Nr. 203 Erstes Blatt 179. Jahrgang Samstag, 28. Dezember 1929 Erlchein» täglich,außer Sonntags und Feienag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bez ^spreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für TrSger- lohn, auch bei Richter« scheinen einzetnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernfprechanschlüsse nnterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: Sranlfurt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vn-ck M!d Verlag: vrühl'sche UnIverftiUrGuch- »nd Stctnönidcrci kl. tanze In Ließen. Schristleiwn, und S-schäftrft-!!-: Schulitraße r. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20“, mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen Für die bürgerliche Bitte! Don Siegfried von Kardorff, Vizepräsidenten des Reichstags. Nachdruck verboten! Dor einiger Zeit habe ich es als das Gebot der Stunde bezeichnet, daß eine große Einigung und Sammlung der Parteien der Mitte zustande kommen muh, wenn unser Staatsschiff endlich wieder einen normalen, gradlinigen, dem Desten des Dolksganzen und der Wirtschaft dienenden Kurs erhalten soll. Zeder Tag und jedes politische wirtschaftliche Ereignis dieses kritischen Weihnachtsmonats haben gezeigt, wie recht ich mit diesem Rus nach dem Zusammenschluß aller Parteien, soweit sie bürgerlich staatsbejahend sind, hatte. Das Parteiwesen in seiner jetzigen Form bietet alles andere als eine geeignete Grundlage für eine gesunde, ausbauende und weitschauende Politik, in der auch die berechtigten Interessen des Bürgertums die notwendige Berücksichtigung finden. Gegen den Ruf der Sammlung des Bürgertums wird man einwenden, daß die weltanschaulichen Unterschiede zwischen den einzelnen Parteien zu groß seien, als daß ein gemeinsames Arbeiten möglich wäre. Richts falscher als das. Die Gegensätze zwischen den Parteien des Bürgertums in maßgebenden wirtschaftlichen und politischen Fragen sind meist nur noch formaler Art und bilden keine unüberwindlichen Hindernisse für die positive Zusammenarbeit. Ganz anders als in früheren Zeiten gehen heute Freikonservatismus und Nationalliberalismus in Wirtschaftsfragen Hand in Hand. Man sehe sich doch einmal die Ziele an, die sich die Mittelparteien gesteckt haben, und man wird eine geradezu überraschende Llebereinstimmung finden. Lleberall finden wir die gleiche Ablehnung der LI e b e r g r i f f e des Staates in d i e Privatwirtschaft. Lleberall finden wir die gleiche Verdammung der unverantwortlichen Finanzwirtschaft, wie sie seit der Stabilisierung der Mark vom Reich, von den Ländern und von den Gemeinden getrieben worden ist. Die bürgerlichen Parteien, die gewillt sind, sich hinter den Doungplan zu stellen, müssen sich darüber im klaren sein, daß nur eine Ordnung der Reichsfinanzen und eine durchgreifende Reichsreform die notwendige Garantie für die Durchführung des Boungplanes liefern. Dem Staat muß zugerufen werden: „Schuster, bleib bei deinen Leisten!" Tie Privatwirtschaft muß vor jedem Eingriff der öffentlichen Hand geschützt werden. Wir müssen wieder zu dem gesunden Gedanken kommen, von dem sich der Privatbesitz jetzt durch die Liebersozialisierung abgcdrängt fühlt, daß Privatwirtschaft verpflichtet und nicht nur Dorteile bringt. Durch eine Stärkung der Privatwirtschaft, von dem größten bis herab zu dem kleinsten Betriebe, können mehr Steuern eingeholt werden, als dadurch, daß der Privatwirtschaft durch die steuerfreie Konkurrenz der öffentlichen Hand ein unlauterer Wettbewerb gemacht wird. In den Parteien der Mitte muß ein Block gebildet werden, der sich unbedingt für diesen Schutz der Privatwirtschaft ein- setzt. Dann er dlich wird auch die unselige Korruption swirtschaft aufhören, die erst durch das Eindringen des Staates in die Privatwirtschaft zu ihrem jetzigen LImfang gediehen ist. Lind die Korruption z u bekämpfen, ist doch eine Aufgabe, der sich keine Partei von den Sozialdemokraten bis zu den Deutschnationalen entziehen kann. Leider hat auch die Zusammensetzung der Parteien in ihrer heutigen Form dieser Korruption, besonders in manchen Stadtverwaltungen, Dorschub geleistet. Die Parteien leisten heute nicht mehr die Dienste, die sie dem Staate eigentlich leisten sollten. Selbst die Parteiarbeit ist heute, vielfach begreiflicherweise, eingestellt auf die Dorteile der Wirtschaftsgruppen, die die Abgeordneten vertreten, und nicht mehr geleitet von dem absoluten Willen, der Allgemeinheit als solcher zu dienen. Die Absplitterung der Deutschnationalen hat das ebenso bewiesen, wie der Rückgang der Parteien der Mitte. Die hinter uns liegende Inflation hat eine Demoralisation weite st er Kreise zur Folge gehabt. Die grenzenlose Not, in die wir durch diese Inflation gekommen sind, hat es mit sich gebracht, daß jeder nicht nur zunächst, sondern nahezu ausschließlich an sich selbst und seinen eigenen Dorteil denkt. Es ist eigenartig, daß die wirtschaftlichen Kreise, die in ihren Geschäftsbetrieben keine Korruption dulden, vielfach auf dem Standpunkt stehen, daß ihnen die Politiker gerade gut genug sind, sie einseitig zu beeinflussen. Wenn Staat und Wirtschaft zusammenarbeiten wollen — und sie sind aufeinander angewiesen —. dann muß unbedingt darauf gesehen werden, daß die Vertreter des Staates mit aller Schroffheit den S t a a t genau so in seinen Ansprüchen vertreten, wie die Wirtschaft chre privaten Interessen wahmimmt. Jede Dermischung ist ungesund und muh Korruption erzeugen. Die Politiker müssen regieren und führen, die Wirtschaftler müssen Wirtschaft treiben. Den Politikern und ihren Weltanschauungen muß die Führung des Staates unter Berücksichtigung aller Kreise des deutschen Dolkes, wozu selbstverständlich auch die Arbeitskreise geh ren, überlassen werden. Da hilft uns keine Diktatur des Einzelnen, keine Parteidiktatur, keine Dog- Vertrauensvotum für das Kabinett Tardteu. Briand gegen seine Kritiker. - Marschall Foch als Kronzeuge gegen eine vorzeitige Rheinlandräumung. - Oer Ministerpräsident fordert eine klare Entscheidung der Kammer für die Paris, 27.Dez. (WTD.) In der Kammer nahm die Diskussion des Budgets für auswärtige Angelegenheiten ihren Fortgang. Franklin- Bouillon griff wieder lebhaft die Politik Briands an. Er, Franklin-Bouillon, habe bestimmte Texte und Tatsachen vorgebracht, Briand habe in feiner gestrigen Antwort nur eine Aeuherung des Reichskanzlers Mül- l e r angeführt, der erklärte, daß Deutschland endgültig auf E l s a ß - L o t h r i n g e n verzichte. Briand warf hier ein, es sei doch von Interesse, von den höchststehenden politischen Persönlichkeiten Deutschlands die feierliche Erklärung zu erhalten, daß die elsaß-lothringische Frage ein für allemal begraben sei. Franklin-Bouillon vertrat alsdann gegen den lebhaften Protest Briands die Behauptung, daß der Loearno-Pakt deutschen Llrsprungs sei. Die Sicherheitsgarantien Frankreichs seien durch ihn vermindert worden. Frankreich habe ihn aus Furcht vor einem deutsch - russischenDündnis angenommen, das Bündnis aber nicht verhindern können. Dank der chemischen und flugtechnischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Rußland fei China bei den Kämpfen in der Mandschurei überrannt worden. Franklin-Bouillon beschäftigte sich dann mit der Haager Konferenz. Wie könne Frankreich, wenn es nicht mehr das Recht habe, den Doung-Plan abzulehnen, die ungeheure Gefahr abzuwenden, daß die Internationale Bank die Leistung der für Frankreich bestimmten Schuldzahlungen a u f s ch i e b e, zumal Frankreich innerhalb dieser Dank nicht ausreichend vertreten sein werde? Briand unterbrach mit dem Hinweis, daß die Kammer immer noch freie Hand habe, vor Ratifizierung der Haager Abkommen durch die Parlamente fei nichts endgültig. Wenn das Kabinett, wie Franklin-Bouillon behaupte, die Sicherheit des Landes in Gefahr bringe, f v müsse man es stürzen. Franklin-Bouillon wolle nur Alarmstimmung erzeugen ohne innere Berechtigung. Bei Räumung der zweiten Zone seien alle denkbaren Dorsichtsmaßregeln ergriffen worden. Der Abgeordnete Reidel (Partei Maginot) verliest ein vom Marschall Foch im Oktober 1926 unterzeichnetes Dokument, das folgende Feststellungen enthält: Deutschland werde von Tag zu Tag immer stärker. Als besiegte Ration wünsche es die Revanche. Die gegenwärtige (1926) Rheinlandbesehung garantiere die Sicherheit Frankreichs: aber wenn die Besatzungstruppen zurückgezogen seien, dann werde man sich einer außerordentlich ernsten Lage gegenüberfinden. Außenminister Briand protestierte in scharfen Worten gegen Reidels Dorgehen. Dieses von Marschall Foch im Iahre 1926 verfaßte Dokument sei damals dem Präsidenten der Republik und dem Ministerpräsidenten übergeben worden. Er persönlich, der Außenminister, besitze es nicht, aber der Abgeordnete Reibet besitze es! Daß das Schriftstück heute verlesen werde, werfe ein bezeichnendes Licht auf die Art und Weise, wie Foch als Vorsitzender des Interalliierten militärischen Komi ees seine Pflichten aufgefatzt habe. Er, der Außenminister, Haager Konferenz. wisse nicht, welche Folgen das haben werde; aber es stehe fest, daß der Abgeordnete Reibet alles, was daraus entstehen werde provoziert habe. Er, der Außenminister, der F o ch s Chef gewesen sei und der den Dor sitz in Konferenzen führte, mit dem er viermal in der Woche zusammenardeitete, habe von Schriftstücken, die Marschall Foch ausarbeitete, keine Kenntnis gehabt. Er erfahre erst davon, weil ein Abgeordneter ein Dokument, das die Landesverteidigung betreffe, einfach aus der Tasche ziehen könne. Das sei doch traurig. 2lbgeordneter Louis Marin sagt, es gebe zur Stunde nicht eine endgültige und vollständige Reparationsregelung. Frankreich würde letzten Endes eine ungenügende Summe erhalten. Ministerpräsident Serbien: Das hätte man vor dem Haag sagen müssen! Marin: Ich habe es Poinears im Juli dieses Jahres gesagt. Die im ^oungplan vorgesehenen und durch die internationale Zahlungsbank zu leistenden Annuitäten sind von dem guten Willen Deutschlands abhängig. Stresemann habe am 24. Juli 1929 zu verstehen gegeben, wie heikel die Ausführung der im Doungplan vorgesehenen Garantien nach Ablauf von zehn Jahren sein werde. Berlin, 27. Dez. (lel.-lln.) Die Berliner Botschaft der Bereinigten Staaten von Nordamerika teilt mit: Botschafter S h u r m a n bestätigt die Nachricht, daß sein Rücktrittsgesuch vom Präsidenten angenommen worden ist. Der Bot- schafler hat diese Maßnahme (this action) schon seit einiger Zeit erwartet und in Boraussicht dessen hat seine Jamilie Berlin im September endgültig verlassen und in ihrer Wohnung in Neuyork Aufenthalt genommen. Der Botschafter hat es für die Pflicht eines guten Soldaten gehalten, bis zu seiner Abberufung aus seinem Posten zu verbleiben. (Er wird jetzt Berlin verlassen, sobald er es ermöglichen kann und im Lause des Monats Januar in Neuyork eintrefjen. • In Deutschland wird man das Scheiden dieses Botschafters außerordentlich bedauern, da er während feiner mehr als vierjährigen Amtstätigkeit in Berlin unendlich viel dazu beigetragen hat, die Folgen der Kriegsstimmung zwischen Deutschland und Amerika zu beseitigen und eine freundschaftliche Zusammenarbeit auf politischem, wirtschaftlichem und geistigem Gebiete anzubahnen. Lieber die Nachfolge Schur- mans können noch keine bestimmten Angaben gemacht werden, jedenfalls bestätigt sich bisher keine der früheren Kombinationen. Der Rücktritt des Botschafters wird auch von den Berliner Blättern allgemein bedauert. Die „D. A. Z." schreibt, im Geiste wahrer „Liquidierung des Krieges" habe er es in taktvoller Art verstanden, für eine Förderung der deutsch-amerikanischen Beziehungen einzutre- Auch Dr. Schacht habe diese Schwierigkeit vor« ausgesehen. Die deutsche Presse endlich bekämpfe den Poungplan. Ministerpräsident Tardieu wirft ein: Auch dieinFrankreich! Marin: Der Unterschied sei, daß die französische Regierung den Poungplan als vollständig und endgültig ansehe, während man in Deutsch- land, abgesehen von einigen Politikern, einmütig das Oege n t e i l behaupte und den Poungplan kritisiere. Wenn die Volksabstimmung in Deutschland zuerst nicht mehr als vier Millionen Stimmen er» rielt habe, so nur deshalb, weil Artikel 4 in ihm enthalten gewesen sei. Die gesamte deutsche Presse fei gegen den Doungplan. Die Bedeutung der Kontrollkommissionen fei illusorisch; das deutsche Heer sei stark und wohl organisiert und zwar weit über die durch den Versailler Vertrag vorgesehenen Bedingungen hinaus. Als Marin die Sicherheits- und Reparationsfrage in Verbindung bringt mit der Rheinlandräumung, greift Briand ein mit dem Hinweis darauf, daß die Artikel 428 und 429 des Versailler Vertrages einzig und allein dazu bestimmt gewesen seien, die Ausführung der Entwaffnungsverpflichtungen durch Deutschland zu gewährleisten. An dem Tage aber, an dem die Konten. — Die „Germania" sagt, Shurman habe sich in den Iahren seiner Berliner Tätigkeit ein seltenes Maß von Sympathie und Anerkennung errungen, und wenn man heute sagen könne, daß das deutsch-amerikanische Der- hältnis ungewöhnlich herzlich sei, so sei das nicht zuletzt sein Werk. — Auch der „Lokalanzei- g e r“ weist daraufhin, daß sich Shurman als Botschafter in Berlin bleibende Verdienste um die freundliche Ausgestaltung der deutsch-amerikanischen Beziehungen durch die Mitarbeit an der Rückgabe des liquidierten deutschen Eigentums durch die Förderung des Wirtschaftsverkehrs und durch seine feine Einfühlung in das deutsche Geistesleben erworben habe, von dem seine glänzenden Reden und wissenschaftlichen Werke zeugen. — Der „T a g“ schreibt, wenn auch Shurman letzt aus dem diplomatischen Dienst seines Landes ausscheide, so müßte man doch hoffen, daß seine Erfahrungen auch weiterhin zur Pflege der freundschaftlichen Beziehungen beider Länder dienlich sein würden. — Der „Börsen-Cou- rier "betont, daß es Dr. Shurman verstanden habe, sich in den 41/2 Iahren seiner Berliner Amtstätigkeit die Wertschätzung und das Vertrauen aller Kreise, mit denen er in persönlicher und amtlicher Beziehung in Berührung tarn, zu erwerben. — Das „B. T." weist darauf hin, daß die Llniversitäten Heidelberg und Marburg vor 2x/2 Iahren den Botschafter zum Ehrendoktor der Philosophie machten und die preußische Akademie der Wissenschaften ihn dieser Tage erst zum Ehrenmitglied ernannte, und sagt, diese Ehrungen seien einem Manne zugefallen, der ihrer würdig und wert sei, einem Manne, von dem das Scheiden schwer falle. Rücktritt des Botschafters Schuman. Wechsel in der Berliner Botschaft der bereinigten Staaten. — Schurman verläßt Deutschland. matif, dahin führt nur Geistesgemeinschaft, die auf Sauberkeit, LInbe st e ch - lichkeit und Ordnungsliebe begründet ist. Diese Gemeinschaft zu bilden, ist die Aufgabe, ist die Mission der Parteien der Mitte. Es handelt sich hier nicht um ein Gedankenspiel, es handelt sich um eine Reformbewegung, die im Interesse aller Kreise Deutschlands liegt. Für die Schaffung einer solchen staatsbejahenden Mitte kann auch die Sozialdemokratie nur dankbar fein. Dieser großen Partei wird dann eine bürgerliche Gesinnung gegenübcrstehcn. die ebenso krafterzeugend wirkt in der Opposition gegen die Sozialdemokratie, wie in der Zusammenarbeit mit ihr. In der alleinigen Vorherrschaft einer Linkspartei kann ich auch für die Qlrbei- t e r £ r e i f e nur eine Gefahr sehen, denn dadurch werden die A r b e i t g e b e r t r e l f e in eine verneinende Stellung zum heutigen Staate gedrängt. Ie mehr dagegen die Arbeitgeber die heutige Staatsform anerkennen, um so mehr wird das tiefe Mißtrauen schwinden, mit dem heute der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber noch vielfach gegenübersteht. Die Schaffung einer großenbürgerlichen Partei liegt also ebenso im Interesse der bürgerlichen Parteien selbst, wie im Interesse des Staatsganzen. Endlich würde man dadurch in die Lage versetzt sein, die dauernden Regierungskrisen auszuschalten und klare M e h r h e i t s v e r h ä l t n i s s e im Parlament zu schaffen. Große Programme sind zur Erreichung dieses Zieles nicht notwendig. Zuerst heißt es den Grundsatz des parlamentarischen Systems festzuhalten, aber eS nach Form und Inhalt gesund zu gestalten. Ist diese Arbeit getan. wird es ein leichtes sein, kleine Differenzen in den Einzelfragen zu beseitigen. Darüber, daß Landwirtschaft und Industrie durch Zölle geschützt werden müssen, sind sich alle bürgerlichen Parteien einig, über das Maß des Schutzes eine Einigung zu treffen, dürfte nicht schwierig sein, da doch nicht mehr wie früher ein erbitterter Streit darüber besteht, ob Schutzzoll oder Freihandel gelten soll. Die bürgerlichen Parteien sind sich einig, daß unser Volk nur durch eine starke und freie Privatwirtschaft wieder em» porsteigen kann. Sie sind sich einig in der Notwendigkeit einer großzügigen Reichs- reform; sie sind sich einig in der Frage der Staatsform, in der Reform der Finanzgebarung. Was also hindert sie daran, den großen Block der Mitte zu bilden? Die Stunde drängt danach, Deutschland wartet darauf! Das Bürgertum hat heute eine Mission zu erfüllen, bei der es um mehr als nur eine neue Parteigruppie- rung geht: E s geht um das Schicksal des Reiches! Oie Vorbereitung der Haager Konferenz. Kabinettsberalungen mit Lchacht. Berlin, 27. Dez. (T.Ll.) Das Leichs» fabinett beschäftigte sich am Freitag in Anwesenheit des Reichsbankpräsiden- ten St. Schacht in ausgedehnten Beratungen mit den mit der bevorstehenden zweiten Haager Konferenz zusammenhängenden Fragen. Amtlich wurde hierüber folgende Mitteilung ausgegeben: „Das Reichskabinett beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung in Anwesenheit des Reichsoank- präsidenten in eingehender Aussprache mit den auf der bevorstehenden Haager Konferenz zur Beratung stehenden Problemen. Die Erörterungen werden morgen, gleichfalls unter Beteiligung des Reichsbankprä, identen, fortgesetzt." Wie man hört, dürften die Kabinettsberatungen unter Teilnahme Schachts u. a. auch der Festlegung bestimmter einheitlicher Richtlinien gegolten haben, die von der nach Den Haag zu entsendenden deutschen Abordnung zu befolgen fein werden. Lieber die Zusaminen- sehung der deutschen Abordnung ist endgültiges noch nicht entschieden, ebenso ist noch unklar, ob als sozialdemokratischer Minister Reichsinnenminister S e v e r i n g oder Reichswirtschaftsminister Robert Schmidt nach Den Haag gehen wird. Zur deutschen Abordnung dürfte auch Reichsbankpräsident Dr. Schacht gehören und von den Ministern Reichsauhenminister C u r t i u s , Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer und Reichsminister für die besetzten Gebiete Dr. Wirth. Lieber die Neubesetzung des Postens des Staatssekretärs im Reichsfinanzministerium nach dem erfolgten Ausscheiden des Staatssekretärs Popitz ist gleichfalls nicht entschieden, die Kandidatur des Ministerialdirektors im Reichswirtschaftsministerium. Dr. Hans Schäffer, steht jedoch nach wie vor im Vordergründe. troUEommiffion der Ansicht sei, daß Deutschland begonnen • habe, seine Verpflichtungen auszuführen, werde ein Teil der in Frage stehenden Artikel überflüssig. Dann ober bestehe noch die Frage der 'Reparationen weiter, und auf die Reparationen beziehe sich die am Rhein bleibende Deckung. Was Marin wolle, entspreche nicht dem Versailler Vertrag. Ministerpräsident Tardieu erinnert daran, daß Clemenceau und er fünf Monate lang gegen die Alliierten England, Belgien und Amerika angekämpft hätten, die von einer Be- setzung des Rheinlandes nichts wissen wollten. Schließlich habe man dennoch im Versailler Vertrag die Annahme dieser Besetzung durchgesetzt, aber m i t Einschränkungen, und zwar sei beschlossen worden, die Wirkung der Besetzung auf die Reparationen zu beschränken. Er müsse am Vorabend der herannahenden Konferenzen eine klareAeußerungderKommer haben. Alle Parteien hätten Lösungen oorgeschlagen, von denen wegen der Stauf ein des Versailler Vertrages keine als befriedigend und endgültig habe angesehen werden können. Es sei sicher, daß Deutschland Vorteile erzielt habe, namentlich die vorzeitige Räumung eines Teiles des Rheinlandes. Die Räumung der ersten Zone habe den Wert der restlichen Besetzung hcrabgemindert. Die französischen Delegierten würden in geschlossener Front auftreten, um die französische These durchzufetzen, die die strittigen Punkte auf ein Minimum zu reduzieren strebe. Es handle sich um die unantastbare Aufrechterhaltung des Grundsatzes von dem ungeschützten Annuitätenteil, der Frankreich zugewiesen sei, um die Aufrechterhaltung der Mobilisierungsfähigkeit, die dem Poungplan erst seinen vollen Wert geben würde. Es sei nicht möglich, eine internationale Diskussion mit mehr Sorgfalt und Methode vorzubereiten, um den Erfolg bei der Konferenz zu sichern. (Lebhafter Beifall.) Gewiß begegne er bei seiner Arbeit vielen Kritiken; vor allem stoße er auf jene Art Pessimismus,'der bereits 1919 nicht habe sehen wollen, daß der Versailler Vertrag Frankreich ein von allen Lasten befreites Llfaß-Lothringen, ferner die Besetzung des Rheinlandes und positive wirlschaflsktanseln eingetragen habe, die der nationalen Wirtschaft einen herrlichen Aufschwung ermöglicht chatten. Es sei leicht, nur das zu sehen, was fehle; es fei aber auch notwendig, zu sehen, was vorliege. Man habe 1919 zu sehr vergessen und vergesse auch weiter, was der Vertrag des Sieges Frankreich gebracht habe. Man bergeffe auch zu sehr den Kamps, den die französischen Unterhändler zu führen hatten, um die im Vertrage vorgesehenen Lösungen durchzusetzen. Wenn man das wisse, dann bewahve man den tarnen Clemenceau im Herzen. (Leb- haster Beifall.) Hätten denn die Alliierten alles erholten, was sie forderten? Wenn Franklln- Vouillon die Lage von 1919 mit der von 1871 vergleiche, so sei zu erwidern, daß 1871 nur ein Sieger vorhanden gewesen sei, 1919 aber sechs. Der Abgeordnete Deibel habe mit seinen Enthüllungen über den Marschall Foch bereits zur Zeit Poincares ausgewartet. Es sei besser, sich der Zukunst zuzuwenden, als seine Zeit damit zu verbringen, rückwärts