ibnste fcunicht Marburgs Z1ID lanz(schwarz.Anzug) rt, abds. Abend-Tanz aiseralleel m 27.3u1i 1929 0012 rreist filBl.W Schwesternhaus U474I Stuhl eiert wieder Montag honnumroer 3666 6386D s-e .in Nr. 175 Erstes Blatt 179. Jahrgang Montag, 29. Juli 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Brühl'sche UniverfitSlr-vuch- und Zteindruckerei IL Lange in Sieben. Zchriftleitung und Geschästrstelle: Zchulstrabe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für X mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Von poincare zu Briand. Das bisherige Kabinett als Basis. — Verstärkung durch neue Männer, insbesondere durch Herriot und Daladier? wie wir in einem Teile unserer Samstag- ausgabe schon meldeten, hat das französische Kabinett, nachdem die Bemühungen bei dem Ministerpräsidenten Poincare um sein verbleiben im Amte trotz seiner Krankheit ohne Erfolg geblieben waren, am Samslagvormitta^ den Präsidenten der französischen Republik die Gesamt- bemiffion des Kabinetts überreicht. WaS in der letzten Zeit in den Wandelgängen der französischen Kammer mehrfach ausgesprochen wurde, ohne daß man recht daran glauben wollte, ist Wirklichkeit geworden. Poincar 6 ist als Ministerpräsident zurückgetreten und infolgedessen hat das G e s a m t k a b i n e t t gleichfalls dem Präsidenten der Republik sein Rücktrittsgesuch überreicht. Seit Poincarü nach seiner übermäßig langen Rede in der Kammer über die Ratifizierung des Mellon-Deren- gerschen Vertrages mit Amerika einen Schwächeanfall erlitt, hat er sich nicht mehr in der Kammer blicken lassen. Es wurde vielfach der Argwohn geäußert, daß diese Krankheit eine politische sei, weil Poincare gefühlt habe, daß Driand besser geeginet sei, die Ratifizierung im französischen Parlament durchzusetzen. Das ist ihm bekanntlich auch nach Üeberwindung großer Schwierigkeiten gelungen, aber nur mit einer Mehrheit von acht Stimmen, was deutlich erkennen ließ, wie stark der Widerstand gegen die Politik des Kabinetts war. Run aber hat sich herausgestellt, daß es sich doch um keine politische Krankeit Poincarss handelt, sondern um eine wirkliche, die einen ernsten chirurgischen Eingriff erfordert. Der Versuche, Poincare dazu zu bewegen, sich nur eine mehrmonatige Ruhe- und Erholungspause zu gönnen und nominell den Vorsitz im Kabinett zu behalten, sind daran gescheitert, daß er in seiner Gradheit es ab lehnte, gewissermaßen ein Scheindasein als Ministerpräsident zu führen, während andere die Arbeit tun. Run erhebt sich zunächst die Frage, ob der Rücktritt Poincares vom Amt des Ministerpräsidenten auch den Rückzug aus dem politischen Leben bedeutet. Es hat gerade in der letzten Zeit manche Stimmen in Frankreich gegeben, die die Ansicht vertreten, daß sowieso die politische Laufbahn des bekannten Staatsmannes ihrem Ende nahe sei und daß er sich schon seit geraumer Zeit mit der Absicht getragen habe, endgültig abzutreten. Eine solche Auffassung findet keine Stütze in dem Verhalten Poincares, der noch den letzten Rest von Kraft daran gewendet hat, seine mehrtägige Rede in der Kammer zu beenden. Er wird schwerlich daran gedacht haben, von der öffentlichen Vühne zu ver chwinden in dem Augenblick, in dem die große politische Konferenz beginnen soll, zumal gerade diese für die Vollendung seines Lebenswerkes von ausschlaggebender Bedeutung sein muß. Ehner hätte man erwarten dürfen, daß er nach der Konferenz, aber nicht unmittelbar vor ihrem Beginn, einen etwaigen Entschluß, sich ins Privatleben zurückzuziehen, in die Wirklichkeit umsehen würde. Da somit feststeht, daß die Krankheit ihn zu einem vorzeitigen Abbruch seiner politischen Tätigkeit gezwungen hat, bleibt die weitere Frage offen, ob er später wieder zur politischen Betätigung zurückkehren wird. Daß Briand sein Nachfolger werden wurde, stand von Anfang an außer jedem Zweifel. Wenn auch zwischen beiden Männern gewisse Gegensätze von beträchtlichem Umfang vorhanden waren, so haben sie sich doch immer stark ergänzt, wobei allerdings der selbstherrliche und Willenskraft,ge Poincarö seinem phantasiebegabten Kollegen Briand oft den Zaum angelegt hat. Zunächst wird man abzuwarten haben, wie das neue Kabinett Briands aussehen und auf welche Teile der französischen Kammer es sich stützen wird. Falls der Einfluß der Linken darin stärker zum Ausdruck gelangt, wird das auch auf die auswärtige Politik einwirken. Wenn die Neubildung des Kabinetts flott vonftatten geht, wäre es möglich, trotzdem die Konferenz am 6. August beginnen zu lassen. Wahrscheinlich hat sich Briand mit Poincare und Präsident Doumergue schon vorher darüber verständigt, denn nur so läßt sich der überraschende Schritt des Kabinetts erklären, daß es sehr zum Mißvergnügen der Senatoren und Abgeordneten das Parlament unmittelbar vor dem Rücktritt nach Hause geschickt hat Wenn der Wechsel das endgültige Ausscheiden Poincares aus dem öffentlichen Leben bedeuten sollte so verliert Frankreich mit ihm einen Mann der für sein Vaterland vieles zum Guten und zum Bösen getan hat. Von unermüdlichem Fleiß, non großer Sachkenntnis, von unbeugsamer Willensstärke unterstützt, hat Poincarä m mehr als zwei Jahrzehnten die ausschlaggebende Oloflc in Ler Leitung der Geschicke Frankreichs gespielt. Seine verdienstvollste Tat bestand dann, daß er im letzten Augenblick die dem Abgrund zueilende Währung Frankreichs gerettet und wieder hergestellt hat. Diese Eigenschaften muß auch sein politischer Gegner anerkennen Ader demgegenüber steht die unheilvolle P o Lt tU mit der Poincarö im Verein mit dem früheren russischen Botschafter in Pans Iswolski, die Welt in den großen Krieg gestürzt hat. Den Lothringer Poincare erfüllte Reichsmimfler Wirth über die Meinlanbrämmg. Ernste Worte an Briand. - Schicksalsverbundenheii zwischen Saar und Rhein. Kundgebung des rheinischen Handwerks. übernehmen, die seit Unterzeichnung des Protokolls vom 16. September in Genf fast unvermeidlich geworden ist. Vielleicht benutzte er auch, untröstlich darüber, daß er seit dem Austritt Her - riots keinen Radikalen mehr in seinem Ministe- riutn hatte, die erste Gelegenheit, um ihnen die Türe der Regierung zu öffnen. Briand mit der Kabinettsbildung betraut. Paris, 27. 3utL (WB.) Der Präsident der Re- publik, Doumergue, hat Briand mit der ka- binettsbildung betraut. Briand hat diesen Auftrag angenommen. Er hatte bereits heute abend eine Unterredung mit herriot, der bald darauf Paris verließ, um morgen im Rhone-Departement eine politische Rede zu halten. Ein Kabinettfür dieKonferenz. Paris, 28. 3uli. (WB.) Die Kammerfraktion der Radikalen hat heute abend einen Bericht des Parteivorsihenden Daladier und des Abgeordneten Malvh über ihre Verhandlungen mit Briand entgegengenommen. Da- lädier erklärte, Briand habe ihm gesagt, daß er die Stimmen der Fraktion der Radikalen brauche, weil er eine auswärtige Politik befolgen wolle, die den Grundsätzen dieser Fraktion nicht zuwiderlaufe. Briand habe auch versichert, daß das in Bildung begriffene Kabinett vor allem die Aufgabe haben werde, Frankreich die Beteiligung an der Regierungskonseren; zu ermöglichen, und daß alle innerpolitischen Fragen während dieser Zeit ausgeschattet werden sollten. Abend fertig zu sein." 3m Gespräch mit 3ournalisten erläuterte Briand heute abend seine Absichten hinsichtlich der Kabinettsbildung, die bereits durch die Mitteilungen Daladiers bekannt geworden sind. „Ich liebe die Vergleiche aus dem Marineleben," erklärte Briand. „Wir gehörten zu derselben Mannschaft, die für eine lange schwierige Fahrt zusammengestellt worden war. Wir haben die erste Etappe, die nicht die ungefähsüchste war, überwunden: Die Finanzsanierung, Frank-Stabilisierung, Locarno-Pakt, Pakt von Paris, Schuldenratifizierung. Heute, wo der Hafen schon in Sicht ist, entsinkt das Steuer der Hand des. Kapitäns. 3ch soll seinen Platz einnehmen. Soll ich die ganze Mannschaft aussehen, die in allen Stürmen ihre Pflicht getan hat und stets von einer treuen Mehrheit unterstützt worden ist? Um das Ziel leichter zu erreichen, erscheint es mir klüger, die Mannschaft zu verstärken durch Hinzuziehung neuer Elemente. Poincare hat sich ohne Erfolg bemüht, ihrei Llnterstühunug zu erlangen. Heute sind die Um* stände nicht mehr die gleichen. Die Politik Frankreichs wird beherrscht von den 6 e b o r n stehenden Verhandlungen zur Liquidierung des Krieges. Das ist für Frankreich das größte und schwerste LInternehmen seit der Unterzeichnung des Friedensvertrages. Die Radikale Partei, die die Liquidation der Fragen, die sich aus dem Kriege ergeben haben, fordert, muß logischerweise daran mitarbeiten. Es ist wirklich nicht gleichgültig, daß der Vertreter Frankreichs auf der Haager Konferenz! dort mit einer durch die Unterstützung aller Teile der öffentlichen Meinung erhöhten Autorität sprechen kann. Herriot und Daladier als Mitarbeiter? Paris, 28. Iuli. (WB.) 3n einer von Ha- vas verbreiteten Mitteilung werden die fjeutu» gen Erklärungen Briands über die Kabinettsbildung dahin ergänzt, daß er beabsichtige, von den Radikalen insbesondere Herrio t und D a- lädier heranzuziehen, die in dem neuen Kabinett Staatsminister ohne Portefeuille werden! sollen. Sollten die Radikalen dieses Angebot, das morgen nach der Rückkehr Herriots nach Paris offiziell vorgelegt wird, ablehnen, so würde Briand sich darauf beschränken, das Kabinett! in seiner bisherigen Zusammensetzung mit der! alleinigen Aenderung, daß er selbst alsMi4 nisterpräsident der Rachfolger PoincarLS würde, neu zu bilden, wobei es jedoch nicht ausgeschlossen sei, daß neue älnterstaatssekre- tariate geschaffen bzw. wiederhergestellt würden. Herriot für Zusammenschluß Europas. Deutliche Lpitze gegen Amerika. P ari s, 29. Iuli. (WTB. Funkspruch.) § erriet hat in Ionsac eine Rede gehalten, in der er außenpolitisch für die Verwirklichung einer Einigung der Staaten Europas eintritt, die allein im Stande feu die Hegemonie auszugleichen, die ein junger reicher Staat auf einem anderen Kontinent zur größten Gefahr Europa? Briand beabsichtige, Posten von Staatsministern ohne Portefeuille zu schassen, die sich auf die Konferenz begeben könnten, um deren Arbeiten zu verfolgen, und wünsche lebhaft, daß die radikale Fraktion in dieser Weise durch vier ihrer Mitglieder innerhalb des Ministeriums vertreten sei. und sei auch bereit vier älnterstaatssekretariate zu schassen, die gleichfalls Mitgliedern der Fraktion angeboten würden. Im übrigen beabsichtige er, die Mehrzahl seiner Mitarbeiter aus der bisherigen Regierung beizubehalten. . Aach einer längeren Aussprache, in der sich ergab, daß die anwesenden, übrigens nicht sehr zahlreichen, Abgeordneten geteilter Meinung über Annahme oder Ablehnung dieser Vorschläge Briands waren, wurde beschlossen, die Erörterung auf morgen vormittag zu vertagen. ErMungenVnandsan die presse Paris, 28. Iuli. (WTB.) Briand hatte heute abend eine 40 Minuten dauernde Unterredung mit dem Präsidenten der Republik, nach deren Beendigung er den 3our- nalisten erklärte: „Ich habe Ihnen nicht viel) zu sagen. Ich habe mich heute nachmittag mit; einer Anzahl von Mitgliedern der beiden Kammern über die Lage unterhalten. Ich bemühs mich, eine Entspannung der Geister herbeizuführen und die Mehrheit z u erweitern. Aber die Basis der von nur erstrebten Koalition ist das gegenwärttgeKa- binett. Es hat bisher keine Riederlage erlitten. und es liegt kein Grund vor, es nicht beizubehalten. Vielleicht werde ich die Möglichkeit haben, es zu erweitern. Ich werde morgen meine Bemühungen fortsehen, und ich hoffe, ant von jeher der eine Gedanke, Re v anche zu nehmen für 1870/71 und E l s a h - L o t h r i n g e n z urückzugewinnen. Er und Iswolski waren die Seele der Bewegung, die zur Einkreisung Deutschlands und damit schließlich zum Weltkrieg führte. Mit unserer Riederlage war sein Haß gegen Deutschland noch nicht gestillt. Wiederum war es PoincarL, der den Ruhr einb ruch veranlaßte, mit der ausgesprochenen Absicht, Deutschland abermals in den Abgrund zu stürzen und zu demütigen. In seinen berühmten Sonntagsreden bei der Enthüllung von Kriegerdenkmälern schürte er weiter den Haß gegenDeutschland, das er unaufhörlich verdächtigte und beschimpfte. Dem Verschwinden des Politikers Poincar 6 werden wir keine Träne nachweinen. Ob^ es unter Briand anders werden wird, möchten wir nach den bisherigen Erfahrungen vorläufig noch bezweifeln. Jedenfalls wollen wir ihm gegenüber kühle Zurückhaltung beobachten und uns nicht mehr durch schöne Reden, auf die nachher keine Taten folgen, betören lassen. „Auch gewisse politische Momente." Paris, 28. Juli. (WB.) Gustave Herv6 hält es für wahrscheinlich, daß beim Rücktritt Poincarös auch gewisse politische M o - mente eine Rolle gespielt haben könnten. Er ragt in der „Victoire": Hatte PoincarL nicht Briand als Außenminister und Tardieu als Innenminister? Welchen Sinn hat es, wenn er unter diesen Umständen unter dem Borwand der Krankheit zurücktritt, obwohl doch drei Monate Parlamentsferien beoorstehen, während deren er ich ausruhen kann? Man könnte sagen, daß er zurücktritt, um nicht die Verantwortung für die vorzeitige R h e i n l a n d r ä u m u n g zu ders des Handwerks an Rhein und Saar. Er erklärte, die französische Behauptung von einer Verbundenheit der saarländischen Wirtschaft mit der von Elsah-Lothringen entspreche nicht den Tatsachen. Derrn gerade die elsaß-lothringische Konkurrenz bereite durch ihre billigeren Preise der saarländischen Wirtschaft und namentlich dem dortigen Handwerk den allerschwersten Schaden. Dagegen liege unbestreitbar eine starke Verbundenheit der saarländischen Wirtschaft und des saarländischen Handwerks mit der Rheinprovinz vor, die schon bestanden habe, als Elsah-Lothringen noch zu Deutschland gehörte. Das saarländische