ARNAUD Montag, 28. Januar 1929 179. Jahrgang Nr. 23 Erster Blatt Oer Vorsitz im Gachverständigenkomiiee ReichSparieiiag der Wirlfchastspariei. :i u. a. Oesterreich wachsen in Oesterreich Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichsp^ennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Neichspsennig, Platzvorschrift 20°/, mehr Ehesredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, fämtlid) in Gießen. Dürfen die Amerikaner? 77 e u y o r k, 26. San. (WTB.) Herold and Tribüne schreibt: Owen Young Hai durch Parker Gilbert inoffiziell die Alliierten und Deutschland darüber verständigt, daß feine oder Morgans wohl al» Vorsitzender des Sachver- ftändigenausschuffes zur Regelung der Reporationsfragen aosgefchloffen fei. Es verlautet. diese Ablehnung durch d e amerlranischen Delegierten erfolge aus ausdrücklichen Wunsch Loolidgev, der befürchte, wenn Young den Vorsitz sühre. so würde dies bei einer Herabsetzung der deutschen Schuld entsprechende Forderungen der Alliierten aus Herabsetzung ihrer Schulden an Amerika zur Folge haben. Der Vorschlag, einem Amerikaner den Vorsitz der Sachverständigcnkonfercn; zu übertragen, sei hier von Parker Gilbert im Auftrag der Alliierten und Deutschlands unterbreitet worden. Gilbert habe kur, vor seiner Abreise bemerkt, er wisse nicht, wo« nun hinsichtlich des Vorsitzes geschehen werde. Weiter erklärte er. er halte sich lediglich in Berlin bereit, nach Paris zu gehen, um dort Fragen der Sachverständigen über die deutsche Wirt- schaftsentwicklung zu beantworten. Entgegen dieser Meldung der „Reuyork Tribüne" wird dem Vertreter de» WTB. In Regierungskreisen aus das bestimmteste versichert, daß Präsident Loo- lidge weder den Reparationsagenten Parker Gilbert noch die erwählten amerikanischen Sachverständigen Young und Morgan irgendwie in- struiertoderberatea habe. Der Präsident sei vielmehr auch hierin seinem wiederholt betonten Grundsatz der Rlchteinmifchung treu geblieben und habe es ganz Youngs Ermessen überlassen, ob er den Vorsitz übernehmen wolle oder nicht. Ls sei natürlich möglich, dah Young Bedenken trage, als Vorsitzender des Ausschusses seinen Hamen mH der künftigen Gestaltung der Reparatlonvfrage identifiziert zu sehen, aber soweit man hier wisie, sei die Frage de» Vorsitze» nicht entschieden. • Diese Meldung und ihr promptes Dementi läßt noch nicht klar sehen, wie sich die Amerikaner entscheiden werden. Im ganzen aber scheint in Wa- Erscheint täglich,anher Sonntag» und Feiertag». Beilagen Tte Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Vezvgspreir sür 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüffe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: $ranlfurl am Main 11686. shington doch die Tendenz weiterhin zu herrschen, auch nach außen hin jede allzu st arte Bindung an das Ergebnis der Reparationskonferenz zu verhindern. Wenn alfo Cookidge zwei „amerikanischen Staatsbürgern" gnädigst die Tell- nahme an der Konferenz erlaubt, bann ist das nach außen hin eine völlig unverbindliche Angelegenheit, die die Politik der Bereinigten Staaten eigentlich nichts angeht. Dieses Dekorum sollte gewahrt werden. Daß nebenher Owen Young und Pierpont Morgan In den letzten Weile haben. Volkspartei und Koalition. Berlin, 28. San. (Priv.-Tel.) Unter der Äeberfchrift ©tat und Koalition veröffentlichen di« 'Berliner 6 t im men", bad amtliche Or- gern’bet Deutschen Vollspartei, einen Artikel, in bem auf bie scharfen Gegensätze fjmge» wiesen wird, bie bie erste vertrauliche S-ublung- nabme zwischen ben Führern ber im tReia^- Baoineft vertretenen Fraktionen in der örage ber neuen Steuern habe erkennen lassen. Sn bem Artikel wirb bann weiter ausgeführt, man scheine jetzt auch in weiteren Kreiselt zu ber Ansicht zu kommen, bah eine feste Regierung unbedingt notwendig ist. Vor allem scheine das Zentrum Wert auf eine Bindung ber fetzt hinter ber Regierung stehenden Parteien zu legen. Das Zentrum hat offenbar, so heißt es in bem Artikel weiter, bie Besorgnis, dah de Sozialdemokraten Agitationsanträgs bei dem Etat stellen, bie zwar abgelehnt toürben, aber bie Stellung der christlichen Gewerkschaften bei ben Arbeitermassen erschweren würden. Aber auch die Sozialdemokraten scheinen durchaus geneigt zu sein, eine koalitionsmäßige Bindung einzugehen. Die Deutsche Vollspartei habe ihre Bereitministers Dr. Hilferding und forderte, bie Regierung möge bas Steuervereinheitlichungsgesetz zurückz'ehen und statt bef,en ben endgültigen Finanzausgleich Dorieyt mehr unbedingt auf Die Drohe Koalition zusteuert, sondern, beeinflußt von gewissen parlamentarischen Kreisen, gleichsam eine Lösung in Etappen anstrebt. So denkt man sich z. B. eine augenblickliche Bereinigung ber Koalitions- frage bergeftalt, bah bie Regierungsparteien, bie ja schon eine Art Große Koalition bilben, stch etwas intimer im interfraktionellen Ausschuh zusammenfetzen könnten. Etwas zaghafter ist ber anbere Vorschlag, ber dahmgeht, bah man doch erst einmal biefe intime Zusammenarbeit auf ben zu bilbenben Etatsausfchuh beschränken könnte, too sich bie Parteien verpflichten toürben, zunächst nur den ©tat unter Dach und Fach zu bringen. Mit einem Wort: tn ber Koalitionsfrage wird gut Ding noch lang zwischen Reich und Ländern in staatsrechtlicher unb finanzieller Hinsicht zur Erörterung kommen. Andererseits ist aoer auch bie hessische Etatsgestaltung von dem noch schwebenden Reichs- Haushaltsplan in mancher Hinsicht abhängig, was mit dafür spricht, das Plenum erst im März einzuberusen. Oer Vatikan und die elsässische Frage. Ein untergeschobener Brief. Paris, 27. Januar. (2DIB.) Die „Kalmarer Reuesten Rachrichten" sprechen voa einem Im Elsaß umlausendcu Gerücht, wonach der päpstliche Brief, durch den die aatonomiftenfeinb- liche Haltung de» Straßburger Bifd) o f 6 gegenüber dem elsässischen Klerus gebilligt wird, durch ein unehrenhaftes Manöver zur Unterzeichnung gelangt fei. Der Brief sei unter die dem Kardinalstaatssekretär Gaspari zur Unterzeichnung vorgelegten Dokumente geschoben mordens Staatssekretär Gaspari habe in dem Glauben, dah es sich um ein unwichtiges Dokument handele, dieses ungelesen unterschrieben. Ein Sekretär der französischen Botschaft beim Vatikan sei e» gewesen, der dieses Manöver habe ansführen lassen. Monsignore Kannengieher unb Senator llbbe Müller erklärten, daß sie die Angelegenheit in Rom nachprüfen lassen würden. Das gleiche Blatt verzeichnet das Gerücht, daß der Vatikan zwei Kardinale mit der Prüfung der Lage im Elsaß betrauen werde. Indische Kundgebungen für Amanuttah. Konstantinopel, 27. Jan. (TU.) Wie aus Angora gemeldet wird, haben in Bombay gewaltige Kundgebungen für Aman- u 11 a h stattgefunden. An diesen Kundgebungen haben sich sämtliche indischen Nationalisten und Vertreter der verschiedenen mohammedanischen Parteien beteiligt. Es wurde von den Versammelten ein Telegramm an Amanullah gesandt, in dem ihm die Anerkennung als König von Afghanistan au5> gesprochen unb Unterstützung zugesagi wird. Weiter wurde ein Telegramm an die englische Regierung gerichtet, in dem verlangt wird, daß die englische Regierung ihre Politik gegenüber Arnarn ullah ändern und Habibullah die Unterstützung im Kampf gegen Amanullah versagen möge. Nach den über Moskau eingetroffenen Nach richten aus Kabul hat sich die politische Lage in Afghanistan zugunsten Amanullahs stark geändert. Den Truppen Amanullahs ist es gelungen, zwei Führer der Regierungstruppen Habibullahs in die Gefangenschaft zu führen. Amanullah W Heilverfahrens aufzustellen. Tie vom Reichs- arbeitsminifter nunmehr vorgelegten Richtlinien, bie sich zunächst auf Tuberkulose unb Geschlechtskrankheiten beschränken, bringen eine gewisse Arbeitsteilung zwischen ben Dersiche- rungsträgem. Wichtig ist ferner, bah In Zukunft ber Versicherte mit seiner Familie als eine Einheit betrachtet wirb, so bah bie Heil- unb Fürsorgemahnahmen auch ben Angehörigen bes Versicherten zugute- tommen. Der ilmftanb, bah bisher der gute Erfolg ber Heilmahnahmen. namentlich bei ber Tuberkulose, durch die Rückkehr in ungeeignete Arbeits- unb Wohnungsverhältnifse oder sonstige Mängel ber Lebenshaltung schnell wieder verloren ging, unb damit ein großer Gelbauf- wanb ber Versicherungsträger gegenstandslos würbe, wirb in ben Richtlinien des Reichsarbeitsministers dadurch beseitigt, dah ber nachgehenden Fürsorge grohe Aufmerksamkeit zugewanbt wird. Die gesamte Angelegenheit bedeutet also einen Schritt zur Rationalisierung unb Sntensivierung des Heilverfahrens, das den Trägern ber Versicherung innerhalb der Gesundheitsfürsorge für einen großen unb gefunbheitlich stark gefährbeten Teil des deutschen Volkes gilt. Oie Arbeiten des hessischen Parlaments. D a r m st a d t, 26. Jan. Sm neuen Jahr hat bisher lediglich der Gesetzgebungsausschuß getagt unb das Zigeunergesetz soweit erledigt, daß am kommenden Dienstag die zweite Lesung erfol- §en soll. Anschließend daran soll das Gemcinde- eamtengesetz in Angriff genommen werden. Am Donnerstag tagte der interfraktionelle Ausschuß der Regierungsparteien, der sich auch mit diesem Gesetzentwurf befaßte, da über einige Fragen noch Unklarheiten oder Meinungsverschiedenheiten bestanden. Selbstverständlich sind auch von einzelnen Bcamtenberufsvereinigungcn nocy Vorschläge cingereicht worden, die ebenfalls im Ausschuß zur Erledigung kommen sollen. — Sn der kommenden Woche wird auch der Haupt- (Finanz-) Ausschuß seine Arbeiten aufnehmen. Am Dienstag wird zunächst die Verteilung der Referate beim Voranschlag 1929 erfolgen, worauf bann schon mit der Budgetberatung und der Erledigung der noch ausstehenden Vorlagen begonnen werden soll. Wenn auch ein „neuer" Haushaltsplan nicht vorliegt, so ist doch bei dem Finanzgesetz eine B e • schlußfassung z u den einzelnen Kapiteln notwendig. Der dritte Ausschuß wird wahrscheinlich erst gegen Ende der kommenden Woche zusammentreten. Sn parlamentarischen Kreisen rechnet man damit, daß die Etatsberatung im Finanzausschuß etwa drei Wochen in Anspruch nehmen wird. Das Plenum dürfte daher kaum vor Anfang März seine Arbeiten aufnehmcn. Bei seinen Beratungen wird dann mit dem Etat auch die Frage der Neuregelung der Beziehungen Berlin, 27. San. (WTB.) Die Reichspartei des deutschen Mittelstandes trat im Preußischen Landtag unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung aus allen Teilen des Reiches zu ihrem 10. ordentlichen Parteitag zusammen. Der Partei- vorsitzende, Rcichstazsabgeordneter Drewitz, begrüßte bie Erschienenen, wies auf die wirtschaftliche Rot hin, mit der das deut.che Volk zu kämpfen habe, unb bedauerte, daß Parteizank unb Parteiinteressen eine Einheitsfront des beut- schen Volkes gegen alle seine Widersacher im Westen unb Osten nicht zugelassen hätten. Mit dem Wohlergehen der Ration sei auch das Wohlergehen bes deutschen Mittelstandes unlösbar verknüpft. Wenn ber Mittelstand im neuen Deutschlanb dasselbe Recht erhalten wolle tote bie anderen, so müsse er ein Machtfaktor sein. Das deutsche Bürgertum müsse wieder bie Grundlage des Staatis bilden. Als erster Redner sprach Deichstagsabgeorb- neter Prof. Dr. Brebt über »Außen- unb Kulturpolitik'. Bei den kommenden Ter» Handlungen über bie Revision deS Dawesplanes, verlange bie Partei in erster Linie eine Aufrechterhaltung des Transserschutzes. Außerdem eine Zurückführung ber Lasten auf ein tragbares . Maß. Sn kultureller unb religiöser Beziehung bekenne sich d.e Partei zum Gedanken ber christlichen Weltanschauung. Sn ber Außenpolitik w.e in der Snnenpolitik gelte bie Losung- „Ein gesunder Mittelstand In einem geunden Tat erlaube 1" — Der Parteivor.i.-ende Drewitz erläuterte bann kurz bie Haltung ber Wirtschaftspartei zur Finanzpolitik. Er wandte sich gegen die neuen Steuerpläne des Reichssinanz- GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen vrvS Md verlor: vrlihl'sche llnIrerftSls-vuch- Md Steinti ruderet v. Stande in Siefrei. Sdj-iftteituug und ffiefipftsMe: SWtn-ieT. ifl folgt) fr »'S WY* " gehl l^. S.e, h d9 einen Aufruf an sämtliche Soldaten Röntg Habib- ullahs gerichtet, in dem er ihnen für den Fall, daß sie gesonnen sind, binnen dreier Tage die Waffen niederzulegen, völlige Straffreiheit wegen Landes- Verrats zusichert. Ein Fliegergeschwader Aman- ullahs Hot die Rcgierungstruppen crfolgreid) angegriffen. England in Kabul. Eine Peinliche Situation. London. 