Nr. 24 Erstes Glatt 179. Jahrgang vienslag, 2?. Januar 1929 Eriche,n> tügl.ch,außer sonntags und FeieNag». Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle vezugrpreiL für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Lietzen. Postscheckkonto: $tanffurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck Md Verlag: vrühl'sche llnlveMSIr-vuch- und Zteindruckerei R. Lanze in Gießen. Zchriftlettung und Gefchaftrsteffe: Zchnlittaße 7. Annahme von Anzeigen für di« Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mir Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Brett« 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u/„ mehr Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton l> H.THyriot; für den übrigen Teü Lrnsl Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämttich in Gießen. Die Mesenverschuldung der deutschen Landwirtschaft. Eine Berliner Kundgebung des Reichslandbundes. - Die Präsidenten Hepp und Schiele fordern ein schöpferisches Gesundungsprogramm, Abbau der Steuern und Konsolidierung der Schulden. Terltn, 28. 3ait (W.V.) Der Reichslandbund veranstaltete Im ZirkuS Dusch eine große Kundgebung, auf der Präsident Hepp u. L. LUsführte: Mit über 14 Milliarden Mark sind vir heute gegenüber dem Auslande verschuldet. Am sinnfälligsten sind die Erscheinungen unseres Wirtschaftsoerfalls in der Landwirtschaft au beobachten. Acht Milliarden neuer Schulden m einem Zeitraum von knapp vier Jahren bedeuten eine jährliche Unter- btlanz von zwei Milliarden Mark. Die gesamtlandwirtschaftliche Verschuldung bedeutet eine alljährliche Verzinsung von wesentlich über einer Milliarde Mk., d. h. etwa e i n A ch t e l d e r gesamten wirtschaftlichen Einnahmen gehen im Z i n s e n d i e wst auf. Die Gründe für diese verzweifelte Lage müssen wir in der wachsenden Unrentabilität der Landwirtschaft suchen, die es unmöglich macht, Einnahmen und Ausgaben in Uebereinstimmung zu bringen. Vei den verantwortlichen Regierungsstellen herrscht müde Resignation, jeglicher Wille zur Tat fehlt. wir fordern die Schaffung eine» Besihfesligungs- fonds, der. dezenlralifierl angesehl, über, die am ländlichen Kreditgeschäft Beteiligten zur Au». Wirkung kommt. Staaliche Hilfe ist die notwendig« Ergänzung der Selbsthilfe. Staatliche Hilfe fordern wir darum in zoll- und handelspolitischer Hinsicht. Kommende Handelsverträge haben der veränderten Lage der Landwirtschaft stärker Rechnung zu tragen. Wir werden ohne Einschränkung die Pläne des Reichssinanzministers o bl ehnen, wir verlangen im Gegensatz zu ihm, der neue Steuern bringt, Abbau der bestehenden Steuern. Der Dauer hat daS Vertrauen zu diesem Staat verloren, er steht in ihm seinen Feind. Die Leistungen auf Grund deS Dawesplanes sind zum erheblichen Teil mit der Verschuldung der Landwirtschaft bezahlt. Trotzdem hat es die Reichsregierung nicht für erforderlich gehalten, einen Sachverständigen aus der Landwirt- s ch a s t hinzuzuziehen. 3n der Auswahl der Sachverständigen wie besonders in der Wahl Pierpont Morgans sehen wir die großen Gefahren des Ueberwlegens der Einflüsse des internationalen Dank-, Dorfen- und Spekulationskapitals. Wir sind der Meinung, daß nicht noch weitere Lei st ungen von uns verlangt werden können. Abgeiehen von dieser Grundauffasfung wenden wir uns gegen alle Absichten, die die Aufhebung des Transferschutzes, die Kommerzialisierung unserer Schulden betreiben. Landbundpräfident Reichelmiaister a. D Schiele führte sodann u. a. aus: Dor fünf Jahren stand die Landwirtschaft noch nahezu unverschuldet da; heute hat sie über acht Milliarde, neu aufge- nommener Schulden. Das betautet fast ebensoviel als die jährliche Produktion für tzen Markt ausmacht. Das Riveau der Agrarpreise liegt um über ein Fünftel unter dem der Industrie. Dei einem Wert der landwirtschaftlichen Marktproduktion von ungefähr neun Milliarden Mark bedeu.et der Unterschied nahezu zwei Milliarden Mark, die die Landwirtschaft bei der jetzigen Preisgestaltung verliert. Die Konsolidierung der bestehenden Schuldver- hältntzse Ist dringendste Forderung. Die kurzfristigen öffentlichen und halböffenllichen Kredite müssen unter Zuhilfenahme einer staatlichen Garantie in wirksamer Fortführung und im Ausbau des Rotprogramms in langfristige Abzahlungskredite umgewandelt werden. Minister Schiele kritif.erte dann den Repa - rationsbericht, in dem Parker Gilbert von einer Dlüte unserer Wirtschaft und einem Zustande zunehmender Kapilalbildung spricht. Deutschland hat seit zehn Jahren mehr verzehrt. als wir auS eigener Kraft produziert haben. Seit zehn Jahren stehen Produktion und Verbrauch im Mißverhältnis zu- eurander. Das Defizit ist gedeckt worden durch die Aufzehrung der Sparkapitalien während der Inflationszeit und sei her durch die Aufnahme ausländischer Kredite. In den Verhandlungen über die Revision des Dawesplanes wird mit allem Ernst die Frage geprüft werden müssen, welche Tribute wir ohne Erschütterung der deutschen Lebenshaltung leisten können. Wir brauchen ein großes schöpferisches Programm, das die Gesundung aus eigener Kraft ;um Ziele hat. Wir brauchen das große Ostprogramm, das Programm des Feldzuges der Arbeit nach dem Osten. Das ist keine rein agrarische Angelegenheit, keine Sadje des Ostens allein, das ist die Lebens- und Schicksalsfrage für das ganze deutsche Volk in allen seinen Schichten Die Rot muß uns Landwirte bis zum letzten Mamr zusammenschmieden zur Einheitsfront, Dann werden wir stark genug fein, um die politischen Parteien mit bäuerlichem Geiste zu durchdringen. Der Kampf gegen das heutige System darf nicht zum Kampf gegen ben Staat schlechthin führen. Richt Staatsverneinung, nicht resigniertes Abseitsstehen kann uns halfen. Durch verantwortungsbewußte Arbeit ist es möglich, ihn für uns zurückzugewinnen, ihn in unserem Geiste umzugestalten. Eine Kundgebung des Gartenbaues. Berlin, 28. Jan. (WB.) Der Reichsverband des deutschen Gartenbaues veranstaltete im Reichswirtschaftsrat eine sehr zahlreich besuchte Kundgebung, an der auch Vertreter von Reichs- und preußischen Ministerien teilnahmen. Der Präsident des Reichsverbandes, der Gärtnereibesitzer Max Jranffnrl a. 2TL, 28. Jan. linier obiger Aeberschrisl geht D. Dr. Diehl, Prälat der hessischen Landeskirche, der im letzten Landtag ein führendes Mitglied der DeutschnaUonalen Londtags- fraktion war, in der frankfurter Zeitung" auf die vor einiger Zeit veröffentlichten Ausführungen des hessischen Innenminister» Lenfchner über die Reichsreform ein. (Er betont eingangs, daß er feine Bedenken, daß geistliche Leiter von Landeskirchen ihre Finger von den Fragen der „hohen Politik" lassen sollten, deshalb znrückgeslellt habe, weil es sich hier nm eine Frage handele, deren Beantwortung auch für do» Lebensgebiet von entscheidender Bedeutung fein müßte, auf dem führend zu fein zur Zeit sein Beruf sei. Er stellt dann «fest, daß der Leuschnersche „BrückenarNkel" deshalb turmhoch über den zur Zeit so vielfach veröffentlichten Artikeln stehe, weil Leuschner von einer Betrachtungsweise ausgehe, die als das Primäre die Zukunft und das Wohl des Reiches ansehe. Leuschner wisse, daß alles darauf ankomme, im Interesse des Zusammenhalts des Reiches die Brücke über den Main nicht abzubrechcn, sondern sie zu verstärken und zu verbreitern. Wenn das unbedingt notwendige Werk schon Opfer verlange, so dürfe man zur Erstarkung der Brücke in Hesten-Darmstadt nichleinGroß- hessen ans ko st en Preußens verlangen, sondern man müsse die Opfer möglichst gleichmäßig verteilen. D e r I i n , 29. Jan. (Priv.-Tel.) Die Erklärung der englischen Hi.ton-Voung-Kommission, in der eine Vereinigung Deutsch-Ostafrikas mit den englischen Kolonien unter einem gemeinfamenOber- kommissar vorgeschlagen wird, hat in der deutschen Oeffen'ichleit allenthalben die größte Emfö.-ung ausgel st. Auch ti: Reichsregierung hat fiu) mit der Angelegenheit eingehend beschäftigt. und ist dabei, wie jetzt verlautet, zu dem Entschluß gekommen, ihrerseits aine Gegenaktion gegen die englische Absicht in die Wege zu leiten. Zu diesem Zweck wird sich die Reichsregierung in geeigneter Form an den Völkerbund wenden. Möglicherweise wird man versuchen, das ganze Problem zum Gegenstand einer Ratsbesprechung zu machen. Darüber hinaus steht noch zu erwägen, welche Möglichkeiten einem deutschen Einspruch i m Rahmen der Mandatskommission gegeben sind. Dci der eigenartigen Konstruktion dieser Kommission sind allerdings einem erfolgreichen deutschen Einspruch hier von vornherein gewisse Grenzen gesetzt. Der Protest der deutschen Regierung gegen die englischen Pläne, die auf eine versteckte Annektion Deutsch-Ostafrikas hinauslaufen, gründet sich vor allem auf die Bestimmungen des Artikels 22 der Völkerbundssatzungen, nach dem die Engländer über die das Mandatsgebiet bewohnenden Völker die Vormundschaft als Mandatar des Bundes und in feinem Namen zu führen haben. Irgendein Zusammenschluß mit anderen Gebieten ist in der Dl'lkerbundsfatzung nicht vorgesehen. England hat allerdings schon rechtzeitig versucht, einen künftigen Zusammenschluß und damit einer versteckten Annektion d e Wege zu ebnen, indem es in den 1922 festgelegten Mandatsbcstimmun- gen für Dftafrifa hineinsetzen ließ, daß der Mandatar befugt sei, Zoll-,'Finanz- oder Verwaltungsvereinigungen ober Födera > Schetelig (Lübeck), betonte, daß die Kundgebung ausschließlich der sozialpolitischen Frage des Berufes gelte. Aus den Ausführungen des Der- tretens des Rcichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist heroorzuheben, daß die Reichsregierung acht Millionen Mark zur Förderung des Absatzes von Obst und Gemüse zur Verfügung gestellt hat. Der Vertreter des preußischen Landwirtschaftsministeriums teilte mit, daß der Aufbau des gärtnerischen Hochschulstudiums in allernächster Zeit in Angriff genommen und die Hochschule am 1. April eröffnet werden dürfte. Aus der Tagesordnung stand das Thema „Recht und Wirtschaft des Gartenbaues und dessen zukünftige Entwicklung", zu dem Universitätsprofessor Dr. W i l m a n n (Jena) referierte. Sodann sprach u. a. Prosessor Dr. Lutz Richter (Leipzig) über die gärtnerische Rechtsfrage. Er hebt dann hervor, daß Minister Leuschner trotz seiner vielleicht nicht allzu wirtschaftlichen Einstellung doch auch noch geschichtliche, geographische, volkskundliche und kulturelle Gesichtspunkte gelten läßt. Man habe zur napoleonischen Zeit genug konklomerake geschaffen 1 Zur Schaffung von neuen Staatengebilden sei es da» erste Erfordernis, sich in der Wahl der Bestandteile so einzustellen, dgh die Grundlagen zu einem Gebilde vorhanden seien, das ein Organismus werden könne. 0. Dr Diehl verweist hieraus aus da» Beispiel der fünf Landeskirchen Südwestdeutschtands (hessen- Kastel, Rosian, Hessen-Darmstadt, Frankfurt, Waldeck), die sich nach Bekanntwerden der Lutherschen Vorschläge unter Veiseitestellung jede» Mißtrauen» zusammengesetzt hätten, um alle Probleme des „Was bann?“, einmal theoretisch durchzudenken. Gerade die Frankfurter Landeskirche hat ja auf dem Gebiete des engeren Zusammenschlusses dieser fünf Kirchen Im Zusammenhang mit der Frage der Eingemeindung Dockenheims eine besonders wichtige Rolle gespielt, wenn es auch noch nicht zu praktischen Ergebnissen gekommen ist. Zum Schluß ermahnt der Leiter der Hesiischen Landeskirche die Regierungsstellen, ebenfalls alles Mißtrauen beiseilezule'gen und sich zu ernster Beratung zusammenzufinden. Dann würden sie auch eine Lösung finden, die durchschlagend fein werde, da sie auf dem Wege gegenseitigen Vertrauens erarbeitet sei. tion mit den angrenzenden englischen Gebieten vorzunehmen. Diese Bcstimmun- aen sind vom Dölkerbundsrot, in dem Deutschland seinerzeit noch nicht vertreten war, und der bekanntlich einstimmig beschließen muß, angenommen worden, obgleich sie mit dem Sinn des Mandatsgedankens und den Bestimmungen des Art. 22 der Völkerbui^esatzung in Widerspruch stehen. Wie sehr die Zusammenschlußforderung der Hil- ton-Aoung-Kommission auf rein pol.tischen Motiven beruht, zeigt die Erklärung sowohl des Gouverneurs von Tanganyika, wie die Aeußerungen verschiedener Derwaltungschefs von Uganda, die sich übereinstimmend auf Grund der großen sozialen Verschiedenheiten dieser Kolonien gegen einen Zusammenschluß ausgesprochen haben Allerdings gibt es in Ostafrika auch eine starke englische Strömung, die sich für denZu- sammenschluß einsetzt, da sie nur auf diesem Wege glaubt, verhindern zu können, daß Deulsch- Dftafri'a einmal im Schachspiel der großen Politik von England benutzt und an Deutschland zurück- gegeben werden könnte. Die Minderheitenfrage. Deutschland rüstet sich zur Bölkcrbundsdebatte. Berlin. 29. Jan. (Priv.-Tel.) Wie wir aus gut unterrichte:er Quelle erfahren, sind die Vor- bereitungen der zustandi zen Ressorts für die im März während der Ratstagung zu erwar.ende Minderheitendebatte, die ja bekanntlich auf Gruigd der Forderung des deutschen Reichs- außenmimsters Dr. Stresemann während der der letzten Tagung in Genf beschlossen worden ist. in vollem Gange. 2m wesentlichen handelt es sich hierbei selbstverständlich um Kulturfragen. so daß auch die Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes den größten Anteil an der Vorbereitungsarbeit hat. Es gilt jetzt zunächst das Material an sich zusammenzustellen. Sa es sich, hierbei um eine unerhörte Menge von Fallen der Bedrängung und Unterdrückung der deutschen Minderheiten handelt, läßt sich heute noch nicht sagen, in welcher Form die terttschü Regierung ihr Material in Genf präsentieren wird. Hinzu kommt noch, test gerate in den letzten Tagen durch die Liebergriffe der Polen gegenüber den Deutschen im Korridor und tn Oterschlesien neue und sehr eklatante Fälle hinzugeLommen sind, die naturgemäß die Haltung Deutschlands noch m weiterem Umfange beeinflussen werden. Man rechnet, wie wir zu wissen glauben, in zuständigen Kreisen damit. chon in den ersten Tagen des Februar den end- jültigen Entscheid fällen zu können. Aller Wahr- cheinlichkeit nach dürfte das Material in ter Form einer Denkschrift zusammengefahtwer-' den. Da ter Reichsauhenminister bei seinem seinerzeitigen Appell aber den größten Wert darauf legte, die Minderheitenfrage gene rell, also alle europäischen Minderheiten umfasiend. im März zur Regelung bringen zu lassen, dürfte damit zu rechnen fein, daß eventuell über das Minderheitenkomitee hinweg noch vor ter Tagung eine GesamtsühlungNahmeallerMin- derheitenvertreler stattfinden wird. Auf jeden Fall steht zu erwarten, daß Gens diesmal völlig im Zeichen der Minderheitenfrage stehen wird, und damit genügend Anlaß zu gnmMegen- ten und. wie daS nach Lage ter Dinge auch nicht anders vonstatten gehen farm, gespannten Auseinandersetzungen geben dürfte. Reichsbankpräsident Schacht in Paris. Der Zusammentritt deü LachverftLndigen« auSschusseS. P*a r i •, 29. Jan. (DIB. Fuukfpruch.) Lrlchs- bankpräfidenl Dr. Schacht ist In pari» eingetroffev. Die Agentur hava» berichtet, daß n sich bei dem Besuch Dr. Schacht» um die Erwiderung eine» Besuche» handele, den der Gouverneur der Bank von Frankreich, Moreau, Ihm kürzlich In Berlin gemacht Hatz und daß die beiden Dankprösidenlen sowohl Fragen, die die gr hen Emissionsbanken betreffen, besprechen werden, al» auch Fragen allgemeiner Art, die gegenwärtig die Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Moreau hat gestern abend zu Ehren des Reichsbankpräsidenten ein Esten gegeben, an dem hervorragende Persönlichkeiten der Finanz« und Bankwelt von Paris, u. a. auch der zweite französische Delegierte für die Reparalionsoerhand- lungen, Parmentler, teilnahmen. 3m Verlaufe der Unterredungen zwischen Dr. Schacht und Gouverneur Moreau Ist natürlich auch von den bevorstehenden Reparatlonsoer- ban Ölungen gesprochen worden. Es steht nunmehr fest, daß die amerikanischen Delegierten am Abend des 8. Februar in Paris eintreffen werden. Am folgenden Samstag wird bef Gouverneur der Bank von Frankreich die Mitglieder de» Reparatlonsauvfchusie» in der Bank von Frankreich, zu einem Tee vereinigen, bei dem d l e er st e Fühlungnahme erfolgen soll. Am Montag, 11. Februar, wird der Sachverstän- dlqenansschuh zusammentreten. Er wird nicht in den Räumen der Reparationskommis sion tagen, sondern im holet „A st o ri a", wo ein ganzes Stockwerk für die Konferenz hergerichlel wird. Eine volksnationale Aktion des Lungdeutfchen Ordens. Eine außenpolitische Entfchließnng des Hochkapiteltz Berlin, 28. Jan. (TU.) Das Hochkapitel des Jungdeutschen Ordens tagte am 25. und 26. Januai, in Berlin. Es wurden eingehende Richtlinien zu» Vorbereitung einer volksnationaleü Aktion beschlossen. Die Aufgabe dieser volksnationalen Aktion soll die Sammlung weitester Volkskreise in einer neuen Front sein, die den überalterten heutigen parteipolitischen Gegensätzen entrückt in positiver Arbeit an die Losung der vorhandenen politischen Probleme herangeht. Das Ziel der Aktion ist die Fortentwicklung der deutschen Republik zu einem organischen D o l k s st a a t mit einer starken RegierunhS- geroalt, aufgebaut auf dem Leistungsprinzip unter tätiger Mitwirkung der Nation und befreit von der Beherrschung durch Klasse, Kaste und Geld. Das Hochkapitel prüfte ferner die außenpolitische Sage und faßte folgende Entschließung: „Trotz des gegenwärtigen Streites in bei Reparationsfrage hat der Gedanke der Neuregelung der Lage in Europa durch eine völlige Der- anberung des Verhältnisses zwischen Deutschland und Frankreich in beide» Ländern unaufhörliche Fortschritte gemacht „Mißtrauen heiseitelegen!" Prälat D. Or. Diehl zur Reugliederung Südwestdeutschlands. Deutscher Protest gegen die versteckte Annektion Deutsch-Ostasrikas. Jan n»en- ROSt ttooh nsi iDerdc« naiRbfl .onina. /Aontag d.28.Jan.1929 7" aDds len an Torpedobooten und Unterseebooten zu verzeichnen. So Frankreich mit 3 Torpedoflottillen- führerschiffen. 10 Torpedobooten und 12 Unterseebooten, Italien mit 11 Torpedobootzerstörern und 12 Unterseebooten. England mit 3 Untersee- booien und die Bereinigten Staaten mit 5 Unterseebooten. Inzwischen kam die Seeabrüstungskonferenz zustande, die ober vollkommen aufflog, da Amerika nicht die Parität der kleinen Kreuzer freiwillig von England erlangen konnte und nun ist d.e Frage wieder aktuell geworden insofern, als sich der amerikanische Senat jetzt mit der Annahme des neuen 5- bis 10 000 - To. - Kreu - zer-Programms zu befassen haben wird. In Amerika wartet man dÄei noch ab, ob nicht England doch noch Brücken schlagen wird, was ja von Chamberlain in seiner Bankettrede in Birmingham wenigstens verschleiert angcdeutet worden ist. Damit ist selbstverständlich noch nicht gesagt, ob es über kurz oder lang zu einer neuen Seeabrüstungskonferenz kommen wird, zumal ja der neue amerikanische Präsident Hoover nidjt gerade geneigt sein dürfte, hierbei die Initiative zu ergreifen, wurde er doch bei einem Mißlingen die- ser A.tion nur allzu sehr das Prestige aufs Spiel setzen und, was noch viel schlimmer ist, das Wettrüsten zur See n u r nod) ft örter beschleunigen. Es liegen prinzipielle Fragen vor, und deren Lo- sung ist, wie der Verlauf bisher bewiesen hat, für das gesamte Abrüstung!:Problem von eminenter Be- deutung. Die Lösung selbst wird aber, soviel muß man sich von vornherein klar sein, noch lange auf sich warten lassen. bclcftung. 