Dnicf und Verlag: vrühl'sche Univerfitütr-Buch- und Zteindnickerei v. Lange in Lietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. nicht ölen. ti i- des an Kraftwagen und Straßenbau. ^?^.rlin 28. Rov. (Priv.-Tel.) Die stürmische (snttoidlung des Kraftwagenverkehrs rückt immer wieder die Notwendigkeit des Nus - und Um- baus desbestehenden Straßennetzes in den Vordergrund des Interesses. Der Bedarf, der für den vorläufigen Ausbau errechnet wird, beziffert sich auf nahezu 4 Milliarden Mark, von denen rund 2,75 Milliarden auf den Ausbau der rund 55000 Kilometer umfassenden Länder- und Provinzialstrahen, und 1,25 Milliarden Mark auf die übrigen Durch- ,angs st raßen, also Kreis- und Gemeinde* tropcn, entfallen. Zu diesen Kosten treten dann noch die Ausgaben für laufende Unterhaltung, die in 15 Jahren auf 3 Milliarden Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer "bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm '.Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. fj.Ihgriot ; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. 58-2 12'# Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Tie Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummem infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unterSammeInummer225L Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Sranlfurt am mein 11686. Paris, 28. Roo. (f)aoas.) 3m heeresausschuh brr Kammer berichtete firiegsminifier ITC a g i n o t über die Grenzbefestigungsarbeiten: Der Kriegsminister war begleitet von dem Generalstabschef General D e b e n e y. Der Befestigungsplan sieht für die vorderste Linie eine Art Vorposten netz (Unfer- stände für Maschinengewehre und Artillerie) vor, dahinter unterirdische Befestigungsan- lagen mit Unterständen -für Materialien und Reserven. Abwehrpunkte, versehen mit allen notwendigen Materialien, sollen in der zweiten Linie geschaffen und derart ausgerüstet werden, daß Gasangriffe, Luftangriffe und Angriffe schwerer Artillerie daran abprallen. Endlich sollen mobile B e- f e st i g u n g s p a r k s , die zur Verstärkung der ersten Maschinengewehrlinie bestimmt sind, möglichst nahe herangeführl werden. Zur Ausnutzung der bereits bestehenden Verteidigungsorganisation sieht der I12.fl 81,6 56,88 12,4 5 73,12 m. Reorganisationsplan eine bessere Nutzbarmachung der Sperrforts vor. General Debeney tritt für die Konzentration einer möglichst großen Anzahl verfügbarer Divisionen an der Grenze ein, um einem plötzlichen Angriff begegnen zu können. Die K o st e n für die Verteidigungsanlagen werden nach Maginots Ausführungen 3400 Millionen Francs betragen. Die Arbeitszeit wird auf vier 3ahre veranschlagt. Die Organisation der in der ersten Linie liegenden Vorposten soll jedoch noch vor der Räumung der dritten Zone beendet fein. 3n der Debatte forderte der sozialistische Abgeordnete Ren au del die sofortige Schaffung einer L u f t a n g r i f f s f l o t t e , um für alle Fälle Zu Beginn der Mobilmachung gerüstet zu fein. Zwei andere Abgeordnete betonten die Notwendigkeit, d i c strategischen Linien im Südosten zu vollenden. FW 58,26 111,58 20.322 16,42 168,06 21,80 111,; 58, 2,V ,12,01 80,84 56.64 12,355 72,82 Ä 58'# !! Kardorff fordert eine Arbeitsgemeinschaft der bürgerlichen Parteien. gewisser Vorteil wäre, wenn der Verzicht polnischen Staates auf das Rückkaufrecht 12 000 Bauerngütern erreicht würde. preußisch-thüringische Verwaltungsreform. 'S Ä 0,48 7^ 18,»< 'A FW 58,50 112, 02 »0,401 16,48 1,725 58,365 111- 111,88 1'2,2® 10,$ 4 Ä & Durch Bercmfachung derLtaalSverwallung zur Ersparnis. Berlin, 27. Nov. (WB. Amtlich.) Zwischen der preußischen und der thüringischen Staatsregierung fanden heute vormittag im preußischen Staatsministerium in Berlin unter dem Borsitz des preußischen Ministerpräsidenten und in Anwesenheit der beteiligten preußischen und thüringischen Minister Verhandlungen statt über die Frage, wie durch Bildung von Berwaltungs- gemeinschafteu eine Vereinfachung der Staatsverwaltung unter besonderer Berücksichtigung von Ersparnis Möglichkeiten herbeigeführt werden könne. Es wurde festgestellt, daß es eine Reihe von Sachgebieten gibt, auf denen die Bildung solcher Verwaltungsgemeinschaften möglich ist und daß es wünschenswert sei, in gemeinsamer Arbeit geeignete Pläne aufzustellen. Den Regierungen sollen gemeinsame nähere Vorschläge unterbreitet werden. Der Fall Lampet. 2? e iß e, 27. Rov. (WB.) Die wegen des Fememordes von Wackenau verhafteten Lampel und Schweninger sind gestern den Pächtereßeleuten Hirsch und ihrer Tochter, die früher in Kohlhöhe wohnten, gegenübergestellt worden. Die Zeugen erkannten Lampel und Schweninger als die Offiziere wieder, die damals den Köhler von Kohlhöhe mitgenommen haben. Lampel und Schweninger gaben zu, den Köhler von Kohlhöhe nach Dittersdorf gebracht zu haben. Wie Köhler nach Wackenau gekommen ist, bleibt noch aufzuklären. Lampel und Schweninger b e st r e i t e n aber nach wie vor. daß die Abbeförderung des Köhlers von Berlin 27. Rov. (WB.) Der Vizepräsident des Reichstages von Kardorff sprach in der Vereinigung für Handel und Industrie bei der Deutschen Dolkspartei in Berlin über die ferneren Bestrebungen der Partei. Er wies zunächst auf die z u n e h m en d eP a r te i m u d i g ke i t auf das Wachsen der Zahl der Richtwähler, auf die Parteizersplitterung und den Llnwillen, der in weiten Kreisen über die Haltung der bürgerlichen Wähler herrsche, hin. Einer geeinten Sozialdemokratischen Partei stände ein in etwa acht Parteien gespaltenes Bürgertum gegenüber. Er hob die Rachteile und Vorteile des proportionalen Wahlsystems hervor und betonte, daß das proportionale Wahlsystem bei der Rationalversammlung und bei den Reichstagswahlen die Mittclparteien gerettet habe. Der Redner kritisierte das in Deutschland geltende parlamentarische System und die Form der Kabinettsbildung. Die Stellung des Reichspräsidenten mühte, wenn nicht de lege, dann de facto gestärkt werden. Das Reich müsse ein festes, nicht jederzeit zu stürzendes Kabinett erhalten; der Schwerpunkt mühte in die Präsidentenwahl verlegt werden. — Dann wandte sich der Redner der politischen Aufgabe zu, die nach dem Voung-Plan zu erfüllen sei. Eine Reichs st euerreform eine Kommunalsteuerreform, eine R e i ch s re- form, eine Reform der sozialen Gesetzgebung mit dem Ziele der Vereinfachung, vor allem eine Reform der Arbeitslosenversicherung ohne Erhöhung der Beiträge, die Zurückweisung des Eingriff es der öffentlichen Hand in die Privatwirtschaft und die Wiederherstellung der Rentabilität der Landwirtschaft seien die Forderungen des Tages. Bei unvermeidlichen Differenzen herrsche in den bürgerlichen Parteien über diese Frage eine w e i t - Kohlhöhe den Zweck gehabt habe, ihn beiseite zu schaffen. Daß Köhler Spion war, konnte bisher nicht festgestellt werden, wohl aber steht fest, daß er wegen mehrerer Eigentumsdelikte mit Zuchthaus vorbestraft war und daß er zur zweiten Klasse des Soldaten st andes gehörte. Die Ermittlungen nehmen ihren Fortgang. Der Volksentscheid am Goldenen Sonntag. Ein Protest des Neichsausschusses. Berlin. 27.Rov. (WTB.) Das Präsidium des Reichsausschusses für das deutsche Volksbegehren erläßt eine Erklärung. in der gegen die Absicht der Reichsregierung. den Volksentscheid über das Frecheitsgcsetz auf den 22. Dezember zu legen, schärfster Einspruch erhoben wird. Es fei bisher Brauch gewesen, die Adventsund Weihnachtszeit von Wahl- und politischen Kämpfen freizuhalten. Durch die Festsetzung des Volksentscheides auf den Goldenen Sonntag werde auch die deutsche Geschäftswelt empfindlich geschädigt. Eine Freigabe des zweiten Adventssonn- tages für den Verkauf würde diese Schädigung nicht beseitigen und nur für die gesamte Angestelltenschaft die unnötige Einbuße eines wohlverdienten Ruhetages bedeuten. Außenpolitische Grunde feien um so weniger angängig, als die Verschleppung der Verhandlungen durch unsere außenpolitischen Gegner die Beratung des (Zoung- Plancs im Reichstag gegen Ende Januar unmöglich mache. Die Festlegung des Volksentscheides aus den Goldenen oder den Silbernen Adventssonntag würde dem Sinn der Verfassung widersprechen, die für eine Abstimmung einen Sonn- oder Ruhetag vorschreibe. In der Erklärung wird verlangt, daß der Volksentscheid auf einen Sonntag nach dem 15 Januar festgesetzt wird u"f 1,75 ,728 ,485 2,01 ,06 2,43 ,506 1,8 ,39 ,181 475 ,145 6,99 04« ,49' :,835 2,40 ‘408 13,18 1,022 'S gehende Liebereinstimmung; und theoretisch betrachtet, scheine es verlockend, auf dieser Grundlage eine einheitliche große bürgerliche Staatpartei zu gründen. Das Gefühl der Parteitreue fei in Deutschland ganz besonders stark. Der heutige Zusammenhalt der Partei sei ein sehr starker. Die Wähler fühlten sich mit der Partei verbunden, und wenn heute ein Aufruf zur Gründung einer großen bürgerlichen Staatspartei der Mitte ergehen würde, so würde ein solcher Aufruf den Widerstand der in den Parteien organisierten Elemente finden. Dies seien eben die politisch interessierten Clemente in Deutschland; nicht gegen die Parteien, sondern, wenn überhaupt, dann durch die Parteien könne das Problem gelöst werden. Cs sei falsch zu behaupten, man könne nie mit der Sozialdemokratie zusammenarbeiten; ebenso falsch sei es, zu behaupten, man könne nur mit ihr zusammen- §ehen. So wie die Dinge lägen, sei die Bil- ung einer Arbeitsgemeinschaft unter den stets bereiten und arbeitswilligen bürgerlichen Parteien das Erfordernis des Tages und der Stunde. Diese Parteien könnten dann bei den Wahlen ein Kartell schließen unb mit gemeinsamer Front kämpfen, ähnlich wie dies die Rechtsparteien bei der Reichspräsidentenwahl getan hätten. Die den Parteien zufließenden Gelder könnten gemeinsam verwaltet werden, und die Parteien könnten den Kampf nicht gegeneinander, sondern miteinander führen. Ob ein solches Kartell dann später zur Bildung einer großen Staatspartei führen könne sei abzuwarten. In allen Fällen würde das Zentrum als Partei selbstverständlich immer bestehen bleiben. Ein solch starker Block bürgerlicher Parteien würde in Verbindung mit dem Zentrum in Preußen und im Reich einen maß- gebenden Einfluß haben. Dasliquidierte deutsche Eigentum in England. Bemühungen um einen Vergleich. London. 27. Rov. (T.-Ll.) lieber den In- halt der Vorschläge in der Eigentumsfrage, die die britische Regierung der deutschen Regierung unterbreiten ließ, erfährt der Vertreter der Tele- graphen-llnion aus zuverlässiger Quelle, daß darin die bisher gemachten Vorbehalte hinsichtlich des unliquibierten Eigentums fallengelaffcn werden. Die britische Regierung ist danach bereit, dieses Eigentum voll zurückzugeben, ohne länger eine Ausnahme für die bereits in Angriff genommenen, unzureichend aufgeklärten und ähnlichen Fälle zu machen. Dagegen hält die britische Regierung in der Frage der Liquidations- Überschüsse unverändert an ihrem bisherigen Standpunkt fest. Die finanziellen Schwierigkeiten, die einer Aenderung der ablehnenden Haltung Londons entgegenstehe.i, werden auf deutscher Seite nicht verkannt. Wie aus sicherer Quelle verlautet, bereitet man nun Vorschläge für einen Vergleich vor, der Deutschland wenigstens eine teilweise Erfüllung feiner Forderungen sichern würde, ohne daß Snowden gezwungen wäre, die hierfür erforderlichen Mittel haushaltsmäßig aufzubringen. Die britische Regierung hat stets den Grundsatz vertreten, daß sie von Deutschland nur soviel Reparationen wünsche, als sie zur Deckung ihrer eigenen Verpflichtungen an Amerika brauche, Sinter dem FZoungplan ergäbe sich so bereits im ersten Jahr ein Heber- schuß von etwa einer Million Pfund, der sich ün Verlauf der Zeit steigern würde. Ein Bericht auf diese Summe würde, auf eine gewisse Reihe von Jahren verteilt, eine Teil- befriebigung der deutschen Ansprüche zulassen. Snowden macht Schule. Tatz beschlagnahmte Eigentum in Frankreich. e Paris, 27. Rov. (WTB.) Im Kammeraus- schuß für Auswärtige Angelegenheiten fand «'ne Aussprache über die Rheinlandräumung statt. Cs wurde ein Unterausschuß ernannt, der iiic Bedingungen, unter denen die Räumung des cntmilitarifiertcn linken Rheinufers sich vollziehen wird, prüfen soll. Rach der Agentur Havas hätten die AuFchuhmitglieder, die hinsichtlich der Rheinlandräumung Einwendungen erhoben, hauptsächlich betont, daß die Besetzung eine S ich e r he i t s g a r a n t ie für Frankreich gewesen sei. Man würde also ihrer Ansicht nach die Räumung ohne gewisse Garantien nicht vornehmen können. Ein Unterausschuß soll a n Ort undStelle einellntersuchung vornehmen und seine Schlußfolgerungen noch vor dem 4. Januar, also vor Eröffnung der zweiten Haager Konferenz, dem Kammerausschuß vorlegen. Der Ausschuß habe sich auch mit der Frage der Zurückerstattung beschlagnahmten deutschen Besitzes beschäftigt, es seien mehrere Einzelfälle erwähnt worden, so der Fall der Bergwerke von Röchling und der Gebrüder Mannesmann. Man habe an die vom englischen Schahkanzler Snowden eingenommene Haltung erinnert. Der Ausschuß fei anscheinend, ohne jedoch einen Beschluß gefaßt zu haben, der Ansicht gewesen, sich entsprechend auch in Frankreich zu verhal- t e n. Der Abgeordnete Dubois sei beauftragt worden, demnächst einen ausführlichen Bericht vorzulegen. Der Polenvertrag. Ernste Bedenken im Auswärtigen Ausschuß. Berlin, 28. Rov. (TU.) Im Auswärtigen Ausschuß wurden, wie am Mittwoch die „Boss. Ztg." berichtet, von Vertretern fast aller Parteien, mit Ausnahme der Sozialdemokraten, leb- hafte Bedenken gegen den P 0 len - vertrag geltend gemacht. Dabei hätten die Redner der Deutschnationalen und des Zentrums insbesondere Zweifel daran geäußert, ob der polnische Staat die in dem Liguidationsabkommen übernommenen Verpflichtungen wirklich genau einhalte und nicht Mittel suchen w.rde, auf dem Wege über die innere Gesetzgebung die eben gemachten Zugeständnisse an Deutschland wieder zu umgehen. Der deutsche Gesandte in Warschau. Ulrich Rauscher, habe auf Grund seiner Erfahrungen in Warschau demgegenüber die Auffassung vertreten, daß sich Polen an die einmal eingegangenen Verpflichtungen halten werde, da es selbst stark an der Durchführung des Vertrages interessiert fei. Vertreter anderer Parteien hätten Bedenken gegen die für Deutschland entstehenden erheblichen finanziellen Belastungen geäußert. Die Ansprüche der deutschen Staatsbürger, deren Eigentum in Polen beschlagnahmt worden sei. Dürden jetzt noch auf etwa 300 Mill. Mk. geschäht, und es werde sich die Frage ergeben, sb Deutschland diese Entschädigung in vollem Umfange auszahlen oder durch Teilentschä- bigungen die Ansprüche abfinden solle. In leh- lerem Falle könne auch die Rotwendigkeit ent« sichen, daß solche Beschlüsse mit Zweidrittel- Hehrheit gefaßt werden müßten, weil sie in getoiffen Punkten der Reichsverfassung widersprachen, während bei einer vollen Entschädigung las Reich ungewöhnlich stark belastet beiden würde. Wan habe allerdings diesen De- rcnken gegenüber auch nicht verkannt, daß es ein «Ha« Sie EiJfttQ|[a'W nöt. ; ff» Mi( ^watet Straße. her kommt unb nÄVnöet man 5 Te.cmde Qn Stelle ’J? 5uLelh)Q 500 w .Überhaupt M 1 Alte befindet 5 ’rnrf'? retD*l?T an‘ der linken M. Gute Schuhe und Die Passanten dieser 1 man beim Vorbei- »üverlen unweigerlich w nut Schaden er- ä auf dieser Sirahrn. raus hervor, dch am c'che Mhmarer tzii> chen begeben wollten, Sten, ali diese Land- Weit dieses Straßen- rdor, als alle anderen sich in guter Ordnung lftrahenbauverwaltung stand auf d'.e e; Land- nerk schenken und für Keses Hebels sorgen. Einer für biete. iefaal 3. Klaffe it Dahnhos. im Eichener Dahnhos lt zum Gegenstand des rsuchrr geworden. Der >es größten Teiles des ubcren Zustand, ferner cheiten vorhanden, zur nöet man nur einen lern sind in dem Raume t mit Gepäck und Klei- in dem ganzen Darteen befinden. Der Seng vffenstchende Tür tavtäumtn in den zu- , Dartesaaies herein- als angenchm. Durch 1 zahlreichen Reisenden 1 Warteraum verleidet, g möge schleunigst für Wände Sorge tragen, des Dartefaals 3. Kl. -r Waltion. )ne Verbindlichkeit der itung.) esse lautet: Kreisschulrat i, Kreisamt. ttüniW* «Ä kAstÄ in dued' Die deutsche Gefahr. Dreieinhalb Milliarden für die Instandsetzung der französischen Ostgrenze. Jriedensverhandlungen zwischen Moskau und Mulden. Moskau, 27. Nov. (Telegraphenagentur der Sowjetunion.) Tschau ghswehliang stellte in einem Telegramm an Litwinow den Antrag, die Lage an der Ostchinabahn, wie sie vor dem russisch- chinesifchen Konflikt bestand, vollständig wieder- herzustellen sowie den ehemaligen Direktor und den stellvertretenden Direktor der Ostchinobahn wieder in ihr Amt einzuseh'en. Volkskommissar Litwinow antwortete ; u st i m m e n d und schlug die Entsendung von chinesischen Bevollmächtigten nach Chabarowsk vor, um die technische Durchführung der erwähnten Vorschläge mit Vertretern des Außenkommissariats und die Festsetzung des Termins und des Ortes für die Einberufung einer rufsisch.chlnesifchen Konferenz zu besprechen. Der Gtatin-Kurs in Rußland. Stalins Regiment in Sowjetruhland wird von Tag zu Tag schärfer. Wer nicht pariert, seht sich schwersten Verfolgungen aus. Aus dem Lande hören die Erschießungen von Bauern, die sich gegen die Moskauer Gewaltmaßnahmen auflehnen, überhaupt nicht mehr auf, in den Städten kommt die Tscheka einer Verschwörung nach der andern auf die Svur. Aber auch innerhalb der Beamtenschaft steht es nicht zum besten. Erst kürzlich ist in der Berliner Handelsvertretung gründlich aufgeräumt worden. Darüber hinaus hat die Tscheka eine ganze Reihe von Beauftragten in alle diplomatischen Vertretungen entsandt, um Personen, die den Stalin-Kurs miß- billigen, abzuhalftern. Auf diese Weise sind in den letzten Monaten auch zahlreiche Diplomaten an die frische Luft gesetzt worden. Wir denken vor allem an Herrn Bessedowski in Paris, dann an Herrn Tschitscherin, der gezwungen wurde, seinen Abschied einzureichen. Jetzt soll auch Krestinski, der Berliner Botschafter, auf der schwarzen Liste stehen. Schließlich darf nicht vergessen werden, daß neben Bucharin und Tomfki, zwei verdienten bolschewistischen Revolutionären, der Präsident des Rates der Volkskommissare, Rhkow, bei Stalin in Ungnabe gefallen ist und seines Amtes enthoben werden soll. Wenn Stalin in dieser Weise weiter regiert, wird er wohl über kurz oder lang auch die Getreuesten seiner Getreuen in Acht und Dann tun müssen. Die Machtverschiebung in Moskau. Berlin. 