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Februar 1929 119. Jahrgang Nr. 50 Erstes Blatt Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrist 20",, mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Dolüik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Terl Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hiümann, sämtlich in Biegen. Erscheint täglich,nutzer Sonntags und Feiertag» Beilagen Die Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Bezugspreis fflr 2 Wodjen: 1 Reichsmark und 15 Neichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichter- scheinen einzelnerNummcrn infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Lietzen. Postscheckkonto: Kranifnrlam Main 11686. MetzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Crrd und verlog: vrühl'sche Univerfitülr-Vuch. und Zleindruckerei K Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: SHulstrahe 7. Was sagt Holland zu den Geheimabkommen? Gespanntes Verhältnis zu Belgien. - Oie Gcheldefrage. - Holland und die Flamen. ic nicht erst feit uu» — holländischen Re- gierung, die in dem Zwang, diese durch v e Friedensvcr.rlge geschaffene Frage zu erledigen, eine Kränkung empfindet, die um so großer ist, als viele Holländer in dreser Derpfluytung eine Strafe dafür sehen daß Holland wahreno des Weltkrieges sich nicht auf die Seite der Alliierten gestellt hat. Grob gesproßen liegt es in der Tat hier ja auch so, daß alle üorderungen von Belgien erhoben werden, wahrend Holland Zugeständnisse machen soll ohne viel Lasur zu erreichen. Run dreht es sich hteroet nicht so sehr um die friedliche Seegeltung des Hafens von Antwerpen, wie eigentlich um die militärische und strategische Bedeutung, die Antwerpen haben würde, wenn Orgien nur den freien Zugang zum Meere über die Schelde haben würde, den die Belgier verlangen. Lind ausgerechnet in diese Kerbe schlagen die Bestimmungen des Geheimverlrages, da sie n:ug- leit Glauben schenkte — bis even die Enttäuschung durch das Dekanntwerdcn des belgisch-französi- fehr verschnupfte, zu dämpfen. Bekanntlich ist die Scheldefraa gestern das Schmerzenskind der \> schon Geheimabkommens kam... Dazu kommt nun aber noch, dah das Gebiet, Vas die Belgier forderten, und die sonstigen Auswirkungen des geplanten Scheldeabkommens -ausgerechnet «inen Bwölkerungsteil Hollands getroffen hätten, den Belgien seit längerer Zeit regelrecht schikaniert: die Flamen. Die hol- ländische Haltung in der Flamenfrage ist an sich -sehr merkwürdig. Die holländische Regierung hat die Frage ständig ignoriert, hat jedenfalls. offiziell von ihr nie Kenntnis genommen, obwohl es sich um einen Dolksstamm handelt, der mit den Holländern auf das engste verwandt ist, und gegen dessen Abtrennung vom holländischen Stammlande seit jeher die Stimmung im Volke gerichtet ist. Diese amtliche Zurückhaltung hatte chren Grund darin, dah die holländische Regierung und vor allen Dingen die lange Zeit maßgebenden konservativen und liberalen Kreise Hollands trotz aller Katholikenfeindschast ausgesprochen sranzosenfreundlich waren und ^isolgedessen es mit der ebenfalls franzosen- lreundlichen Regierung Belgiens nicht verderben Von unserem ^-Berichterstatter. Amsterdam, 27. Februar 1929. Die Enthüllungen les .Utrechtsch Dagblad" Über den französisch-belgischen Geheimpalt haben nicht nur in der niederländischen Presse, sondern auch wie betont werden muh, in den Kreisen der holländischen Politiker eine stürmische Entrü stung hervorgeru en, ob- wohl Paris, Brüssel und London nut einem Dementi der Enthüllungen des holländischen Blattes sehr schnell bei der Hand waren. Das hat seinen guten Grund, da das „ältrechtsch Dag- blad" offenbar bei seinen Enthüllungen nicht so leichtfertig vorge?,angen ist, wie die auswärtigen Aemler in Brüssel, -London und Paris bei ihren Dementis. Denn nach der Formulierung Les Wvrllautes der Erklärungen in der Zeitung und nach den. Ereignissen, die unmittelbar auf die Enthüllungen folgten, scheint es cmtoanbirei festzustehen, dah das Blatt den Geheimpakt erst enthüllt hat, nachdem es vorher beim holländischen Auswärtigen Amt rm Haagnachgefragt hat. Das Blatt hat also mit seiner Versicherung, das es d.e Angelere-n- heit nachgeprüft habe, sehr viel mehr gesagt. als man wohl zunächst vermutete. Das Außenamt der holländischen Regierung ha. denn auch mit ungewöhnlicher Schnelligkeit auf die Veröffentlichung reagiert und nur 24 Stunden, nachdem die Angelegenheit bekanntgeworden war, bereits die erforderlichen D c - marken in Paris und Brüssel in Auftrag gegeben, um festzustellen, wie man sich offiziell zu den Geheimabmachungen zwischen Belgien und Frankreich stellt. Dieses Verhalten der niederländischen Regierung dürfte auch der Hauptanlah für die sonst so frankophile holländische Pre.se gewesen sein, sich ernsthaft mit diesem Falle zu beschäftigen. Es ist eben doch ein Unterschied, ob ein x-beliebioeö Dlatt bestimmte Geheimverträge enthüllt, oder ob dies nach Prüfung und Rückfrage durch die Regierung des eigenen Landes geschieht. Trotzdem wäre die Empörung der holländischen Öffentlichkeit nicht ganz verständlich, wenn nicht noch einige Gründe hinzukümen, die besonderer Berücksichtigung wert sind. Das ist vor allen Dingen die Tatsache, dah das Dekanntwerden des Geheimabkommens ausgerechnet in eine xjCit fiel, in der die holländische Regierung bereit war, in der leidigen Scheldefrage der bet- aifchen Regierung weit entgegenzukommen, und ist der belgische Schritte mit Erfolg in Holland unternommen wo.den waren, um d:e Sympathie der holär.d.scheu Preise für den belgischen Flamenführer Vorms, die in Brussel so toollten. Die Flamenfrage, die noch zu Anfang der Teilung der Niederlande eine große Rolle gespielt hatte, war daher praktisch in Vergessenheit geraten, bis der Weltkrieg und das Wiedererstehen einer national-flämischen Bewegung auf das Fortbestehen dieser Frage aufmerksam machte. Allerdings zunächst ohne großen politischen Erfolg, da die holländische Regierung sich dessen voll bewuht war, dah eine Stellungnahme für diese Bewegung unausbleiblich zu Konflikten mit Belgien führen würde. 3m Gegensatz zu dieser Haltung der Regierung ist jedoch allmählich in Holland eine flamen- reundliche Presse groh geworden, die durchaus nicht gewillt ist, die Flamenfrage ruhen zu lassen. Man empfindet es begreiflicherweise als ülnrecht, wenn einem sprachlich und charakterlich verwandten Stamme das volle Recht auf staatsbürgerliche Gleichberechtigung genommen wird, und wenn er wegen seiner Liebe zu Kulturgütern, auf die auch der Holländer stolz ist, ver- 'olgt wird. Das holländische Interesse geht natürlich nicht so weit, dah man etwa von seiner Regierung eine Parteinahme für die Flamen gegen die belgische Regierung erwartet. Aber das Gefühl für das Unrecht, das den Flamen m Belgien geschieht, ist doch so groh, dah man diesem Empfinden wenigstens Ausdruck gibt, wie man sich etwa über die schlechte Behandlung eines Bruders durch einen Fremden beklagen würde. Und gerade dieses „brüderliche", Mitgefühl gegenüber her belgischen Regierung ist es auch, das durch den belgisch-französischen Geheimpakt am stärksten getroffen wird. Der Holländer fragt sich angesichts dieser Enthüllungen, ob er es sich gefallen lassen müsse, dah eine angeblich befreun- bete Regierung — und zwar ohne dah Holland seinerseits dazu den mindesten Anlah gegeben hat — den Fall erwägt, wie man 6ie flämt- chen Brüder gegen bie Holländer in einen Krieg schickt, obwohl Holland sich Belgien gegenüber immer nur von dem Bestreben nach Neutralität hat leiten lassen. Das ist — und das Gefühl des holländischen Volkes hierfür geht zweifellos auf üeernünftige Instinkte zurück — naturgemäß ein Verhalten, das man in Holland geradezu als Verrat empfinden muh, nachdem Holland während des Krieges soviel für bie belgischen Flüchtlinge getan hat. Hollanb ist ja auch im Gegensatz zu Belgien immer für eine offene unb ehrliche ReiUrali- tätspolitik eingetreten, die es ablehnte, sich als Vorspann für irgendeine fremde Macht benutzen zu lassen. Um so größer ist auch bie Enttäuschung unb um so nachhaltiger dürften denn auch die Rachwirkungen der Enthüllung des Geheimabkommens auf die holländische Außenpolitik (ein, obgleich es zweifellos noch lange bauern wird, bis bie regierenben Kreise Hollands von ihrer Franzosenfreundlichkeit geheilt fein werden. England bestreiteijedeTeilnahme Auskunft im Unterhaus. London, 27.Febr. (TU.) Die mit Spannung erwartete Erklärung Chamberlains im Unterhaus ;u dem französisch-belgischen Geheimabkommen ist wegen einer Erkrankung des Außenministers durch Unterstaatsfekrefär Locker-Lampson abgegeben worden. Locker-Lampson betonte, dah der Text des Rotenaustausches zwischen der belgischen und französischen Regierung über eine militärische Verständigung vom 7. September 1920 am 9. Ro- vcmber des gleichen Jahres beim Völkerbund eingetragen worden sei. Das Fiel dieses Abkommens sei die Verstärkung der Friedens- und Sicherheitsgarautien. Die darauf bezüglichen militärischen Vereinbarungen seien nicht veröffentlicht worden, was die vehauplun- gen über ein Uebereinkommen zwischen Grohbrikannien und Belgien angehe, so könne er auf das bestimmteste erklären, dah weder ein solcher militärisches Abkommen bestehe, noch eine Verständigung zwischen den beiderseitigen Generalstäben oder Regierungen. Ebensowenig habe der britische Militärattache in Brüssel bei irgendeiner Gelegenheit an einer Erörterung für die Herbeiführung einer solchen Verständigung teUgenom- men. Abgesehen von dem Vertrag von Locarno sei von der britischen Regierung seit dem Kriege kein Abkommen mit Belgien eingegangen worden, dah irgendwelche militärischen Verpflichtungen enthalte. Es bestehe auch keine verständi- gung zwischen dem britischen Generalstab und irgendeiner auswärtigen Macht. Auf eine ergänzende Anfrage erwiderte Locker- Lampson, das Unterhaus könne versichert fein, dah die britische Regierung keine Verpflichtungen eingegangen fei, die irgendwie im Gegensatz zu Locarno ständen. Kenworthy bekam auf die Frage, ob die britische Regierung Schritte getan habe, um die veröfsenttichungen des holländischen Blattes als Fälschung zu entlarven, keine Antwort. Die Erklärung wird in politischen Kreisen als zufriedenstellend angesehen, da sie sich ausdrücklich darauf bezieht, dah auch der britische Militärattache nicht an Verhandlungen beteiligt war, die die britische Regierung formal nicht billigen könnte, die in der Praxis aber doch auf eine eng- tische Verpflichtung hinausgelaufen wären. Medgwood fragte, ob man annehmen könne, dah keine militärischen Verständigungen mit Frankreich oder Belgien abgeschlossen würden, die nicht auch mit Deutschland gepflogen würden, so dah die britischen verpsllchtungen aus dem Lo- carnooertrag strikt eingehalten würden. Locker- Lampson erwiderte, Dedgwood könne völlig sicher sein, dah England nichts unternehmen werde, was im Gegensatz zum Vertrag von Locarno stehe. Ken- worthy stellte die Frage, ob irgendwelche Schritte unternommen seien, um den Urheber dieser offenbaren Fälschung zu ermitteln. Auf diese Frage erfolgte keine Antwort. Holland und der Kellogg-Patt. Gegen eine sofortige Beratung in der Kammer. Haag, 27.Febr. (WB.) In der heutigen Nachmittagssitzung der Zweiten Kammer stellte das Mitglied der römisch-katholischen Staatspartei, van Buuren, vor Eintritt in die Debatte über den Gesetzentwurf zur Ratifikation des Beitritts der Niederlande zum Kellogg-Pakt den Antrag, im Hinblick auf die in den letzten Tagen gänzlich veränderten Umstände die Beratung über den Gesetzentwurf bis auf weiteres ausAufefcen. Welches die Umstände seien, die er hierbei im Auge habe, so fügte der Antragsteller hinzu, brauche er wohl kaum auseinanderzusetzen. Der Kammerpräsident schloh sich diesem Antrag an und machte der Kammer den Vorschlag, den Gesetzentwurf von derTagesordnung abzusetzen. Der- schiedene Abgeordnete widersprachen jedoch dem Antrag mit der Begründung, dah zwischen Hollands friedlicher Gesinnung und den Ereignissen, die sich um Holland hemm abspielen, fein innerer Zusammenhang bestehe. In der Debatte über den Antrag gab der Vorsitzende der römisch-katholischen Kammer- frattion, Nolens, die Erklärung ab, dah er sich im Sinne des Antrages aussprechen müffe, da die Atmosphäre des Vertrauens, welche für die Behandlung des Antrages notwendig sei, im Augenblick nicht vorhanden zu sein scheine. In der Abstimmung wurde der Antrag mit 41 gegen 26 Stimmen adgelehnt. Für den Antrag stimmte die gesamte römisch-katholische Fvak- tion, die meisten Mitglieder der christlich-historischen Partei sowie die drei rechtsradikalen chrisllichen Dissidenten. Dagegen stimmten die Sozialdemokra- ten, die freisinnigen Demokraten, die Liberalen und drei chrisUich-historische Abgeordnete, sowie die national-revolutionäre Fraktion, welche ebenso wie die Christlich-historischen der rechten Seite des Hauses angehören. Die Kammer trat darauf in die Der- Handlung des Gesetzentwurfes ein. Mderausnahme der Koalilionsvekhandlungen. Berlin, 27.Febr. (VDZ.) Reichskanzler Müller hat im Lauf des Nachmittags im Reichstag die Fühlung mit den Parteiführern wegen der koaliiionsfrage wieder ausgenommen. Er empfing zunächst die Vertreter der Deutschen Volkcparlei, Dr. Stresemann und Dr. Scholz: der letztere wird, wie verlautet, die weiteren Verhandlungen im Namen der Deutschen Volkspartei sühren. Ferner empfing der Reichskanzler die Abgeordneten Dr. kaas und Dr. Stegerwald vom Zentrum. Die Verhandlungen sollen am Donnerstag in einer interfraktionellen Besprechung weitergeführt werden. In Zentrnmskreisen besteht wohl Bereitwilligkeit, wieder in die Regierung einzutrelen, stellt jedoch als erste Voraussetzung dafür bie Bedingung, daß alle Fraktionen, die an der Regierung beteiligt sein würden, fraktionvmählg fest gebunden werden. Ueber sachliche Meinungsverschiedenheiten würde wohl Hinwegzukommen fein. Allerdings erblickt das Zentrum eine besondere Schwierigkeit In dem letzten Absatz der Entschließung der Deutschen Volkspartel, der die Steuerfrage behandelt. — Ueber diese, Finanzprogramm, wie überhaupt über sachliche Fragen verlangt nun allerdings die Deutsche Volk, pari ei eine vorherige Einigung in ihrem Sinne. Unter dieser Voraussetzung ist die Deutsche Volkspartei nach ihren Erklärungen gegenüber dem Reichskanzler bereit, sich an einer fraktionell gebundenen Regierung zu beteiligen. Laut „Voss. Zig." erfolgte die Interpretation des Beschlusses des Ientralvorstande» der Deutschen Volkspartei in dem Sinne, daß eine fraktionelle Bindung der Deutschen Volkspartei an die Regierungspolitik innerhalb einer Mehrheitskoalition möglich wäre, wenn sie zeitlich begrenzt bliebe bl» zur Beendigung der pariser Reparation,- Verhandlungen und wenn eine vorherige Verständigung über da, Finanzprogramm erfolge. Wie weit sind die Sachverständigen? Voreilige Reporter des Auslandes. - Roch keine Zahlen und Vorschläge- - Die allgemeine Prüfung des Reparationsproblems noch keineswegs beendet. Paris, 27. Febr. (WB.) haoas berichtet, daß heute vormittag die Mitglieder der Unterausschüsse der Reparationssachoerständigenkonfercn; ihren Meinungsaustausch von Delegation zu Delegation bzw. 1 in privaten Unterredungen fortgesetzt haben. Die Agentur havas ist ferner ermächtigt, folgendes ja erklären: 3n gut unter richteten Kreisen zeigt man sich sehr überrascht wegen der In einer Reihe von Zeitungen veröffentlichten Depeschen au, ausländischer Quelle, denen zufolge der Sachverständigenausschuh bereits grundsätzlich die Anzahl und die höhe der deutschen Annuitäten s e st g e s e h t haben soll. (Diese Feststellung bezieht sich offenbar auf eine Veröffentlichung der Londoner „Times".) Man erinnere daran, dah die Mitglieder der Konferenz noch InkeinemAugen- bllck sich über Ziffern ausgesprochen haben und dah sich die Sachverständigen bis jetzt streng auf die allgemeine Prüfung der ebenso verwickelten wie zahlreichen Probleme beschränkt haben, die in mehr ober weniger engem Zusammenhang mit der ihnen übertragenen Aufgabe flehen. Ueberbie» beweist, wie weiter erklärt wird, die Tatsache, dah der der Ausschuh eine gewisse Anzahl seiner qualifiziertesten Mitglieder beauftragt hat, in Unterausschüssen zu arbeiten und diese Fragen zu prüfen, zur Genüge, daß ein ziffernmäßiger Gesamtplan noch nicht aufgestellt worden ist. Hugenberg über die Daweskonferenz. S t e 11 i n, 27. Febr. Der Vorsitzende der Deutsch, nationalen Volkspartei, Geheimrat jjugenberg, nahm auf einer öffentlichen Kundgebung eingehend zur Kriegsentschäbigungsfrage Stellung und betonte, daß Deutschland schon vielmehr bezahlt habe als es dem Sinne des Versailler Vertrages entspreche. Auch nach dem Sinn des Dawesoertrages müßte ein Stop der deutschen Zahlungen längst eingetreten sein. Er frage daher die Regierung, warum bie Welt nicht widerhalle wegen der vertragswidrigen Handhabung des Dawesplanes. Er könne es sich nicht denken, dah die deutschen Vertreter in Paris sich grundsätzlich auf den Boden der Aufhebung b e 9 Transfer- schutzes gestellt hätten, weil sie deutsche Kaufleute seien. Ein richtig rechnender deutscher Kaufmann könne an ein Ende des Transferschutzes nicht an- ders als in Verbindung mit dem Ende der deutschen Kriegstribute denken. Man habe ihm den Vorwurf des wirtschaftlichen Landesverrats gemacht, weil er kürzlich von der Lüge des steigenden deutschen Wohlstandes, von der Lüge der deutschen Zahlungsfähigkeit unb von der Lüge der Sicherheit der deutschen Währung ge- sprachen habe. Er halte diese Worte in vollem Umfange aufrecht. Das auszusprechen, sein kein wirtschaftlicher Landesverrat, sondern politische Pflichterfüllung. Die leere Prestige- unb Fasfadenpolitik der vergangenen Zeit müsse durch eine klare unb ein« fache Jnteressenpolltik ersetzt werden. Nur eine solche verstehe man im Auslande. Ueber Parker Gilberts falsche Darstellung unseres Wirtschaftszustandes könnten wir uns nicht beklagen, wenn unsere eigenen Minister glaubten, ihrem Lande durch Schönfärberei zu nützen. Rach einer Darstellung der schwierigen Finanzlage des Reiches und nach der Feststellung, daß die deutsche Gesamtwirtschaft heute eine Zuschuß w i r t sch af t sei, betonte Geheimrat Hu- genberg sodann, daß der deutsche Arbeiter, der deutsche Angestellte und Beamte in einer fürchterlichen Täus chung über seine und seines Landes Lage stecke. Auf dieser Täuschung beruhe auch die ameritanische Reparalionspolitik, auf dieser Täuschung beruhe unsere Währung. Es komme nicht auf die nominelle Währung eines Landes an, die künstlich von seinem Hauptgeldgeber — Amerila — durch ständigen Rachschußkredit aufrechterhalten werde. Auch die Währung, die Parker Gilbert Deutschland Zahre hindurch geschenkt habe, sei keine Wahrung. Gü wisse nicht, mit welchem Wahn der Privatkapi- talist deS Auslandes, der fein Geld an Deutsch- zu verstehen, daß dem deutschen Qhißenmi:;ifkr auf nichtoffiziellem Wege die Mitteilung zugeleitet