2Kis manchen Gebieten, wie dem der Iuftiz. ist eine Berreichlichung notwendig, wenn wir überhaupt zu großen Reformen kommen wollen ‘Benn aber ein einzelnes Land die Ter* reichlichung nicht mitmachen will, so mag man es so lange hcranSlassen. bis die bessere Einsicht gesiegt Hot Aber einen Verzicht auf die Reichs- reform. von der untere staatliche und wirtschaft- u.che Existenz abhängt, ist um eines einzelnen Landes willen un.möglich. Im ganzen scheint mir, als wenn die Arbeiten der Länderkonferenz einen besseren Fortgang nehmen werden, als die Ocffentlichkeit heute noch glaubt. Der 'Minister betonte die Rotwendigkeit, das Strafgesetz den heutigen Anschauungen anzu- passcn, iin'J bedauert, daß manche Schichten den ungeheuren Fortschritt dieses Gesetzentwurfes noch , jcht übersehen. Ein Gesetz wegen der st a n - desherrlichen Renten tit nach Zurück * üehuna dar unznreichenden Vorlage des früheren Iüstizministers Hergt im Reichstag emgeoracht. Die Ehcfcheidungsresorm wird in den nächsten Bornen im AechtSausschuh in Angriff genommen werden. Eine Aenderung des menbruch erlitten. Bei dem Untersuchungsrichter liegt angesichts des bedrohlichen Zustandes dieses Verhafteten die Entscheidung, ob der Schwertranke gegen Stellung einer Kaution vorläufig aus der Hast entlassen wird. polnische Justiz. Berlin, 29. Ian. (T.-U.) Der Haupt- schriftlcitcr Obuch des in Dirschau crlc.;emen- öen „Pommereller Tageblatts" hatte sich wegen eines Arlllels vom 19. September 1923 vor Dem polnischen Gericht zu verantworten. Als belastend wurde der in der polnischen Presie allgemein übliche Ausdruck „Fliegende Särge" für die in Polen von der Firma Plage hergestellten Flugzeuge hiagestelll. Einen weiteren Grund zur Anllage sah der Staatsanwalt in der Wendung .das Sch m utz lieb Rota" für das Vundeslied der Aufftandiichen Verbände. Obuch wurde zu vier Wochen Gefängnis verurteilt. ehelichen Güterrechts mutz ihr unbedingt folgen. Ebenso wird sich der Rechtsausschuh in den nächsten Wochen mit dem Gesetzentwurf über Die unehelichen Kinder befaßen. Die Arbeiten wegen Vereinheitlichung der Vorbildung der Juristen werden aussichtsvoll in einer Kommission sortgesührt. Ein Gesetzentwurf toenen Der Freizügigkeit der Anwälte wird sich anschließen. , Der Minister kam dann auf die Frage der K o a 5i t i o n s b i l d u n g und verlangte ein Zu- sammengehen der in der Regierung zusammen- stehenden Parteien in den kommenden großen Fragen der Ausbalancierung der Einnahmen und Ausgaben des Haushalts, in der Frage Der Kürzung der Überweisungen an Länder und Gemeinden. der Steuergesetzgebung, des Steuer- Vereinheitlichungsgesetzes und deS Finanzausgleichs. Die Hauptsache ist, baß die Parteien, ob in lockerer oder fester Koalition, sich klar- machen, datz der Staat ein Beharren auf Partei- wünschen und Parteiinteressen da nicht verträgt, wo ein allgemeines Interesse ein Zusammenhalten der Ration und eine gemeinsame Front verlangen. Auch Eoolidge mahnt zur Sparsamkeit. Tie wachsenden Rtsiierungü- und verwaltunstskosten. W a s h i n g t o n. 29. Jan. (WTB. Funkspruch) Anläßlich Der Möglichbeit, daß die Regierung sich beim Budget im laufenden Rechnungsjahr einem Defizit gegenübegehen wird, hat PräFdent Eoolidge am Montagabend eine Warnung erlassen. die besagt, daß st r e n g e S p a r s a rn k e i 1 in den Bundesausgaben fort bauern mutz unb daß die schnell sich vermehrenden Ausgaben von staatlichen und örtlichen Regierun-en energisch eingeschränkt werden müssen, wenn die Wohlfahrt der Ra i an aufrechterhallen bleiben soll U a. weift der Präsident darauf hin, daß die Kosten der staatlichen und örtlichen Regierungen von 3900 Millionen Dollar im Fahre 1921 auf 7931 Millionen Dollar im Jahre 1927 gestiegen sind. Am Schluß der Kundgebung heißt es: 5>ie nationale Brut t oschuld betrug am 31. August 1919 ungefähr 26 600 Millionen Dollar. Ms zum 30. Juni vorigen Jahres ist diese schwere Last auf 17 600 Millionen Dollar vermindert worden unb die Regierung ist verpflichtet, diese Summe binnen drei Jahren auf 15 Milliarden herabzusehen. Oer amerikanische Wohlstand seit 50 Jahren. 3m Schneegestöber dom Eisenbahnzuge überfahr«. Aus der Bahnstrecke in der Rahe von S t r a 8 • bürg (Uckermark) wurde aaendS der Hillsbahn» beamte QHülIct, der mit seinem Schwager auf dem Bahndamm nach Hause ging, vom Zuge er-< saßt und getötet. Wegen des Schneegestöbers hatten beide den in ihrem Rücken ter an* nahenden Fug nicht bemerkt. Der Schwager Mül, ler wurde zur Seite geschleudert und blieb zunächst besinnungslos liegen, erholte sich aber wieder. Der Lokomotivführer hatte infolge des Schneegestöbers nichts von dem Unfall' bemerkt. Unterwegs erfroren. In der Rächt ist in Lawalde bei Löbau (Th.)> wenige Schritte von seiner Wohnung «ntserntj der 67jährige Rentenempfänger Bleche ersro-. r en. Auf Dem Rachhausewege von einem ge»l fettigen Beisammensein nach seiner in einem abgelegenen Ortsteil gelegenen Wohnung ist er kurz vor feiner Behausung in einem hestigen Schnee- wehen in tiefem Schnee st e ck e n g*c b 1.1 c *t b e n. Erst mittags konnte nach planmäßigem, Suchen die vollständig unter dem Schnee begrabene Leiche geborgen werden. Auf einem Skiausflug verunglückt. Drei Schüler des LizeumS „Alpinum" in, Zuvz (Graubünden) unternahmen einen Skiaus- flug. Beim lleberqucren eines Lawinenhanges! rutschte ein Schneebrett l o s und riß zwei Der Sllsahrer. die dicht h.ntereinander fuß-' ren, mit sich. Ter eine konnte sich aus den Schnee-« massen befreien, der andere wurde weiter fortgerissen. Es gelang, den Verunglückten, nach zwei Stunden zu bergen: er war bereits, tot. Es handelt sich um den 13jährigen Fritz Hopf er aus Karlsruhe. Zwei fünfjährige Kinder im Finow-Kanal ertrunken.' In Schöpfurth spielten bie beiden fünfiäbriaen Kinder Annemarie Steinhausen unb Karl Noloff, mit einem Altersgenossen am Rande des Finow- Kanals und begaben sich dabei auf das Eis. Sie gerieten auf eine dünne Eisschicht in der Rahe der Fahrrinne, vrachen ein unb gingen sofort unter. Der am Ufer zurückgebliebene Spielkame- rnb holte die Däter der verunglückten Kinder herbei, denen cs mit Hilfe der Feuerwehr und bet Sanitätsabteilung gelang, bie Kinder zu bergen Alle Wiederbelebungsversuche blieben jedoch er- Großfeuer in Berlin. (Sin Feucrweßrmann von hcrabftttrzendcn Mauermasjen getötet. Berlin, 28. San. Heute abend brach in Alt- Stralau, einem östlichen Baratt Berlins aus bisher noch ungeklärter Ursache in einer Holzfabrik Feuer aus, das sich schnell über das ganze Furnierlager, die benachbarten Bureau- und Geschäftsräume und von Da aus auf Die hoher und tiefer gelegenen Stockwerks ausbreitete. Die sofort alarmierte Feuerwehr konnte nicht mehr oerhin- Dem, daß ein Teil Des Gebäudes unter furchtbarem Getöse z u s a m m e n st ü r z t e. Laute Hilfeschreie ertönten; entsetzte Feuerwehrleute suchten sich vor Den herabfallenden blühenden Eisenteilen und bren« nenben Balken in Sicherheit zu bringen. Durch her- abstürzende Mauermojsen wurde ein Feuer- w e b r m a n n getötet, Der erst seit kurzem bei Der Feuerwehr tätig und seit einem Jahre verhei- ratet ist. Zwe, Feuerwehrleute und Drei Lager- arbeiter erlitten schwere Verletzungen, Drei andere Ang.stellte der Firma wurden leicht verletzt. In dem Gebäude, in welchem zwei Firmen ihre Ge- sch lltsraume hatten, lagerten in sämtlichen Stock- werken Holz, Lack, Farben und Mer, woraus sich erklärt, Daß sich das Feuer in kürzester Zeit des ae- samten Gebäudes bemächtigte. An Dem Augenblick, als Drei Feuerwehrmänner unb sechs Arbeiter bei der Bergung van Möbeln das brennende Haus verließen, stürzte plötzlich mit lautem Krach Der Dachgiebel ab und begrub diese neun Per- fönen unter sich. Die Löscharbeiten litten unter Dem Wassermangel des Hydranten, so daß in aller Eile das auf der Obersprce ftahomerte Feuerlöschboot herbeigerufen werden mußte. Bis spät in die Nacht hinein halle Die Feuerwehr mit Der Bekämpfung des Brandes zu tun. träge zu erörtern. Veichsjustizmiuister Koch zur Lage. Haushalt unb Reparation —Reichs- und Justizrcform. Berlin. 28. Jan. (WTB.) Der Reichsjustiz. Minister Koch führte auf dem deutschen bemotra- Uschon Parteitag deS Wahlkreises Berlin u. o. aus: Bei allen Enttäuschungen über den lang- amen Fortgang der europäischen Verständigung liegt kein Grund vor. die Srfüllungs- ober Lvcarnopolitik zu schmähen. Deutschland toirb bet oen bevorstehenden Verhandlungen nach besten Kräften mitarbeiten. Rur soll man einsehen, daß es Grenzen für die deutsche Leistungsfähigkeit gibt. Wie sollte die Industrie eines vom Kriege erschöpften unb ausgebluteten Landes wie Deutschland bereits nach kurzer Zeit viel mehr leisten können als der eigenen Bevölkerung eine erträgliche Lebenslage zu schaffen, Die sie wieder arbeits- fähig macht. Der gegenwärtige Haushaltsplan ergibt unsere ungeheure Belastung. Es ist erwünscht. baß man versucht, die im Plane bereits wesentlich herabgedrückten Ausgaben noch weiter zu vermindern. Man darf aber nicht vergessen, daß in diesem Etat von deyn Milliarden Mark der weitaus größte Teil m st stehenden Ausgaben, wie Kriegsfällen und Kriegsentschädigungen oder m Uebcrtoei jungen an bie Ländern n d Gemeinden besteht, die nicht williuclich herabgesetzt werden können. DaS Steuervereinh it- ttchungSgefeh gibt erst Klarheit über bie Steuer- WilsonS 14 Punkte sind wohl fast alle nur Rainen für Entwickelungen getoejen, Die alle das Gegenteil von dem brachten, was sie versprachen. Einer dieser Punkte betraf auch die Freiheit bet Werte, ilnb seitdem dieses Schlagwort existiert. bemüht man sich nach allen Regeln bet Kunst barum, diese Freiheit auf dem Wege der Rüstung zur See wieder illusorisch zu machen. England muhte zunächst sein Privileg der 'Beherrschung der Weltmeere damals preisgeben, als auf der Washingtoner Konferenz den Vereinigten S t a a t c n die Zlotlenyarität der Schlachtkreuzer zugesprochen wurde. Die absolute englische S?e- beinschaft. die ursprünglich den Engländern als Grundlage ihrer Existenz galt, wat gebrochen. So sah man sich im Februar 1922 veranlaßt, mit Amerika. Japan. Frankreich und Italien ein Abkommen zu schließen, das besagt, daß (Sng.anb und die Vereinigten Staaten Gtoßlampffchifse mit einer Gesamttonnage von 525 000 To.. Jafean von 315 000 To.. Frankreich und Italien von je 175 000 To. besitzen dürfen, wobei die Größe dieser Großkampfschifse mit 35 030 To. begrenzt und das größte erlaubte Schiffskaliber mit 40,6 Zentimeter, sowie die Altersgrenze der Schisse mit 20 Jahren festgelegt wurden. Für alle übrigen Schiffsatten wurde aber eine Einigung nicht erzielt, so daß das W e 11 r ü ft e n i n b e n 11 e i- ner e n Schiffstypen einen ungehinderten Verlauf nehmen konnte. Lind bad hat man auch zur Genüge ausgenutzt. An 10 000-To.»Kreuzern liegen in England 7 auf Stapel, in Japan 4. in Amerika 2. In Frankreich 2 und in Italien ebenfalls 2. Außerdem sind sehr erhebliche Zcch- 0worxf fites oitrfltT en die Temperatur en Pie Linien «rptedt» Ort» «*« a*CK*C®- «ef nztresaivrau umar'»rnnrtre L»rt4re angcllagt teuren, sich aus den zur Umarbeitung in con- nenburg lagernden R.i.itärsachen lligerrechtlich Gegenstände angeeignet zu haben und die in einem Falle den Versuch gemacht hatten, einen als Zeugen geladenen Sträfling, in seinett Aussagen zu beeinflussen. Dir Angeklagten Bri?- Boische, Lauschus unb Schulz teerden von bcij Anschuldirung des Ti.bstahls sr igesprochen. te gen Hehlerei erhält der Angellag.e Boisch- sechs Wochen Gesang nis der Ange^ Uagke Euber wegen Diebstahls und Ve. aünstiaung drei Monate Gefängnis, von Denen, dn Rkonat als durch die älntersuchungshast ver^ büßt gelten folL In der Begründung berücksich-f tigte das Gericht die älmstände in Der Strafan- statt ©onnenburg, Die für das lemetlige Schupo- lommando große Derlockungen mit siÄ brachten. Erschwerend fiel für die Angctlagten ins Gewicht, daß sie sich die Vttfehlungen a 19 Beamte zu schul den tommen ließen, toayrenb sie doch zur Sicherung der Anstalt abkommandiert toareit 2H:l einem Balten herabgcslürzl. Nach einem Festmahl aus Anlaß Der Einweihung eines Kricgerdeillmals in Turin tngaben sich etwa 40 Postbeamte, die Der Feier beiaewohnt hatten, aufden Balkon Dcs Houses. Dieser stürzte unter Der Last Der auf ihm befindlichen Menfch^n in die T.efe. Sämtliche 40 Personen wurden mehr ober minder schwer verletzt. Die Wetterlaae. Aas der Prvvinzlalhauptstadt. Gießen. den 29. Januar 1929. Der längere Tag. Aufwärts geht eS wiederI Zwar nur langsam und mühselig, wie es scheint, aber doch auswärts. Länger wird der Tag, früher steigt die Sonne auS dem Bett, spater senkt sie sich auf den westlichen Höhenzug nieder. Größer wird die Lichtmenge, die zu uns kommt, nachdem sie sich tn den letzten Monaten immer mehr vermindert hat. Wir haben es bedauert und anderseits begrübt Denn damit kamen ja auch die langen Abende, die freundlichen, die den Familienkreis enger knüpften. Dun tritt wieder ein Reue« an uns heran. Im Grunde auch nicht neu. denn schon so und so oft haben wir ja den Kreis der um die Sonne wandernden Erde mttgezogen. sind mit dem längeren Tage dem Frühling entgegengeschritten und mit dem sparsameren Lichte den grauen TV.ntertagcn zugewandelt. Und es ist doch immer wieder ein Deues. weil man ihm als ein Heuer gc<>enübersteht. mit geänderten Anschauungen, mit größeren Erfahrungen, belehrt von Enttäuschungen und Bitterkeiten, w». sie der Lauf des 7l.ages gibt, emporgehoben von einer leichten M:l'e des GlüclS und wieder zuräckgeschleudert in ein Wellental, in dem wir uns mit kleinen Widerwärtigkeiten herumschlugen. Und nun stehen wir dem längeren Tage gegenüber. Neue- Hoffnungen brechen auf wie Blumen, die in der Wärme des ZimmerS die Kelche offnem Schon greifen unsere Gedanken vor und tasten In die blühende und singende Welt hinein, wo aus strahlendem Himmel Sonnenleuchten niederfällt und auch das Herz aufblühen läßt. Durch die klingende Welt sehen wir, aufgetan den tausend Wünschen, die aus und zugeflogen kommen wie muntere Sommervögel, und doch auch wieder ganz in der Stunde ruhend ohne Begehr, nur yinaegeben dem frohen Klang in unS selbst. Wohl werden noch manche Wochen dahin- schleichcn. bis wir Erfüllung dieser Vorschau finden. Aber wir sehen sie doch schon vor und, wir fühlen und doch schon durch den längeren Tag bewogen, freudiger auszuschauen, zuversichtlicher. gläubiger dem Tag vertrauend und stärker im Bewußtsein, wieder sonnige Zeit vor und zu haben. Gr ist nicht unbedeutend, der nur um ein Ge- rtngcd längere Tag. Und wenn wir richtig hinhören, vernehmen wir vielleicht auch noch eine kleine Ansprache dieses längeren TageS. der sagt: Dütze mich, wie du erst recht meine Brüder nützen sollst, die mit größerer Lichtfülle aufwarten. nütze mich zu sinnvoller Tat und rüstigem Schassen, aber auch zur Freude und zum freundlichen Genießen all dessen, was ich dir freigebig an Glanz und Duft, an Hoffnung und Erfüllung unterbreite I S. Kircherrmuslkalische Feierstunde. Die Männer - und Frauen-Dereini- gung der Matthäusgemeinde. die für die Vertiefung des kirchlichen Gemeinscha't^lebens innerhalb dec Matthüusgeme'nde schon viele wertvolle Arbeit gcleift.t hat reihte dieser fruchtbaren Tätigkeit am Sonntagabend mit einer kirchen- musikalischen Feierstunde in der Stadtlirche einen neuen Erfolg an. Wie dankbar diese Veranstaltung von den Gerne indeang h: rigen und dar- übec hinaus von zahlreichen anderen Mitbürgern begrüßt wurde, betoied der sehr starke Besuch, durch den die Kirche nahezu bis zum letzten Zu'atzplützchen besetzt war. Geschätzte künstlerische Kräfte hatten sich auch diesmal wieder in den Dienst der guten Sache gestellt: ald Sängerinnen w'.rlten mit Frau Dr. W e t) I von hier und u. W. zum ersten Male in Gießen Frl. Hedwig Gunderloch von Darmstadt. ferner Musiklehrer Franz Bauer jun., Studienasscs'or Knauß und Stadtrrganist Heinz Simon von hier. Die künstlerisch hochstehende Vortragdfolge war in drei Gruppen eingekeilt. Zn der ersten Gruppe unter dem Motto „Zch will singen von der Gnade des Herrn ewiglichI" hörte man Kompositionen von Zoh. Seb. Bach. G. F. Händel, Zvh. Wolfg. Frank. D. Arnold Mendelssohn, F. Mendclssohn- Dariholdh, für Orgel. Alt- und Sopranstimme, sowie Violine: ein Gerne.ndegelang im Wechsel mit Gesängen der beiden Sängerinnen, sowie dem Spiel der Violine und der Orgel erweiterte den Rahmen dieses Teiles. Die zweite Gruppe unter dem Motto „®o1 ist mein Hirte!" brachte Kompositionen von Heinr. Zgnat. Fr. Biber, Hu70 Wolf. Agvstiv.v Steffani, Anton Dvorik, wobei wiederum die Orgel, die beiden Sängerinnen und beide Violinen in wechselnder Mitwirkung zur Geltung kamen. Zn der dritten Gruppe unter dem Motto „Trine Güte, Herr, fei über un5l“ wurden die Zuhörer bekannt gemacht mit Werken von G. F. Händel, Max Reger. A. Becker. Arcangelo Corelli. für Orgel. Gesang und Violine: ferner war hier nochmals ein Gemeindelied eingeschaltet. Die Wiedergabe dieser Kompositionen durch die gereiften künstlerischen Kräfte des Abends bereitete den Zuhörern eine wirkliche Feierstunde. Dor allem gedenken wir mit lebhafter Befriedigung der feinen Orgelkunst des Eladtorganisten Simon, der prächtiger Interpret und feinsinniger. seines Amtes mit Delikatesse waltender Begleiter der übrigen Mitwirkenden war. Von starker künstlerischer Wirkung war auch wieder, wie schon oft. Frau Dr. Webl mit den reichen Mitteln ihrer schönen Altstimme, die in hohem Maße die Weihe der Stunde in die Herzen der Zuhörer senkte. Zn gleich hohem Maße verdient machte sich Frl. Gunderloch mit ihrer umfangreichen Sopran stimme. Musiki eh rer Franz Bauer jun., an dessen Meisterschaft auf der Violine sich zahlreiche Mitbürger schon wiederholt erfreuen konnten, bereitete auch hier wieder durch fein beseeltes, fein empfindendes künstlerisches Gestalten einen reinen Genuß. Studienassessor Knauß stellte sich mit seiner reifen Kunst auf der D'.oline würdig und ebenfalls sehr verdienstvoll in die Reihe der Gebenden dieses Abends. Wenn auch an der geweihten kirchlichen Stätte kaute Beifallskundgebungen, wie im Konzert aal. keinen Platz haben, so darf doch gesagt werden, daß wohl keiner der Zuhörer ohne das Gefühl aufr'ch'gen Dank s und toamer Ar erkenn', ng für die selbstlos Mitwirkenden und für die veranstaltende Matthäusvereinigung die köstlich« Feierstunde verlasfen hat. (Sitte Stiftung für die Krebsforschung. Das starke Anwachsen der Krebskrankheiten und die über diese Krankheiten noch bestehende Unklarheit über den Erreger haben den Vorstand der Landesversicherungsan st alt Hessen in Darmstadt veranlaßt, Mittel zur wissenschaftlichen Erforschung der KrebSkrankheiten zur Verfügung zu stellen. Als erste Rate ist der Betrag von 1 00 000 M k. bewilligt worden. Die Verwendung des Geldes wird im Einvernehmen mit der medizinischen Fakultät der LandeSuniversität In Gießen erfolgen. Ausdehnung der Krisenunterflühung. 