zu schauen. (Veifall.) Solange die Haager Abkommen nicht unterzeichnet und ratifiziert seien, sei keine Rede davon, zu räumen. Er versichere, daß er an dem Sage, an dem Frankreich Nein sagen müßte, dieses Dein tatsächlich auch zu sprechen wissen werde. Die Regierung habe bereits Gelegenheit gehabt, dieses Wort zu gebrauchen. Durch ein altes Manöver versuche man. Briand gegen Tardieu auszuspielen. Aber die Regierung sei solidarisch. Wenn die Kammer nicht wolle, daß die Regierung sich zu den Verhandlungen nach London und in den Haag begebe, möge sie es schnell sagen, damit die Rachfolger vor Vesteigen des Zuges noch Zeit hätten, die Akten« stücke einzusehen. Vor allem, wollen wir nicht Diesen Zermürbungskrieg, diese Politik zweckloser Kritik. Ich fordere eine möglichst große Mehrheit, weil es bei internationalen Zusammenkünften gut ist, sich auf eine starke Mehrheit stützen zu können. Die Regierung ist gewillt, etwas Gutes zu bollbrinqen, und um dem genügen zu können, muh sie das Vertrauen der Kammer haben. — Die Kammer hat daraus dem Kabinett Tardieu mit 342 gegen 1 76 tim = men bei fast einmütiger Stimmenthaltung der Linken das Vertrauen ausgesprochen. China hebt die ungleichen Verträge auf. Mut der Verzweiflung. Die Nanking-Regierung hat durch einen Erlaß die Vorrechte der Europäer auf chinesischem Boden aufgehoben. In Zukunft werden die ansässigen Ausländer den Chinesen in rechtlicher Beziehung g l e i ch g e st e l l t. Dieser Besch.uß wird namentlich in England, Amerika und Frankreich eine starke Ueberraschung auslösen, weil er praktisch eine Aufhebung der ungleichen Verträge bedeutet, die die Nanking-Regierung schon vor längerer Zeit ins Auge gefaßt, aber eben wegen des starken Widerstandes des Auslandes nicht durchzuführen gewagt hat. Daß sie gerade in diesem Augenblick innerer Wirren und des noch nicht end- gültig gelösten Konflikts mit der Sowjetunion die Sonderrechte befestigt, läßt sich nur mit ihrer verzweifelten Lage begründen. Sie hat beachlliche politische Kräfte im Lande gegen sich, die sie offenbar durch die Aufhebung der ungleichen Verträge zu ge- minnen hofft. Ob chr das gelingen wird, ist recht zweifelhaft. Sicher ist jedoch, daß sie außenpolitisch in neue Schwierigkeiten gerät und daß sich die bevorrechteten ausländischen Staaten die einseitige Aushebung nicht gefallen lassen werden. Das Deutschtum in Rumänien. Protest des deutschen Bolksraies. Bukarest, 27. Dez. (SU. Funkspruch.) Der deutsche Volksrat von Rumänien und Siebenbürgen hat am Freitag folgende Entschließung angenommen: „Ser deutsch-östliche Volksrat stellt mit Bedauern fest, daß die Bedürfnisse des deutschen Volkes keinerlei Berücksichtigung von fetten der ^Regierung finden. Der Staat erfüllt auf keinen Fall die Verpflichtung, die er Im Friedensvertrag in bezug auf die Minderheiten übernommen hat. Mit tiefer Enttäuschung und Be - frerndnis muß der deutsch-östliche Volksrat zur Kenntnis nehmen, daß auch der Haushalt Em Reuyorker Siadirichter das Haupt einer Verbrecherbande. Enthüllungen aus der Unterwelt Neuyorks. Sie „D. Z." berichtet aus Reuyork: Sie Reu- Yorker Polizei hat nach E n t Hü 11 u n g e n eines Spitzels über Rächt eine über ba3 ganze Land verbreitete Organisation von Berufsverbrechern ausgedeckt, die in Chikago ihren Hauptfitz hatte und deren Protektor der Stadtrichter von Reuyork, Albert Vitale war. Durch diese Entdeckung beginnt sich das Suntel um zahllose Morde. Bombenattentate und Raubübersälle in Reuyork und Chikago zu lichten. Am 9. Sezember brachten Reuyorker Zeitungen die Alarmnachricht, daß bei dem Gala-Siner, welches der Demokratische Klub des Stadtteils Bronx dem wiedergewählten Richter Vitale gab, eine Bande von sieben Verbrechern die Sinergesellschast ausgehoben und die dreißig Anwesenden mit vorgehaltenem Revolver gezwungen haben, Schmuck und Geld abzuladen. Mehr und mehr sickerte einiges über ein geheimnisvolles Diebesmahl Vitales durch, u. a., daß sieben vorbestrafte Verbrecher sich unter den Gästen befunden hatten. Es ergab sich, daß der Raubüberfall bei dem Essen nur beteilt war. Der Klubpräsi- dent, ein reicher italienischer Obstgroßhändler, befand sich in Geldnöten. Er hatte einem Chika- gocr Bravo das schriftliche Versprechen gegeben, 10 000 Dollar für die Köpfe zweier Reuyorker Bandenführer zu bezahlen. Ser gedungene Mörder kam seinem Auftrag pünktlich nach, aber erhielt nur 5000 Dollar. Er drohte mit einer Anzeige, wenn er den Rest nicht bekäme. Ser Klubpräsident, Terranova, der gleichzeitig Mitglied der Dcrbrecherbande „Union Siciliano Nationale" ist, lud den Mörder zum Vitale-Bankett ein mit der Lockung, ihm das Blutgeld dort auszuzahlen. Die Räuber drangen in den Ban- kettjaal ein und bestahlen die Anwesenden. Während aber innerhalb der nächsten vier Stunden Geld und Schmucksachen dem Staotrichter wieder zurück- gebracht und den staunenden Gästen wieder aus- gehändigt wurden, blieb der Mordkontrakt, den der Chikagoer Ehrengast leichtgläubig mitgebracht balle, verschwunden. Vitale und seine Verbrecherfreunde an der Tafelrunde waren stumme M i t s p i e l e r der Komödie gewesen. Die Kriminalpolizei brachte weiteres Material zutage, daß der Klubpräsident Terranova eng befreundet mit Vitale war, daß er siebenmal verhaftet und bestraft war und daß der sog. „Demokratenklub", in dem Vitale das Protektorat besitzt, 820 vorbestrafte Verbrecher zu Mitgliedern hat, daß Vitale zum Freundeskreis des berüchtigten Rothstein gehört, eines ermordeten Millionärs und Bandenführers und daß er bei Rothstein 19 000 Dollar Spielschulden hat. Wie weit die Enthüllungen weitergeführt werden, hängt jetzt von den Chikagoern Polizeigewaltigen ab, die mit dem Verbrechertum bekanntermaßen eng liiert sind. Bis zur Stunde befanden sich noch immer sowohl Richter Vitale als der Der- brecherchef in Freiheit. für 1930 feine entsprechenden Beträge für die kulturellen Bedürfnisse der nationalen Minderheiten aufweist. Das deutsche Volk fühlt sich dadurch in seinen Rechtsansprüchen auf gleiche Behandlung mit den Rumänen verletzt und legt gegen diese Art der Behandlung entschiedenste Verwahrung ein. Wir werden von unseren berechtigten Forderungen nie ablassen, bis der Staat seine Verpflichtungen gegenüber den nationalen Minderheiten voll erfüllen wird." Attentat auf den Präsidenten von Argentinien. Präsident Jrigoyen unverletzt. — DerAtten» täter von der Polizei erschossen. BuenosAires, 26.Dez. (ADP.) Auf den Prä- sidsnten von Argentinien, I r i g o y e n, ist am Dienstagnachmittag ein Revoloeranfchlag verübt worden. Der Präsident befand sich a u f der Fahrt nach dem Re gi e r un g sgeb ä ude, begleitet von einem Polizeikommissar, als aus unmittelbarer Nähe plötzlich drei Revolver» fchüffe abgegeben wurden. Ein Schuß traf den Chauffeur tödlich, während durch einen zweiten Schuß der Polizeikommiffar schwer verletzt wurde. Der dritte Schuß ging um wenige Zentimeter am Präsidenten vorbei. Bevor der Attentäter erneut feuern konnte, wurde er von einem der zum Schutze Jrigoyens bestimmten Leute niederge schossen. Die Stadt befindet sich in großer Aufregung über das Attentat, zumal sich der Präsident großer Beliebtheit erfreut. Der Polizei gelang es, den erschossenen Attentäter zu ibentfi» zicren. Es ist der italienische Emigrant Jose Marinelli. Marinelli hat die Schüsse aus der nächsten Nähe auf Jrigoyen abgegeben. Die Leibwacke des Präsidenten schoß auf den fliehenden Marinelli, der von Dutzenden Kugeln durchbohrt tot znsammensank. Die Polizei glaubt nicht, daß es sich um ein Komplott handle und legt dem Attentat keine weitere Bedeutung bei. * Der Reichspräsident hat dem Präsidenten Irigoyen ein Telegramm gesandt, in dem er ihn zu seiner Errettung von dem Attentat beglück- w ü nscht. Indien verlangt völlige Unabhängigkeit. Ein Antrag des Vollzugsrals für den Nationalkongretz. London. 27. Dez. (TU.) Der Vollzuzsrat des allindischen Rationalrales, der mit den entscheidenden Vorarbeiten für die am Sonntag beginnenden Plenarverhanülungen des Kongresses beschäftigt ist, hat nach Meldungen aus Lahore eine Entschließung vorbereitet, die in ihren weitgehenden Forderungen alle Befürchtungen übertrifft und nun auch den Dominion st atus als nicht weitgehend genug ablehnt, die Teilnahme an einer allgemeinen Konferenz mit der britischen Regierung verweigert und völlige Unabhängigkeit für Ind.ien verlangt. Ser Kongreß soll jetzt erklären, daß er unter Homerule die völlige Unabhängigkeit verstehe. Der von Pundit Rehrn ausgearbeitete Plan eines Dominionstatus wird sallengelassen und der Kongreß gibt — nach der vorbereiteten Entschließung — der Hoffnung Ausdruck, daß alle in ihm vertretene Parteien ihre Anstrengungen ausschließlich auf die Erlangung der völligen Unabhängigkeit richten werden. Der Kongreß erfiärt u. a. den völligen Boykott der Zentral- und provinziellen gesetzgebenden Versammlungen und ersucht alle an dem Kongreß tellnehmenden Personen, sich in Zukunft jeder unmittelbaren und mittelbaren Teilnahme an Wahlen zu enthalten. — D'.ese Entschl chang trägt vorläufig noch den Romen von G h a n d i und in allen Berichten aus Lahore wird die Auffassung vertreten, daß die Annahme — vielleicht mit geringen Aenderungen — kaum noch zweifelhaft sei. Ghandi hatte Ende voriger Woche als gemäßigter Vermittler zwischen den Extremen und gemäßigten ©liebe gegolten, ist aber nach der Besprechung zwischen den indischen Führern und dem Dizekönig in das extreme Lager abgewandert. Weihnachisgrütze englischer Kriegsbeschädigter Der bekannte englische Heerführer General Sir Jon Hamilton hat an den Schriftführer der Deutsch - Englischen Vereinigung folgendes Tele- flramm gerichtet: „Weihnachtsbotschaft an Deutsch- land. Die schwerkriegsbeschädigten englischen Soldaten in (Bifforb House, Roshampton, grüßen alle kriegsbeschädigten Soldaten in deutschen Lazaretten, (gez.) General Jon Hamilton. Aus aller Welt. Eine Spur von dem Düfsekdorser Mörder? Sie Wiener Blätter melden, daß durch die Anzeige einer in Sollenou bei Wiener-Neustadt wohnenden Frau die Gendarmerie auf eine Spur gebracht wurde, die geeignet scheint, die Spur des vielgesuchten Düsseldorser Mörders finden zu lassen. Sie Zeitungen veröffentlichten vor einiger Zeit ein Kriegsgedicht, das der unbekannte Düsseldorfer Mörder geschrieben haben soll und das in die Hände der Kriminalpolizei gelangt ist. Die Frau in Sollenau las dieses Gedicht und erinnerte sich, während des Krieges von einem in der Sprengstoffabrik in Dlumau beschäftigten Arbeiter, mit dem sie näher bekannt war, dasselbe Gedicht erhalten zu haben. Durch Nachforschungen in der Spreng- stofsabrik ergab sich, daß der betreffende Mann Romens Eovolfkh während der Kriegszeit von Düsseldorf, seinem Heimatsort, zur Dienstleistung nach Blumau einrückte, wo er die Arbeit eines Pumpenwärters verrichtete. Roch dem Umsturz kehrte er noch Düsseldorf zurück. Die deutsche Sicherheit.b.Hörde wurde von der Spur sofort verständigt. Die Kriminalpolizei sand ihn nicht in Düsseldorf,' er ist unbekannt abgemeldet. Der Steckbrief ist international erlassen worden. Aufklärung einer Mordtat nach sieben Jahren. Der Berliner Kriminalpolizei ist es gelungen, ein grauenhaftes Verbrechen, das vor sieben Zähren am 5. März 1922 verübt wurde, aufzuklären und einen der Täter zu verhaften. Der Festgenommene, der 33 Sahre alle Schnitter 8ran$ Kaczmarek, hatte damals gemeinsam mit etnem Komplicen, dem 33jährigen noch flüchtigen Schnitter Michael K a c z i n s k h, den 58 Jahre alten Landwirt Reinhold Werbelow auf besten Anwesen in Reufaltenwald bei Där- wolde in der Reumark erschossen und die Schwester Werbelows durch einen Schuß schwer verletzt. Sn dem Glauben, daß beide tot seien, schleiften sie die Körper aufeinenKompost- Haufen und bedeckten sie mit Dung. Dann begaben sie sich in das Haus des Geschwisterpaares, aus dem sie wegschleppten, was ihnen in die Hände fiel. 11. a. erbeuteten sie 21 000 Papier- mork. Bevor sie die Flucht ergriffen, demolierten sie in barbarischer Weife die Wohnungseinrichtung. Als die Mörder schon längst davongeeilt waren, kam Anna Werbelow, deren Verletzungen nicht tödlich toaren, in ihrem schauerlichen Grabe wieder zu Bewußtsein, arbeitete sich mühselig aus dem Dunghaufen hervor und schleppte sich schließlich, mehrmals zusammenbrechend, zu dem nächsten Wirtschaftshof Steinbachgrund, wo sie von der Bluttat berichtete. Von den Verbrechern wurde jedoch keine Spur mehr gesunden. Werbelow wurde tot ausgegraben. Seine Schwester genas später im Krankenhaus. Sm Kottbuser Gefängnis wurde der eine der Täter, Kaczmarek, der wegen Diebstahls eine vierjährige Freiheitsstrafe zu verbüßen hatte, jetzt ermittelt. Wiederaufnahmeverfahren im Fall Richter? Wie der „Mainzer Anzeiger ' aus zuverlässiger Quelle erfahren haben will, hat Rechtsanwalt Mayer H. aus Bonn von dem Donner Landgericht die Akten des Prozesses Sr. Richter aus Dingen, der vorn Bonner Schwurgericht wegen Mordes an der Krankenschwester Mertens zum Tode verurteilt worden ist, zur Einsichtnahme gefordert. Rechtsanwalt Mayer ist von den Angehörigen Dr. Richters beauftragt worden, gegebenenfalls das Wiederaufnahmeverfahren zu betreiben. Die Gründe zu diesem Schritt sollen die zahlreichen Gutachten von Sachverständigen sein, die eine Schuld Dr. Richters zum Tell verneinen oder wenigstens stark abschwächen. Fünf Personen im Main ertrunken. Sn dem Würzburg benachbarten Margetshöchheim vergnügten sich vier Knaben im Alter von neun bis zehn Sahren auf dem dünnen Eise eines alten Annes des Mains. Die Kinder brachen ein. Auf ihre Hilferufe eilte der in der Nähe beschäftigte 30 Sahre alte Vitus Wi11stadt herbei, um die Kinder zu retten. Dabei fand er ebenso wie die vier Knaben den Tod im Wasser. Ein imposanter Bau aus dec Römerzeit. Ein imposantes Weck römischer Baukunst wurde in Koblenz bei Arbeiten unter der <51. Florinskirche freigelegt. Man stieß auf große Mauerwerke. Bei Fortsetzung der Arbeiten konnte man in ein Zimmer Vordringen, das einen geradezu imposanten Anblick gewährte. Sie Wände waren reich verziert. Dlumengemälde, Blattgirlanden, Oliven- und Lorbeerzweige schmückten eine Wand. Eine andere zeigte auf ebenholzfarbenem Grunde Thyrsusstäbe. Pompe- janisches Rot leuchtete dem Beschauer von der dritten Wand entgegen und die vierte Wand ist in gelblichem Grundton gehalten. Zwei Wandnischen, in denen früher Altäre standen, sind mit Freskomalereien aus dem 12. Sahrhundcrt geschmückt. Allem Anschein nach ist das Prunkgebäude vor langer Zeit einem Brand zum Opfer gefallen. Drandüberreste und Holzkohlen lassen wenigstens daraus schließen. Vier Opfer des Eises. Bei Harburg-Wilhelmsburg brachen am Freitagmorgen auf der Eisdecke des Ernst- August-Kanals drei Knaben ein. Rur einer konnte von hinzueilenden Passanten gerettet werden, die beiden anderen ertranken. — Sn Putt- gard, auf der Snfel Fehmarn, sind zwei Mädchen im Alter von acht und zehn Sahren, die Tochter zweier Arbeiterfamilien, beim Schlitten- fahren auf dem Eis des Dorfteiches eingebrochen und ertrunken. Vergiftungen in einem spanischen SrrenhauS. Sn einem spanischen Srrenhaus sind nach dem Genuß von Wein zahlreiche Personen erkrankt. Zwei Krankenwärter und zwei Anstaltsinsassen sind bereits gestorben. Fünfzehn weitere befinden sich in bedenklichem Zustande. Sie Untersuchung hat ergeben, daß ein Angestellten der Anstalt versehentlich eine arsenikhaltige Flüssigkeit in den Wein geschüttet habe. Raubüberfall auf eine Beuthener Bank. Sn die Bank Prazemyslowow auf der Glei- witzer <Ärahe drangen nachmittags gegen 6 Uhr fünf bewaffnete Männer ein. Sie benutzten gleichzeitig mit einem Bankkunden die vom Hausflur nach den Bankräumen führende Tür, die Eingangstür von der Straße war bereits geschlossen. Sic Räuber bedrohten das Personal mit den Waffen und zwangen vier Angestellte, sich mit dem Gesicht nach der Wand hinzustellen, den Kassierer und den Bankkunden aber, sich auf den Boden zu legen. Zwei Räuber sprangen darauf in den Kassenraum und raubten ungefähr 16 000 Mk. deutsches Geld und 2500 Zloty. Darauf verließen sie da.s Bankhaus durch den Hausflur» zogen die Schlüssel der Tür ab und schlossen von außen aus zu. Sie entkamen dann ungehindert auf der sehr stark belebten Verkehrs- strahe. Oie Wetterlage. --------u. ~La (oruna ' : soll' 3eydisfjord~z' wMayen. ZE nai CV TranKl DtHln @ •27, ' o v-®5" (lerjnont tfeN U Wien o o niagent Sr Okio S»*-|>ari5 8 O y Ours Z 9J0 \--- ■ —n~horsh/vn~Tj Freitaa. - 27.DezemM9297h abdsj ©worxenios. o neuer. <> nam oedecKt. ® woirig. o oroeckt • iTeger^ w Schnee ä Graupeln e Neoei K Grwnifr,(§)windstilicK>-. «h/ etente' Osi fldssige» Südsüdwest q sturnmener nordwest Oie »feue fliegen mit dem Winde ?ie oeiden Stationen dienenden Zahlen geoen die Temperatur an. Oie Linien verpmdeo Orte mit gleiche^ wf neeresmveau umatrertneien UiltdrucÄ Wettervoraussage. Die Störungstätigkeit im Norden iß; immer noch nicht beendet. Ein Tiefausläufer hat unserem Gebiet heute nacht Regen gebracht. Da wechselweise ozeanische Warmluftmassen und auch kühlere herantransportiert werden, so kommt zunächst keine Beständigkeit auf. Der Himmel bleibt wechselnd bewölkt, vorübergehend heitert er sich auf. Die Temperaturen werden dabei Schwankungen erfahren, vereinzelt treten noch Niederschläge auf. Wettervoraussage für Sonntag. Roch vielfach wolkiges Wetter, teilweise auch aufheiternd, Temperaturen schwankend, vereinzelt Niederschläge. Witterungsaussichten für Mon- t a g. Fortdauer der herrschenden Wetterlage. Lufttemperaturen: am 27. Dezember: mittags 3,1 Grad Celsius, abends 3,5 Grad: am 28. Dezember: morgens 3,1 Grad. Maximum 3,5 Grad, Minimum 2 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: am 27. Dezember: abends 0 Grad: am 23. Dezember: morgens — 0,2 Grad Celsius. — Niederschlag 2,9 Millimeter. — Sonnenicheindauer 3/< Stunde. Amtliche Mntersportnachrichten. Vogelsberg (Hoherodskopf): Dunstig. 0 Grad, 6 Zentimeter Schnee, Sportmöglichkcit nicht vorhanden. Herchenhainerhöhe: Nebelig, 0 Grad, keine Sportmöglichkeit. — Odenwald (Tromm): Wolkig, plus 4 Grad, keine Sportmöglichkeit. Neunkirchen: Regen, plus 2 Grad, keine Sportmöglichkeit. Sauerland (W in ter berg): Nebel, 0 Grad, 3 Zentimeter Schnee, Neuschnee, Pappschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel nur stellenweise möglich. Harz (Schierke): Leichter Schneefall, 0 Gr., 7 Zentimeter Schnee, Schneedecke durchbrochen, Ski und Rodel nur stellenweise möglich. -- Schwarzwald (Feldberg): Schneefall, minus 1 Grad, 60 Zentimeter Schnee, Neuschnee 6 bis 10 Zentimeter, Pulverschnee, nur Ski möglich. Hornigsgründe: Nebelr'.e'eln. minus 2 Gr., 30 Zentimeter Schnee, 6 bis 10 Zentimeter Neuschnee, Firnschnee, Ski möglich, Rodel gut Alpen (Garmisch-Partenkirchen): Bewölkt, minus 1 Grad, 12 Zentimeter Schnee. Schneedecke vereist, Ski gut, Rodel mäßig. — Berchtesgaden: 0 Grad, 21 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. — vierte "■ StoeiS ser. L°«°L K-k“ Dutt, ÄLL ’W« Otreniaui ?°us sind nach n k^^alts, i' ?I?^n dri, em,3u|lanbe. $ie ! ^Angestellten ^'cnifUb ■Uln geschüttet 'Net Bant ?to aus der ©fei, °9$ gegen 6 Ähr ein. Sie be, Tanklunden die träumen führende - Straste loar be- 'drohten das Per« Düngen liier An« /4t nach der wetet und den den Doden zu n darauf in den ;esähr 16000 M vth. Darauf ver» rch den Hausflur ) und schlossen von rn dann unge- belebten Verkehrs« aqe. ffrmKl W I äSSS" ui* M ** itzsage» . !£?