28. Rov. (Priv.-Tel.) Wie die -'S 3.“ meldet, wird die Llnterwerfung der Gruppe Bucharin - Ryk0w schon in nächster Zeit die lange erwarteten Veränderungen in den höchsten Regierung s st e l l e n bringen. Das nach außen hin höchste Regierungsamt der Sowjetunion, der Vorsitz im Rate der Volkskommis- s a r e , wird von Rhkow niedergelegt werden und soll wieder mit der le. tcnden Gruppe in der kommunistischen Partei, dem Stalin-Kreis verbunden werden. Ob Stalin selbst das oberste Regierungsamt übernehmen und damit seinen alles beherrschenden Machtwillen auch nach außen hin bekunden wird kann aus persönlichen Gründen bezweifelt werden, und es gelte für wahrscheinlicher, daß Molotoff, der erste Gehilfe Stalins im Parteisekretariat, den Dor- sitz im Rat der Volkskommissare übernimmt. In gut unterrichteten Kreisen nenne man für diesen Posten auch den bisher politisch wenig hervor- getretenen Andrejew den Dorsi! enden des Rationalitätenrates, um Molotoff im Präsidium der Kommunistischen Internationale belassen zu können. Rhkow werde auf einen außenpolitischen Posten gestellt werden. In der D e r I i n e r Reise des stellvertretenden Außenlommissars K a r a ch a n und seinen Beratungen mit dem Botschafter Krestinski sieht das Blatt die Möglichkeit der Berufung Kristinfkis in tie Mos- kauer Zentrale und der Reubesehung des Berliner Postens. Tschitscherin läßt sich in Wiesbaden nieder. Berlin, 27. Nov. Der stellvertretende Außen- fommiffar Karachan hatte in Wiesbaden eine längere Unterredung mit dem Außenkommissar Tsch11scherin. Der Auslandurlaub Tschitscherins wird vorläufig auf unbestimmte Zeit verlängert werden. Tschitscherin wird noch m i n r b e ft e n 5 ein Jahr im Ausland bleiben. Er hat Wiesbaden zu feinem ständigen Wohnsitz im Ausland gewählt. Kr. 279 Erstes Blatt 179. Jahrgang Donnerstag, 28. November 1929 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Mark geschätzt werden. Es ist nun. dein Vemeh- men nach, angeregt worden, zunächst eine Anleihe von 2,5 Milliarden Mark aufzu- nehmen, von denen jährlich 4 6 0 Millionen Mark verbraucht werden sollen. Die Aufbringung dieses Betrages w.rd voraussichtlich zu 200 Millionen Mark aus der Kraftfahrzeugsteuer, zum restlichen Teil aus allgemeinen Steuern erfolgen. Gerecht- fertigt erscheinen diese Zahlen nach Ansicht der Interessenten dadurch, Daß man auch vor dem Kriege rund 75 Millionen Mark für Ausbau und Unterhaltung der Straßen ausgegeben hat. Oie Tragödie der drei Koblenzer Zahnärzte. Di« Auffindung der Leichen der vermißten Zahnärzte ist im wesentlichen den Bemühungen des Bruders des verunglückten Dr. Salomon, des Hausarztes Dr. Oskar Salomon, zu verdanken, der die Polizei und die Rheinstrombauverwaltung immer wieder darauf hjngewiescn hat, daß die Vermißten nii r in den Rhein geraten sein könnten Besonders tragisch ist das Schicksal von Dr. Salomon und Fräulein Dr. Heinzmann. Sie waren am Buß- und Bettag mit einer Sonntagskarte zu der zahnärztlichen Tagung nach Mainz gefahren und wollten von dort wieder mit der Bahn zu- rückfahren. In Mainz ließen sie sich aber von Dr. Meyer bereden, in seinem neuen Opelwagen mit nach Koblenz zurückzufahren. Dr. Salomon hinter- läßt Frau und zwei Kinder, Dr. Meyer ist ledig. Besonders schwer getroffen ist die Mutter von Fraulein Dr. Hcinzmann, die durch den Tod ihrer Tochter ihre einzige Stütze verloren hat. Das Unglück ist durch die irreführende Anlage der Straße entstanden. Die Straße überquert hinter Ingelheim die Bahn. Wenige Meter weiter zweigt die Straße nacb Frei-Weinheim rechts ab, während die Straße nach Bingen gerade- cms führt. An der Abzweigung befindet sich aber eine sogenannte Verkehrsinsel, auf der — also im Straßenzuge — ein Haus steht, so daß dem fremden Bcfahrer die rechts abzweigende Straße mehr ins Auge fällt. Außerdem dürfte Dr. Meyer, der am Steuer saß, im Rebel noch die Lichter von Frei-Weinheim gesehen haben und darauf zugefahren sein. Er durchquerte den Ort, ohne zu erkennen, daß die Straße etwa 3 0 0 M et er weiter im Rhein endet. Das Unglück muß kurz nach 8 Uhr abends geschehen sein, da die Autouhr auf 8,05 Uhr stehen geblieben war. Auf Veranlassung des Bürgermeisters von Frei-Weinheim wurde der Rhein an. der in Betracht kommenden Stelle abgesucht. Kurz nach Beginn der Rachforschungen bemerkte man im Rheinbett einen gröberen Gegenstand an einer Stelle, wo der Rhein etwa vier Meter Tiefe hat. Man stieß mit Stangen danach und traf einmal auf Eifen. einmal auf Gummi, so dab die Vermutung nahe lag, dab man es mit dem gesuchten Auto zu tun hatte. Unter großer Anstrengung gelang es, den Gegenstand ans Ufer zu bringen, und es war in der Tat das Auto mit den drei Verunglückten, Zu unterst im Auto lag die Leiche Dr. Salomons, mit dem Kopf in das Polster gepreßt, über ihn lag^räu- lein Dr. Heinzmann und etwas seitlich Dr. Me'.'er, der jedenfalls das Auto geführt hatte. Der Wagen ist nicht in den Rhein gestürzt, sondern in das Wasser hineingefahren. Es kann auch kein Zusammenstoß mit einem festen Gegenstand stattgefunden haben, da der Wagen so gut wie unbeschädigt war. Er hatte nach dem Durchfahren des Ortes noch eine Strecke von etwa 300 Meter zurückgelegt, und war dann, wie man annehmen kann, mit ziemlicher Schnelligkeit in den Rhein gefahren. Aus einer Seite war ein Fenster beschädigt, doch ist diese Beschädigung jedenfalls darauf zurückzuführen, daß sich das Auto im Wasser auf die Seite legte. Die Leichen wurden im Auto nach dem Friedhof gebracht und dort aufgebahrt. Aus aller Welt. Aerzie als Opfer ihres Berufs. Der am Elberfelder Bakteriologischen Institut als Assistent tätig gewesene Dr.med.Brendeke aus Mettmann zog sich vor etwa sechs Wochen beim Sezieren einer Thphusleiche eine Infektion zu. Zu dem Typhus gesellte sich eine doppelseitige Lungenentzündung, an deren Folgen Dr. Brendeke jetzt gestorben ist. Vor zwei Iahren war bereits ein Mettmanner Mediziner, Dr. med. Eugen Köster, an den Folgen einer Leichenvergiftung gestorben. Etwa ein Iahr später wurde ein anderer junger Mettmanner Mediziner, Dr. med. Hastert, der auch als Praktikant in Elberfeld tätig war, von demselben Geschick ereilt. Erleichterungen im telephonischen Fernverkehr. Der Arbeitsausschuß des Verwaltungsrats der Deutschen Reichspost nahm Verbesserungen im Fernverkehr an. Bei dringenden Ferngesprächen kann der Anmelder künftig eine bestimmte, festeZeitfürdieHerstellungderVer- b i n d u n g vorschreiben. Die H ö ch st d a u e -r der Ferngespräche wird von sechs auf zwölf Minuten erweitert. Für Tagungen, für die Uebertragungen von Reden usw. können Fernverbindungen auf eine Stunde und länger bereit gestellt werden. Eine Reche von Erleichterungen ist für das Zustandekommen von Gesprächen vorgesehen, für die eine Person zu einer Sprechstelle herbeigerufen wird. vorkriegsgeschwindigkeiten der Eisenbahn. Durch die Beschlüsse der Fahrplankonferenz in Warschau für das Iahr 1930 sind auf verschiedenen deutschen und internationalen Eifen- bahnstrecken auch die Vorkriegsgeschwindigkeiten wieder erreicht und zum Teil auch überholt worden. So werden vom nächsten Frühjahr ab auf den Strecken von Berlin nach Breslau, Halle und Köln schnellere Zeiten als vor dem Kriege erzielt werden. Die höchste Geschwindigkeit wird der O-Zug Hamm - Hannover haben, der diese 178 Kilometer lange Strecke in 118 Minuten durchfahren wird. Daneben gibt es noch drei Linien, die mit einer Durchschnittsschnelligkeit von mehr als 80 KUornetec gefahren werden: Berlin- Halle, Berlin — Breslau und Berlin-Hamburg. In England und Frankreich sind die Geschwindigkeiten allerdings noch weit höher. Von Swindon nach London werden 106 Stundenkilometer gefahren und von London nach Bristol 95. Von Paris nach 01 Quentin werden 99,9 Durch- schnittskilometrr gefahren und von Da-, »ach Bordeaux 99,8. Damit werden sogar die Fahrzeiten der großen amerikanischen Transkontinentalstrecken zum Teil überholt. Dr. Richter zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Der Binger Arzt Dr. Richter, der vom Bonner Schwurgericht wegenErmordungderFrau Mertens zum Tode verurteilt worden war, ist nunmehr zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Dr. Richter wird in den nächsten Tagen in das Zuchthaus Rheinbach übergeführt werden, wo auch der zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigte Kölner Arzt Dr. Bröcher seine Strafe verbüßt. Amerikas größtes Flugzeug vernichtet. Das größte jemals in Amerika gebaute Flugzeug, der für 32-Passagiere berechnete Fokker-Eindecker F 32, ist in der Rähe des Flugplatzes Rooseveltfield verunglückt und durch Brand vernichtet toorben. Das Flugzeug rammte infolge nicht genügender Flughöhe ein Haus der in der Räh? des Flugplatzes liegenden Ortschaft Carleplace, stürzte zu Boden und ging in Flammen auf, wobei noch zwei Gebäude an der Änglücksstelle Feuer fingen und niederbrann» ten. Die Fluggäste konnten sich retten. Das Flug» zeug hatte den Flughafen Teterboro mittags zu Probeflügen verlassen: über Rooseveltfield traten Motor st örungen ein, die das Alnglüd herbeisührten. F 32 war für den transkontinentalen Pasmgierdienst gebaut. Der neue Koblenzer Regierungspräsident. Mit Ermächtigung des preußischen Staats- Ministeriums hat der Minister des Innern dem Vizepräsidenten beim Oberpräsidium in Koblenz, von SYbel, zunächst kommissarisch die Verwaltung der Regierungspräsidentenstelle in Koblenz übertragen und ist mit dem Provinzialausschuß der Rheinprovinz wegen Cinverneh- mens über Die endgültige Besetzung der Stelle in Verbindung getreten. Deutsche Docks als Reparationsleistung für Frankreich. Das große Schwimmdock der Stettiner Werft Rüscke & Co., die im Konkurs liegt, soll als Reparationslieferung für die fran- zösische Regierung abgeliefert werden. Die Hoch- seeschlepper „Gimfon“ und „Seeadler" werden es zunächst zu den Flenderwerken nach Lübeck bringen, von wo es nach einigen Wochen nach Casablanca in Französisch-Marokko geschleppt werden wird. Hessischer Landtag daß des Annalen Anträgen nur zustimmen, wenn man auf dieser Seite die Iugend im Sinne Wortes „Rie wieder KriegI" erziehe. Der trag wird für erledigt erklärt. Ministerialdirektor LI r st ad t stellt fest, in den hessischen Schulen bei allen Gedenktagen großer Männer oder für Deutschland bedeutender Ereignisse entsprechende Hinweise ge- Kommunisten angenommen. Alsdann begründet Abg. Frau H e r ä u s (Dn.) einen Antrag ihrer Fraktion, der einen Hinweis in den Schulen anläßlich der 10. Wiederkehr des Tages der Llnterzeich- nung des Versailler Vertrages verlangt. Der Widerstand der Iugend gegen das Llnrecht von Versailles müsse gestärkt werden. Abg. Kaul (Soz.) will solchen deutschnatio- auch Darmstadt, 27. Rov. Zur Beratung steht die Regierungsvorlage über die Bewilligung von Derufungsforderungen bei Besetzung des durch Emeritierung von Professor Dr. Elbs frei gewordenen ordentlichen Lehrstuhls für Chemie an der Universität Gießen. Die Vorlage wird gegen die Stimmen des Bauernbundes, der Demokraten und Len Amtsbezeichnungen mit anderen Ländern. Sie wünsche darum eine generelle Regelung. Allerdings wolle die Regierung keine Beamtengruppe benachteiligen: die Lehrerschaft möge unter sich zu einer möglichsten Gleichartigkeit gelangen. Schließlich wird der Ausschußbeschluh, den Antrag Böhm-Werner, für die Beamten in Klasse 4a und 4b die Amtsbezeichnung „Oberlehrer" einzuführen, der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. Qlbg. Hammann (Komm.) verteidigt in längeren Ausführungen die Anträge auf Verbesserung der sanitären Anlagen in Den Volksschulen und vermehrte Schulspeisung in den hessischen Volks- und Fortbildungsschulen. Die Regierung müsse den Gemeinden die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen. Ministerialdirektor H r ft a D t erklärt, die Regierung stehe auf dem Standpunkt, daß bei der Kinderspeisung eine Auswahl nach dem Gesundheitszustand des Kindes und Den sozialen Verhältnissen ftattfinDen müsse, während die Kommunisten die unmögliche obligatorische Schulspeisung forderten. Heute würden täglich 26 0 0 0 Kinder aus Mitteln des Landes, des Reiches und Der Gemeinden gespeist. Es geschehe in Hessen in dieser Hinsicht sehr viel, und die kommunistische Kritik sei durchaus unzutreffend. — Die Anträge werden abgelehnt. Bei der Debatte über Maßnahmen zur Förderung des Absatzes heimischer Produkte wendet sich Wirtschaftsminister Korell gegen einen Wirtschaftschauvinismus. Die Frage Der Drosselung Der Einfuhr ausländischer Luxus ge gen stände sei aber außerordentlich wichtig. Die heimischen Produzenten dürften anderseits selbst aber nicht zum Kauf ausländischer Erzeugnisse neigen. Er werde darauf hinzuwirken versuchen, daß bei der Reuauflage von Schulbüchern, da die Einführung einer besonderen Fibel über Den Wert der heimischen Erzeugung nicht möglich sei, auf Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Verbrauches heimischer Produkte hingewiesen werde, um schon bei Der Iugend der Sucht nach ausländischen Waren zu steuern. Abg. Dr. Werner (wild) fordert diktatorische Zollmaßnahmen zur Drosselung Der Cfnfuhr von Getreide. Abg. Schott (D. Dp.) erkennt den Wert der Schulaufklärung an. Wichtiger sei aber die Aufklärung und Umstellung der Erwachsenen. Zoll- maßnahmen seien nicht zu entbehren. Schließlich wird der Antrag, bei gegebener Gelegenheit in den Schulen entsprechende Hinweise auf Die BeDeutung Der heimischen Erzeugnisse zu geben, der Regierung als Material überwiesen. Abg. Böhm (Dn.) fragt wegen der Durchsuchung von Stahlhelmmitgliedern nach Waffen in Darmstadt am 31.Mai 1929, auf wessen Veranlassung und auf Grund welcher Bestimmungen dieses Vorgehen erfolgt fei. Ein Regierungsvertreter erklärt, daß die Durchsuchung auf Anordnung des Polizeiamtes Darmstadt wegen des Verdachtes der Bewaffnung von Stahlhelmmitgliedern ftattfanD. Weiterberatung am Donnerstag. geben werden. Abg. Böhm (Dn.) begründet den Antrag auf Reuregelung der Amtsbezeichnungen Der an Volksschulen tätigen Lehrkräfte. Gerade bei der Lehrerschaft fei man in der Amtsbezeichnung zurückgeblieben. Abgesehen von Der Besoldungsklasse und dem Dienst- alter möge verdienten Lehrern eine würdige Amtsbezeichnung wie Oberlehrer oder Haupt- lehrer gegeben werden. Abg. Saul (Soz., schlägt vor, „Volksschullehrer, DolkSschulobcrlehrer und Dolksschul- meister" als Bezeichnungen einzuführen. Abg. Winter (Zentr.) wendet sich gegen diese Behandlung eines Antrages, der den Wünschen Der Lehrerschaft entspreche. Eine Titelsucht liege Der Lehrerschaft fern. Wenn sich ein alter Lehrer nur als „Lehrer" bezeichnen könne, nehme man an, daß er sich habe etwas zuschulden kommen lassen. Die Erklärung der Regierung, die Frage solle bis zur allgemeinen Regelung Der Dienstbezeichnun- gen zurückgestellt werden, genüge nicht. Abg. Reiber (Dem.) fragt, warum die Sozialdemokraten die A b st u f u n g der Amtsbezeichnur.'' bei den Lehrern nicht durchführen wollten. Die Regierung möge Den Ausschußbeschluß, Die Lehrer in Klasse 4a und 4b ,^O b e r 1 e h r e r" zu nennen, schnellstens durchführen. Abg. Sri. Birnbaum (D. D.) unterstreicht Die Ausführungen Des