W«Ä- L-KG iiKÄtz L-Ms ##t«h:«a5u^ °lü r‘««ötit.' 26. Oft » . ^snete in f ?n °n ber 0,!n6,^tr & Meren &"> Q6e war^ her rttoen älteren Stüh Mq. 3n6pehiÄ red)t ««oetfiA ?lt,0nf5: unb k»"ALLk Riehen. Ug * J llni «öRnttan 2-D.fj. !2n* Jjar^ÄfitanÄ m erster Linie war 6olge der Äblchwächungcn. L^.e°!i,en2MarlM „J?01? ron auf dem Gebiete der Dis- tschen Markt so gut wie er- aten Glanzstvssaltien um 8,5 g im Zusammenhang hiermit ernennen auf die Erklärung Iromabfaf} 5.50 Mark. Warben Polyphon 3,50 v.H, Siemens moleum 3 v.ch. usw. W'ster- --leben eröffneten ebenso wie d Spritwerte eher riroas Leihen gehalten, gür as mefir 3nfetef[e, ofjne H »"n(n5®ert änderten. Sfanb- .wi i'er SelbmarH mar im inbert. 3er Saß für ^behung von 6 bis >)•• g bis 105 n^' Waren. Die ermäßigten rj ben geringen beftchenben Rörfe nur von untEord- bedarf hnf nnrf) ^^'n‘ 6 nbaenomm'n . m - ..nr^rfe zogen ''M wrnim rn,ihe anderer Spekulat.ons- h. an. . jent i ,1* ;tx< \ttvttRe iimii' (Seit 112.17 ;0.«32 16,50 s ' ,50 ■V9 81,14 59.76 ..39 • 0 112,1» iS 20,4'7 Ä Ä 2,007 0*497 'Ä & n- Ä 'S 53-51 ISS 'Lö ■;,05 80.82 59.46 12.33 16$ Ä .-S 58,83 12,393 w8 73,17 3.021 iS." 81.82 1,97 5,445 4.^ £0,93 1,733 58,43 ij1,88 i'-fi 112.19 10,491 2 ,69 £0,369 4,177 16,44’ 80,90= i,9,60 1,993 0,4960 ,03 3,0|9 18- &! i:S 4,076 — c emo-'1 nlnolen. ___ — I ~~crtet. So hatte er jeder Terfon in seinen großen Dramen einen individuellen SpvachrhythmuS gegeben. Nur so könn- Sinne entscheiden, weil der Beschluß der sozialistischen Parlamentsfraktion in absolutem Widerspruch zum Geist der Sozialist isd; en Partei und den Bestimmungen der früheren Kongresse stehe. Sollte der Rationalrat. was er für unmöglich halte, anders entscheiden, dann würde nicht nur eine ernste Krise ausbrechen, sondern es würde auch nur dazu führen, daß sehr bald ein ausschließlich aus rechtsgerichteten Elementen bestehendes Ministerium ans Ruder komme, das in voller Freiheit und mit aller Leichtigkeit mehrere Jahre regieren dürste. Die zweite Haager Konferenz. Ter Staub der Arbeiten der ?)onnq-Antzschüsse. Paris, 27.Okt. (WB.) Der Außenpolitiker des „Malin" will in der Lage sein, über den Stand der Arbeiten der Ausschüsse berichten zu können, die damit beschäftigt sind, fürdieInkrastsetzung des P o u n g p 1 a n e s die Vorarbeiten zu leisten. die in diesem selbst und von der Haager Konferenz bestimmt wurden. Es arbeiten, so schreibt er, sechs Ausschüsse. Die drei in Berlin tagenden — Reichsbank, Reichsbahn und Monopolfragen — dürften in der ersten Woche des Monats November ihre Arbeiten zum Abschluß gebracht haben, so daß der Pounaplan den Dawesplan auf allen Gebieten der deutschen Verwaltung ablösen könne. Von den in Paris tagenden zwei Ausschüssen werde derjenige, der sich mit der Liquidierung der Derganaenheit, also in der Hauptsache mit der Frage des deut' scheu Besitzes im A u s l a n d e, beschäftige, trotz verschiedener noch schwebender Fragen gegen Ende der ersten Woche des kommenden Monats feinen Bericht fertigqe stellt haben. Der zweite Ausschuß dageaen, der sich mit den Dftrcpara- 11 o n e n befasse, sei wegen der Forderungen Ungarns in eine Sackgasse geraten. Der Ausschuß für die Zahlungsban k, der in Baden- Baden tagt, werde voraussichtlich etwa am 10. November seine Aufgaben erfüllt haben. Die zweite Haager Konferenz könnte also etwa für den 10. Dezember einberufen werden. OieWahlen in der Tschechoslowakei Prag, 27. Oft. lWTB.) Da die telegraphischen und telephonischen Verbindungen mit der Tschechoslowakei und Karpotho-Rußland infolge Untoelterß teilweise gestört sind, laufen die Meldungen über die Wahlergebnisse nur langsam ein. AuS den bisher bclanntgctoorbenen Teilergebnissen ergibt sich der Eindruck, daß die kommunistischen Stimmen stark zurückgegangcn sind. Dagegen verzeichnet man ein starkes Anwachsen der Stimmen der tschechischen und der deutschen Sozialdemokraten. Die deutschen Sozialdemokraten haben z. B. in Mährisch- Ostrau ihren Besitzstand mehr als verdoppelt. Ein Anwachsen der Stimmen scheinen auch die tschechischen Rationalsozialisten verzeichnen zu können. Der Bund der Landwirte (Spina) zeigt stellenweise einen Rückgang. Die tschechischen Agrarier und die Rationaldemokraten dürften ihre Stellungen ausrechterhalten. Ziemlich schlecht scheint es mit der tschechischen Gewerbepartei des Eifenbahnministers Rahman zu stehen, bei der eß zweifelhaft ist, ob sie in Prag die Wahlzahl erreichen wird. Dagegen scheint die ncu- gegründete Liga gegen die Bundeswahl- listen Stribiny. Gayda, Dr. Pergler ziemlich viel Stimmen in Prag auf sich bereinigt zu haben. Die Deutsch nationalen rechnen mit acht biß neun Mandaten. Das Schwergewicht Der deutschen Politik in der Tschechoslowakei ist nach dem Wachlaussall auf die sozialistischen Parteien ü b c r g e g a n g c n. Es verlautet, baß bereits am Montag Verhandlungen mit den deutschen Sozialdemokraten über ihren Eintritt in die Regierung ausgenommen werden sollen. Die deutschen Oppositionsparteien (Deutsche Rationalpartei und Deutsche Rat.°sozialistische Arbeiterpartei) werden aus den Wahlen gestärkt hervorgehen, was insofern nicht ohne Bedeutung ist. als bei den kommenden Verhandlungen über die Bildung der Regierung die deutschen Sozialdemokraten auf nationale Forderungen ein großes Gewicht werden legen müssen. Die Rational- sozialisten haben überall etwa 40 Prozent an Stimmen gewonnen, die Deutsche Rationalpartet etwa 10 Prozent. Bis Montag 7 Ahr früh waren die Wahlresultate aus 10 Wahlkreisen von 23, darunter den 2 Prager Wahlkreisen, für das Abgeordnetenhaus bekannt. Von 163 zu vergebenden Mandaten wurden im ersten Wahlgang 111 besetzt. Cs erhielten: die Kommunisten 11, die deutsche Wahlgemeinschaft (Bund der Landwirte) und deutsche Arbeits- und Wirtschaftsgemeinschaft, Dr. Rasche, 12, die deutschen Sozialdemokraten 5. die tschechoslowakischen Rationalsozialisten 19, die tschechoslowakischen Sozialdemokraten 21, die Liga gegen die gebundenen Wahllisten (Stribiny- Partei) 2, die tschechoslowakischen Rationaldemokraten 4, die tschechoslowakische Vollspartet 13, die Republikaner (tschechoslowakische Agrarier) 21, die tschechoslowakische Gewerbepartei 2, die deutschen Christlich-Sozialen 3, die Hlinka- Partei (slowakische Bolkspartei) 3, die deutschen Rationalsozialisten 2 Mandate. Die Neuregelung der ZündhoWrlschast. Oer Anleihe- und Monopolverirag mit dem Gchtvedenirust. Berlin. 