•** Sgfes Äw*» R, k fiomüttt V0l' 4,rs £'53 fchME. w (fir W let'W schänden am 2‘; @rai> , abends ^ ^nan 3.1 ®‘Ä ®Sp<‘ . " ii Stunde- nbauer ;• äif/M L L'3-.ZZ Aus der Provinzialbauptstadt Gießen, den 28. Dezember 1929. Die Zeit der zwölf Nächte. Die Festtage sind verrauscht. Noch stehen wir im Dann des Weihnachtsbaumes. Besonders die Binder, vielleicht auch noch die frisch Verlobten, die diesmal im Mittelpunkt der Feier standen. Kindertrompeten ertönen, Musik von allerlei'Instrumenten zeugt von den Gaben des Weihnachts- mannes. Lins Alten hat der strahlende Weih- nachtsbaum wieder zurückgeführt ins selige Kinderland. Dankbar und wehmütig haben wir unserer eigenen Jugend gedacht und dabei wieder erfahren, daß die Kinder gern alter sein möchten, uni uns zu zeigen, was sie einmal alles fertigbringen! Wir Aelteren aber, die wir vielleicht auch einst so dachten, haben im Trubel des Lebens erkennen müssen, das; die eigentliche glückliche Zeit nur in den Kindheitstagen liegt. Hn- beschwert von den Sorgen des Lebens, voller Sehnsucht nach Glück und Reichtum, so lebt die Jugend dahin und freut sich ihres Daseins. Für sie bedeutet das Weihnachtsfest die Höhe des Jahres, es ist „ihr" Fest. Run stehen wir wieder am Ende eines Jahres Roch liegt der Duft des Christbaumes über dem Hause, und hoffentlich auch in unseren Herzen. Wir gehen in Gedanken versunken zurück in die Tage, die auch uns einst froh sein ließen. Es ist die Zeit be£ stillen Träumens, die Zeit der heiligen flächte. Laden nicht auch die schlafende Ratur, die nebligen Tage zum Träumen ein? Die Zeit der zwölf heiligen Rächte hatte auch bei unseren Vorfahren ihre ganz bestimmte Bedeutung. In dieser Zeit trieben die Geister ihr Wesen. In gar vielen Gegenden Deutschlands haben sich die Sitten und Bräuche erhalten, die noch an diese heilige Zeit erinnern. Es ist nicht üblich, großen Lärm zu machen. Man will die Geister nicht stören, sonst schaden sie den Menschen und dem Vieh. Alle Tiere, die uns nützen, müssen gerade jetzt gut gepflegt und gefüttert werden. Die Tiere aber, die dem Menschen Schaden und Verdruß bringen können, darf man in diesen Tagen nicht laut beim Damen nennen, sonst geht es einem schlecht. Für Mäuse und anderes Ungeziefer gebraucht man die Worte: die Dinger! All diese Gebräuche haben letzten Endes eine tiefere Bedeutung, genau so wie die Sonnwendfeiern. Kräuter, die in der Zeit der zwölf Rächte gepflückt werden, haben ganz besondere Heilwirkung. Auch die Sitte, die noch in meiner Jugendzeit in Oberhessen herrschte, daß man „zw'.schen den Jahren" die Obstbäume, die uns im Herbst reichlich ihre Früchte spendeten, zum Dank mit einem Strohseil umwickelte, ist Wohl germanischen Ursprungs. Daß dabei ein gewisser Ruhen mit unterlief, wenn man nämlich die Strohwische, unter die sich in der kalten Jahreszeit gar manches Ungeziefer flüchtete, im Frühjahr verbrannte, ist sicher auch schon hier und da erkannt worden. Wir dürfen niemals an- nehmen, daß wir es heute schon in allem so weit gebracht haben, daß unsere Vorfahren blaß werden müßten, wenn sie als Geister in den heiligen zwölf Rächten umgehen. Wenn man so zurückschaut in alte Zeiten, dann wird man bescheiden und dankbar, auch dafür, was uns das Jahr 1929 an Gutem brachte. Hast du aber Leid und Trauer ertragen müssen, dann haben jetzt wohl die Klänge der Weihnachtsliedcr den Schmerz gedämpft und neue Hoffnung in deinem Herzen erstehen lassen. An der Schwelle des jungen Jahres mußt du de nen Blick auf zukünftige Tage, die dir noch Gllick und Freude bringen sollen, hinlenken. Und je weiter die Zeit voranschreitet, desto mehr erkennst du auch, daß selbst im größten Leid ein Fünkchen Hoffnung und Freude blieb, und dafür sollst du dem Schicksal danken. All der Fest'aübcr verweht, weil er nur äußerlich ist. Aber er muß in unferm Herzen weiterklingen und uns Helsen, mit dem „Friede auf Erden" bei uns s e l b st anzufangen. Dann erst haben wir Weihnachten recht gefeiert, und erst dann können wir getrosten Mutes in das neue Jahr schreiten, dankbar für glückliche, sonnige Tage, hoffnungsvoll und fest vertrauend auf zukünftige Zeiten. D. Llnsere Illustrierte. Die Illustrierte des „Gießener Anzeigers", die regulär am heutigen Samstag erscheinen würde, wird als Silvester-Rummer der Ausgabe unseres Blattes vom Dienstag, 31. Dezember. beigetegt werden. Gleszerrer Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 150 bis 200; Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 15 bis 20; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 25 bis 35; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 45; Feldsalat 100 bis 120-, Tomaten 60 bis 90; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 50 bis 80; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 4*/3 bis 5; Aepfel 10 bis 15; Birnen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; Gänse 100 bis 110; Russe 50 bis 80; das Stück: Tauben 70 bis 90; Kisteneier 17 bis 18; frische Landeier 19 bis 20; Blumenkohl 50 bis 100; Endivien 15 bis 40; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3,80 bis 4; Wirsing 10 bis 12; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 10 bis 12; Aepfel 10 bis 12; Dirnen 8 bis 10 Mark. Borrrotizcn. — Tageskalender f ü r Samstag. G. R.G.: Weihnachtsfeier, 20 llhr, im Bootshaus. — 1830 bis 1930: GründungSversamm« lung, 20 Uhr, Restaurant Faulstich. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die rote Lady" und „Streiche eines jungen Mädchens von heute". — Astoria-Lichtfpiele: „Der Wächter des Glückes" und ,Jm Banne des Blutes". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: „Das tapfere Schneiderlein". 15 bis 17.30 iltjr; „Der Deilchenfrefser", 18.30 bis 24.15 Uhr. — Landw. I. R. 116: Weihnachtsfeier, 14.30 Uhr, im Cafe Leib. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Schleiertänzerin" und „O, welche Lust, Soldat zu sein". — Astoria-Lichtspiele: „Der verschwundene Hans" und „Maciste und die Tochter des Silberkönigs". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: In unseren Tagen des Tonfilms, der Revue, freut es sicher jeden, wieder einmal eine Posse im Stil der guten, allen Zeit zu hören, wie z. B. „Kyritz-Pyritz". Die Spielleitung, Heinrich Hub, hat davon abgesehen, eine der vorhandenen, mit modernen Schlagern und Tänzen ausgefütterten Bearbeitungen als Inszenierungcgrundlage zu nehmen, sondern benützt Musik und Dialog der ursprünglichen Fassung. Karl Löffler wird die Bühnenbilder in launiger Silvesterstimmung herausbringen, Obergarderobier Huber sorgt für aparte Kostümierung, Ludwig Keim ist für die Beleuchtung verantwortlich. Die Posse, die von Gustav Michaelis vertont ist, wird von Kapellmeister C u j 6 dirigiert werden. — Spielplan des neuen Jahres: Neujahrstag, nachmittags 15 Uhr, „Das tapfere Schneiderlein", Kindermärchen, abends 18.30 Uhr, „Ein Walzertraum", Operette, Oscar Straus. 3. Januar: „Tobias Wunderlich". 5. Januar: „Das tapfere Schneiderlein". Januar-Prominenten-Gast- fpiel: Paul Wegener. unterzogen. Es wurde ein einstimmiger Deschluh gefaßt, sich in Zukunft der De amtenwar enwirt- schaft ablehnend gegenüberzustellen. Den führenden Persönlichkeiten innerhalb der Organisation wird nahegelegt, keine Aemter innerhalb der De- amtenwarenwirtschaft zu übernehmen. Den Mitgliedern wird empfohlen, ihren Bedarf am Platze zu decken und die heimischen Geschäfte zu unterstützen. ** Konzert in der Chirurgischen Kli- n i k. Eine große Freude bereitete am Vormittag des zweiten Weihnachtsseiertags die Evangelische Jugendvereinigung Klein-Linden den Patienten der Chirurgischen Klinik mit einem Weihnachtskonzert. Unter Mitwirkung eines Streichorchesters sang der Mädchenchor der Vereinigung eine größere Weih- nachtsmusik von Rudolf Löw und erntete damit den Dank der Patienten und des Personals der Klinik. Sämtliche Solopartien lagen in Hönbrn von Mitgliedern der Jugendvereinigung. Die Klavierbegleitung hatte Lehrer Roth (Klein-Linden) übernommen. Dem Leiter des Konzerts, Lehrer Rau (Klein- Linden), gehört das Hauptverdienst für die schöne Feierstunde. Voriragökursus der Hess. Landwirtschafiskammer. WER. Darmstadt, 27. Dez. Im Januar veranstaltet die H e s s i s ch e Landwirtschaftskammer eine hessische landwirtschaftliche Woche. Der Vortrag Kursus ist allerdings mit Rücksicht auf die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse auf drei Tage verkürzt worden. Am Mittwoch, 8. Januar, spricht Professor Dr. S e s s o u s, Gießen, über „(Heuere Fragen auf dem Gebiete des Pflanzenbaues", Oberlandwirtschaftsrat Oekonomierat Keifer von her Preußischen Hauptlandwirlschaftskammer Berlin über „Wie kann eine Gesundung unserer gesamten Milchwirtschaft herbeigriührt werden?"; am Donnerstag, 9. Januar, Präsident Dr. h. c. Brandes vom Deutschen Landwirtschaftsrat über „Das Rentabilitätsprogramm der Landwirtschaft", Professor Dr. Münzinger von der Landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim über „Die Auswirkung der Agrarkrise auf die kleinbäuerlichen Betriebe", und am Freitag, 10. Januar, Geh. Oekonomierat Dr. Dettwei- l e r, Heidelberg, über „Tagesfragen aus der deutschen Rindviehzucht". Dr. Dettweiler war vor dem Kriege Tierzuchtinspektor in Hessen. preuhen. Kreis Biedenkopf. T Rodheim a. d. Bieber, 26. Dez. Anfang Rovember rief Artur M a h r a u n, der Hochmeister des Jungdeutschen Ordens, zur Bildung der Dolksnationalen Reichsvereinigung auf, und diesem Rufe folgten in Rodheim und seiner Umgebung sehr viele Wähler und Wählerinnen. Dieser Tage veranstaltete diese Reugründung hier im Dender- schen Saal einen sehr gut besuchten Ausspracheabend. Der Großmeister der Bruderschaft Gießen des Jungdeutschen Ordens, Dr. Gebhardt, betonte in einer längeren Ansprache, daß die gegenwärtigen Parteien in der Weiterentwicklung des deutschen Dolksstaates alle versagten. Dieser Mißerfolg trage neben anderen Gründen mit die Schuld daran, daß alle politischen Parteien unter einer Krisis leiden, welche jetzt am auffälligsten bei der Deutschnationalen Volks- Partei zutage trete. Das unglückliche Volksbegehren, das den Zweck hatte, die Geister zu scheiden und die nationale Front zu schließen, habe das Gegentell erreicht. Die nationale Front sei heute zerschlagen, weil das nationale Deutschland den Männern, die hinter dem Volksbegehren stehen, als Führer nicht vertraue. Aus diesem Grunde sei der Jungdeutsche Orden, der sich immer als die gute Garde der gesamten Ration erwiesen habe, auf den Plan getreten, um alle nationalen Kräfte zu sammeln, welche mit den heutigen Parteien und ihrer Wirtschaft unzufrieden seien. Der Jungdeutsche Orden fühle sich deshalb zu dem Sammelruf berufen, weil er in keiner Weise parteipolitisch gebunden sei und darum ihm mehr Vertrauen entgegengebracht werde, als wenn der Ruf von irgendeiner der heute bestehenden Parteien ausginge. Selbstverständlich handele der Jungdeutsche Orden im Einverständnis mit Parlamentariern aus allen derzeitigen Parteien, die sich den Aufbau des deutschen Volksstaates in derselben Weise denken, wie er in dem Jungdeutschen Manifest ausgezeichnet fei. Der Redner ging dann auf die Rahziele der Bewegung ein. In der Hauptsache seien dies: „1. Die Reugliederung des Staates durch Zusammenfassung der deutschen Stammesgebiete. 2. Die Aenderung des bestehenden Wahlrechts, damit die Wahl wieder eine persönliche Dertrauenserklärung des Wählers gegenüber dem Gewählten wird. 3. Zur Stärkung der Staatsautorität, der Macht des Reichspräsidenten und der von ihm ernannten Reichsregierung tjat das Parlament die Regierung für die Dauer einer Wahlperiode zu bestätigen und dadurch die ständigen Regierungskrisen zu unterbinden. 4. Der Reichswirtschaftsrat ist zu einer Wirtschaftskammer mit berufsständiger Grundlage auszubauen. 5. Die Sozialpolitik muh auf dem sozialen Gewissen der Volksgemeinschaft beruhen. 6. Die national bedingte Wirtschaft, insbesondere die Landwirtschaft, muß den Schuh des Staates genießen. 7. Die körperliche und sittliche Ertüchtigung der Jugend ist zu fördern, und in dem Witten, den Frieden und die Wohlfahrt des Staatsbürgers zu sichern, ist der Wehrgedanke zu pflegen." Der Jungdeutsche Orden rufe auf dieser Grundlage zur Bildung einer parlamentarischen Gruppe auf. die frei von unsichtbaren, geheimen Geldgewalten, dem nationalen Willen Geltung verschaffen könne. Er fordere eine Gruppe, die die Gewähr dafür biete, daß der Wille der Ration nicht durch LU. Von der Landes-Universität. D. Bornkamm, orb. Professor der Kirchengeschichte an unserer Universität, hat den an ihn ergangenen ehrenvollen Rus an bi? Universität Hplle- Wittenberg abgelehnt. — Die Privatbozenten Dr. Oskar Seif rieb in ber veterinär-medizinischen Fakultät unb Dr. Waltett Schultze in ber mebi- zinischen Fakultät würben zu außerplanmäßigen außerordentlichen Professoren ernannt. •* Eine eigenartige Bertragsabsicht der Äießener Reichsbahnverwaltung. Wie man uns mitteilt, schweben zur Zeit zwischen dem Neichsbahnbetriebsamt I in Gießen und der Pächterin der Toilettenräume im Gießener Bahnhof (einer Leipziger Firma) Berhandlungen über den Abschluß eines Vertrages, nach dem mit Wirkung vom 1. Januar an künftig nur noch die in dem Anbau an die Bahnhofshalle errichteten Klosetts dem Publikum zugänglich fein sollen, während man die Wasch- unb Klofetträume beim Wartesaal II. Klasse unb beim Damenzimmer schließen will. Die Folge dieses Vertrages würbe (ein, baß nach dem 1. Januar für die Besucher des Wartefaales II. Klasse ein geradezu unerträglicher Zustand entstünde. Entweder müßten sie sich beim Aufsuchen ber Toilettenräume sehr weit von ber Stätte entfernen, wo sie ihre Garderobe unb ihr Gepäck abgelegt haben, ober sie müßten beides vom Wartesaal.durch die ganze Halle hindurch mitschleppen, während gleichzeittg nebenan die früheren Einrichtungen vorhanden wären unb nur dem Publikum versperrt blieben, weil die Reichsbahn durch den Vertragsabschluß mit ihrer Pachtgesellschaft eine Einnahmequelle erschließen will, von ber natürlich auch die Pächterin ihren Anteil zu Lasten des Publikums erwartet. Mutet es schon eigenartig an, daß man in Gießen der reifen« den Bevölkerung eine solche Belästigung glaubt aufbürden zu können, so wird die Sachlage noch mertroüroiger, wenn man bedenkt, daß in anderen Bahnhöfen, z. B. in Frankfurt a. M., erst in den letzten Jahren Toiletten an die Wartesäle neu angebaut wurden, während man hier die vorhandenen Einrichtungen aus Gründen ber Profitmacherei schließen will. Mit weitsichtiger Verkehrsförderung hat diese kleinlich anmutenbe Absicht ber Reichsbahnverwaltung sicherlich nichts zu tun. Im Namen unserer Mitbürger, aber auch der vorübergehend hier weilenden Reisenden m.chten wir der Erwartung , Ausdruck geben, daß das Reichsbahnbetriebsamt diesen verkehrsfeindlich anmutenben Vertrag nicht zur Wirklichkeit werben läßt, fonbern hier bie Interessen des Publikums bem fiskalischen Gesichtspunkt ber Reichsbahn unb bem Verbienstbedürfnis ber Leipziger Pachtgesellschaft voranstellt. Der Verkehrsverein unb alle übrigen an ber Förberung ber Allgemeininteressen arbeitenben Organisationen sollten biefem Plane ber Reichsbahn ihre Aufmerksamkeit schenken unb ihm entgegentreten. '• ©iß Museen sind am morgigen Sonntag geschlossen. •• Hohe Turnerehrung. Dem Ober» turntoart des Turnvereins von 1846, KarlErb, wurde in Anbetracht seiner großen Verdienste um die deutsche Turnsache als seltene Auszeichnung der Ehrenbrief der Deutschen Turnerschaft verliehen. •• Lernt Einheitskurzschrift! Im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes werden von den hi figen Stenographer.vere.nen Anfängerlehrgänge in der Einheitskurzschrift angekündigt. Daß die gute Beherrschung der Stenographie den Kaufleuten, Bureauangestettten, Beamten usw. ein besseres Fortkommen ermöglicht, ist schon so oft bargelegt worben, daß man diese Tatsache nicht noch einmal eingehend begründen muß. Jeder junge Mensch, für dessen Beruf die Beherrschung der Kurzschrift in Betracht kommt, fei auf diese Kurse besonders hingewiesen und ihm die Teilnahme warm empfohlen. ** Postbeamte und Deamtenwaren- wirtschaft. In einer Gesamtvorstandssitzung des Reichsverbandes Deutscher Post- und Telegraphenbeamten, Bezirksverein Darmstadt, zu dem auch Gießen gehört, hat man sich — wie man uns berichtet — in einer Sitzung dieser Tage u. a. mit der Stellungnahme zu aktuellen Wirtschaftsfragen beschäftigt. Besonders die Beamtenwarenwirtschaft wurde einer eingehenden Kritik Mandatschacher und Fraktioirszwang vergewaltigt werden könne. Dadurch werde aber der Jungdeutsche Orden niemals Partei werden. AIS geistiger Kampfbund unterstütze er nur die Bildung einer Partei und deren Arbeit, die den Kampf für den wahren Dolksstaat führen will. Die mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Redners führten zu einer fruchtbaren Aussprache. Etliche Gäste traten der Dolksnationalen Reichsverein'.gung neu bei, so daß die Mitgliederzahl der hiesigen Gruppe jetzt hundert übersteigt. Kreis Wetzlar. ch Dutenhofen, 26.Dez. Die erste Ge- meinderatssitzung nach den Wahlen fand im Beisein des Krofdorfer Bürgermeisters statt. Zum Gemeindevorsteher wurde einstimmig wieder- gewählt Landwirt Karl Agel. Stellvertreter ist Zimmermeister Karl Weber. Für den Schulvorstand wurden Ergänzungswahlen vorgenommen, so daß sich dieser jetzt folgendermaßen zusammensetzt: Arbeitgebervertreter An- streichermeister August Weber; Arbeitnehmervertreter Reichsbahnarbeiter Gruschwih; Gemeindevertretung Obstplantagenbcsiher August Pascoe, Landwirt Karl Agel, Rangier- ausseher Ludwig Ahmann. Die hiesige Fortbildungsschule soll mit Beginn des neuen Schuljahres, Ostern 1930, in Wegfall kommen. Verhandlungen mit Gießen unb Wetzlar wegen lieber- nähme ber Fortbildungsschüler sind im Gange. Amtsgericht Gießen. • Gießen, 20. Dez. Ein nächtliches Ren- fontre, bas im Juli l. 2. bes nachts vor einem hiesigen Cafe zwischen Studenten unb Arbeitern stattfand, hatte heute ein Rachspiel vor bem Strafrichter. Drei Arbeiter, bie unter ber Anklage ber Körperverletzung bzw. Rötigung standen, erhielten je nach ihrer Beteiligung und unter Berücksichtigung ihrer Vorstrafen Gefängnisstrafen von 4 unb 2 Monaten, sowie von 3 Monaten und einer Woche. Die gleichzeitig mit den Verurteilten vor bem Caf6 erschienenen Stubenten hatten bie Türe zu demselben verschlossen gefunden. Es kam zwischen ihnen zu einem Wortwechsel, und im Verlauf desselben fiel auch auf feiten der Studenten das Wort „Schlammbeißer". Diese wollten aber Streitigkeiten aus dem Wege gehen und traten den Heimweg an, als sie plötzlich von den Arbeitern angegriffen wurden; zwei von ihnen erhielten Schläge ins Gesicht. Abgesehen hatten eS bie Arbeiter offenbar nur auf einen ber Studenten, denn sie suchten, nachbem ber brüte Stubent sich entfernt hatte, bie beiden anderen voneinander zu trennen, indem einet" ber Angeklagten ben Studenten, der wiederholt feinen von ben anbeten angegriffenenen Kommilitonen zu Hilfe kommen wollte, burch Drohungen u. bgl. nötigte, ben Platz zu verlassen, so daß ben drei Arbeitern schließlich nur noch ein Student gegenüber ft an b. Dieser wurde jetzt von der llebermacht geraume Zeit hindurch unmenschlich mißhandelt; er erhielt Schläge auf den Kopf und ins Gesicht, wurde wiederholt niedergerissen und mit beschuhten Füßen an gefährlichen Körperstellen getreten. 11. a. hat er einen schweren Bruch des linken Unterschenkels davongetragen. Erst infolge des Erscheinens eines Augenzeugen ließen die Rohlinge von dem Studenten ab unb ergriffen bie Flucht, während ber Verletzte zur Klinik gebracht wurde. Eine milde Beurteilung der geschilderten Straftaten erschien ausgeschlossen, die obenerwähnten Strafen sind durchaus gerechtfertigt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag nach Weihnachten, den 29. Dezember. Stadtkirche. 9J Uhr: Pfarrassistent Schlaudrasf; 5: Pfarrer Becker. — Iohanneskirche. 9$. Pfarrer Bechtolsheimer; 5: Pfarrer Ausfeld; 8: Bibelbesprechung, Pfarrer Bechtolsheimer. — Kapelle des Allen Friedhofs. 94: Pfarrer Becker. — Elisabeth-Klein- kinderschule. 9J: Pfarrer Lic. Waas. — Wieseck. 10. — Alten-Buseck. 10; 6. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 1.30: Lollar. — Hansen-Garbenleich. 10: Hausen; 1: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 1: Hauptgottesdienst. — Cid). 10: Stiftsdechant Kahn. — Rieder-Bessingen. 2: Stiftsdechant Kahn. katholische Gemeinden. Samstag, den 28. Dezember. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 29. Dezember. Sonntag nach Weihnachten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.30: Mess« mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Caubach: 10: Messe mit Predigt. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. SonnraaSdiensto. lernten. Apotheke'« mn29 12.22 Dr. Geyer. Dr. Wolf. öngelavotUefc. BaTinarÄt: Dr. Adam. *D Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel bei Rneuma,Gicht, Ischias,Gr. ppe.Nerven- und Kopfschmerz, ErkäitungsKrank- he ten. Laut notarieller Bestätigung anerkennen üb.5000Ärzte, darunter viele bedeutende Professoren, die gute Wirkung des Togal. (Ein Versuch überzeugt! Frag. Sie Ihr. Arzt. In all. Apoth. NM. 1.40. S» 0,46 Chin. 12,6 Lith. 74,3 Acid. acet. sal. ad. 100 Amyl. Nur echt in blauer Packung mH dem bilde des Erfinders 250gc. 0,60 für einen ub eranstreng ten, geschwächten Magen. Bullrich-Salz schafft sofort eine geregelte leichte Verdauung und dadurch Wohl befinden.Lebensfreude Auch in Tabletten 0,2,5 und 1,50 ^Spn.» GÖpP®*“ wer den * Sodbrennen. Duürich-SSU _ _ 700 Jahre unübertroffen Nur echt in * Bullnch im Sbdie video Wirkung •«' * “"öS»'1 König« natur’trä Hauptniederlage: Fritz Heinzerling, Schiffenberger Weg32 Wir setzen hiermit unsere Ka- Giehen (Mühlstrafee 31), den 27. Dezember 1929. un- J0728D Lernt Hurzsdirilt! 1866 FiinlziOer-VereiniSunO 1916 ülontag, 8. Jaanar, beit u. Tauer,tellg. Bedingung. Gießen, 27. Dezember 1929. 1O686D Die Beerdigung fand in Wiesbaden statt Danksagung danken wir allen recht herzlich. Besonderen Dank Gießen, den 28. Dezember 1929. 03250 Familie Tröster. Butzbach, den 27. Dezember 1929. 10719D Wieseck, den 28. Dezember 1929 1U716D [10690V Vertrieb von Der Vorstand. erwünscht. Preisen. 08269 | VermietungenWlmmgsrWrkM Schriftl. Sinnebote fort gesucht. Schrtitl. unter 08276 an den I Slnneb. unter 08274 Gtetz. Anzeiger. 'an den Gtetz. An-. 2 Schaufenster, 2 'Jiebenr.. Vnncr z. l.Avr'l 1930 3« Vermieten. Näh. durch C. v. '.VI u n d) o tu , Blelch- straffe 18 l vormittags 9—11 Uhr. um der Rührende »3-Qbrtt der Käliemaschinen- dranche sucht für den provtsionSwetfeu allen denjenigen, die unseren lieben Entschlafenen zur letzten Ruhestätte begleitet haben. Weitanlage, einen Anfängerist am Montag, dem 23 Dezember, abends 10 Uhr, in seiner zweiten Heimat Wiesbaden nach längerem Lei' den in kurz vorher vollendetem 82. Lebensjahre verschieden. Für die überaus große Anteilnahme aus nah und fern bei dem schweren Verluste, det uns betroffen hat, meraden von dem Ableben ■eres lieben Kameraden Philipp Horn in Kenntnis und bitten zahlreiche Beteiligung bei LsöMlMiW 2 aroffe Waren'chr., Theke mit Kasse (auch einzeln» preiswert zu verknusen. Zu ertragen in d. Gcschst d. Gieff. Anz. <8246 Die Beerdigung findet Montag, den 30. Dezember 1929, nach* mittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Süddeutsche Fabrik für kastkraitwagen und Omnibusse sucht für die intensive Bearbeitung des dortigen Bezirkes rührigen Äutomobtthändßev der bet dereinfchläqigen Kundschaft beitend etngefuhrt ist. Interessenten, die über eine neuAciti eingerichtete Automobtl-llievaia- turmerkslatt vernigen, wollen Angebot ein^ reichen unt. F. K. V. 6671 durch Rudolt Masse, Rrnnffiirt a. M. [»0714 V BäMMig gesucht. Zu erfragen tn derGefchästSsteiie d. Gieff. Anz. 08266 Für die herzliche Anteilnahme beim Ableben unserer lieben Mutter sagen wir auf diesem Wege unsern innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilh. Christ. Verkaufe ZlMtWiUen fiflffenroegen JemorMenwageu fiaferqueiidje Bratfgasse 6. Te'. 