Vorredners, weil für Die Lehrer kein Ausnahmerecht geschaffen werden dürfe. Abg. Kaul (Soz.) erklärt, seine Beamteiffreund- lichkeit sei bekannt, aber die Titelsucht greife zu stark um sich. Abg. Hammann (Kam.) wendet sich dagegen, daß ein Teil der Beamten Titel fordere, um später Die Mittel für diese Stellung zu verlangen. Er lehnt den Antrag ab. Staatspräsident Adelung bedauert die ungeheuere Verwirrung, die in den einzelnen Ländern bei Den Amtsbezeichnungen eingerissen sei. Die Beamtenschaft täte gut daran, diesem Hebel entgegenzutreten. Die Regierung erstrebe eine möglichste Gleichartigkeit in Kleine Vorlagen im Reichstag. B e r I i n, 27. Rov. (VDZ.) Der Reichstag tritt nach der Herbstpause in die erste Beratung des Gesetzes über Ausfuhr von Kunstwerken. Das Gesetz soll in seiner Geltungsdauer bis zum 31. Dezember 1931 verlängert werden. Dazu kommt nach Dem Entwurf Die Aenderung, daß in Dem Ausschuß, an dessen Zustimmung Die Erteilung Der Genehmigung zur Ausfuhr eines Kunstwerkes gebunden ist, als Vertreter der finanziellen Interessen des Reiches künftig nicht mehr ein Vertreter des Reichs- bankdirektoriums, sondern ein Vertreter des Aeichsfinanzministers sitzen soll. Abg. Dr. Schreiber (Z.) begründet eine ®nt* schließung, in der die Reichsregierung ersucht wird, zu erwägen, mit Oesterreich über die Ausfuhr deutscher Kunstwerke in Verbindung zu treten mit dem Ziele, eine Hebereintunft im Sinne einer möglichst umfassenden Erhaltung des gesamtdeutschen Kunstbe- sitzes zu erreichen. Ministerialdirektor Pellengahr erklärt, DaL bestehende Gesetz habe dem deutschen Volk viele Kunstwerke erhalten. Die Reichsregierung sei der Meinung, daß zur Zeit auf den Schuh des deutschen KuMbesitzes noch nicht verzichtet wer- den kann. Der Schutz könne heute freilich enger beschränkt werden auf wirklich deutsche Kunstwerke. Die Regierung werde prüfen, wie weit auf diesem Gebiet eine Zufammenarbeit mit Oesterreich möglich fei. Abg. Schulz, Bremen (Soz.) weist auf Die Rotlage der deutschen Künstler hin. Die Regierung sollte erwägen, in welcher Weise durch Reich und Länder dieser Rotlage gesteuert werden könnte. Abg. v. Linde iner-Wildau (Drll.) beantragt die Aeberweisung der Vorlage an den Rechtsausschuß. Es müsse geprüft werden, ob Die Schädigung, Die Demjenigen zugefügt wird, dem Die Ausfuhrerlaubnis verweigert wirb, nicht irgenDwie auszugleichen ist. Internationalen KunsthänDlem werde Die Ausfuhrerlaubnis vielfach leichter erteilt als Deutschen Familien, die Durch wirtschaftlicheRot zum Verkauf von Kunstwerken gezwungen sind. — Der Redner begrüßt die Entschließung Dr. Schreibers. Die Vorlage geht an den Rechtsausschuß. Hierauf kommt das Gesetz über Relchszuschüsse für die Ansiedlung von Landarbeitern zur ersten Beratung. Der Gesetzentwurf ermächtigt das Reich, Zuschüsse auf die Dauer bis au 10 Iahren zu leisten. Die Zuschüsse sollen in der Regel nur gewährt werden, wenn der neue landwirtschaftliche Kleinbetrieb a l s Reichs- h e i m ft ä 11 e oder unter gleichartiger Bindung begründet wird. Abg. Behrens (Dnt.) bemängelt die bisherige Praxis der ßanbarbeiteranfieblung. Es sollte mehr auf die Wünsche und Bedürfnisse Der Siedler Rücksicht genommen werden. Den örtlichen Verhältnissen müsse Rechnung getragen werden. Die Beleihungsgrenze sollte der Teuerung entsprechend erhöht werden. — Der Redner begründet eine Interpellation, die sich gegen Die Sperrung Der Mittel aus Der produktiven Erwerbslosenfürsorge für den Bau von Landarbeitereigenhei- men wendet, Aushebung der Sperre und Entschädigung der Siedler verlangt. Reichsarbeitsminister Wissell ec- I widert, Die im Etat vorhandenen Mittel hätte» nicht ausgereicht, um den FörderungS» anträgen zu entsprechen. Ich habe, so fährt bet Minister fort, schon einen Vorgriff auf die Mittel aus dem nächstjährigen Etat tun müssen, um die dringendsten Anträge auf Förderung von Eigenheimen zu berücksichtigen. Seit 1921 bis zum 1. Oktober dieses Iahres sind 55 330 Landarbeiterwohnungen errichtet worden mit einem Kostenaufwand von 160 Millionen aus Mitteln des Reiches und der Länder. Mit dem vorliegenden Gesetz sollen nur Grundlinien gegeben werden. Die Regelung im einzelnen soll den Ausführungsbestimmungen überlassen bleiben. 2lbg. Schmidt- Köpenick (Soz.) begrüßt die Vorlage. Die Aussührungsbestimmungen müßten so gestaltet werden, daß nicht durch das Eigenheim die Freizügigkeit des Landarbeiters praktisch aufgehoben wird. Während in der Republik in acht Iahren 55 000 Landarbeiterwohnungen errichtet wurden, feien es im alten Preußen in den Iahren 1903 bis 1919 nur ganze 420 Landarbeiterwohnungen gewesen. Diese Sünden des alten Staates müssen jetzt von Dem ärmeren neuen Staat gut- gemacht tocrDen. — Die Vorlage geht an den Siedlungsausschuh. Cs folgt der Gesetzentwurf über Berg- m a n n s s i e d l u n g e n , der die jetzige Rechtsunsicherheit auf Dem Gebiete Der Bergmannssiedlungen beheben will. Es sind darin auch Die einzelnen Treuhandstellen aufgeführt, Die Die zum Tergmannssiedlungsvermögen gehörenden Rechte im eigenen Ramen geltend machen können. Die Vorlage wird dem Wohnungsausschuh überwiesen. Der Gesetzentwurf über Entschädigungen auf Grund des Branntweinmonopols geht ohne Debatte an den Steuerausschuh. Der Gesetzentwurf will für die Entschädigungsfälle, Die noch nicht Durch Vergleich geregelt sind, eine gesetzliche Entscheidung über Die Auswertung der im ersten Monopolgesetz festgesetzten, durch Die Inflation entwerteten Entschädigungssätze treffen. Abg. Gräf, Dresden, (Komm.), begründet hierauf einen Antrag auf Auszahlung einer winterbeihilfe aus Reichsmitteln an Die Erwerbslosen, Sozial- unD Kleinrentner sowie alle Fürsorgeberechtigten. Die Dechilfe soll 30 Mk. für Die Hauptunterstühungsempfänger unD 10 Mk. für Die Llnterhaltungsbercchtigten unD Die Empfänger von Waisenrente betragen. . Reichsarbeitsmini st er Wissell weist darauf hin, daß im Iahre 1927 Die Weihnachts- bechilfe trotz Der kleinen Beträge, Die auf Den einzelnen kamen, einen Kostenaufwand von 27 Millionen erfordert habe. Die Regierung habe es Datum für bester gehalten, statt einmaliger Beihilfen Die Renten dauernd zu verbessern. (Anruhe und Zurufe bei Den Kommunisten.) 150 Millionen hat das Reich zur dauernden Aufbesserung Der Sozialrenten bewilligt mit Zustimmung Der Kommunisten. Der vorliegenDe Antrag der Kommunisten, Der nur unzureichende einmalige Beihilfen verlangt, würde 170 bis 180 Millionen zur Deckung erfordern, ein Betrag, über Den Die Reichskaste nicht verfügt. Da steht Die Regierung auf Dem Standpunkt, Daß eir.e dauernde Besserstellung der Sozialrentner dem Weg fol ger einmaligen Bei ^il en vorzuziehen ist, wie sie der kommunistische Antrag fordert. Der kommunistische Antrag wird gegen die Antragsteller abgelehnt. — Donnerstag: Kleinere Vorlagen. Die erste Lesung des Fcecheitsgesetzes soll am Freitag erfolgen. Oie Weiterlaqe. WitWoch. 27.NoVemt>. 19297" .Nord] Thorstiavi ouvS'lO Jagtnf. jti HamtJQ.uj’-ß 5 O woIXtnfos O ntitv. c» naio oedtcM. ® wolkig, o ocdedti • u * Sehnte äGraupein a Nebel K Orwit-er.^windjtille. O-x xhf leichte» o$i massige» SOdsuawest normucne- -tordweil Bit Piene fliegen n>n gern winde Die 0ei den Stationen stehenden Zahlen gevtn die Temperatur an. Die Linien cerpinden Orte mH gleiche* aut neeresmveau umoerechneten LultdrucX Wettervoraussage. Unter erneutem Druckfall hat sich die gestern im Raume von Irland bemerkbar machende Warmluft sehr rasch ostwärts ausgedehnt und heute morgen schon erneute Niederschläge gebracht, die bis nach Westdeutschland oorgreifen. Die Warmluftwelle wird ihr Regengebiet auch bis über unseren Bezirk führen, so daß bereits im Laufe des heutigen Tages Nieder» schlüge auftreten, die zunächst auch morgen noch an« halten. Die Temperaturen steigen wieder an, und das Wetter bleibt trübe und wolkig. WetterooraussagefürFreitag: Meist wolkiges, trübes und mildes Wetter mit zeitweisen Niederschlägen, südliche bis südwestliche Winde. Wettervorhersage für Samstag: Nachlassen Der Niederschläge, jedoch noch vereinzelte Scyauer, wolkig vorübergehend, auch ausheiternd, mild, jedoch etwas kühler. Lufttemperaturen am 27. November: mittags 8,5 Grad Celsius, abends 5,9 Grad: am 28. November: morgens 4,7 Grad. Maximum L,7 Grad, Minimum 0,3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. November: abends 5 Grad: am 28. November: morgens 3,6 Grad Celsius. — Niederschlag 0,2 mm. — Sonnenscheindauer IX Stunde«, Sius Schon spüren'^ und 3n dc wiiren. ‘ und auf tibW anM um die l gul uns . Dielen i wie unser Missen n«4 i deren W- nicht mv die nutzt Sang tn Erquiclu- Und slm det Arn Walde i freuen, Stämmd die alt u daß sie, ZrüM des A werden. 3a, » Das wissc Md es lang, die Vorräte t in Wald wenn ihr sorgend h kamen, ur wird es e und regn knospen । 2lüte w Wer i schenkt - wie die und ew an die $ sich einen verbände Gläubige, kann wiss für alles ÄerW flau ihm zeitig ihr einivchte, hinweghe schmecken Städter Gatten, Gott fei’ sei«s n und tM natur so fa Zahlen r< denAuhe am ’Srib ciiMen mich que Enden j allem j Und i nebenbe doch am gen K, in unser allem d, einer ü allein de gibt es tvissen foi Dichter u, bn Dir j teiges : audj wirk Men, h sucht, derc dert einn gesehen? war vor । nut, der ragte ich sung - (t 7 endlich Der Dub n las qu «men du Ä« 'brein Ki terlaae. 97' aM$S @4j 0510 6 Jasmafzi Zigarette »»»» LU. Von der Landes Universität. Dr. Alfredo Cavaliere hat seine italienischen Hebungen begonnen. Diese finden Freitags von 4 bis 6 Uhr im Vorlesungsgebäude statt. Kegemag-Wohnungen. OieWohnungsbauten derHessifchen emeinnützigenA.-G. für kleine Wohnungen. ing US Heilmitteln ial» und Kleinrentner M Die Deihilse soll Mhungsemdsängn und igsbrrechtigien und die te betragen. ihr Disselltvch 1927 die Aeihnachtö- Beträge, die auf den Kostenaufwand erfordert habe. Die n für belfer gehalten, die Deuten dauern- und Zuruse bei den tonen hat das Reich ung der Sojialtenten der Kommunisten. Der Rommimiften, der nur Beihilfen verlangt, Millionen zur ,n Betrag, über den rfügt Da steht die )pmut, Sah cireöau- ng der Sozial« r einmaligen Tti.il en er kommunistische An- Mche Antrag toW baehhnt. - Don« en. Die erste Lesung M Freitag erfolgen. ' auf ^SL^’Ien, di, durch Ä. muhten ssafi? SCÄt «ÄS* . Men können. $)jc '"ungsausschuh übe!, ^Schädigungen "nntweinmonv. n J.w Eteuerausschch ■ die Entschädig^ hflleij geregej faj über die Ausvertuna ■8 sesigesehten, durch EntschädigunMhe (Komm.), begründet Interesse aus, daS er ihnen auch noch im Ruhestand jederzeit bewahrt habe. Den letzten 2T6- schiedsgruh seines studentischen Bundes rief ihm der erste Chargierte der Reformverbindung ..Adelphia" nach. Herzliche Worte der Freundschaft für den Alterskameraden und eifrigen Förderer studentischer Ideale fand Ober'chulrat Kissinger (Darmstadt) für die Altcherren- schaft der Adelphia. Für den Offiziersjagdklub widmete Oberst a. D. Kleinhans dem Jagd- kameraden einen grünen Bruch. Ein letztes Halali grüßte den Heimgegangenen Weidmann. Gießener Wochenmarrtpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 210 bis 220; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 15 bis 20; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 10 bis 12; rote Rüben 10 bis 12; Spinat 25 bis 35; Unter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 45; Feldsalat 100 bis 120; Tomaten 50 bis 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 50 bis 80; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kürbis 5 bis 8; Kartoffeln 4,5 bis 5; Aepfel 10 bis 15; Dirnen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hahne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; Gänse 110 bis 130; Rässe 40 bis 50; das Stück: Tauben 70 bis 90; Blumenkohl 30 bis 100; Endivien 10 bis 25; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40; Kisteneier 17; frische Landeier 18 bis 19 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 3,50 bis 4; Wirsing 10 bis 12; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 10 bis 12; Aepfel 10 bis 12; Birnen 8 bis 10 Mk. Vornoti,;en. — Tageskalender für Donnerstag. Sängerkranz Gießen: Konzert „Die Jahreszeiten", 2C Uhr, in der Neuen Aula. — Stadtmission, Löber- straße 14: „Literarische Abendfeier", 20.15 Uhr. — Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde: Vortrag über „Botanische Naturdenkmäler der Heimat", 20.30 Uhr, im Hörsaal des Forstinstituts. — Verband Deutsche Fraucnkultur: Weihnachtsmesse, im Cafe Amend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Zirkusprinzessin", auf dex Bühne das russische Tanzpaar Soeurs Iakowleff. — Astoria-Lichtspiele: „Weib in der Wüste" und „Der geheimnisvolle Ozeanflug". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die morgige Operettenvorstellung bringt eine nochmalige Wiederholung „Die lustige Witwe". — Sonntag, 1. Dezember, zum letztenmal „Hellseherei" von Georg Kaiser. Rachmittags 3,30 Uhr Bortrag Max (Seifen- heyner: „Mit Graf Zeppelin um die Welt". Art —. Darum laßt uns alle — und ein jeder ist dazu berufen —, zur rechten Zeit dafür sorgen, daß es in keinem Hause, weder bei reich noch bei arm, an kräftiger, gesunder geistiger Kost fehle! Draußen auf dem Lande gibt es die Psarrhaus- und Dolksbibliotheken, in den Städten Büchereien aller Art. 3e mehr sie benutzt werden, desto mehr freuen sich ihre Schöpfer und Erhalter. Jedoch lasse man jenes Zeug ungelesen, in dem es von Grafen und Gräfinnen oder gar von „Millionen- bräuten" nur so wimmelt. Laßt euch, ihr Buben und Mädchen, den Kopf nicht verdrehen! Lernt die Großen eures Bolkes kennen, die Geisteshelden aller Art, lest Reisebeschreibungen, damit euer Blick sich weitet, lest frohe und ernste Sachen, wie es euch gefällt, besprecht das, was ihr nicht sogleich versteht, wohl mit anderen und laßt es euch angelegen fein, die Spreu vom Weizen zu sondern. Wird dir ein fauler Apfel schmecken? So mancher, der unzufrieden durchs Leben geht, hat sich an schlechter geistiger Kost in der Jugend die Gesundheit verdorben. Wir gehen dem Winter entgegen. Rach der Arbeit des Werkeltages kommt die Ruhe und die geistige Erholung zu ihrem Rechte. Kannst du. gute Musik hören, so lasse dich von ihr erheben, suche sie auf, wo du sie finden kannst. Sorge jederzeit für deinen inneren Menschen, damit du, wenn der Winter wieder vergangen ist, den Frühling der Ratur und dereinst den Sommer deines Lebens um so schöner und edler genießen kannst. F. O. Oie Beisetzung des Landgerichis- direktorer präiorius. Eine große Trauergemeinde versammelte sich gestern nachmittag in der stimmungsvollen Kapelle des Alten Friedhofs, um dem am Montag verstorbenen Landgerichtsdirektor i. R. Rudolf Prä torius die letzte Ehre zu erweisen. Besonders viele Kollegen des Dahingeschiedenen aus den Kreisen der Justizbehörde, viele Jagd- kameraden und Angehörige seines studentischen Bundes hatten es sich nicht nehmen lassen, den Kollegen und Freund zur letzten Ruhestätte zu geleiten. Rach weihevollen Orgelklängen sprach am Sarge Pfarrer A u s s e l d von der Treue, die der Verstorbene der Familie als Gatte und Baker mehr als vierzig Jahre hindurch, in seinem verantwortungsvollen und pflichtenreichen Beruf als aufrechter und gewissenhafter Richter, im engeren und weiteren Freundeskreise und in der Kirchengemeinde allezeit freudigen Herzens und mit Rat und Tat geübt habe. Am offenen Grabe sprach dann der Präsident des Landgerichts Oberhesfen Reuenhagen dem verstorbenen Amtsgenossen den Dank der Justizbehörden für die dem Staate in hervorragendem Maße geleisteten Dienste und den Dank der Kollegen für das warme, menschliche besichtigen und sich dadurch ein Bild machen von der Nutzung des Wohnraumes. Eine Anzahl Gießener Firmen hatten für diese Möblierung das erforderliche Inventar zur Verfügung gestellt, so daß die Wohnräume mit den gediegenen Möbeln, den hübschen Vorhängen, den guten Betten, dem schönen Porzellan usw. einen sehr vorteilhaften Eindruck machten. Die Ausnutzungsmöglichkeit der Räume trat durch diese Herrichtung in markanter Weise zutage. Diese Räume werden auch in den nächsten Tagen als A u s st « l l u n g unter dem Namen „Dienen- zeitliche Kleinwohnung" der kostenlosen Besichtigung durch die Bürger- schäft zur Verfügung stehen. Der Besuch dieser neuartigen Ausstellung sei nicht nur den direkten Wohnungsinteressenten, sondern auch allen übrigen Mitbürgern empfohlen, da man dort mancherlei wertvolle Anregungen für die neuzeitliche Woh- nungsgestaltung empfangen kann. Nach der Inaugenscheinnahme dieser möblierten Wohnungen wurden auch die übrigen, noch leerstehenden Wohn- räume des Hauses besichtigt, und dabei konnte fest- gestellt werden, daß alle Wohnräume als durchaus ausreichend anzusprechen sind. Unnötiger und ver- teuernder Luxus ist vermieden