw. dem Getreide und den anderen Pflanzungen zugefügt haben. Immerhin weih man, dah heutzutage ganz erheblich mehr geerntet wird als z. D. im Jahre 1923. Damals kamen herein 6,1 Millionen Tonnen Hafer, im vorigen Jahre waren es 7 Millionen Tonnen. Aehnlich verhalten sich die anderen Ziffern (die Zahlen des Jahres 1923 erscheinen in Klammern): Weizen 3,8 Mill. To. (2 9 Mill. To.). Gerste 2,9 Mill. To. (2,1 Mill. To.), Roggen 8,5 Mlll. To. (6,7 Mill. To.). Kartoffeln 41,3 Mlll. To. (32,6 Mill. To.). Ferner wurden im vergangenen Jahre geerntet 8.7 Mill. To. Zuckerrüben, 22 Mill. To. Futterrüben und 34,5 Mlll. To. Futterheu. Diese hier genannten Summen reichten nicht ganz aus. um unseren Bedarf zu decken. Unsere Ausfuhr anGetreide usw. ist so gering, das; I sie fast gar nicht ins Gewicht fällt. Dagegen * sammlung soll zum 30. September ü.J. einberujen ten, ohne einen Platz zu erhalten. Das ^mzert wurde daher am Dienstagabend mit dem gleichen Programm wiederholt und erfreute sich wieder eines recht guten Besuches — ■ Alsfeld, 28. August. Im nahen Drauerschwend war ein Landwirt beim Einfahren des Getreides. Während er auf dem hochbeladenen Wagen stand, gabelte der Knecht die Garben heraus. Plötzlich geriet die auf gelaßene Frucht in Brand, und im Ru stand der ganze Wagen in Hellen Flammen. Dem Landwirt gelang es rechtzeitig abzuspringen. Die beiden eingespannten Pferde konnten nur mit größter Mühe befreit werden. Der Wagen brannte bis auf die Eisentelle nieder. Die Ursache des Brandes ist noch nicht aufgeklärt. führer nach dem Ueberholen viel zu frühe sich wieder nach rechts wandte. Die Radfahrer nahmen sich vor, in ihm Auge zu behalten, und wurden auf diese Weise Augenzeugen des heule zur Verhandlung stehenden Autounsalls, denn der angeklagte Autoführer hat einige Minuten päter den erwähnten Motorradfahrer ganz auf dieselbe vorschriftswidrige Weise überholt. In diesem Falle streifte er aber das Motorrad, statt in gehörigem Abstand an ihm vorüberzusahren, o daß der Motorradsahrer und seine mit ihm ährende Begleiterin zu Fall tarnen und sich erheblich verletzten. Beide wurden bewußlos: sie konnten deshalb über Einzelheiten bestimmte Angaben nicht machen; desto genauere Auskunst wußten aber die Radfahrer zu geben. Darnach steht außer allem Zweifel, dah nur der Angeklagte den Unfall veranlaßt hat und dessen Folgen tragen muß. Er erhielt wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verstoße gegen Vorschriften der Krastsahrzeuggesetzgebung eine Geldstrafe von 15 0 Mark. Ein anderer Vorschlag von deutscher 1 ©eite wies im Jahre 1927 auf die großen konstrukt iven Schwierigkeiten solcher ' Ungetüme hin. Der Erfinder wollte die großen Ozeandampfer und Flugzeugmutterschiffe zu Zwischenstationen ausgestalten. Diese Schiffe können mit Flugbahnen von 320 Meter Länge und 40 Meter Breite versehen werden; bei Sturm wären sie von der Verankerung zu lösen und mit der Kraft eigener Maschinen gegen den Wellengang zu stellen. Rach dem deutschen Plan sollten fünf derartige Schiffe auf 6000 Kilometer Flugstrecke verteilt werden. Die Amerikaner wiederum wollten ähnlich den großen Flugzeugmutterschiffen Pantons von 600 Meter Länge benützen. Aus derselben Zeit stammt das phantastische Projekt eines deutschen Majors, der besonderen Wert auf die Sicherheit des Verkehrs und die Rettungsmöglichkeiten notlandender Flugzeuge gelegt hat. Sein Plan, in je 50 Kilometer Entfernung Damtzfer aufzustellen, ist natürlich finanziell völlig unmöglich. Er hatte sich em gigantisches Projekt ausgedacht, aus 21 europäischen und asiatischen Staaten für den europäischen Startplatz und aus Kanada, Mexiko und allen Teilen der Vereinigten Staaten für den amerikanischen Abflugshafen einen Zubringerdienst zu organisieren, der aus allen Teilen der Alten und der Reuen Welt täglich genügend Fahrgäste herbeischaffen - sollte, um mit ttnen alle halbe Stunde ein Flugzeug zu füllen. Rach seiner Meinung hätte bei einer Fahrtdauer von nur 44 Stunden und einem Fahrpreis von sage und schreibe 600 Mark bald ein Massenverkehr einsehen müssen, der es rentabel machen sollte, schließlich Flugzeuge in Abständen von fünf Minuten über den Ozean zu schicken! Es ist verständlich, dah dieser Erfinder, der seine Plane immer wieder allen deutschen Fluggesellschaften vorgelegt hat, dort wenig Gehör fand. Run haben die Amerikaner beschlossen, schon im Jahre 1930 die erste schwimmende Insel im Atlantik zu verankern. Der Plan, der zur Ausführung kommt, stammt