worden sei, die britische Regierung sei gegen den geplanten Zeppelinflug über Aegypten, da die ägyptische und die britische Regierung übereingekommen seien, daß ausländische Luftfahrzeuge ägyptisches Gebiet nur mit Zustimmung beider Regierungen überfliegen dürfen. In einer weiteren Anfrage wurde auf die Schädigung der deutsch-englischen Beziehungen hingewiesen, die durch die Verweigerung der Flugcrlaubnis verursacht werden könne. Locker Lampson erklärte: Ich denke, dah man im Ausland begreifen wird, dah solche Flüge nicht stattfinden können, ohne dah zwischen der ägyptischen Regierung und der zuständigen ausländischen Regierung eine Einigung darüber erfolgt ist. 21m Todestage des ersten Reichspräsidenten. Aus Anlaß des Todestages des Reichspräsidenten Friedrich Ebert hat im Damen der badischen Staatsreg'erung der Land- rat in Heidelberg einen Kranz am Grabe Eberts niedergclcgt. — Der Reichskanzler hat den Präsidenten des Landessinanzamtes Karlsruhe, Geheimrat ©tarnet, ersucht, am Todestag des Reichspräsidenten Ebert an dessen Grab in Heidelberg einen Kranz mit der Aufschrift: „Der Reichskanzler und die Reichsregierung" niederzulegcn. Der neue Frankfurter Schauspieldlrektor. TU. Frankfurt a.M.. 28. Febr. Zum Direktor des Städtischen Schauspielhauses in Frankfurt wurde als Dachfolger des Intendanten Weichert Dr. Alwin Kronacher, bisher Direktor des Städtischen Schauspiels in Leipzig, ernannt. Der Lohntarif der Reichsbahn gekündigt. Laut „Vorwärts" haben die vertragschließenden Gewerkschaften das Lohnabkommen mit der Deutschen Reichsbahn zum 31. März gekündigt, äleber die einzureichenden Forderungen werden die drei Gewerkschasten aus einer gemeinsamen Tagung Beschluß fas,en. Das Lohnabkommen belr'.fft die Cisenbahnarbciter aller Kategorien, d. h. alle Eisenbahner, die nicht im Beamten- oder Angestelltenverhältnis steten. Oie Wetterlage. teilungen völlig zutreffend sein sollten, mit abwartendem Skeptizismus gegenüberstehen. Oie tschechische Hilfsaktion für Trotzki. Prag, 27. Febr. (WB.) Der von der kommunistischen Opposition in Brünn gegründete Ausschuß zur Rettung Trotzkrs, der bestrebt ist, Trotzki einen Kuraufenthalt in der Tschechoslowakei zu er.nög ichen, hat ein in deutscher Sprache abgefahtes Telegramm für Trotzki an die Sowjetgesandlschast in Angora gesandt und Trotzki um Mitteilung darüber gebeten, ob er in die Tschechoslowakei zur Kur kommen wolle. Dieses Telegramm ist mit dem Vermerk „Adressat unbekannt" zurückgekommen. Am L5. Februar wurde ein weiteres Telegramm für Trotzki an daS russische Konsulat in Konstantinopel mit französischer Adresse und deutschem Text abgesandt; darauf soll Trotzki geantwortet haben, er sei bereit in die Tschechoslowakei zu kommen. Trotzki weist aber darauf hin, das; er die deutsche Entscheidung abwarten müsse. Oie Rheinbrücken. Der Reichstag zur Lahmlegung des rheinischen Verkehrs. Berlin. 28. Febr. (VDZ.) Auf der Tages- drdnung steht eine Interpellation des Zentrums, die sich damit beschäftigt, dah d'.e Antwort auf den Antrag zum Dau von drei neuen Rheinbrücken bei Ludwigsha en. Spetzer und Maxau vertagt wurde, bis die Gesamtprüfung der allgemeinen Fragen der Einrichtung der rheinischen Eisenbahnen durch die Dvtichasterkonferenz beendet ist. , „ Abg. Hofmann- Ludw.gsha en (Zentr.) begründet die Interpellation. Die von der Dot- schafterkonferenz angekündigte Eemmtprüfung der rheinischen Ciieubahnsragen könne sehr lange dauern, denn trotz allen Derständigungsgeredes sei Frankreich immer bestrebt, die deutsche Wirtschaft und das deutsche Verkehrswesen zu schikanieren. Der gesteigert' Verkehr mache aber eine Beschleunigung keü Baues der drei Rheinbrücken dringend notwendig. Reichsverkehrsminister D r. S ch a t - zel beantwortet die Interpellation. Die Re.chs- regierung erkenne das Bedürfnis zum schleunigen Dau der drei Drücken durchaus an; sie habe auch keine Gelegenheit versäumt, bei der Dotschafter- konferenz auf Deschleunigung der Angelegenheit zu drängen. Erst in jüngster Zeit fet deshalb wieder ein diplomatischer Schritt erfolgt. Die Reichsregierung werde weiter mit allem Dachdruck die Angelegenheit verfolgen. Für die vielen Unfälle, die sich aus dem Fehlen der drei Rheinbrücken ergeben, falle die Verantwortung de' Desatzungsbehörde zu. Abg. Dr. Re m me le -Vaden (Soz.) prvte- stiert gegen die Haltung drr Botschafterkonferenz, die in diesem Falle die Befriedigung eines dringenden Terkehrsbedürfnis.es verhindere. Abg. Dr. Zapf (D. Vp.) erklärt, daß die Deutsche Dollspartei. die Demokraten, die Tayrische Dolkspartei und die Wirtschaftspartei in dieser Aussprache nicht bas Wort nehmen würden. da das ganze Voll einig sei in der Verurteilung der Hattung der Ddlschafterkonferenz. Abg. Dr. Dryander (SntL) beantragt die Vorlegung einer geschlossenen Darlegung, welche Einwirkungen die Entente auf die Entwicklung des rheinischen Verkehrswesens ausgeübt hat. Die Schikanierung des rheinischen Verkehrs im Verein mit anderen Eingriffen sei ein System, das durch die Aeußerung des Marschalls Foch .gekennzeichnet werde. Frankreich brauche die Defensivlinie Haardt—Hunsrück—Eifel. Es folgt die gestern zurückgestellte Abstimmung über die kommuni st ischen Mißtrauen s- a n t r ä g e. Der Mihtrauensantrag gegen das GefamtkÄinett wird gegen Kommunisten. Deutsch- nationale und Dationalsozialisten. der Miß- trauensantrag gegen den Wehrminister Groener gegen Äonununi ften und Dationalsozialisten bei Stimmenthaltung der Deutschnationalen a b gelehnt. Gegen 18 Uhr vertagt sich das Haus auf Donnerstag, die Anträge der Deutschen Volks- Partei auf Parlaments re form durch Einschränkung der Ausgabenbewilligung. Aus aller Welt. Die neue Kältewelle verzögert den Eisgang. Ueber Dacht ist unser Gebiet von der neuen Kältewelle erreicht worden. 2m ganzen M a i n - t a l waren Mittwochmorgen Kältegrade von 4 bis 6 Grad festzustellen. Gleichzci ig herrschte ein starkes Schneetreiben, das die Erdoberfläche mit einer neuen tiefen Schneedecke überzog. Dieser starke Schneefall, der auch in den nächsten Tagen noch anhalten soll, dürfte bei eintretendem Lauwetter d i e H o ch w a f s e r g e s a h r, die der Eisgang mit sich bringt, nur noch erhöhen. Die Eisverhältnisse sind am Obermain unverändert. Dei der Zeche Gustav bei Dettingen hat sich durch warme Abwässer eine Rinne eingefressen, die sich bis unterhalb der Schleuse Grvß- krohenburg hinzicht. Oberhalb des Frankfurter Stadtgebietes haben sich viele eisfreie Stellen gebildet. Von der Wilhelmsbrücke abwärts bis zur Mündung ist der Main zum Teil eisfrei, mindestens jedoch ist eine freie Rinne von 20 bis 50 Meter Dreite vorhanden. Auf dem Rhein ist die Eisdecke rein. Oberhalb von Mannheim ist eine 30 bis 70 Meter breite Eisdecke abgetrieben; die Seitenränder bröckeln nach. Das Eistreiben ist schwach. Die Eisschollen sind teils geschmolzen, teils mechanisch zerkleinert. Der Rheinpegel bei Mannheim Beträgt 3,28. Das Eis an der Loreley liegt noch fest. Den neuesten Wettermeldungen zufolge läßt die Schneefchmelze nach. Die Mosel ist auf deutschem Gebiet im wesentlichen eisfrei. In Trier ist bei 15 Grad Kälte 15 Zentimeter Deuschnee gefallen. In Zellingen wurden die Pfahljochen und Streben der hölzernen Arbeitsbrücke für die im Dau begriffene Drücke und die beiderseitigen wuchtigen Stützen der Träger für die Pfahlgerüste der Strombogen von den Eisschollen fortgerissen. Hochwassergefahr am Neckar. Die Vorsichtsmaßnahmen gegen den Eisgang auf dem Dcckar haben sich bei Cannstatt nicht als ausreichend erwiesen. Eine eiserne Feldbahnbrücke, d'.e abgetragen werden sollte, wurde von den Fluten mitgerissen, wodurch mehrere Arbeiter in schwere Gefahr gerieten. Die Drücke drehte sich plötzlich und fiel unter donnerndem Krachen in den Fluß. — 2n Tübingen staute sich auf einer • Strecke von 200 Meter das Cis drei bis vier Meter hoch. Cs muhte, um dem Cis Platz zu schaffen, eine Hol^rücke abgebaut werden. Starker Temperakurrückgang im Schwarzwald. Im Gegensatz zu den letzten milden Tagen mit Temperaturen von etwa 15 bis 20 Grad Wärme ist in der Dacht zum Donnerstag ein starker Temperaturrückgang cingelre- ten, der Schneefall mit sich brachte. Auf dem Hochschwarzwald sind 10 bis 15 Zentimeter Deuschnee gefallen. In den Tälern und in der Ebene 5 Zentimeter. Der Feldberg meldete heute morgen 20 Grad Kälte. Freiburg hat e zur gleichen Zeit ettoa lO Grad Kälte zu verzeichnen. Damit ist die Hochwassergefahr infolge zu raschen Abschmelzens der Schneemassen zunächst gebannt und das Treibeis des O b e r r h e i n s auf der Strecke Konstanz—Basel bis Straßburg hat dadurch Zeit zum Abtreiben. Der Rhein ist auf dieser Strecke vollkommen eisfrei. Schlesische Bauerndörfer bis zum Dach im Schnee. Dach dem heftigen Schneesturm der letzten Tage und dem erneuten starken Schneefall sieht cs in den Ortschaften am Fuße des Eulengebirges geradezu trostlos aus. Don dem Schneeunwetter ist das Gebiet am Eingang des Wei- stritz-Tales, die Gegend um Ohmsdorf, Esdorf und Ludwigsdorf und weiterhin Leutmannsdorf, am schlimmsten betroffen. Dort sind die Straßen derartig verweht, daß von den Kirschbäumen nur noch die Spitzen aus dem Schnee ragen. Vielfach sind auch Fuhrwerke vom Schnee vollständig begraben worden, so dah sie i m Stich gelassen werden muhten, nachdem man die Pferde abgesträngt hatte. 2n den Stuben der Häuser herrscht Dunkelheit, da alle Fenster vo11ständig zugeweht sind. Die Bewohner müssen sich regelrechte Gänge schaufeln, um aus den Gebäuden herauszulommen. Doppelt schlimm ist die W a s s e r n o t, weil die Brunnen meterhoch mit Schnee verweht sind. Von den KreiSverwaltungen sind alle Schneepflüge eingesetzt worden, um die Dot der verwehten Besitzungen zu beseitigen. Infolge der ungeheueren Schneeverwehungen ist eine ganze Anzahl von Chausseen im Kreise Dimpsch für jeden Verkehr gesperrt worden, da es unmöglich ist, in Gefahr geratenen Fuhrwerken Hilfe zu bringen. Ueberschwemmungen in den Bereinigten Steten. der anderen wieder flott zu machen. Dur hinter einem Dein, hinter einer mutig auf den Duckest genommenen Daweskrise Winke uns eine bessert Zukunft. in einem Brief an das Politbureau gefordert und auch an das Präsidium des Sowjet-Exekutivkomitees einen solchen Antrag gerichtet haben. Die Mehrheit des Präsidiums hat sich angeblich auf ihre Seite gestellt. Dennoch möchten wir — so schreibt das „D.T." — auch für den Fall, daß diese Dachrichten zutreffen sollten, daran erinnern, dah unser Moskauer Korrespondent immer dacgllegt hat, die größere Energie und die robustere Hartnäckiy- keit seien bei Stalin, und er allein balle schließlich die Fäden in der Hand. Au Grund dieser Tatsache mufe_ man unseres Erachtens einstweilen den Bemühungen der Opposition, auch wenn die darüber verbreiteten Mit- Einberufung drs Hessischen Landtags. WHP. Darmstadt, 27. Febr. Der Präsident des Hessischen Landtags. Delp, hat jetzt die Einladungen an die Abgeordneten zur 35. Sitzung des Landtages am Dienstag, den 5. März, vormittags 10 Uhr. ergehen lassen. Die Tagesordnung umfaßt bereits 42 Punkte, unter denen sich aber auch eine größere Anzahl von Eingaben befindet, die nur zur Kenntnis des Plenums zu bringen sind, und mehrere Vorlagen, die wegen der Dringlichkeit bereits vom Haupt-(Finanz) Ausschuß erledigt worden sind. Der wichtigste Punkt wird jedoch die Beratung des Staats- Voranschlages 19'9 und des Dachtrag°etats sein. In politischen Kreisen rechnet man sogar mit der Möglichkeit, daß z. B. das neue G e - meindebeamtengesetz vor Ostern gar nicht mehr verabschiedet werden kann und mit einigen anderen Vorlagen zurückgestellt werden wird. Gegen Heraussehunq der Altersgrenze. Darmstadt, 27. Febr. Der Vorstand te5 LondesbeamtenausschusfeZ der Hessischen Demokratischen Partei hat folgende Entschließung angenommen: D'.e Beamtenschaft sieht mit wachsender Besorgnis, dah Bestrebungen auf Heraufsetzung der Altersgrenze mit dem Hintergrund vollständiger Beseitigung im Gange sind. Der Vorstand des Lanie'.beamtenausschusses der Deutschen Demokratischen Partei Hessens war einmütig der Überzeugung, daß das Altersgrenzengesetz nicht nur im Interesse des Te- arntennachwuchses, sondern auch im wohlverstandenen Interesse der Staatsverwaltung und der Bevölkerung unbedingt aufrecht zu erhalten ist. Hm eine gemeinsame Front aller De- amtenbertretungen herzustellen,_ wurde beschlossen, sich unverzüglich mit den übrigen Beamten» organisativnen ter politischen Parteien zur Abwehr des Anschlages auf das Altersgrenzengesetz ins Benehmen zu setzen. — Cs handelt sich hier um eine Stellungnahme gegen einen Antrag, ter von den Abgeordneten ter Volls- rechtspartei im Hessischen Landtag eingebracht worden ist. Bereits auf ter Tagung des Hessischen Teamtenbundes. der Spitzenorganisation der hessischen Teamten, ist gegen den Antrag Stellung genommen und d es dem Landtag und den Parteien mitceieUt worden. Scharfe Opposition gegen Stalin. Gespannte Lage in Moskau. Berlin, 28. Febr. (Priv.-Tel.) Dach Mit- tei.ungen, die auherhalo Sowjetruhlands verbreitet sind, aber begründeter erscheinen als gewöhnlich die Aachrichten aus den Grenzstaaten, hat sich in Moskau die Opposition — die sog. Rechtsoppositivn — g gen den allmächtigen Stalin so sehr verschärft, dah die Situation als äußerst gespannt bezeichnet werden muh. Infolge der außerordentlichen wirtschaftlichen D o 11 a g e. für die Statins Politik verantwortlich gemacht wird, habe diese Rechtsopposition, die noch vor kurzem keine offenen Schritte wagen konnte, sehr an Schlagkraft gewonnen, und Bucharin, Rykow und Tomfki Betreiben jetzt mit einer bisher nicht möglich gewesenen Kühnheit die Entfernung Stalins. Sie sollen die Abdanlung Stalins tanb gebe — damit Deutschland Reparationen an seine Gläubigerstaaten zahlen könne —, sich über die Sicherheit seines Kapitals beruhige. Deutschland gehe an sich selbst und an seinen auswärtigen Lasten und Bindungen einschließlich seiner Dahrungsenge zugrunde. Es müsse, um wieder lebensfähig zu werden, von beiden befreit werten: Bon seiner inneren Krankheit und feinen auswärtigen Fesseln. Der Dawesplan sei feftgef obren und seine Hndurchsührbarkett erwiesen. Es sei nicht unsere Ausgabe, das Schiss wieder flott zu machen. Dur hinter DieSozialpoliittderReichsregierimg Undurchführbare Anträge und Entschliessungen der Parteien. Berlin, 28. Febr. (VDZ.) Im Sozialpolitischen A'sschuß des Reichstages erklärte Reich^arbcits- n. ister Wissell, das Kabinett sei der Meinung, daß Anträge auf Erhöhung der Leistungen aus der Invalidenversicherung angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung und unserer reparationspolitischen Belastung nicht du r ch° f ü h r b a r seien. Er stellte aber Erhebungen über die Möglichkeit einer Herabsetzung der In« validitätsgrenze von 66n v. H. auf 50 v. H. und über Umfang und Dauer der Arbeitslosigkeit der über 60 Jahre alten Arbeiter in Aussicht. Damit erklärte sich der Ausschuß einverstanden. Das Reichskabinett hat sich auch mit den sozialpolitischen Beschlüssen befaßt, die der Reichstag am 19. Februar in der K l e i n r e n t n e r f u r s o r g e gefaßt hatte. Die Reichsregierung war einmütig der Auffassung, daß die Reichetagsentschließung, die ein f elb - ständiges Rentnergesetz in Verbindung mit einem Gesetz über Inflationssteuern verlangt, undurchführbar ist. Dagegen wird die Reichsregierung die vom Sozialpolitischen Ausschuß einstimmig angenommene und vom Reichstag gebilligte Entschließung wegen Verbesserung her Fürsorgepflichtordnung zugunsten der Kleinrentner vorlegen. Dies entspricht auch der Regierungserklärung vom 3. Juli 1928. Beamte und Stahlhelm. Eine Erklärung ReichSmucuminister Severings. Berlin. 27. Febr. (VDZ.) Im Haushaltsausschuh des Reichslag:s wurde hauptfächlich die Frage der neu zu errichtenden kommunalpoli- tischen Abteilung, die Richtlinien für die Heber» nähme von Frauen in das Beamtenverhältnis und die Stellung der Beamten zum Stahlhelm behandelt. ReichSmini st er des Innern Severin g, erllärte, die Regierung muh darauf halten, daß Der Eid, den die Beamten ter Republik geleistet haben, auch gehalten wird. Und ich freue mich, daß f i ch auch die beiden berufenen Führer des Stahlhelms dazu bekannt haben. Ich freue mich auch über die weiteren Erklärungen, die ja veröffentlicht sind, die, tote ich amre^mett möchte, die ReichSregieruag von der Verpflichtungentbinden, im Augenblick gegen die Orgamfaiion teS Stahlhelms und generell gegen alle Beamten vorzu- gehen, die ihm angeboren. Ich kann aber die Bemerkung nicht untetorüden, daß diese Srllarungen in striktem Gegensatz zu den Kundgebungen stehen, die in ganz Deutschland ge- Aus den Staaten Pennsylvanien, Michigan und Ohio werden verheerende Überschwemmungen gemeldet. Die Flüsse find infolge der Schneeschmelze und anhaltender Regengüsse über ihre Ufer getreten. In der Grafschaft Montgomery in Pennsylvanien ist der kleine Perkioncn-Fluß fünfeinhalb Meter über seinen normalen Stand gestiegen. In den Straßen Poktstowns am Schuyl- Kill-Fluh steht das Wasser drei Meter hoch. In Monroe (Michigan) mußten zweihundert Familien ihre Häuser räumen. 3m südlichen Ohio haben die Uds. 4^.....- - -fj-iannaytn- ©wontent« e Rfitei. ®naro otdettt» worxio. • ot«en »»WW # lehnte »ireupem «Mchti X 6rwit'fr.