Handwerk beziehe jetzt schon nach Milderung der Zollbestimmungen den größten Teil seiner Waren wieder aus Deutschland. Aber stärker als alle wirtschaftlichen Bindungen sei die Stimme des Blutes und des Herzens. Das fei Schicksalsverbundenheit zwischen Rhein und Ruhr. „Wir sind gleicher Herkunft", so schloß der Redner, „wir haben eine Kulturgemeinschaft, die gleiche Sprache, die gleichen Leiden und Freuden. Wir kennen nur ein Vaterland, das ist Deu t sch l an d.' (Stürmischer Beifall.) . Einstimmig wurde sodann eine Ents chlie - hung angenommen, in der das rheinische Handwerk der Erwartung auf sofortige Räumung des besetzten Gebietes und Wiederangliederung des Saargebietes an das deutsche Mutterland Ausdruck verleiht. Hinsichtlich des Young-Planes heißt es in der Entschließung, das rheinische Handwert sei überzeugt, daß die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft von den ausländischen Sachverständigen erheblich überschätzt worden sei. „Aur eine Steigerung der Ertragfähigkeit der deutschen Produktion lasse die Möglichkeit zu, daß in Zukunft die Reparationslasten ohne völliges Erliegen der deutschen Wirtschaft getragen werden können. Das gilt namentlich für das Handwerk der Rheinprovinz und des Saargebietes, das wirtschaftlich zusammengehört." Der Rheinische Handwerkertag spricht die Hoffnung aus, daß finanzielle Erleichterungen in den Iahresraten, die durch eine Verteilung der Reparationslasten auf eine längere Dauer erzielt werden, zur La st Verminderung im Innern, namentlich einer Senkung der Realsteuern, dienen, und daß Reichs- und Staatsregierung den bisher besetzten Gebieten mit einer organischen und shstematischenWirt- schaf tsf örderung auf lange Sicht helfend beispringen. Das rheinische Handwert 'begrüße deshalb das sogenannte West Programm des Reichsministeriums für die besetzten Gebiete. Aachdem Präsident Esser hierauf noch einmal die einstimmige Annahme der Entschließung bervorgehoben und betont hatte, daß sie der Willensausdruck des gesamten rheinischen Handwerks sei, fand die Kundgebung mit einem Hoch auf Deutschland und dem Deutsch- lcmdiiede ihren Ausllang. Trier, 28. Iuli. (WB.) Der 4 5. Rheinische Handwerkertag, der in diesen Tagen in Trier abgehalten wird, wurde heute mit einer großen öffentlichen Kundgebung eröffnet, der Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden, insbesondere auch des Ministeriums für die besetzten Gebiete, beiwohnten. Nach einer Begrüßungsansprache durch den Vizepräsidenten des Reichstages und Präsidenten des Rheinischen Handwerkerbundes, Esser, ergriff Reichsminister Dr. Wirth das Wort. „ v Er wies einleitend auf den Wert des Friedens für die Wirtschaft und die Kultur Europas hin. Das Handwerk müsse, um an der großen, dem deutschen Volke gestellten Aufgabe teilnehmen zu können, seinen Blick aus dem engen Berufskreise herausrichten auf den großen Lebenskreis des deutschen Volkes und den noch größeren der ganzen Welt. Das Handwerk müsse politische Menschen er- ziehen und sie vorwärtsstoßen in die politischen Parteien, damit sie wirksam werden im Staate und im Gemeindewesen. Die Entscheidung über den Aufbau der wirtschaftlichen Existenz liege in der Fortführung einer konsequenten und glücklichen Politik nach innen und nach außen. Aur bei einer günstigen Lösung der Konferenz im Haag fei es möglich, an die zahlreichen Aufgaben heranzugehen, die heute im Westen des Deutschen Reiches brennend feien. Es müßten vor allem Wege, Brücken, Eisenbahn- linien, Schulhäuser und Wasserleitungen in der Eifel, auf dem Hochwald und im Hunsrück gebaut werden. Wenn wir vorwärtsschreiten wollen, müssen wir nach der Bereinigung der politischen Atmosphäre ein Programm des Wiederaufbaues in wirtschaftlicher und politt- scher Beziehung aufstellen, das sich auf eine Dauer von mindestens zehn Jahren erstreckt, und in dem systematisch und organisch alle ine Dinge zusammengefaßt werden, die einer Besserung im besetzten Gebiete bedürfen. Wenn es gelingt, zu einer Senkung der Dawes-Lasten zu kommen, dann erwartet die Bevölkerung am Rhein, daß die übermäßigen Realsteuern und namentlich die Gewerbe- und Hauszinssteuer fühlbar gesenkt werden. Dr. Wirth tarn zum Schluß auf die von Frankreich geforderte dauernde Kontrollkommission am Rhein zu sprechen und bezeichnete diese Forderung psychologisch und politisch als unmöglich. Keine der deutschen politischen Parteien werde sich für eine solche Kommission aussprechen können, ohne sich selbst aufzugeben. Das deutsche Volk wolle in feiner Mehrheit den Frieden mit Frankreich. Diese Kontrollkommission sei aber mit dem Gedanken der europäi- schen Solidarität und einem Paneuropa, wovon Briand gesprochen habe, unvereinbar. Der Rhein sei deutsch, aber er müsse auch frei fein. Der Vorsitzende der Saarbrücker Handelskammer. Schmelzer, sprach über d.e Schick- salsvorbundenheit der Wirtschaft, besoa- anstrebe. Die Vereinigten Staaten Europas seien schwer zu bilden, aber möglich, wenn alle Demokratien darin einig seien. Englische Sympathiekundgebungen an poincarö. Paris, 28. 3uli (WB.) Der König von England hat den britischen Botschafter in Paris beauftragt, Poincarö anläßlich seiner Erkrankung seiner Sympathie zu versichern. Der englische Premierminister Macdonald hat an P o i n c a r e folgendes Telegramm gerich- tet: „Ich bin sehr betrübt über die Nachricht von Ihrer Erkrankung. Gestatten Sie die Versicherung meiner Sympathie und meiner aufrichtigen Wünsche für rasche Wiedergenesung." Stimson an poincare. Paris, 29. Juli. (WTB. Funkspruch) Wie Ha° vas aus Washington meldet, hat Staatssekretär Stimson den amerikanischen Botschafter in Paris beauftragt, Poincars wissen zu lassen, wie sehr er die bewundernswerten Bemühungen anerkenne, die Poincarö im Laufe der Ratifizierungsdebatte entfaltet habe. Gleichzeitig hat Stimson den amerikanischen Botschafter beauftragt, Poincars sein lebhaftes Bedauern auszudrücken, daß die Arbeit seinen Gesundheitszustand erschüttert hat. Stimson läßt PoincarL eine baldige Genesung wünschen. Geheimrat Kastl über den Voung-plan. Neustadt a.d.H., 27.Juli. (WB.) In der Jahreshauptversammlung des Verbandes pfälzischer Industrieller, an der überaus zahlreiche Vertreter der pfälzischen Wirtschaft und der pfälzischen Regierung teilnahmen, berichtete der an der bisherigen Sachverständigenkonferenz maßgeblich beteiligte Geheimrat Kastl, geschäftsführendes Präsidialmitglied des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, über diese Konferenz. Der Vortragende stellte die bisherigen Verhältnisse unter dem Dawes-Plan den zukünftigen unter dem Young-Plan gegenüber, ohne die auch dem Young- Plan anhaftenden Nachteile zu verschweigen. Insbesondere hob er hervor, daß der Voung-Plan an sich sicher noch die deutsche Leistungsfähigkeit übersteige, aber gegenüber dem Dawes-Plan in mancher Hinsicht einen Vorzug bedeute. Die Feststellung der Leistungsfähigkeit eines Volkes oder seiner Wirtschaft sei ziffernmäßig nicht zu er- rechnen, und deshalb könne auch heute niemand sagen, ob nicht schon das deutsche Angebot vom 17. April mit 1650 Millionen gleichbleibenden Annuitäten die deutsche Leistungsfähigkeit übersteige. Bei der Beurteilung der Frage, ob der Young-Plan geeignet sei, für die Zukunft eine sicherere Entwicklung zu sichern, als unter dem Dawes-Plan, komme es darauf an, festzustellen, ob die Bedingungen, unter denen die Durchführung zu geschehen habe, für die Wirtschaft die notwendigen Sicherheiten für den Fall wirtschaftlicher Schwierigkeiten biete. Geheimrat K a st l wies darauf hin, daß der Young-Plan, trotzdem er gegenüber dem Dawes-Plan starke Erleichterungen bringe, für eine lange Reihe von Jahren an die deutsche Wirtschaft übergroße Anforderungen auf finanziellem und wirtschaftlichem Gebiet stelle. Diese nach Möglichkeit zu erleichtern, sei Gebot des Augenblickes, weil es darauf ankomme, an die Durchführung des neuen Planes mit ehrlichem Willen heranzutreten, denn nur in der Durchführung werde sich zeigen, ob im Rahmen der weltwirtschaftlichen Zusammenhänge überhaupt die Leistung derartiger Beträge von einer Wirtschaft zur anderen hinüber ausgeführt werden könne, ohne die gesunden weltwirtschaftlichen Zusammenhänge zu zerstören. wenn aber Deutschland mit ehrlichem willen an die Durchführung herantreten wolle, so komme es im wesentlichen darauf an, in unserem eigenen Hause die Zustände herzustellen, die uns die Durchführung ermöglichen, aber auch für unsere wirtschaftliche Entwicklung Zustände schaffen, die für alle Zweige des Wirtschaftslebens Rentabilität und Exiftenzmöglichkeit bieten. Das erfordere ein Höchstmaß von Ueberlegung und Einsicht aller Teile der Wirtschaft, sowie eine hervorragende Wirtschaftsführung. Der Young-Plan sei nicht der Grund zur Umkehr in unserer Wirtschaftspolitik, er sei aber der wichtigste Anlaß, unsere Finanz- und Wirtschaftspolitik zu ändern, die in ihrer bisherigen Entwicklung gerade für die produzierende Wirtschaft von den schlimmsten Folgen begleitet war. Vorbereitung für die Regierungskonferenz im Haag. A m st e r d a m, 28. Juli. (WP.) Wie die Blätter berichten, sind bereits für 300 Angehörige der zur Regierungskonf erenz nach Holland kom- wenden ausländischen Delegationen Zimmer in Haager und Scheveninger Hotels bestellt worden. Die Mitglieder der deutschen Delegation werden größtenteils im Oranje-Hotel, einem der größten Scheveninger Hotels, untergebracht werden. Inzwischen scheinen sich im Zusammenhang mit den Sitzungen des internationalen Gerichtshofes doch größere Schwierigkeiten hinsichtlich der Benutzung des Friedenspalaftes als Konferenzge» baude ergeben zu haben, so daß die Konferenz vermutlich im Parlamentsgebäude, insbe- sondere im Sitzungssaal der Zweiten Kammer, tagen wird. Die holländischen Journaliftenoereini- gungen haben in Zusammenarbeit mit den auslän- dischen Presseoereinen bereits Vorbereitungen für den Empfang der ausländischen Journalisten und zu deren Unterstützung bei ihrer Arbeit getroffen, roo.d1Ur?,eLnie?er Der Staats, fefretar in der Reichskanzlei Dr. Pünder stattete heute nachmittag dem Herrn Reichskanzler einen Besuch in der Chirurgischen Universitätsklinik zu Heidelberg ab, wo er zugleich auch der Gattin des Reichskanzlers seine Freude über den fluten bisherigen Verlauf der Heilung zum Ausdruck bringen tonnt* Das Katiowiher Haßurteil. Es stand von vornherein fest, daß derP r o z e h 11 litz mit einer Verurteilung des Angeklagten seinen Abschluß finden muhte. lleber- raschend ist es immerhin, daß es der Staatsanwalt nur wagte, eine einjährige Gefängnisstrafe zu beantragen und daß das Kattowitzer Gericht schließlich nur auf fünf Monate erkannte. Beide haben Wohl im Verlaufe des Prozesses eingesehen, daß sie es auf langjährige Freiheitsstrafen nicht ankommen lassen dursten, nachdem sich während des Prozesses nicht nur die völlige Unschuld des Führers des Deutschen Dolksbundes herausgestellt hatte, sondern auch sonnenklar der Nachweis dafür erbracht werden konnte, daß sich die polnischen Behörden der Hilfe eines Fälschers bedient hatten, und das gefälschte Schriftstück benutzen wollten, um lllitz als Führer der deutschen Minderheit in Oberschlesien unmöglich zu machen und damit freie Dahn für die Fortsetzung des Vernichtungsfeldzuges gegen das ost oberschlesische Deutschtum zu schaffen. Kein Mensch wird im Ernst behaupten können, daß in Kattowitz ein Rechtsspruch gefällt worden ist. Der Prozeß selbst hat alle Beweise dafür zutage gefördert, daß das Gericht nur das eine Ziel im Auge hatte, ein politisches Urteil zu fällen, ein Urteil, das notwendig war, nachdem der polnische Außenminister Z a l e s k i in Genf die allerschwersten Anklagen gegen den Deutschen Volksbund erhoben hatte. Wäre lllitz freigesprochen worden, dann hätte die Minderheilenpolitik Polens einen Stoß erhallen, der schließlich auch in Genf hätte Aufsehen erregen müssen. So aber hat man das Gesicht gewahrt, und Herr Zaleski kann auf der nächsten Ratstagung allen, die es hören, oder nicht hören wollen, erklären, daß das Katto- wiher Urteil eine Bestätigung seiner schweren Anklagen bilde. In dem in Minderheitenfragen vielfach noch immer kritillosen Ausland wird man sich sicherlich nur das nackte Urteil betrachten und daraus seine Schlüsse ziehen. Wer aber den Prozeß selbst aufmerksam beobachtet hat, der weih, daß es hier gar nicht um die Schuld oter Nichtschuld von lllitz ging, sondern lediglich um das polnische Prestige, zu dessen Rettung man sich einen vorbestraften Fälscher verschrieben hatte, dessen Fälschung selbst nur in Form eines photographischen Wzuges vorhanden war. Unterlegen ist in Kattowitz in Wirklichkeit aber der polnische Staat, in dessen Gren- gen Recht und Gerechtigkeit völlig ausgestorben zu sein scheinen und dessen absehbare Richter weder frei, noch unabhängig urteilen dürfen, weil sie stets fürchten müssen, daß ein Urteils- spruch, der nicht in den Rahmen der Warschauer Politit hineinpaßt, sie um Amt und Brot bringt. Wrr wollen ihnen das zugute halten, müssen aber feststellen, daß sie sich damit in den Augen aller anständigen Leute selbst gerichtet haben. Die Folgen dieses Fehlspruchs werden für das Deutschtum in Oberschlesien selbstverständlich nicht ausbleiben, ist es doch geradezu eine Aufforderung an die deutschfeindlichen Behörden, nun erst recht den Kampf gegen die deutsche Minderheit fortzusehen, weil jede Gewalttätigkeit und Rechtswidrigkeit durch die polnische Iusttz geschützt und gestützt wird. Berufung. Kattowitz, 28.Juli. Die Verteidigung des Geschäftsführers des Deutschen Volksbundes in Oberschlefien, Ulitz, hat sofort nach Verkündigung des Urteilsspruches Berufung angemeldet. Heute hat auch der Staatsanwalt Berufung gegen das Urteil eingelegt mit der Begründung, daß