28. San. (WTB. Funkspruch.) Der Korrespondent der „Daily Wall" in Lahore meldet. es werde allgemein für sehr wünschenswert erachtet, den britischen Gesandten, Dir Francis H-umphrys, aus Kabul abzuberufen. Es sei so gut wie sicher, daß es mit der Herrschaft deS Emir Habib Ullah (Bacha 3. 6a» fao) in kurzer Zeit zu Ende sein wird. Es sei unsicher, wie die Loge des Gesandten sich gestalten würde, wenn der Emir, mit dem er auf gutem Fuße steht, stürmen sollte. Don den Einwohnern werde ganz offen für die Rück - kehr Amanullahs eingetreten, nachdem sie die Leistungen seines Nachfolgers gesehen hatten. Der Umschwung der Stimmung zugunsten Äman-- ullahs könne leicht auf den britischen Gesandten zurückwirken. der. um Menschenleben in Kabul zu retten, dem im Augenblick stärksten Wann zurHerrfchaftverhol- fen hatte. Reue Rüstungen in Südamerika. Bolivien bestellt Munition. Aeuyork, 26. San. (Reuter.) Eine hier eingegangene Meldung, wonach Bolivien Munition im Werte von zwei Millionen Dollar bet einer britischen Firma bestellt habe, die angeblich den Kontrakt an kontinentale Firmen weie.. gegeben haben soll, hat in hiesigen diplomatischen Krei en angesichts der letten Spannung zwischen Bolivien und Paraguay einige Besorgnis verursacht. Es verlautet heute, dah Staatssekretär Kellogg geflern die Angelegenheit mit den diplomatischen Vertretern verschiedener südamerikanischer Lander erörtert habe. Der bolivianische Gesandte erklärte, keine Snformattonen über die Angelegenheit zu haben. Oer 70. Geburtstag des ehemaligen Kaisers. Die Feier in Doorn. Amsterdam, 27. San. (XU.) Sn Doorn herrscht reges Treiben. Unter den Gästen befinden sich die Prinzen des Hauses Hohenzollern, ferner der ehemalige König von Sachsen, die Königin Sophie von Griechenland, die Schwester des Kaisers, der ehemalige Kronprinz mit Gattin, der ehem. Herzog von Braunschweig mit Gattin und Kindern, der Landgraf und die Land- gräfin von Hessen, Prinz Paul von Griechenland. der ehem. Grohherzog und die Großherzogin von Hessen und der ehem. Grohhettog und Die Großherzogin von Wecklenbur g-S ch w e r l n. Am SamStag versammelte sich der Gemischte Ehor des Dorfes zu einem Ständchen. Auf Wunsch deS Kaisers hatte man einfache holländische Bolk-lieder, darunter die holländische Na- ttonalhymne getoäblL Hierauf überreichte der Doorner Bürgermeister dem früheren Kaiser zwei kunstvoll ausgeführte Gartenbänke al6 Geburtstagsgeschenk der Doorner Einwohnerschaft, gleich- ?rttig auch al« Ausdruck der Dankbarkeit für le Wobltaten. die er den Armen Doorns erwiesen habe. Der ehemalige Kaiser sprach seinen Dank über die dargebrachten Kundgebungen auS, wobei er u. a. erklärte, daß er sich seinerseits dadurch erkenntlich zeigen werde, dah er 14000 ausgesuchte Rosen, ole ihm von der Deutschen Adelsgesellschaft zum Geschenk gemacht wurden, für die Erweiterung des Rosariums bestimmen wolle, dessen Benutzung er kürzlich der Doorner Bürgerschaft freistellte. Am Sonntagvormittag fand Gottesdienst statt, dem der Hofprediger Vogel. Pfarrer an der Friedenskirche in Potsdam. daS Wort aus dem ersten Römerbrief: .Sch schäme mich des Evangeliums von Ehristo nicht, denn eS ist eine Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben“ zugrunde legte. Von der Königin- Mutter Emma von Holland wurde dem ehemaligen Kaiser ein prachtvolles Blumengewinde von roten Azaleen mit einem herzlich gehaltenen Glückwunschschreiben überreicht. Die Königin Wilhelmine von Holland beaus- ttagte ihren Kammerherrn Graf v. Lijnden persönlich ihre Glückwünsche $u übermitteln. Auch Prinz Heinrich der Niederlande übersandte Glückwünsche, ebenso die Kö. igspaare von Dänemark und Schweden. Um ein Uhr versammelten sich sämtliche Gäste zum gemeinsamen Mittagsmahl. Der ehemalige König von Sachsen brachte bei dieser Gelegenheit einen kurzen Toast auf den ehemaligen Kaiser aus. Den Nachmittag verbrachte die Familie unter sich. Um acht Uhr abends versammelten sich sämlliche Gäste wieder zur Abendtafel, an die sich eine musikalische Abendunterhaltung anschloß. Aus aller Wett- Das Lawinenunglück am Arlberg. Ueber bas schwere Lawinenunglück bei Lech am Arlberg, Dem, wie schon Donnerstag gemeldet, zwei Frankfurter Skifahrer, Frau Dr. Röhler und Dr. Seibusch, zum Opfer gefallen sind, geht uns von einem Gießener Herrn, der Zeuge des Unglückes war, folgender erschütternder Bericht zu: Als wir am 23. d. M. gegen Mittag an der Rubalpe. etwa 100 Meter oberhalb Lechs, rasten wollten, kam ein Herr in scharfer Schihsahrt den Hang herunter, machte mit einem Kristiania vor uns Halt und brachte nur über die Lippen: Lawine rechts von der Kriegeralm. fünf Personen verschüttet. Dann fuhr er in rasendem Tempo ab. um Hilfe in Lech zu holeir Ohne eine Sekunde zu überlegen, machten wir uns zu Vieren auf den Weg. Sn stark ansteigenden Kehren, stiegen wir am Hang hoch und erreichten in etwa >/s Stunde die Höhe, von der aus wir zwar noch nicht die Unglücksstelle, wohl aber den Sülzkopf sehen konnten, von dessen Südwand ein Schneebrett von ungeheueren Dimensionen ab" gegangen sein muhte. Nach einer weiteren Viertelstunde erreichten wir die Unglücksstelle. Ein erschreckender Anblick bot sich uns. Die Lawine hatte Die Touristen, welche von Lech aus den Sattellopf befiel gen wollten, in einem Hohlwege, bzw. etwas oberhalb desselben erfaßt und fünf Fürstin Maria Rom, 26. Ian. (1BB.) Die Fürstin Bülow ist im Alter von 80 Jahren hier gestorben. Die Fürstin erhielt durch den früheren Präget Erzbischof, den jetzigen lateinischen Patriarchen von Alexandrien, die Sterbesakramente. Die Leiche der Jür- slin wird am 29. Januar in die deutsche Rallonal- kirche Santa Maria dell' Anima ubergesührt werden, wo um elf Ahr vormittag ein feierliches Requiem staltsinden wird. Unmittelbar nach der kirchlichen Jeter wird die Leiche nach Deutschland übergeführt werden, um in klelnflottbcck bei Hamburg beigesehl zu werden. Der deutsche Botschafter in Rom hat nach Erhallen der Nachricht dem ehemaligen Reichskanzler Jürften Bülow das Beileid der Reichsregierung ausgefprodjett Der Reichspräsident hat dem Fürsten telegraphisch seine Teilnahme ausgesprochen. ReichskanzlerMüller sandte an den Reichskanzler a. D. Fürst von Bülow nachstehendes Beileidstelegramm: „Zn dem schweren Leid, das Euer Durchlaucht durch den Tod ihrer Frau Gemahlin erlitten haben, spreche ich Ihnen die Versicherung meiner herzlichen Teilnahme zugleich im Kamen der Reichsregierung aus. Euer Durchlaucht möge das Bewußtsein, daß am die Entschlafene eine große Gemeinde trauert, zum Trost« gereichen." • AuS altem Bologneser Geschlecht stammte die Für st in Maria v. Bülow, die Gattin deS deutschen Reichskanzlers, die nun in Rom in der Villa Malta die Augen für immer geschlossen hat. Am 6. Februar 1848 wurde sie in Neapel alS Tochter des Fürsten Domenico di Camp o - reale geboren. Neapel war damals noch die Hauptstadt dcS Königreichs beider Sizilien: dort residierten die Bourbonen, und Fürst Domencio di Lamporeal«, der auch die Titel eines Herzogs von Adregna, Marchese bi Sambuca, Baron dl St. Giacomo, Patriziers von Bologna und Neapel führte, verkehrte natürlich am neapolitanischen Königshof. Sn erster Ehe war Maria v.Bülow mit dem Grafen Karl Dönhoff verheiratet, doch wurde diese Ehe, der zwei Kinder entsprossen, im Sahre 1882 gerichtlich getrennt und auch durch eine Entscheidung deS Heiligen Stuhls für aufgelöst erklärt. Damals empfand man die frühere Frau deS Botschaftssekretärs und späteren Gesandten Dönhoff schon ganz alS Deutsche. Frühzeitig war sie mit Richard Wagner zusammengetroffen, der. wie sie selbst behauptet hat. einen sehr groben Einfluß auf fi> ausüben konnte. Beim Grasen PourtaldS hatte sie die Bekanntschaft des großen deutschen Komponisten gemacht, der mit ihr einige Partien aus dem Tristan einftudierte, und für den sie so begeistert war. dah sie im August 1876 zur Eröffnung deS Festspielhauses in Bayreuth mit ihrer Mutter — übrigen- hn Salonwagen Kaiser Wilhelms L, den sie beb dieser Gelegenheit kennen lernte, — zu den Festspielen fuhr. Später lernte sie in Wien Adolf Wi lb ran dt kennen, der Ihr tm Sahre 1882 einS seiner Bücher mit der Widmung überreichte: „Zur Erinnerung an die Vollendung Shrer Deutschwerdung". Am 9. Sanuar 1886 heiratete sie Bernhard v. D ü l o w, der damals noch AttachS an der von Bülow f. deutschen Botschaft in Rom war. es aber schnell zum Botschaftsrat in Petersburg und bcttd darauf ! zum Ge andien in Bukarest brachte. Llnzertrenn- I sich schien das Ehepaar zu fein; überall, wo \ Bernhard v. Bülow auftauchte, sah man auch die kleine, zierliche Gestalt seiner Gattin, die bei allen Empfängen dennoch stets „grohe Dame" war. Man schätzte die krrnstliebende Frau, die oft vierhändig mit den alten Franz Liszt musizierte, und zu deren künstlerischen Freundeskreis auch M a r k a r t gehörte, der sie gemalt hat. Sie scheute sich nicht. Gerhart Hauptmanns Salon zu besuchen, als der Dichter der „Weber" noch al8 sozialer Revolutionär verschrien war; denn ihre Liebe für Kunst und Dichtung war vorurteilslos, großzügig, überlegen. Als Bülow im Sahre 1894 zum Botschafter In Dom ernannt wurde, konnte Maria von Bülow endlich für lange Zeit in ihr Heimatland zurückkehren. Drei Sahre wellte sie in Stallen, bis Bülow zum Leiter des Auswärtigen Amtes in Berlin ernannt wurde. Der Aufstieg ihres Mannes brachte sie dann als Hausherrin in das Reichskanzlerpalais, wo ihre Tätigkeit damit begann, die gesamte alte Einrichtung zunächst einmal hinauszuwerfen und von einem Zentner Seife gründlich Gebrauch zu machen, den ihr Wilhelm II. aufmerksam für das Großreinemachen übersandt hatte. Nichts sollte b'eiben, wie es gewesen war, und auch die letztm Reste von der Einrichtung der Vorgänger sollten entfernt werden. Die Wände wurden mit Stoffen bc> kleidet, geschmackvolle Möbel wurden aufgestellt, und unter der Leitung der kunstverständigen Frau verwandelte sich daS Haus in einen Palast, der geeignet war, den DepräserttationspfUchten des deutschen Reichskanzlers zu genügen. Sn dem Musiksalon trafen sich nun die intimen Bekannten des Kanzlerspaares, die sich an den künstlerischen Darbietungen ter Hausfrau erfreute. und dort traf man auch zwei andere Italiener innen, die deutsche Männer geheiratet hatten, Frau Giuletta von Mendelssohn, eine geborene Gordigioni, und Frau Antoinetta von Shne aus der Familie Palloni. Sm Relchskanzlerpalais entstand der vornehmste literarische Salon von Berlin. die hervorragendsten Künstler und natürlich die Politiker und Diplomaten verkehrten in dem Kreis, in dessen Mittelpunkt stets Maria von Bülow stand. Del großen Empfängen waren dort oft über 803 Personen versammelt, die sich, soweit sie noch leben, zweifellos gern an die in der Wilhelmstratze 77 ver eöten Stunden und an die reizende Hausherrin erinnern. Nur bei Hofe war man zunächst nicht geneigt, die ,geschiedene Frau" des Grafen Dönhoff ohne Dorurteil anzuerkennen. Als der Botschafter Bülow aus Rom nach Berlin zurückberusen wurde, wollte sein Koch nicht mitkommen, da er überzeugt war, dah Maria von Bülow doch bald wieder ihren Wohnsitz in Rom aufschlagen würde. GS hat lange gedauert, bis sich das greise Kanzlerpaar dazu entschloß, aber schließlich sind sie doch wenigstens für die kalten Wintermonate in den warmen Süden gegangen. Mit Maria v. Bülow ist eine der anziehendsten Gestalten aus der alten Berliner Gesellschaft dahingegangen, eine Frau, die das Geheimnis der ewigen Jugend besaß. Personen unter sich begraben. Da die Lawine etwa 200 Meter über der llnglücksstelle abgegangen ist. war ihre Gewalt riesengroß. Zum Glück wurde der Führer verschont und waren einige Leute in der Nähe, die sofort Hilfe holten. Ein Herr konnte sich sofort selost