2m ..Reichsanzeiger" wird ein Erlaß des Reichsarbeitsministers über die Ausdehnung der Krisenunter st ützung veröffentlicht. Soweit ein Bedürfnis besteht, sind die Vorsitzenden der Landesarbeitsämter ermächtigt, Angehörige der Zndustrie der Steine und Erden (Derufsgruppe 4 der Arbeitsmarltstatistik) und Tabak - und Zigarettenarbeiter (Be- russgruppe 13 e) zur Krisenunterstühung zuzulassen. Der Erlaß tritt am 28. 3aiuiat in Kraft. Taten für Mittwoch, 30 Januar. 1781; Der Dichter Adalbert v. Ehamisso in Doncourt in der Champagne geboren, — iol5: der Dichter Karl Gerok in Vaihingen a. d. Enz geboren: — 1928: der englische Feldmarschall Carl Douglas Haig gestorben. Vornotizcn. — TageskalenderfürDienstag. Stabt- tßeater: „Das Dorf Ganct Zusten", 19.30 bis 22.15 llhr. — Vortrag von Dr. Rehm, Bremen, über „Wirtschaftskrisis und Nachtriegsentwicklung der deutschen j)anbeIsfLotte", 8 Uhr, im Großen Horsaal. — L.chtspiechaus, Bahnhofstraße: „Das Spiel m.t der Liebe". — 2tftoria«ßid)t|picle: „Die Geisterfarm". — Stadttyeater Gießen. Aus dem Stadttheaterburcau wird uns geschrieben: Die heutige Uraufführung beginnt 19.33 ilßr. Außer dem Dichter werden auswärtige Presse- und Theatervertreter anwesend sein. Oberspielleitcr Hans Sannett hat das Stück inszeniert, die Bühnenbilder wurden nach Entwürfen von Karl Löffler in den Werkstätten des Stadttheaters ausgeführt. Auguste Prasch-Grevenberg. die Mutter deS Zntendanten, gastiert in der Rolle der allen Frau Lanz. Es mieten ferner mit die Damen: Brack. Fuhrmann. Jüngling. Krahmer. Scherer: die Herren Arzdorf. Baste, de Castro. Ebert-Grassow, Gareis. Gehre. Haeser. Knur, Linkmann, Schubert. Seitz. Volck, Wesener. — Die Vortrags-Vereinigung veranstaltet 8um Abschluß ihres dieswinterlichen Dortragsprogrammes einen heiteren Vortragsabend. zu dem sie den bekannten Dortragsmeister Emil Kühne aus Berlin eingeladen hat. Der .'.ürstier wird auch diesmal wieder seine beliebten und gern gehörten heiteren Weisen zur Laute bringen. (Siehe heutige Anzeige.) — Vortrag von Professor Eibe. Es ist der Studentenschaft unserer älniversität gelungen, den älniversitätspro;essor Dr. Hans Eibe aus Wien, der sich gegenwärtig im Auftrag der „D e u t s ch - O e st e r r e i ch i s ch e n Arbeitsgemeinschaft" auf einer Vortrags- rei'e im Rriche befindet, auch für einen Vortrag in Gießen zu gewinnen. Wir müssen in die Tage des deutschen Zdea.ismus zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, in die Tage eines Fichte. eii.es Stein, eines Herder zurück, wenn wir zu einer Geisteshaltung den Problemen des volk- lichen und europäischen G.'meinschaftslebens ge- geniü er kommen wollen, die an die eindrucksvollen ©eDantengänge des Wiener Philosophen erinnert. Eibe hebt die Begriffe Volk und Staat. Europa, Well in die Sphäre sittlicher und metaphysischer Verpflichtung und gewinnt aus letz.en Tiefen heraus neue Grundsätze für den Qluibau organischen Gemeinschaftslebens im ge- samideutschen Voll, für das Verhältnis der Völler untereinander, für daS Verhältnis von Völkern und Staaten, Staat und Voll. Prof. Eibe wird in Gießen zu dem Thema: „Grundsätzliches zur Lösung der deutschen Frage" sprechen. Man beachte die heutige Anzeige bed 2. D. A. — Bersonuklen. vuf önrab bei tHtcre» arenze-Gesetzea treten am 1. fyebruar In den Ruhe» stand: die Lehrer Christian Dommereheim an Der Volksschule zu Bao-Nauheim, Peter Hedrich an der Volksschule zu Homberg a. d. Ohm, Heinrich Knoll an der Volksschule zu Ettingshausen, Kreis Gießen, sowie der Stadtschulrat bei dem Stadtschulamt Gießen, Dr. Konrad Alle». — Ernannt mürben Dr. Georg Heldmann in Darmstadt mit Wirkung vom 1 Januar 1929 an zum Kustos am Lanbesmuseum in Darmstadt, der Fachlehrer Franz Seyffarth zu Alsfeld mit Wirkung 00m 1.Januar 1929 ab zum Gewerbelehrer an den Fort- bilbungsschulen im Bezirk Alsfeld. •• Vorbildlicher Vogelschutz. Wie und aus unserem Leserkreise berichtet wird, übt der Förster Arst von der Stadtförsterei Hochwart einen vorbildlichen Voge.schütz aus. Der wackere Forstmann hat an seinem Hause im Stadtwald aus den Fenstergesim'en, Blumenkästen usw. Futterstellen errichtet, die von den gefieberten Bewohnern bed Walbes gern und reichlich in Anspruch genommen werden. Alltäglich famir.eln sich dort große Scharen Waldvögel der verschiedensten Art, Qllei en, Finken, Amseln, Dompfaffen, Zaunkönige usw. zur Einnahme ihrer Mahl-eiten. Mit lautem Gezwitscher tummelt sich die buntgemischte Schar von fr em Hause, und wenn einem der kleinen Gesellen die Zeit bis Aum Futterstreuen gelegentlich einmal etwas zu lang, erscheint, klopft er wohl auch mit seinem Schnabel an die Fensterscheibe, um die Hausbewohner zu cttoaS größerer Eile anzuspornen. Mit dem gemütlichen Trost „Wart nur, du bekommst gleich Deine Portion" wird bann von dem Schirm Herrn der kleinen Schar die ersehnte Rahrung reichlich auögeftrcuL Diese vorbildliche und latfroße Siebe zu den gefieberten Bewohnern bed Walbes, die allen Bürgern in Stabt und Land zur Rach- ahmung dringend empfohlen sei, findet ihre schönste Belohnung in der täglichen Freude an der kleinen Ge'ellschast und in dem vielstimmigen Konzert, das diese Im Sommer ihrem Wohltäter bereitet Berliner Börse. Berlin, 29. Lan. (WT2. Funkspruch.f 3m heutigen Frühverkehr ist es wieder sehr still und da Sturfe noch nicht genannt werden, bleibt die Tendenz undurchsichtig. Anregungen nennenswerter Art liegen ebenfalls nicht vor. der um- regelmäßige Schluß der gestrigen Reuyorker Börse könnte sogar eher zur Zurückhaltung mahnen. Jeen Weisel, (Heben. Sonnenetrebe •» Tdepkee Ur. M \PQE1SE 0.20-120 SCHMERZLOSES RASIEREN DURCH VORHERIGES EINREIBEN MIT Dm fielnnilheitswaner KameiaMschalt "7” Große Gießener 8«9D Cafä Ernst Ludwig Mittwoch, den 30. Januar, nachmittags 3 Uhr Kinder-Kostüm-Fest mit der kleinen Tänzerin Elisabeth Faschlngstralben Ueberraschungen I38D ANgemeineOriskranken- kaffe Giehen-Giadt Die rückständigen Beiträge zur Kran'ken. koste, Invaliden- und Arbeitslosenver- istcherung für den Monat Dezember 1928 können noch bis zum 5. Februar 1929 ohne Kosten bezahlt werden. Rach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung Die Einzahlung tonn Dienstags von 8 bis 1 llßr bei unterer Kaste, ober aul unter Postscheckkonto Amt Frankfurt a. HL Olt. 10633, erfolgen. Gießen, den 28 Zcmuar 1929. Winkler Rechner 85OD Buchen- absallholz kur» geschritten. neue B-aünnfl, gibt wieder bis auf werteres fuhren«unb wagaon- rueife ab 833D Firma J. Bimmelsbach Werk Nidda. Trinkeier drrcki 00m Nest, Innen ) her vau ■ ab 4 B U» Grüne Heringe...... P>o. 20 ? B W Seelachs 1. Ansichnttt, Pid. 40 4 B M «rriiche Koteletts.....Pio. 50 4 H Bä Fiiers ohne Haut und Gräten B H Ibraifcrttg).......... Pid. 65 4 B Marinaden M Bismarckbertnge. RollmovS. Hertng L Gelee. Lra beringe. B Q Äronfardinen. 1-Li'er-Do>e 85 B ■ ferner >ose und in Dosen a 4 Huer g Bücklinge frische gro re Norweger. PW. 30 A, 5 P,d. m 1.30. I E iein.ie cmltftbe....... Pid. 60 A ■ ■5 Zrl'che Spioacn-P d. 20 a h ff. Sauerkraut | m felbit eingemacht. Pfd. 25 «*. sNAirGmeWs H3 Pabnbofitr. 27, ^crnchr. 1G3I DÖA K BeimüßücpBeieinlgung kikWkWW Mittwoch. 30. Zan.. abends 8.30 Ubr im Nestaurant „Ci:fel Srans“ Plockstr. ö lm l. Stock 851" Ter Voritand. Zur Dervollsiandigung seiner Iteise- Kolonnen sucht großes Unternehmen energische jüngere Vertreter. (Einarbeitung durch Führer. Für Luch- u. DersicherungS'Leute größte Aussichten, da einfacher. Höchste pwviflonell. Adressenangabe u. 0273 a. d. G. Anz. BriDitiiMCe verwenden nachweisbar mit be iem (Ariola : fcher'ö ftnflc aclent- Bruchband* D. N -Vatern — ohne Feder, ohne Gummi, ohne Schenkelriemen — für olle Arten von Brüchen. CS iit die emfachne und ficherue Bandage, well die Helotte in einem Kugelgelenk nach alt en Seiten brebbnr tft und genau die 'jirudiPfoue .abneoelt*. DaSKugel 'elenk- Bruchband übt an keiner Körpernelle einen taillgen Druck auS. Wundfchcuern. felbitbei ichwirster Arbeit und der größten Hitze, iit gänrliai nuSgeichlosfen: es halt auch fchweriie Brüche mit Sicherheit unter Garantie zurück. Wo noch Aussicht auf natürliche Heilung deS Bruches vorhanden iit. wird diese — durch daS Tragen meines Landes bei Tag un) N.rcht — naiurgemäV'betiäcktlich ge- iöi beii.yiut fDtiiünnicriifluin. l'ollfommen konkurr.nllos! St 0 ite n 10 fe Bo rfüh- tun« des n e u e ü e n Ivt 0 dellS tauch öie Herren Aerzie find böfL emgetadem in fsricöbcra: Ho el DemicheS ynuß. Utui* wollt, 30. Januar. 10-1 un) 2—4 Uhr; i OJiciicii: BahNcroi-^oiel.Venz". Donners» 1 lag. 31. Z.im 10- 1 u. 2 - 4 Ubt; Alsicld: Hotel ieuiiites HauS. ß-reuafl, L Ö«bu 10—1 und 2-4 Ujr. Der Gründer un) alleinige Hersteller: Paul Fleischer, Freisbach (Pfalz). 84 D Vortrags-Vereinigung (aaethe-Bnnd EauZmännlicüer VereU OrlsgewerbevereUü Mittwoch, den 30. Januar 1929, abends 8 Uhr in der Neuen Aula der Universität Heiterer Abend mit Emil Kühne dem bekannten Vortragsmeister als Gast Die Mitglieder der drei antreeebiossenen Vereine haben bb zu zwei Platzen freien Eintritt gegen Vorzeigen der b’anea Eintrittskarte. — Die Au-gahe dieser blauen und allein gft.Loee Eintrittskarten eifolst vorder unentje.Ulch gegen Rückgabe des Konlrorabschnllts Kr. 6 des blauen Answeiahefie» der Vqitra-'9- Vereinigung in der Musikalienhandlung Challler. Vergebung. Für das am 8^ 9. und 10. Juni b. J. in IsiederMör'.cn statlfindende Bezirks- turnjcsl, verbunden mit 25jährigem Stiftungsfest des Turnvereins Nieber-Mörlen, sollen Musik, Wirtschofl sowie Plätze für Karussell, Schisffchaukel, Schießbuden, Ber-^ kaufsstänbe und dergleichen vergeben werben. 864D Angebote sind zu richten an Johann PHUipp, Tkieder-Mörlen. Friedhosstraße. Speise-und Sa'.ai- kartoffeln tn vrtma Qualität. empfiebU billigu W. Hankel, Neuen Baue 7, Televd. 612. 45D öle erhalten 10 bis 50% Rabatt! Offenbacher Lederwaren-Vertrieb C Röder / Telephon 1750 nur Kirchen platz 9 au der Stadtkirche Reparaturwerkstatt lm Bause, fachm. Bedienung 8.ID letzt können Sie noch Geld sparen wenn Sie die Vorteile in Boilers Invenhir-AosveM fit»1 jlrJ Benützen Sie diese Müße Gelegenheit zum Einkauf bester Waren! Mäusburg 12 GIESSEN Mäusburg 12 beiressend l [859V ein durchaus Aus @n Von Beileidsbesuchen bittet man abzusehen. 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Private flca hohe>Proui'ion gesucht. Must' r werden gestellt. Schriftliche Ängebote un er 814U an d.Gte :.9lnz. Zwisck § 5a. Krankheit wenn die die Notwc das Bestei hervorzuh« nisters des Polizeioelol Fassung erlassen 85erhal Die Ben betrieb dien ausgenomm bädjtifl smd. jung gcstat Solche i Kranke, nannten K besteht, du be ordert v Die Bl Keuchhustl zündung. Stadttlieater Mittwo i' ltO.Ian.. 17. mutnjodi-’Uü.-BdL von blS 227< Uhr: notl cnö Unna Schauspiel in 4Akten von Veonlx ötant. 3. Kl. 6,21, 4. Kl. 17,33, 5. 6. Kl. 9,70 km. Güteklasse kk: 3. Kl. 40,90, 4. Kl. 67,93, 5. 6 Kl. 7,52 fm. Ordentliches Mädchen VON 20—22 Jahren gegen guten Voiin gesucht 857 l) Plockttrafic 9, Laden. Hungen, den 25. Januar 1929. Bürgermeisterei Hungen. Fendt. WMMlWM gesucht, der über 1000 Mk. Betriebsmittel bar verfügt. Wahnnngslage gleichgültig. Bur Innendienst. Ein arbeitSsreudtger Herr kann sich ein BoMto«OOIl500M schassen. Persönliche Vorstellung mh Papieren bei Herrn Haack ». 3t. Gicficn, Hotel Schütz, Mittwoch von *M0-5 llbr, Donnerstag von */,10—1 Uhr. Hainbuchen, Güteklasse 2. Kl. 34,72, 3 Kl. 9,97 lm. 206,92 Festmeter. Crumbach, den 25. Januar 1929. Herrmann, Bürgermeister. mersheim, Billingen. Güteklasse A, Vuchea: - Al GsriSkle PsUchi dec Ausgeber v. icNen- angeboten ist eS, die rin« gcg-nge-.Sewcrbui-gS- unterlagen «Zeugnisse, Zeugn^abschnft., Lichtbilder u.bglj schneNsscns lurütfauf. Ölt kZicliunz- suchendm sind banibar dafür, wenn man ihre Zcmünungen jur ßr« lanqung ein. geeigneten Täsiateit aus blcrelCcl(c untersiützl und sind aus diese selbssverständiiche pflicht auch angewiesen. OiLZenev KnreLsev ------ Nutz-und Vrennholzversteigerung lm fürstlich Solms-Braunfelvschen 5ot)i- cevier Hungen, Distrikt Fuchsstrauch, bei Garbenteich, am Samstag, dem 2. jebruar 1929. Zusammenkunft 10% llhr vormittags am Bahnwärterhaus Fuchsstrauch. Zum Verkauf kommen: . sichtenderbstangen: 38 St. l.Kl., 120 St. 2. Kl., 328 St. 3. Kl. 7ichlenreisstangen: 300 St. 4., o. und 6. Kl. Buche nn: 30 Scheiter, 21 Knüppel, 18 Stöcke, 200 Stamm- und Astretser. berg. Ebers! Hessi ftra'te 19. 87div (9ichcu, ilVilbclm- e»»e»eee©»s® • strnhc 5 v. P'27-i MkiWrutii« oder Neileoosten bei emaef. Kundichait. Mann Bareinlage in Höbe von er 20 bt« soooo Mk. -ta stellen M. Bed. solides Uniernehuien und Ltcherstellun, des Kavtials sowie aus» reichende PerdtenstmögliLkeit. Bin 27 I. all. An rebote inner K. L. 62 C. an ALA Laaienstela & Vogler, Kassel. 1860V Zagdverpachtung. Dienstag, den 12. Februar 1929, nachmittag» 17* Uhr, findet auf dem Rathaus zu Eberstadt (Kreis Gießen) die Neuverpachtung der Feldjagd der Gemarkung Lberftadt auf weitere sechs Jahre statt. Die Jagd umfaßt 538 Hektar Feld und hat einen erstklassigen Wildbestand, besonders in Hasen und Hühnern. Die Jagd kommt in zwei Abteilungen und auf Wunsch nochmals im ganzen zum Ausgebot. 869D Das Jagdgebiet liegt sehr günstig, da Eberstadt regelmäßigen Autobusoerkehr von Gießen und Sich hat und Station der Butzbach-Licher Eisenbahn ist: auch grenzt das Jagdgebiet an den Bahnhof Münzen- Auhholz-Sudmission. Das nachverzeichnete mit Rinde gemeßene Buchen- und Hainbuchen-Stamrn- Holz soll aus dem Wege der Submission verkauft werden. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift ver- ehen bis zum Donnerstag, 7. Februar 1929, vormittags 10 Uhr, bei uns einzu- reichen, woselbst auch die Bedingungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, eingesehen wer- den können. Das Holz ist vorher einzu- ehen, da spätere Reklamationen nicht angenommen werden. Auskunft erteilt die unterzeichnete Stelle und Förster Bom- CI lil Donnerstag,31.Januar,abends7Uhr bullllll flesInvenhir-AnsveMs Nutzholzversleigerung Die Gemeinde Crumbach versteigert am 2 Jebruar 1929, von vormittags 11 llhr ab bei Heinrich Waldschmidt folgendes - 819D Heute morgen verschied nach langem, schwerem, mit grober Geduld ertragenem Leiden unsere Hebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Groll in utter und Urgroßmutter Fffltoa8tteaSphe.gti.tier im 80. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Lodwig Balser Familie Karl .7tiger Familie Uilitelm Jäger Familie Heinrich Jäger. Lindenstruth, Frankfurt a. M. und Reiskirchen, den 28. Januar 1929. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 30. Januar, nachmittags 2 Uhr, statt. 0271 Wir betrauern das Ableben unseres heben A.n. akt. 06/08 (x x) Leit Arzt des Bürgerhospitals in Friedberg i. H. Die Landsmannschaft Darmstadtia I.A.d.C.: Gerhardt (x). Beerdigung: Mittwoch, den 30. Januar, um 3 Uhr nachmittags in Friedberg. Zagdverpachlung. Arn 12. Februar b. 3., von 2 llhr nachmittags an, werden auf dem Rathaus zu Grüningen einzeln auf neun Jahre verpachtet: 8650 1. die Gemeindejagb Grüningen, be- stehend aus 500 Hektar Feld und 5 Hektar Wald; 2. die Jagd der TNarkgenossenschaft Grüningen-Vorf-Gill, bestehend aus 167 Hektar Wald und 4 Hektar Feld. Die Jagdbezirke sind durch die Kraftwagenlinien Gießen—Gambach und Gieren—Lich leicht zu erreichen. Grüningen, den 26. Januar 1929. Gießen Hessische Bürgermeisterei Grüningen. E u e r. Der Markvorstanb. _______Nicolau», Forstrat._______ Düngekalk Aetzkalk lämiltche Sorten taHoger stets auf Lager. WD, H. Trechsler (Stein ftr. 73, tctlCBl holzversteigerung. Die Fürstlich Solmsische Oberförsterei Hohensolms versteigert am Dienstag, dem 5. Februar, im Gerlachschen Saale in Bieber bei Gießen aus dem Distrikt hclsholz: Lschen-Stammholz 1. und 2. Kl. 17 Stück mit 3,72 fm (gutes Wagnerholz), Iichten-Derbstangen L bis 3. Klasse 198 Stück; Duchen-Scheit- und Prügelholz 356 rm, Reisig 130,10 Hundert Wellen; Lichen-Prügelholz 25 rm, Reisig 10,70 Hundert Wellen ; Kiefern-Prügelholz 7 rm; aus dem Distrikt Dindelbach: Lichen- Stammholz 2. bis 6. Klasse 15 Stück mit 14,14 fm (reifes Holz); Buchen-Stamm- holz 2. und 3. Klasse 24 Stück mit 13,36 fm; Aspen-Stammholz 2 Kl 4 Stück mit 0,95 fm; stiesern-Slammholz 2a Kl. 1 Stück mit 0,45 fm; Fichten-Stammholz la- bis 4a°Kl. 97 Stück mit 46,95 fm; Derb» ftangen 1. bis 3. Kl 60 Stück. 8620 Anfang 10 Uhr. Das Nutzholz wirb zu- erst verkaufl_______________________________ —Mittwoch, den 30. Januar 1929, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neuenweg 28 — im „C-roen“ — zwangsweise gegen Barzahlung: 8670 einen Kassenschrank, drei Schreibtische, ein Schrankgrammophon, ein Klavier, ein Oelgemälde, eine Chaiselongue, eine Kommode, einen Rauchtisch, zwei Sessel, ein Büchergestell, drei Hobelbänke, zwei Ladentheken, eine Registrierkasse, zwei Gasherde, einen Kastenwagen, einen Grasmäher, einen Diwan einen Ausziehtisch, ein Vertiko, ein Pianino, zwei Büfetts, drei Pferde, einen Heißwasserapparat, einen Kleiderschrank, eine Ausputzmaschine, zwei Croupons Sohlleder, einen Aktenrollschrank. Junker Gerichtsvollzieher in Gießen. stadt, den 26. Januar 1929. sische Bürgermeisterei Eberstadt. G ö r l a ch._____________ SHIH. Dlittmodj. 30 3on.: Abendfchri auf den mn 5d>iffenberg. Trenvnukl 18.3011 Ur: Lndwlgeolav'm.Skt. | Vermietungen | 3ivci ichönc leere Zimmer m. Küche u. Zudeh. zum 1. Februar zu vermieten. Schrtf.l Ankr. unter 0266 an den Gleß. 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M. ist Gesamtprokura für die Zweignieder- lassung der Gesellschaft in Gießen erteilt worden dergestalt, daß ein jeder von ihnen gemäß Artikel 11 der Satzuna die Firma der genannten Zweigniederlassung in Gemeinschaft mit einem persönlich haftenden Gesellschafter oder mit einem anderen Prokuristen zu zeichnen berechtigt sein soll. Die Prokura des Hermann Klee In Frankfurt a. M. ist erloschen. Dießen, den 23. Januar 1929. _________Hessisches Amtsgericht.__________ ^Zogdverpachtung. Die Feld- und Waldjagd der Gemeinde Nidda, umfassend zirka 1050 Hektar, darunter zirka 80 Hektar Wald, wird Donnerstag. den 31. Januar 1929, abends 8H Uhr, im Rathaussaale auf die Dauer von neun Jahren öftentlich verpachtet. 5460 Nidda, den 15. Januar 1929. Bürgermeisterei Nidda.R ingshausen LNÜdchsn das feibftänb. kochen kann und tn Hau»- utbett erfahren tft für 15. öebr. in kl. Hauch, oef. Stamm, Wilhelmstr. 10 I. n,,« [Stellengesuche! Fränleln fnebt Stelle als Wäichcb eict,liehe' rin oder Walch» küchenleiterin.Gme Zeugnisse Vorhand. Schr.Angeb. u. 0270 an o. Gtefi.Anz. erb. IIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIII1IIIB Mädchen 23 Jahre alt, lucht Stellung in beff. Haushalt für Hau» oder Küche z. 15. II. oj. 1. HL 1929. enD Martba Bübrti, Brau «Ichwetg, Wendenftr. 