Montag, 29. April 1929 179. Jahrgang Ur. 99 Erstes Blatt Krisis der Abrüstungskonferenz Ser ReichsbankprWdent wieder in Berlin irichtun^D ja* off wsihine, undZM )ffe, Bereifung nigasse 47^51 BA.G utschlands falen ingestr.55 Berlin. 29. April. Zwischen dem Reichsbank- Präsidenten Dr. Schacht, der am Sonntagoormlt- lag in Berlin angekommen ist, und der Regierung haben bisher nochkeineverhandlun- gen stattgefunden. Auch in der Reichsbank waren noch keine Besprechungen angeseht. so daß sich die frühere Abreise des Reichsbankpräsidenlen aus Paris wohl au» rein persönlichen Gründen erklärt. Dr. Schacht wird srühestens am Mittwochabend Berlin wieder verlassen, da er noch am Mittwoch an den Verhandlungen des Generalrals der Reichv- bank teilnimmt. Don den Beratungen der Reichsbank sind offizielle Erklärungen über die Festigkeit der deutschen Währung und gegen die von Frankreich betriebenen Machenschaften gegen die dentscheMark zu erwarten. Ein neues Angebot? Der Vorschlag einer Provisorischen Lösung. P a r i». 29. April. (MTV. Funkspruch.) „Lhikago Tribüne" behauptet, daß Dr. Schacht in Berlin die Reichsregierung dafür gewinnen wolle, sein neues Angebot, das gutunlerrichlelen Kreisen zufolge tatsächlich gemacht worden sein soll, zu billigen. Dieses neue deutsche Angebot sei, so glaubt man, für die Alliierten annehmbar, zum wenigsten für die ersten fünfzehn Annuitäten. Das Schema sehe eine Klausel vor, aus Grund deren die Zahlungen später herabgesetzt würden, oder wenn die Weltwirtschaftslage es erfordere, aufgeschoben werden könnten. Grundlage des ganzen Projektes sei: Ofsenlassung der Lösung nach 1 9 4 5, weil man glaube, dah die vereinigten Staaten dann in eine Revision der Kriegsschulden einwilligen könnten (es handelt sich offenbar um einen von dem gleichen Blatt genannten Annuitälsbetrag von 1750 Millionen Goldmark). 3n der „volonte" heißt es, bisher habe keine Prüfung der Zahlungsfähigkeit Deutschlands statt- gesunden. Die alliierten Sachverständigen hätten willkürliche Forderungen gestellt und die Deutschen hätten auch Zohlen genannt, über die sie nicht hinausgehen können. Behauptung stehe also gegen Behauptung, ein wirkliches Urteil hätte daher nur von Neutralen gefüllt werden können. England und die deutsche Mark Frankreichs politisches Manöver abgeschlagen. London, 28. April. (WTB.) Die Blätter heben in Berliner Telegrammen die vollkommene Grundlosigkeit der Besorgnisse wegen der Festigkeit der Reichsmark hervor. Reuter meldet aus Berlin, daß in dortigen Bankkreisen an einen Angriff auf die Stabilität der deutschen Währung aus einer auswärtigen Hauptstadt, wahrscheinlich Paris. geglaubt wird. Sn Kreisen, die in enger Fühlung mit dem Bureau des Generalagenten für Reparationen stehen, werde kategorisch er» tet, hen, fesch Ratenzahlung [e Bruchband tragen ino zur Todesursache m raufe und den Tod r eine Bändige ter- e Sufeenl beoceme, i Tag- und Nacht ende selbst gehellt ■nch Ist fcehdlt Idi her MensdiV Ihnen nach 2 fahren von meinem leid en.' •idende kostenlos n hotel Lenz. Alsfeld, edberg. 1 Mal von 2* ,-6 Uhr, im Hotel WaldederHof. n garantiert unüber- sführung. eMelMtrS. rSr»tl>,,la nun9- 369V Annahme von Anzeigen für di« Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Thefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Polttik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Tyyriot; für den Übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Fitter, sämtlich in Gießen. Oie Maske fällt. Die Vorgänge in der Genfer Abrüstungsvor- kOnferenz toerben in Deutschland mit wachsender Unruhe verfolgt. Gs hat sich aus der Debatte d«r letzten Tage ergeben, dah nunmehr alle Mächte sich zu einer Einheitsfront gegenüber Deutschland zusammengefunden haben. Diese Ein- iMitsfront bedeutet praktisch eine Verewigung t)o8 gegenwärtigen Zustandes der RüstungsunGraf Bernstorffs Rede. Die ausgebildeten Reserven. ®enf, 27. April. (WB.) Zur Frage der H er - Absetzung der E f f e k t i v b e st an d e ve- «zündete G r a f B e r n st o r f f im Vorbereitungs- Liisschuh für die Abrüstungskonferenz den be- kannten deutschen Standpunkt über die Rot- Dendiakeit der Einbeziehung der aus- «Tb ildeten Reserven. Graf Dernstorff er- ttürte in eindrucksvollen Worten habe Herr Gibs'on gestern an den Geist bes Entgegen- kwmmens appelliert und auf die Notwendigkeit gegenkommenS von der Seite anderer Mächte gemacht worden fei, habe ich bis jetzt nicht vernommen. Ich kann in diesem Zusammenhang nicht unterlassen, auf die besondere Lage hinzuweisen, die für Deutschland und die anderen aus Grund der Friedensverträge abgerüsteten Staaten besteht. Line Abrüstungskonvention, die die ausgebildeten Reserven nicht umfassen würde, könne vielleicht in dem theoretischen Fall erträgNch sein, daß alle Signatar st aalen die freie Wahl hätten, ob sie ein Wehrsyskem annehmen, das ausgebildete Reserven zum Entstehen bringt, oder ein solches, bei dem dieses nicht der Fall ist. Denn es sich aber um einen Kreis von Slgnatarftaaten handelt, von denen ein Teil diese Freiheit der Dahl nicht hat. sondern auf Grund bestehender Verträge verpflichtet ist, aus ausgebildete Reserven zu verzichten, so kann eineAbrüstungskonoen- tion, die diesen Faktor unberücksichtigt läßt, niemals al» gerecht angesehen werden. Oie Aussprache. Man geht zur Tagesordnung über. Sn der Aussprache über die Frage der aus- gebildeten Reserven gaben sowohl der holländische wie der schwedische Vertreter ihrer Befürchtung Ausdruck, dah angesichts der jetzigen Entwicklung das schließliche Ergebnis der Abrüstungsbestrebungen außerordentlich gering sein werde. Litwinow bekundete in längeren kritischen Darlegungen seine große Enttäuschung über die Haltung der Vereinigten Staaten und erklärte es für ungerechtfertigt, daß sich Amerika als Seemacht an den Landrüstungen desinteressiere. Sn dem Verzicht auf die Einbeziehung der ausgebildeten Reserven in die Rüstungsbeschränkung sah er den Verzicht auf die Abrüstung im allgemeinen. Sede Hoffnung auf eine nur halbwegs zufriedenstellende Lösung des Abrüstungsproblems werde damit zerstört. r r . Sokol-Polen bezeichnet die Einbeziehung der ausgebildeten Reserven als unmöglich. Sm übrigen sei ja auch die Erfassung jener Kräfte nicht möglich, die als militärisch organisierte Formationen in gewissen Ländern nach seiner Auffassung die ausgebildeten Reserven ersetzen. Lord Cushendun führte aus. auch England sei bereit, im Hinblick auf die Erreichung praktischer Ergebnisse auf seine Aus-, fassung in der Frage der ausgebildeten Reserven zu verzichten, ohne freilich damit seine grundsätzliche Stellungnahme aufzugeben. Die Frage der ausgebildeten Reserven sei untrennbar von der der allgemeinen Wehrpflicht, eine stufenweise Einschätzung erscheine ihm äußerst kompliziert und schwer anwendbar. Präsident Loudon glaubte hierauf, feststel- len zu können, dah der Ausschuß nicht geneigt sei, die Frage der ausgebildeten Reserven in die Abrüstungskonvention auszunehmen. Graf Bernstorfs stellte fest, dah jene Delegationen, die s ü r die Einbeziehung der ausgebildeten Reserven sich grundsätzlich ausgesprochen haben, ungefähr die H ä l f 1 e der Menschheit zu vertreten haben. — Litwinow verlangte in Anbetracht der Wichtigkeit der behandelnden Frage eine namentliche Abstimmung. Loudon bezeichnete eine solche Abstimmung als im jetzigen Zeitpunkt ganz unmöglich und ging zur Tagesordnung über mit der Feststellung, dah oie Abstimmung I erst nach Vorliegen des abschließenden Berichtes I erfolgen werde. alten Standpunkt vertreten, der den deutschen 'Bedürfnissen etwas entgegenkam. Frank r e i ch Dagegen lehnte jede Berücksichtigung der muüa» rUchen Reserven bei der Vergleichung der Rust ungsstärken von vornherein ab. Es hat sich JC|)t herausgestellt, dah der französische Stand- vninkt aus der ganzen Linie den Sieg davontrug. «Sründe, um solches Verhalten und solche Schwen- kiung vergessen zu machen, gibt es schon genug. Mor allem zieht man sich darauf zurück, daß die 'Berechnung der militärischen Reserven ungeheuer kompliziert wäre. Die Tatsache, daß nunmehr England und Amerika die militärischen Hege- inoniebestrebungen Frankreichs in Europa ganz offen auch in der Abrüstungsvorkonferenz unter- ft ühen, bedeutet einen völligen Wandel in der politischen Lage. Früher hatte England ab und iu den schwächlichen Versuch unternommen, das tmachtpolitische Weitergreifen Frankreichs auf twnr europäischen Festlande zu hemmen. Seht d«orf Frankreich mit Englands und 21 m e - . r ikaS Zustimmung auf dem Lande rustm, soviel es will, da diese großen Seemächte ihr Hauptinteresse auf die sogenannte Flotten- a brüstung konzentriert haben. Für Deutschland ist diese Entwicklung der Ge- , tamtlage von ausschlaggebendster -Beöeutung. Sras Bernstorf f, der als deutscher Der- tcctcr bei den Abrüstungsverhandlungen das Wgliche getan hat, um durch die Sabotagever- iuiche der anderen Mächte hindurch zu klaren Fragestellungen und Antworten zu gelangen, sah si h jetzt doch zu der Feststellung genötigt daß tw8 Ergebnis der gesamten Abrüstungsarbelt für Deutschland in Frage gestellt ift Deutsch» lond hatte seine Mitarbeit m der Wrustungs- mvrkonferenz darauf eingestellt, daß in logischer E-atwicklung des Völkerbundsgedankens auf dem Lompromißwcge allmählich eine Annäherung t-n dem Rüstungsstande der Volker ge- lunöen werden könnte. Die Aussicht auf die Verwirklichung dieses Zieles ist jetzt nicht mehrvor- h.anden. Mit brutaler Offenheit erklären die Fran- 1 pfen, daß an dem gegenwärtigen Zustande der Äüstungsgleichheit nichts geändert werden solle. Gerade in diesem Punkte zeigt sich viellei^ a-jn allerdeutlichsten, wie sehr Deutschland durch frag Versailler Diktat außerhalb der Gesetze gestellt worden ist. Smmer wieder erhebt sich die Frage, ob Deutschland unter solchen ^Umstanden überhaupt ' luoch weiter an den Abrüstungsverhandlunaen J t eilnehmen soll oder ob nicht vielmehr für b.ic Entwicklung des Abrüstungsgedankens und ffcr die internationale Stellung Deutschlands ei n klarer Bruch vorzuziehen wäre. 2luf dem jolzt beschrittenen Wege scheint uns em Erfolg laicht mehr erzielt werden zu können. Statt dessen tonnte man vielleicht ein solches Recht der Zu- tonft damit begründen daß man letzt in einer frurd) die anderen Machte seststellt. Zu verlieren hat jedenfalls Deutschland bei den ^nannten Abrüstungsverhandlungen m Genf nicht mehr d°is geringste. Ein praktischer Erfolg wmd ihnen nie beschieden sein, nachdem Frankreich durch tote Seemächte die volle Garantie für seine Land- riftunaen erhalten hat. Einen moralischen Er» big a?er kann Deutschland vielleicht einmal für sch buchen, wenn es die Abrustungsheuchelei der Ederen Mächte vor der gesamten Welt in ein bzlles Licht rückt. Denn schließlich ist der Wunsch der Völker nach gemeinschaftlicher wirtschaftlicher Wiederaufbauarbeit cm dattor, mit dem heute sogar Staatsmänner der Entente- ftiaaten rechnen müssen, um so mehr, als sie die Gefahren einer neuen kriegerischen Verwicklung für die Zukunft Europas genau so gut kennen nie wir. Lind in diesem waffenstarrenden Eu- r>pa bildet das waffenlose Deutschland geraöe- z,'i eine Kriegsgefahr, da es sozusagen nach einem physikalischen Gesetz der Kriegs shauplatz der Zukunft fein mußte. klärt, daß eine neue Snflation in Deutschland oder selbst ernste Gefährdung der deutschen Währung vollkommen unmöglich fei.Die deutsch eWährung sei durch Gesetz so fest errichtet, daß ein solches Ereignis nicht eintreten könnte. „Sundah Times" berichtet aus Berlin: Die Erregung im Auslande über die Lage der deutschen Mark hat keinerlei beunruhigende Wirkung in Deutschland Hervorrufen können, und die Reichsbank sowie die führenden Berliner Banken behalten eine stoische Ruhe. Der vorgestrige Angriff auf die deutsche Währung wurde rasch als politisches Manöver erkannt. Man fühlte, daß ein Versuch unternommen wurde, Deutschlands Haltung gegenüber der Reparationsfrage zu erschüttern, und auch, daß der Versuch innerhalb sehr weniger Tage f e h l s ch l a g e n muh. Die deutschen Banken und Finanzleute haben volles Vertrauen in den Willen und die Fähigkeit der Reichsbank und ihres Präsidenten Dr. Schacht, die Stabilität der Mark aufrecht zu erhalten. Auch .Observer" betont in einem Berliner Bericht, dah die neue .Markflucht" vollkommen ungerechtfertigt war. Der Korrespondent des Blattes schreibt, während der gesamten Verhandlungen in Paris genoß Schacht das volle Vertrauen des Landes bezüglich seiner Schätzung der Summen, die Deutschland zahlen kann. Oemokratische Kritik am Parlamentarismus. Falsche Handhabung des Systems. Leipzig, 28.April. Im Reichsparteiausschuß der Demokratischen Partei erstattete das Referat über die politische Lage der Parteivorsitzende Koch- Weser. Der Redner wandte sich gegen den Pa r t e i i s m u s, der dem demokratischen Gedanken in Deutschland schweren Abbruch getan habe. Das politische Parlament dürfe nicht zu einer I n ° tereffenoertretung werden. Es sei auch nicht Aufgabe der Partei, Minister nach der Zahl, anstatt nach der Persönlichkeit zu bestimmen. Das Parlament neige mehr und mehr dazu, verantwortungslose Beschlüsse zu fassen in der Hoffnung, daß die Regierung sich um die Ausführung dieser Beschlüsse herumdrücken könne. Der Reichstag sei aber zur Arbeit und nicht zur Propaganda da. Mit einer Verfassungsänderung, wie sie die Deutsche Bolkspartei in der Form der Einführung einer qualifizierten Mehrheit für ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung verlange, fei allerdings nichts gewonnen. Wenn allerdings die Verfassung auf die Dauer falsch gehandhabt werden sollte, so werde man auch die Frage einer Verfassungsänderung nicht ohne weiteres verneinen dürfen, um die Form der Verfassung ihrem Sinne anzupasien. Die Aufgabe der Demokratischen Partei sei es, Führer zu sein in der Wiederher st ellung des echten Parlamentarismus vor allem auch noch der Richtung, daß derReichspräsident die Initiative bei der Regierungsbildung zu ergreifen haben und nicht die Parteien. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesien Druck und Verlag: Vrühl'fche UniverfitSlr-vuch. und Sleindruckerei R. Lange in Glesien. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchiilftratze 7. hingewiesen, durch rechtzeitige Konzessionen die Arbeiten des Dorbereitungsausschusses soweit wie irgend möglich zu beschleunigen. „Sn dieser allgemeinen Auffassung," so führte Graf Bernstorfs im wesentlichen weiter aus, „stimme ich mit dem amerikanischen Delegierten vollständig überein. Auch ich bin der Ansicht, daß eine Abrüstungskonvention nur bei gegenseitigem Entgegenkommen in denjenigen Punkten, in denen Meinungsverschiedenheiten bestehen, zustande kommen kann. Eine Abrüstungskonven- lion, und zwar auch eine solche, die den ersten Schritt darstellt, kann deutscherseits nur in_ Betracht gezogen werden, wenn sie eine fühlbare Herabsetzung der Rüstungen bringt. Sch hoffe, dah ich mich mit diesem Wunsch auch in Hebereinftimmung mit dem verehrten Vertreter der Vereinigten Staaten befinde. Denn e» wäre wohl kaum möglich, eine fühlbare Herabsetzung bei den Secrüstungen durchzuführen, bei den Rüstungen zu Lande aber alles beim allen zu lassen. In diesem Punkte, nämlich in der Frage der fühlbaren Herabsetzung der Rüstungen, kann Deutschland keine Zugeständnisse machen, da es selb st bereits vollkommen abgerüffet ift. Für uns kommt es in dieser Beziehung nur darauf an, ob die anderen an den Landrüstungen interessierten Staaten bereit sind, in Ausführung der Verträge und des Völkerbundspaktes eine fühlbare Herabsetzung der Rüstungen ins Auge zu fassen. Deutsche Konzessionen können bei der gegebenen Sachlage nur erwartet werden hinsichtlich der M e • thode für die Durchführung einer fühlbaren Abrüstung der nicht abgerüsteten Staaten. In den seitherigen Beratungen des Ausschusses stand auf der einen Seite eine Gruppe von Staaten, zu der Deutschland gehörte, die der Ansicht waren, daß die ausgebildeten Reserven in den Rahmen der Abrüstungskonvention ein- bezogen werden müßten. Eine andere Staatengruppe vertrat die These, daß die Konvention die ausgebildeten Reserven nicht umfassen solle. Die Anregung, die ich in meinen Bemerkungen gemacht habe, lief darauf hinaus, einen Mittelweg zu suchen. Es ist nach meiner Ansicht durchaus möglich, durch Aufstellung eines Wertmessers eine Methode auszuarbeiten, bei der die ausgebildeten Reserven, insbesondere diejenigen der älteren Jahrgänge, bei der Verhandlung der militärifchen Stärke der Effektivbestände geringer ins Gewicht fallen als die unter den Fahnen stehenden Truppen. Auf eine ähnliche Methode hat, wenn ich ihn recht verstehe, der amerikanische Deie- gierte aus dem Gebiete der Seeabrüstung hingewiesen, wo es sich um die Vergleichung von Schiffskategorien handelt. Bei diesem System wurde es sich nicht mehr um Ja oder Rein in der Frage der Anrechnung der ausgebildeten Reserven handeln, sondern die Meinungsverschiedenheit würde auf das Gebiet des höheren oder geringeren Grades der Bewertung übergeleitet. Eine solche Konzession habe ich im Geiste des Entgegenkommens hinsichtlich der jetzt im Vordergrund der Debatte stehenden Frage der ausgebildeten Reserven ins Auge gefaßt. In meinen Bemerkungen habe ich bereits dargelegt, daß die deutsche Regierung bereit ift, einen Weg zu suchen, auf diesem Gebiete sine Einigung zu finden. Der Derlreler der Der einigten Staaten hat zu erkennen gegeben, dah seine Regierung, die seither auf demselben Standpunkt wie Deutschland und eine Reihe anderer Staaten gestanden hat, zwar theoretisch aus ihrer seitherigen Auffassung verharrt, aber bereit ist, sich der Meinung der Mehrheit derjenigen Länder anzufchließen, deren Landstreitkräfte das Hauptinteresse auf militärischem Gebiet darstellen. Was uns betrifft, fo können wir uns nicht einer These anschliehen, die auf die Einbeziehung der ausgebildeten Reserven in eine Entwaffnungskonvention verzichtet. Ein Staat, der eine bestimmte Anzahl von Truppen unter den Fahnen, jedoch keine ober wenig ausgebildeteReserven oder zur Verfügung stehende Effektiven hat, würde mit derselben Ziffer in der Konvention in die Erscheinung treten, wie ein anderer Staat, der die gleiche Zahl von Personen unter den Fahnen hat, jedoch außerdem noch einen vielleicht zwanzigmal so hohen Bestand an ausgebildeten Reserven und zur Verfügung stehenden Effektiven. Diese, im Kriegsfall äußerst wichtigen Faktoren, würden in der Konvention überhaupt nicht berücksichtigt. Sitfe Benachteiligung würde um so mehr ins Gewicht fallen, als die ausgebildeten Reserven, die es einem Staate ermöglichen, binnen kürzester Zeit große Mengen militärisch ausgebildeter Personen zu mobilisieren, geeignet sind, groftangelegte Angriffspläne zur Ausführung zu bringen. Die logische Konsequenz dieser Auffassung wäre eigentlich die Forderung, daß das System der allgemeinenWehrpflicht überall abgeschafft wird. Trotzdem hat die deutsche Regierung, worauf ich mit Rachdruck Hinweisen muß, die Forderung nach allgemeiner Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht nicht erhoben. Hierin liegt eine wesentliche Konzession, die Deutschland gemacht hat. Daß eine Konzession in der Frage der ausgebildeten Reserven in demselben Geiste des Ent- mas. Detter erörterte der Redner noch den Finanz- ausaleich, der in seiner jetzigen schematischen Schlüsselform untragbar sei, da die industriellen Länder und Städte dadurch benachteiligt würden und die Arbeitslosenversicherung die in ihrer jetzigen Form nicht zu halten sei, da sie große Mißstände mit sich gebracht habe, na- mentlich durch Entvölkerung des flachen Landes. Roch ausgedehnter Aussprache wurden die Richtlinien zum Einheitsstaat einstimmig genehmigt, ebenso eine Entschließung, nach der der Parteiaus- schuß rückhaltlos billigt, daß die deutschen Sachverständigen in Paris eine Lösung der Neparationsfrage, die die Leistungsfähigkeit Deutschlands übersteigt, abgelehnt haben. Der diesjährige Parteitag soll im September in Heidelberg stattfinden. Kommunistische Mipropaganda. Haus- und Hofagitation in Berlin. Berlin, 27. April. (OBQ3.) 3n Fortführung der kommunistischen Propaganda für öffentliche Umzüge am 1. Mai hat heute in Berlin eine Haus- und Hof-Agitation eingesetzt. Truppweise zogen die Kommunisten auf die Höfe und in die Häuser und forderten die Bewohner durch Ansprachen auf, sich an den geplanten Umzügen am 1. Mai zu beteiligen. Reun Redner wurden fest genommen. Ferner fanden in einzelnen ^rliner Bezirken Versammlungen statt, an die sich Versuche anschlossen, Demonstrationsumzüge auf der Straße folgen zu lassen. Die Trupps wurden von den Polizeibeamten vielfach ohne Widerstand aufgelöst. 3n mehreren Fallen machte die Polizei jedoch von den Gummiknüppeln und an einer Stelle sogar von der Schußwaffe Gebrauch, da die Demonstranten die Beamten angriffen. 29 Teilnehmer an den Umzügen wurden verhaftet. 3n den Morgenstunden sind die Sockel der Denkmäler Kaiser Friedrichs auf dem Luisenplatz in Gharlottenburg und Kaiser Wilhelms I. auf dem Trianon-Platz in Weißensee von unbekannten • Tätern mit der Aufschrift in roter Farbe „Straße frei für den 1. Mai" bemalt worden. — Dis in die Abendstunden wurden insgesamt 86 Personen zwangsgestellt und der Abteilung 1 a zugeführt. Ein Mahnruf des Berliner Polizeipräsidenten. Demonstrationsverbot am 1. Mai. Berlin, 27. April. (WB.) Der sozialdemokratische Polizeipräsident Z örg i ebel richtet an die Bevölkerung Berlins einen Mahnruf, in dem er im Hinblick auf die an die Anhänger der K o m m u - nistischen Partei ergangene Aufforderung dieser Partei, sich am 1. Mai an das Demonstrationsverbot nicht zu kehren, und die Straßen zu erkämpfen, mit allem Nachdruck darauf hinweist, daß für Berlin ein Verbot von Demonstrationen und Umzügen unter freiem Himmel, nicht zuletzt dank der schweren Mitschuld der Kommunisten, bestehe. Wer trotzdem am 1. Mai die Straßen zum Tummelplatz seiner politischen Leidenschaften zu machen versuche, beschwöre für sich und andere eine schwere Gefahr heraus. Die Staatsautorität in Berlin werde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln durchgesetzt werden. An die' friedliebende Bevölkerung Berlins, insbesondere die Frauen und Kinder, richtet der Polizeipräsident die dringende Bitte, am I.Mai allen solchen Versuchen fern zu bleiben, sich nicht unnötig auf den Straßen aufzuhalten und die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung zu unterstützen. Scharfe Abwehrmaßnahmen in Paris. Paris, 28. April. (WTD.) Für den I.Mai wurden heute vom Irmenministerium folgende polizeilichen Anordnungen getroffen: Umzüge auf offener Straße sind verboten. Jede Kundgebung, jeder Sabotageakt, jede Arbeitsbehinderung und jede Gewalttätigkeit sollen mit größter Strenge unterbunden werden. Ausländer, die an einer Kundgebung teilnehmen, werden verhaftet und sofort ausgewiesen. Die Polizei wird verstärkt durch die republikanische Garde. Außerdem werden die Truppen eines Teiles der Garnison von Paris sowie weitere zur Verstärkung herangezogene Truppenverbände den ganzen Tag über in den Kasernen zur Verfügung der Polizei stehen. Bei der Verteilung der kommunistischen Wochenschrift „La Avantgarde" sind heute zehn Kommunisten verhaftet worden. Daä Blatt soll besonders heftige Angriffe gegen das Militär gerichtet und die Soldaten zur Gehorsamsverweigerung aufgefordert haben. Sozialpolitische Aussprache im Reichstag. Berlin, 27. April. (VDZ.) Die zweite Lesung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums wird bei der allgemeinen Aussprache über Ministergehalt und Abschnitt Sozialversicherung fortgesetzt. Abg. Schneider-Berlin (D.) erklärt, die Klage über Mißbräuche soll man nicht übertreiben. Mißbräuche kommen auch in der Privatversicherung vor. Die Arbeitslosenversicherung ist abhängig vom Konjunkturverlauf. Deshalb haben wir bei ihrer Schaffung vieles noch nicht sehen können, was wir heute wissen. Die Saisonarbeiter.Fürsorge kann in ihrer jetzigen Form nicht bestehen bleiben. Ein zweiter großer Mangel ist die schematische Ausdehnung der Arbeitslosenversicherung auf die Landwirtschaft. Zu prüfen ist auch, ob die unterschiedslose Einbeziehung der Heimarbeit nicht gleichfalls zu Schädigungen der Versicherungsanstalt geführt hat, z.B. bei Frauen, die sich durch Heimarbeit nur ein Taschengeld beschaffen. Einer Beitragserhöhung können wir nicht zustimmen, solange nicht nachgewiesen ist, daß die Arbeitslosenversicherung mit den bisherigen Beiträgen nicht aufrechterhalten werden kann. Die Invalidenrente war allerdings vor dem Kriege nur ein Zuschuß, aber damals gab es daneben auch noch Arbeit für den älteren Mann. Heute ist dos nicht mehr der Fall, und wir müssen die Rente zum mindesten dem Geldwert anpassev. Abg. Freidel lWp.): Die Wirtschaft und namentlich der Mittelstand können höhere Svzial- lasten nicht mehr tragen. Mehr als 350 Millionen kostet die Verwaltung der Versicherungszweige jährlich. (Hört! Hört! bei der Wirtschaftspartei.) Es erregt berechtigte Entrüstung, daß in dieser Rotzeit die Krankenkassen wahre Prunkbauten errichten. Bei den für den zu arbeitet und er Bergbauindustrie- d (Alter Bergarbeiteroerband) der arbeite rocrban Deutscher versäumt, und die Grundlage Arbeit auf viele Jahre hinaus der Wirksamkeit der Arbeit auf die Oberkörper auf jugoslawischem Boden kliegen kamen. den. Auf allen nisterium nichts für eine ruhige gelegt. Leipzig, 27. April. (WB.) 3m Agrarausschuh der Demokratischen Partei führte Reichsernährungsminister Dietrich zu den Rotforderun- Oer Minderheiien-Ausschuß. Berlin, 28. April. (Priv.-Tel.) Bekanntlich wird der Dölkerbundsrat in seiner 3unitagung sich mit den Ergebnissen der Studienkommission befassen, die zur Behandlung der Minderheitenfrage als Ergebnis des deutschen Vorstoßes in der Märztagung eingesetzt worden war. Der Dreierausschuß, der aus Chamberlain und dem Spanier Quino- nes de Leon sowie dem 3apaner Adatschi besteht, tritt morgen in London zu einer Tagung zusammen. Aus Genf hat sich zu diesem Zwecke eine Anzahl höherer Dölkerbundsbeamter unter Führung des Generalsekretärs Sir Eric D r u m- Doraussetzung--- ------ allen diesen Gebieten sei aber die Wiederbelebung eines wirklichen Genossenschaftgedankens durch einen Zusammenschluß des ganzen deutschen Genossenschaftswesens. 3m gegenwärtigen Augenblick sei die entscheidende Aufgabe die Hebung der gänzlich unzureichenden Viehpreise, Düchsenfleisch sei gen der Landwirtschaft u. a. aus: Cs wäre falsch zu glauben, daß allein in der Getreide- und Grohviehwirtschaft das Heil und die Genesung zu suchen wäre. Für die bäuerliche Wirtschaft in ganz Deutschland sei in der Regel die Produktion an Milch und an Schweinen entscheidend. Gegenwärtig stehe wieder einmal die Zollpolitik im Vordergrund. 3n vielen Fällen könnten aber die Zölle allein nicht helfen. Rotwendig sei vor allem die Produktionsförderung und Umstellung sowie die Förderung der Standardisierung, die von dem gegenwärtigen Agrarprogramm in weitestgehendem Maße gefordert werde. Auf dem Gebiete der Milchwirtschaft bezeichnete der Redner als das Kernstück des Milchgesetzes, das demnächst dem Reichstag vorgelegt werde, die Schaffung einer standardisierten Milch in Form der Markenmilch, die die Mllch des breiten Volkes werden solle. Der Milchpreis allerdings werde vielfach vom Dutterpreis beeinflußt, und insofern sei die Forderung nach einem Erziehungszoll für Butter begründet. 3m Absatz von Obst und Gemüse sowie von Eiern und Geflügel seien im vergangenen 3ahre bemerkenswerte Fortschritt egemacht wor- diesen Gebieten habe das Mi- Aus aller Welt. Der Schiedsspruch für den Ruhrbergbau. Essen, 28.April. (WB.) Der Christliche Metallarbeiterverband hat in seiner Bezirkskonferenz der Zechenhandwerker, Heizer und Maschinisten den Schiedsspruch für den Ruhrbergbau einstimmig abgelebt mit der Begründung, daß dieser den teuren Lebensverhältnissen wie auch der verantwortungsvollen und gesundheitsschädlichen Arbeit in keiner Weise Rechnung trage. Auch der Gewerkoerein Christlicher Berg. ____ _____________,1 es in dieser Frage Antragsteller ist, an den Beratungen über die Minderheitenfrage keinen praktischen Antell hat. Für den Verlauf der Minderheitendebatte ist das sicherlich kein erfreuliches Anzeichen» bereits ausgesperrt. Die Seegrenz-Schlachthöfe müßten unter eine einheitliche Verwaltung gebracht werden. Die EinfuhrvonDieh aus dem Osten müßte, wie dies in dem polnischen Handelsvertrag bereit versucht werde, kontingentiert werden, endlich seien die Zölle für Lebendvieh zu erhöhen. Alle diese Maßnahmen seien eingeleitet. Für Brotgetreide käme Zollerhöhung, Einfuhrmonovol oder Preisausgleichsgebühr in Frage. Der Minister bezeichnete es als das Klügste, wenn man seinen Gedankengängen mit der P re is a u sg le i ch s- gebühr folgen würde, selbst wenn diese etwa auf eine Art gleitenden Zolls hinauskäme. Heber die Rotwendigkeit eines Monopols sei nach seinem Eindruck in keiner Fraktion des Reichstages eine unbedingt einheitliche Stimmung vorhanden. Die Belastung der Landwirtschaft mit Steuern und sozialen Lasten lasse sich, solange nicht das Reparationsproblem gelöst sei, nur in bescheidenem Umfange ändern. Allerdings sei die Erwerbslosenfürsorge, so wie sie jetzt auf dem Lande gehandhabt werde, untragbar, und eine Aenderung sei absolut erforderlich. Vorschläge dazu feien von seinem Ministerium gemacht. Die größte Gefahr sehe er immer noch in den hohen Zinssätzen, die außer jedem Verhältnis zu der möglichen Rentabilität der Landwirtschaft ständen. Der Redner erörterte dann weiter alle Mittel, um aus der Rot der Zeit herauszukommen, die Förderung des Meliorationswesens, die Reuregelung des Pachtrechtes, die Schaffung besserer und billigerer Maschinen, die Einführung neuer Maschinen und neuer Arbeitsmethoden und die Förderung des Bildungswesens. Alle diese Aufgaben seien in Arbeit; Markt- und Ernährungsforschung treten hinzu. Der gute Wille des Staates zur Hilfe sei vorhanden, aber es bedürfe 3ahre anstrengender Arbeit, wobei auch den übrigen Schichten der Bevölkerung das Mitgehen ermöglicht werde. m o n d begeben. 3n Berliner politischen Kreisen ist es peinlich vermerkt worden, daß sich unter diesen Beamten kein einziger t" befindet, so daß Deutschland, obwohl Wohnungsbau vom Reich gewährten Zwischenkrediten sollte dafür gesorgt werden, daß sie in größerem Umfang direkt den freien Bauunternehmern zufließen. Bei der Vergebung öffentlicher Arbeiten müsse die Reichsverdingungsordnung besser beachtet werden als bisher. Beim Arbeitsschutzgeseh müsse auch den Bedürfnissen des Handwerks Rechnung getragen werden. Abg. H ä n s e (Chr.-Rat. D. P.) meint, d i e Rotlage der Landwirtschaft sei zum großen.Teil durch die schweren Soziallasten verursacht. Die Entlohnung der Landarbeiter sei besser, als sie oft geschildert werde. Man müsse auch die Raturalleistungen gebührend berücksichtigen. Die Landflucht sei zum großen Teil eine Flucht vor der leider noch oft mißachteten Landarbeit. Die Arbeitslosen seien selten zu längerer Tätigkeit in der Landwirtschaft zu bewegen. Hier sei strengere Kontrolle nötig. Abg. H ü l s e r (Dnl.) bedauert Abstriche bei den Mitteln zur Zinsverbilligung für Landarbeitersiedlungen. Angesichts der schweren Rot der Landwirtschaft sei die Abneigung weiter Kreise der ländlichen Bevölkerung gegen die Sozialversicherung erklärlich. Die Reformbedürftigkeit der Arbeitslosenversicherung werde ja auch von allen Parteien anerkannt. Auch für die Deutschnationalen handele es sich um eine Reform und nicht etwa um die Beseitigung der Arbeitslosenversicherung. Gegen die von der Sozialdemokratie angeregte Beitragserhöhung seien auch in der Arbeitnehmerschaft ft arte Bedenken vorhanden. Die berechtigte Kritik an Mißständen dürfe nicht zu Uebertreibungen und Verallgemeinerungen führen. Die Arbeitslosenunterstützung sei keineswegs so hoch, daß sie einen Anreiz zum Faulenzen biete. Das niedrige Lohnniveau der deutschen Arbeiter müsse berücksichtigt werden bei den Erörterungen über die Sozialversicherung. Der englische Rationalökonom Keynes habe im „Berliner Tageblatt" sehr beachtenswerte Ausführungen darüber gemacht, wie die Deutschland auferlegten Tribute auf die Löhne der deutschen Arbeiter drückten. Die nationale Arbeitnehmerschaft setzte dem den nationalen Kultur- und Lebenswlllen beim Ringen um die Endlösung des Tributproblems entgegen. Damit ist die allgemeine Aussprache beendet. 