Donnerstag, 28. März 1929 179. Jahrgang Nr. 74 Erster Blatt 1 st! ’ei und t Orientreife wieder aufnehmen wird. gen, — über dem Westtor in den A 9.40 Uhr wurde das Luft schiff - tine 2'30 1.60 1.60 1.50 1.30 0.60 k Kreu-'P'»116 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 °/0 mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den An« zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Bietzen. London. 28. März. (IDIB. Funkspruch.) Der Pariser Korrespondent der „Times" meldet: Die Stockung der Arbeit des Sachoerständigenausschusses am Montag war nicht aus ein unbefriedigendes deutsches Angebot, sondern aus einen unerwarteten Schritt auf alliierter Seite ;u- rückzusühren. Als die allgemeine Erörterung begann, wurde eine Anregung gemacht, die ein neues Licht auf einige der alliierten Vorschläge warf und weitere Erwägungen wünschenswert machte. Dr. Schacht hat bis zur Stunde noch keinerlei offizielles Angebot gemacht. Der Korre- spondent führt weiter aus: Man muh berücksichtigen, dah das Hauptproblem nicht b l o h um Zahlen geht. Die Annehmbarkeit jeder Gesamtsumme schwankt mit den Bedingungen, unter denen sie angeboten wird. Jede Vorkehrung zum Beispiel, die es ermöglichen würde, allmählich deutsche Zahlungen von der bedingten in die unbedingte Kategorie hinüber- i Friedrichshafen, 28.März. (MTB.Funkspruch.) Rach den während des gestrigen Tages vom Luftschlft „Graf Zeppelin" eingegangenen Funksprüchen, hat das Lustschiss, das gestern früh Fahrtrichtung auf Konstantinopel hatte, über- raschenderweise seinen Kurs geändert und um 9 Uhr morgens die Stadt Athen zum zweiten Male überflogen. Der gesamte Verkehr in der Stadt und das ganze öffentliche Leben standen eine Viertelstunde lang still. Alles starrte gebannt auf das Luslwunder. Der Eindruck war gewaltig, das auf der Akropolis zusammengedrängte Volk brach in begeisterte Hochruse aus, als das Luftschiff in Richtung auf das Adriatische Meer in der Ferne verschwand. Um 12 Uhr mittags passierte der „Graf Zeppelin" die Insel Korsu und um 4 Uhr nachmittags die südslavische Stadt R a g u s a an der dalmatinischen Südküske. Die Hauptstadt Belgrad erwartete das Luftschiff am Nachmittag. Eine große Menschenmenge schaute in die Richtung, aus der der „Graf Zeppelin" kommen sollte. Flugzeuge kreisten in der Lust. Um so gröher war die Enttäuschung, als gegen 4 Uhr bekannt wurde, dah das Luflschifs seinen Kurs geändert habe und über Dalmatien und Kroatien nach Wien fliegen würde. Um 7.30 Uhr befand sich der „Graf Zeppelin" hundert Kilometer südlich von Agram über der Ortschaft Biac. Um 10.53 Uhr erschien es über dec ungarischen Stadt Kapo so ar, über der es einen Halbkreis beschrieb und aus die zahlreichen Zuschauer seine Scheinwerfer richtete. Radiogrüße an die Wiener. Wien, 28.März. (TU.) Um 1.15 Uhr rief die österreichische Sendestelle Ravag den „Graf Zeppelin" an. Um 1.46 Uhr erwiderte „Gras Zeppelin : „hier Luftschiff „Graf Zeppelin". Wir haben sehr gut verstanden, hier ist der Funkleiter am Apparat. Es ist etwas spät geworden, wir be- sinden uns In der Gegend zwischen Neusiedlersee und Prehburg. Es dürste noch eine halbe Stunde dauern, bis wir über Wien sind, da wir ff a*V f e n Gegenwind haben. Die Passagiere sind schon alle schlafen gegangen, bis auf einige Pressevertreter, die soeben wieder Butterbrote bestellten. „Graf Zeppelin" nach glücklich beendeter Mitielmeerfahrt glatt gelandet. 4 Solange es Wahlsitten gibt, ist es sicher noch , ule i len, würde den wert eines bestimmten nicht so gesittet zugegangen, wie an diesem Palm- Anaebotes abändern sonntag in Italien. Richt so ruhig, so mtlttarcsch tX-t "ch WW M einige nörgln- gene Zahlungsbedingungen noch oerbesserungsfagig heute die Hauswändc über und v rr sind, und mit ihnen sind die alliierten Delegationen mit Wahlaufrufen sich bekriegender Parteien be- gegenroärtig beschäftigt, da keine Seite ein schmiert, und in den Kulturländern, die noch bestimmtes Angebot gemacht hat, ist auch unter der saszistischen Epoche stehen, soll es die Annahme nicht berechtigt, dah die Aussichten für gelegentlich noch wilder hergehen. Wie anders ein erfolgreiches Ergebnis geringer sind als in der dagegen die neue Zeit! cic kennt nu r n och vorigen Woche. Aber Privatbesprechungen, die sich eine Part et, nur noch c tne n 'aBabllrct«, unbegrenzte Seit In die Eänge ziehen. -Eten E noch Z—s^t 2a, ,a und dr«.. möglicherweise das bisher Erreichte wieder zunichte ^age- und wochenlang regnete es Si auf das machen. Daher nähert sich der Augenblick, wo der Land, die Apenninenhalbinsel selber wurde in Vorsitzende des Ausschusses oder eines seiner süh- den Zeichnungen zu einem S und das Liktoren- tenben Mitglieder es wünschenswert sinden wird, bündel daneben zu dem i. So viele Fenster, so diesem Stadium ein Ende zu machen und in einer viele Si. Die Autos zeigten es auf der Wind- Vollsitzung des Ausschusses um ein enbgülfi- scheibe dte samten auf der Muhe, und wenn roicb aber f^ wer hd) oor Oftern e.ntreten, s. J Sogar die Balilla stellten sich in den Dienst vtelleichl Überhaupt nicht. ber begeisterten Iasagerei. Das große Za! Don unserem römischen ti-Korrespondenten. 1 Rom, 27. März. Würstchen iarInlai!fi25 aarlnhal 6.25 aar Inh. 12-2U i'i pfund 0.36 .7 Pfund 0.45 17 pfund 0.40 i/‘ pfund 0.30 11 pfund 0.24 i pfund 0.40 7 pfund 0.38 278"* Das Oster-Weekend der Reichsminister. Berlin, 27. März. (Priv.-Tel.) Obwohl in der Politik wenig österliche Stimmung vorherrscht, werden dock eine ganze Reche von Mitglieder des Reichskabinetts die Gelegenheit wahrneh- men über Ostern eine kurze Crholungs- r ci’fc anzutretcn. Allerdings ist der Ehef der Reichsregierung, Reichskanzler Muller, dessen Krankheit doch ernsterer Ratur zu sein scheint, als man bisher annahm, gezwungen auch während der Feiertage d a s B e t t 3 u h u t e n. Der R e i ch s a u h e n m i n i st e r wird noch u»er Ostern an der Riviera verbleiben, er hat aber seine Rückkehr schon für die Tage nach Ostern angekündigt. Der ReichsiustizmiNister Koch hat Berlin bereits vor einigen Tagen verlassen, um in Meran Erholung ö" suchen. Er wird etwa am 10. April wieder nach -Vertin zurückkehren. Reichssinanzminister Hilf er ding sucht von der Streichungsarbeit nur in der nahe- ren Umgebung Berlins Erholung. Er verlayt heute abend für fünf Tage die Reichshauptstadt zu einer kurzen Weekendfahrt in die um- gebung. Der Reichsarbeits Minister be- gibt sich über die Osterfeiertage, wie er fagt, in die frische Luft. Reichsinnenminister S e v e r i n g hat Berlin ebenfalls bereits verlassen und wird erst am 9. April wieder zuruck- kehren. Die Reichsminister Dr. Eurtius, Dr. ®roenc.t und Dietrich werden in Berlin verbleiben. Der Gian- -er pariser Konferenz Noch kein offizielle«! Angebot der deutschen Sachverständigen. Radio Wien erwiderte: „Die Ravag und die Hunderttausende von Hörem, die diesem Gespräch zuhören, senden dem Kommandanten, den Passagieren und der tapferen Besatzung, der es vergönnt ist, den lebenden Beweis der deutschen Schaffenskraft der ganzen Welt vor Augen zu führen, den herzlichsten Willkommens- grub. Die österreichische Bundesregierung begrübt den „Graf Zeppelin" auf seiner Fahrt über Oesterreich und beglückwünscht ihn zu diesem groben Erfolg der deutschen Technik. Der Wiener Bürgermeister begrüßt den „Graf Zeppelin auf das herzlichste und beglückwünscht ihn besonders zu seiner erfolgreichen Fahrt." Dr. Eckener, der die Fahrt wegen des starken Gegenwindes persönlich leitete und daher die Brücke nidit verlassen konnte, lieh für die 'Begebungen öen herzlichsten Dank übermitteln. Ferner übermittelte Radio Wien noch eine Bc- grübung des österreichischen Aeroklubs an fein Ehrenmitglied Dr. Eckener und eine Degrübung des österreichisch-deutschen Bolks- bundes, der den Reichstagspräsidenten Löbe und die übrigen an Bord befindlichen Bolksvertreter bat, die brüderlichen Geste an Deutschland zu überbringen. Am Stephansplah hatten sich bereits um 2 Uhr Hunderte von Menschen cingefunöen, um die Dorbeifahrt des „Graf I Zeppelin" zu beobachten. Karfreitags-Gedanken. Das große Geheimnis des Todes hat der Menschheit von jeher Furcht und Grauen ein« geflößt. Die religiöse Lebensauffassung bemüht sich, ihm einen Sinn zu geben und Leben und Tod als die zwei zueinander gehörenden Pole desselben großen Weltgeschehens hinzustellen. Jesu Opfertod, dessen nicht nur die gläubige Christenheit, sondern jeder tiefer veranlagte Mensch am Karfreitage gedenkt, ist ein Symbol für einen der ganz großen Menschheilsgedanken. Der Sinn des Lebens kann nie in einem schrankenlosen, sich selbst genügenden Individualismus gefunden werden. Die Pflichten, die der verantwortungsbewußte Mensch anderen gegenüber empfindet, der Familie, dem Stande, dem Bolte und schließlich der Menschheit gegen- über, sie sind es, die dem Leben Smn und Inhalt verleihen. m . Gerade in einer Zeit, der das Bewußtsein dieser Schicksalsverbundenheit praktisch verloren gegangen ist, die von Menschentum und Bolk^ qemeinschast zwar viel redet, aber tatsächlich einen rücksichtslosen Individualismus und Egoismus züchtet, gerade in einer solchen Zeit könnte die Besinnung auf den großen Gedanken des Opfers die Grundlage für eine neues, wirkliches Zusammengehen schaffen. Aber eines darf man nicht vergessen: em englisches Sprichwort heißt: „Charity begins at stowe". Die Liebe zum Nächsten beginnt mit der Fürsorge für diejenigen, die einem am nächsten stehen. Nur wer auf diesem festen Boden steht, kann sich mit innerer Berechtigung daran machen, für größere Ziele zu wirken und sich einzusetzen. Deshalb ist es grundsätzlich falsch, seine eigene Familie, sein eigenes Volk zu vernachlässigen, um wirklicher oder vermeintlicher höherer menschheitlichen Ziele willen. „ , , Die Menschheit ist schließlich nur em ab« ftratter Begriff. Seine lebendige Wirklichkeit erhält er durch dic Vielheit der wirklich vorhandenen Mensch-, i und Völker. Die Romantiker haben es so ausgedrückt, daß das weiße Licht des reinen Menschheitsgedankens durch die Vielheit der bunten Farben des wirklichen Lebens entsteht. Dieses weiße Licht aber wird getrübt und kommt nicht mehr rem zur Geltung, wenn eine dieser Farben verdunkelt w,rd ober ausfällt. _ . Deshalb ist es zunächst die große Ausgabe jeder einzelnen Gemeinschaft, sich selbst durchzusetzen. Erst wenn sie diese»- Pflicht genügt hat, darf sie daran denken, auch für andere emzu- stehen und zu foraen. Daß es habet im Leben ber Völker und Staaten Nicht ohne Konflikte abgeht, scheint ein historisches Entwicklungsgesetz zu sein. Aber nur das Volk, das den großen Gedanken des O p f e r s in sich aufge- nommen hat und das noch imstande ist, über die täglichen Sorgen hinaus den Blick zu richten auf feine großen menschheitlichen Aufgaben, nur das Volk wird vor der Geschichte bestehen. Oftmals hat man sich darüber gewundert, wie es möglich war, daß das Kreuz auf Golgatha eine so ungeheure Wirkung auf die Menschen durch Jahrtausende hindurch ausüben konnte. Die Tat des Opfers für eine große menschheitliche Idee war es, die solche Wirkungen auslöste und immer wieder aus- lösen wird, solange noch Menschen auf dieser Erde sind, die den Sinn für Unvergängliches noch nicht verloren haben. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag«. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblättrr Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 Wochen : 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger riehen, poftfchecttonto: Sranffurt am main 11686. gen, — uutu uciu u-nt.v. ... Zeppelinschen Paris, 28. März. (WB.) Dic Kammer hat Hausfarben, über dem Offlor in den Reichsfarben. gestern nachmittag die ersten der neun Geseh- Der wind gehl ziemlich heftig aus Nordost.^m entwirrte zur W^c d e r zu la H u ng v onj eli- Lu flschiff Hafen gesichtet. Um 10.17 Uhr ist A^Reg^rung ra^09rtaMiyung dreimal der „Graf Zeppelin" nach ungefähr vlftun- un^ jn j>cr Rachmittagssihung viermal gegen bie diger Fahrt glatt gelandet. Abänderungsanträge der Sozialisten und Radi*, -- - I kalen die Vertrauensfrage gestellt- MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfilütr-Vuch- und Ztelndruckerei H. Lange in Sieden. Zchnftleitung und Gefchäflrstelle: Zchulstraye r. Ein No hat kein Sterblicher gesehen. Gin derart geschmücktes Auto hätte wohl auch mit 100 Pferdestärken und Kompressor nicht länger standgehalten als ein zerbrechliches Rein-Fenster. Bon den Gegnern meldete kein Lied, kein Heldenbuch, sie hatten nicht eine Zeitung, nicht ein Versammlungslokal, nicht einen Redner zur Verfügung. Sie konnten der übermächtigen ftaat- Reichstagspräsident Loebe richtete liehen Propaganda höchstens ein verschwiegenes, warme Worte der Degrüstung an die Wiener und dreimal zusammengefaltetes Rein durch den an die gesamte österreichische Bevölkerung. Er Stimmzettel entgegenwerfen. Das sollte man sprach dabei das Bedauern aus, daß infolge der billig berücksichtigen, wenn man nun den faszistiwidrigen Wetterverhältnisse das Luftschiff i n schen Sieg feiert. Andererseits must der Un- nachtschlafener Zeit nach Oesterreich gc- parteiische darauf aufmerksam machen, dah da« kommen sei, doch hoffe er, dast der „Graf Zeppe- „Plebiszit" gar keine Wahl im herkömm- lin" den Wienern bald auch einen Besuch bei lichen Sinn sein sollte, sondern ein B c - Tage abstatten werde Der Minister a. D. kenntnis zum Faszismus, zum Duce. H e i n d l brachte auf drahtlosem Wege den Dank Vergleiche man allo nicht einen transalpinen der österreichischen Radiohörer zum Ausdruck, Wahltag mit dem italienischen consenso. daß der „Graf Zeppelin" auf seiner Fahrt Wien TaS große Zu, das Mussolini haben wollte mit besonderen Lus tgrühen bedacht und selbstverständlich bekam, galt nur f o r - habe, worauf Hofrat Stern noch die Grüße des mell der vom Großrat zusammengestellten Liste österreichisch-deutschen Volksbundes übermittelte, der vierhundert Abgeordneten für die neue Kam- ~ M mer, eine Liste, die im Block angenommen oder „{Rrdf '«Dütlltl Über xßictl* verworfen werden muhte, in Wirklichkeit sollte T; _ ,, .. - einmal statistisch gezeigt werden, wievielGeg- Dien, 28. Marz. (DTB. Funkspruch.) Dao beä Liktorenbündels sich noch im Lande Zeppelinluftschiff hat um 2.30 Uhr die ö ff e r - aufhalten. Das sind nun überraschenderweise dock) reichische Grenze in Richtung Preß- mehr, als der Wahlmodus vermuten ließ. ..nh 3 Uhr hip stahl Rämlich 136198 Männer, eine Zahl, die gegen bürg passiert und um 3 Uhr die Stad« ochtcinhalb Millionen Staatsgläubigen ver- wien überflogen. Die Ankunft des Luftschis- schwindet, als Keherzahl aber ihre Bedeutung fes wurde aus dem Türmerzimmer des Stephans- hat. Auch die Faszisten waren ja um diese Zeit domes durch Lautsprecher der mehrlausendköpfigen vor zehn Jahren nur ein winziges Häuflein, eine mengc. Me ,r°h »« Wn» auf »em W- S—. S£ platze ausgeharrt hatte, verkündet. Als der „Graf denkbar, daß sich die Gegner sammeln, vcr- Zeppelin" etwa in 4 0 0 Meter höhe an der mehren und auf Rom marschieren — praktisch lichterstrahlenden Gondel deutlich erkennbar in lang- ist baö jedoch gänzlich unmöglich. Dürfen doch famee 5ahr. »ahmz-g »e» stürm.fche heil- und Hochrufe das Luftschiff, bis es als- n^it. die Gründe für ihre Absage anzugeben, bald in westlicher Richtung den Blicken entschwand. es auch nur unter dem Schuh der parlamen- Dlc Tatsache, daß der „Graf Zeppelin" die Stadt tarischen Immunität. Und das ist der große Wien »-.nach, überHog. wurde »er WZeuec Bevölkerung, die den Augenblick mit Begeisterung unb toarum Unzufriedenheit herrscht, erwartete, mit lebhaftem Bedauern empfunden. Wer sind die 23 000 Gegner in Mailand, dec . Wiege seiner Herrschaft? Wo stecken die 8000 von Wieder OUT deutschem Bodeu. Genua? Wer verbirgt sich hinter den 2800 in Dozen? Wie ist überhaupt die Abgabe von Friedrichshafen, 28. März. (WTB.- Stimmzetteln, die durch ihre Farblosigkeit so Viel- Funkspruch.) Rach dem Ueberfliegen Wiens dreht sagend von den patriotisch leuchtenden abstachen, der „Gras Zeppelin" an der Donau entlang dem erklärlich, wenn doch bia Wähler, wie man liest, Heimathafen zu. 5 Uhr morgens wurde die H n geschlossenen Formationen, mit Stadt Linz a. d. Donau überflogen. 