39/40. (IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHII !5chuhmacher- Lehrling auf Ostern gesucht. Schr. Angeb. unter 0212 an d. Gieß. Anzeiger erbeten. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 23. Januar 1929 bei der Firma Arnold Mueller, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen folgendes eingetragen: Dem Kaufmann Eugen Huber in Gießen ist Prokura erteilt. 852D Gießen, den 24. Januar 1929. _________Hessisches Amtsgericht._________ Arbeitsvergebttng. Für die Feldbereinigung Annerod sollen auf dem Rathaus zu Annerod nachstehende Fuhrleistungen, zu rund 400 RM., Drainagearbeiten und Liefern von Pflöcken, zu rund 3500 RM. veranschlagt, in einzelnen Losen vergeben werden. 8630 Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrist versehen, postfrei dis zum Eröffnungstermin am 5. jebruar 1929, vormittags 9% Uhr, einzureichen sind. Huschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 28. Januar 1929. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Bekauutmactzuug. Der vom Gemeinderat durchberatene Voranschlag für 1929 liegt vom 30. d. 2H. ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll oorgebracht werden. 8530 Weickartshain, den 29. Januar 1929. Bürgermeisterei Weickartshain. Hock.________________ Neue aparte Damen- Masken- kostüme ZU verleihen. »p LÜVklN.tt k. | [Verschiedenes! । Besucht die Handels* ■ sehsle Knniehnann I IBit Ni Walen1 meoreie Md. 1000.- an kluaeHanSirauen. ' Rar idjriftlidie An- fronen an 0263 | Elektrolux | Gienen. 1 Glatthaarige Foxterrier- Hündin entlaufen. Wieder- bringer Belohn. Dr. Hofmann n iurter Sir. 43. [ Vereine ! ö/Iasken-! kostüme in eleganter u. ein- tacher Ausführung, sehr preiswert zu verleiden. Gerstenhauer j Wilhelmstr. 8 ». , Slaolere ömmonlams werd, fachgemäy u. oretSwert gestimmt u. revar. @.6öerl™*.=nv. (Ble6eiuDloimr_ll Telephon 2403. Verkant v. neuen u. gebt. SHao. Zu d°m Landvolktag und 10jährigen Bestehen des Hessischen Landjugendbundes am l.z 2. und 3. Juni 1929 rn Anngen auf dem Galgenberg soll die Wirtschast vergeben werden. Der Festwirt hat 2(0 bis 250 Meter Hallen -u stellen. Angebote sind hekioli.erweise sowie ü.erhaupt bis zum 15. Febr. an unterzeichnete Stelle einzureichen. Gleichzeitig fo;. der Iuxplah (Karusiell,Schic tubc, ,)uckerstande usw) vergeben werden. Angebote s.wie Erkundigungen sind gleich- zeitig bis zum 15. Februar bei unter eichneter Stelle einzureichen. «45D Der Äundcsvorfitzende des Hess. £anbjugcnb= bundeS,Robert Schmidt.Eteinheim Kr Gießen Prima, gulkochende Wri Oleßen (Mühlstrafie 24), den 27. Januar 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. Januar, nachm. 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt jQiOl» Hygienische ÄrtttH A i sämtliche Gommlwartn|; Droflerie Wicierhen/ . KrcuioUt* 10 Z Xbt mroten« Statt besonderer Anzeige. Heute nachmittag wurde nach kurzer, schwerer Krankheit unsere herzensgute, treusorgende Mutter, meine liebe Tochter, Schwester, Schwiegermutter und Tante Frau Marie Scheel Ww geb. Bob im Alter von 55 Jahren aus ihrem arbeitsreichen Leben abberufen. Die trauernden Hinterbliebenen Danksagung. kfa tprechc allen denen, die unserm teuern Entschlafenen toflwiä Dünner, Allhiirgenneisier lm Leben Liebe und Freundschaft erwiesen und ihn zu seiner letzten Ruhestätte begleitet haben, lm Namen aller Hinterbliebenen meinen tiefgefühlten Dank aus Frau Auguste Dörmer geb. Habermann. Lieh, den 29. Januar 1929. gssS w voll LS SchiffK^ „!> "l'"‘.“‘t“ KM M.1000' flut ^/MolüL ' ©iattboo'10* F°,ter^n ttüoölU t.n W>ed^. "“IS ?-'*■„ "o°''°.7A (—VereineJ Nr. 24 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Viens'ag, 29. Januar 1929 Vereinheitlichung von Steuern. Die Besprechung über das Steuerverein* heitlichungsge etz wird im Reichstag fortgesetzt. ilnfere Leser werden es deshalb begrüßen, daß zwei Abgeordnete, die dem Steierausschuß des Reichstages angehören, in den nachfolgenden beiden Artikeln die wichtigsten ter zur Verhandlung stehenden Fragen besprechen. L Grund und Gewerbesteuern. Don Or. L. Hoff, Mitglied des Reichstages. Der englische Ministerpräsident hat einmal gesagt: ..Wir produzieren nicht, um Steuern zu befahlen. Die Erhebung von Steuern soll einen produktiven und nicht einen unproduktiven Eingriff in die Wirtschaft darstellen." Ob England dieses Ziel mit seiner Steuergesetzgebung bereits erreicht hat. kann dahingestellt bleibesn. Wir in Deutschland sind jedenfalls noch weit davon entfernt. Das gilt besonders für die Real steuern, die ihrem Grundgedanken nach auf die persönliche Lerstungsfähigkelt des Steuerpflichtigen keine Rücksicht nehmen sollen. 3n» folgedessen sind derartige Steuern nur erträglich, wenn sie mit geringen Sätzen erhoben werden, und wenn ihre Erhebung sich auf einein, möglichst grosten KreiS von (Steuer* psllchtigen erstreckt. Bisher werden in Deutschland zwar alle Grundstücke von der Grundsteuer, aoer nur die stehenden Gewerbe von der Gewerbesteuer ersaht, die letzteren auch nur insoweit. als es sich um private Unternehmungen handelt. Das Wandergewerbe wird zwar verschiedentlich zu gebührenähnlichen Steuern herangezogen, aber nicht der allgemeinen Gewerbesteuer unterworfen. Hier wäre bei den bevor- stchenden Beratungen des Steuecvevrinheitli- chungSgesetzes die erste Möglichkeit, den Kreis der Steuerpflichtigen zu erweitern. Hinzukommen aber mühte vor allem die Ausdehnung der Steuerpflicht auf die Betriebe der öffentlichen Hand. Wenn man 'in einer auf privat- kapualistischer Grundlage beruhenden Volkswirtschaft schon der öffentlichen Hand gestattet, sich im Wettbewerb mit der Privatwirtschaft zu betätigen, dann muh wenigstens die Grundlage dlesesWettbewerbes dlrgleiche lein. Ob und inwieweit man die freien Berufe zur Gewerbesteuer heranzirhen kann, wird ernsthaft zu prüfen sein, und zwar ebenso unter Berücksichtigung der Tatsache, dah die Ausübung eines freien Berufes nicht ohne weiteres einem lediglich auf G.'winnerzielung gerichteten Gewerbe gleichgestellt werden kann. Dqh die Rcalsteuern eine mit ihrem Charakter nicht mehr zu vereinbarende Höhe erlangt haben, ist allgemein bekannt. Infolgedessen war auch die Absicht des Reichstogsbeschlusses, aus dem heraus die gegenwärtige Vorlage entstanden ist, mit ihrer Hilfe eine Senkung der Real- steuern hecbeizuführen. Diese Absicht wird durch den vorliegenden Gesetzentwurf leider nicht verwirklicht. 3m Gegenteil. eS liegt m dem Entwurf sogar eine gewisse Tendenz' zur Erhöhung der Steuern. Diese Tendenz ergibt sich aus der Festsetzung der sogenannten Steuer- Meßzahlen. Die Steuer-Mehzahlen sind als Durchschnittszahlen der gegenwärtigen Steuerbelastung errechnet und daher nid)t als Steuersätze anzusprechen. Die Steuersätze aber sollen nun in Prozenten der Steuermehzahlen festgesetzt werden, und es mühte sich schon ein grundlegender Wandel in der Mentalität derjenigen Menschen vollziehen, die zur Zeit in Deutschland die Geschicke der Kommunen lenken, wenn sich nicht als erste Folge einer solchen Regelung bei ihnen, soweit die gegenwärtigen Steuersätze noch unter 100 Prozent dec Steuer-Mehbeträge liegen, der Ehrgeiz entwickeln sollte, vor allem erst einmal an diese 100 Prozent heranzulommen. Theoretisch notwendig ist einss solche Entwicklung natürlich nicht, aber praktisch würde es nach allen Erfahrungen ziemlich sicher dahin kommen. Die Folge davon ist, dah, wenn überhaupt die ©teuer* Meßzahlen beibehalten werden sollen, ihr« Höhe wesentlich herabgesetzt werden muh. Da eine unmittelbare Senkung der Realsteuern von dem vorliegenden Gesetzentwurf leider nicht zu erwarten ist. wird es um so mehr darauf ankommen, wenigstens die andern Ziel« einer Vereinheitlichung und Vereinfachung der Länder steuern zu erreichen. Dabei kommt es für die Zukunft in erster Linie auf die Vergleichbarkeit dieser Steuern in den einzelnen Gemeinden an. Bei der Grundsteuer wird die Vergleichbarkeit durch die Bestimmungen des Gesetzentwurfs im wesentlichen erreicht. Richt dagegen bei der Gewerbesteuer, und zwar deswegen nicht, weil hier im Gegensatz zu dem erften Entwurf des Finanzministeriums nunmehr verschiedene Steuersätze oder, um sich dem Sprachgebrauche des Entwurfs anzupassen, verschiedene llmlagefät)« erhoben werden können. Es ist nach dem vorliegenden Gesetzentwurf möglich und sogar die Regel, dah je ein Umlagesatz festgesetzt wird für die Gewerbeertragsster^r und für die Gewerbe kapital* und Lohnsummensteuer. Damit aber hört praktisch jede Vergleichbarkeit auf. Sieuersachverständige werden sie natürlich durch Umrechnung Herstellen können, die Oesfentlichkeit aber steht jeweils vor zwei voneinander unabhängigen Zahlen, denen zunächst jede Vergleichbarkeit fehlt. Dah die Sozialdemokratie auch dies« Gelegenheit benutzt, um ihre Rivellierungstendenzen weiter zu verfolgen, liegt auf der Hand. Der sozialdemokratische Redner hat infolgedessen auch bereits am vergangenen Freitag angekündigt, dah die Sozialdemokratie Anträge stellen toerbc,_ die auf eine Progression der Steuersätze namentlich bei der Gewerbesteuer hinauslaufen würden. Er hat das so aus- gedrückt, daß die Sozialdemokratie eine Ge» ftaltung der Realsteuern hecbeiführen wolle, die auf die persönlicheLeistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen soweit Rücksicht nehme, wie dies mit dem Charakter der betreffenden Steuern als Realsteuern vereinbar sei. Es tourbe ihm darauf sofort erwidert, daß eine stärkere Berücksichtigung der persönlichen Leistungsfähigkeit, als sie bereits in dem Entwurf zuin Ausdruck komme, mit dem Charakter von Real steuern eben nicht vereinbar fei. Raturgemäh wird um diese Fragen noch ein heftiger Kampf entbrennen. Richt darum allein. Auch die Frage der Anhörung der Berufsvertretungen bei der Festsetzung der Steuern wird dabei eine ent- s cf^idende Rolle spielen. Der Zu stand, dah die einen die Steuern beschließen, während die anderen sie bezahlen, wird unter den herrschenden politischen Verhältnissen ja im Grunde nicht zu ändern sein. Das mindeste aber, was angesichts eines solchen Zustandes verlangt werden muß, wird doch wohl die Anhörung derjenigen sein, denen die Last der Steuern auf erlegt werden soll. Wenn dagegen Einwendungen erhoben werden, deren Riederschlag sich unter Andeutung des Paritätsgedankens auch in der Begründung d«S Gesetzentwurfs findet, so ist darauf zu erwidenr, daß auch Vertretungen der Arbeinehmer das Recht zur gutachtlichen Aeuherung zugebilligt werden kann sobald — etwa auf Antrag der Sozialdemokratischen Partei — auch Arbeitnehmer zu einer ter Gewerbesteuer entsprechenden Sondersteuer herangezogen werden sollten. Wir sind für Parität, für eine Parität allerdings, die Rechte und Pflichten gleichmäßig verteilt. II. Gebäudeenischuldungsfleuer und sonstige Vorlagen. Don Or. Zoh. Becker (Hessens, et)em. Reichs- und Stacitsminister, M. d. R. Die Regierungsvorschläge wollen auch die Frage der Gebäudeent|chuldungssteuer neu und abschlie. ßend regeln. Die neue Gebäudeentschuldungssteuer soll zwar keine Reichsabgade sein. Zum Unterschied von der Regelung für Grund- und Gewerbesteuer wird für die Gebäudeentschuldungs- steuer nicht nur ein Rahmengesetz vorgefchlagen, sondern es sollen auch von Reichs wegen die Steuersätze feftgclegt werden, obgleich die Abgabe in die Raffen der Länder, gegebenenfalls der Gemeinden fließt. Die' Steuer soll erhoben werden einerfeits vom Eigenkapital, dos im Hausbesitz steckt (Sacherhaltungssteuer), andererseits soll sie sich nach der Höhe der hypothekarischen Belastung auf diesem Besitz richten (Entschuldungssteuer). Berechnet wird sie nach einem Prozentsatz der Friedensmiete. Man kann gewiß darüber streiten, ob eine Sacherhai' tungssteuer überhaupt begründet erscheint. Der Entwurf sieht wohl aus ähnlichen Bedenken vor, daß sie im Verlaufe der nächsten Jahre völlig verschwinden soll. Dagegen wird bezüglich der Enlschuldungs- steuer nur eine leise Andeutung nach dieser Richtung hin gemacht. Der Ertrag der Abgabe soll von Ländern und Gemeinden halb und halb zur Deckung laufender Ausgaben und für Zwecke des Wohnungsbaues verwendet werden. Die fo neu geregelte Abgabe bedeutet zweifellos eine schwere B e l a st u n g desHausbesitzes, unter der die Häuser in der Vergangenheit vielfach verfallen sind und die den Neubau von Wohnungen nach allen seitherigen Erfahrungen keineswegs fo gefördert nat ober zu fördern geeignet ist, wie sich ihre Be- fürroorter das voracstellt hatten. Bei der gegenwärtigen Not auf dem Wohnungsmarkt wird man sie indessen nicht von heute auf morgen beseitigen können. Wohl aber werden die demnächstigen 2lus° fchußverhandlungen dazu benutzt werden müßen, wesentliche Milderungen im einzelnen herbeizuführen, und ihren vorübergehenden Charakter noch mehr zu betonen, als dies der Entwurf schon tut Daß der Entwurf auch die Belastung landwirtschaftlicher Gebäude grundsätzlich vorsieht, ist bei der Einstellung, die dermalen im Reichsfinanzministerium besteht, nicht weiter ver- .wunderlich. Daß eine solche Maßnahme aber nicht gerade in besonders starkem Einklang zu der oft betonten Notlage der Landwirtschaft und der noch öfter betonten Hilfsbereitschaft für sie steht, bedarf keiner weiteren Ausführung. Auch hier werden die Ausschußberatungen zu eingehender Unterhaltung ausreichende Gelegenheit bieten. Im ganzen muß auf jeden Fall dafür gesorgt werden, daß mit dem Unfug, Einnahmen aus dieser von vornherein als vorübergehend gedachten Zweckfteuer für laufende Staatsausgaben zu verwenden, baldigst aufgeräumt wird. Der Entwurf eines Steueranpassungsgc- s e tz e s bringt eine Fülle von Vorschlägen, die vor allem die Reichsabgabenordnung, das Reichsbewertungsgesetz und andere bestehende Vorschriften for- mell und materiell mit den vorher behandelten Vor- schlügen in Einklang bringen sollen Grundgedanke vor allem bezüglich der Aenderungen der Reichsab-^ gabenordnung ist, daß auch die ganze Veranlagung der Realsteuern usw. auf die Reichsbehörden über- gehen soll, und dah infolgedessen Landes- und Ge-! meindebehörden ein stärkeres Mitwirkungsrecht in den Steuerausschüfsen usw. eingeräumt wird. Daß man dabei so wenig an die so oft verlangte Verstärkung des Rechtsschutzes für die Steuerzahler gedacht hat, ist bedauerlich. Auch hier bleibt für die Arbeit im Steuerausschuß noch einiges zu tun. Die neuen Vorschriften, die in Aenderung des dermalen geltenden Finanzausgleichsge- festes vorgeschlagen werden, find verhältnismäßig dürftig. Sie bringen zwar Vorschläge über ein gewisses Verhältnis, das zwischen den Abmessungs- grundlagen der Gewerbesteuer bestehen soll, ohne aber dieses Verhältnis wirklich festzulegen. Ebenso--' wenig enthalten sie etwas über die Relation zwischen Einkommen- und Realsteuern. Wenn schließlich das Beamten-Ueber- trittsgesetz dem Reich die Möglichkeit gibt, die Beamten der seitherigen Landesverwaltung zur Erledigung der nun auf das Reich übergehenden Lan- besfleucrarbciten in feine Dienste zu iwernehmen, so ist grundsätzlich gegen diese Absicht gerade auch vom Standpunkte der Beamten aus nichts zu sagen. Nur muß dafür gesorgt werden, daß die Beamten durch ihren Ucbertritl in ihren Rechten nicht geschädigt werden. Zu überlegen wird auch sein, ob sich diese Uebernahme nur auf die angestellten Beamten beschränken darf und nicht auch auf Angestellte und Anwärter auszudehnen sein wird. Auch hier werden die Ausschußberatungen größere Klarheit und für die Beamten mehr Sicherheit bringen müssen. tlinstelliW bet üm-wWhaß im hohmSogeWetg Di« Hessisch« amtliche Pressestell« berichtet über die gestern von uns schon für* gemeldeten Beratungen in Hartmannshain folgendes: Di« Ernteergebnisse der letzten Jahre in den Gemeinden des hohen Vogelsberges haben nach der Meinung der Sachverständigen die Auffassung gezeitigt, dah die bisherigen Wirtschaftsformen in diesen Gegenden verlassen werden müssen, unter Uebergang zu einem anderen DewirtschaftungSsystem. Oer Minister für Arbeit und Wirtschaft Korell hat alsbald nach Uebernahme d«S Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, in dem auch die Belang« der Landwirtschaft vertreten sind, diesen Gedanken aufgegriffen und sein« Beamten beauftragt, die Unterlagen für eine Vorlage an den Landtag zu schaffen, die den Bedürfnissen der Dogelsberggemeinten unter Berücksichtigung der jetzigen Wirtfchastsverhältnisfe gerecht wird. Bereits im Frühjahr vorigen Jahres wurde gelegentlich einer Besprechung in Hartmannshain dieser Gedanke den landwirtschaftlichen Vertret-.rn bekanntgegeben: der Minister hat jedoch damals ausdrücklich zugesagt, daß vor Einbringung der Vorlage den ansässigen Landwirten Gelegenheit gegeben werden sollte, sich über die Absichten der Regierung zu Informiert und Kenntnis von den Grundzügen der Reg.e.ungsvorlage zu erhalten. Zu dieser Besprechung hatte Minister K o r e l l auf Samstag, 26. Januar, nach Hartmannshain eingeladen, um die Grundzüge der beabsichtigten Vorlage ause.nanderzusctzen. In der überaus gut besuchten Versammlung begrüßte der Minister zunächst die Anwesenden. Zahlreiche Landwirte und Bürgermeister der beteiligten Gemeinden, die Kreisdirektoren von Lauterbach uni) Schotten, Kreisschulrat Kinkel,! ■ die Oberhessischen Landtagsabgeordneten 3oft,i Maurer, Riepoth und Weckler, den' Generaldirektor der Landwirtschaftskammer Dr., Hamann, Vertreter von örtlichen Feldbereinigungsämtern, Kulturbau- und Landwirtschafts- j und Forstämtern, den Vertreter der Riedeselschen ; Gutsverwaltung, und besonders den Lehrer S t e i n m a n n . der sich schon längere Zeit unr den hohen Vogelsberg bemüht hat, sowie ben' ehemaligen Landforstmeister Staatsrat Weber. Conradsdors. Der Minister stellte dann di« mit ihm erschienenen Beamten seines Ministeriums, Ministerialdirektor Hebel, sowie die Ministerialräte Decker, H«yl und Dauer, bot; ferner Ministerialrat Guntrum von der Forst- abtcilung. Darauf erteilte er dem Ministerialrat Bauer > das Wort zu einem erläuternden Vortrag. Der Redner führte u. a auS: Durch verschiedene Zei* hingen sei die Nachricht gegangen, daß der alte' Generalkulturplan für den oberen Vogelsberg' wieder aufgegriffen werden sollte. Das stimme: insofern nicht, als die vorzuschlagende Art der- Betriebsumstellung von ganz anderen Grund-! sähen ausgeht, als dies bei dem früheren Gene*! ralkulturplan der Fall war. Gs sei auch nicht vorgesehen, wie das Wort Generalkulturplan den Anschein erwecken könnte, die ganze im oberen Vogelsberg liegende (über 403 Meter über dem Meere) landwirtschaftlich genutzte Fläche mit etwa über 100 000 Morgen uniform umzustellen. vielmehr soll die betriebswirtschaftliche Umstellung den örtlichen wirtschaftlichen, klimatischen u n b: Bodenverhältnissen allmählich an- gepaßt werden unter Berücksichtigung der derzeitigen Arbeiter- und Geldverhältnisse. Tschaikowsky und Strawinsky. Zum bevorstehenden Lhmphonie-Konzcrt. Rach den aufrüttelnden Erlebnissen des großen