3625. [,^D W Kriegerverein mgiim Gießen DleÄeerdigunq unseres MA lieben Kameraden ,073ÜD Zritz Baumert Derwaltungs-Sekr-etär i. 3t. findet Montag, den 30. Dezember, nachmittags 3*/2 Uhr, aus dem Neuen Friedhöfe statt. Rege Beteiligung ------, 19 Uhr eröffnen wir zu beteilig, «icber» tn der Goeihenehnle Herren, die nachweisen können, daß sie bei der in Frage kommenden Kundschaft dieses Gebietes bestens eingeführt sind und bisher angemessene Verkaufserfolge hatten, werden gebeten, Angebote mit Nennung von Referenzen und Angaben über bisherige Tätigkeit unter A. A. 616 an Rudolf Mosse, Magdeburg, zu senden. iomöv sind kostbares Otrt. Schützen Sie sich vor den Gefahren der Zugluft. Die wärme- nnd kräftebildendcn Kaisers Brust-Caramel- len bringen sichere und schnelle Hilfe in leichten und schweren Hustenfällcn. Sie sind das wahre und billige. tausendfach bewährte Volksmittel. Mehr als 15000 Zeugnisse. Beutel 40 Ptg. Dose 90 Pfg. Gebrauchen Sie steU Kaiser* öruÄ-Lsrsmellen Für die vielen und mannigfachen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen, spreche ich im Namen aller Hinterbliebenen meinen innigsten Dank aus. Marga Ruppel geb. Kahl. Gießen, den 28. Dezember 1929. Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem schweren Verluste unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit herzlichen Dank. Besonders danken wir dem Herrn Pfarrer Kalbhenn für seine trostreichen Worte, den beiden Schwestern für die liebe Pflege, sowie für die Kranzspenden. Frau Heinrich Wagner XIV. Wwe. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Nichte Fräulein Wilhelmine Schwalb für die vielen Kranz* und Blumenspenden, besonders Herrn Plärrer Sattler für die trostreichen Worte, sowie den Schulkameraden von Wieseck und Rödgen sagen innigen Dank die trauernden Hinterbliebenen; Familie Balth. Weller Wwe. Familie Wilhelm Balser Familie Ludwig Schwalb. Menbrot Nährmittel09,78 firöutereoös Jung. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen. Ernst Pietz. Fordern Sie überall: Staatl. Bad-Nauheimer Germaniabrunnen Das natürliche Mineral-Tafelwasser von Weltruf Die trauernden Hinterbliebenen: Margarethe Horn geb. Leyerzapt und Kinder. teOtiiog O.MM von hiesiger Buchhandlung für sofort gesucht. Schrtsil. Anfragen ml Angabe d. Schulbildung unt. 10738 D an den Gieff. Anz. Stadttheater Sonntag, 2V. Dez., von 15 bis 17',, Uhr Anher Abonnement Nindervorstellung Ermäfftgie Preise Bas tupftte SWöHlein Zaubermärchen in 5 Bridern von AlviS Prafch, Musik von Guuao v. Rouler. Sonntag. 2'.». Dez., Anger Abonnement fremden Vorstellung von 18', bts2f «Uhr In neuer o**iU Jmzenterung! Det DeiifflenfteHet Vuitfpiel tn 4 Akte von G. v. Aioscr. Dienstag, 31. Dez. von !!)'„ bts 22 Uor 1Z. Lienstag Ad.-brsl. Neu einstudiert: SiJtiB-Mtö Poise nut Gelang in dret Aufzügen von H. Wilken und O. Juinnuv. Must! von ohift. Michaelis. Mittwoch. 1. Jan., von 15 bis 17'/, Uhr Auffer Abonneuient SUnöeiDorüeüung tLrmäffigte Preise Das taalete Söineioeflein Zaubermärchen tn 5 Bildern von Aloiö Brasch, Musik von (yuitoü v. Röider. Mittwoch. 1. Jam, von 18'/, bfö 21 Uhr Auffer Abcttt'enient Jremden Vorstellung In neuer Jnszenteruncl Gin BaBetlromn Cverettc in 3 Alb n von Feltr Törmanir u. Leopold Jacovfou. Munt v.Osk. Spraus Hrertag, 3. 3««-* von 20 bis 22' «Ubc iLZre.lag-Aki.'voril. looias Wunoedith Dramaiifche Legende von Hcrm. Heinz Crtner. Sonntag, k». Jan., von Lj bis 1P/2 Uhr Anher Abounem.iit 5itnder Vorstellung Ermanigte Preise. Los tapfere Sümlüerlkln Zaubermärchen in 5 Bildern von Aloik Prafch, Munk von Gustav v. rllönler. Sonntag. 5. Jan., von 18* o biv 21 Uhr Auffer Abonnement Jr mdenvoruellunv Neu einitudiertl fio ia-Dötifi _ Poste nut Gesang m dret Auszügen vort ; Wilken und,, O. JustmuS. SKuM . von Gust. Michael» Glänzende Existenz! Jahre hindurch gesichert, wer schnell den Lrts- od.Alletn- vertrieb eines groin artigen, ges. gesch. Massenartikels übernimmt. Riesenabsav (200 °-0 Bei dienst». Laden und Kapital unnötig. Jedermann ist Käufer. Versuch beweist. Prospekt graitS durch 1)71 ID Cheai. pharm. Labor. R. Schneid r« Wiesbaden 152. Aeufferft tüchtiger, bei Groffver- brauchern beitens eingesührter Provisionsvertreter für Packpapiere für Gteffen und nähere Umgebung gesucht. Schrtitl. Angebote unter 10687D an den Gieff. Anzeiger erb. /Sirgei 1 als öor kffckn anderes ! ungc ; der 2^ Ae 5t ten um ! besinnt:' i besser un : bald bat und Qua ben habe > unter M ch I Ä Das gutsitzende Ko selett muh nach Mak gearbeitet sein. 110688V BereeoMle Reise-Däne« denen an sachgemäßer Belieferung liegt, werden von erstklassiger Maffkorfettf..brtk gejuckt. Schriftl. Angebote unt. D. K. 361 an den Gienener Anzeiger erbeten. Braves, ordentlich. »W für tagsüber aum 1. Januar gesucht. IonDr- ' an Hat d- Siirops । gebracht diesen ■“ Ion vnl' überh^ fiat oian । orönuni armacht' lichen ' teichtewns ist das b problem, verbundei greift ma was bur ift, wenn wird. iln daß eine wesentlich denöe 5 ctaate die Unior die groQi erbnung Union, v die A>e Kriege hl weniger l Problem l len darüb Im trachtet, t lauer i mag drÄ Dcrbindu daß ctW( päischen land zug maß abe von Sei und bur her Iah die inten verpflicht Setoeni mmei wärts. ollem rod daß die im Lehtei Staaten lassen, ist in Qimct Zeichnun lauer gL auch in Haager daraus, Konseren 3" W. rsM gegeuÄei mm sre Aieseulai „^inat sollte dc Sauerwe ün", ges tionsj man da uni, Liq auf die PQ|Ui, ivenii ojuii H/it Zanüf?unaai zur <$r- fangunq ein. geeigneten leulgftTt aus diese Weise unterflüht und Und aus diese selbstverständliche Pflicht auch angewiesen. Giekener Stnretgev II-MBH aus 1. Hypothek auf zwei Hauicr gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 08256 n. d. Gieff. Anz. Aür rentabl. Unternehmen 5-6800 Ml gegen la bnvothekar. Stchernett und zeit» gemäffe Zinfen fo- HäusltcheS sauberes M’lnmüO®en das schon in Stellung war, für Je- bumr gesucht. XraoDLSoetiiet-gfl^B ötantfmiet Sir. 44. H-Zieer- WoMg für sofort ob. später gesucht Schriftliche Angeb nnier 107I5D an den Gietz. Anz. erbeten. (tironc 3-Zi’ninerWoliDg. mit Heilung, komvl. Badeeiurichtung u. Balkon, für sofort zu vermieten. Näheres b. Karl Haas V„ Schubert- straffe 2. 10255V Mein lieber Bruder, unser guter Onkel August Pietz Lkrelukühl-Slnlaserr rührigen bet der in ^rage kommenden Kundschaft gut eingesührten Angebote unt F. J. U. 646 durch Nudoli Mossc, Rranfiurt a. M. Beerdigung am Montag, 30. Dezember, nachmittags 3 Uhr auf dem Neuen Friedhof. DerVorstand. 1073 iD Bedeutende Schokoladen-Fabrik sucht für GIESSEN und gröbere Teile von Hessen und Hessen-Nassau einen wirklich tüchtigen, arbeitsfreudigen Vertreter Freitag abend 8.15 Uhr ist mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Grobvater, Bruder, Schwager und Onkel Philipp Horn Weißbindermeister im Alter von 65 Jahren von seinem schweren Leiden erlöst worden. Soziale VMchi btr Ausgeber v. EicNcn« ongrboirn ist ti, die ein- gegangen JSetotrburg* unterlagen (Zeugnisse, Zeugnisabschrift., Lichtbilder u.bgl.) schnellsten« urrüSzus.OieSiellung- Mantel zu kaufen gesucht. Schr.Anfr. u. 10658 D an d. liiieff.Anr. erb. (Verschiedenes! Lucvtigc Schneiderin emvffehlt sich tmAn- ierttgen und Umän- dern von Damen- u. Kindergarderobe ,^>4. Löberstr. 7 f, l. Iran nimmt Kunden un Waschen nnd Nägeln anz. billigsten Fräulein, dunkelbl. 25 I., in all. Zweigen des Hausbalis erf., wünscht einen Herrn t. sich. Posilion zwecks Heirat kennenzulernen. Witwer m. Sltnb nicht auSaefchl. Schr.Ang. u.08270 a. d.Gff.An;. •süt Dame aus beft. Stret'cn, alleinfteb^ Anfang 40, eoang.. m. behagl. Wohnung, vraklisch, geiü- und bumorvoll, naturl., symp.nb.Aeuff.,tvird Lebens- gekahvte gesucht tn gesicherten Perhälin^ v. tadell. Charakter. Angeb. mögt, mit Bild unt. Nr. 1337 an '.uitttclö. Ann.-Exv.,Plocksir.5. Leerstehendes Zimmer mit Kochgelegenheit für Anfangs Januar zu mieten gesucht. Sckr. Angeb. unter 10660D a. d.Gff.Anz. {Stellenangebote! LehrmSdche« aus achtbarer Familie gesucht. (08239 «kbubbau» weidema«« Borzustellen zwischen 10—11 und 4—8 Uhr. runder 2 tenhM Zche.2 Dan sü Abi tonnte Stille, s kennest Mdie 'Seiger Ä n blk bu? Dir ö Lratzvu 2hren-. l'.nd. da M da Flas M den der L uber'L s,6ie K Ä? ?Qnban eS 1864 - 1914 Unser lieber Alterskollege Herr Philipp Horn ist am 27. Dezember verstorben. Die Beerdigung findet statt: Montag, 30. Dez. 1929, nachmittags 3 Uhr aut dem Neuen Friedhof. Wir bitten um rege Beteiligung. Der Vorstand. 107JZD Möller, Neustadt 31. Blick erd. neuteit- liche Cinr., m. gu er Kundschaft, zu ver> vachien. Zur lieber- nähme sind 6000 Mk. erforderlich. Schr. Angeb. unter <'-8255 an den Gieff, An-. mit«n^?3^annen Zu haben in Apotheken, Drogerien und wo Plakate sichtbar._____8488V Pr.ma 8«IM und 5aUl-8atlflfieln billigst zu haben Wiih.BankelWwe. Neuen Baue Unseren Mitgliedern machen wir hiermit die traurige Mitteilung von dem Tode unseres liehen Altersgenossen 10695D Fritz Baumert Verwaltungs-Sekretär L R. Die Beerdigung findet am Montag, dem 30. Dez., 3'/iUi r. von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. Großen-Buseck, den 28. Dezember 1929. 1U72UD Miwholz oienfex itß, Anicucr- boU, eichene Gartenpsosten. Z.WeUhöser, R'crnivr.23l37?»»D DßtektiV'AüsküDltei jetzt Zu rite. 17 v., Bad-Naul>cim erledigt Ihnen alle vertraulichen Ange- legen^ettendtSkretu. preiswert. Ermittelungen, Beobachtungen. Gesuche. Be- weismittelt.Stras-u- Ztvtlvrozesten, Mxe. btt- u. HeiraiS.iusk. aul allePlatze d Welt i.d. deutsch. EtnhettS- kurzschrtn für Damen n.Herreau.Vtß.eme6 staatl. gevr. Lehrers d. 5lurzschrtft. unter- richtsgeld Rm. 12.-. Etu Bedeachrlftlebr* gang beginnt a gleich. Äbendum20llhr.AlN l-2möbl. Zimmer an zuverU Mteterln a >zugl bcn. Zu er fr. Wcsta iL 31 v. ScbönesheliesZimmer seoar. Eing. u. Tel.- Anschl. fof. z. vm. am, Goctdestr. »S v. Mädchen das kochen kann und Hausarbeit versteht, zum 1. oder 5. Jan. gesucht. Zu erfraa. tn der Geschäftsstelle d. Gieff. Anz. 0>25s Ehrlta-es, sauberes Mädchen das auch Telephon bedienen kann, zum 1. Januar gesucht. Zu erir. t. d. Gekchst. d.Gieä. Anz. 101)941) Gevüi).. oNeinst. Stau Mitte 30, Arohnatur, i.Haushalt durchaus selbständ- ar. Tier- u. Naturirdn^ sucht dass. Wirkungskr. in guienr, franenl. Haush. t. sofort oder später. Schriftliche Angeb. unter 08265 an d. Gieff. Anz. erb. Verkäufe Ginetraa) ige, an»ek. Vogelsberger Kuh anö 3 Zellei zu verkam, bei ns« 4 Gastwirt Hofmann, VcrSrod. Vier junge Schäset- hmidr billig adzugeben Wagengasie 9 Poft teuer, toe»? D m*i!" Zimmer ah öermieien 08249 Vabnbosstr. 31 III. Laden mit anfchl. Zimmer Neustadt 19 zu vermieien. Näheres A. Becker, Kevlerstraste 9, Tel. 3804. f08170 Kl. Werkstatt und Möbellaaerraum Selteraw. 73 z. verm. Näheres A. Becker, Kevlerstr. 9. 1104571) Garage zu vermieien 08257 Nordanlaae 3. | Mietgesuche | Schriftliche Angeb. — unter 08264 an den LehrSaOfi Gieff. Anzeiger erb - - ® 7. Banner Beginn der FortbiUnnga- n. Dik- tatknrse. Anmeldg. bzw. AuSkunfi durch Herrn FranaEanstein Wilhelmstr. vil oder z. Untciruütsbcotnn Karzschri.herein v. 1861 und ßnmenvorein „liabelsberfier“ 1OOOO Hark auf 1. oder 2. Hyvo- lhek, auch geteilt auszuleihen. ©dir. Angeb. unter 08261 an den Gien. Anz. Suche mtch mit einigen 1000 Mk. sofort tätig Nr. 305 Zweites Blatt Im-IM lenuImSi! o- das Qiiefenldften des Voung-Plans übernehmen. „finanzielle Liquidation des Krieges" — en cd. )L en tL in tf-j 18 Ort. vor Ztf- and Kil- itnel- cbere ie in tereo ! sind bil- i be- litte!. ZeK- Ptt. stet« r* - Jfl- ng. mö rL irb sollte das Schlagwort für 1929 sein, von dem Sauerwein, der bekannte Mitarbeiter des „Malin". gesagt hat: cs würde das Rekonstruk- tionsjahr für Europa werden. Wie weit man davon noch entfernt ist, in Reparation» Ltni) Liquidationsfragen, das zeigt der Rückblick auf die erste und der Ausblick auf die zweite .PO ien ®t e ibert ft. 7.^0 d)t nn. tn. est icoer- cac iltn* 5fer, nfljiei ,7 V" n oUk W* zkteiv nnlf 3*. he. W; 1, Juul 19 Uhr eiSnntn nut J b« Gieihiüili 8' ^"onlage, einen Italiens leerer Himmel. Don Gustav W. Eberlein. Rom, Ende Dezember. Nirgends ist man dem Geiste Roms näher als dort, wo er starb, wo Geschlechter sich betteten zur großen Ruh?, wo der Staab nichts anderes ist als der Riederschlag der Toten: in Oem ungeheueren Gräberfeld der Campagna, auf Ser Bia 2lppia, der Königin der Straßen. Die Frenrdenkarawanen halten dort und keh- ien um, wo die eigentliche Totenstrahe erst leginnt: beim'Grabmal der Cecilia Metella. Der tesser unterrichtete, der einsame Wanderer gerät ialö darauf auf das llrfcflafter, in das Biga und Quadriga ihre scharfe Räderspur eingegra« Len haben, Zypressen begleiten ihn, er rastcf unter Pinien und sieht die Schafe springen iiber eseuumwucherte Mulden, gemauerte Grälen, verfallene Keller, seltsame Gebllde aller Art. Ruinen starren wesenlos ins Blau, ein minder Turm steht da, zerspaltet wie eine Grana- ttenhülse. in herdartigen Vertiefungen liegt noch Asche, Mcnschenasche, Grab schmiegt sich an Grab. Nun fühlt die Einsamkeit aufsteigen wie Nebel «m Abend, es gibt nichts, was so erschüttern tonnte wie diese Verlassenheit. Man hört die Stille, sie braust in den Ohren; man fühlt die unermeßliche Weite des Raums und der Zeit Lnd die marmornen Inschriften fragen und die Ihweigenden Statuen lächeln und die ernsten Säulen mahnen: Wer bist du? Wo bist du? Was List du? Wie weit ist es zu den Toten? Wie nahe sind ffie uns? Sie sitzen in nie endender Reihe am Straßenrand und murmeln den Lebenden in die Ohren: Was ihr seid, das waren wir; was wir fiind, das werdet ihr! Aber den Waicherer packt M.d)t das Grauen, er schaut in den beseligenden Himmel und lächelt, er versteht das Vergehen, r erfaßt den Sinn des Leberts, diese gewaltige Einsamkeit, diese heroische Verlassenheit vermählt ä!jn dem Geiste Roms. ... Aber ein Abt hat sich nicht an den Straßenrand gesetzt, sondern an den Schreibtisch, und in 6er Zeitung beschwörend die Hände gerungen über den Verfall der Dia Appia. Was sollten nur die Fremden denken? Trennen uns wirklich Welten vom modernen Seist des Südens? Begreift dieser Kritiker, der cS wirklich gut meint, nicht, daß wir gerade das sHöhen, was er beklagt? Wer an die Via Appia Hand anlegt, der mordet sie. An katalogisierten, numerierten und unter Glas beigesetzten antiken Schönheiten haben wir gerade genug. Kein ! Mausoleum der Geschichte, kein kapitolinisches und kein vatikanisches Museum kann so unmittel- Eat in die vergangene Zeit führen, wie diese $5*. biSs'Ä KK Wl! -L->^ Lügen/ dre-K-Ä Veüe von ‘Nassau ter ^sle bei der In dleses Gebietes 1tr "gemessene fbe'en, Angebote ld AnSaben über 616 an Rudolf '»enden. IOM5V Hinnen Oie Außenpolitik an der Jahreswende. Don Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. X Hat das zu Ende gehende Jahr die Welt, Huropa in ihren Röten und Sorgen vorwärts gebracht oder nicht? Fragt sich, was wir unter Uesen Nöten und Sorgen zunächst verstehen. Bon unserem Standpunkt, von dem Europas -überhaupt, sind dann die beiden großen Fragen: Hat man auf dem Wege zu einer „Friedenserd n u n g", die Dauer verspricht, Fortschritte gemacht, und ist man in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und ihrer Erleichterung wesentlich vorwärts gekommen? Das ist das politische und das wirtschaftliche Hauptproblem, die beide auf das engste miteinander verbunden sind. Fast überall in Europa begreift man heute, daß unsere ganze Kultur, das, toad Europa der Welt zu geben hat, bedroht ift, wenn das erste Gesamtproblem nicht gelöst wird. Änd man begreift allmählich auch überall, Laß eine Lösung beider Probleme ohne eine wesentliche, sagen wir gleich bestimmt, entschei- rende Mitarbeit der Vereinigten Staaten von Amerika ausgeschlossen ist. Ohne üc Union wird das Europa von heute, wie es ist, lic großen Fragen einer dauernden Friedens- rrönung nicht vollständig lösen, und ohne die Union, von der ja der entscheidende Entschluß, Die Riesenschuldenverpflichtungen aus dem Kriege herabzusehen, abhängt, wird Europa noch loeniger das finanzielle und wirtschaftlicheHaupt- problem lösen. Keine paneuropäischen Ideen helfen darüber hinweg! Am 2Z o u n g - P l a n ist, von hier aus betrachtet, das Wesentliche, daß ein Amerikaner i h n gemacht hat und Amerika, man mag drüben sagen, was man wolle, mit ihm in Verbindung gebracht ist. Der Plan legt fest, daß etwaiger Schuldennachlaß unter den europäischen Gläubigermächten entsprechend Deutschland zugute kommen soll. In wesentlichem Ausmaß aber ist das ohne Schuldennachlab von Seiten Amerikas nicht denkbar. Dadurch und durch die Berechnung der zweiten Hälfte der Iahreszahlungen verknüpft der Plan doch Die interalliierten Schulden mit der Reparativ ns-> > erpflichtmrg, soviel dagegen in Amerika immer cnngewendet worden ist. Das ist im ganz großen Zusammenhang sicher ein Schritt vorwärts. Aber er ist sehr klein, und er ist vor allem itod> recht unsicher. Don einer Anerkennung, daß die „finanzielle Liquidation des Krieges" im Letzten nur möglich ist, wenn die Dereinigten Staaten über ihre Ansprüche mit sich reden lassen, ist die Politik und die öffentliche Meinung in Amerika noch sehr, sehr weit entfernt Nach Zeichnung des llZoung-Plans haben die Amerikaner gleich Kehrt gemacht Sie haben Europa cmch in nichts bei den Schwierigkeiten der Haager Konferenz geholfen, und warten nur darauf, ob das Gelingen der zweiten Haager Konferenz nun endlich das Riefengeschäft er- niöalicht, den ungeschützten Tcll der deutschen Jahreszahlungen zu „kommerzialisieren", ilnö gegenüber diesen Änsicherheiten soll Deutschland nun freiwillig und ohne Einschränkung die Anfänger- Lehrgang Ubeiiifo.lftnljeiiJ« u'ljichriii liirCiau i Herren uüifl.einf? itaatl gevi. üebrtti b. Sur ji^nit. um«- ri-blSgeld Riu. 12-, Ein Bt leit Wb- BUj bcflinn/ajH. ÄdendirnMiLin T.Jmirgwibet Forlbiliu;«' i Dl- tatkojii. änmelba. bim. Munit durch EirnfrmEmleii Wto iir. öl lobet lUniciniibWin Iurstoerelii.iMl toi DuffleiiWlD „uabeHberfter" _ Stadttheater Lvuutag, v von 15 ins!< ,udr HußH Abonnement , ßinberuocitellung it.\ w* 'M tzWWA —| Rflubermärcbeii m ■ öÄlmnvonÄois 3 Pr°!ch. W ” a A (i)uiuio v. monier. S Sonntag.29. Ter., B äuncr "dlbonnemeni 41 'semdenooE« In neuer »u 3uiöenieruiiß! lllDWll* Üuiifpiel m 4 JW SW MS *"Sig ,35Sj i'rn »- Aftlet. 1.8««- 21 Ui' HZ von s ioco°'l)L »ei 22 von..HBDiin«11'-, SÄfefi* Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen) Samstag, 28. Dezember (929 Haager Konferenz. Mühselig hat sich die andere Seite die Räumungsverpflichtung abgerungen, unter der nun wenigstens die zweite Zone etwas vor der Zeit frei geworden ist und die dritte Zone im nächsten Jahr frei werden soll. Aber mit welchem Hin und Her! Die sog. Ost-Reparationen sind nicht in Ordnung gekommen. Polen gegenüber hat Deutschland mit großen Opfern seinerseits die Empfehlung des Doung-Plans befolgt. Der Entwurf des deutschenglischen Liquidationsabkommens zeigt, wie weit man auch in England davon entfernt ist, für ein gemeinsames Interesse Opfer zu bringen. lieber» Haupt ist das zähe Feilschen der anderen Seite bis zur direkten Schäbigkeit (z. B. die Sicherstellung der 6 Millionen Mark für die Gehälter des Reparationsagenten und seiner Leute in der Haager Vereinbarung) charakteristisch für diese Arbeit; eine seltsame Ausführung des Schlagwortes von der finanziellen „Generalliquidation" des Krieges! Die Friedensordnung Europas hängt an der Abrüstungsfrage. In Genf ist sie nicht einen Schritt vorwärts gekommen, wie überhaupt der Völkerbund, abgesehen von an sich wichtigen theoretischen Erörterungen im September, eigentlich nur hindämmerte. Bemerkenswertes hat er nicht geschafft. Die Minderheitenfrage kam nicht vorwärts, und dem russischchinesischen Konflikt im Fernen Osten gegenüber tat der Völkerbund, als wüßte er überhaupt nichts davon. Dagegen ist die Abrüstungsfrage zur See zwischen England und Amerika vorwärts gebracht worden. Daß im Januar 1930 die große Seeabrüstungskonferenz in London möglich wird, das ist unzweifelhaft ein großer und wichtiger Schritt vorwärts. Getan wurde er durch Macdvnald und Hoover, die beiden neuen Exponenten der angelsächsischen Welt. Es ist nichts Geringes, daß es im abgelaufenen Jahr gelang, die Spannung zwischen England und Nordamerika, die im Jahr 1928 schon einen bedenklichen Grad erreicht hatte, nicht nur zu lösen, sondern in die jetzige englisch-amerikanische Entente umzuwandeln. In diesem Sinne scheint uns Macdonalds persönlicher Besuch in Nordamerika das wichtigste Ereignis der Weltpolitik im letzten Jahr zu fein. Gelingt die Seeabrüstungskonferenz — und jedenfalls sind England und Amerika entschlossen, sie gelingen zu lassen, wünscht Japan und schließlich auch Italien ein Gelingen —, so muh das auf die Abrüstungsgespräche in Genf zurückwirken und muh das zugleich die Vereinigten Staaten trotz ihres Widerstrebens in engere Verbindung mit Europa bringen. Nicht mit gleichem Erfolg ist der Wagen auf dem anderen Gleis vorwärts gekommen. Wir meinen den Kellogpakt. Er trat am 24. Juli in Kraft. Mehrmals hat Hoover sich energisch zu ihm bekannt; man sieht: der Pakt soll Grundlage seiner Weltpolitik fein. Aber die erste Probe, im russisch-chinesischen Konflikt, wurde sehr schlecht bestanden. Monate verstrichen, ohne dah Amerika etwas tat, und dann geschah etwas ohne Erfolg, ja mit einer Niederlage für bie Union. Es sei dahingestellt, ob man diese Niederlage ausgeglichen sehen will durch den Anschluß der Vereinigten Staaten an den Haager Gerichtshof, dessen große Bedeutung gewiß auf der Hand liegt. Die Annäherung zwischen England und Amerika bedeutete eine Lockerung der Beziehungen zwischen England und Frankreich. Frankreich ist gewiß noch die Hegemoniemacht Europas, aber seine Gesamtsituation ist nicht besser geworden. Es steht in der Defensive gegen die See- abrüstungspläne der anderen Grohmächte. Es hat sein Schuldenabkommen mit Amerika ratifizieren müssen und ist aufs höchste interessiert daran, dah der Voungplan zustande kommt. Es hat so alte Via Appia. Wenn den Fremden dort etwas mißfällt, so ist es etwas ganz anderes, etwas brutal Zeitliches — Während der Blick noch im meertiefen Blau des Campagnahimmels taucht, fährt die Empfindung plötzlich unter einem Knall zusammen: ein „Jäger" ist erschienen, ein Mensch mit einem Fahrrad und einem Schießprügel, der Strauch um Strauch und Grab um Grab und Mal um Mal mit seinen Schroten abspriht. Und mit einem Schlage fühlen wir, dah der immensen Stille doch etwas Belebendes fehlte und dah der Himmel Italiens leer ist, gefühllos teer. Die Singvögel... hier scheiden sich Nord und Süd. Wenn