(g)uind$tiiit *O* XW leichtt» Ott £ niisiflt* ludiuowcst q tiöf*6 omoerethoelto Lwlldrute Wettervoraussage. Die Kälte hat sich weiter südwärts auSgeövei- tet. Während gestern in München noch 3 Grad Wärme herrschten, zeigt heute da» Thermometer — 12 Grad an. Fast in ganz Deutschland liegen die Temperaturen unter —10 Grad (Hannover — 16, Magdeburg —15, Königsberg —22 Grad). DaS Dordmeerhoch hat sich mehr nach den Britischen Inseln verlagert und zeigt in feinem Kern gebiet Barometerstände von nahezu 780 Millimeter. Infvl..etefien wird durch die harschende Druckvertellung eine Luftzufuhr aus nordwestlicher Richtung gefchaffen, die eine Stoff* abfchwächung bringen wird. Das Wetter bleibt wechselnd bewölkt, und vereinzelt besteht Steigung zu leichten Diederschlägen. Wettervoraussage für Freitag: Wolkig mit Aufheiterung, Rückgang des Froste», meist trocken. _ Wettervoraussage für Sam Stag Wechselnde Bewölkung und weiterer Temperaturanstieg. _ Lufttemperaturen am 27. Februar: mittags —5,« Grad Celsius, abends —7,9 Grad Celsius; am 28. Februar: morgens —10/7 Grad Celsius. Maxi' mum — 4,4 Grad Celsius, Minimum —11,4 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter lieft am 27. Februar: abends —1,2 Grad Celffus; am 28. Februar: morgens —1,5 Grad Celsius. — Son- nenscheindauer VA Stunden. wintersporlnachrichten der hesi. Wetterdienststelle. Vogelsberg (Hoherodskopf: Weller Heller. —14 Grad Celsius, 35 Zentimeter Schnee, Pulver- schnee, 10 Zentimeter Neuschnee; Ski und Rodel sehr gut. — cherchenhainer Höhe: Heiter, —11 Grad Celsius, 35 Zentimeter Schnee, etwas verweht, 10 Zentimeter Neuschnee; Ski und Rodel sehr gut- Odenwald (Tromm): Heiter, —15 Grad Cev sius, 25 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, 5 Zentimeter Neuschnee; Ski und Rodel sehr gut. — Neunkirchen: — 15 Grad Celsius, 30 bis 35 Zenllmller Schnee, Pulverschnee, 20 Zentimeter Neuschnee; und Rodel sehr gut. Taunus (Kleiner Feldberg): Wolkig, — 15 Grad Celsius, 41 Zentimeter Schnee, stark verweht; ®ri mäßig, Rodel gut. Schwarzwald (Feldberg): DaMg —17 Grad Celsius, 93 Zentimeter Pulverschnee; Ski und Rodel sehr gut. Alpen (Garmisch-Partenkirchen): Schneetreiben, — 12 Grad Celsius, 32 Zentimeter Schnee, etwas verweht; Ski und Rohel gut. — Berchtesgaden. Schneetreiben, —10 Grad Celsius, 50 Zentimeter Pulverschnee; Ski und Rodel sehr gut * i'h3.1-i i beider^' «K JMMb. Ä’Uü M* --> Ä "" Mfen btt Auf- NpiMettot. &SebL jmu ÄM* /Hinten facher, biSH-r “ulpitli in Leipzig, W gttiiMjL »crttcgWitHtÄ nmen mit bet W «8 gekündigt. Leber ien werden bit drei neinfomen Ligung .mmcn beirisst bk grrien, b. h. M kamten. obtt In« iogt MM- 0 »ftR 5v £•/ GW , WH. ussag-- tüncht noch 15 JÖniS^bttS V«T chläE ertÜfli; je 'AückganS v« rS#J 8ebruar- mÄ$; 061 ZSMV '«O s-sZ äifcö ^W--K Aus der Pwvinzialhauptstadt. Sieben, den 28. Februar 1929. Mrtshausengel und Hausteufel. Ulacbbnuf verboten. Sines fetze ich voraus: Wenn dir, liebe Leserin, diese Ueberschrift vor Augen kommt, so halte beinern Ehe^esponS keine Gardinenpredigt. Und du, verehrter Leser, fühle dich nicht getroffen und verstecke das Zeitungsblatt nicht vor deiner bcficrcn Hälfte. Denn sonst wird dieses Blatt vermißt, in der Nachbarschaft geholt, noch genauer durchgelesen als sonst und dann bist du, Verehrtester, erst recht hineingefallen. Du wirst für einen Hausteufel erklärt, obwohl du — keiner bist und erst recht kein Wirthausengcl. Was ein Engel ist, das weiht du ja, verehrte Leserin, von dir selbst. Du brauchst nur in einen Spiegel zu schauen und bar i siehst du ihn schon. Gin Wirtshausengel ist ganz etwas anderes. Er wandelt, wie du, zwar auch auf Erden, aber er ist ein männliches Wesen. Jedoch von ganz besonderen Eigenschaften! Zunächst geht er mit der Regelmäßigkeit einer Uhr an seinen Stammtisch, zum Bier, zum Wein, zum Drei» männerskat, -um Doppelkopf oder zu einer ähnlichen Lustbarkeit. Hat der besagte Engel einen größeren Durst oder einen großen Bekann.enkreiS, so hat er stets mehrere Stammtische, sei es für den Frühschoppen, für den SechSuhr- oder den Rachtischschoppen, oder er hat dementsprechende Skat- oder Doppclkoppt'.sche. Da gebt's lustig zu. Da sitzt der Herr Früh- stücksmcister neben dem Herrn Doktor und der Herr Doktor neben dem Herrn Frühstücksmeister, und sie engeln sich gegenseitig an. Jawohl! Sie engeln sich an! Da ist alles ein Liebes und ein Gutes. Engel von verschiedener politischer Richtung gehen sich, wie behauptet wird, zumeist gegenseitig aus dem Wege. Das ist klug so. Denn der Engel will im Wir shause oder im Kasino seine Ruhe haben. Die Skat- oder Doppelkoppbrüder bekommen sich bei ihrer lobenswerten Arbeit tausendmal eher wegen eines falsch weggeworfenen Kartcnblatt.S, a!s weg n des Lecarnopaktes oder wegen AmanuL'ahs an den Köpfen. Aber deshalb wird doch gescholten! Die Hausbesitzer schelten auf die Mieter und die Mieter auf die Hausbesitzer, und in allen Fällen haben die zuständigen Instanzen falsch entschieden und „überhaupt und so". CS muß anders werden. Im Jahre 1848 war einer in Alzey, der wollte es besonders anders haben, und er sprach: „Reiht den Marktplatz aus und pflanzt — Spalierkartoffeln drauf, und auf die Lindenbäum' pfropft Muskatnüss'I" Da wußten die Alzeyer, was sie zu tun hatten und ließen 's — beim alten. Aber der so sprach, war ein WirtshauSengel, und später wurde er zum Hausteufel, denn als er abends spät heim kam, wollte er im Augenblick ein warmes Abendessen haben, und da dies nicht sogleich möglich war, machte er einen siebenfachen Krach und Spektakel. Für den Wirtshausengel muh auch heute noch, wie in vergangenen Zeitläuften, zu Haufe zu jeder Zeit alles parat und gerichtet fein. Zeiten kommen und gehen, aber der Wirtshausengel b eibt immer derselbe. Der gute S t o l h e kannte fe:-'n „Pfarrer Kännche" und des'en Kumpane! Ganz gewiß war unter ihnen mancher HauS- teusel, der nicht heimging zur rechten Zeit, und wenn er heimlam, nörgelte und llawatschte und polterte er, und seine StaatSpapiere bestanden auS Wahnze.teln. Warum er zum W i r t S h a u Se nae l geworben ist? Verehrt« Leserin, darüber denke d u einmal nach und wenn du die Rätselaufgabe gelöst hast, so wirst du auch so klug fein, aus dem Teufel wieder einen Engel zu machen! Versuchs einmal! Viel Glück dazu! Aber du besitzest ja beileibe keinen — Hausteufel. I bewahre X. Taten für Freitag, 1. Marz. 1268: Markgraf Dietrich von Landsberg beu» feintet die Leipziger Meße: — 1837: der Aegypto- löge und Schriftsteller Georg Ebers in Berlin geboren. Gietzerrer Wochcnmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Käse 10 Stück 60 biS 1,40; Vutter Pfund 1,50 bis 1,80; Matte 30 bis 35; Wirsing 35 bis 45; Weißkraut 30 bis 35; Rotkraut 35 bis 40; gelbe Rüben 20 bis 25; rote Rüben 20 bis 25; Spinat 80; älnterkohlrabi 10; Grünkohl 45 bis 50: Rosenkohl 75 bis 80; Feldsalat 2,50 bis 3.00; Tomaten 80 bis 90; Zwiebeln 20 bis 25; Meerrettich 50 bis 1,20; Schwarzwurzeln 85; Kartoffeln 6'/et Aepfel 30 bis 40; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 biS 50; junge Hähne 1,00 bis 1,10; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Tauben 80 bis 85; Russe 70 bis 80; Endivien 1,50; Eier Stück 20 biS 22; Blumenkohl 80 bis 1,60; Salat 40 bis 45; Lauch 25 biS 40; Rettich 10 biS 20; Sellerie 10 bis 50; Kartoffeln Zentner 5,50 Mk. Bornotizen. — TageSkalender für Donnerstag. Gießener Konzertverein: „Missa solemni,“, 19.30 älhr, in der Stadtsirche. — Städtisches Gaswerk: Vortrag von Direktor Steding über „Die Verwendung deS Steinkohlengases im Haushalt", 2O1/« Uhr. in der Reuen Aula. — Damenvortrag, 8 Uhr, im Caf6 Leib. — Lichtspielhaus (Dahn- hofstraße): „Frauenraub in Marokko". — Afto- ria-Lichtspiele: „Maeiste und der Sträfling Rr. 51“. — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: In der morgigen Opernaufführung hat Generalmusikdirektor Paul Dreifach die musikalische Leitung. Die Oper ist in Szene gefetzt von Heinrich Köhler. Josef Derdolt hat die choreographische Ausstattung, Tanzl:itung Iwan Arkoff. Es wirken mit die Damen Dinort, Greeff, Jensen, Massenburg, und die Herren Lackens Grauert, Derger, Hocfsiin, Prhbit, Fork, Russin. — Am Sonntag, 3. März, Fremdenvorstellung: „Olympia". — Dienstag, 5. März, erste Wiederholung des Lustspiels „Geld auf der Straße". » 06 Starke Schneeverwehungen auf den Land st raßen. Der Schneefall in den letzten Tagen in Verbindung mit der Wirkung des starken Windes hot auf den Landstraßen des Vogelsberges, aber auch zum Teil in der Wetterau und ebenso nach Krofdorf zu, umfangreiche Schneeverwehungen zur Folge gehabt. Die Straßen sind nur schwer passierbar; teilweise sind Kraftwagen im Schnee stecken geblieben, fo daß sie erst durch herbeigerufene Hilfsarbeiter der Straßenbauverwaltung aus den Schneemassen herausgeschaufelt werden mußten. Die Provinzialbauverwaltung ist unter Verwendung von Schneeschlitten und Heranziehung zahlreicher H.lfs- arbeitet eifrig mit der Freimachung der Straßen beschäftigt. Den Kraftfahrern ist aber in ihrem eignen Interesse anzuraten, diese Londstraßen für ein oder zwei Tage zu meiden, bis dort wieder genügend freie Bahn geschaffen ift Zager, gedenke des hungernden Wildes! ** Sprengungen a u f der Lahn. Im Laufe des Dienstags wurden in der Eisfläche der Lahn, oberhalb des Wehres am Elektrizitätswerk, Sprengungen oorgenommen, nachdem das Städtische Tiefbauamt vorher schon in der Nähe der Kläranlage probeweise in der Eisfläche des Flusses gesprengt hatte. Am Dienstagoorm.ttag wurden die Sprengungen in anerkennenswerter Weise durch ein Kommando unserer Garnison ausgeführt, am Nachmittag wurden sie durch das Stödtijche Tiefbauamt fortgesetzt. Es handelte sich dabei um vorbereitende Sprengungen, die bei eintretendem Tauwetter fort- gesetzt werden sollen, damit bei einem plötzlich ein- tretenden Steigen der Lahn genügend Ablauf für die erwarteten großen Wassermengen geschaffen ist. Alle Maßnahmen zur Fortsetzung der Eissprengun- gen find jetzt schon getroffen. Man bars hiernach die Hoffnung hegen, daß es bei kommendem Hochwasser gelingen wird, das Eis ohne Gefahr zum Abgang zu bringen. •• HeereSfachschule für Verwaltung und Wirtschaft in Gießen. Das hauptamtliche Lehrerkollegium der hiesigen Heeres» fachschule hat folgende Personalveränderungen erfahren: Studienrat Bouchholh, bis'er Truppenuntcrrichts'eiter in Marb rg. wu de a's Truppenunterrichtsleiter nach Gießen verseht. Ferner wurde Oberfachschullehrer F i tz e k von Marburg nach Gießen verseht. Studienassessor Dr. Metz wurde zum Studienrat ernannt. Das Haupt» und nebenamtliche Lehrerkollegium umfaßt zur Zeit 21 Lehrer. Die HeereSfachschule in der Reuen Kaserne wird von 320 Schülern (Soldaten vom Gefreiten bis zum Oberfeldwebel) oesucht. *• Vom Finanz- und Dersorgungs- amtS-Reubau. Der Innenausbau bei den hiesigen Finanz- und Dersorgung^amt^neubauten nimmt trotz der ungünstigen Witterung auch weiterhin einen zufriedenstellenden Fortgang. Zur Zeit werden die Platten- und Estrichboden verlegt. Da auch das Anschlägen dec Schreinerarbeiten bereits eingeleitet werden konnte, steht zu erwarten, daß beite Reubauten im Sommer an die beiden Dienststellen übergeben wrden können. ** Eine Ausstellung für „e r ft e Hilfe" veranstaltet die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz am kommenden Samstag und Sonntag in ihrem Depot in der Sonnenstraße. Die Besichtigung steht jedermann frei. Man beachte die heutige Anzeige. "InderReuenWeltzufrieden. Wie uns aus Drooklyn-Reuyork geschrieben wird, hat ter frühere langjährige Kassenbote ter Gießener Filiale der Commerz- und Privatbank, Friedrich Wieditz, in der Reuen Welt, wohin er Ende 1927 zur Gründung einer neuen Existenz ausge- waudert war, einen befriedigenden Wirkungskreis gefunden. Gr arbeitete zunächst ein Jahr lang in einer Rcuyorker Möbelfabrik, seit 1. Februar d. I. ist er dort mit der Stelle eines Shipping Elerk (Expedient) beauftragt. Die Beziehungen der Familie Wieditz zu unserer Stadt werden durch die Mutter der Frau Wieditz, Frau Luise Weber Witwe, Döringstraße. hergesteNt. •• Spatz und Rabe. Von einem Leser wird unS geschrieben: Eine interessante Deobachtung machte ich heute früh: Auf dem Dalkon deS Cafes Ernst Ludwig war ein Rabe, ter nicht stehen, aber fliegen konnte. Ein Spatz dagegen war oben auf dem Dachkantel. Der Rabe sah nach dem Spatz in die Höhe und jeteSmal. wenn der Dlick sich nach oben richtete, warf ter Spatz e.was herunter, was ter Rabe sich Holle. Das Bild war hochinteressant und dauerte ungefähr eine Viertelstunde lang, biS ter Rate sortflog. Später, nach einer halten Stunde, kam ter Rate wieder, ater ter Sperling war nicht mehr da. Der Rabe richtete seinen Blick wieder nach oben, jetzt aber vergebens! ,e Dellachini-Abend. Der Harne Bel- lachini Übt auch heute noch seine Anziehungskraft aus. Dies zeigte sich wieder bei dem am Dienstagabend im Kathol. Vereins >ufe veranstalteten Dellachini-Abend. Der Saal war dicht beseht; die Dcsucher hatten hinreichend Gelegenheit, ihre Lachmusleln in Bewegung zu sehen. Der erste Teil deS Programms war auSgesüllt mit Experimenten zunächst auf dem Gebiete der Telepathie, und zwar fü)rte Dellachini diese Experimente teilweise mit und teilweise ohne Kontakt aus. Diel Heiterkeit erregten die Experimente, die Dellachini auf dem Gebiete ter Wach- suggestion mit einer Anzahl junger Leute auS- führte. Was an „Hellsehers von ter jungen Dame „Carma" geboten wurde, setzte daS Publikum, obwohl es sich hier nur um eine gut ein- gearbeitete Gedankenübertragung hantelte, in Erstaunen. Der zweite Teil des Programms brachte eine Reihe teilweise recht netter Zauberkunststückchen. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgefellfchafl. Sabbatfeier den 2. März. Freitag abend 5.40 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatausgang 6.55. Wochengottesdienst morgens 7; abends 5.30 Uhr. Israelitische Rdiglonsgemeinte. Gottesdienst in ter Synagoge (Südanlage ). Samstag, den 2. Man. Vorabend 5.45 Uhr; morgen» 9; abends 6.15 unb 6.55 Uhr. SMSebeiwelirier—rä’S acn, die Sie wünschen, und besitzt sogar noch eine Annehinlichken mehr eS schmeckt sehr nut. Und noch eine weitere Annehmlichkelt.... e$ kostet nicht viel. Denn strahlende Augen, tote Wangen. che und Elastizität und damit da» sicgbaste Bewu tsetn. tm Besitze aller Kräne zu sein, gibt eine Taste Emme- rlcbcr Kastee. 2880 rippegefahr beugt vor H gibt bekannt - Hydraulische Lovejoy-Stoßdämpfer bisher ein ausschließliches Merkmal teurer Luxuswagen, wie Cadillac, Chrysler Imperial und Rolls Royce, gehören jetzt zur Normalausrüstung des Chevrolet. Verstellbare Vordersitze in der Fisher- Karosserie Ein Ihrer Größe genau angepaßter Sitz ermöglicht bequemeres Fahren, leichtere Handhabung des Wagens und damit größere Sicherheit. Die eleganten Fisher-Karosserien des Chevrolet stehen an Qualität und Stärke in einer Linie mit sehr viel kostspieligeren Wagen. Der neue Convertible Landau Sedan ist europäischem Geschmack angepaßt. Der hintere Teil des Verdecks ist niederklappbar. Dieses Modell ist in seiner Art die ideale Verbindung eines Fahrzeuges für Winter und Sommer. Der weltberühmte Krupp-Edelstahl ist erstmalig für das Chassis eines amerikanischen Wagens verwendet worden und gibt dem Rahmen die nötige Stabilität, um die erhöhte Kraft des Sechszylindermotors aufzunehmen. Ein weiterer Schritt vorwärts in der Politik der General Motors, deutsches Material und deutsche Arbeit heranzuziehen. Weitere bemerkenswerte Verbesserungen: Kräftige, statisch und dynamisch ausgeglichene Kurbel welle / Fortschrittliche Konstruktion des Verbrennungsraumes / Neues, hohes Übersetzungsverhältnis 3,8 : 1 / Carter-Vergaser mit neuer Beschleunigerpumpe / Neuer verchromter Kühlerrahmen / Erstklassige deutsche „Hella - Bilux“-Scheinwerfer mit Fußhebelumschaltung / Automatische Schmierung des - Der .SECHS’ zum 49M- RM jojö.— WAGEN $99$ — 419$.— 479$— SEDAN. $ Stzer . RM $«$«.— i'/.r PRITSCHEN- Preise eines .VIER* — 1’/* t CHASSIS mit gesdil Führ erbau» RM. 469$.— */,t LIEFERWAGEN- CHASSIS . .RM -9,,.- 1* .» LASTWAGEN CHASSIS RM. ,99k - Preise *b Berlin Boriifwalde fünf fad» die beiden Leuten vierfach bereift TOURING. 1 Sitz« RM COACH. 5 Sitzei RM SEEX5N, $ Sitzer RM CONV CABRIOLET 2—4 Sitz« . . . RM CONV LANDAU Jeder wußte, daß er kommen würde. Jetzt ist er da, und hier sind die näheren Einzelheiten 1 Nur die tatsächliche Leistungsfähigkeit des neuen Chevrolet 6 soll entscheiden,ob er der Wagen ist,der Ihren Ansprüchen am weitesten entgegenkommt. Sie selbst sollen bestimmen, ob die 126 Millionen Mark, die General Motors für die Umstellung auf den Sechszylinder ausgegeben hat, gut angelegt sind. Zweihunderttausend Besitzer des neuen Chevrolet 6 haben es bestätigt. Kommen Sie noch heute, und lassen Sie sich den Wagen vorführen, der eine Umwälzung aller Wertbegriffe über Automobile bedeutet« Günstige Bedingungen nach dem GMAC - Plan. GENERAL MOTORS EINIGE DER WESENTLICHSTEN VERBESSERUNGEN UND IHRE BEDEUTUNG EÜR SIE Ein 6 Zylinder-Motor mit hängenden Ventilen Auch Sie können jetzt die fahrtechnischen Vorteile eines Sechszylindermotors genießen. Seine Leistung ist ca. zo"/„ höher als die des Vierzylinders, sein Lauf weich, elastisch und geräuschlos. PHtndt.-j der General Moton Co-pertücm Der Präsident der General Motors über seine Po’itik Das Streben nach verbesserter Leistung ist Grundprinzip der Genera! Motors. — Neue rungen dürfen dem Publikum nicht vorent- halten werden, sobald sie möglich geworden sind und sich bewährt haben. Im Laufe des Jahres 1928 haben wir mehr als 1 Va Millionen Chevrolet-Wagen verkauft. Die ungeheure Nachfrage des Publikums ermöglichte es uns, den Wunsch von Jahren zur Wirklichkeit werden zu lassen — einen Sechszylinder zum Preise eines Vierzylinders herzu1 teilen. Eine Verbesserung war möglich, somit hatte das Pub'ikum ein Anrecht aut sie. Und so entstand der neue 6 Zyl.-Chevrolet. Er ist das Resultat einer Politik, die von der Erkenntnis ausgeht, daß der wertvollste Aktivposten eines Unternehmens das dauernde Vertrauen des Käufen ist. / Ventilmechanismus / Wichtige Verbesserung der 4-Rad- Bremse / Drehmoment des Anlaßmotors um ca. 400 o ver- GENERAL MOTORS G. M. B. 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Familie in Kamiah (Idaho,Nordamerika), ihreVerwandten. Freundinnen und ihre langjährige treue Dienerin Elisabet Blssert. Wilhelm Lieber, Forstmeister 1. R. Gießen, den 27. Februar 1929. Beerdigung am Samstag, den 2 März, mittags 12 Uhr. von der Kapelle des Neuen Friedhofs. Seelenamt Montag, den 4. März, morgens 7 Uhr. isjud Tode»-Anzeige. Gestern abend 9Uhr entschlief sanftnach kurzem Leiden meine lieb« Tochter, dl« treusornende Mutter ihres Kindes, unsere gute Schwester, Schwägerin und Taute Margarethe Hahn. Die lief trauernden Hinterbliebenen. Heuchelheim, haarbi ticken, den 26. Februar 1929. I ie Beerdigung findet Freitag, den 1. März, nachmittags 1.30 Uhr statt. Weiteres »Wen ni.SIodjtcnntnificn in kleinen, t ubtgen Haush. z. I.März ges. (tiu e Bcufln. er orderiich. ZtzNlllgstk. 7 1,1. Frei ag, den 1. März, nachmittags ab 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Reuenweg 25: 1 Süfetf,! Diwan, 1 Chaiselongue,! 