Weltkrieges und den chm folgenden Umwälzungen setzte, zumal in den Großstädten, ein starkes Bestreben ein, sich mit der russischen Musik auseinanderzusetzen. Man konnte fast von einer MussorgikY-Renaissance sprechen, und damit erwachte auch das Interesse für die anderen Schaffenden der neurussischen Schule, die sogenannten „Rovatoren". Sicherlich war die Auswirkung dieser Werke mit den Zeitumständen eng verknüpft. Hier fand der Zug zum Primitiven, der auch die andern Künste zeitweilig beherrschte, seine elementare Verkörperung. Es liegt etwas Ungebundenes, Crdgewachsenes in jenen Werken. Sie russische Volksseele in ihrer nationalen Kraft sprach sich hier, für manche vielleicht zu fessel- los, aus. Dieser rein national orientierten Gru' pe russischer Komponisten steht Peter T s ch a 11 o w - f f 1) gegenüber, er kann als das bindende Mittelglied zur westeuropäischen Musik gelten, denn seine Kunst ist aus den uns geläufigen, historisch gewordenen Musitsormen erwachsen. Zum andern aber 'vermittelt er mit seinen Werken in auch für uns zugänglicher Weise russische Volkseigenart. Diese Mittelstellung Tschaikowskys lieh darum auch schon eine zeitlich frühere Auseinandersetzung mit seinen Werken zu als mit denen seiner Landsleute. Wahrend die Rovatoren ifjr Schaffen teilweise gänzlich sich durch die Einwirkung der sie umgebenden Landesnatur erregen lassen, bricht bei Tschaiiowsky in erster Linie das persönliche Erleben seines Schicksals durch. So tragen seine Werke stärker die Merkmale seines Eigenlebens, und das spezifisch Russische wirkt sich erst als ein sekundäres Moment aus. Die Tatsache, daß Tschaikowsky aus der westeuropäischen Musik gelernt hat und gewiß manches S.ilelement, das uns auch anderswo begegnet, sich in seinen Werken findet, hat man wiederholt ausgebeutet, um ihn zu einem Eklektiker abzustempeln, und übersah dabei die originellen Züge, die seinem Schaffen ein durchaus persönliches Gepräge verleihen. Tschaikowsky ist eine im Grunde melancholische Ratur, die in der Erkenntnis ihres eigenen 2chs sich nicht immer zur Lebensbejahung durchringen kann: so klingt der Höhepunkt seines symphonischen Schaffens, die sechste, bl-Wo.l-S.'mphonie, in Resignation, ja. in Verneinung aus. Andererseits entspricht es seiner stark wechselnden 2cm- peramentsveranlagung, dah er den Weg zu lyrischen Höhepunkten zu finden vermag. Seiner stark sensiblen Ratur gelang es, sich in überraschenden klanglichen Feinheiten zu offenbaren; zeitweilig ist auch ein gewisser weltmännischer Zug seinen Werken nicht fern. Das Auf und Ab der Gefühlswallungen mit den extremsten Gegensätzen hat die bl - M o l l - Symphonie zu einem beliebten Repertoirestück der Dirigenten werden lassen; leider nicht immer zum Vorteil des Werkes, denn Tschaikowsky hält sich frei von effekthaschender Geste und Theatralik. Die düstere Grundstimmung, die das Werk durchzieht, hat man als ein Todesahnen des Meisters deuten wollen. Cs ist wohl mehr als ein Zufall anzusehen, daß er wenige Wochen nach der Uraufführung der Symphonie (16. Oktober 1893) der tückischen Cholera erlag (6. Rovember 1893). Roch bei seinem letzten Zusammensein mit seinen Freunden (am 1. Rovember des Jahres), sprach er von einer sicheren Hoffnung auf ein langes Leben und stellte der ..alten Stumpfnase", dem Tode, eine recht späte Begegnung in Aussicht. Die Bezeichnung der Symphonie als „Pathetischer" rührt von dem Bruder des Weisters, Modest Tschaikowsky, her. Der Komponist muh dem zugestimmt haben, denn er trug dies« Bezeichnung in der Partitur ein. Das Wesen des vorliegenden Werkes wird sich schwerlich nach rein formalistischen Prinzipien als eine Symphonie bezeichnen lassen. Am nächsten stände vielleicht der Eingangssatz der überbrachten Form. Legt man aber das Gewicht auf das Sinngemäße des Inhalts, so wird man bald erkennen, daß für dieses Werk sich nur diese Möglichkeit der Formung ergab. Inhaltlich prägt sich in der Symphonie weniger ein aktiv auf eine Tendenz gerichteter Wille aus, wie wir es aus den Höhenwerken der deutschen Symphonik kennen, sondern mehr ein Wiedergeben erlebter Gefühlsmomente, die sich wohl stark steigern und selbst nach stärkster Erhebung nicht den starken Willen zur konsequenten Durchführung, zur Tat, finben, sondern melancholisch absinken. Rein äußerlich betrachtet, verfällt der Ein° gangssatz der Symphonie in verschiedene getrennte Abschnitte; im Hinblick auf dce innere Organik des Werkes bedeuten diese Abschnitte aber einzelne Entwickelungsstadien, di« wir durchaus mit einer Ausstellung der Themengruppen gleichsetzen können. Im Adagio des Anfanges führt das Fagott in einer tiefen, vor Tschaikowcky kaum auSgenühten Klanglage, das Grundmotio ein. Aus ihm erwachst in mehrfachen Anläufen und Aussteigerunien die Aufstellung des ersten Themas; sie verklingt in sich verfluchtenden, einsamen Klängen der Bratsche. Ein ähnliches Bild zeigt die zweite Themengruppe, die aus weicher Lyrik sich erhebt und im vierfachen Piano der Klarinette und sechsfachen Piano des Fagotts versinkt. Wit einem dissonanten Aufschrei bricht ein Allegro vivo herein; die Durchführung beginnt, in deren Verlaus das Hauptthema von den Streichern kontrapunklisch durchgesührt wird und die Trompeten ein dem Seitenthema verwandtes Motiv einführen. Rach diesem Aufwallen ein Absinken in ein Gefühl der Resignation. Die Wiederkehr zeigt zunächst das Hauptthema nach 8-Moll gewendet; in impulsivem Aufschwung« gewinnt es die Haupttonart ld-Moll, und das zweite Thema erscheint in li-Dur. Ein kurzes Andante gibt zu dem Pizzicato der Streicher in den Klängen der Bläser ein Trost erhoffendes Verklingen. An die Stelle des in der Symphonie üblichen Adagios setzt der Komponist ein Allegro con grazia, das sich in Gegensatz zu dem dunklen Grundton des Eingangssatzes stellt. Ein leicht^be- schwingtes Grundthema beherrscht den im a «-Takt geschriebenen Satz. Diese in der deutschen Symphonik wenig gebräuchlich« Taktart ist in der russischen Rlusik häufig anzutreffen. Di« Anordnung der fünf Viertel (zwei Viertel und drei Viertel) gibt hier ein Gefühl des Geweiteten in Gegensatz zu der umgekehrten Einteilung (drei Viertel und zwei Viertel), die den Eindruck des Hastigen hinterläßt. Der Mittelteil des Satzes (con dotcezza e debile) breitet sich auf etnon1 klopfenden Orgelton aus. Das folgende „Allegro molto vivace“ erhebt sich über den eigentlichen Scherzocharakter und wird von einem rhythmisch prägnanten Thema beherrscht, mit dem sich GegenitHeinen verbinden, uit) steigert sich zu triumphalen Klängen (Schlagzeug) aus. Es läßt alle Register Tschaikowskyscher Jnstrumentationskunst spielen, vom Huschenden bis zum Ausbreiten in gespanntesten Unisonopassagen und heroischem Glanz«. Jedoch diese Erhebung des Impulses ist dem Komponisten rfein bauernbet Zustand. Das Schicksal oder vielmehr seine persönliche Sttmmung läßt ihn in Resignation versinken Dem gibt er Ausdruck in einem Adagio lamentoso, das sich zu klanglichen Höhepunkten auswächst, dann ober absinkt und mit dem gehaltenen bi-Moll-Drei- llcrng in den allertiefsten Lagen der Celli und Dässse ausllingt. Wie ein letztes Flackern geistert das Pizzicato der Kontrabässe hinein — Zusammenbruch — Vernichtung —. Ein Selbstbe- kenntniS. das an die tiefsten Gründe menschlichen Erlebnis rührt. — Als Vertreter der modernsten russischen Musik muh Igor Teodorowitsch Strawinsky angesehen werden. In seinen früheren Werken war er ein Vertreter des Impressionismus. Aus einer gewissen geistigen Abhängigkeit von Rimsky- Korsakoff, dessen Privatschüler er war, ringt er sich zum Erlebnis musikalisch elementarer Urkräfte durch.. Heberlieferte Werke, insbesondere die romantische Ausdrucksmusik, lehnt er ab und wendet sich gegen sie in paro dis ier enden Weicken. Sein viel angefeindetes Bühnenstück „Die Geschichte vom Soldaten" richtet sich gegen die Oper. In der alten Musik erkennt er ihm persönlich nah- liegende Moment«. Als ein Markstein seiner Hinwendung zum Klassizismus ist dte Bearbeitung Pergolesischer Musik im Ballett „P u l - c i ne 11a" zu bezeichnen. Den Höhepunkt seines Reuklassizismus stellt die in Berlin unter Klem- perer aufgeführte oratorische Oper „Oedipus Rex" dar. — Mit der Aufführung der Ouvertüre zu der Oper „D i e D e r t a u f t c "231 a u t“ kommt Fried-, rich Smetana (1824 bis 1884) als der bedeutendste tschechische Komponist w Worte. Dr. H, welche» sind die Erfahrungen, die eine Aende- rung der Betriebsweise bedingen? Gegeben sind die klimatischen und BodenverhälL nisse. die sich nicht ändern lassen. Die Wirtschaftsweise muh deshalb diesen Verhältnissen Rechnung ( tragen Aus Grund 20jähriger Durchschnitt-ergeb- nisje in verschiedenen Wetterstationen des oberen Nogelsberges betrugen die Niederschläge 900 bis 1026 Millimeter, im Durchschnitt der Jahre 1924 bis 1927 sogar 1025 bis 1200 Millimeter, in den letzten Jahren somit durchschnittlich 18 Prozent ■ mehr als in den vorhergehenden Jahren. Die Wei- , lcrau verzeichnet demgegenüber nur 579 Millimeter. so daß also im oberen Vogelsberg rund die doppelte Menae an Niederschlägen fällt. Hierbei ist noch zu beachten, daß tue größten Mengen der Ntedersch'äge in den Monaten Mai bis September, also gerade während der Wachstums- zeit. niedergehen und verhältnismäßig am meisten in der Zeit von August bis September, nämlich 21 Prozent gegenüber den auf zwei Monaten ent- | fallenden Durchschnitt von 16,6 Prozent. Also ge° j rode in d e r Zeit der Getreideernte ist im Durchschnitt mit vielen Niederschlägen zu rechnen, wodurch die Ernte sehr häufig sowohl der Menge, wie auch der Güte nach stark geschädigt wird. Auch der Bcgmn der Bestcll- arbeitcn kann in den hohen Lagen erst ab Mitte April vorgcnommen werden, während dies bei- spielsweise in der Wetterau schon Anfang Marz geschehen kann, und das Ende der Wachstumszeit im oberen Vogelsberg ist bereits Mitte Oktober erreicht, während sie in der Wctterau bis Ende Oktober — Anfang und Mitte November dauert Dadurch istdieWachstumszeit im oberen Vogelsberg stark gekürzt und es kann nicht wundern, wenn infolgedessen die Aecker, insbesondere die Getreideerträge, sowohl der Menge, wie auch der Güte nach wesentlich niederer sind. Im Gegensatz dazu sind die Erzeugungskosten dadurch erhöht, daß infolge der Zusammen- drängung der Arbeiten ein höherer Bedarf an Ar- beitsträften erforderlich ist, und die Bestellungsund Pflegearbeiten durch die ungünstige Witterung schwieriger sind. Auch sind die Auswitterungs- Schäden dort größer und die ungünstigen Wachs- tumsbedinaungen erfordern höhere Saatmengen. Die Auswirkungen all dieser ungünstigen Derhält- n.isse zeigen sich in den Erträgen. Nuch der Ermittelung von 16 Erhebungsbezirken beträgt der Durchschnittsertrag bei Getreide im Mittel von 7 Jahren nur 10 bis 11 Doppelzentner je Hektar, gegenüber dem Gesamtdurchschnitt von Oberhessen mit 15 bis 19 Doppelzentner je Hektar Dagegen sind die Erträge der Grünlandflächen ebenso hoch, teilweise sogar noch höher als in der Wetterau mit geringeren Niederschlagsmengen, da das Grünland größere Niederschlagsmengen nicht nur gut verträgt, sondern geradezu fordert und die Güte des Vogelsbergheues ist allgemein anerkannt. Daraus folgt notgedrungen, daß bei der Ausnützung der landwirtschaftlich benutzten Flache im oberen Vogelsberg der hauptwert auf das Grünland ;u legen ist. wie dies ja auch In klimatisch ähnlichen Gebieten wie zum Beispiel im Allgäu der Fall ist. Die Hcugcwinnung leidet allerdings ebenfalls häufig unter den vielen Riederschlägen und erfordert deshalb vermehrte Arbeit, ja Ijäu- fig kann trotz der großen Bemühungen das Gturnmet überhaupt nicht eingebracht werden. Das tägliche Herbeischaffen des Grünfutters bei Stollhattung erfordert einen nicht unwesentlichen täglichen Aufwand an menschlichen und tierischen Arbeitskräften. Diese Schwierigkeiten Ion» nen durch Einführung des Weidebetriebs bedeutend vermindert werden, da in diesem Falle nur das Winterfutter zu ernten ist und man infolge verminderter Arbeit die gegenüber der Stallhaltung kleineren Mengen eher bei günstiger Witterung nach Hanse bringen kann. Hand in Hand damit hätte eine Verbesserung eines Teiles der Wiesen zu erfolgen, von denen durchschnittlich etwa ein Drittel in einem schlechten Zustand ist und statt guter Futtergräscr und Futterkräuter Unkräuter und Saucrgräfcr trägt. Durch Verbesserung dieser Wiesen kann insofern ebenfalls Arbeit gespart werden, als man dieselben ertragsfähiger macht und infolgedessen mit beinahe der gleichen Arbeit größere Mengen einbringen kann. Der Ivejdcbetricb bietet aber außerdem noch ganz außerordentliche Vorteile. Mehr als die Hälfte der Milchkühe ist infolge der andauernden Stallhaltung von Jugend auf tuberkulös, dadurch nicht so lange gebrauchsfähig und weniger leistungsfähig. Die Tuberkulose dürfte bei dem Rindvieh im allgemeinen den größten Schaden i verursachen, und es ist deshalb mit allen Mitteln danach zu streben, die Tiere gesund zu erhalten. Dies kann nur erreicht werden durch Aufzucht der Jungtiere auf der Weide und durch Einführung des Weidcganges auch für Mllchtiere. Die Jungtiere werden dadurch außerdem gängiger, die Knochen ! stärker, die Muskeln straffer, Lunge und Herz kl» i stungsfähiger, das Wachstum besser, und die Tiere infolgedessen wertvoller. Die Milchtiere bleiben gesünder, erhalten besser verdauliches, nährstoffreiches Futter und können infolgedessen mehr leisten. Alle diese Vorteile können erreicht werden ohne allzu großen Geldaufwand. Wird damit noch Leist u n g s z u ch t verbunden, die Tiere mit viel und 1 fettreicher Milch ausgesucht und weiter gezüchtet, so Fann der obere Vogelsberg zu einem guten Zucht- > gebiet sich entwickeln mit guter Aussicht auf eine I Rente der Betriebe, ein Ziel, das wert ist, mit zäher Bauernenergie verfolgt zu werden. Um der Landwirtschaft zu zeigen, wie sich die geplanten Maßnahmen in der Praxis auswirkcn werden, sollen Beispiels wirtschaft en ins Leben gerufen werden, die Grünland- und Diehwirtfchast nach den Plänen der Vorlage führen sollen. Die AuSfp ache. Eine mehrstündige rege Aussprache schloß sich an. Zunächst erläuterte Ministerialrat Becker kurz die Vorlage, die d em Landtag unterbreitet wird. Darin wer'en zur Wirtscha t> Umstellung für etwa 45 Gemeinden des hohen Vogelsbergs jahr.ich 103 000 Wk. angefordert, mit denen jeweils drei Gemeinden umgestellt werden können. Die Bewilligungen müfien sich insgesamt also auf 15 Jahre erstrecken. Als einmalige Forderung für die Schaffung der Bei- spielwirtschalten sind 50 003 Mk. vor;efehen. Lieber Fragen der Feldbereinigung referierte tun Ministerialrat Hehl. Es soll schneller und billiger gearbeitet werden mit dem Ziel, größere zusammenhängende Flächen an. Weide- und Wieseng.lünde zu gewinnen. Aus der eigentlichen Aussprache, an der sich etwa 25 Redner beteiligen, sind folgende Redner hervorzuhcbcn: Abg. 3 oft (Vermut Hain) dankte dem Minister für sein Erscheinen im hohen Vogelsberg und gab seiner Freude besonderen Aufdruck, daß die Regierung — im Gegensatz zu Vorkriegszeit ich n G P lgenhe t n - d e durch die Umstellung betroffene landwi t'ck.a t iche Bc» Dotierung über ihre Wünsche und Arsichten befrage und mit ihr die Plane erörtere. Der Redner bekundete auch lein volles Eiiverstand- niS mit dem von der Regierung vorgesehenen schrittweisen Vorgehen in der Umstellung. Bürgermeister Heitzenröder (Ober-Moo°) setzte sich aus eigener Erfahrung unbedingt^ für den Uebergang zur Weidewirtscha t ein Es könne nicht genug Weideland angelegt werden. Zur Frage der Viehgualität bemerkte er: Man müsse im Vogelsberg von der gewöhnlichen Viehhaltung zur Vi h uckt, der L e i st u n g s z u ch t, kommen. Landwirt Fischer (Sichenhau'en) betonte, daß das im Jahre 1924 noch bestehende Mißtrauen gegen die Pläne der Regierung jetzt völlig gewichen sei und einem vollen Vertrauen Platz gemacht habe. 3n begeisterten Ausführungen trat 2lbg. W e ck° l e r nach der Feststellung, daß Regierung und Landtag nur ihre Pflicht für den hohen Vogelsberg erfüllten, für Rationalisierung der Land- wirtsc^a,t und das landwirtschaftliche Biidmrgs» wesen ein. Er forderte das Vertrauen dar Dr» völlerung zur Regierung bei den schweren Problemen der Umstellung, insbesondere müßten die Beispiclswirtschaf en so geführt werden, daß der Fortschritt aus eigener Wirtschaftslvaft augenfällig werde. Von Regierungsscite wurde hierzu auf die geplante sorgfältige Auswahl der Bei- spielswirtschaften: gesunde Betriebe, Buchführung. Kontrolle usw. hingewiesen. Rachdem noch Bürgermeister P f a n n st i e l (Bermutshatn) die Pläne der Regierung begrüßt hatte, gab Direktor Hamann (Darmstadt) interessante Details aus den praktischen Erfahrungen, die man auf dem Landwirtschnftskammergut Selgenhof gewonnen hat. Der Kartoffel- und Rübenbau wird dort jetzt völlig eingestellt und zum reinen Weidebetrieb übergegangen. SMe Vaiarr» r Roman von 3- Echnewer-Foer-stl. Urbeberrechtsschutz Oskar Mt-ister. Werdau i. Sa. 57. Fortsetzung Nachdruck verboten. „Jetzt hör aber auf!" Hettingens Rechte legte sich üoer Leopolds Mund. „Sonst kannst du erleben, daß ich grob werde. Ich möchte nur wissen, was Maria so Entsetzliches dadurch verbrochen hat, daß sie zu mir in die Baracke kam. Ich bin loch kein Tandit. der ein Mädchen, das sich einmal in seine Behausung wagt, so ohne weiteres anfällt. Das hat sie doch gewußt, daß sie von mir nichts zu fürchten braucht. Darum hat sie es auch getan. Ist das so etwas Schreckliches?" Richthofen saß noch immer in tie'ster Depression. „Wann ich denk, Joachim, daß ich jetzt genau siebzehn Jahr Vater- und Mutterstell an ihr vertritt, kann ichs gar nicht glaubn, daß ick s' vor dem nicht hab bewahrn können. Ist halt am End doch nicht das Richtige gwesen, die 'Aufzieherei von mir wird halt doch was dran gefehlt habn, trotz aller Lieb und aller Wüh, die ich mir gebn hab. Drei Jahr war s' alt, wie uns die Eltern gstorbn sind in einer Wochn. „Papa!" hat f zu mir gsagt, bis s' eingsehn hat, daß das uet stimmen kann, dann hat s' mich „Papi" gheihn, soviel hat s' aus mich ghaltn. Und jetzt das! — — Erschieß« soll ich f, hat V mich bitt, wie L mich afehn hat — — — Willst eS habn, Joachim? Ist dir gholfn, wann ich das Leben auslosch, an dem das mcinig hängt bis zum letzten Fascrl?" „Poldl! Kein Wort mehr, oder ich laß dich sitzen! Du kannst ja jetzt wählen, ob ich bleiben soll oder nicht. Wir haben ohnedies mir mehr ganz kurze Zeit. Fehmann will durchaus heute abeub zurück. Vielleicht komme ich wieder bald für ganz nach Wien. Ich habe Jankes um meine Entlassung gebeten. Wenn ich irgendwo unterkommen kann, gehe ich wieder in die Heimat." Richthofens Hände tasteten nach den seinen. ..Zu mir möchst nicht kommen — — gelt, Joachim? Sag nicht gleich nein, laß mich erst aus- redn. Ich tat verreisn mit der Mizzl: Ein Jahr oder zwei oder vier und fünf, wie du's habn willst. Und dir tat ich die ganze Fabrik überttragn mit Generalvollmacht!" „Du