Mittwoch, 28. August 1929 179. Jahrgang Nr. 201 Erstes Blatt uns Äivwden geführt hat, man zu einem Er< Pause in dm RhemlaodvechaudlAiM 1 öglichkeit, womit )es Gleichgewicht Die letzte Streike der Zeppelm-Keltfahrl am Diens- n t L o m a Das Ergebnis der NachMung Haag. 23. Aug. (TL, Leber das Srgebais der Derhaadlungen wurde der, deutschen, eng- lischen und französischen Presse folgendes mitge- t In der Zusammenkunft der sechs Mächte haben Dr. Stresemann, Driand und Iaspar einen star- ken Appell an die Konferenz gerichtet noch ein» mal den Versuch zu machen, ob nicht die Forderung der englischen Delegation befriedigt werden könnte. Dr. Stresemann hat in einer neuen Rede darauf hingewiesen, daß auf französische Initiative in Genf im vorigen September^ die Einberufung der Sachverständigenkonferenz erfolgt Neunork, 28. Aug. (WTB.) Das Luftschiffs „Graf Zeppelin" überflog auf der letzten Strecke > seines Weltfluges Los Angeles—Lak ' tag um 2.22 Uhr pazifischer Zeit , und wurde um 4.43 Uhr (13.43 Uhr MEZ.) in Kein Fortschritt in den politischen Fragen Boungplan ist gerettet. — In der „C r c R o u -- velle" heißt es: Wenn ein grundsätzliches Einverständnis erzielt worden ist, dann haben wir uns nur darüber zu freuen und uns^dazu zu beglückwünschen, das; die nationalen Interessen einem Ministerpräsidenten anvertraut wurden, der den Mut hatte, gegen jede Hoffnung zu hoffen und in Beharrlichkeit ein Einverständnis zu wollen, trotzdem alles dagegen sprach. Annahme von Anzeigen für die Tagcsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Ncichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20u , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tlu)riot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich m Gieren. Zeppelin" um 19 Uhr MEZ. gesichtet; er flog mit großer Geschwindigkeit in östlicher Richtung. Um 20.23 Uhr MEZ. wurde in der Nähe von Steins Paß die Grenze von Arizona und Neu- Mexiko in einer Höhe von 450 Meter überflogen. Am Mittwoch passierte das Luftschiff um 1 Uhr früh MEZ. El Paso mit 85 Kilometer Geschwindigkeit. Es fuhr langsam über das Geschäftsviertel der Stadt hinweg, wo Tausende von Menschen, die stundenlang gewartet hallen, um das Luftschiff zu sehen, in laute Jubelrufe ausbrachen. Die Kirchenglocken läuteten, und die Fabriksirenen heulten. Um 17.20 Uhr (1.20 Uhr MEZ. am Mittwoch) wandte sich das Luftschiff nach Süden und überflog den N i o Grande nach Mexiko hinein. Sc hs Heeresflug- zeuge gaben dem „Graf Zeppelin" das Geleit. Bon El Paso aus benachrichtigte die Schiffsleitung die Armee-Funkstation Fort Bliß, man werde die Route über Fort Worth nach Littke Rock in gegangen fei. Snowdens Sieg. 75 Prozent der englischen Fordermrgen durchgedrnttt. London, 28. Aug. (WTB. Funkfpruch.) Reuter meldet aus dem Hang: Um Mitternacht ist ein grundsätzliches Einvernehmen erreicht worden mit dem Vorbehalt, daß Deutschland sich einverstanden erklärt. Die deutschen Delegierten werden heute vormittag ihre Entscheidung treffen, doch gilt es als sicher, daß sie günstig ausfallen wird. Es wird angenommen, daß Snowden 75 Prozent seiner Forderungen durchgeseht hat. Als er den Dinnenhof verließ, brachten ihm die brittschen Pressevertreter und andere wegen seines erfolgreichen Kampfes für die britischen Interessen eine große Kundgebung dar. Der Staatssekretär des Aeutzern Henderson erklärte dem Reuter-Vertreter, er betrachte die zwischen den anderen Gläubigermächten und Großbritannien erreichte Regelung als sehr befriedigend Driand soll Dr. Stresemann versprochen haben,' daß am 3 0. Juni nächsten Jahres der letzte französische Soldat das Rheinland geräumt haben wird. Ein Gerücht, daß Dr. Stresemann während der Sitzung zusammengebrochen und schwer erkrankt sei, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Der Eindruck in Paris. Lob fürBriand.—Der Young-Plan gerettet. Paris, 28. Aug. (WTD. Funkspruch.) Die Nachrichten über den Verlauf der Äachtsitzung der Haager Konferenz sind so spät in Paris eingetroffen, daß kaum ein Blatt über das erzielte grundsätzliche Einverständnis sich äußern kann. Rur der radikale »Quotidien" nimmt Stellung. Er schreibt: Richt nur Frankreich wird I Driand für seine Geduld eine tausendmal ver- I diente Dankbarkeit zollen, auch Deutschland, das die Aufgabe des Boungplanes in eine schrecklich politische Verwirrung gebracht hätte, ja selbst *«5 werden brennt ®cgen eines J °°r einigen cW'9ung unb 'S M hiesiM °U5 Archgons kJ o-M. über- ij16 sich längere den. Das Urteil Iragung samt, las Urteil an. !■ Um weiteren os> an der Gin. laße in die kommen sind, Verwaltung der rjiber der Wetz. Strafe grahe Ob diese Mahlehren. 'Bei einer als IDOMrafb Sonntagen die :(fc durch einen llen. Auch wäre gleit für Kraft, lercsie dec die Kraftfahrzeug- i) mehrjähriger die beiden hie- Msfchule, wie- igt vom schonen :n Verlauf, Un- jogen die Schii> der Turnverein Lchiilerchar „Ich ieltor Bender, de hielt Lehrer ungenen Deutich- yreiübungen, die >n Schulen unter ) mit Musitbe- n/chiießend öri en der obersten ig von Lehrer -qleitung. W Beifall. Weiter- EchMnl, bärge, stanze der Mad- der Leitung von 'urnen der Äolks- erreaH'djüler u. a. die teils gemein- arben, sowie 'Bor. wr Ausgestaltung »nfte der Stabt- , der Mistel zur ebenso den Lev )n unsere Was- i[t das sich. Ilort >n mit Wasser zu malen nur mor- der Suche nach Sebrouch v°n e eine Wasierabec berichteten, wüt’ \ 'Bobrungen v° ' , Leider ohnc U -mengen jum SJ. ««VS * $ Scbm Ä* ^^'alauz. ^tanbt Au hhs fern ab5* F1’*- !it TS*« fc Kr für «1^ Landes. ^'Abrachf Wärters Ter. ünlertunitt^ la*f «U linden, dem Urteil äutveisen, die , Mr M zu L sestzusehen. Einigung der Gläubiger im Haag. Eine Nachtsihung der Sechs-Mächte-Konferenz. - Einigung über die englischen Forderungen. - Deutschlands Zustimmung zur Aenderung des tzoung-plans steht noch aus. - Heute wird weiterverhandelt. Yuma (Arizona) gesichtet, es fuhr mit schätzungsweise 160 Stundenkilometer Geschwindigkeit. Um 7 Uhr früh Gebirgszeit (15 Uhr MEZ.) überflog der „Graf Zeppelin" die 190 Kilometer südwestlich von Phoenix (Arizona) gelegene Stadt Aztec und ist in den letzten Stunden der Bahnstrecke der Southern-Pacific-Bahn gefolgt Um 7.37 Uhr wurde er in Gila Bend gesichtet. Das Luftschiff flog in etwa 500 Meter Höhe mit einer Geschwindigkeit von nicht mehr als 80 Stundenkilometer. Es hatte bei ttnrem Wetter gegen einen leichten Gegenwind anzukämpfen. Das Luftschiff wich dann über Arizona einem Gewitter- st u r m aus und überflog B e n s o n um 18.27 Uhr MEZ. In Wilcox (Arizona) wurde der „Graf sehr viel größerer Ruhe Zusehen und uns auf ein Provisorium sehr viel eher einlassen. Einstweilen aber ist nichts davon bekannt, daß Herr Briand Räumungstermine genannt hätte, die unseren Forderungen entsprechen. Einstweilen ist auch nichts davon bekannt, daß über die Rückkehr der Saar in die deutsche Heimat irgendwelche Abmachungen getroffen wären, die uns zufrieden stellen könnten. Bekannt ist lediglich in seinen Grundzügen, was über die Kontrollkommission verhandelt worden ist, und da möchten wir hoffen, daß, wenn es zur lötzten Anprobe kommt, noch ganz gründliche Aenderungen vorgenommen werden. Herr Dr. Wirth hat sich gerühmt, daß an seinem Widerstande der ursprüngliche Plan der Juristen gescheitert sei. Er glaubt, den Stein der Weisen in einein neuen Vorschlag entdeckt zu haben, durch Ausgestaltung der Schiedskommission in den Locarno-Verträgen. Leider aber ist wohl unbestreitbar, daß diese Vergleichskommissionen im Gegensatz zu den Bestimmungen der Locarno-Dertr^e jetzt das Recht haben sollen, sich auch in die militärischen Fragen einzumischen. Es klingt ja sehr hübsch, daß dann wahlweise der Weg möglich Ware, bei größeren Sachen den Völkerbund anzurufen, bei Heineren dagegen diese Kommissionen mobil-- zumachen. Herr Dr. Wirth übersieht nur, daß die Franzosen mit dieser Kommission ganz andere Absichten verfolgen, da sie ja gerade Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Be;ugrpret§: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. ^crnsprechanschlüfse nnter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: gronifnrt am Main 11686. Kleinigkeiten aufbauschen wollen, um sich dauernd in die Verhältnisse am Rhein einmischen zu können: daß also tatsächlich diese Kommission gerade das ist, was Herr Briand anstrebt. Es gehört schon Kurzsichtigkeit dazu, um diese naheliegenden Zusammenhänge nicht zu erkennen. Wir geben aber die Hoffnung nicht auf, daß auch der starke Widerstand, der vor allem aus dem Zentrum heraus gegen eine solche Kapitulation vor den französischen Wünschen laut wird, doch noch dazu führen wird, Die letzte Anprobe, wenn es dazu kommt, sehr gründlich vorzunehmen oder sonst lieber die politischen Gewänder überhaupt am Ragel hängen zu lassen. Denn um im Bilde zu bleiben, dazu bedarf es feinster Maßarbeit, nicht aber einer Konfektionsware, wie sie Herr Driand uns andrehen möchte. Die Vergleichskommission. Die „Germania" äußert schwere Bedenken gegen den Vorschlag Wirths. Berlin, 28. Aug. (TU.) Unter Bezugnahme auf die gestern wiedergegebene Meldung der „DAZ." über den Kontrollvorschlag, für den fn erster Linie Dr. Wirth die Verantwortung trage, schreibt das Organ des Berliner Zentrums, die „Germania": Man mag annehmen, daß diese Ausführungen, die allein Anspruch auf Authenttzität erheben mag; es mag auch sein, daß dieses Ergebnis schwieriger Verhandlungen nur vorläufig ist und noch diese oder jene Modifikation erfahren kann. Einige wesentliche Tatsachen, über die hier berichtet wird, scheinen jedoch leider zutreffend zu sein und das ist im ganzen wohl noch soviel, daß man nur mit großer Sorge und stärkstem Bedenken davon Kenntnis nehmen kann. Es scheint uns, als ob man auf deutscher Seite im Haag den Wert und die Sicherheit juristischer Formulierungen etwas überschätze und dabei übersehe, daß es entscheidend mehr darauf ankommt, wie diese Formulierungen ausgelegt und als Instrument gehandhabt werden können. Wir wollen einmal von dem moralischen Anspruch Deutschlands, daß in Verbindung mit dem Poungplan eine wirkliche Liquidierung des Krieges erfolgt, gar nicht sprechen, einen Anspruch, mit dem irgendein positives Ergebnis des französischen Kontrollbegehrens einfach unvereinbar ist. Wir wollen in diesem Augenblick lieber Rechte und Tatsachen stärker betonen. Es ist unmöglich, jenen Teil des Rheinlandes, der seit Jahren frei ist oder in einigen Monaten frei sein muß, mit irgendwelchen Ansprüchen oder Verfahren zu belasten, die bisher nicht bestanden und ebenso ist es unmöglich, zeitlich die Grenze des Jahres 1935 zu Überschreiten, in denen das gesamte deutsche Gebiet geräumt sein muß und durch keine weiteren Bindungen beengt fein darf, als sie in den bisherigen Verträgen vorgesehen find. Was diesen letzten Punkt betrifft, so gibt er überdies die Auffassung wieder, die bisher vom Reichstag und der Reichsregierung oertreten wurde. Die hier erörterte Lösung geht also sowohl in territorialer als auch in zeitlicher Beziehung einen Weg, der außer- ordentlich starke Bedenken auslösen muß. Sie kann deshalb nicht gut das letzte Wort der deutschen Delegation fein. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drift! iinö Derlog: vrühl'sche Universitäts-Such- und Zleindruckerei H. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulffratze 1. geschütztem Teil, d. h. Erhöhung desun- worden. rt’*ü&ncilc* bcr beut,^n Letzte Anprobe? 