3n der Gin- zelbesprechuna des Kapitels „Sozialpolitik" erklärt Abg. Litke (S.): Für eine Rationalisierung und Vereinheitlichung der Krankenversicherung trete die Sozialdemokratie mit Nachdruck ein. Bis zur gesetzlichen Regelung dieser Frage müßte die Errichtung neuer 3nnungs- und anderer Sonderkassen eingestellt werden. Aus dem Gesehgebungsausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 27. April. Der Gesehgebungs- ausschuh beschäftigte sich in seiner Sitzung am Dienstag in zweistündiger Debatte mit dem Fall Michel, Trier, d. h. einem Antrag Dr. Werners, eine Eingabe des Strafgefangenen Michel in Sonnenburg an den Landtag zur Berücksichtigung zu überweisen. Der Ausschuß beschloß, die Akten an das Ministerium des 3nnern zu geben, um gegen schuldig gewordene Polizeibeamte vorzugehen. Dr. Werner wollte Aufrollung des Falles Trier überhaupt, um eine noch dunkle kriminelle Angelegenheit aufzullären. Die Aoisotdemngen Der Landwirtschaft Das Arbeiisprogramm des Neichsernährungsministers. lehnten den Lohnschiedsspruch als ungenügend und unbefriedigend ab. Die Verbände erwarten vorn Reichsarbeitsminister, daß er den Schiedsspruch nicht für verbindlich erklären, sondern für eine bessere Lohnregelung sorgen werde. Opfer des Verkehrs. 3n Remscheid versagte bei einem Lastkraftwagen aus Düsseldorf auf der stark abschüssigen Blumentalstraße die Bremse. Der Wagen wurde über die Böschung geschleudert und überschlug sich mehrmals. Von den drei 3nsassen wurde eine Frau getötet, der Chauf- für schwer und der dritte Mitfahrende leichter verletzt. — In der Nähe von Reading bei London stürzte ein Autobus um und fing Feuer. Die 3nsassen waren wie in einer Falle gefangen. Vier von ihnen verbrannten und wurden bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Fünfzehn Personen wurden schwer verletzt. — Auf der Strecke Dingen — Koblenz fuhr (m dem Bahnübergang bei Oberwesel eine Oos Ergebnis der Tiwler Landtagswahl. Zersplitterung der bürgerlichen Parteien. Innsbruck, 29. April. (MTV. Funkspruch.) Nach dem vorläufigen Ergebnis der Tiroler Landtagswahl erhält die Katholische Volkspartei 26 (bisher 28) Mandate, die Sozialdemokratische Partei 9 (8), Ständebund 3 (0), Großdeutsche 2 (4), die Splitterparteien, die fast durchwegdennichtsozia- listischenParteienStimmenentzogen, und zwar die Nationalsozialisten Hitlerscher Richtung, die Angestelltenpartei, der Wirtschastsbund, der Landbund, und die Kommunisten erhallen kein Mandat. Die Katholische Volspartei, zusammengesetzt aus dem Katholischen Tiroler Bauernbund, dem Katholischen Tiroler Volksverein und dem christlichen Tiroler Arbeiterbund verliert durch diese Wahl die bisher innegehabte Zweidrittelmajorität. Ein Grenzzwischenfall zwischen Oesterreich und Südstawien. Zwei politische Flüchtlinge von Gendarmen erschossen. Graz, 28. April. (WB.) Heute früh ereignete sich an der jugoslawischen Grenze, anderthalb Stunden von L e u t s ch a ch (Bezirk Leib- nitz) entfernt, ein aufsehenerregender Zwischenfall. Don einer jugoslawischen Gendarmerie-Eskorte wurden ein Professor und ein Hoch- s ch ü l e r, beide jugoslawischer Rationalität, in dem Augenblick, als sie nach Oesterreich flüchten wollten, erschossen. Hierüber erfuhr der österreichische Gendarmerie posten in Leutschach folgendes: 3n einem Cafe in Agram wurde das Gespräch mehrerer Gäste belauscht, aus welchem hervorging, daß sie Druckschriften umstürzlerischen 3nhalts verbreiten wollten. Die Behörden verhafteten zwei Personen, den Professor und den Hochschü- Ler. Sie wurden unter Bedeckung an die österreichische Grenze bei Leutschach gebracht, um dort zu ermitteln, wo diese Druckschriften, die von Oesterreich eingeschmuggelt werden sollten, versteckt sind. Während der Suche nach d«r Druckschriften unternahmen heute früh die betten Verhafteten jugoslawischen Staatsangehörigen einen Fluchtversuch nach Oesterreich, wobei sie von ten jugoslawischen Gendarmen in dem Augenblick erschossen wurden, als sie die Grenze erreicht hatten, so daß die Füße ter beiden auf österreichischem Boden und Oie Weiterrage. fünfzig 3ahren ereignete, als bezwungen gesehen werden. Der Sachschaden beläuft auf ungefähr 700 000 Gulden. Zwei Todesopfer eines Großfeuers. an- sich Lokomotive bei nicht geschlossener Schranke auf ein Lastauto mit Anhänger, das polnische Konsulatsakten transportierte. Der schwere 5-Tonnen-Lastwagen wurde mit Anhänger von ter Lokomotive etwa 200 Meter weit mitgeschleift und vollständig zertrümmert. Der Wagenführer wurde auf der Stelle getötet, ein Mitfahrer schwer und die anderen leicht verletzt. — Bei tem Stendaler Kilometerprüfungsrennen für Motorräder und Automobile kam es zu einem schweren Unglück, das zwei Menschenleben gefordert hat. Der Rennfahrer Baron von Wenhel-Mosau hatte das Ziel bereits passiert, als etwa 700 Metör hinter tem Ziel vor tem Wagen ein Radfahrer auftauchte. Bei tem Versuch, auszuweichen, schlug ter Wagen um, explodierte und verbrannte vollständig. Baron von Wentzel-Mosau wurde schwer verletzt. Sein Mitfahrer und ein an der Strecke stehender Zuschauer wurden getötet, 250 Pockenerkrankungen in England. Am Samstag betrug die Zahl der in Behandlung stehenden Pockenfälle 254. Das ist eine Zu- nahmevonüberöOgegenüberderDor- w o ch e. General Heye von der Sudamerikareise zurück. Mit dem Hamburg-Süd°Schnelldampfer „Cop Polonio" ist ter Chef ter deutschen Heeresleitung, General Heye im Hamburger Hafen ein- getroffen. Er wurde an Bord des Schiffes vom Konteradmiral Gayer, tem Leiter ter Marine« dienststelle Hamburg, und dem mllitärischen Referenten Major Heins empfangen. General Heye, ter sich sehr befriedigt über seine Eindrücke tn Argentinien äußerte, fetzte nachmittags die Weiterreise nach Berlin fort. Riesige Feuersbrunst in Rotterdam. 3n der Rächt zum Sonntag brach in einer Möbelschreinerei auf ter Kipstraat ein Brand aus. Als die Feuerwehr eintraf, stand bereili das ganze Gebäude in Flammen, die an den aufgestapelten Mötelvorräten reiche Rah rung fanden. 3nfolge der ungeheuren Glut konnte die Feuerwehr nicht verhindern, daß der Brand auf den ganzen Häuserblock, der ungefähr 15 Gebäude umfaßt, Übergriff. Zahlreiche Personen konnten sich nur im letzten Augenblick über öie Dächer retten. Verschiede« der Geretteten hatten bereits das Bewußt, sein benoten und mußten ins Krankenhaus geschafft werden. Die Feuerwehr bekämpfte den Brand schließlich mit fünfzig Schlauchleitungen. Der Feuerschein war bis nach Delft sichtbar. Erst in den Morgenstunden konnte bai Feuer, das als das größte gilt, das sich seit In einem Oekonomiegebäude der bei Schönau m Wiesental gelegenen Schwarzwaldgemeinde Kaste! brach nachts aus bisher noch nicht geklärter Ursach« ein Feuer aus, das außerordenllich schnell um ftd griff und in kürzester Zeit drei landwirtschaftliche Anwesen mit sämtlichen Nebengebäuden einäscherte. Zwei Personen kamen ii den Flammen um. Mehrere Stück Großvieh wurbei verbrannt. Fünf Familien retteten nur bat nackte Leben. Der Schaden ist sehr hoch von einem Bettler nietergeschofsen. 3n tem Weller Seterlih (Wttbg.), wurde di, Ehefrau des Landwirtes Port von einem Bettler der in Begleitung eines zweiten Bettlers in ihrei Wohnung erschienen war, durch einen Revolver- schuß getötet. Der Tat war ein heftiger Wortwechsel vorangegangen. Der Bettler und fein Begleiter find geflüchtet. 0a 6 chv-rr oti wegen §Mten ff & f« Sfri«6 ^Sierun | iutne h-jd) E. 5 lerne Den s AeStrecke- ‘■ Ql meme 'W «“J i&et* !: j Meidest- ' -nd 1 not tnit her I is.-nr-i zu A «-;! 5) Bedeckt® wolkig. G oedeckl «Regrt * Schnee ä Graupeln. 5 Meoel R . V W Mrei- Vüdinge«. j1 o m e t tten sich unversehens so angehauft, uno dazu größtenteils zerbrechlichen Inhalts. Exzellenz von Biegeleben. ! gilt. das sich s Gcogscvm. c der bei Lchonau r I feste Neuyorker Börse, neuer üptimisn Verhandlungen in Paris, die benihig! situation stimmen freundlicher. Kurse si KHH 3750D Moderne Damen- Schuhe 8.50 10.50 12.50 > t>Q8 Devuh m ini Rtonlenfc wchr bekämpfte g Schlauchleitung: ach Seift sich 'stunden konnte! Beneidenswert der Herr, der mich überholte inrb auf der stillen Straße immer einen Schritt Dar mir herging! Er hatte nur einen fabelhaften Strauß langgestielter Tulpen vor dem L'urm zu hüten, den er — den Strauß natur- li«i> — in weißbehandschuhten Händen hielt. Da, ein Windstoß--und Hui flog mein ominöses Zeitungspaket hinunter, vorwärts, dem $j trrn vor die Füße wirbelnd. Ein erschreckter Schrei (meinerseits), ein Stutzen (seinerseits), dann buche er sich zuvorkommend, um vorsichtig nnt Warum halte ich nicht den Mut gehabt, den drohend aussehenden Frühlingssalatverkäufer um kime Tüte zu ersuchen! DaS Papier öffnete sich beim Anheben, und der Feldsalat flatterte heraus nur ein Rest verblieb, den ich mir beschämt aus m einen weihnachtlichen 2lufbau legen lief). Das übrige aber wirbelte fröhlich und unbefangen biS zur Haustür vor und unter meinen Süßen. Sind Sie schon mal auf Salat gewandelt? Wie? lur auf Rosen? 3a, es macht eben jeder andere Erfahrungen. Jedenfalls legte ich meinen geretteten Früh. zu hören. Man nimmt an, daß sich gegen Samstag Schluß allgemein Gewinne ergeben werden. Am De- 1 Ro Herbam. brach in eh Hstraat ein Die 'traf, stand berc ' Flammen.! Berliner Börse. Berlin, 29. April. (WTB. Funkspnuch.) So- stounlich wenig," meinte meine Tochter. „Gar nicht erstaunlich," entgegnete ich, „wenn du die Zusammenhänge kenntest. Denn auf dre kommt eäan.“ E. v.Massow. mlbgenwinb« Sajl nicht gekläürr W -Mich schnell um drei lanbwit iit sämtlichen M >ei Personen tarnen itüi Großvieh wml ien retteten nur ft sehr hoch. -ergchchossen. und wünschen dürfen. ♦* Ruf trieb auf dem Frankfurter Schlachtviehmarkt: 67 Dullen, 283 Ochsen, 521 Kühe, 320 Färsen, 721 Kälber, 48 Schafe, 4667 Schweine. Oberhessen. Landkreis Gießen. SO reinigt VIM „ - Ihre Messer/ eine Portion Fellrsalat, recht gewöhnlich in Ziitungspapier gewickelt. 3ch hatte erst Cin- p :uch gegen diese Verbindung körperlicher und geistiger Rahrung erheben wollen, aber der .Z-rühlingssalatverkäufer sah so drohend aus, daß ich keine Bemerkung wagte. Lind vorsichtig die ic^te Strecke meines Heimweges antrat. Mit nie» ->-rgeschlagenen Rügen, um dauernd das Gleich» ?^Dicht meiner Schätze kontrollieren zu können, vielleicht auch, um nicht spöttische Blicke wegen meiner Depacktheit auffangen zu müssen. Hasen. „, _ » Reiskirchen, 29.April. Seinen 8o. Geburtstag begeht heute unser Mitbürger Samuel L ö w e n b e r g. Der alte Herr kann sich noch voller Gesundheit erfreuen. i. Lich, 28. Rpril. Der hiesige Turnverein hielt dieser Tage seine Rprilmonatsver» sammlung bei Gastwirt Bogt ab. Rach kurzer Begrüßung durch den Leiter der Monatsversammlungen, Turner K. Bolz, wurde über die Gründung einer Handballabteilung beraten. Da der Verein einen neuen Handball erhalten hat, will man zur endgültigen Rufstellung einer Mannschaft schreiten. Lieber den passenden Spielplatz sott mit dein Bürgermeister verhandelt werden. Als weiterer Punkt stand die Festsetzung der diesjährigen Früh - Wanderung der Turner und Turnerinnen auf der Tagesordnung. Man einigte sich auf den Himmelfahrtstag. _________________ FRANZ NEUMEIER GIESS EN - SONNEN STR. 20 Abduktion der Leiche des plötzlich verstorbenen 43 Jcchre alten Landwirts Karl Scheuermann dahier, hat ergeben, daß der bedauernswerte Mann beim Futterholen auf der Leiter von einem Gehirnschlag betroffen wurde, der seinen sofortigen Tod herbei» geführt hat. Kreis Schotten. f Ober-Seemen, 28. Rpril. Beim Heuholen fiel die T o ch t e r des Landwirts Kneipp sehr unglücklich von der Scheuerleiter herunter auf die Tenne. Der von Gedern sofort ber bei geeilte Arzt stellte neben verschiedenen Wunden einen Oberschenkelbruch fest. Preußen. Maingau. WSR. Höchst, 27. April. 3n den Höchster Farbwerken hat gestern eine Abstimmung der Belegschaft darüber stattgefunden, ob der 1. M a i als Feiertag gehalten werden soll oder nicht. Die Arbeiterschaft der Farbwerke, die über 8000 Mann beträgt, hat sich mit überwiegender Mehrheit gegen den 1. Mai als Feiertag ausgesprochen. Die Farbwerke werden also im Gegensatz zu vielen anderen Betrieben am 1. Mai voll arbeiten. Zusammenstoß zwischen Reichs, bannet und Nationalsozialisten. Frankfurt a. 2TL, 28. April. 3m Anschluß an einen Umzug des Reichsbanners kam es in der vergangenen Rächt an der Obermainbrücke zu einem blutigen Handgemenge mit Nationalsozialisten. Dabei wurde das Reichsbannermilglied koch durch einen Messerstich getötet. Außerdem wurden zwei weitere Reichsbannerleute, sowie ein angeblicher Kommunist s ch w e r v e r l e h l. Als die Polizei eintraf, halten sich die Gruppen bereits aufgelöst, doch konnten noch vier Rationalsozialisten festgenom- m e n werden, die ebenfalls nicht unerhebliche Verletzungen an Kopf, Händen und Füßen davongetragen hallen. Die sofort aufgenommenen polizeilichen Vernehmungen, die die ganze Rächt und den heutigen Tag über andauerten, konnten die Frage noch nicht klären, auf wessen Seite die Schuld an den blutigen Vorgängen liegt. Gegen 2.15 Uhr entstand abermals eine Schlägerei am vörne- plah, die aber durch das schnelle Eingreifen der Polizei zu keinen schwereren Folgen führte. Artistensturz von der Zirkuskuppel. WSR. Frankfurt a. M-, 27. April. 3n dem zur Zeit hier gastierenden Zirkus Krone hat sich gestern abend während der Vorstellung ein schwerer Llnglücksfall zugetragen. Während einer Trapeznummer riß eine Drahtseilverspannung und ein 23jäh- riger Artist stürzte aus beträchtlicher Höhe in die Manege. Des Publikums bemächtigte sich eine große Aufregung, doch verhielt es sich mustergültig. Der Verunglückte wurde in das Krankenhaus gebracht, wo sofort eine Operation vorgenommen werden mußte. Die bei dem Sturz zerrissene Riere muhte ihm aus dem Körper entfernt werden. Außerdem ist die Leber gerissen, ein Oberarm gebrochen und möglicherweise hat er auch einen Schädelbruch davongetragen. Das Befinden des Verunglückten ist außerordentlich ernst. ^rifareife jurüd, nelldampser L utschenHeerch «“WS fa Schiffes tu Wem ' Eichen Ä W Temrol he ’ttne Einbruch Vl, , ..........,______, , „ nachmittags i ;wei Fingern das Paket aufzuheben. Ach! cegterung. Daten für DienStag, 30. April. 