6.52 Uhr be» entfalteten Fahnen und unter dem Gesang der fand sich das Luftschiff wieder auf reichsdeut- saszistischen Hymne vor die Urne zogen? Da nur schein Gebiet und zwar über der oberbayrischen der Arbeitende stimmberechtigt war und Stadt Mühldorf a. Inn. München wurde um alle Arbeitenden f a s z_i st i s ch organisiert 7.40 Uhr bei leichtem Regen überflogen. Bei dem sjnd. bleibt nur die natürliche Annahme, daß dunstigen Wetter und den tiefhängenden Wolken auch viele Faszisten mit Rein stimm- war das Luftschiff nur in seinen Umrissen sicht- t e n, nicht so sehr natürlich gegen das Regime, bar. 8.25 Uhr befand sich der „Graf Zeppelin" als gegen die Liste. Man muß bedenken, daß über Augsburg und nahm direkten Kurs auf durch die von Zeit zu Zeit stattfindenden Säube- Friedrichshafen. rungsaktionen in den Reihen der Schwarzhemden , _ . , M l - so mancher erbitterter Feind entsteht, der aus Die Landung in Friedrichshafen mb womöglich sein Abzeichen zur Schau trägt. Nach einundachtzia Ltunden Fahrtdauer. Unter den Faszisten war die Begeisterung int , , . , allgemeinen jedoch beispiellos. Mussolini sel- Friedrichshafen, 28. Marz. (DTB. Funk- 6 c v xi-schjen als einer der ersten in aller Herr- spruch.) Aus Grund der letzten Pofilionsangaben gottssrühe an der Urne, Neunzigjährige schlepp- des Luskschlsfes rechnete man man im Luftschiffbau ten sich heran. Gelähmte ließen sich tragen, nicht Zeppelin damit, daß der „Graf Zeppelin" um fehlten - nun ist alles geeinigt unter öem 2if- 9 30 Uhr über Friedrichshafen eintreffen würde. Die torcnbünöel bie Mitglieber bes königltchect Kbfperrmannfcfzaften »et Sdjulzpollzei fin» auf Last- Saufei un» dre CButöenttagct »et Kirche, wagen im Werftbereich eingetroffen und die Kino- Photographen stehen in Beresifchaft Der Himmel QuCafflltKl btV telifliÖfetl ist bei trockener Witterung leicht bewölkt. Die " r ' Sicht ist gut. Auf der großen Halle, die den L.Z. 127 OtOeft M !?rONkr(lch. ; nach dem baldigen erfolgreichen Abschluß seiner . ..... ..7 wehen Flag. Pvincare ftellt hie Bertrauenssrage. hatte. Die Abändcrungsanträge bezogen sich vor allem auf die Kontrollrechte der Regierung über die zugelasscnen Ordensgesellschaften, über den Vermögensübergang u. a. m. Ruch in einer Rachtsihung, die kurz nach Mitternacht zu Ende ging, konnte die Beratung der Kongregationsvorlage noch nicht beendet werden. Dis jetzt sind die Gesetzentwürfe über 8 Missionsgesellschaften verabschiedet worden. Heute nachmittag soll über die neunte und letzte Missionsgesellschaft und über die Diözesanen beraten werden. Der Ministerpräsident und der Innenminister Tardieu griffen mehrmals in die Aussprache ein, an der sich auch der ehemalige LInterrichtsminister Herriot lebhaft beteiligte. Die Aussprache betrifft hauptsächlich Organisationsfragen und das Problem, inwieweit fich die neuen Gesetze von der Dorkriegslaien- gesehgebung unterscheiden. Die englischen plane in Ostafrika. Ter Raub des Mandatsgebiets. London, 27. März. (WB.) 3m Unterhaus erklärte der Staatssekretär für die Kolonien, A m e r y , es sei beabsichtigt, den ständigen ä.lnterstaatssekretär für die Kolonien, Sir Samuel Wilson, so rasch als möglich nach Oft» afrika zu entsenden. Cs werde seine Aufgabe sein, dort den empfohlenen Plan eines engeren Zusammenschlusses von Kenya, Tanganhika und Llganda und etwa wünschenswert erscheinende Abänderungen der Empfehlung des ostafrikanischen Komitees sowohl mit den interessierten Regierungen, wie auch mit den die verschiedenen interessierten privaten Kreise vertretenden Körperschaften zu besprechen und zwar mit dem Ziele, festzustellen, wie weit es möglich sein werde, die Grundlage einer allgemeinen Einigung zu finden. Ebenso werde es Wilsons Aufgabe sein, festzustellen, auf welchen Grundlinien der Plan für einen engeren Zusammenschluß verwaltungstechnisch durchführbar und auch in anderer Beziehung annehmbar gestaltet werden könne. Er werde über das Ergebnis seiner Besprechungen Bericht zu erstatten haben. Es liege auf der Hand, daß sein Bericht erst nach den Wahlen zum neuen Parlament vorliegen könne. Alle Borschläge über zu ergreifende Maßnahmen würden, soweit sie noch ins Tätigkeitsgebiet der derzeitigen Regierung fallen, dem Parlament unterbreitet werden. Durch Anfragen verschiedener Abgeordneter wurde festgestellt, daß Wilson keine Vollmacht haben werde, in irgendeiner Beziehung die englische Regierung festzulegen. Gemeinsames Sparprogramm der Weimarer Parteien. Ein Ultimatum an die Bolkspartei? Berlin, 28. März. (TU.) Wie die „®. QI. Z." erfährt, haben nach der Vertagung des Reichstags zwischen den Finanzsachverständigen der Sozialdemokraten, der Demokraten und des Zentrums Etatsbefprechungen stattgefunden und zu einer weitgehenden Annäherung dieser Fraktionen, sowie zum Entwurf eines gemeinsamen Sparprogramms geführt. Rach der „D. A. Z." soll der Plan bestehen, das Zentrum noch möglichst vor Verabschiedung des Etats in die Reichsregierung wieder aufzunehmen. — Die Deutsche Dolksp artei solle vor die Wahl gestellt werden, entweder das vereinbarte Deckungsprogramm mitzumachcn. oder endgültig aus der Regierung auszuscheiden. Das neue Deckungsprogramm sehe 18 0 Millionen Abstriche an der bisherigen Regierungsvorlage vor, darunter 40 Millionen am Verkehrsetat und 25 Millionen am Wehretat. Außerdem solle der Ansatz für die T a batst e u e r um 70 Millionen erhöht werden. SelWilsederAordmark-Vauern Berlin, 28. März. (Priv.--Tel.) Rach monatelangen Verhandlungen ist die Fleischwarenfabrik P. Rasch in Schleswig, ein Unternehmen mit einem jährlichen älmsatz von 3'/e Millionen Mark, in die Hände der unter dem Ramen Bauernhand A. - G. wirtschaftlich organisierten Bauernschaft des Kreises Schleswig übergegangen. Damit ist die Bauernhand A.-G. in der Lage, die gesamte Verwertung von Lebend- Vieh, Butter, Milch und Eiern im Interesse der Bauernschaft desKreisesSchles- w i g zu regulieren. Der Vorsitzende der neuen Bauernhand A.-G. M. T ö n n s e n teilt mit, daß die Beschaffung der notwendigen Barmittel (man spricht von 800 000 Reichsmark) nur dadurch möglich geworden sei, daß dem Plane vom Reichsernährungsministerium wie auch vom preußischen Landwirtschaftsministerium volles Verständnis entgegengebracht wurde. Die Not des besetzten Gebiets. Eine Denkschrift dcsOberPräsidenten Fuchs. WSR. Koblenz, 27. März. Wie bekannt, steht die Reichsregierung im Begriff, dem Reichstag eine Denkschrift über die besetzten Gebiete vorzulegen. Bezüglich des besetzten preußischen Gebietes ist die Denkschrift vom Oberpräsidenten der Rheinprovinz verfaßt. Oberpräsident Dr. h. c. Fuchs nahm heute Gelegenheit. die Denkschrift in einer Pressekonferenz der Oesfentlichkeit zu unterbreiten. Die Denkschrift weist einleitend auf die Folgen hin, die die E r - Dichtung von Zollgrenzen gegen das Saargebiet und Luxemburg und der Wegfall von Elsaß-Lothringen als Absatzgebiet für die Rheinprovinz hotte. Der von Reich und Staat zur Verfügung gestellte Grenzfonds von rund 12 Millionen Mark hat sich im Verhältnis zu der Länge der Grenze und zur Größe der Rot nur wenig auswirkcn können. Hierzu kommt die Ql b l c n - kung des Fremdenverkehrs vom besetzten Gebiet infolge des Person alaus - weis-Zwanges, der unvermeidlichen Betatzungszwischenfälle und der ausgebliebenen Revision der Ordonnanzen. Die Bäder können in- tolge der Rückwirkungen der ersten Besatzungs- iahre mit der Entwicklung im übrigen Deutschland nicht Schritt halten. Die Gemeinden haben durch die Verheerungen des Waldes und die Vernichtung des Wildbestandes und des Fischbcstandes durch die Besatzung ungeheuer gelitten. Die Landwirtschaft leidet unter Absatzstockung bei gesunkenem Ernteertrag. Der Das Rätsel auf Schloß Zannowitz. Das Geständnis oes Grafen Christian. — Ungeklärte Widersprüche. Neue Ermittlungen der Berliner Kriminalisten. 3 a n n o w i h, 27. März. (WTD.) Die bei der Untersuchung gegen den Grafen Christian Friedrich zu Sto.oerg-Wernigerode tätigen Schießsachverständigen haben heute morgen festgestellt, daß es sich bei dem Schuß, durch den der Graf Eberhard getötet worden ist, um einen sogenannten Flachschuß handeln kann, d. h. die Kugel hätte zunächst einen festen Gegen st and getroffen, von dem sie in der Richtung auf den Grafen Eberhard abprallte, den sie tödlich verletzte. Für diese Qlnnahme spricht allerdings vorläufig lediglich die Tatsache, daß die Ein- schußwunde zwei Zentimeter breit gewesen ist. Dagegen haben die Ermittlungen nach dem Gegenstand, an dem die Kugel abgeprallt sein soll, kein Ergebnis gezeitigt. 3n dem Mordzimmer hat sich nichts vorgefunden, was erlauben würde, die Annahme eines Prellschusses zu beweisen. Graf Christian hat zu seinem gestrigen Geständnis keine weiteren Erläuterungen gegeben: doch sieht man vom kriminalistischen Standpunkt feine Qlussagen als zumindest vorläufig zweifelhaft an, da nach Sachlage und nach der Schußrichtung zu urteilen, das Gewehr, aus dem der Schuh abgegeben worden ist, nicht auf dem Tisch gelegen haben kann. Der Schuh hätte sonst durch die Rückwand des Sofas gehen müssen, auf dem Graf Eberhard sah. Also nimmt man vorläufig noch an, dah Graf Christian Friedrich das Gewehr hochgehoben hat. Bei dem fraglichen Geschoß handelt es sich nicht um ein Dum-Dum-Geschoß, wie bisher angenommen wurde, sondern um ein sogenanntes Teil- m a n t e l g e s ch o h, bei dem der Hartbleikern teilweise aus dem Geschohmantel herausragt. Diese Geschosse sind bei den gräflichen Jagdgesellschaften fast ständig gebraucht worden, um Hirsche zu jagen. Die Berliner Kriminalisten stehen nach dem heutigen Stand der Ermittlungen vor folgenden Fragen: Warum hat Graf Christian erst nach reichlich acht Tagen eingestanden, dah er die Tat angeblich aus Fahrlässigkeit begangen hat? Warum hat Graf Christian anfänglich angegeben, er wolle aus Pietätsgründen dem Vater gegenüber erst später reden? Warum hat er dann direkt eine ganz bestimmte Person mit Ramen und Stand bezeichnet und des Mordes beschuldigt? Cs handelt sich hier um einen Mann, mit dessen Frau der alte Graf ein Liebesverhältnis unterhielt. Warum hat dann der junge Graf einen Tag später sich selbst beschuldigt? Wie war es möglich, dah der junge Graf, der nach der Tat den Eindruck eines vollkommen verwirrten Menschen machte, doch noch in aller Eile einen Raubmord vortäuschen konnte? Hat Graf Christian in der Mordnacht tatsächlich seiner Schwester Antonie ein Geständnis abgelegt? Wenn es nur Fahrlässigkeit war, warum hat dann der Graf und die Familie dies nicht gleich gestanden, da es doch im 3nteresse der Familie selbst hätte liegen müssen, den umlaufenden Gerüchten und Kombinationen damit einen Riegel vorzuschieben? Tatsache ist, dah Dr. Panitz , der übtzr 38 Jahre lang ständiger Hausarzt bei der Familie ist, der festen Ueberzeugung ist, daß derHchuh im St eh en und nach genauem Zielen abgegeben fein mäste. Das beweise der Umstand, daß der Tote in derselben Stellung verharrte, in der er getötet worden ist. Der Aussage des Kutschers Müller, daß das Zimmer nach der Tat einen wüsten Eindruck gemacht habe, steht gegenüber, daß der Landjäger Beyer etwa eine halbe Stunde nach der Tat abgeschlossen und den Schlüssel mitgenommen hat und daß am Morgen das Zimmer in demselben Zu- stand der Mordnacht geöffnet worden ist, ohne daß diese Angaben bestätigt worden sind. Ferner taucht die Bermutung auf, daß die Angehörigen des Hauses den Grafen Christian systematisch gestützt haben. Denn erst, nachdem die Angaben des jungen Grafen sich als Wider spräche und als offensichtliche Ausreden herausstellten, und die Sache durch hinreichende Beweise widerlegt wurde, wurde von Angehörigen des Hauses die Sache so dargestellt, als könne Fahrlässigkeit vorliegen. Wenn es sich bestätigen sollte, daß der junge Graf den Vater vorsätzlich getötet hat, dann würde es sich fragen: hat der junge Graf dem Vater das fragliche Buch erst dann auf die Brust gelegt, nachdem der Vater bereits tot war und hat er es so gelegt, daß es erst nachträglich mit Blut beschmutzt worden ist? Schließlich muß noch die Frage gelöst werden, ob die Verschuldung des Gutes ein Anlaß zum Tod gewesen sein kann. Tatsache ist jedenfalls, daß nicht ein Pfennig Steuern rückständig ist, daß aber auf dem Gut eine Hypothekenschuld in Höhe von etwa 500 000 Mark lastet. Trotzdem hofft die Verwaltung auf das bestimmteste, das Gut vor finanziellem Bankrott zu retten. Endlich sagt man sich, wenn der Gräf den Vater wirklich hätte töten wollen, dann hätte er dazu bei den vielen gemeinsamen Jagden reichlich Gelegenheit gehabt. Ein wichtiges Moment bei dem Stand der gegenwärtigen Untersuchungen ist auch noch die Aussage Dr. Panitz', daß eine psychologisch erklärbare Affekthandlung nach seinen Beobachtungen und Erfahrungen nicht ausgeschlossen ist. Graf Christian zum Majoraisherrn erklärt. Berlin. 27. März. Die Frage der Erbfolge auf dem Stolbergschen Majorat ist durch die gräfliche Familie geregelt worden. Der verhaftete Graf Christian hat gestern seinem Rechtsanwalt mitgeteilt, dah er auf das Erbe verzichten möchte und seinen Bruder Theodor, den Zweitältesten Sohn des Grafen Eberhard, als Erben Vorschläge. Graf Theodor und die übrigen gräflichen Familienmitglieder lehnten dieses Anerbietenjedochab. Heute vormittag berief der Bruder des Ermordeten Graf Karl die Gutsbeamten, die Pächter und das übrige Personal zusammen und eröffnete ihnen, daß Graf Christian Majoratsherr auf dem Stolbergschen Besitze zu 3anno- wih und Umgebung sei. Die Gutsangehörigen sollten sich, wenn sie Wünsche hätten, an den Grafen Theodor wenden, der zusammen mit dem Bevollmächtigten, einem. Hirschberger Rechtsanwalt, die Verwaltung des Gutes übernommen habe. Weinbau wird nicht nur durch den Wegfall der Garnisonen und den Rückgang des Fremdenverkehrs. sondern auch durch die Erhöhung der Frachtkosten und die Erschwerung des Ausland- absahes betroffen. Die 3ndustrie weist in zahlreichen Zweigen einen Rückgang der Produktion und der Belegschaften äuf. Die allgemein schlechte Lage der kulturellen Verhältnisse ist eine Folge der schlechten Wirtschaftslage. Die Denkschrift schlägt eine Reihe von Hilfsmaßnahmen vor, die jedoch nur nach Maßgabe der verfügbaren Mittel durchgeführt werden können, insbesondere den Bau von Eisenbahnen, Maßnahmen zugunsten des Winzer st andes, weitere finanzielle Betreuung des besonders betroffenen Saargrenzgebiets sowie eine geeignete Fürsorge für das Aachener Wirtschaftsgebiet. Der Brand der „Europa". Ein Kommunique des Llohd. Bremen, 27. März. (WB.) Die Verwaltung des Norddeutschen Lloyd gibt im Einverständnis mit der Firma Blohm & Voß folgendes bekannt: Die inzwiscben getroffenen roeiieren Feststellungen über den Umfang der durch den Brand auf dem Dampfer „Europa" angerichteten Schäden haben erfreulicherweise bestätigt, daß die unter dem Eindruck der starken Rauchentwicklung verbreiteten sensationellen Nachrichten außerordentlich übertrieben waren. Es steht fest, daß der Schiffskörper als solcher unterhalb des Hauptdecks von dem Brande überhaupt n u r d u r ch einige lokale Brandherde im Vorderschiff berührt ist. Maschinen- und Kesselanlagen sind intakt. Im hinteren Drittel des Schiffes sind auch die Aufbauten bis zum obersten Deck unversehrt Geblieben. Auf Grund der bisher gemachten Feststellungen handelt es sich um einen dem Umfang nach allerdings beträchtlichen und namentlich dem Laien ins Auge fallenden Oberwafferfchaden, der so vollkommen beseitigt werden wird, daß der Betrieb und die See-Eigenschaft des Schiffes in keiner Weife beeinträchtigt werden, lieber die erforderliche Reparaturzeit läßt sich zur Zeit noch nichts sagen. Die beabfidjtigte Verwendung des Schiffes noch in der diesjährigen Herbftfaifon ist natürlich nicht möglich. Indessen wird der Lloyd auch mit dem vorhandenen Dampfermaterial nach Einstellung des programmäßig am 16. Juli in Fahrt zu setzenden Dampfers „B r e m e n" einen gegenüber dem Vorjahre erheblich verbesserten Fahrplan bieten. An den Dispositionen wegen des Dampfers „C o l u m b u s", der bekanntlich zur Verbesserung der Geschwindigkeit eine vollkommen moderne Ma- schineneinrichtung erhält, beabsichtigt die Verwaltung nichts zu ändern. Nachdem auch die letzten Reste des Brandes an Bord der „Europa" völlig a b g e l ö s ch t sind und auch der letzte Zug der Feuerwehr heute oormütag abrüden konnte, wurden sofort die Aufräumungsarbeiten begonnen, die bereits in vollem Gange sind. Das Schiff wird zunächst ausgepumpt und soll dann zur gründlichen Untersuchung ins Dock gelegt werden. Oie Wetierlaae. Mittwoch, Itxrdeen- -o- UdJ. 12 Hot. \O o La toni "inä ff O wolkenlos <3 heiter. Q nafB Bedeckt. ® wolkig, • Gedeckt • Regtn, * Schnee ä Graupeln eMeOel K Grwitl/r,^Windstille. O-. sehr (eichte' Ost massiger Südsüdwest q stürmische! »tordWest Die Piene fliegen mit dem Winde. Die Beiden Stationen stenenoen Zahlen gehen die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gleichem, auf Meeresniveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Das Hochdruckgebiet hat sich noch weiter verstärkt. Sein Kern mit Barometerständen von über 775 Millimeter liegt über den britischen 3nseln. Die an seiner Vorderseite ausströmenden maritimen Luftmassen haben uns vielfach Bewölkung und Rebelbildung gebracht. Von München und Bamberg wird heute morgen sogar etwas Regen gemeldet. Das stabile Hoch wird jedoch wieder günstig auf unser Wetter einwirken, so daß mit Riederschlägen bei uns nicht zu rechnen ist. Auch der Himmel wird sich stellenweise wieder aufklaren. Die Temperaturen ändern sich wenig. Wettervoraussage für Freitag: Teils wolkiges, teils aufheiterndes Wetter, tagsüber mild, nachts etwas kühler, trocken. Wettervoraussage für Samstag: Vielfach aufheiterndes und trockenes Wetter. Lufttemperaturen am 27. März: mittags 11 Grad Celsius, abends 9,6 Grad: am 28. März: morgens 8,9 Grad. Maximum 13,5 -trab, Minimum 4,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 27. März: abends 7,8 Grad: am 28. März: morgens 4,8 Grad. — Sonnenscheindauer 3K Stunden. Aus aller Wett. Die Bankräuber am Dittenbergplah in Südamerika? Während die Llntersuchung gegen die Brüder Saß, die der Täterschaft an dem großen T r e - soreinbruch in der D i s c o n t o g e s e l l schäft am Wittenbergplatz verdächtigt find, weitergeht, hat die Berliner Kriminalpolizei neuerdings eine andere Spur ausgenommen, nach der die Täter bereits in Südamerika sein sollen. Ein der Polizei als Pahfälscher bekannter Mann, der neuerdings verhaftet worden ist, hat ausgesagt, dah er für vier Leute, zwei Polen, einen Russen und einen Deutschen, Pässe nach Südamerika gefälscht habe. Die näheren Angaben, die er gemacht hat, die Personalbeschreibung und der Zeitpunkt lassen die Möglichkeit zu, daß man es hier mit d§n Tresorräubern zu tun hat. Die Berliner Polizei steht bereits mit den südamerikanischen Behörden in Verbindung. Brutaler Mord an zwei Kindern. In Kischütz-Neustadt verübte der 40jähriae Landstreicher Strba einen Einbruch in das Anwesen eines Ortsbewohners. Als die beiden Kinder des Besitzers, von denen das eine vier Jahre und das andere acht Monate alt war, , und die allein im Hause anwesend waren, a u s F u r ch i zu weinen begannen, schlug der Einbrecher sie mit einer Hacke tot und flüchtete. Er wurde zwei Stunden später von der Gendarmerie verhaftet, die ihn nur mit Mühe davor bewahren konnte, von den Ortsbewohnern gelyncht zu werden. Ehrung eines württembergifchen Zeitungsverlegers. Der Große Senat der Technischen Hochschule in Stuttgart hat dem Generaldirektor des Stuttgarter Reuen Tageblattes und Vorsitzenden des Vereins Württembergischer Zeiturgzvcrleger, Carl Esser, die Würde eines Chrensena- t o r s verliehen. Aus der provinzialhaupistaltt. Gießen, den 28. März 1929. Karfreitag. Die Geschichtsschreiber sprechen oft von Heber- windern. Darunter verstehen sie Menschen, die anderen ihren Willen aufgezwungen, Staaten besiegt und Heere vernichtet haben. Der Karthager Hannibal, der durch seinen kühnen Alpenübergang der