2. L »» ^^°b°-,chun-s »an seinem 300 Millionen aus dem Liebergang des Da tenn3eid)ncn wollen, indem erjagte, die zur letzten wes-sumTounoplcrnmitDerüclsichtigung der Anprobe fertigen politischen Gewänder seien an Desatzungskosten. den Nagel gehängt bis zur Entscheidung 1 über die finanzielle Frage. Wir möchten annehmen, daß in dieser Kennzeichnung ein aut Stück Galgenhumor enthalten ist, die einzige Möglichkeit, womit die deutschen Delegierten ihr seelisches Gleichgewicht aufrecht erhalten können. Aber trotzdem will es uns scheinen, daß Dr. Wirth sich damit im Ausdruck vergriffen hätte. Letzte Anprobe, das würde doch heißen, daß eigentlich alles in schöner Ordnung ist und daß nur noch eine ordnende Hand fehlt, um Kleinigkeiten zu verbessern. Zu schön, wenn das richtig wäre. Zu schön, wenn wirklich das politische Mindestprogramm Deutschlands sich durchgesetzt hätte, dann können wir dem Streit der Gegenseite mit fiaaq 28.Aug. (WB.) Der französische Hlini- i sei, weil die Zahlungen des Dawesplanes auf I England, das in letzter Minute der Mißbilligung fferorätibent Briand hat Dienstag vormittag die Lauer nicht mehr als durchführbar angesehen der gesamten Welt entging. Demuhen wir unS, JS?Santen^onktenworüSn Iaspar wurden. Deutschland stehe ein Recht zu, auf die | zu vergessen, auf welch dornenvollem Wege, frm einen Brie» an den ^etenjooniBenoen j a p>a f.$ Quß Genfer Entschließung vom 16. Sep- uns Snowden geführt hat man zu einem Er- gerichlet. dem sich nach telephonischer Berstandi- ^ember 1928 ergebenden Folgen hinzuweisen. ! gebnis gelangt ist, über dessen Preis wir nicht gung auch die italienische Delegation angeschlofsen Deutschland habe ferner einen Anspruch diskutieren wollen. Don nun ab haben die guten hat. 3n diesem sehr kurzen Schreiben wird dar- auf die Anerkennung, daß die bis- Anhänger des Friedens den Weg frei, um die gelegt daß die sofortige Einberufung hörigen Zahlungen nach dem Dawes- großen Pläne durchzusühren, für die der Voung- , » einer Sitzung der sechs einladen- plan nicht weiter durchführbar seien, plan nur erst ein Beginn ist. — Der »Avenir den Mächte erforderlich erscheine, um einen Zu- Stresemann hat sodann mit großem Rachdruck auf | erklärt kurz: Das Kompromiß ist gefunden, der stand zu beenden, der nunmehr keinen Aus- die moralischen Verpflich tun gen der «.• »t, mit Spm phmifn wie I übrigen Machte hingewiesen, die sich bei weg biete. Snowden ebenso cincr Äicht-Inkrastsehung des Boungplanes und mit den anderen Delegierten telephonisch jutjlung &em (Nichteintreten der hiermit verbundenen Fol- genommen wurde, hat seinerseits dieser Emberu- I ergeben würden. fung ; ugestimmt und dabei für den Fall I a s p a r hat hierauf an die Mächte die Frage eines Abbruches der Verhandlungen die Ab- gestellt, ob sie tatsächlich in den finanziellen Haltung einer Plenarsitzung am Mittwoch Fragen ihr letztes Wort gesprochen hätten, gewünscht. Die Sitzung der sechs einladenden Von englischer Seite wurde hierauf eine Mächte begann um 17 Uhr unb dauerte bis 19,45 tSl I H a a g , 27. Aug. (WB.) Die Sitzung der vier Ahr ununterbrochen an. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Sechs-Machkro^^^z ^nt & ™gen an der Rheinlandfrage interessierten Machte eine Pause von etwa zehn Minuten eingelegt, um Aschen den G l ä u b i g e r m 5 ch t e n ^und dauerte fast eineuchalb Stunden Aus kurzen Erden Delegierten Gelegenheit zu geben, eine Er- England eintrat. In diesen Besprechungen ^^en oer Bst^ligten ist S" entnehiE daß srischung zu sich zu nehmen. Inzwischen herrscht ist nun ein grundsätzliches Einvernehmen 'n den politischen ö^en m i t R u sicht f in dem Binnenhof des altertümlichen Gebäude- zustande gekommen Offen sind lediglich^noch die- ^e u^geklar L^g komplexes, in dem das Konferenzgebäude sich be- len^n Punkte geblieben bie ^ne deutsch to€,I(ße greifbaren Fortschritte nicht findet, ein eigentümliches Leben und Treiben. 3 u t*,™™ “n ttAie c r ic 11 teerten konnten. Jedenfalls ist mit Rück- Autos mit Eßkörben für die Del eg a- übtSn MAten bS 3uitimmung fW auf die heutige Rachmittagssitzung der sechs Honen kommen an. Die Journalisten stehen 9 einladenden Mächte, die vornKmlich der Eror- in Gruppen umher, teils in lebhafter Unterhaltung, ' ' 5 ' terung der finanzpolitischen Lage dienen «oll teils auf verschiedenste Weise bemüht, sich die auf- 1- das Verhältnis zwischen ungeschütztem und | die Behandlung dieser Probleme ausgesetzt kommende Müdigkeit zu vertreiben. Zwischen dem Hotel der denffchen Delegation in Scheveningen und dem Binnenhof im Haag verkehren Kraftwagen mit presfeangehörigen, die vergeblich bemüht sind, Einzelheiten über den Gang der Berhand- lungen zu erfahren. Bis etwa 20.15 Uhr waren bie deutschen Delegierten an den Der- hanblungen beteiligt; sie haben dann in einem der Bonimtner das Ergebnis der Besprechungen zu- Dsese beiden Punkte werden jetzt den Gegen- näckst abgekartet um sich schließlich kur; vor 22 stand der Sechs-Mächte-Konferenz am Mittwoch den übrigen Teilnehmern der Konferenz nach ^^ehende Vollsitzung der Konferenz ihrem holet zu begeben, um dort die weitere stattfinden. Ferner ist eine Tlebereinstimmung Entwicklung der Dinge abzuwarten. dahin erzielt worden, daß im Falle einer Eini- Zwischen 23 und 24 Uhr schieden auch die gung der Voungplan als voll in Kraft übrigen Mitglieder zeitweilig aus, unb ber Bor- getreten, erklärt werden wird, unb daß fihpnbe Iasvar hatte allein eine längere' Be- sodann sämtliche Organisationsausschüsse des mit h p n enalischen Delegier- Boungplanes, auch der Ausschuß ,ur die in- i = " trafen Mc d-r anderen Gläubigermacyle wieder hinzu. Um 1 utjr siuy a; September beginnt. Das trafen auch die deutschen Delegierten Dr. Eur- Arbeitsprogramm der Konferenz, sowie tius, Dr. hilserding und Dr. Wirth wiederum im gesamte Einigung zwischen den fünf Mächten konserenzgebäude auf dem Binnenhof ein. Bor un^ Hamit das Schicksal der Konferenz hängt ihrem Eintreffen wurde bekannt, daß die L i n i - jetzt von der deutschen Zustimmung zu diesen bev auna Zwischen den G l ä u b i g e r m ä ch 1 e n den Punkten ab. « ö u"ru^„roÄf u,nu £2 2-L7 ÄÄÄ mMX d'e Zuziehung ber deutschen Minister 3 Delegation hierin völlig freie Hand habe Zwecke erfolgt, um die deutsche Zustimmung zu nt>keinerlei Bindungen em« denjenigen Punkten der erzielten Einigung zu erhalten, für die eine solche erforderlich ist. Gegen 2 Uhr früh wurde bie Sitzung auf 11 Uhr vormittags vertagt. In biefer neuen Sitzung ber sechs cinlabenben Mächte werden die Punkte zur Beratung stehen, in denen die Einigung zwischen den Gläubigermächten eine Mitwirkung Deutschlands notwendig machen wird. Die beiden wichtigsten Punkte hierbei sind die Frage des Berhalt- nisses des geschützten zu dem unge- schützten Teil der Annuitäten und die Frage des Ueberschusses aus den letzten fünf Monaten des Dawesplanes in -Verbindung mit der Frage der Besahungs- k ost en. Die deutsche Delegation ist in dieser Frage in keiner Weise f e ft g e I e g t und hat freie Hand für ihre Entschließungen. Line Behandlung dieser Frage noch in der heutigen Rächt wurde von den deutschen Delegierten abgelebt, weil Dr. Stresemann, der sich wegen Uebermübung burch bie anftrengenben Ber- handtungen zurückgezogen hatte, bar an nicht hatte teilnehmen können. Gelangen biefe Berhanblungen zu einem (Ergebnis, so ist für Donnerstag eine Bollsihung vorgesehen, ber am heutigen Nachmittag um 4 Uhr eine zihung ber vier Rheinlanbmächte und um 5 Uhr eine politische Konferenz vorangehen sollen. -Jan Mayei ■Köst •Seydisf. i Stock». IBerdeef Dienstaa. 27. fiudust, 19297* av ix W) v w, am '.j Steinl bei d Obstb steige strahl Luihk -•3u Echla Straj statt. Tie Der I daS die Feuerwehr die ganpe Rächt hindurch mit 13 Schlauchleitungen bekämpfte. Sie konnte jedoch infolge der starken Rauchentwicklung nicht in die Keller einbringen, da fünf Feuerwehrleute wegen Grstickungsgefahr ihren Dienst unterbrechen mußten. Da bie Markthallen und ihre Umgebung als Unterschlupf für Obdachlose dienen, befürchtet man, daß einige dieser armen Leute ums Leben gekommen sind. Der Berliner Mädchenmord. Die Untersuchung gegen den Wächter Richard Schulz, der im Verdacht steht, den Mvrd an der kleinen Hilde Zäpernick verübt zu haben, ist in ein Treues Stadium getreten. Während bisher für die Schuld des Wächters kein besonderes Verdachtsmoment dorlag, hat jetzt die chemische Untersuchung der Kleider des Wächters ergeben, daß der Rock, den Schulz am Mvrdtage getragen hat, mit Blut besudelt ist. Dieses Blut ist später sehr sorgfältig aus den Kleidern herausgewaschen worden. Die Beisetzung des Marschalls Liman "von Sanders. In Darmstadt wurde die von München übergeführte Leiche Liman von Sanders beigefetzt. Am Grabe legte im Rainen des ehemaligen Grohherzogs von Hessen General der Kavallerie a. D. von Hahn einen Kranz nieder. Oberstleutnant von Hagen, ein Schüler des Verstorbenen, wies auf die hohen Führereigenschaften Liman v. Sanders hin. Oberst Freiherr von Westerweller sprach im Rainen des Offi- ziervereins des Gardedragonerregiments, dem Liman v. Sanders angehörte. Ferner legten Kränze nieder die Deutsche Studentenschaft, Oberbürgermeister Müller, Oberst a. D. Krause im Ramen des Deutschen Offiziersbundes, Generalmajor a. D. Freiherr v. Preufchen im Ramen des Bezirksvereins des Leibgarderegiments 115, aus dessen Reihen Generalmajor Liman hervorging, sowie Rechtsanwalt Kalb- Henn im Ramen der Bereinigung ehemaliger Leibgardisten Darmstadts. Spanischer Fliegerbesuch in Berlin. Die in Spanien wohnenden Erzherzöge 21 n» ton und Franz Josef von Habsburg- Bourbon sind, von Hamburg kommend, mit ihrem Flugzeug „Espania" auf dem Flughafen Tempelhof eingetroffen. Zur Begrüßung hatten sich der spanische Botschafter, der spanische Generalkonsul, Vertreter des Auswärtigen 2lmts, des Reichs- ocrkehrsministeriums und der Deutschen Lufthansa eingefunden. Zweck des Fluges ist, in Europa f ü r bie Ausstellungen in Sevilla und Barcelona Propaganda zu machen und für den Fremdenverkehr nach Spanien zu werben. Die beiden Vettern des spanischen Königs beabsichtigen in etwa drei Tagen von Berlin aus weiter über Frankfurt a. M. nach München und vielleicht auch nach Italien zu fliegen. Auslandreise der deutschen Flotte. Die deutsche Flotte hat von Kiel aus ihre zweite diesjährige Ausbildungsreise nach dem Auslande angetreten. Für die Linienschiffe ist das Reiseziel Schweden, während ein großer Teil der Torpedoboote verschiedenen Häfen der baltischen Randstaaten einen Besuch abstatten wird. Die Rückkehr der Flotte erfolgt am 6. September. Der Skandinavienreise schließen sich die Herbstübungen der Flotte in der Ostsee an, die vom 7. bis 20. September dauern werden. Oie Wetterlage. O wolkenlos. 0 neuer. ® nait> Bedeckt.» wolkio. e oedeckL eReoet^ * Schnee ä Graupeln, e Nebel "R Gewip^r.