1632: der Feldherr Graf von Tilly in Ingolstadt qrftorben; 1777: der Mathematiker Karl Friedrich Muß in Braunschweig geboren; — 1870: der Ope- r -ttenkomponist Franz Lehär zu Komorn in Ungarn unbaren; — 1883: der Maler Eduard Monet in Paris «estorben (geboren 1832); — 1895: der Dichter Gust. Zreytag in Wiesbaden gestorben (geboren 1816). Bornotizen. "BHbg.), wurde l [ von einem TeA red) einen Revvm ein heiliger D o: Der Bettler und!' weit bis jetzt zu erkennen ist, scheint die Stimmung im heutigen Vormittagsverkehr wieder zuversichllich zu sein. Die trotz der anhaltenden Geldoerteuerung feste Neuyorker Börse, neuer Optimismus über die " ' ‘' in Paris, die beruhigtere Devisen- ' " ,ind noch nicht l Saubringen, 28. April. Heute nachmittag gegen 3 Llhr wurde die hiesige Feuerwehr alarmiert. Schulbuben hatten das dürre Gras am Rande des dem Hofgut Hei- bertshausen gehörigen Fichtenschlages awgezündet. Starker Wind trieb das Feuer rasch zu dem dürren Llnterholz der mannshohen Bäumchen, die bald in Flamm en standen. Die Feuerwehr benutzte das Wasser der unmittelbar vorbeifliehenden Lumda zum schnellen Löschen des Feuers. — 3ur Zeit zünden Erwachsene Raine und Hecken an, ohne oft das Feuer genügend zu bewachen. Leicht werden die Kinder dazu verführt, ebenfalls „Feuerchen zu machen", die unter Llmständen großen Schaden anrichten können. Man sollte doch bedenken welcher Schaden durch das Abbrennen der Hecken und Rainen entsteht. Richt nur, daß man der in diesem Winter so sehr gelittenen Dogel- toelt die Ristgelegenheiten nimmt, das Feuer zerstört auch die Rachzucht der Rebhühner und ** Groß-Raubtier-Schau und Circus Willy Hagenbeck, Hamburg, eröffnete am Samstagabend auf dem Oswaldsgarten sein Gießener Gastspiel mit einer ausverkauften und ab- wechslungsreichen Vorstellung, die lebhaften Beifall fand und ein verheißungsvolles Debüt für das bekannte Unternehmen bedeutete. In der klassischen kleinen Zentralmanege rollte unter einer tüchtigen und umsichtigen Regie ein geschickt zusammengestelltes, echt circensisches Programm ab, bei dem eigentlich jede Nummer ein Treffer war, sodaß es schwer ist, aus der umfangreichen Dortragsfolge das Beste herauszugreifen. Man sah bemerkenswette Rudolf Goll, „Großstadtluft", beginnt um 19,30 Llhr. Spielleitung hat Karl D o l ck. — Morgen, Dienstag, 30. April, verabschiedet sich Julius Baste als Cosme in Calderons „Same Kobold". Dieses klassische Lustspiel wird hiermit zum letztenmal aufgeführt. — Für die Mittwochvorstellung besteht reges Interesse, da das Frankfurter Reue Operettentheater sein letztes Gastspiel gibt. Es wird die lustige, erfolgreiche Operette „Die Herzogin von Chikago" gegeben. Die Operette, die m Gießen sehr gefallen hat, ist als Abschieds- Operette besonders geeignet, da die Lieblinge des Gießener Publikums, wie Fels, Distel, Rador, Itter, Reul usw. mitwirken. — Am Donnerstag, 2. Mai, 4. Tag des Kammerspielzyklus „Schauspiel in der Oper" (Anna Dahr-Mildenberg). Nchen Mögllchkeiten auf dem Gebiet der Dohmmgs- beschaftung vor uns liegen, welche trefflichen, ja entzückenden Lösungen bereits gesunden sind, aber auch welchen Riesenaufgaben wir gegenüberstehen angesichts der Tatsache, daß in Deutschland zur Zeit noch drei Millionen Wohnungen fehlen. Es ist ein Verdienst der Veranstalter, daß sie an dieses wichtigste Problem unserer Tage mit eindrucksvollen, überzeugenden Bildern herangeführt haben. löwen Charly. Auch das von Martini geleitete Fußballspiel der Hunde wurde gern gesehen. In drei großen Gruppen endlich führt Hagenbeck seine Großtier-Dressuren vor: Königstiger, ein prachtvoller Anblick; Elefanten, die aufs Wort gehorchen; und die sehr drolligen Bären. Dazwischen Zebras, Ponys und Affen. Natürlich fehlen auch die traditionellen Clown-Intermezzi nicht, die immer noch ihrer Wirkung aufs Publikum sicher sind. In der Pause hat man Gelegenheit, Hagenbecks reichhaltigen Tierpark zu besichtigen. Nach der Premiere am Samstag wird man dem Unternehmen auch für sein Gießener Gastspiel einen guten Erfolg prophezeien >r jjruC* asauW^ :inilUtr 6‘örti s Jing Dt (0 Ivird iliges Garten au pachten gesuckit. Sckr. Ang. il 0261.1 w d. Gien An,etaer, («röftcrer Obstgarten au pachten gesucht. Schriiil. Angeb. unt. 02632 a.d.Gleß.An». ** Personalien. In den Ruhestand versetzt wurden die Lehrer Johannes S ch l a p p zu Staufenberg (Kreis Gießen), Peter Huth zu Berstadt und . . . sßhUipp Köhler zu Ottenberg (Kreis Büdingen), schwer ist, aus der umfangreichen Dortragsfolge das ferner der Gerichtsvollzieher bei dem Amtsgericht Beste herauszugreifen. Man sah bemerkenswette Laubach, Richard Robert Albert L o t h auf Nach- und häufig vom Konventionellen und Allzuoft- suchen mit Wirkung vom 1. August an. gesehenen erfreulich abweichende, rein artistische Dar- ’* Dienstjubiläum. Der Schmied Theo- bietungen, saubere Dressurleistungen in schwierigen b o r Stein Löberstrahe 7, feiert am morgigen Kombinationsgruppen und ein außerordentlich ge- 30. April sein 25jähriges Dienstjubiläum beim pftegtes Raubtier- und Pferdematerial. Eine bril- hiesigen Gas- und Wasserwerk, nicht — wie am (ante Leistung boten z. B. die zehn Niskabylen, die Samstag irrtümlich berichtet — sein Derussjubi- (m Pyramidenbau und der freien Parterreakrobatik [äum. I Vorzügliches boten und wie Gummibälle durch die ** 3 ro e i Achtzigjährige. Am heutigen Manege flitzten. Eine sehr hübsche Nummer ist die Montag kann die Ehefrau Kath. Hardt, Hamm- Tsingtautruppe, die überaus geschickt mit Feuer und strafte 4, wohnhaft, ihren 80. Geburtstag begehen. Schwert arbeitet, an Zöpfen schaukelt und heimat- Die alte Dame ist leider schon seit längerer Zeit (id)e Kampfspiele vorführt, während das Braminoff- schwer erkrankt. — Am morgigen Dienstag begeht Ballett mit Gesang und Tanz im Nationalkostüm Frau Sidilla Seibert Witwe, Am Nahrungsberg eine revuemäßige Note ins Programm bringt. Be- Nr. 30 wohnhaft, ihren 80. Geburtstag in bester kör- stechende Manegenattistik sah man von den zwei perlich'er und geistiger Frische. Edertys (Fußbalance), den beiden Roses (Matrosen- '•'* Eine Nordo st-Versammlung findet spiele) und Mme. Jvone, die einen sehenswerten heute abend um 8.30 Uhr im Cafe Leib statt. Die Zahnkraftakt produziert. Hervorragendes leistet auf Versammlung, die von den Stadtratsmitgliedern N i ° dem Gebiete der hohen Schule die berühmte, nun kolaus, Haubach und Balzer im Anzeigen- schon 70jährige Schulreiterin Therese Renz nüt ihren teil unserer Samstagausgabe einberufen wurde, soll beiden bildschönen Vollblütern. Auch die sechs Car- der Aufklärung über die Bebauung und die Förde- dinals (Reiterspiele) und Fräulein Francoma auf rung der Interessen des Nordostviertels dienen. ungesatteltem Pferde fanden vielen Beifall. Emen *’ D i e Bad» Rauheimer Theater- prächtigen Dressurakt zeigt Herr Huling mit dem s a i s o n wird am Donnerstag, 2. Mai, mit der drolligen und ungemein zuverlässig arbeitenden Sce- Aufführung der Oper „Tiefland" unter der Lei- - tung des Generalmusikdirektors Heinz ‘Bon- garh eröffnet. Interessenten seien auf die heutige Anzeige besonders hingewiesen. ** Das Wiener I o h a n n - S t r a u ß - Orchester wird am 11. Mai in der hiesigen Volkshalle ein einmaliges Gastkonzert geben. Das aus 40 Wiener Tonkünstlern bestehende Orchester wird von Johann Strauß selbst dirigiert. Man beachte die Anzeige in unserer Samstagausgabe. ** Die Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen-Stadt gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß ihre Geschäftsräume am I.Mai für den Publikumsverkehr geschlossen bleiben. "Wiewohnen wirgesund und wrrt- > schäftlich? Ein interessanter Film über diese bedeutsame Frage der Wohnungskultur unserer I Zeit wurde gestern vormittag im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, einem zahlreichen Publikum vor- geführt. Der Film nahm seinen Ausgangspunkt von typischen Beispielen der üblen Mietskasernen in Berlin. Er erinnerte im Bild an die dumpfen. I engen und lichtlosen Wohnungen und Höfe in diesen Bauwerken und kennzeichnete sie treffend I mit dem Sah: „Wo die Sonne nicht hinkommt, . erscheint der Arzt." Diesen Beispielen einer hoffentlich für immer überwundenen Bauweise stellten die Verfasser des Films die neuzeitliche, ganz auf den Genuß von Licht und Sonne eingerichtete Bauart in zahlreichen Bildern wirkungsvoll gegenüber. Man konnte reizvolle und den Gartenstadtcharakter stark betonende Siedllin- gen aus einer ganzen Reihe von Städten hier im Bilde durchwandern. Lleberall erhielt man den Eindruck, daß in dieser Umgebung für die Volksgesundheit wertvolle Ergebnisse zu erreichen sind und daß die Zufriedenheit im Menschen bei dieser Llmgebung sicherlich leichter zu verzeichnen sein wird, als in den engen Steinwüsten der Großstadt. Die rationelle Bauweise für derartige Siedlungen wurde ferner in be- merkenswerter Weise den Besuchern vor Augen geführt. Lleberaus fesselnd waren besonders die Aufnahmen aus der Großanlage im Frankfurter Meßgelände, in denen die Herstellung baufertiger , Einzelteile voxgefühtt wurde. Der bestimmende Zug in der modernen rationalisierten Bauweise —Jos von der Handarbeit, hin zum industrialisierten Verfahren — trat hier eindrucksvoll entgegen. Es folgten Aufnahmen von Musterhäusern aus Worpswede mit überraschenden Leistungen in Raumverteilung und Raumkunst, in denen in der Raumgestaltung die letzten Möglichkeiten ausgenutzt werden. Besonders in der Einttchtung der Küche, ihrer Einordnung in die übrigen Räume, ihrer geschickten Verbindung mit den anstoßenden Zimmern treten uns gute Lösungen entgegen. Die vollendetste Sojung tft dann das Einfamilienhaus mit Gatten, Planschbecken und Kinderspielplatz (man denkt an die Gartenstadt Rüppur bei Karlsruhe, die allerdings schon vor dem Kriege entstanden ist). Auch im Garten wird grobe Handarbeit durch bessere Methoden verdrängt: Erd- arbeiten mit dem Fräser, künstliche Berieselungsanlagen u.a. Der Film hat gezeigt, welche unend- — Tageskalender für Montag. Stadt- f jeater: „Großstadtluft", 19.30 bis 22 Uhr - Kaufmännischer Verein: Hauptversammlung, 8.30 Uhr, im Mereinshaus. — Nordostverein: Versammlung zur Aufklärung über die geplante Bebauung des Nordostviertels, 8.30 Uhr. — Deutscher Bund st" chnstlich- cioangelische Erziehung in Haus und Schule: Familienabend, 8 Uhr, im Johannessaal — Zirkus Hagenbeck: 3.30 und 8.15 Uhr. - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Es war". - Astor,a-Lichtfpiele: „'Jtintintin als Lebensretter". — Stadttheater Gießen. Aus Dem 'Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die 'heutige Jubiläums-- und Abschiedsvorstellung^onj Düngekalk I sämittche Sorten Kiinstüünüer stets auf Lager. An- lieferuna zur Ber- wendungSstelle. B. Trechsler Ltein strafte 73 Tel. 15M 2W4D Alle HeU- ^trSutev und Tee t Kranke u. Gesunde LWttS Kräuierhaus, ^chulstratze 5. träten reiche K ungeheuren E rrhinöern, Sag t auserblock, . Übergriff. 3a! .......... — ^rim letzten Ängjtt^gsrest auf den Tisch des Hauses mit der ttn. Derfchiedc Bemerkung: „Da haben wir den Salat!" ,^Er- . Rm gestrigen Sonntag, 28. Rpril, konnte der als bedungen o langjährige hessische Gesandte in Berlin, Frei- lchaoen beläuft f ktrr Maximilian von Biegeleben. seinen 7 0. Geburtstag begehen. Wirklicher Geheime Rat Dr.-Jng. h. c. Freiherr Maximilian von Biegeleben wurde am 28. April 1859 in Larmstadt als Sohn des ehemaligen Präsidenten d cs Hessischen Finanzministeriums geboren, er b csuchte dann das Gymnasium zu Darmstadt, studierte hierauf die Rechte an den ilniüerfitaten Söwen (Belgien), Leipzig, Heidelberg und Giess en Rach Verwendung bei verschiedenen yef- silchen Behörden kam er 1889 in das Ministerium der Finanzen und rückte dann in schneller ftolgc bis zu hohen Staatsstellen auf. Im Jahve 1 906 wurde er zum Geheime Rat ernannt, am 1 Mai 1911 erfolgte seine Ernennung zum außer- ordenllichen Gesandten und bevollmächtigten Minister am preußischen Hofe, am 25 Mai wurde er Geheimer Staatsrat, und am 25. Rovember 1913 erhielt er den Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz^ Am 1 . Mai 1927 trat er wegen der erreichten Dienst- «itersgrenze nach einem reich gesegneten und wrrdienstvollen Wirken für das Hessenland in tD?n Ruhestand. Herr von Biegeleben kann sich teer größten Wertschätzung in den weitesten Be- wölkerungskreisen Hessens erfreuen. Zu feinem B) Geburtstage übermittelte ihm der Reichs- l cnzler die he^lichsten Glückwünsche der Reichs- NtoKt 8*. ^n8eti i't^ Aus der Provinzialhauptstadt, tnito Gießen, den 29. Rpril 1929. i lci^'^T Da haben wir den Salat! > Wir war ordentlich wechnachtlich zumut, gestern. 0 r täVc rci- Znstens wegen der Kälte, und zweitens, weil ich ’Ur m.it Paketen beladen war, wie ein Christkind. SMorboH i e hatten sich unversehens so angehäuft, und to tren dazu größtenteils zerbrechlichen Jnhatts ; 700 E .as, Eier und Törtchen für Kaffeebesuch. Oben- in ‘‘ ZS Ä ein । ,buti*noet6t; ln Ugland. _ ein? 9, 'uberder^ Nl.y FÄRBEREI BEDEUTENDSTE CHEM.REINIGUNGSWERKE IN SUDDEUTSCHLAND HENZE Statt Karten, Heute! Premiere Heute! Auiartieiten 3852 C LRöhrlCo 3726A Gießen, Kassel, 28. April 1929. In die [3864A Die Trauerfeier findet auf Wunsch der Entschlafenen in aller Stille statt Von Blumenspenden und Beileidsbesuchen bitten wir Abstand zu nehmen. Von der Reise zurück den: 3847V 3855V 2b’ sähigl 2 Stück - 0,83 fm späte. TT ,Cella*-Strümpfe Zimmer Nr. 29. 3626C Ein 3863D 3856V Frör. Teipel 3862A W 47 38 9 2 4,38 8,39 0,98 sachgemäß und preiswert bei 1b. 2s° 2b= 33- ISaußfiand) 452 m8.il. Markt 16 Bahnhofstraße 45 Hillebrandstraße 2 Der k. Bürgermeister. Dr. Neumann. 2. Klasse 3. „ 4. „ 5. „ Damenrad und ein Mädchenrad wenig gesahr., günst. zu verkanten. Sonncustraße 81. jni Maifeier Dienstag, den 30. 2lvril 1929, nuf der Karlsruh. Treffo.: 20* aUftrQmlßaUtor. Der Vorstand. entsprechender Aufschrift versehen, stens zum Eröffnungstermin am Freitag, dem 3.2Nai 1929 vormittags 10 Ahr 4 „ = vuchenstämme. 1,32 fm 3,88 „ Dr. Mack, Fraueoant Gieren / Kreuzplatz 8 / Telephon 1796. Gießen (Wilhelmstraße 39 L), den 27. April 1929. Die Einäscherung findet auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille statt — Kranzspenden und Beileidsbesuche dankend verbeten. Prof. Dr. Fritz Schmoll llse-Maria Sieler geb. Schmoll Helmut Schmoll Ernst Sieler, Hauptmann und Komp.-Chef im 15. Inf.-Regt. 02630 Holzsuvmrssion. Samstag, den 4. Mai 1929, nachmittags 2 Uhr, fallen aus den Waldungen der Gemeinde Odenhausen nachstehende Holzsortimente im Submissionswege vergeben wer- Nehme Damen zur Entbindung bei mir auf. Baudarlehen zu 3% Zins Bypotbeken-Ablösung zu 3% Zins für jedermann nach kurzer Wartezeit! Anfragen unter F. 8. L. 629 durch Rudolf Moste, Frankfurt a. M. Das Holz ist mit Rinde gemessen, jedoch entrindet. Der Schälerlohn muß in dem Angebot mit enthalten sein. Angebote sind verschlossen mit Aufschrift bis zum angegebenen Termin bei hiesiger Bürgermeisterei cinzureichen, woselbst auch die Berkaufsbodingungen eingesehen werden können. Es wird gebeten, das Holz vorher einzusehen: spätere Reklamationen werden nicht angenommen. Hessische Bürgermeisterei Odenhausen. Nachtigall. Liiefernstämme. 23-Klosse 2 Stück -- Nichn die SV niedrig' Innd hc deren rcn Ä Bev'öl! ein hc Gebnr nimm! gen. falb i ist, M starben '.stehmei uns. n) heutige 10 3ai Alter jährlid • ben; lich hi scheue niing häufig mit ei Gefahr Es scheinn hinsich cs sich rein |o Diesen^ rooller weil i Kinde besser Weise uergn f)ie; die in lunger in weit Dom § diese c Man oonu das ( wie sj Stagr derselk tischen libaese! 3un gar ei Wirts» Es to mcntl Central-Drogerie, Schulstratze ______Beste vromvle Erledigung.______ Laden In Gießen: Marktplatz 8 Fernspr.1459 2495D = 13,92 ='22,91 = 8,17 -- 2,-50 6 8 1 beim Städtischen Tiefbauamt, Asterweg 25, abzugeben, wo die Eröffnung der cinge- gangenen Angebote im Beisein der etwa erschienenen Anbieter erfolgt. 3859C Zuschlags- und Bindefrist drei Wochen. Gießen, den 26. April 1929. Städtisches Tiefbauamt: Braubach. Fischerei-Verpachtung. Am Freitag, dem 3. Mai 1929, nachmittags 2 Uhr, wird in der Gastwirtschaft Friedrich 3ung zu Hochelheim die Ausübung des Jischereirechts im Kleebach einschließlich der Mühlgräben in der Gemarkung Hochelheim auf die Dauer von sechs Jahren öffentlich meistbietend verpachtet. Groß-Rechtenbach, den 23. April 1929. Statt besonderer Anzeige. Gott der Herr nahm heute vormittag meine liebe Frau, unsere treue, selbstlose Mutter Frau Cläre Schmoll geb. Rumpf nach schwerem, mit größter Geduld getragenem Leiden zu sich in sein Reich Gutgehende MlMiltWsk mit Saal u. Garten, in bester Vnne und nächst.NäheGießens, auch für Metzgerei geeignet, preiswert zu verkaufen. Schr. Angebote unt. 38190 an d. Gieß. Anzeiger. In tiefem Schmerz: Frau Mimmy Klieber von Matratzen Federbetten Steppdecken Warr€*\ Du leucht da. ( gvlde des ( unb imnu aufft veriv . St. oen rausch Spiye per kg 'n der dlaudk .Son 8'etlij N, i vchäs, 3n fchinu das ( dalzt Ech Ang °ht schtve blatt« lebe c aufrQ: Äui . Klv Mn MH hall«, hieb Lipp. obec ^lachi La, »»Cii «8t Mi Sie rührt »hune Greta Garbo und JOHN OSLBERTin Bekanntmachung. Ortsansässige Personen, die in Bad-Nauheim die Äurmittel gebrauchen wollen, ohne dort Wohnung zu nehmen, erhalten nur dann Bäder verabfolgt, wenn sie eine von hier ausgestellte Ausweiskarte im Badehause vorzeigen können. Die Ausstellung von Ausweiskarten erfolgt im Stadthaus, Bergstraße Nr. 20, echnikum Konstanza Ingenieurschule f.Maschincnbau und Elektrotechnik. Flugzeugbau und Automobilbau. 2-wv Bringen Sie Ihre Photoarbeiten Lichtspielhaus Bahnhofstrabe 34 Kurhaus BadNauheim Grober Bühnensaal Donnerstag, 2. Mai. abends 8 Uhr Eröffnung der diesjährigen Sommer-Saison Grobe Opernvorstellung TIEFLAND Musikalische und szenische Leitung: General-Musikdirektor Heinz Bongartz. Mitwirkende: u.a. Kammersängerin Elsa Gentner-Fischer. Opernhaus Frankfurt am Main, Grete Fritz. Opernhaus Köln, Kammersänger Emil Treskow, Opernhaus Leipzig, Hubert Mertens. Opernhaus Köln, Kammersäng. Gottheit Pistor, Hamburg-Bayreuth. 