Schrecken der Römer wurde, der römische Feldherr Titus, der im 3ahre 70 3erit- salem einnahm, Aapoleon L, der sich einen großen Teil Europas untertan machte, gelten als kühne Heberwinder. Doch die, die Völker bezwungen haben, sind oft mit dem eigenen Schicksal nicht fertiggeworden: gegen Krankheit, gegen den Untergang des leiblichen Lebens tonnten sie nichts ausrichten, oft haben sich auch die Menschen gegen sie gekehrt, so daß die üebertoinber AU Unterliegenden geworden sind. Mehr als einer von ihnen hat im Alter das Los des Kaisers geteilt, der sich auf einer einsamen, ringsum Vvm Weltmeere umrauschten 3nsel verbittert, enttäuscht, ohnmächtig gegen die Gewalt seiner Widersacher aufgelehnt hat. Run nennt die Christenheit den, auf dessen Leben und Sterben sie ihren Glauben gründet, einen Ueberwinder, dazu gibt chr 3esus selbst das Recht: denn er hat in einer seiner letzten Reden gesagt: „3n der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.'" Das ist ein Wort,- das die Art des menschlichen Lebens treffend wiedergibt, aber auch ein Wort, in dem etwas von der "Welt aufblitzt, die hinter der uns erkennbaren Wirklichkeit steht. Die Welt ist voll von Qlngst, immer fürchten wir das Kommende. Wer bitteres Leid erfahren hat, bangt vor jedem Fußtritt, der sich seinem Hause naht. 3n guten Stunden denkt er an Goethes Wort: „Du kehrst beglückt von froher Flur zurück, ein Rabe krächzt, was krächzt er? Mißgeschick!" Die 3ungen mögen jubeln und sich als die Könige der Welt ansehen, die, welche — wie wiederum Goethe sagt — das tückische Alter mit seiner Krücke getroffen hat, sind still und bescheiden. Mancher Mensch denkt mit einer gewissen Beruhigung an seinen Tod: denn er sagt sich: Wenn ich das Land jenseits des Grabes erreicht habe, so brauche ich nicht mehr auf schwerwiegende Entscheidungen zu warten, ich brauche nicht mehr zu wünschen, daß das nächste Halbjahr vorüber sei, es gilt von mir, was ein altes Wort sagt: Der Gerechten Seelen find in Gottes Hand, und keine Qual rühret sie an. Von aller dieser Rot ist 3esus keineswegs frei geblieben. So wenig wir die Evangelien als lückenlose Beschreibungen seines Lebens ansehen können, so deutlich geht aus ihnen hervor, daß 3esus Angst und Rot ausgestanden hat, besonders in seinem Sterben. Selbst ein Voltaire war erschüttert, als er von dem Seelenkampfe in Gethsemane hörte. Die Ueberlieferung teilt mit. daß der am Kreuze Sterbende Worte aus dem 22. Psalm gesprochen habe: dieser Psalm schildert Rot: „Große Farren haben mich umgeben, gewaltige Stiere haben mich umringt, ihren Rachen sperren sie auf wider mich, wie ein brüllender und reißender Löwe. Meine Kräfte sind vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, und du legst mich in des Todes Staub." ■ Von Sieg und Ueberwin- dung gewahrt man, wenn man sich im Geiste auf den Hügel Golgatha stellt, nicht das Geringste, da ist alles Riederlage und Zusammenbruch. 3efu Feinde triumphieren, verwilderte Soldaten quälen ihn, der Großstadtvöbel verhöhnt ihn, seine Freunde sind von chm gewichen. Ein Reich des Friedens und der Freude wollte er aufrichten, seine Gegner stempeln ihn, der so jammervoll stirbt, zu einem Phantasten, wie sie schon früher von ihm gesagt haben: Du bist von Sinnen. Dennoch hat 3esus gerade in seinem bitteren und schimpflichen Sterben den größten Sieg der Weltgeschichte errungen und die Mächte, die sich dem Menschen so hemmend in den Weg stellen, Angst, Trübsal, Verfolgung, Tod, überwunden. Gegenüber einer Wirklichkeit, die voll Angst und Schrecken ist, weiß er sich von der Liebe Gottes umgeben, der Kreuzestod muß ihm zum besten dienen und nicht nur ihm, sondern allen, die •in der Folgezeit von seiner Persönlichkeit ersaßt werden. 3esu Rachfvlger haben tatsächlich im Anblick des Kreuzes Ruhe gefunden für ihre Seelen und die Gewißheit, daß hinter der sichtbaren Well und allem chrem 3ammer das Erbarmen dessen steht, der über Raum und Zeit und alle Veränderungen erhaben, allezeit bei Bedrängten Zuflucht ist. H. B. Mren formte, )* ZU werden, 1 ödhingsDerlegets. Um Hochschule m wttor destztuti- ® forschenden de« »Usgrvcrlegei.Cail. ^hrensena- Wk Mc «x* !?„•*«*£ Plah gesell. 1*5«$ -derFKrbe. : dier Leut? n itoci °be.HV -lt, bi/V?eten t [Q?*?n prsvnal. l«hen die ®'t ö;n $3 inet«« *«” SÄaTS ' Kindern. ^Ahriae Land' V5 An- ÄY- £\QU5^rd)t bet Einbrecher lhauptstadt. n 28. März 1929. g- hcn vst von Heber- l sie Menschen, die oungen. Staaten be- ien. Der Karthager kühnen Apenübcr- icr wurde, der tönt Jahre 70 Jeru- er sich einen großen :e, gelten als kühne Löller bezwungen enen Schicksal nicht nkheit, gegen den lebens tonnten sie sich auch die Mcn- ah die Ueberwinder sind. Mehr als einer is Los des Kaisers einsamen, ringsum n Insel »erbittert, die Gewalt seiner ’il den, auf teilen (Mauten grüntet. >t chr 2eN 'M eurer seiner letzten rlt habt ihr Angst, . Welt überwunden. ie Art des mensch- ■rnibt. aber auch ein x Welt aufblcht, die Dirtlichleit stehl. Die mr fürchten w>r das Leid ersahren da , icr sich s-'nem icntt er an Goethes von froher Aur^zu- s krächzt er? M p jubeln und sich leben. Sie, welche ' hat, sind st'll un ' denkt mit einer ,n ~oö' denn er sagr jenseits des Grabes ch nicht mehr ->u E dah das nächste chen. (,n If von mir. w° chten Seelen sind ml rühret sie a -rosus l-inesvegS &r'i* iem ^lC , .„nt mit. berüeWj Lg dem mde ^ /schildert 6ie'et 2 uneben, oben nuch ihren mich. u^j/cin bn-1; er^'- » sind e. ®cinlSc Zunge be. und „ mich, s&ri Ä'S verh^Zn Leich oichen. e; .Ulrichs in den ^und^' «■ *^Liturgis^)erGottesdienstamKar- freitagabenb. Am morgigen Karfreitag findet abends um 6 Uhr in der Iohanneskirche em litur- oischer Gottesdienst statt. Mitwirkende sind als Organist Lehrer Habicht, der hierbei auch die Mad- chenchorschule leitet, sowie der Kirchengesangverecn unter der Leitung des Lehrers L i n d e n st r u t h. «♦ DerStraßcnbahnbetrieb nach dem N e uen Friedhof wird am nächsten Samstag verlängert. Näheres ist aus der heutigen Bekanntmachung ersichtlich. . •• Dom Schlachthof. Der von der Maschinenfabrik Humbold, Köln-Kalk, durchgefuhrte vollständige ilmbau des maschinellen TeUes der Kühlanlage im Schlachthof ist soweit fertiggestellt, daß der Betrieb damit seit acht Tagen wieder ausgenommen werden konnte und in den nächsten Tagen mit der Herstellung von Kristall-Blockers begonnen wird. An Stelle der alten Sauerstofs- anlage ist eine Kühlanlage für Ammoniak geschaffen worden. . " Städtische Brennholzoer st ergc- tung. Bei der gestrigen Brennholzvcrsteigerung aus den Waldungen der Stadt Gießen, Bezirk des Försters Brück, wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Kiefernscheiter 14 Mk., Fichtenscheiter 12,80 Mk., Eichenknüppel 9 Mk.. Kiefern*'.'.üppel 12,40 Mk.. Kiefernstöcke 8 Mk. je Raummeter: Buchenreisig 25 Mk., Kiefernreisig 15 an;, je 100 Wellen. Personalien. Ernannt wurden: der Ge- richtsassessor Paul Scriba in Offenbach zum Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Hungen mit Wirkung vom 5. April an; der Oberjustizinspektor bei dem Amtsgericht Michelstadt Wilhelm Herrmann zum Dureaudireltor bei dem Amtsgericht Gießen mit Wirkung vom 16. April an; der Sustizfekretär bei dem Amtsanwalt in Friedberg Wi.helm Karl Schäfer zum Sustiz- sekretär bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg mit Wirkung vom 1. Mai ab; der Schulamtsanwärter Hugo Müller aus Obbornhofen zum Lehrer an der Volksschule zu Reiskirchen mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts ab. Sn den Ruhestand tritt auf Grund des Alters- grenzegesehes am 1. Mai der Kriminaloberinspektor bei der Staatsanwaltschaft in Gießen Philipp Heinrich Müller. •• Osterkarten. Ohne Umschlag versandte, gedruckte einfache Osterkarten, die hinsichtlich der Gröhe, Form und Papierstärke den Bestimmungen für Postkarten entsprechen müssen, kosten sowohl im Ortsbereich des Aufgabeorts, als auch im Fernverkehr 3 Pf. Es dürfen in diesen Karten außer den sogenannten Absenderangaben (Absendungstag, Rame, Stand und Wohnort nebst Wohnung des Absenders) noch weitere 5 Wörter, die mit dem gedruckten Wortlaut im Zusammenhang stehen müssen, handschriftlich hinzugefügt werden. Als solche zulässige Rachtragungen gelten z. B. die üblichen Zusätze „sendet", „Ihre' , „Dein Freund", „sendet Dir", „sendet mit besten Grüßen Ihre" usw. Werden solche Karten in offenem Llmschlag versandt, so kosten sie sowohl im Ortsbereich des Aufgabeorts, als auch nach Taten snr Freitag, 29. Man». Sonnenaufgang: 5.44 Uhr; Sonnenuntergang: 18.27 Uhr. — Mondausgang: 23.29 Uhr, Monduntergang: 7.19 Uhr. , _r 1735: der Märchendichter Sohann Karl August Musäus in Sena geboren (gestorben 1787); — 1840: der Afrikareisende Emin Pascha (Eduard Schnitzer) in Oppeln geboren (gestorben 1892); — 1850 der amerikanische Schriftsteller Edward Bel- lami) in Chicopee Falls geboren (gestorben 1896); — 1863: Frh. von Ompteda in Hannover geboren; — 1918: der Rovellist Timm Kröger in Kiel gestorben (geboren 1844). Gictzencr Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 190; Kochbutter von 140 an; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 30 bis 40; Weißkraut 25 bis 30; Rotkraut 25 bis 30; gelbe Rüben 25 bis 30; rote Stuben 25 bis 30; Spinat 90; Unter-Kohlrabi 10 bis 15; Rosenkohl 75 bis 80; Feldsalat 250 bis 300; Endivien 150; Tomaten 80 bis 100; Zwiebeln 25 bis 30; Meerrettich 50 bis 150; Schwarzwurzeln 60 bis 90; Kartoffeln 6»/2; ausländische Aepsel 60 bis 80; inländische Aepfel 30 bis 40; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; Tauben 100 bis 110; Rüsse 70 bis 80; das Stück: Eier 14; Blumenkohl 80 bis 160; Salat 40 bis 45; Salatgurken 140 bis 150; Lauch 15 bis 30; Rettich 20 bis 30; Sellerie 20 bis 100; das Bund: Radieschen 40 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 6 Mark. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater, „Hoffnung auf Segen", 19.30 bis 22 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Spion der Pompadour". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Vorstellung „Hoffnung auf Segen" (Abschiedsvorstellung Auguste Prasch-Grevenberg) beginnt um 19.30 Uhr. — Die morgige Karfreitags- feier „Parsifal", Fragmente aus Wagners Weihefestspiel (Gastspiel von Mitgliedern der Wies- babener Staatsoper) ist einmalig und beginnt um 20 Uhr. — Für den Ostersonntag ist ein klassisches Lustspiel vorgesehen. Das erste- mal wird in Gießen „Dame Kobold" von Cal- deron aufgeführt. Die Regie hat Oberspielleiter Hans Tannert. 7 — Parsifalkonzert im Stadtthea- ter. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Wie schon mitgeteilt, findet am Karfreitag um 20 Uhr im Gießener Stadttheater eine geistliche Musikaufführung statt, bei der Bruchstücke aus dem Weihefestspiel „Parsifal" von Richard Wagner, die ihre Bearbeitung einer Münchener bzw. Wiener Einrichtung verdanken, zum Vortrag gelangen. Die Llbsicht ist, Teile des großen Werkes in der Herausarbeitung des Charakteristischen durch hervorragende Gesangskräfte wirksam zu machen. Ausführende sind Mitglieder der Wiesbadener Staatsoper: Christian Streit, Tenor (Parsifal). Ricola Geiße-Winkel, Bariton (Amfortas), F. M e ch l e r, Daß (Gurnemanz und Titurel), sowie am Flügel Kapellmeister W. Krause. Ermäßigte Preise. — DasO st erga st spieldesNe uen Operettentheaters im Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Eine große Osterpremiere befindet sich in Vorbereitung, und zwar das vielgenannte Singspiel Friederike" von Franz Lehär, in welchem außer der „Friederike" der „jung. Goethe" die Hauptfigur bildet. Die Aufführung durch das Ensemble des Neuen Operettentheaters Frankfilrt a. M. ist unter der Spielleitung des Oberregisseurs Adolf Wiesner und musikalischen Leitung des Kapellmeisters Kurt Harder vorbereitet worden. außerhalb 5 Pf. , r Diebstähle. Der heutige Polizeibencht meldet: Anfang März ist aus einem Grundstück Hinter dem Rahrungsberg (Steinbachsche Sand- kaute) ein Waschkessel entwendet worden. Sn öen letzten drei Tagen wurden vier Fahrräder, die an öffentlichen Gebäuden abgestellt waren, gestohlen. Um sachdienliche Angaben ersucht die Kriminalpolizei. •• Rheinfahrten. Das Reisebureau Loeb veranstaltet auch in diesem Sahre wieder mehrere volkstümliche Rheinfahrten, die in den Monaten Suni, Suli und August stattfinden sollen. Die erste Fahrt ist auf den 16. Suni festgesetzt. Snter- essenten, insbesondere auch Vereine, seien auf die gestrige Anzeige verwiesen. " Halb Raucher, halb Nichtraucher in der Bahn. Rach den Beobachtungen der Reichsbahn hat im Reiseverkehr die Zahl der Raucher zugenommen. Bei der Zugbildung wird jetzt daher, wie die Deutsche Reichsbahngesellschaft mitteilt, je eine Hälfte der Abteile oder Wagen für Raucher und für Richtraucher Vorbehalten, die bei ungeraden Zahlen überschüssigen Wagen oder Abteile werden als Raucherabteile bestimmt. *• D i e Fahrpreise für d ie Ferien- sonderzüge. Rachdem in den Kreisen der regelmäßigen Benutzer der Feriensonderzüge bekannt geworden war, daß die bisher gewährte Fahrpreisermäßigung von 337s v. H. auf 10 v. H. herabgesetzt worden sei, hatte der Gewerkschaftsbund der Angestellten in einer Eingabe an die Deutsche Reichsbahngesellschaft und das Reichsverkehrsministerium die Ditte gerichtet, die bisherige Ermäßigung von 337s v. H. beizubehalten, da die Feriensonderzüge für weite Kreise die einzige Erholungsmöglichkeit vermitteln, und alle Einschränkungen der bisherigen Ermäßigung für viele Sntereffenten die Benutzung der Serien- sonderzüge unmöglich machen werden. Die Deutsche Reichsbahngesellschaft hat hieraus, wie der „Gewerkschaftliche Pressedienst" erfährt, dem Gewerk'chaftsbund der Angestellten mitgeteilt, daß es zutrifft, daß die in die Feriensonderzugsfahrpreise eingerechnete Fahrpreisermäßigung bei der Tarifänderung im Oktober 1928 von 337s auf 10 v. H. für Hin- und Rückfahrt herabgesetzt worden ist. Gleichwohl werden die Fahrpreise für die Feriensonderzüge, abgesehen von gelegentlichen, geringfügigen Abweichungen gegen das Vorjahr unverändert bleiben, weil zugleich mit her Herabsetzung der ein gerechneten Fahrvreis- ermäßigung auch eine Senkung der Grundpreise stattgesunden hat. ** Wicdersehensfeier und Fahnenweihen ehemaliger 116er und 168er. Am 29. und 30. Juni findet in Offenbach a.M. eine Wiedersehensfeier verbunden mit Fahnenweihen des ehemaligen 2. Grobherzoglichen Hessischen Jnf.- Reg. K. W. II. Nr. 116 und der Bereinigung des ehern. 5. Großh. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 168, sowie deren Kriegsformationen Reserve-Inf.-Regt. 116, Landw.-Jnf.-Regt. 116, Inf.-Regt. 186, Reserve-Jnf.- Negt. 221, Reserve-Infanterie-Regt. 222, Reserve- Jnsanterie-Regiment 254, Infanterie-Regiment 365, Inf.-Regt. 418, Brig.-Ersatz-Bataillon 49, Sanitäts- Kompagnie 518, statt. Alle Angehörigen der Regimenter werden gebeten, umgehend ihre Adresse an: Ehemalige 116er und 168er, Restaurant „Schüttauf", Offenbach a.M., Wilhelmsplatz, mitzuteilen. " Auftrieb auf dem Frankfurter Schlachtviehmarkt: 1638 Kalber, 39 Schas- lämmer, 259 Schafe, 379 Schweine. Schöffengericht Gießen. • Gießen, 27. März. Sn den vergangenen Wintermonaten hat ein erheblich vorbestrafter, erst 25 jähriger Arbeiter nicht weniger als 5 Sagdhäuschen gewaltsam a uf gebro- chen und ausgeräubert. Was er von der Diebesbeute nicht für sich verwerten konnte, verkaufte er und verbrauchte den Erlös. Dabei sand er bei zwei Einbrüchen die Unterstützung von zwei in dem gleichen Alter stehenden, ebenfalls wegen Diebstahls wiederholt vorbestrafter Arbeitern. Diese beiden wurden unter.Zubilligung mildernder Ilmstände zu Gefängnisstrafen Don je 1 Sahr 2 Monaten verurteilt. Dagegen wurden dem Haupttäter mit Rücksicht auf die Gemeingesährlichkeit seines Tuns mildernde Umstände versagt. -Unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Sah- ren wurde er im übrigen zu einer Gesamtstrafe von 4 S obren Zuchthaus verurteilt. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit sand die Verhandlung gegen einen verheirateten Handwerker statt, der sich an einem noch schulpflichtigen Mädchen vergangen hatte. Er war in vollem Umfang geständig. Die gegen ihn erkannte Strafe lautete auf ein Sahr Gefängnis. Ein noch nicht vorbestrafter junger Mann hatte ein Arbeiterhäuschen aufgebrochen und daraus eine Schippe gestohlen. Mit Rücksicht auf sein Geständnis wurde er zu der gesetzlichen Mindest- strafe von drei Monaten Gefängnis verurteilt. Aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde ein schon sehr häufig vorbestrafter Fuhrmann, der einige Wochen als Dienstknecht bei einem Landwirt in Arbeit stand, von wo er eines Tages plötzlich verschwand. Als am Abend der andere in demselben Zimmer schlafende Dienstknecht nach Hause kam, mußte er die Entdeckung machen, daß ihm sein Schrank und Schließkorb gewaltsam aufgebrochen waren und ihm einige Wäschestücke fehlten. Trotz seines teilweisen Leugnens hielt das Gericht den Angeklagten des Einbruchsdiebstahls einwandsrei für überführt und verurteilte ihn wegen seines unsozialen Verhaltens zu zwei Sahren Zuchthaus. Rheinhessen. WSR. B o d e n h e i m, 27. März. Eine Verkäuferin, die in einem hiesigen Geschäft tätig ist, verkaufte an einen Landwirt Futtermehl. Der Landwirt fütterte mit dem angeblichen Futtermehl sein V ie h, und als es nach einigen Tagen nicht mehr aufstand, holte er den Tierarzt. Dieser stellte fest, daß das Vieh kein Futtermehl, sondern Bleiweih bekommen hatte. Die Verkäuferin hatte Futtermehl mit Bleiweih verwechselt. Gestern mußte der Landwirt zwei Kühe abschlachten lassen. Ein Tier schwebt noch in Lebensgefahr. Preußen. Kreis Wetzlar. Krofdorf, 27. März. Die weiteren amtstierärztlichen Feststellungen haben ergeben, daß bei dem Ferkeltransport eines hiesigen Händlers der Verdacht der S ch w e i n e p e st sich nicht bestätigt hat. Die gesperrten Gehöfte und der Handel sind daher wieder freigegeben worden. Kreis Biedenkopf. * Günterod, 27.März. Der hiesige Klein- kalibcr-Schützenoerein veranstaltet am 21. Juli ein Schütz en fest, mit dem ein Kreis- Kettenschießen und ein Prei schießen verbunden wird. Gelegentlich dieser Schützenveranstaltung soll auch ein historischer Festzug stattfinden. , # Holzhausen bei Gladenbach. 