von dem Ingenieur Armstrong aus Philadelphia. Es sollen in einer Entfernung von 600 Kilometer sechs oder sieben schwimmende Flughäfen angelegt werden. Ihr Preis wurde auf nur sechs Millionen Mark berechnet: wenn sie aber auch viel teurer wären, würde dies der unter* nehmimgslustigen amerikanischen Finanz gruppe kaum etwas ausmachen, da zu ihr auch die General Motors Co. gehört. Man hat die Ausführbarkeit des Projektes zunächst in Binnensees an Modellen erprobt. Zur Zeit wird m Fishing Creek bei Philadelphia die erste Ver- suchsinsel gebaut, die später zwischen dem amerikanischen Kontinent und den Bermudas, 600 Kilometer vom Festland entfernt, verankert werden wird. Die künstlichen Inseln werden soweit südlich angelegt, dah Eisberge sie nicht mehr bedrohen. Zwischen den schwimmenden Flughafen die eine nutzbare Fläche von etwas über 20 000 Quadratmeter erhalten, will man im Ozean verankerte schwimmende Leuchttürme anlegen, die den Piloten den «Weg weisen, zwischen diesen Stationen sollen auherdem Motorschiffe verkehren, um sofort Hilfe bei Unglücks- fällen zu bringen. Die Inseln werden von je 32 Säulen in einem Abstand von 30 Meter getragen: jeder Pfeiler soll einen Durchmesser von 31/, Meter erhalten: er wird durch einen Luftbehälter von 9 Meter Höhe und 10 Meter Durchmesser schwimmend erhalten. Unter den Säulen befinden sich wagerechte flache Scheiben, die durch ihr Gewicht den Schwerpunkt der Insel in die . Tiefe verlegen. Da die Flughäfen ganz flach sind werden sie Wind und Wellen keinen An- . griffspunkt bieten und auch bei schwerem Wetter : ruhig liegen. Die künstlichen Inseln sollen an i einer Anzahl nahe beieinander liegender *So]en - befestigt werden, die ihrerseits mit drei im Kreis i verteilten Ankern und mit Drahtseilen von fünf . Kilometern Länge am Meeresgrund festgemacht • werden. Wie ein Luftschiff am Ankermast, werden f sich die Inseln je nach der Windrichtung ein- ältesten Vereine der Wetterau. Kreis Büdingen. # ® e 11 c n a u, 28. Aug. Dieser Tage fand im Kriegkschen Saale hier ein L i e d e r a b e n b statt, dessen Ertrag zum besten der inneren Ausschmückung unserer in Renovierung befindlichen Dorfkirche bestimmt war. Es war für die -sehr zahlreich erschienenen Besucher em Genuß nicht alltäglicher Art, den Vorträgen von Frau Gutti Eymer--Böcker (Gesang) unter Mitwirkung von Frau Else Hedler-Pair an Frankfurt a. M. (Piano) zu lauschen, deren abwechselnde Vortragsfolge alle im Banne hielt. Reicher Beifall lohnte die kunstreichen Darbietungen. Pfarrer L a n d m a n n von hier dankte den beiden Künstlerinnen namens der Kirchengemeinde für das selbstlose Arbeiten im Dienste einer guten Sache. Kreis Scholten. # Wölfersheim, 28. Aug. mcinberat genehmigte in seiner letzten Sitzung den neuen Voranschlag, der einen Steuerausschlag von 30 600 Mk. vorsieht. Von je 100 Mk. Steuerwerk sind zu zahlen: von Grundstücken, Gebäuden und Bauplätzen 10 Pfennig, an Gewerbesteuer von Anlage- und Betriebskapital 80 Pf., vom Gewerbesteuerertrag 3,20 Mk., von landwirtschaftlich sowie gärtnerisch genutzten Grundstücken 34 Ps. An Sondergebäudesteuer werden von je 100 Mk. Grundwert 37,43 Pf. Der große Träumer Iules Verne, dessen Sehergabe vieles noch als Utopie schilderte, was inzwischen Wirklichkeit geworden ist, hat in seinem Roman „Die schwimmende Stadt" eine geheimnisvolle, mitten im Ozean schwimmende Ortschaft beschrieben, die den reichsten Männern als Erholungsaufenthalt dienen sollte. Run Plants man, in absehbarer Zeit eine größere Anzahl künstlicher Inseln mitten in den Weltmeeren zu errichten — freilich nicht als Luxuskurorte für Millionäre, denen Hawaii und andere paradiesisch gelegene Orte genügen, sondern zu dem Praktischeren Zweck, einen sicheren regelmäßigen Flugverkehr über den Ozean zu ermöglichen. Die erfolgreichen Flüge über den Atlantik riefen verfrüht die Hoffnung wach, dah ein regelmäßiger Flugverkehr von Kontinent zu Kontinent schon jetzt möglich sei, und auch die Weltreise des „Graf ZePPe 1 in hat dazu geführt, dah man sich ernsthaft über die Organisation ständiger transozeanischer Luftverbm- bungen unterhält. Dämpfend wirkt weniger die große Zahl der Flieger, die weniger Erfolg als Lindbergh, Chamberlin und Kohl hatten und ihr kühnes Unternehmen mit dem Leben bezahlen mußten, als eine Erwägung technischer Art, die den Ron-stop-Flug über den Ozean, diese große sportliche Leistung auf jeöen Fall als wirtschaftlich unrentabel erscheinen laßt. Infolge der langen