38571) Eintritt: Mk. 2.50 bis Mk.8.20. Kartenvorverkauf an der Theaterkasse. Tel. 2962. Heute wurde mir mein lieber, herzensguter Mann Bent Mer, Slaöikämmerer i. R durch den Tod entrissen. Fichtenslämme. 13-Klasse 40 Stück - 7,62 fm Glmke au verkaufen. Steinttraße Nr.49 Kleine gutgebende Bier- Wirtschaft in guter Lage, AU verkaufenevtl.z.ver- vachlen. Schrisiliche Angebote unt. 38190 an den Gieß. Anzeig. Astoria-Lichtspiele Ab heute bis einschließlich Mittwoch: Rintintin als Lebensretter In der Hauptrolle der berühmte deutsche Schäferhund „Rintintin“. — Ferner: Die letzten Tage von San Franzisco Ein atemraubender Seusationsfilm in G Akten. In der Hauptrolle: Anne May Wong u Dolores Costello. 385 IC Bekanntmachung. Gemäß den Bestimmungen der Reichsoerdingungsordnung für Bauleistungen sollen die Sanalbauarbeilen für den Wie- secker Weg und die Straßen nördlich des Wiesecker Wegs öffentlich vergeben werden. Verdingungsunterlagen und Angebotsformulare sind bei uns erhältlich. Die Angebote sind versiegelt in einem Briefumschlag ohne Firmenaufdruck, mit Dienstag, oeu 30. Avni, nadjmlit. 2 Uhr. versteigere ich im Löwen,Aeuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Sofa, 2 Ladentheken, 1 Friseur-Laden- einrichtung,! Bücherschrank, 5 Schreibtische, 1 Sessel, 4 Schreibmaschinen, 2 Ausziehtische, 6 Stühle, 1 Regulator, 1 Bild, 17 Bände Brockhaus Konversationslexikon, 3 Registrierkassen, 3 Nähmaschinen, zwei Klaviere, 3 Divans, 2 Chaiselongues, eine Standuhr, 2 Flurgarderoben, 2 Waschtische, 1 Büfett, 2 Kleiderschränke, 1 Schärf, maschine, 1 Küchenschrank, 2 Nähmaschinen (Unterteile), 1 Oberlockmotormaschine, eine Schuhmachermaschine, 1 Ladenschrank, eine Gchreibladenkasse,! Warenregal,! Schwein, 1 n-r». 3861D Gerichtsvollzieher in Gießen ______Oammstraße 24 I / Tel. 239 anmutig gelegen aul einem südlichen Ausläufer des Rothaargebirges. Prächtiger Schloß- und Stadtpark. 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Es ist eine Meisterlelstung und wer den Film gesehen hat, ■wird ihn nie vergessen.“ Die Hamburger Neuesten Nachrichten schreiben: „Greta Garbo ist bestimmt der schönste Filmstar. „Es war“ ist ein Film zur Freude Hunderttausender, dem ein Publikumserfolg sicher Ist.“ Ferner: Zirkus-Babys Ein zwerchfellerschütterndes Lustspiel aus dem Zirkusleben in 5 Akten. Wer hier nicht lachen kann, hat das Lachen "wirklich verlernt. Auf der Bühne und in ihrem Film: Ein Tad aus dem Leben eines Tanzstars Claire Pitta Auf allseitigen Wunsch Gastspiel bis Mittwoch, den 1. Mai, prolongiert. | Vermietungen | Schönes möbliertes Simmet? m bester Lage aus 15. Mat zu vermieten. Schrtfll. An geb. unt. 2570 an d. Gieß. Anz. Ml. MM zu vermieten. a7nx Bedheimer Str, 102 p | Mietgesuche | Junges, kinderloses Ehepaar lucht für sofort möbliertes Wohn- u. Schlafzimmer Schriftl. Angeb. unt. 02627 au den G. A. 2 ruh. Slud. suchen 2 ruh. möbl. Blnseb zimmer wenn mögt, nebeneinander. Nah. der Untvers. bevorz. Schr. Ang. 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April (929 0 s Geschichten aus aller Welt lind je niedriger Lande ist. um so d i e älteren, Klassen an Zahl in Vorbereitung befindlichen Rhein-Mainischen Regionalplanungsverband als Mitglied beitritt Der Regionalplanungsverband soll die Aufgabe haben, die allseitig als notwendig erkannte Füh- lung zwischen den Staaten hcrbeizuführen und die technischen Planungen derselben nach einheitlichen Gesichtspunkten zusammenzufafsen. Insbesondere wird er als nächste Ausgabe die Vereinheitlichung des Kartenwesens, Beschaffung einer Luftbildaufnahme, die zur Berichtigung des vielfach unzureichenden Kartenmatcriols notwendig ist, und die interkommunale Planung des Verkehrs, der Grünflächen, Siedlungen usw. zu bearbeiten haben. Vis jetzt haben ihren Bei- tritt erklärt die Städte Darmstadt, Fried berg, Hanau, Vad Homburg. Mainz, Dad - Vauheirn, Offenbach und Wiesbaden. Die Kosten der Verbandsarbeiten sollen durch Umlagen auf die Mitglieder gedeckt werden. Sie werden jährlich von der Mitgliederversammlung nach Maßgabe der für die Planungsarbeiten entstandenen Ausgaben festgesetzt. von Familien oder E l t e r n s ch a s t s Versicherung. Welche (Erfolge mit einer solchen Ein richtting in der genannten Richtung erziel» werden können, läßt sich natürlich nicht voraussagen. Jeden alls sollte man aber angesichts der aus dem zu tarken Geburtenrückgang drohenden Gefahren für unser Volk den Versuch mit derartigen Mitteln machen. die Geburtenhäufigkeit in einem mehr müssen in der Bevölkerung dem Sterben mehr ausgesetzten z u n e h m e n , wodurch natürlich wieder erhöht werden muß. Die Mücke ist geschlagen worden. Mit einem schweren dicken Stock. Die Vase ist hin, ein einziger Brei. Federmann besucht Mücke. Besieht sich den Schaden. Als Federmann noch jung war, wollte er em reiches Mädchen heiraten. „Wie groß," sragte der Vater, als Federmann bei ihm um ihre Hand anhielt, „ist Ihr Vermögen?" „Zweihunderttausend Mark." „Sehr gut“, sagte der Vater. „Das wären mit den Zweihunderttausend, die ich meiner Tochter mitgebe, also zusammen--" „Verzeihung," sagte Federmann, „das sind ja die Zweihunderttausend." Federmann besichtigt eine Baumwollspinnerei. „Rauchen verboten", steht überall mit großen Buchstaben. Und überall stehen Feuerwehrmänner herum. Plötzlich kommt so ein Feuerwehrmann auf Federmann zu, bleibt vor ihm stehen, runzelt die Stirn und fragt mit scharfer Stimme: „Rauchen Sie?" . „Gern." sagt Federmann, „wenn Sw nur vielleicht mit einer Zigarre aushelfen wollen!" „Immerhin," sagt er. „Du hast Glück gehabt. Wenn die Vase nicht da gewesen wäre, hättest du den Schlag mitten ins- Gesicht bekommen." Federmann kann englisch. Und wie er ba auf der Straße eine sehr blonde, junge Dame sieht, fällt ihm etwas ein. „Gentlemen prefer blonds“, sagt et und zieht den Hut. Aber die junge Dame kann auch englisch. „Blonds prefer gentlemen", sagt sie. Und geht. Oer Geburtenrückgang und das deutsche Bevölkerungsproblem Von Or. Paul Mombert, o. ö. Professor der Staatswissenschafien an der Universität Gießen. „Vor einem Monat," erzählt jemand, „habe ich einen erstklassigen Watteau getauft. Gleich bar bezahlt. Meinen Sie, daß er mir bis heute geliefert ist? Kein Gedanke!" „Ja," zuckt Federmann die Achsel, „rm Frühjahr dauert das immer etwas länger.“ „Im Frühjahr? Wieso?" „Was glauben Sie wohl", klopft Federmann bem anderen aut die Schulter, „was die Automobilfabriken im Frühjahr zu tun haben!" Höhe gehalten werden kann. Wenn das der Fall ist, dann läßt sich leicht erkennen, daß die eben dargelegten Ziele und Wünsche derer, die durch Kleinhaltung der Familie ihre soziale Lage und die Zukunft ihrer Nachkommen verbessern wollen, in Frage gestellt werden können. Dann ist zwar die Zahl der Menschen geringer geworden, es kann aber als- Federmann fiirbi nicht ans... Von Hans Riebau. Federmami fitzt am Schreibtisch. Und schreibt. Auf der Straße spielt ein Orgeldreher: Valencia. Spielt und spielt. Immer Valencia. Jedermann wirst fünfzig Pfennig hinunter. „Auf- hören!" ruft er. Der Orgeldreher hört auf. Und geht. Desgleichen der zweite. Jedermann schreibt. Da kommt ein dritter Orgeldreher. Valencia! — Jedermann geht gleich auf die Straße. Bleich. „Vier Wochen," sagt er, „ist hier auf der Straße nicht gespielt worden, und heute —“ „Ja," lächelt der Orgeldreher, „ich habe gehört, für Valencia gibt es hier 50, Pfennig. Die anderen kommen auch alle noch." Jedermann hat, er weih selbst nicht wie, feine Zigarrenspitze verschluckt. „Iß Mehlbrei", empfiehlt Mücke. Jedermann ißt Mehlbrei. „Rizinus", sagt Mücke. Jedermann nimmt Rizinus. „Ist die Zigarrenspitze da?" fragt Mücke am nächsten Tag. „Vein", sagt Jedermann. Mücke macht ein bedenkliches Gesicht. „Was könnte man denn da noch tun?" „Schlimmstenfalls," zuckt Jedermann die Achsel, „schlimmstenfalls müßte ich mir eine neue Zigarrenspitze laufen.“ bann auch fein, daß durch den Rückgang in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Landes d die Sterblichkeit , , niedrige Sterblichkeit, die wir heute in Deutschland haben, beruht eben auch darauf, daß aus früheren Geburtenjahrgängen herrührend, die jüngeren "Altersklassen noch in großem Umfang in der Bevölkerung vertreten find. Wenn diese dann in ein höheres Alter hineinwachsen, wenn infolge des Geburtenrückganges der jugendliche Nachwuchs abnimmt, dann muß die Sterblichkeit wieder ft c i = g c n. Daß unsere jetzige geringe Sterblichkeit deshalb in diesem Sinne eine anormale Erscheinung ist, zeigt eine einfache Ueberlcgung. Im Jahre 1927 starben bei uns auf 1000 Einwohner 12,6 Personen. Nehmen wir einmal an, daß alle Menschen bei uns, was ja eine äußerst günstige und für unsere heutigen Verhältnisse unmögliche Annahme ist, 70 Jahre alt würden, daß also kein Todesfall im Alter von unter 70 Jahren einträte, so würden jährlich auf 1000 Einwohner 14,3 Personen sterben ; dann wäre also die Sterblichkeit schon wesentlich höher als sie es heute ist. Es gibt sogar ange- scheue Schriftsteller, die mit guten Gründen die Meinung vertreten, daß wir bei der jetzigen Geburten- häusigkeit in Deutschland in nicht allzu langer Zeit mit einem Rückgang der Dolkszahl und der Gefahr einer Entvölkerung zu rechnen haben. Es ist wichtig, sich die Folgen einer solchen Erscheinung, besonders in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht klar zu machen. Auf den ersten Blick scheint es sich dabei um eine Entwicklung zu handeln, die rein sozialpolitisch gesehen, günstig zu beurteilen ist. Diejenigen, die heute keine zu große Kinderzahl haben wollen,' tun dies auch in der Hauptsache deshalb, weil sie über die Mittel verfügen wollen, um diese Kinder besser aufziehen zu können, um ihnen ein besseres Fortkommen zu jichern. Man will auf diese Weise den Lebensspielraum für sich und die Seinen und die Le- Volkseinkommen sinkt II. Die Wirkungen dieses Geburtenrückganges auf Volkszahl und Volkswachstum find früher nicht tiefgreifend gewesen, weil, wie gezeigt, gleichzeitig die Sterblichkeit etwa in dem gleichen Maße gesunken ist. Das hat sich nun in der Zeit nach dem Kriege geändert. Der Ueberschuß der Geburten über die Sterbefälle ist gewaltig gesunken und, was noch weit wichtiger ist, dieser Geburtenüberschuß wird noch weiter sinken müssen, auch wenn die Fruchtbarkeit der Bevölkerung nicht weiter, als dies bis jetzt der Fall ist, zurückgeht. Das wird der Fall fein, wenn auch zunächst noch weitere Fortschritte in der Bekämpfung der Sterblichkeit erzielt werden. Je mehr nämlich die Sterblichkeit zurückgeht Jedermann träumt: Er ist krank. „Vikotmver- giftung", sagt der Arzt. „Hoffnungslos." Feder- mann stirbt also. Kommt in den Himmel. Petrus bietet ihm eine Zigarre an. .Jedermann schüttelt den Kopf. „So ein Unfug," sagt er, „dann hätten Sie mich auch unten weiter rauchen lassen können!" „Allerdings", kratzt sich Petrus den Kops und macht ein verlegenes Gesicht. Da wacht Jedermann auf. „Va also!" sagt er. Greift aus den Vachttisch. Und steckt sich ein. dicke, schwarze Zigarre an. vergrößern. Hierbei handelt es sich jedoch um Zusammenhänge, die in ihren wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen keineswegs so einfach sind, wie man sich das in weiten Kreisen der Bevölkerung oorzustellen pflegt. Vom Standpunkt einer einzelnen Familie aus mag diese eben bargelegte Meinung vielleicht richtig sein. Man darf jedoch nicht vergessen, daß jeder einzelne von uns nureinTeildesGanzenist und daß das Schicksal jedes einzelnen auch davon abhängt, wie sich die wirtschaftliche Lage des Ganzen bei einer Stagnation der Volkszahl oder gar einer Abnahme derselben gestalten wird. Dabei sei von rem politischen und nationalen Gesichtspunkten einmal ganz Zunächst fann die Stagnation der Volkszahl oder gar eine Abnahme derselben ein Hindernis für die wirtschaftliche Fortentwicklung eines Landes fern. Es können sowohl in der Industrie als auch namentlich in der Landwirtschaft die Arbeitskräfte zu fehlen beginnen, so daß die Leistungs- fähigkeit der Wirtschaft nicht auf der bisherigen Skizze. Von Anna Elisabet Weirauch. Dunkle widerhallende Kreuzgewölbe. Schwarze feuchte Mauern, schwelende Oellämpchen hier und da. Aber in dem gelben flackernden Licht blinken goldene Stickereien, gleißt Atlas von der Farbe des Schnees, des Himmels, der Wiesen. Dumpf und modrig und verbraucht ist die Luft, aber immer noch durchzittert von dem Duft wolkig aufstäubenden schmeichlerischen Puders, von dem verwehenden Hauch köstlicher Essenzen. Stapfend dröhnen die Schritte der Garden vor den verschlossenen Türen Aber hier drinnen rauscht die schwere gebauschte Seide, knistern die Spitzen um die schmalen weißen Handgelenke der kartenspielenden Herren, schlagen die facher in den zarten wächsernen Singern der anmutig plaudernden Damen. . Sorgsam geschminkte Lippen . plelen nnt der zierlichsten Sprache der Welt, leises Lachen perlt auf, wohl auch ein trällerndes Singen: eines Schäferliedchens kecker oder chniachtender Refrain In einer Vische liegt ein Fieberkranker auf schmutzigem Stroh, mit einem ^verbrämten Sammetmantel bedeckt. Er stöhnt grauenvoll, und das Stroh knistert, wenn er sich ruhelos umher- Schritte poltern auf den Treppen über öie Gänge, Schlüssel und Waffen flirren Fackelschein loht aus. ... Einen Augenblick stockt der Atem, schweigt das Geplauder, knistern die Kartenblätter nicht mehr in geschmeidigen Yagern-w o jede Bewegung zu Stein, die die Seide so lieblich aufrauschen ließ. Vur der Fiebernde stöhnt. . Klobige Fäuste halten ein namenbedecktes Vtatt in den zuckenden Lichtschein, eine rauhe Sllmme brüllt die Vamen wie Peitschenhiebe durch die hallenden Gewölbe. Manche zucken nur leicht, wenn der Pe,t'^n hieb sie trifft, und lächeln mit verkrampften Lippen und sagen „Hier". Manche wimmern auf, ober brechen in die Knie, oder umklammern ihre Vachbarn. Lang ist die Liste, lang, lang. „Citoyenns D^siröe d’Hauteville." , Hier", sagt eine blonde Frau und neigt oas Haupt, als fordere ein Herzog sie zum Menuett. Sie tritt an den Tisch der Spieler und berührt leise einen goldbestickten Aermel von zimmetfarbenem Samt: Rhein-Mainischer ^egionalplanungöverband. WSV. F r a n 11 u r t a. M., 27. April. In einer hier stattgefundenen Versammlung der Oberbürgermeister, Bürgermeister und technischen Sachbearbeiter der 'wichtigeren Rhein-Main-Städte ist kürzlich einmütig beschlossen worden, einen Regionalplanungsverband f Ü r das Rhein-Main-Gebiet zu gründen Der Franksurtcr Magistrat hat nunmehr an die Stadtverordnetenversammlung das Ersuchen gerichtet. daß die Stadt Frankfurt a. M. dem in einem bisher kaum erreichten Maße erfrischend. Der tschechische Gelehrte schlägt nun vor, an zahlreichen Meeresstranden große Laboratorien an- zulegen und hier das Meerwasser in konzentriertem Zustande in Flaschen abzufüllen, auf daß es auf diese „einfache" Weise auf den Tisch des kleinen Mannes gelange. Vor jeder Mahlzeit soll dann ein Eßlöffel voll wieder verdünnten Meerwassers dazu beitragen, die ganze Welt, und vor allem wohl die Tschechen, zu erfrischen Sie scheinens nötig zu haben! - Man kann ja gespannt sein, ob die interessanten Projekte des tschechischen Menschenbeglückers zur Ausführung gelangen. Meerwasserbrauereien waren bisher bestimmt noch nicht da! Alle Mädchen mässen heiraten. (h) Schanghai. Der Gouverneur der chinesischen Provinz Honan (südlich von Peking gelegen) geruhte zu befehlen, daß alle seiner Obhut anvertrauten Mädchen in kürzester Zeit zu heiraten haben. In die offizielle Liste der heiratsfähigen jungen Männer kann jede Schöne einsehen, follte., aber die eine oder die andere nichts „passendes" finden, muß sie nach Ablauf der feftgelegten Ehefrist mit einem Bräutigam bzw. Ehemann vorlieb nehmen, den ihr die Behörde „zu st eilt". Da die Macht der chinesischen Gouverneure ine der gekrönten Häupter des Abendlandes bei wei-' tem "übertrifft, ist keineswegs daran zu zweifeln, daß alle Junggesellinnen des Kantons Honan programmäßig im Hafen der Ehe landen werden. Daß die Obrigkeit Eheglück stiftet, ist recht rühmenswert und bisher bestimmt nirgends dagewesen. Was würden aber die Europäer zu so einem Befehl sagen?! . . . Die Akademie der Feinschmecker. (g) Rom. Vor vielen Jahren schon wurde von berufener Seite der Untergang der Gastronomie vorausgesagt, und diese