25. Marz. Der hiesige Spar» und Darlehnskassen- verein hielt am Samstagabend seine 56. Hauptversammlung ab. Der Vorstand legte die Bilanz von 1928 vor und gab den Geschäftsbericht. Die Bilanz wurde einstimmig genehmigt und dem Vorstand Entlastung erteilt. Der Umsatz im vergangenen Sahre hat sich um 100 000 Mk. vermehrt, was besonders auf die Zunahme des laufenden Rechnungsverkehrs zu- rückzuführen ist. Die Spareinlagen stiegen von 30 000 auf 40 000 Mk., während sich die Schulden der Mitglieder für Waren und Darlehen gegen das Vorjahr vermindert haben. Trotz größerer Abschreibungen auf Mobilien- und Aktienkonto u. a. verblieb ein Reingewinn von 551,82 Mk., der dem Reservefonds zugewiesen wurde, welcher dadurch die Hohe von 4000 Mk. erreicht. Die Derwaltungskosten betrugen 7» Proz. des Umsatzes. Vorstand und Aufsichtsrat wurden ermächtigt, zu dem Sugend- und Wohlfahrtsheim einen angemessenen Betrag zu stiften. Einsam und verlassen standen auf der Höhe vor Holzhausen die Gebäude der Grube Glückstern. Sie wären vielleicht verfallen und ein Versteck für Dohlen und Eulen geworden, wenn nicht im letzten Herbst die hiesige Kirchengemeinde den Platz samt den Gebäulichkeiten von der Gewerkschaft käuflich erworben hätte. Sie wollte die Gebäude zu einem Sagend- und Wohlfahrtsheim umbauen, jedoch an einem anderen Platz, näher beim Dorf. Freiwillige Helfer begannen damals gleich mit dem 2rbBru(5( jedoch verhinderte die einsehende strenge Kalte eine Fortsetzung der Arbeit im Freien. Deshalb blieben aber die hiesigen kirchlichen Körperschaften nicht in Untätigkeit. Baupläne wurden entworfen, Kostenanschläge gemacht, eine Bau» kommission gewählt und anderes. Als nun Ende voriger Woche das schöne Wetter einsehte. da rief 'die Ortsschelle die freiwilligen Helfer, und jeden Morgen waren hundert fleißige Hande am Werk. Das Dach wurde abgedeckt, das Gebälk sachgemäß abgetragen, die Mauern abgerissen, eine ganze Kolonne putzte gleich die eoteme. und unablässig fuhren die Fuhrwerke das Baumaterial zur neuen Baustelle. Dort war mittler» weile der Bauplatz abgesteckt worden, und der Aufbau kann nun beginnen. Da alle Arbeit frei» willig geleistet wurde, bot Holzhausen ein Bild seltener Einigkeit: und wenn die Arbeit so weiter fortgeht, wird der Bau im Herbst unter Dach fein. Rundfunkprogramm. Freitag, 29. Mär;. 6.30: Morgengymnastik. — 8.30 bis 9.30: Konzert des Frankfurter Motetten-Chors. — 10: ^Übertragung des Gottesdienstes aus der Katha» rinentirche. — 12: Schallplatten-Konzert. — 13: Von Köln: Konzert des Petersburger Stradi» varius-Quartetts. — 16: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. — 18.10 bis 18.30. Lesestunde. — 20.15: Karfreitags-Konzert. Anschließend: Don Kassel: „Auferstehung und Süngstes Gericht". Fresko für Orchester und Rezitation von Gerhard von Keußler. Samstag, 30. März. 6.30 Alfjr: Morgengymnastik. — 12.30: Schallplatten-Konzert: Beethoven „Missa Solemms' O-Dur op. 123. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Sugend: Aus dem deutschen Liederkranz: Oester» kicher Traumgesang von Srma Rippel, Hofheim im Taunus. — 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. — 16.35: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. — 18 bis 19: Don der Peterskirche: Motetten-Konzert. — 19 bis 19.20: Briefkasten. — 19.20 bis 19.35: Esperanto-Unterricht. — 19.35 bis 19.55: Von Kassel: „Die letzte Stunde", ein Zyklus von Rovellen von Fritz Groß. — 19.55 bis 20.15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Wolfram v. Eschenbachs „Parsifal" und die Wagnersche Llmdichtuna", Vortrag von Dr. Doris Sauber. — 20.15: Rach Stuttgart: „Das Leben und Sterben unseres Heilandes Sesus Christus". — Anschließend: Von Stuttgart: Konzert. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Karfreitag, den 29. März. Klein-Linden. 10 Uhr: Hauptgottesdienst; 1.30: hl. Abendmahl. Israelitische Gemeinden. .Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 30. März. Freitag abend 6.25 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 7.40; Wochengottesdienst: morgens 6.45; abends 6.30 Uhr. Israelitische Religlonsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 30. März. Vorabend 6.45 Uhr; morgens 9; abends 7 und 7.40 Uhr. Eounrnnöv,e»,t n. ierztcu. Ivotbefen am29.3.29 Pros. Dr. Homnmann. Dr. Wolf. Gnnelavoibefe. Zahnarzt: Dr. Wertheim. es ist wissenschaftlich festgestellt, daß Coffein in die Muttermilch übergeht I Werdende und stillende Mütter sollten ihrem Kinde und der eigenen Gesundheit zuliebe nur den coffeinfreien Kaffee Hag trinken. Sie brauchen dann auf den Kaffeegenuß nicht zu verzichten, denn Kaffee Hag schmeckt ebenso gut wie jeder andere Bohnenkaffee bester Qualität und ist dabei für jeden vollkommen unschädlich. • Über 7000 deutsche Ärzte haben allein im Jahre 1928 lobend über Hag geurteilt. 3ah rradreifen - erfunden, verbessert, vollendet von JUNLOP Die Weltmarke bui gl füi Qualität. sind und bleiben stets die billigsten! nach langem Leiden im Alter von 68 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen Großen-Linden, den 27. März 1929. Die Beerdigung findet Karfreitag, den 29. März, nachm. 31 /. Uhr statt. WMWMMO? 2869 D 284 ID 3800 55.00, 48.00, 2644D Uhr. 2853D 1*46 D tvnbl. 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Der volkstümliche Sprachgebrauch bezeichnet noch heute einen Verräter gern mit seinem Vamen, die Literatur redet in diesem übertragenen wie auch im direkten Sinne häufig von ihm. — aber die bildenden Künste lassen eine gewisse Zurückhaltung erkennen. Das ist um so verwunderlicher, als man meinen sollte, das; schon allein die dhysiognomischen Probleme den Künstlern hätten Ansporn sein müssen. Attribut des Beutels mit dem „Judaslohn" verzichtet, kann diese Auslegung nur stützen (insofern, als danach der Hang zum Materiellen schon immer ein Wesenszug des Judas gewesen sein und seit langem den Keim zu dem schmählichen Verrat gebildet haben kann). Roch Künstler, die wir den „Jüngsten" zuzurechnen gewohnt sind, haben hier und da einen „Judas" oder „Judaskuß" geschaffen, der so oder ähnlich dazu beitragen will, das Rätsel eines zunächst unfaßlich scheinenden Seelenabgrundes zu lösen. Bei Pechstein kann man überdies in dem Verräter einen Fanatiker sehen, der Wohl sogar von dem Irrwahn besessen ist, mit seinem Verrat eine Misiion zu erfüllen. Jeder mag diesen Künstlern folgen, wie weit er will. Aber auch wenn er ihre Auffassung ganz ablchnt. wird er eines doch nicht bestreiten können: daß sie damit erfreulich weit von den sonst vorherrschenden Darstellungsartcn entfernt sind. Da sind einmal die „Tatsachenberichte" der Bibel-Illustratoren (zu denen Wohl auch die Razarener zu rechnen sind), und da ist zum andern die üble Gewohnheit, den Judas als „därnen schcn" Theater-Intriganten au'zumachen. Das eine wie das andere muß als eine billige Verflachung des gewaltigen Stoffes bezeichnet werden. Während eine solche nicht — wenigstens nicht von vornherein — vorzuliegen braucht, wenn versucht wird, den Verrat des Judas nicht als planvoll und zielstrebig gesponnene Schurkerei hinzustellen, — sondern als Folge einer — in ihren tragischen Auswirkungen zum Verbrechen werdenden und als Verbrechen von Judas selbst erkannten — Widerstandsschwäche gegen niedrige Verlockungen oder wahnwitziges Irren. Viorica U r s u l e a e, Emma Holl und Jean vcriommillnki Der Schauspieler G. gastiert in Lyon. Schauspieler G. benötigt dringend ein Paar Schuhe. Zugleich aber hat der Schauspieler G. I (Ul*>,)<] h\6 '* Frcitaa, 5. Avril, abends 8'.. Hör, bei -ovstld MlorWUe fiouDtwnww i’C.: (iifliiusw wDbl. -W Maschinenmenschen, Manenmenschen mit unenf wickeltem, ungepflegtem Geist lassen sich leicht bis zur Tollheit anstacheln. Ihre 'Ausseher, durch jahre lange Unterwürfigkeit verwöhnt, sind zu schwach, um der Auflehnung der Masse wirksam entgegen zutreten. Der Wunsch nach Abwechslung, nach dem Aufhören der ewigen Gleichmäßigkeit wird die Auto- matcnmenschen antrciben, Kultur, Zivilisation, Sitte so gründlich zu vernichten, wie wir es erst kürzlich im Osten erlebt haben. II. Wissenschaft und menschliches Gewissen. Verlassen wir jetzt die Zukunft und wenden wir uns Tatsachen zu. Wie westlich von Europa ein junges Volk, ohne die natürliche Entwicklung obwarten zu wollen, die Technik ausbeutet und alles Heil vom Realismus erwartet, so ist i m O st e n eine Handvoll Männer hartnäckig bestrebt, ihre Buchweisheit in die Praxis umzusehen und mit Gewalt die Utopie Wirtlichkeit werden zu lassen. Man soll nicht jede Atopie von Grund auf verdammen: aber ich behaupte nach wie vor, daß die utopistischen Ansichten nur in vollständiger Reife, nach Vollendung ihrer Gärungsperiode angewandt werden sollen. Sie müssen abgezogen und dann Jahre hindurch still zum Ausreisen in die Ecke gelegt werden wie junger Most, den man gleich nach der Gärung nur mit großer Vorsicht und glasweise trinken darf. Ich weiß, daß wir eigentlich von dem. was in Rußland jetzt vorgeht, nichts, jedenfalls sehr wenig wissen. Mir scheint aber dieses große Land dem Abgrund nahe zu sein. Es ist nur deshalb nicht in sich zerfallen, weil es v o m eigenen Fett zehrt: dabei wird es aber schwächer und schwächer, es steht am Rande der Anarchie, die sich von dort nach China auszubreiten droht. In diesem Augenblicke, wo ich über die Möglichkeit des Zerfalls menschlicher Kultur und Zivilisation schreibe, ist ein riesiges Reich, ein Rachbar unserer westlichen Kultur, von einer aussahähnlichen Krankheit zerfressen, einer Krankheit, wie die, die ehemals, lange vor dem Fall der Cäsaren, die Grenzstaaten des römischen Weltreiches zersetzte. Erfüllt sich also die Prophezeiung Oswald Spenglers vom „Untergang des Abendlandes" und Rena ns Vorhersage der „Rückkehr zur Barbarei"? Hirngespinste, denkt man aber ich bin anderer Meinung, ich glaube, daß die feinen Köpfe zweier Länder uns keineswegs mir phantastische Gefahren vorausgesagt haben. ■Untere Kultur steht auf schwachen Füßen. Die Bestrebungen der Realisten und Utopisten nach materieller Wohlfahrt und nach Weiterentwicklung der Zivilisation unter Vernachlässigung der Kultur rücken die Gefahr in drohende Rühe. Aber wie kann man nur auf solche Gedanken kommen?, wird man sich erstaunt fragen. Unsere Kultur steht doch sicherer als die früher untergegangenen: sie ist in der Wissenschaft fest und unlöslich verankert. In der Wissenschaft? Gerade das ist die Ursache meiner Unruhe. Wer Ohren hat zu hören, der höre! Es ist eine Binsenwahrheit, daß die Wissenschaft in weniger als einem Jahrhundert sehr vieles umgewälzt hat. Immer, auch in frühester Vorzeit, war die Wissenschaft die Hauptstütze menschlicher Sitte, und sie soll es auch in Zukunft immer sein. Utopisten und Realisten vertrauen ihr — und mit Recht. Sind sie sich aber auch über die Gefahren klar, die im Gefolge der Wissenschaft über uns hereinbrechen können? Die Wissenschaft kann ebensogut zerstören wie aufbauen. Schon Zudas-Bilder. Don Walther Appelt-Plauen. Die Geschichte der Kunst läßt uns erkennen, daß und warum dos Kunstschaffen bis zum Beginn der Reuzeit fast ausschließlich, und auch dann noch in e rheblichem Maße, kirchlich orientiert ist. Immer wieder haben die Künstler die Gestalten des Alten und noch mehr die des Reuen Testaments in ihren Werken aufleben lassen. Einen besonders breiten Raum nimmt darin von allem Anfang an die Darstellung der an bildhaften Einzelzügen so reichen Ostergeschichte . ein. Aber eine Gestalt aus den Tagen zwischen Palmsonntag und Ostern wurde bei weitem weniger off als andere zum künstlerischen Vorwurf gewählt, — obwohl die Rolle, die sie nach dem Bericht der Evangelien spielte, eher das Union CiicrsdüiiMon eiiißtflen öefami!- neiiebenem isto« graium nut M7D Kneipe. SäMieanz Huri teil na koM WrtlUllibt Inart) MrlEL"d. konniMStori.V-M’ buifl Der VoriUjl merkwürdigerweise kein Geld. Infolgedessen begibt er sich zum ersten Schuhmacher der Stadt. „Ich möchte," sagt er, „ein schönes Paar Schuhe haben... elcgsnt unb solide, etwas wirklich G.tcs, wissen Sie! Ich zahle bei Annahme: der Preis spielt keine Rolle. Schicken Sie das Paar an diese Adresse hier, deshalb, weil ich Sonntag bereits abreise." „Sie können bestimmt darauf rechnen, mein Herr," sagte der Besitzer mit einer Verbeugung. Rach Verlassen des Ladens begibt sich G. eilenden Fußes zum zweiten ersten Schuhmacher der Stadt, und bestellt dort genau das gleiche Paar Schuhe: ...elegant und solide... etwas wirklich Gutes, wissen Sie... ich bezahle bei Annahme. Am Donnerstag begibt sich G. (der zwei prachtvolle Paar Schuhe erhalten hat) in den Laden Rr 1. Er bringt einen linken Schuh zurück und sagt: „Dieser hier muß noch umgearbeitet werden... er drückt entsetzlich... Schicken Sie ihn bestimmt morgen abend — und vergessen Sie die Rechnung nicht!" Zehn Minuten später erklärt er im Schuhladen Rr. 2: ..Hier ist der rechte Schuh... er drückt ent- schlich. Dringen Sie das in Ordnung und schicken Sie ihn mir morgen abend — vergessen Sie die Rechnung nicht!" Am Dvnnerstagnachmiffag reifte ein elegant gestiefelter Mann von Lyon ab. Seine Seele war ruhig und seine Füße befanden sich wohl. Land W? ,b "lcr dec nnduerill^leAUDfr’ Mifn ober zu Drt, jMnbotftn M. 50W) aut 1. Hypothek b. flacher Sicherheit VM pünktl. Zinsz. Regen 10°', Zinsen Off. an Post- schließt. 66 Gießen erbeten. &iin Frankfurter Theater. Nach dem heiteren .Intermezzo" am Sonntag dirigierte Richard Strauß bei seinem zweiten Gastspiel in der Frankfurter Oper die düstere „E l e k t r a“, und wieder zog er das Publikum unwiderstehlich in seinen Bann, so daß es am Schluß zu begeisterten Ovationen für den Meister kam. Mit sparsamster und knappster Geste, ganz ohne Pathos und genialische Bewegungen, dirigiert Richard Strauß, und doch holt er ein Maximum von Klangreichtum aus dem Orchester, das wieder in bester Verfassung mar, und die Musik der „Elektra" erstrahlte in all ihrem dunklen Glanz. Die Darsteller trugen ihr wesentliches Teil zu dem großen Erfolg des Abends bei. Die Elektra des Düsseldorfer Gastes Hanna Gorina war eine dramatische und gesangliche Leistung von Format. Neben ihr traten noch Kullmsorischriü oder eillenoerfall? - Zwischen Anßland und Amerika Don Joseph Caillaux, ehem. Ministerpräsidenten und Finanzminisier der französischen Republik. verfallen in denselben Fehler: was sic auch sagen mögen, ihr Hauptziel ist materielle Wohlfahrt. Der Fortschritt der Menschheit ist für die eine Magenfrage. Ein großes Land, Amerika, huldigt ausschließlich dem Prinzip des Realismus. UcbcraU wollen sic ernten, wo sic eben erst gesät haben: überall suchen sie den langsamen Fortschritt der Wissenschaft durch Organisation aufzubauschen. Organisation der Industrie! Organisation der Arbeitsausnutzung! Und wozu? Ohne allen Zweifel stehen die Amerikaner auf einem höheren Niveau materieller Zivilisation als wir — und das ist gewiß nicht unbedeutend und unwichtig. Ich Unterschüße die drüben erzielten Fortschritte so wenig, daß ich schon oft darauf hingewiesen habe, welche der jenseits des Atlantik entstandenen Methoden unser altes Europa anwenden könnte. Aber Anwendcn heißt nicht Nachahmen. Ich würde starke Befürchtungen hegen, wenn mein großes Vaterland Europa Grundsätze und Methoden unverändert übernähme, die in neuen und ziemlich neuen Ländern vielleicht (viel leicht!) ihr Gutes haben mögen, die aber Zivilisation und Sulfur älterer Nationen schwer vcr- letzetz können. Man denke nur an das Taylorsystem! Eine vernünftige Anwendung handwerklicher Grundsätze regt den Arbeiter zu selbständiger geistiger Tätigkeit an: die beständige Wiederholung desselben Handgriffs in so knapp wie möglich berechneten Zeitabständen erniedrigt ihn und macht ihn zum Automaten. zu seinem Nachteil und zum Nachteil der Allgemeinheit. Zum Nachteil der Allgemeinheit? — Im Hirn eines Webers entwickelt sich der erste Gedanke an automatische Webemaschinen. Und so sind unzählige neue Ideen besonders in der Technik aus der Geschicklichkeit von Arbeitern, die sich auch geistig mit ihrer Arbeit beschäftigen konnten, entstanden. Die Lohnarbeiter könnten diesen wertvollen Beitrag zum Wohle der Allgemeinheit von dem Tag an nicht länger leisten, an dem sie zu stumpfen, gedankenlosen Tieren gemacht werden. Jedoch — ihre Arbeitszeit wäre kürzer, ihr Lohn unendlich viel hoher! Jeder tonnte ein Auto haben, könnte in voller Muße ins Kino gehen ... Zugegeben! Aber was nützt diese primitive — um nicht zu sagen, niedrige — Art von Vergnügungen dem Geist? Wenn der Arbeiter die Fabrik nach sechs, sieben, acht Stunden stumpfsinniger Bedienung eines Hebels, eines Maschinenteilchens verläßt, ist er nach kurzer Zeit zwangsläufig zum Maschinen- Menschen geworden. Sicher werden die Arbeiter eine bestimmte, viel leicht lange Zeit hindurch damit zufrieden sein, aus goldener Krippe essen zu dürfen. Langsam geht es mit ihnen auf schlüpfriger Straße bergab — dem Stumpfsinn, der Schläfrigkeit zu. Ihre Aufseher werden mitgerissen; da sie nur eine unterwürfige, charakterlose > Herde zu beaufsichtigen haben, geben sie sich der allgemeinen Trägheit und Unwissenheit hin. Es entwickelt sich eine „S u 11 u r" der E i n- tönigteit unb der Gleichheit ... eine Kultur, die man wie eine Marionette am Schnürchen zieht. Bildlich gesprochen: statt blühender Landschaften entsteht ein einziger großer Gemüsegarten. — Ich jedenfalls liebe es nicht, in einer Umgebung von Kohlköpfen und Rüben zu leben. Dann schon lieber mit blutenden Händen durchs Dickicht, hinter dem unbekannten Land mit unbekannten Wundern und selbst unbekannten Feinden lockt! Und es liegt nicht in der menschlichen Natur, sich lange mit einem einförmigen Leben zufrieden zu geben. Alle Menschen, die zu solchem Dasein verdammt sind, werden sich eines Tages dagegen auf= lehnen — und gerade auf diesen Tag konzentrieren sich meine Befürchtungen. Afeinsloial -G- T.C. w „ ,i 116V SSW icruW'J Ddiut o • I. Utopisten und Realisten. Sitte — welch' wirkliche Bedeutung hat dieses Wort, das wir so häufig