©Windstille. K>-» sehe leichter Ost £> massiger Südsüdwest q stürmische« dordtfest Oie Piene fliegen mu dem winde. Pie ooden Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an. Pie Linien verpinden Orte mümletdiet» nuLMecresnl^eau umoerechnelen Luftdruck Wettervoraussage. Der Einfluß des Hochdruckgebietes, das-östlich abwandert, geht seinem Ende zu, und Apsläuser des britischen Tiefs greifen immer weiter nach dem Festlande vor. Die Warmluft an der Vorderseite hat bereits kräfttge Erwärmung gebracht. Las Barometer zeigt fallende Tendenz, so daß ein weiteres Vordringen der Störung begünstigt wird. Roch im Laufe des heuttgen Tages wird Dewöltting aufkommen, die dann immer mehr zunimmt u'nd schließlich auch vereinzelt zu Riederschlägen führt, die teilweise gewitterhaften Charakter annehmen. Die Temperaturen behalten zunächst noch hohe Werte, werden aber später bei mehr aus Westen kommenden Winden zurückgehen. Wettervoraussage für Donnerstag: Meist wolkiges Wetter, zunächst noch warm, später etwas kühler, vereinzelte Niederschläge teils gewit- terhafter Art. Wettervoraussage für Freitag: Etwas kühleres, wechselnd wolkiges Wetter mit vereinzelten Regenschauern. Lufttemperaturen am 27. August: mittags 25 Grad Celsius, abends 16,6 Grad; am 28. August: morgens 16 Grad. Maximum 27,5 Grad, Minimum 10,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. August: abends 24,8 Grad; am 28. August: morgens 17,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 103/* Stunden. ter pwvinzialhauptfiadt. ie. roan 430 222.27 DSU. 7093D Form hals. Loh. Krühobstversieigemng IWittuMlKi -er Stadt Gießen. I in verschiedenen Ausführungen 4745A Menselrsn JUt 8 717.62 5 220.50 11 897.13 23 182.50 4 938.30 292 372.60 erkennen off mit besonders sicherem Gefühl das Echte nnd Wertvolle an den Dingen des täglichen Lebens. - So erklärt sich auch die starke Bevorzugung der WALDORF-ASTORIA-^Zorten, Zigaretten von ausgesprochen süddeutscher Eigenart. «Wochen rHae rwS ging, betrat muh nicht alles gleich cm intern Dbg nachgetzoff werden. Mr Salb, »ung ehemaliger n Berlin. SherzögeAn. n habsburg- S kommend, mit bem Flughajen m.bung hatten sich ">lche Eeneratton- 'Imt5, des Reichs- utjchen Lufchanja , in Guropa für illa unb 3 a r> ’n und für den werben. Bit bei. - beabsichtigen in us weiter über )tn und vielleicht m Zlolie. t Kiel aus ihre Meise nach dem : Linienschiffe ist -ährend ein gro- rschiedenen Häsen Uten einen De- ickkehr der Flotte Skandinavienreise igen der Flotte l bis 20. Sep- passiva. 1. Geschäftsguthaben 2. Reservefonds 3. Äetriebsrücklage 4. Lankschulden 5. Spareinlagen 6. Schulden in lfd. Rechnung 7. Aufweriungseinlagen 8. Umschuldungskredit 9. Wechsel (Akzepte) ... 10. Reingewinn Fundes Gene- Keuschen im 5. Zinsenausstände.... 6. Laufende Rechnung 7. Auswertungsforderungen .... 73 920.62 8. Hausgelder 3 2^- “ 9. Guthaben bei Genostenschaften 6 300.- 10. Mobilien 396-~ Aktiva. 1. Kasse und Postscheckkonto.... 2. Guthaben bei Lanken 3. Wrchselbestand 4. Wertpapiere Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen. Der Abschnitt HI mit den Einträgen der Buchstaben S bis D in das alphabetifck?« Einwohner- und Firmenverzeich- nis der Stadt Gießen liegt 3 Tage, vom Donnerstag, dem 29. bis einschließlich Samstag, den 31. August zu jedermanns Einsichtnahme in unserer Geschäftsstelle offen. Die zuständige Einwohnerschaft Gießens sowohl als die beteillgten Äehördon und öffentlichen Körperschaften usw. werden um Prüfung der Einträge auf Richtigkeit und Vollständigkeit hiermit gebeten. Für Fehler und lln- richiigkeiten kann keine Haftung übernommen werden. Oberhessischer Adretzbuchverlag Gießen Schulstraße 1 Eingang von der Kaplaneigaffe aus. OBERST SÜDDEUTSCHLANDS GUTE FÜNFER Me WM frische Bücklinge Z neue Marinaden L. ®. Kleinhenn Babubofstrakc 59 Telephon 3866 : unh J Leider 2 be. an*00n Sanbns ^beigeseht. x H'noligen Kavallerie ni«öcr. Oberst, uler des Der. Eigenschaft^ '^berr von mcn des Ossi. Freitag, den 30. August 1929, vormittags 8% Uhr beginnend, wird das Frühobst der Stadt Gießen (Aepfel und Birnen) von den Bäumen an der Schützen- ftrahe am Bolksbad, an der Steinstraße, am Wiesecker Weg, Lütherberg, Alten Steinbacher Weg, im Lärchenwäldchen, bei der Liebigshöhe und im städtischen Obstbaumstück öffentlich meistbietend versteigert. Die Frühbirnen an der Steinstraße und am Wiesecker Weg werden am Lutherberg mitversteigert. 7082C Zusammenkunft findet um 8% Uhr am Schlachthof und um 10 Uhr in der Licher Straße an der Wirtschaft ,Zur Stadt Lich" statt. Gießen, den 26. August 1929. Der Oberbürgermeister. I. B.: Klingfpor. wieder frei. Sie bringt uns zurück, was uns die Alltagsarbeit verdunkelte. Sm Traum wandern wir noch oft die schönsten Wege, erleben rückschauend manches Frohe. So nach und nach werden ja auch diese Träume verschwinden, andere Gedanken, andere Sorgen werden von unserer Seele Besitz nehmen. Wenn dann aber im Frühjahr die Döael wieder singen und warme Winde von den Bergen wehen, erwacht die Sehmsucht um so stärker, und von neuem werden wir ausfliegen. P- Daten für Donnerstag, 2D. August. 1523: Ulrich von Hutten auf der Snsel Ufenau im Züricher See gestorben; — 1632: der englische Philosoph Sohn Locke in Wrington geboren; — 1808: der Begründer der Genossenschaften, Hermann Schuhe-Delitzfch, geboren; — 1866: der Dichter Hermann Löns in Kulm geboren. Bornotizeit. — Tageskalender für Mittwoch. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Tanzstudent" und „Born Täter fehlt jede Spur". sind für annehmbare Uebergänge. Einige Tage vor Ferienschluh kehrten wir zurück, ordneten unsere persönlichen Sachen, gedachten noch täglich der schönen Stunden an der See und ge- wöhnten unS so gemächlich an die alte Umgebung. Wie klein kamen intS unsere Räume vorl Aeberall stieß man an. Sa, wenn die Augen wochenlang über das weite, wogende Meer oder über Dergeshvhen streiften, dann muß man sich erst wieder anpassen. Auch mit der Arbeit. Man darf seine neu gewonnene Kraft nicht auf einmal verpuffen, man muß einteilen. Es soll ja nun wieder für ein ganzes Sahr reichen. Deshalb: Zeit lassen I — Wir sind dankbar für die Ferientage. Mit Freuden fühlen wir, daß wir innerlich reicher geworden sind. Deshalb wollen wir es auch zu Hause so machen wie auf der Bergfahrt, als mein Wandergenvsse mir zurief: „Vergiß die Rückschau nicht!" Rach arbeitsreichen Stunden wandern wir noch einmal im Geiste hinaus an die schonen Plätze, an denen wir staunend standen, wir Horen das Brausen des Meeres oder das Rauschen des Wasserfalles, schauen die weißen Bergriesen... Wir werden die Rückschau nicht vergessen. , Sorgen werden schon kommen, Klemuchrerten des alltäglichen Lebens werden auf rms drücken. Dann wollen wix die Augen schließen und an das unendliche Meer, an d ie Herbheit der Berge denken, an die Orte, an denen wir fühlten: Hier fällt alles Aeußere ab vor dem Reichtum und der Schönheit der Ratur. Da wurde nicht gefragt: Was bist du, oder was hast du gelernt? Da waren alle Menschen gleich, erfüllt vorn Schauer des Erlebens. Wie können nun nach solchen Erlebnissen Alltagssorgen Herr über dich werden? Würdest du im Angesicht der Berge oder des Meeres auch nur eine Sekunde daran denken können? Deshalb: Rückschau nicht vergessen! Wenn du dann deinen Wanöergenossen triffst und er dich fragt: „Weiht du noch, als wir damals...?" kommt dir erst ganz zum Bewußtsein, was du innerlich gewonnen hast. Darum sei dankbar für die Ferientage. Wenn wir aber nach vollbrachtem Tagewerk eingeschlummert sind, schaltet unsere Phantasie G^e-he n, den 26. August >929. Wieder daheim! Braun gebrannt von der Sonne, mit einem wStfernen Lächeln hx den Augen, so kehren die girreisenden allmählich alle zurück, wenn ter ch zu Ende ist, wenn ter Alltag wieder fern fordert. Sie haben neue Kräfte gesammelt, Herz und Verven gestählt, wochenlang m Luft Und Sviine gelegen. Das gibt aufgefpeicherte Lebenskräfte und neuen Arbeitswillen. Gs ist schon soviel darüber geschrieben worden wie man sich am besten erholt, und es aibt immer noch Leute, die das Reisen nicht allem wegen ter geldlichen Seite verwerfen, fontern weil sie sich vor den Schwierigkeiten und Aufregungen, wie sie meinen, behütet wis^n wollen. Das könnte nie eine Erholung geben. Die Eingeweihten lächeln überlegen. Gerate daß wir manche Bequemlichkeiten hinter unß lassen, daß wir gewissermaßen alles abstre.fen das unS zu Hause wohlig oder auch nicht wohlig umgab, darin besteht ja die ungeheure Rervenenttastung. Wir fühlen uns wie neugeboren, wenn unser Leben so umgestellt wird. Auch hat man da, wo die Unter!unftsverhältnisse vielleicht nicht so glänzend sind, desto mehr Ursache, hinaus auf hie Berge, oder cm die See zu wandern, viel mehr ate wir es zu Hause täten. Und sollte der Aufenthalt von zwölf und mehr Stunden täglich im Freien nicht zu unserer Erholung dienen? Aber alles Schöne nimmt einmal em Ente und so auch ter Erholungsurlaub. Da find wir nun wieder. Wir sind nicht am letzten Tage der Ferien gekommen, wie Freund Meier, der nut dem allerletzten D-Zug, womöglich nachts, durchfuhr am Morgen ankommt, die Kleider wechselt und dann auf das Bureau stürzt. Da fallen alle Reiseerlebnisse wie ein schwerer Stein ins Wasser Die Wellen siehst du noch. Run aber liegt die rückständige Arbeit vor dir, die gesammelten Postsachen warten. Du ertrinkst in neuer Artest, in neuer Aufregung. Erst nach vielen Wochen vielleicht steigen die Urlaubserinnerungen wieder auf. Wie gesagt, wir machen es nicht so. Wir lassen uns Zeit. Wir denken auch, wenn es vier JLft 16 759.20 2 862.- 2 862.75 270.- 188 584.03 46 893.46 135 033.17 . 4 000.- . 29 000.- 3 957,66 430 222.27 Edgar Vorrmann, Eisenhandlung MUMM mit Zentralheizung zu vermieten 05449 Sons Mm, tun WolMMl Donnerstag, 29. August 1929 nachmittags 2 llhr versteigere ich im Cörocn, Reuenweg, dahier, zw gsweise gegen Barzahlung: fünf Bücherschränke, drei Chaiselongues, acht Marenfchranke. zwei Aktenschranke, einen Rollenschrank, fünf Schreibmaschinen, zwei Kaffenschranke, vier Schreibtische, einen Zimmerteppich, zwei Büfetts, eine Kredenz, drei Tische, 33 Stühle, eine Standuhr, einen Bilder- schrank, ein Grammophon mit 15 Platten, zwei Ladentheken, einen Vervielfältigungsapparat, einen Herd, eine elektrische Stehlampe, einen Schreibmaschinentisch, zwei Mähmaschinen, zwei Vertikos, ein Motorrad, eir Sofa, eine Registrierkasse, vier photographische Ap- parate, ein Klavier, zwei Steppdecken, zwei Garnituren Bettwäsche, einen Herd. Dem» Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13 Fernruf 4101. : StöruE^ en tätigen auf« y dann Ä-63 ^rstaS- , Jonnes , yer Mage lel s t e i tfl 8' s $*■ IV - D*e JMi trvtu*r*fr bn »m-erif a. Der erste Skkgor auf dem Deutschen Turnfest in Köln, Karl Reuter (Gießen) und der zweite Vorsitzende des Turngaues Heften, Redakteur Schneider (Butzbach) werden zur Zeit von den deutscharneri- kanischen Turnvereinen lebhaft gefeiert. Die Hessen turn er befanden sich beim Eintreffen des „Gras Zeppelin" in San Franzisko. Ihre Reise führt weiter nach Los Angeles, St. Louis, Cincinnati, Chikago, Denver, Washington und zurück nach Reuyork. * Frühob st Versteigerung der Stadt Gießen. Am Freitag, 30.d.M. wird das Frühobst der Stadt Gießen (Aepfel und Birnen) von den Bäumen an der Schützenstraße, am Bolksbad, an der Steinstraße, am Wiesecker Weg, Lutherberg, Asten Steinbacher Weg, im Lärchenwäldchen, bei der Liebigshöhe und im städtischen Obst- baumstück, öffentlich meistbietend versteigert. Die Frühbirnen an der Steinstraße und am Wiesecker Weg werden am Lutherberg mitversteigert. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung hin- gewiesen. ** Städtische Grummetgrasverstei- g er u n g. Bei der gestrigen Grummetgrasversteigerung der Stadt Gießen wurden im Durchschnitt bei großer Nachfrage pro Morgen folgende Preise erzielt: Bon den Wiesen am Altentisch 40 bis 50, von den Wiesen am Utersbrunnen 40 bis 50, von den Ochsenwiesen 50 bis 60, von den Wiesen im Stolzenmorgen 40 bis 60 Mark. ** Bauvorhaben der Siedlungsge- scllschaft für Derkehrspersonal in der Wilhelmstrahe. Seit einigen Tagen ist mit der Erbauung von Wohnungen für die Siedlung begonnen worden. Insgesamt sollen dort drei Baublöcke mit etwa 30 Wohnungen, und zwar ein größerer Block entlang der Wilhelmstraße und je ein Eckbaublock an der Weißerde und an der Welckerstraße errichtet werden. An dem mittleren größeren Block wird zur Zeit gearbeitet; dieser soll sechs Bierzimmer- und vier Dreizimmerwohnungen erhalten. Die Gebäude sollen in den neuesten Bauformen erstellt werden. Die gesamten Bauarbeiten bis zur schlüsselfertigen Ausführung sind dem hiesigen Bauunternehmer G. Becker übertragen. ** Straßensperrungen, mitgetestt vom Oberhessischen Automobil-Club E. B. (A. v. D.) Gießen: Wegen Ausführung von Kcrnalartei- ten wird die Provinzialstraße vom Bahnhof Mitgliederstand Ende 1927 = 282, Zugang in 1928 = 34 Abgang in 1928 = 13, Mitgliederstand Ende 1928 = 303 der G-schSfWu'h°bleti B. Teppiche liefert ohne Anzahlung auSw. SvezialhauS zahlbar in 12 Monatsraten. Erbitten Sie unverbindlich. Vertreterbesuch unter 70950 an den Gieß. Anz. [Verschiedenes! Dr. phil. mit mehrjähriger Erfahrung erteilt gründliche Nachhilfe In Mathematik und Physik zu mäßigem Preis. Schriftliche Angeb. unter 05444 an den Gieb. Anz. 7 —8Uhr 8-9 , 8-9%, Montag Diktat 60-100 Diktat IMu.höh. Dienstag Anfänger Fort- bildung Mittwoch Redeschrift Praktiker u. höheres Diktat Donnerst. Diktat 60-100 Diktat 120u.höh. Freitag Anfänger Fort- bubung Mittwoch, 28. August |929 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 2Vf Zweites Blatt heil und Reorgani- Nachdruck verboten. 15. Fortsetzung. Dämonen der Zeit Vornan von Arthur Brausewetter. auf dem Felde stehen. Da unsere Dreschmaschine vorerst im benachbarten Daubringen mit dem Ausdrusch beschäftigt ist, werden wohl noch einige Wochen vergehen, bis die Drescharbeiten bei uns beginnen, zumal einige Landwirte ihren .Roggen bereits gedroschen haben. Der Ertrag in bezug aus Körner und Stroh ist zufriedenstellend. f Treis a. d. Lda, 27.2lug. Im Vormittags- gottesdienft am Sonntag fand die feierliche Aufnahme der diesjährigen Konfirmanden, 8 Knaben und 11) Mädchen, statt. Der Posaunenchor ver- schönerte die Feier durch seine Mitwirkung. — Das neulich ausgefallene Dekanatsfcst des Evgl. Bundes wird am 8. September hier ftatt- finden. — Die israelitische Gemeinde begeht am 13. und 14. September die Hundertjahrfeier der Erbauung ihrer Synagoge. * Allertshausen. 27. Aug. Kürzlich feierte hier der Kirchendiener und Wasserwärter Ludwig Rachtig all V. nebst Ehefrau in geistiger und körperlicher Frische das Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar steht im 73.. die Jubilarin im 72. Lebensjahre. Seitens des Herrn Reichspräsidenten und der Hess. Staatsregierung wurde ein Glückwunschschreiben übersandt, we.ter gratulierte das Kreisamt Gießen, auch die Hess, evgl. Kirchenregierung sandte eine Ehrenurkunde, außerdem übersandte die Hess. Staatsregierung durch die Kreiskasse in Gießen eine Jubiläums- gäbe von 25 Mk. ch Nüddingshausen, 27. Aug. Der hiesige Schützenverein hielt am letzten Sonntag sein diesjähriges Scheibenschießen auf den neuhergerichteten Schießständen ab. Dabei wurden schöne Leistungen erzielt. So schoß Wilhelm Peter von Nüddingshausen fünf Zwölfer hintereinander. Außer ihm erzielten noch zwei Schützen 36 Ringe. Ein Fünfzehnjähriger schoß 35 Ringe. sk. Reiskirchen. 27. Aug. Unter reger Beteiligung der Gemeinde und von auswärts sand gestern nachmittag hier das diesjährige G u st a v - | Adolfsfest für das Dekanat Gießen statt. Im . Hauptgottesdienst predigte Pfarrer Trabant iHerbstein) über 1. Kor. 12. 26 und zeigte, wie die Diaspora-Gemeinden, die um ihre Existenz kämpfen, sich trotzdem sehr stark mit der großen evangelischen Volksgemeinschaft verbunden fühlen. In einer Ansprache wies Dekan Guß- mann noch einmal auf die Rotwendigkeit der Solidarität auf dem Gebiet der evangelischen Volksgemeinschaft hin. DieRach- versammlung fand im Gundrumschen Saale statt. Pfarrer Becker aus Gießen erstattete den Jahresbericht. und Pfarrer Trabant erzählte aus dem religiösen Leben der Diasporagemeinden. Die Sammlungen ergaben den Betrag von 120 Mark. + Grünberg, 27. Aug. Zu der jüngsten Sitzung des Gemeinderats unter dem Vorsitz des Beigeordneten Keller waren acht Gemeinderäte erschienen. Zunächst wurden die Ausschläge der Gemeindesteuern für 1929 festgesetzt. Der gesamte Umlagebedarf beträgt 63 200 Mk. und kann bis auf einen kleinen ungedeckten Rest von 450 Mk. unter Beibehaltung der seitherigen Steuersätze aufgebracht werden. Bei der Sondergebäude steuer wird der höchst zulässige Sah von 39,93 Proz. der staatlichen Sondergebäudesteuer erhoben, sie erbringt 12500 Mk. Bei der Grundsteuer werden folgende Sähe erhoben: a) von Gebäuden 25 Pf. von je 100 Mk. Steuerwert: ihr Ertrag ist 10 050 Mk., b) von land- und forstwirtschaftlich genutztem Besitz 70 Pf. von je 100 Mk. Steuer- wert: ihr Ertrag ist 23 420 Mk. Die Erhebung dieser hohen Sähe wird von der Verwaltungsbehörde nur gestattet, wenn die Sondergebäudesteuer, wie hier vorgesehen, mit dem Höchstsatz von 39,93 Proz. erscheint, andernfalls dürfen Oberhefsen. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 27. Aug. Der Gesang- verein „Teutonia", ältester Verein Heuchelheims. feiert vom 12. bis 14. Juli 1930 sein 75. Stiftungsfest. Der Verein, durch seine sehr guten gesanglichen Leistungen weit bekannt, und die gesamte Einwohnerschast beabsichtigen, ein schönes und großzügiges Fest zu organisieren. Der Besuch vieler auswärtiger Vereine ist zu erwarten. V Mainzlar, 27. Aug. Das schon mehrere Sonntage dauernde Preisschi eßen des hiesigen Krieger- und S ch ü he n v e r e i n s sand am letzten Sonntag seinen Abschluß. Die Beteiligung war überaus rege, besonders auch von Kameraden der benachbarten Vereine. Bei der Preisverteilung erhielt den 1. Preis Gottfried Iäge r, Mainzlar, den 2. Ludwig Schlapp, Mainzlar, und den 3. Paul Seipp, Ruttershausen, sämtlich mit je 32 Ringen. Die Preise bestanden aus Haushaltungsgegenständen. Rach Beendigung des Schießens wurden dann noch eine Anzahl Ehrenscheiben geschossen. — Dank der guten Witterung ist die Einfuhr des Sommergetreides nahezu beendet, und nur vereinzelt sieht man noch einigen Hafer Schule, Staatsangehörigkeit und insbesondere auf die berüchtigte Agrarreform i *" w sation der Dobrudscha. Dieses Gesetz bestimmt, daß alle Landbesitzer usw. ihr gesamtes Besitztum verlieren, wenn sie ihr Eigentum nicht durch anerkannte Papiere nachweisen können, und wonach auch die als rechtmäßige ^Isitzer anerkannten Bewohner ein Drittel res Landbesitzes an den Staat ab geben müssen. Dieses Gesetz, das von ausländischen und auch rumänischen Juristen als eine Unge- h eu e r l i ch k e i t bezeichnet worden ist, wird in seiner brutalen Wirkung noch verstärkt durch die Durchführung jeweils im Sommer während der Ernte, so daß der Dobrudschabauer auch die Früchte seiner Arbeit mitabgeben muß und geradezu sein Brot verliert. Diese Maßnahmen haben nicht nur zur Folge, eine planmäßige Entvölkerung, sondern verbinden sich noch mit einer Kolonisierung der Dobrudscha mit rumänischen Elementen aus Mazedonien, den kulturell überaus tiefstehenden Banden der Kuzowal- lachen. Die rumänische Regierung beläßt diesen Leben muh auch die festeste Gesundheit untergraben." Der Oberst blieb stehen, zog die Stirn in Falten und ließ das Auge mit unwilligem Blick auf ihn hinuntergleiten. „Sie vergessen Ihre Stellung, Herr Oberleutnant. Wann ich nach Hause gehe, bestimme ich selber und kein anderer. Riemand hat Sie zu meinem Vormund gemacht." Und nun zum „leichten Fredy" sich wendend, in kurz befehlendem Ton: „Sehen Sie, ob wir in. dem Cafe da drüben noch ankommen." Klaus wußte, daß ein weiterer Widerspruch zwecklos war. Mit kurzem Gruß wollte er sich verabschieden und allein den Heimweg antreten. Da dachte er an das Gespräch, das er heute mittag mit Edith gehabt, und daß er den alten Mann in solchem Zustand unmöglich in der Gesellschaft dieser ßeute lassen konnte. So folgte er widerwillig in das Cafe, das sich auf Fredys jpiederholtes Pochen öffnete. In dem großen Raume war es bereits leer. Auf einigen Tischen standen die Stühle aufgestapelt, an anderen sah man vereinzelte Besucher gähnend in den Zeitungen blättern. Die Luft war von süßlichem Zigarettentabak geschwängert: etwas Schlaffes und Uebernächtiges war in ihr. Man hatte sich in einer Rische niedergelassen, in der ein alter Kellner mit verdrossener Miene das bereits abgestellte Licht wieder einschaltete, schwarzen Kaffee brachte und, ohne eine Weisung dazu erhalten zu haben, neben den Oberst eine Karaffe Kognak stellte, aus der dieser sich mit einer gewissen Hast einschänkte. Klaus, der sich den ganzen Abend über zurückgehalten und meist nur zum Scheine getrunken hatte, wartete auf den Augenblick, wo sich die Wirkung des überreichlichen Alkoholgenusses offenbaren würde. Aber nicht das leiseste Anzeichen einer Veränderung ging in dem Alten vor: seine Stimme, wenn er einmal sprach, war auch in ihrer Erregung klar und deutlich, und in dem Blick, der über den bereits sinnlos betrunkenen Fredy und die beiden Artilleristen hinwegstreifte, die sich mit lallender Zunge unterhielten, lag eine grenzenlose Verachtung. Etwas Unheimliches war in dieser Rüchtem- heit, diesem immer ernster und trauriger werdenden Ausdruck der großen, weitaufgerissenen Augen, die unstet und in sich versunken in die Feme starrten. Ms hätte ein Dämon über ihn Gewalt gewonnen, dessen Macht er sich ausgeliefert fühlte und dem er doch mit dem letzten Reste seines bereits in sich gebrochenen Mannes- truhes die Stirn bot. Mit einemmal aber blickte er auf und richtete das Auge auf Klaus. dem schmählich verletzten und verweigerten Recht der Selbstbestimmung und der kulturellen Frei- aller zum Sieg zu verhelfen. Zum Genfer MtionalMen-Kongreß. Minderheiten und Selbstbestimmungsrecht. - Das Martyrium der Dobrudscha unter rumänischer Herrschaft. mals mit voller Absicht geschlagene Wunden durch gemeinsame Unterschrift unter den sog. Minderheitenvertrag geglaubt heilen zu können: Die.bittere Enttäuschung der letzten Jahre feit den Friedensschlüssen macht es nur zu verständlich, daß die unterdrückten Völker kein Zutrauen mehr zu den schönen Worten dieses Vertrages und zu den vielen noch schöneren Worten haben, die in der Zwischenzeit in Genf von der Tribüne des Völkerbundes aus gebrochen worden sind. Die Herrschastsvölker^ in ast allen Staaten nehmen wohl die Loyalitätsbekenntnisse entgegen, weigern sich aber immer weiter, von ihrer Assimilationspolitik, von ihrer Aufsaugung der Minderheiten abzulassen. Die unterdrückten Völker in Europa, die über den Grundsatz der Staatslohalität das Prinzip des Selbstbestimmungs- rechts aller Völker stellen, glauben, daß nur die unbedingte Durchführung dieses Rechtes zu einem wirNichen „Völkerbund" führen kann und die Vorbedingung schaffen wird für die „Vereinigten Staaten von Europa", die von Repräsentanten der heutigen wirklichen Großmächte nicht herbeigeführt werden können. Um diese meine Haltung zu belegen, führe ich aus meinem eigensten Heimatland, der jetzt unter rumänischer Herrschaft stehenden Dobrudscha, folgendes