befreien und zwei Damen, deren Bretter aus dem Schnee herausragten, wurden vom Führer sofort herauS- geholt. Eine brach sofort ohnmächtig zusammen. Inzwischen kam Hilf«. Diniae Holzfäller waren alS die ersten berbeigcellt und nach einer Viertelstunde wurde die Frau des Herrn, der sich zuerst befreit hatte, leider als Leiche geborgen. Die sofort vorgenommene künstliche Atmung blieb ohne Erfolg. So war die Situation, als wir an die llnglücksstelle kamen. ES fehlte noch ein Herr (Zahnarzt aus Frankfurt a.M.). Da das weitere Suchen ohne Erfolg blieb, wurde nun die ganze Lawine systematisch mit Hilfe der Skistöcke ab- gesucht. Langsam kamen wir vorwärts. Sn einer Reihe stehend, wurde in ganz kurzen Abständen, in die Lawine gestochen, um auf diese Weise den Verschütteten zu finden. Zweieinhalb Stunden haben wir gearbeitet und hatten erst die Hälfte der Lawine hinter uns. Etwa 50 Meter waren wir schon am Hang hochgekommen, und als wir uns mal umblickten, standen unsere Bretter, die wir natürlich abgeschnallt hatten, weit unter uns. Eine Beweis für die Gröhe der Lawine. Snzwischen waren natürlich eine Wenge Hilfskräfte angekommen. Einheimische arbeiteten mit langen Sondierstangen, aber immer noch lein Erfolg. Auf Anraten eines Herrn wurde nochmals von oben angefangen und in ganz kurzer Zeit stieß ein Holzfäller auf den Ski des Verschütteten. Eine Kolonne rückte mit Schaufeln an und in wenigen Minuten war der letzte geborgen. Auch er konnte nur als Leiche heraus- gefchaufett werden. Auch aus der Lage seines Körper- konnte man sehen, mit welcher Wucht die Lawine heruntergekommen war. Run gab es für uns nichts mehr zu tun. Unvergeßlich wird allen dieser traurige Anblick bleiben. Welcher Kontrast: — Sm Schnee die Leichen, bei der einen der trauernde Gatte und am Himmel die herrlichste Wintersonne. Sn unzähligen Stemmbogen und Kristianias fuhren wir die steilen Hänge im wunderbarsten Pulverschnee herunter und bald sahen wir auch den traurigen Zug den Berg langsam herunterkommen. Schwere Unfälle beim Wintersport in Berlin. Der lebhafte Wintersportbetrieb .der sich am Sonntag In und bei Berlin abfpleite, hatte eine Rekor dzahl von Unglücks fällen zur Folge. Sn die Berliner Krankenhäuser wurden über hundert Personen eingeliefert. Aber nur die Schwerverletzten, die besonders schwere Bruche erlitten hatten — im ganzen 37 —, wurden in dcn Kliniken zurückbeha't n. Ein tödlicher ilnglüdlfall ereignete sich auf dem Weißensee. Dort brach ein noch unbekannter Mann mit feinem Schlitten ein und ging unter. Ein 16 Jahre aller Gärtnergehilfe, der dem Er- trunfenen nachsprang, erlitt salbst erh:bllche Dcr- icchungen und mußte in) Krankenhaus gebracht werden. Die meisten Rodelunfälle, die vor allem auf dem völlig ungeregelten Betrieb und auf die Vereisung der Bahnen zurückzuführen sind, trugen sich In den Müggelbergen und im Grünewald zu. Sn die Sanität: stellen der östlichen Dorortsbezirke wurden 64 Personen gebracht, die Knöchelbrüche, Gehirnerschütterungen und schwere Hautabschürfungen erlitten hatten. Höllenmaschinen in Postpaketen. Die am Freitag auS Apolda gemeldete Explosion einer Höllenmaschine im Bureau einer Wollwarenfabrik stellt sich als Glied einer offenbar aus persönlichen Rachegedanken heraus planvoll vorbereiteten Kette von Sprengstoffatten- taten dar. Sn der Nacht vom 25. zum 26. Sanitär ging in Weimar einer alleinstehenden Frau ein gleiche- Paket zu, dessen Snhalt glücklicherweise, obwohl si chdie Empfängerin bereits damit zu schaffen machte, nicht explodierte. Die Sprengladung hätte genügt, um schwerste Verheerungen anzurichten. Gleichzeilig wird aus Dornstedt bei Sangcrshausen der Eingang eines dritten Paketes gemeldet. Die dort beim Oeffnen erfolgte Explosion verletzte drei Personen. Tie Pakete sollen angeblich In Erfurt aufgegeben worden sein. Der Verferliger und Absender der Höllenmaschinen ist ermittelt u n b f e ft g e nommen worden. Der Täter, ein Schlosser Pflug aus Apolda, behauptet, nur die drei Höllenmaschinen zum Versand gebracht zu haben, die bereits gefunden worden sind. Seinen Angaben nach hatte er mit den Empfängern seinerzeit persönliche Differenzen und hat sich auf diese Weise rächen wollen. Um feine Spur zu verwischen, hat er dann die Krankenanstalt ausgesucht. Mastenuerglftuug in Rotterdam. Don Massenvergiftungen wurden 550 Teilnehmer an einem von der Personalvereinigung einer Lebensversicherung veranstalteten Festessen betroffen. Bei allen Vergifteten waren die Krankheitssymptome durchweg leichter Natur, so daß alle erkrankten Personen in wenigen Tagen vollständig wiederhergestellt fein werden. Trotzdem hat der Vorfall infolge der damit verbundenen Begleitumstände ungeheueres Aussehen erregt Richt nur konnte die Versicherungsgesellschaft, deren Personal betroffen worden war, ihren Betrieb nicht öffnen, sondern es hat sich auch her- ausgestellt, daß im Tivoli-Theater, das die Tellnehmer des Festessens später ausgesucht hatten, während der Theateraufführung im Zu- schauerraum sich eine förmliche Panik entwickelt hat, da ungefähr 600 Zuschauer sich zum großen Erstaunen Der Schauspieler erst vereinzelt, dann gruppenweise, schließlich in geschloffener Masse von den Sitzen erhoben und fluchtartig °nach den Ausgängen stürmten, wobei es in den Dor räumen zu heftigen Szenen kam. Der sofort atarmierten Polizec und dem Personal des städtischen Gesundheitsdienstes bot sich in den Gängen des Theaters ein furchtbarer Anblick. Alle Tollettenrämne waren überfüllt, alle Gänge furchtbar beschmutzt. An den Wänden lehnten überall Personen, die mit heftigem Brechreiz kämpften und nach Ollem rangen. Auch der Platz vor dem Sweater befand sich in einem solchen Zustand, dah er von der Feuerwehr mit Sch'auchlettungen gesäubert werden mußte. Die Polizei hat eine strenge Untersuchung ein» geleitet. Alle Speiserest r tn dem betreffenden Restaurant wurden beschlagnahmt. Wan führt die Decgiftungserschelnungen auf ueröorbens Quetschkartoffeln zurück. Eröffnung der4 Grünen WocheBerlin 1929 Samstagoormlttag wurde die Dierts Grüne Woche offiziell eröffnet Unter den Ehrengästen sah man u. a. den preußischen Minister des Innern Grzesinski. den Prinzen der Niederlande, den finnischen Gesandten und andere mehr. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Dietrich wies in seiner Begrüßungsrede darauf hin, daß die Aus- stellung nicht mir den Zweck habe, dcn Tausenden von Landwirten, die in diesen Tagen in die Reichs- Hauptstadt kommen, Belehrung und Anreguna zu geben, sondern noch mehr der nichtlandwirt- schaftlichen Bevölkerung zu zeigen, was die Landwirtschaft für das Gesamtvolk l e l st e. Das Bewußtsein, daß die Landwirtschaft ein unentbehrlicher Bestandteil unserer Wirtschaft ist, und die Erkenntnis, daß ihr Rückgang eine Gefahr für das ganze Volk bedeutet, bedingt die weitesten Volkskreise zu erfaßen. Die gegenwärtige Regierung fei sich voll bewußt, welch ungeheure Verantwortung sie traae, welche Bedeutung die Landwirtschaft und das Landvolk hätten, sie fei bereit zu helfen, und erwarte, daß ihre chilse von Erfolg fein werde, well sie dem Willen der Landwirtschaft begegne, die eigene Kraft, die letzten Endes entscheidend fei, mit in die Waagschale zu werfen. — Dr. h.c. Steiger, preußischer Staatsminister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten wies auf die Notwendigkeit hin, das landwirtschaftliche Meliorationswesen zu fördern, da es so möglich wäre, einen großen Teil der Lebensmitteleinsuhi auf eigener Scholle zu erzeugen und auf diese Weise unsere Handelsbilanz erheblich zu verbessern. Oberbürgermeister Böß hob in seiner Ansprache hervor, daß die Stadt Berlin zu den größten Landwirten und den größten Forstbesitzern in Deutschland gehöre. Schon deshalb sei Berlin besonder- interessiert an der Ausgestaltung und Fortentwick- lung der Grünen Woche. — Der Präsident de» Reichslandbundes und Vorsitzende des Arbeitsaus^ fchustes der Grünen Woche, Reichsminister o.D^ 2)r. h. c Schiele, legte dar, daß es sich baruni handele, durch die Ausstellung Dienst an der Land' wirtschaft, Dienst an der Verbraucherschaft un8 Dienst am deutschen Volke zu leisten. Der Sonneburgcr Zuchthausprozeh. Als zu Beginn der Samstagsitzung wieder dev Gefangene Paasch vorgeführt werben sollte, ließ sich dieser Hauptbelastungszeuge durch einen Beamten entschuldigen;' er fei krank und könne nicht erscheinen. Die Beweisaufnahme wurde dann unterbrochen. Die von der Anklage besonders belasteten Oberwachtmeister Naumann und Uerkwitz blieben dabei, sich keiner Schuld bewußt zu fein.1 Naumann bezeichnete dann auch die Bekundungen Paaschs gegen die übrigen Beamten, soweit er selbst dabei eine Rolle spielen sollte, als unrichtig. Nach einer kurzen Pause konnte dann wieder der Strafgefangene Paasch vorgeführt werden, nachdem der Arzt, der ihn untersucht hatte, festgestellt hatte, daß ihm nichts fehle. Paasch belastete auch die An- Öen Oberwachtmeister Kleiner und Koppen. ,en erregte die Feststellung des Verteidigers, daß selbst heute noch der Nachrichtendienst unter den Gefangenen ausgezeichnet funktioniert, Der Vorsitzende gab selbst seiner Ueberraschung Aus« bunf, daß die Gefangenen untereinander bester Bo» scheid wissen als das Gericht. Die feindlichen Brüder. Das Petit Soumai berichtet auS Straßburg, dah die Brüder ElauSundMatternZorn von Bulach, die sich seit längerer Zeit stark bekämpfen, vor dem Untersuchungsrichter cifd,lenen, well Mattern gegen Claus eine Klage wegen Wilddieberei eingereicht halte. Sm Laufe der Vernehmung kam eS zwischen den beiden Brüdern nicht nur zu einem heftigen Wortwechsel, fondern auch zu Handgreiflichkeiten. so daß der Untersuchungsrichter die Gerichtspolizei alarmieren mußte, um die streitenden Brüder zu trennen. Oie Wetterlage. R6M HördW franKf. 10 Sonnldü, d.27.Jan.1929,8‘mgs. *r— 1 'npft. Owerwtmm Onenn ontro oedttwt » -omg. e ota<urmönge Pie »oatn suuonen itenengen Zerr» «n gesen die Temperatur an 0* Limen iierDifiden Orte mit gleichen nl »5-eresniVeaii »moe-»-nn»t»» i efldrvra Wettervoraussage. Wettervoraussage für Dienstag: Me.st wollig bis bedeckt, noch Frost, sedoch sich langsam abschwachcnd, zeitwcifc Schneefälle. Witter unasaussichten für Mittw och: Beränderlich.'s Wetter mit wechselnder Bewölkung, Temperaturen schwankend, ftrichwcise Niedersch'äge. Lufttemperaturen am 27. Januar: mittags — 2,7 GradCelfius, abends — 4,2 Grad Celsius; am 28. Januar: morgens — 5,6 Grad Celsius. Maximum — 2,7 Grad Celsius, Min.mum — 6,7 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: am 27. Januar: abends —1,9 Grad Celsius; am 28. Januar morgens —1,7 Grad Celsius. IQ] übet rt aui GMtatg, 'HlatUtnSotn tingetet Zeit flo« ijungjridjtet ei|>*,ic* [au8 eine Klage eingereicht halte, kam eS -wischen den j einem hestiger auch -u Hand, ter UnlersuchungS- armieren wußte, um ennen. m? ^^ben $C$fr,M929 lCrt-e®rüne5nl ti*”™ öl SÄ '^Arju Sy Hutt bÄS e*5 ’ 7d-ng-, di. oei. >2"^ Re. ’ Weure^r. ^.vedeiitung fcj. &pe i n ?ü*e Don Er. T 6(1 Landwirt. etzten Gutes ? ' u werseu. - ^fcminilttr iür 2*" »ks aus bie ^ll'cheMelia. -eben-mW^M inb aus diese Weise JxNtm. Ober, ttr Ansprache her. "rn Sr^ten Land. * In Deutsch. 1 “trlin desander; S und Fortenlwick. Präsident te» de bei ilrbtilsouy neichsminisl.r a.D, daß ei sich baruni Dienfl an der Land' braucherschaft uni iften. )auiprv)ktz. Atzung wieder den irden sollte, liefe sich rch einen Beamten d könne nicht er« wurde dann unter» besonders belasteten i und ltertwitz lb bewußt zu sein? h die Bekundungen «en, soweit er leibst als unrichtig Aach i wieder bet Ttras. I werden, nachdem itte, sestgesielll hatte, ela|tete auch die An- leinet und Soppen, ng de? Verteidigers, ichrichtendiensi zeichnet funktioniert, ■ Ueberroschung füreinander besser Se- ^-nien^09; ;d)nee[^itia>0^ ensur^MS- OK 9642 n (Sifcnbanblutti Karlsruhe 0206 Gräten, billig. 742D (053 Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) J. ID. in G. Rein. Wir verweisen Sie auf Veit Aufsatz in der heutigen Nummer. Meine Fisch-Ittels finden Gefallen in jedem Haushali da bratfertig, ohne Haut und Düsseldorf-Gießen Liswarckstr. 