Flugstrecken sind nämlich Flugzeuge und Luftschiffe gezwungen, unöer- hältnismäßig große Mengen Be- j triebsstoff mitzunehmen, die das Gewicht der Ruhlast sehr beschränken und meist mehrfach schwerer sind. Ein Flugzeug, das auf einer Strecke von 400 Kilometer sechs Fahrgäste befördern kann und dafür 200 Kilogramm Betriebsstoff braucht, mutz für den Heberfeeflug von 4400 Kilometer 2200 Kilogramm Betriebsstoff mitführen, also sich der Beförderungsmöglichkeit für ungefähr 30 Passagiere berauben. Dadurch wird jede Rentabilität unmöglich. I Schon vor mehreren Jahren erkannte man, daß es unbedingt notwendig ist, auch auf Ozeanflugen v Gedern 28. Aug Aus Grund der Vor- Zwischenlandungen vorzunehmen und den schläge der Prämiierungskommission für Hutwei- Brennstoff auf hoher See zu ergänzen. Das Ware den sind vom Minister für Arbeit und Wirt- aber nur möglich, wenn schwimmende Inseln ge- fdmft zehn oberhessischen Gemeinden Prämien schassen werden können. Erfinder aller Lander für gute Pflege und Bewirtschaftung ihrer Hut- beschäftigen sich mit diesem Projekt, und nun weiden anerkannt worden. Hierbei steht unsere gtfjen die Amerikaner ernstlich an den Bau Stadt mit einer Prämie von 150 RM. an erster dieser Inseln. Wie sich in wenigen btefer Stelle. Diese behördliche Anerkennung wurde tpian von der Htopie zur Wissenschaft und letzt hier mit Befriedigung ausgenommen. — Hnsere ,ur Wirklichkeit entwickelt hat, das ist eines der neuerbaute Jugendherberge geht ihrer interessantesten und schönsten Kapitel menschlichen Vollendung entgegen. Die inneren und äuße- Erfindungsgeistes. Im Jahre 1922 wurden der ren Arbeiten werden mit Ablauf dieser Woche französischen Akademie Entwürfe für den Bau fertig einer künstlichen Insel vorgelegt, die schon tn Kreis Alsfeld. allen Einzelheiten durchgearbeitet waren und als <**ftQIIölfifcun8a fft"zu ^richt^i sich "erstRlltte ^1927^5rnff^zösisch-belgische ginn der^Sih^ung^wurde ^v^ Standes rr 54 n i f nTiC^CDtQ wirklichen wollte? Zunächst sollte nur eine Insel an Stelle des verstorbenen Mitgliedes Georg ™ t <9 die nach dem Voranschlag zwi- Lang HL vom Vorsitzenden in sein Amt ein Millionen Mark gekostet hätte, geführt und verpflichtet. K*r Erhebung. der J$en Möglichkeiten wurden erwogen. Man Filialsteuer für das Rechnungsiahr £e£<^ j Errichtung eines schwim- 1 9 28 wurde beschlossen, die Steuer.auf Docks, bestehend aus hohlen Stahl- Grund der von dem betreffenden Gewerbetre f„ Mc in Hufeisenform aneinandergereiyt, benben zu Zahlenden endgültigem Gewerbesteuer 1 - ^itte einen schmalen Wasserraum emge- für 1928 zur Erhebung gelangen soll. Zu den m Wirtschaftskonzessionsgesuch en des Bäckers und Konditors Hermann Gun drum und des Gastwirts Philipp S t r a u ch^ wird die Dedürfnisfrage bejaht, da es sich in tz- z" "" , lediglich um den Hebergang einer bereits bestehenden Konzession handelt. Sür den Post- neubau wurden verschiedene Lieferungen, die freihändig erfolgt sind, genehmigt. Die Reu- herstellung des linken Bürgersteigs rm Zuge der gesamten A1 i c e st r a ß e bis zum Vreden ist notwendig geworden durch die von der Zollverwaltung im Bürgersteige vorgenommene Verlegung eines Kabelkanals für die Fernsprechkabel nach dem neuen Postamt. Entsprechend dem Vorschlag der Daukommission wurde beschlossen datz die Herstellung des Fußsteiges mit Basallstein- platten erfolgen sott. Der darüber vorgelegte Voranschlag von 9185 Mk. wurde genehmigt. Die Verlegung der Platten für diesen Dürgerftng und für den Posthof wurde der Firma H. Fullmer in Fulda übertragen. Ein weiterer Bor- anschlag übet die Befestigung eines Bürgersteiges mit Randsteinen in der Altenburger Straße m Höhe von 942 Mk. wird genehmigt und ber er- | forberliche Kredit bewilligt. — Die Instandsetzung des Kamins im alten Elektrizitätswerk, der in seinem oberen Teil Risse aufweist, wird dem Karl Pflug in Hffhausen bei Fulda zu seinem Angebot in Höhe von 930 Mk. übertragen. — Ein Gesuch des Volkskindergarten- Vereins um Bewilligung eines besonderen Zuschusses für das Rechnungsjahr 1928, dessen Rechnung mit einem Fehlbetrag abschlieht, wird zur Verhandlung in die nichtöffentliche Sitzung verwiesen. Verschiedene Rechnungen, soweit sieKre- bitüberfchreitungen ober freihänbige Vergebung von Arbeiten betreffen, würben genehmigt. Wetter wurde über einen Einspruch der Anlieger am Marktplatz wegen Heranziehung zu -den Bürgersteigkosten verhandelt. Der Einspruch wurde als unbegründet abgelehnt, da es sich im vorliegenden Falle