26. Oktober. (WB.) Amt- l i ch. Der Vertrag zwischen bem Reich und dem schwedischen Zündholzkonzern ist am 26. Oktober im Reichsfinanzministerium endgültig gezeichne t worden. Lieber den Iichalt des Vertrages und die geplante Reu- regelung der Zündholzwirtschaft wird nunmehr folgendes bekanntgegeben: Bereits vor mehreren Jahren ergab sich die Rotwendigkeit, durch gesetzgeberische Maßnahmen in die Zündholzwirtschaft einzugreisen, da der Konkurrenzkampf innerhalb der Zünd- Holzindustrie den oölligcnilntergang des deutschen Teiles der Industrie besorgen ließ. Infolgedessen wurde durch Reichs- gesetz vom 28. Mai 1927 der Kreis der zur Herstellung von Zündhölzern berechtigten Fabriken in der Weise geschlossen, daß die Reuerrich- tung von Z ü n d h o l z f a b r i k e u von der Zustimmung des Reichswirtschafts- minlsterß abhängig gemacht wurde. Daß Gesetz sieht vor, daß die Genehmigung nur unter besonderen, sehr eng gefaßten Voraussetzungen zulässig ist. Einige Zeit vor den gesetzgeberischen Maßnahmen, aber im Zusammenhang damit, batten sich die Zündholzfabrikanten bereits im wesentlichen zu einem Syndikat zusammen- - geschlossen, das den Vertrieb der Zündwaren regeln sollte. Die Syndikatsgesellschaft, nämlich die Deutsche Zündholz-Verkaufs-A- G. vermochte indessen den mit der Gesamtheit öer Maßnahmen beabsichtigten Erfolg nicht her- beizusühren. Einmal blieben in gewissem Umfange Außenseiter dem Syndikat fern, die der Dewirtschastuirg der gesamten Zündholzfabrikalion unter einheitlichen Gesichtspunkten im Wege stauben und sodann erwuchs der deutschen Zündholzindustrie in neuerer Zeit dadurch eine mächtige Konkurrenz, daß in bedeutenden Mengen Zündhölzer aus dem Arcslande ein geführt ten die Gestalten völlig losgelöst vom Wesen des Dichters ihr eigenes Leben bemcifen. Und diese Gestaltung durch den Rhythmus der Sprad)e war auch das Prinzip, aus dem sich eine neue lyrische Kun st form entwickeln sollte. So gibt Holz nicht nur den Reim, sondern jedes metrische Schema überhaupt auf. Er läßt den Vers sich durch den natürlichen und notwendigen Rhythmus bilden. Der „Phantasus" und die „Blech- schmiede" zeigen diese neue Lyrik, in der, oft in grotesker Weise, Zeilen winzigsten Formats und Zeilen von enormer Spannweite, lose, kurze Sätzchen und unendliche Satzperioden abwechseln. Was Holz in diesen Werken gibt,'ift eine Welt- schau von wahrhaft kosmischen Dimensionen, eine Weltschau, deren Blick nichts entgeht, von den Fixsternnebeln und Planetensystemen bis herab zum Rasiermesser und zur Liebigbüchse. Das Konsequente dieses Lebenswerkes gibt allein ihm schon seine imposante Große. ‘Ster Ost- Preuße findet in dieser Hartnäckigkeit einen Zug ostpreußischen Wesens wieder. Holz hat nie dem Zeitgeschmack Konzessionen gemacht. Er verfolgte seinen Weg einsam und unter schweren Entbehrungen. Es sei denn, man sehe im „Traumulus" und in den herrlichen Erneuerungen der derben Barockdichtung, wie sie sein vielgeiesener „Das- niß“ enthält, solche Konzessionen, die jedoch nur Lebensnotwendigteiten in des Wortes banalstem und bitterstem Sinire waren. Holz hat keinen Rachsolger, nicht einmal einen Rachahmer gefunden. Seine großen Werke ragen wie riesige Blöcke aus der Ebene der Dichtung hervor, fremdartig und beziehungslos in ihrer Umwelt. Man spürt die eigenwillige Kraft, die sie gebar. Unbeeinflußt und einflußlos stehen sie eigentlich außerhalb der literarischen Entwicklung, der Holz einst die Richtung wies. Vielleicht gehören sie zu jenen Werken, deren wahrer Wert und eigentliche Bedeutung sich erst späteren Genera- tionen erschließt. • Der Reichskanzler hat an Frau Arno Holz das folgende Telegramm gesandt: Zu dem ferneren Verlust, den Sie und Ihre Angehörigen durch das Hinscheiden Ihres von mir hochgeschätzten Gatten erlitten haben, spreche ich Ihnen zugleich im ‘Ramon der Reichsregierung aufrichtiges Beileid aus. Arno Holz wird als schöpferischer Sprachgestalter in der deutschen Literatur fortleben, der er in vier Jahr- zehnten so viele geistvolle Werke schenkte. Der Kürassierhelm und die Frauenstimme. Don Hans Siemsen. Drehorgelsp-ielen ist gewiß nicht leicht. Auch Hoffänger ist ein schwerer Beruf. Sicher Hachen viele von ihnen ihre eigenen Roten, manchmal sogar sehr eigene Roten, aber eine „eigene Rote" zu haben, unter so viel Hofsängern und so viel Drehorgelspielern aufzufallen, das ist schwer. In unseren Hof sind zwei Männer gekommen. Der eine ist nur ein einfacher Drehorgelmann im Zivilanzug des einfachen Drehorgelmannes. Aber der andere hat einen Helm auf dem Kopf. Um den Leib trägt er eine Trommel, auf dem Rücken eine Pauke. Die Trommel schlägt er mit den Händen, die "Pauke schlägt er mit dem Fuß, von dem ein Bindfaden zu dem Schlegel der Pauke führt. Rein, eß ist noch komplizierter: von dem einen Fuß führt ein Bindfaden zu dem Schlegel der Pcvuke, von dem anderen Fuß führt ein Bindfaden zu dem Becken, das oben auf der Pauke befestigt ist. Vorn trommelt der Mann. Und wenn er „Bumm!" machen will, tritt er mit bem hnfen Fuß vor sich hin in die Lust. Und wenn er „Tschingk" machen will, tritt er mit dem rechten Fuß vor sich hin in die Luft Auf dem Kops aber trägt er einen Helm. Einen blankgeputzten Kürassierhelm, von der Art, die Bismarck gern trug. Auf dem Kürassierhelm ist ein Glockenspiel montiert mit vielen kleinen silbernen Glöckchen und einem schwarzer, Roßschweif auf jeder Seite. Und wenn die Glöckchen Hingen sollen, dann schüttelt der Mann den Kopf. Der Mann mit der Drehorgel spielt: „Wenn der weiße Flieda - Wieda blüht." Und der Mann mit dem Kürassierhelm muß sehr oft den Kopf schütteln. Aber nun haben wir uns alle sehr erschrocken. Deim plötzlich fängt eine helle Frauenstimme an fingen: „Wenn der weiße Flieda — wieda blüht." Und nachdem wir ganz genau zugehört und hing eschen haben, müssen wir seststollen. daß es der Mann an der Drehorgel ist, aus dem die Frauenstimme kommt. Er macht den Mund kaum auf und preßt die Frauenstimme durch die Zähne. Aber es ist eine Frauenstimme. Eher noch als dem einfachen Mann an der Drehorgel, der aussieht wie jeder Drehorgel- mann, hätten Wir die hohe Frauenstimme dem Mann mit dem Kürassierhelm zugetraut. Rber der steht dabei, sagt gar nichts und schüttelt den Kops. Damit die Glöckchen Hinten. Die bei ÄS kD-ichch n oonbor iT S"* d H n ^»6. W W, oder W Ä“* 1 dsk Äeureg J“,” «iw 3i" alio" j“J in* T. gen »"d düng »u s tivecke d.ene W^uftant iahneber dec maligen M den konnte, regdung M Glossen. Du in der & schafttst.gr sind nur für fumgenoll Ausnahmen ° 1927 für he Organisation der einer Ak je zur Hal der deuts4 herrschende O sicht aus 1n Derschlag der Seite bestellt t sitzende, de Destätiaui \ rung bedarf Auch die D deutsche sein, werden ferne werden. Das und der Mor übertragen ti> Die Preis Mich im Sc Mernahmepr Monopolgesells hol,»er mit ze Holzern 0,13 der 0,06 AM.1 Warensteuer, l Ter cm die Hai. 0.26 AA Rabatte und hvchstpreii Das Monopo Erhöhung Hölzer bringe nicht erbeblid zurückbleibt. Wird die Z Zügen Vorstes befchlofsen. fo1 verpflichtet, e in hohe v zck übernehme gezahlt werd, Monate und' kündung des' kurs beträgt jährlich 6 P laufen, nach vom gleichen Diese günftic abhängig gei 'onzern an bolgefelll Aecch behält sur jede Kiste vorweg: der, Aeich und de geteilt. Die Getvimi ®cnn bic An voll Uk-bc« und tm Inlande zu Preisen