das Strafmaß nicht feinem Anträge entspreche. Ein Schweizer Llrteil. Zürich, 28. Iuli. (WB.) Der Schluhtag im Prozeß lllitz bewegte sich, wie der nach Kattowitz entsandte Berichterstatter der „Neuen Züricher Zeitung" schreibt, in den Sphären der hohen Politik. Trotz desoffensichtlichenZusam- menbruchs des gesamten belastenden Materials habe der Staatsanwalt seine Anklage in vollem Umfange aufrecht erhalten. Durch eine sonderbare Interpretation des Gutachtens des Professors Bischof aus Lausanne fei es ihm gelungen, diesen neutralen Sachverständigen geradezu als Kronzeugen seiner verkünstelten Kombination zu mißbrauchen. Auch das Urteil benütze in selbstherrlicher Weise dieses Gutachten. Das Gericht sei damit der Taktik des Staatsanwalts gefolgt, aus dem Gukachken des neutralen Experten nut einen einzigen Sah zu entlehnen und ihm nachträglich einen anderen Sinn zu unterschieben, während der wesentliche Inhalt mit Stillschweigen übergangen wurde. Bei der Rede des zweiten Verteidigers, so bemerkt der Korrespondent der „Neuen Züricher Zeitung" weiter, hätten die jugendlichen Herren von der Militärpolizei ob den väterlichen Ermahnungen des berühmten Advokaten Smiarowski rote Köpfe bekommen, als er im schärfsten Ton gegen die Militär- spionage ber politischen Agenten polemisierte und die zweite Abteilung des Generalstabes davor toamte, eine unüberbrückbare Kluft Maischen den beiden Völkern Oberschlesiens, den Polen und den Deutschen, aufzurichten. Das Schlußwort von Ulitz, das mit einem großen Schwung und eindringlicher Ueberzeugungskraft gesprochen worden sei, habe in dem dichtgefüllten Saal tiefen Eindruck hinterlassen. Nie MilsbegrmdllW im Stmnrs-pwzeß. Neuauflage des Prozesses. Berlin , 27. Iuli. (WB.) InderBegrün- dung des bereits gemeldeten Urteils im Stinnes-Prozeß verweist der Vorsitzende zunächst auf die Fülle von Rechtsfragen, die m diesem Prozeß zu erörtern gewesen seien und betont, daß er bei dieser Sachlage naturgemäß nur auf die wesentlichsten Teile eingehen könne. Eme Reihe von Schwierigkeiten, so heißt es weiter, hätten in diesem Prozeß der Erforschung der Wahrheit entgegengestanden. Nicht nur, daß öie Angaben der Angeklagten miteinander in Widerspruch gestanden hätten, die Angeklagten hätten auch teilweise in ihren Angaben im Laufe des Prozesses mehrfach gewechselt. Einige wichtige im Ausland wohnende Zeugen, die unter Umständen vielleicht auch unter die Angeklagten gehört hätten, seien ausgeblieben. Es könne daher nicht zweifelhaft fein, daß der Sachverhalt, den der Vorsitzende ausführlich schildert, gewisse Lücken aufweise und daß die Arbeit des Gerichts trotz aller Sorgfall nur Stückwerk fein könne. Bei der Darstellung des Sachverhalts bedauert der Vorsitzende, daß weder der Angeklagte Eugen Hirsch noch Nothmann und Sünnes in Paris den Weg zum d e u t sch e n Sonderkommissar gesunden hätten, denn sie würden sonst die Auskunft erhalten haben, daß der angebliche S t a a t s v e r t r a g, der es Ausländern gestatten sollte, Anleihen auch dann als Altbesitz anzumelden, wenn sie vor dem I.Iuli 1920 zwar int Besitz gewesen, inzwischen aber verkauft und dann doch angeschafft worden seien, überhaupt nicht bestand. Sie würden dann auch zweifelhaft durchschaut haben, daß es sich ntcht um ein reelles Geschäft, sondern um Betrug handelte. Auch der Angeklagte v. W a l d o w habe diesen Weg zu den deutschrn Behörden nicht angetreten, und ebenso habe es Stinnes unterlassen, v. Waldow zu fragen, ob er sich an maßgeblicher Stelle nach dem Staatsvertrag erkundigt habe. Der Angeklagte hätte zumindestens bei Empfang der Amsterdamer sogenannten Urkunde merken müssen, daß nicht alles in Ordnung sein müsse. Auch späterhin sei dem Angeklagten v. Waldow in unzweideutiger Weise vorgehalten worden, daß es sich hier um inhaltlich unrichttge Urkunden, um schriftliche Lügen handele. In der weiteren Begründung bespricht der Vorsitzende sodann die Rechtsfrage und kommt zu dem Schluß: Es unterliegt fei- nem Zweifel, daß objektiv Betrug vorliegt. Die Absicht des Betruges wurde durch Handlungen betätigt, die den Anfang der Ausführung des Betruges darstellen, indem unrichtige Belege eingereicht wurden. Wenn es zu einer Vollendung des Betruges nicht gekom- darauf zurückzuführen, daß tn den französischen Fällen der Betrug verra- ten worden ist, in den rumänischen Fällen die deutsche Behörde ihn entdeckt hat, ehe er zur Vollendung „ kommen konnte. Begrünung beschäftigt sich dann sehr ausführlich mit der Beteiligung des Angeklagten Stinnes: Bei StinneS besteht feine objektive Beteiligung )ann, daß er sowohl für die rumänischen, wie ur die französischen Anmeldungen das Geld gegeben hat, daß er den Angeklagten v. Wal- vow zur Durchführung der französischen AnI Meldungen nach Paris geschickt und veranlaßt hat, daß Nothmann in Rumänien tätig iourde. Es ist geradezu grob fahrlässig, daß der Angeklagte Stinnes sich nicht von vornherein darüber klar war, daß, wenn ein Staatsvertrag, der die Ausländer berechtigte, Anleihestücke zurückzukaufen, die sie gar nicht mehr Hatten, wirklich bestand, ein solcher Vertrag für die Ausländer den Unterschied von Alt- und Neubesitz vollständig beseitigte. Es ist eine unverzeihliche Fahrlässigkeit, daß er sich nicht, bevor er sich überhaupt grundsätzlich bereit erklärte, sich auf dieses Geschäft einzulassen, an autori- tativer Stelle erkundigte, eine Fahrlässigkeit, die um so schwerer wiegt, als er nach seiner eigenen Darstellung hier mit Geld arbeitete, das ihm von befreundeter Seite anvertraut war, mit dem ein ehrsamer Kaufmann besonders vorsichtig umgeht. Andererseits ist aber Betrug ein Vorsatz- belift, unö wir müssen den Angeklagten Nachweisen, daß sie nicht nur fahrlässig gehandelt haben, sondern bei Stinnes z. D., daß er wußte, daß ein solcher Staatsvertrag nicht besteht. Und diese Feststellung kann mit Sicherheit nicht gemacht werden. Der Angeklagte v. Waldow hat in der Voruntersuchung den Angeklagten Stinnes nicht unerheblich belastet. Gr will ihm näm- lich schon im Iahre 1926 davon erzählt haben, daß die Urkunden gefälscht waren. Das Gericht glaubte diese Belastung nicht in vollem Umfange verwenden zu können. Von Wal- dow hat mit seinen Angaben zu oft ge- wechselt, als daß sie derartig glaubwürdig sein konnten, um als Beweismittel gegen einen anderen Angeklagten in Frage zu kommen. Nun hat aber Stinnes in feiner ersten Vernehmung gleichfalls an- gegeben, daß er zu diesem Zeitpunkt von der Anfertigung der falschen Urkunden Kenntnis erlangt habe. Stinnes will diese Angaben nach feiner Unterredung mit Direktor Heinzmann gemacht haben, um der Untersuchungshaft zu entgehen und von seiner Firma und seiner Familie Unheil abzu- wenden. Psychologisch ist das Geständnis nur zu erklären, wenn Stinnes lediglich an den Augenblick dachte und nicht an die Folgen eines etwa zu Un- redjt abgelegten Geständnisses. Aber immerhin muß berücksichtigt werden, daß Stinnes bei dieser Verwendung unter einem nicht unerheblichen inneren Zwang stand. Es muß ferner berücksichtigt werden, daß er dem Rechtsanwalt Hoeck sofort nacyher unter vier Augen gestanden hat, daß er bei der Vernehmung die Unwahrheit gesagt habe, und es muß berücksichtigt werden, daß er bei seiner nächsten Vernehmung am 6. September 1928 seine Erklärung wesentlich eingeschränkt hat. Bei dieser Sachlage kann es nicht als mit Sicherheit feftgeftellt gelten, daß Stinnes schon im Dezember 1926 von der Verwendung gefälschter Belege erfahren hat. Deshalb kann nur als festgestellt gelten, daß Stinnes Bedenken erst bekam, als v. Dalborn nach seiner letzten Amsterdamer Reise zu ihm zurückkehrte und äußerte, hier sei möglicherweise mit den Belegen etwas nicht in Ordnung. Rach Reber- zeugung des Gerichtes ist der Angeklagte in die- fern Moment bösgläubig geworden. Er mühte also, wenn er sich in diesem Moment aktiv an dem versuchten Betrüge beteiligt hätte, bestraft werden. Et» strafbar« Verschvldev abet tonn man ihm nach Ansicht des Gerichtes nur bann nachweisen, wenn er sich an dem Geschäft selbst aktiv beteiligte oder es durch seinen Angestellten v. Waldow fördern ließ. Wenn er Waldow nach Paris schickt mit der Weisung, „ich will aus dem Geschäft heraus", so ist darin nicht der Aufttag zu feljen, das Geschäft aktiv zu fördern. Wenn v. Waldow das dennoch getan hat, so ist Stinnes nicht mit voller Sicherheit nachzuweisen, daß er diese Tätig- keit des Angeklagten von Waldow gewollt hat. Bei dieser Sachlage muhte der Angeklagte Stinnes als nicht überführt freige* sprachen werden. Der Angeklagte von waldow hat die Urkunden gesehen, die für die Glaubhaftmachung des Altbesitzes eingereicht wurden. Von diesem Augenblick an ist er nach der lieber* zeugung des Gerichtes bösgläubig gewesen, v. Waldow hat nach erlangter Dösgläubigkeit das betrügerische Geschäft in jeder Weise gefördert und sich damit des gemeinschaftlichen Betruges schuldig gemacht. Auch gegen den Angeklagten Nothmann, so heißt es weiter, spreche ein erheblicherBerdacht. Eine Kenntnis von den Einzelheiten des Geschäftes habe ihm jedoch nicht nachgewiesen werden können, so daß er als nicht überführt frei* gesprochen werden müsse. An der strafrechtlichen Verantwortung des Angeklagten Bela Groß könne kein Zweifel sein. Der Angellagte Eugen Hirsch habe sich der Beihilfe schuldig gemacht, indem er zwischen v. Waldow und Schrandt und zwischen Nothmann und Bela Groß vermittelte. Die Beihilfe sei zwar im Auslande geleistet und empfangen worden, das Gericht habe sich aber hier der Stellungnahme des Reichsgerichts angeschlvssen, wonach die Verurteilung erfolgen müsse. Dem Angeklagten Lev Hirsch sei nicht mit Sicherheit nachzuweisen, daß er im fraglichen Zeitpunkt bösgläubig war oder das Geschäft gefördert habe. Auch der Angeklagte Schneid mußte trotz deS erheblichen Verdachtes einer strafbaren Handlung freigesprochen werden. Nachdem der Vorsitzende sodann die Strafbemessung begründet und den Angeklagten von Waldow, der als einziger der verurteilten Angeklagten anwesend war, über das Rechtsmittel der Berufung unterrichtet hatte, schloß er die Verhandlung. Berufung in vollem Umfange. Berlin, 27. Juli. (WB.) Wie wir erfahren, ist gegen das heutige ergangene Urteil im Stinnes-Prozeß seitens des Generalstaats- anwalts Berufung in vollem Umfange, d. hs gegen sämtliche Angeklagte eingelegt worden. Die ganze umfangreiche Prozeßmaterie wird nun nochmals vor der Großen Strafkammer verhandelt werden müssen. Jedoch kann die Be- rusungsverhandlung er st in späterer Zeit ftattfinben. Zunächst muß das umfangreiche Urteil erster Instanz, das mehrere hundert Seiten um- fassen wird, schriftlich abgefaßt werden. Es ist anzunehmen, daß zu diesem Zwecke der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Arndt, von allen anderen Arbeiten für etwa 14 Tage entbunden wird. Das Urteil wird bann sämtlichen Angeschulbigten zuge- stellt unb hierauf bie Berufungsschrift ber Staat > anwaltschaft, bie ja erst nach Vorliegen des schrist- lichen Urteils hergestellt werden kann. England und Rußland. London, 29.Iuli. (WTB. Funkspruch.) Der Sowjetbotschafter in Paris Dowga* l e w s k i, der die Verhandlungen über die Wiederaufnahme der englisch-russischen Beziehungen führen soll, ist hier eingetroffen. Er wurde auf dem Bahnhof von einem Vertreter des britischen Staatssekretärs des Aeußern und von einem Vertreter des deutschen Botschafters begrüßt. Der deutsche Botschafter in London hatte bekanntlich seit dem Abbruch der englisch-russischen Beziehungen die diplomatischen Interessen der Sowjetunion in London vertreten. In einem Presseinterview äußerte der Botschafter lediglich, er hoffe, daß eine Wiederherstellung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Großbritannien und der Sowjetunion m ö g* l i ch sein werde. Er werde am Montag eine Zusammenkunft haben. Die Dauer seines Aufenthaltes in London werde ausschließlich von dem Fortschritt der Beratungen abhängen. Schwedischer Flottenbesuch in Kiel. Kiel, 28. Iuli. (WTB.) Gestern trafen in der Kieler Föhrde eine schwedische U-Bootsabteilung, bestehend aus einem Mutterschiff mit sieben 11-Dooten, und ein Zenber mit sieben Marineflugzeugen zu einem zweitägigen Besuch ein. Auf der Höhe von Friedrlchsort wurde der übliche Salut zwischen der schwedischen Flotte und der deutschen Küstenbatterie ausgetauscht. Der Führer der H-Doots- abteilung, Kapitän zur See Friis, machte in Begleitung des deutschen Verbindungsoffiziers und des schwedischen Konsuls seine Begrüßungs- besuche beim Flottenchef, beim Stationschef, dem Oberbürgermeister, dem Oberpräsidenten, die unmittelbar erwidert wurden. Die Stadt steht ganz im Zeichen des schwedischen Flottenbesuches. Schwedische und deutsche Flottenoffiziere unternahmen heute mittag als Gäste der Kieler Seglervereini- gung einen Autoausflug in die Holsteinische Schweiz. Am Abend gibt der Stationschef, Kontreadmiral Hansen, ein Essen für die schwedischen Offiziere, während den Mannschaften ein Kinobesuch geboten wird. Der Besuch der schwedischen Marine wird durch deutsche Kriegsschiffe erwidert werden, die in ber Zeit vom 30. August bis 5. September betriebene schwebische Häfen besuchen werben. Vorlagen und Anträge im Hessischen Landtag. whp. Darmstadt, 28. Iuli. Den Abgeordneten des Hessische n Landtages sind eine Reihe Anträge und Regierungsvorlagen unterbreitet worden. Zunächst legt der Staatspräsident die Nachweisung über die Staatseinnahmen und -auSgaben für das Haushaltsjahr 1924 vor. ebenso den Bericht Wer die Berwoä» hmg ba ßanbeätabtttage f* W W M WM ,DWW ' -V M ■- » MMOWD ÄÄÄi ■sft »WW 4* -, ■ti ä-ÄW- ■ ,« Uw Mayetf jRöF3ö7i Oslo iberöeen- ^F/VwioaC Äv®?/ Sonntaa. d^ajuli. 