um eine völlige Oleuanlage handelt, für welche die Anlieger nach den De- stimmungen des Ortsbaustatuts beitragspflichtig sind. Zu den gegenwärtig zur Ausführung gelangenden K a n a 1 i s a t i o n s a r b e i t e n wurde beschlossen, noch die Teilstrecke Schnepfenhain bis Rittergasse durch den Forsthof nachträglich zu kanalisieren, da sich dies als zweckmäßig im Zusammenhang mit dem übrigen Kanalnetz erwies en hat. Der darüber vorgelegte Voranschlag über 1 "Utz. Letzte Nachrichten. Am 30.3uni 1930 wird die dritte Zone geräumt. Haag, 29. Aug. (WTB. Eigener Drahlbericht.) Rach der heutigen Vormittagssihung des politischen Somitees wurde von den Teilnehmern an der Sitzung mitgeteilt, datzderTerminfürdieRäu. mung der dritten Zone nunmehr auf dcnZO. Juni 1 930 festgesetzt worden sei. „(5raf Zeppelin" in Lakehurst gelandet. Neu York, 29. Aug. (WTB. Drahtbericht.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist kurz nach 12 Uhr ZNLZ. über Neuyork eingetrofsen. — In Lake- hurst hat sich bereits in den frühen TNorgenstun- den eine riesige Menschenmenge angesammelt, um die Rückkehr des Lustschiffes von seinem Meltrund- fluge mitzuerleben. Zahlreiche Regierungsvertreler und über 100 Journalisten warten auf die Ankunft des Luftschiffes, während 450 Matrosen und Marine- soldaten unter Trompetensignalen Aufstellung nehmen, um die Landungsmanöver auszuführen. Gegen 13 Uhr MEZ. erschien das Luftschiff über dem Jlug- hasengelände. Rach einer Schleifenfahrt über Lakehurst schritt Dr. Eckener zur Landung. Um 13.10 Uhr MLZ. waren die Haltetaue ergriffen, das Luftschiff wurde von der bereitstehenden Haltemannschaft zur Erde gezogen. Die Landung erfolgte um 13 14 Uhr. muhten wir im Jahre 1928 einführen: 1,1 Mill. To. Mais, 1,8 Mill. To. Weizen, 800000 To. Roggen, 500 000 To. G e r st e und 150 000 To. Hafer. Man weih also nicht ganz genau, wie groh die Ernte in diesem Jahre sein wird, aber man kann sie doch ungefähr schätzen. Rach vorsichtiger Berechnung werden wir bis zum Oktober in unsere Scheunen bekommen: 6,8 Mill. To. Hafer. 3 Mill. To. Weizen. Kartoffeln wer- den auf 39 Mill. To., Zuckerrüben auf 8,3 Mill. To., Futterrüben auf 23 Mill. To. geschätzt. Alles in allem also keine schlechte Ernte. * Geringe Zunahme der Arbeitslosigkeit. Rach den endgültigen Berichten der Landesarbeitsämter weist die Zahl der Hauptunterstühungsempsänger in der Arbeitslosenversicherung in der ersten Augusthälfte zum ersten Male seit der Besserung des Arbeitsmarktes im Frühjahr und Sommer wieder eine leichte Zunahme auf und zwar um rund 5400 Personen oder 0,8 Prozent. Die Gesamtzahl der Hauptunterstühungsempsänger betrug am 15. August rund 716 000, von denen 200 000 Frauen waren. Die Zahl der weiblichen Hauptunter- stützungsempsänger ist in der Derichtszeit zurückgegangen, die der männlichen dagegen gestiegen. Auch in der Krisenunterstützung ist die Zahl der Hauptunterstühungsempsänger leicht gestiegen und zwar ebensalls um 0,8 Prozent. Auch hier ist bei den Frauen noch ein — allerdings kleiner — Rückgang zu verzeichnen, während die Zahl der männlichen Hauptunterstühungsempsänger stieg. Am 15. August befanden sich in der Krisenunterstützung 122 600 männliche und 31 700 weibliche, insgesamt 154 300 Hauptunterstützungsempfänger. • A. E. G. 3n der G.-D. war ein Kapital von 129.82 Mill. Mk. vertreten mit zusammen 85,72 Mill. Stimmen; davon entfielen auf die Stammaktien 74,18 Mill. Stimmen, auf die Vorzugsaktien Lit. A 6,12 Mill., und auf die Vorzugsaktien Lit. B 5,42 Mill. Stimmen. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab Geheimrat D ü - ch e r eine Erklärung ab, in der es u. a. heißt, dah für die Transaktion zwei Gesichtspunkte maßgebend gewesen seien, von denen sich die A. E. G. bei ihrem Vorgehen leiten lieh: Zur Ausnützung der Produktionskapazität, die gleichbedeutend ist mit einer Verringerung der Gestehungskosten, und zur Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für die Angestellten und Arbeiter seien gesteigerte Absatzmöglichkeiten nölig und zur Ausnutzung der Märkte eine Finanzierungsmöglichkeit erforderlich. Geheimrat Bücher wies darauf hin, dah das erste Ziel weniger durch Bildung internationaler Kartelle, die durch Außenseiter durchbrochen werden könnten, zu erreichen sei, als durch Zusammenarbeiten starker Kräfte. Die Idee dieser Transaktion sei im übrigen von der A. E. G. selbst ausgegangen. Eine finanzielle Verbindung sei notwendig gewesen, um eine Basis für eine dauernde intensive Zusammenarbeit zu schaffen. Es sei z. D. noch nicht zu beurteilen, welche Vorteile sich bei kommenden Verhandlungen für die A. C. G. ergeben werden; das müsse erst die Zukunft ergeben. Die Verwaltung sei fest davon überzeugt, dah die Verträge sich für beide Teile günstig auswirken werden. Die International General Electric Co. werde über ein beträchtliches 2lltien- paket verfügen, es liege jedoch nicht in ihrem Willen, die Majorität der A. E. G. zu erwerben, worüber bindende Abmachungen getroffen seien. 