abgeseht wurden, die eine ernsthafte Bedrohung der deutschen Produktion bedeuteten. Jede wirtschaftliche Schwächung der nicht übermäßig kapitalkräftigen deutschen Industrie bringt aber für diese zugleich die Gefahr mit sich, von der kapitalkräftigeren ausländischen Industrie auf- gesaugt zu werden. Der Zustand, der sich auf diese Weise herauSgebildet hat, muhte über kurz oder lang zu einem Eingreifen auf gesetzgeberischem Wege führen, wenn nicht die Regierung tatenlos dem allmählichey weiteren Heber» gang der deutschen Fabriken an Ausländer und damit der Entstehung eines Monopols in rein ausländischen Händen zusehen wollte. Die Neuregelung der Zündholzwirtschaft muh, unter den vorstehenden Gesichtspunkten gesehen, zum Ziele haben, den in Deutschland produzierenden Zündholzfabriken rentable Fabrikation £u sichern und damit zugleich die inländische Zündholzfabrikation vor Stillegungen und vor weiterer Heberfrem- dung zu schützen. Die Mittel, die diesem Zwecke dienen, bestehen in dem Ausbau des Rechtszustandes, wie er im Jahre 1927 vom Gesetzgeber beabsichtigt war, aber mit den damaligen Mitteln nicht vollkommen erreicht werden konnte. Auch nach der beabsichtigten Neuregelung ist der Kreis der Fabrikanten geschlossen. Die Zusammenfassung der Fabrikanten in der beabsichtigten Monopolgesell- schäft ist gr ndsa^ich lückenlos; Ausnahmen sind nur für den Eigenbedarf der Konsumgenossenschaften Vorbehalten. Diese Ausnahmen beruhen auf der schon im Gesetz von 1927 für sie vorgesehenen Sonderregelung. Die Organisation der Monopolgesellschaft entspricht der einer Aktiengesellschaft. Die Aktien sollen je zur Hälfte der schwedischen und der deutsche Gruppe zustehen. Das beherrschende Organ, der Aufsichtsrat, besteht aus 11 Mitgliedern, von denen je fünf auf Vorschlag der deutschen und der schwedischen Seite bestellt werden sollen, während der Vorsitzende, der Reichsdeutscher sein muh und der Bestätigung durch die Reichsregierung bedarf, vom Aufsichtsrat gewählt wird. Auch die Vorstandsmitglieder müssen Reichsdeutsche sein. Zur Heberwachung der Gesellschaft^ werden ferner Reichskvmmissare bestellt werden. Das Monopol soll dem Reich zustehen und der Monopolgesellschaft nur zur Ausübung übertragen werden. Die Preise der Zündwaren sind grundsätzlich rm Gesetz festgelegt und zwar soll der Hebe r nah mepreis. den der Fabrrkant von der Monopolgesellschaft erhält, für das Palet Streichhölzer mit zehn Schachteln zu je 60 Zündhölzern 0,13 RM. betragen,. abgesehen von der 0,06 RM. für das Paket ausmachenden Zünd- warenstcuer, der Monopolpreis, den der Händler an die Monopolgesellschaft zu entrichten Hal. 0.26 RM. für das Paket, unbeschadet der Rabatte und der und der Kleinverkaufhöchstpreis 0,30 RM. für dos Paket. Das Monopol wird also eine ganz geringfügige Erhöhung des bisherigen Preises der Zündhölzer bringen, der auch gegenwärtig vielfach nicht erheblich hinter 0,30 RM. für das Paket zurückb leibt. Wird die Zündholzwirtschaft in der in großen Zügen vorstehend zitierten Weise vom Reichstag beschlossen, so ist der schwedische Zündholzkonzern verpflichtet, eine Anleihe des Reiches in Höhe von 125 Millionen Dollar 31/ übernehmen, die in zwei Teilbeträgen ausgezahlt werden soll, und zwar der erste sieben Monate und der zweite 16 Monate nach der Verkündung des Monopolgesehes. Der Auszahlungskurs beträgt 93 Prozent und die Verzinsung jährlich 6 Prozent. Die Anleche soll 50 Jahre laufen, nach zehn Jahren konvertierbar sein und vom gleichen Zeitpunkt ab amortisiert werden. Diese günstigen Anleihebedingungen sind davon abhängig gemacht worden, daß der Schwedenkonzern an den Gewinnen der Monopolgesellschaft beteiligt wird. Das Reich behält aus dem Monopolgewinn zunächst für jede Kiste Zündhölzer (1000 Pakete) 13 Mk. vorweg; der restliche Gewinn wird zwischen dem Reich und dem Schwedenkonzern je zur Hälfte geteilt. Die Gewinnbeteiligung der Schweden erlischt grundsätzlich mit der vollständigen Rückzahlung der Anleihe, dauert jedoch mindestens 32 Jahre. Wenn die Anleihe nach Ablauf der 32 Jahre noch nicht voll zurückgezahlt ist, ändert sich die Verteilung des restlichen Gewinnes in der Weise, Laß der Wedenkonzern nur noch 25 Prozent erhält. Oie deutsch-amerikanische Gchuldenregelung. Berlin, 26. Oft. (Privat.) Zu den Presse- Meldungen über ein besonderes deutsch-amerikanisches Reparationsabkvmmen hören wir von unterrichteter Seite: Amerika ist an den Annuitäten des Voung-Planes mit einem geringeren Betrag beteiligt, als ihm nach dem Dawes-Plan zugeteilt war. Da die Vereinigten Staaten aus dem Zahlungsmodus des Boung-Planes auszuscheiden wünschen, haben sie Deutschland vorgeichlagen, über die amerikanische Quote, die der Voung-Plan vorsieht, ein Sonderabkommen zu schließen. Von unterrichteter Seite wird mit aller Entschiedenheit betont, daß sich an den materiellen Verpflichtungen Deutschlands aus Grund des Poung-Planes nichts ändert, weder was die Höhe der Zahlungen noch die Regelung des Transfers betrifft. Bei dem Ab- konimen handelt es sich lediglich um eine re- pa r a t i 0 n s t echn i sch e Aenderung des Zahlungsplanes. Oie Räumung der Stadt Oüren. Düren, 27. Oft. (WB.) Die Dürener Besatzung ist in vollem Aufbruch. Gestern nachmittag stattete der Kommandeur Oberst L a » m 0 ureux dem Oberbürgermeister seine n Abschiedsbesuch. Der größte Teil der französt- ßchrn Truppen wird morgen abtranspor- tiert Es bleibt dann nur noch ein Kommando von 150 Mann in der Stadt zurück. Die Freigabe der beschlagnahmten Geväudc ist bis auf das Militärlazarett, das am 28. November freigegeben wird, erfolgt. Die vollständige Räumung wird bis zum 30. November durchgeführt fein. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 28. Oktober 1929. Oie Truhe. Mein Freund und ich verbrachten unseren Sommerurlaub in den Bergen. Wir wohnten einige Zeit in einem Bauernhause, in dem wir die obere große Stube, fast so groß wie ein Saal, innehatten. Es war das Zimmer, das sonst die alten Leute, die Auszügler, bewohnen. Da sie aber gestorben waren, nutzte der Dauer die Gelegenheit aus und vermietete seine Stube an Sommerfrischler. Die Betten in unserem Zimmer waren wohl neu, Tische, Stühle und Schränke dagegen waren noch echte, gute Bauernmöbel. Das schönste Stück aber war eine Truhe, die zwischen den beiden Fenstern, die nach der Straße gingen, stand. Sie hatte wunderbare Einlegearbeiten und war wie neu. Ein Spruch, von Blumen umrahmt, darunter ein Name und die Jahreszahl 1839 schmückten die Vorderseite. Ob es wohl eine Nachahmung war? Ich fragte den Dauer ge- gelegentlich danach. Da erzählte er mir umständlich, wie er zu dieser schönen Truhe gekommen war. Ich lasse seinen Bericht hier folgen: Unser Nachbar, ein alter, mürrischer Bauer, war gestorben. Seine Erben ließen an einem Nachmittag den Nachlaß versteigern. Da die Bersteigerung im Blatt bekanntgemacht