an: Manche Angehörigen der Minderheiten in Rumänien haben auf die Regierung M a n i u Hoffnungen gesetzt, aber die politische und wirtschaftliche Lage der Minderheiten ist unter dieser Regierung dieselbe geblieben wie unter Bratianu und Averesm. Gegen die Minderheiten wurde die Politik der Enteignung, des Terrors, der Beraubung der nichtrumänischen Rationalitäten im Lande, insbesondere der Ungarn, der Deutschen, der Ukrainer, der Bessa- rabier und der Dobrudschaner (Bulgaren und Türken in gleicher Weise) fortgesetzt, obwohl diese fremden Rationalitäten über dieHälfte der gesamten Bevölkerung Rumäniens, nämlich über acht Millionen, ausmachen. Manius berühmtes Minderheitenprogramm von Alba Julia im Mai 1928 hat sich nur als ein W ahl - manörer zur Gewinnung von Stimmen der Minderheiten erwiesen. Roch sind alle Ausnahmegesetze zur Rumänisierung der neuen Gebiete in Kraft. Sie beziehen sich auf Aus Anlaß des soeben begonnenen fünften Rationalitäten-Kongresses in Genf hat die Tele- graphen-Union zwei in Minderheitenfragen maßgebende Persönlichkeiten um ihre Meinung zu dem augenblicklichen Stand der Minderheitenfrage in Europa befragt. Der Präsident des diesjährigen Rationalitäten-Kongresses in Genf Dr. Wilfan, ehemaliger slowakischer Abgeordneter im italienischen Parlament, äußerte sich folgendermaßen: Die Tagung wird richtunggebend festzulegen haben, daß die Lösung des Rationalitätenproblems keineswegs nur durch, eine Verbesserung des Klageverfahrens erzielt werden kann. Ganz im Gegenteil kann das nur durch ein konstruktives Vorgehen, durch ein Ausweisen von Wegen zum nationalen Ausgleich bzw. durch Sicherung der national-kulturellen Entwicklungsfreiheit für eine jede Minderheit in einem jeden Staate erzielt werden. Erfahrungen in dieser Richtung liegen in Estland, Dänemark und anderwärts vor. Der Völkerbund steht somit vor der Aufgabe, sein Vorgehen nunmehr entsprechend zu ändern. Wie könnte das geschehen? Unseres Erachtens müßte im Interesse aller Teile nunmehr eine Plattform beim Völkerbund — und zwar in Gestalt einer Studienkommission — zur Klärung und Behandlung dieser Anregungen erfolgen. Daß der Völkerbund während seiner letzten Tagung den Beschluß gefaßt hat, das gesamte Untersuchungsmaterial den einzelnen Mitgliedsstaaten des Bundes zu übermitteln, kann nicht anders verstanden werden, als daß der Rat die übrigen Mitglieder der Genfer Organisation zu einer Stellungnahme auffordert. Wenn die Anregungen, welche die Untersuchung des Ratsausschußes ergeben haben, nicht unter den Tisch fallen sollen, dann muß es zwangsläufig zur Gründung einer Studienkommission beim Bunde kommen. Besonders bedeutsam wird ferner die Behandlung des Programmpunktes über d i e Aufgaben de r Presse aller europäischen Minderheiten sein. Im Zusammenhang mit der nach Schluß des Kongresses erfolgten Gründung eines europäischen Verbandes von Minder- heitenjoumalisten gewinnt diese Frage besondere Mtualität. Das gleiche gilt für die Fragen der Rationalitätenkunde, insbesondere den Vorschlag für die Gründung eines intereuropäischen Forschungsinstituts. Die Teilnahme am diesjährigen Kongreß ist erfreulicherweise sehr rege, lieber 30 Minderheiten, die in 14 Staaten leben und zusammen 40 Millionen Menschen umfassen, sind auf unserer diesjährigen Tagung vertreten. Unser Kreis vereint jetzt fast sämtliche europäischen Rationen. Von neuen Gruppen werden die Schweden in Estland und die Russen in Rumänien erstmalig am Kongreß teilnehmen. Der Chefredakteur des in Sofia erscheinenden, für die unter rumänischer Herrschaft stehende Dobrudscha eintretenden bulgarischen Blattes „Swobodna Dobrudscha" (Die freie Dobrudscha), Dr. P. Witscheff, der sich auf einer Reise durch Europa befindet, und in den nächsten Tagen ebenfalls zu dem Kongreß nach Genf reisen wird, führte als ein Vertreter der unterdrückten Bevölkerung der Dobrudscha folgendes aus: In diesem Jahr sind zehn Jahre seit der Reuordnung Europas durch die berüchtigten Pariser Friedensverträge verflossen. Man hat viele, da- Dieser hatte den Platz des Adjutanten eingenommen, sprach der ihm freigebig gespendeten Flasche eifrig zu und gab in seiner Trunkenheit Witze zum Besten, die die Grenze des selbst an einem Stammtisch Erlaubten mit zynischem Behagen überschritten und von den beiden Artilleristen wiehernd belacht wurden. Klaus krampfte sich das Herz zusammen, wenn er den Mann, der einmal für ihn auf unerreichten Höhen des Lebens gestanden, nun in seine tiefsten Riederungen hinabgestiegen sah. Der schien von alledem nichts zu bemerken. Ohne auch nur eine Miene zu den albernen Scherzen seines Rachbarn zu verziehen oder Klaus Körbers mit tiefstem Mitleid auf ihn gerichtetem Blicke ein einziges Mal zu begegnen, verharrte er in seiner regungslosen Haltung. In den Zügen des leicht aufgedunsenen Gesichtes aber lag etwas Verirrtes, Heimatloses, das an die Seele griff. Und mit einemmal wußte Klaus, an wen er ihn in dieser Haltung, dieser Umgebung erinnerte: an den entthronten König Lear, der mit den wenigen trunkenen Getreuen, die ihm geblieben, Tafelrunde hielt, und von dessen 2Int-- lih die deutlichen Spuren des beginnenden Wahnsinns das Königliche doch nicht fortzuwischen vermochten. Der verschlafene Kellner erschien, trat an den Obersten heran und sagte ihm in respektvoller Stellung, denn auch er hatte einmal bei den Grenadieren gedient und war vorübergehend sein Bursche gewesen, einige Worte ins Ohr. Im ersten Augenblick schien es, als wollte der Alte aufbrausen. Dann besann er sich und sagte mit verbissenem Tone: „Gut, mein Sohn, wenn ihr euch noch nicht ausgeschlafen habt uns uns die Bude hier vor der Rase zuschlietzt, dann werden wir gehen." Erleichtert atmete Klaus auf. Aber er hatte sich zu früh gefreut. Kaum hatten sie den Ratskeller verlassen und waren die kleine steile Treppe empor auf den Langen Markt gelangt, der dunkel und tot im trüben Licht einiger Laternen vor ihnen lag, da winkte der Oberst den kleinen Fredy zu sich heran. „Wohin gehen Sie jetzt?" fragte, er. Jetzt hielt Klaus nicht mehr an sich. „Herr Oberst sollten sich jetzt nach Hause begeben," sagte er höflich, fast bittend und dog) mit Entschiedenheit. „Es ist gleich drei Uhr, und dies „Haben s gut mit mir im Sinne... weiß ich, Körber, aber es hilft nichts. Also lassen Sie es." Und bann, indem er ihm leicht die Hand auf den Schenkel legte: „Und was die Hauptsache ist: Sie sind ein Mann geblieben. Das Soldatenblut steckt Ihnen noch in den Gliedern. Deshalb taugen Sie auch zum Händlertum nicht. Helden können alles werden... meinetwegen Räuber und Banditen. Händler können sie nie werden. Die sind geboren wie die Helden. Es gibt viele Händler heute im deutschen Vaterlande. Der schlimmste aber von allen ist Faßbender." Es war das erstemal, daß der Oberst den Rainen seines Schwiegersohnes in feiner Gegenwart in den Mund nahm, und an der Art, wie er es tat, merkte Klaus, daß es keineswegs aus irgendeiner Weinseligkeit geschah, sondern daß es ihm ein Bedürfnis war, sich einmal auszusprechen. „Ich habe viel Seid in dieser unseligen Zeit durchgemacht," fuhr er fort, das große Spitzglas mit Kognak an die Lippen setzend und in einem Zuge leerend. „Aber daß es mich im eigenen Hause...“ Er brach ab, als hielte ihn eine innere Scheu ab, weiterzusprechen. „Sie waren damals im Felde, warf Klaus ein, als die Pause immer schwerer und drückender wurde. „Jawohl... es war der erste Winter, in dem wir im Westen standen. Sonst wäre es auch nie geschehen. Ein Mädel wie dieses... ein Soldat wäre ihrer würdig gewesen. Und nun ein solch trockener.Zahlenmensch I“ Wieder schwieg er und sprach erst nach einer ganzen Weile weiter: „Gewiß... ich bin auch unter die Geschäftsleute gegangen. Aber Händler bin ich deshalb nicht geworden. Mir fiel es als Erbe eines gütigen Bruders au, der stets ein vornehmer Kaufmann gewesen. Und ich habe mich redlich bemüht, in seinem Sinne fortzuarbeiten. Aber der da hat einen anderen Geist." „Sie find der Inhaber." Der Oberst kniff die Augenlider ein wenig zu und blinzelte mit einem halben Blick zu ihm hinüber, in dem eine merkbare Verlegenheit war. „Gewiß... das bin ich. Aber da ich mich um das rein Geschäftliche nicht immer bekümmert und auch in letzter Zeit...“ Er würgte an den Worten und fuhr fort: „Ra, kurz und gut., .der andere hat die Uebermacht bekommen. Wir beide passen nicht zusammen. Dieser Federfuchser glaubt, auf mich herabsehen zu dürfen, weil... nun, Sie wissen ja — erlassen Sie es mir." Wieder schänkte er das Glas bis an den Rand voll: die kleine Karaffe war über die Hälfte geleert. Da ertrug es Klaus nicht länger. „Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, es hat mich geehrt. Jetzt aber werden der Herr Obers) mit mir nach Hause gehen." Der 2Ilte sah ihn an; eine dunkle Falte sprang zwischen den dichten Brauen hervor, er wollte noch heftiger als das erstemal antworten — da kam der „leichte Fredy", der die ganze Zeit nicht vom Fernsprecher gewichen, so schnell seine schwanknden Knie es ihm gestatteten, an den Tisch gestürzt. „Oberschlesien ist den Polen zuerkannt," rief er mit lallender Stimme, „auch die Teile, die sich mit erdrückender Mehrheit für Deutschland erklärt haben. Die deutsche Regierung verbietet ihren Offizieren jeden gewaltsamen Widerstand." Der Oberst sprang von seinem Stuhle empor. Die Lippen öffneten sich, wollten Worte des Zornes und der Empörung herausschleudern — mit einemmal taumelte er rückwärts, griff mit beiden Armen zuerst nach der Stuhllehne, dann in die leere ßgft und fiel mit einem markerschütternden Schrei hart und prall auf den Boden. Ein Arzt war in dem Saale. Er war sofort zur Stelle, versuchte, was ihm möglich war, zuckte die Achseln und wandte sich dann an Klaus, der an der Seite des Alten kniete, unfähig, etwas zu sagen oder zu tun: „Richts mehr zu machen, meine Herren. Gin Schlagfluß ... er ist auf der Stelle verschieden.. Der „leichte Fredy" und die beiden Artilleristen waren völlig ernüchtert, zugleich aber so fassungslos, daß sie mit dem Ausdruck eines grauenvollen Entsetzens auf den Daniederliegenden starrten und für jede Hilfe versagten. So blieb die schwere Qlrbeit, den so jäh Dahingegangenen in seine Wohnung zu schaffen, allein auf Klaus' Schultern ruhen. Endlich war der Wagen besorgt und alles soweit gediehen, daß der Oberst seinen letzten Heimweg antreten konnte. Die Sonne war bereits aufgegangen, als man in dem alten Hause in der Drotbänkengasse anlangte. Er brauchte Edith nicht vorzubereiten. Sie wußte alles, bevor er eine Silbe gesprochen. Etwas Steinernes war in ihrem Schmerz, jeder Versuch, sie zu trösten, vergeblich. Ihre starke Ratur mußte es mit sich selber abmachen, es allein überwinden. „Mein Vater hat mit Ihnen noch gesprochen ... über meinen Bräutigam ... unmittelbar vor seinem Tode. Ich wußte es." „Wie war das möglich?" „Sowie mich das Mädchen weckte, war mir alles klar. Es gibt untrügliche Stimmen in uns, ich habe sie in dieser Rächt vernommen. 