worden, man hat aber auf die Schaffung größtmöglichster Bequemlichkeit und guter Wohnlichkeit Bedacht genommen und dadurch Kleinwohnungen erstellt, die ihren Zweck vollkommen erfüllen und alle Anerkennung verdienen. Der freundliche Eindruck, den man bei diesen Kleinwohnungshausblöcken empfängt, wird in der besseren Jahreszeit sicherlich noch gesteigert werden durch die gärtnerische Herrichtung des vor den Häusern liegenden Geländes, die fachmännischen Händen anoertraut ist. Der Entwurf für die Bauten und die Bauleitung wurde in Zusammenarbeit mit dem Architekten Hamann (Gießen) von der Wohnungsfürsorgegesellschaft für Hessen ausgeführt. Die Bauherrin und die bauausführenden Organe haben hier ein Werk geschaffen, mit dem sie in Ehren bestehen können. ** „Zeppelin"-Dortrag In Dießen. Bor einer außerordentlich zahlreichen Zuhörerschaft sprach am Dienstagabend in der Reuen Aula der Universität auf Einladung des Vereins für Luftfahrt und der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde der Rcgierungsrat, Privatdozent Dr. S e i l k o p f von der Deutschen Seewarte in Hamburg über seine Eindrücke und meteorologischen Erfahrungen auf der Weltfahrt des Luftschiffes „Graf Zeppelin". Der Vortragende, der bei diesem weltgeschichtlichen Unternehmen als Meteorologe der Luftschifführung tätig war, fesselte durch seinen gut F/.ftünbigen Vortrag die Zuhörer in hohem Maße. Rach den kurzen Be- grüßungSworten des Vorsitzenden der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, Professor Dr. K l u t e, begann der Vortragende seinen klaren und sehr flüssigen Vortrag zunächst mit einer kurzen Betrachtung über die AusnutzungSmög- lichkeiten des Luftschiffes gegenüber dem Flugzeug, wobei er darlegte, daß für den Lang- ftrcdcnflug unter dem Gesichtswinkel der wirtschaftlichsten Ausnutzung nur das Luftschiff in Betracht komme. Er erläuterte sodann an Hand von Konstruktionsskizzen die Einrichtungen deS Luftschiffes „Graf Zeppelin", soweit die Gondel mit den Räumen für die Luftschifführung und die Passagiere in Betracht kommt, ferner gab er einige Aufklärungen über die Gestaltung deS Luftschiffes im Inneren. Hierauf schilderte er an Hand einer großen Anzahl sehr guter Lichtbilder den Verlauf der großen Weltfahrt, wobei man ein sehr eindrucksvolles Bild von dem gewaltigen Erleben auf dieser Fahrt erhielt. Man hörte hier nicht nut eine fesselnde Reiseschilderung, sondern bekam auch in populärwissenschaftlicher Form ein Bild skizziert von den mancherlei meteorologischen Fährnissen auf dieser Reise, von den wunderbaren Wolkenbildungen bei den verschiedensten Weiterlagen, von dem verantwortungsvollen Dienst der für die Luftschifführung so außerordentlich wichtigen Wetter Meldestellen an Bord, wie an Land und auf den Dampfern. Daneben konnte man herrliche Landschaftsaufnahmen, prächtige Stimmungsbilder vom Land und von den Meeren bewundern, weiter konnte man hören, wie gewallig die Begeisterung der Bevölkerung über den Besuch des „Graf Zeppelin" in allen besuchten Ländern gewesen ist. Man konnte die Freude und Genugtuung des Vortragenden über feine Beteiligung an diesem weltgeschichtlichen Ereignis verstehen, ja, man konnte ihn sogar beneiden um diese große Bereicherung des Lebens, aber gemeinsam mit ihm empfand sicherlich jeder Besucher des Abends den aufrichtigen Wunsch, daß bei der Weiterentwicklung der Luftschiffahrt Deutschland immerhin gewichtiges Wort mitsprechen möge zum BesteiDdes deutschen Vaterlandes, zur Steigerung seines Ansehens in der Welt und zum Segen der ganzen Menschheit. Der hochinteressante Vortrag, der für alle Besucher ein wertvolles Erlebnis war, wurde verdientermaßen mit langanhaltendem starken Beifall belohnt. ** Eine Provinzialoersammlung des evangelischen Pfarroereins fand am Dienstag im Hotel Viktoria zu Gießen bei gutem Besuch unter Leitung von Pfarrer D. Fritsch (Ruppertsburg), an Stelle des verhinderten Dekans G u ß m a n n (Kirchberg), statt. Der Superintendent für Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner (Gießen), wohnte der Versammlung gleichfalls bei. Nach Be- sprechung von Vereinsangelegenheiten hielt Inge- nieur Schulz (Frankfurt a. M.) einen interessanten Lichtbildervortrag über elektrische Kirchenheizung. An der lebhaften Aussprache über dieses Thema beteiligten sich u. a. auch einige Herren von der Oberhessischen Elektrizitätsversorgung. Die Versammlung nahm einen Antrag an die Leitung des Heberlandwerkes an, in dem eine weitere Verbilligung des elektrischen Strompreises für die Zwecke der Kirchen- Heizung erbeten wird. '* Schulgeldeinzahlung durch Postscheck. Eine bedeutsame Reuerung im Schulgeldwesen hat der preußische Kultusminister getroffen. 2m neuesten Runderlab wird laut „Voss. Ztg." vorgeschrieben, daß künftig das Schulgeld an den vom Staat unterhaltenen preußischen höheren Schulen durch Überweisung auf das Postscheckkonto der Schule einzuzahlen ist und die bisher übliche bare Entrichtung in den Klassen nicht mehr stattfinden dürfe. Der Erlaß betont, daß der neue Weg hauptsächlich deshalb beschritten worden sei, weil sich bei dem früheren Verfahren zu viel Unzuträglichkeiten ergeben hätten. So fei es z. D. fast immer dort zu peinlichen (Situationen gekommen, wo Freistelleninhaber oder minderbemittelte Schüler durch den bisher geübten Brauch der Schuldgeldeinziehung berührt wurden. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 30. November: Vorabend 4.30 Hhr; morgens 9; P r e d i g t; abends 4.40 und 5.20 Hhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 30. November. Freitag abend 4.05 Hhr; Samstag vormittag 8.30; Predigt; nachmittags 3.30; Gab. batausgang 5.20. Wochengottesdienst morgens 6.45; abends 4 Hhr. Aus der pwvinzialhaupistadt. Gießen, den 28. Rovember 1929. Oem Winter entgegen. Nachdruck verboten. Schon herbstelt es gewaltig. Wir sehen's, wir spürend. Längst sind die Tage kürzer geworden und die Lichtrechnungen um so größer. In der Luft liegt ein Etwas, das wir verspüren, das wie aLerfeinfte Nadelstiche auf Hand und Wange brennt, etwas, was so ganz anders auf uns wirkt, als etwa ein Borfrüh.ingstag, obwohl das Thermometer die gle.chen Grade anzeigt. Wirkt nicht vielleicht auch das Wissen um die kommende Kältezeit schon niederdrückend auf uns ein? Dielen ist diese Zeit der Inbegriff des Grauens, wie unseren Altvordern in ihren primitiven Verhältnissen. Aber fürchten sich nicht auch heute noch unsere Alten, deren Haar gebleicht und deren Wangen welk wurden, weil in ihren Adern nicht mehr das warme Blut der Jugend rollt, die nicht mehr durch einen raschen erquickenden Gang in der klaren Winterluft Erholung und Erquickung finden können, vor Frost und Schnee? Und sind nicht in gleicher Lage unsere unverschuldet Armen, die an den Holzlesetagen aus dem Walde das dürre Reisig heimholen und sich schon freuen, wenn sich dabei auch einmal ein dürres Stämmchen findet? Und wiederum gibt es jene, die alt und arm zugleich sind, die da vielleicht hoffen, daß sie, wie der Volksmund sagt, vom nächsten Frühling mitgenommen werden dorthin, wo sie des Winters Qualen nimmermehr spüren werden. — Ja, wir alle gehen dem Winter entgegen. Das wissen wir — nicht nur vom Kalendermann. Wird es wieder einen solchen geben, schwer und lang, wie den vergangenen? Da sich überall die Vorräte in den Kellern lichteten, da die Kreatur in Wald und Feld notlitt und zugrunde ging, wenn ihr nicht der weidgerechte Jägersmann für- sorgend half, und die Vögel bis mitten in die Stadt kamen, um sich milde Brosamen zu holen? Oder wird es ein Winter werden, „der keiner ist", milde und regnerisch, daß die Bäume im Lenze zeitiger knospen als es die Jahreszeit erlaubt und ihre Blüte wieder dem Maienfrost zum Opfer fällt? Wer dem Hundertjährigen Kalender Glauben schenkt — ich tue es nicht —, mag nachsehen, wie die Prophezeiungen lauten. Etwas wahres und etwas falsches wird er immer finden. Wer an die Prophetie des Laubfrosches glaubt, mag sich einen Wetterkundigen im Glase halten. Kinderhände sind stets leicht zu füllen, und der Gläubigen gibt es gar viele Arten. Niemand kann wissen, was kommt. Doch der Kluge wird für alles gerüstet, auf alles gefaßt fein. Der Winter kommt. Mit Ruhe sieht jene Hausfrau ihm entgegen die ihr Land bestellte und rechtzeitig ihre Gartenerzeugnisse so verwahrte oder eintochte, daß sie ihr über die harten Zeiten hinweghelfen. Und die selbstgezvgenen Früchte schmecken doch besser als alle anderen. Der Städter aber hat — leider — so häufig keinen Garten, nennt auf der ganzen weiten Erde, Gott sei's geklagt, nicht ein Stück sein eigen und sei rrs nur als Pachtland, das er selbst hegen und pflegen und auf dem er der schönen Gottes- natur so ganz nahe sein darf. „Cs lohnt sich nicht", sagen die einen, die mit recht falschen Zahlen rechnen, weil sie den Gesundheitsindex, den Nutzen für Körper und Seele, und die Freude am Selbstgeschassenen, nicht in ihre Rechnung einstellen. Und die anderen sagen: „Ich werde mich quälen", und sie laufen an allen Ecken und Enden zu jeder Tages- und Nachtzeit, fernab allem Natürlichen, nur falschen Göttern nach. Und da soeben von des Leibes Atzung — wie nebenbei — die Rede war, darf oder muß wohl doch auch einmal ein Wörtlein von der g c i fti - gen Kost gesprochen werden. Sind wir da alle in unserer Vorratskammer gut ausgestattet? Dor allem du, mein junger Freund, liesest du neben einer inhalt reichen Zeitung, nicht nur allein dein — Sportdiät!? Dieses in Ehren, aber gibt es nicht auch noch andere Dinge, die du wissen sollst? Gehörst du wirklich dem Volke der Dichter und Denker an? Prüfe das einmal! Hast du dir im vergangenen Jahre wenigstens ein einziges wertvolles Buch gekauft und es auch wirklich gelesen? Oder, so dir die Mittel fehlten, hast du eine Leihbücherei ausgesucht, deren es doch so viele gibt, und hast dich dort einmal nach geistigem Rüstzeug umgesehen? Nach echter guter Hausmannskost? Da war vor etlichen Tagen ein Siebzehnjähriger bei mir, der aus der Lehre gelaufen war. Den fragte ich, was er denn feit seiner Schulentlassung — in drei Jahren! — gelesen habe. Endlich — endlich sagte er mir: „Die Millionenbraut". Der Bub hatte keine drei Pfennig im Sack. Aber er las ausgerechnet die ..Millionenbraut". Kann einen da nicht der Menschheit Jammer anfassen, wenn man sieht, wie diesen geistig so arm bleibenden Herz und Sinn betört wird? Aber — sie reden mit. Als ob die Häher im Walde mit ihrem Kreischen nicht auch mitredeten — auf ihre 11,01 >fi a .raiiSE, ..-ja -rtbat heute ’n02» -WK I# ,0p -AK i Sra^schloL f ^etuiW0* I i Im Laufe der letzten Monate hat die Hessische gemeinnützigeAktien-Gesellschastfür kleine Wohnungen (Hegemag) am Kugelberg umfangreiche Wohnhausbauten errichten lassen. In vier großen Baublöcken sind dort 6 0 Dreizimmerwohnungen geschaffen worden, deren nutz- bare Wohnfläche insgesamt 3680 qm beträgt. Die durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung beläuft sich auf rund 65 Quadratmeter. Sämtliche Woh- nungen sind mit Küche, Speisekammer, Badeeinrichtung und dem üblichen Zubehör ausgestattet, ferner sind sie mit Zentralheizung und Warmwasserversorgung versehen. Um die finanzielle Last der Bauten weitmöglichst zu verteilen und dadurch ein« gewiße Herabsetzung der Mieten zu erreichen, wurden auch die Dachgeschoße zu Wohnungen ausgebaut, jedoch dabei Vorsorge getroffen, daß diese Dachgeschoß» Wohnungen in späteren besseren Zeiten als Dachkammern für die unteren Stockwerkswohnungen Verwendung finden können. Die gesamten Baukosten für die vier Wohnhausblöcke belaufen sich auf rund 650 000 Mark. Die Wohnungsmieten werden sich, wie man uns mitteilt, zwischen 50 und 86 Mark pro Monat und Wohnung belaufen, für die Zentralheizung und Warmwasserversorgung werden monatlich 15 Mark berechnet. Gestern nachmittag sanden sich auf Einladung der Leitung der Hege.nag eine Anzahl Herren unserer Stadt ein, um den bis jetzt sertiggcftellten ersten Wohnhausblock — die übrigen Blöcke befinden sich zurzeit noch im Innenausbau — zu besichtigen. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Hegemag, Ministerialrat Wagner (Darmstadt), sprach zunächst kurz über die leitenden Gesichtspunkte bei dem Wohnhausbau der Genossenschaft, darauf gab der Direktor der Hegemag, Regierungsbaumeister a. D. Kohl (Darmstadt), eine Hebersicht über die Einrichtung der hiesigen Häuser und die maßgebenden Gesichtspunkte bei fier Wohnungsgestaltung. Bei einem Rundgang durch den großen Hausblock konnte man zunächst im Parterre zwei Wohnungen in voller Möblierung V'ixßr 3* nr.2£9j Vertreter TEPPICHE IM Haasenitiin n Zustande. Schr. Ang. U.976SV a. d.tön. Anz. Führende Grünfuttersilo - Baufirma Speiial-Kataloge kostenlos. 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Veeteetee der laufend die einschlägige Kundschatt besucht, zum Mitverkauf von Orlwcifi, Litbovone-, Titauwcih und dinftociR in Cel für sofort gesucht. Firma ist leistungsfähig und bereits eingeführt, somit beste Ber dienstmögltchkeiten gegeben. Neben Provision wird evll. SvefenAufchuv gewährt. Gefällige schriftliche Angebote mit Referenzaufaabe unter 9751D an den töienener Anzeiger erbeten. In tiefer Trauer: Barne Conrad mo Familie Aliendorf a. d. Lumda, 27. November 1929 Die Beerdigung findet am Freitag, 29.Nov nachmittags 2% Uhr, statt 3/640 Heinrich Iml Schlosser im 22. Lebensjahr. B 2V Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, 28 November (929 Bei den deutschen Auswanderern in Moskau ncm deutscher M dem Thespiskarren nach Amerika lies Beiprogramm! P786C Ifte. neue Vc- ugeheizte Schulzimmer, selbst wenn das Thermo- icter unter Null sinkt. Immerhin haben bei der it)ien Bärenkälte im Januar, als sämtliche Oran- Licht ge- von acht o weihen Pferden gezogenen Märchenkutschen. So fährt der König vor beim Papste, so holt man den Kronprinzen ab und seine Prinzessin. Hundert Jahre alt ist diese „berlina“ namens Maria Theresia", der Hochzeitswagen Karl Alberts, der Hochzeitsnagen Viktor Emanuels des Zweiten und König Humberts, überladen mit Putten und Schwänen, Girlanden und schnäbelnden Tauben und Amors Liebespfeilen, von einer mächtigen Krone überragt und so schwer, dah die Nosse, die sie ziehn zu dürfen die Ehre haben werden, schon jetzt trainiert werden müssen... die Hochzeit des Kronprinzen und im Anschluß daran tagelange Volksfeste. Wo hört der Prunk auf und beginnt der Pomp, wo enden die alten Historien und fängt die schichte an? Verpönt sind die Automobile, ans zogen werden die Glaskarossen, die leibliche Vernichtung drohte diese i wackeren R'än- Kultur und deutscher Arbeit in nicht, gleichviel, ob man sie kauft oder mietet. Durchschnittlich lostet der Raum 12 000 Lire, eine Dierzimmerwohnung mit Nedengelassen also etwa 120 000 Lire. Man braucht aber nur ein Viertel anzuzahlen, der Rest verteilt sich «auf die 25 steuerfreien Jahre. Mietet man dieselbe Wohnung, so kommt man unter 12 000 Lire im Jahre nicht weg. Auch für ältere Sechszimmerwohnungen werden 1500 bis 2000 Lire monatlich gefordert. fernsten und abgelegensten Wildnissen. Als deshalb günstige Nachrichten von Glaubensgenossen aus Kanada eintrasen, die schon früher die Geduld verloren hatten und ausgewandert waren, da hielt sie nichts mehr in dieser Hölle. Teils vorteilhaft, d. h. zu einem wenigstens einigermaßen angemessenen Pre.s, teils aber auch Hals über Kopf verkauflen sie ihre Besitztümer, die jetzt schon seit Gererationen bewirtschaftet werden, und ergriffen die Flucht. Denn es i st eine Flucht, eine Massenslucht deul'cher Qualitätsmenschen aus der kommunistischen Hölle. Erst langsam, tropfenweise, in Trupps von fünf oder sechs Familien, dann in größeren Abteilungen und schließlich kolonien- und stadtweise verließen sie ihre Heimstätten, mit einem einzigen Ziel vor Augen: Nach Moskau, um „das Papiei?', den Pah für die Ausreise zu erlangen. Walroß-Jagden m Bildern von der hPack-u-Treibeisl Geheimnisse und tgenden, die auch d Amundsen In diesen Tagen begibt sich ein deutsches Opernensemble mit eigenen Dekorationen in die Vereinigten Staaten. Der Impresario des Unternehmens, Kammersänger Dr. Bolz, weihte unseren Mitarbeiter in die Schwierigkeiten und die sonst vertraulich gehaltenen Kontrakte der deutschen Operntournee ein. Das Interesse an der deutschen Oper ist in den Vereinigten Staaten stets sehr groß gewesen. Vor dem Kriege veranstaltete gewöhnlich das Ensemble der Neuyorker Metropolitan-Oper Gastspiele in der amerikanischen Provinz und machte die größeren Städte mit deutschen Opern bekannt. Nach dem Kriege, besonders wahrend der Inflation, schossen Schwindelkonzerne wie Pilze aus der Erde, die deutsche Künstler unter Vorspiegelung großer Valutagewinne nach Amerika herüberlockten. Diese unsoliden Unterneh- munaen, denen es aber mehrfach gelang, auch namhafte Opernsänger und Dirigenten zu täuschen, brachen oft noch vor der Einreise ins gelobte Land des Dollars, sozusagen auf hoher See, zusammen. Der Impresario erklärte dann meist, er habe erst später erfahren, daß die notwendigen Mittel nicht hätten zusammengebracht werden können. Das engagierte Ensemble geriet meist in eine geradezu verzweifelte Lage, und Mitglieder des Chors und Orchesters, denen das notwendige Minimum an Dollars, das zum Dekreten des amerikanischen Bodens erforderlich ist, nicht ausbezahlt werden konnte, muhten in den Emigrantenbaracken auf Long-Jsland warten, bis sich eine Gelegenheit zur Rückkehr in die Heimat bot. Ein ähnliches Schicksal war auch den Mitgliedern einer deutschen Operettentournee durch Südamerika, der sog. Leo-Fall- Kaiserlich, fürstlich oder päpstlich? Die Römer sind im Zweifel, wie sie die außergewöhnliche Saison dieses Winters bezeichnen sollen. Denn auf die saszistische, die alljährlich mit den Er innerungsfeiern cm den Marsch aus Rom und den „größten Sieg der Weltgeschichte" beginnt, folgt diesmal eine königliche: am 5. Dezember der Desuch der Souveräne im Vatikan. am 8. Januar fanden. Dieses königliche Opernhaus hat jetzt fraiscfarbene Samtfauteuils im Parkett und der billigste Platz kostet dort 150 Lire. Aber die Saison beginnt erst um Weihnachten herum und dauert bis in die Maihitze hinein. Auch das Fest des Lichts wird allerdings in der großen Masse erst spät gefeiert, an der „Besann", und dieser Epiphaniastag zieht sich den ganzen Januar hindurch. Entsprechend langsam erwacht die Gesellschaft. Man tanzt am liebsten aus dem lästigen Winter, den man gerne verschlafen würde, in den Frühling hinein. eile ken 9en »zr«' laßt- Dellt, id)' de» dr auf reit’ tfV )EH weg 70 1 zeigen sollten! 