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Die Forderung ist: Gesicherte Verbindung mit dem afrikanischen Kontinent, der die Menschen für einen zukünftigen Krieg stellen soll. 3tn Weltkriege galt Frankreichs ganze gehende Durchberatung die Konferenz bis in die Dachmittagsstunden in Anspruch nahm. Das Er - teer und Flotte dienen, also im wesentlichen die . personelle und materielle Kraft dem Kanwf an rkundungsslugzeuge und — wiederum zu ihrem | der Westfront. Den Weg über die Meere schuhten Unbeirrt durch innere oder äußere Kritik, noch weniger durch schwebende Abrüstungsverhandlun- gen hat Frankreich in den letzten Jahren seine Wehrmacht derart ausgestaltet, wie es feinen politischen Wünschen und seinem machtpolitischen Ehrgeiz entspricht. Umbau des Heeres, Ausbau und Autonomie der Lultmacht und Ausbau der Flotte sind die charakteristischen Kennzeichen für die Entwicklung der drei Teile der Wehrmacht. Der Umbau des Heeres geht seiner Vollendung entgegen. Die Vorbedingungen für die Einführung der einjährigen Dienstzeit, des Kernstücks der Reform, werden im Laufe des Jahres 1929 erfüllt sein. Der Halb'ahrgang, der im Dovember 1929 eingezogen wird, soll als erster nach einem Jahre entlassen werden. Die neue Gliederung, durch die die Zahl der Divisionen mit Rücksicht auf die Herabsetzung der Dienstzeit vermindert wird, ist bis zum Mai dieses Jahres durchgeführt. Die geforderte Zahl von 106 000 Kapitulanten, von 15 000 Zivilangestellten und 30 000 Zivilarbeitern, die den Verwaltungs» und Arbeitsdienst im neuen Heer übernehmen, wird im Laufe des Jahres erreicht werden. Die Struktur des Heeres ist damit fertig. Vom Dovember 1929 ab wird kein Soldat, der sein Jahr abdient, mehr der eigentlichen Ausbildung durch andere Dien st verricht ungen entzogen werden. Ist mit diesem Umbau eine Abrüstung verknüpft? Dach französischer Ansicht: se'bstverständlich, denn „die Zahl der Divisionen ist gegen 1914 um 50 Prozent, die Länge der Dienstzeit gar um 66 Prozent herabgesetzt." Die französischen Prozentzahlen werken bewußt irreführend. Die Zahl der Dienstpflichtigen, die auch ausgebildet werden, ist die gleiche geblieben, denn das System der allgemeinen Wehrpflicht bleibt bestehen. Sie werden nicht mehr, drei, sondern nur ein Jahr ausgebll- det. Dadurch wird die Stärke des FriedenS- heeres. nicht die des Kriegsheeres geringer. Auch war die dreijährige Dienstzeit, die 1913 einge- führt wurde, gar nicht eine Forderung zugunsten der Ausbildung. Ueberall auf der Welt war man sich einig, daß zwei Jahre zur Ausbildung vollauf ausreichten. Die dreijährige Dienstzeit war eine für die Dauer untragbare Heber» spannung der Wehrfähigkeit, keine Dormalrüstung, nur erzwungen. um eine große Zahl aktiver Divisionen und dadurch eine der deutschen Armee gleichstarke Friedensarmee zu besitzen. Bedeutet die Herabsetzung der Ausbildung von zwei auf ein Jahr eine Schwächung für den militärischen Wert deS Heeres, also eine Art verminderter Rüstung? Alle Maßnahmen sind getroffen,.um diese Gefahr aus- z u s ch a l t e n. Bei halber Stärke der auszubildenden Dienstpflichtigen ist die Zahl der Offiziere und Kapitulanten fast ebenso hoch wie im Heer von 1914. Die Erfahrungen des Weltkrieges haben zweckmäßigere Ausbildungsmethoden gebracht: die militärische Ju- genbvorbcreitung nimmt einen nicht unwesentlichen Teil der Ausbildung vorweg. Reue Menschenquellen wurden außerdem erschlossen. Die farbige Armee ist schon doppelt so stark wie vor dem Kriege, ihr weiterer Ausbau geplant. Außer in Marokko ist überall die allgemeine Wehrpflicht eingeführt, wenn sie auch bei weitem noch nicht alle Wehrpflichtigen der rund 60 Millionen Kolonialbevölkerung an- gewendet wird. Wie wenjg die Behauptung, daß die farbige Armee nur der Sicherheit des Kolonialreiches diene, zutrifft, zeigt der Umstand. daß von 200 000 Farbigen etwa 150 000 in Frankreich und Dordafrika. zumeist fern ihrer He'.mat. stehen. Trotz der Herabminderung der Dienstzeit verfügt Frankreich über ein Heer von 26 (darunter 21 weihen) Divisionen, 5 Kavallerie- und 2 Luftdivisionen (eine dritte ist geplant) in Europa, über mindestens 7 weitere Divisionen in Dordafrika. Dieses Heer kann binnen weniger Tage durch Verdoppelung der weißen Divisionen auf mindestens 54 Divisionen gebracht werden. Es ist eine leider recht erfolgreiche Spekulation auf die militärische Unkenntnis der öffentlichen Meinung inner- und außerhalb Frankreichs. wenn behauptet wird, daß diese- Krieg-- Heer nur eine „Deckungsarmee" sei, unter deren Grenzschutz sich die Ausstellung des „Volks in Waffen" vollziehen solle. Kommt es wirklich zu einem Kriege, so wird keine Macht der Welt, am wenigsten das französische Parlament, den Generalissimus hindern, nach den unvergäng- llchen Gesehen der Kriegskunst mit seiner „Deckungsarmee" in Feindesland eine baldige Entscheidung zu erzwingen, anstatt an der Grenze abzuwarten, bis der oder die Gegner Zeit gefunden haben, den ungeheuren Rüstungsvorsprung der Franzosen auszugleichen. Es ist ein lächerliches Spiel mit zurechtgemach. t«n Zahlen, wenn gegenüber diesen Tatsachen oder Wahrscheinlichkeiten die französische Rüstung a l s rein defensiv und zu jedem Angriff ungeeignet hingestellt wird. Auch darf bei Zahlenvergleichen nie außer Acht bleiben, daß moderne Kriege mit viel mehr Material geführt werden, al- es noch zu Beginn de- Weltkrieges der Fall war. Ein modernes Heer mit Zehnlausenden von Maschinengewehren, vielen Tausenden von Geschützen. Kampfwagen und Flug- zeugen ist eben, selbst wenn es weniger Divisionen zählt, ein viel stärkeres Kampf inst ru- ment, ganz abgesehen davon, daß Stärken relative Begriffe find und an den Machtmitteln der anderen gemessen werden müssen. Die unendlich viel höheren Kosten und der vermehrte Bedarf an Dachschub, der in Fabriken nicht nur durch Maschinen, sondern auch durch Menschen hergestellt werden muh. zwingt schließlich auch zu anderer Verteilung der verfügbaren Mittel und Menschen. Das sind Ilmlagerungen, die sich durch Zahlenbegriffe nicht erfassen lassen. Hier mag die Feststellung genügen, daß — aus Goldparität gebracht — der französische HeereshauS- halt 1929 ebenso hoch ist wie der von 1913. Solche Aufwendungen macht man nicht, um eine „50- bis 60prozentige Abrüstung" zu erreichen. Reben dem Umbau des Heeres steht der A u S- bau der Luftmacht. Er ist durch die Schaffung eines seVständigen Lu'tministeriums in ein ganz neues Stadium der Entwicklung getreten. Unabhängig vom Umbau des Hceees kam der Anstoß zu dieser entscheidenden Entwicklung aus einem tragischen Zufall, einem Flugzeugunglück, dem der Handelsminister im letzten Herbst zum Opfer fiel. Dieses Ereignis führte zum Siege des Fortschritts über das Beharrungsvermögen, das in Gestalt von Ressorteitelkeit und Bureau- kratiSmus in Frankreich recht ausgeprägt ist. Heer und Flotte wollten ihre Fliegerkräfte nur ungern hergehen. Dun führte ein Zufall zu dem Riesenschritt: das gesamte militärische und zivile Flugwesen wurde in einer Hand vereinigt. Der organisatorische Fortschritt ist ungeheuer. Subventionen. Deschaffungsw:sen, Ausbildung. Verwaltung. Flughafenanlagen. Verkehr mit den Fabriken und viele- mehr, das bisher in einem Reben- und Durcheinander von drei Behörden vielfach mehr gehemmt als gefördert wurde, ist in einer Behörde vereinigt. Die militärische Bedeutung des neuen Ministeriums ist bei weitem größer als die zivlle. Das kommt schon in seinem Haushalt zum Ausdruck, der zu zwei Dritteln militärische Aus- gaben umfaßt. Durch die neue Organisation ist ferner die Luftwaffe (armee d’dclair) gleichberechtigt neben das Heer (arm^e de terre) und die Flotte (arm£e de mer) gestellt worden. Der alte Begriff »Heer und Flotte" für die Wehrmacht eines Landes ist überholt. Dementsprechend sind alle zur Führung des strategischen Luftkrieges gehörenden Verbände (die Tag- und Dachtbombensliecer und die Masse der sie begleitenden und schützenden Jagdflieger) von der Armee und der Marine völllg losgelöst Dur die Flugzeug«, die unmittelbar den Zwecken von Frankreichs Wehrprogramm Don Sturt von Tippelslirch. seine Verbündeten. Die Dachkriegslage, oder besser ge.agt die französische Dachkriegspolitik zwang zum Deuaufbau der Flotle. Er ist zur Hälste beendet. Die Bindung bezüglich der Zahl der Großlampsschisfe und Flug,eugmutterfchiffe hat eigentlich nur theoretische Bedeutung, denn sie liegt weit über der Grenze dessen, was Frankreich machtpolitisch braucht und sinanziell leisten kann. Ihm liegt am Dau von 10 000- Tonnen-Kreuzer. von denen bisher sechs Deu- bauten vorhanden sind, ferner an starken Zerstörern bis zu 2400 Tonnen (Deutschland ist auf 600-Tonnen-Boote gesetzt) und an vielen 11- Booten. Die Forderung ist durch den Marineminister kürzlich dahin formuliert worden, daß eine pleberlegenheit im Mittelmeere und darüber hinaus eine starke Flotte in der Dordsee vorhanden sein mühten, also ein Zweimächte-Standard gegen Italien und Deutschland. Praktisch läuft diese Forderung auf ein Wettrüsten mit Italien hinaus, in dem Frankreich sowohl bezüglich des derzeitigen Standes wie auch des Dauprvgramms im Vorteil ist. Dach allem. waS im französischen Wehrprv- grarnm steht, ist eS kein Wunder, daß der Rüstungshaushalt seit der Stabilisierung des Franken und der Ueberwindung der Finanzkrise in ständigem Wachsen begriffen ist und für 1929 11,56 Milliarden (=1,8 Milliarden Reichsmark oder 21/anal so viel als der deutsche WehrhauShall) beträgt. Frankreich gibt 25,5 Prozent seines Gesamthaushaltes für Rüstungszwecke per. Dieser Tatsache gegenüber fällt jede .Abrüstungsstatistik" wie ein Kartenhaus in sich Schuhe — ein Teil der Jagdflugzeuge sind ihnen geblieben, soweit es sich um das Zusammenwirken in der Ausbildung handelt. Eng sind in einem in feiner Rüstung freien Lande die Beziehungen zwischen militärischer und ziviler Luftfahrt. Militärische Wünsche finden selbstverständlich beim Dau der Derkehrsslug- zeuge Berücksichtigung, wie auch der Ausbau der ileberfceocrbinbungcn im we entl'chen militärpolitischen Gesichtspunkten folgt. So sind bis 1931 Verbindungen nach Dordafrika, Madagaskar. Syrien unb Jndochina vorgesehen. Dackte Zahlen über die vorhandenen Flugzeuge spielen, da sie überdies ständiger Aenderung unterworfen sind, gegenüber der Bedeutung dieses organisatorischen Aufbaues keine entscheidende Rolle. Sicher i st. daß zu Deignn eines Krieges mehrere tausend militärifch verwendungsfähige Flugzeuge vorhanden sind, die gar nicht anders als offensiv eingesetzt werden können, ebenso sicher, daß ein sofort einsetzender Serienbau in den 35 zur Zeit vorhandenen Fabriken nicht allein den Ersatz in vollem Matze sicherstellen, sondern auch für gebniS war folgendes: Strecke Gießen—Fulda: Der Personenzug 563, Gießen ab 5.41 Uhr. wird im neuen Fahrplan täglich, also auch SonntagS. verkehren und wird als durchlaufender Zug von Gießen bis Fulda derart urngc- staltet. daß er unter Aenderung deS seitherigen Aufenthalte- in Alsfeld nicht mehr al- Triebwagen. sondern als durchlaufender Zug weitergeführt wird, ab Alsfeld 7.25. und in Fulda anstatt seither 10.08 nunmehr 8.45 an» kommen soll, wodurch er dort Anschlüsse nach Berlin und Frankfurt erhält. Der Gegenzug in der Richtung Fulda — Gießen wird künftig Fulda ab 6.41. AlSfeld 8.02, Gießen an 9.33, ebenfalls täglich verkehren. und zwar auch als durchlaufende Verbindung Fulda—Gießen ohne Umsteigen in Alsfeld. Der Personenzug 560. seither Fulda ab 19.19, wird sväter gelegt, wodurch er einen Anschluß von Frankfurt erhält. Dieser Zug wird ebenfalls als durchlaufender Zug bis Gießen gefahren, die seitherige Unterbrechung in Alsfeld fällt weg. Ankunft in Gießen etwa 22.15, gegenüber seither 21.54, wodurch allerdings der Anschluß an den Zug D 82 ab Gießen 22.00 nach Frankfurt verloren geht. Der Personenzug 568, Fulda ab 17.42, bleibt werktäglich bis Alsfeld. In der Richtung Gießen — Fulda verkehrt künftig der Zug 565. Gießen ab 17.35, täglich, so daß also insgesamt auf dieser Strecke nunmehr sechs durchlaufende Verbindungen täglich vorhanden sind. Strecke Akfelb—Niederaula—herrfeld. Aus dieser Strecke wird der Zug ob AlSfeld 4.50 Uhr im neuen Fahrplan aanzjährig gefahren. Der Personenzug 2441 geht künftig Grebenau ab 6.20 Uhr. Hersfeld an 7.26 Uhr. In der Richtung von Diederaula nach AlSfeld wird der Zug 2442 nunmehr ganzjährig gefahren, und zwar so, dah er 7.21 Uhr in Alsfeld ankommt und dadurch Anschluß nach Gießen und Fulda erhält. Am gestrigen Mittwoch fand im Sitzungssaal« des altehrwürdigen Rathauses in A l S s« l d auf Einladung der Reichsbahndirektion Frankfurt am Main eine Fahrplankonferenz unter dem Vorsitz von Oberbahnrat Pietz von der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. statt. An der Besprechung nahmen u. a. Vertreter hessischer und preußischer Regierungsbehörden, der hessischen Bürgermeistereien der in Betracht kommenden Eisenbahnstrecken, sowie die Vertreter der beteiligten wirtschaftlichen Organisationen. Industrie- unb Handelskammer. Landwirtschas tskam» mer unb bie Vertreter bet verschobenen Ver- kehrSorganisationen teil. Damens der Stadt Alsfeld begrüßte Bürger- meister Dr. Dölsing die Teilnehmer, dankte der Reichsbahndirektion, daß sie der Stadt Alsfeld wiederum die Ehre erwiesen habe, auch die diesjährige Fahrplankonferenz in AlSfeld begrüßen zu dürfen. Zur Erörterung standen auf der Fahrplankonferenz die Derrehrsverhältnisse der Eisen- bahn st recken Gießen—Fulda, Bad- Salzschlirf— Diederaula, AlSfeld — Riederaula —HerSfeld unb HerSseld — Treysa. Zu Beginn der Sitzung gab Oberbahnrat P i e tz eine Mitteilung übet Die Aenderungen, di« auf bet Strecke Kassel—Gießen—Frankfurt im neuen Fahrplan vorgesehen sind. Wobei von Interesse ist die Umwandlung des bereits im vorigen Jahre eingcführten D-Zuges Bremen— Frankfurt von einem gewöhnlichen D-Zug in einen Fern-l)-Zug (F-D). Diese Aenderung sei im Interesse des internationalen Reiseverkehrs erfolgt, wobei auch der frühere Halt in Gießen infolge der Umwandlung in einen F-V-Zug nicht beibehalten werden könne. Die Vertreter des Verkehrsbundes Oberhessen und des Hess. VerkehrsverbandeS sprachen über diese Maßnahme ihr Bedauern aus unb äußerten Bedenken gegen die Bestrebungen der Reichsbahn, immer mehr Schnellzüge in F D-Züge umzuwandeln. Zur Besprechung standen von den zu erörternden Strecken insgesamt 31 Anträge, deren ein- Gießener Giadiiheater. Bernauer und Lesicrrcicher: „Das Geld auf der Straße". Qur angesehener reichshauptstädtischer Kritiker erQarte vor kurzem, nach der Rückkehr von einer Auslandreise: in Berlin machen wir doch noch immer das beste Theater der Welt. Unausgesprochen blieb bie Fortsetzung: deshalb können wir uns auch die miserabelsten Stücke leisten. (Oder mit entsprechender Umkehrung.) Die Auffassung des Her Liner Herren wird durch eine der treffendsten Bemerkungen im kürzlich gehörten Vortrage des Dramaturgen Dr. Rittet ergänzt: wir leben in einer Zeit theatralischer Höchstleistungen unb haben dabei Mangel an dichterischen Stücken. Wir haben Stücke ohne Zahl, Stucke für Schauspieler, Stücke fürs Publikum. Stücke für die Kasse. Aber es gibt — dec Kleistpreis-Sttf- hing unb anberen Bemühungen zum Trotz sehr wenige Stücke für Theater, bie aus dichterischen Händen kommen. Die Grunde dafür sind hier nicht zu untersuchen. ..Das Geld auf der Straße" von Oester- reicher unb Bernauer ist eines von jenen vielzuviclen Stücken, die außerdem noch lTrmer durch minderwertige unb deshalb lästige Ausländer vermehrt werden. Bei Löns heißt es in einem Roman: „Der Staat müßte einmal zehn Jahr« lang verbieten, daß etwas anderes gemalt würde als Kreuz^ gungen; dann würde man bald sehen, wer wirklich etwas kann." . Die Analogie liegt nah«: die Dlchterakadeime oder der Kultusminister oder der Reichspräsident oder eine unvorstellbare höhere Instanz mühte einmal für ein paar Jahre verbieten, daß Stücke erscheinen, die von Liebe (oder von „Liebe") handeln. Dann würde man bald sehen ... Datürlich war es den beiden Verfafsern, wie man sich in Erinnerung an den „Garten Eden" denken kann, im Grunde gar nicht so sehr um bie dreiaktige Glossierung des Gemeinplatzes vom Geld auf der Straße zu tun. Sondern nur um einen Vorwand für die Abwandlung der „Liebe". (Zum wievielten Wale?) Es lohnt sich kaum, den Inhalt auseinanderzuklauben. Denn bie Romantik, auf die sich die beiden Autoren hier plötzlich besinnen, glaubt man ihnen einfach nicht. Man glaubt ihnen nur ihre guten Absichten für die Schauspieler, das Publikum und die Kasie. DaS mindeste wäre ja gewesen, das Ganze nicht auf so faustdicken Unwahrscheinlichkeiten aufzubauen und mit einer so läppischen Technik von vorvorgestern durchzuführen. Aber da ist noch immer bet gefundene Brief unb das verwechselte Telegramm unb die drohende Kompromittierung des Mädchens aus gutem Hause, bet Auftritt aufs Stichwort, bie Pointen bcS Schwanks unb eine Motivierung, der man entwaffnet gegenübersteht. Etliche gute, obwohl nicht ganz hasenteine Witze unb Situationen finb b'.e mehr als magere Ausbeute dieser Angelegenheit, in der uns vor- gegaukelt werden soll, wie ein Hochstapler sicher Dichtstuer mit Hilfe des in unerlaubter Weise mißbrauchten Zufalls auf dem Wege über ein erwischtes Techtelmechtel, bie Einschleichung in ein fremdes Haus, ein abgefangenes Telegramm, einen gestohlenen Absagebrief und mehrere aus- gestochene Freiet in den Besitz ungezählter Däuser und obendrein bet Tochter eines steinreichen Berliner Bankiers gelangt. Deini romantische Lustspiele sollte man nicht von Bernauer unb Oesterreicher beziehen: es gibt überhaupt nicht allzuviele. Wenn wir uns einen Dorschlag erlauben Dürfen: vielleicht sucht man einmal bei Hauptmann, Georg Kaiser. Thad- däus Rittner ober Max Mohr: bie haben baä Zeug dazu, unb bei jedem von ihnen ist mindestens eins zu finden. Die Aufführung, von Goll inszeniert, ließ sich anfangs recht hübsch unb munter an. offenbarte aber im Verlaus bes Abend- zwei empfindliche Mängel. Erstens fehlte ihr an einigen Stellen, wo es sehr daraus ankam. die bialek- tsiche Straffheit und die klappende Textsicher - hell, die ein Konversationsstück unb «ine große Gesellschaftsszene immer braucht: unb auherbem traj bie Regie nicht Den scharfen Ton unb bie nüchtern-sachliche Geste eines bestimmten Mi- I lieus aus dem Berliner Westen von 1929. | worauf vor allem die beiden letzten Akte abgestimmt sind. Dieser Zellstil war insbesondere bei zwei Hauptfiguren zu vermissen: Ebert-Graffow. der dicke Kommerzienrat, hatte ein paar hübsche Redensarten zu sagen, aber er hätte (bei geistreicherem Text) ehrt von Fontane sein können, als aus dem Tiergartenviertel von heute. Di« Herren tragen Dort keine so verschollenen Backenbärte mehr, keinen altmodischen Zwicker unb solche Hosen zum Cut. Jngeborg Scherer, obwohl sehr aufgekratzt und munter, wirkte zu harmlos lustig für das gewitzte Tauenhiengirl, daS hier gemeint ist. (Doch war ihre Morgengymnastik drollig und sehenswert unb fanb ein Sonderappläuschen.) Gannett machte den angeblichen Romantiker mit dem großen Zufall und spielte (bis auf die matten Textstellen, für die er nichts kann) mit Humor und Laune. Don den Chargen: ein geschwätziger Kammersänger (Arzdorf) und ein alter Herr mit unpassenden Bemerkungen (G o l l). ES wurde ausdauernd geklatscht. Dr. Th. Oie Hessische Landesbiblioihek Der Oberbibliothekar an der Landesbibliothek, Professor D. G. Pfannmüller, spricht in einer kürzlich erschienenen Schrill (Verlag des Historischen Vereins für Hessen, 0,50 Mk.) über die Bedeutung der ehemaligen Hof- und Landesbiblio- thek in Darmstadt. Wenn der Verfasser in feiner Einleitung jagt, die Bedeutung dieser Bibliothek. eine der größten unb reichsten Deutschlands, für das geistige Leben in Hessen fei noch nicht genug bekannt, so wird man zugestehen Dürfen, daß auch viele Oberhesten so gut wie nichts von ihr wissen; deshalb mag ihre Entstehung und ihr Inhalt hier kurz skizziert werden. — Ihre älteste Geschichte ist wie bei allen deutschen Landesbibliotheken mit Der Geschichte des Fürstenhauses eng verbunden. Die ersten Bücher wurden schon von Philipps des Groß- mutigen Sohn Georg, dem ersten Landgrafen von Hessen-Darmstadt getauft; von einer Schloßbibliothek aber kann erst seit Georg II., dem Gelehrten, | gesprochen werden, dessen sächsische Gemahlin auch eine Vorliebe für Bücher hotte, die ihr Sohn erbte. 