es wahr ist, dah Deutsche und Italiener politisch eine Wand trennt, die Brennerwand, so ist es gewiß noch viel mehr wahr, daß alle Völker nördlich der Alpen in ihrem Versuch, die italienische Volksseele zu begreifen, an der <5ing» vögeljagd scheitern. Ein Engländer von internationalem Ruf hat schon vor Jahren Mussolini den Vorschlag gemacht, diese unverständliche Vertilgung nützlicher Tiere zu verbieten, Italien würde dann das Vogelparadies der Erde werden, der herrlichste Fruchtgarten — es hat nichts genützt. Es gibt tatsächlich etwas was stärker ist als Mussolini. Man wird vielleicht sagen, der Duce hat eben auch kein Empfinden für die sentimentale und ästhetische Notwendigkeit der Vögel, er vermöge dieses wundersame Naturgeschenk so wenig zu begreifen wie alle anderen Italiener. Ich glaube nicht, dah das zutrifft, nicht für Mussolini im besonderen und für die Italiener im allgemeinen. Der kleine Benito hat Vogelnester ausgenommen, das tun fast alle Jungens. Er hatte aber auch einen zahmen Zeisig und ein Käuzchen, an dem der Knabe, den niemand streichelte, der nie das Gluck einer zärtlichen Kindheit genoß, mit solcher Liebe hing, dah er der Bäuerin, die seine Lieblinge in seiner Abwesenheit Pflegen sollte, sie aber verhungern lieh, nie mehr ins Gesicht schaute. Und auch die Dichter verschließen sich nicht der süßesten Stimme des Himmels. In ihrem halb in Italien, halb in Deutschland spielenden (und auch in deutscher Sprache erschienenen) köstlichen Kinderroman „Pelzmärtel" läßt die geistreiche T e r e s a h die Nürnberger Spielwaren auswandern, um die Nürnberger für ein schweres Unrecht zu strafen. Ihnen folgen aber auch die Singvögel, die Blumen und die Sterne, denn Kinder, Singvögel, Blumen und Sterne, sind die schönsten Dinge der Schöpfung." Dennoch ist es schmerzliche Tatsache, daß in Italien die Singvögel so betrachtet werden, wie anderswo die Heringszüge. Ein denkbar unglückliches Jagdgesetz erlaubt eben jedermann, alles was kreucht und fleucht abzuknallen. Es gibt wohl wenige Kinder und kaum einen Fremden, im ganz großen Zusammenhang nur zu fordern und nichts zu bieten. Seine Vasallen in Europa aber bedeuten ihm dafür nichts. Wir deuten geradezu als einen Ausdruck dieser französischen Verlegenheit, dah Briand den paneuropäischen Gedanken in Genf proklamierte. Alles andere tritt für uns zurück. In Südosteuropa, im nahen und im fernen Orient, vor allem in Südamerika, hat sich kaum etwas vollzogen, was im Gesamtjahresrückblick zu nennen wäre, mit Ausnahme der Derfassungs- reform in Oesterreich und der Beilegung des russisch-chincsischcn Streits. Das ab aufcnde Jahr sieht Ruh land in angespanntester Arbeit des Fünfjahrplans, nur nach innen gewendet. Ein wesentlicher Faktor in der Weltwirtschaft, in der Weltpolitik, im Sinn des europäischen Gleichgewichts ist Ruhland auch dieses Jahr noch nicht geworden. Diese Tatsache und die Situation der beiden zuerst besprochenen Probleme ergebet das Gesamtfazit einer labilen, unsicheren Gesamtlage, die noch fern ist von Sicherheit und Vertrauen ins neue Jahr herübergeht. Lassen wir bei diesem Rückblick, wie natürlich ist. die letzten Erfahrungen und Kämpfe besonders auf uns wirken, so haben diese ganz besonders die Abhängigkeit Deutschlands vom Kapital, vom privaten, vom internationalen Kapital gezeigt. Man sinnt Deutschland eine Belastung aus zwei Mensdhenalter an. Man verlangt von ihm (und mit Recht), dah es seine Finanzen in Ordnung bringe. llnb man kommt ihm auf der einen Seite so wenig entgegen, läßt es auf der anderen Seite die Abhängigkeit vom privaten und internationalen Kapital so stark fühlen. Denn schließlich lief die Weihnachtskrise in Deutschland, wenn wir es einmal in diesem Sinne sehr zuspitzen, auf einen Kampf der beiden amerikanischen Bankhäuser Morgan und Dillon, Read & Co. hinaus. Das ist nur ein letzter und uns ganz besonders fühlbar gewordener Ausdruck des Riesenversuchs im Poungplan, dem Abkommen über die interalliierten Schulden und mit der Bant für internationale Zahlungen, die Welt durch das internationale Kapital organisieren und damit beherrschen zu lassen. Wer sozialistisch denkt, wird in seiner Anschauung dagegen nur bestärkt. Wer, wie wir, das kapitalistische Wirtschaftssystem für das hält, in dem die Wirtschaft Deutschlands und Europas allein wieder aufgebaut werden und arbeiten kann, kann gerade von dieser Situation nicht begeistert sein. Der Krieg hat die Zahl derer in Europa, bei Besiegten und Siegern, ungeheuer verstärkt, die nach der Definition des Marxismus „Proletarier" sind, weit hinaus über hie Zahlen, die heute in sozialistischen und kommunistischen Parteien sich organisiert haben. Wir sind davon überzeugt, daß, wenn eine Dauer versprechende Friedensordnung in Europa nicht gelingt, ein neuer Krieg, auch nur zum Teil im Stil des Weltkrieges, die letzten Reste der europäischen Kultur verschlingen und den B o l -- schewismus zum Sieger werden lassen wurde. Will man das verhindern und will man am kapitalistischen Staate sesthalten, so muh der Kapitalismus selbst, d. h. diejenigen, die ihn führen und bestimmen, sehen wo seine Grenzen sind und wo seine reformerischen Aufgaben liegen, mit denen der Marxismus auch innerlich überwunden werden kann und wird. Auch das ist eine Aufgabe, die nur in der Zusammenarbeit mit Nordamerika gelöst werden kann und für die deshalb auch in Amerika das Verständnis allgemein werden muh, das nach unserer Ueberzeugung der Präsident Hoover für dieses Problem heute schon bat. Für Deutschland aber ist es eine Aufgabe, die sehr stark zusammenflieht mit der anderen, Ordnung im eigenen Staatshaushalt zu schaffen und seine innenpolitischen Verhältnisse endgültig zu festigen. Die Erstarrung und Stagnation, die in den Iah' ren 1927 und 1928 über der Weltpolitik lagen, ist ohneZweifel, vornehmlich durch die englifd^en Wahlen und den Amtsantritt des neuen amerikanischen Präsidenten, im Jahr 1929 gelöst worden. Die Bahn ist freier geworden! Aber zugleich hat sich die Innenpolitik in den Hauptländern, vor allem in England und Deutschland, sehr stark in den Vor« bergrunb gedrängt. Sicherlich bleibt der Satz wahr vom Primat der Außenpolitik. Aber keine Außenpolitik von Kraft und Dauer kann von einer Staatsgewalt geführt werden, die daheim keinen Boden unter den Füßen hat und deren Haus nicht in Ordnung ist. Was im Rückblick auf 1929 in der Gesamtlage der Weltpolitik heller erscheint, als im Jahr vorher, wird wieder verdunkelt durch die tiefen Schatten, die auf unserem Vaterland im Innern liegen! Frauen, von denen man nicht spricht. Man hört, man liest überall und immer von prominenten Frauen. Alle Welt weih, was sie auf dem Ball getragen, was sie auf diese oder jene Zeitungsfrage zu sagen haben. Sind aber nicht viel interessanter und im Alltag wichtiger jene Frauen, von denen man nicht spricht? Unter E. R.-2Hitarbeiter ist dieser Frage einmal nachgegangen und berichtet im folgenden, was ihm von solchmr Frauen über ihr Leben und ihre Berufsarbeit erzählt wurde. Die Frau des Fliegers. Elfriede Kochi, die Gattin des Ozeanfliegers: „Angst, Unruhe, Aufregung? Ach nein, die hat mir mein Mann schon lange abgewöhnt. Freilich habe ich zuerst gezittert, als er Flieger wurde. Freilich habe ich mit klopfendem Herzen am Telephon gelegen, als er als erster Nachtflüge nach Warnemünde unternahm, als er unsere Wohnung um 12 Ähr nachts verließ und um 6 Ähr morgens wieder da fein sollte, und oft um 1 oder 8 Ähr noch keine Nachricht gegeben hatte! Freilich habe ich ihn in der Nacht, in der Charnberlin nach Berlin kam, und die deutschen Flieger sich in Tempelhof schworen, die zu fein, die künftig den Ost-West-Flug machten, für wahnsinnig erklärt, als er sagte, daß er es wagen wollte. Aber das Lachen verging mir, als ich hörte, dah er mit Herrn von Sachsenhausen wegen Verbesserungen des Typs der „Bremen" konferierte und schliehlich Herrn von Hünefeld in Dessau traf. Als ich dann sah, wie er Lindberghs Bücher las und sich mit Charnberlin besprach, wie er nächtelang den Sternenhimmel beobachtete, waren meine Sorgen zurückgestellt, und es galt nur, ihm bei dem großen Werk zu helfen. Denn ich wühle, wenn es überhaupt möglich war, würde der Flug seiner Vorsicht und seinem Orientierungssinn gelingen. Das ist auch mein Prinzip noch heute: ihn nicht zurückzuhalten und uns das Leben mit Sorgen zu verbittern. Im Gegenteil, es so schön zu machen, wie nur möglich, jede glüclliche Minute voll zu genießen, viel mehr als der jemals genießen taim, dem ständige Sicherheit eine gewohnte Selbstverständlichkeit ist. Änd meinem Mann bei Ausarbeitungen, bei Vorträgen und die schon einmal einen Hasen in Freiheit gesehen hätten, geschweige denn ein Reh. Das Land ist ausgeschossen. Der Jagdschein, der nicht etwa für Reviere, sondern überall gilt wie ein Führerschein, kostet nur ein paar Lire. Jeder Hirte, überhaupt jeder Mann, den sein Weg in Freie führt, hat daher eine Flinte umhängen, und da es nichts anderes mehr zu jagen gibt, gilt der Sport eben den kleinen gefiederten Sängern. Man traut feinen Augen nicht, wenn man plötzlich am Sonntagmorgen auf der Landstraße ein elegantes Auto hallen und einen Signore heraustreten sieht, der die Büchse auf einen Daum anlegt, weil er dort etwas zwitschern hörte oder flattern sah. In der einsamen Campagna sowohl wie auf den Spazierwegen in der Umgebung Roms knallt es unaufhörlich. Keine Lerche, die trillernd in die Lüfte steigt. Sie würde nur eine willkommene Schießscheibe bilden. Keine Amsel, die fröhlich ihr Abendlied fingt. Selbst in den Wäldern oder vielmehr Dickichten wagen sich die atmen Dinger mit ihrem Sümmchen nicht heraus, nur die Liebe ist oft stärker als die Angst, und dann knallt es auch schon. Bloß die Schwalben haben Flugfreiheit, weil sie nicht gut schmecken. Sollen zäh sein. Es wäre also ein Irrtum, zu glauben, in Italien werde nur im Frühling und Herbst auf die Zugvögel Jagd gemacht. Nein, Tag für Tag schießt sich, wer kann, seine Mahlzeit zusammen, und um satt zu werden, braucht einer natürlich schon seine zwei Dutzend Rotkehlchen. Hier könnte man, da sentimentale Einwände nicht verfangen, wirtschaftlich aufmerksam werden. Es ist zu hoffen, daß die Rationalisierung, die ja von der faszistischen Regierung in großem Maßstab betrieben wird, an der kläglich negativen Vogelbilanz nicht Vorbeigehen werde. Wie groß ist der jährliche Ertrag an Singvogelfleisch, wie groß dagegen der Ausfall an Früchten? Diese Frage sollte sich einmal der Minister für Land- und Forstwirtschaft, der soeben einen Lehrkursus für die Verbesserung des Obstbaues eröffnet hat, vorlegen. Es ist nämlich ein Märchen, das von den guten Früchten in Italien. Die „Südfrüchte" ausgenommen, sind Aepfel und Dirnen, Nüsse und Kirschen durchweg wurmig. Sie müssen deshalb schon halbreif gepflückt werden. Änd wie soll die von Mussolini dekretierte Aufforstung durchgeführt werden, wenn man die beste Waldpolizei, die Vogel, nicht aufkommen läßt? In Italien sind nicht nur die Möbel, sondern schon Fliederbäumchen der ersten Blüte wurmstichig! In den Kastanienwäldern am Monte Cavo, die erbarmungslos gelichtet werden, ist der Boden übersät mit Myriaden von Kastanien, alle aber tragen das Kainszeichen der Vogeljagd auf den glänzenden braunen Bäckchen. Ein Gegenbeispiel. Auf den Boschhöfeir in Detllschland wurde auf Betreiben des Erfinders des Doschmagneten im Zusammmenhang mit Dodenverbesserungen ein mustergültiger Vogelschutz eingerichtet. Es Hausen da an 16 030 Stare, Meisen und Schwalben, die an jedem Frühlingstag, wenn die Jungen flügge werden, rund sieben Zentner Insekten verülgen. Manche Vögelchen verzehren täglich das Doppelte ihres Gewichts an schädlichen Kerbtieren, durchschnittlich 2000 Stück! Würde Italien, wo die klimatischen Verhältnisse ungleich besser sind, die Vögel sich also wohl fühlen, nur die Singvogeljagd verbieten^ es könnte sich auch fernerhin die Anbringung so völlig unbekannter Dinge, wie Nistkästen und Starenkobel, ersparen und seine Handelsbilanz um ungezählte Millionen verbessern. Einmal belehrt, welchen Nutzen ifjm die uccelletti bringen würden, die er jetzt gedankenlos in einer halben Stunde verzehrt, würde auch die Land» mann einsehen, daß die Schießerei ein abträgliches Vergnügen ist. Vielleicht gibt Mussolini seinem Lande doch eines Tages die Stimme des Himmels zurück. Hochschulnachrichten. Der Privatdozent Lic. Erich Fascher in Marburg hat einen Rus an die Universität Jena auf den Lehrstuhl für neutestamentliche Wissenschaft als Nachfolger des nach Bonn über» gesiedelten Prof. L). Karl Ludwig Schmidt erhalten. — Der durch den Weggang des Prof. W. Gerlach an der Äniversität Halle erledigte Lehrstuhl der allgemeinen Pathologie und pathologischen Anatomie ist Professor Dr. Julius W ä t j e n an der Äniversität Berlin angeboten worden. — Ernannt wurde der o. Professor Dr. Ernst Frey von der Äniversität R o si o ck zum ordentlichen Professor der Pharmakologie in Göttingen als Nachfolger von Pros. W. Heubner. — Der Ordinarius des römischen Rechts und modernen Privatrechts an der Äniversität Zürich Dr. Andreas B. Schwarz hat die Berufung an die Äniversität .Freiburg i. B. als Professor für römisches und deutsches bürgerliches Recht sowie für Rechts- vergleichung angenommen. Zur Wiederbesehung des Lehrstuhls für Strafrecht an der Frankfurter Äniversität an Stelle des Geheimen Iustizrats B. Freudenthal ist ein Ruf an den ordentlichen Professor Dr. Arthur Baumgarten in Basel ergangen. — Der durch die Emeritierung des Geheimen KonsistoriaIraks Gerhard Ficker an der Äniversität Kiel erledigte Lehrstuhl der Kirchengeschichte ist dem a. o. Professor an der Äniversität Halle und Pfarrer an der Trinitatis- kirche Charlottenburg Lic. Dr. Karl Qlnet angeboten worden. neuen Plänen zu helfen, soweit es in meinen i Kräften steht." Tag und Nacht unter schwerster Verantwortung. Die Operationsschwester H. D. eines großen Lrrankcnhanscs erzählt: „Arbeit heißt für uns: an stillen Tagen von 9 bis 1 und von 5 bis 7 tätig und während der täglichen und nächtlichen Freizeit jederzeit zur Arbeit bereit und erreichbar sein. Aber was sind Berufsstunden in einem Beruf, dem eigentlich das ganze Leben gehört: Denn ob wir morgens schon um 7 oder abends spät bei einem schweren Fall assistieren müssen, immer heißt es. Rerven und Aufmerksamkeit voll anspannen. sich der ungeheuren Verantwortung jederzeit bewußt sein. Denn ein kleiner Fehler kann ja ein Menschenleben kosten! Wir reichen, immun wie sie. den Aerzten bei der Operation die Geräte zu. Oft verlangt die Schwere des Falles dabei große Gewandtheit und schnelles Verständnis, das sich von selbst ergibt, wenn man länger mit einem Arzt zusammengearbeitet hat und seine Arbeitsweise kennt. Wir desinfizieren und überwachen die Desinfizierung, der Geräte und sind für ihre Sauberkeit, verantwortlich. Ekel kennen wir nicht mehr wie die Aerzte, und auch ästhetische Schönheitsbegriffe gewöhnt man sich ab. Die Verantwortlichkeit macht die Arbeit schön, ober sie ist rein körperlich sehr schwer. Wenn wir z. B, was oft vorkommt, morgens von 7 bis 1 ununterbrochen stehen müssen, sinken wir mittags im gemeinsamen Speisezimmer todmüde auf einen Stuhl und möchten am liebsten nichts als die Freizeit zur Ruhe gebrauchen. Das ist aber häufig unmöglich, denn es ist die einzige Zeit am Tage, in der man sich die Kleinigkeiten, die man braucht, besorgen kann. Abends raffen wir uns trotz Müdigkeit oft noch einmal auf, um noch ein wenig Sport zu treiben oder mit netten Menschen zu plaudern. Die wichtigste und häufigste Ausfüllung der Freizeit bleibt aber: Strümpfestopfen." Lins erwähnt keine Kritik! Tie Lonfflcuse des Deutschen Theaters erzählt: „Kein Programm, kein Außenstehender spricht von unserem Beruf, obgleich jeder Eingeweihte weiß, daß er für das Theater ebenso wichtig wie für uns anstrengend ist. Zwar braucht nicht jeder Schauspieler unsere Hilfe — aber jeder braucht zum Auftreten das Gefühl der Sicherheit, die. beruhigende Gewißheit, daß er jeder Eventualität mit Hilfe des lebendigen Sprachrohres dort unten gewachsen ist. Wie lebenswichtig dieses gewohnte Gefühl der Sicherheit für das Theater ist, hat ein tatsächlicher, untheatralischer Auftritt auf dem Theater gezeigt, der dem Publikum wohl immer unerklärlich geblieben ist. Vor einigen Jahren lief auf einer großen Berliner Bühne ein Serienstück, in einem harten Winter, in dem die Trambahnen oft durch die Kälte stecken blieben. Das Pech wollte es, daß sich die Souffleuse eines Abends auf dem Weg ins Theater dadurch verspätete. Der Inspizient, an ihr 3vjähriges pünktliches Kommen gewöhnt, bemerkte ihre Abwesenheit nicht und gab das Zeichen zum Beginn. Kortner und Goetz hatten die erste Szene. Rach den ersten Worten sahen sie zufällig zum Souffleurkasten hin, der — leer war. Sie waren konsterniert, so perplex, daß sie, die ihre Rollen bestimmt im Schlaf hätten sprechen können, plötzlich kein Wort mehr zu sagen wußten. Kortner verschwand — im wörtlichsten Sinn — sofort in den Kulissen, und Goetz, was blieb ihm anderes übrig, folgte ihm bald mit ein paar verlegen improvisierten Worten. Der Vorhang mußte fallen, und gerade als er fiel, erschien die rettende Souffleuse. Das ist es: Wir müssen immer da sein, immer allem, was vorgeht, mit wachen Augen und Mund folgen, denn falls wirklich einmal etwas nicht klappte, ist es natürlich die Souffleuse gewesen. Man braucht uns heute mehr als je, weil das Tempo der Zeit auch die Schauspieler ergriffen hat. Viele kommen jetzt abgehetzt und müde vom Filmen ins Theater und haben deshalb nicht mehr die gleiche Konzentrationsfähigkeit wie in ausgeruhtem Zustand. Das Erbe des Herrn von Anfieiien. Vornan von J. Schneeder-Foerstl. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister. Werdau i. Sa. 36. Fortsetzung. Nachdruck verboten „Und wenn mein Vetter sich nicht meldet?" „Dann muß man eben dem Hindu die Schlinge enger anziehen. Ucbrigens glaube ich, daß es gar nicht so weit kommt." Er wollte weitersprechen, besann sich aber noch rechtzeitig, daß er seine Karten nicht zu früh aufdecken durfte und empfahl sich, indem er das Photo behutsam in seine Brieftasche gleiten ließ. Anstetten ging mit ihm bis zur Türe, sah draußen die Livree Friedrichs und atmete auf, als das Schloß einklappte. Atab! Du Getreuer aller Getreuesten! Wer hätte das gedacht. Mochte nun sein, was immer es war, seine Pflicht war, dem Bedrängten zu Hilfe zu kommen. Ueber das „Wie" konnte keinerlei Zweifel bestehen. Er mußte hinüber. Aber nicht so, wie dieser Dr. Sethland gemeint hatte! Ganz insgeheim mußte er reisen! Ohne daß irgend jemand davon wußte, mußte er von hier fort, sich in Benares melden und dann wieder verschwinden. Es handelte sich ja eigentlich nur darum, daß man wußte, er lebe noch. Kopfzerbrechen mußte es immerhin machen, die Geschichte so zu arrangieren, daß niemand hinter fein Geheimnis kam. Ohne Drunhilde ging es nicht. Sie mußte von seinem Reiseziel wissen. Es würde nicht schwer sein, ihr das Wort abzunch- men, daß sie darüber schwieg. Aber was sollte er für Gründe angeben? Das war also schon der erste Stein, der ihn stolpern machte. Ob sich die englische Behörde auch in Dardschiling erkundigte? Vielleicht bei Alsworth? — Aber wer wußte überhaupt, daß Alsworth bei Hans Peters Sterben zugegen gewesen war? Keiner als Akab. Er machte ein paar rasche Schritte nach dem Fenster hin, horchte und verließ dann durch d'e Was man immer von der Premierenluft sagt: das wirkliche Lampenfieber, die Aufregung, die die wichtigsten Rollen und die sichersten Schauspieler ergreift, herrscht auf den Proben, vor allem bei der Generalprobe. Sie stellt an unsere Rerven die ungeheuerste Anforderung, besonders wenn wir mit den betreffenden Schauspielern nicht ganz gut Zusammenarbeiten. Man braucht einen persönlichen Kontakt, um genau zu wissen, wie man auf jeden Schauspieler reagieren mutz. Jeder verlangt etwas anderes: der eine braucht Stichworte, der andere „frühen Anschlag" und der dritte einen ständigen „Schwimmgürtel". Da ist Werner Krauß, der s eine Rollen wie kein anderer durcharbeitet. Gäbe es doch lauter A l - b e r t B a s s e r m a n n s! Er ist der feinste, rücksichtsvollste Schauspieler, den sich eine Souffleuse träumen könnte. Lind keinen Klöpfer! Gewiß, man weih: unangenehme Szenen entspringen oft der Produktionsnervosität des Theaters, aber das richtet den eigenen Stolz nicht auf. Denn viele Souffleusen sind heute durch die wirtschaftlichen Verhältnisse zum Llmsatteln gezwungene ehemalige Kolleginnen der da oben auf der Bühne. — f Linser Beruf ist schwer und körperlich aufreibend. Wir sterben gewöhnlich an Halskrankheiten." 