worden oar, kamen viele Leute aus der Umgegend, auch etliche Althändler aus der Stadt. Solche alten Bauernhäuser enthalten oft die wertvollsten Stücke. Ich war damals etwa .18 Jahre alt, und da ich gerade nichts zu tun hatte, ging ich in das Haus, um mir die Versteigerung anzusehen. Wir Dorfbewohner waren überrascht von den Preisen, die einzelne Leuchter, Stühle und Betten erzielten. Besonders aufregend verlies der Verkauf einiger alter Truhen. Die letzte und schönste kam auf über 300 Mark. Kaum war dem Gebot der Zuschlag erteilt worden, als auf der Straße ein Wagen vorfuhr, dem ein vornehmer Herr entstieg. Als er eintrat, sagte der Käufer der schönen Truhe zu ihm: „Herr W., Sie kommen leider zu spät. Eben ist die letzte Truhe verkauft worden." Dieser, ein Liebhaber alter Bauernmöbel, hatte kaum die Truhe gesehen als er dem Althändler 10 v. H., dann 20 0. H. Aufschlag auf die Summe bot. „Tut mir leid, ich habe sie schon versprochen", lächelte der Händler. Schon wollte Herr W. das Zimmer verlassen, als sich unser alter Tischler, der ihn von früheren Käufen her kannte, in das Gespräch mischte und tröstend versicherte: „Wenn Sie absolut so einen alten Kasten haben wollen, die gibt's hier im Dorf noch mehr, ich will Ihnen schon einen schönen verschaffen." Indem er sich umschaute und mich gewahrte, fragte er: „Wie wär's denn bei euch, Konrad, habt ihr nicht solche Laden — so werden die Truhen im Dorfe genannt — auf dem Speicher ober gar im Stall stehen?" „Ich glaube, ja", erwiderte ich. „Na also, gehen wir einmal mit dem jungen Mann. Sein Vater verkauft sie gern für diesen Preis." Als mir in unfern Hof eintraten, wollte mein Vater gerade einspannen. Auf die Frage des Herrn W. entgegnete er ärgerlich: „Wir haben so was nicht." Ich erinnerte ihn an die Lade auf dem Heuschuppen, aber er sagte nur: „Ich habe jetzt feine Zeit. Der Herr mag ein andermal wieder- fommen." Herr W. ließ nicht locker und stieg mit mir auf den Heuboden. Die Truhe war aber dermaßen mit altem Gerümpel zugedeckt, daß man nur die Umrisse erkennen konnte. „Wissen Sie was," sagte der Schreiner „heute können wir sie doch nicht herausholen. Aber in den nächsten tagen soll sie herunter. Dann schickt Ihnen Konrad eine Zeichnung, er ist ja ein Maler, damit Sie sehen, wie sie ist." Herr W. war einverstanden. Mein Vater knallte ungeduldig mit der Peitsche. Ich verabschiedete mich und fuhr ins Feld. An einem freien Tage zog ich mit vieler Mühe die Lade aus dem Heuwinkel, reinigte sie, so gut es ging, und schaffte sie zu unferm Schreiner. Dieser hatte in besonderen Fläschchen Benzin und anbere Hilfsmittel. Erft als der Staub, die Spinnweben und der Fliegenschmuh entfernt waren, traten die vielen eingelegten Bilder in ihrer vollen Schönheit zutage. Nach Behandlung mit verschiedener Beize wurde die Truhe wieder wie neu. Ich zeichnete nun die Blumen, die Sprüchlein, eins stand ganz vorn und lautete: „Wer Gott vertraut, hat wohlgebaut!", darunter der Name meiner Großmutter und eine Jahreszahl, säuberlich ab und sandte die Blätter Herrn W. Der Schreiner versicherte, daß wir mindestens 200 Mark verlangen könnten. Als ich aber die wiederhergestellte Truhe meinem Vater zeigte, meinte er, und ich meinte es auch: „Die wird überhauot nicht verkauft. Wir stellen sie in unsere Oberstube." Herr W. kam. Wir blieben fest. Die Truhe gefiel uns täglich mehr. Sie war uns ans Herz gewachsen. Herr W. konnte unsere Liebe verstehen und gab nach. So ist es gekommen, daß wir die schöne Lade in der Obersrube stehen haben. Sie hat bis jetzt jedem Gast, der zu uns kommt, gefallen. Auch im Dorfe sind viele Leute unferm Beispiel gefolgt, und Sie können fast in jedem Hause alte Schränke und Truhen sehen. Verkauft wird ganz selten etwas. Wenn es den vornehmen Leuten gefällt, warum soUen wir dann keine Freude dran haben? F- K. Bereinigung ehemaliger Gießener Realgymnasiasten. Ein stimmungsvoller und genußreicher Fa- milienabend vereinigte am Samstag die Mitglieder dieser Vereinigung und ihre Angehörigen, sowie zahlreiche Gäste und Freunde im Saale der Liebigshöhe, wo unter den Mitgliedern die alte Schulkameradschaft aufs neue vertieft wurde und die Gäste in eindrucksvoller Weife bemerken konnten, wie stark dieses Kameradschaftsband alle Angehörigen der Vereinigung über den Unterschied der Jahre und der sozialen Stellung hinaus verbindet. Das Orchester des Realgymnasiums leitete den Abend in schwungvoller Weise mit dem Kriegsmarsch der Priester aus Atthalia ein. Darauf entbot der Vorsitzende der Vereinigung, Gerichtsreserendar Jüngst, den Besuchern herzlichen Willkom- mengruß und wies auf die idealen Ziele dieses kameradschaftlichen Zusammenschlusses hin. Er kam dabei auch kurz auf die geplante Errichtung eines Denkmales zu Ehren der im Weltkriege gefallenen Lehrer und Schüler des Real- ghmnaftums zu sprechen und teilte mit, daß das Ehrenmal im nächsten Jahre, gelegentlich der Jubiläumsfeier des Realgymnasiums, in dem Garten vor der Anstalt erstehen und dort inmitten der gärtnerischen Anlage für alle Zeiten ein Ruhmesmal der gefallenen Realgymnasiasten und ihrer Lehrer sein falle. Bisher fei von den früheren Schülern schon viel für dieses Denkmal getan worden, es fei aber erforderlich, daß noch mehr geleistet werde, um die Ehrung der verewigten Kameraden in würdiger Weife gestalten zu können. Im Anschluß an diese Worte brachte stuck, ree. Reichert in. wohlabgewogener und feiner Deklamation ein von Professor Dr. Trapp verfaßtes und tiefste Empfindungen offenbarendes Gedicht, das den im Weltkriege gefallenen Helden des Realgymnasiums gewidmet ist, zum Vortrag. Die packende Dichtung hinterlieh bei den Hörern einen außerordentlich starken Eindruck. Die Pianistin Fräulein Irmgard Decker leitete hierauf mit dem prachtvollen und sehr beifällig aufgenommenen Spiel der Rhapsodie in 0-Moll von Johannes Brahms zum unterhaltenden Teil über, der dann bald als Hauptpunkt des Unterhaltungsprogramms die unter der tüchtigen Regie von stuck, rer. Karl Hugo Reichert flott gespielte Posse „Monsieur Herkules" brachte. Hierbei boten Herbert Kammer als Direktor Mahlmann, Kurt Kiefer als Schreier, Karlernst Seiler als Kandidat Maus, Otto Jüngst als Cäsar, Horst B r u m l i k als Aufwärter August, Hanni Reichert als Stubenmädchen Hanne und Rose Barbara Trümpert als Mahlmanns Tochter Ernestine ganz famose darstellerische Sei Rungen, durch welche die Aufführung zu einem schön abgerundeten Bild geformt wurde und berechtigterweise lebhaften Beifall der stark amüsierten Zuschauer fand. Fräulein Ninon G u i r l i 11 von der Ferretti-Schule in Frankfurt erfreute sodann durch reizende Tanzdarbietungen, die große tanz- künstlerische Fertigkeiten zeigten, wobei insbesondere der Indische Tanz und der Walzer, bei dem Student Karl Michel als Partner gut mitwirkte, gefielen. Als Geiaenkünstler von ansehnlichem Format