3n geldlicher Hinsicht werde diese Transaktion jedenfalls eine wesentliche Verbesserung der finanziellen Verhältnisse der A. E. G. bringen. 3n der Diskussion meldete sich lediglich ein Aktionär zu Wort, der verschiedene Aufklärungen verlangte. die aber nicht gegeben wurden, indem auf die früheren Erklärungen der Verwaltung verwiesen wurde. Die Transaktion wurde sodann einstimmig genehmigt und fünf Vertreter der I. G. E. Co. in den Aufsichtsrat gewählt, darunter Owen V o u n g. * Bankhaus Rauheim & Co.. Darm- st a d t. Unter Beteiligung mehrerer hundert Gläubiger fand am Mittwochnachmittag die erste Gläubigerversammlung des bekanntlich insolvent gewordenen Bankhauses Rauheim & Co statt. Der Vorsitzende, 3ustizrat Dender, erllärte eingangs, dah die Direktion der Discontogesell- schaft, Filiale Darmstadt, sich bereit erklärt habe, im 3nteresse der lokalen Geschäftsleute Engagements zu übernehmen, dah sie sich aber eine Rachprüfung der Konten Vorbehalte. Bisher sei es leider nicht gelungen, einen genauen Status aufzustellen. Unter Vorbehalt wurden folgende Ziffern bekanntgegeben: Aktiva u. a.: 545 000 Mk. Debitoren, 48 000 Mk. Wechsel, 6892 Mk. Kasse, 4300 Mk. Kupons, 88 820 Mk. Banken, 934 000 Mark Effekten, 71 000 Mk. Aktiva der Frankfurter Filiale. Darunter befinden sich an sicher- gestellten Forderungen 677 356 Mk. 3n Abzug gebracht wurden für dubiose Forderungen 234 556 Mark, so dah die Gesamtaktiva 905 000 Mk. betragen. Die Passiva sehen sich zusammen aus 580 000 Mk. Kreditoren, 12160 Mk. Devisen, 541 000 Mk. Bankforderungen, 1 140 000 Mk. Effekten. 59100 Mk. Hypothek auf das Grundstück, zusammen 2 333 060 Mk. Rach Abzug der sicher gestellten Forderungen und unter Berücksichtigung von 34 296 Mk. für rückständige Steuern und Personalverpflichtungen ergibt sich ein Passivsaldo von 1 690 000 Mk., so dah etwa 50—55 Prozent in die Masse kämen. Sehr unklar seien die Verhältnisse bei den offenen und geschlossenen Depositenkonten, hier scheine nicht alles in Ordnung zu sein. — Die Aussprache verlief auherordentlich lebhaft, und von verschiedenen Seiten wurde Einleitung des Konkursverfahrens verlangt. Schließlich wurde eine private Geschäftsaufsicht gebildet. 3n 14 Tagen soll eine zweite Gläubigerversammlung stattfinden. Direktor Gynnot von der Landwirtschaftsbank prüft seit einigen Tagen in behördlichem Auftrag die Bücher der Dank. * Frankfurts Anteil am Zusammen, bruch der Frankfurter Allgemeinen, lieber die Höhe der direkte.» oder indirekten Schädigung der Stadt Frankfurt durch den Zusammenbruch der Frankfurter Allgemeinen hatte ein sozialdemo- kratischer Dringlichkeitsantrag in bei letzten Frankfurter Stadtverordnetensitzung Auskunft verlangt. Wie Bürgermeister G r ä f im Namen des Magistrats mitteilte, beträgt Frankfurts Besitz an Aktien der Frankfurter Allgemeinen nur 64000 Mark, während sich im Geschäftsbereich der Hinterlegungsstelle Bürgschaften der Frankfurter Allgemeinen und ihrer Tochtergesellschaften über insgesamt 240 000 Mark befinden, die aus Frachtstundungen, Lieferantengeldern, Kautionen usw. bestehen. Nach Ansicht des Bürgermeisters werden diese Bürgschaften von der Allianz übernommen werden. * Uebernahrne-Dertrag Allianz- Frankfurter Allgemeine genehmigt. Das Reichsaufsichtsamt für Prioatversicherung hat in der Senatssitzung am Mittwoch die Genehmigung der zwischen der Allianz und Stuttgarter Verein- Dersicherungs-A.-G. und der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs-A.-G. abgeschlossenen Garantie- Verträge erteilt. Der Neuen Frankfurter Allgemeinen Versicherungs-A.