36 ben 26. Ianuar 1929 Dr. phil. Sari Sdflfe Dr. rer. pol. Else Kästle geb. Koob Vermählte 206,92 Festmeter. Crumbach, den 25. Januar 1929. Herrmann, Bürgermeister. Täglich frische Sendung! M-Spezialhaus Cuxhaven Marlistr. 14 Gießen Tel. 2417 Nutzholzversteigemng Die Gemeinde Crumbach versteigert am 2. Februar 1929, von vormittags 11 Uhr ab*, bei Heinrich Waldschmidt folgendes f-hlutzholz: 819D HHM06HM Buchenabfallholz kur» geschulten, neue Fällung gibt wieder bis auf weiteres fuhren-und wagnon- weile ab K33D Finna J. Blromelsbach Werk Nidda. Wegen anderweitig größerem Unternehmen sind meine beiden Geschäftshäuser Bingels Möbelwerkstätten zu Gießen, Kaplansgasse Nr. 5 und 5a, wovon der Laden mit den Werkstätten und die dazu gehörige 4-Zimmer-Wohnung freiwirtschaftlich sind, günstig zu verkaufen durch den Alleinbeauftragten Hch. Damm, Moltkestr.22 Otto Bingel WWtt-MkWeli.Km' Stahlblech und Kcsfelnestelle eiiwsiehlt Gdgav Bovvmann rungsoertreter mit den Vertretern der Vogelsberg- gemeinden über die Umstellung der Landwirtschaft im hohen Dogeisberg statt. Zu der Sitzung, die unter dem Vorsitz des hessischen Ministers für zlrbe-. und Wirtschaft Äorell stand, hatten sich rund 150 Personen eingefunden, darunter etwa zwölf Vertreter der Regierungsbehörden, weiter Vertreter ter Landwirtschastskammer, die Abgesandten dcr Lokalbehörden, Abgeordnete der poli- tischen Parteien und eine Anzahl Sachverständige. J.u Laufe der Beratungen, die auf hohem Niveau standen und volle Einmütigkeit der Versammlung ergaben, wurden sehr beachtliche Vorschläge gemacht. Da Minister Korell die Berichterstattungüber das Ergebnis der Sitzung ausdrücksich der Mitteilung durch den Amtlichen Hessischen Pressedienst vorbehielt, kann zur Stunde Näheres über den Erfolg der Beratungsarbcit noch nicht gesagt werden. Ein Abend mit auslanddeutschen Studierenden. Die Vereinigung auslandßeuNcher Studierender in Gießen hattezamSamstagabend die au landdeutschen St.idi renden aus Darmstadt, Frankfurt a. M.. Marburg, Friedberg und Diesten, sowie eine Anzahl Ehrengäste ou.8 unserer Stadt zu einer Zusammenkunft in das Hotel Schütz eingeladen, die euren vortrefflichen Verlauf nahm. Die Bande engster voll» licher und seelischer Verbundenheit zwischen Reichsdeutschen und Auslanddeut.chen wurden bei dieser Gelegenheit wieder in bester Weife wirksam. Der Vorsitzende der Gießener Vereinigung aus- landdeutscher Studierender, Stud. Scheel, betonte in seiner Begrüßungsansprache als hohes Ziel der auslanddeutschen akademischen Zugend, schon jetzt und später die eiserne Drücke zwischen Reichsdeutschen und 2lus - landdeutschen sein zu wollen und dadurch mitzuarbeiten an der Festigung der bas Gesamtdeutschtum verbindenden Bande. Wie weitreichend dieses Zielstrebcn werden kann, geht daraus hervor, datz auf Aufforderung des Vorsitz«..d:n d e auslanddeutschen Besucher des Abends sich einzeln von ihren Sitzen erhoben und der Versammlung ihren Romen, Heimatland und Heimatort nannlen und damit zum Ausdruck brachten, nach welchen Ge- genben Europas und Hebersee hin die Früchte dieses Abends ausstrahlen werden. 3n besonders großer Zahl konnte man hierbei junge Deutsche aus Siebenbürgen, dem Banat, Jugoslawien und der Tschechoslowakei bemerken, ferner deutsche Volksgenossen aus Polen, Oesterreich, Schweiz, dem Elsaß, Brasilien usw. 3m Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag des Studienrats D r. König, Diesten, über „5) le Bedeutung des Kulturlebens der Auslanddeutschen für das Ge - samtdeutschtu m". Die geistreichen, den Stoff in seinen vielseitigen Verzweigungen bis zum letzten erfassenden Darlegungen des Redners gaben einen sehr lehrreichen lleberblick über die vielfältigen volklichen und geistigen Bez ehungen zwischen den Deutschen im Reiche und den Stammesbrüdern in fremden Landesgrenzen. Wir hoffen, die mit lebhaftem Beifall vermerkten Ausführungen deS Vortragenden demnächst in einem besonderen Aufsätze unseren Lesern eingehender mitteilen zu können. Hniversitätsprosessor Dr. Roloff überbrachte die Grütze und besten Wünsche Sr. Magnifizenz des Rektors der Landesuniversität Professor Dr. f, e r z o g und betonte, dast die Universität Gie- en dem geistigen Werdegang der auslanddeutschen akademischen Jugend und ihren volklichen Destrebungen stets gröhtes Interesse entgegenbringe. 3m weiteren Verlaufe des Abends erfreute ein kleiner Sängerchor junger Akademiker, die aus Siebenbürgen stammen, unter der Leitung des WM WWM WM Anmeldungen von Knaben und Mädchen für das neue Schuljahr In tue Klassen Sexta bis Obertertia Freitag, den 8. Februar 1929, von 9—12 Uhr. Bor.uleacn sind: Abgangszeugnis, Geburt»- und Jmvffchetn. Aufnahmen in Sena eriolgen tm allgemeinen nach otcr trt besonderen Ginrcböaen auch schon nach drei Grands imliahren. t^ür Schüler, die (unter in ein taii-tm oder Real» ahmnafinm üuenreten wollen,llt2ateiunntcrrtwt eingerichtet. Ter Leiter dcr Höheren Bürgerichnle. 835D S t o tz., NniversitLtmusiDirektors Dr. Leme-varh durch den Gesang einiger Lieder ihrer Heimat, ferner wurden von weiteren auslanddeutschen Studierenden Einzeldarbietungen gesanglicher, instrumentaler und rezitatorischer Art in reicher Fülle zu der schönen geselligen Unterhaltung beigesteuert. Der Abend wird allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben und sicherlich den Bestrebungen zur Stärkung und Stützung des Auslanddeutschtums wirkungsvoll beitragen. Deutsche christliche Studenten« Vereinigung. Dte Kreise Frankfurt, Darmstadt, Gießen und Marburg der Deutschen Christlich e n Studentenvereinigung trafen sich, wie jetzt erst gemeldet wird, in den Tagen vom 19. bis 20. 3anuar im evangelischen Gemeindehaus in Friedberg. Aus dem Bericht über das verflossene Semester geht hervor, dast in den kleinen Arbeit^ genreinschasten reges Leben herrscht. Die Deutsche Christliche Studentenvereinigung will in den einzelnen Hochschulen die Kommilitonen sammeln, die in den entscheidenden Fragen ihres Lebens von Christus eine Antwort erwarten und um die Gestaltung dieser Antwort ringen. An dieser Stelle tauchte besonders die Frage nach einer Mitarbeit an der Reugestaltung des studentischen Lebens auf, wo sich Ansätze auf dem Gebiete des Kneip- und Mensurwesens zeigen. Pfarrer Goebels (Frankfurt) hielt ein Referat über „$ie Lage der Mission und die praktische Einstellung zu ihr". Vornotizen. — Tageskalender für Montag. Englisches Sem nar der Landesuniversität: Vortrag in englischer Sprache „Englands gesellschaftlicher Auf. bau im Spiegel seines Schulwesens". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Spiel mit der Liebe". — Astor,a Lustspiele: „Die Geisterfarm". — Uraufführung am Stadttheater Gießen. Ans dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die zweite Uraufführung dieser Spiel,zeit, „Das Dorf Samt Lüsten", Schauspiel aus den Bergen von Werner 3ohannes Gug- gen beim, findet am Dienstag, 29. 3anuar, abends 7.30 Uhr statt. Das Stadltheater Oie- st en hat das alleinige Aufführungsrecht für d.e es Schauspiel erworben. Der Autor ist selbst nach Gießen gekommen, um den letzten Proben beizuwohnen. Die Spielleitung hat Ober'pielletter Hans Gannett. Als Gast für dre Rolle der Frau Lanz wurde Frau Olugufte P ras ch - Grevenberg. Ehrenmitglied des Meininger LandeStheaters, die Mutter des 3ntendanten, gewonnen. Cs werden zur Premiere verschiedene auswärtige Kritiker und Theatervertreter erwartet. Werner 3ohannes Guggenheim gehört der jungen Schweizer Dichtergeneration an und ist bereits mit zwei Theaterwerken an Z>u Oeffent- lichkeit getreten. Seine Tragödie »Das Reich unb seine Komödie „Die Frau mit der Maske haben bei ihren Uraufführungen einen sehr starken Presse- und Publikumserfolg gehabt. - Wieder ein guter Wintersport- Sonntag. Der gestrige Sonntag stand wieder ganz im Zeichen des Wintersports. Durch den in der Rächt zum Freitag eingetretenen Schneefall und die Fortdauer des ziemlich parken Frostes waren die Els- und Rodelbahnen, sowie die Skigelände In tadelloser Verfassung. 3m Gegensatz zum vergangenen Sonntag gab es diesmal keine Enttäuschungen, so daß die Sportbegeisterten, die In Scharen hinauszogen in die tausendfältige Pracht unserer Berge, voll und ganz auf ihre Rechnung tarnen. 11. a. war auch der Vogelsberg tticber stark besucht, besonders auch aus den oberhefsischen Städten.______ Aus dem Amisverkündigungsblaii. * Das Amtsverkündigungsblatt Ülr. vom 25. Januar enthält: Vierteljahresausweis der Provinz Oberhcsfen. — Polizeioerordnung über den Kraftfahrzeugverkebr in der Gemeinde Grünberg. — Verfassungsfeier 1929. — Berufsberatung. Brehm- Literatur? — Feldbereinigung Nonnenroih. — Dienstnachrichten. Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, den 28. Januar 1929. weKaachttchen ÄlenstLotenaeschenl Nachdruck verboten. Da» Weihnachtsgelchenk der weiblichen häus- ftdien städtischen Dienstboten fällt nicht unter ben Begriff der Schenkung des Bürgerlichen Ge- sevbuchS. Bei ländlichen Dienstboten pflegt Me Weihnachtsgab« bereits im Mietverträge geregelt zu werden, zumal die Termine des Stellenwechsel» deS Gesindes in den einzelnen deutschen LandeSteilen ganz verschieden sind. Der rechtliche Ehacakter deS Weihnachtsgeschenkes häuslicher weiblicher Dienstboten läßt sich als eine belohnende Schenkung feststellen. die im Bürgerlichen Gesetzbuch nirgends geregelt ist Beide Teile, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, rechnen jedensallS mit dieser Weihnachtsgabe, in der seitens deS Arbeitgebers der Hausange- 1 testen gegenüber eine Anerkennung und ein Dank für geleistete Dienste, vielleicht auch Me Hoffnung auf künftig« zufriedenstellende Dienstleistungen zum AuSdruck kommen soll. WaS Me Höh« dieses „Geschenks", wenn wir beu eingebürgerten AuSdruck hier beinhalten wollen, hier in Gießen betrifft — vielleicht ist anderSwo das gleich« der Fall —, so erreicht eS nach einem OrtLgebrauch, den wir fest- stellen zu können glauben, in der Regel den ungefähren Wert d e S vereinbarten MonatSlohneS. der sich wieder gewöhnlich nach dem Alter und den Fähigkeiten der Hausangestellten einerseits und nach dem Grade und der Art der geforderten Dienstleistungen andrerseits richtet. Vielfach sprechen bei der Lohnfest- letzung auch Dinge mit (z. 2. freundlich« Behänd- tung usw ). die außerhalb der Möglichkeiten einer Abschätzung in GeldeSwert liegen. Die Höhe de» Geschenke- richtet sich wohl auch stets nach der Dauer der bereit- geleisteten Dunste. Ein Dienstbote, der nur etwa wenige Wochen seine Arbeitskraft zur Verfügung gestellt hatte und bet gar alSbald wieder feinen Dienst auffagt, wird nicht erwarten können, daß ihm ein Weih- uachtSgefchenk In bet oben angedeuteten Höhe zuteil wird. — 3mmerhin trägt die besondere Weihnachts- lelftung de» Arbeitgebers geschenkartigen Charakter, und deshalb fragt es sich, ob der Arbeitgeber etwa, wenn er sich in seinen Voraus- sehungen und Erwartungen getäuscht sieht, hinsichtlich deS Weihnachtsgeschenk- ein Rückforderung-recht ober gar das Recht besitzt, e» auf kommende zu leistende Dienste gan§ ober teilweise auszurechnen. 3n dieser Beziehung gibt un- 8 534 des Bürgerlichen Gesetzbuchs einen Fingerzeig, der besagt, daß Schenkungen, durch die einer sittlichen Pflicht ober einer auf den Anstand zu nehmenden Rücksicht entsprochen wird, weder der Rückforderung noch dem Widerrufe unterliegen. Hierunter fallen nach richtiger Auffassung remuneratorisch«, b. h. gewissermaßen entlohnende Geschenke, die den Ausdruck einer Dankbarkeit in sich bergen, sowie die sogenannten DelegenbeitSgeschenke (etwa am Geburtstag oder zu Weihnachten). Prüfen beide Teile vor Weihnachten bereits diese Grundsätze und wenden sie auf ihre eigene Lage an, so werden nach dem Feste Streitigkeiten unter ihnen, wie sie dann und wann vorzukommen pflegen, vermieden werden. 3m übrigen noch zwei Sprüchworte: 3eber Arbeiter ist feine- Lohne- wert. Unb: Einen frßfc- lich « n Geber hat Gott lieb! 8.