zeigte sich Kandidat Fabian, der die Scene de Ballett von Eh. de Böriot in ausgezeichneter Weise spielte und dabei in Herrn I. S ch m i h einen vortrefflichen Begleiter auf dem Klavier fand. Weiter konnte man eine Schülerriege des Realgymnasiums in exaktem Bodenturnen bewundern, ferner musizierte das Orchester des Realgymnasiums noch mehrfach in recht schöner Weise. Am Ende des ersten Teiles der Veranstaltung dankte Oberstudienrat Seiler im Namen des Vorstandes allen Mitwirkenden für ihre ausgezeichneten Leistungen. Er gab seiner besonderen Freude Ausdruck über den engen Kontakt, der zwischen den „Alten Herren" des Realgymnasiums und der heutigen Schülergeneration besteht. Hieraus erkläre sich wohl auch die so freudige Hingabe der Jugend bei TheatersPiel, Orchester und Turnen. Der Redner betonte dann noch, daß die Vereinigung nicht „noch ein Verein" in Gießen sein will, sondern daß sie hohe ethische Aufgaben verfolge und in einer Zeit, die so viel Gegensätzliches aufweist, ihre Mitglieder, wes Standes und Berufes sie auch feien, harmonisch zufammenschliehen wolle im Sinne der deutschen Volksgemeinschaft. Sein Appell hatte zur • Folge, daß eine Reihe von Herren sich in die aufliegende Mitgliederliste ein» zeichnete.Nach der Pause folgten noch eine Anzahl schöner Darbietungen. Reizend waren die beiden Grotesken, die Ninon Guirlitt tanzte. Neben der hervorragenden technischen Leistung entzückte besonders ihre köstliche Mimik. Auf gleicher Höhe stand ein Ne zertanz, den zum Schlüsse Kurt Michel vorführte. Im übrigen konnte sich die tanzsrohe Jugend in ausgiebiger Weise ihrem Tanzvergnügen widmen. Vornotizen. — Tageskalender für Montag. Stadttheater: „Herr Lamberthier", 20 bis 22 Uhr. — Papst-Feier, 20 Hfjr, Kath. Dereinshaus. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Die Carmen von St. Pauli" und „Das Girl von der Revue". — Astoria-Lichtspiele: „§ 182 Minderjährig" und „Ihr großer Reinfall". — Aus dem S t a d 11 hea te r bu r e a u wird uns geschrieben: Das Dassermann-Gastspiel beginnt um 20 Uhr. „Herr Lamberthier" (Der» ncuil). — Morgen, Dienstag, 29. Oktober: „Der arme Heinrich" (Hauptmann). — Mittwoch, 30. Oktober: „Die Frau, die jeder sucht" (Hirschfeld). — Freitag, 1. November: „Vasantasena". — Sonntag, 3. November: „Hochzeitsreise". Das nächste Gastspiel: Hermine Körner: „Glas Wasser", am 8. November. — Das Wesen der Elektrizität, lieber dieses Thema hält Studienrat Heußel einen Volks- Hochschulkursus mit Experimenten. Der Kurs beginnt Mittwoch, 30. Oktober im Physiksaal des Real- aymnasiums (nicht in der Universität). Siehe heutige Anzeige. — Neues aus den Missionsgemeinden in Afrika und Borneo. Man schreibt uns: Echtes deutsches Wesen in der weiten Welt zur Geltung zu bringen, ist heute neben der Hauptaufgabe der Mission, die Botschast Jesu Christi auszurichten, eine Ehrenpflicht für sie. Dazu hat sie auch heute mehr denn je gan$ ungeahnte Möglichkeiten, ileberall in der weiten Welt kommen die Völker dem deutschen Missionar mit einem Vertrauen entgegen, das uns mit Verwunderung, anderseits aber auch mit dem Gefühl heiliger Verpflichtung ihnen gegenüber erfüllen muß. Hier hat das christliche deutsche Volk auch heute noch große ehrenvolle Aufgaben. Am Dienstag. 29. Oktober, abends 20 ilfjr, will Missionsinspektor Huppen- bauer von Basel in der Stadtkirche davon berichten, welche Fortschritte die deutsche Mission in der letzten Zeit in Afrika und Borneo gemacht hat. Eintritt frei. Gesangbücher mit» bringen. (Siehe Anzeige vom Samstag.) ** D i e Eintragungen für das Volksbegehren. Bis gestern abend hatten sich 332 Personen in die hier aufliegenden Listen für das Volksbegehren gegen den Poungplan eingeschrieben. ' Ehrung eines Veteranen von 1 8 6 6. Anläßlich seines 86. Geburtstages erhielt der Altveteran Karl Mayer Hierselbst, Mitkämpfer von 1866. von dem Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg dessen Photographie mit eigenhändiger Unterschrift als Geburtstagsgeschenk übersandt. ** AufgehobeneStraßensperren. Mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Club (A. 0. D.) Gießen: Die Sperren auf der Provinzialstraßen- strecke Ermenrod — Groß-Felda und auf der Strecke Lauter — Laubach im Zuge der Straße Grünberg—Laubach—Schotten sind wieder aufgehoben. ** Eine Schar Fischreiher wurde gestern nachmtttag 5.10 Uhr über dem Flughafengelande gesichtet. Die Tiere, sechs an der Zahl, flogen in geringer Höhe über das Waldstück „Stolzenmorgen" in der Richtung von Osten nach Westen auf die Stadt Gießen zu. Hierbei konnte man die stolze, charakteristische Haltung der Dögel beim Flug deutlich wahrnehmen. Fünf der Reiher folgten in gerader Linie dicht hintereinander, wahrend der sechste, anscheinend etwas abgekommen, in einigen hundert Meter Entfernung den anderen folgte. In den letzten Jahren ist der Reiher in unserer Gegend selten geworden. Trotzdem wurden im vergangene» Winter, Ende Februar, Ueberreste (Fittiche und lange Röhrenknochen) eines solchen Vogels, der sich höchstwahrscheinlich verfrüht hatte und infolgedessen wegen Nahrungsmangels einging und bann feinen Feinden zum Opfer fiel, im Philosophcnwald gefunden. ** Hellseher Erik Jan Ha aussen. Am Freitagabend hielt der Graphologe und Hellseher Erik 3an Hanussen einen sehr interessanten, leider nicht besonders gut befugten Experimental-Vortrag. bei dem der Künstler seine staunenswerten Fähigkeiten auf den verschiedensten Gebieten des Okkultismus zur Schau brachte. Nach einigen Erläuterungen über die unterschiedlichen Formen des Okkultismus zeigte er zunächst einige gut gelungene Experimente auf dem Gebiete der Telepathie, und zwar mit und ohne Kontakt. Erstaunlich war dabei die Fähigkeit des Hellsehers, unbekannte Personen aus dem Publikum festzustellen und deren Namen anzugeben. Auf das Gebiet der Graphologie Übergehend, zeigte Hanussen vor allem die Möglichkeit. aus der Schrift eines Menschen Beruf, Charakter und Temperament zu erkennen. Er wies an praktischen Beispielen auch die Möglichkeit nach, diese Eigenschaften schon aus Unterschriften festzustellen. Interessant war dabei die Nachahmung von Unterschriften berühmter Persönlichkeiten auf Zuruf aus dem Publikum, die loeit» gehende Fähigkeiten deS Vortragenden auf diesem Gebiete verriet. Geradezu erstaunliche Ergebnisse zeitigte auch die clairvoyante Deutung des Charakters und Schicksals fremder Personen auf Grund von Briefen und Schriftproben, die aus dem Publikum zur Verfügung gestellt wurden. Die Deutungen erfolgten, ohne daß der Künstler in die Schriftstücke Einsicht genommen hatte, also nicht an Hand der Schrift-eichen, sondern auf Grund seiner hellseherischen Fähigkeiten. Diese kamen noch wesentlich stärker -um Vorschein bei einer Reihe von Clairvohance-Experimenten, bei denen der Künstler im Trance lediglich auf Grund genauer Angaben über Zeit und Ort wichtiger Ereignisse in Vergangenheit und Zukunft geradezu verblüffende, teilweise sogar erschütternde Schilderungen des Tatbestandes bot. ** Autounfall. Am Samstagmittag gegen 1 Uhr stieß an der Ecke Wiesenstraße und Oft» anlage ein Lastkraftwagen einer hiesigen Firma mit einem Personenauto zusammen. Der Per- fanentoagen wurde stark beschädigt und von dem Lastauto, das keinen Schaden davongetragen hat, abgeschleppt. Personen sind zum Glück nicht verletzt worden. Oie Wetterlage. w T'.'jrA- -MS- O 10 । Stock! Sonntäa 27 OKtob. 