-G. ist in der gleichen Sitzung die Genehmigung zur Aufnahme des Geschäftsbetriebes erteilt worden. Frankfurter Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Fr a n k f u r t a. M., 29. Aug. Tendenz: im Verlaufe wieder freundlicher. — Im Vormittagsverkehr war die Stimmung an der Börse recht unsicher. Die sich erneut ergebenden Schwierigkeiten im Haag drückten auf die Stimmung. Vor allem befürchtet man in Börsenkreisen, daß die deutsche Delegation sich zu größeren Konzessionen bereiterklären müsse, um auf der anderen Seite die Frage der Räumung zu beschleunigen. Daraufhin wurden Abgaben vorgenommen, so daß Abschwächungen nicht zu umgehen waren, doch zeigte zu Beginn des offiziellen Marktes die Börse ein freundlicheres Aussehen, da man den Glauben an einen günstigen Ausgang der Verhandlungen, der auch für Deutschland Vorteile von größerer Tragweite bringen dürfte, nicht verloren hatte. Mit Spannung verfolgt man den neueren Stand der Verhandlungen. Die anfänglichen Verluste konnten später nicht immer aufgeholt werden. Nur Spezialwerte traten stellenweise in den Vordergrund, denn hier wirkte sich die wiedererwachte Unternehmungslust der Spekulation in erster Linie aus. Ganz ohne Einfluß blieb heute das langsame Ansteigen der A r b e i t s l o s i g- k e i t im Reiche, und der uneinheitliche Schluß der gestrigen Neuyorker Börse. Die hiesigen Geld- marktverhältnisse waren aber unverändert günstig. Gegenüber der gestrigen Abendbörse war die Kursgestaltung nicht einheitlich. Bis 1,5 v. H. fester eröffneten Co'm merzbank, Buderus, Farben, Gesfürel, Rheinische E lektro und Deutsche Linoleum; Scheiden n st a 11 plus 2 v. H. Schwächer lagen Zell st off Waldhof mit minus 2,75 v. H. AEG., Li ch t & Kraft, Schuckert und Montanwerte gaben bis zu 1 v. H. nach. G l a n z st o f f gaben 2 v. H. nach. Renten still. Ablösungsschuld etwas fester. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft stark ein, die Grundstimmung war aber unverändert freundlich. Die Kurse lagen gut behauptet, zum Teil noch etwas gebessert. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 6 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1989, gegen Pfund 20,355, London gegen Kabel 4,8477, gegen Paris 123,945, gegen Mailand 92,68, gegen Madrid 32,96, gegen Holland 12,10. Berliner Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Derlin. 29. Aug. Die Defürchtungen hinsichtlich der Haager Verhandlungen, die ausschlaggebend für die Tendenz des heutigen Vormittagsverkehrs waren, und bei der Spekulation Unsicherheit und stärkere Zurückhaltung ausgelöst hatten, wurden ausgewogen durch die im Verlaufe des Vormittags einlaufenden Aus- land-Kauforders. Die D i s k o n t s o r g e n , die man sich nach dem gestrigen G o l d v e r l u st von 350 000 Pfund für London gemacht hatte, stellten sich gleichfalls als unbegründet heraus. Es war ja auch kaum anzunehmen, daß die Dank von England, nachdem sie schon so lange eine Diskonterhöhung vermieden hatte, ausgerechnet zum Ultimo die Geldsituation durch eine solche Maßnahme noch mehr komplizieren würde. Die heute vorliegenden Wirtschaftsbe r ichte der Deutschen Dank und der Diskonto- G e s e ll schäft brachten keine besondere Anregung. Auch die Zunahme der Arbeitslosenziffern, ebenso wie die höheren Ziffern der Güterwagengestellung und die Meldungen von festeren internationalen Geld- sätzen wurden nur zur Kenntnis genommen. Auf Grund der schon anfänglich erwähnten Auslandaufträge, wobei besonders Amerika mit stärkerem Kausinteresse aufgefallen sein soll, hatte man vorbörslich recht feste Kurse genannt. Wenn dann die ersten offiziellen Rotierungen diesen Erwartungen nicht ganz entsprachen, so lag das daran, daß nach den teilweise übertriebenen! Steigerungen von gestern bei den eiirzelnen Märkten durch die erneuten Limiten Kurskorrektionen vorgenommen wurden, die mit der Allge- meinten^nz kaum etwas zu tun hatten. 3m allgemeinen lagen die Kurse gegen gestern mittag gut behauptet und größere Abweichungen waren äußerst selten. Polyphon, in denen die England- Verhandlungen wieder ausgenommen sein sollen, lagen 5 Prozent höher. Dank für Brau- industrie, Reichsbank, Chade, Transradio, Telephon Derliner 2 bis 3 Prozent höher. Pöge erschienen mit Plus-Plus-Zeichen. Dagegen verloren Elektrische Lieferungen und Glanzstoff 2 bis 3,5 Prozent. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer geschäftslos. Pfandbriefe wieder zur Schwäche neigend. Am Geldmarkt war Geld gefragter. Lagesgeld 6,5 bis ^Prozent. 3m übrigen blieben die Sätze unverändert. Auch nach den ersten Kursen war die Tendenz uneinheitlich. Die Grundstimmung blieb aber fest und es überwogen auch größtenteils au Deckungen einprozentige Gewinne. 3n 3.-G.