36 Lahre Soldat in der Heilsarmee! „Wollen Sie einen Blick in meine Sprechstunde werfen? Da kommt eine alte Frau, deren 89- jähriges Herz sich plötzlich weigerte, täglich die Treppen bis zu ihrer Mansarde heraufzusteigen. Man wollte ihr helfen, gewiß, aber sofort ist das ja unmöglich. Da bot ihr ein gleichaltriger Mann an, seinen Keller mit ihr zu teilen, und sie nahm an. Ich habe sie einmal dort besucht, der Keller ist dunkel, licht- und luftarm, aber die zwei alten Leutchen hausten dort vielleicht glücklicher, als sie es jemals gewesen sind. Da steht ein Marm, blaß und verzweifelt. Er ist vor acht Tagen aus dem Zuchthaus entlassen worden und hat bei seiner Rückkehr seine Frau mit einem anderen vorgefunden, bei dem sie bleiben will. Er fleht mich an, sie zu iljm zurückzubringen. In solchem Fall ist das fast unmöglich, Ha Zuchthausvergehen ein Scheidungsgrund sind. Viel leichter ist es, verheirateten Frauen zu helfen, die aus dem Gefängnis kommen. Denn ich habe gefunden, daß bei fast allen Frauenverbrechen die Männer, wenn auch nur moralisch, mitschuldig sind, und deshalb schneller nach der Trennung mit der Frau zusammenkommen. Will der Mann dort wieder Geld haben? Er bekommt nichts mehr. Er braucht es, sagt er, um Wäsche für seine Frau zu kaufen, wenn sie aus dem Krankenhause kommt. Wir haben uns erkundigt; sie wird wohl nie mehr herauskommen. Denn der Mann hat sie mit allen Mitteln gezwungen, Geld für seinen Schnaps zu verdienen, indem er sie auf die Straße schickte. Run muh man sie mit Paralyse wahrscheinlich in ein Irrenhaus überweisen. — Auch der Blinde darf nicht mehr unterstützt werden. Es hat sich herausgestellt, daß er autzer seiner staatlichen Llnter- stützung heimlich noch 20 bis 40 Mark täglich durch Streichholzverkauf verdient! — Sehen Sie, das ist solch eine Sprechstunde, wie ich sie täglich von 10—12 Llhr habe. Es kommen dahin nicht nur stellungslose Arbeiter, sondern auch viel schiffbrüchige Gebildete; Kaufleute, Ingenieure, arme Studenten und ortsfremde, junge Mädchen. Wir helfen nur ungern mit Geld, weil das leicht mißbraucht wird, und können auch bei der Ausgabe von Kleidung und Rahrungsmitteln gar nicht vorsichtig genug sein. Denn nicht nur einmal ist es vorgekommen, datz wir jemanden, der mit unbeschreiblicher Fußbekleidung zu uns kam, mit guten Schuhen versahen und entsetzt hörten, daß er sie bereits an der nächsten Ecke gegen Kinobilletts oder Zigaretten natürlich weit unter Preis verkauft hat. Von 1/21 Llhr an beginnen bei uns mittags die Speisungen, nachmittags gehen wir „recherchieren". d. h. die gemachten Angaben unauffällig nachprüfen. Das ist mein Leben gestern, heute, morgen, seit meinem 18. Iahr, in dem ich aus Lieberzeugung in die Hellsarmee eintrat. Damals war sie noch durchaus nicht angesehen, unsere Tätigkeit war eine Berufung, aber kein anerkannter Beruf. In den 35 Iahren meiner Arbeit aber habe ich diesen Lebensentschluh nie bereut." Mademoiselle Docteur im Kriege. Eine unmögliche Person. IV. Aus dem neuen Buche: „Spionage!" von H. R. B e r n d o r f f. Verlag Dieck & Co., Stuttgart. In der ganzen Zeit ihrer Zusammenarbeit war es das erstemal, daß I. Mathesius den ernsllichen Versuch machte, sie von' einem gefährlichen Vorhaben abzubringen. Drei Tage brauchte Annemarie Lesser zu den Vorbereitungen für ihre gefährliche Fahrt. Drei Tage lang bekam sie Matthesius nicht zu Gesicht, und als sie dann zu ihm kam, da fuhr er sie an: „Wie kommen Sie denn in dieses Zimmer? Was wollen Sie denn hier? Wer sind Sie?" Es dauerte selbst für die scharfen Augen des Herrn Matthesius einige Zeit, bis er feine Kameradin erkennt. Vor ihm steht ein Mädchen mit tizianroten Haaren, mit unreinem Teint, schlampigem Rock, ausgetretenen Schuhen, geflickten Strümpfen, gedunsenen Zügen und mit einem stupiden Gesichtsausdruck. Dieses Mädchen fragt nach einigen Tagen in Paris in einem noch sauberen, aber verschlissenen, blauen Mantel, und mit einem unmöglichen Strohhut mit roten Bändern bei den Stellenvermittle- rinnen nach Arbeit. Sie stammt aus der Normandie, ihre Herrschaft, die mit ihr in Toulon war, hat sie in Paris entlohnt, es waren Engländer, die nach Hause gefahren sind. Sie zeigt ihre Papiere, sie ist „fleißig, willig und ehrlich". Fast überall bietet man ihr eine Stellung an, aber sie kann sich nicht entschließen, sie geht durch die Straßen, besieht die Denkmäler, die öffentlichen Gebäude und fragt, einen Pappkarton mit ihrer Habe in der Hand, bei den Pförtnern nach Stellung. Auch hier könnte sie an zwei oder drei Stellen gleich da bleiben, aber sie will sich immer wieder die Sache noch einmal überlegen, und so fragt sie am Abend auch den Pförtner eines großen Hauses in — Glänzender Fang. der Rue Francois, das die Nummer drei trägt. Dieses Haus steht im Erdgeschoß anscheinend leer, im ersten Stock sind Bureaus und im zweiten und dritten betreibt man ein Hotel garni. Zu derselben Zeit hat die deutschen Agenten in Frankreich noch die Weisung erreicht, auf dem schnellsten Wege in ein neutrales Land zu fliehen. Der Hauptagent und drei seiner Leute entkamen über die spanische Grenze, die andern wurden sämtlich verhaftet, als sie den Zug bestiegen. Ein Dutzend Männer, die den Tod nicht fürchteten, verschiedenartigster Nationalität, rückten von Berlin aus auf den verschiedensten Wegen an ihre Stelle in das Land des Feindes ein, um das Werk der ausander gesprengten oder verhafteten Agenten fortzu- führen. Das Haus Rue Francois 3 in Paris ist kein gewöhnliches Haus. Sowohl die Bureauräume, wie das Hotel garni sind erst seit kurzer Zeit hier etabliert. Um es kurz zu sagen, in diesem alten und etwas unheimlichen Kasten befindet sich jetzt das Zivilbureau der Zentralstelle für die Spionageabwehr in Frankreich. In den Bureaus sitzen französische Offiziere in Zivil, das Hotel garni ist geschaffen zur Beherbergung der Agenten, die aus den verschiedenartigsten Gegenden und Ländern zu allen möglichen Stunden in Paris eintreffen. In den Bureaus brennt Tag und Nacht Licht, in den Gastzimmern des Hotel garni sitzen ständig Männer und Frauen, reden und hören zu, gehen und kommen. Niemals hätte sich Mademoiselle docteur in dieses Haus getraut, wenn sie hätte befürchten müssen, daß ihr ehemaliger Freund, der Unteroffizier aus der uniformierten Spionageabwehrabteilung, die natürlich mit diesem Geheimbureau in der Rue Francois Hand in Hand arbeitete, noch auf seinem Posten gewesen märe. Aber sie wußte, daß er schon seit geraumer Zeit als Souslieutenant zur Truppe eingerückt war. weiße Schiebetür den Raum. So sehr war er mü seinen Gedanken von dieser Angelegenheit in Anspruch genommen, datz er statt in sein Arbeitszimmer in Drunhildes Boudoir trat. Er schrak förmlich zusammen, als er sie auf dem kleinen Ruhebette liegen sah: „Was war das für ein Fremder, der da vor Minuten nach dem Gutshof ging? Du könntest dem Gärtner sagen, daß er das Parktor schließt! Ich sehe nicht ein, warum jeder Nächstbeste den Weg hier durch nehmen soll." „Es war ein englischer Detektiv, Brunhilde." „Ein Detektiv? — Lind noch dazu ein englischer? Was hat der hier zu suchen?" Anstetten hatte sich wieder gefaßt und schob einige der Seidenlissen beiseite, um neben ihr Platz zu finden. „Er zog bei mir Erkundigungen über Günther ein." „Lieber Günther? — Was hat das zu bedeuten?" „Er wird vermißt." „Möglich!" — Sie gähnte und legte den Kopf gegen seine Schulter. „Wohin soll er denn gekommen fein?“ Anstetten vergaß zu antworten. „Du interessierst dich nicht für die Sache?" „Doch. — Aber das Ganze erscheint mir lächerlich. Günther und vermißt!" „Es ist absolut nichts zu lachen dabei, Brun- Hilde." Anstetten zitterte, so sehr verletzte es ihn, datz sie so kühl blieb während jeder seiner Rerven fieberte. „Das Ernsteste an der Angelegenheit ist, datz sein Diener beschuldigt wird, ihn beiseite geschafft zu haben. Man ist drauf und dran, ihn hinter Schloß und Riegel zu setzen." „Kannst du ihm das nicht ersparen, Peter?" Sie hatte sich in den Elleirbogen hochgestützt und sah zu ihm auf. Er vergaß in seiner Erregung jede Vorsicht. „Liegt dir denn überhaupt etwas an Günther, Hilde?" „Mir? —" Sie hob die Achseln. „Gott, schließlich ist er doch dein Detter. Verwandtschaft verpflichtet zu Gefühlen. Es wäre mir natürlich leid, wenn einer — sagen wir dieser Akab — ihn so mir nichts dir nichts aus dem Wege geräumt hätte" Dann wurde sie plötzlich sehr ernst: „Peter, wlllst du mich ein bißchen klarer sehen lassen und mir dein Vertrauen schenken? Din ircf) dir nicht ein treuer Kamerad gewesen drei Iahre lang? — Ia, Peter?" Sie hatte ihren Arm in den feinen geschoben und lieh keinen Blick von ihm. Ich verrate mich, schrie es in feinem Innern. Er fühlte, wie die Farbe seines Gesichtes wechselte. „Sieh, Peter! Wenn man so ganz eines Wesens geworden ist, wie du und ich — — und wenn ein Weib so ganz in Liebe zu dem Marme aufgeht und sich ihm so ungeteilt zu eigen gibt, wie ich mich dir — muß da nicht auch die letzte Schranke fallen — die allerletzte?" Sein Leib zitterte, daß es ihn wie im Schüttelfrost hin und her zu werfen begann. „Ich-- weiß nicht — was du — meinst, Drunhilde!" „Richt?--" Ihre Hand löste sich aus der seinen, und ihr Gesicht wurde wieder kühl und nachdenllich. „Ich fürchte, daß dem armen Hindu nicht mehr zu helfen sein wird." . „Es muh ihm zu helfen sein!" Anstetten taumelte mit -schweren Füßen vom Divan auf. Er wankte, ohne dah Brunhildes Arm chm zu Hilfe kam. „Günther kann nicht tot fein! — — Ist nicht von ihm ermordet worden. — ■ Ich — du wirst begreifen, Hilde, dah ich hinüber muh. die Llnschuld Akabs zu beweisen." „Kannst du denn das?" „Ia I" „Wie willst du denn das machen, Peters Die Sprache versagte ihm vollkommen. „Vielleicht — — —" Brunhilde machte eine Pause von Sekunden, „indem du dich für Günther ausgibst?" „Ia! — Das — das will ich tun!“ Sie hielt das Gesicht etwas vornübergeneigt, als sie jetzt sprach. „Komisch! — An diesem Hindu scheint dir viel mehr gelegen zu fein, als an Günther selbst. Du wlllst ihn um jeden Preis vor der Strafe bewahren, während es dir anscheinend ganz gleichgültig ist, deinen Detter ermordet und verscharrt zu wissen." Anstetten vermochte nichts zu ertoibern, preßte nur die Hände an die Schläfen und verlieh das Zimmer. Auf dem Korridor stieß er gegen Friedrich, der ihm flüsternd berichtete: Der Concierge dieses Hauses hatte Annemarie, die einen unerhört ehrbaren und phantastisch dummen Eindruck machte, nach oben an die Verwalterin des Hotel garni gewiesen. Hier stellte man sie für ein unendlich geringes Entgelt an, sie erhielt dazu freie Kost und Logis in einem Zimmer zusammen mit drei andern Mädchen, und sie übernahm dafür die Verpflichtung, zu scheuern und zu waschen. 14 Tage lang arbeitete sie hier. Sie wusch die Treppen auf, sie fegte diese unendlich schmutzigen, alten Gastzimmer aus, reinigte das Geschirr, und sie kannte nur eine Erholung bei dieser schweren und ungewohnten Arbeit, eine Erholung, die ungeheuer gefährlich war und die noch einmal ihr Schicksal werden sollte. An den Abenden dieser Tage, an denen sie die Treppen herauf und hinunter gelaufen war, an denen ihr der Abschaum des internationalen Agentengesindels in die Waden gekniffen hatte, wenn sie ihren Hunger mit schmaler und unsauberer Kost hatte stillen müssen, an den Abenden dieser Tage brachte die Morphiumspritze sie in eine andere Umgebung. Zn dieser Zeit kam es, daß diese Spritze mehr als einmal am Tage ihre Funktion erfüllen mußte. Nach zwei Wochen beginnt sie ihre Fäden zu ziehen. In den Nächten, ab ein Uhr, wenn die Offiziere gegangen sind, sitzen bis zu den frühen Morgenstunden nur zwei Unteroffiziere in den Bureaus der ersten Etage. Dann muß in den Zimmern in Anwesenheit der beiden Soldaten sauber gemacht werden. Dieser Dienst geht unter den Mädchen des Hauses reihum, und es ergab sich bald aus dem Gespräch zwischen Annemarie Lesser und ihren Kolleginnen, daß sie von den vier Mädchen die ärmste war. Der Nachtdienst, das nächtliche Reinigen, war diesen Mädchen, die am Morgen um 7 Uhr, und manchmal schon früher, wieder auf dem Posten fein mußten, eine Qual, und so begrüßten es die drei Kolleginnen, daß sich die vierte gegen ein geringes Entgelt bereit fand, diesen Dienst ständig zu übernehmen. Das Mädchen aus der Normandie freundete sich schließlich mit einem der Unteroffiziere an. Sie sah während seines Dienstes in der Nacht oft an seiner Seite und, wenn es in den Bureaus ganz still war, erzählte dieser Mann von seinem kleinen Hof, der in dem von den Deutschen besetzten französischen Gebiet lag, von seiner Frau und feiner Tochter, von denen er nur selten und in regellosen Abständen hörte. An dem Sonntaa, mit dem die vierte Woche der Anwesenheit der Mademoiselle docteur in dem Haus in der Rue Francois begann, an diesem Sonntag hatte dieser Unteroffizier allein Dienst. Der Sonntag war der einzige Tag, an dem von den beiden Soldaten nur einer in der Nacht anwesend zu (ein brauchte. In dieser Nacht sah der Unteroffizier das Mädchen aus der Normandie erstaunt an. Wo hatte er nur feine Augen gelassen? Dieses Mädchen war doch eigentiidi sehr hübsch! Die sonst teilnahmslosen und trüben Augen glänzten förmlich vor Munterkeit, sie neckte ihn, und auf einmal trat sie, während er an einem Tisch saß, hinter ihn, und hielt ihm im Spiel die Augen zu. Lachend faßte der Unteroffizier nach ihren Gelenken. Plötzlich fiel ein Tuch über seine Augen, er fühlte etwas Feuchtes, widerlich Süßes, vor feiner Nase und vor feinem Mund, das Blut brauste in feinem Schädel, und er wußte nicht mehr, was um ihn geschah. In dieser Nacht verließ ein Mädchen in blauem Mantel das Haus Rue Francois 3, das viel jünger und hübscher war als das Dienstmädchen aus der Normandie. Am Morgen spielte der Telegraph aus dem Haus in der Rue Francois an alle Grenzstationen und an. alle die militärischen Grenzstellen, denen die Bewachung der Züge Pflicht war. Der Telegraph tickte während des ganzen Tages, denn es war Schreckliches geschehen. Ein Unteroffizier in dem zivilen Bureau der Spionageabwehrstelle war betäubt worden. Alle Akten, Liften und Papiere über die französischen Agenten nicht nur in Deutschland, sondern auch in den neutralen Ländern, waren geraubt, und die Täterin war vermutlich eine Person, die als Dienstmädchen Aufnahme in dem Hause gefunden hatte. Der Telegraph spielte vergebens. Zwar hatte er veranlaßt, daß sämtliche Frauen, die die Grenzen des Landes passieren wollten, außergewöhnlich scharf auf ihre Identität, ihre Papiere und ihr ®c päck untersucht wurden, aber auch diese Maßnahme half nichts. Es gibt in der Gesch.chte der Spionage den Bericht von einem Abend, an dem eine Fran von Frankreich aus auf verborgenem Wege über bit ©reine auf Schweizer Land floh. Auf den letztem 500 Meter vor der Schweizer Grenze wurden spätes „Herr Baron, der Stefan Würz wartet oben in Ihrem Arbeitszimmer. Es wäre sehr teilt» gend, läßt er bitten." . Würz! Den hatte Anstetten vergessen. Es gab noch einen, der außer Alsworth und Akab uni Hans Peters Sterben wußte. Ob er zum Verräter an ihm wurde, oder schon geworden war? Sein Schritt wurde schleppend langsam, als er jetzt nach dem Westflügel ging, um in fein Arbeitszimmer zu kommen. Würz stand nahe der Türe und drehte der Hut in der Linken. „Guten Tag, Herr Baron Aus is und gar! Zwölfe hat's g'fchlag'n! Ein Spürhund is heut bei mir g'wes'n." „Du hast mich — verraten?" Stefans Gesicht flammte auf. „Ra, Hen Baron! — Bei unserm Herrgott am Kreuz! Kein Wört'l hab ich rauslass'n, das Ihnen belast'» könnt! Aber davon müss'n mir uns mach'n, alle zwei! Der laßt nimmer aus! Der nimmer. Gefragt hat er mich! ©'fragt, als wenn ich den Hern Baron Günther umbracht hätt'l" „Glaubst du, Würz, daß er von Hans Peters Tod weiß?" Ein Achselzucken." „Rix G'wisses laßt sich ne sag'n, Herr Baron. Der gnäöig'n Frau müff’ni halt was vormach'n, dah Ihna auslaßt. Zu Schis' Lauert'd eine Ewigkeit, bis wir nüberkommen Müss'n wir schon das Flugzeug nehmen, dagrausliche! — — Is gut, daß ich net g'heira! hab! Ietzt fitzet ich schön fest!" „Du mußt hierbleioen, Stefan," gebot Anstetten. „Wenn du mitlommst, ist es zu veo dächtig." „Nachher bleib ich halt da, wann'S meinen Herr Baron!" Anstetten maß ihn mit einem langen Vlia „Lind eines Tages wird der Engländer dich doch so weit haben, vaß du — alles bekennst — un) für mich ist alles verloren." Würz schüttel.e bedächtig den Kopf. „Ich wci? von nix, Herr Baron! Ich kann grad fag'n. daß ich den Herrn Günther das letztemal g'seh» hab, wie wir von Dardschiling wegg'fahrn sinü Seither hab ich ihn nimmer zu Gesicht kriegt. Auch nit mehr von ihm g'hört! Kein Sterb'n- wört'l net!--Da is gleich ausg'fragt." (Fortsetzung folgt.) Geschichten aus aller Welt Montag, 30. Dezember. 12.15: m der Lv angel. Landeskirche zu Frankfurt a. M. 11 Wie hilft Homöopathie Dr. Madaus Bowlen iMäusburg 14 Lang & Wiederstein TU Homöopathie Dr. Madaus plockstrahe 11 •479U KADEBEUL-DRESDL^T i '•VXD Al) 5 23: bis Betuche und Beratungen kostenlos und unverbindlich. bis 11.30: Don Leipzig: „Der Mensch als Gestalter der Zukunft". Dortrag von Prof. Driesch. 12 bis 13: Schallplattenkonzert: Die Mailänder Scala. 14: Don Stuttgart: Märchen im Winter. 15: Klavierkonzert. 15.30: „Christus-Legende" von W. Knoeckel. Dortragender: Der Autor. 16: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Don Stuttgart: „Ernst Barlach, der Gottsucher (zu seinem 60. Geburtstag)". Dortrag von Dr. Curt Elwen- spoek. 18.30: Don Stuttgart: Kleine Klavierstücke. 19.15: Sportnachrichten. 19.30: Orgel-Konzert. 20: Rach Stuttgart: „Spul". Ein Schwank aus dem Familienleben. 21.30 bis 22.45: Don Stuttgart: Reujahrskonzert. Märsche und Tänze berühmter Meister. 23 bis 1: Tanzmusik. Für unverlangt eingesandle Manuskripte ohne belgefügles Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Bewährt bei Gicht Diabetes. Grieß-. Stein-, Nieren- und Blasenleiden, bei Grippe und Katarrhen nebst deren Folgen, bei Sodbrennen und Maßensäure. in Kristall, Glas, Steinzeug, Nickel, Messing, Bowlen- und Punsch-Gläser, Bowlenkrüge usw.finden Sie in reicher Auswahl Im Fachgeschäft ijwga Lahre ..." Silvester-Revue von Hilarius. Bunter 2Dend. 23.50 Reujahrsansprache. 24 3: Tanzmusik. Mittwoch, 1. Januar. 9 bis 10: Morgenfeier veranstaltet von Niederlage# Jean Weisel, fließen, Sonnen, sfiraße 6, Telephon Nr. 3808. 10230V ,o„, % ?■ Jt- • * M -1» . . s .•» Vernichtung der Aale in Sicht? (r) Stockholm. Die Kolosse der Weltmeere, die Wale, hatten in diesem Frühjahr Schonzeit. Das Cis hielt sich zu lange in diesem Lahr, die Freiwasser- zone, in der man sonst auf die kostbaren Tiere stieß, war kleiner als sonst. Unter diesen Umständen hatte es keinen Zweck, mit den Expeditionen auszufahren, denn ein Walfängertrupp muh mindestens für 5 Millionen Dollar Tran einbringen, wenn die Fahrt sich lohnen soll. Rach langer Ruhepause will man aber jetzt mit verstärkten Kräften „zur Lagd" ausziehen. Ln Chalmers auf Reuseeland richten 30 Faktoreischiffe ihre Betriebe ein. 23 norwegische und eine britische Expedition sind bereit, zum Fang auszurücken. Mit Flugzeugen und modernsten Maschinen wird die Auswertung der Riesentiere betrieben werden. Man hegt in zoologischen, aber auch in den Regierungskceisen die Befürchtung, die Wale zu stark dezimiert werden könnten, so daß mit ihrem Aussterben gerechnet werden muh. Es werden deshalb ganz besondere Vorschriften erlassen, welche Wale gejagt werden dürfen und welchen Tieren eine noch unbefristete Schonzeit zugebilligt werden muß. Es wird offenbar Zeit, daß wir uns ein paar Wale in den zoologischen Gärten halten, damit nicht eines Tages der Wal nur noch der Raturgeschichte angchört. Das dürfte allerdings auf Schwierigkeiten stoßen, und man müfrte wohl die Spree umleiten, um z. D. dem Berliner Zoo ein solches Tier zuzumuten. Wu-Fo-Tais großer Reinfall. (c) Tientsin. Der ehrwürdige chinesische Gentleman Wu-Fo- Tai übte den hierzulande nicht allzu seltenen Beruf eines Räubers aus. Richt etwa eines Waren-, sondern eines Menschenräubers. 3n der guten alten Zeit war dieses Handwerk äußerst lohnend, in heutigen Zeiten jedoch bringt das Geschäft herzlich wenig ein. Besonders bei seinem letzten Fang ist der ehrwürdige Wu-Fo-Tai mächtig hereingefallen. Er raubte eine sechzehnjährige Schöne und forderte für sie ein Lösegeld in Höhe von zehntausend Dollar. Er hat sich leider verrechnet, denn die Eltern des geraubten „Gutes" waren bettelarme Leute und kein einziger ihrer Derwandten verdiente mehr als fünfunddreißig Dollar. Bei diesem Einkommen war es nicht gut möglich, zehn Tausender aufzubringen, und leider konnte das arme kleine Chinesenmädel auch keinen reichen Bräutigam Jeuerlichen Pfaden ^)urch die große Wüste", vor- «etragen von Lehrer Fr. Doigt: für Kinder vom 12. Lahre ab. 15.30 bis 16: „Dachsgraben", eine Lagdreportage. 16 bis 16,50: Hausfrauen-Rach- utiLag. vcranstcltet v:m Fr n furter Housfcauen- verein: „Punsch und Kräppel", „Abschied vom ölten Lahre", Vortrag von Frau Emmy Ficus. 16.50 bis 17.45: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Von der baskischen Küste", Reiscerinnerungen von L. D. Ungerer. 18.35: „Der französische Staat, die Bureaukratie", Vortrag von Gottfried Salomon. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Konzert. 20.45 bis 22.15: Der Schlachtenlenker, Komödie von Bernhard Shaw. 22.30: Schallplattenkonzert: Wiener Schrammel. 23 bis 24: Von Kassel: Fantasien aus Dem kurfürstlichen Weinkeller, eine Szenenfolge Don Manfred Marlo und Hans Ullrich Bach. Dienstag, 31. Dezember. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Berlin— München. 15.15 bis 15.45: Stunde der Lugend, '-^erleben der Heimat: „Der schlimme Rote: .Reinecke Fuchs", vorgetragen von Lehrer K. Stricker. Für Kinder vom 10. Lahre ab. 16 bis 18: Unterhaltungskonzert. 18.15 Bücherstunde. 18.45: Von Stuttgart: „Ein Pionier deutscher Wissenschaft im Ausland: Franz Wilhelm Lung» lmhn". Vortrag von Dr. F. Schottländer. 19.15: Äon Stuttgart: Silvester-Feier. 20: Von Stuttgart: Heiterer Abend. 