1.-.130 und 2.-. Ein Opernensemble reist ins gelobte Dollarland Von Fred E. Dillinger. geleistet und sich stets als treue Diener und Untertanen des Staates erw.esen. Erst der bolschewistischen Regierung, die die nationale und geistige Duldsam.eit gepachtet haben will, blieb es Vorbehalten, diese treuen Staatsbürger m i t Gewalt zum Militärdienst zu pressen. Der Eeduldsbecher war damit übervoll. Wer den unbarmherzigen bolschewistischen Ge- treideeintreibern nicht mehr geben konnte als er besah, dem wurde die letzte Kuh. das letzte Pferd aus dem Stall geholt: wer die Strafsteuern nicht bezahlen konnte, der wurde von Haus und Hof verjagt: wer in die Kirche ging und die Dibel las, dec muhte gewärtig sein, wegen „rlliglls.n Unfugs" ang'.klagt zu werden: wer sich schließlich iem von der Religion verbotenen Heeresdienst entzog, wurde w:gen Desertion vor Gericht gestellt und verurteilt. Das Maß war voll. Geistige, seelische und ffnbäume erfroren und der Schnee wochenlang ügenblieb, manche Eltern schon dagegen pro- Irriert und in den Neubauten fängt man jetzt an, ventralfjerrungen einzurichten, ja sogar die ge- iMtcrten Zimmerböden mit Holz oder, der wussten Errungenschaft, Linoleum zu belegen. mmerur[au6 verbrachten. Heute stehen die <■ Häuser leer da, viele sind verfallen, baufällig. Aber seit einigen Wochen bekamen sie gehcimnis- falle Einquartierung. Lange Reihe blonder Ge» .. ftoltcn rückten an, energische Männergesichter, blonde Frauen, blauäugige Kinder. Und man lieht es ihren entschlossenen, zerfurchten, ja, ver- tpflenen Gesichtem an, daß es Schilscll ist, das jFid)- hier vollzieht, deutsches Schicksal. Denn sie sprechen ein merkwürdig reines Deutsch, diese ^Mennoniten aus Westsibirien, die die Flucht aus .lern Elend ergriffen haben. Ihrer Ausdmcks» Zd.ise hört man die Dibelfestigkeit an. Und unter- MMt man sich mit einem von ihnen, spricht man ||ic der/csch an, dann leuchtet die Freude darüber ihren Augen. Die Männer sind schweigsam, .ljirtnäckig, Dickschädel, von niederdeutschem Schlag. .fCii-t Generationen, sagen sie, sitzen wir auf un- —lerer Scholle. Wir haben das Land urbar gerecht, geschuftet haben wir. Schonl927 ging ■tt kaum noch. Die Steuerlast drohte, uns zu tr) rüden, das Land wurde enteignet, wir mußten , vnS immer mehr zusammendrängen. 3m vergangenen Jahr wurde es uns noch schwerer ge- .^r.nd)t. Wir gingen dem Ruin entgegen. 'Ci blieb noch die Hoffnung auf Einsicht in Mos- ^lax, die Hoffnung, daß man dort endlich die Sprache der Tatsachen und der Zahlen ver- ; leben werde. Ader — auch diese Hoffnung hat ytiogcn. Denn in diesem Jahr wurde es un» kläglich. Und *) a beschlossen wir, un» |e»er Heimat den Rücken zu kehren, r Ohne Bitternis wird das gesprochen, rein sachlich. Und damit die stärkste Kritik an rem System geübt, das den Keim der 3er- öeung in sich trägt. — Wie die Männer, so BS! -kaniilie"' ÄtisD,., . . ubr,D Jic^fe -4^15 Wenn die Kündigungsschreiben öffentlich fliegen würden, dann sähe es jetzt geradezu hochsommerlich schwalbenhaft über den Häusern aus. Am 30. Juni 1930 fällt endgültig, nach wieder- hollen Verlängerungen, das Mieterschutz- g e s e tz und praktisch bestimmt daher schon jetzt das Urgesetz von Nachfrage und Angebot den Wohnungsmarkt. Fenster auf! Rom dehnt die Arme. Die letzte stickige Luft muh heraus aus den Lungen. Man schätzt freilich die Zahl der Familien, die nun obdachlos werden, auf 25 000, und Gerüchte von zehnfachen Friedensmieten schwirren herum. Aber der Uedergang zum normalen Zustand wird nicht so schlimm werden, wie es aussehen mag. Denn Italien, und die Großstadt voran, hat in den letzten Jahren nicht geschlafen. Es wurde gebaut gebaut, nichts als gebaut. Und damit der Anstoß zu einem neuen Wohlstand aller Schichten gegeben, der in ter fast beängstigenden Zunahme der Automobile zum Ausdruck kommt. Romfahrer der guten alten Zeit werden die Stadt am Tiber kaum mehr ernennen, beim sie hat nun schon den Aniene einbezogen, sie hat alle Dillen und Pinienhaine des Weichbildes gefressen und die fernen Hügel überwuchert. Mustergültige Quartiere sind entstanden, mit breiten Doppelstraßen, mit Häusern, bei denen Bad, Parkett und Garage selbstverständlich sind, ohne daß man dem verfehlten Zug in die Höhe gefolgt wäre. Lieber Heine Dillini als Wolkenkratzer, lieber schnelle Verkehrsmittel, um draußen in der Campagna wohnen zu können. Noch immer werden freilich die Wohnungen lieber verkauft, so daß ein Haus so viel Haus besiher hat, als es Wohnungen aufweist, aber es wimmelt doch auch wieder von den Schildern Zu vermieten". Don einer Wohnungsnot kann man jedenfalls nicht mehr sprechen. Und die Preise? Ja. billig ist so eine moderne casa S718A Nr. 279 Zweites Blatt Unser > Viele Ku Sichern intet ——- Re ■i 991 > Weidbach, Roßbach, Waldgirmes, Wilsbach uni Hof Haina in diesen Tagen ihre 300jäbrige Zugehörigkeit zu Hessen feiern. In i ;Kti’ >i Vei RlhöAMSiLismus 5 Dicht. ISckiaS. Nerven« oder ErkültunaSschmerrcn reiben aJK&aS ÄA. S N ■ Gie die leidenden Kürvertcile gut mit dem echten Reichel» ™ ■ ■■ ■ Sie die leidenden Kürvertcile gut mit dem echten Reichel» Marc Cl Bad-Nauheim viele Spieler. 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So wurde im Winter 1923/24, der auch an Kälte nichts zu wünschen übrig lieh, eine Fütterung in der Stadt regelmäßig aufge- örtert wird, in Chikago ein Opernhaus auf rein volkstümlicher Grundlage, d. h. mit billigen Preisen auf allen Plätzen, ins Leben zu rufen und fast ausschließlich deutsche Sänger zu verpflichten. An unserer Tournee nehmen u. a. folgende Künstler teil: Der Heldentenor Ritter vom Landestheater in Stuttgart, der Bassist Karl Braun aus der Berliner Staatsoper und die berühmte Opernsängerin Johanna G a d s k i.“ zum öütflin n-W. Syrolt' fttitdie »Iccfbc ^leneS, rlinerl M ■yabnbc Ferner alle sonstigen Waschsamte zu meinen bekannt niedrigen Preisen in nur besten Qualitäten Außerdem große Posten Reste von allen anderen Artikeln weit unter Preis! Preußen. Kreis Biedenkopf. _L Aus dem südlichen Hinterland, 25. Rov. Wenn Preußen im Jahre 1866 den nördlichsten Teil vom Kreise Gießen nicht genommen hätte, dann könnten die Orte Bischoffen, Frankenbach, Raunheim, Riederweidbach, Ober« Für die Braut, für die Mutter, den Vater, die Schwester, den Bruder ein Paar Wenige Geschenke werden gleich nützlich und so willkommen sein. Da zum Weihnachtsfest die Auswahl in Damen- und Herren-Schuhen besonders reichhaltig ist, finden Sie für jeden Zweck bestimmt den passenden WOLKO-SCHUH. Stoffspezialhaus 16 Plockstrafee 16 1756A i Set»11' 3 Hol'1 * rydabtf® Samstag, den 30. November, abends ll,8. im Universitäts-Restaurant, Plockstr. 5 schachliche Veranstaltung unter Mitwirkung von Schachmeister Samisch 1. Spiel ohne Ansehen d,Brettes gegen 6 starke Spieler 2 Simultan-Spiel gegen beliebig Dahin gehört beim Schalenwild vor allem das Kochsalz, das am besten und wohlfeilsten in der Form der sog. Pfannensteine dargeboten wird. An keiner Fütterung sollte das Salz fehlen, das überall, wo das Wild es kennt, sofort geleckt wird. In manchen Revieren gehen allerdings Wochen und Monate darüber hin, bis es An nähme findet. In keinem gepflegten Rotwild- und Rehrevier sollte daher die Salzlecke entbehrt werden. Zu den Leckerbissen gehören ferne, für Rotwild die Mistel, für das Reh Aepfel und Malzkeime, für den Hasen Aepfel uni Petersilienwurzeln. Cs kann nur der Zweck dieser Zeilen sein, in kurzen Zügen Winke zu geben, wie der Rot de uns ans Herz gewachsenen Wildes gesteuert werden kann und wie auch wirtschaftliche Schä digungen vermieden werden können. Am bestes lernt man das Wildfüttern in der Praxis. Jo scharfen Frost bei hohem Schnee von Fütterun zu Fütterung zu wandern, ist auch ein Etü Weidwerk und nicht das schlechteste. Dabei aber drängen sich Beobachtungen und Erfahrunget auf, die sich nutzbringend verwerten lassen unk den besonderen örtlichen Bedingungen gcredjtl werden. Wenn wir aber so durch den schweigenden Winterwald ziehen, dann wollen wir die nicht vergessen, die im Frühjahr uns auf unseren Pürschgängen begleiten und die uns ihr Liedchen vorsangen, als wir am Wechsel deS roten Dockes paßten, die kleinen Sänger des Waldes, die wir an unseren Fütterungen mit so wenig Mitteln mitfüttern können. Eie und das Wild werden es uns lohnen! Wil-fütterung im Von Studienrat Ernst Hölzel, Gießen. keine leichte Sache, ein derartiges Unternehmen ohne einen Fehler zu organisieren. Linser vor- jähriger Manager hatte vor der Abreise der von ihm verpflichteten Mitglieder 400 QOO Mark a l s Kaution für die Gehälter der Sanger und des Chorpersonals in einer Berliner Bank hinterlegt. Davon erhielten die engagierten Künstler einen Vorschuß und das Reisegeld hin und zurück. Inzwischen sorgte der Manager in Reu- york für eine großartige, echt amerikanische Reklame. In zahlreichen Zeitungen erschienen spaltenlange Artikel, daß Amerika zum erstenmal ein „echt Bayreuther Ensemble" kennenlernen werde. „Roch nie dagewesene Beleuchtungsanlagen", ein Ballett und ein Orchester von 120 Mann verstärkten den Reiz der Attraktion. Der Rame Bayreuth hatte in Amerika, besonders bei den Deutsch-Amerikanern, einen ganz besonderen Klang. Man erinnert sich vielleicht noch der Tatsache, daß Richard Wagner, als sein großartiger Plan eines nationalen Festspielhauses in Deutschland dem Scheitern nahe war, mit dem Gedanken umging, sein Theater in Amerika bauen zu lassen. Als die Aufführungen begannen, stellte die amerikanische Musikkritik fest, daß unser Ensemble von Bayreuth weit entfernt war, sondern nur gute Provinzaufführungen bot. Unser Manager hatte noch dazu das Pech, von einem sog. Lokalmanager betrogen zu werden, da er sich nicht rechtzeitig mit dem Abschluß von Pachtverträgen mit den Theatergesellschaften in den Gastsvielstädten beschäftigt hatte. Ein Lokalmanager hatte die Kasseneinnahmen mehrerer Vorstellungen unterschlagen, und so mußten die — allerdings recht guten — Kasseneinnahmen aus Reuhork zur Deckung der gewaltigen Aeklamekosten und unvorhergesehener Schäden verwandt werden. Die Mindesteinnahme, die bei einem Gastspiel in einem amerikani'chen Theater erforderlich ist, um die Unkosten zu decken, beträgt 3000 Dollars. Diese Einnahmen wurden auch glücklicherweise in den meisten Fällen erzielt, so daß die Tournee zwar ohne Gewinn, aber auch ohne Defizit endete. Dieses Mal ist unser Tournee in allen Einzelheiten gut vorbereitet. Ich habe von dem neuen Manager, Mr. H u r o ck, einem vortrefflichen Theater- und Geschäftsmann der unter anderem D i a g h i l e w s Ballett nach Amerika gebracht und damit großen Erfolg geerntet hat, den Auftrag bekommen, eine vorzügliche Truppe aus erstklassigen deutschen Wagnerdarstellern zu engagieren. Alle Mitglieder der Tournee haben große Vorschüsse, sowie Schiffskarten hin und zurück bekommen. Da sämtliche Vorstellungen in allen Städten, die wir besuchen werden — es sind im ganzen 30 — von Reuyork bis San Franzisko bereits ausverkauft sind, dürfte der finanzielle Erfolg der Tournee garantiert fein. Zum erstenmal bringen die deutschen Künstler eigene Dekorationen mit. Für die Stilechtheit der Kostüme, die wir gleichfalls mitnehmen, bürgt der Rame des Prof. Albrecht, Unsere Eolistentruppe besteht aus 16 Mitgliedern. Außerdem haben wir 22 Choristen in Deutschland engagiert, zu dem sich ein amerikanischer Chor gesellen wird. Ein eigenes Orchester dürfen wir nicht mitnehmen, da der Verein amerikanischer Musiker gegen die Zulassung deutscher Orchestermitglieder Einspruch erhoben hat. Dafür steht uns aber ein erstklassiges ame» rikanißHes Orchester zur Verfügung." Aus meine Frage, was die engagierten Künstler verdienen werden, erwiderte Dr. Bolz: „Mit unseren Solisten sind Verträge abgeschlossen, die ihnen Honorare von 5000 b i s 8000 Mark im Monat garantieren. Einige Darsteller, die man in Amerika als Stars bezeichnen kann, erhalten das recht ansehnliche Honorar von 1000 Dollars für den Abend. Auch die Mitglieder des Chors werden gut bezahlt. Die Choristen sind meist Schüler deS Berliner Konservatoriums, die sich für Solistenpartien ausbilden lassen. Ein Chorist erhält außer Reisegeld 1000 bis 1200 Mark,im Monat, was ihm Die Gelegenheit gibt, mehrere hundert Mark im Monat zu sparen. Als Beispiel sei erwähnt, daß ein Choristengehalt in Berlin ungefähr 300 Mark beträgt. Das Interesse an deutschen Künstlern und deutscher Kunst ist bei dem Publikum sowie bei der Presse außerordentlich groß. Hoffentlich wird unsere Tournee das Verständnis für deutsche Kunst in den Vereinigten Staaten noch weiter verbreiten. Man bezeichnet heute in Amerika die deutschen Sänger und Musiker als die begabtesten Künstler Europas. Unter Spielplän soll nicht nur Wagner, der mit dem »Ring", »Tristan" und dem »Fliegenden Holländer'' vertreten ist, sondern noch das Meisterwerk Mozarts, »Don Juan" enthalten. Mozart ist in der amerikanischen Provinz verhältnismäßig unbekannt. Im nächsten Jahr wollen wir den Spielplan noch durch »Fidelio" und .Freischütz" erweitern. Wie groß das Interesse an deutscher Kunst in Amerika ist, beweist der Umstand, daß zur Zeit der Plan er- Eln Ereignis auf dem Büchermarkt bedeutet das Erscheinen der neuen ungekürzten Ausgabe von Thomas Mann Träger des Nobelpreises 1929 Die Buddenbrooks 736 Seiten in Ganzleinen. Nur Hk. X85. Erhältlich in der Pfeifferschen Buchhandlung '! AVV. Ekctricnm ein bo8 eine schnell schmcrrbesrciende Wirkung eußübt Viele dankbare Anerkennungen, gl. M. 1.25. 2.— und 3.60, in Avotbcken und Drogerien etbältlid). Bestimmt zu haben bei: €>. EiaeS, Medizlnal-Drogerle. 