1692 erhielt die Bibliothek in dem Sohne des bekannten Schriftstellers I. M. Moscherosch ihren ersten Bibliothekar. Da ihre Bestände durch bie Büchersammlungcn Philipps von Butzbach, des letzten Grafen von Hanau-Lichtenberg und des Geh. Regierungstats Hombergk sehr bereichert worden waren, wurde sie aus dem Glockenbau in das neue Schloß überführt, von dem hessischen Historiker W e n ck neu geordnet unb 1778 zum ersten Male für die fürstliche Familie und den Hof an zwei Tagen geöffnet. Ihren Höhepunkt erlebte sie unter Großherzog Ludwigunter dem sie durcy Schenkungen (z. B. Baron H ü p f ch) und Käufe (z. B. Merck) sehr anwuchs und der sie mit feiner bedeutenden Kabinettsbibliothek im südöstlichen Schloßflügel vereinigte. Sie wurde nach dem System des Bibliothekars Schleiermacher, das auch für die Universitäts-Bibliothek in Gießen angenommen wurde, neugeordnet und 1817 zur allgemeinen Benutzung geöffnet. Nach feinem Testament sollte sie unveräußerlich beim Großherzogshaus bleiben und als Staatseigentum betrachtet werden. — 1830 hatte sie etwa 100 000 Bände, heute gegen 750 000. Damit ist sie unter Beiseitelassung der Preußischen und der Bayerischen Staatsbibliothek die drittgrößte Landesbibliothek Deutschlands. Die drei großen Abteilungen Der Landesbibliothek umfaßen: Druckwerke, Handschriften und Musikalien, worauf hier natürlich nicht näher eingegangen werden kann. Die Landesbibliothek dient einem doppelten Zweck: der wißen- schaftlichen Forschung und der allgemeinen Geistesbildung; der Gelehrte findet dort Rüstzeug für seine Arbeit und jeder andere Benutzer die Möglichkeit, sich weiterzubilden. Diese Hauptbedeutung der Landesbibliothek wurde vor allem dadurch erreicht, daß schon der Großherzog Ludwig I. den noch heute geltenden Grundsatz aufstellte, daß alle Wissensgebiete gleichmäßig berücksichtigt werden sollten, und daß bei der Auswahl „durchaus mehr auf größere, seltenere, ausländische und vorzügliche Hauptwerke, als auf neuere, besonders Handbücher, deren jeder vom Metier doch immer selbst haben und sich anschaffen muß, Rücksicht zu nehmen ist, indem doch die Absicht öffentlicher Bibliotheken nicht eigentlich ist, die Anschaffung von Privatbüchersammkungen entbehrlich zu machen, sondern diesen nur durch ihre reicheren und selteneren Schätze zu Hilfe zu kommen unb Prioatgelehrte in ihren Bemühungen zu erleichtern." Dr. Wa. Der Zug 2444, der seither nur SonntagS verkehrte, ab Diederaula 8.61 Llhr, wird künftig täglich — Sonn- und Werktags — fahren, und zwar Hersfeld ob 7.47 älhr, Alsfeld an 9.26 Uhr. Strecke Bad Salzschlirf—Niederaula. Auf dieser Strecke wird die von Schlitz pe- wünschte Dachmittagsverbindung D i e- d e r a u l a—S ch l i tz im Sommer versuchsweise eingeführt werden, dagegen wu'de der ebenfalls von Schlitz gewünschte Pendelverkehr nachmittags zwischen Bad Salzschlirf und Schlitz abgelehnt. Strecke Lauterbach—Gedern. Als eine sehr begrüßenswerte Deuerung wurde auf Wunsch der Städte Alsfeld und Lauterbach die Einlegung eines Sonntags-Aus- flugs-Zuges in den Vogelsberg zugesagt, der in Lauterbach etwa um 8 Uhr nach Grebenhain-Crainfeld abgcht, im Anschluß an den um 7.25 Uhr in Alsfeld abgehenden Personenzug. Der Gegenzug trifft ungefähr um 6 Uhr abends in Lauterbach ein. Ferner soll der S p o r t z u g, 7.15 Uhr ab Frankfurt nach Hartmannshain, Sonntags bis Lauterbach durch- ce uhrt werden. Ankunft in Lauterbach 10.54 Uhr. Der Gegenzug trifft dann 22 Uhr in Frankfurt am Main ein. Dach Beendigung der Konferenz folgten die Teilnehmer einer Einladung der Stadt Alsfeld zum Mittagessen in das städtische Hotel „Deutsches Haus". Oberheffen. Sänqertagung in Lollar. I Lollar, 27. Februar. Wie bereits früher mit- gc.eät wuroe. |dU ücr oies/ayrigr Lieuertag des 1. Bezirks des Lahngaues im Hessischen Sängerbund am 5.Mai hier abgehalten werden. Am vorigen Sonntag fand nun hier eine gemeinsame Sitzung des G auborst a n d e s und des hiesigen Turn - und Gesangvereins, dem die Vorbereitung des Tages vom Dezirlssärg r ag übertragen worden ist. unter dem Vorsitz des 1. Gauvor.itzendcn. Emil Koch (Gießen), statt, um sich über die verschiedensten. den Dezirlsiiederiag betreffenden Fragen schlüssig zu werden. Vor allen Dingen handelte es sich darum, das geeignetste Lokal zu finden. Da zu dem Tage alle Vereine des Bezirks mit ihrer vollen Sängerzahl zu erwarten sind und nach dem am 1. Januar erfolgten Beitritt von fünf weiteren Vereinen der Bezirk nunmehr 15 Vereine zählt, darunter einige mit sehr hoher Mitgliederzahl, so ist mit einer Beteiligung von 600 bis 800 Sängern zu rechnen. Dachdcm der Gauvorstand und der Vorstand des vorbereitenden Vereins verschiedene in Betracht kommende Lokale besichtigt hatten, entschied man sich einstimmig für die Gastwirtschaft „Zum Schwanen", das älebungslokal des Vereins, da hier die beste Möglichkeit der Hinterbringung einer so großen Zahl von Sängern, sowie auch ganz besonders ein geeigneter Platz zur Aufstellung des Massenchors vorhanden ist. Der Beginn der Tagung wurde auf 1 älhr festgesetzt. Ein Festzug soll nicht stattfinden, wie die Veranstaltung überhaupt kein Fest im landläufigen Sinne sein soll, sondern . lei.iglich eine Sängcrzusa.nmcnkunft mit dem Zwecke gegenseitigen Däherkommens durch Pflege des Gesangs. Zeder Verein soll einen Chor eigner Wohl vortragen, der möglichst bald dem 2.Gau- vorsihenden und Dezirkslciter Eberle, hier, mit» zuteilen ist. Zum Schluß wird dann der ganze Bezirk die vorgefchricbenen Massenchöre: „Echen- kenbachs Dciterlied" und „Wo zum Himmel Eichen ragen" zum Vortrag bringen. Die übrige Ausgestaltung des Programms bleibt dem vorbereitenden Verein überlassen. Der 1. Gauvorsihende Koch machte anschließend noch einige geschäftliche Mitteilungen: u. a. bedauerte er, daß die Mel- . düngen zum Konzert des Lahngaues gelegentlich des Hessischen Sängcroundessestes in Darmstadt bis jetzt spärlich eingelaufen sind, und sprach die Erwartung aus, daß sich noch recht viele Vereine dazu melden. Der hiesige Turn - und Gesangverein, dem die Vorbereitung des Liedertages übertragen Schritte im Dunkeln. Don Sigismund von Radeckl. „Finnland" und „Dovember", diese zwei Worte ergeben eine bleigraue Totenstille, ein eintöniges Debelgetröpsel von Mil.iarden Fichtenbäumcn und den Goldklang von Gläsern mit Punsch, Marke Crderlund. Steig die Uferhöhe hinan, dreh dich um, und du bist im Bildet da liegen die grünen Krokodilrücken der Schären, und zwischen ihnen prustet Seine Wichtigkeit, der winzige weiße Dampfer, von Landungssteg zu Landungssteg. Aber die Stege sind leer, die Teerboote liegen umgekippt am Strande, und seine paar Fahrgäste wärmen sich am Maschinenraum und gucken, wie der Maschinist die öligen Hände immer wieder mit einem Wvllsehen abwischt. Doch in den roten Holzhäuschen, wo alles, sogar das Mädchrnhaar, wundervoll nach Teer duftet, da fitzen sie jetzt, trinken Kaffee, le,en Helsingin Sanomat oder selbst radikalere Blätter, und schauen sich die Fensterscheiben an. Diese Scheiben werden bald, wenn Schnee und 6onne kommen, in allen Farben erglitzern: üppige Tropenvegetationen aus Kristall werden in den rosigen Flammen dec Kä te funkeln. Aber jetzt stehen sie bloß voll grauer Regentropfen: sie zögern über das Glas, halten zitternd nah nebeneinander, geben sich die Hand mit einem Entschluß und rutschen dann pfeilsch. ell die Scheibe herunter. Dos geht so stundenlang. Kurz, es ist draußen nichts los. älnd erst recht nichts da oben, wo der große Morastwald anfängt. Was soll man von ihm sagen? Sägereibesiher Taipale zum Beispiel sagt von ihm, daß er höchstens zu Brennholz und Zündhölzchen zu verwenden ist. Dr. Mikkelsen dagegen behauptet, daß sich der Wald von hier auS in ununterbrochener Linie bis zur Dering- straße hinzieht, und, setzt der Doktor ztznisch hinzu, „in genau derselben Qua.ität". Die Bauern wieder sagen gar nichts, sondern treiben einfach ihr Dieh in ihn hinein: möge es dort das ©einige Mischen Sumps und Wacholder heraus- rupfen! Vielleicht wäre dem noch hinzuzulügen. daß er einigermaßen melancholisch ist. Zeder einzelne dieser Bäume ist in Gedanken stehen- geblieben und starrt trübsinnig einer Tat nach, auf die er sich nicht mehr besinnen kann. Und auch er, der Wald, ist vom lieben Gott vergessen worden. So wartet ec seit Llrbeginn und läßt den Rebel leise von den Radeln tropfen. ist, wurde im Fahre 1861 ursprünglich als Turnverein gegründet, widmete sich dann später aber ausschließlich der Pflege des Gesang:-. Zn seiner kürzlich sta tg:habten Hauptversammlung gab nach der Begrüßung und der üblichen Ehrung der im verflossenen Vereines ehr verstorbenen drei Mitglieder durch den 1. Vorsitzenden Philipp Har» dusch der 1.Schr.f.führcr Otto Wagner einen äleberblick über die Vereinstätigkeit im Zahre 1928. Es kann als ein arbeitsreiches bezeichnet werden. 53 Gesangstunden fanden statt. Bei den verschiedensten Gelegenheiten konnte der Verein, der unter der Leitung von Berufsschullehrer Eberle steht, Proben seines Könnens und Beweise bemerkenswerten Fortschrittes ablegen. Einen besonderen Erfolg für den Verein bedeutete die zweimalige Aufführung des Singspiels „Gloüentürmcrs Töchterlein". Es traten im verflossenen Jahre dem Verein 12 aktive und 16 passive Mitglieder bei, so daß die Witgkiederzahl zur Zeit beträgt: 8 Ehrenmitglieder, 41 aktive und 40 passive. Aus dem Kassenbericht ging hervor, daß der Verein im Zahre 1923 einen schönen älcberschuh erzielt hat. Der Vorsitzende sprach dem Vereinsrechncr, Albert Drescher, den Dank des Vereins für seine vorzügliche Rechnungsführung aus. Bei der nun folgenden Vor- standswahl wurde der seitherige Vorstand, mit Ausnahme des Rechners und des 2. Schriftführers, die eine Wiederwahl abgelehnt hatten, einstimmig wiedergewählt. Als Ersah für die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder traten neu in den Vorstand ein Otto Schneider als Rechner und Walter Ruhl als 2. Schriftführer. Ferner wurden noch als Fahnenträger Otto R o r w i g und als Ersatzmann Ludwig Hettche h'.nzugewähtt. Es wurde einstimmig beschlossen, sich an dem Bundcsfest in Darmstadt zu beteiligen. Landkreis Gietzen. § Daubringen, 27. Febr. Unter zahlreicher Beteiligung hiclc der hiesige Frauenverein sein diesjähriges W nterlränzchen in dem Saale der Kleinlinderschule ab. Beim Gesang einiger Lieder, Verlosung und amerikanischer Versteigerung, gutem Kaffee und vorzüglichem Kuchen verliefen die Stunden in frohem Zusammensein viel zu schnell. — Die Holzhauerarbeiten sind in unserer Gemeinde beendet. 3m ganzen wurden 450 Festmeter Holz geschlagen, das zum größten Telle als Bauholz Verwendung finden soll. Trotz der verhältnismäßig großen Zahl Arbeitsloser konnte der Holzhieb nur von einer Rotte Arbeiter getätigt werden. — Durch die Wiederiribetrieb- nahme des Steinbruches in unserer Gemarkung hat sich die Erwerbslosenziffer etwas gesenkt. — Die anhaltende strenge Kälte hat auch hier schweren Schaden angerichtet. Mehrfach ist die Wasserleitung eingefroren, sogar der Hauptstrang in einer Straße, so daß die Anwohner schon einige Zeit ohne Wasfer und genötigt sind, sich anderweitig mit dem unentbehrlichen Daß zu versorgen. Trotz Auftauver- suchen ist es bisher nicht gelungen, den Hauptwasserrohr a_f der genann.cn Straße wieder intakt zu bringen. Die Kälte ist sogar bis in die Keller gedrungen, wo die Leitungen eingefroren sind und teilweise an den Wintervorräten beträchtlicher Schaden angerichtet wurde. — Seit einiger Zeit tritt hier die Grippe sehr stark auf; es ist wohl kaum ein Haus, in dem nicht Grippekranke zu finden sind. • Daubringen, 27. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Burschenklub „Sibelio" seine Generalversammlung ab, die sehr gut besucht war. Der erste Vorsitzende erstattete den Zahres- bericht. Dem Rechner wurde für seine mustergültige Kassenführung der Dank der Versammlung ausgep rochen. Die Vorstandswahl erfolgte durch Zuruf und ergab die Wiederwahl des alten Vorstandes. Dach Erledigung der üblichen Tagesordnung gab der erste Vorsitzende noch einen Bericht über die Gründung und Entwicklung des Vereins. z Rödgen, 27. Febr. Unsere Wasserleitung ist nun an vielen Stellen so undicht geworden, daß nur noch zweimal am Tage, morgens zwischen 7 und 9 i' hr und nachmittags zwischen 5 und 6 äihr, Wasser ans der Leitung entnommen werden kann. Zn der übrigen Zeit bleibt die Leitung gesperrt. Dieser Hebelfianb hat vielerlei ^Unbequemlichkeiten im Gefolge. : Burkhardsfelden, 27. Febr. Die Grippeerkrankungen haben in unserer Gemeinde ihren Höhepunkt erreicht. Unter den Schulkindern nahmen oie ^r.ran.ungen in solchem Maße zu, daß die Schule geschlossen werden mußte. Mit Beginn dieser Woche konnte der Unterricht erst teilweise wieder ausgenommen werden. + Grünberg, 27. Febr. Zn der jüngsten Sitzung ued Gemeinde rats wurde das Kiefernholz Los I an die Holzhandlung Zonas Meyer, Darmstadt, vergeben. Bezüglich des Fichtenholzes wurde das von der hiesigen Holzschneiderei Haas & Co. vorliegende Angebot als nicht genügend erachtet, die Vergebung dieses Holzes AM» AI miifftiwii MI! wurde daher zurückgestellt. Außerdem wurde ein Betrag von 150 Mk. bewilligt, der in Verbindung mit staatlichen Hilfsmaßnahmen der ärmeren Bevölkerung, die von der langen Kälte- Periode besonders schwer betroffen toirbi die Beschaffung von Brennstoffen ermöglichen soll. — Hier verstarb im Alter von 88 Zähren der älteste Bewohner unserer Stadt, Karl Hermann Z ö ck e L Der Verstorbene war in Turnerkreisen weit bekannt; et war Znhaber des Ehrenbriefes des Mittelrheinkreises der D. T. und Ehrenvorsitzender des hiesigen Turnvereins, zu dessen Gründern er zählte und den er fast 25 Zahre als erster Sprecher leitete. Die Erbauung einer Turnhalle im Zahre 1897 geschah hauptsächlich auf fein Betreil^.. Ebenso tätig wirkte er im hiesigen Verletz rsverein; hier ist die Schaffung der Anlagen im Brunnental und auf dem Hain fein Werk. U Rodheim a. d. Horloff, 27. Febr. Die kirchliche Statistik unseres Kirchspiels, das aus Rodheim, S.einheim und Rabertshausen besteht, zeigte für das abgelaufene Jahr folgendes Bild: Die Zahl der Gottesdienste betrug 110, darunter 60 Haupt- und 30 Deben- gollcs.imfte (Detstunäcn). Der Gottesdienst wurde durchschnitllio) (umgerechnet auf die ZahrcSwoche) besucht von 99 Männern, 111 Frauen und 64 Kindern. Am hl. Abendmahl beteiligten sich 1267 Personen, etwa 157 Prozent der Erwachsenen (bei jährlich zweimaliger Abendmahlsfeicr). Die Gesamtsumme aller Gaben betrug 3159 Mk., worin 1780 Mk. freiwillige Spenden für die Kirchcnheizung cn halten sind. Daneben erhielten die Znnere Mission 42 Mk., die Aeußere Mission 104 Mk.. der Gustav-Adolf-Verein 43 Mk.. das El.sabethrnstift 139 Mk., das Krankenhaus Hungen (an Crntegaben) 46 Mk. Die Summe der gesammelten Kollekten ergab 142 Mk. Kreis Alsfeld. • Alsfeld, 27. Febr. Eine von Mitgliedern des Turnvcre'.ns und auS den Kreisen der Freunde und Gönner der deutschen Turnsache stark besuchte Versammlung beschädigte sich mit den ersten Vorbereitungen für das vom 20.—22. Zuli in unseren Mauern statlfindende T u r n f e st des Gaues Hessen deS Mittelrheinkreises. Den Ausführungen des Vorsitzenden Bender war zu entnehmen, daß an diesem Feste mit einer Besucherzahl von etwa 800 auswärtigen Wetturnern und -schwimmern und einer nach vielen Tausenden zählenden Menge von passiven Turnern. Turnfreunden und sonstigen Festgästen zu rechnen fein wird. Das Fest wird am Samstagmittag am Ma k platz eröffnet. Danach sollen stattfinden: Samstag nachmittag Gauschwimmen, abends Wettkämpfe der besten Geräteturner des Gaues. Sonntag vormittag Eir.zelgcrätewetturnen. nachmittags Masfensrei- übungen. Musterriegenturnen. Montag Sonderwettkämpfe im Volksturnen. Dem Turnverein Alsfeld steht ein für den Umfang dieser Veranstaltung hi.'reihender Festp'ah zur Verfügung mit zwei feststehenden außerordentlich großen Festhallen. die mehrere tausend Sitzplätze auf- weisen. Da weiterhin die geräumige Turnhalle direkt an den Festplah stößt, so sind jetzt schon auch im Falle weniger günstiger Witterung die ersten Vorbedingungen für einen guten Verlauf des Festes gegeben. Die Versammlung nahm die Bildung der für die Vorbereitung erforderlichen Ausschüsse vor und beschloß ferner, mit dem Gauiest die Feier des 80jährigen Bestehens des Turnvereins Alsfeld (et wurde 1819 gegründet) zu begehen. xp Dieder-Gemünden, 27. Febr. Bei der ch o l z o e r st e i g e r u n g aus den Waldungen des Freiherrl.ch Schenckschen Reviers wurden sehr hohe Preise erziell. Maßgebend hierfür dürften die reich- l ch erschienenen Kaufliebhaber aus Burg-Gemünden, Bleidenrod, Maulbach, Rülfenrod, Otterbach, Ehringshausen, Heimertshausen und N.'Gemünden einesteils fein, anderseits aber auch der Umstand, daß in den Haushaltungen infolge des strengen Winter" die Holz. Vorräte fast vollständig aufgebraucht sind. Bezahlt wurden für 4 Raummeter Buchenscheller durchschnittlich 55 Mark, Buchenknüppel 44 Mark, E.chen. 17. Sifbunflstafl 27. Rfbrnoi 1929 In der Bormittagsziebnng wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 »ttoinn« m IOOOO M 131685 6 »reinnt in 5000 W. 349822 351428 384948 18 c?en>inn» >u 3000 M. 22584 32596 116838 139003 193016 195128 220503 305510 18 »troinnf iu 2000 M. 1175 6588 130434 154202 231919 245396 274159 278839 375095 46 »fro’imf .u 1000 9R. 3736 21452 52209 57859 74583 78847 94890 98312 119566 135310 151389 153614 180300 208922 264537 270019 301302 316714 330345 331887 366195 373206 382035 100 ®rtpmnt iu ROO 4TL 10758 10770 14116 14175 17554 33896 35954 49995 65086 68121 66635 71868 72276 73966 74113 873.31 94761 107744 114342 116953 121952 123133 127859 142939 145548 152146 156708 167876 173545 178447 200.320 217315 218706 245068 263833 274799 274846 297439 300198 303894 305572 336641 339726 345600 353772 358499 364281 374402 374716 382920 242 e*tomnc .0 300 M 122 7266 9019 9141 20800 21655 23694 24816 26203 26887 27181 37647 39402 39699 41.376 41755 42149 43955 49.369 50510 62642 63787 64580 54661 51815 63260 641.34 78379 79080 80597 80947 86135 88800 89334 90718 95577 100'04 104661 106933 1093.31 123678 126292 128962 133973 134604 138787 140770 141535 142487 142656 142891 161541 161809 162150 168767 169C69 177419 179820 182956 185300 187568 190156 192240 201273 202594 210936 212145 221711 222747 224669 229797 230476 235207 237177 240363 252333 253423 254270 257168 258065 261.374 261895 261917 262883 265529 267296 2686'6 27'368 274475 274991 275268 281601 285708 287821 290459 290601 297278 305849 326821 326987 328528 329418 336983 337389 337809 34.3471 346059 353453 353602 356885 367973 372380 372599 375508 376964 379619 384155 395351 397306 397875 399936 Jo der XathmitiaflSAifbuna wurden Gewinne über 150 M gezogen 2 »«tehrae iu 26000 M. 286090 6 tfccwinnt xu 6000 M. 44214 182664 23341? 