22: „Schier dreißig PERTRIX Anoden Batterie Zuverlässiger» und unverjerrter Empfang großem Format. Kolumbus führte mit 25, Living» stone mit 26 und Stanley mit 27 die Expeditionen, die die Rachwelt genau kennt. EdisonS erste Erfindungen stammen au3 seinem vierun7zwan^sten Lebensjahre. Richt viel anders verhält es sich mit den Künstlern. Richard Wagner schrieb seine erste Symphonie im Alter von neunzehn Lahren. Goethe gleichaltrig sein erstes Bühnenstück. Victor Hugo vor seinem zwanzigsten Geburtstag das erste später berühmt gewordene Werk. Mit einundzwanzig schuf Raffael sein erstes Kunstwerk, mit 26 Michelangelo seine erste Madonna und im gleichen Alter waren von Honorö de Balzac bereits 31 Rovellcn veröffentlicht. Auch Beethoven, Mendelssohn-Bartholdy, Chopin, Shelley und andere Schöpfer der Literatur- und Musikgeschichte erklommen den Parnaß noch vor Erreichung der drei Dezennien. Die Eisenbahn und die Postkutsche. (s) Prag. Die Eisenbahn hat sich allmählich in der ganzen Welt als Mittel zur beschleunigten Beförderung von Mensch und Ware allgemeine Beliebtheit erworben und eingebürgert. Daß dies nicht überall der Fall, beweist eine Beschwerde der Industrie in einer nordböhmischen Stadt. Die Böhmische Rordbahn ist angeblich zwar auch ein Verkehrs- instrument, aber wer einmal das Vergnügen gehabt, sich einem ihrer Wagen anzuvertrauen — nun, der versteht den Schrei nach der alten Postkutsche, die gegenüber dem nordböhmischen Dampfbähnchen immerhin ein Schnelläufer gewesen fein muß. Es ist aktenmähig und einwandfrei belegt, daß eine Frachtsendung von Bilin nach Teplitz, die früher von der k. k. Postkutsche in drei Stunden befördert wurde, für die 13 Kilometer lange Strecke volle zwölf Tage gebraucht hat, dank der gütigen Unterstützung durch die Böhmische Rordbahn! Aber, so heißt es in einer Eingabe der Biliner Lndustrie an das tschechische Verkehrsministerium, das sei leider nicht ein vereinzeltes Kuriosum, sondern eine altvertraute, aber doch recht störende Gewohnheit der Rordbahn. Daher wird allen Ernstes in der Eingabe der Vorschlag gemacht, die Einrichtungen, das rollende Material der Bahn möglichst bald weit weg — am besten nach China zu verkaufen (wo man mehr Zeit habe als in Böhmen!) und — wenn wirklich der Bau einer Autostraße die Einrichtung eines Kraftverkehrs zwischen Bilin und Letschen die Kraft des Prager Finanzministeriums überstiege — dann doch lieber wieder zu der bewährten Einrichtung der alten Postkutsche zurückzukehren. Denn sie sei nicht nur billiger, sondern vor allem auch schneller als die Eisenbahn gewesen Auch Sie . ■ werden so urfeilen: •<* aufweisen. Ln Anbetracht dieser Umstände ermäßigte der Herr Mädchenräuber feine unverschämte Forderung auf die Hälfte. Diese Summe war natürlich für die Familie ebenfalls unerschwinglich. Lmmerhin wollte sie die Kleine gern wiederbekommen, und da der Bruder genau wußte, daß man in China bei jedem Geschäft handeln könne, machte er Wu-Fo-Tai einen vermittelnden Vorschlag. Er betonte, ein erspartes „Vermögen" von 23 Dollar zu besitzen und bot hiervon — 15 für die Freilassung der Schwester an. Rach diesem Angebot leuchtete dem Räuber unzweideutig ein, daß er einen Fehlgriff getan hatte und nichts „Reelles" erwarten konnte. Lmmerhin hielt er fünfzehn Dollar für zu wenig. Er mußte doch zumindest feine Unkosten wieder Einbringen! Traf sich' also mit dem Bruder feiner Gefangenen und machte einen „äußersten" Preis für Mademoiselle: zwanzig Dollar. Aber keinen Cent billiger. Der Bruder fand das unverschämt und die beiden „Geschäftsfreunde" wurden handgreiflich. Da mischte sich auch die löbliche Polizei in die interne Familienangelegenheit, nahm beide ©entfernen in Schutzhaft und erfuhr auf diese Weise von der eigentlichen Ursache der wüsten Keilerei, nämlich dem Frauenraub. Worauf Mister Wu-Fo-Tai zu sechs Lahren Zuchthaus verurteilt wurde. Er hat jetzt allen Grund, zu bedauern, seine Gefangene nicht für die angebotenen fünfzehn Dollar hergegeben zu haben, denn fünf Dollar weniger wären immer noch besser gewesen als sechs Lahre mehr. ... Jugendliche Genies. (a) Reuhork. Daraufhin, daß Oberst Lindbergh mit knapp fünfundzwanzig Lahren den Ozean überquerte und auf diese Weise über Rächt zur volkstümlichsten Persönlichkeit der Vereinigten Staaten wurde, gab sich ein amerikanischer Müßiggänger die Mühe, die Liste aller jugendlichen Titanen zusammenzuftellen, die ihre Großtaten halb noch im „Flügelkleide" vollführt haben. Demnach hat Alexander der Große die ganze damalige „Welt" mit fünfundzwanzig Lahren, Hannibal Spanien in feinem sechsundzwanzigsten Lebensjahre erobert und auch Julius Cäser zählte mit nur achtundzwanzig Lenzen zu den berühmtesten Feldherren seiner Zeit. Rapoleon hatte mit 25 bereits mehrere Schlachten gewonnen. Reh war mit knappen 25 kommandierender General und Relson befehligte sogar schon als Dreiundzwanzigjähriger eine Flotte. Während Cromwell „erst" mit 29 als großer Staatsmann bekannt wurde, galt Licoln schon mit 26 als ein Gesetzgeber von Heinrich REGER Nacht. Inhaber: Fr. Heinrich Müller Eisschrank- und Büfett-Fabrik Gegründet 1888 LICH • Oberh. Telephon 32 Donnerstag, 2. Januar. 12.15: Schallplattenkonzert: Unterhaltungsmusik. 15.15 bis 15.45: Stunde der Lugend. Andrö Mauwois: „Das Land der 36 000 Wünsche", 1. Teil (für Kinder vom vierten Lahre ab). 16 bis 17.45: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Presse und Rundfunk", Gespräch zwischen Redakteur Arnet, Baberadt, Chefredakteur Gorrenz und Dr. Paul Laven. 18.35: „Friedrich List", Vortrag von Dr. K. A. Meißingcr. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Schallplattenkonzert: Aus älteren Operetten. 20: Aus dem großen Saal des Saalbaues: Konzert Hugo-Kaun-Abend. Sie wissen aus eigener Erfahrung, dass Sie im Winter nicht Ihre frosterstarrten Hände am heissen Ofen erwärmen dürfen, sondern dass am besten Einreiben mit Schnee gewissermassen ein anschauliches Bild für die Tatsache, dass derselbe Stoff, der eine Krankheit erzeugt hat, auch die Krankheit wieder beseitigen kann. Dieser Satz, aus der Praxis gewonnen, enthält das Grundprinzip homöopathischer Heilmethode. In jedem Körper schlummern Kräfte, die richtig ausgenutzt, jede organische Krankheit zu heilen vermögen. Diese Funktionen neu zu wecken, alle Abwehrkräfte des Körpers zu mobilisieren und so dauernde Gesundung zu ermöglichen Das ist die Wirkung der 4 * Homöopathie Dr. Madaus. - ürunnen droB.*l£arben trei Männer aufgefunden — Grcnzwächker und ein Soldat ... jeder von diesen drei Männern hatte eine Revoloerkugel in der Brust. (Fortsetzung filflt.) Rundfunkprogramm. Sonntag, 29. Dezember. 7: Von Hamburg: Hafenkonzert auf dem Dampfer „Cleveland" der Hamburg—Amcr.ka-Linie. 9 bis 10: Morgenfeier der freireligiösen Gemeinde Offenbach a. M. 10.30: Erziehung und Bildung: .Psychologie des Lehrers", Vortrag von Dr. Ar- tue Kießling, Dozent an der Pädagogischen Akademie. 11: Von Leipzig: „Das musikalische Gedächtnis", Vortrag von Dr. Kurt Singer, Berlin. 11.30: Erziehung und Bildung: Elternstunde: Berichtsstunde", Vortrag von Rektor K. Wehr- San. 12: Von Kassel: Konzert. 13.15:. Vortrags- Hunde Rainer Maria Rilke. Rezitation'von Lakob Rußbaum. 13.45 bis 14.45: Stunde der Lugend. Lustiger Kindernachmittag von Liefe! Simon und Reinhold Frehberg. 14.45: Stunde des Landes. 36: Von Stuttgart: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 18: Stunde des Rhein-Mai- mischen Verbandes für Volksbildung: „Zeit im Buch: Das untergehende Bürgertum", Vortrag Don Dr. Helene Turn au. 18.30: Dernard Brentano, Vorlesung aus eigenen Werken. 19.30: Sportnachrichten. 20 bis 22.30: Die Herzogin von Shikago, Operette in zwei Abteilungen von Lu- lius Brammer und Alfred Grünwald, Musik von Smmerich Külmän. 23 bis 0.30: Llnterhaltungs- anusik. 1er lung, di«uiic; NA linnt sie " ®>rjtnumiUhr 1° begrüßten es die V' ’terfe gegen ein gering Sienfl ftänbig zu üfr 5 der Normandie fr® ;m .er Mroffuiere Ester m der Nacht ch 'n dm Bureaus gas Jim non seinem (leimt fischen besetzten sm> Imer Frau und ftta r selten und in regcllch Sperrholz _ qh> a in Eiche. Gaboon u. Steter 3-25mm ei 3 Bretter und Dielen aller Stärken, ~ ® • schwedische und bäuerische Hobel- • £ breiter, Svatterkatten. Eichen- u oZ Buchen-Schnittwaren lielern in äa allen Starken imD iHi engen Mir & Go.. Gießen Televbo« 3949. Letten in dien Starken prompt lieferbar dem die vierte Woche (rHl loiselle docteur in fr: BI i?ois begann, an bieli;l| rossizier allein Dienst La Be Tag, an dem von den bd P in der Nacht anwesend ,jt 11| Unteroffizier du DW/i ijj unt an. Ao fottt«nur |l )ie(es NWen war doch M ’ sonst teilnadm-toscn und ■ irmlich cor Munterleit, sie H mal trat sie, während er 91 er ihn, und hielt ihm iml end faßte der Unterossizur W ötzlich fiel ein Tuch übftH :twas Feuchtes, wideriiM nd vor seinem Wund, chädel, und er wußte nie! h. In dieser Nacht verliM Mantel das Haus Nu>W gor und hübscher war ai-W et flotmanbie. lelegrapf) aus bem tzeenMivnen und nMen, denen die DM cht war. Der Telegraf» en Tages, denn es wM Sin Unteroffizier m w ra rnageabwehrftelle war M i, Listen und Nie“£ft , nicht nur in DeutschMffp traten Ländern, waren 3Qr vermutlich eine Pk^k t ufnohme in dem Nb'H f .3« l*'j Frauen, die die @n-; , willen, ihre Papiere und iF < | aber auch diese J 5er Gesch-cht-öer % I Wend, on dem eine ö | wer. £ SW mir gMn’ verratens, A; [Q,bn’ ! i Zu^ it "x4 «in ne9m™L- " gebot ■ m tpn,u'8 halt da. & „it u .< , loten- ^pf. “ntflKi fielt u Ab 1. Januar befinden sich meine Praxisräume Liebigstr. 15 gegenüber der sogen. Alten Klinik (früher Finanzamt) Augenarzt Dr. med H. W. Kranz. W68JV ckitlaviere neue und gebrauchte empfiehlt zu günstigen Zahlungsbedingungen Georg Ebett, Klaviermacher ______ Schallplattenkonzert: Ltallenischc und spanische Lieder. 14.20 bis 14.50: Stunde der Lugend: Bon fremden Ländern und Völkern: ^Mit dem Afrikaforscher Erhard Rohlfs auf aben- 5O°y W, Platz- o. Kraft- Ersparnis erzielen Sie mit unseren Elektro- riemenlosen Holzbearbeitungs- Maschinen üleiiiSlÄI Maschinenfabrik Fulda GA liefert komplette Schank - Büfetts in jeder Größe und i. nur la Ausführung Verlobte Herborn Gießen Dezember 1929 10/17U 0'251 lv335D Bäckerei, Konditorei und Cafe Frankfurter Straße 41, Fernsprecher Nr. 2833 Für Silvester Cafe Amend Punsch-Extrakte Gießen Dienstag,den31.Dezember Rum Arrak OH219 Weinbrände Weine Löwen-Drogerie 1073 chloh sich m Lehrei Kindern gebührt be< In bet letzten Wx ; Äövenfstoeihe« erangaltet vom Orts* fand, tote alljährlich, ! unter dem brennen# ■ Svtteshause aus dm d Organist Herber ■ die Feier vorbereitet, r schienenen ©emeinbe- I 18 Sotteshaus über* t bet in ge* n en, bereiteten eine » mix bitym Dnstrache L . Durch die Grund# \ M, die den Abschluß 1 ung bildete,'stauch g des .Hnl'Sen ^nguteS der Krrche -Len. Aus E 1 das Gut m einzelne 1 aus neun >te Mise mehrPM ,uh des Kachengutes ez. Die jüngstes ' unter dem Dorsch £ g S ' > W ■ irtm Wy$u bet benottgt %..aQbe im '^^Gem^nder-t Äsjr l der i SinfÜJS Gesuch W Unter tefajetgufte län9«{ Ännt r«JÄn. Jahres n'und S? ten ÄsM fs&Je von h-er mit einem herrlichen Weihnachtslied den Gottesdienst. Nachmittags kamen die kirchlichen Weihnachtsfeiern mit einem Kindergoüesdicnst, worin die Kinder unter Leitung von Pfarrer Laut Weihnachtsgeschichten und Lieder oortrugen, zu einem würdigen Abschluß. # Llnter-Widdersheim, 26. Dez. Dieser Tage fand hier eine grohe Güterversteigerung statt. Die Erben des hier im Sommer verstorbenen ledigen Ortsbürgers Karl Deltzer brachten dessen Grundbesitz, etwa 27 Morgen Ackerland und Wiesen und eine Hofreite zum Ausgebot. Da die Bekanntmachung der Versteigerung auch in den benachbarten Ortschaften Lllphe, Ober-Widdersheim, Steinhrim und Berstadt erfolgte, hatte sich eine ungewöhnlich große Käuserschar eingefunden. Während bei dem ersten Verkauf rund 37 000 Mark erzielt wurden, erbrachte die nochmalige Versteigerung einen Mehrpreis von etwa 11000 Mark, worin auch der Kaufpreis für die Hofreite enthalten ist, auf welche diesmal von Landwirt B i n d i n g 3900 Mark geboten wurden. Bei dem ersten Ausgebot wurde kein Angebot gemacht. Während ein Zuschlag zum Hofreitenverkauf nicht erfolgte, wurden die Grundstücke genehmigt. Die Preise wiesen für hiesige Verhältnisse eine seither nicht gekannte Höhe auf, obwohl es sich in der Hauptsache um Ackerboden mittlerer Güte handelt. 3e nach Bodenqualität und Entfernung vom Dorfe kostete der Quadratmeter 62 bis 80 Pf., einzelne Grundstücke kamen auf eine Mark und darüber, Daumanlagen in unmittelbarer Rähe des Dorfes 1,80 Mark. Da die Käufer noch sämtliche Lieberschreibungskosten und die Grunderwerbssteuer zu tragen haben, außerdem den Kaufpreis ab 1.3anuar zu verzinsen haben, während als Gegenleistung ihnen nur die weit geringere 3ahrespacht zufließt, muß dem Kaufpreis noch fast 10 Prozent der Kauffumme zugeschlagen werden. Ein Teil der Grundstücke ging an auswärige Käufer über. Das Losholzrecht eines Markanteils des Berstädter Markwalbes, bestehend im unentgeltlichen Bezug von zwei Raummeter Duchen-Scheitholz, vier Raummeter Duchenknüppel. einem Raummeter Buchenstöcken und vier Raummeter Buchen-Reisig, erwarb die bürgerliche Gemeinde Berstadt mit dem Höchstgebot von 2115 Mark. 4 Bleichenbach, 26. Dez. Die hier abgehaltene Feldtreibjagd hatte als Ergebnis dreiunddreißig Hasen zu verzeichnen. Kreis Schotten. Rainrod, 27. Dez. Vor Weihnachten wurde die Fischerei in der Nidda innerhalb der Obe r f ö r ft e r e i Eichelsdorf auf weitere zwölf Jahre verpachtet. Der etwa 6 Kilometer lange Wasserlauf von der Grenze von Unter- Schmitten bis zu der von Schotten erzielte einen Pachtpreis von 610 Mark jährlich, so daß der Kilometer auf etwa 100 Mark zu stehen kommt. Der Pachtpreis in der abgelaufenen Periode betrug jährlich 200 Mark. Die seitherigen Pächter blieben Letztbietende. Innerhalb der hiesigen Ortsgrenze vergibt die Gemeinde die Fischerei, da diese bei Anlegung des Grundbuchs ihr Recht wahrte, was von vielen andern Gemeinden versäumt wurde. Sie haben wohl jetzt das Bachbett zu unterhalten, aber die Einnahmen aus der Fischerei fließen dem Staat zu. Die im Gebiet der Oberförsterei Nidda fließenden Ge- wäsier wiesen niedere Pachtpreise auf, da sie schwächeren Fischbestand haben. i Glashütten, 26. Dez. Bei den Arbeiten zur Verlegung des Hillersbaches in der hiesigen Gemarkung fanden die Arbeiter etwa 200 Meter unterhalb von S t r e i t h a i n in etwa einem Meter Tiefe ein prächtiges Bronzebeil. Es ist aus der mittleren Bronze- z e i t (etwa 1800 bis 1200 v. Ehr.) stammendes Lappenbeil. Der Fund an dieser Stelle bestätigt die von der Forschung ausgesprochene Annahme, daß die .Hohe Straße", die von Altenstadt heraufkommend durch Glashütten zieht und über den Vogelsberg ins Fuldatal führte, bereits in vorgeschichtlicher Zeit begangen worden fei. Die .Hohe Straße" überschritt den Hillersbach in Streithain in der 1555 so genannten »Pfaffen- furt". Hier, beim Liebergang über den Bach, mag ein Trupp der Bronzezeitleute das Beil verloren haben, das hernach durch die Kraft des Wassers bachabwärts mitgenommen worden sein mag, wo es dann durch die allmähliche Verlagerung des Bachbettes unter den Boden geriet. Von welcher Wichtigkeit die .Hohe Straße" in früherer Zeit war, erhellt daraus, daß auf ihr die Lleberfüh» toärtig in unserem Teile der Provinz reges Interesse entgegengebracht, nämlich dem sogenannten „Achenbachfahren". Dies sind F a h r k u r s e , welche in den ländlichen Reit- und Fahrvereinen abgehallen werden. Den jungen Landwirten wird hier Fahrunterricht mit Geschirr- und Anspannungslehre erteilt, ferner werden sie unterrichtet in der Kenntnis der Verkehrszeichen für den Straßenverkehr. 3eder Fahrschüler muß sich nach Beendigung des Kursus, der gewöhnlich vier theoretische und acht praktische ©tunben umfaßt, einer Prüfung unterziehen, nach deren Bestehen er das „Hessische Fahrabzeichen" nebst einer Llr- kunde erhält. 3n den letzten Tagen wurde eine solche Prüfung in Alsfeld unter Leitung des Rittmeisters a. D. Graf von B r e d o w zu Allen- butg abgehalten, der sich mit Erfolg sechsundzwanzig Fahrschüler unterzogen. Weitere Kurse fanden statt in Homberg a. d. Ohm, in Ober- Gleen und Dühfeld. 3m nördlichen Teil« von Oberhessen haben seit vorigem 3ahre über 120 Schüler die Prüfung abgelegt. • Rieder-Ohmen, 26. Dez. Rach zwei Fa- mllienabenden, von denen der eine kurz nach dem' Reformationsfest das durch den hiesigen 3ugendverein aufgeführte Theaterstück „Die Salzburger" brachte, der andere vor acht Tagen uns in einem Lichtbildervortrag „Die Wolgadeutschen" zu unseren deutschen Brüdern in Rot nach Rußland führte, beide Veranstaltungen unterstützt durch unser Streichorchester Kaiser-Dr. Hert, erlebte die Gemeinde am Sonntagabend eine seltene Feier- und Weihestunde in einer musikalischen Adventsandacht. Der Abend des vierten Advent in der dichtbesetzten Kirche stand unter der Leitung unserer Lehrerin Frl. Stoll, die, auf der Orgel begleitet von Pfarrer Lic. D. Stumps, Werlau, mit ihrem Wädchenkreis die ganze Veranstaltung unter den Gedanken gestellt hatte: „Wir wollen dir die Krippe schmücken." Drei Einzellieder, gesungen von Frl. Stoll, zwei Lieder gesungen von dem Mädchenchor, Vorträge auf der Orgel, die zum Teil von dem Llnterprimaner Seim, Mücke, auf der Violine meisterhaft begleitet wurden, wechselten, eingerahmt von dem Gesang der Gemeinde, miteinander ab. Das ganze, besonders die in vollendet reiner Klangfarbe vorgetragenen Lieder der Sängerin, machten auf die Gemeinde einen tiefen Eindruck und lieh den Wunsch nach ähnlichen Feierstunden laut werden. I Kirtorf, 26. Dez. Dieser Tage fand abends in der hiesigen Kirche ein Missions - abend der Basler Mission statt. Missionar Schmoll erzählte in fesselnder Weise aus dem Leben der Eingeborenen in Indien. Ein dort aufgenommener Missionsfilm der Detheler Anstalten: .DoS Licht scheinet in der Finsternis" versuchte die Art und Weise christlicher Missionsarbeit unter einem verhältnismäßig hochstehenden heidnischen Volk zu zeigen. Die Zahl der Besucher war diesmal gering, was im Interesse der Sache zu bedauern war. Immerhin hatten diejenigen, welche gekommen waren, ihre Freude und Durften einen lebendigen Eindruck mitnehmen von der Vielgestaltigkeit der Mifsionsarbell draußen. — Einen starken Besuch hatte dagegen di« Weihnachtsveranstaltung der hiesigen Mädchenvereinigung, unter Leitung der Gemeindeschwester, aufzuweisen. Die große Bühne im Saal von 3oys. Decker hatte sich in einen dichten, märchenhaften Tannenwald verwandelt und gab einen stimmungsvollen Sinter» ?rund sowohl zu den Gedichtvorträgen und Chor» ledern, als auch zu der Aufführung: .Weihnacht im Walde." Eine zweite Aufführung folgt« am Schluß deS Abends unter der Losung: „3n der Well ist's dunkel, leuchten müssen wir, du in deiner Ecke, ich in meiner hier." Die ganze Veranstaltung war wohlgelungen und bereitete AI» ten und 3ungen grohe Freude. Kreis Lauterbach. & Lauterbach, 27. Dez. In der Nacht zum dritten Weihnachtsfeiertag gegen 2.30 Uhr morgen« wurde ein junger Mann aus Lauterbach in der Nähe der Riedeselfchen Ziegelei von einem von An- gcrsbach kommenden Personenkraftwagen erfaßt und zur Seite geschleudert. Der junge Mann trug schwere innere und äußere Verletzungen davon und wurde von dem Autolenker, einem Herrn aus Herbstein, sofort ins hiesige Krankenhaus gebracht. Der Unfall ist dadurch verursacht worden, daß der Verletzte versuchte, das ihm entgegenkommende Auto anzuhallen. Der Kraftwagen, der auf der gut gepflegten Angersbacher Straße eine ziemlich hohe Geschwindigkeit fuhr, konnte durch das plötzliche Erscheinen des jungen Mannes, obwohl der Führer scharf gebremst hatte, nicht mehr rechtzeitig angehalten werden, fuhr so den Mann an und schleuderte ihn zur Seite. Nach den polizeilichen Feststellungen scheint der Verletzte der Alleinschuldige zu fein. Daten für Sonntag, 29. Dezember. Sonnenaufgang 8.05 Llhr, Sonnenuntergang 15.59 Llhr. — Mondaufgang 7.09 Llhr, Monduntergang 14.18 Llhr. 1809: der englische Staatsmann WUliam Ewark Gladstone in Liverpool geboren: — 1832: der Buchhändler 3ohann Friedrich Cotta in München gestorben: — 1834: der englische Volkswirt Thomas Robert Mallhus in Bath geboren: — 1843: Königin Elisabeth von Rumänien (Carmen Shiva) geboren. Zug, gegen welchen eL kein« an noch Zeit. 15. Tel — e2 35. Td2-d6 36 Kg8-h8 37. Tf8-f7 mit da 2.c7-c5 3. Sb8-c6 4.Lf8-d6? 19. Lc7-b6+ 20. Sc6-d4 2l.Lb6xd4 22. Dd8-a5 23. d5xc4 24. Ld4-a7 25. b5xc4 26.Ta8-d8 27. Td8 —d2 28. Da5xc3 29. Lf7xh5 Turnierverbandes hessischer Schachvereine Brett 8. 2. . . . 3 Sgl-f3 4 Sbl-c3 5. a7-a6 6 Ld6-c7 7.b7-b6 8. d7-d6 9. Sg8-e7 10.0-0 Il.f7-f6 12. e6-e5 bracht. 5.d2-d3 6. Lfl-e2 7.0-0 8 Tfl-el 9 b2-b3 10. Le2 — f 1 11. Lei — b2 12. Sc3-e2 31.h7xg6 32. Se7xg6 33. Kg8-h8 34. Kh8-g8 keines Vergehens bewußt Augenbrauen in die Höhe merzu an?" Zuckmayer, der sich war, zog erstaunt die und erwiderte: angeschaut, gnädige Frau, angeguckt! Die Damen, die 19. . . . 20. Kgl-hl 21.Lb2xd4 22. Tal -cl 23. d3xc4 24. c2-c3 25. b3xc4 26. Tel-al 27. Lfl-e2 28. Tt3 —fl 29. Sg3-h5 30. Dg4xh5 Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orb ach. 16 Sf3-h4 17. Te2 —f2 Schwarz leitet Damenflügel ein, zu hoffen hat. 18. Ddl-g4 19.Tf2-f3 Weih. Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weiß: 7 Steine Kh3; Tf8; Le8,114; Sc5, h5; Bf4. Schwarz: 3 Steine Kf5; Th6; Bf6. Partie Nr. 172. Gespielt am 1. Dezember 1929 zu Frankfurt am Main, anläßlich des Bezirkswetllampfes des 15. Ld7-e8 16.Le8-f8 17.b6-b5 Recht ein Gegenspiel am er am Königsflügel nichts 18.c5-c4 Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren Dom Redaklion-Iisch. Zuckmayer. Diese Festlegung in der Mitte hatte 13.f4-f5 I3.d6-d5 14 Se2-g3 14. Lc8-d7 30. ..Tf—d8 geschehen sollte. Die Drohung 31. Tel ließ sich dann einfach durch 31. ...» Tc2 Da Qualitätverlust durch 19.....Lb6 drohte. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Losungen ufw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 244. Don G. Erwin. 3n einem australischen Turnier preisgekrönt. Schwarz. abedefgh Sizilianische Verteidigung. Weiß: Dreidecker, Gießen. Schwarz: Sppelmann, Mainz. I.e2-e4 I.e7-c6 2. f2-f4 Vorzuziehen ist in einem solch frühen Stadium der französischen sowohl als auch der sizilianischen Partte d4, da der Textzug den Weißen Königsflügel schwächt. Tristan Bernards neuester Witz. Tristan Dernard, der geistvolle französische Humorist, von dem so viele Bonmots erzählt werden, hat wieder einmal einen Witz gemacht, den sich ganz Paris erzählt. Auf einer seiner letzten Reisen gingen ihm einige Gepäckstücke verloren, und er geriet in eine heftige AuS- ernandersehung mit einem Bahnhofsvorsteher, in deren Verlauf der Beamte entlüftet sagte: .Halten Sie mich denn für verrückt. Herr?" .Da« natürlich nicht," erwiderte Bernm-.d, .aber ich kann mich ja irren!“ 30 g7-g6? unverständlicher Zug, an dessen Stella Zu Beginn des Spiels trug sich Schwarz Wohl mit der Absicht, den Damenläufer zu sianchettie- ren, aber nun scheint ihm plötzlich der Königsflügel hllfsbedürfttg. Carl Zuckmayer fuhr neulich in einem Berliner Auwbus. Ihm gegenüber saß eine junge Dame, die den Dichter plötzlich nervös fragte: "Mein Herr, warum schauen Sie mich denn im« parieren. 