®. Dle Umstellung der Landwirtschaft im hohen Vogelsberg. Am Samstag fand In Hartmannshain die von um anflefünbiflte Beratung der hessischen Regle Ipg j. _ _ j gehen Sie immer, wenn Sie Ihre Elegaill Kleidungsstücke des öfteren bügeln, dämpfen und auffrischen lassen Per Anzug (im Abonnement nur Mark nur Mark 1.50) Abholen und Zusenden kostenlos Amerik. Expreb-Dampf-Bügel-Anstalt „Wie-Neu“ Inh :E Kömpel, Schneider .Wolkengasse 23 Telephon 2503 / Alle einschlägig. Arbeiten werden schnell und billig ausgeführt 44PA — Schule und Berufsberatung. Huf Anordnung de» Minister» für Rultu» und Bildung»- wesen empfiehlt das Kreisfchulamt Gießen den Schulvorständen, daraus hlnzuwirken, daß in der Schule bei Hinweisen auf die Berufsberatung der Anschein vermieden wird, als ob eine bestimmte Organisation empfohlen und die Aufmerksamkeit dcr Schüler auf diese hingelenkt werden solle. Die Schule müsse sich den verschiedenen Organisationen gegenüber neutral verhalten. * Neue Vorschriften für den Kraft- fahrzeugoer kehr in Grünberg. In dem neuesten Amtsverkündigungsblatt veröffentlicht das Kreisamt Gießen mit Zustimmung aller in Betracht kommenden Instanzen die nachstehenden neuen Bestimmungen für den Kraftfahrzeugverkehr in Grünberg: „Die Londorfer Straße in Grimberg vom Marktplatz bis zur Einmündung der Rosengasse, das „Brückelchen" unb „Großer Graben" sind für den Durchgangsverkehr mit Lastkraftwagen über 5,5 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt. In den Straßen der Stadt Grünberg dürfen Kraftfahrzeuge, die nicht mit Luftbereifung versehen sind, eine Höchstgeschwindigkeit von 15 Kilometer in der Stunde nicht Überschreiten. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden, soweit nicht nach anderen Bestimmungen höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafe bis zu 150 RM. unb im Uneinbringlichkeitsfalle mit Haft bestraft." Die neuen Bestimmungen sinb sofort in Kraft getreten. ** UnzeitgemäßeDesuchcr. Am Samstag unb heute wurden uns aus unserem Leserkreise zwei Schmetterlinge als unzeitgemäße Besucher der Mutter Erde überbracht. Da es den beiden Voreiligen draußen doch zu kalt geworden war, hatten sie sich wohlweislich in die Häuser geflüchtet. ** Auftrieb zum heutigen Frankfur« ter Schlachtviehmarkt: 279 Ochsen, 42 Bullen, 594 Kühe, 280 Färsen, 498 Kälber, 129 Schafe, 5100 Schweine. weitere Lokalnachrichten im zweiten Blatt. Weltbekannte WWlGWlMki sucht mWW WWW zur Umstellung in gutgehende Spezialans« schanke. Angebote unter B. 3129 an ALA Haasenstein <& Vogler. München. X29V Nutz-und Brennholzversteigerung Freitag, den 1. Februar 1929, vormittags 10 Ahr ab, werden in dem Saale des Gastwirts Hock zu Weickartshain aus verschiedenen Forstorten der Förstereien Weickartshain versteigert: 820D 1. Nutzholz: Stämme Güteklasse A: Buche Kl. 3 6 St., 4,89 , Kl. 4 5 St. 5,31; ÄL 2 St., 2,23 tm. Güteklasse N: Eiche Kl. 3 2 St., 1,64. Kiefer: ÄL 2a 1 St. 0,57. Lärche KL la 20 St., 2,17; Kl. 1b 9 St., 1 87 KL 2a 4 St 1,63. Fichte Kl. la 24 St., 3,68; Kl. Id 43 St., 15,60; Kl. 2a 36 St., 21,64; KL 2d 11 St., 12,12; ÄL 3a 2 6t., 3 55. Derbstangen: Lärche 3 St 1. Kl., 1 St. 2. KL Fichte 73 St 1. KL, 187 St. 2 KL, 525 St 3. Kl. Reisstangen: Fichte 1000 St. 4. KL, 2£15 St 5. KL, 3980 St. 6. KL, 4160 St 7. Kl. 2. Brennholz rm: Scheiter: Buche l.Kl. 4 2. Kl. 8; Eiche 1; Fichte 2. KL 9,4. Knüppel: Buche 2,5; Eiche 18,1; Esche 2,6; Aspen und Weide 6,3, Lärche 1; Fichte 7,2. Reiserholz: 2. ÄL Buche 156; Eiche 38; Aspen unb Weide 96, Fichte 32, lang ein- gelegt. Reiserholz- 3. Kl. Buche 26, Aspen unb Weibe 4. Stöcke: Buche 25,4; Fichte 34. Die Nummern bes zur Versteigerung kom- menden Nutz- unb Brennholzes sinb blau unterstrichen. Das Brennholz kommt zuerst zum Ausgebot, das Nutzholz ab 12 Uhr. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da nachträgliche Beanftanbun- 1 gen nicht berü^'ichtigt werden. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Schlag, Weickartshmn. Laubach, den 25. Januar 1929. ! _______Hessisches Forstomt Laubach._______ Zagdverpachlung Freitag, den 8. Februar 1929, nachmittags 3 Uhr, kommen im hiesigen Rathaussaale die Jagdbezirke 3, 4 und 5 auf sechs Jahre zur Verpachtung. Jagdbezirk 3 umfaßt 1406 Morgen Feld und 57 Morgen Wald (Hi-llerswarte). Jagdbezirk 4 umfaßt 1007 Morgen Feld. Jagdbezirk 5 umfaßt 1305 Morgen Feld und 17 Morgen Wald (Galgenberg). Das Jagdgebiet ist in etwa halbstündiger Bahnfahrt von Gießen zu erreichen. Guter Wildbestand ist vorhanden. Je i nach Lage unb Art des Bezirks kommen vor: Rehe, Hasen, Hühner, Raubzeug unb Wasserwild. 824D | Grünberg (Hessen), den 26. Januar 1929 , Hessische Bürgermeisterei Grünberg. Berliner Börse. Berlin, 28. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die nicht anders zu erwarten war, entwickelte sich heute am Montag das Geschaht im Frühverkehr nur sehr langsam Eine Tendenz war noch nicht ausgesprochen. Kurse wurden Überhaupt noch nicht genannt. Man nimmt aber nicht an, daß die Schiebung noch irgendwelche Schwierigkeiten machen wird, man rechnet sogar eher noch mit einigen Deckungen. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,05, Mailand 92,63, Spanien 29,6850, das Pfund 484,90 unb den Dollar 4,2113.| Grippegefahr beugt vor WM Dienstag, den 29. Januar 1929, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28 dahier zwangsweise gegen Barzahlung: 1. 4 Nähmaschinen, 1 Kasienschrank, i Schärf- maschine, i Lederwalze, 2 Llusziehlische, 6 Stühle, 1 Flurgarderobe, 1 Svrcchap- parat mit 8 Platten, 1 Klavier, 1 Kleider- schrank, 2 Schränkchen, 2 Z üfetts, 2 Kre- denzen, 1 Standuhr, 1 Teppich. 1 Schreib- tisch mit Seffel, 1 Friseur-Ladeneinrichtung, 1 Ladentheke, 1 Pferd, 2 Schweine. 2. Voraussichtlich bestimmt: 1 Kastenschrank mit Schreibtischaufsatz. Hebbel Gerichtsvollzieher in Gießen. Dammstr. 241. Tel. 239. 83w ' Zagdverpachtung.- Samstag, den 2. Februar 1929. nachmittags 2 Ahr, wird auf hiesiger Bürgermeisterei bie der Gemeinde Alten-Duseck zustehende Jagd, bestehend in Zirka 725 Hektar Feld- und zirka 210 Hektar Wald- jagd, aus sechs Jahre verpachtet. 547D D»e Jagd kommt in zwei Abteilungen u aus Wunsch nochmals im ganzen zum Ausgebot. Das Faadgebiet liegt sehr gün- ft.g, regelmäßiger Autobusverkehr ins Revier ebenso sind bctbe Teile in wenigen Minuten von der Bahn zu erreichen. Alter-Buseck, den 18. Januar 1929. Bürgermeisterei Alten-Bufeck. la 9,85 Festmeter 1b 49,31 2a 59,46 — 2b 51,56 — 3a 27,20 3b 4,07 ee 4a 5,47 U 6 ®.6* Cafe Leib 19.01 Uhr! Cafe Leib DtfüW über 837 £) ihren 82JD Maskenball 2. Februar Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags 3 Uhr. in Friedberg statt. 842D Donnerstag, den 31 lanuar 1929 Bunter Abend im €af^ Amend 836V Helte« iflltDDOBlöüUeSeillenerti mit einigen Büttenrednern / Anschließend Tanz sucht 827V CAFE AMEND Donnerstagnachmittag Klnderkostömfest Die Beerdigung findet Mittwoch, 30. Januar, nachm. 2 Uhr statt. 832V 6270 M ><■- 1 0249 1928 1878 te- Beteiligung. «HEBE 834D fleucht. I yi;>: die ehrenden Nachrute. 838V Stellenangebote! Grofien-Buseck, den 28. Januar 1929. N Jung.Laiifbnrscbe tauber und ehrlich 0251 U'. der Abendkasse. Für Mitglied, bei Bende, Paulus und Schwan. Sonntagmorgen nach langem, schwerem .mit Geduld ertragenem Leiden im blühenden Alter von 17 Jahren zu sich zu ruten. Fretilerwaren n. Bettwäsche. Letstungofähigez Teriilunter- nelnnen fndit für den boi t.ve« ztrk einen fletst. u. flut ctnnef. 'Vertreter. Werten, die bauDt- sächlich nur Deia'lgeschä re in kurren Abiiandenresielinäntg besuche,, u. ihr Arbeitsgebtet intensiv benrb, rooii. Anaeb. send. u. 825 D a. d. Gien. An». Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege herzlichsten Dank. lVis'^.ÄMIlIIÜkLk'Iil'i^NIl!- MGMMMWE Frau gesucht bet guieut Wochen- verdienst für kleine Berkaitfsstelle «kein tfaöent. 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Januar, 8 Uhr abends, im grollen Hörsaal Herr Dr. Rehm, Brem en Karten Im Vorverkauf: Sporthaus Schwan, Mäusburg; Gastwirtschaft Boller, Bahnhofstraße; Cafe Amend, Bahnhofstraße; Gastwirt Paulus, Frankfurter Hof; Fr.A.Kennstiel, Seltersweg; Bäckerei Bende, Bahnhofstraße 12; Messerschmied Betz, Schulstraße; Friseur Myhl, Bahn- ______________________ hofstraße 54, und an ____________' Die trauernden Hinterbliebenen. Ailendort a. d. Lumda, den 26. Januar 1929. Ab heute bis einschließlich Mittwoch: Der allerneueste Harry-Liedtke-Film Danksagung. Für die in so reichem Mabe erwiesene herzliche Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden beim Hinscheiden unseres Heben Entschlafenen Benn Georg Zinker, Metzgenneisler sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Insbesondere danken wir* Herrn Pfarrer Büchner (Treis) für die trostreichen Worte, dem hiesigen Männergesangverein für den erhebenden Gesang, ferner dem Krieger- und Turnverein tür ■h -V Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Konrad Mäher und Frau nebst Angehörigen Hörnsheim, den 27. Januar 1929. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Stein II. Dankwagang. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dein Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, sowie die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und die vielen Kranzspenden sagen wir allen herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: ■ Frau Helen Eichenauer geb. Böhmer, (ließen, den 28. Januar 1929. Plötz’.ich und unerwartet verschied unser lieber Alterskollege Hermann Hauswald. Wir verlieren in Ihm einen treuen Anhänger unserer Aitersverelnigung. Die Trauerfeier findet am Dienstag, 29. Jan., nachm 2.30 Uhr, in der neuen Friedhofskapelle statt. Wir bitten um zahlreiche Komplettes Älzmer preiswert abAttgeb. •*D Steinttr. 63. ttiARRV UND DIE HOCHSTAPLERIN) REGIE: VIKTOR JANSON ’S spannende und humorvolle Akte Aus dem Inhalt: Im Luxuszag London—Venedig / Die Dollarprinzessin und der schöne Detektiv / Mondänes Leben im Grofe- stadthotel / Geheimnisse einer Spielhölle / Die falsche Marchese / Flirt im Seebad / Wie man Männer fesselt! Ferner: Im Klepperboot durch Tirol Kulturfilm: Eine Dampferfahrt rheinaufwärts sowie: Bange machen gilt nicht Lustspiel in 2 Akten und die neueste Dia-Wochenschau ••moHHHeomoonttmotGoooccoMW GroBe Gießener KarnevalsGesellldiaft In Kreisstadt noch Cber essen wird für fo'on e n braves, in ollen vnuöatbdien angelern es Mädel als Haustochter slir meinen 3»Per tonen» Haushalt bet vollem .;amiltenanschlun u. 10 Mk. Taschengeld gesucht. Schriftliche Angr-b. nnt 7461> an den Gien. Anz. erb. || Kaufgesuche |l MM oöer Wei-MM 7 — 8 p 8, stehend komvressarL gut er« ballen, zu kaufen Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben Sohn Heinrich Mäher Statt besonderer Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen Innlgstgeliebten Mann, unsern herzensguten Vater. Sohn. Bruder, Schwiegersohn und Schwager Dr. med.Wilhelm Rompf leitenden Arzt des Bürgerhospitals Friedberg i. H. im Alter von 42 Jahren am 26. Januar 1929, abends 8 Uhr, nach schwerer Erkrankung unerwartet und plötzlich zu sich zu nehmen. Erika Rompf geb. v. Hartmann Gertrud und Hiltrud Rompf Christine Rompf, Altbürgermeisterin Arthur Rompf, Landwirt Maxton v. Hartmann, General-Major a. D. Franziska v. Hartmann geb. Baumbach-v.Kaimberg Katharine Rompf geb. Müller Hans v. Hartmann. Friedberg, Lang-Göns. Darmstadt, den 28. Januar 1929. 