- Farben, Reichsbank und am Elektromarkt war das Geschäft zieinlich lebhaft. Reichsbank und Julius Derger konnten um 2,5 Prozent anziehen. Als die Deckungsneigung später aufhörte, wurde das Geschäft allgemein ruhiger und das Kursniveau ging teilweise sogar unter Anfang zurück. Frankfurter Getreidebörse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M., 29. Aug. Der heutige Hauptmarkt verkehne in flauer Haltung. Die Umsätze waren sehr bescheiden, da schwächere Auslandnotie- l rangen verstimmten. Die Preise waren zumeist leicht abgeschwächt. Besonders war das Mehlgeschäft schleppend, bei einem Nachgeben der Preise bis 0,50 Mark. Es notierten: Weizen 25 Mark, Roggen 19,90 bis 20, Sommergerste für Brauzwecke 20, Hafer (in- ländischer), alter 20, neuer 19 bis 19,50, Mais (gelb, ür Futterzwecke) 21, Weizenmehl ( süddeutsches, Spezial 0) 38 bis 39, Roggenmehl 28,50 bis 29,75, Weizenkleie 10,65, Roggenkleie 10,65 Mark. — Tendenz: flau. Frankfurter Schkachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 29. Aug. Auftrieb: Rinder 74 Stück, Kälber 1033, Schafe 301, Schweine 440. Kälber. Defte Mast- und Saugkälber 76 bis 80, mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 75, geringe Kälber 64 bis 69. Schafe. Mast- lämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast, 48 bis 54, mittlere Mastlämmer, ältere Mast- hämmel und gut genährte Schafe 40 bis 47. Schweine. Vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 88 bis 90, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 88 bis 91, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 88 bis 91, fleischige Schweine vvn etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 85 bis 88. Marktverlauf : Schweine ruhig, ausverkauft. Kälber rege, ausverkauft. Schafe schleppend, geräumt. ___ Verantwortlich für Lokales: i. V. Dr. T h Y r i o t. Gcwinnauszug 6. Klasse 33. Prcußisck-Süddeutsche (259. Preuß.) Klassen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 18. Ziehungstag 28. August 1929 Sn der Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinn« iu 10000 M. 105623 2 Gewinn« ju 6000 M. 174396 14 Gewinne ju 3000 M. 212351 217830 348217 358447 371707 378820 399993 24 Gewinne ju 2000 M. 14435 26475 84104 107511 112349 140812 236644 256391 284216 330920 138992 172022 220931 327472 365210 102310 120215 148678 211041 278316 332112 105415 127190 153186 216826 294607 357706 106663 133898 168526 220598 312603 358101 38203 101435 119491 ' 144005 202631 273438 328817 143963 185164 265073 328361 386129 371109 387191 30 Gewinn» ,n 1000 M. 2458 25354 66560 92270 93453 120810 134747 236823 245081 249707 297282 307448 329985 356203 389302 98 Gewinn- ju 600 M. 12773 16912 20876 25524 45419 56445' 59078 63510 70034 78614 ------ ------ ------ 115681 119426 38276 52047 74488 101566 128654 148415 161363 190520 207849 228835 240566 263255 268454 288313 307522 336869 352580 366283 393772 101902 132295 161650 168463 196496 211032 232192 241215 265666 271765 292290 313306 338383 362721 369369 394950 103210 135216 164916 171507 199174 213221 233087 241246 256030 274832 296663 315026 338905 366433 375663 397389 104961 137936 158678 171945 201651 214660 233305 241303 257032 278738 298456 317570 345395 355780 376507 397921 108117 138923 160500 176743 201987 219046 236121 247017 260348 282097 302667 326191 346291 356654 376734 399909 388157 388578 242 Gewinne zu 300 M. 4665 6405 9020 17172 39948 43056 43731 43989 46097 57318 80936 62832 64057 69877 76238 78997 83828 90681 91960 21122 48774 74300 92501 117283 139950 160607 185274 206898 225823 239675 261645 262364 284284 306819 330175 351643 369469 376809 Sn der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 327175 68494 90656 91176 103124 158893 214059 304443 345202 389697 30331 136306 202570 259723 336865 366801 148998 204175 300796 339297 376487 169256 230533 316613 346033 390960 20479 115102 168807 247105 322679 362772 394854 6 Gewinn, ju 5000 M. 3554 172330 338561 6 Gewinn« ju 3000 M. 13262 200195 202264 16 Gewinne ju 2000 M. 16394 22681 47490 65654 165253 177740 248023 275484 40 Gewinn« ja 1000 W. 12986 41951 83862 98760 104110 107334 128642 171407 177277 207366 213163 267296 272012 319493 320923 332881 348363 376346 397104 84 Gewinne zu 500 W. 3043 4825 13696 ........... 