1929,8*mas. Pro' ' Owojxenios Q nener. o naft> Dtotcxt ® woixig. • otaeext • Regflfc ♦ Sehnet aGranpein. - «epti K Gewi»er.(§)Wmdsnnc«O-. -zx* «enter Ost «assige- sodsuowesu q stürmischer norädert oie Pfeue fliegen mne TBohn. iÄ &K, Ate sie aber 1,, Mallen, fern blech «SS he iaj Ä'il4'»«i Ar"au naiv u b2lann yn°buw; ^en §üfOtt m dem ftie or < fern all 'le Düs @:cf 1 N J??' lvar K- ^n, Äh I auchdb bu' dell Wfn. tol 9e[ Line "e" >55 We gelei1 Ä Qu beiden ve ÄaftÄimeM berge dm> u kleinen, der stn rer der W den in der He ' Notlager kan Grnppensescd Gebäudes l'nc gebaut. Das, führt und tro mit Fuglcistel Witterung sa)^ Manncshöhe g Warben gW einen äußerst fd aebührt der cm ßtadt Gedern u ster Müller. Dauslosse. eine, eines günstig ! Herberge ladt' gen Gäste zu <■ großen Fenstert über das* in tu Unsere Wander Frühjahr ms strömen und 0- L is. Steinb wurde hier dic steigerung ersten Versteig baß manche Gr der heutigen to klang Wn. < Qualität kam b 1500 Mk. Auh die Auslassungs und muh schon 11. November ' Preises cntrichl y Aus d 26. Ott. Dank die Bestelle ziemlich beend letzten Jahren gleichmäßig ai tigen Stand. 1 haben einen ! man ifyn hier j Daumanlagen und der Lteinh findet sich au blätterpilz vor chen, auch fas nchrhaste tza Landkevölkeru wohl das An wird, halten ' .Dies hat sei, schweinepreise Nr. 255 Zweites Blatt Montag. 28. Oktober 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Oberheffen. eine neue Zugendherberge in Oberheffen. Der Neubau der Gederner Jugendherberge, der im vorigen Herbst begonnen wurde, ist fertiggestellt. Damit ist das oberhessische 3u- gendherbergswerk wiederum ein gutes Stück vorwärts gekommen. Der Gau Main-Rhein-Lahn- Fulda des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen hat hier mit geringen Mitteln Vorbildliches geleistet. Das 14 "Meter lange Gebäude enthält in der Mitte einen geräumigen Taaesraum, der das junge Volk zu Aast und fröhlichem Derweilen einlädt. Darin ist ein Herd untergebracht, der es den Wanderern ermöglicht, sich ihre Mahlzeiten selbst zu bereiten. Zu beiden Seiten des Tagesraumes sind die Schlafräume ungeordnet. Davon enthält die Herberge drei, und zwar zwei größere und einen kleinen, der für Einzelwanderer und für die Führer der Gruppen bestimmt ist. 3m ganzen finden in der Herberge 32 Betten Aufstellung: durch Notlager kann aber auch Raum für größere Gruppen geschaffen werden. An die Rückseite des Gebäudes sind die Abbort- und Waschräume an- gebaut. Das Haus ist in Holzfachwerk ausgeführt und trägt außen eine Bretterverkleidung mit Fugleisten, die es vor den Unbilden der Witterung schützt. Innen sind die Wände bis auf Manneshöhe getäfelt. Durch glückliche Wahl der Farben gewährt das Gebäude innen und außen einen äußerst schmucken Anblick. Besonderer Dank gebührt der einsichtigen Gemeindeverwaltung der Stadt Gedern und ihrem tatkräftigen Bürgermeister Müller, die das Werk förderten durch Baustoffe, einen Barzuschuh und Ueberlassung eines günstig gelegenen Bauplatzes. Bor der Herberge lädt eine große Wiesenfläche die jun- gen Gäste zu Spiel und Tanz ein, und von den großen Fenstern des Borbaues schweift der Blick über das* in liebliches Grün gebettete Städtlein. Änseve wandersrohe 3ugend soll im kommenden Frühjahr aus ganz Oberhessen hier zusammenströmen und dem neuen Heim die Weihe geben. Landkreis Gießen. is. Steinbach, 28. Ott. Am Samstagabend wurde hier die zweite größere Güterver- steigerung abgehalten. 3m Gegensatz zu der ersten Bersteigerung wurde lebhaft geboten, so daß manche Grundstücke.Preise erzielten, die mit der heutigen wirtschaftlichen Lage nicht im Einklang fi^hen. Der Morgen Ackerland mittlerer Qualität kam bis zu 1250 Mk., Wiesenland bis 1500 Mk. Außerdem übernimmt der Steigerer die Auflassungskosten und die Grunderwerbsteuer und muß schon im ersten 3ahre (1. April und 11. November 1930) je ein Drittel des Kaufpreises entrichten. # Aus der nördlichen Wetterau, 26. Ott. Hank der günstigen Herbstwitterung ist die Bestellung der Winterfrucht jetzt ziemlich beendet. Die Wintergerste, die in den letzten 3ahren vermehrt zum Anbau kam, ist gleichmäßig aufgelaufen und zeigt einen prächtigen Stand. Die letzten stärkeren Niederschläge haben einen P i l z s e g e n hervorgerufen, wie man ihn hier selten erlebt hat. Auf Wiesen, in Baumanlagen und im Wald sind der Gdelpilz und der Steinpilz häufig anzutreffen. Recht selten findet sich auch der überaus giftige Knollenblätterpilz vor. Pilzfreunde aus den Landstädtchen, auct) fahrendes Volk sammeln eifrig die nahrhafte Gabe der Natur, während sich die Landbevölkerung vom Genuß zurückhält. — Obwohl das Angebot an Ferkeln immer größer wird, halten sich die Preise verhältnismäßig gut. Dies hat seinen Grund in den hohen Schlacht- 'schweinepreisen neben niedrigen Preisen für Kar- Liebe in Ketten. Roman von Hans Mitteweider. Copyright by Martin F uchtwanger, 5)alle (Saale). 23 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Sie glich dem Spieler, der sein letztes Goldstück auf eine Karte setzt, um alles wiederzugewinnen, was er verloren hat. „3ch behaupte. Felix, daß Ihre Frau eine Herrenbelanntschaft hatte!" fuhr sie fort. „Damit ist nicht gesagt, daß sie etwa schlecht gehandelt hätte. Es konnte doch gar nicht ausb.'eiben. daß sie von die em oder jenem Fremden angesprochen wurde, dem ihre Schönheit auffiel. Sie war viel zu harmlos, um etwas Böses dabei zu finden. Sie wissen ja sicher, daß sie auch mit Herrn von Bodenstein ging, als dieser sie einlud, mit ihr ein Theater zu besuchen, als er sie sogar mit in seine Wohnung nahm — in bester Absicht natürlich, Felix! Bleiben Sie bitte ruhig! Ich will Sie nur etwas fragen, und Sie sollen das Recht haben, mir die Antwort schuldig zu bleiben, sie aber sich selbst zu geben. Ist Ihnen nicht auf gefallen, daß Ihre Gattin mit auffallender Scheu jede Begegnung mit dem Techniker meidet, den Sie hierherkommen lassen wollen, mit diesem Herrn Klauber, wie er sich nennt?