Prophezeiung hat in allen Kulturländern die Feinschmecker auf den Plan gerufen, um kräftige Maßregeln gegen den Vie- Ziergang der „leckeren Kunst zu ergreifen. Italien, das hierin eine ehrwürdige Tradition aufrecht zu erhalten hat, ist nunmehr ebenfalls mobilisiert worden, und dreihundert Leckermäuler haben sich unter Vorsitz des königlichen Koches Pettini zu einer „nationalen gastronomischen Akademie" vereinigt. Seit der blühenden Zeit der Renaissance hat die italienische Küche sich zu veredeln verstanden, und die italienischen Köche waren so berühmt, daß z. B. Friedrich der Große dem Küchenkönig Italiens den Vorzug vor seinem französischen Kollegen gab. Pettini wies in seiner Eröffnungs- Vachdruck. auch mit Quellenangabe, verboten! David und die beiden Goliaths. — Paris. Jiu-Jitsu (Dschin-Dschutsu). ursprünglich ein altes Kampfspiel, ist bekanntlich die japanische Methode der vollendeten Kampffertigkeit auch gegen Stärkere. Eine recht raffinierte Methode, die auch die Europäer gern erlernen, wenn sie bloß in richtiger Form dafür interessiert werden. Herr Kawa-Ta-Akira hat aber leider nicht die richtige Form gewählt. Er verabredete sich mit zwei polnischen Riesen, die den kleinen Japaner auf Schritt und Tritt provozierten. Vatürlich in öffentlichen Lokalen, und nur in solchen, die voll beseht waren. Der Japaner lieh sich die Beleidigungen nicht gefallen, und so führte der kleine gelbe David an den beiden polnischen Goliaths sämtliche Kniffe des Kampfspiels vor. Die Riesen liehen ihn gewähren, und das hatte schon seine besondere Bewandtnis. Der Sieger und Meister der Kampffertigkeit verteilte nämlich, nachdem er seine Gegner einwandfrei geschlagen, bescheiden lächelnd seine Visitenkarte, woraus in einwandfreiem Französisch zu lesen stand, daß er notariell beglaubigter Jiu-Jitsu-Professor fei und für ein recht billiges Entgelt Unterricht erteile. Die Besiegten erhielten selbstverständlich entsprechende Provision für ihre „passive" Mitwirkung. — Die Pariser Polizei fand diese eigentümliche Reklameart unpassend, und nachdem der geschäftstüchtige David die zwei ebenfalls geldgierigen Goliaths Wochen hindurch täglich mehrere Dutzend Male vorschriftsmäßig und gegen vereinbartes Stundenhonorar besiegt hatte, wanderte die ganze Jiu-Jitsu-Aktiengesellschaft ins Kittchen. Das konnten sie leider nicht einmal durch ihre altehrwürdigen Kniffe verhüten. ... Trinkt Meerwasscr! (s) Prag. Ein tschechischer Wissenschaftler namens Ru- zicka, der vor einiger Zeit mit einer individuellen Verjüngungsmethode sein Glück versuchte (allerdings ohne Erfolg), wartet jetzt, wohl um wieder einmal angenehm aufzufallen, mit einer in der Tat neuartigen Gesundheitstheorie auf. Er behauptet nämlich, daß das Meerwasser eine überaus gesundheitsfördernde Wirkung auf den menschlichen Organismus ausübt. Das wußte man ja auch schon vor der epochemachenden Erfindung des tschechischen Meisters. Seine Reform besteht aber darin, daß man das Wasser der Meere nicht wie bisher für Badezwecke, sondern vielmehr für — Trinkwasser anwenden solle. Die Chlor» und Iodsalze, die im Meerwasser enthalten sind, för- dern Herrn Ruzicka zufolge nicht nur die Blut- kreisung, sondern wirken auf den ganzen Körper Leise, mit vergehendem Lächeln, neigt sich das blonde Haupt, von dem längst der Puder entstaubte: „Sterben Sie Wohl, Marquis!" be ns Haltung zurückgeht. Freilich fann in einem solchen Falle, wie die neueste Entwicklung in Frankreich zeigt, sich der Gang der Dinge auch anders abspielen. Fehlen in der Heimat zur Fortführung der Wirtschaft die erforderlichen Arbeitskräfte, dann werden volksfremde Elemente einwandern, und zwar aus Gebieten, die kulturell und sozial tiefer stehen. Damit fann ein lohn drückender Einfluß in Deutschland ausgeübt werden. Es fei nur auf die umfangreiche Einwanderung von Polen und Italienern nach Frankreick) verwiesen. Gerade die Tatsache, daß unsere slawischen und östlichen Nachbarn, Russen und Polen, eine viel stärkere Volksvermehrung haben als wir, läßt eine solche Gefahr als durchaus wahrscheinlich erscheinen. Faßt man diese Möglichkeiten ins Auge, dann sieht man, daß es ein recht verfehltes Mittel fein kann, durch eine zu starke Einschränkung der Kinderzahl die soziale Lage eines Volkes auf die Dauer heben zu wollen. Das mag vorübergehend und für die einzelnen Familien möglich fein, es fann aber reichlich in fein Gegenteil Umschlägen, wenn die Entwicklung den eben dargelegten Gang nimmt. In einem neueren Buche über diese Frage ist deshalb mit Recht gesagt worden: „Für den einzelnen Arbeiter mag Geburtenbeschränkung einen wirtschaftlichen Vorteil bedeuten und ihm eine höhere Lebenshaltung ermöglichen, für die Gesamtheit der deutschen Arbeiterschaft aber bedeutet die Geburtenbeschränkung und das dadurch bedingte Hereinströmen volksfremder Elemente eine nicht minder große Gefahr, als für die deutsche Wirtschaft im ganzen*). Es mag fein, das läßt sich jedoch heute noch nicht ganz übersehen, daß wir es bei dem besonders starken Geburtenrückgang der letzten Jahre doch mit einer vorübergehenden Erscheinung zu tun haben, und daß sich bei einer Besserung der wirtschaftlichen Lage auch hier vielleicht wieder ein gewisser Anstieg zeigen wird. Eine besonders große Rolle spielen ja hierbei auch d i e ungünstigen Wohnungsverhältnisse, besonders in den Großstädten' Wie dem aber auch sei, so ist die Frage für uns wichtig genug, um schon heute an Maßnahmen zu denken, dieser starken Abnahme der Geburtenzahl entgegen zu arbeiten. In Betracht kommen hierbei vor allem zwei Mittel und Wege: einmal die Bekämpfung d e r Landflucht, hauptsächlich durch eine energisch betriebene Sied- lungspolitif; nur muß sie viel tatkräftiger in die Wege geleitet werden, als es bei uns in den letzten Jahren geschehen ist. Hat doch die Landbe- völkerung eine weit größere Geburtenhäufigkeit, als die Städte und ist doch auch auf dem Lande die Aufzucht der Kinder wesentlich leichter als in der Stadt. In zweiter Linie denkt man bei uns vielfach an einen finanziellen Ausgleich zugunsten der kinderreichen Familien auf Kosten der Unverheirateten, der Kinderlosen und der kinderarmen Familien. Der Artikel 115 der Reichsverfassung bestimmt ja auch: „Kinderreiche Familien haben Anspruch auf ausgleichende Fürsorge." Die Wege, die zu diesem Ziele hinführen, find verschiedenartig. Es handelt sich im wesentlichen um den Ausgleich der Familienlasten in der Bevölkerung durch eine Art ♦) F. Burgdörfer: Der Geburtenrückgang und feine Bekämpfung. Berlin 1929.____________________ ~2Iuf ein Wort, Marquis." Der Angeredete springt auf, verneigt sich tief, starrt in das süße, lächelnde, o so bleiche Ant- lih, in dem die Augen wie blaues Feuer brennen. „Ich halte die Stunde für günstig, um Ihnen ein Geständnis zu machen", Tagt eine Stimme, die singt, wie edeles Glas. ..Ich habe seit Wochen nach diesem Augenblick gefiebert, der mich — abberuft. Sie werden es nicht für schamlos und ausdringlich halten, wenn ich Ihnen in dieser Minute sage, daß ich Sie liebe. Dieje Wochen im Kerker waren die glücklichsten meines Lebens. Ich durfte um Sie sein, durfte Ihre Stimme hören, durfte Ihre Augen, Ihr Lächeln, jede Geste Ihrer Hände in mich aufnehmen. Wenn man mich ohne Rahrung gelassen hätte, so hatte ich davon gelebt. Ich habe in einem Winkel gesessen und habe Sie angesehen — immer und immer. Sie hätten es bemerkt haben müssen, wenn ich Ihnen nicht unendlich gleichgültig gewesen wäre. Aber vielleicht werden Sie mich jetzt ein wenig heb gewinnen, jetzt, wenn ich — fort bin. Versprechen Sie mir, daß Sie an mich denken wollen, eine Stunde lang, die Stunde, die jetzt kommt. Ich will Ihre mitleidigen und zärtlichen Gedanken wie einen Mantel um mich fühlen, wenn uns ber Karren durch den Pöbel schleift..." Ganz lepe wird die süße, klingende Stimme, wie ein Hauch: „Ich will meine Lippen auf den Block pressen und denken, daß es deine Lippen wären, und der Augenblick, der andern wie eine Ewigkeit erscheint, wird mir zu kurz fein. Immer war mein Blut eingeengt in meinem Körper, wie in einem Sarge, und es schrie Tag und Rächt und peitschte mein Herz und wollte zu dir. Es wird aufsprühen aus meinen durchschlagenen Adern und wird Zteinen Vamen singen und wird einen Teppich auf den Block breiten, der dich empfangen soll — so lind, wie meine Arme dich empfangen hätten. Mein Blut wird dir Liebes- Worte flüstern, wenn du das Haupt auf den Block legst, und du wirst nicht das Gröhlen der Menge hören und nicht das Sausen des Beils .. " Eine rote Faust stößt in den Weißesten Vacken: „Vorwärts, vorwärts, Bürgerin!" Die schmalen Hände umklammern den Fächer und strecken sich nicht zu einer letzten und einzigen Berührung. reve auf den Verfall, de« die zeitgenössische italienische Kochkunst bedrohe, hin, ein Verfall, so akut, daß auf dem letzten internationalen Feinschmeckerkongreß in Paris Italien nicht einmal vertreten gewesen sei. Die Mitglieder der neuen Akademie, die ihre Eröffnung bei einer auserlesenen Speisen- und Getränkefolge feierte, faßten schließlich einstimmig einen Beschluß, wonach die Akademie es nicht nur als ihre Aufgabe betrachte, sich in den Dienst der theoretischen Vervollkommnung der edlen Kochkunst zu stellen, sondern auch für ihre prakllsche Propaganda zu sorgen. Am selben Tage, an dem diese feierliche Eröffnung stattfand, wurde in Rom ein Mann verhaftet, der zugab, Tausende von Katzen geschlachtet und ihr Fleisch an Hotels und Fremdenpensionen verkauft zu haben, auf deren Speisekarten cs als — Kalbfleisch wiederauferstanden war, ohne dah jemand etwas merkte. Man sieht, wie nötig die Akademie ist... Em ägyptischer Methusalem. (c) Kairo. Im „Zeitalter der Jugend" überstürzen sich die — Altersrekorde. Insbesondere der Orient tut sich, wohl zum großen Aerger der Hochburg aller Rekorde, der amerikanischen Union, hierbei besonders hervor. Jetzt ist der türkische Altersrekord von Aegypten geschlagen. Man hat im Rildelta. in dem Städtischen Mitghamr, den angeblich 155 Jahre alten Rifat Rabbia „entdeckt", dessen jüngster Sohn nicht weniger denn 70 Lenze zählt. Der ägyptische Methusalem hatte im Alter von 20 Jahren gegen das napoleonische Expeditions-- korps gekämpft und spater mit seinen einst starken Händen am Dau jenes Kanals milgearbeitet, der heute zwei Kontinente trennt und zwei Welten verbindet. Er genießt hohe Achtung bei seinen Mitbürgern, der alte Rifai, der noch fast alle seine Zähne besitzt und dessen Geist „frisch ist wie das erste junge Grün, das im Herbst aus dem Ril- schlamm sprießt". Wo die Gerichte im Streit der Parteien versagen, da greift er ein und versöhnt die erbittertsten Gegner. Vom Ehrenvorsitz des Vürgerrats ist er allerdings vor kurzem zurück- getreten, nachdem er sein hundertjähriges Amtsjubiläum gefeiert hatte. Stellt man chm aber die naheliegende Frage, worauf er sein hohes Aller zurückführt, so erklärt er schlicht: „Ich habe stets die vorgeschriebenen Gebete und Hebungen nach dem Koran verrichtet, habe innegehallen selbst in der dringendsten, elligsten Beschäftigung. wenn der Ruf erscholl vom Minarett. Hnd so hat mir Allah mehr Zeit gelassen als den anderen, die da wandeln im Geiste und schwören beim Barte des Propheten." Wirtschaft. Oie Oevisenmarktlage. Zur Loge des Devisenmarktes erfährt W.T.D.- Handelsdienst von zuständiger Stelle, daß f ü r eine Rervosität nicht die gering st e Berechtigung besteht. Die Reichsbank wird, wie bisher, stets in der Lage fein, verlangte Devisen innerhalb des Goldpunktes gegen Reichsmark abzugeben. Eine Sitzung des Direktoriums der Reichsbont ist, wie wir hören, zur Zeit nicht in Aussicht genommen. Arn Dienstag und Mlltwoch dieser Woche wird eine Generalrat s si h u n g stattfinden. Die Rotiz für amerikanische Roten muhte am Samstag aus technischen Gründen unterbleiben, obwohl die Anforderungen nur geringer Ratur warm. Sollten die technischen Schwierigkeiten am Montag nicht behoben fein, so sollen den Käufern, sofern effektive Roten nicht vorhanden sind, Schecks auf Reuyork zur Verfügung gestellt werden, die auf Wunsch in ehest möglicher Frist, längstens in 14 Tagen, gegen Dollarnoten eingelöst werden. Die Dresdner San! zur Wirtschaftslage. Im Monatsbericht der Dresdner Bank wird u. a. ausgeführt: Nachdem vor einem Monat die Beurteilung der Lage durch die Rückwirkungen der abnormen Witterungsoerhältnisse und den Mangel an statistischen Daten für März noch erschwert wurde und daher einwandfreie Schlußfolgerungen hinsichtlich des erreichten Konjunkturstandes nicht angängig erschienen, ist an Hand des jetzt vorliegenden Tatsachen- und Zissernmaterials schon eher die Feststellung möglich, daß die Entwicklung hart an die Tief st andp Hase heran gerückt ist. Damit soll noch nicht gesagt werden, daß in pächster Zell mit dem Beginn eines neuen Aufschwunges gerechnet werden kann. Eine baldige Üeberwtndung der Depression würde gehemmt werden durch die Entwicklung der Preise und des Kapitalmarktes. Der Umfang des Preisabbaues ist bisher bei weitem noch nid)t derart, daß er bereits eine Belebung des Warenabsatzes begünstigen könnte. Dagegen bilden neue Lohnerhöhungen, wie sie jetzt überall wieder erhoben werden oder bereits durchgeführt worden sind, eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die allgemeine Wirtschaftsentwicklung und können den Eintritt eines etwa zu erwartenden Konjunktur - aufstiegs nur verhindern, zum mindesten stark verzögern. Die weiterhin schwierige Lage des Kapital Marktes steht gleichfalls einer schnellen Ueberwindung der Depression entgegen. Durch die Heraufsetzung der Diskontrate um 1 v. H. auf 7,5 v. H. dürfte die Investitionstätigkeit in stärkerem Maße ungünstig beeinflußt werden. Weniger ins Gewicht fallen dürfte wahrscheinlich die Zinserhöhung auf den ohnehin schon rückgängigen laufenden Produktions- und Umsatzprozeß; auch die deutsche Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Auslande dürfte kaum beeinträchtigt werden, da auch im Auslande das Zinsniveau hoch ist. Allerdings dürfte die Lage des Geldmarktes in der nächsten Zeit noch dadurch beeinflußt werden, daß Ende April und in der ersten Maihälfte eine saisonmäßige Anspannung einzutreten pflegt; indessen dürfte im Verlauf der Sommermonate wieder die normale Erleichterung einfetzen. Juden starken und unvermittelten Kursschwankungen an der Börse wird bemerkt, daß das Ausmaß der Rückgänge in keinem Berhällnis zu den minimalen Umsätzen stand, was ein Beweis dafür ist, daß das Ausland in nennenswertem Maße bisher nicht verkauft hat. Auch die Beteiligung des deutschen Publikums ist an der Bewegung der letzten Wochen verschwindend gewesen. Rheinisch - wesMisches Kohlensyndikat. In der Mitgliederversammlung des Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikats, die am Samstag in Essen stattsand, wurden die laut Syndikatsvertrag für die erste Sitzung des Geschäftsjahres vorgesehenen Regularien (Bildung der ständigen Ausschüsse, Anmeldung der Derkaufsvereine, Festsetzung der Abgaben für Mehrentnahme und Entschädigung für Minderentnahme, Festsetzung der Höhe der Strafe für jede Tonne der durch eigene Schuld nicht gelieferten Mengen) erledigt. Zur Vorbereitung der Syndikatserneuerung wurde ein Ausschuß eingesetzt. -Heber die Marktlage wurde folgender Bericht erstattet: Der arbeitstägliche Gesamtabsatz des Syndikats betrug im März rund 287 0001, gegen rund 245 000 t im Februar. Cs entfielen auf das unbestrittene Gebiet 164 0001, gegen 154 000 im Februar, und auf das bestrittene Gebiet 123 0001 gegen 91 0001 im Februar Der Hauptanteil des Mehrabsatzes entfiel danach auf das bestrittene Gebiet, wo die im Februar durch die Vereisung der Wasserstraßen eingetretenen Rückschläge wieder ausgeglichen wurden. Im lausenden Monat ist der Syndikatsabsatz, nachdem die Auswirkungen der Kälteperiode zu Ende sind, wieder stärker gesunken. Der arbeitstägliche Versand des Syndikats stellte sich in den beiden ersten Dekaden des April auf rund 256 0001. Davon entfielen auf das unbestrittene Gebiet 126 000 t und auf das bestrittene Gebiet 130 000 t. Der Rückgang des Absatzes im unbestrittenen Gebiet war also bedeutend und in der Hauptsache auf den sehr erheblichen Minderabsatz in Hausbrandsorten, wie auch in Brechkoks zurückzuführen. Der Versand in das bestrittene Gebiet ist dagegen etwas besser gewesen. Das Syndikat steht am Ende einer mehrmonatigen Sonderentwicklung, die sich auf das Geschäft in zwei Beziehungen auswirkte: Die Ausfuhr ging wahrend der stärksten Kälte im Februar dadurch, daß alle Wasserstraßen vereisten. sehr stark zurück. Der Absatz in Haus- brandsorten und insbesondere in dem für den Erlös so wichtigen Brechkoks stieg von Jahresanfang ziemlich schnell zu einer außerordentlichen Höhe im Februar und im März, um dann aber im April scharf und sogar weit unter den normalen Stand zurückzusallen. Das Syndikat schätzt nach Heberschlagsrechnung, daß es im April wirtschaftlich auf dem Stand vom Dezember 1928 angelangt ist. Der Wettbewerb im In- und Auslande ist überall gleich scharf geblieben. * Die amtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 24. April berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 136,3 gegenüber der Vorwoche (136,9) um 0,4 Proz. gesunken. Don den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstosfe um 1,2 Proz. auf 126,8 (128,3) zurückgegangen. Die Indexziffer für Kolonialwaren war mit 126,4 unverändert. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat um 0,3 Proz. auf 132,2 (132,6) nachgegeben, während diejenige für industrielle Fertigwaren mit 157,7 (157,8) nahezu unverändert war. "Hnterzeichnungöesbeutsch-fran* zösisch-schweizeris chen Farbenabkommens. Am Samstag fand in Basel die Hnterzeichnung des 'Abkommens über die Stabilisierung und Konsolidierung des Farbengeschäfts zwischen der deutschen, französischen und schweizerischen chemischen Industrie statt. Hnterzeichnet wurde das Abkommen von Vertretern der I.-G.- Farbenindustrie A.-G., der französischen Gesellschaften Etablissement Kuhlmann und Svciete des Matisres Colorantes, schweizerischerseits von Vertretern der I. G. Chemie Basel, der Chemischen Fabrik vorm. Sandoz, der Gesellschaft für chemische Industrie I. R. Geigy A.-G. Heber den Inhall der Verträge wurden keine weiteren Mittellungen gemacht, dagegen wurde versichert, daß mit ihnen keine Trustbildung ober Kapitalverflechtung verbunden sei. Ihr Hauptzweck sei die Vermeidung unnötiger Preiskämpfe auf dem Farbenmarkte. Dieses Abkommen bildet den Abschluß von Verhandlungen, die seit fünf Jahren mit großer Zähigkeit geführt worden sind. Außerdem bildet es den Ausgangspunkt zu neuen Verhandlungen mit der englischen Farbenindustrie und voraussichtlich auch mit den chemischen Gesellschaften der Vereinigten Staaten. * Aus der Zigarettenindustrie. Von der Zigarettensabrll Haus Reuerburg wird dem W.T.D.-Handelsdienst mitgeteitt: Die Zigarettenfabrik Halpaus in Breslau ist in den Besch der Zigarettenfabrik Haus Reuerburg in Köln übergegangen. Die Firma Halpaus, die heute nur noch in Breslau eine Fabrikationsstätte besitzt, wird ihre Erzeugung an Zigaretten wie bisher weiter betreiben, jedoch ist in Aussicht genommen, um die Verkaufskosten zu senken und den Betrieb rentabel zu gestallen, den Vertrieb der Ware durch gemeinsame Derkaufsläger mit einer anderen Firma zu vereinfachen. Der Betrieb der Zigarettenfabrik Halpaus in Breslau wird also ausrechterhalten, und die Firma Haus Reuerburg wird somit in Zukunft auch an dem Um» satz der Vierpfennigpreislage maßgebend beteiligt sein. Der Desitzwechsel in der Zigarettenindustrie dürfte damit beendet sein. Zur Zeit werden lediglich Betrachtungen darüber angestellt, ob noch eine der vom Reemtsma-Konzern erworbenen Fabriken von Haus Reuerburg übernommen werden wird. Mit dem Reemtsma-Konzem bestehen nur freundschaftliche Beziehungen. Weder eine Fusion, noch Aktienaustausch, noch Austausch leitender Persönlichkeiten ist beabsichtigt. * Die deutsche K u p s e r e r z e u g u n g im März. Die deutsche Kupferhüttenproduktion stellte sich, wie der Gesamtausschuß zur Wahrung der Interessen der deutschen Metallwirtschaft, Berlin auf Grund der Berechnungen des statistischen Bureaus der Metallgemeinschaft, Frankfurt a. M. mitteilt, im März 1929 auf 4330 Tonnen gegenüber 3855 Tonnen im Februar. Die deutsche Kupferraffinadeproduktion (Raffinadekupfer und Elektrolytkupfer) betrug im März 8418 Tonnen gegenüber 8253 Tonnen im Februar. * S a ch l i e f e r u n g e n zum Ausbau der französischen Kolonien? Nach der Zeitschrift „L'Usine" verhandelt der in Paris anwesende Gouverneur von Französisch-Westafrika mit der Regierung über große Arbeiten zur wirtschaftlichen Förderung dieser Kolonie. Zum Teil will man Sach- lieferungen dazu verwenden. Es soll zu diesem Zweck über eine Anleihe von mehr als einer Milliarde verhandelt werden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 29. April. Tendenz: freundlich. — Auch zu Beginn der neuen Woche hielten die Besserungen an. Die günstigeren Pressemeldungen aus dem Auslande und die Besserung d e v M a r k gaben der heutigen Börse einen festen Grundton. Die 'Beteiligung außenstehender Kreise blieb jedoch ziemlich gering, doch entwickelte sich, da die Spekulation in verstärktem Maße in Spezialwerten zu Jnteressenkäufen schritt, in diesen Papieren zeitweise recht lebhaftes Geschäft. Die Stimmung war zuversichtlich, in Hinsicht auf die optimistische Lage in Paris, da man nun einsieht, daß die voreiligen Befürchtungen eines Verfalls der deutschen Währung oder einer internationalen Wirtschaftskrise den Tatsachen vorausgeeilt fein dürften. Die neuesten Meldungen, in denen zum Ausdruck kommt, das starke Bemühungen von Seiten der Amerikaner und der Engländer zur Weiterführung der Reparationsverhandlungen gemacht werden, machten einen sehr günstigen Eindruck, und die Börse war daraufhin wieder fest gestimmt. Auch die feste Neuyorker Börse vom Samstag, sowie die weiter steigende Kohlenförderung im Ruhrbergbau blieben nicht ohne Einfluß. Die etwas angespannteren Geldmarktoerhällnisse hatten auf der anderen Seite keine Wirkung, da diese Tatsache hinsichllich des Ultimo, naturgemäß eintreten mußte. Im Vordergründe des Interesses standen die alten Favoriten. Besonders lebhafte Nachfrage machte sich ftir Kaliwerke bemerkbar, die bis 8o.H. gewinnen konnten. Aber auch für Elektroaktien bestand regere Nachfrage. Siemens und Schuckert waren mit je plus 6 o.H. führend. Die übrigen Werte dieses Marktes lagen von 1 bis 4 v. H. fester. Am Chemie- markt eröffneten J.-G.-Farben 4 v. H. höher. Scheideanstalt plus 2 v. H. und Deutsche Erdöl plus 2,75 v.H. Montanwerte hatten dagegen nur Umsätze in kleinerem Umfange zu verzeichnen. Die wenigen zustandegekommenen Notierungen lagen jedoch zumeist bis 2,5 o.H. höher. Nur Klöckner waren angeboten und etwas niedriger. Bank- und Schiffahrtsaktien blieben im Hintergründe und waren zumeist leicht gedrückt. Nur Commerzbank etwas gefragter und 2^5 o. H. fester. Zellftoffaktien bis 1,5 o. H. höher. Am variablen Markte waren Frankfurter Maschinen vernachlässigt und 3v.H. schwacher. Die hier umlaufenden Gerüchte, die von einer Dividendenreduzierung wissen wollen, " jedoch noch jeder Bestätigung entbehren, waren die Ursache für die schwache Lage dieser Aktien. Renten still. Deutsche Anleihen aber weiter beachtenswert fest. Im Verlaufe trat doch wieder eine gewisse Zurückhaltung in Erscheinung, und die Börse unterlag verschiedentlich Schwankungen, wobei Rückgänge bis zu 1,25o.H. eintraten. Das Geschäft war still, da auftauchende vage Kombinationen eine Verstimmung nach sich zogen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,5 v. H. gesuchter. Am Devisenmarkt war die Lage beruhigt. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2190, gegen Pfund 20,48, London gegen Kabel 4,8531. gegen Paris 124,16, gegen Mailand 92,60, gegen Madrid 33,75, gegen Holland 12,0713. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 29. Aprll. Der Produktenmarkt eröffnete die neue Woche weiter in ruhiger Haltung. Anregungen lagen nicht vor, so daß das Geschäft äußerst klein blieb. Auch das Inland- angebot war sehr knapp, doch ging hiervon keine Anregung aus. Rur in Mais für Futterzwecke kam etwas mehr Ware an den Markt, so dah hier eine Preisabschwächung zu ve^eichnen war Es wurden notiert: Weizen 23,75; Roggen 22,75; Sommergerste für Brauzwecke 24; inl. Hafer 24 bis 24,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 22,50; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 32,75 bis 33; Roggenmehl 30,25 bis 31; Weizenkleie 13,25; Roggenkleie 14; Erbsen 33 bis 50; Linsen 50 bis 110; Heu 13 bis 13,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 4,25 bis 4,50; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt, 5; Treber, getrocknet, 20,25 bis 20,50 Mk. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 29. Aprll. Auftrieb: 125-i Stück Rinder, darunter 283 Ochsen, 67 Bullen, 521 Kühe, 320 Färsen, 721 Kälber, 48 Schafe und 4667 Schweine.^ Ochsen: vollfleischige, ausgemäftet-, höchsten Schlachtwerts, jüngere 58 bis 03, ältere 54 bis 57, sonstige vollfleischige, jüngere 47 bis 53; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlacht- werts 53 bis 56, sonstige vollfleischige oder ausge- inästete 48 bis 52; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 50, sonstige voll- fleischige oder ausgemästete 40 bis 44, fleischige 35 bis 39, gering genährte 32 bis 34. Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischigc, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 59 bis 63, vollfleischige 54 bis 58, fleischige 50 bis 53; Kälber: beste Mast- und Saugkälber 75 bis 79, mittlere Mast- und Saug kälber 70 bis 74, geringe Kälber 60 bis 69, Schweine. Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 72 bis 75, vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 73 bis 75, vollfleischige von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 73 bis 76, vollfleifchige von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 73 bis 76, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 70 bis 74, Sauen 60 bis 65 Marl. Marktverkauf: Rinder rege, geräumt; Schweine ruhig, ausverkauft; Kälber und Schafe rege, ausverkauft. Frankfurter Eierbcricht. Frankfurt a. M., 27. April. (Großhandelspreise unverzollt und ohne Fracht.) Die Stimmung ist etwas freundlicher, da sich Anzeichen eines Anziehens der Preise bemerkbar gemacht haben. Obwohl das Angebot ziemlich erheblich war, ließ der Absatz an Hmfang etwas nach. Die Verbraucher sind immer noch sehr zurückhaltend. Rachstehende Preise waren zu hören: Italiener 9,50 bis 10, Bulgarische 8,50 bis 8,75, Holländische 9 bis 11,50, Südslawische 8,75 bis 9, Polnische 6,75 bis 7,25, Russische 7.50 bis 7,75, Dänische 9 bis 11,50, Belgische 9,60 bis 9,80. Französische 9,25 bis 9,50, Schlesische 8,75 bis 9,50, Bayerische 8,50 bis 9, Rorddeutsche 8.50 bis 9,50, Rumänische 7,50 bis 7,75. Alles pro Stück in Pfennigen. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse trief' Geld Berlin 27. April 10 120 122,5 Banknoten 57 85 5 6 203 28 87,5 276 , 6 11 , 0 205 150,5 56 85 121 18,9 118 , 8 , 6 10 S , 8 iu , 8 . 8 88 278,5 Die hinter den Papieren angeführlen Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Loiubardzinsfuß 8,5 Prozent. 62,25 111 । Ludw. Socroc . . . Rat. Automobil . . Cwiftefn & Koppel Leonhard Tietz . . Bamag-Mcaum . . Aranks. Maschinen . Gritzner . . . . . Heyligenstacdt . . Iunghan?. . . . Lcchwerke. . . • • Mainlrastwerke . . Mag....... tfelarfulmct . . « PeicrS Union . . . Gebr. Roeder . . < Boigt & Hacfsoer . Südd. Zucker . . - Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M Telegraphische Auszahlung. 118,5 l — 113,5 i — 204 1 149 150,25 Französische Noten..... pollandtsche Noten...... Atolienijche Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Oesterr,ilOOKronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten ...... Spanische Roten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten....... Frankfurt a M. Berlin Schluß» Kurs l-Uhr- Kurs Schluß. Kurs Anfang Kur« Datum 27.4. 29-4. 27-4. 29 4- Phiupp volflmaim ..... Heidelberger Cement .... in 115 144,5 116.5 114 115,5 Cement Karlstadt ..... . 8 -— - — Wayß & Freitag ...... 10 124 124 118 -— Schultheis Pahenhoser. . . 15 - — 281 286 Ostwerle......... 12 — — 230 233 £Bct. Glaozstosf...... 18 428 — 424,5 429,5 Bcmberg......... 14 — — 325 334,5 flellftoff Waldhos..... 12 252,5 254 251 253 Zellstoss Sstchasscnbv.ro . . . Charlottenburger Wasser . . 12 178 179 176 109,5 176 110,4 Dc'smier Gac,....... . ' —- —— 202 204,75 Daimler Motoreu..... . U 54 55,65 56,13 Dcutlcksc Maschineii-FaLllk . . G —— — 49 49,5 Lldlerwerte Kleoec..... • o 50 — 50 50,13 slsranksurt a M. Berlin Hranlsurt a. M. Berlin Schluß- Kurd 1 Uhr Kurs Schluß. Kurs Anfang- Kurs Schluß-1 Kure 1 l-Uhr. Kure Schluß- Kur« An sang Kurs Datum 27-4. | 29.4. 27 4. 29 4. Datum 27-4. | 29.4. 27.4. | 29-4- 6% Di. Reichüauleihe v. 1927 Dt. 8lnl..AbtöI.^chuld mit AuL- lost-Rechten DeSgl. ohne AuSlos.-Rcchte . . . 7% Franks. Hhp.°Bk- Goldps. unkündbar bis 1938 . . <&% Rheinische Hhp.-Bank Liqu. Goldps. W.C-G. aba. BorkriegS-Obligation. rückzahlbar 1933 4% Schweiz. BnndeSb^AnU. . 4% Oesterretchische Goldrle.. . 4,20% Oesterr. Silberrte..... 4% Oesterreich, einhettl. Rte. . - 4% Ungarische Goldrtc..... 4% Ungarische Staatlr. v. 1910 4%% deSgl. von 1913 . ... 4% Ungarische Krone arte., . 4% Türk. »ollanIethL v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., Serie 1 ... 4% deSgl. Serie 11. ..... 4% Rumänen amtiert Rte. . . . 414% Rumänen Aoldanl. von 191. SIllg. Deutsche Eisenbahn . . 4% Hambura-Amerila Polet ... 8 Hamb.-Südam. Tampssch. . . 8 Hansa Darnpsschiss ... io Norddeutscher Lloyd.....8 Llllg. Deutsche Ereditanst. . . i> Sacmci Bankverein. ... 10 Berliner Handelsgesellsch. . . 12 Commerz- und Privat-Bank . u Darmst. u. Rattonalban! . 12 Deutsche Bank ... U Dttkonto-Gelelllchafr 8Lnt. . 10 Dresdner Bank ... 10 Mitteldeutsche Ereditbaal... 9 Metallbau! ...••••••8 VeichLbank ....... 1$ 87,45 52,35 9,6 84,25 76,25 87,8 101,25 2,6 23,9 1,85 9 116 109 126,5 128,5 211 184,5 256 162,5 152,5 159,25 289,25 52,4 9,95 -- 115,75 108,75 187 161,5 158,75 87,5 52,5 9,5 24,2 21,13 22,25 1,9 8,9 17,65 115,9 144,75 108,9 125,75 128 210,25 166 255 162 154 159,5 288,5 52,4 10 24.2 116,13 109.5 125,13 127 210,25 186,5 257 162 153,75 159 292 ’2L............t> Bergmann.........9 Elektr. Lteserungcn. .... 10 Licht und Straft .....10 tz eiten 4 Guilleaume. .... 6 Ges. f. Elektr. Untern.. ... 10 Hamb. Elektr. Werke .... io Rhein. Elektr..... Schles. Elektr........10 Siemens & Halske ..... 12 Tranlradio ....••••• 8 Lahmeyer 4 Go...... . 10 Buderus . . . ....... b Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener ... |. % 3- 4 Harpener.......... 6 Hoesch Eisen. ........ 8 TUic Bergbau ....... stlücknerwerke . ...... .7 ManneSmann........8 Mansfelder.........7 Oberschlei. Eisenb. Bedarf... 5 Oberschlcs. KokSwcric.....G Phönix Bergbau......6% Rheinische Braunkohlen. . . 10 Rhein stahl . s. % Jahr 11 Rlebeck Rtontan......7,2 Bereinigte Stahiw......G Otavi Minen ......2 sh Sali Aschersleben.....10 Kali Westeregeln......10 Kaliwerk Salzdetfurth ... Id I- ©■ yarden.Jnvustrle ... 12 Dynamit Nobel . ...... b Schetdeanftall. ....... 9 Goldschmiot ..... 5 1 RütgerSwerke . ....... 6 Metallgcsellschaft......11 162.5 205 151 204,5 132.5 211 156 229.25 362,5 163 114,5 125 129 210 98,5 109 128,5 81 90,25 269 110,75 89 65 230,5 234,5 364 237 162 85,5 86,5 129 165,75 206 152,5 207 214,5 235 368,5 117,25 98 111,6 113 — 237 242 240,9 5 88 128,13 162.5 204,5 150,25 202 132,5 209.5 134,5 136,5 183,5 229,5 362,25 139 161,65 69 114,9 113,75 124.25 129,5 113,75 211 98 113 108,25 126,25 80,5 99,75 91,13 270,25 111 90,25 65.4 231,25 236 363,25 237 HO,5 84 86 128,5 164,25 106,25 151,25 204,5 132,75 212 139.5 157 186 232,25 366,25 140 164 69 116,75 115 125 131 114,5 98,5 114,25 110,25 127,25 82,75 100.4 92 275.13 112 67.5 234 241 370.5 240 113.25 85 87,7 16.48^ " 16,545 169,56 170,24 22,17 22,25 112,26 112,77 59,13 59.37 2,505 2,525 112,50 112,94 81.54 81,86 60,98 61,22 12,47 12,53 73,27 73,57 27. April 29. April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Brief Geld Bne . ämtt--Ron- 169,43 169,77 169,42 169.76 Buen..Titre« 1,772 1,776 1.771 1.775 Brss.-Antw. 58,545 58,665 58,54 58,66 Ehristiania. 