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Allerdings gingen gerade in diesem Punkte die Ansichten im letzten Winter stark auseinander. Ich habe selbst mit denkbar bestem Erfolg ein Revier im letzten Winter mit Heu versehen, während ich in einem anderen vor den Toren der Stadt nur eine ganz geringe Annahme allerdings auch schlechteren Heues wahmehmen konnte. Ueberall gut angenommen wurde dagegen Kleeheu. Auch über das Füttern mit Rüben sind die Ansichten geteilt. Cs wurde : ihm bei Beginn der letzten Frostperiode gew^.nt. Tatsächlich geht aber aus der Fachpresse hervor, daß vielerorts auch gefrorene Rüben und Kartoffeln gut angenommen und vertragen wurden. Ein alter Praktiker berichtet, daß in einem Privatrevier feit Jahren nur Dickwurz, und zwar zerkleinert und stark mit Salz gemischt, dargeboten und gierig angenommen werden. Gut ist der Revier- inhaber dran, in dessen Wald die Heide wächst. Hilst er seinem Wild mit dem Rechen beim Freilegen des Heidekrautes, so ist seine Hauptarbeit getan. Der Hase braucht keine besonders angelegten Fütterungen. Er findet überall Rüben, Kohl ober Weichholz, das für ihn ausgelegt wurde. Wenn die Obstbäume geschnitten werden, so suche man die Reiser zu bekommen. Sie bilden das beste Aesungsmittel für den Löffelmann. Die Hasen haben im letzten Winter sich als außerordentlich dankbare Besucher der Fütterungen erwiesen, wo sie Rüben, Heu und in einem Fall auch den Mais einer Fasanenfütterung annahmen. Das Rebhuhn ist für Fütterung sehr dankbar. Wenn es mit unterer Hühnerjagd wieder auswärts gehen soll, müssen wir viel mehr für seine Fütterung und für seinen Schutz im Winter tun. An alle Hühner- und Fasanenfütterungen gehört etwas feiner Kies, den die Hühner brauchen und den sie bei starker Schneebedeckung entbehren. Dazu schüttet man den Abfall vom Heuboden und kann ferner Weizen verfüttern. Der Fasan muh in jedem Winter gefüttert werden, und zwar schon deshalb, weil er wie kein anderes Wild dem Grundsatz huldigt »ubi bene ibi patria". Er ist ein Zigeuner, der verstreicht, wenn er anderwärts bessere Bedingungen findet. Mais, Dreschmaschinenabfall, Sonnenblumenkerne, zerkleinerte /Rüben, Topimamburknol- len und getrocknete Wildbeeren sagen ihm am besten zu. Leider Pflegt meist gar nichts für unser Wässe r w i l d zu geschehen. Kein Wild hat im letzten Winter so gelitten wie es, dessen Verluste mit 50 v. H. angenommen werden. Der Ausfall der Sommerentenjagd entsprach ja auch diesem Abgang. Dabei ist es gar nicht schwierig, Enten und Gänse zu füttemjb a sie ja fast immer an denselben Stellen am Rande der Gewässer einzu- Zu den großen volkswirtschaftlichen Schäden des halten Winters 1928/29 gehören auch die zum Teil sehr hohen Verluste, denen unsere Wildstände ausgesetzt waren. Wir haben in der Umgebung von Gießen von der Hohe dieser Verluste zum Teil sehr wenig gemerkt, weil hier die Ratur eine reiche Eichelmast geschenkt hatte, die unserem Rot- und Rehwild über die schlimmste Zeit hinweghalf. Ohne diese natürliche Aesung wäre das Bild unter Umftänöen ähnlich traurig gewesen, wie es sich aus den genauen statistischen Angaben mehrerer Oberförstereien ergibt, die jetzt in der Fachpresse veröffentlicht wurden. Wir wissen nicht, was für ein Winter uns bevorsteht, und wollen hoffen, daß die Prophezeiungen eines weiteren strengen Winters sich als falsch erweisen. Jedenfalls sollte jeder sorgsame Revierverwalter mit der Möglichkeit rechnen und vorbeugen, um schlimme Erfahrungen zu verhüten. Wir sind bei uns in den meisten Wintern nicht gezwungen, unser Wild zu füttern, da unsere Winter nicht so streng sind. Daher ist das Gebiet der Wildfütterung manchem Jäger wenig bekannt. Tritt dann die Rotwendigkeit der Fütterung ein, so werden im besten Glauben vielfach falsche Mittel angewendet. Es sollen daher, verschiedenen Anregungen entsprechend, hier einige Hinweise gegeben werden, die zum Teil auf Erfahrungen des letzten Winters beruhen. Vokausgeschickt fei dabei, daß die Erfahrungen in verschiedenen Revieren vielfach einander widersprecht. Das entspricht auch ganz dem Gesamtbild in der Fachpresse, da manche Futtermittel offenbar nur dort angenommen werden, wo das Wild sie schon kennt. Beobachtungen d!er Futterplätze werden hier stets bald den rechten Weg weisen. Bevor die Fütterung einseht, muß Klarheit darüber bestehen, wo und wie gefüttert we'den soll. Die notwendigen Anlagen müssen geschaffen werden, ehe die Rot kommt. Das Wild muß sie kennen und wissen, wo eS etwas findet, wenn die Aesung karg wird. Daher sind die Fütterungen von Anfang an zu beschicken, aber nur ganz gering. Die Hauptfütterung seht erst mit wirklicher Rot ein. Auch hierbei sei Grundsatz, öfters weniger zu bieten, als weniger oft viel. Denn viele Futtermittel verderben draußen bald. Ihre Verwendung bedeutet dann eine Verschwendung und zugleich eine Gefährdung der Gesundheit des WildeS. Zahlreiche kleine Fütterungen verdienen vor wenigen großen stets den Vorzug; denn sie zwingen das Wild zur Bewegung und biclen auch die Gewähr, daß schwache Stücke auf ihre Rechnung kommen. Zur Fütterung sind solche Stellen auszusuchen, wo das Wild sich ungestört fühlt. Alle Heuarten neigen besonders leicht zum Verderben und sollten nur unter dem schützenden Dach kleiner Raufen dargeboten werden. Anderes Rauhfutter, wie Haserstroh oder Laubheu, kann an den Stamm schützender Schirmfichten gebunden werden.Rüben, Eicheln, Kastanien und ähnliches streut man e.it- weder frei aus an solchen Stellen, wo das Wild gern wechselt, oder man bietet sie in kleinen Krippen. Rebhühn erf ü tterungen gehören in das Feld, und zwar in Dornhecken oder unter Reisig, das man als Heckenersatz aufhäuft. Wo beides fehlt, wie das ja leider heute in vielen Gemarkungen zu sein Pflegt, steckt man Fichtenzweige im Kreis in den Ackerboden und bindet sie dann oben zusammen. So entsteht eine Schutz- unb Futterhütte. Fasanenfütterungen gehören ebenso in dichte Hecken, oder in Dickun- Ein neuer Posten bedruckte Waschsamt- RESTE Original-Linden ganz neue Druckmuster A Wert per Meter 4.50, 1 '>11 hn Rest p. Mtr.2.75 und Ferner ein großer Posten Beliovel-Waschsamte bestes Lindener Fabrikat einem Teilungsvertrag vom Spätherbst 1629 zwischen Hessen-Darmstadt und Solms-Hohensolms kam das Amt Königsberg mit obigen Orten an Hessen, Hohensolms an Solms. Beide Aemter waren bis dahin von den Teilenden gemeinsam verwaltet worden, was zu allerhand Zwistigkeiten geführt hatte. Frankenbach, Raunheim uni Waldgirmes waren schon einmal beinahe 300 Jahre früher im Jahre 1358 durch Kauf fut 2010 Gulden an Hessen-Darmstadt übergegangcn doch erwarb der Graf Johann von Solms-Hohen-i solms die Orte im Jahre 1432 wieder zurück. Dei Waldreichtum der drei Gemeinden war der Grunl des Erwerbes und Rückkaufes. — In diesem Herbst sind 180 Jahre ver flössen, dch die fälschlich genannten »Schwedenschanzer am Himberg zwischen Rodheim und Waldginn, von den Hannoveranern unter dem Herzog F« dinand von Braunschweig gegen die Frcuizz» angelegt wurden. Sie sind noch gut erhalten. <: ihrer Rähe ist eine Grabstätte der Urncnfclba leute aus dem 12. Jahrhundert vor Christiii durch ein Ahornbäumchen gekennzeichnet, wo v? 40 Jahren der damalige Direktor des Wicß badener Museums die -Urnen entdeckte. L:i^ sind diese nicht in unserem Heimatmuseum Gie ßen, sondern in Wiesbaden aufbewahrt. Maingau. WSR. Frankfurt a. M„ 27. Rov. In fci Rächt zum 24. d. M. wurde hier ein Villen < eink> ruch ausgeführt Die Täter haben v« der Hinteren Seite der Villa die Türe zur Trepp« zum Erdgeschoß und noch zwei weitere Türm' in der Weise geöffnet, daß sie die kn« steckenden Schlüllel durchstießen und dann h Türen mittels Sperrhaken oder Rachschlüssl öffneten. Gestohlen wurden Kleidungsstücke, 61 bersachen usw. sowie Ehwaren. Die Täter fora* ten bisher noch nicht ermittelt werden. ULLSTEIN Ä lagernd bei ».«a Mowack Herbst-Hefte 11 Seltersweg 85 Unser Lager Ist noch gut sortiert I Hessisches ,7028 Reises und Au-äosDedken Diwans und TisdisDedcen und höher G Größtes Pelzhaus mit der größten Maßkürschnerei Zeil 109 Frankfurt a. 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Beachten Sie bitte unsere Schaufenster, dort finden Sie einen ungefähren Ueberblick über den hohen Wert unserer Veranstaltung. Kaufhaus HANSA Seltersweg 28 Nr. 279 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Donnerstag, 28. November (929 Oberheffen. Oer Alsfelder Kreistag. te* AlSfeld, 27. Rov. Eine Berichtigung des Kveistagswahlergebnisses für den Kreis Alsfeld wurde gestern bekanntgegeben. Darnach ändern sich auf Grund der amtlichen Wahlakten die Wahlresultate in der Stadt Alsfeld und in Ober-Ohmen. Die Ratio- nal-Soz. Partei erhielt in Alsfeld 215 Stimmen, nicht wie zuerst angegeben 188; Bereinigte Stadt- und Landliste 562 Stimmen, anstatt 368 Stimmen; Freie Bürger» und Bauernpartei nicht 472 Stimmen, sondern 240 Stimmen; Sozialdemokraten unverändert 786 Stimmen. Darnach stellt sich das Gesamtresultat für den Kreis AlSfeld wie folgt: Wahlvorschlag I. (Soz.) 3212 Stimmen; Wahlvorschlag ll. (Rctt.- Soz.) 2396 Stimmen; Wahlvorfchlag HI. (Bereinigte Stadt- und Landliste) 5129 Stimmen; Wahlvorschlag IV. (Freie Bürger- und Bauernpartei) d. h. Demokraten und Zentrum 1078 Stimmen. Landkreis Gießen. X Wies eck, 27. Rov. Am Freitag lief in unserer Kirche der Lutherfilm; er machte auf die Besucher einen tiefen Eindruck. Den Totensonntag beschloß eine stark besuchte Abendfeier zum Gedächtnis der Kriegstoten. Llnterbrochen von Gemeindegesang von drei Chören der Oberklasse, unter Leitung von Rektor Petri, wurden auf dem zum erstenmal in Gebrauch genommenen Lichtschirm. gestiftet von einem geborenen Wiesecker, Generaldirektor Dr. Hildebrand (Zillerthal), gezeigt und vom Ortsgeistlichen erläutert: Film- osto-Monatsschau für Rovember, 50 Bilder aus aller Welt, dabei eine Reihe neueingeweihter Kriegerehrungen und 70 Bilder „Auf den Spuren des großen Krieges". Der erste Teil dieser Reihe brachte Bilder von Stätten des westlichen Kampf- fiebietes in seinem heutigen Zustand, der zweite ührte in guten Aufnahmen in die vielseitige Arbeit das Bolksbundes Deutsche Kriegsgräber-Fürsorge ein, dem der Reinertrag des Abends zufloh. E Kesselbach, 27. Rov. Dieser Tage feierte der Landwirt und Küfermeister Wilhelm Becker IV. seinen 81. Geburtstag. Der alte Herr ist Kriegsveteran von 1870/71. Der Reichspräsident übersandte ihm sein Bild mit einem Glückwunschschreiben. Der Jubilar erfreut sich noch bester geistiger und körperlicher Frische. Die gleiche Ehrung durch den Reichspräsidenten wurde im August zum 8 0. Geburtstag dem hier wohnenden Altveteran 3. Meihinger, Oberbahnassistent i. R., zuteil. Dg. Grohen-Duseck, 27.Rov. Dem neu« gewählten Gemeinderat gehören als wiedergewählt an: Huber, Wagner, Scheld, Pfeffer vom Bauernbund, vom Mittelstand: Henh, Peiffer, Scheld, Gans (früher Bauernbund) und von der Sozialdemokratie: Herber und Schneider. Reugewählt wurden auf der Mittelstandsliste Kräh, auf der sozialdemokratischen Lifte Dörr. :—: Beuern, 27.Rov. Die Holzhauerarbeiten in unseren Gemeindewaldungen haben jetzt begonnen. Es haben sich dazu 48 Holzhauer gemeldet, die in vier Rotten zu je zwölf Mann eingeteilt sind. Geschlagen werden etwa 2600 Festmeter. 3m vergangenen 3ahre waren 35 Mann beim Holzhauen beschäftigt. — Der hiesige Volksbildungsverein wird auch in diesem Winter seine Vortragsabende wieder obhalten. Zu diesem Zwecke sind schon namhafte Redner gewonnen worden. Cs ist beabsichtigt, noch vor Weihnachten zwei Borträge stattfinden zu lassen. + Grünbcrg, 26.Rov. 3n der jüngsten Gemein d e r a t s s i h u n g unter dem Vorsitz von Beigeordneten Keller war der Gemejnderat vollzählig versammelt. Bezüglich der Errichtung eines neuen Spritzenhauses wurde beschlossen, es auf dem zuerst dafür vorgesehenen Platze, dem Durggraben, zu errichten und im Frühjahr 1930, sobald die Geldbeschaffungsfrage geklärt ist, damit zu beginnen. Eine in der letzten Sitzung angeregte Ortsbesichtigung wegen des vorgeschl'g nen Platzes am Dieb, türm, l ie mit e - weile stattgefunden, hat ergeben, daß dieser Platz nicht so günstig gelegen ist und außerdem hohe Geländeerwcrbskvsten verursachen würde, während ersterer städtisches Eigentum ist. — Die städtische Anleihe-Ablösungsschuld ist laut gesetzlicher Vorschrift in 32 3ahren aus- zulosen und zu tilgen, jährlich sind drei Stücke a 12,50 Mk. und zwei Stücke ä 25 Mk. auszulosen. Die Auslosung findet zum ersten Male statt, und zwar gleich für die 3ahre 1926, 1927, 1928 und 1929. — Die Herrichtung der Theo-Koch-Straße ist jetzt beendet und hat erhebliche Kosten verursacht. Es ist zu befürchten, daß sie von schweren Fuhrwerken und Kraftwagen viel benutzt wird, da sie eine günstige Verbindung zwischen Gießener und Londorfer Straße bildet und daher bald stark beschädigt wird. Der Gemeinderat beschloß deshalb ihre Schließung für den Durchgangs ver- k e h r. Hierbei wurde auf die schl«hte Verfassung der Londorfer Straße, die Provinzialstraße ist, hingewiesen. Der Beigeordnete erklärte, daß er schon mehrmals mit der Provinzialstraßenver- waltung in dieser Sache verhandelt habe. Diese begründe die Hinauszögerung der 3nstandsehung damit, daß erst die völlige Senkung der Erdmassen nach der im vorigen 3ahre erfolgten Kanalisation erfolgt sein müsse. Angeregt wurde hierbei, die Straße vor dem Landwirtschaftsamt mit Dasaltgrus zu decken und weiterhin quer über die Theo-Koch-Straße nach der Bezirks- Sparkasse in Breite des Bürgersteiges pflastern zu lassen, denn der starke Fußgängerverkehr nach beiden Anstalten, sowie nach dem dicht dabeiliegenden Amtsgericht erfordere hier unbedingt einen besseren Weg. — Eine längere Aussprache zeitigte wiederum die Frage der K a n a l b e - Nutzungsgebühren. Der seinerzeit beschlossene Ausschlag auf das Wassergeld hat nicht die ministerielle Genehmigung gefunden. Eine viergliedrige Kommission soll versuchen, einen Weg zu finden, wie in anderer Weise der Ausschlag gefunden werden kann. Die Verwaltung des st ä d t i s ch e n Archivs, die seither in den Händen des nach Gießen verzogenen Oberstudiendirektors Angelberger lag, wurde dem Rentner Christoph Schweißguth übertragen. LI Grohen-Linden, 26. Rov. Unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Lang fand gestern abend im Saalbau Schaum eine sehr stark besuchte öffentliche Dürgerversamm- lung statt. Die Bürgerschaft sollte zu der die Gemüter stark erregenden Bahnhofsfrage Stellung nehmen. Es sollte insbesondere darüberabgestimmtwerden. ob die Tewilligung eines Zuschusses durch den Gemeinderat für die Erbauung einer Gleisunterführung die Genehmigung der Bürger finde oder nicht. Die Gesamtkosten dieser Unterführung sollen nach Mitteilung der Reichsbahnverwaltung 38 000 Mk. betragen, wozu die Gemeinden Großen-Linden, Leihgestern, Hörnsheim und Hochelheim zusammen 20 000 Mk. aufbringen sollen. Hierzu wollte der Gemeinderat von Großen-Linden einen ansehnlichen Zuschuß bewilligen, während dir übrigen genannten Gemeinden sich zur Uebemahme von Kosten nicht bereit erklärten. Der Bürgermeister schilderte die Vorgänge und Verhandlungen mit der Reichsbahnverwaltung und den sonstigen Stellen in eingehender Weise und gab ein Bild über den augenblicklichen Stand der Angelegenheit. An der lebhaften Aussprache beteiligten sich eine Anzahl Herren, die teils für, teils gegen die Bewilligung von Mitteln waren. Die anschließende Abstimmung ergab eine starke Mehrheit für die Ablehnung jeglicher Mittel. O Holzheim, 27. Rov. Missionar Meller aus Frankfurt a. M. hielt in unserer Kirche vor einer großen Zuhörerschaft einen interessanten Lichtbildervortrag über Armenien. Eine Sammlung zugunsten der Armenischen Mission ergab die beträchtliche Summe von 150 Mk. Außerdem wurden im Laufe der folgende Tage armenische Handarbeiten im Werte von 56 Mk. verkauft. — Am Totensonntag wurde der älteste Mann — die zweitälteste Person unseres Dorfes, 3akob Reuhl II., beerdigt. Er war 88 3ahre alt und bis in die letzte Zeit noch rüstig. 3m verflossenen Kirchenjahre starben hier 24 Personen. — 3n unserem Filialort Dorf- Güll, das etwas über 400 Einwohner zählt, haben 10 Personen das Zeitliche gesegnet. — Hier gibt es 73 Leute, die „öie Siebzig" überschritten haben. Davon zählen 14 sogar 80 bis 90 Lenze. i 3nheiden, 27.Rov. Bei der dieser Tage von 3agdpächter Doppelbaum (Hungen) ao- gehaltenen Treibjagd erlegte der 3äger W. Wilhelm von hier im »Heckenwald" einen Keiler, der das stattliche Gewicht von 276 Pfund (lebend) aufwies. Aufgebrochen wog das Tier 190 Pfund. Kreis Büdingen. „2" R id d a, 27. Rov. Die Oeffentlichkeit in unserer Stadt beschäftigt sich bereits stark mit den K a n d i d a t e n sür die kommende Bürger- meisterwahL Der Vorschlag, einen De - rufsbürgermeister anzustellen, wird kaum ernstlich erwogen, obwohl ihn eine politische Partei lebhaft unterstützt. Der größte Teil der Bürgerschaft lehnt ihn ab. Einstweilen führt Beigeordneter R u l l m a n n die Bürgermeistereigeschäfte. s. Berstadt, 27. Rov. Auch hier wurde nach uraltem Brauch „M a r k t a b r n d" gehalten. Am 26. Rovember fand früher, als Berstadt vor dem Ausbau der Bahnlinien noch von größerer Bedeutung für die Umgegend war, ein großer Krämer- und Viehmarkt, ähnlich dem Ortenberger »Kalten Markt", statt. Der Markt ist längst geschwunden, aber der Tag wird bis heute gefeiert. Die Bäcker backen dafür die sog. „Kuloppe", kleine Formkuchen, die auch in die Rachbarortr gefahren werden. Die Spinnstubengesellschasten halten den Marktobend im Hause eines Mädchens, wobei die Burschen ganze Körbe voll Kuloppe stellen müssen. Dafür werden sie beim »Reujahr", das wieder im Hause eines anderen Mädchens gefeiert wird, reichlich mit Tabak und Zigarren beschenkt. Wer auf diesen Tag geboren wird, heißt im Volksmund »Maatsteck" (Marktstück) und behält diesen Spottnamen sein Leben lang. # Echzell, 26. Nov. Am Sonntag konnten Landwirt Heinrich Reuter und seine Ehefrau, Elisabethe geb. Stoll, das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Beide Iubilare sind körperlich und geistig noch verhältnismäßig rüstig. T Stockheim, 27. Nov. Auf der in der Gemarkung Stockheim und Glauberg abgehastenen Treibjagd (nur Waldjagd) wurden 56 Hasen erlegt. Rehe wurden nicht geschossen. + Bleichenbach, 26. November. Bei der in den letzten Tagen hier abgehaltenen Treibjagd war das Ergebnis: zwei Rehe, ein Fuchs und 25 Hasen. Trotz starken Rehbestandes wurden nur diese beiden Exemplare geschossen. 