“ Weiter sagte Isolde nichts. Sie hatte den vergifteten Pfeil abgeschossen, aufs Geratewohl. Sie hätte niemals beweisen können, daß Käthe d'.e'en Wann kannte: sie schlug nur auf den Dusch. Und sie sah, als sie Felix Turnau nun aufs schärfste beobachtete, daß der Pfeil getroffen hatte. . . _ Deutlich las sie die Bestürzung in dem Gesicht des Barons. Sie sah ihn stutzen — und heimlich triumphierte sie. Felix Turnau war es in der Tat als habe plötzlich ein grelles Licht in ein Dunke. gebuchtet, durch das irgend etwas verborgen worden war. Er besann sich, daß Käthe damals in Monako so unruhig geworden war. a.s Berndt Klausen dort aufgetaucht war, daß s'.e ihn gebeten hatte, sie erst nach Turnau zu ho en, nachdem die Arbe'ten dort beendet waren. Se wollte also wirklich, allem Anschein nach, nicht mit diesem Manne zusammentreffen, llno bixy hatte sie durch nichts verraten, daß sie ihn kannte. Hatte sie ihn Hinte.-gangen? Das Gift war in die Seele des arglosen Mannes gedrungen, und eine innere Stimme sagte 1 "/Warum hat sie dich immer und immer wieder gefragt, ob du sie stets lieben würdest möge auch kommen, was da wolle? Tat sie Has nicht, weil sie fürchten mußte, ihr Geheimnis konnte eines Tages gelüftet werden?" Die Papstfeier der Gießener Katholiken. Am 20. Dezember d. I. werden 50 Jahre verflossen fein, daß der jetzige Papst Pius XI. zu Rom zum Prister geweiht wurde. Liegt schon für eine einfache Pfarrgemeinde besonderer Grund vor. an dem goldenen Priesterjubiläum ihres Seelsorgers innigen Anteil zu nehmen, um wieviel mehr dann für die katholische Christenheit, wenn ihr Oberhaupt diesen Ehrentag feiert! Aus diesem Grunde hat auch die katholische Pfarrgemeinde Gießen es sich nicht nehmen lassen, diesen Gedenktag Sr. Heiligkeit festlich zu begehen. Als geeigneter Zeitpunkt hierzu erschien ihr das Christ-Königs-Fest, das auf den letzten Sonntag im Oktober fällt. Innere und äußere Gründe liehen es jedoch zweckmäßig erscheinen, eine Dreiteilung der Veranstaltung vorzunehmen: erstens eine rein kirchliche Feier am gestrigen Sonntagvormittag, zweitens eine Feier für die Jugend und die Diasporakatholiken nachmittags, drittens eine Hauptfeier für die Erwachsenen der hiesigen katholischen Gemeinde, die am heutigen Abend stattfinden wird. Die kirchliche Feier. Eingeleitet wurde dieser Teil der Papstfeier durch gemeinschaftliche Kommunion und Fest- aottesdienst am Sonntagvormittag. Das Gotteshaus hatte aus diesem Anlaß ein Festgewand angelegt: Pflanzen-, Fahnen- und Kerzenfchmuck bei geöffnetem figurenreichen Hochaltar. Schon zur Frühmesse um 7 Uhr waren Gießens Katholiken recht zahlreich erschienen, um durch allgemeinen Sakramentempfang ihre Liebe und Verehrung zum göttlichen Heilande und seinem Stellvertreter auf Erden zu bekunden. Ganz besonders stark war der Andrang zum eigentlichen Fest- gottesdienst um 9 Uhr. Wer nicht frühzeitig kam, mußte sich mit einem Stehplatz in den Gängen begnügen. Zur festgesetzten Zeit zogen in feierlicher Prozession die Fahnenabordnungen der katholischen Vereine Gießens und der katholischen Studentenkorporationen, die stattliche Schar der Ministranten, sowie die amtierende Geistlichkeit in das Gotteshaus ein. Im Chore angelangt,, nahm alsbald nach Erteilung des Segens das levitierte Hochamt feinen Anfang. Die Festpredigt hielt der Hochw. Herr Pros. Dr. Steinbüchel (Gießen). In eindrucksvoller und ttefgründiger Weise legte er der andächtig lau- , schenden Zuhörerschaft die Bedeutung des von | Papst Pius XI. eingeführten Christ-Königs-Festes dar. Verschönt wurde der Festgottesdienst noch durch den erbauenden Gesang des hiesigen katholischen Kirchenchors, der unter Leitung seines rührigen Dirigenten, des Herrn Lehrers Klein, eine lateinische Messe von Rheinberger klangschön zum Vortrag brachte. Gegen 10,30 Uhr erreichte die erhebende kirchliche Feier ihr Ende. Die Feier für dieZugend und Oiasporakatholiken. Nachmittags um 4.30 ilfjr fanden sich Gießens katholische Jugend und die Katholiken der näheren Umgebung im festlich geschmückten großen Saal des Katholischen Vereinshauses zu einer eigens für sie veranstalteten Feier ein. Kaum konnte der geräumige Saal mit seinen zwei Emporen die Menge fassen, so zahlreich waren die Kinder dem an sie ergangenen Rufe gefolgt. Nach einem vom katholischen Iugendorchester flott gespielten Musikstück begrüßte der Pfarrer der Gemeinde, der Hochw. Herr Geistl. Rat Dekan Bayer, alle Erschienenen und wies auf den Zweck oer Veranstaltung hin. Die eigentliche Festrede für die Jugend hatte Herr Lehrer Dr. S ch.e u r e r, Gießen, übernommen. In kurzen, trefflichen Ausführungen zeichnete er den Lebensgang des derzeitigen Papstes und feierte den Statthalter Christi als Kinderfreund und Friedensfürst. Im zweiten Teile feiner Rede schilderte er den Eindruck. den eine Papstmesse gelegentlich seines Aufenthaltes in der „Ewigen Stadt" im Jubeljahr 1925 auf ihn gemacht hatte. Mit sichtbarem Interesse folgten die Hörer dem Vor- trage und dankten durch lebhaften Beifall. Wie am Vormittage, so stellte sich auch hierbei der Katholische Kirchenchor in den Dienst der guten Sache und brachte eine Hymne von Gluck und zwei Chore von H. F. Müller wirkungsvoll zum Vortrag. Den Abschluß dieser Feier bildete das Calderonsche symbolische und tief religiöse Bühnenstück „Das Nachtmahl des Balthasar", das von der katholischen Spielgemeinschaft hingebend und ergreifend zur Darstellung gebracht wurde. Nach dem Gesänge „Großer Gott, wir loben dich" leerte sich langsam und still der Saal. löffeln. Je Stück 7 Wochen alter Jungtiere kostet immer noch 30 bis 34 Mk., während die Händler und Metzger für sog. Bratenschweine, die besonders begehrt sind, 82 bis 83 Pfennig je Pfund Lebendgewicht bieten. — Die Nachfrage nach Schüttelobst ist so gering, daß von einer Absatzstockung gesprochen werden muß. Die Großkeltereien werden mit Kelteräpfeln überfahren, infolgedessen ist der Preis von 2,75 Mk. über 2,15 Mk. auf 2 Mk. gefallen. 1 Aus dem südlichen Kreise Gießen, 27. Oft. Das schone Herbstwetter hat allerorten dafür gesorgt, daß die Arbeiten der Landwirte sich ihrem Ende nähern. Die Herbstaussaa- t e n sind getätigt, die Hackfrüchte nahezu alle eingeerntet. Besonders wertvoll war das Wetter für die kleinen Dauern, die mit Kühen fahren müssen: denn alle Wege gingen und gehen noch tadellos. Auf die Milcherzeugung hat das immer einen großen Einfluß. Die Winterfrucht ist allgemein gut aufgegangen. Nur hort man hier und da von einer Mäuse- plage. Auch Schnecken stellen sich ein, aber nur in geringer Zahl. Man geht ihnen mit Hederich-Kainit zu Leibe. Der Ausfall der Hackfrüchte ist trotz der großen Trockenheit recht zufriedenstellend, besonders auf den schweren Boden. Auch das Gemüse hat sich noch gut entwickelt. Zur Zeit werden die Zuckerrüben ausgemacht und zur Bahn gebracht. Die Dickwurz kommen wieder, wie immer, in besondere Erdmieten, die überall in den Feldern ausgehoben werden.