guter, treuer Mensch!" sagte Hettingen gerührt. „Aber ich kann cs nicht annehmen. Jetzt nicht. Vielleicht spater, Poldl'. Rein, es soll leine leere Redensart sein, ich habe ja schon soviel von meinem Stolz eingebüht." Richthofen sah, daß er nicht umzustimmen war. So gab er das Bitten auf. Wit dem Rachtschnellzuge fuhren Fehmann und die Geschwister ab. Hettingen war noch an die Dahn gekommen. Für eine Sekunde ruhten Marias Hände in den seinen. „Vergiß mich!" sagte er ehrlichen Herzens. „Ich habe nichts als Leid in dein Leben gebracht." Sie erwiderte nichts, aber als er mit angenommenem Hut vor dem Fenster des Abteils stand und die Räder sich bereits in Bewegung setzten, bog sie sich weit hinaus, faßte nach seiner grüßenden Rechten, hob sie hastig zu ihrem Munde und schluchzte heiser auf. Dann war es vorüber. Joachim sah den Rauchfetzen nach, welche die Maschine zurücklleh, starrte Sekunden inS Leere und ging dann nach dem Perron zurück, wo Diebow auf ihn wartete. Roch nie war ihm sein Leben so wertlos erschienen wie in dieser Stunde. Er hätte es mit einem Lachen hingeworfen, wenn ein anderer es gewollt haben würde. Diebow blinzelte, als er ihm inS Gesicht sah. „Sie hätten dich noch ein wenig länger behalten sollen, die Herren vom Geruht, dann wäre ein Mönch aus dir geworden. So siehst du näm- lick aus, mein Lieber! Erhaben über alles Irdische wie Buddha, und schweigsam wie ein Trappist." Hettingens Mundwinkel verzogen sich etwas. „Wollen wir jetzt heimgchen?" Kurl strahlte ihn an. Das ist wenigstens vernünftig gesprochen gewesen, Joachim! Jawohl, wir geben heim! Ich habe zwar gesagt, ich würde oich mit zu meinen Bundesbrüdern in die Kneipe nehmen, aber mein aller Herr hat geschworen. wenn ich dich nicht prompt nach Haufe bringe, könnte ich was erleben. Da ich fürchte, Staatsrat Weber (ConradSdorf) wies in launigen Worten auf den Wandel der Zeiten hin unter Schilderung der Kämpfe, die es im Jahre 1905 um den Generalkulturplan in Oberhessen gegeben habe. Abg. St. Riepoth stellte den guten Willen der Regierung und des Landtags zur besonderen Hilfe für den hohen Vogelsberg, die in der Umstellung der Ackerwirtschaft auf Weidewirtschaft bestehe, fest und erbat den gleichen guten Willen von der Bevölkerung. Er hält einen höheren Etalsposten für die Feldberelnigung für unbedingt notwendig. In |einem Schlußwort betonte Minister Korell nochmals, wie sehr ihm die- „schone, aber arme Land" mit feiner intelligenten, zähen und stolzen Bevölkerung ans Herz gewachsen sei. Bei gegen- fettigem Vertrauen, wie es heule wiederholt zum Ausdruck gebracht worden fei, werde sich ein Weg aus der Wirtschaftsnot finden lassen. Mit der Hauptarbeit könne jetzt begonnen werden. Das geplante Werk bedürfe noch einiger Ergänzungen, die auf dem Gebiet der Verwertung dcr Milchprodukte und der — von dem Vlbg. Maurer in der Debatte angeregten — Marktverbesserung lägen. Auch Mögliche.ten der Arveils'xfHaflung industricl er A.t müßten erwogen werden. Hier fei das letzte Wort noch nicht gesprochen. Mit dem Wunsch, daß die allseits gebilligten Pläne der Regierung dem hohen Vogelsberg bessere Zeiten bringen mochten, schloß der Minister mit dem Ausdruck voller Befriedigung über den Verlauf der Aassprache und nach einem Hoch auf die Zukunft des Hessenlandes und Deutschlands die an Anregungen und Ergebnissen reiche Versammlung. Aus der provinzialhauptsiadi. Gießen, den 29. Januar 1929. VoÜrisonaien-Abend in der Volkshochschule. Die Sonate ist eine Kunstform, die dem Dir» tuofentum durchaus semstehl, die anderseits besonders fruchtbar und bedeuiungsvo.l für dir gesamte Kunst geworden ist. Der Charakter der Violine gibt der Violinsonate den weicheren, lieblicheren und duftigeren Charalter, auch trotz aller Dramatik Beethovens, und macht sie auch dem Laien ganz besonders liebenswert. Tor» getra e.i von Künstlern im Range eines Lenze w s k i und Prof. Schmidt hätte darum die an sich gut besuchte Veransta tung der Voltshochschule doch ncch viel größere Beachtung verdient. Die Volkshochschule leistet mit Veranstaltungen dieser Art eine außerordentlich wichtige musik-pädagogische Drie.t. Gerade heute, zur Zeit der Gärungen und Umwertungen, zur Zeit des Jazz und der noch durchaus proble- niatischen Moderne, ist die Gefahr, Musik zweifelhaften Wertes zu verfallen, befonders groß. Die allem äußeren Effekt abholde Kammermusik kann hier Wegweiser sein, auch zur Moderne! Leider finden viele den Weg zur Sonate nicht, weil sie befangen sind in dem Glauben, einer Musik» gathmg gegenüberzustehen, zu deren Verständnis besondere Begabung oder Studium gehöre: es ist aber weiter nichts nötig, als eine gewisse Erziehung zum unbefangenen musikalischen Hören, was fast jedermann zugänglich ist. Großstädte, wie Frankfurt, haben in ihren Kon'lervatorien Kurse für Musikhörende eingerichtet, und man muß her h'efigrn Volkshochschule dankbar fein daß sie in vorbildlicher Weile ähnliche Wege in ihren Volkslmista.enden geht. Die selbstverständliche, einwandfreie technische Beherrschung der keineswegs einfachen Wer t zeigte sich sowohl bei Herrn Lenzewsli. wie bei Herrn Prof. Schrntdt so durchaus ungekünstelt, nirgends auf Effekt eingestellt, daß gerade dadurch der reiche innere mus'lla'ische Gehalt des Gebotenen besonders vorteilhaft zur Wirkung kam. Der dynamisch fein abgestimmle, manchmal allerdings etwas spröde Ton Lenzewslis ergänzte lich prachtvoll mit dem Haven, ausdrucksvollen und sehr warmen Spiel Prof. Schmidts. Besonders reizvoll waren die getragenen Sätze, wie die gefambe kurze Hände'.sonate in A-Siir und die getragenen und lyrischen Stellen bei Momrt. Boe.t- Hoven und Reger, dann ferner auch das prickelnde Spiel des echt Mo arischen Prestosatzes und des Deelhovenfchen Scherzo. Die spröde Dramatik der wuchtigen und genialen l>Woll-Sonate liegt zweifellos der Violine nicht besonders, steht a er auch der subtilen Kunst Lenzewslis etwas feiner. Ohne Zweifel hatten sich sowohl bei Beethoven, wie ganz befonders bei Mozart rein violm» mäßig ungemein viel sanglichere und dankbarere Werke finden lassen. Zinn Zwecke der Darstellung der zeitlichen Wandlung der Sonate war jedoch dir Auswahl außerordentlich geschickt, auch tft es den Künstlern hoch anzurrchnen, daß sie den Mut belaßen, das Konzert rach dem wuchtigen Beethoven mit der rein lyrischen, ungemein reizvollen, aber affeltlos schließenden Lei:.en Reger-Sonate in O-Dur zu beenden. Dr. W. M. (Siebener Wockicuuiarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 143 bis 173 Pfennig. Matte 30 bis 35. Käse (10 Stück) 63 bis 140. Wirsing 25 bis 30, Weißkraut 23 bis 25, Rotkraut 25 33, gecke Rüben 20 bis 25. rote Rüben 15 bis 23, 6h.not 50 bis 60, Untertotz.eaöi 8 bis 10, Grünkohl 25 bis 30, Rosenkohl 53 bis 60, Feldsalat 150 bis ISO, Torna en 83 bis 93. Zwiebetn 20, Meer rett ick 50 bis 120, Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoll. n 5 bis 5.5 (pro Zentner 3,83 bis 4.50 M Acpfe. 23 bis 43, Dörrobst 35 bis 40, Honig 43 bis 53, junge Hähne 103 bis 110. Suppenhühner 103 bis 123. Tauben 83 bis 85. Ruße 73 bis 80 pro Pfund: Eier 18 bis 23, Blumenkohl 73 bis 143. Salat 43 bis 45. Endivien 40 bis 63, Lauch 15 bis 23. Rettich 10 bis 2\ Sellerie 10 bis 50 Pfennig pro Stück. - Kursus für Standesbeamte. An Sarnstagvom.iltag fand im Stadtverordneten- sitzungssaale des Stadthauses, Bergstraße, ein von dein Regierungspräsidenten zu Wiesbaden Deranftaltefer Kurlus für Standesbeamte statt, der von etwa 250 Standesbeamten und Slan- desbeamtenstellvertrelern aus den Kreisen Cie- ßen, Biedenkopf. Schotten. Alsfeld. Büdingen. Friedberg, Wetzlar, Lauterbach und dem Stil» kreise besucht war. Vorträge hielten Standesbeamter D ipp el-Frankfurt a. M. über .Beurkundung von Geburten', Standesbeamter S chü 11 e- Frankfurt a. M. über „Form und Beurkundung der Eheschließung". Regierungs- oberselretär M ü l l e r - "äl i.sbadcn über „Reuzeitliche Bestimmungen im Personenstar.dswe- sen". Wei'ere Kurfe sollen im nächsten Winterhalbjahr ebenfalls in Cießen sta tfinden. *■* Deutsche Voltspartei. Ein Unter- haltungLnaczn.itlag der Deutschen Vollspartei versammelte am Sonntag Ei? STÄ g irder und ihre Angehöii e.', sowie Freunde unö zahlreiche auS- tceinige Gaste im großen Saale der Liebigs» höhe. Wenn schon der Schubertabend in vergangenen Jahre die Gewißheit brachte, daß die Partei über ausgezeichnete Kräfte verfügt, so tonnte man an diesem Rachmiltag erleben, daß in ihr auch schöpferisch Begab.e vorhanden sind. Sie Cello-Sonace von Mar.ini, mit Eleganz gespielt, gab den Aus takt. Anschließend begrüßte die Landtagsabgevrdnete Frau M Birnbaum die Anwesenden. In kurzen, eindrucksvollen Ausführungen gab sie einen äleber- blick über die volkspartciliche Arbeit in den letzten 10 Jahren'. Sie gedachte der ersten Grün- dungsversammlungen der D. D. P. und dankte allen denen, die sich in opfervoller Hingabe in den Dlenst dcr Par.ci gestellt haiten. In bunter Vielgestaltigkeit folgten daun üie vers^tt'- denarttigsicu Darbietungen. Drei Lieder von Wolff und Schubert, ein Prolog „M.in Sku-" )- land" von Freytagh-Lorringhoven, Rezi a.t neu aus Lesfings „Minna von Darnhelm', ein Sin;- spill „Sie Wahrsagerin", Mu ll von Gmck,. flott gespielt, wurden stürinilch gefeiert. Acht juugr Mädchen, aus der Tanzschule Schumann, tanzten einen reizenden Blumenwai,er nach Sira" )- scher Mui in Rach r.ichtendenwollendem Deisall und wiederholtem Htraorrulen von Frau Scku- mann muh:en tu kleinen Tänzerinnen sich zu einer Wiederholung verstehen. Eine von Mitgliedern rci.H au.sgcstattete Verlosung trug zur itxiteren Unterhaltung bei. Alles in allem, ein schöner Rachn.i lag, ba dem sich jeder wohlfühlen tonnte. Der sehr gute Besuch und der ®ci;t, der die ganze Deranstol ung beherrschte, zciste das Zusammengehöriztt.i sgefühl innerhalb der Deutschen Volkspartei. Lprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr m'ttags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. es könnte nichts Gittes sein, gebe ich dir willig das Geleite." Dielow freu e sich mar ldS ilb.r d.is schwache Lächeln, das über Hettingens Gesicht glitt. Cs war doch immerhin etwas. Er würde schon Sorge tragen, daß der arme Mensch so bald als möglich wieder in die alte Fasson kam. 2llS Hettingen am andern Frühmorgen an der Baustelle erschien, erwartete ihn eine große Üeberraschung: die dreihundert Arbeiter standen in Reih und Glied, und er mußte wie ein General die ganze Front abschreiten, um jede einzelne Hand, die sich ihm entgegenstreckte, drücken zu können. Am Schachteingang aber hing ein Riefentrans Par ent, von Grün umrahmt, mit einem „Willkommen" in der Witte. Stumm, ohne ein Wort sagen zu können, wandte er den Leuten für eine Minute den Rücken. Der Dorarbetter trat rasch auf ihn zu und zog den Hut: „Herr Obsringenieur, feit gestern ift etwaS Wasser eingedrungen! Wir werden pumpen müssen." ,J3a! Ich werde sofort selber nachsehen." Das war HeltingenS Wiedereintritt in seine Tätigkeit. Wit glücllich-zusriedenem Ausdruck sah Jankes ihm nach, wie er mit einigen der Arbeiter in der gähnenden Höhle des Schachtes verschwand. AIS der Baron am Abend nach Haufe tarn, empfing ihn der Kommerzienrat mit den Worten: „Der Mörder ist gefunden!" älnd da Hettingens Augen zu flimmern begannen, fuhr er ra'ch weiter: „Cs ist ciy Franzofe, der feine Frau bis hierher verfolgt hat. Das Paar war erst zwei Monate verheiratet, was das junge Weib nicht hinderte, mit einem anderen hierher zu flüchten. Die Rache des Gatten hat fie aber doch ereilt. Er hat sich selbst gestellt. Der Staatsanwalt ist der Meinung, daß er nicht einmal allzu hart bestraft werden wird." Hettingen biß die Zähne in die Unterlippe. Ohne jede Erwiderung ging er aus dem Zimmer. Wochen gingen dah:n! — — — Eine reihte sich an die andere. Leichter Frost setzte ein, der jedoch den Fortgang der Arbeit nicht hinderte. Joachim wo.lte erst nach Wien fahren, um das Fest mit her Mutter gemeinsam zu begehen. aber er fürchtete, daß das kaum Vernarbte wieder von neuem aufdrechen würde, und blleb in Bellinzona. Er sah dem Christabend mit einer fürchterlichen Depression entgegen. Wie sehr doch das Herz an dem Althergebracht m hing. Cs war das erstemal, daß er das Fest allein beg.ng. fern der Heimat. Auch wenn er in früheren Jahren auf Reisen gewesen war, hatten die Eltern sich ausbedungcn, daß. er Weihnachten nach Hause So war er einmal ununterbrochen sechs Tage und sechs Rächte unterwegs gewesen, um von Persien nach Wien zu kommen, und eben, al- in der Villa die Lichter angezündet wurden, halte er sich her Wutter unter den Baum gc» W5>u wirst sehen, Achim, es ist auch bei un« auözichallen." neckte ihn Diebow. „Wir werden das ganze Haus voll Gäste kriegen. Langeweile gibt cs nicht!" „Cs ist nur meiner Mutter wegen! lautete die Erwiderung. „Ich habe Frau Jesla geschrieben, sie am heiligen Abend bestimmt nicht allein zu laffcn, aber ich habe noch keine Antwort von ihr erhalten." Diebow nickte etwas zerstreut. Und dann kam d'e Bescherungästunde. — Für Hettingen standen Liköre und Zigarrenserlimente uni er verschiedenen anderen Gaben. Von Wien war keine Zeile eingetroffen. Jankes tarn auf ihn zu und. nahm lächelnd seinen Dank entgegen. ..Ich habe noch eine Kleinigkeit als Ueberraschung für Sie, lieber Baron: aber zu diesem Zweck müssen Sie sich in das Auto bemühen. Es ist zwar nur ein paar Häuser weit, aber zum Lausen doch zu viel." Eine halbe Stunde nachher saß er mit Jankes, dessen Frau und Diebow in dem gcschlol jenen Wagen, der keine fünf Winuten später vor einem Landhaus hielt, aus dem heller Kerzenschimmer brcuh. „Ihr zukünftiges Heim. Herr Baron!" erklärte der Kommerzienrat. „Ich möchte nicht, daß Sie sich immer nur als — wenn auch gern» gesehener — Gast fühlen und habe das Haus für Sie gekauft. Ich hoffe, daß Sie sich wohnlich darin fühlen" (Fortsetzung folgt) E' Ä 2 2?.' AN WeMftion 161 W nadjtnitio^ ev___-t— emflDt(e, Q, a etad.rercrdnctm- . e:n -r° p Nröb^n Ee-'b-amre fta.‘t Een und Clan.’ ^Eld. Äüdinzen, ac0 um) bat -^\. e litten CiaMz. : a. D. Uer ,2c« . _ ^imbzSbeamtet über ,3orm und ung", A.^j.-rungs» bröcn über .Leu- Personcnstar.dSlve- n nächsten Dinier- ttatünbai tUl Ctn Unter* u^cgen OlMpartei T.i g.Ktzr und i')tr un) zchlrckche ou3« Saale der LiebigS* u3:r;(W?n6 in Der* :eii brachte, daß die Krisle Dcrfügt, so mtlag erleben dah b e vorhanden sind, tlini, mit Eleganz . Anschließend be* trbnete Frau 01 ien. In kurzen., ein* gab st: dien Heber» « Arbeit in den lc> ‘.e der ersten ©tun« S.D. P. und tanite serieller Hingabe in ■!lt hatten. 3n bm- bann die öerfnii’» Drei Fieber ron lieg .D in tzoven, H«l a vnen zurnheinr', ein Sin? luu von GiM finit gejeien. W iW u[e 6:')umann. tany „Kl.« r.ra «fj trreglimim »n"H ;tn Mn 8:a. 6®»- Nmrrmnen M »u her.. Cine von w ' Derlrfung trug juj rtu.a in allem, UN fit jeder und der Aj Khl Innerhalb bet irH: i°n reiben, ? und öan£°lni' >umen* LS ^d vien *o 04fir/ biÄ 2). o vtück.. && V-b in w ‘rjw feaing. !."K? S--> ** Tage rtt£r6r&' um ü?4 eben-?^ wvrdea, unter i*-“ es 'V iebov- »^augrweae . kriegt 1 ,nl- lautetest etgsv*^** & o*9"ie* ii und. r\ eir,2 \ . ? habe ÖJ-' sic lE irt pas &£$#«•* L-Hs i hei^ et* »§%’Ä s/s§s rute in Ulm. Es scheint kommen le uen an Schneiders von Ulm. Das Flugzeug des at Berblingers Flugzeug von oben gesehen. daß er zweimal findet er Unterlauft Daniel, dem Aagelschmied. Z1/? Ellen Dibertuch verloren proben darauf bei seinem Bruder Einmal sind ihm gegangen — leider Oberheffen. Landkreis Gietzeu. Nachdnick verboten. Jahrtausende lang hat der Mensch mit sehnsüchtigen Äugen den Flug der Vögel v.usolgt. immer mit dem brennender, Wunsch, auch Liegen *u können — so leicht, so frei, Herr zu sein über Raum und Feit. Aus Sagen und Märchen klingt es vom fliegenden Kotter. vom Liegenden Teppich, von den ©a oschen des Glücks. Uro- serem Geschlecht war es vorlehalten, den uralten vor Scha bt geb-.,. „----- nicht mit Gilt vermischt, anscheinend hatte aber Scha.dt schon etwas Gift zugesetzt gehabt. T.aum verwirk.icht zu sehen — und schon ist der fliegende Mensch zum alltäglichen Qlnbiid gv- wordenl (Baden wir aber zurück, so sind in den langen verflossenen Jahrhunderten nur verhält- nismäßig wenige Versuche gemacht worden, den Dlan der Wirtlichleit näher zu bringen. Aus Der griechischen Sage klingt es von Dädalos und Ikaros, deren mit Wachs geklebte Schwingen Oer Schneider von Lllm. Wie der Schneider Albrecht Ludwig Berblinger über die Donau fliegen wollte Zur 100. Wiederkehr seines Todestages. Don Bertha Berblinger. (Der Angeklagte bezeichnete die ganze Darstellung tes Köhler als eine Lüge. Eine erregte Gegenüberstellung zwischen den berdrn fand statt. Der Zeuge Groh aus Marburg behauptete. Laß Köhler ihm von dem Schnaps, als er die Unterschrift ha.ten wollte, angeboten habe, was dieser jedoch bestreitet. Der Zeuge Köhler kann sein Alibi toafcr** der Mord.at durch eine Anzahl von Zeugen weifen. Bemerkenswert ist, dah Schardt det. ; Köhler kurz vor der Tat einen Brief geschrmben hat, in dem er erLärte, wenn die Sache am Lonne s ag (Le n Mzrdtag) nichi glücke, müsse Kötzer ihm Helsen. Welche Sache gemeint ist, will Köhler nicht wissen. Das Urteil ist für Dienstagabend zu erwarten. dem Schneider mit seiner immerhin großen Za- muie nicht gut gegangen zu sein, sonst hatte er nicht so o,t tu Wohnung gewechselt. Bald wohnte er zur Miete. bald tm eigenen Häuschen, das aber rasch wieder verkauft werden muh. ist nicht vermerkt, ob sein Lehrbüblein so unachtsam war, oder ob der Weister selbst seine Gedanken bei anderen Dingen hatte als beim ehrlichen Handwerk. Schon in diesen Jahren, lange vor dem Flug, von dem wir hier erzählen wollen, bricht immer und immer wieder die Freude an der Technik bei Terb.inger durch. 3n seinen Muhestunden fertigt er Schlitten für ein Pferd oder für zwei Pferde und Kindertagen an, und vom Jahre 1809 stammt eine Eingabe an den König um die Erlaubnis, die von De.blinger erfundenen künstlichen Glieder in der Zeitung anzeigen zu dürfen. Bon da an ist „der bürger.iche Sa-neider Berblinger" wohl ganz und gar von dem Gedanken besessen gewesen, es den Bögeln gleich zu tun. Am 24. April 1811 erschien in der Zeitung folgende Anzeige: „Aach einer unsäglichen Mühe in der Zeit mehrerer Monate. mit Ausopferung einer sehr beträchtlichen Geldsumme und mit Aufwendung eines rastlosen Studiums der Mechanik hat der Unterzeichnete es dahin gebracht, eine Flug- maschine zu erfinden, mit der er in einigen Tagen hier in Ulm feinen ersten Versuch machen wird, an dessen Gelingen er, bestärkt durch die Stimme mehrerer Kunstverständigen, nicht zweite n zu dürfen . glaubt. Bon heute an ist die Maschine bis an den Tag des Versuchs, der neost der Stunde in diesem Blatte vorher genau antze eigt werden wird, hier im Gasthof zum Go.denen Kreuz Jedem zur Ansicht und zur Prüfung ausgestellt." „Sein erster Versuch" zögerte sich aber noch etwas hina s. und es war wohl Derblingers groher Feh.er, dah er in seiner Erfindersryude. unbekannt mit den Gesetzen der Flugtechnik, diesen Theatervereinigung, der nach Berlin geht, um sich literarischer Tätigkeit zu widmen. An die Aufführung schloß sich eine Karneval- Sitzung an. Hervorzuheben sind noch die guten Leistungen der O r ch e st e r v e r e i n i g u n g L a u b a ch (Dirigent Christ. Högel), die viel zur Erhöhung der festlichen Stimmung bei trugen. — Das Wild leidet, trotz eifriger Fütterung durch die Jagdbesitzer sehr durch d.e Kälte und den Schnee. Die A e h e kommen bi3 in die nächste Aähe der Stadt. Gestern wnrde ein Aeh an der Licher Strahe, mr einen halben Kilometer von der Stadt entfernt, von einem Auto überfahren. Der Führer des Autos meldete den Vorfall sofort. Orr Offdillner Mordprozeß. Dritter Derhandlungskag. , WSA. Limburg. 