4= Ortenberg, 26. Nov. Zu einer erhebenden würdigen Feier gestaltete sich in unserer Kirche die Feier des Totensonntags. Sämtliche Vereine (Kriegerverein, Feuerwehr, Turnverein. Gesangverein, Männerquartett. Fußballklub) marschierten geschlossen zur Kirche, die bis auf den letzten Platz beseht war. Der Gottesdienst war umrahmt von Liedern und Chorälen der Gesangvereine. Die Festpredigt hielt der Ortsgeistliche Pfarrer Le hing. 3m Anschluß hieran wurden die 01 amen der im abgelaufenen Kirchenjahr Verstorbenen und im OMtfrieg Gefallenen verlesen. j:l Gelnhaar, 26. Rov. Zu einer schönen, würdigen Feier gestaltete sich in unsrer Gemeinde die Feier des Totenfestes. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Ullmann (Rauborn), batte sämtliche Ortsvereine zu der Feier eingeladen. zu der diese sich auch vollzählig einstellten. Rachdem um 9.45 Uhr eine kurze Gedenkfeier am Gefallenendenkmal gehalten war, bewegte sich unter Glockengeläute der Zug zur Kirche, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Der Gottesdienst war umrahmt von Liedern und Chorälen des Gesangvereins, Gemischten Chores und Musikvereines. 3m Anschluß an die Predigt wurden unter Glockengeläute die Ramen der Verstorbenen des 3ahres, der Gefallenen und der Vermißten verlesen. Mögen diese schönen Sitten unserer Gemeinde immer erhalten bleiben. Kreis Schotten. § Ulrichstein, 27. Rov. Seit längerer Zeit hat die hiesige Molkerei mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Da hier der ernste Wille besteht, die Molkerei nicht eingehen zu lassen und nötigenfalls auch Opfer dafür zu bringen, wurde unter dem Vorsitz von Bürgermeister Appel eine Versammlung abgehalten, um zu beraten, was zu geschehen habe. Die von etwa hundert Teilnehmern, darunter auch einigen Auswärtigen, besuchte Versammlung war sich darin einig, daß ein für die ganze Gegend so lebenswichtiges Unternehmen wie die Ulrichsteiner Molkerei unbedingt erhalten bleiben müsse. Rachdem verschiedene Redner dieser Ueberzeugung nachhaltig Ausdruck gegeben hatten, beschloß man, eine Genossenschaft zu gründen mit dem Ziel des Ankaufs der Molkerei, die dann auf genossenschaftlicher Grundlage weitergeführt werden soll. Ueber 60 Anwesende zeichneten sich sofort in die aufgelegten Listen als Mitglieder der neuen Genossenschaft ein. Cs wurde ein Vorstand gewählt, bestehend aus Bürgermeister A p - p e l (Vorsitzender), Beigeordneter Geiß, W. Stein, L. Stern, W. Repp und K. Vehr- mann. Er soll die zunächst notwendigen Schritte tun, vor allem in Kaufverhandlungen mit dem derzeitigen Besitzer eintreten. )—( Ruppertsburg, 25. Rov. Die diesjährige Herb st Versammlung unseres Obstbauvereins fand bei Gastwirt Becker statt. Der Vorsitzende des Vereins, Lehrer De - bu s, suchte, ausgehend von den billigen Obst- Preisen der letzten 3ahre, die Frage zu beantworten: »Was können wir tun, um besseren Qlb- satz für unser gutes, einheimisches Obst zu bekommen?",^ und berichtete daran anschließend über die planmäßige Umpfropfaktion im Kreise Schotten während des letzten Sommers und über die Schädlingsbekämpfung durch Spritzungen mit Obftbaumfarbolineum. Auch unsere Einwohner beteiligten sich wieder daran. Mit Standardsorten umgepfropft wurden in unserer Gemarkung 112 Bäume, gespritzt 240 Bäume I., 521 Bäume II. und 569 111. Größe, insgesamt 1330 Bäume. Rach einer anregenden Aussprache über richtige Aufbewahrung und Lagerung des Winterobstes erfolgte die Gratisverlosung von 23 Obstbäumchen, die auch in diesem 3ahre wieder der Kreis- Obst- und Gartenbauverein Schotten aus der Baumschule des Kreises zur Verfügung gestellt hatte. Rachdem zwei neue Mitglieder ihren Ein- Das Erbe -es Herrn von Anstetten. Vornan von 3- Schneider-Foerstl. Urheber-Rechtsschuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Graf Oertzen lieh die Peitsche leicht über den Braunen hinschwingen, der so gemächlich über den Waldweg dahintanzte. Das Tier verspürte die Unruhe seines Herrn und trabte jetzt mit ihm dahin, daß die Zweige von allen Seiten ins Gesicht schlugen und seinen Hut ins Wanken brachten. Er zog die Uhr und sprang ab. — Zehn Minuten nach fünf. — Er war also auf die Minute pünktlich. Aber sie war es auch. Ueber den Hang herauf kam die schlanke Gestalt der Baronin und bog nach der Lichtung ein, auf welcher er stand. Gr lieh die Zügel fallen und schritt ihr entgegen. Sie duldete es, dah er ihr den Arm küßte und ihn dann durch den seinen zog. »Diese letzten drei Rächte waren die längsten meines Lebens," gestand er und ging mit ihr über die Lichtung, in welcher ein Ausschnitt durch Ne Tannen den Dl.ck auf die Berge fre gab »Es muh aus und gar fein, Oertzen." Er >ah, wie sie zusammenfror. „Haben Sie ihn gesehen?" »Gestern im Vorüberreiten." »Glauben Sie, daß er einen Spaß versteht?" „Keinen." Oertzen fühlte ein Rieseln, das sich bis unter die Kopfhaut erstreckte. »Warum haben Sie ihn zurückgerufen, Drunhilde?" Sie schüttelte den Kopf. „Sie müssen einsehen, Ferdinand" — sie nannte ihn zum erstenmal mit feinem Vornamen — „daß es gefährlich wäre, ein Spiel fortzufetzen, das über kurz ober lang zu einer Katastrophe führen müßte. 3ch bin deshalb hierhergekommen, um 3hnen ein Abschiednehmen zu ermöglichen." »Drunhilde!" Er erblaßte. »Sie sagten mir doch, daß er auch im Falle feiner Rückkehr keinerlei Rechte an Sie geltend machen dürfe." „Stimmt! — Deswegen bleibt man aber doch Mann und Frau! Vor der Welt wenigstens, verstehen Sie, Graf. — Und um Demds willen.' „Können Sie mich nicht einmal besuchen, Baronin?" 3n ihr Gesicht trat ein starrer Zug. »Die Dründe für diesen Besuch?" Er wurde verlegen. »3ch bin ein Mönch geworden. — 3hrelwegen, Drunhilde! Und lebe im Zölibat. 3st das keines Lohnes wert?" Sie lachte zu ihm auf. „3mmcr das Gleiche! — Er ist auch ein Mönch! Und lebt auch im Zölibat! — Soll ich ihn fragen, von wem er sich belohnen läßt?" »Sie wollen mir entschlüpfen, Drunhilde. 3ch möchte Sie aber warnen."-- Er sah den Spott in ihren Augen und reckte sich. »3ch habe Sie einmal geküßt und werde Sie wiedcw küssen! — Brunhild?, es gibt fein Entrinnen vor mir! Verlassen Sie sich darauf. 3m Rotfalle schieße ich auch sehr gut." „Raubritter?" 3hr Lachen gurrte über die Lichtung. „3awohl! — Meine Ahnen waren es, bis Rudolph, der Habsburger, sie aus den Restern hob. 3d) hab etwas von ihrem Dlut in mir.“ „Es scheint so!" Sie breitete den Hellen Tuchmantel über den nadelbedeckten Boden und benützte ihn als Decke: »Wieviel verlangen Sie als Lösegeld?"--Es war wieder dieses gurrende Lachen, das ihm so sinnverwirrend in den Adern brannte. „Kommen Sie — kommen Sie ein einziges Mal zu mir, Drunhilde! Und wenn Sic dann noch können, sollen Sie frei sein." Sie zog mit der Spitze des silbergriffigen Stockes, den sie zum Steigen benützt hatte, Runen in das Radelgewirr am Boden. — — »Zeit?" --Sie fragte es so lässig, dah er nicht sofort zu antworten wußte. „Tag und Stunde ganz nach 3hrem Belieben", sagte er, nachdem er sich gefaßt hatte. »3ch werde von morgen ab, von nachmittags ein Uhr bis abends elf Uhr ununterbrochen zu Hause sein." „Welch ein Opfer!" Sie sah mit einem Blinzeln der schieferblauen Augen zu ihm auf. »Wenn ich aber vormittags tarne?“ Sein verblüfftes Gesicht amüsierte sie derart, daß sie nach seiner Hand faßte und ihn zu sich auf den Boden zog. „Sie werden kopflos, mein Lieber. 3n solchen Fällen macht man dann die unmöglichsten Sachen. — Also ich komme! — Handschlag darauf, daß es Lösegeld ist." Er streckte ihr zögernd die behandschuhte Rechte entgegen. „Unter der Bedingung natürlich, dah ich zu Hause bin." „Selbstverständlich! 3ch werde zuvor telephonieren." „Wann?" »Das weih ich noch nicht! — Vielleicht bald! — Vielleicht auch nicht! — Das hängt ganz von den Umständen ab. — Verabschieden Sie sich jetzt, bitte! Etwas rasch, mein Lieber! — Aus Wiedersehen, Graf!" Er gehorchte, obwohl er nicht begriff. Als er ben Fuß in den Steigbügel setzte, sah er einen Herrn in die Lichtung treten, der vor Drunhilde den Hut zog und dann neben ihr stehen blieb. Das matte Kupfer des Vollbarts leuchtete in der Sonne und auf dem grünen Hut, den er jetzt in der Hand trug, bauschte sich ein Gamsbart. »Der Forstmeister!" Oertzen kannte ihn von seinen Waldspaziergängen her. 3edenfalls war er als Bediensteter des Gutes keine Persönlichkeit, die man fürchten mußte. Er würde sich kaum getrauen, die Gattin seines Drotgebers irgendwie an den Pranger stellen zu wollen. Trotzdem war es ihm sehr erwünscht, dah Brunhilde Auge und Ohr für sie beide offen- gehalten hatte. Man konnte nicht wissen, wie der Teufel einen Wächter auf den Plan schickte, der hernach zum Verräter wurde. Ehe die Zweige hinter ihm zusammenschlugen, sah er noch einmal zurück und hatte ein Lachen um den Mund. Die zarte Gestalt Drunhildes schritt jetzt neben dem Riesen einem Seitenpfade zu, der sich ins Tal schlängelte. Er stoppte mit einem Ruck des Zügels und warf eine Kußhand nach der Richtung: „Gute Rächt, du allerschönste grau!--- Auf Wiedersehen bei mir!“ Hans Peter saß in dem großen nach Osten zu gehenden Arbeitszimmer und hatte Hörmann, den Verwalter des Gutes, vor sich stehen. Dessen Hände zitterten leicht und stützten sich haltsuchend auf die Platte des Diplomatenschreibtisches, der an das breite Mittelfenster gerückt stand. „Sie glauben also, Hörmann,“ die dunllen Augen des Barons hafteten unverwandt in den grauen des Verwalters, „dah der Betrieb wesentlich vereinfacht und eingeschränkt werden muh, wenn das Gut zu halten sein soll." „3a, das ist meine Ueberzeugung, Herr Baron." Hans Peter — Günthers Rame muß endgültig gestrichen werden — ließ die Blätter des aufge- schlagenen Ausgabenbuches durch die Finger gleiten. „3ch habe heute nacht über den Büchern gesessen und ttohdem nicht herausgefunden, wo die überflüssigen Ausgaben liegen. — Wo muß also zuerst gespart werden?" „3m Haushalt des Schlosses, Herr Baron." Hans Peter stutzte. „Verschlingt der soviel?" „3a!“--Der Beamte wurde etwas verlegen. „Die Löhne des Personals belasten das Budget über Gebühr." Hans Peter notierte. „Haben der Herr Baron gesehen, wie hoch die Hhpothekenzinsen angelaufen sind? — 3ch mußte vier unserer schönsten Kühe verkaufen. Wir hatten schon im Februar kein Futter mehr." „Trotz der hundertsechzig Tagwerk Wiesen!" „Trotzdem, Herr Baron. Um Weihnacht stand das Heu sehr hoch im Preis. 3ch mußte davon verkaufen, um Außenstände regeln zu können. Diese dreihundert Zentner haben mir dann im ersten Frühjahr gefehlt." Ein zustimmendes Ricken. Hörmann wagte einen Vorschlag, möglich, daß er in der nächsten Minute zur Türe hinausflog: „Es wäre eine Leichtigkeit, den zweiten Verwalter einzusparen, wenn ich nur wenigstens einigermaßen Mithilfe bekäme, Herr Baron." Hans Peter verstand. „Entlassen Sie ihn. — 3ch bin ab morgen vor vier Uhr früh ab auf den Feldern." Das war mehr als Hörmann erwartet hatte. Wenigstens war es für ihn ein neuer Ansporn, Anstetten solange über Wasser zu halten, als es nur irgend ging. 2lls die Türe hinter ihm zuklappte, lehnte der Freiherr den Rücken weit nach hinten und ließ die Lider über die Augen fallen. Die Kette begann zu schmerzen. Aber drei 3ahre würde sie zu ertragen sein. Er neigte den Oberkörper über den Schreib- ttsch und notierte sich einige Zahlen, erhob sich dann und ging nach den Zimmern Drunhildes. »Frau Daronin lassen um einen Augenblick Geduld bitten.“ Das war das erstemal, daß er in ihren Räumen stand. Ein leichter Hauch von Heliotrop lag über den spiegelnden Zirbelholzmöbeln, die in der Dormittagssonne glänzten. Hinter ihm eine Wolke diskreten Duftes. „Guten Morgen. — 3st die Angelegenheit so dringend, daß sie hier erledigt sein muß? — Ditte, nimm Platz.“ Sie schob ihm einen der niederen Stühle mit Iben rosa Seidenbezügen dicht an das offene Fenster und blieb vor ihm stehen. 3hre Rasenflügel vibrierten. Er sah, wie unter dem feinen Datist ihres Kleides sich die 03ruft in rafeßen Schlägen hob. „Vielleicht hast du die Güte zu sprechen, Hans Peter?" Das Starre, Wesenlose seines Dlickes verlor sich. »3ch wollte dich bitten, mir die Hypotheken- Sinsen der letzten 3ahre noch einmal zu stunden. — 3d) habe ihre Höhe unterschätzt.“ „Auf toielange?“ Er fror und faß nach Dernds Photo, das in künstlerischem Rahmen an der Schmalwand des Fensters hing. „Drei 3ahre!" 3hr Lachen ließ ihn zusammenfahren. „Du verstehst zu rechnen! 3nzwischen ist Dernd achtzehn. Laut (Vertrag bekommt er dann Anstetten überschrieben — und die Zinsen sind dir erlassen." „Drunhilde!" Er war so weiß, wie das Sims, dessen Lack schneefarben aufglänzte. »3ch werde eine Klausel in den Qkrtrag setzen, daß dir bis dahin der Detrag, den ich dir schulde, bis zum letzten Pfennig zurückbezahlt fein muß.“ Er wollte sich erheben, aber die Füße versagten. Sie war ganz dicht zu ihm getreten und hatte ihre schmalen, weichen Hände auf seine Schultern gelegt. „Der Okrtrag ist dir Wohl eine unerwünschte Fessel, Hans Peter?" Er begriff nicht, wo sie hinauswollte und nickte nur, (Fortsetzung folgt) tritt angemeldet haben, zählt die Ortsgruppe Ruppertsburg 50 Mitglieder. — Anser Kriegerverein hielt im Saale des Gastwirts Schlörb unter Leitung seines Präsidenten W. Lein seinen ersten Familienabend in diesem Winter ab, der recht gut besucht war. Zum drittenmal sprach hier der bekannte frühere il- Boot-Kärnpfer Kam. Kratz von Freienseen in begeisternden Worten über die Seeschlacht am Skagerrak, und im zweiten Teile seiner Rede über seine Spezialwaffe, die Unterseeboote. Schöne Lichtbilder veranschaulichten dos Gesagte. Herr Kratz verstand es, dank seiner volkstümlichen Vortragsweise, die Hörer über zwei Stunden lang zu fesseln. Der Kriegerverein wird in diesem Winter noch zwei Familienabende abhalten. Im Dezember spricht Kam. Wilhelm Port von hier über .Soldatenlos", im Januar Herr Hahn, Beltershain, über seine Teilnahme an der Zeppelinfahrt nach Ostasrika während des Weltkriegs. I Ober-Lais, 23.Rov. Im vergangenen Winter war die Hauptstraße unseres Dorfes viele Wochen lang so stark vereist, daß der Verkehr besonders zu den Häusern der einen Straßenseite sehr erschwert war. Eine Quelle im Oberdors, die früher einen inzwischen zugeschütteten Vrandteich speiste, hatte einen Ausfluß nach der Straße gefunden und die Vereisung verursacht. Um die Wiederkehr einer Vereisung im kommenden Winter zu verhindern, läßt die Gemeinde den früheren Vrandteich wieder ausheben. Die Quelle soll ihn, wie früher, speisen, doch, sollen Vorkehrungen getroffen werden, daß ein Ueberfliehen des Wassers nach der Straße zu auch in Zeiten starken Regens unmöglich wird. Der Ueberlauf des Vrandteiches wird hinter den Häusern des Dorfes zum Laisbache geführt werden. Die Wiederanlage des Vrandteiches wird besonders von den Bewohnern der höher gelegenen Häuser des Dorfes als^ Mittel zur Erhöhung der Feuersicherheit begrüßt. Kreis Alsfeld. H Alsfeld, 27. Rov. Am Samstagabend sprach in der hiesigen Dürergesellschaft Prof. Götze von der Universität Gießen über die deutsche Studentensprache. Charakteristisch ist die Verbreitung der Studentensprache über 30 Universitätsstädte. Der Redner zeigte an interessanten Beispielen, wie viele Wörter im Studentendeutsch einen eigentümlichen Wandel durchmachen. Es war unterhaltend, an Beispielen den witzigen Wortschöpfungen nachzugehen, die von eineni Einzelfall ausgingen und bald an allen Hochschulen Eingang fanden. Durch die fahrenden Schüler wurden der Studentensprache auch fremde Bestandteile zugeführt. Der Redner faßte seine mit sorgfältigster Gründlichkeit durch- gcarbeiteten Forschungen dahin zusammen, daß die deutsche Studentensprache gekennzeichnet ist durch lebendige Anschaulichkeit. Treffsicherheit und sinnliche Kraft, die sich frei hält von jeder Verknöcherung. Die dankbaren Zuhörer belohnten den interessante Vortrag mit lebhaftem Beifall. — Dieser Tage hielt der Landwirtschaftliche Bezirksverein Alsfeld unter Leitung seines Vorsitzenden, Kreisdirektor Dr. Stammler, im kleinen Saale des „Deutschen Hauses" seine erste diesjährige Winterversammlung ab. Im Mittelpunkt des Interesses standen zwei Vorträge über Herstellung von S i l o f u 11 e r und über Silobauten. Oeko- nomierat Ritte (Reu-Ulrichstein) sprach über .die Entwicklung des Silowesens und über seine Erfahrungen im Einsilieren von Grünfutter. Die Vorteile bestehen in einem bedeutend geringeren Rährstoffverlust. Der einzige Rachteil bei der Silowlrtschaft sind die hohen Kosten durch den Silobau, die Pretzvorrichtung und die Häckselmaschine nebst Gebläse. Alsdann hielt Baurat T h a l e r von der Landwirtschaftskammer einen Vortrag über Silobau in Hessen, der durch Lichtbilder ergänzt wurde. Der Redner verbreitete sich ausführlich über die Bauart, Form, Größe und das für den Silobau zu verwendende Material. Man unterscheide Holz-, Stahl- und Massivsilos; Der Redner empfahl die letztere Art. Zum Schlüsse machte der Vortragende noch auf den in Hessen gegründeten Siloring aufmerksam und empfahl allen Interessenten den Beitritt zu diesem Ring. Der Vorsitzende dünkte beiden Referenten für ihre lehrreichen Ausführungen. l. Rieder-Ohmen, 26. Rov. Die hiesige Feuerwehr, die unter dem rührigen Kommando des Spenglermeisters Gg. Kaiser steht, trägt sich seit längerer Zeit mit dem Gedanken, eine moderne Motorspritze zu beschaffen. Dieser Tage führte nun ein Vertreter der Firma Magirus in Ulm eine Leichtmotorsprihe vor. Das neue Gerät kann bequem von zwei Mann getragen und bedient werden und hat eine Leistung von 400 bis 600 Liter in der Minute. Dazu gehört ein zweirädriges stählernes Fahrgestell auf Vollgummireifen. Auf dem Gestell sind zwei Schlauchhaspel, Saugrohre. Mundstücke usw. befestigt. Das ganze kann an jedem Fahr- zeug angebracht werden. Am Samstag zeigte ein Vertreter der Firma Flader in Jöhstadt (S.