2,Februar tilienm Vo ,,3m Doi scheint bei !al und Ql Öbitto au Leben ry varauL. * jun J* bbnsch Im «olböm Ne Gestalt, f. ^nLd eth*- Ss-s'i Ä Um ei He ,j„ t fl W*id tote Ab heute bis einschließlich Mittwoch: Die Geisterfarm Wildwest- und Sensationsfllm in 6 spannenden Akten In der Hauptrolle Ken Sleynard. — Ferner: Bella Moja in: Die Warenhaus-Prinzessin Entzückendes Lustspiel in 6 Akten Weitere Mitwirkende: Vicky Werkmeister, Lotte Lorring, Paul Heidemann, Hermann Picha usw. tüchtigen Herrn d. lauf. d. elnlchl. Kundschaft besuch', bet lehr günst. Beding. Ans», ume» F. B. S. 4L8 durch Rudolf Moste, Frankfurt a. M. Größeres Veben8mhteLicfcbäft sucht Lehrling aus achtbarer Kamille mit guter Schul» bttdung für Ciicm o er früher. Schrift» hebe Angeboie unt.807D an den Gien. vinA. Die Trauerfeier für den verstorbenen Herrn Heimann Hauswald Oberkellner im Hotel Schütz findet Dienstag, den 29. Januar, nachmittags 2'/, Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. Blumenspenden dankend abgelehnt. “•iss* Dieser ftoiler der scheint uns Linken unstrem v chenThc'N zu erg°"^ »-«“W rt** S» suchuug Friedens/,^ dne durch den Mir« »l6i"6,e digkeil HL Un’e d-n,'chern krochen wird,1 «riLm-ien. Da« mögen nach d Ihnen tinmuUi erhallen hat- »u benutzen, ue W> bedarf ° irgendwelcher t Berechnung,01 zu bestehen, end Diesen Grund Jahre hindurch gen. die Zrieden meines Daters eil 1871 mcyt jahre zu schenl «inen gleichen s nisse erlebt. Herzen deS Kor natürlicher ®rer niemals über fr Dir siriegsstärl sür Deutschland garn 14C0C00, Wit der Tiunb Generalstab ni< beliefen sich d dorauSsich 5379000 an. Franireich 21 285 C00. Del, 3 547 C00 Mar cuf selten der Flotten von gung bei den nen bei den I HLltniS der Q Zahl betrug In land 1,17 Pr 0,94 Prozent, feiner Dehrps nur 50—55 ? jährlich pw J -tvede aus, ' Assern dürst' einem Milita die Äede sein Tie deutsch, verleiten lasser plgsten 2luss Fron/reich od. 1898, als Fran Sung von Fas Der NachlaHverM der Wwe.S. Sammet, Gießen Bahnhofstraße 8 1 dauert nur noch kurze Zelt Sämtliche noch vorhandenen Artikel und zwar Damen- u. Kinderkonfektion Kleiderstoffe, Stricksachen Wäsche usw. sind nochmals im Prelso ganz enorm herabgesetzt sofort gesucht. Au erfragen in der Geschäftsstelle. 807D 10611065. 1011065 MW ! das mit allen HauS- ; arbeiien vertraut tst u. fodien kann. Aum 11 fvebr. nesuchl 8181) 1 UWeimslr. 441. Ab 10 (ff)r: Wellfleisch mit Kraut 3m Saal ab 20 Llhr: AOS Well Ausgeführt von 15 Herren der Kapelle Weller, Gießen sw, ktaben Mo offene Füßct Schmerzen TJnoken 7 Stechen? Brennen? Dann gebrauchen Lte die taufendtach beivührie UniversalheJia be ..Gentarla“ Wlrtung überraschend. tl . «‘turu« Nr. 25 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 28. Januar 1929 Die Richtlinien der deuischen Außenpolitik 1888-1914. Don Wilhelm n., ehern. Deutschem Kaiser. Copyright by United Press Associations of America. Nachdruck, auch im Auszug, verboten. Dieser Artikel, den der ehemalige deutsche Kaiser der Presse zur Verfügung gestellt hat, scheint uns in seiner schmucklosen und eindringlichen Form der Zeugenaussage das m unserem Lcitaufsasj vom Samstaa zum gleichen Thema Ausgesührte in besonderer Weise zu ergänzen und zu unterstreichen. DaS außenpolitische Programm meiner Re- gierungszcit ist sich stets gleich geblieben. Die großen Linien dieses Programms sind bereits in meiner ersten Thronrede im Lahre 1888 enthalten: „3n der ausrvär.igen Politik bin ich entschlossen, Frieden zu halten mit iederrnann, soviel an mir liegt. Meine Liebe zum deutschen Heere und meine Stellung zu demselben werden mich niemals in Versuchung führen, dem Londe die Wohltaten des Friedens zu verkümmern, wenn der Krieg nicht eine durch den Angriff auf das Reich oder dessen Verbündete uns ausgedrungene Rotwen- bigteit ist. Unfer Heer soll uns den Frieden siche r n und, wenn er uns dennoch gebrochen wird, imstande sein, ihn mit Ehren zu erkämpfen. Das wird es mit Gottes Hilfe ver- mögen nach der Stärke, die es durch das von Ihnen einmütig beschlossene jüngste Wehrgefetz erholten hat. Diese Stärke zu Angriffskriegen zu benutzen, liegt meinem Herzen fern Deutschland bedarf weder neuen Kriegsruhms noch irgendwelcher Eroberungen, nachdem es sich die Verech'ioung. als einige und unabhängige Ration zu bestehen, endgültig erkämpft hat." Diesen Grundsätzen ist meine Regierung 26 Jahre hindurch treu geblieben; es ist ihr gelungen, die Fricdenspoli.ik'meines Großvaters und meines Vaters sortzusehen und damit Europa seit 1871 nicht weniger als 43 Friedensjahre zu schenken. Riemals vorher hat Europa einen gleichen Zeitraum ohne kriegerische Ereig- wisse erlebt Die Rüstung, die wir — im Herzen des Kontinents gelegen, ohne den Schutz natürlicher Grenzen — uns geben mutzten, ist niemals über das Rotwendige hinausgegangen. Die Kriegsstärken betrugen im Sommer 1914 für Deutschland 2147 C00, für Oesterreich-Ungarn 1 4CO C00, zusammen also 3 547 000 Wann Mit der Dundeshilfe Italiens hat der deutsche Generalstab nicht mehr gerechnet. Demgegenüber beliefen sich die Kriegsstärken unserer voraussichtlichen Gegner auf insgesamt 5 379 000 Mann, nämlich Rutzlond 2 712 000, Frankreich 2150 000. England 132 000, Serbien 285 000, Belgien 100 000. Es standen also 3 547 COO Mann auf unserer Seite und 5 379 000 ouf feiten der Qllllerten. Zur See standen sich Flotten von 3 264 000 Tonnen Wasserverdran- gung bei den Alliierten und von 1 263 000 Tonnen bei den Mittelmächten gegenüber. Das Ver- hältniS der Friedensstärken zur Devölkerungs- zahl betrug in Frankreich 2 Prozent, in Deutschland 1,17 Prozent und in Oesterreich-Ungarn 0 94 Prozent. Frankreich stellte 78—82 Prozent feiner Wehrpflichtigen ein, Deutschland (5 6 1913) nur 50—55 Prozent; Frankreich gab 24.20 Mk. jährlich pro Kops der Bevölkerung für Heeres- zwecke aus, Deutschland nur 16.38 Mk. Diese Ziffern dürsten hinreichend beweisen, datz von einem Militarismus auf deutscher Seite nicht die Rede sein kann. . Die deulsche Regierung hat sich auch Niemals verleiten lassen. Gelegenheiten, die ihr die gün- Higsten Aussichten boten, zum Kriege gegen Frankreich oder Rutzland auszunutzen. Richt 1898, als Frankreich von England die Demütigung von Faschoda hinnehmen mutzte, nicht 1899—1902, als England während des Du- renkrieges Frankreich sich selbst hätte überlassen müssen, nicht 1905 während der ersten Marokko-Krise, als Rutzland im Fernen Osten und in den Wirren der Revolution blutete. Sie nutzte nicht die Bosnische Krise 1908/09, als Rutzland noch nicht erholt, die Balkanstaaten noch nicht erstarlt warm, Frankreich nocy nicht daran dachte, dem russischen Verbündeten sür die Ansprüche Serbiens Gefolgschaft zu leisten, auch nicht die zweite Marokko-Krise 1911 und nicht die Balkan- kriege 1912 und 1913, als die militärische Lage für die Mittelmächte noch bei weitem günstiger war als 1914. Deutschland hat planmätztg Friedenspolitik betrieben. Die deutsche Politik hat dementsprechend auch keine Ziele verfolgt, die nur durch Krieg zu erreichen waren. Datz es bei den Alliierten anders war, ist heute erwiesen durch die Veröffentlichung von geheimen Vcsch.'üsen der Vorkriegszeit, von Geheimverträgen und vertraulichen Korrespondenzen der beteiligten Staatsmänner aus der Zett des Weltkrieges und nicht zuletzt durch die Art und Weise, wie die sogenannten „Friedens"verträge geschlossen wurden. Dor allem die Veröffentlichungen aus den russischen Archiven haben den machtpolitischen und imperialistischen Charakter der Ziele, die die Alliierten verfolgten, dokumentarisch belegt Wir wissen durch sie auch von der Tatsache, datz bereits im Jahre 1913 in Petersburg Verhand- lungen zwischen russischen und franzöfifchen Staatsmännern stattgefunden haben, um das Fell des deutschen Bären zu verteilen. Man wird vergeblich nach Dokumenten suchen, die in gleicher Weise Kriegsziele Deutschlands belegen. Deutschland hat schließlich keine Bündnisse geschlossen, die offensiven Charakter trugen; Bismarcks fein angelegtes und sorgsam durchdachtes Bündnissystem galt, wie heute von der Geschichtsforschung mehr und mehr anerkannt wird, der Erhaltung des Friedens. In diesen Bahnen ist meine Regierung fortgeschritten. Wäre der von mir msi dem Zaren 1905 in Björkö abgeschlossene Vertrag Wirklichkeit geworden, so wäre der Zweibund Frank- reich-Rutzland mit dem Dreibund Deutschland- Oesterreich-llngarn-Jtalien zu einem Festlands- Hunde zusammengeschlossen worden, der eine sichere Bürgschaft für einen dauernden Frieden bedeutet hätte als Grundlage für einen wahren Völkerbund. Den Alliierten aber gelang es in dieser Zeit, um die Mittelmächte einen eisernen Ring von Militär - und Marine- konventionen zu schmieden, die nur auf dem Papier Defensivbündnisse waren. Deutschland aber war nicht einmal mit seinem einzigen zuverlässigen Verbündeten. Oesterreich-llngarn, durch eine Militärkonvention verbunden. Die gleichen Friedensgrundsähe verfolgte die deutsche Regierung noch zuletzt in der Julilrise 1914. Alle unsere Bemühungen — unter denen ich auch meinen Vorschlag eine- „Halt in Belgrad". meine persönliche Einwirkung auf den Zaren und den König von England, sowie meine warnenden Vorstellungen bei dem Kaiser von Oesterreich erwähnen darf — wurden jedoch durch die russische Gesamtmobilmachung vereitelt, die am Abend des 30. Juli 111 Divisionen mobil machte. Oesterreich hat erst 18 Stunden nach der russischen seinerseits die Ge'amtmobilmachung angeordnet. und in Deutschland ist fast um die gleiche Stunde — beinah 19 Stunden nach der russischen Gesamtmobilmachung — infolge der (Meldung von der russischen Mobilisierung erst der .Zustand drohender Kriegsgefahr" — also noch nicht die Mobilmachung — befohlen worden. Da durch die militärischen Abmachungen zwischen Frankreich und Rutzland der Weltkrieg nach der russischen Gesamtmobilmachung unabwendbar geworden war. geschah alles Weitere zwangsläufig. Die Entscheidung für den Krieg war unwiderruf- lich auf der Seite der Entente gefallen. In Versailles ist die Anklage erhoben worden, datz Deutfchland den Weltkrieg feit Jahrzehnten planmäßig vorbereitet und 1914 vorsätzlich entfesselt hätte. Mit großer Genugtuung kann ich heute feststellen, datz diese Behauptung immer mehr an Anhängern verliert. Die Dokumente, die inzwischen veröffentlicht worden sind, haben der Welt — soweit sie die Wahrheit erkennen will — gezeigt, datz von einer Schuld Deutschlands am Kriege nicht die Rede sein kann. Immer mehr Historiker wenden sich ton der schmachvollen These ab, die dem deutschen Volke als Grundlage für das Friedensdiktat aufgezwungen worden ist. Je mehr Licht auf die Vergangenheit fällt, um so mehr wird diese These als das enthüllt werden, was sie in Wahrheit ist: die große Lüge von Bersailles I Wohlstand undWohIstandsiodLx. Die Diskus ion über den Bericht des Reparationsage ten hat sich nah eiligem Hin und Her allmählich auf die Frage nach dem Degri f des „Wohlstands" zug spitzt, iet Par.er Gilbert ja ii Deutschland als ii ausrci hendem Matze vorhanden se."lg:siellt hak. Der Da- wesplan selbst sah für die Crmi'.tlurg di.ses Wohlstandes, der dann zusätzliche deutfche Zah- lungSleiitungen nach sich /.ujen sollte, einen besonderem Wohlstandsinder vor. der a^er bis jetzt nicht zur Anwendung gelomrnen i t. Dieser Inder sollte sich aus der Verfolgung vor 6 wirtschaftlicher Symptomen errechnen, nämlich aus einer Stasi, sik, in der dir Gesamtsumme der deutschen Ein- und Ausfuhr, zusam» mengenommen, die Ei nahmen urd Ausga'en des gesamten Reichs Haushalts einschliesslich beuer.ijen der drei grollen Länder, der Eisenbahnverkehr und dir be o beite ©ü'ermenge, die Verbrauchs ziiser an Zucker, Tabak, Bier und Al ohol, di.' Bewegung der Bevölkerungszifser und der Koh - lenv erb rauch je Koos festhalten f Fte. Die Durchsch i'tszi fern für dir Jahre 1927 bis 1929, bzw. bei ei ijen Grundlagen für dir Jahre 1912 bis 1913, 1923 bis 1329 soll er dab i zugrunde gelegt werden. Aus diesem merkwürdigen Schlüssel sollte dann eotl. die Verpflichtung zu einer zusätzlichen Zahlung über die 2' - Mil inrden hinaus Hergelei et werden, doch fllte bei einer Verschle^temrng des Status nicht etwa eine Minderung der Zah- lungssumme.r, sondern nur eine Verrechnung solcher Summen auf spätere Zuschlagsza.)lungen erfolgen. Die Grundlagen sind an sich recht mangelhaft gewählt. Denn z. D. die Gesamtsuinme der deutschen 'Ein- und Ausfuhr könnte sehr wohl eine Steigerung aufweisen, die doch in Wirklichkeit eine Verschlechterung wäre, wenn die Ausfuhr stark rückgängig, die Einfuhr, c'.toa in'olge neuer Anleihen stark ge .i.'gen wäre. Ebenso ist das A.sichw llen d s Haushalts nicht immer ein Zeihen des steigenden Wohlstands, sondern oft nur die Folge irgendwelcher