1929.8'mq;,! big sich auf AcettouoMü'e^tA. Dach dem Vorgehen anderer Länder, und insbesondere gemäß den Forderungen des Internationalen Tierschutzkongresses in Wien, ist dem Landtag weiter von dem 2lbgeordneten Dr. Werner ein Antrag unterbreitet worden, der fordert: .Ausreichender strafrechtlicher Schuh aller Tiere durch entsprechend hohe Freiheits- und Geldstrafen für begangene Tierquälereien; Errichtung eines Tierschuhamt e s, gänzliche Abschaffung der Vivisektion einschließlich der vielfach mit der Impfstoff- und Eerumgewinnung verbundenen Tierquälereien; Einführung humanster Schlachtmethoden und Abschaffung deS betäubungslosen Schlachtens; verbesserte Vorschriften für TiertranSporte; ausnahmsloses Verbot des Handels mit Singvögeln; Verbot des Kupierens, der Verwendung von Hunden als Zugtiere, und des dauernden Anlettens von Hunden." Dor einiger Zeit wurde bereits ein Antrag Stork (©oj.) auf vermehrten Vogelschutz, insbesondere am Altrhein, und Errichtung von Dogelschuhgebieten der Regierung als Material überwiesen. Eine kleine Terrakotta-Figur des berühmten Russen Moissy Kogan, der abwechselnd in Pa- ris und Düsseldorf arbeitet, ist eingetroffen und im Saal I aufgestellt worden. Der Besuch, der während des Sängerbundesfestes und wegen der Hitze zurückging, hat schnell wieder zugenommen. In den 6 Wochen seit der Eröffnung haben etwa 4000 „Gras Zeppelin" über dem besetzten Gebiet Zweite Probefahrt von Friedrichshafen bis Koblenz. - 111A Stunden. Amerikafahrt in der Nacht zum Donnerstag. 1 6 erhöht. Kunst und Wissenschaft. Ausstellung „Der schone Mensch in der neuen Kunst". Darmstadt. i ,£«*•> I Alk ellti «RS MA klärten sich von dem Verlauf der sonntägigen Luftreise sehr befriedigt. Auch während dieser Probefahrt haben die Motoren des Luftschiffes nach Mitteilung der Schisfsleitung während der ganzen Flugdauer ohne Unterschied gte hmäßig gearbeitet und ohne Störungen ihren Dienst getan. Das Erscheinen des Luftschiffes, das sich der Bevölkerung der besetzten Gebiete mit Genehmigung der Desatzungsbehörden zum ersten Male zeigen konnte, ist dort überall mit Jubel und Begeisterung ausgenommen worden. Dr. Eckener erklärte nach Beendigung der Fahrt, daß er mit Freuden noch mehr Orte der besetzten Zonen überflogen haben würde, doch habe dazu die verfügbare Zeit nicht ausgeveicht. Es mußten während der Fahrt noch zeitraubende Versuche mit der Maschinenanlage gemacht werden. Wie Dr. Eckener erklärte, haben diese Experimente voll befriedigt. Dor Beginn der A m e r i k a f a h r t, die voraussichtlich in der Nacht zum Donnerstag ihren Anfang nehmen wird — ein bestimmter Zeitpunkt ist noch nicht endgültig festgesetzt — wird, wie verlautet, wohl keine Werkstättenfahrt mehr notwen- Die Zahl der bei der Explosion an Bord des Kriegsschiffes „Devonshire" Getöteten hat sich vmk^ekn 9te tot muKkeseekSZm- schlimmsten bezeichnet, die sich jemals km Neuyorker ' Staatsgefängnis zugetragen haben. Die Meuterei dauerte die ganze Nacht an. Bisher sind zwei Tote gemeldet, zwölf Sträflinge sind entkam- men, die Anzahl der Verwundeten ist unbestimmt. Die Meuterei brach am frühen Nachmittag plötzlich aus, als ein privilegierter Sträfling zwei Beamten Ammoniak ins Gesicht goß. 1600 Sträflinge besetzten das Gefängnisarsenal, steckten die Gebäude in Brand und machten verzweifelte Versuche, die Freiheit zu gewinnen. Die elektrische Beleuchtung war bei Einbruch der Nacht gestört. Die Rückreise der „Bremen". Reuhork, 27. Iuli. (WTD.) Der Dampfer „Bremen", der heute nacht nach Europa abgefahren ist, hat mehr als 2000 Passagiere an Bord. Der Kapitän des Dampfers erklärte, er hoffe, in Cherbourg am Donnerstag um 6 Ahr. in Southampton um 11 Uf>r und in Bremen am folgenden Morgen einzutreffen. Großfeuer in einem mecklenburgischen Dorf. In dem Dorfe Saegelow, das zwischen Wismar und Boltenhagen liegt, brach am Samstag gegen 20 Ahr auf einem Dunghaufen ein Feuer aus, das auf ein benachbartes strohgedecktes Gebäude übersprang und in etwa einer halben Stunde zwei Drittel des ganzen Dorfes in Flammen hüllte. Bis morgens gegen 4 Ahr waren von den 26 Gebäuden des Ortes 16 niedergebrannt. Der Gesamt- schaden beläuft sich auf rund 300 000Mark. Mitverbrannt ist die gesamte Heuernte, außerdem zehn Schweine und viele landwirtschaftliche Maschinen. Zwei Tote bei einem Automobilunglück. 2luf der Rückkehr von der Sommerreise wurde das Auto eines Beamten der amerikanischen Botschaft in Berlin, Henry W. Eustis, in dem sich außer ihm noch seine Gattin und feine Schwägerin befanden, auf der Heerstraße kurz vor Pichelsdorf von einem großen Lieferwagen gerammt und zertrümmert. Während der Botschnftsbeamte selbst mit geringfügigen Verletzungen davonkam, trug seine Frau Caroline bei dem Zusammenstoß schwere Wunden davon und starb bei der Einlieferung ins Krankenhaus. Ihre Schwester, Frau S a w g e r, erlitt gleichfalls schwere Verletzungen, denen sie im Spandauer Krankenhaus bald darauf erlegen ist. Zehnstundenflug mit einem Schwerölmolor. Gestern startete in Dessau wiederum ein Iunkersflugzeug mit einem SchwerÖlmotor. Zum ersten Male gelang es einem mit einem Schwerölmotor ausgestatteten Flugzeug, sich zehn Stunden in der Luft zu halten. Kurz vor 19 Uhr landete das Flugzeug, das sich unter Führung des bekannten Piloten R i s z t i c s befand, glatt auf dem Dessauer Flughafen. 16 Todesopfer auf der „Devonshire". Personen, herunter 800 Studenten und Schüler die Ausstellung besucht. Berliner Börse. Berlin, 29. Juli. (MTB. Funkspruch.) Zum Wochenbeginn ist die Tendenz im heutigen ^ormit- tagsverkehr noch nicht genau erkennbar. Umsätze sind bis jetzt noch nicht zustande gekommen. Die Kabinettsbildung in Frankreich wird eher günstig beurteilt, dagegen mahnen die neuen großen Goldabflüsse aus London, das schwache Neuyork vom Samstag, ein leichter Rückgang der Ruhrkohlenförderung zur Zurückhaltung. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt hört man London gegen Kabel 4,8535, London gegen Berlin 20,3560, Kabel gegen Berlin 4,1940. Oie Wetterlage. Wlantz. TD. gimfltM) Der in Paris Sotoga- ungen über die Dic - glisch-russischen soll, ist hin emgetros- Lahnhof von einem en Staatssekre- und von einem Der- Dachauers be- >after in London hat -uch der enghfö* Asomatischen 3nfe* i vertreten. 3n einem t Botschafter lediglich, rherstellungde teziehungen M" >r Solojetunion m o g- am Montag «ne dj* )auer ^nt usschliehUch von dem x abhängen. Mnbesuch Lösten, und ei fjnon ugseug _z ppjj ^UL S^ut zwilchen ÄkdeutchenM^ eie n6. F. F. F. G. F. Verreist Verreist 04771 Billige Schuhwaren Walter ernannt. 6404D 640JA 2^ 3 u neh° zum von Mittwoch, den 31. Juli bis Mittwoch, den 7. August flO 9 18 in einfachster bis feinster Ausführung Teppiche/ Dekorationen Nutzt | die Zeit Nur jetzt ist Saison-Ausverkauf Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Konkursverfahren. lieber das Vermögen der Firma füin- gelhöffer & Dilaes, Drogen-, Material-, kolonial- und Farbwarcu-Großhandlung in Gießen, und ihres Inhabers Heinrich Dilges in Gießen wird heute, am 27. Juli 1929, mittags 12 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da ihre Zahlungsunfähigkeit und Zahlungseinstellung dargetan ist. Der Dr. jur. Ruckelshausen in Gießen, Goethestraße 30, wird zum Konkursver- 15. August 1929 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht Gießen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 30. Juli, vormittags 11 Uhr, auf dem Alten Friedhof statt. Bequeme Teilzahlung | Vermietungen | Beschlagnahmefr.Wohn., in einem neuerbaut. Etnsamiltenhanse, bestehend aus 2Zim- riiern u. KücbelBade- Atmmer k. mitbenutzt werden), elekir. Licht, u.Warmwafferheizg. z.l.Sevt.a. bess. Ehepaar ohne Kinder zu verm. Sonnige, ruh. Lage. Zu crfr. in der Gelchst. d.G.A. 04770 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emil Schüfeler. Zahnarzt Dr. Hinrichs Konkursforderungen sind bis zum 15. August 1929 bei dem Gerichte anzu- melden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Donnerstag, den 22. August 1929 vormittags 1014 Uhr vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 101, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch men, dem Konkursverwalter bis Von uns. Verbandswerken empfehlen wir iimaMinenBlnooWine WBonwfflfliie Gieh H m. k I. Sensen, Sicheln, Wetzsteine sowie sämtliche Garten- und landwirtschaftliche Geräte Edgar Borrmann / Giefeen Prof. Brüning 61930 Restposten und Einzelpaare darunter Mercedes-Rahmenware M. 6.50 Mk. 7.50 M. 8.50 M. 9.50 M. 10.50 2 Zimmer lteilw. möbl. oder unmöbl.) m. Küchenbenutzung sofort ob. später zu verm. Wolsstr. 11 Ii: Nach schwerem Leiden ist gestern vorm. 6x/4 Uhr meine liebe Gattin, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Marie SWIer Oeö. 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Hierdurch erfüllen wirble traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Lkameraden Georg Reitz tn Kenntnis zu setzen. 63J4l Die Beerdigung findet Dienstag, den 30. Juli 1929, nachm. 3 Uhr statt. Zusammenkunft 2'/, Uhr am Eingang des 9Zeuen Friedhofes. Uniform: 1. Rock und Helm. Das Kommando ■ Fritz Wenzel. Karl Wenzel. Zum baldigen Eintritt w. nach Darmstadt ein braves, fleißiges, ehrliches Mädchen nicht unter 18 J^ gesucht für den Haushalt in Metzgeiei. Näheres zu et fr. Bleßen, Landgrafen- Straße 7 p. [04724 »tlOf WW sofort gesucht «.«v Hotel Bayrischer Hof Bahnhofstraße. Heute vormittag 11 Uhr wurde mein lieber Vater, Schwiegervater, unser lieber Bruder,Schwager und Onkel Herr Georg Reitz im Alter von 60 Jahren von einem schweren Leiden erlöst Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabet Münzer geb. Reitz. Morl Celli erb. redegew. Leute bei Verkauf von Futtermitteln. Off. Krcuer, Düsseldorf, Schließfach 143. Tüchtiger Sfflmieöegefene kann sof. eunret. bei Job. 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Ts gibt auch heute noch Landstreicher, und die Romantik der Landstraße ist noch nicht ausge. storben. Haben doch die Vagabunden vor kurzem sogar in Stuttgart einen richtigen Kongreß ab- gehalten. Man findet auch heute, wie Professor Dr. Hans Druhle im Augustheft von Del- hagen & Klasings Monatsheften schreibt, unter den Landstreichern reizvolle und eigenartige Charaktere. Wenn man sich erzählen läßt, wie ein passionierter Wanderer in seinem dritten Lebensjahrzehnt zu Fuß über die Alpen nach Italien kommt, wie sich in seiner Perspektive ine Fremde cruSnimmt, wie er es versteht. 1 * ll ^MAkten. dini in9-Münz, dort erweltl Hfl enb ourr m. ruf pen tn: iD 5 u p- lef eiiö' iit er' alle-« >. vaS ll.- alt. berb> B&Ä L hau$ ISWgcr Win billig ru verk. ^ r. Faber. Sabv Hochschulnacknchien. Der beamtete außerordentliche Professor für Statistik in der rechts- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Jena Dr. Paul chermberg ist zum persönlichen ordentlichen Professor ebenda ernannt worden. tuhrnährne. Die Gestalt ledoK regte: srch nichts tnb die Dunkelheit der Dacht bkeb undurch- triirglich. Gut möglich, daß es nur ein Brett |tr mochte, das am Baume lehnte, oder ern M cidungsstück, das man zum Lüften nrrsgehangt saite, oder irgendein anderer Gegenstand, tote ran oft in der Dacht vor etwas erschrtat, was fidg bet näherer Betrachtung als sehr harmlos irtreift. Aber ich war unruhig, zumal tch an sie Haustür dachte, die ich unverschlossen vor- ke'anden, und weil ich mich mit dem alten Groh- ta er allein zu Hause wußte. Schließlich griff ich vorsichtig nach mein« Sachen lampe, die auf dem Schreibtisch lag. Ich i.^igen Bewohner des Hauses. In jener Dacht kam ich gegen zehn Ihr aus ter Stadt zurück und war etwas verwundert, ie Haustür nicht abgeschlossen zu finden, ent- ccgm der sonst streng gewahrten Ordnung. Ich Bähte aber, daß der Großvater, wie wir ihn innten, heute allein zu Hause war, weil seine jetten Töchter an einem Fest in der Stadt teil« rahmen, und ich sagte mir, der alte Mann habe v einfach vergessen. Ich schloß hinter mir zu M »SÄ») felfiK bisher ist es wohl nur selten in der Geschichte kgetvmmen, daß ein Diktator sich freiwillig ner Machtstellung begibt und noch dazu vor nem Rücktritt die Wege zur Einführung neuer cHmähiger Derhältnisse im Lande ebnet, r . m o d e Rivera hat schon seit zwei Iah- eine Kommission der beratenden Rational- Oie Gestalt im Garten. Son Fried Ranihsch. £3 mag sein, daß in dem folgenden Erlebnis iWllammenhänge vorliegen, die nicht mehr als »i«.ürlich" zu bezeichnen sind. Ich wohnte in einer Billa ziemlich weit vor t?c Stadt, in einem Giebelzimmer, das nach V m Garten hinausging. Im Erdgeschoß lebten rei unverheiratete Schwestern, beide schon m cc Dreißigern, mit ihrem Vater, einem alten tcicn von etwa siebzig Iahren. Wir waren die Staatssekretär V, 'Abenteurer G.^ u d v Beteiligung le° Verschwinden j spannende Verbrechern r um. Sonnenaufgang: 4,20 ilfjr, Sonnenuntergang: 19,51 Ihr. — Mondaufgang: 23,13 Ihr, Mond« untergang: 14,11 Ihr. . r 1838: der Politiker Eugen Richter in Düsseldorf geboren (gestorben 1906); — 1898: Fürst Otto von Bismarck in Friedrichsruh gestorben (geboren 1815); — 1914: Mobilmachung in Rußland; — 1918: der Generalfeldmarschall H. von Eichhorn in Kiew ermordet. Bornotizcn. — Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhof str.: „Abenteurer G. m. b. H." — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Die Inszenierung der Tragödie „Salome" in einem Akt von Oscar Wilde hat Intendant Dr. P rasch selbst übernommen. Besonderes Interesse dürste diese Deueinstudierung dadurch erwecken, daß das Stück auf der Waldbühne zur Aufführung gelangen soll, die als Schauplatz für die Handlung besonders geeignet erscheint. Die Titelrolle spielt und tanzt Trude Heß, das Elternpaar, Herodes und Herodias, wird von Ebert-Grassow und Lieselotte Fuhrmann dargestellt. Es wirken ferner mit Ilse Iahn (Page der Herodias) und die Herren Hais (Iochanaan), W e s e n e r (der junge Syrier), Arzdorf, de Castro, Dom- rnisch, Haeser, Heitzig, Hub, Linkmann, Tannert, Volck, Zingel. Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Bauer jun. Der Tanz der Salome wurde einstudiert von Frau Dr. Rosenberg jun. Inspektion d e C a st r o. Beginn 21 Ihr, Ende 22.15 Ihr. Vor und nach der Vorstellung verstärkter Stra- ßenbahnverkehr. Wenn die Vorstellung wegen ungünstiger Witterung im Stadttheater statt- findet, wird dies durch Aushängen von Fahnen ab Mittags angezeigt. Aus der Provinzialhauptstadt Gießen, den 29. Iuli 1929. Mittagsgespenst. Wenn im Dörslein die Glocke zum Mittag läutet, dann liegt eine große Stille über den Feldern des reifenden Getreides. Glutet an heißen Tagen schwer die Sonne darauf, dann webt ein eigenartiger Hauch über den goldgelben Flächen, wie ein flimmerndes Atmen aus lebender Scholle; geht aber der Wind durch die Aehren, dann wogt es wie Wellenspiel des Meeres... Großmutter aber sagte zu uns Kindern: „Geht nicht in der Mittagsstunde in das reifende Korn, da ist das Mittagsgespenst darinnen und ihr kommt nicht mehr heim oder nehmt körperlichen Schaden, werdet behext mit allerlei Gebrechen." 3a, so war es damals ... da lebten in den Feldern geheimnisvolle Dämonen, die nicht eher aus der Flut der Halme herauswichen als bis zum letzten Erntetage. Selbst dann flohen sie vor den Sensenhieben der fleißigen Schnitter bis hinein in die letzte Garbe. Verschieden waren die Bräuche, die sich an diese letzte Garbe knüpften: die einen durchstachen sie mit den Sensen, um den Dämon, der in verschiedenen Gestalten gedacht wurde, zu töten; andere wieder wickelten den Schnitter, der die letzte Garbe mähte, darin ein und fuhren ihn als den eingefangenen „Roggenwolf" auf dem Erntewagen im Triumph nach Hause, während andererorts die letzte Garbe ungedroschen aufbewahrt wurde, damit, so hieß es, der segenspendende Geist bis zur nächsten Ernte darin bliebe, solange noch Körner in der Aehre sind. Der Geist der Zeit entthronte Götter, riß den Schleier des Geheimnisvollen aus Wald und Feld, und wenn heute die Mähmaschine die goldenen Halme umlegt, dann... Ob wohl noch in der unheimlichen Stille dieser Dacht, es kam von der Lampe her, ein feines, gleichsam gequältes Klingen, das abbrach und sogleich wieder einsehte, eine Folge solcher Töne von zunehmender Höhe und Eindringlichkeit, während das Licht in gleichem Maße dunkler wurde, nur noch rot glühte und mit dem letzten und stärlsten dieser Töne endgültig erlosch. Hierauf war beklemmende Finsternis und Stille. Am Morgen erwachte .ich von großer In- ruhe im Hause, jemand schrie laut. Tritte polterten die Treppe zu mir herauf. Man rief mir zu, ich solle kommen und helfen, der Großvater habe sich im Garten erhängt. Ich sah ihn von meinem Fenster aus; er war jfne Gestalt, die unbeweglich neben dem Daum zu stehen schien, während er in Wirklichkeit an einem niedrigen Aste hing. Sein Gesicht war meinem Fenster zugekehrt. — Ich bin bald darauf in die Stadt gezogen. — Es ist natürlich möglich, daß ich selber im Schlafe das Licht eingeschaltet habe; aber das wäre mir dann in jener Dacht zum ersten und einzigen Male geschehen. Cs mag fein, daß ich Dorrn Einschlafen den Schalter nicht ordentlich herumgedreht habe, zumal ich es hastig tat, und daß er später zurückgegütten ist. Iebrigens war die elektrische Birne i ungebrannt. Die Störungen in der Leitung mögen verursacht haben, daß sie mit jenem seltsamen Sterbegesang er- losch, und es mag Zufall gewesen sein, daß sich dies gerade in jener Dacht ereignete. Aber ich kann nicht umhin, zu denken, ob es nicht vielleicht anders zusammenhängt. »5 1 rat auch dem Anschein nach zunächst nur ein beratendes und die Macht der Krone einschränkendes Organ zu fein scheint, so steht er in Wirklichkeit doch über dem Landtag und über der Regierung, da in der Verfassung die Pflicht zur Anhörung des Kronrats für den König sowohl, wie für die Regierung und den Landtag fe st gelegt, und außerdem das I n t erventionsrecht desKronratsinallenwichtigen Fragen gesetzlich verankert ist. Bei genauerem Studium der oben dargestellten Zusammensetzung des Kronrates erhellt, daß der maßgebende Einfluß des Königs auf dieses Organ außer jedem Zweifel steht, wenn man sich theoretisch betrachtet auch wohl denken könnte, daß der Kronrat einfchränk.nd auf die Befugnisse der Krone einwirke. Iedenfalls bedeutet die Schaffung des Kronrates praktisch eine ganz außerordentliche Stärkung und Erweiterung der Befugnisse des Königs, ebenso wie die Imgestaltung des Landtags die Imwandlung eines Parlaments in eine mehr ober weniger nur mit beratenden Befugnissen ausgestattete Volksvertretung darstellt. Es bleibt noch zu erwähnen, daß in der neuen Verfassung eine Reihe von sozialen Forderungen berücksichtigt sind, die in der alten Verfassung nicht enthalten waren. Dagegen fehlt immer noch die Festlegung des Schulzwanges. Zusammenfasfend kann gesagt werden, daß sich das Projekt der neuen Verfassung durch radikales Durchgreifen auszeichnet. Bei der Beurteilung darf nicht vergessen werden, daß die Masse des spanischen Volkes politisch recht wenig interessiert ist und infolgedessen kaum ernstlicher Widerstand gegen dieses Dovum von dieser Seite aus zu erwarten ist. Anders verhält es sich mit den ehemaligen Politikern, die mit einem großen Teil der Presse sich strikt ablehnend verhalten. Da die Pressc aber hier nicht als das Sprachrohr großer politischer Volksgruppen angesehen werden kann, ist es leicht möglich, daß dieser Entwurf nach nochmaliger Durchsicht und der einen oder anderen Abänderung im Iah re 1931 doch gesetzliche Form erhalten wird. muh gestehen, es kostete mich einige Ieberwin- dung, das Licht aufflammen zu lassen. Im übrigen war der Versuch ohne Erfolg, denn der Lichtschein drang nicht durch; nachdem ich mich davon überzeugt hatte, schaltete ich aus und sah wieder im Dunkeln, mit dem peinlichen Gefühl, als müßte nun auch von feiten der mutmaßlichen Gestalt etwas erfolgen. Da sie aber noch immer unverändert auf ihrem Platze verharrte, fing ich an. auf mich selber ärgerlich zu werden; denn wenn es ein Mensch gewesen wäre, nahm ich an, so müßte er sich doch endlich einmal bewegen und hätte alle Irsache, sich zu entfernen. Diese ileberlegungen waren natürlich nicht stichhaltig, aber ich beruhigte mich damit. Dann kam mir dec Gedanke, es könnte der Großvater sein, obgleich ich nicht einsah, warum er so unbeweglich im Garten stehen sollte. Ich rief zweimal seinen Damen, so laut, daß er es hätte verstehen müssen; es kam keine Antwort. Gleich darauf ging das Licht wieder an. Ich dachte einen Augenblick daran, hinunterzugehen und mich davon zu überzeugen, daß es nichts sei, konnte mich aber nicht dazu entschließen, sondern zog es vor, das Fenster zuzumachen und auch die Vorhänge zwischen mich und die Dacht zu bringen. Ich arbeitete noch eine Weile und ging zu Bett, ohne noch einmal hmauszu- feBcn Dor dem Einschlafen las ich noch die Zeitung; dann schaltete ich die elektrische Lampe aus, die auf einem kleinen Tisch am Kopfende meines De:tes stand. Ich entsinne mich noch genau an die unbehagliche Empfindung, mit der ich im Dunkeln hastig die Hand von der Lampe zuruck- zog und unter der Decke barg. 3n der Dacht erwache ich — die Lampe neben meinem Bett brennt! Ich verhielt mich völlig still, lauschte mit angehaltenem Atem und versuchte umherzusehen, ohne den Kopf zu betoe* gen. Die Vorhänge waren noch vor den Fenstern. der Schlüssel stak noch in der Tür, die ich abgeschlossen hatte. Das Zimmer war klein und übersichtlich — ich entdeckte nichts darin, lernen Menschen, keine Veränderung. Ob jemand unter meinem Bett läge, brauchte ich nicht festzustellen, denn dieses Bett war eigentlich ein Ruhesofa von solcher Bauart, daß kein Mensch darunter Platz hatte. , . . Plötzlich ging das Licht aus, flammte wieder auf, und nun erhob sich ein seltsames Geräusch Hfl®' .i^Sdic*0 K-A v. Oss.-Berichterstatter. Rand des Abgrundes gebracht. Es ist klar, dah das Haupt ziel der neuen Verfassung die Stärkung der vollziehen, den Gewalt und deren Sicherung gegen parlamentarischen Mißbrauch fein muhte. Gleichzeitig war man bemüht, die Monarchie noch fester zu verankern. Es handelt sich also in der Hauptsache um den Versuch, die allein seligmachende Herrschaft einer ihrer Verantwortung nicht bewußten Mehrheit einzudämmen und trotzdem eine maßgebende Beteiligung des Volkes an der Regelung seiner Geschicke sicherzustellen. Diese Aufgabe hat man in dem Projekt durch zwei grundsätzliche Deuerungen zu lösen versucht. Erstens durch, eine völlige Imgestaltung der Volksvertretung und zweitens durch Schasfung eines neuen Organs im Staate. An Stelle der bisherigen zwei Kammern, des Landtags und Senats, tritt eine einzige, der Landtag. Während der frühere Landtag sich lediglich aus gewählten Abgeordneten zusammensetzte, bildet sich der neue aus drei verschiedenen Gruppen: aus Abgeord- neten auf Grund direkter, allgemeiner Wahl, aus solchen, welche innerhalb der korporativen Vertretung der wichtigsten Derussgruppen gewählt werden und schließlich aus von 5er Krone zu ernennenden Abgeordneten. Die Gesamtzahl beträgt 412, von denen auf die erste Gruppe 206, auf die zweite 176 und auf die dritte 30 Abgeordnete entfallen. Die Wahlen werden provinzweise vorgenommen, wobei auf 100 000 Einwohner ein Abgeordneter kommt. Iede von den fünfzig spanischen Provinzen muh aber mindesten- zwei Deputierte wählen, auch wenn die Einwohnerzahl 200 000 nicht erreichen sollte. Besonders zu bemerken ist hier noch, daß mindestens sechs, höchstens zwölf Abgeordnete in dieser Gruppe vom ganzen Land direkt zu Wahlen sind und zwar aus den höchsten Würdenträgern des Landes. Aktives und passives Wahlrecht innerhalb der allgemeinen Dörmen haben sämtliche Spanier und Spanierinnen, welche das fünf» undzwanzigste Lebensjahr vollendet haben. Im Gegensatz zu früher sind in dem Projekt nun auch Frauen und Geistliche wählbar und Wahl berechtigt. Die zweite grundsätzliche Deuerung ist die Schaffung eines K r o n r a i e s. Er seht sich außer den Söhnen des Königs und des Thronfolgers aus 36 Mitgliedern zusammen. Davon sind die Hälfte lebenslängliche Mitglieder, und zwar neun aus eigenem Recht und neun, die der König aus den obersten Würdenträgern ernennt. Die andere Hälfte wird auf die Dauer von zehn Iahren gewählt, wobei wieder sechs davon der Gruppe der Würdenträger, Iniversi- tätsprofessoren, Ex-Minister usw. zu entnehmen sind. Bedingung ist die Vollendung des fünfund- dreißigsten Lebensjahres. Der Präsident des Krvnrates wird vom König ernannt und kann von ihm abgeseht werden. Die neue Verfassung beschränkt die Gesetzesinitiative des Landtags. Während diese bisher beim König und dem Landtcltz ausschließlich gelegen hat, liegt sie jetzt in bestimmten Fällen, wie in den die Außenpolitik, die Landesverteidigung, die Verfassung betreffenden Fragen und bei Steueränderungen lediglich beim König und seinen Ministern, nach Anhörung des Kronrates. Ferner ist dem Landtag 5as Recht genommen, Mißtrauensanträge gegen die Minister v o r z u b r i n g e n , die allein dem König verantwortlich find. Als Verbindungsorgan zwischen dem König, der Regierung und dem Landtag funktioniert der Kronrat. Er ist praktisch infolge seines Interventionsrechtes in der Lage, in sämtliche Staatsgewalten einzugreifen. Er kann nicht nur vom Landtag beschlossene Gesetze zurückweisen und Kompetenzstreitigkeiten innerhalb der Regierung entscheiden, sondern es obliegt ihm auch das Richteramt über die Minister, die Miternennung der obersten Justizbehörden usw. Wenn der Kron- - irfaffung und neuer Grundgesetze beauftragt, bei seinem Rücktritt in Kraft treten und E u Lande eine neue verfassungsmäßige Struk- geben sollen. Die letzte öffentliche Sitzung V Lieser Saison brachte nun in der Ratio. RilDerfammlung die lang erwarteteVer. Ifang des Vorprojekte s der neuen 3c : f a ff u n g, die an Stelle der alten vom 3il>re 1876 treten soll. Rach Beendigung der 3clefung wies Primo de Rivera in einer tempe. m cntbollen Rede auf die Wichtigkeit dieses | schichtlichen Augenblicks hin und betonte, daß B’!er Akt einen Markstein auf dem Wege zum Teberaufflieg Spaniens darstelle. Gleichzeitig et eß die Regierung an die Zensur die nötigen ÄiOrdnungen, damit der Presse eine umfang» «He Kritik der CKeuerungen, sofern sich diese in ehe n ernsten und sachlichen Rahmen bewege, ermöglicht werde. Primo schloß seine AuSsührun- ium der Vorschläge und zu ihrer endgül. Ü;m Formgebung unerläßlich sei. Rach dieser i'criobe, welche durch eine Volksabstimmung i‘et die neue Verfassung beendigt werde, sähe fr? Diktatur ihre Aufgabe für erfüllt an. Shinf) diese ohne Zweifel seltene Sebstlosigkeit tn> Großzügigkeit beweist Primo de Rivera, daß Ihn die Interessen des Landes und die Zukunft br Ration weit über jedes persönliche Inter. |lc gehen. Andere, leichtere Wege standen ihm mt Verfügung, er hat sie nicht beschritten. An. Idle des mühseligen und ehrlichen Versuches, eine neue Verfassung zu schaffen, hätte er all. gemeine Wahlen nach dem berühmten unb berück) - iden Muster des alten Parlaments organi- bren lassen können, wobei ihm die Mehrheit irantiert gewesen wäre. Er hätte auch die -Iloglichkeit gehabt, eine neue gesetzliche ©traf, hr zu diktieren. Auch das hat er nicht getan, son» hrn sich lediglich darauf beschränkt, von der lat ionalDerfammlung durch kompetente Leute ein Tarprojekt für eine neue Konstitution ausarbeiten zr lassen und diese der Kritik der igan. z N Ration zu unterbreiten. Mehr LiberaliS- mS und Aufrichtigkeit kann man von einem T.itator wohl schwerlich verlangen. Schon die Asommensehung dieses Derfassungsausschusses hat Gewähr für eine sachgemäße, ernste