2 Gewinn« i* 3000 M. 359119 26 Gewinn, -u 2000 -IN 29286 101210 194614 206515 215849 334756 351001 354010 372186 383983 390202 396083 396775 20 ettotnn# -u 1000 Mi. 6494 7040 146539 170761 183384 211263 227088 279498 283885 398952 50 S-ft- np« iu 500 417 4124 12180 45834 65262 96388 97042 98352 12332' '24287 1388'2 142747 148665 '74898 175049 223035 224696 230846 243904 246130 248921 249986 253334 274679 298973 322056 172 ®«tp>nn« .u 300 7296 »601 35H49 37389 337809 343471 56885 367973 372385 179619 384158 395351 Buchtücher mit u. ohne Schrift ISieVso «Der )orte Körper ähre» CiebGngs brauch» ölt reine, milöi LunGch»Leile,siettilöerHaulwobl.Auch3hrtWälchewirö durch die ottberoäbrte Sunlichi Seife cm beften gehont dieser Zeit einen Jubiläums-Nachlaß von 10® Erda. Kreis Wetzlar (Tel. Hohensolms 14). Der Vorsteher. Dörr. Aut snr Plockairaße: Auf mr Plockei raße Es ladet freundlichst ein P Sauerborn. „ „ 3. Distrikt 14b, Stecken: Eich.'nstämme Klasse 4, (3,12 fm A’Stamm) E chenstämme Klasse 5, 8,51 fm E chenstamm Klasse 6, 2,44 fm (A-Stamm). Strümpfe Wolle, Mako, Seidenflor. .250, w. 1.10 Anläßlich unseres 50jährigen Geschäfts, bestehens veranstalten wir in allen Abteilungen unseres Hauses von» 2. bis 16. März einen großen Jubiläums-V erkauf. Unreines Blut den. Wcbiuen Sie mor- aens und abendS nnfonn» L fväier 2 Herber' Sterne, die bhitietniicnb un) fäneiuifftifn enb wirken. Herbex-Slerne erhalten Sie schon in Men« nett von 30 OlTiimm in den Avolbeken [1460V n 3(0000, 21« KW». ),ö 10000, 62 m UplOOMMi»500’ Zwangsverfieigemng 47%8 Freitag, den 22. März 1929, vormittags 9 Uhr, roa im h.esigen Amtsgerichts- aebäude, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen dem Di'.helm Jalob in Gießen »uaeschriebene Anwesen 3n den Lichgärten 71c. 37 r 917D Flur 3, Rr. 225 = 277 qm flofreite, Flur 3, Rr 2245/m • 795 qm Grabgarten, geschätzt aus 5855 RM. versteigert. Die amtsaerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 28. Januar 1929. 3.2L des Hess. Amtsgericht- Gteßen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. eisernen Hvchspannun^Smast. Sin 9* jähriger Junge namens Kroll, wohnhaft in der Bergerstrahe. erlitt einen so schweren Schädelbruch, daß er bald darauf starb. Die übrigen drei trugen Beinbrüche, Kopfverletzungen und innere Verletzungen davon und mußten von der Rettungswache in schwer verletztem Z u - st 0 n d e nach dem Dürgerhospital gebracht werden. Das Limburger (Schloß in Mammen. Limburg a. b. Lohn, 28. Jebr. (ÖIB. Junf- spruch.) Self heute morgen steht das aus dem 13. Jahrhundert stammende Limburger Schloß ein Wahrzeichen Limburgs, auf dem hohen Dom- [elfen, in Hellen Flammen. Bi» 7-30 Uhr morgen» waren der umfangreiche w e st f l ü g e l, der Oftflügel und ein Teil de» Jlorbflügel» bl» auf die massiven Steinmauern nleberge- b r a n n t. Unversehrt ist lediglich der im Osten gelegene Renaissance, und der Wohnturm. Augenblick- lich wüten sie Flammen noch im Innern der übrigen Jlügel. wegen der gr0hen Kälte waren dieLöschversuchederwehrensogutwIe nutzlos, da die Brunnen eingefroren waren und da» aus der Lahn den D 0 m f e I f e n heraufgepumptewosserinden Schläuchen zum Teil gefror. Eine Einbrecherbande in Hüffelsheim. WSN. Rüsselsheim, 27. Febr. In der vergangenen Nacht ist Rüsselsheim von einer Reihe schwerer E i n b r u ch s d i e b st ä h 1 e heimgesucht worden. Die Art und Weise, wie die Einbrüche ausgeführt wurden, läßt daraus schließen, daß es sich um eine organisierte Einbrecherbonde handelt, die sogar über einen eigenen Kraftwagen verfugt. Den Anfang mit ihren Einbrüchen machten die Diebe bei dem Pro- Kommunion-Kränze Ferner: Knaben-Oberhem den, Mako mit weißer Brust, Kragen, Krawatten, Socken, Handschuhe Universitäts-Restaurant (Bierhane Onkel Franz) Am Freitag, dem 1. März, nachmittags 5 Uhr beginnt in den festlich geschmückten Raumen der Krotze Märzenbier- Ansschank verbunden mit Schlachtfest Ab 10 Uhr Wellfleisch, abends Schlachtplatten usw. -jstTbäh ich E feincä golic^ 2^1* junlt gab mit folpd -» «5 einet « M-t JÄS an Sir hatten iw* X xut nachüe".^^ ® Kilometer v *5 mir Pserde nach Lich n eleVrttZb» lbeMhlr gv*» *“* 799 12350 15893 17817 I 63847 55667 57551 !> 75129 65879 92495 08188 109498 14934 142823 145496 165732 179534 204498 230652 508 Fichtenstämme Klosse la, 1b, knüppel 30 Mark, Stöcke 35 Mart, Stammreisig 10 Mark. - L Ober-Ohmen, 27. Febr. Ruf Veranlassung des hiesigen DolksbildunaSvereins hiett Oberbauinspekior S n k l e r (Ließen) hier einen Dortrag über Anlage und Pileae deS Obstbaues. Der Redner machte seine Zuhörer mit allen wesentlichen Gesichtspunkten und mit den Dotwendigkcitcn einer erfolgreichen Obstbau- Wirtschaft vertraut. Der Dortrag sand verdientermaßen lebhaften Drifall. KrciS Schotten. v Gedern. ^6. Febr Unter dem Dorsih von Landwirt Ehristian Guth fand dieser Tage eineBezirksoersammlung des Landbundes statt. Zunächst beschäftigte man sich mit der Kadaver- verwertungsan st alt des KreisesSchot» tcn. Es wurde eine Entschließung gefaßt, nach welcher darauf hingewirkt werden soll, daß seitens des Kreieausschusies keinerlei Zuschüsse mehr gewährt werden sollen, da die Anlage sich als vollkommen unrentabel hrrausgestellt hat. Einen breiten Raum in den Verhandlungen nahm die Frage der Molkereizentralgenossenschaft ein. Da man hierüber schon viel gelesen hat. wurde über Ort und Lage, wo diese am vorteilhaftesten oufgebaut würde, verhandelt. Mehrfach wurde die Gründung einer Viehverwertungs- aenossenschost erwogen und die damit ner- bundenen Vorteile geschildert. Preußen. KreiS Wetzlar. cZ Krofdorf, 27. Februar. Bei der jüngsten staatlichen Holzversteigerung wurden trotz starken Angebotes recht h^he Preise erzielt, was wohl auf die anhaltende Kälte zurüclzusühren sein dürfte. Es kosteten das Raummeter Duchen- schcit 14 bis 19 Mark, Buchenknüppel 12 bis 13 Mark, Duchenreiser 2 bis 2,50 Mark, Eichen- scheit 11 bis 12 Mark, Eichenknüp'.el 8 bis 9 Mk. und Eiche nreiser 1LV biS 1,50 Mark. -b- Krofdorf. 27. Febr. Auf Anregung deS Gerre ndevvrstehsrs Fiedler, Dorlar, in Distritt 21, Hain: Crlenstämme Klosse 1 bis 3, 5,78 fm Das Holz aus D.strikt 13b wird in kleinen Losen ausgeboten. Anfahrt nach Station Bischoffen 7,5 km, nach Station Abendstern 13 km. Das Fichtenholz ist geschält. Nähere Auskunft: Förster Stunz, Wir wollen unseren geschätzten Kun eine denkwürdige Gelegenheit geben, Beginn der Frühjahr-Saison besondere vor« teiihaft einzukaufen und gewähren während rdinarius fS«M Y&g äfäljJS Jbp :‘hin3 JJJfa 6^ ! 'gen bojn der fltfl'-unbet) [ts würben des Ut Stilen y1 J Winter, hi. vH9* Zir-S PP6l44&rU;% IDfl 'n-eoiieti, Tfl,Jt «ner Sf*“ 1929 1 ®ut^ idwiLv »eiouro 1665 U 351428 384948 S 1,6836 'ÄSffl >4537 2700 6 Ä »195 37$ Ä 6 *°n77O >4118 141^ O5W6 68121 666.3$ 107744 13133 127859 142939 WB 173545 178447 3894 274799 «499 364281 374402 ®?19 9'41 20800 ^7 27181 37647 4Mfi» 54661 84816 6.3260 8094 7 86135 88800 WJBI 1069.33 109331 3973 134604 138787 2658 142891 IßlMI y69 177419 179820 3'56 192240 201273 kuristen Dender der Opelwerk«, dem sie sein am Tage zuvor erhaltenes Gehalt und das Wirtschaftsgeld raubten. Um vor Entdeckung sicher zu sein, vergifteten sie den sonst sehr scharfen und wert- vollen Hofhund. Der nächste Einbruch erfolgte bei dem Einkaufsprokuristen C o 1 b. Hier fiel ben Dieben ein wertvoller Radioapparat in die Hände. Ihre Frechheit ging sogar so weit, daß sie sich an den im Hause vorhandenen Trinkwaren, Sekt und Likör, gütlich taten. Der dritte in derselben Rächt ausgeführte Einbruch stellt den Gipfel der Frech heit insofern dar, als der Bestohlene, der Agent Walter, direkt neben d e r P o 1 i z e i st a t i o n wohnt. Auch hier fiel den Tätern ein größerer Geldbetrag in die fiönbe. Infolge des in der Nacht frisch gefallenen Schnees war der Polizei das Verfolgen verdächtiger Spuren erschwert. Man ist über die Persönlichkeit der Täter noch im Unklaren. der jüngsten Dürgermeistereiversammlung wird die Derwaltung bei der Reichsbahndirektion beantragen, daß auf der Sireck« Lolla t—CD eh- lar zwei Züge eingelegt werden. Es handelt sich um die bereits früher bewährten Züge, vormittags 9 Uhr in Wetzlar eintreffend, und abends als Spätzug in der Richtung Wetzlar—Lollar. Für beide 3Ü£C besteht ein dringendes Bedürfnis. Der Frühzug wurde früher namentlich von Landleuten gerne benutzt, die ihre Erzeugnisse zur Stadt bringen oder geschäftlich bei einer Behörde zu tun hatten, während der Spätzug den vielen Rrbeitern, Sonntags auch den von Gießen kommenden Theaterbesuchern gelegen war. Sommer und Winter geht jetzt der letzte Llbendzug um 18.38 ab Wetzlar: aus Anschluß an die Züge Frankfurt—Gießen- Wetzlar oder Köln—Wetzlar wird in keiner Weise Rücksicht genommen. Lützellinden 26. Febr. Im Alter von 89 Jahren starb der Aushälter Johs. Schäfer von hier. Schäfer war der älteste Einwohner des hiesigen Orts und Veteran von 1866, 1870/71. < > Niederkleen, 26. Febr. Durch den starken Frost stellte sich an der Wasserleitung der hiesigen Gemeinde an einem chauotleitungsrohr ein Rohrbruch ein. Durch starkes Getöse wurden die Einwohner mitten in der Nacht auf den Rohr- bruch aufmerksam DillkreiS. WSN. D i 11 e n b u r g, 26. Febr. Georg F e t) in St. Margarethen (Schweiz), ein geborener Dillenburger, stiftete für den neuen Dillenburger Rathaussaal, besten Neuherrichtung seiner Vollendung entgcgengeht, ein großes Wandgemälde für 5000 Mark. Die Wandmalerei schildert den Einzug Wilhelms des Verschwiegenen in Dillenburg am 7. Mai 1567. Maingau. WER. F r a n k f u r t a. M., 27. Febr. An der abschüssigrn Cnkheimerstraße vergnügten sich heute nachmitiag Kinder mit Rodeln. Dabei fuhr ein mit vier Jungen im 2llter von 9 bis 12 Lkah- ren besetzter Rodelschlitten gegen einen >14 182664 23341? 3119 9286 101210 194614 151001 354010 372188 196775 94 7040 146539 170751 179498 2839» 398952 !4124287°13R812 142747 3 S B Frdr.Teipel Markt 16 Bahnhofstr. 45 Hillebrand str 2 JAHRE WAGENERsSCHlöIEL Nutz- und Drennholzversteigerung Dienstag, den 5. März 1929, wird aus dem Staatswald der Forstc^ei Allcn- Buseck, Fmstört Oder-Seilbach und Nie- der-Seilbach in der Wirtschaft von Emll Schäfer zu Daubrlngen von 9 Uhr an ner- ste.gcrt: 1784V 1. Bcennbol): Scheiter rm: 47,2 Bucye, 69,7 Eiche, 1,6 Elsbeere, 10 Kiefer Knüppel rm: 576 Buche, 16 Hainbuche, 74,1 Eiche, 1 L.nde, 4,8 Kiefer, 0,6 Lärche; Reisig 1. kl (Knüppelreisig) rm: 1 Eiche, 5 Kirfer; Reisig 2. kl. im: 190 Buche, 52 E.cye, 11 Fichte (Schichthausen); Reisig 3. Kl. rm: 80 Buche, '6 Hainbuche, 261 Eiche, 25 Fichte; Siede rm: 16 Buche, 44,3 Eiche. Die blauunterstr.chenen Brennholznum- mern werden n.chi versteigert. 2. Nutzholz (kommt von 12 Uhr an zum Ausgebot). Skammholz: Abschnitte Eiche A: 3. Kl. 0,49 fm Nr. 35 in Nieder-Sellbach). N 1. Kl. 1,31 fm (Nr 502, 511, 515, 518, 522, 523, 526, 565 und 566 in Nieder- Seilbach); 2. Kl. 1,4lfm (Nr. 501, 503, 504, 505, 506); Buche N, 3. Kl. 7,12 fm; hambuche N, 2. Kl. 0,23 fm Nr. 561; Elsreere N: 0,23 fm Nr. 513; Kiefer A: Za-Klaste 0,34 fm (Nr. 450); N, 2a- Klasse 0,56 fm (Nr. 442, 470), 2d-Klaste 0 34 fro (Nr. 444), 3a-Älosse 0,45 fm (Nr. 469); Langholz, Fichte N: la-Kl. 2,56 fm, Ib-SL 2,49 fm, 2b«ÄL 0,88 fm; Lärche N: la-Kl. 0,34 fm (Nr. 392 und 394), Ib-Kl. 0,24 fm (Nr. 393); Verbstangen: Fick)te 1 Kl. 49 Stück, 2. Kl. 168 Stück, 3. Kl. 355 Stück; Reisslan- gen: Fichte 4 Kl. 94 Stück, 5. Kl. 127 Stück, 6. Kl. 138 Stück, 7. Kl. 115 Stück; Ruhscheiter: Elche (Gartenpfosten) 5,8 rm (2,2 Meter lang); Rundscheil, Liche. 3 rm (1,25 Meter lang)) Rundscheit, Hainbuche. 15 rm (1,25 Meter lang). Auskunft erteilen Herr Förster Wirth zu Treis a. d. Lda., sowie das Forstamt Gießen, den 27. Februar 1929. ________Hess. Forstamt Gießen._________ Nutzhchversteigerung Die Gemeinde Erda, Kreis Wetzlar, ver- ste gert am 7. M^rz, morgens N10 Uhr, öffentl.ch meistbietend im Gemeindesaal zu Erda folgende Hölzer: 1789D 208075 .eVo-, 250256 251823 291051 294U8 iVfiBfiS 316591 320892 331967 343302 AU 362210 374312 »0753 390827 393538 393641 l'Tj. ■ ■ ch Ä 1*1 Wadi altem ‘Hjö'fcommm besonders Preise II Bahnhofstraße 14 Gießen Seltersweg 31 bili cnnmms 4 froitzhnm für alle unsere guten Ausstattungen zur Konfirmation und Kommunion, damit die Kinder unserer geehrten Kunden an ihrem Ehrentage sehr schön aussehen. bei "2-25 ° 2.25 *£LS? v>***•■ ÄÄJ-»O ”"0.75 0.05 /. 75 T»er Patte °Unlh> °'r^ 'and 2.25 säs^ ^/5e 0berh S5fZenWeißen 9 Qc 3-5e söa*. *<» ruckknOp7^led AUaWak, *?' Q°1it *°L- Qvalitif 1.75 -4.25 StJckerS r« 1.25 y « Einladung! Die Mitglieder der Spar- und Dorschußkasse I zu Beuern e. G. m b. H. zu Beuern werden auf Somstag, den 9. März, nachmittags 2 Uhr, zur ordentlichen Generalversammlung in das Lokal des Mitglieds und Gastwirts K. K. Sommerlad I. zu Beuern hiermit eingeladen. Tagesordnung: 1. Erstattung des Geschäftsberichts für 1928. 2. Vorlage der Bilanz und Beschlußfassung über deren Genehmigung. 3. Beschlußfassung über die Gewinnverteilung. 4. Bekanntgabe des Vevistonsberichts. 5. Ersatzwahlen zum Vorstand und Aufsichtsrat. 6. Verschiedenes. Beuern, den 26. Februar 1929. 1TO5d Spar- u. Vorschußkaffe I zu Beuern e.G.m.b.H. Hofmann, Präsident. Sommerlad, Direktor. Stein, Rechner. Bin unter oooe Ar. 1210 an das Fernsprechnetz angeschlossen. Fritz Bieler Schiffenberger Veg 29. SveNeseevlee Kaffeeservice TeesevvLee ^üchettsavuttuvett Vowöen verkauft mit 3O°/o Jiabalt bis -um3. Mär- Z.Zakob Wenzel, Vutzbach /iUÄtoflßX r Hygienische AriikelA sämtliche Gumniiwaren L Drogerie WlnterbohJ \ Kreuzplatz 10 y \ Äi>t rfygieae Teppiche liefert ohne Anzab luugausw. Lve-ml» hauet, -ahtbar tn 12 Monatsraten. Erbiiien £te nnuer» btndl. iBeitieietbe* such u. 170.5V a.d.G.A. DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'sche Drud «re Neue Kurse Beginn 15. April Vogtsche Handelsschulen Gießen Herborn Verlangen Sie ausführliche Druckschrift von d.Schulleitung Gießen. Goethestraße 32 1Z52A unter Preis abzugeben: Eine Baden:a-Prlxi8iens.Teigknelaasehine, Gröne 1, neueste Ausführung, Letgmhali 75—100 kg, ab Fabrik. Elnan Posten labriknener Jnbiles-HUch- Zent.-.Ingen, 50. 100 und 125 Witter, frei Station Wetzlar. Schriftliche Angebote unter 1792D an den (Siebener Anzeiger erbeten. egen Aufgabe Zwecks Einführung der Marke „Ewo“ (Fabrikat der Firma Eugen Wallerstein A.-6., Offenbach a.M.) geben wir auf alle Salamanderschuhe in derZeit vom 1. bis 15. März 1929 10% Rabatt Lilienfeld guten Qualitäten . ______________________ I7X3P Dietz- und Krämermarki ZN Allendorf a. d. Lda. am 13. TNärz 1929. Auf den Diehmarkt dürfen aufgetrieben werden: 1786V 1. Tiere aus den Beständen der Kreise Gießen, Alsfeld und Marburg, aus dem Kreise Marburg nur dann, wenn eine Bescheinigung des Landratsamts Marburg vorliegt, daß die in Frage kommenden Orte des Kreises Marburg seuchenfrei sind. Durch Ursprungszeugnisse, auf denen die Ortspolizeibehörden ausdrücklich bestätigen, daß die Tiere aus eigener Zucht desjenigen stammen, der die Tiere zum Markt bringt. 2. Der Auftrieb darf nur von 9 bis 10 Uhr stattfinden. Mendorf a. d. Lda., 27. Februar 1929. Hess. Bürgermeisterei Mendorf a. d. Lda. Nein. Ausstellung von Geräten und Behelfsmitteln für „fiste Hilfe“ anläßlich der Reichs-Unfallwoche findet im Depot Sonnenstr. 2 Samstag, den 2., und Sonntag, den 3. März, von io- 19 Uhr statt. Besichtigung unentgeltlich. Y796D Freie. Sanitäts-Kolonne vom Roten Kreuz in fiieBen Kälte GEB-TeiSwaren! ‘A Pfund 0.76 Getrocknete Früchte 7t Pfund 0.56 Waren.Abgabe erfolgt nur an unsere Mitglieder I734A ■# '/, Pfund 7, Pfund 7, Pfund 7i Pfund V, Pfund Schnitt-Nudeln im Paket.. Schnitt-Nudeln im Paket .. Schnitt-Nudeln lose....... Makkaroni im Paket...... Makkaroni im Paket...... Suppen-Elnlagen im Paket Hörnchen im Paket....... Figuren Nudeln im Paket. Faden-Nudeln Im Paket... Faden Nudeln lose........ Schleifchen lose........... brachte Verkehrsstörungen, unregelmäßige Warenlieferungen und Steigen der Preise. — Trotzdem bieten wir unseren Mitgliedern äußerst günstig an: Pflaumen, steril. Im Paket Pflaumen, getrocknet, lose Apfelringe lose........... Kranz-Feigen lose........ Aprikosen lose........... Birnen, kalifornische, lose Pfirsiche lose............. Mischobst, prima, lose .... .........7t Pfund ..........7, Pfund .........7, Pfund 7, Pfund 0 70 und 7, Pfund 0.36 und .........7, Pfund .........7, Pfund .........7, Pfund .........7, Pfund .........7t Pfund .........7t Pfund 0.96 7t Pfund 0.68 und 0.72 0.48 0.96 0.36 1.20 1.20 0.66 036 0.54 0.60 033 0.45 0.40 0 35 0.40 060 iU ''n n uns Ifsmitteln für im Depot Sonnenstr. 2 von 10-19 Uhr statt fch. 11960 lifeoziiOi* mlfeferunjen wir unseren i/ pfund 0.66 u'ptund 0^6 ’i/ Pfand 054 0.36 and 0* i/Pfand 0-45 V Pfand 0.40 ’i/, Pfund 035 V pfund 0.40 ■,,'pUd«66 ■f>d teilte: Kö ", Pl-d 0.