Kcfta- strvpben mit nitwendiger Hebe.befleuerung der Bevölkerung. Der Eisenbahnver ehr und der Verbrauch an fogeiannt'.n Lurusgütern kann allenfalls als Zeichen des Wohlstand's angefe'en werden, aber dr Verbrauch an Kohle, dec z. B. durch einen lange anhaltenden und deshalb für die Wirtschaft bZo iders schadli hen Win er verursacht werden Fann, vermag ebensogut als Anzeichen für ei :e schlechte, wie für eine g mstigc Ko siurktur zu dienern Es sind 5er its zu Anfang der Daweslei'tungei, vestchiede^e vernüns i e Vo schlage zur Ver' bcHcrung dieses Inder, so von dem bekannt-n Frankfurter Stasißi'er Dr. M. Esia) gemacht toorbcL 015’r oste bar hält man sich nicht nur für den Fall ei-er weiteren Aufrechterhaltung des Daw^planes an di'ses primitive Schema, so rderm b*r Remrationsazent bat auch schon jetzt diese Symptomatik zur Bildung seines eigenen Urteils über den deutschen Wohlstand benutzt. Es mag sein, datz auf disiem Wene, dessen Mangel oben gezeigt worden sind, in bett Bureaus des ©eleralaje.itcn ein Gesamt sindcuck c-’ffranfr-n ist. de" sich von dmn wirklichen OeSm doch recht deutlich unterscheidet. Der Bericht des Ha d lsat a des der ame i -mischen Tot» schäft und berje ig' d r R.iHsere it es Nchaft, die b ide vor Abschluß des Be i htes Par'er Gilberts' abgeVt worden si d ste en denn auch in einem so auffälligen Gegensatz zu dielen letzteren, daß man ihn tro) der neuen Auslegun- pc.t des Verfassers und der Bedenken eines Teiles der Ausla-'dvresse nicht als letztes Wort ansehen darf. Geschichten ans aller Well. Rachdruck auch mit Quellenangabe verboten! Es spukt in Bordeaux... — Paris. Gut, daß die Zeit der Hexenverbrennung vorüber ist, und daß Bordeaux nicht in Amerika liegt, sonst hätte es leicht geschehen können, daß ein junge- Weib in diesen Tagen in Bordeaux auf dem Scheiterhaufen seine arme, unschuldige Seele qualvoll ausgehaucht hätte. Es spukte nämlich in Bordeaux, und zwar am hellichten Tage, mitten auf dem belebten Marktplatz der Stadt. Hnb baS tarn so: Eine gutgekleidete junge Frau, Madame Perier, unterhielt sich gerade mit einer der Verkäuferinnen in einer Marktbude, als schnellen Schrittes, hochrot Im Gesicht ihre Freundin, die Frau deS Rechtsanwalts Guillon, nahte, die, wie man wußte, Grund zur Eifersucht auf Madame Perier zu haben glaubte. Als sie nun Madame Perier ganz nahe gekommen war, zog sie plötzlich einen Revolver aus der Tafche, hielt diesen der Freundin vor die Brust und gab zum Entsetzen aller Umstehenden sechs Schüsse ab. Ein ungeheurer Tumult entstand, und plötzlich ertönten Rufe, wie: .Maria und Joseph — der Gottseibeiuns _—, heilige Jungfrau!" Madame Perier war nämlich nicht umgefallen und tot liegen geblieben, wie es sich unter solchen Llmständen für einen rechten Christenmenschen geziemt hätte, sondern einfach davongerannt, trotz der sechs Revolverkugeln, die doch in ihrer Brust stecken mußten. »Das Teufelsweib, ich wußte es längst!", rief die Attentäterin und bekreuzigte sich. Dann verließen sie die Sinne. Erst nachdem sich die allgemeine Aufregung gelegt hatte, was ziemlich lange Zeit in Anspruch nahm, und Frau Guillon vor Gericht vernommen worden war, Karte sich langsam die ganze Geschichte auf. Frau Guillon war nämiich am Morgen des gleichen Tages, da die Tat geschah, in Heller Aufregung au einem Wafsenhändler gelaufen, der natürlich angesichts deS seltsamen Verhaltens der Kundin Verdacht schöpfte und ihr — Platzpatronen verkaufte. So kam man denn schließlich dahinter, daß eS in Bordeaux doch nicht spukt. Ein treuer Mieter seines Wirtes. (r) Wien. Ob die reizende Geschichte, die jetzt in Wiener Künstlerkreisen kolportiert wird, auch wirklich geschehen ist, läßt sich schwer feststellen. Jedenfalls könnte sie wahr sein. Daß die von der Wohnungsnot Betroffenen mitunter einen nicht zu unterschätzenden Abstand Liliencrons poggsred-Kest. Don Heinrich Splero. Im VolkSverband der Bücherfreunde er» scheint demnächst unter dem Titel ^Schicksal und Anteil" ein Buch. In dem Heinrich Dpiero aus seinem an Begegnungen reichen Leben erzählt. Wir geben hier eine Probe daraus. 2klS ich zum erstenmal die Schwelle feines HauseS überschritt und von Liliencrons Wirtin on der Flurtür empfangen wurde, erschien plötzlich im Halbdunkel des Treppenhauses eine untersetzte Gestalt, fragte mit knarrender Stimme nach meinem Tarnen und bat mich dann heraus. Erst als wir oben das lichtdurchslutete Arbeitszimmer betreten hatten, sah ich, wer vor mit stand. Zunächst stieß mir in Haltung und Gebärde dre Aehnlichkeit mit Moritz von Ggidy auf; beides kaum mittelgroße Reiterfiguten mit abgemessenen Bewegungen, jugendlichen, Hellen Augen unter ganz kurzgeschnittenem blondgrauen Haar. Dazu nun auch im weiteren Gespräch die den Kommandoton nicht ganz verleugnende Stimme und die strasse Verbindlichkeit des früheren Offt- {lerß. Das zweifenstrige Vorderzimmer, mit Pein- ichster Ordnungsliebe gehalten, barg den Schreibtisch auf dem immer Heynes Deutsches Wörterbuch und Wustmanns „Sprachdummheften" $ur Hand lagen. An der anderen Wand stand eine Garnitur um einen runden Mahagonitisch, und die Tür zum Rebenzimmer umrahmten links und rechts zwei schöne, alte Mahagonispiegel; sie hatten einst in Liliencrons Elternhause zu Kiel gestanden, und er hatte sie bei einem Trödler wiedergefunden. Was dem Raum aber seinen Charakter gab, waren die über Schreibtisch und Wände verteilten Kunstblätter; ich habe sie einmal Spaßes halber in seiner Gegenwart gezahlt, es waren genau einhundertsünfzig. Auf dem Schreibtisch stand eine kleine Erzbüste des Kaisers Claudius. Unmittelbar darüber hing eine Photographie einer englischen Herzogin, die Liliencron um der großen mahnenden Augen wegen gern vor sich haben wollte. Links und rechts davon sah man Frau Anna und die Kinder Abel und Wulff, Liliencron; Eltern, zwei Schattenriffe Rapoleons, einen Stich der Totenmaske Friedrichs des Großen und einen Abguß von Max Kruses Riehschebüste. Ganz groß in der Mitte der Wand aber hingen übereinander: Klingers Radierung „Die tote Mutter" und Thomas Farbholzschnitt „Der Ritter", beide mit Widmungen der Meister. Dann setzte sich die Reihe über alle drei Wände fort Und Totenmasken — Goethe, Fredrich, Beethoven — schmückten das Hinterzimmer, das man durch die Tapetentür zwischen den Spiegeln betrat. Da lehnte hinter dem Kopfende des Bettes der Säbel, über dem Lager hingen ausschließlich Soldatenbilder aus den sechziger und siebziger Jahren, ein Lenbachsches Porträt des alten Kaisers kam hinzu, und den Kleiderschrank bekrönte Houdons farbige Büste Voltaires. Das immer wohlgeordnete Pfeifenbrett in der Fensterecke hatte nur noch die Bedeutung eines Erinnerungsstückes. _ Dies Häuschen mit dem schmalen Vor- und dem tieferen Hintergarten war alles, was als greifbarer Restbeftand von den Poggfredräumcn langer Jahre Wirklichkeit geworden war. Und einmal jährlich, am ersten Januarfonntag, wurde aus Altrahlftedt Poggsred. Dann nämlich lud der zum Schlohherrn gewordene Landhausmicter zum „Siner“ des Jahres. Ein Hundertmarkschein wurde gleich nach dem Festtage, für den nächsten, aus die Wandsbecker Sparkasse gebracht, um „drei Mark und acht" Zinsen zu gewinnen. Der Gaumen der Gäste ward mit dem Heran- rücken des Zeitpunkts durch immer stärkere Verheißungen etwa folgendermaßen gekitzelt: Alt-Rahlstedt bei Hamburg, den 30. Dezember 1907. • Fröhliche Hundstage I Sonntag: Diner a Quatre. Punkt 6 ülhr. Menu: 1. Haifischflossensuppe. 2. Artischocken und Braunschweiger Stangenspargel. 3. Bracino aus dem Adriatischen Meer (PAana- tique). 4. Waldschnepfen. 5. Lyoneser Dirnen (fo groß wie diese Karte). 6. Eis. 7. Der Hundertmarkschein hat dann grab em Jahr gelegen und bringt 3 bis 31/» Mark Zinsen. Er wird diesen Sonnabend eingelöst. Einmal Im Jahr muhhhhhß man doch luftig sein. Morgen endigt der Romani!!! Sehr Diel zu erzählen. Dein Detlev. ANe Fenster des „Schlosses" erstrahlten im Lichterglanz. Gleich an der Tür trat uns Cilien- cron in Frack und weißer Binde entgegen, neben ihm in schwerer Seide die Baronin. Er kam recta aus der Küche, ton er den für diesen Tag verpflichteten Koch (er nannte ihn den chef de cuisine) durch allerletzte Weisungen völlig zu zerstören versucht hatte. Dann bot er den beiden geladenen Damen den Arm und führte sie zu den Plätzen rechts und links neben sich am oberen Ende des über und über mit Blumen geschmückten Tisches. Unb nun begann das Essen — einmal mit indianischer Feuersuppe, die er bequemer, aber nicht phantasieloser als der Graf von Montechristo aufgetrieben hatte. Jedem machte Liliencron in unwiderstehlich liebenswürdiger Anmut die Honneurs, den ausgeprobten Rotwein schenkte er in die großen Kristallgläser, das letzte Tafelstück aus dem Elternheim, jeder der Damen schälte et eine Birne; und dann kam der Schlußakt, sein Lieblingsgericht: die Schlagsahnentorte. Jedesmal wandte er sich dann an die Dame zur Rechten: „Bitte, meine gnädigste Frau, sehen sie fort, damit sie nicht merken, wieviel ich mir auflege l" Dann saßen wir um den runden Tisch unter der Hängelampe und alsbald holte er eine noch tinten- ftische Ballade ober einen „allerletzten" Pogg- fredkantus vor und begann zwischen Kaffeetassen und Zigarren (Zigaretten durften in seiner Gegenwart nicht geraucht werden) vorzulesen, sich hier und da mit Hinweisen auf ein Wort, ein kühnes Bild unterbrechend. So wenig sein Vortrag in großen Sälen von seiner Wesenart offenbarte, so unvergeßlich war der Eindruck dieser erweiterten Selbstgespräche mit der eigenen Kunst. Rot- und Blaustift lagen zur Hand, und oft genug blitzte, durch das laute Lesen au3- aelöst, eine neue Wendung auf, und wir erlebten sorgsame Umformung. Zum vor bestimmten Zuge verließen wir das Haus, unter der Pforte an das nächste Jahresdiner erinnert, und Poggsred ward wieder Altrahlftedt. Sin Besuch auf Robinsons Eiland. Die Insel, auf der Desoes unsterbliche Geschichte von Robinson Crusoe spielt, hat die Sehnsucht unzähliger Leser erweckt, die sich fern von der Hnraft unseres Lebens nach einem einsamen Erdenfleck hinträmntrn, wo der Meirsch in einem glücklichen Klima, nur auf sich selbst angewiesen, reiche Rahmung findet und so gleichsam den Weg der Menschheit von neuem beginnen kann. Dieses Eiland Robinsons be indet sich noch heute un. gefähr in dem Zustand, in dem es war, als das Ilrbild des berühmten Romans, der Matrose Alexander Selkirk dahin verschlagen wurde. Freiüch. ganz fo abgeschlossen von der zivilisierten Welt ist die Insel Mas-a-Tierra nicht mehr, die größte unter den drei Inseln der Juan Fernandes-Gruppe, in der man heute mit Sicherheit den Schauplatz der Robinson-Geschichte sieht. Ein deutscher Gelehrter, Dr. W. Schmitt, hat sich jetzt längere Zeit auf der Insel auf- gehalten, um das überaus reiche und noch kaum erforschte Tiei leben in den Gewässern um die Inseln zu studieren. Von seinen Beobachtungen erzählt er in einer Londoner Wochenschrift. Deioe war von den Abenteuern Delkirks, der vier Lohre und vier Monate auf der Insel verbrachte, durch Briefe und Aufzeichnungen des Matrosen unterrichtet, aber seine geographischen Angaben sind nicht ganz genau, und bisweilen nahm er feine Phantasie zu Hilfe. So gab es z. D. keinen Mann namens Freitag auf der Insel, und nie-' mals haben Menschenfresser das Eiland während Selkirks Aufenthalt besucht. Im übrigen aber grünen dort noch dieselben, reichbewaldeten Täler, die sich an lieblichen Flüssen entlang ziehen. Die Gewässer liefern eine Unmenge von Fischen, der Küchengarten spendet alle nur erdenklichen wohlschmeckenden Pflanzen, und die wilden Ziegen bieten nicht nur einen köstlichen Braten, sondern: man kann sie auch zähmen und von ihnen Milch,, Butter und Käse erhalten. Schmetterlinge gaukeln um schöne Blumen, und es läßt ftch hier gut leben. „Mas-a-Tierra erhebt sich etwa 3000 Fuß über die Küstenlinie," berichtete der deutsche Gelehrte. „Die toenigen Einwohner, die die Insel hmtte hat, wohnen an der Ostseite der Insel- zwischen den hohen Bergen und dem Meer. Sie! sind fast alle Fischer, und die riesigen