31.f5xg6 32. Sh4xg6 33. Dh5xg6+ 34. Dg6-h6-b 35. Le2-g4! Ein vernichtender Verteidigung gibt. 35. . . . 36.Dh6-g64- 37. Lg4 - f 5 Schwarz konnte ruhig aufgeben. 38. Dg6xt7 38. Dc3-b4 Was bedeutet dies? 39. Dt7 — h7 matt. Lösung des Problems Ar. 240. Don Dr. ®. San». LDg8-f7!, Le8xf7 2. Td6 - d4!, Ke5xd4 oder Lc7x b8 3. Spr. oder L. matt. 1. . . ., Ke5xd6 2. Se7xc6+ ufw.Lc7xb8 oder Sg3 2. Td6xe64- oder Se7X c6+ usw. Aus der Schachwelt. Das in die Zelt vom 15. Januar bis 4. Februar 1930 fallende internationale Meisterturnier zu San Remo weist folgende Teilnehmerliste auf: Aljechin (Frankreich), Ahues und Bogoljubow (Deutschland), Araiza (Mexiko), Colle (Belgien). Grau (Argenttnien), Kmoch (Oesterreich), Maroczh (Llngarn), Monttcelli und Romi (Italien), Rim» zowitsch (Dänemark), Rubinstein und Tartakower (Poleil), Spielmann (Tschechoslowakei), Vidmar (Südflawicn) und Zates (England). Dies kommt doch um die Entwicklung der schwarzen Figuren; sofort 4.....d5 war ange- „Äch habe Sie nicht ich habe Sie höchstens ..v.o_________ wich zum Schauen begeistern, sind selten, gnädige r^rau!" K.M. v>-- art -ä;. Wirtschaft. Geringe Entlastung der Heichöbank. Nach dem Ausweis der Reichsbank ovm 2 3. Dezember hat sich in der dritten Dezember-Woche die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 79,1 Millionen auf 2381,0 Millionen Mark erhöht. Im einzelnen haben die Bestände an Reichsschatzwechseln um 24,0 Millionen auf 34,0 Millionen Mark, die sonstigen Wechsel und Schecks um 65,7 Millionen auf 2156,5 Millionen Mart zugenvmmen, die Lom- hardbestände um 10,6 Millionen auf 98,0 Millionen Mark abgenommen. An Reichsbanknoten und Re nie n- bankscheincn zusammen sind 4,7 Millionen Mark in die Kassen der Dank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 9.9 Millionen auf 4579,0 Millionen vermindert, der Umlauf an Rentenbonkscheinen um 5.2 Millionen auf 381.9 Millionen Mark erhöht. Dementsprechend haben sich die Destände der Reichsbant an Rentenbankscheinen auf 28.4 Millionen Mark ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 448.4 Millionen Mark eine Zunahme um 46,3 Millionen Mark. Die Destände an Gold und deckungs-- fähigen Devisen habeii sich um 32,5 Millionen auf 2670.4 Millionen Mark erhöht. 3m einzelnen sind die Goldbestände um 17,5 Millionen aus 2264,7 Millionen Mark, und die Destände an deckungsfähigen Devisen um 15,0 Millionen auf 405,7 Millionen Mark angewachsen. Die D e ck u n g d e r R o t e n durch Gold allein besserte sich von 49,0 Prozent in der Vorwoche auf 49,5 Prozent, derjenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 57,5 Prozent auf 58.3 Prozent. Der Geld- und Kapitalmarkt im Jahre 1929. Vor einem Iahr, an der Iahreswende 1928 29, waren bereits die Fehlleitung der öffentlichen Finanzwirtschast und die geringe Aufnahmefähigkeit am. Geld - und Kapitalmarkt als besondere Merkmale der deut- schen Gesamtwirtschast anzusehen. Die Entwicklung des jetzt zu Ende gehenden Iahres bestätigt diese Ausfassung, wie die Berliner Handelsgesellschaft in einem Rückblick ausführt, in weitgehendem Maße. Der deutsche Geldmarkt steht heute im Zeichen eines dringenden Kapitalbedarfs, und wenn es gelungen ist, eine kurzfristige Lösung dieser schwierigen Probleme zu finden, so werden diese Fragen im neuen Iahr doch weiterhin im Mittelpunkt des Interesses stehen. Die Isolierung des deutschen Kapitalmarktes hat sich von Beginn des Iahres 1929 an in wachsendem Maße durch- gesetzt. Gleichzeitig erwies sich die einheimische Kapitalneubildung als völlig unzulänglich. Die Ende März von der Reichsregierung aufgelegte 500-Millionen-An leihe, die trotz weitgehender steuerlicher Vorteile zu keinem Erfolg geführt hat, war ein Prüfstein für die Er- .giebigkeit des einheimischen Kapitalmarktes. Die Inlandanleihen konnten in dem Zeitraum Ianuar-Rovember nur noch einen Betrag von 582,5 Millionen Mark gegenüber 1045,2 im entsprechenden Zeitraum des Iahres 1928 erreichen. Gleichzeitig ermäßigten sich die Auslandanleihen von 1581,8 auf 633,9 Millionen Mark. Der Kapitalbedarf der Wirtschaft, der infolge der rückläufigen Konjunktur wohl auch an und für sich geringer wurde, drückte sich in Anpassung an die bestehenden Cmissionsmöglichkeiten in niedrigeren Ziffern der Kapitalerhöhungen aus. Während in den ersten elf Monaten 1928 der Kapitalmarkt durch Kapitalerhöhungen noch mit 942,5 Millionen Mark in Anspruch genommen wurde, waren es in diesem Iahre bis Ende November nur noch 501,01 Millionen Mark. Die Beanspruchung von Kapital durch Neu - gründungen ermäßigte sich um etwa 17 Prozent. Insgesamt war die deutsche Emissionstätigkeit im In- und Auslande um rund 50 Prozent niedriger als im Iahre 1928. Die Geldsähe konnten Anfang des Iahres noch als erträglich bezeichnet werden. Sie stiegen von durchschnittlich 4,99 Prozent im Ianuar (für tägliches Geld) au 9.59 Prozent im Mai, um im November einen Durchschnittssah von ungefähr 8 Prozent zu erreichen, obwohl sich in der Zwischenzeit eine internationale Gelderleich terung durchgesetzt hatte. Die Bedürfnisse der öffentlichen Hand sind hierfür in erster Linie verantwortlich zu machen. Der Satz für Monatsgeld zeigte geringe Schwankungen von 7,38 Prozent zu Beginn des Iahres auf 9,94 Prozent im Iuni und auf etwa 8,90 Prozent im November. Der P r i v a t d i s k o n t stieg von 5,80 Prozent auf 7.50 v rezent, um später wieder langsam auf 6 88 Prozent im November abzuflauen. Die Entwicklung des R e i ch s b a n k st a t u s sviegelt diesen Wechsel von Anspannung und Entspannung deutlich wider. Der gesamte Gold- und Devisenbestand der Reichsbank liegt jetzt mit 2,247 Milliarden Mark noch etwa um eine Viertelmilliarde unter dem hohen Stand vom 31. Dezember 1928. Die Gold- und Devisendeckung der Reichsbanknoten, die bei dem angesvanntesten Ausweis vom 7. Mai die Mindestgrenze noch um 1 Prozent überschritt, stellte sich Ende November des Iahres auf 53,6 Prozent gegen 59,2 Pro- zent Ende November 1928. Der gesamte Geldumlauf war, rechnerisch betrachtet. Ende November um rund 50 Mill. Mk. höher als im Vorjahr. Absolut genommen ist aber der Umlauf etwas stärker gestiegen, da sich das Preisniveau, am Großhandelsindex gemessen, gegenüber dem Vorjahr um rund 5 Prozent ermäßigt hak. Dagegen dürfte die Ausdeh- nung des Geldumlaufs ungefähr der Zunahme der Produktion im Iahre 1929 entsprechen. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Infolge der Weihnachtsfeiertage fand in dieser Woche nur einmal Markt statt, so daß wenig zu berichten ist. Trotz der festen Auslandmärkte war das Geschäft sehr ruhig. Weizen hatte auf einige gute Käufe von niederrheinischen Mühlen etwas lebhafteres Geschäft zu verzeichnen, bei leichter Besserung des Preises. Roggen verzeichnete nur geringes Bedarfsgeschäft, wobei namentlich die Stühungsfirmen mehr in Erscheinung traten. Mehle hatten nicht unbedeutendes Geschäft, zumal die Mühlen ihre Forderungen weiter ermäßigt haben. Während Roggenmehle ihren Preisstand gut behaupten konnten, tagen Weizenmehle etwas schwächer. Gerste, Hafer und Mais hatten unveränderte Markt- und Preislage. Lediglich für feine Braugerste bestand weiter etwas Interesse. Futtermittel in sich weiter etwas schwächer, doch blieben die Preise bei unbedeutender Geschäftstätigkeit gut gehalten. Im freien Markte konnte sich später eine etwas freundlichere Stimmung durchsetzen, so daß sich die Preise leicht erhöhen konnten. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche tagen Weizen um 0,50 Mark höher, während Weizenmehle um 0,25 Mark nachgaben. Alles übrige gut gehalten. Der Markt schloß zu folgenden Votierungen: Weizen 26,50 bis 25,75, Roggen 19, Gerste 19,75 bis 20, Hafer 18, Mais 18. Weizenmehl, südd. 38,75 bis 39,25, Weizenmehl, Niederrhein. 38,75 bis 39,25, Roggenmehl 27,75 bis 28,75. Weizenkleie 9,50 bis 9.60, Roggenkleie 10, Kartoffeln unverändert 3,30 Mk. per Zentner. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Nachdem der Bedarf für die Weihnachtsfeiertage größtenteils schon in der vergangenen Woche gedeckt worden war, setzte das Geschäft in der Weihnachtswoche ziemlich ruhig ein. Der Austrieb war naturgemäß gegen die Vorwoche erheblich geringer, so daß sich an einzelnen Märkten doch recht lebhaftes Geschäft entwickeln konnte. So namentlich für Kälber, Schafe und Schweine, ohne daß sich die Preise weiter befestigen konnten. Lediglich beste Mastkälber erzielten Preise über Notiz. Am Rinder markt gaben die Preise bei schleppendem Geschäft und etwas größerem Heberstand meist nach, nur für Bullen guter Qualität zeigte sich etwas mehr Interesse bei einer leichten Preisbesserung. Kälber und Schafe verzeichneten lebhaftes Geschäft. Bei gut behaupteten Preisen wurde der Markt ausverkauft. Schweine hatten nur zum Wochenbeginn lebhaftes Geschäft aufzuweisen, was sich auch noch zu Beginn des Nebenmarktes zunächst fortsehte, um aber zum Schluß des Marktes um so mehr abzuflauen, ohne daß ein Preisrückgang eingetreten wäre. Es verblieb ziemlich Heber- stand. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1140 Rindern, darunter befanden sich 244 Ochsen, 43 Bullen, 478 Kühe und 240 Färsen, ferner aus 1194 Kälbern, 432 Schafen und 3260 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 876 Rinder, 1044 Kälber, 197 Schafe und 4952 Schweine weniger angetrieben. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen AI 55 bis 58, All 50 bis 54, B I 45 bis 49: Bullen A 54 bis 58, B 50 bis 53; Kühe A 45 bis 47, B 42 bis 44. C 36 bis 41, D 28 bis 35; Färsen A 57 bis 60, B 53 bis 56, C 48 bis 52. — Kälber B 94 bis 96, C 88 bis 93. D 80 bis 87. — Schafe A I 45 bis 48. B 40 bis 44. C 32 bis 39. — Schweine B 83 bis 85, C 83 bis 85. D 82 bis 84, E 79 bis 82. — Im Vergleich mit den Preisen der letzten Woche büßten Ochsen und Kühe je 2 Mk. ein, dagegen konnten Bullen 1 Mk. anziehen, während Färsen, Kälber, Schafe und Schweine ihren Preisstand gut behaupteten. * 41 Commerz- und Privatbank A. - G. Laut „Franks. Ztg." scheidet Iustizrat Dr. Albert Katzenellenbogen am 31. Dezember nach jahrzehntelanger Tätigkeit aus dem Vorstand der Vank aus, in den er seinerzeit mit der Mitteldeutschen Creditbank übertrat. Er soll in den Aufsichtsrat der Commerzbank gewählt werden und behält sämtliche Aufsichtsratsmandate, die er innehatte. * Amerikanisches Gold f ü r Pariser Banken. In Cherbourg ist ein für Paris bestimmter amerikanischer Goldtransport im Werte von 400 Millionen Francs eingetroffen. * Norddeutscher Lloyd. Bremen. Wie WTB.-Handelsdienst von der Verwaltung des Norddeutschen Lloyd auf Anfrage hört, sind die angesichts der Nervosität der Börse besonders beschleunigten Bilanzvorarbeiten soweit gefördert, daß sich die Ergebnisse des Iahres 1929 ungefähr übersehen lassen. Dieser Heberblick berechtigt zu der Annahme, daß eine Aende- rung des Dividendensahes gegenüber dem des Vorjahres (8 v. H.) nicht nötig sein wird. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 28. Dez. Tendenz: lustlos. — Zum Wochenschluß war die Stimmung an der Börse lustlos. Der anhaltende Ordermangel sowie die geringe Aufnahmelust der Spekulation unterbanden fast jede Umsatztätigkeit. Anregungen fehlten vollkommen. Die zum Schluß fester gewordene gestrige Neuyorker Börse trug zur Verstärkung der Zurückhaltung bei. Verschiedentlich wurden noch neue Exekutionen vorgenommen zu Geldbeschaffungszwecken für den bevorstehenden Zahltag. Der Reportgeldaufschlag für die Ultimo-Ianuar-Kurse war zumeist schon verlören» Gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich überwiegend Kursabschläge biszu 2 v. Sj. Eine Ausnahme machten Kaliaktien, von denen Westeregeln 3 v. ch. und Aschaffenburg 2 v. ch. auf den saisonmäßig zu erwartenden höheren Kaliabsatz gewinnen konnten. Ferner bestand etwas Interesse für Schiffahrtswerte. Die Verteilung einer Dividende von 8 v. ch. bei Nordlloyd gab eine gewisse Anregung, chapag konnten 2 v. ch., Norddeutscher Lloyd etwa 1,5 v. ch. anziehen. Von Montanwerten lagen Rheinstahl und Phönix bis zu 1 v. ch. gebessert. charpener verloren 1 v. ch. Den größten Verlust hatten am Elektromarkt Siemens mit minus 2,5 v. ch. Bis 1 v. ch. schwächer lagen AEG., Bergmann, Licht & Kraft, Gesfürel und Schuckert. Am Chemiemarkt eröffneten Farben und Holzverkohlung leicht gedrückt, während sich für Deutsche Erdöl einige Nachfrage bei leicht anziehenden Kursen bemerkbar machte. Deutsche Linoleum büßten 2 v. ch. ein, am Kunstseidemartt Aku 1,5 v. ch. Am Bankenmarkt waren Dresdner Bank, Deutsche und Disconto je 2 v. ch., Commerzbank 1,5 v. ch. schwächer. Barmer Bank dagegen leicht erhöht. Renten still. Im Verlaufe wurde die Stimmung freundlicher. Die Spekulation schritt zu einigen Rückdeckungen, veranlaßt durch vereinzelt eintreffenbe Aufträge. Es ergaben sich bei etwas zunehmendem Geschäft durchschnittlich Besserungen von 1 bis 2 v. ch. gegenüber dem Anfang. Besonderes Interesse bestand für Scheideanstalt, die insgesamt etwa 4,5 v. ch. gewinnen konnten. Am Geldmarkt lag Tagesgeld mit 7 v. ch. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1800, gegen Pfund 20,3975, London gegen Kabel 4,8820, gegen Paris 123,86, gegen Mailand 93,26, gegen Madrid 36,50. Berliner Börse. Berlin, 28. Dez. Die Hoffnungen des heutigen Vormitt^g5verkehrs, daß zum neuen Termin e.nige Kauforders außenstehender Kreise eintreffen würden, schienen sich zu Beginn der offiziellen Börse zunächst nicht zu erfüllen. Mit Ausnahme der Schiffahrtsaktien, für die die unveränderte Dividende von 8 Prozent bei Nordlloyd stimulierend wirkte, lagen die ersten Kurse eher schwächer, und die Ianuar-Reports waren größtenteils wieder verloren. Es sollen an verschiedenen Märkten wieder Exekutionen vorgenommen worden sein, auch befürchtet man noch Verkäufe am Kassamarkt zu Geldbeschaffungszwecken für den Zahltag. Besondere Momente lagen sonst nicht vor. Die Abschwächung zum Schluß der gestrigen Neuyorker Börse brachte man mit dem Ultimo in Zusammenhang. Von den einzelnen Märkten war heute nicht viel zu berichten. Schifsahrts- werte lagen, wie bereits erwähnt, ziemlich fest. Auch für Berliner Handelsgesellschaft zeigte sich etwas regeres Interesse. NAG. waren etwas höher, Deutsche Erdöl ebenfalls etwas lebhafter. Die Notiz für Löwe und Gesfürel wurde ab heute verbunden zur Notierung gebracht. Deutsche Anleihen nachgebend. Ausländer unverändert. Pfandbriefe geschäftslos und eher schwächer. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 7,25 bis 9.5 Prozent, vereinzelt darunter: Monatsgeld 9 bis 10,5 Prozent, Warenwechsel ohne Umsatz. Auch im Verlaufe hielt sich die Hmsahtätigkeit, von wenigen Märkten abgesehen (Erdöl, Reichsbank, Siemens. Schiffahrtsaktien), in bescheidenen Grenzen. Die Stimmung wurde aber allgemein freundlicher. Es ergaben sich überwiegend Kursgewinne, die bei den bereits genannten Werten bis zu 3 Prozent betrugen. Berger und Polyphon je 3,5 Prozent höher. Bcrliner Produktenbörse. Berlin, 27.Dez. Rach der mehrtägigen Verkehrsunterbrechung hielt sich das Geschäft am Produktenmarkt heute in recht engen Grenzen. Das inländische Angebot von beiden Brotgetreidearten ist nur ziemlich geringfügig, für Weizen bestand, auch auf Grund der festen Auslandmeldungen, gute Nachfrage und es konnten etwa 2 Mark höhere Preise erzielt werden. Dagegen stagniert das Roggengeschäft fast gänzlich. Am Lieferungsmarkt zeigte sich für Dezemberweizen Deckungsnachfrage, auch Märzlieferung vermochte sich zu befestigen. Die Roggenpreise gaben dagegen bei geringen Umsätzen nach. Das Mehlgeschäft ist noch nicht recht wieder in Gang gekommen. Hafer liegt bei mäßigem Angebot gut stetig. Am Gerstenmarkt hat sich die Situation wenig verändert; gute Qualitäten sind gesucht, ebenso finden Futtergersten bessere Beachtung. Buntes Allerlei. Die Tragödie eines Kindes. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei gegen das Ehepaar Schröder in Berlin-Blankenburff haben den Beweis erbracht, daß die beiden sich unmenschliche Züchtigungen ihres dreijährigen Kindes haben zuschulden kommen lassen. Sie wurden wegen dauernder Kindesmißhandlung in Hast genommen. Bei den Vernehmungen sind entsetzliche Einzelheiten ans Licht gekommen. Die entsetzlichsten Züchtigungen wurden am Tage mitunter zwei- und dreimal vorgenommen. Als sich das Kind an seinem letzten Lebenslage schmutzig gemacht hatte, entkleidete die Frau es, und der Vater schlug unbarmherzig mit den* Schnallenriemen. Als es nach der dritten harten Züchtigung ohnmächtig tufammenfant, zog die Frau es an den Ohren empor. Das Kind fiel mit dem Gesicht auf die Erde. Wieder wurde cs an den Ohren emporgezerrt, und jetzt schlug das Kind m i t d e m Hinterkovs auf. Bald darauf starb es. Aus der Verbindung des Paares ist noch ein zehn Monate alter Knabe hervorgegangen, der jetzt in Pflege gebracht wurde. Lebendig begraben? Infolge des Verkaufes des Rittergutes R y b n a., Kreis Tarnowih, an die polnische Siedlungsgesellschaft sollten die im Erbbegräbnis im Hanno-Wäldchen beigesehten drei Toten der Familie von Koschützky, die Eltern und deren Sohn Hanno, der im Kriege gefallen war, nach dem neuen Besitztum der Familie in Wronin, Kreis Ratibor, übergeführt werden. Als in Gegenwart des Kreisarztes und des Amtsvorstehers die Familiengruft geöffnet wurde, mußten die Anwesenden zu ihrem größten Entsetzen feststellen, daß die unteren Seitenbretter des Sarges des schon vor neun Iahren angeblich an Herzschlag gestorbenen Rittmeisters von Koschützky, des Vaters des jetzigen Besitzers, herausgc- drückt waren. Der Tote lag auf dem Gesicht mit seitwärts gestreckten Armen. Die Leichendecke lag zerknüllt zu seinen Füßen. Da nicht der geringste Anhaltspunkt für eine Beraubung des Toten gefunden werden konnte, muß angenommen werden, daß Rittmeister von Koschützky das furchtbare Geschick hatte, scheintot begraben worden zu fein. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlofsenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v. H., Lombardzinsfuß 8 o. H. Franlsux» a Dl Berlin Schl-tz- «urS i-Ut)i ffllt" Schluß-1 Kur- | ünfanfl- Kurs Datum 27. 12. 28. 12- 27. 12- 28- 12. •% Leusche «cid)«inieü)e 87,25 87,5 — — 7% Deutsche SletchSanleihe 99,1 Von 192»......... SS 3DL «nl^>üblös..Echu1V ndl Äui 50,1 50,1 Ios.-Rechten........ 50 — ohne Audlos.-Rcchte 8% Hess. DolMaat von 1929 6,9 — 7 88,5 6,75 (üüdgafilb. 102%) .... Oberhcssen Provinz »Anleihe mit 88,5 — 44 —— — Deutsche Komm. Eammelabl. Anleihe Serie 1 . ...... 46,13 —— 46,25 8% Fronkf. Hhp.-Bank Oolbpje. XIII unkündbar bis 1934 . 7% Franks. Hyp.-Vank Goldpfc. unkündbar bis 1932 ..... 4y,% Rheinische Hyp.-Bank 96,5 — — 82 — — 78,65 8% Pr. Landcipsandbriesanstalt, Psandbricse R. 1?..... 98 —— 98 —— 8% Pr. LandeSpsandbriesansialt, Äomm.'übl. R. 16..... 7% Pr. LandeSpsandbriesansiaU, 95 — 95 — Pfandbriefe R. 10..... tLC.®. obg. korkriegS-Obligation. 89 — öS — rückzahlbar 1982 ...... — — — — 4% CtflratidiW «olbde.. . 24 24,13 24,13 4,20% Oektrrr. Stlberrl- . 4% veflerreichilche Einheitliche 2,65 — 2,75 — 1,9 21 1,95 21,13 19 4% Ungarische öolbtic..... 4% Ungarische Staattt. v. 1910 — 21,1 19,2 4H% detgl. von 1913 .... 4% Ungarische Kronenrtr.. . . 1,95 -_ 14 1,9 — 4% Xfirt Zollanleihe 0.1911. 4% Türkische Sagdadbahu-A-l. 6,8 6,8 6,85 Serie l.......... 6.8 6,8 — 4% brtfiL Serie II. - - , 5% Rumänische derriuh. Rente 6,8 — — — von 1903 * - . - » 4)4% RurnLnifche veretnh. Reni- 8,8 w 8,7 von 1918 ......... <% Rrunantsche vereinh. Rente 14,225 ■ «I 14 7,05 — 7 Frankfurt a Dl | Berlin Lchiub-i ffure ; -Uhi Kur Schluß Kure Anfang» Kurv Damm 27 12. 28- 12- 27. 12. 28 12. Hamburg-Amerika Pake, . . Hamb.-Südam. Dampfsch. 1 90,65 92,5 89,25 91,4 t — — 165 — panfa Dampfschiff..... 10 — — 137,75 — Norddeutscher Lloyd .... r 91 — 88,25 91,75 Slllg. Deutsche Creditanst. . . 10 115 —- 115,25 Barmer Bankverein .... Berliner Hanvelegesellsch. . . Commerz, und Privat-BcmI. 10 115,5 116 115,25 116 li — 167 171 11 147.5 146 146,5 146 Darmst. u. Ralionalbanl . . 11 224,75 223,25 223 Deutsche Bank...... 10 142 — 141 140 DIeconto-Gesellschaft, Aut. . 10 — Dresdner Bank...... 1< 142 140 141 140 Sleichöbant........ 1: 275,5 277,5 274,5 B.C.®........... 149,75 150 150,25 150,5 Bergmann ... Elektr. Lieferung Sgeielllchajt. — 205,5 200 —— 1< — — 156 157 Licht und Kraft..... stellen ft Guilleaume.... 10 139 138 133 138,5 7'4 111 — 111 111,75 Ges. s. Elektr. Untern.. . . . 10 140 139,75 139 139 Hamb. Llektr.«Werks .... 1 — 125,75 125,75 Rhein. Elektr........ — — 137 Schlei. Stein ...... 10 — — 140.25 140.5 Schurken ä Co. ..... . 11 — 168.5 167,25 168 Siemens ft Halske..... 16 271 268,5 270 268,5 Transravio........ . 8 119 Lahmeoer ft Co.. . . • . . 10 159 — 158 — Buderus..... • • • . 5 — 57 58 Deutsche Erdöl ...... . 6 — 91,5 89.5 91 Essener Stetnkol)ls ..... . fr — — 132 132 Eelleukircheucr...... . 125 — 111 126 Harpener......... . U 134,75 134,5 l — Hocjch Eisen. ....... 6'/. —— 104,5 103,75 Ilse Bergbau..... . 10 — 215,5 —• Klücknerwerke..... . • * 88 88,75 88.75 Söln-Nruellen . . . . — 102 101,5 Mannesmann -Röhre» . . . — — 89,25 1 — Manesclver Bergbau , . . . ■ 4 103,5 — 103 101,5 Oderich'.es. Gtirnucoarf . . . —— — 65,5 Oberichlei. Koks werke.... — 90 ; 90,4 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohl«. . . w» 99 100 99 ! 99,13 10 231 230 - Rheinstahl ... . . • . . . 102 1102,75 100,25 102 SUebrckMouta»...... <*- — I 97,5 Frankfurt a M Berlin GdjiuB»; ■•um Schlug | Anfang» Kur« | Kur Kure | Kurs Datum 27. 12- 28. 12- 27. 12- 28. 12. Bereinig le Slahlw ... 103 — 103,25, 103,25 Otavi Minen.....1 — 49 50 Kai werke Aschersleben . . . lu 180 182 179,5 —— Roi werke Westeregeln . . . 10 188 308 188,25 192 ftaliroei e Salzdekiurth ■ - • 15 312 191 312 312 I. ®. Farben»Industrte . . . Dynamit Nobel ...... 12 167,75 167,25 166,25 167 75 . 6 — —— 78,4 77,6 . 'J 142.5 — — — Goldschmidt ....... . 5 60 —— 59,75 60,75 Rülgeröwerke ....... . 6 65,5 — 65.5 66,5 MetaUgesellschaft...... . 8 — 112,75 112,25 — Philipp voizmann . ... • ’ 80,5 — 80 — Lemen werk Heidelberg . . . 10 112 — Cementwerk Karlstadt . . . 10 159 —— — — UBaoB