* i/ Pfand i-JJ I (168 und« Nr. 50 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 28 Zebruar 1920 Lohn Max Wülfing f. Von Prof. Dr. Hepding, Gießen. Am 28. Januar ist in St. Louis einer der onge- fehensten Deulfchen gestorben, Helfen Dünnen unsere UuiDeifilät Danioar in oer Liste ihrer Ehensenatoren geführt hat. Jo h n Max Wülfing war 1869 in tz5t. Louis als Sohn deutscher Eltern geboren. Er be|ud).e die uffenll.chen Schulen seiner Vaterstadt und Die bmith Academy, von der er m.t einem Studienstipendium für die Washington-Universität in Sl.Louis abging. Statt ihn-dies ausnutzen zu lassen, sandte ihn sein Vater für zwei Jahre in die deutsche He.mat, wo er in Hannover und dann in Wiesbaden das Gymnasium besuchte. Besonders dankbar gedachte er stets seiner Wiesbadener Schulzeit, denn dort wurde in ihm das Interesse für das klassische Altertum und d.e antike Kunst geweckt: feittem waren die klassischen Studien feine Lieblingsbeschäftigung, der er den größten Teil der Muße w.dmete, die ihm fein Beruf ließ. 1877 trat er nach feiner Rückkehr na. St. Louis in das väterliche Geschäft ein, aber fchon im folgenden Jahr wagte er es, sich mit einem Verwandten, Charles Gildehaus, selbständig zu machen und das Kolonialwaren.Großhandelshaus Gildehaus-Wulfing Co. zu begründen, das sich rasch zu einer der angesehensten amerikanischen Firmen entwickelte. Später kamen noch andere Unternehmungen hinzu, die Wülfing Realty Co. und die Central Investment Co^bie beide ebenfalls unter feiner Leitung standen. Gewiß stellte sein Beruf große Anforderungen an seine Arbeitskraft, aber er bei).eit doch immer noch Zeit genug für feine klassischen Liebhabereien, für den Verkehr m.t Vertretern der Alterturnsw ssenschaft, für das Studium archäologischer Veröffentlichungen, die er für seine stattliche Bibliothek erwarb, für den Ausbau feiner Münz- fammlung, die eine der größten Privatsammlungen griech schor und römischer Münzen in den Vereinigten Staaten wurde. Er überwies sie schließlich der Washington-Universität ferner Vaterstadt, zugleich mit einem Kapital für Verwaltung und Weiterergänzung. Die aufblühenden archäologischen Studien in Amerika hatten in ihm einen freigeb gen Mäzen und verständnisvollen Förderer, und auf seinen Reisen besuchte er mit Vorliebe die klassischen Stätten in Aegypten, Griechenland und Italien. Wilhelm Dörpfeld, F. von Luschan und der Aegyptologe B r e a st e d waren eng m't ihm befreundet. Er begründete die St Louis Society des Archäologischen 3rjt tuts von Amerika und die St. Louis Numismatic Society und bekleidete in beiden Vereinen das Amt des Vorsitzenden. In Deutschlands schwerster Zeit nach dem Kriege stellte er große Geldmittel und seine Arbeitskraft für die Linderung der Rot in dem Land feiner Väter zur Verfügung. Als Sekretär des St. Louis Emer- gency Relief Committee arbeitete er mit dem Roten Kreuz zusammen und sandte große Mengen von Lebensmitteln nach Deutschland. Auch unsere Uni» versität erhielt damals durch feine Vermittlung viele Ä ffen und Fässer m't Mehl. Reis, Kakao, Apfel- flocken usw., auch Kleidungsstücke konnten an bedürftige Studenten verteilt werden. Manchmal fügte er privat m noch eine K ste hinzu „für die Dozenten ur.b Studenten her Alterturnsw ssenschaft". Als unter Professor Dr. Boa s’ Leitung die Germanistic So- cietv es sich zur Aufgabe machte, die deutschen Uni- Derfitäten m:t der neueren amerikanischen Literatur, besonders mit Zeitschriften, zu versorgen, stellte sich Wülfing auch in den D'enst dieser Snche und übernahm den Vorsitz der Germanistic Society of St Louis. Der Hessischen Vereinigung für Volkskunde, deren Mitglied Wülfing wurde, gewährte diese Organisation wiederholt Unterstützungen, die den Druck •ihrer Zeitschrift in der Inflationszeit ermöglichen halfen. M't Sorie erkannte Wülfing die Gefahr, die der deutschen Wissenschaft dadurch drohte, daß vielfach besonders begabte Studenten durch die Derhästnisie der Nachkriegszeit allzusehr von ihren eigenen Studienaufgaben abgezogen wurden; so interessierte er amerikanische Gelehrte und deutschamerikanische Ge- fdjäftsleute für die Gründung eines Relief Fund for advanced German students, die 120 Studierende an 10 deutschen Universitäten mit monatlichen Studien- beihilfen unterstützten. Er nahm sich dabei wieder be» sonders der Archäologen an und legte Wert darauf, mit seinen Schützlingen durch regen Briefwechsel auch in persönliche Verbindung zu kommen; auch Gießener Studenten waren darunter, einem von ihnen hat er sogar eine Studienreise nach Italien ermöglicht. Als die Fortarbeit an dem großen Unternehmen des 1 hesaurus linguae La'inae gefährdet war, fehlte Wülfing nicht in dem Kreis der amerikanischen Freunde, die Mittel für feine Fortführung durch ünf jüngere Gelehrte bereitfteUten. Seiner Freund» chaft mit W. Dörpfeld wird es wohl zu bau en ein, daß er sich in jenen Tagen der Not tatkräftig unsres Deutschen Archäologischen Instituts annahm, manche seiner Veröffentlichungen und Unternehmungen finanzieren half und ein Reisestipendium stiftete. Er und fein Freundeskreis bemühten sich auch Wege zu finden, um die archäologische Forschung und den Unterricht an den Universitäten zu fördern. So sandte er auch unsrer Bibliothek zahlreiche wertvolle amerikanische Per- öffentüdjungen aus dem Gebiete der Altertumswissenschaft, vermittelte die Abgabe von Dubletten der Kriegs- und Nachkriegsjahrgänge des American lournal of Archaeo’ogy im Austausch gegen deutsche Bücher und stiftete eine Geldsumme, die es gestattete, wichtige ausländische archäologische Werke unb Zeitschriften, deren Preis für uns damals un- erschwinglich war, anzuschaffen. Und auch noch nach der Inflationszeit bewies Wülfing unserer Ludwigs-Universität sein freundliches Interesse. Manches schöne Werk unserer Bibliothek bewahrt durch das Exlibris mit dem Namen John Max Wülfing das Gedächtnis an diesen Freund der deutschen archäologischen Wisienschast für künftige Geschlechter. Als der Bau des Studentenheims beschlosien wurde, sandte er der Studentenhilfe dafür einen Beitrag. Dozenten unserer Universität, die inzwischen die Gelegenheit hatten, ihn in St. Louis aufzusuchen, fanden bei ihm die herzlichste Aufnahme. Wir hatten gehofft, diesen Freund unserer Universität, die, ebenso wie Heidelberg, Bonn und Breslau, ihn zu ihrem Ehrensenator ernannt hat, bei seiner für 1929 geplanten Deutschlandreise auch in unserer Mitte begrüßen zu dürfen. Diese Hoffnung ist nun durch die Nachricht von seinem allzufrühen Tode zunichte geworden. Wir werden dem edlen Mann, der der Heimat seiner Väter die Treue gehalten hat, dem tatkräftigen Förderer der deutschen Universitäten in harter Zeit, dem begeisterten Mäzen der klassischen Archäologie e n treues Gedächtnis bewahren. Auch in den Annalen der Ludoviciana behält fein Name einen Ehrenplatz. Oie Einheitskurzschrift in Hessen. Die hessische Regierung ist bestrebt, die Erlernung und Anwendung der Einheits - k n r z s ch r i f t mit allen Mitteln zu fördern. Man beabsichtigt, sie im Dienstbetrieb nach Möglichkeit p'attisch anzuwcn'ei und macht demgemäß allen Staatsdienst anwär fern ihre Erlernung zur Pflicht. Rach e'ngehrn- den Verhandlungen zwischen den Ministerien hat das Gesamtministerium an .6. . September 1928 in einem Ausschreiben an dir unterstellten Te- hörden Richtlinien auf. e'tellt. die vom 1. Oktober 1928 an für die gesamte Staatsverwaltung maßgebend sind. Danach ist von den in den hessischen Staatsdienst eintretenden Personen mit Ausnahme solcher, für die die Verwendung und Lesung der Kurzschrift keine praktische Bedeutung hat, die Kenntnis der EinheitSkurzschrift zu fordern. Der Rachwe.S einer solchen Kenntnis und einer gewissen Fertigkeit im Lesen und Schreiben der Kurzschrift ist Bedingung für die in den Kanzleidienst eintretenden sowie für alle zum Verwaltungs- oder Probedienst zuzulassenden Staatsdienstanwarler. Der Rachweis kann durch das Zeugnis eines staatlich geprüften Lehrers der Stenographie erbracht werden. Die Bestrebungen oer Beamten zur Erlernung der Einheitsturzschrift sind vo nden Behörden zu fördern. Zur Ausführung dieser Richtlinien hat das Ministerium für Kultus und Dildungswesen jetzt bestimmt, daß bis zum 1. April 1930 die Staatsdienstanwärier den Rachweis der Beherrschung der Einheitskurz- schrtst, bei der Meldung zur Staatsprüfung vom 1. April 1930 ab schon bei der Einreichung deS Gesuches um Zulassung zum Vorbereitungsdienst vorzuleLen haben. Schließlich wird von demselben Ministerium den Direktionen der höheren Schulen empfohlen, die Schüler auf die Wichtigkeit der Teilnahme am Kürzlich r i f t u n t e r r i ch t hinzuweifen. Auch sollen die Schülervereine für Kurzschrift, die sich die Fortbildung der Stenographielundigen angelegen sein lassen, gefördert und die Schüler auf die außerhalb der Schule bestehenden Vereine zur Pflege der Einheitskurzschrift verwiesen werden. Wirtschaft Vereinigte Stahlwerke A.-G. Direktor Ernst Poensgen machte in der gestrigen Generalversammlung u. a. der Vereinigten Stahlwerke folgende Aussü.)- rungen: Der ausführlichen Darstellung im Geschäftsbericht über die wirtschaftliche, finanzielle und technische Entwicklung 6er Gesellschaft im vergangenen Jahre sei im allgemeinen nichts hinzu- zusügen. Kurz sei nur noch einmal hervorzuheben, daß der Menge nach im Geschäftsjahr 1927/28 in den Haupterzeugnissen die größten Produktionsleistungen erreicht wurden, die die Gesellschaft bisher aufzuweisen hatte. An Kos le wurden rund 26,5 Mill Tonnen gefördert, an Koks wurden 9,3 Mill. Tonnen erzeugt, an Roheisen etwas über 6,5 Mill. Tonnen und an Rohstahl fast 7 Mill. Tonnen. DaS seien an sich erfreuliche Produktionszahlen. 3m Vergleich zu den guten Produktionen sei das Gewinnergebnis nicht gerade befriedigend zu nennen. Man fei nur in der Lage, die Ausschüttung einer Dividende von 6 Prczent in Vorschlag zu bringen, d. h. also einen Satz von nur rund 2 Prozent der Dealverzinsung, die heute auf mündelsichere Goldpsand- briese entfällt Tie Gründe dafür seien zum Teil in dem starken Rückgang der gesamten Konjunktur zu sehen, zum Teil darin, daß die Belastungen aller Art, denen die deutsche Industrie und insbesondere gerade die Schwerindustrie unterworfen sei, in diesem 3ahre noch weiter gesteigert wurden. Heber die Aussichten im neuen 3ahre führte Direktor Poensgen sodann auS: Was zunächst die Deleil.gungen betreffe, so erhoffe man von ihnen auch in diesem Jahre eine angemessene Verzinsung der in'ihnen angelegten Kapitalien. Die Gewinnaussichten der Produktionsunterneh- munaen seien zur Zeit schwer zu übersehen, da die bisher verflossenen Monate einen zum Teil recht anormalen Verlauf gehabt hätten. 3m Januar konnte man gute Erzeugungsziffern erreichen und in Rohstahl sogar die bisherige Höchstprodultion der Gesellschaft von 630 00) Tonnen noch um 3003 Tonnen übertreffen. Auch die Steinkohlenförderung der Zechen erreichte mit arbeitstäglich etwas mehr als 91 000 Tonnen ihre bisherige Höchstziffcr. Rach diesem verhältnismäßig günstigen Monat hätten sich dann die Verhältnisse im laufenden Monat Februar wieder wefentlich ungünstiger gestaltet. Die Einstellung der Schiffahrt infolge der Kälte auf dem Rhein und den Kanälen machte den Wafserverfand der Kohlen und der E'.sen- und Stahlerzeugnisse nach den süddeutschen Rheinhäsen, wie nach den Rordseehäfen unmöglich. Rur zum Teil konnte der Versand auf die Reichsbahn übergelci et werden. Ebenso wurde die Rohstoffversorgung wefen'lich erschwert. Im übrigen sei es sehr schwer, die weitere Entwickelung der Marktverhältnisse abzusehen, da ja die S Wirtschaftslage Deutschlands im toefent- davon abhänge, wie die zur Zeit geführten Reparations.erhandlungen ausg h:n.Man gl ube für die Eisenindustrie auf ein valdiyes Einsetzen eines etwas stärkeren Frühsahrsgeschuf.es rechnen zu können. 3m übrigen werde für die Entwickelung auf dem Eisenmarkt entscheidend sein, ob es dazu komme, daß die Deutsche und die 3nter- nationale Rohstahlgemeinschaft und die verschiedenen im Laufe dieses und 6eS nächsten 3ahreS ablaufenden Verkaufsverbände wieder erneuert werden. Das lasse sich im Augenblick noch nicht übersehen. Auch über die weitere Entwickelung der Verhältnisse im Kohlenbergbau lasse sich zur Zeit noch wenig sagen; sie hänge auf der einen Seite sehr stark von der noch unübersichllichen Gestaltung des Eifenmarktes ab. Man könne nur hoffen, daß auch die Gewerkschaften aus den Rückwirkungen des Schiedsspruches vom vergangenen Mai gelernt hätten, da die Bergarbeiter des Reviers davon keinerlei Ruhen, die gesamte deutsche Wirtschaft, und vor allem die Bergindustrie einen erheblichen, nie wieder gutzumachenden Schaden gehabt hätten. Die vorg.s'lagene Gewinnverteilung (6 Prozent Dividende) wurde widerspruchslos genehmigt. Die Entlastung wurde erteilt preußische Landespfandbriefanstatt. Die Preußische Landespfandbriefanstalt, Berlin, konnte im Jahre 1928 den Umlauf an Pfandbriefen und Kommunalobligationen um 76 Mill. Mk. auf 132,5 Mill. Mk. erhöhen, denen an Deckungshypotheken nach Abzug der Tilgungsbeträge 143,1 Mill. Mk. (64,1) gegenüberftanben. 3n ihrem Jahresbericht wird u. a. ausgeführt: Die Wohnungsneubautätigkeit hat im 3ahre 1928 erst mit erheblicher Verspätung eingesetzt. Das neue Baujahr war mit Restaroeiten aus 1927 stark vorbelastet; das galt insbesondere auch für die Beschaffung eines erheblichen Teiles der endgültigen Finanzierung. Trotz dieser zunächst nicht günstigen Aussichten ist es im Berichtsjahre möglich gewesen, etwa in gleichem Umfange wie 1927 neuen Wohnraum zu schaffen. Der Reinzugang an Wohnungen betrug 1926 rund 206 000 Wohnungen, 1927 rund 289 000 Wohnungen. Für 1928 dürste mit dem gleichen Zuwachs zu rechnen sein. Don den neu abgeschlossenen Beleihungen entfallen 58,9 Millionen Mk. mit 13 235 Wohnungen auf die kommunale und gemeinnützige und 16,3 Millionen Mark mit 5080 Wohnungen auf die private Bautätigkeit. Die Bereitstellung öffentlicher Wittel In Form nachstelliger, niedrig verzinslicher Hypotheken hat auch im Berichtsjahre den Umfang der Bautätigkeit ausschlaggebend beeinflußt. 3m Reich Nachdruck verboten 17 Fortsetzung. „Hm Mit meinen d' Mitternacht?!" zanken! Gelt?" 3hre Arm' fühl' i um Racken, ihre Lippen auf mein in Münd. (Fortsetzung folgt.) „Schön guten Morgen, gnädige Frau! 3ch trat in das Speisezimmer und bot tfrau Sophy die Hand. E.n wenig bleich und übernächtig sah sie aus. „Wo steckt tenn der Vinzenz?" „Er schsast noch. ..." „So! Das ist gut und — nun möchte ich Sie ma. Verschiedenes fragen, wir sind doch hier un* gestört?" „Ja ... glvlß. .. .** Ich zog die Tür- zu und vergewisserte mich, daß niemand von den Dienstboten auf dem Flur war: „Haben Sie eigentlich mal einen Arzt zu- gezogen, gnädige Frau?" schwer nahm, mit seiner Sopherl in diesem vermaledeiten Raubritterschloh, hatte keine geregelte Tätigkeit, keine Terufspflichten. die sein Leben ausfüllten und wußte nichts Besseres anzufangen, als Grillen zu fangen . . . Aber fo ist es oft; wer fe: e Sorge hat, schafft sich künstlich welche, fühlt sich unglücklicher als mancher andere, der nur von heute auf morgen lebt . . - Eine Tür fiel ins Schloß, Schritte kamen den Flur entlang, gleich darauf trat mein Freund ein: ..Ah, da schau! And i hab' g'meint, du schläfst noch!" „Morjen, Vinzenz! Ra? 3(1 die grantige Stimmung vorüber?" „Bin gar net granti g'wesin, Alterle, nur a bisserl übermüdet, und du ... i freu mi ja so, daß d' da bist!" „Wirklich?" „Geh', frag' net so dumm!" Er gab Frau Sopherl einen Kuß, hob ihr Kinn in die Höhe: „Schlecht g'schlaf'n, Schätzer!?" „Rur ein bisserl Kopfweh . . ." .,*210, da legst di nacha noch amal hin, und wir mach'n an kloan Bummel, is freilich nix los im Revier, hast denn bei Dix mit?" „Rein, ich wollte ja eigentlich nur nach München." „Ah, ja," mein Freund schmunzelte, „macht nix, da geb’ i dir an Stutz'n von mir, lunnt leicht sein, daß d' an Anlauf hast auf an Dauernschreck" . . ." 3ch atmete auf — Gott sei Dank, heute würde man doch mit dem Vinzenz von Andrian wieder ein vernünftiges Wort reden können! Die Zigarren brannten und wir gingen in das Arbeitszimmer hinüber. „Hast d' Lust zu an kloan' Spaziergänger!?" 3ch sah an meinem Anzug hinunter: „Wenn du mich nicht gerade auf die „Rheider- spitze" oder den „Hochkogel" führst?" Es war ein schöner, stiller Oktobertag; kein Wölkchen stand am Firmament, unb draußen, im Park, schien die Sonne fast sommerlich warm, ©eue an Seite schritten wir den einsamen Weg hinab, traten durch die kleine, grüngestrichenc Lattenpforte. die nach dem „Langen Grund" führte. Wein Freund lächelte: . Weißt b' noch?" . Freilich! Aber — mein lieber, alter Kerl, nun mal heraus mit der Sprache: was hast bu eigentlich?" „Rix." „Ach was, „nix", bas ist gar keine Antwort! — Vinzenz — stimmt etwas in deiner Ehe nicht?!" Er blieb mitten auf dem schmalen, vom Regen feuchten Dirschpfad stehen: „Mensch, wie kommst b" darauf?!" „Weil ich es gut mit dir meine, weil ich ein paar Augen im Kopf habe unb — Frau Sopherl ist auch anders als sonst . . „So .... so," mit einer müden Handbewegung fuhr er übet feine Stirn, als wolle er etwas wegwifchen: „Das hast b’ also g merkt, Alterle?" „So etwas sieht ein Blinder!" Schweigen. Ein tiefer, gepreßter Atemzug, unb nun die Frage: „Red st in ihrem Auftrag?" „Rein." „G'wiß net!“ „Mein Wort darauf! Aber ich habe Sorge — Sorge um euch beide!" 3m Taumelflug fielen lautlos vom Frost geknickte Blätter, deckten als rostrote Schicht den Boden, und von den Dirken, deren helle Stämme im Sonnenlicht aus leuchteten, riefelte ein goldener Regen herab. Ganz leise legte ich den Arm um die Schulter meines Freundes: „Vinzenz! Willst du nicht zu mir wenigstens Vertrauen haben!?" 3n feinen Zügen zuckte unb arbeitete es, nach Sekunden, dann begann er zu sprechen, ohne mich anzusehen, so als rede er mit sich selbst: „Drei Wochen is her, da bin i mitten in der Rächt aufg'wacht von an G'räusch, g'rab so, wie wenn a Fenster scheppern tät. Hoi! Denk' i, hat's Stubenmadel den Wirbel net fest genug eint dreht? Aber in mei'm Schlafzimmer war's net. Wird’s also wohl bei der Sopherl g'wefen sein. 3 geh' rüber, d' Tür war nur ang'lehnt, schau' nach und — da steht des oane Fenster sperrangelweit offen, . . . 's Bett is teer . . . Erst hab' i mir nix dabei denkt, aber bann fällt mir'8 auf, ba fehlt ja auch ’s G'wand, b' Stieseln. — Stichdunkle Rächt is ’s g'wesen, net d' Hand hat ma vor den Augen seh'n könn'n. Und i wart', oa Stund', zwoa Stund’, bis 's eins schlagt droben auf ’m Turm." Mein Freund warf den Rest seiner erst halb aufgeräumten Zigarette weg unb lehnte sich mit seinem Rücken gegen den Stamm einer Schwarzerle: „Dann hör i Schritt' draußen auf'm Kies, seh' wie sich an Schallen loslöst vom G'büsch, unb an Atemzug drauf schwingt sich an Mensch aufs Fenstersims, lautlos wie an Raubtier. „Sopherl!" schrei i, und s e... „3efus Maria!" Ganz dumm unb wirr bin i bag'ftanben: Sopherl, ja sag' nur g'rab’, wo kommst d' denn 5 er. jejt in nachtschlafender Zeit?" Aber ba lacht s auch schon: »Vinzenz, unb hab' i mi erschrocken! Rit schlafen könnt' L bin a bisserl spazieren gegangen ..." Das große Grauen. Vornan von H. A. von Byern. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister. Werdau. Unb bie Stunden schlichen. ... Anfangs trug ich allein die Kosten der Untergattung, aber bann, als ich merkte, daß mein Freund kaum hin- hörte, schlug ich eine andere Taktik ein. Der Vinzenz von Andrian war aber krank, körperlich herunter und seelisch übermüdet, verärgert. Da hieß cs vorsichtig fein, die Worte wägen. Gleich nach dem Rachtmahl ging ich auf mein Zimmer, schützte Müdigkeit vor und klingelte dem Ander!, er sollte mich wecken, sobald mein Freund am anderen Morgen aufstand. Herr Daron befehlen? Einen Augenblick lang schwankte ich. „Sagen Sie mal, ist der gnädige Herr schon lange so ... verstimmt?" Mei, wie ma's nehmen will. Hat halt fet ©’jrett mit dö Wildbretschütz'n und gönnt sich koa Ruh net, bleibt halbete Rächt’ lang un 'Kemer is früh auf, rennt allweil hinterm „Dauernschreck" her, — so a Leben reißt den Stärksten umi.“ ,.,*«■ .. „Der Dauernschreck, richt.g," tch drehte bie Zigarette zwischen den Fingern hin und her; „hat denn jemand die Bestie schon mal gesehen? „Ret daß i wüstf, d' einen sagen, es fet an Wolf, b* anbem meinen, 's funnt a großer Hund fein, no ja, toer’n schon oamal verwischen. ... Da war also auch nichts zu erfahren, ich gab bie Fragerei auf unb legte mich hin. 2Iber der Schlaf wollte nicht kommen. Draußen raufdjte der Rachtwind, irgendwo zirp.e ein Ärmchen, und ans der Dachtraufe rann es in ermüdendem Tonfall — klick — klick — klack; klick — ksick — Lad. „An Arzt? Rein. ..." „Hm. ... Und wann hat bie Geschichte angefangen? 3ch meine, hier liegt noch mehr vor als nur eine seelische Verstimmung .... hatte brr Vin-enz schon früher ähnliche ... Zustände?" Sie sah an mir vorbei, schüttelte langsam das Köpfchen und halte die Hände gefaltet: „Allweil is er lieb und gut gewesen, auch jetzt noch, nur.