Arbeit. Lniversitätspiofesforen. ehemalige politische Grö. sm, Praktiker und Sachverständige aller Art ji'jcn mit großer Gewissenhaftigkeit an der rtbfübrung ihrer Aufgabe gearbeitet. Das Er. g.'bnid ist denn auch, vom theoretischen Stand, tnrlt aus betrachtet, einwandfrei, logisch und lülcnlod aufgebaut. Für die Paktische Hand» h5 ung dürfte sie Schwierigkeiten bieten, da biete in dem Projekt zu langatmig und zu ver. BanMiert ist. was mit wenigen Worten klar ir> deutlich hätte gesagt werden können. Wenn man die in bem Projekt gebrachten Teuerungen verstehen will, muß man sich vor eilen Dingen vergegenwärtigen, daß der vor hr Diktatur in Spanien herrschende Parlamen- IiriSmus durch und durch korrumpiert und L-rleucbt war. Die , Wahlen waren zu tner Farce geworden, die Regierungen Schein» (k5 i(be. Eine geradezu unsinnige Häufigkeit von 1 Tceierungswechfeln machte jede Verfolgung einer | enheitlichen politischen Linie unmöglich, Spanien . hie durch eine heillose Mißwirtschaft an den in einem Bauernhause solche sinnvollen Bräuche gepslegt werden, ob noch irgendwo die Mär vom Mittagsgespenst erzählt wird, das durch reifend« Felder geht? Leider har die Technik mit ihrem poesielosen Rützlichkeitsstreben schon allzuviel von altem Volksglauben zerstört, sie verleidet jedem Sput das Dasein. Mitleidlos gab sie den aufgeklärten Menschen der Gegenwart das Gelächter über den Aberglauben der Alten. Dicht mehr spricht die Datur in geheimnisvollen Zauber- stimmen. zerrissen sind die innigen Beziehungen von Pflanzen und Menschen. Ind doch wird die Sehnsucht nach den alten Sagen und Mären von der geiftcrbclcbten Datur in den Menschen wach bleiben und sie einmal wieder neu erstehen lassen, weil sie tief in der Seele des Dolles verankert find. M. G. Daten für Dienstag, 30. Juli. * Beginn der Ernte. Die heißen Tage der letzten Woche haben in unserer näheren Umgebung das Korn schnell reifen lassen, so daß mit dem Schnitt allenthalben begonnen ist. Durch den Ende voriger Woche niedergegangenen Regen ist das Getreide auf vielen Feldern umgelegt worden. Die Wieseck führt trotz der letzten Regenfälle in unserer Gegend zur Zeit wenig Wasser. Die Be- und Entwässerungsgräben in den Wiesen des Bu- seckertals find durch Schließen der Schützen dagegen bis zum Rand mit Wasser gefüllt, um den Wiesen Feuchtigkeit zum besseren Wachstum des Grummetgrases zuzuführen, denn die Heuernte war infolge Fehlens des jg. Untergrafes nicht sehr ergiebig. "* Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessifchen Automobilclub (A. v. D.): Die Ortsdurchfahrt Merkenfritz im Zuge der Straße Ortenberg—Gedern—Lauterbach ist vom 5. bis 10. August für alle Fahrzeuge gesperrt. Umleitung über Gelnhaar—Wenings. — Die Sperre auf der Strecke Lauterbach — Angersbach ist aufgehoben. ** Der Hund als Straßenräuber. Man schreibt uns: Am Samstag konnte man gegen 18 Ihr folgende Szene beobachten: Geht da ein Fräulein die Bahnhofstraße herunter. Ecke Liebigstratze taucht plötzlich ein großer Deut- scher Schäferhund auf, packt das Ledertäschchen des Fräuleins und beginnt daran zu zerren. Das Täschchen öffnet sich, die erschrockene De- siherin wagt es nicht, sich mit dem großen Hunde die deutschen Landsleute am Vesuv, auf Sizilien zu schröpfen, — wie er nach Aegypten und schließlich Indien gerät und mit mancherlei Kennt» nissen bereichert, es schließlich doch zuletzt fertig bringt, als Fünfzigjähriger die deutsche Heimat wieder zu erreichen, so kann man eine gewisse Freude nicht unterdrücken, dah es auch heute noch Originale gibt. Gruhle kannte einen Welt» Wanderer, der mit so guter Kenntnis der arabischen Imgangssprache zurückkehrte, daß er den gelehrten Vertreter dieses Faches an einer Uni» versität in Verlegenheit brachte. Auch in den Vereinigten Staaten Dordamerikas gibt es Vaganten, nur bedienen sie sich dort anderer Le» bensformen: sie eignen sich ausrangierte Autos an und fahren los. Manche Heineren Städte geben ihnen als Ortsgeschenk Benzol, nur um sie möglichst schnell wieder los zu werden. Iack L o nd o n weiß in seinen Abenteurern des Schienenstranges (Trampfahrten durch Dordamerika) Ergötzliches zu berichten. In Deutschland werden die tiefstehenden als Knopftalfer (Pfennigbettler) von den anderen gering geachtet, sie „arbeiten" besonders erfolgreich am Zahltag nachmittag z. D. in den Saargrubendistrikten. Der Speckjäger steht viel hoher, er hat seinen, festen Bezirk (Tirach) und kennt seine Kundschaft; oft reist er mit Frau und Kind (Henne und Schrawiner). Der Kommandoschieber hat ein dauerndes Standquartier in einer wilden Penne; von dort geht er auf Beute aus. Der Ladenstoßer sucht in den Städten die kleinen Kaufleute auf; die Schmalmacher, meist organisiert, betteln gegen Abend in den Arbeiterwirtschaften. Die Klufttalfer kennen sich untereinander, fachen — besonders in Ostpreußen — handgewebte Hemden zu erbeuten. Me Cßriefbettlec Tappenreiter (Anfertiger falscher Ausweispapiere), Krankheitsiimutanten, falschen Epileptiker (Orantnem) sind hochstehende Spezialisten, die sich zum Teil auch noch durch das alte Rotwelsch verständigen können. ®arictirtuble- M-Nküvv-,«.W ä» Ms einfach ver elfen, uaj fchtvy SSbttiW^C® H ging in mein Zimmer hinauf, nvcrwai» ain’ Stunde faß id> noch Sine halbe Stunde sah ich noch am Schreibtisch arbeitete bei offenem Fenster; es war eine rüde Ottobernacht. Plötzlich ging das elektrische fidjt aus. Eine solche Störung kam öfters vor Inl war meist nur von kurzer Dauer. Ich blieb Cte ruhig im Dunkeln sitzen und schaute aus __ ;.nl Fenster. Dabei erblickte ich im Garten etwas, Schweres ^'über ich erschrak; mir war, als wenn neben tiiiem der Obstbäume eine Gestalt stände und ÄllUVr1 icZungslos zu mir herauf sähe. . L luf Ich saß eine Werke, ohne mrch zu ruhrem au kau e ö ö„ versuchte angestrengt, ob rch etwas Genaueres S ! flterscheiden konnte oder ob rch eine Bewegung V* ($lfn —. m n ,fi ! i/t\ rrimr anzubinden, kurz und gut. das Tier bleibt der Stärkere und entfernt sich, das Täschchen an einer Ecke im Maule. Nach ein paar Schritten legt es der Hund hin. packt vorschriftsmäßig den Griff mit dem Maule und entfernt sich triumphierend durch die Bahnhofstraße in der Richtung nach der Westanlage. Erst jetzt löst sich die Erstarrung von dem Opfer des Diebes, aber die Verfolgung erweist sich als aussichtslos. Was wird „Herrchen" für ein Gesicht machen, wenn der treue Karo mit einer fremden Tasche erscheint? Oder handelt es sich gar um einen be- rufsmähigen „Taschendieb". Vielleicht erläßt die Polizei hinter dem gemeingefährlichen Räuber einen Steckbrief I •• Der Kreisverein vom Roten Kreuz trat am Donnerstag nachmittag im hiesigen Kreisamtsgebäude zu einer Sitzung zusammen. 3n Verhinderung des Vorsitzenden wurden die Verhandlungen von der stellvertretenden Vorsitzenden, Fürstin Karl zu Solms-Hohensolms - L i ch , geleitet. Da der bisherige Vorsitzende. Provinzialdirektor G r a e f, wegen Arbeitsüberlastung die Leitung des Kreisvereins zum großen Bedauern der Versammlung niedergelegt hatte, beschloß die Versammlung, Oberstudiendirektor i. R. Dr. Baur (Gießen) um älebernahme des Vorsitzes zu bitten. Die Versammlung beschäftigte sich nach einem Dortrag des Präsidenten von Hahn (Darmstadt) in der Hauptsache mit der Einrichtung von Kursen in der ersten Hilfe bei Llnglücksfällen in den Landgemeinden. Dre Einrichtung von solchen Kursen durch das Rote Kreuz wurde von manchen Gemeinden gewünscht. Die Versammlung beschloß, zunächst im Kreis solche Kurse im kommenden Herbst und Winter versuchsweise einzurichten und verschiedene Aerzte darum zu bitten. Es kommen die Gemeinden Grünberg, Hungen, Gr.- Buseck, Lich und Londorf in Betracht. Die Kurse sollen bei Meldung von mindestens zehn Teilnehmerinnen in jeder Gemeinde in etwa zwanzig Doppelstunden abgehalten und später auch in anderen Landkreisen durchgeführt werden. Reben der ersten Hilfe bei Llnglücksfällen wird auch die häusliche Krankenpflege Llnterrichtsfach solcher Kurse sein. "Schülerwanderung der Dogtschen Handelsschulen. Lieber 70 Schüler und Schülerinnen der Dogtschen Handelsschulen Gießen und Herborn unternahmen dieser Tage eine dreitägige Rheinfahrt. Unter den Klängen deutscher Lieder ging die Fahrt über Frankfurt nach Mainz. Ein kurzer Gang durch die alte Stadt führte zum Dampfer, der die Ausflügler über Bingen, Bacharach, Caub und an der Loreley vorbei nach Koblenz führte. 3n Koblenz wurde der Dampfer verlassen und die schöne städtische Jugendherberge bezogen. Das „Deutsche Eck" wurde am Abend noch besucht. Am nächsten Tag hatte sich das Wetter bedeutend gebessert. Der Weg führte nach Niedermendig, von hier um den Laacher See nach Mayen. Dort wurden die ausgedehnten Basaltlava-Werke besichtigt. Nach Koblenz zurückgekehrt, zogen die Schüler unter den Klängen schöner Marschlieder in die Jugendherberge. Am dritten Tage ging es nochmals in der Frühe an das „Deutsche Eck" und dann über die Schiffsbrücke nach Ehrenbreitstein, und nach dem herrlichen Arenberg. Das Endziel war Bad Ems, das auf schönen Waldwegen erreicht wurde. Nach einem kurzen Imbiß kehrte man mit dem Zuge wieder in die Heimat zurück. Die Erinnerung an die schönen Wandertage wird bei allen Teilnehmern noch lange im Gedächtnis haften. DerparatyphusinOberheffen WSN. Darmstadt, 27. 3uIL Zu den Mel- düngen über das Auftreten von Paratyphus in Oberhessen wird von unterrichteter Stelle mitceteilt: Schon in den letzten Jahren seit 1923 zeigten sich immer wieder vereinzelte Fälle, z. D. in Lauterbach, in Wickenrot und in Schlechtenwegen. Sie stiegen von 1927 an langsam, betrugen aber monatlich höchstens zwei bis drei Fäll«. Ein stärkeres Anwachsen zeigte sich im Januar und 3uni 1928 auf sechs Fälle, im Oktober gar auf 28 Fälle in verschiedenen Ortschaften. 3n diesem 3ahre sind zu verzeichnen u. a. im Februar 12, März 6, April 26 Fälle, davon allein 10 in Lauterbach, im Mai 33 Fälle, davon in Lauterbach 14, im 3uni zehn Fälle in 8 Ortschaften. 3n Schlitz kamen in letzter Zeit 42 Fälle vor. in den benachbarten MM AW »NÄSS. Vornan von Edgar Wallace. 39 Fortsetzung Nachdruck verboten Aber weder das Badezimmer noch die Bettstelle nahmen seine Aufmerksamkeit gefangen, sondern der große, schwere Granitblock in der Mitte des Fußbodens. In dem würfelförmigen Stein von ungefähr dreiviertel Meter Durchmesser saß ein großer Stahlhaken, an dem eine lange, dünne Kette, gleichfalls auH Stahl, hing. Die Kette lief in Abständen von je einem Meter dutch drei Blei- tlötze, deren Gewicht Larry auf vielleicht zehn Pfund schätzte, und endigte in einer bronzenen Fußschelle. „Ja," sagte Larry, „ich glaube, so ist es." Er nahm den Fahring auf und versuchte erst den einen, bann den anderen seiner Schlüssel in dem kleinen Schlüsselloch, das durch einen Schieber verdeckt war, und atmete erleichtert auf, als der Ring sich öffnete. „Gott sei Dank! Ich befürchtete schon, daß ich nicht den richtigen Schlüssel hätte." Er blickte Harvey an, dessen Gesicht ein einziges Fragezeichen war. „Was soll das alles bedeuten, Mr. Holt?", fragte der Sergeant verständnislos. Der Operationssaal der „Toten Augen", war Larrys kurze Antwort. „Wollen Sie damit sagen, daß diese Teufel —* Larry nickte. Er ging an den Wänden entlang und suchte vergeblich nach einem Platz, wo er den wasserdichten Beutel, den er in der Tasche hatte, verbergen könnte. Aber es war auch nicht ein einziger Riß in dem Mauerwerk zu sehen, und die Löcher, die in regelmäßigen Abständen in der Nähe des Fußbodens lagen, waren, wie er wußte, für diesen Zweck nicht zu gebrauchen. Dann fiel sein Auge wieder auf den Granitblock, und er stemmte sich mit allen Kräften gegen diesen. Langsam und mühevoll zog er ihn auf die Seite. Es war unnötig gewesen, einen Steinblock von solchem Gewicht in den Boden einzuzementieren. „Helfen Sie mir mal, ihn umzulegen, Harvey", sagte er, und die beiden Männer legten den Block auf die Seite. Er mar genau eingepaßt, und seine Auflagestelle war kaum zwei Zentimeter tiefer als der Fußboden, aber die Arbeiter hatten sich nicht die Mühe gemacht, diese zu glätten, und so hatte sich in dem Zement eine unregelmäßige, flache Vertiefung gebildet, die für Larrys Zwecke gerade groß genug war. Er nahm den wasserdichten Sack, der kaum größer wie ein Schwammbeutel war, aus seiner Tasche und steckte verschiedene Gegenstände hinein. „Noch einen Handschellenschlüssel, Harvey", sagte er. „Hoffentlich haben Sie einen. Ich habe meinen im Bureau vergessen." Harvey fand einen in seiner Westentasche. <* „Und das auch noch!" Er zog etwas aus der Tasche und legte es in den Sack. Dann machte er diesen so flach wie möglich, legte ihn in die kleine Vertiefung, die er gerade ausfüllte, und schob mit Harveys Hilfe den Block an seine ursprüngliche Stelle. „Darf ich fragen, was das alles bedeuten soll?" fragte Sergeant Harvey mehr und mehr erstaunt. Larry lachte, und in dem fürchterlichen Raum, der nie Gelächter gehört hatte, klang sein Lachen hohl und unheimlich. „Ist der Diener mit in die Geschichte verwickelt?" fragte Harvey. „Sicherlich nicht. Die Bande würde niemals einem Diener trauen," entgegnete Larry. „Nein, er hält sich höchstwahrscheinlich in den Räumen für die Dienerschaft auf und kommt nur nach den Herrschaftszimmern, wenn sein Herr zu Haus ist und nach ihm klingelt. Wenn Sie sich das Haus genau betrachten, werden Sie finden, daß es für einen ganz besonderen Zweck gebaut worden ist. Der Raum hier hat zum Beispiel in der Wandtäfelung Rohranlagen, um Luft hinein- und herauspumpen zu können, ein elektrischer Fahrstuhl geht von der Küche nach oben, eine privat« Treppe führt zu den Schlafzimmern lyib der Bibliothek in der oberen Etage. Meine Annahme ist — bis jetzt habe ich noch keine Gelegenheit gehabt, mich von ihrer Richtigkeit zu überzeugen —, daß der Diener und das ganze Personal tatsächlich in einem Teil des Hauses wohnen, der von diesem hier vollkommen getrennt ist. Haben Sie die Tür gegenüber dem, lassen His mich sagen, Maschinenraum, bemerkt? Rein? Orten SandlvfS 12 und Huhdors 3. Die Zahl der für 3uli bisher in Betracht kommenden Fälle wird alsbald sestgestellt werden. Abgesehen von einzelnen Fällen, bei denen Krankheitserreger in Wurst und Fleisch vermutet wurden, ist sestzustellen, daß die meisten sonstigen Erkrankungen auf den Genuß von Milch- und Molkereiprodukten einer Molkerei zurückzuführen sind. Die Milch war häufig nicht pasteurisiert. Heber» Haupt scheint in diesem Betrieb eine starke Nachlässigkeit bei der Herstellung von Molkerei- vroduklen geherrscht zu haben. Mitte 3uli fand eine Besprechung zwischen den hessischen und preußischen Gesundheitsstellen statt, bei der die Mißstände in ernste Beratungen gezogen und strenge Kontrollmahnahmen eingeleitet wurden. Eine Schützer Darstellung. WSN. Schlitz. 