— Sehr merkwürdig berührt die Tatsache, daß die Nachfrage nach Obst, selbst nach guten Tafeläpfeln, äußerst gering ist. Die Obsternte in ganz Deutschland scheint außerordentlich gut ausgefallen zu sein. Die Dirnen werden meistens von den Landleuten an das Vieh verfüttert, soweit sie nicht zum Mus- ko ch e n Verwendung fanden. Kreis Büdingen. s. Derstadt, 26. Oft. Heute früh verunglück te der 34jährige Heizer Albert Groth von hier tödlich. Er kam mit feinem Motorrad von Friedberg, wo er in der Zuckerfabrik „Wetterau" beschäftigt war, von der Nachtschicht und wollte nach Hause fahren. Zwischen Deien- Felix Turnaiu errötete in Scham vor sich selber, weil er seiner geliebten Käthe auch nur in Gedanken ein Unrecht hatte zutrauen können. Sie liebte ihn. Daran zweifelte er nicht einen Herzschlag lang, und deshalb muhte er ihr unter allen ümftänben vertrauen, wie er es ihr geschworen hatte — freiwillig. Er stand auf und verbeugte sich vor Isolde Kletten. „Sie haben Ihren Willen gehabt, mein Fräulein," sagte er sehr kühl. „Ich habe Sie angehört, und Sie selbst haben nicht erwartet, daß ich auf Ihre letzte Frage antworten würde. Ich ziehe vor, Sie zu bitten, mich künftig zu meiden. Jedenfalls will ich Ihnen aber zusichern, daß ich das, was jetzt hier ge'prochen wurde, für mich behalten wer.e, es sei denn, die Umstände erforderten, daß ich davon anderen Personen gegenüber Gebrauch mache. Morgen früh to:roe ich Ihnen den Waren bereithalten lassen, da ich annehme, daß Sie Ihre Reise nicht länger werden unterbrechen wollen. Jetzt darf ich Sie wohl ins Haus führen?" Er bot ihr nicht den Arm. Schweigend schritten sie nebeneinander her. Felix Turnau geleitete Isolde Kletten bis vor die Tür der Zimmerreihe, die chr in seinem Hause eingeräumt worden war, verbeugte sich nochmals vor ihr und ging, um abnormen, daß am nächsten Morgen der Wagen für feinen Gast bereit geh alten würde. Dann suchte er fein Arbeitszimmer auf, brannte sich eine Zigarre an und setzte sich an eins der geöffnete i Fenster. Er wußte, baj er setzt noch nicht würde schlafen können, und e: wollte in aller Ruhe über das nachdenken, was e: eben gehört hatte. Er hatte die Absicht, seiner geliebten Küche in Gebancen das Unrecht abzubitten, das er chr angetan hatte: aber er konnte nicht hindern, daß immer wielter in ihm der Name Berndt Klausen laut tour Je, daß er darüber nachdenken mußte, warum Küche diesen Mann mied. Daß das der Fall war, erkannte er jetzt gang deutlich. Cs wäre eine Torheit gewesen, sich das verheh ei zu wollen: aber nicht im entfernteste .i kam er auf den Gedanken, daß zwischen seiner Käthe und diesem Manne je etwas anderes bestanden haben konnte, als höchstens eine flüchtige Bekanntschaft. Isolde §atle recht gehabt. Ein so schönes Mädchen wie Käthe muhte die Aufmerksamkeit der Männer auf sich lenlen, und so war es vielleicht geschehen, daß Berndt Klausen sich ihr genähert, um sie geworben hatte, und doch mochte es ihr peinlich sein, ihn w'eierzusehen. Vielleicht wollte sie ihm nur ein Zusammentreffen mit chr zu ersparen suchen. So und nicht anders war es sicher gewesen. Kein leCer Zweifel an der Liebe und Treue Käthes beschlich Turnaus Herz. Er verachtete jetzt Isolde von Kletten, die offenbar aus niedrigen Gründen chre Anklage vorgebracht hatte, und er bereute, daß er sich, wenn auch noch so flüchtig, überhaupt mit chr eingelassen hatte. Lange sah Felix Turnau so, froh, daß er am nächsten Tage Isolde nicht mehr sehen muhte. Aber dann kam chm plötzlich ein Gedanke, der ihm sehr gut erschien. „Ich werde Käthe aus dieser Verlegenheit retten,“ sagte er sich. „Ich selbst werde ein Wiedersehen zwischen ihr und diesem Klausen herbeiführen und ihr helfen, wenn sie sich irgendwie bedrückt fühlen sollte. Ich bin auch fest überzeugt, dah Klausen selbst ein Ehrenmann ist und sich nicht das geringste davon merken lassen wird, daß er Käthe früher gekannt hat. — Was wäre übrigens auch weiter dabei? Käthe muhte damals glauben, sie sei ein armes, elternloes Mädchen. ........ 87,5 — 87,5 — 7% Deutsche Reichsanlethe 99 von 1929 ......... Ti. Aiu.-Ablbs.-Schuld mit — 99 — lo|.-6kif)len........ Tc'n' nftn* Au^'oi. Rechte 50 — 50 50,1 8,95 9,13 3,9 9,1 8% Hess. Volksstaat von 1929 (rückzahlb. 102%) .... Cberljcfien Provinz. Anleihe mit 89,5 — 89 — Au.Ios.-Rechten...... Deutsche komm. Sammelabl. 46,5 — — — Anleihe Serie 1....... 47,75 _ 48 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse XIII unkündbar bi» 1931. 94,75 — — 7% Franks. Hvp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1932 ..... iVi% Rbeinische Hyp.-Bank Liqu. Goldpse........ 85,5 — 76,13 — _ 8% Pr. Landerpsandbriesansialt. Psandbriese R. 17..... 8% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, Komm.-Lbl. R. 16..... 98 — 98 — 95 — 95 — 7% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 10 . . 89 — 89 — CLc.ti). aog. -ovrrrregö-Obligatton. rückzahlbar 1932 ...... — — — — 4% Oesterretchllch« «oibrte.. . _ _ I 4,20% Cefterr Silbe rrt- 4% Ocsterreichische Einheitliche Rcnle.......... — — 3,3 — 2,5 — 2,3 _ 4% Ungarische Goidne..... 4% Ungarische SlaaUr. ö. 1910 22 — 21,9 _ 19 — 19,25 19,75 4y.% betfll von 1913 .... 4% Ungarische Ikronenrte.. . . — —— 21,4 2,2 — 2,2 2,15 4% Türk. ZoUanlelhe v. 1911 . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl. .55 — 7,75 7,75 Serio I......... 4% be-gl. Serie II . 7,6 — 7,65 7,85 7,6 — 7,7 7,75 i% Rumänisch» vereinh. Rente von 1903 . . . . 414% Rumänische Verein-. Rente — — 8,65 — von 1918 ....... 13,65 — 13.8 4% Rumänische Verein-. L ent« . 7.05 — 6,95 ' ran Hurt a M Berlin <(1)1116* Kur» -Uhr ffur? Schluß Kure Anfang. Kur' Datum 26 1 :8. IC. .6 IC. 28- IJ Hamburg-Amerika Paket ... 7 Hamb.-Südam. Dampfsch. . f Hansa Damrsschifs.....1< Norddeutscher Lloyd.....* Allg. Deutsche üreditanst. . . 1< Barmer Bankverein .... 1< Berliner Hanvelsgesclisch. . . 1: Commerz» und Privat-Bank. 1> Tarmst. u.^lationalbank . . 1: Deutsche Bank......1< Dstconto-Gesellschast, Ant. . U Dresdner Bank......1' ReichSbant........1 A.S.S.......... Bergmann..... Sicht. LieserungSgeseUschaft l1 Licht und Kraft......1< Fellen Ä Guilleaume. ... IVi Ges. s. Eleklr. Untcriu ... 10 Hamb. Eleklr »Werke .... 1 Rhein. Eleklr.........■. Schlei. Elekt' ...... io Schuckerl & (So. .....11 Siemens & Halske.....16 Transradio ......... 8 Lahmeyer & >tio de J>an Wien in D-- Ccft. abgcst Prag . . . . Belirad . Budapest. . Bulgarien l'issabon - Danüg. . . .RonfL.ntln. Athen. . . Kanada . . Uni not). . Cairo . . 168,5 1,733 58,43 111,88 111,89 112,19 10,491 21,89 20,369 4,177 16,445 80,905 59.60 1.998 0,4980 58,71 12,373 7,389 73,03 3,015 18,82 81.66 1,967 5,435 4,126 4,076 20,89 168,71 1,737 53,55 112,10 112,11 112,41 10,511 21,93 20,409 4,185 16,485 81,065 59,72 2,002 0,4980 58,83 12,393 7,403 73,17 3,021 18,82 81,82 1,971 5,445 4,134 4,084 20,93 168,36 1,723 58,41 111,87 111,97 112,16 10,487 21,88 20,373 4,176 16,45 80,915 59,74 2,003 0,495 58,685 12,371 7,387 73,02 3,017 18,87 81,48 1,970 ts 4,036 20,89 168,70 1,727 58,53 112,09 112,14 112.38 10,507 21,92 20,413 4,183 16,49 81,075 59,86 2,007 0,497 58,805 12,391 7,401 73,16 3,023 18,91 81,64 1.974 5,445 4,136 4,044 20,93