“ „Run?" „Schaug'ns, Terosal is nichts für ihn, ba spinnt er sich «in in seine Träumereien, sieht Gespenster am hellichten Tag. ..." „Den Hubertus <5ilt>efter?" Ein Achselzucken, „Er glaubt holt an bie alten G'fchichten, redet sich den Unsinn ein, das Bild hab' ich weg- g'nommen damals, aber es nutzt nix unb ... unb ..ihre Stimme sank zu einem Flüstern herab, „ich kann's ja verstehen. ... Oft. wann ich allein bin unb b'r Vinzenz ist brausten, bann hab' ich bas G'sühl, als sei ba ein Schatten neben mir, was es is, i weist es nit, aber schreien möchf i vor lauter Bangigkeit, mich wehren. ..." Sie schwieg, unb nun war nichts zu hören als das Summen eines Brummers, der an der Fensterscheibe auf unb ab summte. „Gnädige Frau, das sind Einbildungen! Da gibt es nur ein Radikalmittel, Sie müssen verreisen, je weiter weg, desto besser, wenn möglich heule noch!" „Heute?!" „3a! Mit dem Vinzenz red' ich bann schon, ber hält es keine zwei Tage ohne Sie aus. fährr 3hnen auf bem kürzesten Wege nach. ... Wollen Sie?!" „3 kann nit!“ „Warum?!" „Well . . . well ... Eie meinen s gewiß herzensgut, aber ba ist so vieles . . „Was benn?!“ „Ach nix." Unb dann sprach sie hastig, abgerissen: „3 laß mein Mann nit allein . . . Er würd' das auch gar nit begreifen . . . es sah' aus wie eine Flucht . . . und die Leut' —." „Um das Getratsch der Leute brauchen Sie sich nicht zu kümmern, unb der Vinzenz wirb vielleicht ein bissel brummen, aber dafür bin ich ja jetzt ba, das lassen Sie also nur meine Sorge sein!" „Es geht nit . . Am liebsten hätte ich mit der Faust auf den Tisch gehauen unb Frau Sophy unter Hintansetzung aller einer Same schuldigen Höflichkeit Vernunft gepredigt. Doch bann sah ich .das blasse, tobtraurige Gesichte!, die von Tränen halb verschleierten Augen —- unb schwieg. Gefühlsduselei unb Phantastereien gingen mir gegen den Strich, waren Dinge, für die ich beim besten Willen kein Verständnis aufbringen konnte. Ra» türlich, ba hockte ber Vinzenz, der ohnehin alles sind in Len Rechnungsjahren 1924 bis 1928 insgesamt 2.5 Milliarden Mk. auf diese Weise bereit gestellt worden. Reben den nach- ste.ligen Hypotheken aus der Hauszinssteuer ist bisher noch weiteres Kapital durch die öffentliche Hand, und zwar in der Form von an zweiter Stelle gesicherten Arbeitgeberhypotekcn oder Ergänzungsdarlehen aus öffentlichen Haushalts- bzw. Anleihemitteln, für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellt worden. Sn den Jahren 1927 und 1928 werden in dieser Form etwa je 4—503 Millionen Mk. zur Auszahlung gelangt sein. Ob cs auch in Zukunft gelingen wird, die Reubautätigkeit in gleichem Simfange mit dielen öffentlichen Mitteln zu unterstützen, ist zweifelhaft. Während des ganzen Jahres war die Nachfrage im wesentlichen auf den 8proz. Pfandbrieftyp belchränkt. Die Bemühungen der Anstalt waren besonder- auch darauf gerichtet, durch entsprechende Maßnahmen eine weitere Verteuerung des Vealkredits zu verhindern. Die Aussichten für die Zukunft erscheinen nicht sonderlich günstig. Der noch in großem Ausmaße nicht befriedigte Anleihebedarf der öffentlichen Hand wird dabei für die Emissionen der Realkreditinstitute eine steigende Konkurrenz bilden. Sinter Sim ständen wird ein Ausweg nur durch eine bewußte Beschränkung der sonstigen Kapitalbedürfnisse zugunsten des Wohnungsbaues gefunden werden können. Dabei ist erneut auf die Rotwendigleit einer Beseitigung des S euerabzuges vom Kapitalerträge für festver- zi'sliche Wertpapiere hinzuweisen, die für die Wohnungsbaufinanzierung von großer Bedeutung ist. Die Ruybarmachung der ausländischen Kaditalmärkte für die Finanzierung der Woh- nungsbautütigleit ist bisher nur in beschränktem Umfange möglich gewesen. flm Jahre 1928 wurden an Hyvot'-eler.zir.fen (alles in Millionen Mark) 7,63 (4,03) vereinnahmt und ein Sleberfchuß aus Zinsen und Eisekten von 2.05 (0,76) erzielt, too’u noch Sir» koftenbeiträge und V:rwall.ng'g b hren ii H"hc von 0.53 (0.27) kommen. Dagegen erforderten P'andbriefzinfen 7.32 (3 32). D rwa'tungskoften 0.83 (0.55). Steuern und Abschreibungen 0.12 (0.14). so daß ein Reingewinn von 2.03 (1,07) Mill. Mark verbleibt, woraus 0.6 der Reserve zugeführt und 5 Proz. Dividende auf das von 17.8 auf 25.2 Mill. Mark erhöhte Grunf.'kapital — entsprechend den Einzahlung' trrminen — ver- tei't werden sollen. Dem Penfionssvnbs sollen weiter 0,11 überwiesen und die Kosten des Umbaues des Dankgebaudes in Höhr von 0.22 ab- geschriebcn werden, so daß die Bankgebäude unverändert mit 1.1 zu Buche stehen. Vor- gctranen werden sollen 0,07 (0,02). Die Kohlenproduktion in Hessen. Die mona liche Statistik dr Kohlenproduktion kes Dolksstaates Hessen weist für den Monat Januar 1 9 29 folgende Zahlen nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert 43 863 Tonnen. Davon wurden verkauft 13 135 Tonnen. Der größte Teil der Rohkohlen wurde weiter verarbeitet, und zwar 27 309 Tonnen zu Schwe- lereiproduklen und 304 Tonnen zu Briketts. Die Briketterzeugung betrug 112 Tonnen. • • A. Echaaffhau senscher Bankver- ein. Tie in Köln abAhaltene H.-D. des A. Echaasfha. fenschen Tankverelns hat beschlossen, entsprechend dem Vorschläge des Aussichtsrates eine Dividende von 10 Prozent (wie im Vorjahre) auf das Ak.ienkapital von 25 Millionen Mk. zu verteilen. * Polyphonwerke A.-G. Die Kursentwicklung der letzten Wochen hat zu vielfachen Anfragen bei der Verwaltung gllührt. Diese erklärt hierzu, daß sie auf die Kursgestaltung und die sich hierin ausdrückenden individuellen Hoffnungen und Befürchtungen keinerlei Einfluß auözuüben vermöge, noch Willens fei, dies zu tun, es fei denn durch intensivste Bemühungen zur Erzielung guter Geschäftsergebnisse. In vieler Hinsicht hat die Gcsellscha't erst vor wenigen Wochen erklärt, daß sie einen sehr günstigen Abschluß erwartet, und die Aussichten gut beurteilt. Ein Grund für eine neuerliche Erklärung läge nur vor. wenn fich hierin etwas geändert hätte, was nicht der Fall ist. frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 28. Febr. Tendenz:erhol1. — Nachdem schon an der gestrigen Abendbörse e.ne all. gerne.ne Beruhigung festzustellen mar, machte sich zu Beginn der heutigen Börse im Anschluß daran eine freundlichere Stimmung geltend. Der feste Schiuß der gestrigen Neuyorker Börse, das wieder größere Angebot von Tagesgeld sowie das Fehlen jeglicher ungünstigen Nachrichten gaben dem Markte eine gewisse Stütze. Dem heutigen Zahltag und dem weiteren Ar steigen der Arbe.tslosenziffer im Reiche wurde auf der anderen Seite kaum Bcachiung geschenkt Das Geschäft blieb jedoch immer noch verhältnismäßig gering, da Orders von irgendeiner Seite immer noch fehlen. Nur Spezial- werte, in denen einige Großbanken Jnteressenkäufe vornahmen, hatten lebhafteres Geschäft und erheb- l chcre Umsätze zu verzeichnen. Aus diesem Grunde schritt auch die Spekulat on an den Nebenmärkten zu größeren Deckungen. Gegenüber der gestrigen Abentbörse gingen die Kursbesserungen durchschnittl'ch bis zu 2,5 v. Sy Im Vordergründe des Interesses standen vor allem Kupferwerte, die auf das Ansteigen des Kupferpreifes lebhafter gesucht waren. Mansfelder konnten 4 o. Sy und Otav Minen etwa 3 Mark anziehen. Auch Kaliaktien waren weiter lebhafter gesucht. Aschersleben könnten sich um 5 und Westeregeln um 3,5 v. Sy bessern. Für Kohlenwerte hatte das Interesse dagegen etwas nachgelassen, doch gingen auch Hier die Besserungen dis zu 2 v. S) Am Elektromarkt waren die Umsätze verhältnismäßig gering, nur Siemens waren mit plus 2,75 v. Sy und Licht & Kraft m t plus 2 v. Sj etwas gefragter. AEG. und Gesfürel dagegen auf Realisationen vernachlässigt und bis 1 v. Sy schwächer. Chemiewerke ebenfalls ohne größere Umsätze, Farben jedoch 1,25 v. Sy höher. Scheideanstalt dagegen abbröckelnd. Autowerte bis 2 o. Sy gefragt. Don Schiffahrtswerten Norddeutscher Lloyd etwas gefragt und 1,5 o. Sy höher. Banken uneinheitlich. Reichsbank etwas gefragt und 1,5 o. Sy höher. Dresdner Bank und Commerzbank knapp gehalten. Renten ruhig. Deutsche Anleihen etwas höher. Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich, das Geschäft schrumpfte jedoch er- heb! ch ein. Bei geringster Nachfrage konnten die meisten Werte um Bruchteile eines Prozentes ge- winnen. Nur am Kalimarkt schritt die Spekulation zu Gewinnsicherungen. Aschersleben büßten 2 v. Sy, Westeregeln 1 v. Sy ein. Am Tagesgeldmarkt wurde der Satz auf 7,5 d. Sy erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4 2138, gegen Pfund 20 454, London gegen Kabel 4,8532, gegen Paris 124,27, gegen Mailand 92,68, gegen Madrid 31,80, erneut schwächer, gegen Holland 12,1175. 6 r .1 n f i u r t * r ($ ? 0 rn '■ ? fc j r f e Frankfurt a. M, 28. F:br. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.") Der Produktenmarkt verkehr.e heute in ruhiger Haltung. Die schwächeren Aus- landnotierungen übten nur insofern einen Einfluß aus, da hierdurch die Händler zu einer starken Zurückhaltung veranlaßt würben. Tie Preise blieben jedoch i:.t allgemeinen gut behauptet. Das Geschäft war äußerst gering. Das kleine Angebot genüg'e vollkommen den kleinen Anforderungen. Für F ttermit'.el bestand Weiler einiges Interesse. Die Preise blieben ganz unverändert. Es wurden notiert: Weizen 24.00, Roggen 23.75, Sommergerste 24/5—24/0, Sjarer (inl.) 2'.50 bis 24.65, Mais 24.25—21/0, Weizenmehl 34 00 bis 3/15, Roggenmehl 30.75—31.75, Weizenk'eie 14/5 bis 14.35, Roggenkleie 15.03—15.25. — Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviel markt. Frankfurt a. M., 23. März. Auftrieb: 109 Rinder, 1171 Kä.ber, 165 Schafe, 423 Schweine. Es wurden noiiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 69 bis 74 Mi.: mittlere Mast- und Saug.äll er 63 bis 63; ge.i.ge Kälber 53 bis 62. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 56 bis 60, (Siallmast) 48 bis 55. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 75 bis 78; von etwa 160 bis 210 Pfund 76 bis 78: fleischige Schweine von etwa 120 bis 163 Pfund 74 bis 76 Mk. — Marktverkauf: Geschäft in allen Viehgatiurgen mittelmäßig, ausverkauft. Kunst und Wissenschaft. Hugo von Habermann f. Der Maler Geheimrat Hugo Freiherr von Habermann, der Gründer der Münchener Sezession, ist, wie aus München gemeldet wird, dort am Mittwoch nach längerem schweren Leiden im Alter von 79 Iahren gestorben. Habermann wurde am 14. Iuni 1819 in Dil- lingen geboren. 1833 kam er in die Pagerie, eine mit dem Hof in Beziehung stehende Erziehungsanstalt für die Söhne Adeliger, die bei Hollestlichkciten in Pagentracht Dienste tun mußten. Zunächst dachte Habermann nicht daran, Maler zu werden. Den Feldzug 1870/71 machte er als Landwehroffizier mit Die Eindrücke des Krieges ließen den Maler in ihm wach werden. Er zeichnete und aquarellierte und landete nach Friedensschlutz schsießlich bei Pilot). Hier arbeitete er bis zum Fahre 1879. Damals entstanden die ersten seiner foäter berühmt gewordenen Bildnisse, so .Der Mönch", „Sie schwarze Dame", „Die Dame mit dem roten Barett", „Die Pflüger" u. a. m. Im Iahre 1897 begann er feine Serie von Frauenbildnifsen, die Werke von hohem künstlerischen Rang enthalten. Dazu zählt die „Bacchantin". „Elise". „Die Muller de3 Künstlers", „Bildnis der Fr. Knorr", „Dämenporträt" Habermann hat auch eine Reihe von Landschaften geschaffen, doch stehen sie feinen mit Bravour gemalten Fraueno'.l n'.ssen nach. 1904 wurde der Künstler als Professor an die Münchener Akademie berufen, deren Ehrenmitglied er war. 1925 wurde der Verewigte Ritter des preußischen Ordens Pour le mörite für Kunst und Wissenschaft. Letzte Nachrichten. OaS Großfeuer in Limburg gelöscht. Limburg, 28. Febr. (2BIP. Eigener Draht, bericht) Rach sechsstündiger angestrengter Arbeit war dasGroßfeuerimLlmbu gerSchlah um 9 Ifjr morgens im großen und ganzen gelöscht. Die wehren sind aber noch zum größten Teil an der Brandstelle, um die nach überall glitn- wende Glut zu löschen. Das ganze Schloß, außer dem unversehrt gebliebenen, nach der Lahn zu gelegenen Rordflügel, der den ältesten Teil de» Schlosses, den Renaissancebau. den Domturm, enthält, ist bis auf die massiven Steinmauern abgebrannt Die Ursache der Vrandkataskrophe ist noch nicht festgestellt Das zum größten Teil abgebrannte Schloß mit dem Dom, das Wahrzeichen Limburgs, ist zum Teil im 13. Jahrhundert erbaut und dann mehrfach erweitert worden. Das Schloß diente früher dem Kurfürsten von Trier als Residenz. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachm ttag geschloffen. Für unverlangt eingesandte Wannskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern neben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. itronifuri o. W. | Berlin Schluß» Kurs >-U,r- Kurs Schlub- Kurs Ansang Kurs Tamm 27-2. 28 2. 27-2. 28.2. 5% Seld)8aiiieih.- >. 19z. Di. Anl.-Adlöi.-Schulb mit Aus 87,45 — 37,5 — los^Rechicn........ — 54 54 54 De.gl. ohne Aucios.-Rechte - - 7% iZrantf. Hyv^Bt. Goldps. un 12,8 12,9 12,8 13,1 kündbar bis 1932 - - 4«A% Rheinische Hyp.-Bank Stau 90 — Gvldps..........■ LEG- abg. Borviegs-Lbligation 61,6 — —• — rückzahlbar 1932 86,5 — —• 4% Schmelz. BundeLb.-Anl.. . — — — — 4% eeslerreichijchc Goldrle.. . 31,5 — 31,4 — 4,20% Ccficn. Silberne. . . 4°o Cefiencita. einbetti; 9tte 3 — — — 2,3 — — — 4% Ungarische Goldrle..... 25,25 — 25,25 25,25 4% UngaN,che Slaaisr. v. 1910 21,55 — — — 4’-;% Bcäfll. non 1913 . — — 22,8 — 4% Ungarische Kronenne.. . 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . 4% lüdhdie BagdadbabN'Anl. 2,2 — — 10,5 10,7 10,4 Serie 1. ....... —» — 10 — 4% dcsgl. Serie II...... 10,8 — 10,25 — 4°o Rumänen ronoett. Rte. . . 8,8 —— — _ — 4!4% Rumänen Goldanl. von 191? 18,75 — 18,9 — Mg. Deutsche Eisenbahn . . 4% — — — — Hamburg-Amerila Polet ... 8 124 124,5 123,6 124,75 Hamb.-Südam. Dampfsch. . . 8 — — 184 187 Hansa Dampsschifs.....10 — — 164.5 166,75 Rorddeuljcher Ltavd.....8 123,5 124,75 123,25 124,75 Lllg. Deutsche Crcdikanst. . . 10 139 —— 139.5 139,5 Barmer Bankverein .... 10 139,5 — 139.13 139,13 Berliner Handelegesellsch. . . 12 — — 227,5 228,25 Tom merz» und Privat-Bank . 11 196 196 195.5 196 Lärmst, u. Naltonaldank . . 12 274,5 — 273 276,25 Deutsche Bank......to 169.5 — 169 169.25 Ti2l°nto^«c!ellschaft An».. . 10 163,5 — 163,25 163,75 Dresdner Banl . . 10 169 168,75 169 169 Mitteldeutsche Creditbant ... 9 — — 193 194,25 Mclallbank.........8 127 — 125,25 ReichSbonk ......t2 296,5 297,75 297 298,50 Tranksun a. «TO. | Schluß-s I Uor- Berlin Schluß-s Au lang- Kurs Kurs Kure Kurs Datum 27 2 28 2 27.2 28-2 165,25 165 164.5 165,75 Bergmann..... * 203,75 — 202 204 Elektr. Lieferungen.....1° 161 —— 160 161,5 Vidit und Kraft......1° 206 208 204,5 208 gelten 4 Gullleaume.....t 135 —— 135,5 136,25 Ges. f. Elektr. Untern.. ... 10 228 227 224,6 144.5 226.13 Hamb. Elektr. Werke .... 10 — — 145 Nhcin. (Slettt.........f 162 —<- 161 162,25 Schlei. Elektr. ....... 10 — — 197,5 202,5 Schuckert..........8 218 — 218 221,25 Siemens 4 Halske.....12 367 369,75 366,5 370 Transradio.........6 — — 146 147 Lahmever 4 Co.......1< 159,5 159 159 Buderue..........5 81 82 80,9 81,5 Deutsche Erdöl.......6 — —— 121 122,9 Essener Steinkohle......8 — — 119 122,5 Gelsenkirchener . . . f. '/, I. J 128,5 — 128.75 129,5 Hoejch Eisen.........f 137,5 — 138 139 — — 119,75 120,6 Ilse Bergbau........i 208 — 207,75 209 Klöcknerwerke......... 105,5 —— 105,5 106 Küln-Neuesscn........9 — — 118,75 120,5 Mannesmann........k 121 122 121 122,5 Mansfelder.........< 111,5 115,5 112,25 115 Cberichtai. Eijenb. Bedarf. . . t — —- 90,5 92 Lberschles. Kekswerte.....f — — 98.5 101 Phöntr Bergbau......5V-. 95 — 95,5 95,5 Rheinische Braunkohlen... 1' 285 — 284,5 283 Rhetnstahl . . . s. % Jahr 4! 125,25 125,75 124,75 136 Nieüeck Montan......7, — — — Bereinigte Stahlw......1 97,25 97,5 97.6 Olavi Minen.......2 s — — 67,6 69 6 Kal« Aschersleben.....1 197,6 206 197,5 204 Stolt Westeregeln......r 206 209,5 204 209 Kaliwerk Salzdelsurtb ... 1. 304 -- 299,5 305 I. ffl. Warben-Industrie ... 1 243,9 245 242,75 245,5 DynamU Nobel....... Scheiveanslalt........1 — — 113,75 171 170,5 — Koldschmidt ..... . . t 86 87 86 88 Rsttgerswerke........k 93 93.4 92,5 93,5 M-tallnetalllckaft......11 — — Datum «ui.u'P ^u.zmann....... Heidelberger Zement .... 1< (Semcnt Karlstadt......k Wayß 4 Freilag......1° Schultheis Patzenhofer ... 1 Ostwerle.........1- Bei. Glanzstoff......V Bemberg......... Zellstoff Waldhof.....V. Zellstoff Aschaffenburg ... 1- Eharlotlcnburger Wasser . . . : Dessauer Gas........k Daimler Motoren......0 Demag ..........0 Adlcrwerte Klever......6 Ludw. Loewe.......1° Nat. Automobil.......0 Lrenstein 4 Koppel.....6 Leonhard Tietz.......f Bamag-Megutn.......O Franlf. Maschinen......f Gritzner.........li Heyligeostaedt ....... f Iunghanr..........i Lechwerke..........? Ataiukrastwerke.......? Miag...........U Nelarsillmer........t AeterS Union........f Gebr. Noever.......io Voigt 4 -vaessner......k Südd. Zucker........k Frankfurt a M. Benin Schluß. Kurs 1 Uhr- Surs Schluß- Kurs Anfang Kurs 27.2. 28 2. 27-2- | 28-2 120 — 120 121,5 136.25 — — — 173 — — — 128 — 128 —- — — 272,5 274,25 *— — 226,5 '/31 w» — 414 418 —. — 364,25 368 256,25 — 256 258,5 186,75 — 182,5 —— — —- 121,9 122,35 — — 209,5 212,25 52,25 54 52,75 53,5 — — 50,5 51.4 49,5 — 50 50,13 — — 209.5 209,5 — — 33 33 — — 85 88 • —- — 262 262 60,13 — 60.13 — 103 — 102,5 — 15,5 — — — 71,13 — 72 — 119,25 _ — _ 141 —— 142 142 26,75 27,5 26,13 —- 103,5 — 103,5 — 212 _ 144,5 144,87 144 — Banknoten Berlin. 27. Hc. rua Weib lief ..i..riiaiu.cue 'JZoiert..... 4,191 r214 belgische Nokcn ....... 58.32 58,36 Täniichc Noten........ 111.96 112,40 Englische Noten........ 20,402 20,482 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a M. Berlin, 27 F.-bruar Geld Brief ty.aiijoüicbe 'Jiotcn..... (6744? 16.505 168.31 168 99 <>t lienische Noten...... 22,10 22,18 Norwegische Noten...... 111,93 112.37 Deuisch-Ocsterr,aioo Kronen 59,03 59.27 Rumänische Noten...... 2.485 2.505 Schwedische Noten...... 112.18 112.62 Schweizer Noten....... 80,87 81,19 Spanisch: Noten....... 64,79 65,07 Tsch.-choilowakische Noten .. 12,43 12.49 Ungarische Noten . - ... 73,21 73,51 Telegraphische Auszahlung. 27 Scvruar 28 Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung «>4eld Bne '«eld Briet ziut i.» :Hott. 168.62 168.96 168.58 1ÖÄ.9i ' Bun.-Aires Brfl. Antw 1,771 1,773 1,770 1,774 58.485 58.605 58.48 50.60 Lhristiania 112,25 112,47 112.28 112.50 K open Hag.'n 112,23 112,45 112,24 112.46 Stockholm - 112,48 112,70 112.49 112,77 HelungforS. 10,58 10,61 10.588 10,608 Italien. . 22,045 22,085 22,05 22.09 London. . . 20,431 20,431 20.43 20.48 Neuyork . . 4,2090 4,217t 4,2100 4,2180 Varis. . . 16,44 16,48 16,45 16.49 Schwei; . . 80,955 81,125 80,96 81.18 Sva i:n. 64.75 64,86 64.21 64.27 Japan . . . 1.899 1,903 1.897 1.901 •wfo de Ian Wien in D-< 0,501 0,503 0,5005 0,5025 Ctfi. abgest 59.14 69.28 59.185 59.305 Prag .... 12,464 12,484 12,468 12,488 Bel irad . • 7,388 7.402 7.390 7.404 Dudav st. . Bul orten 73.34 73,48 73-75 73.49 5.041 3,047 3,037 3.043 "issabon . . 18,58 18,62 81,82 18.58 18.62 Tant'g. . . Äonfl ntin. 81.66 81,67 81.83 2,077 2,081 2,076 2.080 Allen. . . 5,44 5,35 5,435 5.445 Canada 4,190 4,198 4.188 4-196 llru uat) 4,301 4,309 4,301 4.309 Cairo . • 20,954 20,994 20.95 20.99 Wollene aller Art, für Damen, Herren u. 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