28. 3uli. Soweit bet den P a - ratyphuserkranlungen die Stadt Schlitz in Frage kommt, wird folgendes bekanntgegeben: 3m Laufe des Monats 3uli sind 29 Erkrankungen an Paratyphus amtlich zur Kenntnis gekommen, mehr als 50 Prozent dürfen jedoch als geheilt gelten. Einschleppung kann zwar in mehreren Fällen nachgewiesen werden: im übrigen ist die Entstehungsursache unbekannt und man ist lediglich auf Vermutungen angewiesen. Das Trinkwasser, das chemisch und bakteriologisch untersucht wurde, ist völlig einwandfrei und kann deshalb als Gefahrenquelle nicht in Frage kommen. Von den maßgebenden Stellen ist Vorsorge getroffen worden, um eine weitere Verbreitung zu verhüten. Man kann sogar schon heute sagen, daß die Zahl der Kranken sich im Rückgang befindet. Mordversuch in Nidda. A Nidda, 28. 3uli. Am Samstagabend gegen 22.30 Llhr wurden aus der Gegend der Krötenburgsmühle, oberhalb der Stadt, laute H i l f e r uf e vernommen. Zur Hilfe eilende Bewohner der Mühle und aus den zunächst gelegenen -Häusern der Stadt fanden in der Nidda eine Frauensperson in großer Lebensgefahr. Es war die 27 3ahre alte Dienstmagd Martha Redwanz, aus Westpreußen gebürtig. 3hre Rettung war besonders schwierig, weil an dieser Stelle die Nidda sehr tief und das Llfer steil ist. Ein Knecht des Mühlenbesitzers Mann, Karl A h e r t, stieg auf einer Leiter ins Wasser, um die Magd herauszuholen. Sie hielt sich aber krampfhaft am Ast eines Erlenbusches so fest, daß es unmöglich war, ihre Hände aufzubrechen. Der Ast mußte erst abgesägt werden. Ganz erstarrt wurde die Llnglückliche, die über eine Stunde im Wasser gelegen »hatte, ans Llfer und in das Haus ihres Arbeitgebers gebracht. Sie gab an, von dem Knecht Kurt Mandel aus Berlin, der mit ihr bei demselben Landwirt seit zwei 3ahren hier bedienstet ist, an die Nidda geschleift und ins Wasser geworfen worden zu sein. Er habe ihr ein Taschentuch in den Mund gesteckt, das sie erst mit großer Mühe wieder entfernen konnte. Der Täter habe sich sofort nach der Ausführung seines Planes auf feinem Fahrrad nach Hause begeben und zu Bett gelegt. Er wurde noch in der Nacht von Hauptwachtmeister Knauh hier verhaftet? und gestand sein Verbrechen, ohne die Beweggründe dazu anzugeben. Der abscheuliche Mordversuch hat hier große Erregung und Entrüstung hervorgerufen. Oberheffen. Landkreis Gießen. ck. Heuchelheim, 28. 3uli. Seit längerer Zeit scheinen die Verhandlungen des hiesigen Gemeinderats mit der Stadt Gießen über die Verlegung von Gas und Wasser nach Heuchelheim zum Stillstand gekommen zu sein. Es ist bedauerlich, d-'tz diese für jeden Heuchelheimer Bewohner so außerordentlich wichtige Angelegenheit keine schnellere Erledigung finden kann. Bekanntlich ist nach den vergeblichen, leider auch für die Gemeinde kostspieligen Bemühungen, eine eigene Ortswasserleitung zu bauen, der Plan gereift, von der Stadt Gießen durch besondere Zuleitung Wasser zu beziehen. 3m Rahmen der Verhandlungen wurde nun auch dem Gedanken einer Gasversorgung Heuchelheims von Gießen aus nähergetreten. Vor allen Dingen wurde die Frage aufgeworfen, ob es auch in finanzieller Hinsicht zweckmäßig sei, gleichzeitig mit der Wasserleitung auch die Gasleitung zu verlegen. Der Gemeinderat glaubte diese Frage nicht allein entscheiden zu können und veranlaßte vor einigen Monaten eine Rundfrage, um festzustellen, in welcher Höhe sich die Einwohnerschaft am Gasanschluß beteiligen würde. Weiter hinaus ist die Angelegenheit noch nicht gekommen. Ein Teil der Einwohnerschaft ist jedoch der Meinung, daß die Wasser- und auch Gasversorgung Heuchelheims endlich greifbare Formen annehmen müsse. Daher hat sich vor einigen Tagen eine Gruppe von 3ntercffenten zusammengefunden, um insbesondere zur Gasfrage Stellung zu nehmen. Nach lebhafter Aussprache wurde ein Ausschuß gebildet, der auf Grund von Besprechungen mit den maßgebenden Stellen die Sache mit Nachdruck verfolgen soll, damit endlich auch die Gemeinde Heuchelheim in kürzester Frist mit Wasser und nach Möglichkeit auch mit Gas versorgt wird. Einmütig stellte der Ausschuß fest, daß der Gemeinde viele Kosten erspart bleiben, wenn die Wasser- und Gasleitung zusammen gelegt, wenn einmal nur die Straßen sowohl der Provinz, als auch die der eigenen Gemeinde aufgewühlt werden, einmal nur die Maueraufbrüche für die Zuleitungen her gestellt werden. Denn die Gasversorgung auf dem Lande ist heute im Zeichen der Ferngasversorgung nur eine Frage der Zeit. Wird daher die Gasleitung nicht zusammen mit der Wasserleitung verlegt, so hat die Gemeinde den Nachteil, bei der späteren Verlegung von Gasröhren höhere Linkosten zu tragen, die jeder einzelne Bewohner Heuchelheims doch wieder in_ Form irgendeiner Steuer zu tragen hat. Das örtliche Allgemeininteresse verlangt daher vom Gemeinderat, daß er sich bei den hoffentlich bald stattfindenden Schlußberatungen von rein sachlichen Erwägungen leiten läßt und entschieden in positivem Sinne zur Wasser- und Gasversorgung Stellung nimmt. £ Wieseck, 29. Juli. Ein schwerer Motorradunfall ereignete sich gestern nachmittag gegen 4 Uhr in der Marburger Straße Ecke Lichtenauer Weg. Ein Motorradfahrer mit einem Mädchen auf dem Soziussitz kam in mäßigem Tempo von Lollar her. Ihm entgegen kamen Spaziergänger mit einem Schäferhund. Trotz mehrfachen Signals wich der Hund nicht von der Straße. Der Motorradfahrer wollte das wertvolle Tier nicht überfahren! und links vorbeifahren, was ihm aber nicht gelang. Der Hund sprang vor das Motorrad und wurde überfahren und ein Stück mitgeschleift. Das Motorrad stützte um und der Lenker kam unter die Maschine. Er erlitt Verletzungen an Händen, am rechten Bein und in der linken Seite. Seine Begleiterin erlitt ebenfalls Verletzungen an den Knien und am rechten Arm. Beide mußten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Dr. Schmidt, Wieseck, leistete die erste Hilfe und brachte das Mädchen nach Lollar in ihre Wohnung. Der Motorradfahrer konnte mit seinem leicht beschädigten Motorrad die Heimreise antreten. Wirtschaft. Leichterer Geldmarkt. 3n der Berichtswoche sind die Sätze für Lagesgeld erheblich zurückgegangen, während Monatsgeld unverändert teuer geblieben ist. Am Privatdiskontmarkt waren die Llmsähe infolge des kleineren Angebots nur gering bei unveränderten Notierungen. Die zum Medio eingetretene Anspannung hat sich schnell wieder gelöst, und besonders in den letzten Tagen der Berichtswoche ist die Erleichterung am Geldmarkt ziemlich stark gewesen. Dies hängt vor allem damit zusammen, daß die Verteuerung zum Medio nur als markttechnisch anzusehen war, daß die Rückzahlungen auf die Lombardkredite der Reichsbank wie auch der letzte Reichsbankausweis gezeigt hat, zu einem gewissen Abschluß gekommen sind, und daß durch den Abschluß mehrere Ausland anleihen (u. a. 6 Millio- nen-Dollar-Kredit der Berliner Derkehrsgesell- schast) größere Auslandgelder nach Deutschland geflossen sind. Dieser Erleichterung am Geldmarkt entsprach auch die in der Derichtswoche vorgenommene Ermäßigung des Reportgel d s a tz e s, wenn auch anzunehmen ist, daß ein Teil der für die Erntefinanzierung bereitgestellten Gelder als Reportgeld angelegt worden sind. Man kann unter diesen Lim ständen mit einem günstigen Verlauf des Llltimos rechnen, zumal die Reichsbank nach ihrem letzten Ausweis durch die über das normale Matz ein» — Es war gar nicht so le'.cht, sie zu entdecken, denn sie paßte sich in jeder Weise der Wand an, ist aber in Wirklichkeit eine wunderbar maskierte Cisentür, führt direkt auf den Hof und von dort — vergessen Sie das nicht — in die Garage." Harvey nahm seinen Sack mit Werkzeugen auf die Schulter. „Das ist ein furchtbares Haus, Mr. Holt," sagte er schaudernd. „3n meinen ganzen fünf» unddreißig Dienstjahren hat mich niemals etwas so — so entsetzt, wie das Haus hier. Das kommt Ihnen vielleicht etwas lächerlich vor?" „Ganz und gar nicht," sagte Larry ruhig. „3ch selbst finde keine Worte für die Empfindungen, di« mich in diesen Räumen beschleichen." „Glauben Sie wirklich, daß hier alle die Leute umgebracht worden sind?" „Davon bin ich fest überzeugt. 3n der Kammer da unten starb Gordon Stuart eines schmählichen Todes." Sie gingen in die Vorhalle zurück. Dicht bei der Tür befand sich ein sehr schmales Fenster, das durch einen schweren seidenen Vorhang verdeckt war. Harvey schob ihn zur Seite. „Da steht ein Auto vor der Tür," rief er. „Es ist gerade vorgefahren." Larry ging zu ihm hin und blickte an seiner Seite durch das Fenster. Ein Mann war aus dem Taxi gestiegen und bezahlte den Chauffeur. „Ehrwürden Mr. Dearbom," sagte Larry. „Außerordentlich interessant." Larry zögerte nur eine Sekunde, bevor er die Tür öffnete und hinaustrat. Ehrwürden 3ohn Dearbom war von dem Wagen auf das Haus zugegangen, und seine Hand lag schon auf der Klinke des eisernen Gttters, als er plötzlich das Haupt senkte, wie jemand, der sich an etwas erinnert, und dem Chauffeur zuwinkte. „Hören Sie mal, lieber Freund," sagte er. „3ch kann Sie nicht sehen, sind Sie noch da?" „3a, Sir," erwiderte der Mann. „Es fällt mir gerade ein, daß ich noch nach dem Postamt fahren muß. Wollen Sie mich dahin bringen?“ Seine Hand streckte sich suchend aus, der Chauffeur ergriff sie, beugte sich zurück und öffnete die Wagentür, Berlin, getretene Entlastung einen breiten Spielraum füt ihre Kreditgewährung zum Llltimo hat. Liegen somit die Verhältnisse auf dem inländischen Geldmarkt nicht ungünstig, so könnten doch von außen durch die anhaltenden Sch wie. rigkeiten der Bank von England gt, wisse Einflüsse in Richtung einer Verschärfung der Geldmarktlage sich geltend machen. Die Lage der Dank von England gibt zu Bedenken Anlaß, und die Aufforderung des englischen Zj. nanzministers an die City, in der Hergabe eng. lischer Kredite an das Ausland zurückhalten!» zu sein, läßt erkennen, daß die Bank von Eng. land an ihrem derzeitigen Diskontsatz 'nur fest, halten kann, wenn Auslandanleihen am Londoner Geldmarkt vorläufig nicht emittiert wer. den. Man muh in diesem Zusammenhang berücksichtigen, daß gerade die gegenwärtigen Bedingungen des Neuyorker Geldmarktes Deutsch, land veranlassen, soweit als möglich seinen Gell- bedarf in London zu decken. Eine Diskontheraufsetzung der Bank von England müßte nicht unmittelbar eine Diskont, matz nahm« der Reichsbank zur Folge haben, dazu ist die bestehende Zinsmar^e noch groß genug, aber die Erleichterung, die sich am internationalen Geldmarkt angebahnt hatte, würde dann einer Versteifung Platz machen. .n wenigen C größer, und 1 ten stack auf Sen heute bei Neuyock voi txt Ruhrkol englisches ider unberär wer allem a «Müsse c m etwa 1,4 Sand nach g Diskori 1 HabinettsbiLi Aren EinSru i E«t Am Ge tArz bevorsteh Mersung. % 1 Aon, Ki £1® ; Eine x. indgüitig« * Die amtliche Großhandelsindex- ziffer. Die auf den Stichtag des 24. 3uli berechnete amtliche Grvhhandelsindexziffer deg Statistischen Reichsamtes ist mit 137,6 gegenüber der Vorwoche (138,2) um 0,4 Prozent zu- rüdgegangen. Von den Hauptgruppen hat die 3ndexziffer für Agrarstoffe um 1,4 Prozent auf 131,5 (133,3) und die Indexziffer für Kolonialwaren um 0,4 Prozent auf 129,1 (129,6) nachgegeben. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist um 0,2 Prozent auf 131,5 (131,3) leicht gestiegen, während diejenige für industrielle Fertigwaren mit 157,3 gegenüber der Vorwoche unverändert geblieben ist. • ilnberänberter Stand der Arbeitslosigkeit. Nach den endgültigen Berichten der Landesarbeitsämter hat der Ar« beitsmarkt in der ersten Iulihälfte feine nennenswerte Entlastung mehr erfahren. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung sank nur noch um rund 2000 Personen, oder 0,3 v. H. Etwas stärker war der Rückgang bei den Beziehern der Krisenunterstützung, die sich vom 1. bis 15. 3uli um 15 000 Personen verminderten. Demnach hatten wir Mitte Juli in der Arbeitslosenversicherung rund 720 000, in der Krisenunterstützung 191000 Llnterstühte. • Rheinische A. G. für Braunkohlenbergbau und Drikettfabrikation, Köln. Die G.