21bcr d^is Furchtbarste ist, daß er in Schmerz und Sorge um mich gegangen ist." Er redete es ihr nicht mehr aus. Es wäre zwecklos gewesen. „Und daß er nun nicht mehr erfahren wird, was geschehen wird, geschehen muh." (Fortsetzung folgt.) Banden auch ihre Waffen, auf die sie ein traditionelles Anrecht zu haben behaupten. Die Kuzo- Wallachen liegen als eine schwere Plage auf der alteingesessenen Bevölkerung. Bewaffnet und von den Behörden geschützt, nisten sie sich sogar in den Wohnüngen der Dobrudschaner ein und begnügen sich nicht mit dem systematischen Raub des Inventars und Viehs der Bauern. Organisierte lleberfällc auf ganze Dörfer wiederholen sich jedes Jahr. Häusig können die Banden tagelang ein Dorf terrorisieren und ausplündern, ohne daß sich die rumänische Gendarmerie darum kümmert. Die Proteste der Vertreter der anderen nationalen Minderheiten im Parlament erreichten nur Einsetzung von Untersuchungskommissionen, die die Beweise für die Greueltaten beseitigten. Selbst eine Besichtigungsreise der ausländischen diplomatischen Vertreter unter Führung des "merikanischen Gesandten führte zu keiner Milderung der Terrormethoden. Was hat sich unlec Maniu geändert? Richts. Die Dobrudschaner haben sich mehrmals an die internationale Stelle gewandt, die berufen ist und es übernommen hat, nationale Minderheiten gegen die Mehrheitsbevölkerung zu schützen, aber in Genf beim Völkerbund scheint man diese Eingaben nicht einmal gelesen zu haben. Die Methode der Massakers und des Bandenkriegs ist ja nur eine schärfere, dem Balkan entsprechende Form der weniger auffälligen Entnationalisierung, die im übrigen Europa — mit Ausnahme besonders von Deutschland — gegen die nationalen Minoritäten betrieben wird. Auch auf dem Balkan, dem alten Unruheherd Europas, von dem der letzte fürchterliche Weltkrieg seinen Ausgang genommen hat, könnte nur durch eine Föderation der freien Völker Beruhigung geschaffen werden. Der Wille der unterdrückten Völker in Europa, ihre Freiheit zu erkämpfen, wird schließlich au harmonischem Ausgleich aller Interessen führen können. Die große Aufgabe des deutschen Volkes, das selbst durch die Friedensschlüsse in den alten und neuen benachbarten Staaten unterdrückte Angehörige zählt, und das ihre Entrechtung als Verleugnung seiner kulturellen Gleichberechtigung mit den anderen Rationen empfinden muh, ist es, ftt Ne mit b Nicbbaret M veil. Neres durch TSV* UM Z>mmer, Stiele, |Q?- Garage und irten bet Jlt. 230(0 Nlung verkauf!, deriedbar. Zchr iseb. unter O»I52 den Gteb. »tu. liefert )bne Anzahlung = rat Miß sprach der Gemeinde Hochelheim den Dank des Kreises Wetzlar und der Kreisverwaltung für das geschaffen« Kulturwerk aus. Er wünschte der Gemeinde Hochelheim alles Gut« für ine Zukunft. Die Ausführungen auch dieses Redners wurden beifällig ausgenommen. Dr. med. E rl er (Hörnsheim) dankte den Gemeinderäten von Hörnsheim und Hochelheim, insbesondere den Vorsteher bei- der Gemeinden dafür, daß er als einziger Horns- heimer Einwohner schon heute an die Wasserleitung angeschlossen sei. Pfarrer Schneider (Hoche - Heim) wünschte, daß, wie die heute emgewetht« Wasserleitung stets frisches und klares Wasser liefere so auch die Quelle göttlichen Wortes di« Einwohner frisch und klar speisen möge. Weitere Ansprachen hielten Bauunternehmer Weimer (Gießen), Gemeinderatsmitglied Reitz (Hochelheim u. a. Umrahmt wurde die Feier durch Gesangs- oorträge des Gesangvereins „Frohsinn" (Hochelheim) unter Leitung des Dirigenten Köhler (Gro- , ßen-Linden), sowie durch Musikvorträge. Den Abschluß des Festes bildete eine Tanzbelustigung. g Groß-Rechtenbach, 27. Aug. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Gemelli- berat mit der Beratung des Haushaltsplanes für das Rechnungsjahr 1929. Bei dem Abschnitt „Einnahmen" wurde beschlossen, zur Deckung der laufenden Gemeindebedursnisse a;,f bie staatlich« Steuer vom Grundvermögen sowie auf bie Gewerbekapitak- und Gewerbeertragsteuer einen Zuschlag von je 200 Prozent zu erheben. Die vom Schulvorstand beantragten I n - standsetzungsarbeiten in de r Schul« sollen ausgeführt werben, lieber di« Errichtung eines Freibades für Schulkinder konnte ein bestimmter Beschluß nicht gefaßt werden, weil ein Kostenanschlag noch nicht vorlag. Für die 11 n - terhaltung der Kirche und des Pfarrhauses wurden 2000 Mk. zur Verfügung gestellt, ^ur Wegebauzwecke wurden 1200 Mk. bewilligt, bie für den Ausbau der „Ecke Loh" im Dorf, die Herstellung einer Kleinschlagdecke am Holzweg und die Instandsetzung des Weges nach dem Steinsberg Verwendung finden sollen. Fortbildung s- schulun ter richt soll, wie im vorigen Winter, abqebalten werden. Zur Schaffung eines e i fernen Bestandes sollen 500 Mk. angelegt werden. Im übrigen wurde der HauslMsplan in Einnahme und Ausgabe auf 45 000 Mk. festgestellt. hei der Steuer von Gebäuden nur 15 Pf. und bei land- und forstwirtschaftlichem Grundbesitz 1 nur 30 Pf. erhoben werden. Bei der Gewerbe- . steuer sind folgende Sähe vorgesehen: a) vom Betriebskapital 80 Pf. von je 100 Mk. Steuerwert: das Aufkommen wird 7420 Mk. ergeben, b) vom Gewerbeertrag 3,60 Mk. von je 100 Mk. Steuerwert: das Aufkommen wird 9460 Mk. ergeben. — Der nächste Punkt betrifft die Beratung der Ortssahung über die Anstellung eines Berufsbürgermeisters. Der vorliegende Entwurf, der sechs Paragraphen umfaßt, wird in längerer Aussprache durchberaten und mit geringen Aenderungen gutgeheißen. Paragraph 1 sieht laut Artikel 88 der Landgemeindeordnung die Anstellung eines besoldeten Beruss- bürgermeisters auf neun 3ahre vor. Par<^ graph 2 behandelt das Wahlverfahren. Vach Ausschreibung der Stelle erfolgt die Wahl durch den Gemeinderat. Paragraph 3 regelt die Besoldung. Diese soll nach der staatlichen Besoldungsordnung erfolgen, vorgesehen wird. Gruppe 3a bis zur 7. Stufe. Der Gemeinderat kann beschließen, etwaige Vordienstzeit ganz oder teilweise anzurechnen. Paragraph 4 behandelt Ruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung. Vorgesehen ist die Verpflichtung des Bürgermeisters zum Eintritt in die Versicherungsanstalt für Gemeindebeamte. Die Beiträge zahlt die Stadt, die damit keine Verpflichtung zur Zahlung von Ruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung übernimmt. Bei Ausscheiden des Bürgermeisters aus dem Amte erlischt die Verpflichtung der Beitragszahlung durch die Stadt. Paragraph 5 regelt das Ausscheiden des Bürgermeisters aus dem Amte, das unter Verzicht auf Gehalt jederzeit erfolgen kann. Paragraph 6 ordnet besondere Verpflichtungen an. Danach sind die mit dem Vürgerineisteramte ost zusammenfallenden Dienstverrichtungen als Standesbeamte und Oris- gerichtsvorsteher ohne Vergütung zu leisten, die Gebühren hierfür sollen in die Stadtkasse fliehen. U Aus der nordöstlichen Wetterau, 27. Aug. Untere hiesige Vogelwelt scheint um «inen Vertreter ärmer geworden zu sein. Trotz aller Aufmerksamkeit bekommt man bei uns kaum mehr eine Eule zu Gesicht. Sowohl die Schleiereule als auch das Käuzchen sind anscheinend den Unbilden des letzten Winters zum Opfer gefallen. Der Vogelfreund wie auch der Landwirt dürften das Verschwinden dieser Ruhvögel sehr bedauern. — Dagegen richten neuerdings die Wildschweine auf Kartoffel- und Fruchtäckern beträchtlichen Schaden an. Eine Anzahl 3äger, die sofort die Verfolgung der Tiere aufnahm und eine Rächt auf dem Anstand verbrachte, muhte erfolglos heimkehven. Auch wurden in diesem 3ahre Hirsche, die jedenfalls aus den nahen Vogelsbergwaldungen herübergewechselt waren, beobachtet. =.= Watzenborn-Steinberg, 26. Aug. Der hiesige Turnverein „Gut Heil" hielt gestern sein diesjähriges Abturnen ab. Das Preisturnen am Vormittag hatte folgendes Ergebnis: Oberstufe: K. Wehrum 1. Preis (199 Punkte), 2. E. Schäfer, 198; 3. Th. 3ung, 174; 4. K. Pitz, 166; Unterstufe: 1. O. Weih, 189, 2. K. Weih, 1871/.: 3. Rud. Möckel, 178; 4. Otto Sommer, 174; 5. Otto Dern, I6V/2. Volkstümliche Riege: 1. Ldw. Buh, 82; 2. H. Schmandt, 75; 3. K. Fr. 3ung, 73; 4. K. 3ung, 62; 5. E. Sames, 61; 6. Wilh. Sommer, 54; 7. O. Sommer, 44; 8. Rob. Rinn, 43; 9. K. Schmandt, 41. Schüleroberstufe: 1. L. Schmandt, 98; 2. K. 3ung, 96; 3. W. Schmandt, 78. Schülerunterstufe: 1. Karl Fink, 91; 2. O. 3un g, 88; 3. W. Andermann, 85; 4. Helmut Buh, 83; 5. O. Hirz, 82; 6. H. Euler, 62; 7. E. Fink, 60 Punkte. Da das Abturnen als eine Werbeveranstaltung gedacht war, gab es nachmittags einenUmzug des Vereins durch den Ort nach dem Festplatz der Mockswies, auf dem sich nach der beherzigenswerten Ansprache des 1. Vorsitzenden Otto 3ung bald ein echtes turnerisches Treiben entwickelte. Ein vom 1. Turnwart Fr. Größmann mustergültig eingeübter und vorgeführter Dlumen- reigen fand allgemeinen lebhaften Beifall. Mitglieder der Reichswehrkapelle bestritten den musikalischen Teil der Feier. )( L i ch , 27. Aug. Im Nachmittagsgottesdienst des letzten Sonntags, der in der hessischen Landeskirche der Jugend gewidmet ist, fand die feierliche Einführung der diesjährigen Konfirmanden statt. Es waren von Lich 10 Knaben und 14 Mädchen, vom Rettungshaus Arnsburg 5 Mädchen, dazu kommen 3 Konfirmandinnen von Niederbesfingen, die den hiesigen Konfirmandenunterricht besuchen. Di« geringe Anzahl der Konfirmanden in diesem Jahr ist einerseits durch die schwachen Kriegsjahrgänge, andrerseits durch di« schwächere Besetzung des Rettungshauses Arnsburg zu erklären. Am Schluß des gutbefuchten Gottes- oienstes traten nach alter Sitte die Eltern und Paten der Konfirmanden an den Altar, um durch Handschlag dem Geistlichen Mithilfe bei dem wichtigen Unterricht zu geloben. R 0 d h e i m a. d. H 0 r l 0 f f, 27. Aug. Ein vierjähriger Knabe von hier erlitt auf dem Friedhof durch einen aus ungeklärter Ursache plötzlich um- stürzenden schweren Grabstein Ä e r l e tz u n g e n, die sich glücklicherweise als ungefährlich herausstellten. , . * Bettenhausen, 27. Aug. Da in hiesiger Gegend schon seit Fahren großes 3nteresse für Geflügelzucht besteht und namhafte Züchter auf den größten Schauen mit höchsten Preisen ausgezeichnet wurden, trug man sich schon, lange mit dem Gebanken auch hier einen Geflügelzuchtverein zu gründen. Darum sanden sich dieser Tage die Züchter von Muschenheim, Birklar, Bellersheim, Langsdorf. Hungen und Bettenhausen dahier zusammen und gründeten den Geflügelzuchtverein „Rördliche Wetterau" mit dem Sitz in Bettenhausen. Als Vorsitzender wurde Schneidermeister Georg S t e u l, hier, einstimmig gewählt. Zum Schriftführer wurde Karl Block, Bettenhausen, und als Rechner Eduard Schäfer, Muschenheim, ernannt. Damit jeder Flach wegen Pensionierung unseren Ort. Er wird seinen Wohnsitz in Frankfurt a. M. nehmen. Herr Flach, der hier lange Zeit Vorsitzender des Kriegervereins war. wurde von diesem aus Anlaß seines Wegzuges zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Als Rachfolger des Herrn Flach ist sei- tens der Eisenbahndirektion Oberbahnhofsvor- steher Steitz — seither in Braunfels — bestimmt, Kreis Büdingen. rl. Dieichenbach, 27. Aug. Bei bem gestern hier veranstalteten Schweinemarkt war trotz nicht geringen Auftriebs die Rachfrage viel größer als das Angebot. 3nf öl gebe ff en würben 6—8 Wochen alte Ferkel mit 25 bis 44 Mk. je Stück und Springer entsprechend höher, in einem Fall sogar mit 180 Mk. je Paar bezahlt. — Dieser Tage hielt der Bezirks-Lehrerverein Ortenberg in hiesiger Schule seine Monatskonferenz ab. Lehrer Diehl, Blofeld, führte die Schneidersche Schulslöte vor und sprach über ihre Verwendungsmöglichkeit im Sing- und Musi^ unterricht der Volksschule. Die Flöte stellt sich als das billigste 3nstrument für den ersten Musikunterricht dar. Lehrer Sauer, Ober-Lais sprach über das von den heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaften des Kreises Schotten nun im zweiten 3ahrgang herausgegebene Heimatblatt „Vogelsberger Steimat“ und regt« mit Erfolg seine Verbreitung über den Kreis Schotten hinaus an. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 27. Aug. 3n der Rächt zum Dienstag statteten Ein brechet unserer Stadt einen mehrfachen Besuch ab. Die Diebe (nach den Fußspuren äu urteilen waren es mehrere) stiegen durch ein Fenster in die Villa des praktischen Arztes Dr. Brill am Schwabenröderweg ein und plünderten das Eßzimmer, sie nahmen das gesamte Silberzeug mit, verschiedene Schmucksachen. Geldbeträge und einen Lautsprecher. Die gestohlene Beute verpackten sie in dem gleichfalls gestohlenen 3nstrumentenkoffer. Auch der in nächster Rähe gelegenen Finanzkasse statteten die Einbrecher einen Besuch ab, nachdem sie die Haustüre unter Anwendung eines Bohrers geöffnet hatten. Es gelang ihnen zwar, die den Kassenschrankraum abschließende eiserne Türe durch Herausschneiden des Schlosses zu offnen, jedoch widerstand der Kassenschrank ihren Einbruchsversuchen. Außerdem wurden noch verschiedene Schubladen durchwühlt. Auch in der neu erbauten Villa des Brauereibesitzers Wallach verübten offenbar dieselben Täter einen weiteren Einbruch, indem sie vom Fenster aus in die Küche einstiegen, dort ein Portemonnaie mit Geld entwendeten, merkwürdigerweise aber keine Wertsachen mitgehen hießen. Die sofort eingeleiteten Ermittelungen führten bis jetzt noch zu keinem Anhaltspunkt und werden eifrig fortgesetzt. Rach der Art der Ausführung der Einbrüche zu urteilen, scheinen gewerbsmäßige Einbrecher an der „Arbeit" gewesen zu sein. ch A u s d e m K r e i s e A l s f e l d , 27. Aug. Eine in anderen Kreisen schon längere Zeit bestehende segensreiche Einrichtung wird demnächst auch in unserem Kreise Verwirklichung finden. In begrüßenswerter Weise hat das Kreisamt Alsfeld durch Anschaffung eines Filmapparates F i l m Vorführungen für dem ganzen Kreis ermöglicht. Die ersten Filmvorführungen finden in der Woche vom 12. bis 18. September statt. Gezeigt wird der Großfilm „Das Paradies Europas", ein Film vom Schweizer Volk und seinen Bergen. = Ober-Ohmen, 27. Aug. Hm m Zukunft erfolgreicher arbeiten zu können, beschloß der hiesige Volksbildungsverein auf Anregung der Volkshochschule Gießen in seiner jung* ften Sitzung einen engeren Anschluß an diese, so gleichzeitig dem von der Provinzialhauptstadt aus verfochtenen Gedanken einer ober hessischen Volkshochschule näherkommend. — 3m Laufe der verflossenen Woche ereigneten sich in unserem Dorfe nicht weniger als drei Unfälle. Einem Landwirt wurden von seinem Pferde fünf Rippen eingedrückt, so dah er in bedenklichem Zustande darniederliegt. Aus dem Fenster fallend, zog sich ein anderer Einwohner einen KnocheIbruch zu. Eine Frau erlitt einen Armbruch dadurch, paß sie beim Besteigen des Hühner- Hauses von der Leiter abgvitt und auf den Hof 0"!! OtQg wrf 157,4 110,25 125,13 127,5 201,5 177,75 271,25 164,5 150,5 156,75 297,5 Hl.? Ersche' 5otrtttQ( ■Di Siehen- 22,4 20,4 22,2 1,75 7,3 98,75 28,75 2,35 1,7 22,65 19,95 21,75 1,75 7,2 7,2 7,2 7,5 Sn der Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 6 Gewinne gu 5000 M. 86459 166245 202671 ,4° SSS S 2000 T ein2 ?27Ö7 19036$7846Ö ’07487®ej>?nne9,n lOOOTL 32879 37472 37937 92435 100543 102101 116092 134152 137660 146662 74179 75866 224803 228161 233767 264849 279348 282611 283078 326282 366397 365748 Im Gewinnrade verblieben: 2 . ... 500000, 2 Gewinne zu je 500000, 4 zu je 75000, 4 zu je 50000, 2 zu je 25000, 34 zu je 10000, 58 zu je 5000, 166 zu je 3000, 310 zu je 2000, 816 zu je 1000, 2048 zu je 500, 4742 zu je 300 M. 125,5 127 179,25 273 164,5 151,5 । 157 9cn ■ ®ro' Abm sähr AbMc einen ein 2 kann Annui Seschüt Stutld um e es in täti De ond Und 6nol ®lmi @■3 i shre< inar shr f"1 Snotv Sevrd; «in i ^glis- rDr Amst.» flott. Bucn.-AireS Brfl.-Antw- Cbristiania. Kopenhagen Stockholm . pcllingfors. Italien. . . London. . . flcuvor! . . Paris.... Schweiz . . Spanien . . Japan . . . flio de Jan. Men in D-- Ceft. abgest. Prag . . . . Belgrad . • Budapest. . Bulgarien Lissabon . . Danzig.> Konstantin. Athen. . • Eanada . Uruguay - - Cairo • • Harpener. . Hoesch Eisen. Ille Bergbau Klücknerwerke Köln-Neuessen Mannesmann Mansselder . 37271876®e^n8n3e37U33008OT733209 25966 34333 35918 ^3 W 66908 80762 - - 86433 _92133. 92847 q94934 ,99135 3783678S«wiE8,u7600 M. 23144 30932 37273 62761 68440 73978 79921 85191 91402 92262 115721 123592 131192 Französisch« flöten..... Holländische flöten Italienische flöten Norwegische flöten Deutsch Oesterr.,L 100 Kronen flumänische flöten Schwedische Noten ..... Schwerer flöten Spanische flöten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Lberschles. Eisenb. Bedars. . . 5 Oberschlej. KokSwerke 6 Phönix Bergbau bV, Rheinische Braunkohlen. . . io Rheinslahl . . . s.Jahr 4>/, 73401 391867 178 Gewinne zu 300 M. 281 1871 - 14170 18308 19246 25922 28658 38100 50284 58111 64263 68625 69435 70259 76730 79986 85612 95943 96484 97933 122227 126264 137164 Abendbörse waren Erholungen bis zu 4 Prozent und noch darüber, zu verzeichnen. Haussierend lagen Clektrowerte und M o n t a n a k t i e n. AEG. gewannen 3,5 Proz. Die Ausführungen auf der gestrigen Generalversammlung der AEG., die nicht befriedigten, wurden heute bei der veränderten Situation kaum noch beachtet. Bergmann eröffneten 5,5, Licht und Kraft 4 Felten 3,75, Gesfürel 6,5, S ch u ck e r t 5 und Siemens sogar 7,75 Proz. höher. Stärker gefragt waren noch Deutsche Linoleum mit plus 7 Proz. Bon Montanwerten traten Gelsenkirchen. Klöckner, Mannesmann, Phönix, Rheinstahl und S t a hl- verein in den Vordergrund, bei Besserungen von 3 bis 4,75 Proz. Banken lagen eher vernachlässigt und nur geringfügig gebessert. Kaliwerte erzielten bei lebhaftem Geschäft Gewinne bis zu 6.5 Proz. Schwach lagen Adlerwer ke mit zirka minus 2 Proz. Renten etwas gesuchter und fester. 2m Verlaufe blieb die Llmsatz- tätigfeit in Spezialwerten weiter lebhaft. Die Aebenmärkte traten wieder etwas zurück. Man konnte zumeist weitere kleine Gewinne feststellen. nachdem vorübergehend die Kulisse zu Gewinnmitnahmen geschritten war. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 Proz. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1995, gegen Pfund 20,352, London gegen Kabel 4,8479, gegen Paris 123,87, gegen Mailand 92,71, gegen Madrid 32,955, gegen Holland 12,10. Berliner Börse. Brief 16,46 168,46 22,05 111,92 59,26 2,505 112,59 80,90 61,77 12,43 73,31 40 Gewinn« zu 1000 M. 95803 113679 137227 189280 194968 235663 ------ 31140,06,e.^2.9.%0303S32,353176ii8473 19714 21806 35360. 38606.79837^8,603^93666 Blattes, baß Sauerbreh am 24. d. M. rn einem , von seinem Chauffeur gesteuerten Auto m der Schweiz gesehen worden sei, wird von den beteiligten Behörden skeptisch ausgenommen, denn ter Privatchauffeur Sauerbreys ist schon die ganze letzte Zeit in Frankfurt anwesend. * D i e Aktionäre der Frankfurter Allgemeinen organisieren sich. 2Iuf Einladung des Deutschen Aktionär-Vereins e. V. in Berlin (Geschäftsstelle Frankfurt a. M.) hatten sich eine große Anzahl Frankfurter Bankiers und auch Vertreter von Aktionärinteressen eingefunden, um sich über die Ziele der vom Deutschen Aktionär- Verein ins Leben gerufenen Schutzvereinigung zur Wahrung der Interessen der geschädigten Aktionäre der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs-2b-G. auszusprechen. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden referierte Rechtsanwalt Dr. Otto E i s - n e r hauptsächlich über die juristische und wirtschaftliche Tragweite der Bestrebungen der Schutzvereinigung. Bisher habe man bei den von den Verwaltungsbanken geführten Verhandlungen lediglich von dem Schutz der Versicherungsteilnehmer und der Großgläubiger — die ja zum großen Teil identisch mit den Derwaltungsbanken seien — gesprochen, während man über die ungeheuren Verluste, die die Aktionäre erlitten haben, stillschweigend hinweggegangen sei, ohne auch nur anzudeuten, daß man gewillt sei, die in den Kreisen der Aktionäre angerichteten Schäden wieder gutzumachen oder auch nur zu mildern. Das von der Schutzvereinigung erstrebte Ziel könne bei dem außerordentlichen Umfang und der Bedeutung der Angelegenheit nur durch eine zentrale Zusammenfassung aller Aktionärinteressen erreicht werden. Es sei beabsichtigt, möglichst bald einen Antrag auf Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung zu stellen, hierin die Einsetzung einer Revisionskommission zu beantragen, damit auch die Aktionäre in alle in der letzten Zeit in der Gesellschaft getätigten Geschäfte Einblick gewinnen, um auf Grund dieser Feststellungen ihre Ansprüche zu erheben. Schließlich sei auch noch zu prüfen, ob nicht das Reich wegen Verletzung der Aufsichtspflicht zur Verantwortung zu ziehen sei. Dr. R. S. Bak-chamburg unterstrich als Vertreter ausländischer Aktionärinteressen die Ausführungen des Vorredners, indem er besonders betonte, daß die Erregung unter den ausländischen Aktionären außerordentlich groß sei und daß man im Auslande, wo ja erhebliche Aktienpakete ruhten, als selbstverständlich annehme, daß in diesem Falle die Derwaltungsbanken den Schaden wiedergutmachen. Es wurde ein Arbeitsausschuß gebildet. Außerdem soll noch ein Vertreter des Vorstandes des Vereins der Frankfurter Privatbankiers in den Arbeitsausschuß delegiert werden. * Die 30-Millionen-Anlerhe der Stadt Frankfurt. Die neue achtprozentige Inlandanleihe der Stadt Frankfurt a. M. im Betrage von 30 Millionen Mark ist am Dienstag nach einer Magistratsvorlage von der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung genehmigt worden. Wie aus einer Spezifikation der Magistratsvorlage hervorgeht, sollen diese 30 Millio- nen Mark wie folgt verwandt werden: Wohnungsbauten 9,0, Grundstückskäufe 9,1, Wasserbau 3. Straßenbau 2,8, Kanalbau 2,9, Hafen- und Brückenbau 1,0 und Hafenbetriebe sowie Schlacht- und Viehhof etwa 1,6 Millionen Mark. Wie Bürgermeister Gräf in der Sitzung der, Stadtverordneten mitteilte, nahmen die Zeichnungen für die neue Frankfurter Anleihe bisher einen befriedigenden Verlauf. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 28. Aug. Tendenz: fest. Nachdem die gestrige Abendbörse noch ein recht lustloses Aussehen bot, schlug die Tendenz im heutigen Dormittagsverkehr um, denn von der noch nicht so rasch erwarteten Einigung im Haag ging eine starke Anregung aus. Die Börse tourte von einem in letzter Zeit immer mehr um sich greifenden Druck befreit, und man konnte bei der Spekulation eine zunehmende Unternehmungslust beobachten. Diese wurde noch gefördert durch die reibungslose ^leberwindung des älltimvs. Die Kulisse schritt auch schon aus diesem Grunde zu Neuengagements. Das Geschäft war in Spezialwerten recht lebhaft, obwohl Ausland- orders kaum Vorgelegen haben sollen. Nähere Einzelheiten über den Ausgang der Haager Konferenz waren noch nicht bekannt, doch neigt man der Ansicht zu, daß für Deutschland der Weg zu einer Besserung der Wirtschaftsverhältnisse geebnet sei. Die schwankende gestrige Neu- Yorker Börse konnte keinen Eindruck machen, zumal die hiesigen Geldmarktverhältnisse unverändert günstig waren. Gegenüber der gestrigen Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Dividende an. - Neichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. I Äi S Ä S. Ä3191457 206787 2 .u 6000 ®. 