28. Jan. Am heutigen dritten Vcrhandlungrtag vor dem Schwurgericht wurden 23 Zeugen au gerusen. Tie Verhandlung begann mit der Vernehmung des Frankfurter Kriminalkommis arS Damm. Diesem Beamten gegenüber hat die Frau des Angeklagten S ch a r o t zugegeben, daß sie die Sporthose und die Sportstrümpfe ihres Mannes verbrannt hätte. Ebenso habe sie und ihre Eltern einen ganzen Wagen voll von Sachen des Angeklagten auf einem Acker verbrannt, um sich und Schardt keine Unanneh n'ichke ten zu machen. Unter diesen Sachen befand sich auch eine Kiste Briefkasten der Redaktion. (Nechtsgutuchten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) TR. TB. Für die Zelt, in der Sie selbst kerne Wohnung gemietet hatten, ist auch keine Müllabfuhr' gebühr zu bezahlen. Ihre Zahllmgsvslicht beginnt erst von dem Tage ab, wo Sie selbst eine Wohnung gemietet haben. Nach der ministeriellen Festsetzung der Miele ist das Wassergeld in dem Mietpreis mitenthalten. h. S. Der Anteil an den Straßenreinigungsge. büyren bemißt sich nach der Höhe der Miete für di« einzelne Wohnung. Wenn Ihr Hausbesitzer im Vorderhaus eine Wobnung innehat und außerdem das Hinterhaus noch für feine Zwecke ausschließlich benutzt, so ist für den Straßenreinigungstostenanteil des Hausbesitzers maßgebend, die chöhe der Miet« für feine Wohnung im Vorderhause zuzüglich der Miethöhe für die Räume im chinterhause. Sie selbst und der andere Mieter in dem Vorderhause haben also nur nach der Höhe Ihrer Wohnungsmiete zu den Straßenreinigungskosten beizutragen. Don Albrecht Ludwig, dessen Fähigleiten offenbar viel mehr auf technischem Gebiet lagen, wissen wir nicht viel, wir tonnen nur aus Kirchen büchern und einigen Anzeigen in den Zeitungen jener Zeit erkennen, daß er sich im Jahre 1792 mit Anna Schelf,e.in vermahlte und daß dieser Ehe sechs Kinder entsprosfen. Xie starben früh, nur eine Tochter verheiratete sich. Ihre Aach- Entlastung für ihn zu sorgen. Als die belden dann Ende 1927 entlassen wurden, hat Köhler den Angeklagten in Hirzenhain aufgesucht, ohne daß Schardt aber etwas für diesen tun konnte. In der Folgezeit haben die beiden sich an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen bzw. Sanu tagen getroffen. Kößler gibt nun an, Schardt habe ihn dazu bestimmen wollen, den Fritz Baum in Hirzenhain durch Gi't aus dem Wege zu räumen. Er wolle die Wiederau, itup.ne der Falschmünzerei betreiben. Wenn ihm ba3 gelinge, erhalte er eine Entschädigung für die Geiüngni.stra e. Äußerem ko . me auch sein Bru- der au * dem Zuchthaus, wo er wegen Verleitung zum Meineid in der Falschmünzer ache sitze. Damit der Plan gelinge, müsse aber unbedingt Baum, das Haupthindernis, aus dem Wege geschasst werden. Bei der letzten Zusammenkunft am 24. März soll dann Schardt dem Köhler zwei Schnapsfläschchen, zwei SchnapSgläschen und eine Amphiole mit Gift in einer Mappe mitgegeben haben. Er solle den Baum als Schnapsreisender aufsuchen und das Gift in den Schnaps mischen. Außerdem solle er von einem gewissen Groh in Marburg die Unterschrift beschaffen, die Schardt brauche. Der Zeuge ist zunächst nach Marburg gefahren, hat die Unterschrift aber nicht bekvinmen. Dann ist er zuruck- gekehrt nach Hirzenhain, hat den Baum aufgesucht und ihm und seinem Onkel Schnaps- ersten Versuch in der Oefsenktichkeit machte. Für Ende Mai war der Besuch des Königs von Württruuerg angesetzt, und im Einverständnis mit dem Magistrat lud Berblinger seine Mitbürger zur Donau, wo er von einem hohen Erker, der Ad.ervastei. herabzufliegen und das andere Donanuser zu gewinnen vorhatte. _ Er ritt se.bst durch die Stadt und töt seine Absicht, zu fliegen, unter Trompetenklängen kund. Für die entstehenden Unkosten wurde von den Zuschauern je ein Batzen gefordert. Aus der Ad.erbcstei war ein hölzernes Gerüst errichtet, so dah 'Berblinger 62 Schuh über dem Wasser stand. Der König war mit seinem Hofstaat erschienen, die Zuschauer standen Kopf an Kopf in atemloser Spannung Plötzlich klappte der eine Flügel zusammen und Berblinger muhte vortreten und unter dem Gemurre der Menschen den Aufschub seines Vorhabens ankündigen. 06 die Flügel beim Hinausziehen auf das Gerüst Schaden gelitten hatten, oder ob böswillige Absicht etwas daran zerstört hatte, ist ungewiß. Der König reiste ab. nicht ohne Berblinger eine Belohnung von 20 Louisdor zu hinterlassen. 2-.s aber Berbttnger am nächsten Tage, am 31. TU- 1811. vor einer womöglich noch größeren Menge vor dem Bruder des Königs den Versuch wiederholte, fiel er wie ein Stein in die Donau und wurde unter dem Hohngelachter seiner Mitbürger, von einem Schiffer geborgen. Dah er gerettet wurde, war sein Mißgeschick! Wäre er ein Opfer seines Planes geworden, so wäre die Menge re.ftummt vor der Majestät des Märttzrertums. Durch seine Aettung schlug der Versuch in6 Lächerliche, und für den Unglücklichen begann i die Marter einer Verspottung, wie sie noch | kein Sterblicher erduldete. Um sich den Verfolgungen zu entziehen, entwich er und kehrte erst nach Jahren nach Ulm zurück. Es ging bergab mix ihm. er war ein zerbrochener Mann, haltlos und enttäuscht. Seine Frau starb, von seinen Kindern lebten nur noch wenige. Aoch einmal verheiratete er sich und starb am 28. Januar 1829 an Auszehrung im Spital, arm. verschuldet und wenig betrauert. | Das Flugzeug soll noch lange in Ulm vor- j Händen gewesen sein — jetzt ist es verschwunden. Es waren flügelartige Gebilde mit starker Seide bespannt: sie liehen sich mit einer Bewegung der Hand durch seine Stäbchen, die sich spreizten und zusammenlegten, spannen oder zusam- menfalten. I Aatürlich wird der Leser fragen, warum das 1 Flugzeug des Schneiders von Ulm versagt hat: ' Cs mußte versagen, weil ein Mensch nicht die Kraft hat, seinen Körper mit Flügeln hochzuheben: er kann mit einem motorlosen Flugzeug nur Gleitflüge ausführen, wie es L i l i e n t h a 1 getan hat, und wie es jetzt unsere Sportslieger in Aossitten und In der Ahön tun. Das Flugzeug des Schneiders von Uhn war aber kein Gleitflugzeug, wenn er es sich auch als solches gedacht hat, was daraus hervorgeht, dah er damit von einem erhöhten Punkt aus über die Donau gleiten wollte. In Wirklichkeit stellt daS Flugzeug etwa eine Ve.b ndung von zwei neben- einander liegenden Fallschirmen vor, in deren Ai telpunk'.en der Flieger hätte aufgehängt sein müssen. Be .bänger reichte mit seinen ausgespann- len Armen aber nicht ganz bis an diese Punkte, außerdem kann kein Mensch sein Körpergewicht an den Händen bei ausgespannten Armen auf die Dauer tragen. So muhten die Flügel beim Flugversuch nach oben zusammenklappen. Das ist das Urteil, das wir heute — vom jetzigen Stand der Technik aus — über das Flugzeug des Schneiders von Ulm aussprechen müssen. Dama',2 gab es auf dem Gebiet der Fliegerei fast überhaupt noch keinen Stand der Technik, und so wäre es gan$ falsch, dem Erfinder aus dem Mißlingen einen Vorwurf zu machen. Er hat nach dem Menschenflug gestrebt wie viele andere nach ihm auch, und er hat zweifellos an seinen Erfolg geglaubt, sonst hätte er den ersten Versuch nicht in Gegenwart des Königs geplant. Ganz langsam bereitet sich eine neue Wertung der Vorgänge vom Mai 1811 vor. Schon gibt es in Ulm eine Berblinger- straße, bei der Adlerbastei eine Derblinger-Dro- gerie. Der Ulmer Familienforscher Eugen Kurz läßt sich die Ehrenrettung seines Mitbürgers sehr angelegen sein. Wir verdanken die mit- getdlten Daten seiner fleißigen Arbeit. mit Falschgeld. Unter außererder.t ich großer Spannung wurde der Hau tbelastungLzeuge Köhler au geru'en. Der Antrag des Staatlanwa'ts, den Angeklagten für die Dauer der Vernehmung Köhler5 zu ert'cr.'en. wurde abgelehnt. Der Zeuge hat den Angeklagten in der Strafanstalt Preunge'hrnm lennengeiernt und ihkn versprochen, nach feiner Gegen! Krankenhauses . torium zu Wiesbaden, wo er Heilung von einer Operation suchte, tm Alter von 42 Jahren. Tie Anteilnahme in unferm Dorfe ist allgemein. Gründer g, 28. 3an. Am ©am_tügabenö hielt der Turnverein seine Hauptversammlung in seinem Vereinslokal „Taunus" ab. Aus dem Jahresbericht ist zu entnehmen, dah der Verein am 10. Aovember 1928 auf sein 45jähriges Bestehen zurückbttcken konnte, das in einfacher Weise gefeiert wurde. Am 11. August 1928, dem 150. Geburtstage Jahns, wurde eine wohlgelungene Jahnfeier mit Fackelzug, Ansprache und Stellen von Pyramiden veranstattet, und im September ein Schauturnen abgehatten Daneben bcteUigte sich der Verein an den Cau- öerarjtaltungen. auf denen die entsandten Turner und Turnerinnen manchen Erfolg erringen konnten. Zwei verdiente Vorstandsmitglieder, deren Aamen in Turnerkreisen Wei. bekannt sind, erhielten Ehrenbriefe, und zwar Karl Schmidt den Gau-Ehrenbries, und Heinrich Schmidt den KreiS-Ehrenbries. Die Mitg.iederzahl zeigte am 1. Jan. ar 1929 mit 191 gegenüber dem Vorjahr eine kleine Abnahme, die mit dem Buhen der Schüler-Abteilung zufammenhängt: jedoch sind in der letzten Zeit wieder Zugänge zu t>cr- zeichnen, und mit dem Wiederaufleben der Schülerriege wird wohl bald der alte Mitgliederstand wieder erreicht werden. Die Kassenverhält- nisse ergaben bei einer Einnahme von 3401,66 Mark und einer Ausgabe von 3396,43 Mark einen Ueberschuh von 8,23 Mark. Der Verein k>" nod) eine Schuld von 1300 Mark, der Acst des Kaufgeldes für ein Grundstück, das vor einigen Jahren zur Erweiterung des Turnplatzes erworben wurde. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Lehrer Wenzel erster Sprecher, Vermessungsrat Lichtenscls zweiter Sprecher, Fabrikant C. Schmidt erster Kassenwart. Sa'tle.me st:r C. Büttel zweiter Kassenwart, Hrch. L i st m a n n erster Schrifttoart, Fabrikant rch. Schmidt zweiter Schriftwart, Schreincr- .acttter Fr. Gehringer Zeugwart, als Turn- ■ar-.e wurden wieder- bzw. neugewählt: Ludwig , r a n l. Karl S ch m a d e l, Karl Keil und Karl Möser, Leiter der Fvauen-Llbtellung wurde wieder Fr. Gehringer, während die beiden Turnerinnen Gertrud Bock und Emma "ein a s Borturnerinnen b.stimmt wurden. Der w:i e Tumwart Karl Schmadel übernimmt > Schülerinnen--Abteilung, der Turner Aichard rank die Schüler-Abteilung. Für das volks- lim.iche Turnen und Spielen wurde Turner Hrch. Kappes bestimmt. 2lls Vertreter für den Gauturntag wurden Lehrer Wenzel und Hrch. Schmid! g wäh l. Aach'em noch e’.n g: Wünsche wegen Erneuerung bzw. Aeuanschaffung von Geräten besprochen waren, schloß der erste Sprecher mit einem dreifachen „Gut Heilt" auf die Deutsche Tumerschaft die Versammlung. * Hungen, 29. Jan. Die Anmeldungen von Schülern und Schülerinnen für das neue Schuljahr der hiesigen Höheren Bürgerschule haben am Vjreita]. 8. Februar, zu erfolgen. Für Schüler, die später in ein Gymnasium oder in ein Dealgymnasium übertre en wollen, ist Lateinunterricht eingerichtet. Die interessierten Ellern seien auf die gestrige Anzeige hingcwiesen. v Hungen, 28. Jan. Hier ereignete sich ein schwerer Unglückssall. Beim Aufschlagen eines Gerüste > stürzte der Zimmer- meister Robert M ü 11 e r mit einem Arbeiter aus etwa acht Meter Höhe ab. Der Bedauernswerte Mann blieb an ter Uns all stelle bewußtlos liegen. Er wurde ins h'esige Krankenhaus gebracht, wo er in bedenklichen Zustande darniederliegt. Der ab^estürzte Arbeiter kam zum Glück mit leichten Dertetzunte.i davon. Kreis Büdingen. ni>. at ibba. 28. Jan. In unserem Kirchspiel wurden tm vergangenen Jahre 43 Kinder getauft gegen 60 im Jahre 192?. Davon waren aus Aidda 31 Kindrr. (14 Knaben und 17 Mädchen', aus Dab Sal h.'usen 1 Knar-e, aus Ko.-den 3 Kin er (2 Knaben. 1 Mädchen), aus Michelnau 3 Kinder (2 Knaben, 1 Mädch-en> und aus Unter- Schmitten 6 Knaben. 2 Mädchen. Getraut tourten im ganzen 22 Paare, gegen 20 Paare im Vorjahre. Aus Aibda waren 12, aus Kohden 3, aus Mitein au 5 und aus Unter-Schmitten zwei Paare In Bad Sal h.ufen fanden keine Stauungen statt. Die Zahl dcr Verstorbenen betrug in unserem Kirchspiel 44, gegen 38 im Vorjahre. In Aid da starben 28. in Kohden 6, in Michelnau zwei und in Unter-Schmitten 8 Persoiten. Im rften Lebensjahre starben 2 Kinder aus Aibba. KrciS Schotten. La ubach, — Jan. Gestern gab der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs gemeinsam mit dem Stenographenverein eine in allen Teilen wohlgelungene Theatervorstellung im Solmser Hof. Das Lustspiel ..Das Ertemporale" wurde von der Theatervereinigung Laubach flott und Wirkung voll aulgesührt. Die Bühnenbilder waren durchweg gut. Die Herren Bernhard Gras zu Solms.Laubach, Oberfetretär (316 e. Kau mann Aockel, Kau mann Göbel, Dr. A o h b a ch und die Damen Frll H o m a n n, Frl. Kraft, Frl. Böhm führten mit großem Geschick ihre nicht einfachen Rollen durch. Die Au'sührung war zugleich eine Abschiedsvorstellung für Bernhard Grafen z u Solms. L « u b a ch, den bisherigen Leiter der Laubacher OO Klein-Linden. 28.9an. Der vom Sir« cheiworstand in seiner Sitzung am öonn.ajnaa>» mittag durchberatene Voranschlag der evangelischen Kirchengemein de für 19 29 wurde in der nachfolgenden Sitzung der Kirchengemeindevertretung vorgelegt. Aus dem Voranschlag sind folgende Zahlen entnnmmen: Aus dem Rechnungsjahr 1927 verbleibt ein Aech- nungdreft von 1675,13 Mk. An örtlicher Kirchensteuer sollen 1929 = 5)7^67 Mk. eingeben (1928: 5938.10 Mk.) Die Gesamtsumme der Einnahnen beträgt 7398.15 Mk. demgegenüber erscheinen an ordentlichen Ausgaben 6996,80 Mk.. ferner sind für Kapitalautragung ausg.'llehenen Darlehen 700 Mk. vor «seh7N. Der Dornnschlag sand die Genehniaunf b-r Kirchengnneindevrrtrttung. (.) Lang-Göns, 28. 3an. Das Schicksal saßt die Familie unseres verstorbenen Bürger» 'neisters Aompf sehr hart an. Im Kriege siel er älteste Sohn Otto, nachdem er die höchste syrische Ausz.iHnung, den Mar-2rs:Ph-Orden, i -it dem der persönnche A^el verbunden war. erhalten hatte. A n starb, im besten Mannesalter stehend, der zweite Sohn D r. Wilhelm Romps. der 13 Jahre am Bürgerhospital in tlebberg Arzt und zuletzt Leiter dieses ' ' ' war. Er starb in einem Sanader Sonne schmolzen: aus den deutschen Wäldern rannt es von W.e.and, dem Schmted, dem der Kanig die Sehnen brr Knie hatte burchschneiben lassen: Da ergriff er der Flügel freudiges Paar, Seiner Aächte Gewirk seit Jahr und Jahr: Ist mein Fuß nicht froh, ist mein Arm ein Aarl Lachend schwang sich Dec Schmied vom Grunde. Dann ist Stille durch Die Jahrhunderte bi« auf Ti.l Eulenspiegels nicht ernst zu nehmende Eulenspiegelei. Der Gedanke der Aachahmung des Vogettluges erwachte erst wieder beim Wiener Uhrmacher Degen im Jahre 1828 und bei dem Ulmer Schneider Albrecht Ludwig Berblinger. Der wohl um dir gleiche Zeit von diesem Wunsche ersaßt wurde, aber erst 1811 seinen berühmten, traurig endenden Flug versuchte. Albrecht Ludwig Berblinger war in Ulm als Sohn deS Zeuga:ntsknecht:s Albrecht Ludwig Berblinger am 2ö. Juni 1770 geboren, dessen Ahn, der Sproß eines Psarrers Berblinger in Lörrach in Baden, im Jahre 1678 das Bürgerrecht in Ulm erwarb. Albrecht Ludwig der Aettere starb schon 1783 und hinterließ seiner Frau, einer geborenen Finkin aus Temmen- hausen. große Geldsorgen und sieben Kinder. Die drei jüngsten, Atbrrcht Ludwig mit 13, Daniel mit 10 und Facharias Ludwig mtt 9 Jahren, tarnen in das Funden- oder Waisenhaus. Für die übrigen vier Kinder bekam die Wittib einen sehr bescheidenen Zehrpsennig von der Stadt. Den K.aben wurde der Beruf vom Waisenhaus gewählt. Schon ein Jahr nach des Vaters Tode kam ABrecht Ludwig zu einem Schneider in die Lehre. Daniel wurde Aagelschmied. Zacharias Binder. verabreicht. Den beiden Baums ist es übel geworden. Der Zeuge behauptet. _ nur zum Schein auf den Mordp.an des rbt eingegangen sei. well er zu viel Angst Scha bt gehabt habe. Er habe den,Schnaps Schwurgericht Gießen aus Publik' ai <. Schake Schweine 32-67 40-68 48-110 50 - 56 20-54 50-62 Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse TrTeF a. M Devisenmarkt Vertin—Frankfurt 26,6 2 19,15 127 125,4 252,25 55,25 253 99 Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Drozent, Lombardzinskuh 7,5 Prozen?. 53.8 14 der geil 11,8 45-58 36-66 30-56 42-45 53,8 13,76 22-57 22-57 20-54 22-56 20-59 20-53 18-56 15-53 15-52 14-55 15-52 57-74 36-92 45-85 198,5 170,5 171,5 131,6 33,5 3.4> 26,6 22.7 24.75 c,05 11,36 11,5 11.65 19,3 Berlin Bremen Breslau Chemnitz Dortmund Dresden Düsseldorf Elberfeld Essen Arankfurt/M Hamburg Hannover Husum Karlsruhe Kastel Kiel Köln Lipzig Magdeburg Mannheim München Stettin Stuttgart Zwickau <69 182 -0,6 100 38-56 21-66 35-58 81,25 192 Kalber 45-86 40-80 46-72 55-80 40-88 44-78 45-85 45-82 70-79 65-76 50-70 65-74 68-77 64-71 70-79 58-79 65-78 54-83 68-88 doch x einmal. trag*. - 66-76 55-74 70-82 66-80 60-76 65-79 58-74 60-78 63-74 60-77 60-75 60-73 50-63 48-60 54—76 46-64 32-75 48-110 52-73 40-72 42-75 50-78 30-75 52-73 65-80 44,6 2,06 146 139.26 142 430 197,75 284 >71.5 165 171.5 431.5 317,6 125,25 162,5 U5 139,5 226 199 280,3 iiü 16» 171,5 <04, j 130,j 313 Rinder 18-56 24-54 13-53 18-53 22-59 22-57 20-62 20-57 25-58 25 - 55 15-56 20-56 90,4 100 eng ttundK Otlfn'W' (lümbucfl-amedta 6tritt . pcmb -SObam fcompHtfe. Hansa tamplltttH »iotbbeutfdirt VloQfc - tiilg SDcutldjt Oreottantt. . Barmet Bankverein Betllnet feanbelegelemd). - Kommen- und Prioat-B«u Tarmkl u -Jlartmialbaid Deulichk Bant SUtonto.UiHem«ft ÄnL Dttennet Bant fWttelbrutidx OxeMWal «Beiallbant .... 3 9 Aarben.jnbidtai Tnnaratt Nobel . stbeibeanfiali -Solvschmibt , flQtgererontt , SU taügeidl! (tieft. 87,u 63,6 14,05 90 81,3 76 97 3,2 2 - *Vi . . e . . e io . . e . io . 10 le ii 12 . 10 . 10 . 10 128.5 175.15 iu4,5 125,15 1,9.25 >41,5 4x8.0 196,5 81,75 liu,5 165 '71 105.5 t» 1.2-1 319 Tat! Leiblich I lendcncn ( AAonfärbcrc deutsche Di' Mi W särbereien . Zissern über der Statntali M hat d' tzerDr.v «usschuh d< leider an c sichtbar ist Deutschen- Gilberts D der deutsche Hochkonj für die n, sich mit de teden. Hm Zahl der tunb 2 D auch der sas! Dialers mi ändert, das offenbar n i zu verbinde' Heer von 21 Wenn Prn lichr fiapil wiesen t)at, i Hinweis da' gen, ab« nur der ein Nachsra; Buntes Allerlei. Das evangelische Reichsellernparlament in Breslau. Der evangelische R e i ch s e l t e r n t a g, die alljährliche Heerschau ter im Reichsverband evangelischer Eltern- und Bolksbünde (Reichselternbund) zusammengeschlossenen Elteriwrganisativnen findet in diesem Jahre vom 4. bis 7. April tit Breslau statt. Dem Reichselterntag geht am 4. April ebenfalls in Breslau die sechste religionspädagogische Tagung der Gesellschaft für evangelische Pädagogik voraus. 