112.37 112,59 112,35 112.57 Kopenhagen 112,44 112,66 112.42 112.64 Stockholm . Heisingfors. 112,60 112,82 212.72 112.84 10,598 10,618 10,595 10,615 Ztalten. - . 22,125 22,165 22,105 22,145 London. . . 20,45 20.49 20,452 20,492 Ncupork . . 4.2140 4.2220 4,2135 4,2215 PariL.... 16,485 16,525 81,85 16,475 16,515 Schweiz . . 81,19 31.16 81,32 Spanicn. . 60.74 60,36 60,72 60.84 Japan .. . wo de Jan. 1.388 1,902 1.396 1.900 0.503 0.505 0,502 0.504 Wien inl.» Oest. abgeit 59,2k 59,34 59,20 59,32 Prag • ■ • • Belgrad • • 12,473 12,493 12.475 12.495 7,413 7,427 7.411 7.425 Budapest • • 73,44 73.60 73,54 73.58 Bulgarien 3.047 3,053 3.042 3,043 Lissabon . 18,85 81,75 2.070 18,89 13,38 18,92 Danzig. • .Konstantin. 81.91 2.074 81.73 2,066 81.89 2.070 Athen. . 5.454 5.465 5.455 5,465 Kanada 4,182 4.190 4.131 4.189 llrn nat) . 4.066 4.074 4.006 4.074 Cairo ■ ■ 20,93 21.02 20.98 21,02 Berlin, 27. April (Selb «ries .unerilaniiche Noten ..... Belgische Noten........ Dänische Note»........ Englische Sloten........ 4,205 58,33 112,28 . 20,50 4,225 58,62 112,72 20,58 Turnen, Sport und Spiel. Kußball in Gü-deutschland. Das Länderspiel Italien — Deutschland in Turin und die hierdurch bedingte Spiclcrabgabe seitens mehrerer Spitzenvereinc mochte die Einschränkung des Programms der Schluhspiele um die süddeutsche Fußballmeisterschaft notwendig. 3n der Runde der Meister wurde in Karlsruhe die Reihe der diesmaligen großen Lieberraschungen eröffnet. Der K. F. D. Karlsruhe unterlag der ständigen Initiative der Frankfurter Eintracht und verlor mit 0:3 Toren. 3n Worms verschenkte Wormatia Worms einen Punkt an Germania Brötzingen, denn sie konnte trotz zahlloser guter Torgelegenheiten nur eine 1:1 herausholen. Runde der Zweiten und Dritten. Gruppe Horb. 3n der Gruppe Rord brachte der neue Spieltag einige Umgruppierungen in der Tabelle. Der Sp. B. Waldhvf schraubte sich durch ein verdientes 2:0 gegen Union Riederrad auf den ersten Platz der Liste vor. Bemerkenswert ist, daß die Mannheimer diesen Sieg auf fremdem Platze erringen konnten. 3n sehr schlechter Form empfing der F. Sp. 05 Mainz Saar 05 Saarbrücken. Seit langer Zeit haben die Mainzer auf ihrem eigenen Platze keine so hohe Riederlage mehr erlitten: denn sie verloren die beiden Punkte an die sehr schußfreudigen Gäste mit 1:4 Toren. Der D. f. R. Mannheim gewann gegen den 1. F. C. 0 7 3 dar mit 5:1 Toren. Der Sieg ist selbst in dieser Höhe durchaus verdient. Gruppe Süd. Der A. S. V. R ü r n b e r g lieferte Schwaben Augsburg einen harten Kampf, verlor aber trotz zähen Widerstandes gegen die technisch besseren Augsburger mit 3: 4 Toren. Der Kampf des B. f. B. Stuttgart gegen Phönix Karlsruhe war bei weitem nicht so einseitig, als es das Resultat von 6:1 Toren zugunsten der Stuttgarter vemuten läßt. Die bessere Ballbehandlung siegte schließlich über die größere Schnelligkeit. Der F. C. Freiburg trat dem S. B.6 0 München mit ersatzgeschwächter Mannschaft entgegen und verlor demgemäß mit dem überraschend. hohen, dem Spielverlauf nach ober verdienten Ergebnis von 1:8 Toren. Fußball in Kassel. kurhcssen Kassel — Borussia Fulda 2:2 (2:1). nung entgegengesehen hatte, erwiesen sich als hervorragende Techniker und Fußballartisten in des Wortes wahrster Bedeutung. Ihre ganz vorzügliche Ballbehandlung im Verein mit bester Ausbildung des gesamten Körpers und größter Schnelligkeit befähigte sic, ein Spiel vorzuführen, das sänttliche Zuschauer aufs höchste entzückte, zumal die Spielweise äußerst fair war. 3m allgemeinen spielen die Rampla 3uniors weich, verstehen aber auch Mann gegen Wann zu kämpfen, wenn es notwendig ist. Auch ihnen ist die bekannte Schwäche technisch gut durchgebildeter Mannschaften eigen: sie schießen im allgemeinen zu wenig und nicht wuchtig genug. Fußball der O. T. Entscheidungsspiel um die kreismeislerfchaft. To. 1817 Mainz — Tgem. Oberhöchstadt 5:0. Volkstümliche Turn-Wettkämpfe in Rödelheim. Herrenwettbewerbe: 100 Meter: Feistel. Eintracht Wiesbaden. 10.9 Sek. 400 Meter: Hclbich. Tv. 1817 Mainz. 54,5 Sek. 3000 Meter: Schneider, Tv. 1817 Mainz, 9,47 Minuten. Hochsprung: Schuber, Tv. Reu-3senburg, 1,70 Meter. 4^100-Meter-Stasfel: Tv. 1817 Mainz, 4b,1 S. Olympische Staffel: Eintracht Frankfurt, 3:59,2 Min. Dreilamps für Turner: Wehrlein. Tv. 1817 Mainz, 66 Punkte. Domenwettbewerbe: Dreikampf: Frl. Maich. Turngemeinde Bornheim. 68 Punkte. Hochsprung: Frl. Bickelhaupt. Männerturnverein Gießen. 1,42 Meter. Kugelstoßen: Frl. Maich, Turngemeinde Bornheim 10,75 Meter. 4x100-Meter-Staffel: Männerturnverein Gießen, 56,3 Sek. 100 Meter: Frl. Schause, Eintracht Wiesbaden, 13 Sek. Sp.-Vgg. Fürth süddeutscher Handbattmeister. polijci Darmstadt 8:2 (2:1) geschlagen. Das gestern im Stadion in Michelstadt i. O. vor etwa 2000 Zuschauern ausgetragenc Endspiel um die süddeutsche Handballmeisterschaft endete mit dem Ergebnis von 8:2 Toren für die Sp. Vgg. Fürth. Die Fürther haben diesen Sieg nicht nur ihrer Schnelligkeit, sondern auch ihrem technisch und tat" tisch wundervollen Spiel zu verdanken. Darmstadt versagte vollständig und war gegen seine früheren Spiele kaum wiederzucrkennen. Die ganze Mannschaft war nervös und zerfahren, was sich besonders im Sturm bemerkbar machte. Bereits in der vierten Minute ging Darmstadt durch Schliffe in Führung, doch glich Fürth in der 16. Minute aus und kam zwei Minuten später zum Führungstreffer. Mit 2:1 Toren wurden die Seiten gewechselt, Nach der Pause erzielten die Fürther noch weitere sechs Tore, während Darmstadt nur noch einmal erfolgreich sein konnte. Schiedsrichter Marquardt (Eßlingen) bot keine besonders gute Leistung. Siädtemannschastsfechten Mainz - Darmstadt. Am gestrigen Sonntag fand in Darmstadt zwischen den Damen- und Herrenstädtemannschaften von Mainz und Darmstadt ein Wettfechten statt, das sowohl von den Mainzer Damen, als auch von den Mainzer Herren gewonnen wurde. Die Mainzer Damen siegten mit 130 gegen 133 Treffer. Die beste der Domen war Fräulein B i h l m a u c r (Mainz). Die Mainzer Herren siegten mit 132 gegen 138 Treffer. Der beste Herr war S ch i ck e r t (Mainz). Deutsche Waldlaufmeisterschast. Kohn (Berlin) Sieger im Einzellauf. Polizei Hamburg Mannschaftssieger. Zum 12. Male wurde am gestrigen Sonntag die deutsche Waldlaufmeisterschast ausgetragen. Start und Ziel des Laufes lagen im Ostmarkenstadion in Frankfurt a. d. Oder. 5000 Zuschauer hatten sich im Stadion eingefunden. Das Wetter war der Veranstaltung hold, so daß die 12. deutsche Waldlaufmeisterschast in jeder Beziehung zufriedenstellend verlief. Die Ergebnisse: KußbaN-Länderkampf Deutschland —Italien 2:1 (1:1). Einzellauf: l. Kohn. S.C.C. (Berlin) 36:00.3 : 2. Helder I (Stuttgart) 36:11,5; 3. Husen iHamburg) 36:16.4; 4. Dreckmann (Hamburg) 36:45.1, 5. Kilp (Düsseldorf) 36:57.8; 6. Petri (Hamburg) 36:59,6; 7. Kopp (München) 37:07,1; 8. Brauch (Berlin) 37:10.1; 9. Holthuis lWeener) 37:17.9; 10. Schlemmer (Hamburg) 37:50,0. Mannschaftsmeisterschaft: 1. Polizei Hamburg 13 Punkte; 2. S.C.C. Berlin 15 Punkte; 3. V.f.B. Stuttgart 20 Punkte Starkenburg. WNS. Darmstadt, 27. April. Hier mürben gestern ein 21 Jahre alter Arbeiter und eine 19jährige Arbeiterin aus Hanau von der Stn minalpolizei f e st g e n o m in e n. Sie haben gemein sam einen Einbruchdieb stahl verübt Das Mädchen hatte sich zu diesem Zweck Männer kleidung verschafft und kam auch in dieser Verkleidung unauffällig nach Darmstadt. In einem hie figen Gasthaus hat die Diebin wieder Frauenkleider angezogen. Festnahme eines Opserstockränbers. WSR. Wiesbaden. 27. April. Hier konnte der gewerbsmäßige Opfer stockräuber Rudolf Fischer aus St. Ingbert s est genommen werden. Er hatte bereits den Opscr- stock in der Mariahilfkirche erbrochen und beraubt und konnte in der Elisabethenkirche auf frischer Tat festgenommen werden. Fischer wurde dem Amtsgerichtsgefängnis zugefühet. Kirchliche Nachrichten. Ilsraelitischc Religionsgemeiude. Gottesdienst in der Synagoge (Südanloge). Mittwoch, den 1., und Donnerstag, den 2. Mai. Passohsest-Lnde. Mittwoch: Borabend 7.30 Uhr; morgens 8.30; Predigt. — Donnerstag: Vorabend 7.30; morgens 8.30; abends 8.10 und 8.40. Israelitische Religionvgesellschast. Mittwoch, den 1., und Donnerstag, den 2. Mai. Passahsest-Ende. 7. Tag: Vorabend 7.35 Uhr; vormittags 8; nach mittags 4. — 8. Tag: Vorabend 8.35; vormittags 8; nachmittags 4. Festesousgang 8.40. (2:0). täuschten. Germania Kassel — Sp. V. Kassel 3:0 Kassel 09 - B. S. V. 06 Kassel 7:1. Berlin gewinnt den Fußball-Bundespokal. Rorddeutschlond verdienk 4:1 (2:0) geschlagen. Vor 25 000 Zuschauern standen sich am gestrigen Sonntag auf dem Preußen-Sportplatz in Berlin die Auswahlmannschaften des Rordens und von Berlin im Endkampf um den Pokal des Deutschen Fuhballbundes gegenüber. Zum zweiten Wale konnte Berlin die wertvolle Trophäe erobern. Wenn auch Berlin in dieser Höhe verdient Rorddeutschland schlagen konnte, so ließ der Kampf die große Sportgemeinde doch nicht warm werden. In beiden Mannschaften waren auffallend schwache Stellen zu finden, und beim Rorden versagten einzelne Mannschaftsmitglieder sogar völlig. Gut waren lediglich auf beiden Seiten die Verteidigungen. Fußball in Frankfurt. $. Sp. v. Frankfurt — Rampla Juniors Montevideo (Uruguay) 1:3 (1:1). Die uruguayische Mannschaft der Rampla Iu- niors aus Montevideo lieferte im Frankfurter Stadion vor annähernd 20 000 Zuschauern ein hervorragend schönes Spiel. Die Gäste, denen man auf Grund der hervorragenden Leistungen ihrer LänKermannschaften in den letzten Jahren und einiger Vereinsmannschaften bei gelegentlichen Deutschlandbesuchen mit größter SpanLetzte Nachrichten. Dr. Schacht in Berlin. Berlin, 29. April. (TU.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht hatte im Laufe des heutigen vormittags Besprechungen mit einigen Mitgliedern des R e i ch s b a n k d i r e k l o r i u m s , die — wie man annehmen darf — der Vorbereitung der am Dienstag und Mittwoch fkattfindenden General- ralssihung dienten. Diese Generalratssihungen finden bekanntlich regelmäßig stall, bedeuten also nichts Besonderes, wie es auch eine Selbst- verslandlichkeil ist, daß an ihnen der Reichsbank Präsident leilnimmf. Dr. Schacht wird im übrigen im Lause des heutigen Tages dem sog. R c p a r a - lionsausschuß des Reichskabinells einen Bericht über die letzten Ereignisse erstatten und die Reichsregierung über die Lage der Sachver- sländigenverhandlungen unterrichten. Die in der französischen und sranko-amerikanischen Presse ouf- gclauchle Vermutung über ein erneutes deutsches Angebot werden bisher von deutscher zuständiger Stelle nicht bestätigt. Schlimmes Ende einer rasenden Autofahrt Ein Toter, drei Verletzte. Vad Homburg, 29. April. (TU. - Drahtbericht.) In der Rächt zum Montag gegen y9l Uhr fuhr ein Personenkraftwagen m scharler Fahrt von Usingen her die Soalburg- ch a u s s e e abwärts. An der berüchtigten Kurve im Zollstock, deren Geschichte reich an schweren Unfällen ist, fuhr der Wagen gegen das Gelände an der linken Straßenseite und überschlug sich mehrmals. Hierbei wurde der Metzgergeselle D ö t i g aus dem Wagen geschleu- öert und zerquetscht. Er war sofort t o t. Die drei weiteren Insassen wurden gleichfalls schwer verletzt. In Anwesenheit einer Zuschauermenge von 35= bis 40 000 ging gestern in Turin der Fußball-- Länderkampf Deutschland — Italien vor sich. Der Kampf begann gleich mit wuchtigen Angriffen der Italiener, die von der riesigen Zuschauermenge temperamentvoll angefeuert wurden. Die Deutschen waren dagegen in den ersten Minuten außerordenttich nervös, so daß die deutsche Mannschaft zunächst arg in Bedrängnis geriet. Nachdem Stuhlfauth verschic- denttich glänzend abgewehrt hatte, erzielte der italienische Halblinke R o s e 11 i II. in der 8. Minute ein Tor für Italien. Die deutsche Mannschaft, die sich inzwischen bester gefunden hatte, namentlich die Verteidigung schaffte jetzt hinten bester Luft, griff nunmehr ihrerseits energischer an. Eine wunderbare Vorlage Pöttingers an Hornauer tonnte dieser dann auch schon zwei Minuten später zum Ausgleichstor verwandeln. Dos Spiel blieb dann zunächst ausgeglichen, bis sich eine leichte Ueber- legenheit der italienischen Mannschaft herausfchälte, die auch bis zum Schlüße der ersten Hälfte andauerte. Kurz hintereinander »erließen zwei der italienischen Stürmer, nämlich Ceveninilll. rind Schiavo, dos Feld leicht verletzt und wurden durch R e v o l t a und B u s s i n i ersetzt. Allmählich fand die deutsche Mannschaft ihre Ruhe wieder. Stuhlfauth rettete verschiedentlich in glänzender Manier. Knöpfte war unermüdlich und in der ersten Hälfte der beste der deutschen Mannen. H a l b z e i t 1:1. _ War das Spiel in der ersten Halbzett schon außerordentlich schnell, so wurde das Tempo in der zweiten hälfte noch gesteigert. Die deutsche Mannschaft war jetzt besser auf dem Posten, blieb aber gegen die größere italienische Mannschaft immer etwas im Aachteil. Dazu ließ sich die deutsche Mannschaft noch das hohe Spiel der Italiener aufdrängen. Die kleinen deutschen Innenstürmer formten die hohen Dalle nicht erreichen, die von den großen italienischen Verteidigern fast stets erreicht wurden. Rur Pöttinger konnte sich -verschiedentlich durchsetzen und gutgemeinte Bälle auf das Tor feuern, die aber Combi im italienischen Tor meisterte. Trotzdem machte die deutsche Mannschaft in der zweiten Hälfte einen wesentlich besseren Eindruck. Die gesamte Hintermannschaft war jetzt gut auf dem Posten, aber der Sturm blieb immer wieder machtlos gegen die italienische Verteidigung. Pöttinger brachte dann in der 25. Minute das Kunststück fertig, drei Meter vor dem Tormann stehend, diesen in die Hände zu schießen und damit eine nie wiederkehrende Chance zu vergeben. 2m Anschluß daran wurden die Italiener während 10 Minuten außerordentlich gefährlich. Angriff auf Angriff rollte gegen dos deutsche Tor, in dem Stuhlfauth eine Prachtleistung vollführte. Er übertraf sich selbst und machte die bestgemeinten Schüsse r nschäi lich. Rach- dcm Italien nunmehr immer im Angriff gelegen hatte, führte dann endlich in der 35. Minute eine glänzende Kombination Leinberger—Pöttinger - Frank durch die Fürther Schußkanone Frank zum Führungstor für Deutschland. Dieses Tor gab der deutschen -Mannschaft, die in den letzten Minuten etwas nachgelassen hatte, neuen Mut. Ihre Leistungen wurden besser, auch der Sturm hatte sich jetzt mehr auf die Spielweise der italienischen Verteidigung eingestellt. Die deutschen Stürmer erreichten jetzt besser die hohen Bälle, im übrigen hatte sich die Mannschaft jetzt aber mehr dem Flachspiel zugewandt. In den letzten Minuten machten die Italiener die verzweifeltsten Anstrengungen, um wenigstens den Ausgleich zu erzielen, aber alle Angriffe scheiterten an der jetzt ihre Hochform erreichen- den deutschen Verteidigung und dem überragenden Können eines Stuhlfauth. der in erster Linie für den nach härtestem Kampfe errungenen Sieg verantwortlich ist. Cs fann_ keinem Zweifel unterliegen, d'aß dos Resultat sür die deutsche Mannschaft etwas schmeichelhaft ist. Die Italiener waren sowohl in der ersten, wie auch in der zweiten Halbzeit etwas überlegener, und ein Unentschieden hätte eher dem Spielverlauf entsprochen. Aber Deutschland darf auch einmal etwas Glück in einem Ländertreffen haben, meistens ist es bisher vom Pech verfolgt gewesen. _____________ Beide Mannschaften traten gestern zu diesem Spiele mit Ersah an, der sich aber nicht bewährte. ^irhessen war in der ersten Hälfte etwas überlegen, diese Lieber legenhcit glich Borussia Fulda durch eifrigeres Spiel in der zweiten Hälfte aus. Das erste Tor für Kurhessen erzielte der Linksaußen. Borussia konnte bald darauf durch den Halbrechten ausgleichen. Kurhessen ging dann noch vor der Pause durch den Halblinken in Führung. Diesen Vorsprung konnte Borussia durch eifriges Spiel in der zweiten Halbzeit ausgleichen. Beide Mannschaften ent- Nicht Worte - sondernTatsadien! Wenn wir Ihnen sagen, daß unser MERCEDES-BENZ Typ Stuttgart 2ÖO (2,6 Liter 10/50 PS) der vollkommenste Wagen seiner Klasse ist, so entspricht dies den Tatsachen denn es wird uns von allen Seiten bestätigt. 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