316167 ^0 45141 68694 146138 Geld 16,40 167,78 21,97 111,48 59,02 2,485 112,15 80,58 61,53 12,37 73,01 Berlin, 28. Aug. Die heutige Börse stand nach der Einigung im Haag und dem Zustandekommen des Kompromisses zwischen den Gläubigerstaaten vor einer vollständig veränderten Situation. Schon im Vormittagsverkehr konnte man seitens der Spekulation Deckungs- und Ruckkaufneigung beobachten und zu Beginn der offt= ziellen Börse lagen dann auch Kauforders der Provinz und des Auslandes vor. Wie groß diese waren, läßt sich nicht genau feststellen, denn es war bei den erzielten Kursgewinnen zu berücksichtigen, daß einmal die Reports hinzukamen anderseits das Kaufinteresse auf leere Märkte und fehlendes Angebot stieß. Natürlich führte man auch andere Momente zur Begründung der Aufwärtsbewegung an. So verwies man auf die guten E i s e n b e r i ch t e , auf die höhere Kohlenförderung im 3uh, auf die zuversichtlichere Stimmung an der Lei p- ziger Herbstmesse, auf die viermonatige Ve rlängerung der Reichsschahanweisung, auf eine Meldung von einer bevorstehenden Zulassung deutscher Werte in Pa r i s usw., doch blieb das Hauptmoment die politische Entspannung. Bei manchmal sogar vielleicht als halbiert zu bezeichnenden Kursen betrugen die Gewinne nach Abzug des Reports im Durchschnitt 2 bis 4 Prozent und bei einigen Spezialwerten Ö bis 8 Prozent. Von den beiden heute erstmalig per Termin gehandelten Papieren Dank für Drauindustrie und Hotel-Detriebsgesellschaft gewannen besonders letztere gegen gestern ganz erheblich (plus 6,5 Prozent). Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer überwiegend schwächer. Pfandbriefe gut gehalten, teilweise fester. Der Geldmarkt war unverändert leicht. Tagesgeld 5 bis 8 Prozent, Monatsgeld 9,25 bis 10,50, Geld über Ultimo 9 bis 10 Prozent, Warenwechsel ohne Umsatz. Infolge der hohen ersten Notierungen zeigte sich im Verlaufe bei der Spekulation Neigung zu Gewinnmitnahmen, und die Kurse bröckelten meist ab. Dann setzte sich aber eine festere Welle durch, die außer von eintreffenden Orders durch Meldungen von festeren Auslandbörsen getragen wurde. S t ö h r K a mmgarn lagen, da infolge guter Beschäftigung eine Einführung von Doppelschichten notwendig ist, 2 Proz. über Anfang. Auch Reichsbank konnten erneut 2 Prozent anziehen, und Polyphon auf die feste Haltung der Grammophonwerke in London plus 4 Prozent. Obwohl auch 'im späteren Verlaufe die Stimmung allgemein freundlich blieb, wurde die Kursentwicklung bei nachlassendem Geschäft uneinheitlich. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. Aug. Der Produktenmarkt verkehrte zum heutigen Hauptmarkt in sehr ruhiger Haltung bei etwas freundlicherer Grundstimmung. Das Geschäft war nach wie vor sehr klein, namentlich das Mehlgeschäft schleppend. Die Preise sind unverändert, nur Weizen gab eine Kleinigkeit nach und Weizen- und Roggenmehl tagen etwas niedriger. Es wurden notiert: Weizen 25.40; Roggen 20.10 bis 20.25; Sommergerste für Brauzwecke 22; Hafer, inländischer (alt) 20; Hafer, innländischer (neu) 19 bis 19.50; Mais (gelb) 21; Weizenmehl, südd., I Spezial 0, 38,50 bis 39.50; Roggenmehl 28.75 * Prolongation der 145 Millionen Reichsschatzanweisungen. Wie WTB.- Handelsdienst erfährt, sind die seinerzeit von dem bekannten Bankenkonsortium Übernommenen 145 Millionen Mk. Reichsschatzanweisungen, die am 30. September fällig werden, zum Lombardsatz der Reichsbank (81 v.H.) für vier Monate prolongiert worden. * Die Vorgänge bei der Frankfurter Allgemeinen. Von der Frankfurter Iustizpressestelle wird mitgeteilt: Die m verschiedenen Zeitungen angekündigte Strafanzeige einer Berliner Gruppe von Aktionären ist bisher bei der Staatsanwaltschaft in Frankfurt a. M. nicht eingegangen. Der Staatsanwaltschaft liegen überhaupt keine Anzeigen vor, aus denen bestimmte Tatsachen sich ergeben, und aus denen sich Anhaltspunkte für den Verdacht einer strafbaren Handlung entnehmen lassen. Die Staatsanwaltschaft arbeitet mit Unterstützung durch die Polizei an der Aufklärung der Sache. Sie steht dabei in engster Fühlung mit allen Stellen, die mit der Prüfung des Status der iFrankfurter Allgemeinen sowie ihrer Tochtergesellschaften und an der Prüfung der außerordentlich unübersichtlichen und verwickelten allgemeinen Geschäftslage des Konzerns beschäftigt sind. Erst wenn die mit größter Beschleunigung im Gange befindlichen Arbeiten zu einer gewissen Klärung geführt haben, wird sich voraussichtlich zeigen, ob ein greifbarer Verdacht für bestimmte strafbare Handlungen besteht, welcher Art diese strafbaren Handlungen sind und wer von den Beteiligten als strafrechtlich Verantwortlicher in Betracht kommt. — Nach dem Direktor der Südwestdeutschen Bank, A. - G., Sauerbreh, der sich durch seine Flucht besonders verdächtig gemacht hat, wird energisch gefahndet. Die Mitteilung eines Frankfurter Berlin Schluß-! Ansang- 8ur» I Kurs Ruhige Geschästsentwicklung bei den Banken. Monatsbilanzen der Danken lassen erkennen, daß das Geschäft im Juli, nachdem auch die letzten Auswirkungen der Restriktionsmaß- nahmen aufgehört haben, wieder eine normale Entwicklung genommen hat. Wie die Ziffern der Bilanzen zeigen, stand das Bankgeschäft im Zeichen der saisonmäßigen Stille des Sommers und infolgedessen einer auf allen Konten sichtbaren Entspannung. Die Bewegung auf den Hauptkonten war daher im Juli durchweg geringer als im Juni, weil eben die Kundschaft weniger Geld brauchte. Wenn sich trotzdem die Debitoren gesteigert haben, so liegt das daran, daß vor allem der vormouatliche Rückgang einen Ausgleich gefunden hat, die Steigerung geht sogar etwas darüber hinaus. Die Kreditoren weisen auch wieder eine Steigerung um einige 70 Mill. Mark auf. Vergleicht man die Debitorensteigerung mit derjenigen der Kreditoren, so ergibt sich, daß nur die Halste der Steigerung an Debitoren einer Zunahme der Kreditoren auf der anderen Seite entspricht. Auffällig ist der Rückgang von Reports und Lombards/ besonders von Reports, die gerade bei den Großbanken eine Abnahme unter die 400-Millionen-Grenze erfahren haben. Man sieht also, wie stark das Börsengeschäft stagniert. Vorschüsse aus Waren und Warenverschiffungen hoben sich aus der Höhe des Vormonats gehalten, Steigerungen auf diesem Konto bei einigen Banken stehen geringe Abnahmen bei anderen gegenüber. Bemerkenswert ist noch an Einzelheiten aus dem ruhigen und normalen Gesamtbild die Verschiebung in den Einlageterminen der Depositengelder. Die Kundschaft hat anscheinend infolge ihres mit der Geschäftsstelle zusammenhängenden geringen Geldbedarfs ihre täglich fälligen Gelder, die nur mit 4 bis 5 Proz. verzinst worden sind, in Einlagen mit länger befristeten Terminen umgewandelt; zum Teil werden aber auch in der etwa 350 Millionen betragenden Vermehrung der Einlagen mit mittlerem Termin ausländische Geldzuflüsse stecken. Die Abnahme der täglich fälligen Gelder beträgt allein bei den Großbanken mehr als 200 Millionen, auch die Fälligkeiten über drei Monate hinaus zeigen eine ziemlich erhebliche Abnahme. Das Schatzwechselkonto der Banken zeigt im ganzen eine wefentliche Entlastung, was wohl auf die eingetretenen Fälligkeiten zurückzuführen ist. Die Liquidität hat eine leichte Verschlechterung erfahren, was auf die Verringerung der sofort greifbaren Mittel zurückzuführen ist, die wiederum mit dem stillen Verlauf des Geschäftes zusammenhängt. Letzte Nachrichten. Empfangsvorbereitungen in Aeuyork. Neuy o rk. 28. Aug. (2BIB. Funkspruch.) Die Blätter heben die Begeisterung hervor, mit der der „Graf Zeppelin" in LI Paso begrüßt worden ist. Seit den Tagen des Waffenstillstands sei dort ein solcher Jubel nicht mehr gehört worden. Jür den Empfang Dr. Lckcners in Neuyork ist der Freitag vorgesehen. Wan plant ein umfassendes Programm, in dem der Triumphzug durch die Stadt, wie im Falle Lindbergh und der „Bre- men“-5liegcr nicht fehlen wird. 3n Kreisen der Deutsch-Amerikaner plant man die Ueber- reichung einer Ehrengabe, die die wissenschaftlichen Zeppelinflüge ermöglichen soll. Wan erwartet, daß das Luftschiff am Wittwoch ifm 8 Uhr abends in Lakehurst eintreffen wird. Bei der Begrüßung wird das Warineamt durch Konteradmiral Latimer, den Kommandanten der Werft von Philadelphia, vertreten sein. Verantwortlich für Lokales: i. V. Dr. Thyriot. Datum 5% Dl. Rcichsanleihe v. . • Dl. An!..Ablöi.-Schu1d mit AuS- lol.-Rechlen Teögl. ohne Auölol.-Rechle . . . 7% Franks. Hyp.-Bk. Goldvs- un- kündbar bis 1932 *y2% Rheinische Hyp^Bank Liqu.- V.E.G. nbfl. Vorkrieos-Obligation., rückzahlbar 1932 ....... 4% Schweiz. BundeSb.-Anl., . . 4% Oesicrreichische Goidrle.. . . 4,20% Cefterr. SUberrle 4% Oesterreich, einheitl. Rte. - - 4% Ungarische Goidrle 4% Ungarische SlaalSr. v. 1910 . 4y,% bWßl.Don 1913 4% Ungarische Kronenrle 4% Türk. Zollanieihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., Serie I 4% bcigL Serie II 4% Rumänen converi. Rte. . . . Rumänen Goidanl. von 1913 itranlfurt a M. Schlub- ffute i-Uhr Kur» 27-8. 28.8. Vtiuer veil 3 liraulsutt a > . japiCLKll unytn Berlm Schluß-! i-Uht Kure Schluß-! Anjang. fiur-5 | Kurs 1 Kur? 27-8. 28.8. 27 8. 28.8. 87,25 — 87,fe — 52 52,4 52,1 52,3 10,8 11 10,8 11 85,5 — — — 78 — - — 86,5 — — — Franksiin a M. Berlin Schluß»! i-Ufir Schiuß-j Anfang. KurS 1 Kurs Kurs | Kurs Datum 27.8. 28-8. 27.8. 28 8- Philipp Holzmann .... . 7 104 — 104 107 Heidelberger Ce ment .... 10 131 131,5 Gement Karlstadt..... . 8 185 — — Wayß 4 Freitag...... 10 100 100 100 — Schultheis Patzenhoser . . . Ostwerke......... Ber. Glanzstoss...... 15 12 18 14 390,5 — 290 228,75 387,25 301,75 291,5 237 394 308 Zellstoff Waldhof..... 12 — 237 233,25 236,5 Zellstoff Aschaffenburg . . . (Charlottenburger Waller . . Dessauer Gas....... Daimler Motoren..... 12 . 7 . 8 . 0 153,25 51,5 5 1 11 105,75 188 51,65 109 194,5 53 Deutsche Maschinen-Fabrik . . 0 — — 54,5 — 45,5 45 44 195 198,5 194,5 198,25 231 225 230 — 170 166,25 171 206 210 204,25 210 140 143,75 139,75 142,5 208 214,5 206,5 214 — — 141,75 — — — 150 151 — — 172,5 181 .23,5 228,5 221 229 383,25 373 383,13 — — — 146 171 — 170,25 — _ 76,5 74,25 — — — 112 116 — — 141,75 144,5 137 140.5 136,5 140,5 148 — 147,25 151,75 — 133 137,25 213,5 — 215 — 113,5 117,25 113 116 130 134 118 122,75 117,75 122,75 136,25 137 — — — 86,25 — — 103 106 107,75 111 107 111 281 — 279 283,25 129,5 124,25 131 — — — — 118,5 121 117,75 121 66 64,25 66,13 229 275,25 227,25 235 234 240,5 232 242 — 383 I 395,5 218,25 222,5 216,25 I 222 — — — — 148 149 — 74 —— 73,75 — 81 83,9 80 9 84,13 '24 — 123,c — 27. August 28. August Amtliche flotierun Geld 1 Brie Amtliche Notierung Geld | Bries 168,13 168,47 168,08 168.42 1,758 1,762 1,759 1,763 58,33 58,45 58,335 58.465 111,69 111,91 111,70 111,92 111,67 111,89 111,66 111,88 112,35 112,57 112.34 112,56 10,54 10,56. 10.539 10,559 21,945 21,985 21,935 21,975 20,337 20,377 20,335 20,375 4,1955 4,2035 4,195 4,203 16,41 16.45 16,42 16,46 80,76 80,92 80,735 80,895 61,69 61,81 61.66 61.78 1,956 1,960 1,960 1,964 0,4975 0,4995 0,497 0,499 59,08 59,20 59,075 59,195 12,427 12,447 12,425 12,445 7,370 7,384 7,368 7,382 73,17 73,31 73,175 73,315 3,032 3,038 3,032 3,058 18,80 18,84 18,81 18,85 81,33 81,49 81,35 81,51 2,001 2,005 2,000 2,004 5,425 5,435 5,433 5,443 4.166 4,174 4,164 4,172 4,106 4.114 4,101 4,109 20,855 20,895 20,86 20,90 Berlin, 27. August Geld «rief 2lin|’r'tnniirlii flöten..... 4,173 4,193 Belgische Noten ........ 58,21 58,45 ^nnilrflP Noten ........ 111,43 111,87 Englische Noten........ 20,322 20,40?