gebrauchen, ohne uns jemals über feinen Sinn klar zu werden? WieSully- P r u d h o m m c , der elegante Dichter und scharfsinnige Philosoph, mir einmal sagte, rührt ein großer Teil der Meinungsverschiedenheiten selbst unter denkenden Menschen daher, daß sie ihre Begriffe nicht klar genug definieren. Wie läßt sich aber „Sitte" definieren? Genügt cs. zu sagen, wie man es vielfach getan hat. daß damit die Gesamtheit der HebereinFommcn bezeichnet wird, die der Mensch sorgfältig ausgearbeitet bat, um die Beziehungen zu seinen Mitmenschen angenehm zu gestalten und um die Triebe des Mißtrauens, des Neids und der Furcht im gegenseitigen Verkehr auszuschließen? Ich muß gestehen, daß diese Definition meinem Verstand nicht zusagt. Sie scheint mir nur die Umrisse hervorzuheben, nur die Oberfläche zu betrachten, anstatt tiefer zu schürfen. Ich mochte eine einfachere und meines Erachtens tiefer- gehende Definition vorschlagen: Sitte ist die Organ i f a t i o n des geistigen und körperlich e n W o h l e s der Menschheit. Dieser Definition läßt sich, denke ich, nicht widersprechen-, sie sucht einen veränderlichen, den Zeiteinflüssen unterworfenen Begriff soweit als möglich einzufangen und umfaßt in ihrer weitesten Bedeutung auch unsere Begriffe „Kultur" und „Zivilisation". Nicht ganz so leicht ist eine Definition der Schlagwörter „Kulturfortschri11" ober Entwick lung der Zivilisatio n", wie sie täglich von Politikern aller Richtungen, in Tausenden von Leitartikeln, gebraucht werden — unter denen sich aber jeder etwas anderes vorstellt. Bei den Trägern der verschiedenen Ansichten, wie sich eine Fortentwicklung menschlicher Kultur und Zivilisation vollziehen müßte, lassen sich vor allem zwei Gruppen unterscheiden: Realisten unb Uto Pisten. Das sind die Bezeichnungen, die ich wählen mochte. Ich bitte jedoch meine Leser, die Ausdrücke nicht allzu buchstäblich zu nehmen, sie scheinen mir jedenfalls die besten oder die am wenigsten schlechten, um das, was ich sagen will, auszudrücken. Realisten nenne ich alle Leute — sie sind heute in großer Ueberzahl —, die jeden Fortschritt nur im Lichte bet Zivilisation, nämlich in der Entwickln n g d er Technik sehen. Sie behaupten, baß der Mensch sich in bem Maße entwickelt habe, wie er sich die Kräfte der Natur untertan machen konnte; daß die Entdeckung, Befreiung, Nutzbarmachung neuer Kräfte, die Regulierung der Wärme, der Wasserströmungen, der Flut und der Ebbe dem Menschen unzählbare unbeseelte Sklaven gibt, unb baß infolgedessen Maschinensklaven .'inst den heutigen menschlichen Arbeitssklaven gänzlich ersetzen werden. In hundert, zweihundert Jahren — eine Minute im Leben der Welt — werde uns die Natur unterworfen fein. Weniger geneigt als die Realisten, alles dem na- llirlichen Lauf der Dinge zu überlassen, glauben die Utopisten — wenigstens geben sie vor, es zu glauben —, daß menschlicher Wille allein die Lage der Menschheit sofort bessern könne. Sie mißbilligen die Anhäufung von Reichtümern in den Händen einzelner, sic stellen den ausschweifenden 13urus gegen den Hunger der Armen, und sie erhoffen einen gerechten Ausgleich der Lebensverhältnisse vom Gesetz. Die Ausschaltung ober zum wenigsten die Milderung der Ungleichheit und Ungerechtigkeit ist für sie der einzige zu erstrebende Fortschritt menschlicher Gesittung. Ich habe die Gedankengänge bis zum Aeußersten vereinfacht, um sie klarmachen zu können, und möchte nun auf den schwachen Punkt bei beiden Anschauungen Hinweisen. Realisten wie Utopisten Ratürlich soll nicht gesagt sein, daß die Kunst i der Figur des Judas direkt aus 6cm Wege gegangen ist. Aber es muh doch festgestellt werden, dah der Riederschlag, den seine Person in der Kunst gefunden hat. nicht der Bedeutung feines Tuns entspricht, lind noch mancher spätere ..Judaskuß" bleibt, wie der des Fra Giovanni Angelico, im trocken Episodenhaften decken. Oder die angestrebte Vertiefung und Verinnerlichung kommt überwiegend der schmerzlichen Wehmut im Antlitz des Verratenen zugute als det Tittle, t JDTgtW Mgswrstil imirogen. tag gab v s Dtttln, konrnt. Ach W. Milden di dich 3n i neuen den ftimmung 15? schnitte, Güteklasse N: Cichenstämme: 2. Klasse 50.44 Mark. 4. Klasse 50.44 Mark, Güteklasse A, Eichenstämme 4. Kl. 91.32 Mk.. 5. Kl. 91.32 Mk.. B Langholz und Abschnitte: Güteklasse N, Lärchenstämme Klasse 1 b 18.25 Mk., Klasse 2 a 22.55 Mk, Klasse 2 b 25.25 Mk., Kiefernstämme: Klasse 1 b 17.85 Mk., Klasse 2a 22.55 Mk.. Kl. 2 b 24.55 Mk.. Klasse 3 a 31.05 Mk.. Klasse 3 b 34.55 Mk.; Güteklasse A: Kiefernstämme, Klasse 3a 38.05 Mk., Klasse 3b 42.25 Mk.: Güteklasse N: Fichtenstämme. Klasse 1 a 22.65 Mk., Klasse 1 b 24.85 Mk., Klasse 2a 25.55 Mk.. Klasse 2b 26.05 Mk., Klasse 3b 30.05 Mk., Klasse 4a 31.05 Mk.; Güteklasse F: Fichtenstämme, Klasse 1 b 21.97 Mk., Klasse 2 a 16.55 Mk., Klasse 2 b 18.85 Mk., Klasse 3a 21.05 Mk., Klasse 3b 25.05 Mark. — Bei der Wahl eines Vertrauensmannes zur Landwirtschaftskammer für den Bezirk Allendorf/Lumda—Climbach wurde an Stelle des zurückgetretenen Johannes Rols- hausen der Landwirt Christoph Wallenfels von hier gewählt. — Nachdem der strenge Winter glücklicherweise fast spurlos an dem Was- serleitungs-Hauptrohrneh unserer Stadt vorübergegangen ist, stellen sich, nachdem der Erdboden soweit aufgetaut, an den Zuleitungen zu den Gebäuden zahlreiche Rohrbrüche heraus, mit deren Beseitigung man zur Zeit eifrig beschäftigt ist. r. Allertshausen, 27. März. Bei der hiesigen Holzsubmission wurden 19 Angebote abgegeben. Es wurden folgende Zuschläge erteilt: Kiefernstämme: Ia°Kl. 19,97 Mk., lb-Kl. 20,97 Mk.. ila-Kl. 21.10 Mk., Hb-Kl. 24,50 Mk., ! Dis- 4 3m J2 . Luiden iw jilJct von ; bud c öesang' Tnb bis I tamit rech -Wuzc^ uhren fr überreichte Arnbach' SS ßh Illa-Kl. 31,60 Mk., IVa-Kl. 44,05 Mk.; Fichten- stamme: la-Kl. 23.97 Mk., Ib-Kl. 2597 Mk., Ila- Kl. 27,46 Mk., IIb»Kl. 29,40 Mk., Illa-Kl. 33 65 Mk., Illb-Kl. 40,60 Mk., IVb-Kl. 42 15 Mk. * Beuern, 26. März. In der Gastwirtschaft des Mitgliedes Albert Ranft hielt am Samsta ] der hiesige Spar-undVorschuhverein H seine diesjährige Generalversammlung ab. Rach Eröffnung durch den Direktor A - n o l d erstattete der Rechner Linden st ru h Bericht über den Geschäft verkehr und gab :e Iahresrechnung für das abgelaufene 3ajr 1028 bekannt, die eine starke Auswärt entwicklung ; :r Kasse barlegte. Der Sparverkehr hat sich i.n abgelaufenen Jahre gut entwickelt, die gcfamlcn Spareinlagen betrugen am Ende des Jahres 163 000 Mark, der Gesamtumsatz ergab die Summe von 500 000 Mark. An Reingewinn wurden 2562 Mk. nachgewiesen, der zum Teil dem Reservefonds und der Detriebsrücklage zugesch.ie- ben wurde. Der Geschäftsanteil der Mitglieder wurde mit 1^ Prozent Dividende verzinst. Nach wertvollen Erläuterungen zu dem Geschäftsbericht durch den Vorstand wurde diesem Entlastung erteilt und der Dank für die umsichtige Leitung der Geschäfte ausgesprochen. Die alten Spareinlagen wurden mit 15 Prozent aufgewertet und ist, und beim Erwachen im ersten Morgenlicht ihn grüßen und ihm zunicken: Du darfst heut fliegen an deinem Fädchen. Lind jetzt war das alles zu Ende. Er war nicht bei ihm geblieben. Der Himmel war fein hohes, blaues Haus, in das ging er hinein. Schluchzen schüttelte das Kind, ÜnD etwas war doch schön. Etwas war noch immer schön. Das Kind begriff es nicht, daß es in einem kleinen Bild das Geschehen der Welt erlebt hatte. Daß nach der gleichen Ordnung die Sterne ihre Bahnen gingen und zum Weisen seine Weisheit kam, und es selber sich zu seiner Mutter flüchten wird, ihr alles zu erzählen. Der Luftballon war nicht mehr sichtbar. Das Kind lag weinend im Gras. Cs konnte es nur dunkel fühlen: das Schönste war, wie er in feinen Himmel ging. Hochschulnackrichten. Der durch die Emeritierung des Geh. Hofrates Prof. Dr. Carl Neumann an der Üniücrfität Heidelberg freigewordene Lehrstuhl für neuere Kunstgeschichte ist zum 1. Oktober 1929 Prof. Dr. Hans I a n tz e n an der Universität Freiburg i.B. angeboten worden. — Es haben Rufe angenommen: Pros. Lic. Dr. Joachim Jeremias an Der Llniversität Berlin auf den Lehrstuhl Der Neutestamentlichen Theologie in Greifswald als Nachfolger von Prof. Julius Schniewind, Der Heidelberger Pri» vatdozent Dr. Percy Ernst Schramm auf Den Lehrstuhl Der mittleren Geschichte in Göttingen als Nachfolger von Prof. Andreas Walther, und Prof. Dr. M. Wertheimer von der Llniversität Berlin auf Den Lehrstuhl der Psy« chiologie in Frankfurt als Nachfolger von Pros. Friedrich Schumann. Der außerordentliche Professor für römisches Recht, antik Rechtsgeschichte und Papyrologie an der Wiener Llniversität Dr. jur. et phil, Ernst Schönbauer ist zum ordent.ichen Professor ebenda ernannt worden. — Die Ernennung des Professors D. Dr. Hans Windisch von der Llniversität Leiden (Holland) zum ordentlichen Professor der neutestamentlichen Theologie an Der Llniversität Kiel als Nachfolger des verstorbenen Prof. Julius Kögel ist erfolgt w N Ur t Gießen, \ ileichsvei Arbeiten Lo Lo Pläne i offen. An bezogen a Eröffnu 6. April 1 unterem 2 Ichlagsfrif ousbrüiflh Gießen, § __H. Sie n 3n unfe Arde air 0bnWsl Smnmlun Z°itung ir -an Stelle poerftoi Helmke in Mi wort Gießen, Test laß la ju la lu un w A la (3 A |la(* I b B r** I la •'S i-efer De krag mit 3 Prozent für öaS Jahr 1928 fMnttivasMr Mhttchei ^OflUC^ Jean Weisel, Lieben, Sonnenstrafae 6, Telephon Nr. M -ßeim, &n£auf/ /h Sa | w?. Für die Geiundheit /jQHUiÄ^V f Hygienische Artikel A sämtliche Gummiwareu Inrofierie Winterholi/ \ Kreuzplatt 10 J 1Lbt Hygiene V Haarausfall u. Jucken der Kopsdaui, bestens bewährt. Jein varsumien! Flaschen mit« bringen! V«Liier 0.75 'JJ1L Liter 1.25Mk. All. Berkaus: Koso. Abt. Engel-Apotheke. Vorteilhafteste Größe: Plombierte Flasche Nr. 6 zu RM 6.50 Vertretungen: Linker & Sohn, Gießen (Hessen) Ludwig Römer >., Heuchelheim, Wilhelmstraße 2 M Verlangen Jie stets ausdrücklich MAG GF Würze j» f und achten Jie auf den Namen MAGGI, die Jyk gelb -roten Etiketten und die typische form der Raschen. Bekanntmachung. Das Gas- und Wasserwerk ist unter Nr. 16 und Nr. 708 an das Fernsprechnetz angeschlossen. 2830C Nach Betriebsschluß ist in dringenden Fällen Direktor Steding unter Nr. 16 und Betriebs-Inspektor Steckenmesser unter Nr. 708 zu erreichen. Gießen, den 26. März 1929. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Der Voranschlag der Gemeinde hausen für das Rj. 1929 liegt vom 30. Mär; 1929 ab eine Woche lang auf dem Dienstzimmer der Bürgermeisterei zur Einsicht der Beteiligten offen. Während der. Offenlegungsfrist können schriftlich oder zu Protokoll Einwendungen vorgebracht rverden. Es ist die Erhebung einet Umlage be« schlossen, zu der auch die Ansmärker bet» zutragen haben. 2856D la rindlederne Schulranzen sehr billi-i. 2861D Carl Nch nck Bahnhofstraße l8 0t ünberg, 27. März. Am Mittwoch fand । er die Abschlußprüfung eineS vom Gründer« isrAeit-und Fahrverein veranstalteten S'ltb 'chcnbach-Fahrkursus statt. Der Kursus stand riitcr der Leitung des Vorsitzenden des Aaben« niet Veit- und Fahrvereins, Rittmeister a. D. Freiherr Roeder von Diersbur g der Ijon ähnliche Kurse in Londorf und Großen« Bekanntmachung. Betr.: Strahenbahnbetrieb. Ab Samstag, den 30. d. 2N., wird der Verkehr zum Reuen Friedhof verlängert. Der erste Wagen fährt ab Bahnhof 13.15 Uhr, ab Marktplatz 13.22 Uhr, der letzte Wagen ab Friedhof 18.12 Uhr. 28240 Gießen, den 26. März 1929. Direktion der Straßenbahn. St ölte. Bekanntmachung. Die Größe der bei den Stromabnehmern angebrachten Zähler wird nach dem angemeldeten Anschlußwert durch die Elektrizitätswerke festgesetzt. 28470 Um Beschädigungen von Zählern, für welche der Abnehmer gemäß den Strom- lieferungsbedingungen verantwortlich ist, zu vermeiden, sind von allen Erweiterung gen von Anlagen den Elektrizitätswerken Mitteilungen zu machen. Gießen, den 27. März 1929. Direktion der städtischen Elektrizitätswerke. S t o l t e. । ^ttcicbtc tt Gar'bente ich. 27. März. Am Samstag ,-ranstaltete die hiesige Ar be i ter-S a rn a - iter-Kolonne einen Lichtbildervor- cag, bei dem Dr. Rupp in dankenswerter LZeise Aufklärung über die Tuberkulose iab. 3m Anschluß an den belehrenden Dortrag rur&en im Lichtbild eine Anzahl Landschafts« jilber vorn Rhein gezeigt. — Die Vorarbeiten für das goldene Jubiläum des hiesigen fA'esangvereins „Viktoria" am 26.Mai lind bis jetzt rüstig fortgeschritten. Man kann damit rechnen, daß bei dieser Veranstaltung den Besuchern bemerkendtoerte gesangliche und musi« kalische Ausführungen geboten werden. Selbst schwere Mollchöre, wie „O Traurigkeit, o Herzeleid" usw. wurden präzis zum Vortrag gebracht. Ein Filmstreifen führte am Schluß die Leidenszeit des Welterlösers in Künstlerbildem vor Augen. Des „Schäfers Sonntagslied" von Konr. Kreuzer schloß die hehre Feier. i. Lich, 26. März. Auf dem 91. Gauturntag des Turngaues Hessen wurde dem Turnverein Lich das diesjährige Gaufrauen Wetturnen übertragen. Als Tag wurde zunächst der erste Sonntag im Juli festgesetzt, unvorhergesehene Umstände machten aber ein Verlegen des Festes um zwei Monate nötig, so daß es am er ft en Sonntag im September abgehalten wird. Unsere Stadt will das Fest für die Turnerinnen so angenehm als möglich gestalten. Aus diesem Grunde hatte der Vorstand deS Turnvereins Lich die Vorsitzenden aller Vereine am Montagabend zu einer gemeinsamen Vorbesprechung in das Hotel „Zum Löwen" eingeladen. Rach kurzer Begrüßung berichtete der 1. Vorsitzende den Erschienenen über den Zweck der Einladung. Er forderte die Vereinsvorsihenden auf, in ihren Vereinen darauf hinzuwirken, daß das Fest gemeinsam mit allen Vereinen gefeiert wird. Cs folgten dann Besprechungen technischer Art, bzw. über Bildung von Ausschüssen und dergleichen. Der musikalische Teil des Festes wird wahrscheinlich der Ljcher Feuerwehrkapelle übertragen werden. Als Tag der Zusammenkünfte der VereinS- vorstände wurde der Montag festgelegt. Rach Erledigung der technischen Fragen schloß der Vorsitzende die Versammlung mit dem Wunsche, daß von feiten der Licher Bürger und Vereine an den Vorstand des Turnvereins Anregungen ergehen möchten, damit das turnerische Ereignis zu einem gemeinsamen Feste aller Vereine werde. Kreis Friedberg. WSN. F r i e d b e r g, 27. März. In der gestrigen Stadtverordneten-Versammlung gab die Verwaltung die Erklärung av, daß an amtlicher Stelle in Darmstadt von einem geplanten Abbau der hiesigen Aufbauschule nicht bekannt sei. Anlaß zu dieser Erklärung gaben die Ausführungen des Oberstudiendirektors Dr. Faber bei der Abschiedsfeier der diesjährigen Abiturienten der Aufbauschule, die dahin gingen, daß der Fortbestand dieser Anstatt gefährdet sei. Vorbereitend wies Bürgermeister Dr. Seyd darauf hin, daß der dies- jährige städtische Haushaltsplan ein erschreckend hohes Defizit aufweise. Für den verstorbenen Beigeordneten Nepp wurde Stadtverordneter I h l (Soz.) als Beigeordneter i'ös ^a9tn DctiJJ. teÄ »ft noch „iS w. LWnbJt'P' ftsSe *?*> Ä"3 ’ 2 und 1,50 X X 25. Mörz 3U br? eir*^ ftro Festmeter A: U, -Wamme: 2. Äfafft ,«1.5. Kl. 91.32M k: ©utenalk N, Läo 18.25 X la Je 2 a 22.55 X ÄI.2b )o M. Klasse 3b 34.5' JemJamme. Klasse 3i ’2o X; Güteklasse N «l, Aasse 1: 25.5a M, Kasse 2 t Jo Mk., Klasse 4a 31.« Wamme, Klasse U 55 X, Klasse 2 b 18.8 Klasse 3b 25.05 Maik Aertrauensman- vorgeschlagen und mit großer Mehrheit gewählt. Das Stadtverordnetenkollegium billigte die Vorschläge der Verwaltung bezüglich der Genehmigung privater Bauvorhaben. Seitens der Stadt werden zu diesem Projekt 300 000 Mark Zuschuß geleistet. Im besonderen soll dieser Betrag der Errichtung von Dreizimmerwohnungen dienen. Der Bau einer Autogarage für das Polytechnikum gab dem Vorsitzenden Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß die Fliegergruppe des Polytechnikums im Herbst mit dem Bau eines Segelflugzeuges nach den Plänen von Prof. Dr. Junkers beginnen werde. Die Fliegergruppe habe bis jetzt recht erfolgreiche Arbeit geleistet. Kreis Büdingen. I! Büdingen, 26.März. Der Gemeinde- r a t beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung unter anderem mit einem Antrag auf Verlegung eines Fabrikunternehmens nach Büdingen. Dem Antrag soll nähergetreten werden. Das Unternehmen will etwa 200 Arbeiter beschäftigen. Eine Vereinbarung mit der Provinz über die Benutzung der beim Gaswerk stehenden K r eishalle wurde gutgeheißen. Das mit Dipl.-Ing. D a a b bestehende Dienstverhältnis als Betriebsleiter des Städtischen Gaswerks wird mit dem 31. März 1929 aelöft. Bis zur Besetzung der Stelle wurde dem Gemeinderatsmitglied Geyer das Einziehen der Gasgelder übertragen. Die technische Leitung wird bis zur endgültigen Wiederbesetzung dem Gemeinderatsmitglied Schlossermeister Schultz übertragen. Schulz war längere Zeit im Betriebe als Heizer beschäftigt. — Die Volks bank B ü - dingen feierte dieser Tage ihr SOjühriges B e st e h e n. Am 22. Februar 1879 wurde die Bank durch 23 Handwerker, Gewerbetreibende und Beamte als Vorschuß- und Creditverein gegründet. Im Laufe der Zeit hat sich das kleine Unternehmen zu einem beachtlichen Faktor des Büdinger Wirtschaftslebens entwickelt. Im Jahre 1904 wurde in der Brunostraße ein eigenes Geschäftshaus erbaut, welches 1905 bezogen werden konnte. Leider hat der große Krieg die günstige Entwicklung des Unternehmens etwas gehemmt. 1916 wurde die seitherige Firma in „Volksbank e. G. m.b. H." geändert. Die 1923 geplante Umwandlung in eine Aktiengesellschaft kam nicht zustande. Eine beachtliche Erweiterung erfuhr das Unternehmen durch Einbeziehung der hiesigen Depositenkasse der Mitteldeutschen Cre- ditbank im Jahre 1923. Am 19. März 1924 kann wieder die erste wertbeständige Bilanz vorgelegt werden. Das Vermögen betrug damals 20 167 Goldmark. Die Bank ist in vorbildlicher Weise bestrebt, Nutz- und Brennholzversteigerung Donnerstag, den 4. April, kommt im (Eleeberger TNarkwald, Distrikt Herrnwald 10 und 11 und Hardenberg 12 und 13 folgendes Holz zur Versteigerung: (2844v 260 rm Buchen-Scheit und -Knüppel, 5500 Buchen-Wellen, 30 rm Eichen-Scheit und -Knüppel, 1200 Eichen-Wellen, 52 rm Kiesern-Nutzholz (1,5 lang), 70 rm Kiefern- Scheit und -Knüppel. 