-A.) eine ähnliche Spritze, Marke „Siegerin". Bei dieser Vorführung hatte man den Eindruck, als ob dieses Gerät das leistungsfähigere sei. Eine solche Motorspritze mit allem Zubehör würde sich auf ungefähr 5000 Mk. stellen, wozu die Brandkasse und der Kreis eine namhafte Summe in Aussicht gestellt haben. Bei der ersten Vorführung waren Regierungsrat Strack vom Kreisamt Alsfeld, sowie verschiedene Kreisausschußmitglieder und Feuerwehrbefehlshaber aus dem Kreise anwesend. Hoffentlich kommt es bald zur Anschaffung des neuen Feuerlöschgerätcs. w B u r g - G e m ü n d e n, 25. Nov. Am gestrigen Sonntagabend fand im Saale der Gastwirtschaft Fischer durch den hiesigen Turnverein die Dorfühung des Films vom Deutschen Turnfest in Köln statt. In fast dreistündigem Vortrag wurden interessante Bilder vorgeführt, die die hohen Ziele der Deutschen Turnerschaft klar vor Augen führten. Kreis Lauterbach. £ Lauterbach, 27. Nov. Zu beim heutigen Schweinemarkt waren 66 Ferkel und 12 Läufer aufgetrieben. Für Ferkel wurden gefordert 35 bis 42 Mark, für Läufer 80 bis 100 Mark, je nach Qualität. Der Handel war schleppend und litt unter der allgemeinen Geldknappheit, so daß Ueberstand verblieb. Wirtschaft * Der Fall Rudolf R. Bauer. — Drei Mill. Mark Bürgschaften. Wie WTB.- Handelsdienst erfährt, hatte das in Schwierigkeiten geratene Bankgeschäft Rudolf R. Bauer in Frankfurt a. M. neben einer übermäßigen Hergabe von Darlehen Bürgschaften in Höhe von etwa 3 Mill. Mark übernommen. Die Gestaltung der finanziellen Lage bei der Firma wird nun wesentlich davon abhängen, inwieweit diese Bürgschaften evtl, in Anspruch genommen werden. Wichtig für die weitere Entwicklung ist außerdem die Gestaltung der allgemeinen Wirtschaftslage. Wenn auf die Bürgschaften in erheblichem Umfange zurückgegriffen werden sollte, kann natürlich von einer Ueberdeckung der Passiven um etwa 1 Mill. Mark, wie sie jetzt buchmäßig vorhanden ist, nicht mehr gesprochen werden. Hier muß man die Entwicklung abwarten. Es haben sich jedoch, wie bereits mitgeteilt, verschiedene Otellen zu der evtl, notwendig werdenden Beihilfe bereiterklärt. Zu der Vorgeschichte des Falles hören wir noch, daß die Illiquidität der Firma in der Hauptsache darauf zurückzuführen ist, daß Bankier Dauer sich im Kreditgeschäft überengagiert hatte. Er hatte langfristige Darlehen gegeben, die er durch Aufnahme kurzfristiger Kredite finanzierte, ein Seitenstück also zum Fall Frankfurter Allgemeine. Die Schwierigkeiten traten nun dadurch ein, daß die Favag, der Bauer einige hunderttausend Mart zur Verfügung gestellt hatte, zu- sammenbrach, ein allgemeiner Vertrauens- schwund eintrat und die Rasfauifche Landesbank neben der Zurückziehung anderer Kredite die der Firma Dauer gewährten Kredite zurückforderte. * Zur Zahlungseinstellung der Dank für Handel und Gewerbe A.-G., Lübeck. Die Revision bei der Dank hat die schlimmsten Befürchtungen übertroffen, die man an die Zahlungseinstellung knüpfte. Die Verluste belaufen sich auf über 2 Mill. Mk. Der Status bedeutet für die Inhaber von Depositen, sowie Giro- und Sparkonten, daß sie mit etwa 20 v. H. ihrer Forderungen an die Bank nicht .befriedigt werden können. Bei der Revision stellte sich heraus, daß der Direktor Hirschfeld nicht nur leichtfertig ungedeckte Kredite gab, sondern auch durch geschickte Falschbuchungen ganz beträchtliche Summen für sich selbst in Anspruch nahm. Der Revisionsbericht stellt ausdrücklich fest, daß die Verluste, wie sie jetzt festgestellt wurden, vom Aufsichtsrat infolge der geschickten Falschbuchungen nicht gefunden werden konnten. * Weitere Zunahme der Arbeitslosigkeit. In der ersten Hälfte des Rovember ist die Zahl der Hauptunterstüyungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung wieder um 126 000, oder 14,2 v. H. gestiegen. Die Gesamtzahl betrug am 15. Rovember rund 1016 000, davon 808 000 Männer und 208 000 Frauen. Die Zunahme belief sich bei den Männern auf ' 16,2 v. H., bei den Frauen auf 7 v. H. Auch die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger in der Krisenfürsorge ist in der gleichen Weise gestiegen, und zwar um 6900 Personen oder 4 v. H. Auch hier war die Zunahme bei den Frauen geringer als bei den Männern. Die Gesamtzahl der Hauptunterstühungsempfänger in der Krisenfürsorge betrug am 15. Rovember rund 178 500. " Vereinigte Königs- und Laura- Hütte A.-G. für Bergbau und Hütten bet rieb. Der am 18. Dezember stattfindenden Generalversammlung wird die Bilanz für das am 30. Iuni 1929 abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt werden. Die Gesellschaft besitzt bekanntlich als Hauptaktivum das gesamte Aktienkapital der polnischen Königs- und ßaura- Hütte. Diese hat eine Dividende für 1928 nicht ausgeschüttet und ihren Gewinn vorgetragen, Dementsprechend beantragt auch die deutsche Gesellschaft, ihren Gewinn vorzutragen. Das Gewinn- und Verlustkonto ergibt Einnahmen von 376 944 (i. V. 397 64$) Mk. gegen 219 735 (201 247) Mark Ausgaben und Abschreibungen, so daß ein Reingewinn von 157 208 (196 402) Mk. verbleibt. Lieber die Beschäftigung der polnischen Königsund Laurahütte wird berichtet, daß Erzeugung und Absatz im Iahre 1929 sich auf den Gruben befriedigend gestaltet haben und die Cisenkon- junktur rückläufig geworden ist. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 28. Rov. Tendenz: freundlich. — Im heutigen Vormittagsverkehr war die Stimmung weiter freundlich. Angeregt wurde die Vörse in der Hauptsache durch die gestrige Stützungsaktion seitens der Banken, die Veranlassung bot, zu Deckungen zu schreiten. Das Geschäft war zumeist etwas lebhafter, zumal einige Orders Vorgelegen haben sollen, und die Kulisse hiervon ausgehend weiter Reigung zeigte, zu Reuengagements zu schreiten. Zu Beginn des offiziellen Marktes trat jedoch wieder eine Ab- flauung der Stimmung ein, da einige nachteilige Momente stärker in Erscheinung traten. Dies waren vor allem die uneinheitliche gestrige Reuhorker Börse und das stärkere Ansteigen der Arbeitslosenziffer im Reiche. Die Ziffer von einer Million ist bereits überschritten. Die Grundstimmung blieb aber unvermindert freundlich, da man sich auch hinsichtlich der Insolvenzen in letzter Zeit etwas beruhigt hatte. Die höheren Kurse des Vor- Mittagsverkehrs wurden nicht erreicht, jedoch blieben die Kurse gegenüber der gestrigen Abend- börse mit einigen Ausnahmen gut behauptet. J.-G.-Farben eröffneten 2 Prozent gedrückt, Scheideanstalt und Goldschmidt lagen gehalten. Dt. Erdöl gewannen 1,5 Proz. Am Elektromarkt überwogen die Abschwächungen. Dcsonders Chade- aftien lagen im Angebot und büßten 8 Mk. ein. AEG., Bergmann und Siemens verloren von 1 bis 3 Prozent. Schuckert waren unverändert. Montanwerte waren gut behauptet. Für Gelsenkirchen bestand einiges Interesse, bei einem Gewinn von 2 Prozent. Danken uneinheitlich. Da- natbank und Deutsche Dank lagen etwas fester. Dresdner Bank und Commerzbank bis 1,5 Prozent gedrückt. Dauuntemehmungen konnten leicht anziehen, ebenso Metallgesellschaft und Süddeutsche Zucker. Renten still und leicht nach- gebend. Im Verlaufe war die Stimmung recht freundlich. Einige Deckungskäufe bewirkten eine Desserung des Kursniveaus bis zu 1,5 Prozent. Vorübergehend war es etwas schwächer, auf neuere Insolvenzmeldungen, doch machten sie später wieder weniger Eindruck. Lebhafteres Interesse bestand für Montanwerte. Auch Elektro- und Chemiewerke traten etwas mehr hervor, und die Kurse konnten sich bis zum Schluß der Dörse weiter etwas bessern. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 Prozent gesuchter. Am Devisenmarkt war die Mark international weiter befestigt. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1765, gegen Pfund 20,384, London gegen Kabel 4,8785, gegen Paris 123,83, gegen Mailand 93,20 gegen Madrid mit 35,18 wieder schwächer. Berliner Börse. /Berlin, 28. Rov. Wider Erwarten konnten sich zu "Beginn des heutigen Verkehrs die höheren Kurse der gestrigen Abendbörse nicht behaupten, Die Meldung, das Home in London nun doch Konkurs anmelden mußte, verstimmte, fernes wurde die Insolvenz der Gewerbebank von Großenhain bekannt, und man sprach von den inzwischen durch eine Großbank wieder behobenen Schwierigkeiten eines großen ‘Berliner Bankhauses. Das gestrige Hchluhniveau konnte sich aber in den meisten Fällen halten, teilweise waren sogar noch 1- bis 2-v. H.-Desserungen gegen gestern mittag eingetreten. Besonders der Montanmarkt lag angeregter, da die Rachricht über den Stand des englischen Bergarbeiter« lvnfliktes eine Zuspitzung erkennen läßt. Köln- Reuessen gewannen 2,5, Gelsenkirchen 1,25 v. H^ Riebeck Montan 2 v. H. usw. Durch schwache Haltung fielen Chadeaktten mit minus 5,25 RM. auf. Bei Reichsbankanteilen betrug der Verlust 2,25 v. H., bei Polyphon 3 v. H. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer behauptet... Mexikaner 0.5 v. H. schwächer. Der Pfandbriefmarkt hatte eher nachgebende Tendenz. Tagesgeld war heute leichter. Tagesgeld 7,5 bis 9 v. H., Monatsgeld 8,5 bis 10 v. Sy, Warenwechsel etwa 7,40 v. H. Als nach den ersten Kursen bekannt wurde, daß die heutige Londoner Börse trotz des Home- Zwischenfalles in fester Haltung eröffnet hatte, schritt hier die Spekulation zu teilweise überstürzten Deckungen, die bei Spezialwerten auf leere Märkte stießen, so daß bei Papieren wie Karstadt, Tietz, Reichsbank, Polyphon, Deutschs Linoleum, Schultheis. Salzdetfurth usw. Gewinne von 5 bis 7 v. H. erzielt wurden. Auch am Montanmarkt blieb das Geschäft recht lebhaft, ohne daß jedoch nennenswerte Veränderungen eintraten. Berliner Produktenbörse. Berlin, 27. Rov. Am Getreidemarkt machl sich auf Grund der nunmehr offiziell erfolgten Veröffentlichung der Regierungsvorlage über die Agrarfragen außerordentliche Rervosität bemerkbar. unter der das Geschäft stark leidet. Die Rominierung sogenannter Rormolpreise für di« verschiedenen Getreidearten veranlaßt die Verkäufer zu größter Zurückhaltung, aber auch di« Käuferschichten, insbesondere die Importeure von Roggen und Hafer wollen Reuengagements nicht eingehen angesichts der Unsicherheit über di« Höhe des Einfuhrscheinwertes. Einiae Umsätze finden lediglich in Weizen statt, da diese Brotfrucht durch das Bestehen des Vermahlungszwanges für Inlandweizen durch die bevorstehende Gesetzgebung weniger in ihrer Preisgestaltung beeinflußt werden kann. Für Weizen wurden im Gffektivgeschäft etwa gestrige Preise erzielt. Roggen, Hafer und Gerste werden kaum urngeseht, nominell liegen die Preise gegenübe« gestern unverändert. Am Lieferungsmarkt ergaben sich nur unbedeutende Preisveränderungen gegenüber den gestrigen Schlußnotierungen, nachdem in den gestrigen Rachmittags- und heutigen Vormittagsstunden für Weizen auf Grund der schwachen Auslandmeldungen Rückgänge von 2 bis 3 Mark eingetreten waren. Das Mehlgeschäft wird von der allgemeinen Unsicherheit auch beeinflußt, es finden fast mir kleine Bedarfskäufe statt. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt., 242 bis 243 (ruhig), Dez. 256,50 (Brief), März 268, Mai 275,50; Roggen, märt., 177 bis 179 (etwas schwächer), Dez. 193,25 bis 192,75, März 211,50 bis 210,50, Mai 221 (Brief); Braugerste 187 bis 203 (ruhig); Futtergerste 167 bis 177 (ruhig); Hafer, märt., 157 bis 166 (schwächer), Dez. 171,50, Mär» 190,50; für je 100 Kilo: Weizenmehl 29 bis 34,75 (behauptet); Roggenmehl 25 bis 27,75 (behauptet); Weizenkleie 10,75 bis 11,30 (fester); Roggenkleie 9,50 bis 10,25 (fester). Frankfurter Schlachtviehmarkt. F rank für t a. M., 28. Rov. Auftrieb: 119 Rinder, 1313 Kälber, 619 Schafe, 700 Schweine, Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 74 bis 78 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 68 bis 73, geringe Kälber 60 bis 67, — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 40 bis 45, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 32 bis 39, fleischiges Schafvieh 27 bis 31. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 72 bis 75. von etwa 200 bis 240 Pfund 73 bis 76, von etwa 160 bis 200 Pfund 72 bis 75, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 70 bis 74 Mk. — Marktverkauf: Kälber und Schafe schleppend, geräumt. Schweine schleppens ileberftanö. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Neichsbankdiskont 7 v. H., Lombardzinsfuß 8 v. H. Frankfurt a 9)1 Berlin .-chlub»! »uts> I i-Uhi ffnro Schlup l Kure | Ansang» Ritte Saturn 27. 11. 28 11. 27. 11. 28. 11 6% 1 tu jche iKetdjMiueiu on »V? ........ 87.4 — 87,5 7% Deutsche fReld;Saniere von 1920 ......... 99 — 99 — Dl. iflnL-ubldf.'6d)uU> mU LuS los.-Rechlen........ 50 50 50,1 50,1 7,6 Te?% Rheinische Hhp^Bcmk Liqu. Goldpse........ 78,5 - - — 6% Pr. LandeSpsandbriesansialt, Psandbriese R. 17..... 98 _ 98 _ 8% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, Romm.-Cbl. R. 16..... 95 93 7% Pr. Landesplandbrielanlkali, Psandbriese 31.10..... 89 _ 89 C1.U.U). aba. tiottneQi-Dlltaatlen. rückzahlbar 1933 ...... — — 4% OtBetret 0)11«* «oldr» . . 24,25 24,4 24,7 4,20% Cefterr. Silbern-- . 3 4% Ocslcrretchtlche Einheitliche Rente.......... — — 1,9 _ 4% Ungariiche Soldrte..... 21,13 — 21,13 21,1 4% Ungarische Siaatlr. v. 1910 — — 19,5 19,5 4*4% dergl. von 1913 .... — — 21 4% Ungarische «ronentte.. . . 1,9 1,8 1,8 4% Türk. ZoUanleihe ü. 1911 . 8 — 7,8 7,8 4% Iörtliche Bagdad bahn-Sni. Serie 1.......... 8,13 —— 8.35 8,5 4% be4flt. Serie 11..... 6% RumSnUch» verrtnh. Rente von 1903 4%% Rumänische vereinh. Rente •n 1913......... 7,9 7,7 8,9 _ 8,85 14.5 — 14,4 00,5 01 — —— Mamkrmtwerke höchg a. ü . 8 105 — — Miag. . . . . 10 — —— i 19 119 Gebt. Roeder...... 10 103 — — «oigt 4 Haefjnei .... . 9 222 — 222 —— Südd Zucker...... 10 158.5 159 157,5 —— Banknoten. Berlin, 27- Rovember Geld Bries Amerikanische Roten . . 4,163 4,183 Belgische Roten. ... 58,26 58,50 Dänische Roten .... 11,60 112,04 Englische Roten ...» Ä — 20,32 20,40 Französische Roten ... 6,405 16,465 Holländilche Roten . . . 68,06 168,74 Italienische Roten.... 21,80 21,88 Rorioegische Roten . . . 11,60 112.04 Deutsch.Oesterreich, i 100 Schilling 58,53 58,77 Rumänische Roten . . . 2,47 2,49 Schwedische -loten . . . 12,03 H2,47 Schweizer Roten .... 60,93 81,25 Spanische Roten .... Tschechoslowakische Roten. 57.63 12,34 57,87 2,40 Ungarische Roten . . . 72.80 73,10 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 27. Rovemdet 28 November Amtliche Notierung Amtliche Rot'etung C'elf Briri "selb Amft-Nokt 161.4: 168.75 168,3b 168.70 Burtt.-Aires '.'25 1,729 1.726 1,730 Brss.-Antw 5b. o5 53,485 58.365 58,485 (chnskiania 111 81 112,03 111.31 112.03 Afovcxbaocn 111 88 112,10 111,88 112.10 Stockholm . HelnngsorS. 112,29 112.51 112,25 1i2,47 10,488 10,508 10,488 10,508 Italien. . 21,845 21.885 21,845 21,885 London. . . 20,36 20,46 20,356 20,396 Rcunork . . 4,1735 4,18i5 4,1725 4,1805 Bari«. . . 16,44 16,43 10,435 16,445 Schweiz . . 81.02 81.18 81,02 81,18 Sva.itiU - 57.81 57.93 57.94 58.06 Japan . . ■Hio de Jan 2,041 2,045 2.044 2,04» 0,490 0.492 0.4935 0,4955 Wien in D.» 58,845 Ccft. abfleft 58,72 58,84 58,725 Prag . . . . .2.382 12,402 12,385 12,405 -.Seitrab • 7.394 7,408 7.396 7,410 Bndav-st. 73,04 73,16 73.02 73.16 Buliarien 3.016 3,022 3.018 3,024 Lissabon 18.80 18,84 18,84 18,88 Tanüg. . .wtnfLntln. " 81,71 81,93 81,40 81,56 1,948 1 952 1,928 1,932 Achen. . 5,43 5,44 5,43 5,44 Oxinaba 4,126 4,134 4,127 4.135 Hüt' uaN 4.006 4,014 3,996 4.004 Cairo 20,88 20.92 20.875 20,915