17 hundertjährige im Jahre 1928 In Preußen. Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun hat im Iahre 1928 siebzehn Hundertjährigen, darunter elf Männern und sechs Frauen, das Ehrengeschenk des preußischen Stoatsministe- riums zum hundertsten Geburtstage überreichen lassen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrit stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Gießen, 28. 3an. Am ersten Tage diesmaligen Schwurgerichtsperiode wurde gen den Landwirt Friedrich Römer aus Babenhausen II wegen Meineids im Sinne des § 153 St.-G.°B. verhandelt. Den Borsitz führte Landgerichtsrat Hirsch. Die Anllage vertrat Staatsanwalt Iusttzrat Weidemann, während Rechtsanwalt Dr. M e u s e r als Berteidi- Gefchäftsbelebung und ein mäßiges Anziehen der Preise festzustellen. Schlechten Gcschäst.'gang hatten nach wie vor Rinder. Der Export griff im allgemeinen etwa) reger ein, und auch die Aufkäufer für Wurstsabriken betätigten sich etwas mehr. Der Auftrieb entsprach ungefähr dem der Borwoche und war nur in Großvieh nennenswert ermäßigt. Cs waren aufgettieben 18 300 Rinder (gegen 22 000 in der Vorwoche), 18 900 Kälber (gegen 18 500), 6700 Schafe (7800) und 75 000 Schweine (80 80C). Rinder waren bei langsamem Handel in den Preisen gegenüber der Borwoche nur wenig verändert. Wurstkühe sanden durchweg zuerst Abnehmer. Bullen erlitten durchweg Preisabschläge. Das Kälber- geschäst lag mitt.lmäßig, gute Mastkälber ließen meist etwas nach. Die letzten Rotierungen waren sonst weiter maßgebend. Am Schaf markt hatten brauchbare Tiere schlanken Absatz. Teilweise zogen die Preise leicht an. Der Schweine- markt zeigte ein etwas freundlicheres Bild als in der Borwoche. Gute leichte Ware wurde gern gekauft, dagegen blieben Fettschweine vernachlässigt. Aufschläge von 1 bis 3 Pf. waren nicht selten. Rachstehende Preise in Pfennig per Pfund Lebendgewicht: in«viel Be g Hortung.) Ä»‘t r°hA° Sfe** l jchast arbei hoch liege. Auch Dr. । Reichskredit den btiben . '.ragen (jabe. lammt imme ijrage, der a cenn voihe ‘iuslanbi mirb. Eine ifljen will i zuwachs, de darf deckt. Kriege runl bilden kann 'st, doh an Kapital sich ZU beachten, öer Wähnrn (anbtapi den Zinsend einer fDiillin die Kapital!) Wirtschaft de die Dawessch für Ähr sie «opital bilde wenigsten in In der wir u 3fn Dr. Zch,- 3n dieser Färse ^chsrrgier: cafjt der Mia-d ^rnden tu absteige Fall zulässig, t euere: len doch > Malt ö «J feine den lann. c ^Nan ?u reden, de °°uchdie ' .^tunq Wien T-j «4i«6l Der 9un98l rÖier Dann wird die Straßenbahn b?heizt? Elektrizität in jedem Gerät! — Diesen Spruch kann man überall lesen, sei es, daß er bei Ausstellungen, bei dem Lichtfest in dem großartigen Torbogen am Seltersberg oder bei der Straßenreklarne, ja selbst bei den Briesverschluß marken Verwendung findet. Auch in der Stra ßenbahn steht geschrieben: „Elektrizität in jedem Gerät!" — Koche — Bügse — Heize elektrisch — rasch, sauber, bequem! —" Leider muß man aber bei der täglichen Benutzung der Straßenbahn fest- stellen, daß hier die rasche — billige — bequeme Heizkraft des elektrischen Stromes'n och keine Anwendung gefunden hat. Besonders bei der jetzi gen kalten Witterung ist es äußerst unangenehm und auch ungesund, die Straßenbahn als modernes Berkehrsmittel zu benutzen, da eine Heizung fehlt. Zu leicht holt man sich kalte Füße; unan genehme Folgen, Erkältung, Lungenentzündung oder Grippe sind unausbleiblich. Kein Wunder, daß die Straßenbahn von vielen sonstigen Fahrgästen im Winter nicht benutzt wird. Und doch wären gar nicht allzu große Mittel erforderlich, die Straßenbahn auch im Winter durch Einbau einer Heizung zu einem angenehmen Verkehrsmittel zu gestalten. Zwar ist schon öfters in der Oeffentlichkeit die Straßenbahnbeheizung angeschnitten worden, doch leider bis jetzt noch ohne Erfolg. Anderseits ist man doch sonst mit elektrischen Heizversuchen großzügig, um zu beweisen, daß der elektrische Strom billig ist, selbst wenn man „nach holländischem Muster" verfährt. So wurde doch erst kürzlich (laut Bericht im „Gießener Anzeiger", Dezember 1928) die ganze B e - helssschule in der Gabelsberger st raße mit einer elektrischen Heizung versehen. Allerdings wird jetzt vielfach behauptet, daß die Schulräume „trotz der Billigkeit des Stromes", vollständig ungenügend beheizt seien, so daß man sich des Eindrucks nicht erwehren könne, als ob auf Kosten der Gesundheit von Lehrer und Schüler die Billigkeit des Stromes erzielt werden solle, besonders bei der Deckenstrahlung, die auf den Kopf eine^ Höhensonnenwirkung ausübe, die Füße, aber kalt lasse. Von anderer Seite, die mit den Kosten des elektrischen Stromes etwas zu tun hat, wird übrigens selbst in diesem Falle die Billigkeit der elektrischen Heizung noch stark angezweifelt. Bevor man andere Heizversuche macht, die mirt lich nicht so notwendig sind, sollte man die Straßenbahn, die doch dem allgemeinen Verkehr dient, elektrisch beheizen. Die Einführung der Heizung in der Straßenbahn hätte sicherlich nicht die Kosten erfordert, wie sie der Behelfsschule zu Versuchszwecken zur Verfügung gestellt wurden. Auch die Betriebskosten der Heizung dursten nicht so hoch fein, da die Straßenbahn dem Elektrizitätswerk an- gegliedert ist und den Strom zu Selbstkosten beziehen würde. Oder sollte etwa der elektrische Strom für Heizung noch bei Selbstkosten zu teuer sein? Dann wären allerdings Reklame und großzügige Versuche unverständlich. Aus jeden Fall erscheint eine Beheizung der Straßenbahn durchaus angebracht. Hoffentlich wird diese Anregung diesmal auf fruchtbaren Boden fallen; die Fahrgäste der Straßenbahn wären jedenfalls den maßgebenden Stellen zu großem Dank verpflichtet. MehrereB ärger und h a u f i g e B e n u tz e i der Straßenbahn. • Frankfurter Genossenschaftsbank e. G. m. b. H.. Frankfurt a. M. Die Entwicklung hat im Jahre 1928 eine ruhige und aufwärtsstrebende Linie gezeigt. Die Dilanz- summe erhöhte sich von 14,30 auf 19,50 Mill. Mark, der Mitgliederbestand von zirka 4000 auf 4600, die Gefchäftsanteib-Guthaben stiegen auf 2 (1,40) Milk. Mk. Die Kontokorrent- und Spareinlagen sind Ende 1928 auf rund 16 (11,8) Millionen Mark, die Debitoren auf 12,50 (9,20) Millionen Mark angewachsen. Die Liquidität ist gut, da die Bestände an Kassa, Bankguthaben, Wechseln und Effekten Ende 1928 5,30 (4,20) Millionen Marr betrugen, während sich die Ge- samtgaranttemittel auf 6,50 Millionen Mark belaufen. * Auflegung der Amerika-Anleihe des ProvinzialverbandeS Hannover. Die amerikanische Anleihe deS Provinzialverbandes Hannover ist gestern in Reuyork zu 941/? Prozent zur Zeichnung aufgelegt worden. ' Auflegung von lOMill. Mk. 8proz. Leipziger Stadtanleihe. Ein unter Führung der Allgemeinen Deutschen Credit-Anftalt, Leipzig, stehendes Bankkonsortium, das auch dies- mal mit einer von Gebr. Arnhold, Dresden, geführten Gruppe zusammengeht, wird in den nächsten Tagen 10 Mill. Mk. 6proz., ab 1935 kündbare Leipziger Stadtanleihe zu 933/t Prozent zur Zeichnung auflegen. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, hat das Konsortium die Anleihe zu 91 Prozent fest abgeschlossen. Die Anleihe wird ab 1935 ausgelost und jeweils mit 100 Prozent zurückgezahlt. Die Anleihe wird an den Börsen zu Leipzig, Dresden, Chemnitz, Berlin und Frankfurt a. M. zur Einführung kommen. Frankfurter Börse. F r a n k f u - t a. M., 29. Jan. Tendenz: schwach. — Die kommenden Reparationsverhandlungen, denen in Börsenkreisen sehr pessimistisch entgegengesehen wird, der unregelmäßige Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse, sowie die Schwierigkeiten der deutschen Wirtschaft, die in den gestrigen Ausführungen'des preußischen Handelsministers zum Ausdruck kamen, hatten zu Beginn der heutigen Börje eine allgemeine Unsicherheit zur Folge. Der bevorstehende Ultimo mahnte ebenfalls zur Zurückhaltung, da in verschiedenen Kreisen mit evtl. Schwierigkeiten gerechnet wird. Die Spekulation hielt sich daher stark im Hintergrund und schritt zu Abgaben. Die Ten- 1 denz neigte sich daher stark nach unten. Auch ! von Provinzsecke wurden Abgaben vorgenommen, ! und es traten gegenüber der gestrigen Abendbörse durchschnittliche Verluste bis zu 4 v. H. ein. Als die Bankiertragödie in Berlin bekannt wurde, nahm die Verstimmung zu, und es machte sich eine große Lustlosigkeit bemerkbar, so daß das Geschäft kaum noch nennenswert war. Stark angeboten und 6 v. H. niedriger lagen I.-G.-Farben. Am Elektromarkt verloren Bergmann 5 v. H., Gesfürel 4,5 v. H. und AEG. 3 v. H. Schuckert uiib Siemens, bei letzteren muß der Dividendenabschlag berücksichtigt werden, zeigten eine gewisse Widerstandsfähigkeit. Am Montanmarkt waren die Umsätze ebenfalls meist gering. Phönix hatten einige Nachfrage zu verzeichnen und blieben knapp behauptet. Auch die übrigen Aktien dieses Marktes, mit Ausnahme von Rheinstahl (minus 3,5 v. H.) und Vereinigte Stahlwerke (minus 2,75) lagen knapp behauptet. Banken uneinheitlich. Deutsche Bank 1 v. H. schwächer, Corn merzbank und Dresdner Bank dagegen bis 0,75 v. H erhöht. Zellstoff Waldhof minus 5 v. H. Autoaktien verloren bis 2 v. H., Kaliwerte bis 3 v. H. Einiges Interesse bestand dagegen für Svenska und für Monte- catini. Deutsche Anleihen zur Schwäche neigend. Don Ausländern ungarische Goldrente etwas höher. Im Verlaufe griff die Verst.mmung weiter um sich, und es traten auf weitere Abgaben auch von außenstehenden Kreisen, denen kaum Aufträge gegenüberstanden, weitere Kursrückgänge ein. Stark unter dem Druck der herrschenden ungünstigen Lage hatten vor allem die anfänglich recht widerstandsfähigen Schuckert und Siemens, die erneut 5 bzw. 7 v. H. verloren, zu leiden. I.-G.-Farben und AEG. gaben bis 2 v. H. nach. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 4 o. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,209750, gegen Pfunb 20,411, London gegen Kabel 4,8495, gegen Paris 124,04, gegen Madrid 29,68, gegen Mailand 92,6750, gegen Holland 12,0950. Berliner Börse. Berlin, 29. Jan. Schon im heutigen Bormit- tagsverkehc hatten der unregelmäßige Schluß der Neuyorker Börse, die Auslassungen des preußischen Handelsministers Dr. Schreiber, die von auf- gleitender Konjunktur Deutschlands handeln und Anlaß genug zu schwerer Sorge brachten, ein Artikel in der Morgenpresse über eine Emissionsabsicht der J.-G.-Farbenindustrie usw. zu leichten Kursrückgängen geführt. Dies alles verblaßte aber zu Beginn des offiziellen Verkehrs, als die Nachricht von der Tragödie bekannt wurde, die sich heute Vormittag in einem angesehenen Berliner Bankhaus« abgespielt hat. Ein Mitinhaber des Bankhauses Katz & Wohlauer wählte, angeblich auf verfehlte Spekulationen, den Freitod, sein Sozius wurde vor Schreck darüber vom Herzschlag getroffen. Das Geschäft war daraufhin vollkommen gelähmt, und die Kursentwicklung gestaltete sich ausgesprochen schwach. So haben die an der gestrigen Börse umlaufenden Gerüchte eine teilweise Bestätigung gefunden, obwohl die Liquidationskasse erklärt hat, daß bei ihr alles in Ordnung sei. Auch zu der heutigen Affäre liegt eine Stellungnahme der Liquidationskasse vor, die besagt, daß vorschriftsmäßige Deckung in reichlichem Maße vorhanden ist. Die ersten Notierungen lagen mit wenigen Ausnahmen bedeutend niedriger als gestern mittag. Auch wenn man den Report überhaupt nicht berücksichtigt, ergeben sich immer noch Rückgänge bis zu 5 v. H., und bei den schwereren Papieren bis zu 11 v. H. Siemens wurden exklusive Dividende gehandelt. Don Interventionen der Großbanken konnte kaum die Red« sein. Das Angebot war aber nicht sehr groß, und das Geschäft kam meist bei minimalsten Umsätzen zustande. Deutsche Anleihen schwächer. Ausländer ruhig. Anatolier wieder nachgebend. Der Pfandbriefmarkt verkehrte ruhig bei meist gehaltenen Kursen. Der Geldmarkt hatte bei der Näh« des Ultimos naturgemäß etwas angespanntere Stimmung. Tagesgeld 4 bis 6 v. H., Monatsgeld 7 bis 8 v. H., Warenwechsel 6 bis 6,25 v. H. Auch im Verlaufe bildete der oben erwähnte Selbstmord das Hauptgesprächsthema. Die Stimmung war weiter recht deprimiert, und die Nervosität kam in den Schwankungen der Kurse dcullich zum Ausdruck. Von einer Einheitlichkeit der Tendenz konnte nicht die Rede fein. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 29. Jan. Am Produktenmarkt war die Haltung heute ruhig. Die schwächeren Auslandnotierungen hatten eine größere Zurückhaltung und verschiedentlich auch ein Nachgeben der Preise zur Folge. Das Angebot hat in Brot- getreide etwas zugenommen, so daß Weizen und Roggen bis 25 Pfennig niedriger gehandelt wurde. Am Mehlmarkt bestand für Mehl weiter einiges Interesse. Es wurden notiert: Weizen 23,75; Roggen 23,25 bis 23,50; Sommergerste für Brauzwecke ger fungierte. Der Angeklagte akzeptierte für einen ihm bekannten Schweinehändler aus Oberhessen einen Wechsel über 1200 Mk. Am Fälligkeitstage wurde der Wechsel aber nicht eingelöst, sondern ging in Protest, worauf die Bank, die ihn diskontiert hatte, Klage gegen den Angeklagten vor dem Amtsgericht erhob, und zwar im Wechselprozeß. 3n diesem beschwor Römer, daß das Akzept nicht von ihm herrühre. Er berief sich darauf, daß er nie „Fritz Römer", sondern immer „ Friedrich Römer" unterzeichne; auch sei er dem Aussteller nichts schuldig. Der Vorsitzende Richter belehrte,ihn. daß letzteres ganz einerlei sei, es komme nur darauf an, ob er akzeptiert habe. Auch in der heutigen Verhandlung bestritt der Angeklagte, daß er das Akzept auf den Wechsel gesetzt habe. Es werden eine Anzahl von Zeugen vernommen, worauf der Staatsanwalt in längeren Ausführungen für die Schuld des Angeklagten plädierte und eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr 2 Monaten nebst 5 Jahren Ehrverlust und dauernde Aberkennung der Fähigkeit, als Zeuge eidlich vernommen zu werden, beantragte. Der Verteidiger beantragte in erster Linie Freisprechung, höchstens könne von einem fahrlässigen Falscheid die Rede sein. Der Gerichtshof schloß sich nach längerer Beratung den Ausführungen des Staatsanwalts an und erkannte auf die Minimalstrafe von 1 Jahr Zuchthaus, 3 Zähre Ehrverlust und die weiter beantragte Redenstrafe. Der Vorsitzende gab bekannt, daß sich das Schwurgericht für teilweise Begnadigung — Umwandlung der Zuchthaus- in Gefängnisstrafe, WegfaU der Rebenstrafen — ausspreche. 24,50 bis 24,75; Hafer, inländischer 23,75 bis 24; Mais (gelb) für Futterzwecke 23,50 bis 23,75; Wei- zenmehl, süddeutsches, Spezial 0 33 50 bis 34 25; Roggenmehl 31 vis 31,50; Weizenkleie 14,25; Roggenkleie 15 Mark. Tendenz: ruhig. ^eilflj rwmü. * °“*,l [*«•«=* bl, Snfchnst gtanlt»rlfln Wirtschaft. Oer Wechselkredii. Nach dem Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung ist die Neubeanspruchung von Wechselkredit von November auf Dezember geringfügig gestiegen. Die Wechselziehungen liegen mit 4 487 Millionen Mark im Dezember nur um 44 Millionen Mark über November. Diese Bewegung war geringer, als saisonmäßig für Dezember zu erwarten war. Nach Ausschaltung der Saisonschwankungen ergibt sich daher ein, wenn auch geringer, konjunktureller Rückgang, der nun schon seit August 1928 anhält. In diesem konjunkturellen Rückgang der Wechselziehungen kommt einmal die verminderte Umsatztätigkeit in der Produktionswirtschaft und darüber hinaus das geringere Bedürfnis der Unternehmungen, ihre Umsätze mit Wechselkredit zu finanzieren, zum Ausdruck. Die konjunkturellen Spannungen, die mit einer hohen Beanspruchung des Wechselkredits gegeben sind, haben sich demnach weiter vermindert. . Vergleicht man den gegenwärtigen Rückgang der Wechselziehungen mit der Entwicklung im Jahre 1925 26, so ergibt sich deutlich, daß der augenblickliche Rückbildungsprozeß des Wechselkredits sich in wesentlich langsamerem Tempo vollzieht, als damals. Diese Tendenz hat ihre Ursachen einmal darin, daß die Spannungen in dem gegenwärtigen Konjunkturzyklus sich bei weitem nicht so stark entwickelt haben, wie im Jahre 1925. Aus diesem Grunde ist eine sofortige Verminderung des Wechselkredits nicht eingetreten. Ferner erklärt sich die augenblickliche, nur langsame Verminderung des Wechselkredits auch durch die besondere Lage der Privatbanken. Die Privatbanken konnten feit August in wachsendem Umfang Wechsel aufnehmen, so daß die Summe der Wechsel im freien Verkehr, deren Höhe ein Symptom für die kreditäre Verflechtung zwischen Kunden und Lieferanten ist, sich vermindert oder jedenfalls nicht zugenommen hat. Die Möglichkeit der Privatbanken, in zunehmendem Maße Jnlandwechsel auszunehmen, war für sie um so mehr gegeben, als sie mit dem Nachlassen der wirtschafllichen Aktivität nicht mehr wie bisher gezwungen waren, die ihnen zustießenden Jnlandwechsel zur Deckung des Zahlungsmittel- und Devisenbedarfs ihrer Kundschaft bei der Reichsbank zu rediskontieren. Von den Schlachtviehmärkien. An den deutschen Schlachtviehmärkten war in ter vorwöchigen Derichtsperiote eine leichte Berlin 28. Ianu.ir französische Jiou d Holländisch- 'Jloten ...» - St-lienifdie Norm ...... Norwegische Noten . . • • Trmsch Lellrrr. e 100 Krone» iRnmäntfcbe Noten...... Lckwedrsche Nona ...♦•• etfimnAtr Noten ...... S Panische Noten • -..... Tschechoslowakische Noten . . Unaarifde Noten - Datum 8% Dl ftrtdiianlnb«’ o Ito- Dl. änk-ÜMoi -SdiulB tnti fiufi loi-Rechicn Dritzl ohne Sueloi.-Reckte t% Franks Hvv -Bi an kündbar bi« 1932 Rbetrriicke Hyp.-Bani Sten. abg SBodntgi-CbUflertoD. rückt ablbai 1932 4% Lckwrlz iBunMb.-fleL. . t% Oesterretckiscke Solont.. . *,2o% Ortierr Silberne . . *% ceklerreick etndriU Rte . 4% Ungarische flolbne. *% Ungarische Slaaitr. 0. 1SW 4fo% Dt«g> von 1918 4% Ungarische ftrontnttt.. ■ *% iütt tzollanleide o 1911 *% Türkisch, Bagvobdahn-Anl-, Lecie > *% vesgl Serie II • - - 4% Rumünrn conoert Rtt. Rumänen (Moftanl. non 1918 ö b 12 e uuuci Frankfurt c. M Berlin Schind-, >'Uhr- flure ; Sur» Sch uh > Ulniang flur» । Aar» 28 1 | 39. 1. | 28 1. | 29 l. Jroufcfnno. TO | Berlin Jrfliik’un a. 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I6.4o5 16.49a 168. 6 139. 4 21.99 42,07 111.73 113,17 >9 01 »9 25 4,515 2,535 il2.1V >12,54 80,80 81.16 68.46 8.74 12.43 i2,49 73.05 73.35 Telegra; hijchc Auszahlung. 28. Januar 49. Januar Amruare No« runa Amtliche 'Notlerung Geld Brier 18elo t)nei Arnft-Won 168,56 169,00 | 168,63 168,97 i,778 58,56 112.29 112.40 112.61 Buen--StrcS Brss.-Änm> (ttjriftianta »openbaaen 1.77-1 58,43 112.04 114,16 112,38 1 112.26 112.38 112.60 58*44 U4.O7 U2.18 113,. 9 HelsingiorS. 10,578 42,015 10,598 42,035 10,57 22.04» 10,59 22,065 4U,„9 40.43 4J.uUb 4u,4.;6 1.2055 4,2135 1,4065 1,2145 TnriS . . 1.43a 16.175 16. U5 16.475 ^(broctj . . 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