105510 163611 238770 319100 360117 394510 399888 124629 205968 230679 267287 288530 309172 321776 339838 372342 380393 394285 107796 168789 214714 236609 274874 297407 310123 321918 352930 373860 383738 24531 46034 99567 135170 206575 231657 270748 291828 309763 321809 352470 373032 380877 114702 161263 219615 244201 275647 303658 311826 327500 366633 377541 385185 121343 178146 226441 245161 281272 306786 316734 333753 370237 378835 388656 121502 178666 226577 260226 286575 308403 318403 334968 370888 380145 393878 168 Gewinne zu 300 M. 1823 9394 10841 17906 28664 32242 36767 40599 45047 45213 46628 68407 70863 71328 87351 95277 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu |e 500000, 2 Gewinne zu je 500(XX), 4 zu je 75000, 4 zu je 50000, 2 zu je 25000, 32 zu je 10000, 50 zu je 5000, 146 zu je 3000, 270 zu je 2000, 746 zu je 1000, 1866 zu je 500, 4332 zu je 300 M. Berlin JVanlrurt a M. Datum 106.75 100 397 399 238,75 238 53 56,4 45 204 62,25 107 123,75 124 126 157,75 Banknoten. 108,75 196,5 240,75 157,5 12,445 73,30 107 132,5 185 100 222 157 300 238 398,5 90 208 10 . 8 10 15 12 18 14 12 12 55,5 57,5 9,25 63 107 107 122,5 8 . 8 10 , 8 . 8 10 , 8 , 8 Brief 16,47 168,39 22,04 111,87 59,33 2,505 112,54 55,75 58 126 109 221,5 159 Devisenmarkt Derlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 100 299,5 238,5 400 314 240 152 108,75 197 53 56,65 44,25 204,5 27,5 87 209,5 . 8 . 0 . 0 . 5 10 . 0 . 5 . 6 . 0 . 6 11 . 0 Philipp Holz mann .... Heidelberger Cement . • . . Gement Karlstadt..... Wayb 4 Freitag...... Schultheis Patzenhoser . . . Ostwerke......... 8er. Glan,stoss ...... Bcmberg......... »ellsiosi Waldhos..... Zellstosj Aschassenbura . . . Charlottenburger Master . . Destauer ®aS....... Daimler Motoren..... Deutsche Maschinen-Fabrik . Adlerwertr Klever..... Ludw. Loewe....... Nat. Auwmobil...... Orenslein & Koppel . . . • Leonhard Tietz...... Bamag-Meauin...... Franks. Maschinen..... Gritzner......... Heyliaenstaedi...... JunghanS......... Lechwerke......... Mainkrastwerke...... Mag........... Nekarsulmer....... Peters Union...... . Gebr. Roeder....... Botgi 4 Haessner..... Südd. Zucker....... Kurszettel der Berliner und Frankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführien Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbcmldiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent Ansang. flute 29 8- i-Uht Kurs 29.8. Schlug» Kurs 28.8. Schluß" Kurs 28-8- Berlin, 28- August Geld Frauzönscde Noten..... Holländische Noten ...... 16,41 167,71 Italienische Noten...... 21,96 Norwegische Noten...... Deutsch Oesterr , ä 100 Kronen 111,43 59,09 Rumänische Noten...... 2,485 Schwedische Noten...... .12,10 Schweizer Noten....... 80,58 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . • 61,53 12,385 Ungarische Noten . ...... 73,00 .xrantnirt a ... Berlin Frankfurt a M. Berlin Schlub-l Kurs I )-Ul)t Kurs Schlutz-I Anfang- Kurs 1 Kurs Schlub- Kurs 1-Uhr Kurs Schluh-l Anfang- Kurs | Kurs Datum 28.8. 29 8. 28 8. 29.8. Datum 28.8. 29.8. 28-8- | 29. 8. b°,!> Dt. ReichZanleihe o. W2< ■ - Ti. Aul.-Mlos.-Schuld mit AuS- Ws.-Rechten......... TeLgl. ohne AuSws.-Nechte . . . 7% Franks. Hyp.-Bk. Goldps. um 4y2% Rheinische Hyp.-Bank Ligu.- Goldps............ 0.G.®. abg. SorftießS-(Obligation., rückzahlbar 1932 ....... 4% Schweiz. BundeSb.-Anl.. . . 4% Oesterreichische Goldrte.. . . 4,20% Lesterr. Silberrte..... 4% Oesterreich, einheitl. Rte. . - 4% Ungarische Goldrte...... 4% Ungarische Staats!, v. 1910 . 4!4%idesg1. von 1913..... 4% Ungarische fltoncnrte..... 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Ani., Serie 1........... 4% bcßßl. Serie II....... 4% Rumänen amtiert. Rte. . . . 4>/i% Rumänen Goldanl. von 1913 Lllg. Deutsche Eisenbahn . . *yt Hamburg-Amerika Paket ... 8 Hamb.-Südam. Tampssch. . . 8 Hachsa Dampfschiss.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allg. Deutsche Creditanst. . . 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellsch. . . 12 Commerz- und Privat»Bank . 11 Tarmst. u. Nationalbank . . 12 Deutsche Bank . . • • • • Tiskonto-Geselstchast eint. . 10 Dresdner Bank...... Metallbau k• 8 Reichsbank........12 87,5 52,3 11,2 85,5 78,05 86,5 28,75 2,35 1,7 22,5 22 1,75 7,25 7,25 7,25 8 16 122,25 114,25 125,75 129 205,5 181,25 277 168 152,5 160,25 07,5 S131 ilSl n = l i l 1 III..... i i l l i i i SI i 87,5 52,3 11 28,9 22,4 20,3 22,13 1,75 7,35 7,4 7,45 122,5 162,25 114 125,4 128,5 207,5 181,25 276,5 168 152,75 160 "05 52,25 11,25 122 113,25 125,5 128,5 206,5 181,75 275,5 168,25 152,6 160 307 .................8 Elektr. Lieserungen. .... 10 Licht und Kraft ...... 10 Felten & Guilleaume..... 6 Ges. s. Elektr. Untern.....10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 Rhein. Elektr.........9 Schlei- Elektr........10 Schuckert..... 8 Siemens & Halöke • • « • • 12 Lahmeyer 4