410 Fichtenstangen 1. Klasse, 500 Fichtenstangen 2. Klasse, 700 Fichtenstangen 3. Klasse, 300 Fichtenstan- gen 4. und 5. Klasse. Das Holz ist durchweg guter Qualität und gut abzufahren. Zusammenkunft vor mittags 10 Uhr beim Saatkamp, Distrikt Herrnwald 10. Cleeberg, den 27. März 1929. Der Bürgermeister. Höhn. rchÄS- ... XM sfefgrs -MH sWj schastskammer für !umda-C!imbach tourt- denen Johannes Lols-« hristoph Wallens. - Nachdem der ftreng: ist spurlos an dem Was unserer Stadt vorüber nachdem der ErdbvTmZ m Zuleitungen zu der Avhrbrüche herarü nan zur Zeit eifrig be , 27. Marz. Bei der hie o n wurden 19 Angeb: folgende Zuschläge cn 19,97 MI„ Ib-lji NI., Ilb-Kl. 24.50 TiL; -Kl. 44,05 Mz Fichte?! L, ML 25 97 Mk., II? 29.40 Mk., Illa-Kl. 333 D (3 r ü n i n g e n, 26. März. Um unsere zur be- jiniüoen Besetzung ausgeschriebene Schulstelle hatten sich insgesamt fünf Lehrkräfte beworben. £ur(f) einstimmigen Beschluß des Schulvorstandes und des Gemeinderats wurde der fettherige Inhaber drr Stelle, Schulverwalter S ch a a f, zur Ernennung »orgefchlagen. Das Ministerium für Kultus und Bil- dungswesen hat nunmeyr Herrn Schaaf die Stelle llb.o!ro06er-Dessingen, 26. März. Am Buß« Im gab in unserer Dorfkirche der Gesangverein .Reue Eintracht" ein Kirchenkonzert. Das Gotteshaus war bis zum letzten Blatz besetzt. Kirche, Sonntag und Passionszeit t »urben durch Chöre und Dellamation gewür- i.igt In großer Spannung folgten die Erschienenen den feierlichen Choren, und eine Passtons- Itimmung von mächtigem Eindruck wurde erzielt. Los 2. Kanalarbeiten. Pläne und Bedingungen liegen bei uns offen. Angebotsvordrucke können von uns bezogen werden. Eröffnung der Angebote Samstag, den S. April 1929, vormittags 1034 Uhr, auf inferem Amt, Frankfurter Straße 29. Zu- «hlagsfrist 14 Taae, freie Auswahl bleibt ausdrücklich vorbehallen. Gießen, den 23. März 1929. Hessisches Kulturbauamt. H, Steindach, Regierungsbaurat. Bekanntmachung In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 21. März 1929 bei der Firma Oberheffisches Museum und Gattsche Sammlungen, Gescllschast mit beschrankter Haftung in Gießen, folgendes eingetragen: In Stelle des bisherigen Geschäftsführers, her verstorben ist, ist Studienrat Professor Helmke in Gießen zum Geschäftsführer bestellt worden. 28480 Gießen, den 25. März 1929. Hessisches Amtsgericht. die alten Gefchklstsanteile und Spareinlagen xur Zufriedenheit aller Beteiligten aufzuwerten. So darf man hoffen und wünschen, daß das beliebte Unternehmen unter der Leitung feiner tüchtigen Beamtenschaft sich immer weiter entwickeln möge, zum Segen Des gesamten Büdinger Wirtschaftslebens. Kreis Schotten. □ Saubach, 26. Marz.' Seit Ende voriger Woche streichen die Schnepfen in hiesigen Waldungen. Die erste Schnepfe in dem gräflichen Waldgebiet brachte gestern Förster Melchior von Gonterskirchen zur Strecke. Starkenburg. WSN. Darmstadt, 26.März. Am 10.März wurde in der Wohnung von Professor K e m p i n in der Wilhclminenstraße ein Einbruch verübt, wobei den Tätern Schmuckstücke, Pelzmäntel usw. im Werte von 14 000 Mark in die Hände fielen. Es wurde bald festgestellt, daß als Täter ein gewisser Krasse! und ein gewisser H y r o n i m u s, sowie das bei dem Wohnungsinhaber bedienstet gewesene Dienstmädchen in Frage kommen. Der Haupttäter Krasse! hat sich nach Marseille ge- flüchtet, während das Dienstmädchen und Hyroni- mus sich in Frankfurt und Bad Homburg herumtrieben. Das Dienstmädchen und Hyronimus konnten gestern vormittag durch die Darmstädter Kriminalpolizei in Frankfurt f e ft g c n o m m e n werden, während die französische Kriminalpolizei ersucht wurde, nach Krasse! zu fahnden. Ein Teil der gestohlenen Pelzmäntel und Schmuckstücke konnte wieder beigebracht werden. Anstreicher-Arbeilen M ' Sjmfeöen W. Mürz IMS. an HltteliL Ann.-Ex- Hessische Bürgermeisterei Hausen. Mi-,Pliefcilr.Happel. Sehr bei. 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Am Grünberger Kursus icren neben Mitgliedern des hiesigen Reiter- >n:eins auch solche vom Reiterverein Msseld be- C tilgt, im ganzen betrug die Teilnehmerzahl 16. 2'n Stelle des am Erscheinen verhinderten Vor- i venden des Landesverbandes der Reit- und 7djrt>creine, Landstallmeister a. D- Schoerke Zormstadt), war Rittmeister a. D. Leipold Künzenberg) erschienen, der nach dem Schluß- ihren den Kursusteilnehmern das Hessische THenbach»Fahrer-Abzeichen nebst VesihzeugniS «ofrotef nann an ^<ßuhl Torbene ^obtt L 'ift 'Ä 1\ML 4215 X 3n bet Mtoitw M M am 'Bot^ubDtte'.v. ii] eratöerlammlur ;| urch den Sittttor 21 ;■ einer Öinbcnftiu i- äfl'verkehr und gab . S abgelaufene 3ajr k- Ausvärlrenlwiälung -parverkchr hat hfl ' enttDidclt. die flelan... ' am End- W » itumsah ergab die Sm. .triebsrülklage gftl Ila Leber- und Blutwurst solange Vorrat reicht pfb. .0,60 Bestellungen für die Feiertage werden prompt erledigt. u Stliün 39101 Neuenweg 10 Telepy.4460 Unser ÖllttWoi la Ochsen- u. 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Der preußische Minister deS Innern Hut in einem Erlaß an die Regierungspräsidenten und Landräte Richtlinien aufgestellt, deren Zweck es sein soll, die zahlreichen polizeilichen Strafverfügungen und Verwarnungen einzuschränken. Diesen Richtlinien liegt der Gedanke zugrunde, daß Polizeibehörden im modernen demokratischen Staat in erster Linie durch Aufklärung, Einsicht und Verständnis für polizeiliche Rotwendigkeiten schaffen und finden müssen. Da auch in Hessen Klagen und Beschwerden über hohe Polizeistrafen, oft aus geringfügigen Vergehen, laut geworden sind, haben die hessischen Kammern bei dem Ministerium des Innern die Rachahmung des preußischen Vorgangs angeregt. Zu dem Entwurf eines Gesetzes über die Aen- derung des vranntweinmonopolgesehe» haben die hessischen Kammern erklärt, daß sie die im Entwürfe vorgesehenen Maßnahmen^ nämlich 1. das Verbot des privaten Handels mit Branntwein zu einem Preise, der niedriger als der regelmäßige Verkaufspreis der Monopolverwaltung ist und 2. die Beseitigung der Steuerbegünstigung für die kleineren und Abfindungsbrenner, sowie die Ablieferungsfrist für deren Branntwein für wohlgeeignet halten, die z. Z. im Handel mit Branntwein bestehenden Mißstände zu beheben. Eine Erhöhung der Branntwein- beftcuerung müssen sie in Wahrung der Interessen des Spiritusgewerbes unter allen Umständen ablehnen. Gegenüber den Bestrebungen der Angestelltenverbände auf Einschränkung der Arbeitszeit an Vorabenden von Festlagen stehen die hessischen Kammern geschlossen hinter den Organisationen des Einzelhandels, welche besonders im 5-Hhr-Ladenschluß am Heiligen Abend eine schwere Beeinträchtigung ihrer geschäftlichen Interessen erblichen. Für die Erteilung der Erlaubnis zum handel mit Waffen und Munition werden in Hessen Gebühren erhoben, die sich zwischen 50 und 100 Mk. bewegen. Klagen aus den Kreisen des Einzelhandels über diese ungewöhnlich hohen Gebührensätze haben Veranlassung gegeben, 6« dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft eine Herabsetzung der Gebühren zu be- aniragen, leider ohne Erfolg. Rachdem fest- gestellt worden ist. daß in Preußen, Bayern, Württemberg, Baden und Sachsen wesentlich niedrigere Gebühren erhoben werden, ist auf Antrag der Kammer der Vorort erneut bei dem Herrn Minister vorstellig geworden. Die am 27. Februar in Alsfeld von der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. abgehaltene Fahrplanbcsprechung hat zu einer weiteren Verbesserung des Iahresfahrplans für 1929 geführt, soweit die Strecken Gießen — Fulda, Alsfeld — Riederaula--Hersfeld, Bad-Salzschlirf—Riederaula und L a u t e r b a ch— Gedern in Betracht kommen. Wenn auch der langjährige Wunsch nach Einlegung eines Cil- zugspaares auf der Strecke Gießen—Fulda noch auf Erfüllung warten läßt, so muh doch mit Genugtuung festgestellt werden, daß die Zahl der fahrplanmäßigen Züge auf dieser Strecke den Vorkriegsstand erreicht hat, d. h., daß nunmehr wieder sechs Personenzugpaare verkehren. Hingegen konnte die Kammer die für den Sommerfahrplan vorgesehene Umwandlung der D 191/192 und D 153/154 in FD.güge auf der Main—Weser-Bahn nicht gutheißen, weil hierin eine wesentliche Verteuerung und Verschlechterung des Reiseverkehrs erblickt werden muh. Die Einlegung eines Flügelzugpaares auf der Strecke Köln — Siegen zu den D 275/276 auf der Strecke Dortmund — Hagen — Siegen — Frankfurt — Friedberg wurde erneut beantragt. In ihrer letzten Dertreterbesprechung haben die hessischen Kammern sich erneut gegen die Wiedereinführung von Gerneindegeiränkesleuern ausgesprochen. — In einer Eingabe an die Ober- postdirektion Darmstadt hat der Berg- und hüttenmännische Verein im Interesse der ober- hessischen Gruben die Rotwendigkeit eines früheren Fernsprechdienstes auf den Qlemtern Hungen, Grünberg, Laubach beantragt, und zwar im Sommer um 6 und im Winter um 7 ähr. Einem Wunsche des Vereins entsprechend hat die Kammer den Antrag bei der zuständigen Oberpostdirektion Darmstadt fürtoortet. — Das Gesuch der Kammer um Gewährung eines Slaalszuschusses zur Anlerhallung der Handelslehranstatt hat das Ministerium für Kultus und Dildungs- wesen abgelehnt und mit der ungünstgen finanziellen Lage des Landes begründet. Die vom Reichsverband des süddeutschen Süß- waren-Grohhandels und von anderen Verbänden bei der Reichsregierung beantragte gesetzliche Freigabe des Warenverkaufs durch Automaten nach Ladenschluß, sowie an Sonn- und Feiertagen kann die Handelskammer nicht befürworten, da sie hierin eine gänzlich unberechtigte Bevorzugung gegenüber dem Einzelhandel erblickt. Aus dem Referat des Herrn Steuersyndikus Will (Gießen) über „Zeitgemäße Sieuerfragen" ist als besonders bemerkenswert folgendes hervorzuheben: Wenn der Steuerpflichtige eine ordnungsmäßig aufgestellte Bilanz eingereicht hat, kann das Finanzamt eine völlige Abschrift der gesamten Inventur nicht verlangen und durch einen Finanzbefehl auch nicht erzwingen. Ein solches Verfahren wäre unberechtigt. Auch die Ausfüllung eines besonderen Fragebogens, in dem eine Reihe allgemeiner Fragen aufgestellt wird, kann nicht verlangt werden, falls der Pflichtige Bucheinsichtnahme anbietet. Bietet der Steuerpflichtige Bucheinsichtnahme an, so kann dieses Anerbieten vom Finanzamt grundsätzlich nicht abgelehnt werden. Ein endgültiger Steuerbescheid, durch den ein vor- läufiger Bescheid berichtigt wird, kann von Dem Steuerpflichtigen nicht ohne weiteres in vollem Umfange durch Rechtsmittel angefochten werden. Diese Anfechtung ist nämlich nur insoweit zulässig, als die Aenderung im neuen Bescheide reicht. Wenn also z. B. aus dem Bescheid ersichtlich ist, daß die vorläufige Festsetzung erfolgt war, weil die Werte der Maschinen und Einrichtungen nicht sofort ermittelt werden konnten, kann der endgültige Bescheid nicht etwa deshalb angefochten werden, weil schon im vorläufigen Bescheid die Warenbestände 3ii hoch bewertet waren. Allerdings wird bei dem Bescheid häufig gegen die Auffassung verstoßen, die der Reichsfinanzhof in seiner Entscheidung vom 8. März 1922 niedergelegt hat, daß nämlich „aus dem Bescheide stets klar hervorgehen müsse, daß und inwieweit er vorläufig sein soll". Gegen einen auf Grund einer Buchprüfung ergangenen Steuerbescheid kann ein Einspruch nicht erhoben werden. Hat die Buchprüfung eine geringere als die vorläufige Steuer ergeben, so werden Kirchen- und Gewerbesteuern nicht automatisch, sondern nur auf besonderen Antrag ermäßigt. Unter den abzugsfähigen Werbungskosten find nach den Entscheidungen des Reichsgerichts alle durch den Betrieb verursachten Ausgaben zu verstehen, die aufgewandt werden, um damit Einkommen zu erzielen. Voraussetzung ist nur, daß der Betrieb aus seiner Struktur heraus genötigt ist, diese Ausgaben zu leisten. Die Ausdehnung des Begriffes der Werbungskosten auf sämtliche Ausgaben, die betriebswirtschaftlich auf Gewinn- und Verlustkonto gebucht werden, wird für die Wirtschaft den Vorteil bringen, daß so manche Härten, die aus der früheren Auslegung des Begriffes „Werbungskosten" entstanden sind, von nun an vermieden werden. Richt allgemein bekannt dürfte sein, daß als abzugsfähige Werbungskosten auch die sog. Schmiergelder anerkannt werden. Der Steuerpflichtige hat das Recht, bei Neuanschaffungen im Jahre 1928 für Gegenstände des beweglichen Anlagekapitals, die im Steuerabschnitt hergestellt ober angeschafft worden sind, allgemein eine Abschreibung von 20 v. H. vorzunehmen : der so errechnete Betrag darf aber hinter dem in der Handelsbilanz eingesetzten Wert nicht zurückbleiben. Neben dieser Abschreibung dürfen Absetzungen für Abnutzung im Anschaffungs- oder Herstellungsjahr nicht Dorgenommen werden. Auch Waren kann der Kaufmann in der Abschlußbilanz anstatt mit dem tatsächlichen Anschaffungs- oder Herstellungspreis mit dem gemeinen Wert bewerten, d. h. dem Werte, den ein Erwerber des Gesamtbetriebs am Stichtage dafür zahlen würde. Der gemeine Wert in diesem Sinne kann erheblich unter dem Wiederbeschaffungswert liegen. Vor allem kann eine sinkende Preistendenz die Ansetzung mit einem unter dem Marktpreis vom Stichtage liegenden Wert rechtfertigen. Die Bewertung hängt also unter Umständen davon ab, ob in dem betreffenden Geschäftszweig mit einer günstigen ober ungünstigen Konjunktur gerechnet wirb. Selbst wenn der Wieberbeschasfungspreis für bie betref- fenbe Ware am Stichtage noch nicht gesunken ist, kann nach einem neuen Urteil vom 10. Januar 1928 ein Hänbler unter Umftänben bereits wert- minbernb berücksichtigen, baß bie Fabrikanten, von denen er die Ware bezieht, infolge Sinkens der Rohstoffpreise ihre Verkaufspreise senken werden, da dies auch ein Käufer des Betriebs beachten würde. Ist ein Delkrederekonto eingeführt, so soll dieses beibehalten und nicht auf einmal etwa eine Einzel- abschreibung ober bgl. vorgenommen werben. Der Steuerpflichtige kann unter Berufung auf bie Bilanzkontinuität nicht verlangen, daß eine vom Finanzamt einmal genehmigte Abschreibung auf Außenstände in derselben Höhe fortlaufend weiter geführt wird ohne Rücksicht auf die inzwischen veränderten Verhältnisse. Auch eine Abschreibung auf die Außenstände in Form eines Delkrederepostcns darf nicht willkürlich genommen werden, sondern muß sich den tatsächlichen Verhältnissen anpaffen, will man nicht durch zu hohe Abschreibungen Reserven schaffen, die immer einmal zur Besteuerung herangezogen werden. Die Rücklagen für bie periodische Grunderwerbs- steuer dürfen weiterhin gemacht werden. Die Ge- samtheit der Rücklagen darf den Steuerbetrug, wie er sich nach der Regelung des Grunderwerbssteuergesetzes berechnen würde, nicht übersteigen. Auf- iösung der bisher steuerfrei gelassenen Rücklage, sowie Nachholung von Rücklagen ist nicht zulässig. Die steuerfreie Rücklage darf jährlich ein Sechstel des voraussichtlichen Grunberwerbssteuerbetrages nicht übersteigen. Der Vortragenbe kam dann noch auf das neue hessische Kirchensteuergesetz und auf die mit der Industriebelastung zusammenhängenden Fragen, wie z. B. auf bas llebertragen (transferieren) ber Reparationsgelber an die aus ländischen Gläubiger zu sprechen: er erklärte ferner die Bedeutung des Wohlstandsindexes, der nach dem Dawesschen Plan vom 1. September d. I. als beweglicher Zuschlag bie festen „Normal"-Iahres- leiftungen ergänzen sott. Industrie- und Handelskammer Friedberg. WSR. Friedberg, 27. März. In ihrer letzten Vollversammlung unter Vorsitz von Kommerzienrat Langsdorfs nahm die I n d u - ftrie- und Handelskammer Friedberg zunächst den Tätigkeitsbericht der Geschäftsführung entgegegen. Aus den Ausführungen des Syndikus Är. Stahl geht hervor, daß die Handelsschule in Friedberg sich in günstiger Entwicklung befindet. Syndikus Dr. Goebel beschäftigte sich in seinem Referat im besonderen mit dem Reichshaushalt 1929 und behandelte die neuen Steuervorlagen des Reichsfinanzministers. Der Referent kam zu dem Schluß, daß der Ausgleich des Reichshaushaltes durch weitere Abstriche in den Ausgaben herbeigeführt werden müsse. Die Vollversammlung billigte einmütig die Ausführungen Dr. Goebels. Syndikus Rotar Stahl berichtete über die Ver- treterbefprechungen der hessischen Kammern am 6. März in Frankfurt a. M. Heber hessische Gewerbesteuern und über die imgang befindliche Ge- toerbeftcuerberanlagung 1928 verbreitete sich Dr. Goebel. Er begrüßte es, daß die hessische Gewerbesteuer nunmehr auf Grundlagen aufgebaut sei, die den tatsächlichen Verhältnissen Rechnung tragen. Im weiteren Verlaufe der Aussprache wurden Verkehrssragen. der kommende Fahrplan. die Dranchenfernsprechbücher, der Fernsprechschnellverkehr mit Frankfurt a. M., Exportförderung usw. behandelt. Rach längerer Debatte sprach sich die Kammer gegen die Einführung eines Getreidemonopols aus. Der Marburger Haushaltsplan 1929. ][ Marburg, 27. März. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurde der Haushaltsplan der Stadt Ollarburg. in dem infolge der Auskreisung derStadt Aenderungen eingetreten waren, beraten und genehmigt. Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit 4 006 000 Mk. (gegen 4 091 000 Mk. vor der Aenderung) ab. An Zuschlägen z u den Nachdruck verboten. 18. Fortsetzung. Oie Liebe -erBrigiita Hollermann CRomcm von Elisabeth 7ley. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale). „Sie meinen es gut, Mister Amery, aber tote kann ich denn? Isa stellt womöglich noch mehr Dummheiten an", antwortete Eggenbrecht endlich gepreßt. r _ . „Hm, das glaube ich nicht garu, lieber Freund: ein so gehöriger Schreckschuß geht schnehuch doch auf die Rerven. Ich denke, Sie haben in dieser Beziehung nichts mehr zu befürchten." Eggenbrecht hatte sich erhoben und war zum Fenster getreten. . Amery unterbrach letzt die Stille mit keinem Wort. , r, . Plötzlich wandte sich Eggenbrecht ihm zu. und bot ihm die Hand. „Dank. Mister Amery", sagte er etwas belebter. „Ich habe es mir überlegt, und nehme Ihr Angebot an. Eine Vertretung habe ich ja in Lwktor Schmidtborn. einem Schiffsarzt, der ein Jahr in Schanghai bleibt. Hebermorgen reifen wir. „Das ist ein Wort, lieber Eggenbrecht. Run lasse ich Sie ruhigen Herzens nach Hause gehen. Vielleicht versuchen Sie noch heute mit Frau von Salden zu sprechen, so daß Ihre Gattin vor einer vollendeten Tatsache steht. Es ist so das Beste " „Sie haben recht. Amery.. Beben Sie wohl für heute, und nochmals Dank." Eggenbrecht ging zu Fuß nach Hause. Der Zufall wollte es, daß er Frau von Salden auf der Straße traf. Er bat sie um eine kurze Hnterrebung. Sie ihrerseits forderte ihn auf, mit ins Haus zu kommen. , , . Eggenbrecht trug ihr ohne viel Hmschweife seine große Bitte vor, Isa auf einige Monate Gastfreundschaft zu gewähren. Ri von Salden erklärte sich ohne langes Bedenken einverstanden. Wahrscheinlich wußte auch sie, daß nur eine lange Trennung die zerrüttete Ehe wieder zusammenfügen würde. Dabei dachte sie an das Kind, das Isa erwartete. Sollte sie es Eggenbrecht sagen? Wie würde er diese Mitteilung auf nehmen? Rein, damit wäre alles verloren, denn einen solch maßlosen Leichtsinn, in einem solchen Zustand eine waghalsige Rennfahrt zu machen, würde Eggenbrecht seiner Frau nie verzeihen können: dazu kannte sie seine Meinung zu gut. Das Kind sollte das Bindeglied zwischen beiden Eheleuten werden. Also schwieg sie. Eggenbrecht dankte ihr in beinah überschwenglichen Worten für die freundliche Bereitwilligkeit, denn er hatte eigentlich gefürchtet, daß niemand seine Frau nach diesem großen Skandal aufnehmen würde. Frau von Salden war also großzügig. Kaum, daß er ihre Zusage hatte, verabschiedete er sich auch. Es war wie ein Fieber über ihn gekommen. Am liebsten hätte er jetzt sofort, auf der Stelle, Schanghai verlassen. Isa sah er diesen Abend nicht mehr. Die Zofe meldete ihm, daß sich die gnädige Frau wohl fühle und bereits zur Ruhe gegangen sei. Er nickte stumm und suchte sein Zimmer auf. Isa nahm die einstweilige Trennung, die ihr ihr Mann am nächsten Tage vorschlug, sehr kühl auf, ja, es war, als wenn sie befreit aufatmete. Ohne Widerrede siedelte sie noch am selben Tage zu ihrer Freundin Ri von Salden über. Doktor Hans-Jörg Eggenbrecht aber fuhr am folgenden Morgen in Mister Arnerys Begleitung mit der „Britania" nach Hongkong, ohne sich von seiner Frau verabschiedet zu haben. Wieder war es Frühling auf Sylt, ein erster, herrlicher, warmer Maientag. Die Sonne lachte vom Himmel hernieder, fröhliches Lebensgefühl in allen Menschenherzen erweckend. Auch in der Anstalt der Schwester Christiane zeigt sich diese Auswirkung. Schwester Brigitta weilte mit ihren kleinen Zöglingen im Park der Anstalt, und tollte mit ihnen' lachend über die Wiesen, die im ersten Grün neu erstanden. Schwester Christiane saß oben am Fenster, und sah dem frohen Treiben zu. Ihr Gesicht zeigte ernste Sorgenfalten und wieder und wieder beugte sie sich über das Schreiben, das sie soeben von ihrem Bruder, an den sie sich.in ihrer Rot gewandt, erhalten hatte. Pastor Wendelin hatte trotz ihrer Bitte seinem Herzen nicht mehr länger gebieten können. Eines Tages hatte er um Brigittas Hand angehalten und sie gebeten, seine Frau zu werden. Schweigend hatte ihm Brigitta zugehört. Doch daraus ihm geantwortet, daß ihr Herz nicht mehr frei wäre und sie ihm aus diesem Grunde keine bejahende Antwort geben könnte. Weinend war das junge Mädchen an jenem Abend zu ihr ins Zimmer gekommen, um sie um Rat zu bitten. „Ich kann Pastor Wendelin nicht heiraten", hatte sie, verzweifelt weinend, ausgerufen. „O Gott, ich weih, wie weh ich diesem braven Mann mit meinem Rein getan habe. Er wollte und wollte es mir nicht glauben, und verlangte den Grund meiner Absage zu erfahren, Schwester Christiane." Rach langer Hnterrebung hatte Schwester Christiane das junge Mädchen dann soweit gebracht, daß sie Pastor Wendelin ihre Geschichte berichtete. Dieser war mit wehem, aber teilnehmend-verstehendem Herzen dann von ihr geschieden, und doch vielleicht nicht ganz ohne Hoffnung, Brigitta Hollermann einstmals zu erringen, wenn die Stürme in ihrem Herzen sich gelegt haben würden. Mitten in die Tage der inneren Erregung war dann an Schwester Christiane ein Brief ins Haus geschneit, der sie in große Hnruhe versetzte. Ein alter Jugendfreund, der vor mehr als zwanzig Jahren als Missionar nach China gegangen war, und dort ein Missionshaus gegründet hatte, dem feit Jahren ein großes Kindererholungsheim angegliedert war, bat sie, ihm doch eine zuverlässige, junge Kinderpflegerin zu suchen, die Lust und Liebe dazu habe, ins Ausland zu kommen. Es käme nur ein ernstes, gewissenhaftes Menschenkind in Frage, da ihr die ganze, sehr verantwortungsvolle Leitung des Heims anvertraut werden müsse. Antritt sofort. Telegramm genügte. Lange rang Schwester Christiane mit dem Entschluß, Brigitta Hollermann den Vorschlag zu machen, nach China ins Missionshaus zu gehen, und so hatte sie sich in ihrer Rot an ihren Bruder, den alten Sanitätsrat gewandt. Die Antwort war heute früh postwendend eingetroffen. Sie lautete: „Liebe Schwester! So bist Du nun in Deiner großen Rot zu mir gekommen, und ich weiß doch selbst nicht recht, was ich Dir als richtige Antwort geben soll. Das Drama, wie wir es damals bezeichneten, hat also begonnen. Pastor Wendelin ging das Herz durch. Kein Kunststück, bei einem so lieben Mädel, wie unserer Brigitta. Run ist ihres Bleibens nicht mehr länger auf Sylt. Die beiden jungen Menschen würden sich in ihrem Leid aneinander aufreiben. Lange, lange bin ich mit mir zu Rate gegangen, sogar die Rächte vermochte ich nicht zu schlafen, und das Endresultat ist doch immer das gleiche geblieben. Mir geht es ähnlich wie Dir. Christiane. Ich vermag hier nicht zu raten. China ist verflixt weit, und mir wird himmelangst, wenn ich daran denke, daß das Kücken allein die große Reise machen soll. Was kann ihr unterwegs nicht alles zustohen! Zum Teufel, habe ich mir dann auch gesagt, muß das denn alles sein? Kann denn Brigitta nicht lieber eine lütte Fru Pastor werden, und diesen Doktor, der sich absolut nicht um sie kümmert, vergessen? Ja, also Christiane, es bleibt uns da wohl nichts anderes übrig, als Brigitta selbst entscheiden zu lassen. Schreibe mir ihre Antwort, ich werde sie dann wohl in Hamburg abermals verstauen: wohl zum letzten Male in diesem Leben. Gott schütze fiel Dein alter Bruder." Langsam wandte Schwester Christiane den Blick wieder in den Park hinab. Wie einsam würde es dann fein, wenn nirgends mehr Schwester Gittas frohes Lachen erscholl! Doch, wenn es nun einmal galt, eine Entscheidung zu treffen, weshalb sollte es dann nicht gleich geschehen! Sie drückte auf eine Klingel, und befahl einer eintretenden Pflegerin, hinab in den Park zu den Kindern zu gehen, dafür aber Schwester Brigitta sofort hierher zu bitten. Als Brigitta Hollermann nach kurzer Zeit in Schwester Christianes Zimmer trat, nahm sie die gütige alte Freundin sanft an der Hand, und zog sie nach einem Stuhl zum Fenster. Sie suchte eine Weile vergeblich nach einem Anfang: dann aber berichtete sie Brigitta in Kürze alles, und überreichte ihr zum Schluß zwei Briefe, den des Missionars, und den des Sanitätsrats. Brigitta war sehr bleich und neigte sich wortlos über die beiden Schreiben. Wie seltsam, dachte sie dabei, hatte damals in Hamburg ein Brief nicht ebenfalls über ihr Geschick entschieden? Hnd nun? Sollte sie die Stellung annehmen? Für einen Moment war es ihr, als sei sie bereits mit allen Fasern ihres Herzens viel zu fest hier verwachsen, um sich noch losreihen zu können. Da aber tauchten zwei kluge, schwermütige, traurige Männeraugen, die Pastor Wendelins, vor ihr auf, und es war ihr, als wenn sie vor ihnen fliehen müsse, je eher, desto besser. Schwester Christiane ftörtc die Stille mit keinem Wort, und wartete geduldig auf Brigittas Antwort. Da fühlte sie plötzlich einen weichen Mädchenkopf in ihrem Schoß und Tränen, die ihre Hände benetzten. „Kindchen, Kindchen", sagte die alte Frau, ganz erschrocken über ihr Haar streichend. „Weshalb weinen Sie denn? Wollen Sie lieber bei mir bleiben? Verstehen Sie mich nicht falsch: ich schicke Sie doch nicht fort. Ich möchte Sie nun und nimmer gern hergeben. Aber war es nicht selbst Ihr Wunsch, fortzugehen, um Pastor Wendelins willen?" Brigitta hatte sich leise erhoben und war auf ihren Stuhl gesunken. „Sie müssen sich ja heute und morgen noch nicht entscheiden, liebes Kind", tröstete Schwester Christiane. „Heberlegen Sie sich die Sache in aller Ruhe." Brigitta Hollermann nickte und ging, einen leisen Dank murmelnd, aus dem Zimmer. Abends, als die Kinder zur Ruhe gebracht worden waren, klopfte Brigitta an Schwester Christianes Tür, und dann hatten die beiden Frauen eine lange Hnterrebung, im Verlauf derer Brigitta ihr den Entschluß .mitteilte, die Stellung in China anzunehmen. (Fortsetzung folgt.) Realsteuern sind vorgesehen: 375 Prozent der staatlichen Steuer vom Grundvermögen, rund 160 000 ML. 400 Prozent des Steuergrundbetrages von 68 000 OHL der Gewerbesteuer nach dem Ertrage. 480 Prozent des Steuergrundbetrages von 3000 Mk. der Gewerbesteuer nach dem Ertrage als Zweigstellensteuer. 1100 Prozent des Steuergrundbetrages von 7600 Mk. der Gewerbesteuer nach dem Gewerbekapital und 1320 Prozent des Steuergrundbetrages von 520 Mk. der Gewerbesteuer nach dem Gewerbekapital als 3toeig- stellensteuer. Die Zuschüsse der Reichsbetricve zu dem Derwaltungskostenaufwand betragen 20 000 Mk.. der Anteil am Aufkommen der Reichseinkommensteuer 420 000 Mk. und der Anteil am Aufkommen der Körperschaftssteuer 20 000 Mk. Geheimrat von Sybel f. UMarburg, 27. März. Im Wer von 82 Jahren starb gestern abend noch kurzem Kranksein einer der bekanntesten Marburger Gelehrten, der Professor der Archäologie. Geheimrat v. vr. Lu d - wig v. Sy bei. Der Verblichene, ein Sohn des bekannten Marburger Geschichtsprofessors Heinrich v Sybel. promovierte 1868 in Bonn und habilitierte sich 1872 in Marburg. Im Universitätsjahr 1906,07 bekleidete er das Rektorat, 1911 wurde er non seinen amtlichen Verpflichtungen entbunden. Der hervorragende Gelehrte war Mitglied des Deutschen archäologischen Instituts und der griechischen archäologischen Gesellschaft. Schon als Privatdozent hat er hier den archäologischen Lehrapparat gegründet und die Sammlung der Gipsabgüsse antiker Skulpturen eingerichtet. Ein Oberlandjäger erschossen. MSN. K a s s e l, 27. März. Heute früh wurde in dem benachbarten Großalmerode der Obcr- londjäger U l r i ch am Eingang einer Wirtschaft e r - schossen aufgefunden. Ulrich hat den tödlichen Schuß auf der Straße von oben her in den Unterkiefer erhalten. Der Erschossene hat, wie aus den Blutspuren herooraeht, sich nod) etwa 20 Meter bis zum Eingang der Wirtschaft geschleppt. Der Kasseler Kriminalpolizei ist cs gelungen, die Mörder zu verhaften. Es handelt sich um eine Derbrecherbandc von drei Personen, die von dem Landjäger bei einem Einbruch in ein Lebensmittelgeschäft überrascht wurden. Um sich ihrer Verhaftung zu entziehen, haben sie den Landjäger einfach niedergeschossen. Wirffchafi. Kommunale Landesbank in Darmstadt. Nach dem soeben erschienenen Geschäftsbericht der Kommunalen Landesbank in Darmstadt über das Jahr 1928 beträgt bei der Bank der Bestand an langfristigen Darlehen über 57,5 Millionen Reichsmark, derjenige an kurzfristigen Kommunaldarlehen über 15,5 Millionen Reichsmark; dazu kommen noch Vorschüsse an Städte und Kommunaloerbände im Betrage von 3,4 Millionen Reichsmark. Der Umlauf an Schuldverschreibungen erhöhte sich im Berichtsjahre auf rund 43 Millionen Reichsmark die Bilanzsumme von vorjährigen 86,8 Millionen Reichsmark auf 111,1 Millionen Reichsmark. Der Umsatz im Jahre 1928 beläuft sid) auf über 1,8 Milliarden Reichsmark. Zur Förderung der Entschuldung bevorzugte die Bank auch in diesem Jahre wiederum die Gewährung von Darlehen mit planmäßiger Tilgung. Die Bank begnügte sich bei diesen Darlehen mit einem mäßigen Verwallungs- kostenzuschlag. Die Schuldverschreibungen der Bank find, sofern sie einer regelmäßigen Tilgung unterliegen — dos ist bei den bis jetzt emittierten Goldschuldoerschreibungen Reihen 1 bis 8 sämtlich der Fall, zur Anlegung von Mündelgeldern im ganzen Reichsgebiet geeignet. Nach einer dem Geschäftsbericht beigegebenen Verwendungsübersicht dienten 35 o. H. des gesamten Darlehensbestandes der Bank der Förderung des Wohnungsbaues. Oie Bankbilanzen Ende Februar. Sn den Großbankbilanzen vom 28. Februar d. S. spiegeln sich zwei wesentliche Tendenzen wider. Auf der einen Seite sind die Wechselbestände bedeutend angewachsen, und zwar durch die große Begebung von Reichsschatzwechseln. Kasse und Giroguthaben sind nad) der starken Auffüllung am Ende des Sahres 1928 wieder erheblid) zurückgegangen. Anderseits macht sich der Rückfluß bzw. die Rückzahlung ausländischer Gelder erheblich bemerkbar. Die Kreditorenzunahme hat sich verlangsamt, obwohl in den Debitoren ein Zuwachs eingetreten ist, der die Einlagevermehrung übertrifft. Auch der Rückgang der Rostro-Guchaben deutet auf den Rückfluß ausländischer Guthaben nach dem Auslande hin. Besonders auffällig ist der starke Rückgang der kurzfristig eingelegten Gelder. Einschränkung der amerikanischen petroleumerzeugunq. Die Direktoren des amerikanischen Petro le um-Instituts haben einstimmig dem Vorschlag, die amerikanische Rohöl- erzeugung auf die durchschnittliche Tagesproduktion des Sahres 1928 einzuschrän ken, zugestimmt. Das bedeutet eine Verminde - rung der Tagesproduktion in den Vereimgten Staaten um 170000 Fässer. Ferner wurde beschlossen, die Produktion der von den Royal Dutch Shell-Gruppen kontrollierten Petroleumfelder in Mexiko, Südamerika und im fernen Osten einzuschränken. Der von den Direktoren angenommene Plan empfiehlt auchcne Gründung einer ständigen Organisation im Rahmen des amerikanischen Petroleum-Snstit vt; s, dem die Aufgabe zufallen soll, sich mit dem Problem der lleberproduktion an Petroleum in der ganzen Welt zu befassen. * * Stillegung eines Eisenwerkes im Dillgebiet. Wegen der schon seit längerer Zeit bestehenden Absatzschwierigkeiten hat das mit einer Belegschaft von über 300 Mann arbeitende Eisenwerk Schelder Hütte bet Rieder- scheld den Betrieb gestern stillgelegt, so daß die schon vor Wochen angekündigte Stillegung des Werkes zur Tatsache geworden ist. Die Schelder Hütte stellte fast ausschließlich Badewannen und Toiletteeinrichtungen aus Gußeisen her. * Lederwerke Martin Zimmer A.-G., Offenbach a. W. Die in Zahlungsschwierigkeiten geratene Gesellschaft legt einen Vergleichs- Vorschlag vor. Die Passiven betragen etwa zwei Mill. Mk. Die Gesellschaft bietet die Befrtedt- gung der Gläubiger unter 100 Mk. innerhalb eines Monats voll, die Gläubigerforderungen unter 80 000 Mk. sollen mit 30 Prozent in bar innerhalb 8 Monaten und mit 40 Prozent in Aktien der Gesellschaft, die SläuLigerforderungen über 80 000 Mk. mit 30 Prozent in drei Raten und ebenfalls mit weiteren 4 Prozent in Aktien befriedigt werden. Sm Zusammenhang mit diesem Vergleich soll das Aktienkapital von 1.20 Will. Mk. im Verhältnis von 5:2 auf 240 000 Mark zusammengelegt werden. Sodann mühte eine Erhöhung um den Aktienbetrag, der den Gläubigern ausgehändigt wird, erfolgen. 1 Dividendenreduktion der Frank - für ter Hof QL-®.. Frankfurt a.M. 3n der gestrigen Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, unter Hinweis auf die wirtschaftliche Depression und die wachsende steuerlicheBelastung, bei erhöhten Abschreibungen eine ermäßigte Dividende von 5 (im Vorjahre 7) Prozent vorzuschlagen. Die Generalversammlung findet am 22. Qlpril statt. * Sachsenwerk Licht u. Kraft A.-G.. Dresden. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft beschloß, aus dem Reingewinn von 1 427 022 (1 154 241) Mark eiye Dividende von 7,5 Prozent auf das vom 8. Suni auf 11 Millionen Mark erhöhte Stammaktienkapital und von 10 Prozent auf die 3 Millionen Reichsmark Vorzugsaktien Lit. B. (L V. 7 Prozent bzw. 9,75 Prozent) vorzuschlagen. Der Umsatz ist gegen das Vorjahr um 20 Prozent gestiegen. * Die Preußische Central-Boden- lredit - Aktiengesellschaft zu Derl.in legt von ihren an der Berliner und an anderen Börsen bereits amtlich notierten 8 Prozent Central-Goldpfandbriefen v. I. 1928 und 8 Prozent Gold-Kommunal-Schuldverschreibungen v. S. 1928 einen Teilbetrag von 8 000 000 bzw. 4 000 000 Goldmark vom 4. bis zum 17. Qlpril d. 3. zur öffentlichen Zeichnung auf. Eine Kündigung ist frühestens zum 1. Oktober 1934 zulässig. Der Zeichnungskurs ist auf 97,50 Prozent bzw. 94 Prozent festgesetzt, gegenüber dem Tageskurse von 98 bzw. 94,50 Prozent. Die Abnahme der zugeteilten Stücke kann nach Wahl der Zeichner bis Ende Qlpril geschehen. Stückelieferung erfolgt sofort bei der Abnahme. Räheres ist im Inseratenteil ersichtlich. * A.-G. für Verkehrswesen, Berlin. Der Aufsichtsrat beschloß, der am 8. Mai stattfindenden G.-V. eine Dividende von wieder 11 Proz. auf das um 6 auf 40 Mill. Mk. erhöhte Kapital und ferner eine weitere Kapitalerhöhung um 20 auf 50 Mill. ML vorzuschlagen, wovon 10,5 Mill. ML Verwendung für die Fusion mit der Deutschen Eisenbahngesellschaft in Frankfurt a. W. finden sollen. 6,75 Will. Mk. sollen den Qlktio- nären einschließlich den durch die erwähnte Fusion Hinzukommenden im Verhältnis 6:1 zu einem von der G.-V. zu bestimmenden angemessenen Kurse angeboten werden. Die restlichen 2,75 Mill. Mk. soll die Firma Lenz G. m. b. H. Übernehmen mit der Verpflichtung. sie der Gesellschaft zu weiteren Angliederungszwecken zur Verfügung zu halten. * FusionPctersUnion-ContiCaout- djouc. Zwischen der Verwaltung der (Kontinental Eaoutchoue und Guttapercha Co., Hannover und der Peters Union A.-G., Frankfurt a.M. sind nunmehr endgüllige Vereinbarungen betreffend die Verschmelzung beider Gesellschaften zustande gekommen. Die Peters Union A.-G. wird ihrer auf den 26. April einzuberufenden außerordentlichen Generalversammlung Vorschlägen, ihr Vermögen als Ganzes unter Ausschluß der Liquidation mit Wirkung vom 1. Oktober 1927 ab auf die Continental Caoutchouc und Guttapercha Co. zu übertragen. Auf nom. 9 Millionen Mark Stammaktien der Peters Union A.