-V. genehmigte einstimmig den Abschluß mit wieder 10 Prozent Dividende. Zu der vorgeschlagenen Llmwandlung der 7,2 Mill. Mark Vorzugsaktien in Stammaktien führte S i l- verberg aus, daß die Gesellschaft eine bet ersten Firmen gewesen sei, die vor 10 Jahren Vorzugsaktien geschaffen habe, um sich vor der Geldentwertung und der Lleberfrerndungsgefahr zu schützen. Man wolle nunmehr als eine dec ersten Gesellschaften diese Vorzugsaktien wieder beseitigen. Man habe mit einem Konsortium unter Führung der Deutschen Bank seinerzeit Dcr- träge abgeschlossen, nach denen die Vorzugsaktien mit 110 Prozent zurückzukaustrn seien. Man habe jedoch den Dorzugsaktionären entgegenkommen wollen und ihnen nunmehr die Llmwandlung zu günstigeren Bedingungen borgeschlagen. Die Vorzugsaktionäre hätten die Goldumstellung mitgemacht, Zinsverluste erlitten und eine hohe Vermögenssteuer getragen, ohne einen Ausgleich in der Bewertung ihres Vermögens wie die Stammaktionäre zu bekommen. Aus Aktionärskreisen erfolgte Kritik an der von Silverberg dargestellten Behandlung der Vor- zugsaktionäre. Ein gleiches Recht auf loyale Behandlung hätten auch die Obligationäre. Weiter wurde angeregt, den Vorschlag zur ilnv Wandlung nochmals mit den betreffenden Banken zu beraten und ihn einstweilen von bet Tagesordnung zurückzuziehen. Don der Verwaltung wurde erwidert, daß man den Vorschlag mit allen Beteiligten eingehend beraten hak und nicht gewillt fei, die Beschlußfassung Über diesen Punkt der Tagesordnung zu vertagen. Dct Antrag auf Zurückstellung wurde gegen 5684 Stimmen dreier Aktionäre abgelehnt und bt Llmwandlung der Vorzugsaktien mit dem glei- ?3:. •L Neig,, cfjneg^' R’Öwnll.SS kndb« bUiL? tferÄ Tun, . -be Eu camb $ Sfr Bevor Larry die Stufen Hinunterkomma konnte, fuhr das Auto schon fort. Larry dreh« sich mit einem halben Lächeln um. „David 3udd kann ruhig warten," sagte ck leise. „David 3udd!" wiederholte Harvey ungläubig. „David 3udd!" sagte Larry von neuem. „Der kann behaupten, daß wir nicht in einem Zeil- alter von Zeichen und Wundem leben, wo der Blinde sehen kann wie 3ohn Dearbom, wo David Iudd, tot und begraben, in London in einer Autotaxe spazierenfährt. Harvey, es giM wirklich einen großen Detektiv in unserer Stadt' „Ganz sicher, Sir," sagte Harvey begeistert „Lind sein Name ist Holt." „Noch nicht, aber hoffentlich sehr bald," sagte Larry sehr leise. 35. „Warten Sie mal," rief Larry — Sergeant Harvey war gerade im Begriff, dies Haus brf Todes zu verlassen—. „Vielleicht bekommen Dir nicht so bald wieder Gelegenheit, das Grundstüä in Ruhe durchsuchen zu können. 3ch möchte bot noch die Seitentür untersuchen." Er ging vorc« nach der Geheimtür im Salon, schloß sie hinter sich, schritt dann die Stufen hinab und blieb c" der Wand dem Maschinenraum gegenüber stehen „3ch glaube, hier muß die Tür nach dem sein," sagte er und ließ das Licht seiner Tasch*' lampe über die Wand streichen. Das Schlüsselloch war sehr schwierig zu finden aber endlich fand er es dicht über dem Fuß' hoben in der rechten Ecke. Wie erwartet, gin( diese auf einen überdachten Weg, der von beo Hof nach der Straße lief. „Verteufelt geschickt," sagte er in ehrlicher Bewunderung. Vom Hofe aus betrachtete er sich die Mauel und die Tür, durch die sie eben gekommen waren Richts erinnerte an eine solche. Man sah nur eine Art Fenster, das aus vier Mattglasscheider bestand, in der natürlichsten Art der Welt i’ der Wand angebracht und dessen genfterbret mit Blumenkästen geschmückt war. „Sieht weiß Gott nicht aus tote eine Tür, sagte Larry und fügte noch einmal hinzu: ,,2 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. 8edm Prtonffuct o M Fr CtfL abgeft Prag .... Belgrad . • Budapest. . Bulaarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Ltbcn. . . Tanada . . Uruguay. . Cairo . » - 84.6 126 136 107,9 105,25 300 127 - I 1.4,13| 63,65 238,5 245 । 1,8 7,75 7,75 ... 6 ... 8 ■ y* 3 -4 52 1 *1 198 1 21,75 90,5 । 214,5 54 68,5 64,5 64,5 105,13 123,5 120,75 220 l 150,25 । Leonhard Tietz . Bamag.Meauin . lyrantf. Maschinen Gritzner .... Heyltaenllaedt . NunghanS. . . . Lechwerke. . . . Mainkrai'lwerke . Miag Nelariulmer . . Zetert Union . . Bebr. Roeder . . Loigt 4 Haefsner 2üDD. Zucker . . 109,75 108,75 196,13 । ---- Frankfurt a. M., 29. Juli. Tendenz: schwä- „'E — Rach der zweitägigen Unterbrechung s Börsengeschäftes war die Anterneh- ungslust wieder äußerst gering, doch BuderuS..... Teutsche Erdöl . . Essener Steinkohle . Velsenkirchetier . . Horpener Hoesch Eisen. . . • Ilse Bergbau . . . filödnerroerle . . . Uri. Deutsche Eisenbahn es aburg-Amerika Paket ;,a_nb.-Südam. Dampssch- st geeignet, diese Sicherheit zu verstören. * Zigarettenfabrik Haus Reuer - j rg. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, ist .i Projekt der llmgrünöung der Finna in ;e Aktiengesellschaft nunmehr endgültig fallen lassen worden. Man beabsichtigt, die bis» rige o. H.-G. in eine G. m. b. H. einzubnngen, such werden fich die Verhandlungen aus :mertcchnischen Gründen noch einige Zeit hin- -tzön Die Höhe des Stammkapitals ist zur n i noch nicht bestimmbar. Die gesamten Ge» np'tsanteile werden in Händen der Familie Eingesandt. (, ir Form und Inhalt alle*- unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ein offenes wort an die Stadtverwaltung. Wenn die Praxis der Theorie auf bem_ Fuhe folgen würde, wäre nicht Frankfurt die gesündeste Stadt der Welt, sondern Gießen. So viel ^belehrende Vorträge, Filme und Ausstellungen über die Pflege der Gesundheit, wie sie in unserer Stadt geboten werden, müßten genügen, alle Einwohner gesund zu erhalten. Jedoch fehlt hierzu nicht nur ein Teil, sondern geradezu alles, was zu einer großzügigen Volks» Gesundheitspflege notwendig ist. Wir leben jetzt in der heißesten Zeit des Jahres, und jeder Mensch hat mehr oder weniger das Bedürfnis, seinen Körper durch ein erfrischendes Bad zu beleben. Wer aber hat hier Gelegenheit, ausgiebigen Gebrauch davon zu machen? Was bleibt der großen Mehrzahl unserer Mitbürger außer der Privatbadeanstalt als Erholungsstätte übrig? Das städtische Freibad, das Glanzstuck von Gießen. Zunächst die armen Frauen, die das Freibad benützen müssen; die Rot zwingt heute andere Schichten dazu, als in der Vorkriegszeit. Vor 14 Uhr wird das Frauenbad nicht geöffnet, haben sie dann den Weg in der Gluthitze Zurückgelegt, dann finden sie kaum Platz, um die Kleider hinlegen zu können. Im Wasser selbst, kaum knietief, in fürchterlicher Enge ein großes Gedränge, denn das Bad ähnelt eher einem Schafspferch, als einem städtischen Bad. An manchen Tagen, bei abgestelltem Wehr, bleibt nur noch trockener Kies zum Baden übrig. In das angrenzende, etwas besser ausgebaute Freibad für Männer dürfen die Frauen ja nicht gehenI Hier dürfte doch einmal die Frage erlaubt sein, wer eigentlich das Verbot erlassen hat? Die Familienbäder sind doch schon seit Jahren in der Müllerschen Badeanstalt und beim Männerbadeverein erlaubt; haben denn diese Anstalten ein Privileg, oder sind das andere Menschen, die sich dort tummeln? Fort mit der Phi- listerhaftigkeit! Schafft in erster Linie ein städtisches Familien» Freibad, an welches als Rebenabteilung ein Frauen- und Männerbad ziehen. Rorddeutsche Wolle waren etwas lebhafter, auf die Aussperrung von einer halben Million englischer Banrnwollarbeiter in Lan- cashire. Deutsche Anleihen waren kaum behauptet. Ausländer fast geschäftslos und unverändert Pfandbriefe bei minimalen Umsätzen eher Amtsgericht Gießen. Einer Gewerbetreibenden wurden Kleiderstoffe. Spitzen u. dgl. in nicht unbedeutenden Mengen gestohlen. Die Diebin war ihr Dienstmädchen, das die Wegnahme und Fortschaffung der Gegenstände zugab. aber behauptete, eine Diebstahlsabsicht habe ihm ferngelegen. Sie wurde ihr aber einwandfrei nachgewiesen. Ramentlich wollte sie sich einen Teil der Gegenstände nur um deswillen angeeignet haben, um sich damit für Lohn, der ihr angeblich zu Unrecht vorenthalten worden sei. bezahlt zu machen. Die Gegenstände wurden bei einem Bekannten der Angeklagten vorgefunden, und dieser kam dadurch in den Verdacht der Hehlerei. Er erklärte, nichts davon gewußt zu haben, dah es sich um gestohlenes Gut handelte. Das Gegenteil konnte ihm nicht bewiesen werden, zumal er sich nach Möglichkeit über die Herkunft der Gegenstände erkundigt hatte, ihm aber unwahre Angaben gemacht worden waren. Er wurde deshalb freigespro- ch e n; die Diebin erhielt 4 Wochen Gefängnis.— Ein Autoführer hatte bei einer Fahrt durch die Stadt die höchst zulässige Geschwindigkeit überschritten, und dies zudem an einer Stelle, die als gefährlich bekannt und als solche durch Warnungstafeln gekennzeichnet war. Er erhielt die übliche Geldstrafe. Die Verurteilung erfolgte auf Grund von übereinstimmenden Angaben beeidigter Augenzeugen, denen das Gericht, obwohl sie Laien im Autobetriebe waren, Glauben schenkte. Berlin, 26. Juli Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten ..... Norwegische Noten...... Deutsch Oesterr-, ä 100 Kronen Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten 77,25 115,75 138 138,5 147,25 133,75 1 212 ix Dl. Reicheanleihe u. m< ■ ■ £L Anl.-Ablös.-Schuld mit AuS- Im-Rechten......... Jefijl. ohne AuSlos.-Rechte . - - |% zranls. Hhv.-Bt. Goldps. un- i-mbbar bis 1932. . . ... - r._ o Rheinische Hhp^Bank Liqu - «olbpl............ 1(5®. adg. LorkriegS-Lbligation., l mckzahlbar 1932 io — 81 — 1O| — 151 — 121 — 181 396,5 141 — 12 238,25 schwacher. Rach den ersten Kursen schritt blfc Spekulation weiter zu Positionslösungen, so dah sich erneut 1- bi« 2prozentige Rückgänge ergaben. Rach einer vorübergehenden leichten Erholung wurde eS später wieder schwächer. Rur Reubesitzanleihe befestigten sich leicht. weiter bestehen kann. Man komme nicht mit Platzmangel und sonstigen Ausreden, denn seit Jahren wurde die Stadtverwaltung auf die Tlnzuläng- lichkeit des Freibades hingewiesen; damals waren noch ringsum Wiesen frei. Heute ist der kleinste Teil der an das Freibad angrenzenden Wiese zur Erweiterung des Männerbades benutzt worden, während der größere Teil an den Männer-Bade- verein verpachtet ist. Dieser benutzt aber nur den an die Lahn stoßenden Teil alS Luftbad, während eine etwa 1» Morgen große Wiese unbenutzt daliegt. Auf der einen Seite Platz int Ucbcrfluft. auf der anderen Seite fürchterliche Enge. Wohin sollen solche Zustände führen? Die meisten Menschen gehen erst gar nicht in da« Freibad, weil dieses einem Massenandrang nicht gewachsen ist. Die Stadt Gießen ist aber doch für den Desundheitszustand aller Einwohner mitverantwortlich, sie sollte deshalb auch Vorkehrungen treffen, diesen zu heben, wenn auch unter Aufwendung erheblicher Geldmittel. Euch, ihr Stadtväter und besonders auch ihr Stadtmütter, müßte dies so nahe gehen, daß ihr eine Kommission einsetzt, welche sich den neuzeitlichen Ausbau der städtischen Freibäder als Hauptaufgabe stellt. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, es läßt sich mit verhältnismäßig geringem Geldaufwand eine volkswirtschaftlich notwendige Einrichtung schaffen, welche der Stadt zum Segen gereichen wird. 3- <5- M. ■uWiW.t vor allem die neuen großen Gold- iögaben der Dank von England, der schwächere Verlauf der Rouyorker Börse am Samstag und frr Rückgang der Ruhrkohlenförderung Aur Zu- rjftjaltung. Das Geschäft beschränkte sich daher tjf engsten Rahmen. Die Beteiligung auhen- j.hender Kreise war wieder gering, und die kpckulation schritt, da auch infolge des bevor» gehenden Ultimos Geld gesuchter war. zu Ab- «itxn. Gegenüber den Schlußkursen von Freitag trafm durchschnittlich Rückgänge von 1 bis 2 Pro- fütznen MinguWi t: nugäattionäre fwtlcn :mad)t, Zinsverluslc eck iögensstcuer getragen, der Bewertung ihres unmaktionäre zu beko i erfolgte Kritik ani bei itcn Behandlung der gleiches Aecht auf M die Obligationäre. 1 , den Borschlag M mit den betreffenden B ) ihn einstweilen von Ä* 3» ta t dah man den Bori >n eingehend beraten vertagen, i ÄabinettSbilbung in° Frankreich blieb ohne grö. S mürbe gegen S ^«en Eindruck. Der Monatsbericht der Deut- nbaelcbnt und ■ '^ - *to tDbeuiidier Lloyd . . . K «(tri iUT|. $curidic(£rebitanft. . ,;X die damier Bankverein . . . ei w. Üediner HandelegeieUlck. . ,.tlach^ . n nc(o11ulie (dh > ^»merz- und Prrvai-Banl > ! lie ebe" 6^ \oS £oilft u. ^01iallflnl . dl^/ lolchr. E . ;ve rische Bank I e,neJ»iPt ^onw-Geielllchast Ant.. , (1116 Af.t d^ jz\ zr^bnet Bank..... av..AfteU ,<« M-ccldeulIcheCreditbank . tütl'5’ 1 de sr" 0 . Ksallbank....... SÄ di-’* 29. Juli Amtliche Notierung c^eld I Brief i-llyr- Kure 29.7. 35. . _ W' - rief §aui < vielleicht v^ru^ Gelegt möchte - \ Stufen ^gegenüberst' Mi-» mnd jhirs 26 7. ?n 6t(iien etbältnii!no ^l.tQU 4^' Simmverhältnis beschlossen. Die vorgeschla- ^t Ungs dew Kapitalerhöhung um 13,8 Mill. Mk. zu ie Gnbnif fo Un " bekannten Bedingungen wurde gleichfalls Hn ft n Wrn die Stimmen dieser drei Aktionäre ge» tunn MUnh »;migt. Eine weitere Anfrage bezog sich auf leiten!) Verwendung der durch die Kapitalerhöhung i Qjß( Zachen. $jtteinfomnienöen Mittel, wozu erklärt wurde, tun» ?u M W Vorstand und Aufsichtsrat hierüber noch ith 9;nT cnglij* In < endgültigen Beschlüsse gefaßt hätten. Lieber j %.Vet ift1 Geschäftsgang wurde mitgeteilt, daß die Lage < . ussand ; jjtv«rändert befriedigend sei und der des Vor- gleiche. Die Erzeugnisse der Gesellschaft °n|foh i B,ten sich -u Sonderprodukten entwickelt, die lufin -Jk’fen Qm ( M anderen Brennstoffen eine gewisse ilnab- el->m emitti-ri W^igkeit voraus hätten. Man könne beruhigt ^^ufammeuL? i> die Zukunft sehen. Die Verlängerung des ■Fcr ra9re9eniDätB > ^- Nischen Draunkohlensyndikates um 15 Jahre inSmarg? ' rung, $ N «roh. ™S^«6nf Z„7L 7- »8 ^•2) um 0,4 • c ftoft9*n^J ^eniffet K?Snl- sch 'anfangs'die Tendenz nicht unfreundlich aus, lt auf 1291 noam ; 1 die Kabinettsbildung in Frankreich eher ffer für f ireftig beurteilt wurde, doch befürchtet man eine ift um 02 ricute Hinausschiebung der auf den 6. August fliegen • ststvefehten Verhandlungen der Regierungen. Mrcn Ä?tlte k-ni offiziellen Beginn machte sich aber plötzlich itoeränberi t 0'p fie merkliche Abschwächung bemerkbar, und un- icr 6tnn95b 6ben i lJ|tftige Momente traten jetzt stärker hervor. So M ben enLrdfiL2 »°hnten vor allem die neuen großen Gold- .^rankfun a. M. Berlin Sd)luB-i Kure 1 i Uhr- Sure Lchluh- Shit-. Ansang- Kurs Datum 26.7. 29-7. 26.7. 29-7. ............ Bergmann .... Elektr. Lieferungen. 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