-G. nebst Dividendenscheinen ab 1. Oktober 1927 werden nom. 6,75 Millionen Mark Stammaktien der Continental Caoutchouc nebst Dividendenberechtigung vom 1. Januar 1928 ab gewährt. Der Um- tausch der nom. 160 000 Mark Vorzugsaktien erfolgt im gleichen Verhältnis in Stammaktien. Eine Kapitalerhöhung zum Zwecke der Durchführung der Fusion bei der ausnehmenden Continental Caoutchouc erfolgt nicht. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 28. März. Tendenz: wieder fester. — Nachdem an der gestrigen Abendbörse dic Kurse leicht nachgaben und im heutigen Dormittags- verkehr die Stimmung eher unsicher mar, machte sich zu Beginn des offiziellen Marktes wieder eine erneute Befestigung geltend. Der erholte Schluß der gestrigen Neuyorker Börse und die etwas entspannten Geldmarktverhaltnisse hinterließen einen günstigeren Eindruck. Auch die Erleichterung am Arbeitsmarkte wurde mit Beftiedi- gung ausgenommen. Das Geschäft war aber nicht so umfangreich, wie in den letzten Tagen, da die bevorstehenden Osterfeiertage etwas zur Zurückhalt- tung mahnten. Als jedoch wieder Auslandorders eintrafen, machte sich in Spezialwerten eine merkliche G e s ch ä f t s b e l e b u n g geltend. Dies« Tatsache ließ den heutigen Zahltag in den Hintergrund treten. Gegenüber der gestrigen Abendbörse waren durchschnittlich K u r s b e s s e - rungen bis zu 3 o.H. zu verzeichnen. Im Vor- dergrunde standen auf die Ausdehnung des Lino- leum.Trustes Deutsche Linoleum mit plus 5,5 v.H. Auch Elektroaküen waren lebhafter gebanbelt An der Spitze standen Schuckert plus 5 v.H., Siemens plus 3,5 v. H., Berger plus 4 5 v. H. und Licht & Kraft plus 3v.H. Bon Kunstseidewerten konnten Glanzstoff, nachdem diese an der gestrigen Abend börse schwach lagen, 7 v.H. anziehen. Von Chemie- werten waren I.-G.-Farben nur wenig beachtet, und der Kurs zur ersten Notierung war nur gut behauptet. Nachfrage bestand noch für Aschersleben mit plus 3 o. H. und Westeregeln plus 2 v. H. Montanwerte ohne besonderes Geschäft, aber durchschnittlich bis 2 v. H. höher. Nur Rheinische Braunkohlen leicht gedrückL Banken bis I v.H. höher. Renten still. Bon Ausländern Zolltürken etwas gebessert. Ws Wochenschlußglattstellungen war die Stimmung im Verlaufe etwas gedrückt. Es traten auf den meisten Marktgebieten kleine Rückgänge ein. Licht & Kraft und Deutsche Linoleum verloren je 1 v. H., Farben blieben behauptet, während bei den übrigen Märkten Rückgänge nur bis zu 0,5 v.H. zu verzeichnen waren. Tagesgeld mar mit 7,5 v. H. weiter angespannt. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2160, gegen Pfund 20,467, London gegen Kabel 4,8537. gegen Paris 124,19, gegen Mailand 92,70, gegen Holland 12,1125. Berliner Börse. Berlin, 28. Marz. An der heutigen Börse lagen die ersten Rotierungen zwar nicht ganz so sest wie vorbörslich gesprochen, aber im allgemeinen wieder auf gestriger Schluhbasis mindestens gut behauptet. Zur Beruhigung verwies man auf die Entspannung des Qleuhorker Geldmarktes und die Herabsetzung der dortigen Bankakzeptrate um Vs Proz. lieber den Durchschnitt von 1 bis 2 Proz. waren nur wenige Werte verändert, wobei jedoch die Gewinne überwogen. So waren beachtenswert fest Schuk- kert, Berger, Spritwerte, Orenstein, Lahmeyer. Deutsche Linoleum, Svenska, Schuhfabrik Derneih Wessel, Erdöl, Schubert & Salzer und Glanzstoff. Auch Wontanwerte fanden stärkere Beachtung, und man sprach von Rheinlandkäufen. Hansa, Deutsche Dank, Wansfelder wurden heute exklu- sive Dividende gehandelt. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer geschäftslos. Pfandbriefe ruhig. Die Geldsähe für Tagesgeld bzw. Geld über Ultimo waren heute 7,5 bis 9.5 Proz., die übrigen unverändert. Von irgendwelchen Schwierigke.ten zum heutigen Zahltag war nichts zu hören. Die Kurse schwankten teilweise hin und her. Von der lebhaften Llmsahtätigkeit des Elektromarktes uhb der Festigkeit der Kunstseidenaktien angeregt überwogen aber die Kurssteigerungen. Polyphon gewannen 5 Proz., Kunstseidenwerte 6 bis 7 Proz., Wansfelder 3 Proz., Berger und B. W. W. fc 2 Proz. Später konnten sich diese Gewinne aber nicht behaupten, da ausländische Pressestimmen über neue Reparationsvorschläge der Alliierten ungünstig kommentiert wurden. Frankfurter Geireidcbörfe. Frankfurt a. W, 28. März. Die weiter freundlicheren Auslandmeldungen konnten dem hiesigen Produktenmarkt vor den Osterfeiertagen kaum Anregung bieten. Die Grundstimmung war jedoch etwas beruhigter und Umsätze wurden kaum getätigt. Es wurden notiert: Weizen 23,75; Roggen 23 bis 23,25; Sommergerste für Brauzwecke 24; inl. Hafer 24,25 bis 24,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 23,25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 33 bis 33,75; Roggenmehl 30,25 bis 31,25, Weizenkleie 14; Roggenkleie 15 bis 15,25 Mark. Tendenz: ruhig. Frankfurter Tchlachtviehurarkt. Frankfurt a.M. 23.März. Auftrieb: 109 Rinder, 1668 Kälber, 298 Schafe, 379 Schweine. Cs wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 77 bis 80 Mk.; mittlere Mast- und Saugkälber 72 bis 76; geringe Kälber 64 bis 71. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Wast- hämmel (Weidemast) 53 bis 58; mittlere Wast- lämmcr. allere Masthäinmel und gut genährte Schafe 45 bis 52. — Marktverlauf: Kälber rege. Schafe ruhig, ausverkauft. Schweine wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. Straßenraub in Frankfurt. WSR. Frankfurt a. W, 27. März. Sn den heutigen Mittags st unden ereignete sich in der Rahmhofstraße ein Raubüberfall, bei dem der Täter versuchte, einem Lehrmädchen die Handtasche mit etwa 3000 Mark Inhalt zu entreißen. Das Lehrmädchen war von einer Versicherungsgesellschaft zu der Genossenschaftsbank in der Rahmhofstraße geschickt worden, um Geld zu holen. Bei ihrer Rückkehr wurde das Mädchen im Hausgang von einem jungen- Mann, der ihr anscheinend gefolgt war. die acht Stufen hohe Treppe hinabgestoßen. nachdem er ihr die Handtasche mit dem Gelbe entrissen hatte. Der Meberfalt wurde sofort bemerkt und der Täter von Passanten verfolgt und fest genommen. Das geraubte Geld konnte der Eigentümerin zurückgegeben werden. Man nimmt an. daß ein Komplice, der fluchtig gegangen ist, Schmiere stand. Buntes Allerlei. Zwölf Tage in Gesellschaft einer Leiche. Hm sich Öen Betrag von 50 Mk. aneignen zu können, hat die 50jährige Aufwartefrau Anna Reugebauer, gegen die vom Schöffengericht Berlin wegen Unterschlagung und Betruges verhandelt wurde, zwölf Tage mit einer Leiche in einem Zimmer gehaust. Sie lebte mit einem 60 Sahre alten Rentenempfänger zusammen, der eines Rachts plötzlich verstarb. Am nächsten Morgen zog die Angeklagte der Leiche das Hemd aus. nahm die Bettwäsche ab und trug sämtliche Habseligleiten des alten Mannes in die Pfandleihe. Zwölf Tage schlief sie neben der Leiche, ohne die Verwandten des Verstorbenen oder den Hauswirt zu benachrichtigen ober Anzeige zu erstatten. Die Wohnung wurde schließlich durch die Polizei gewaltsam aufgebrochen, als die Hausbewohner den Verwesungsgeruch nicht mehr ertragen konnten. Die Angeklagte wußte, daß der Verstorbene noch einen Unter st ützungs betrag von 5 0 Mark z u erwarten hatte, und hatte seinen Tod verheimlicht, um den Betrag an sich zu bringen. Sie wurde zu drei Monaten Gefängnis sowie wegen Richtanzeige eines Todesfalles zu weiteren zwei Wochen Haft verurteilt. Die Träger des staaklichen Beethoven-Dreises. Der Staatliche Beethoven-Preis für 1929 ist auf Vorschlag des Kuratoriums des Beethoven-Preises von der Preußischen Akademie der Künste zu glei- djen Teilen mit je 5000 Mark den Komponisten Professor Paul I u o n (Berlin) und Professor Joseph Haas (München) zugesprod)en worden. Die Verleihung wurde bei dem Konzert der Meisterschule des Professors 2r. Georg Schumann verkündet. Ausschreilungen in einer Berliner Boxschule Zu groben Ausschreitungen kam es in einer BoxschÄe in Berlin-Steglitz. Dort waren zwei Gegner derart aneinander geraten, daß der eine der beiden plötzlich eine Eisen st ange ergriff und den anderen damit mehrmals über den Kopf schlug. Dieser brach bewußtlos zusammen. Das älebersallkommando nahm den Täter fest und brachte den Schwerverletzten nach dem Krankenhaus, wo die Aerzte einen komplizierten Schädelbruch feststellten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. Geld Berlin 27. März Berlin flrranlfurt a.9N. Schluß- Anfang Kurs 28.3. Datum 27-3. 8774 53,8 | 12,9 1 90 81 28. Mär. 27. Mnrc Sinnliche Notierung I Brie' 11,3 11,05 18,8 122 ’ 121,75 201,25 201,5 11 Banknoten. 173,5 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. 24,8 21,2 10,4 10,6 140 321,5 53,8 12,7 54 12,6 59,195 12,468 7,397 '3,365 3,039 18,88 81,70 2,065 5,465 4,191 4,286 20,96 , f » 166.75 1.769 58,495 112,31 112,21 112,43 10,59 22,06 20,44 4.2120 16.46 81,02 63.72 1.874 0,4985 168,7b 1,770 58,475 112.30 112,22 112.49 10,592 22,045 20,44 4,2115 16,455 81,025 63.82 1,378 0,493 290,13 170 59,315 12,488 7,411 73,505 3.045 18.92 81.86 2,069 5,475 4,199 4.294 21,99 24,75 21,13 22,25 2 10,9 n 10 U' l-UD» Kurs 140,75 323 ! 122 197 169 116 142,25 144 230,25 201,25 288,75 173 159,25 173,25 Amtliche Notierung (Selb I Brie 139 139,5 318,25 I — 289,5 177.5 | 159 173 I Gdiluß- Kurs 31 3,1 10,65 8,9 19 59,20 12,462 7.395 73,30 3,039 18,85 81,75 2,063 5,455 4,186 4,266 20,965 53,32 12,482 7,409 73.50 3,045 18,89 81,91 2,067 5,463 4,194 4,274 21,005 27-3. | 28.3. 87,5 - 89,13 99,5 30,6 2,9 121,75 198 161 115,5 142.6 146 229,9 201,5 290 170 159.5 173,5 169.16 1,774 58,595 112,52 112,44 112,71 10,612 22,085 20,48 4,2195 16,495 81.185 63.94 1,882 0,50(1 Brie. 16.555 169,06 22.27 112,52 59,42 ' 2,52 112,62 81.33 63.92 12,51 73,51 169.09 1,771 58.615 112,53 112,43 112,65 10.61 22,10 20,48 4.2200 16,50 81,18 63.84 1.878 0,5005 emg. Seutidje 6i|enbalm . . Hamburg.Amrrtla Pale! . . Hamb.-Südam. Danipslch. . fcanfa Dampsjchiss • • • Norddeutscher Lloyd . . • Lllg. Deutsche Crodilanil. . . Barmer Bankverein - ■ • Berliner HandelogeseUsch. . Lommerz- und Privat-Bank Darms!, u. Nationalbank Deutsche Ban! - - • TiLlonto-Gesellschast Lnt.. . Dresdner Bank • • • Mitteldeutsche Lredilbanl ■ • ...... • vleichLban! • 16,505 168,38 22,19 112,08 59,18 2,50 112,18 81,01 63,64 12,45 73,21 . t- 10 - :: 10 10 8mtü» Nom Auen.'AireS Bris.'?lntw. Christsamo - .«oixnbagcn Stocthohn - Hclsingfors- Italien. . . London. . . y.euDor! .. Port». . . . Schweiz .. Spa.iien . Japan . . . wo de Jan Wien in D-> Cci"l abfleft Prag . . . . Beltrad . > Budapest. . SB ut arten Lissabon . T anzig.,. . Son ft «tat Athen. . . Canada Unt uay . Cairo - . . Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a W. Telegraphische Auszahlung. 115,75 116 142 144 , Dt. Anl.-Wiös..Schuld mtt AuL los.-Rechten DeLgl. ohne AuSlos^Rechtr . - - 7% Franks. Htzp.-Bk. Boldpf. unkündbar bis 1932 414% Rheinische Hhp.-Vank Liau Boldps. Vl-E-G. aba. VorkriegS-Obligativn. rückzahlbar 1932 4% Schweiz. BunveSb^Anl.. <% Lesterreichiiche lSoldrte.. . • 4,20% Gelten. Silbcrrte. . - 4% Oesterreich, einheiil. Rte. 4% Ungarische Goldrte. 4% Ungarische StaaiSr. v. 1910 4!4A> besgl.von 1916 «% Ungarische Kronenrtc.. . 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl- Serie I • • 4% deLgl. Serie II 4% Rumänen convert. Rte. . . . 4>/a% Rumänen (SolbonL von 1913 Französische Noten..... holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Leiterr .äioo.Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Svanische Noten Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten ffranksuri a M. Berlin Schluß Kurs l-Ubr- Kurs Sdtlufe-, Kurs Anfang Kurs Datum 27.3. 1 28-3. 27.3.] 28 3. Phüuw potzmann......< 130 131,6 129,>6 1 131 Heidelberger Cement.... 10 147,75 148 — Gement Laristadt . ..... 8 176 — -—■ WavK 4 Freitag ...... 10 — 133 131,5 — SchuUheit Patzenhoser ... 15 -1 — 300 304 Ostwerke....... • 12 — — 250 253,75 «er. Glanzstofs......18 455 462 455 458,5 —— 402 400 Zellstoss Waldhos.....12 272 276,5 273,5 275 Hcllstos« Alchassenburg ... 12 197,75 —— 197,25 197.75 Charlottenburger Wasser ..." — — 122.23 122 Dessauer Ola«..... 8 — —— 224,5 224,5 DÄmler Motoren ...... o — — 61 61,75 Demag ..... o — 53,75. 54 Adlerwerke Lieber ...... 6 - 57,5 57 58 Lud». Loewe ....... 10 - - 229 Rat. Automobil ....... 0 - - 34,25 35 Crenftdn 4 Koppel ..... 0 — — 92.25 94,4 Leonhard Tietz ....... 6 — — 291 292,5 Bamag-Meauin ....... o Franks. Maschinell......6 3,5 — 63,75 — Gritzner . ........ 11 89 89 *— Heyligenüaedt ....... 0 —— •— — Zunghani. . ....... 4 Lechwerke. ........ .8 71 116,5 -- — Mainkrastwerks ...... .8 — —— — — Mag...........10 —- — 141,5 141 Relarsulmer .......8 21,1 — 22 — Beter« Union ........ 8 110 109 — Gebr. Roeder ....... 10 110,75 — — — Boigt 4 Haefsner......8 213 — 213 Südd. Zucker ........ 8 148,75 149 147,5 1 - sfranksun a M. Berlin Schluß- Kurs 1 Uhr- Kurs Schluß- Kurs Ausang- Üurs Datum 27.3. 28.3. 27-3. 1 28.3. A.(5.Ä. . .......« 180,25 182.>5 180.75 1 181,75 Bergmann ........ 9 229 233,5 231.9 233,75 Aettr. Lieserungen.....1° 175 — 175,75 175 Licht und Kraft ...... 10 223 226 224,5 224 gelten & Guilleaume..... 6 147 147 147,5 146 Ges. s. Elcktr. Untern.....10 242 । 239 243 242,9 Hamb. Elektr. 9derie .... 1° Rhein. ...............f —- ; — 151 151,4 — 173 172,5 173,5 Schlei. Wektr........lu — — 219,75 220.5 Schuckert .........» 243,5 243,5 406,5 244,75 247,75 403 404 404,5 TranSradlo ........ 8 — — 162.75 — Lahmeyer 4 Co....... 10 177 — 175,5 178,5 Buderus . ....... 6 Deutsche Erdöl ....... 6 79,5 126 128,5 79,5 125,5 128.25 Essener Steinkohle ...... 8 130 131 *5 Gelsenkirchener . . . f- ’/s 3- 4 Harpener. . ........ 6 131,75 138,5 133 139 133.75 139,25 tzoesch Eisen. ....... 8 — -— 128 129,5 Ilse Bergbau........» — — 224,75 222,25 Klöcknerwerke .•••••••? 106,75 — 106.5 108 Köln-Neuessen. ....... 9 — — 127,25 128 Mannesmann........8 117,75 119,23 117,75 119 Manvseldcr.........r< Obcrschles. Etienb. Bedarf. . . 6 139,25 135 139 135,75 — — 89,5 91,13 Lberschlei. floftroertc.....6 — 108,13 108 BhSni; Bergbau......6 V, 95.25 95,9 95,9 96 Rheinische vraunkohlen... 10 304 303,5 304.5 303 Rhetnstabl f. ’i Jahr i’-_ 126,5 — 127 128 Riebeck Montau......7,2 149.5 •— 149 — Bereinigte Stahlw. ..... 6 Otadi Minen . .... 3 6h 92,25 1 — 93,25 92,5 71-25 71.4 72,25 Kali Ascherrieben.....K 241 244 241,25 241 ft 244 246 246 245 364 j — 365,5 1 365,73 G. tzarben-Industrie ... li 256,9 1 257,25 257.5 | 257,23 Dynamit Oiobel ..... 5 — — 120 — ScheideanftaU. ....... 9 172,5 , 172,25 — — Goldschmidt ........ b 92,13 — 92.5 93 Rütgeröwe-rke ...... ..6 95,75 1 96.5 95,25 1 95,9 Metallgeserlschaft. • . • • • H — — — — Berlin, 27. Mär, (Selb rwtef Ltmerltmniche Noten ..... Belgische Noten . ....... Dänische Noten........ Englische Noten........ 4,208 58,28 111,98 20,41 4,228 58,52 112,42 20,497 «lOpbl \X\ Flugplatz Cafe Reftaurant xt Fernruf 2491 \ \ y iiiiirniHiiiniiiiiiniiiiiniiuinimiinniiuiiiuiiiiiiiiiniiniiiiiiiniiiiiniiiiniiiii $rede ^d, f, ttdach Nid 5er G ZeM ^hang ?^ns. & <1 Asere ( Mr , huerst, 'hab; Anfprfinimn von Gardinon Aussteuerhaus Salomon HII6 Wl liiyMIIIj W wBI WUI MIIIVII im eigenen Atelier! Seltersweg 81 GIESSEN Seltersweg 81 2209V Direction der Disconto-Gesellschaft Berlin. Der auf unsere Kommanditanteile für das Geschäftsjahr 1928 entfallende Gewinnanteil wird mit RM 10.— für die Stücke von RM 100.— RM 100.— für die Stücke von RM 1000.— unter Abzug von 1O°/0 Kapitalertragssteuer vom 26. Mflrz 1929 ab gegen Einlieferung des Gewinnanteil- schelns Nr. 3 bezahlt in den üblichen Geschäftsstunden bei der Direction der Disconto-Gesellschaft in Berlin, der Norddeutschen Bank in Hamburg, Hamburg, oder dem A. Schaaffhausen’schen Bankverein A.-G. in Köln oder in Gießen bei der Direction der Disconto-Gesellschaft Zweigstelle Gießen sowie bei sämtlichen Filialen oder Zweigstellen der vorgenannten Banken an anderen Plätzen. Berlin, den 25. März 1929. 2823V Direction der Disco ito-Gesellschaft. Drucksachen aller Art ftattung stilrein und^ preiswert bie vrübl'scbe Unioersttcitr-Vruckerci. R tanqe. Kiesten. Schulstr. 7. Verkauf durch: Willi Letsch, Gießen, Krofdorrer Strane 2316V ernruf: 1235 Aus Kredit Das Rätsel Ächtuusr Ächtuvsr Das Rütte» s «S> ohne Geld gute Ware zu Ostern sowie auch Ä . usw. Steinttraste 73 Tel. 1581 2094D Cenlmlboderv Grundkapital RM 18200 000 Reserven 8 631 000 Äerlin NW. 7, Unter den Linden 48/49. 28<7)V| zum Kurse von 94.—"/, Kündigung frühestens zum 4. Oktober 1934 zulässig. Die Zeichnung findet statt — früherer Schluß Vorbehalten — vom 4. bis 17. April 1929 In Berlin bei der preußischen Sentral-Bodenkredit-Aktiengesellschaft, , „ Direction der Disconto-Gesellschaft, dem Bankhause G. Bleichröder in Gießen bei der Direction der Disconto-Gesellschaft, Filiale Gießen und bei den sonstigen Zeichnungsstellen, Bankfirmen, Spar- und Girokaffen Stücke zu 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 GM. mit Zinsen vom 1. April d. 3- ab Oie Pfandbriefe wie die Schuldverschreibungen obiger Jahrgänge werden an den Börsen von Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln und Leipzig bereits amtlich notiert. Oie Abnahme der zu- geteilten Beträge kann bis zum 30. April geschehen. Stücke können sofort geliefert werden. - Prospekte und Zeichnungs-Formulare sind bei allen Bankfirmen zu beziehen. Einladung zur Zeichnung auf 8000000 GM. 8°/n Ceniral-Goldpfandbriefe v. 3-1928 zum Kurse von 92.50% und auf 4000000 GM. in Preußen mündelsichere 8% Gold-Kom.-Schuldverschreibungen v. 3.1928 preußische Eentral-Äodenkredit-Miengeselsschast Lindemann Hartmann Oesterlink Wrebe preußische Ceiftküs-Bodenkre-it- Aktiengesellschaft Geeimt-Deckung GM 416 277 000 (15 200 Einzelpoeten) Gesamt-Umlauf GM 412826000 Einladung. Zu dem cm 2. April d. 3. in Groß-Felda siaiiflndenden MM-, SMst-1. MkMM oetWen mit WrniierW uon veff. ZleSM i. BooelsOetflet sowie große Verlosung von Vieh, landwirtschaftlichen Geräten und Haushaltungs-Gebrauchsgegenstanden laden wir alle Interessenten zum Besuche des Marktes ergebenst ein. Da eine stattliche Anzahl Zuchtbullen von erstklassigen Züchtern angemeldet worden sind, so ist auch hier den Gemeinden Gelegenheit gegeben, gutes Zuchtmaterial direkt vom Züchter zu erwerben. Groß-Felda, den 26. März 1929. Bürgermeisterei Grotz-Felda. 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