Hummern,^ die sie fangen, sind ein Leckerbissen ersten Ranges. Aber sie sind sofort bereit, ihren ganzen Fang dem Kapitän eines Schoners gegen einige, Rahrungslonserven auszuhändigen, da sie dieser^ Genüsse überdrüssig sind. Das Leben verfließt | in idyllischer Stille, und der kleine Laden des! Dorfes ist nur zweimal die Woche geöffnet Mehr als 60 Prozent der Pflanzenwelt die auf diesem interessanten Eiland wächst, findet I sich sonst nirgends auf der Welt, und die Blätter | mancher tropischen Gewächse messen 10 Fuß im Durchmesser. Die Hauptsprache unter den Bewohnern der Insel ist spanisch Sie sind fast ganz von dec Berührung mit der übrigen Welt abgeschlossen, aber der Rundfunk hat jetzt auch zu ihnen seinen Weg gefunden, und sie finden an den Programmen, die von Valparaiso gesendet werden, eine Unterhaltung, von der ihr berühmter Vorfahr vor 200 Jahren noch nichts ahnens konnte." bezahlen müssen, um in den Besitz eines bescheidenen Eigenheims zu gelangen, ist allgemein bekannt. Daß aber der Hauswirt seinem treuen Mieter Abstand bezahlt, nur um ihn loszuwerden. dürfte zu den Seltenheiten gehören. Es handelt sich um einen mehrfachen Hausbesitzer der österreichischen Hauptstadt, der Las immerhin recht zweifelhafte Vergnügen hatte, einen lyrischen Dichter zu seinen Mietern zu rechnen. Lyrische Dichter sind nun einmal mit gut bürgerlichen Tugenden meist nicht übermäßig belastet, und so kam c5. daß der wackere Pcgasusrciter ostentativ vergaß, seine Miete zu bezahlen. Der Wirt war ein ausgesprochener Menschen- und Litcraturfreund: dementsprechend wartete er volle sechs Monate. Erst dann schielte er die erste Mahnung. Vach weiteren drei Monaten die zweite, und als auch diese nichts half, rückte er dem unverbesserlichen Bohemien persönlich auf die Bude. Vicht etwa, um die Miete abzuheben — er war schließlich kein Phantast. 2m Gegenteil: ein reell denkender Mensch, der den Dichter mit einem großzügigen Vorschlag überraschte. „2ch erlasse Ihnen die rückständige Miete von neun Monaten, verehrter Meister," sagte der Literaturfrcund und mehrfache Hausbesitzer, ..wenn Sie die Wohnung räumen!" — „Wo soll ich denn hin, ich habe doch kein Geld", jammerte sicherheitshalber der Lyriker. „Ziehen Sie zunächst in ein Hotel, ich bin bereit, Ihre Hotelrechnung zu zahlen, bis Sie eine andere Wohnung gesunden haben," beruhigte ihn die Perle von einem Wirt. So geschah es denn auch. Vach etwa einer Woche teilte der dankbare Dichter seinem Gönner brieflich mit, daß er die Zahlungen einstellen könne, da er durch Zufall eine passende Wohnung gefunden habe. „Er ist doch ein anständiger Kerl," dachte sich der Hausherr a. D. und freute sich, seine „Rechnung" mit dem Literaten endlich beglichen zu haben. Am nächsten Morgen bekam er sodann ein Schreiben von seinem Verwalter mit der erfreulichen Mitteilung, daß es ihm endlich gelungen sei, die seit Monaten leer stehende Villa seines Dienstherrn zu vermieten. Der Pachter sei ein überaus feiner Herr: der bekannte Dichter X! Der Hausbesitzer ist kein Literaturfreund mehr. Der Dichter T. war nämlich mit seinem mit Mühe und Vot an die Luft gesetzten Mieter identisch! . . . Bom Lalonlöwcn zum Einsiedler. (f) London. Vor etwa 20 Jahren glänzte in der Londoner guten Gesellschaft ein junger Gelehrter, dem der Ruf eines der gescheitesten wissenschaftlichen Köpfe der Vereinigten Königreiche voraufging. Außer seiner gelehrten Begabung machten ihn ein ausgesprochenes musikalisches Talent und ein tadelloses Auftreten au einem der bevorzugtesten Gäste in jeder Gesellschaft. Und schließlich war er auch, und das fällt an der Themse noch am meisten ins Gewicht, einer der bestangezogenen jungen Männer der britischen Hauptstadt. Vor kurzem ist dieser ehemalige Salonlöwe als Besitzer einer kleinen, armsellgen Apotheke irgendwo in Vord-Kensington gestorben. In vollkommener Vereinsamung. Denn obwohl Edwin IoneS, — so hieß diese eigenartige Perfön- lichkeit — ein Freund und Wohltäter der Armen war und die Liebe und Verehrung aller kleinen Leute seiner Vachbarschaft besaß, schloß er sich völlig von der Well ab, insbesondere von der Well, deren Stotz und Zierat er früher selbst gewesen war. Viemand durfte ihn besuchen, selbst kein dienstbarer Geist wurde in die kleine Stube über der Apotheke eingelassen, wo Jones unter moderndem Gerümpel und schimmligem Mobiliar hauste. Ebenso vernachlässigt sah der Bewohner selbst aus. Was hat den Salonlöwen zu dieser Jammergestalt gemacht? Ein so gewöhnlicher und alltäglicher Vorfall, daß man diese Wandlung nicht zu begreifen vermag. Der seinerzell von allen Damen vergötterte junge Gelehrte verliebte sich eines Tages Knall und Fall in ein hübsches Mädchen. Seine Veigung wurde beantwortet und der Hochzeitstag war bereits festgesetzt, da sah Jones zufällig seine Verlobte in Dloomsburg auf der Straße in vertraulichem Gespräch mit einem fremden Manne. Auf der Stelle machte Jones kehrt und begab sich, in seinem Glauben an die Frauen zu tiefst erschüttert, sofort in die selbst- gewählle Einsamkeit. Das ist die sentimentale Geschichte von Edwin Jones, die zur Zell den englischen Zeitungslesern in tränenreicher Aufmachung serviert wird. Lachs Naiarr»! Roman von 3- Echneider-Foerstl. Urbeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. 56 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Eine schwache Farbe stieg wieder in ihre Wangen. „Lassen Sie sich nicht mehr stören, Herr Doktor!" bat sie. „Ich komme in einer halben Stunde ms Bellevue. Wenn Sie das Leopold bestellen wollten." Er stand auf und bot ihr, als habe er die Worte gar nicht gehört, den Arm. „Ich habe einen Wagen vorne an der Ecke stehen. Der Chauffeur wartet schon über Gebühr lange. Kommen Sie. bitte? — Begleitest du uns noch das kurze Stück, Achims' Hettingen erwiderte nur mit einem Ricken und schritt neben ihnen her. „Wo kann ich dich treffen?" fragte der Dollar noch einmal, als der Schlag des Autos zu- klappte und Joachim ihm d.e Hand noch in den Fond reichte. „Ich weiß nicht, Hans. Vielleicht bei Jankes oder wie du sonst bestimmst! Ich möchte dir gerne Briese nach Wien mitgeben!" „Gut, mein Lieber! Ich bringe Fräulein Richt- hosen ins Hotel. In einer Stunde hole ich dich dann beim Äommerjienrat ab. Dienst machst du heute kaum mehr?" „Vein!'.' (Sine Verneigung nach Maria hin, dann Lief das Auto die Allee entlang und bog gleich darauf um die Ecke. Hettingen durchquerte, um etwas zur Ruhe zu kommen, ein paar Straßenzüge, ging nach dem Fluh hinunter und sah, seine Gedanken zu all- mähllcher Klarheit zwingend, dem Spiel der Wellen zu, die so eilig vorüberhetzten, als gäbe es kein Morgen und Uebermorgcn mehr für sie. Er setzte sich auf eine Bank und blickt-?. weit zurückgelehnt, nach Le.n Stück blauen Himmels, das sich durch das Dlätterwerk der Bäume stahl, „Grausamkeit." (aga) Los Angeles. Richter Fleming vom kalifornischen Obergericht in Los Angeles hat ein Problem zu lösen. Er hat darüber zu entscheiden, ob es nach den im sonnigen Kalifornien gültigen Eheicheidungsge- setzen als Grausamkeit ausgeleft werden kann, wenn ein Ehemann darauf besteht, seiner Frau über die Länge oder Kürze ihrer Röcke Vorschriften zu machen. Frau Ruth D. Howland. die ihren Mamr Lee Howland aus Scheidung verklagt hat. führt unter anderen „Grausamkeiten", die sich ihr Lee zuschulden Io atmen ließ, auch die an. daß er sie zwang, längere Röcke zu tragen, als die Mode es vorschreibt, und daß er sie dadurch „zum Spott und Hohn ihrer Zeitgenossinnen" machte. „Er verlangt von mir, daß ich mir Kleider machen lasse, die bis auf die Fußknöchel reichen," sagte sie dem Richter. „Und Sie bestanden darauf, daß sie höchstens bis an die Knie gehen burften?" fragte Richter Fleming. „Allerdings, Euer Ehren, ganz wie die Mode das heutzutage gebietet." „Und das ist nach Ihrer Ansicht Grausamkeit?" Frau Howland war ob dieser Frage einen Augenblick sprachlos, fand aber ihre Stimme rasch genug wieder, um dem hohen Gerichtshof ihren Standpunkt klarzumachen. Der Richter unterbrach die Belehrung mit der Bemerkung, er werde sich die Sache einige Tage überlegen. Dem schlichten, in den Spitzfindigkeiten der Dechtsgeleh-rsamlell unbewanderten Bürgersmann, namentlich dem verheirateten, will es durchaus nicht in den Sinn, warum irgendein Mensch zur Entscheidung einer Frage dieser Art erst noch Bedenkzeit braucht, älnd Herr Fleming kann sich gratulieren, wenn fein Spruch den Erwartungen nicht nur der Frau Howland, sondern der ganzen weiblichen Bevölkerung Kaliforniens nicht entsprechen sollte. Aus der pwVmzialhauptstaSi. Gießen, den 28. Januar 1929. Oer LandeskirchenLag der Evang. Landeskirche in Hessen. Nachdem die Evang. Kirchenregierung am 21. Januar Universitäts-Professor D. Cordier (Gießen), Fürstin Elisabeth zu Erbach (Schönberg), Oberstudiendirektor Dr. Faber '(Friedberg), Arbeiterselretür Lauser (Sann- stadt), Privatdozent D. Matthes (Darmstadt) und Pfarrer D. Walter (Worms) zu Mitgliedern des Landeskirchentages berufen hat, lassen sich die Stärkeverhältnisse der vier Gruppen des am 29. Januar zu einer kurzen konstituiereirden Tagung in Darmstadt zusammentretenden Landeskirchentages nunmehr überschauen. Don den 63 Abgeordneten des kirchlichen Parlaments gehören 22 der Hessischen Evangelischen Vereinigung (Friedberger Konferenz), 21 der Positiven Vereinigung, 16 der Freien Volks kirchlichen Vereinigung, einer dem Bund für lebendige Kirche in Hessen an. Ober- Hessen entsendet in diese Körperschaft die geistlichen Abgeordneten Pfarrer Lenz (Gießen), Dekan Schlösser (Lauterbach), Dekan S c r i b a (Ridda), Dekan Vogel (Bruchenbrücken). Pfarrer D. Fritsch (Ruppertsourg), Landeskirchenrat Pfarrer B e r n b e ck (Okarben), Pfarrer Aus - f e l d (Gießen), Pfarrer Georgi (Ermenrod), sowie die weltlichen Abgeordneten, Landgerichtspräsident Veuenhagen (Gießen), 2andta;s- abgeordneten Fenchel (Ober-Hörgern), Lehrrr Dollinger (Alsfeld), Geh.Iustiarat Wahl (Schlitz), Lehrer H e u s o h n (Lorbach), Stu'ienrat Lampas (Friedberg), Studienrat Werner (Friedberg), Landwirt Post (Büdesheim), Bürgermeister Kell (Ober-Bessingen), Altbürgermeister V i e h l (Rainrod bei Schotten). Medizinalrat Dr. Walger (Gießen). Bürgermeister Diehl (Hoch-Weisel), LandgerichtsdireLtor S ch m a h l (Gießen), Lehrer Würz (Eichelsdorf), Reallehrer Deggau (Rockenberg), älniverfttäts- professosr D. Cordi e'r (Gießen), Overstudien- direktor Dr. Faber (Friedberg) = 25. Die oberhessis che n Abgeordneten des Landeskirchentages verteilen sich auf die vier Gruppen wie folgt: Hessische Ev. Vereinigung 12, Positive Vereinigung 11, Freie Volkskirch- dann nach den Käfern, die in die Blüten der Dahlien krochen, die wie leuchtende Fackeln die Wege säumten. Es wurde sich gar nicht bewußt, daß sein Kops immer tiefer auf die Brust herabsank, bis er völlig eingeschlasen war. Vichts als Stille war um ihn. Vur die Wellen gurgelten sachte ans Ufer, und summendes Im- menvolk gaukelte über ihn hinweg. Ab und zu streifte ein Windhauch durch das Blättergewirr der Dlutbuche zu seinen Häupten, sein Blondhaar hob sich leise und gab die scharfgeprägte Stirne frei. Dann lag er wiederum völlig reglos. Die Sonne stieg schon gegen Mittag. Er war noch nicht erwacht. Plötzlich aber schrie eine Stimme ihn hoch: „Joachim! — Mensch! — Wahrhaftig, hier sitzt er und schläft!" Diebows zehn Finger umschlossen Hettingens erstauntes Gesicht. „Du! — Etwas Entsetzlicheres hättest du gar nicht anstellen können, als dich hier deinen Träumen hinzugeben. Wie konntest du nur das tun? Mein Vater ist außer sich, meint, du hättest dich heimlich davongemacht und ihn samt teil e n Tunnelbau sitzenlassen! — Va. und dein Doktor Feß- mann! Fluchen bei euch in Wien alle Aerzte so lästerlich? Er hat dich mit Kosenamen bedacht, die mich amüsiert halten würden, wenn mir nicht selbst so gottsjämurerlich zumu'e gewesen wäre über dein unmotiviertes Ausbleiben." Hettingen strich sich das Haar zurecht, das der Wind und Diebow aus afev Fasson gebracht hatten. Er rückte etwas zur Seite, um dem anderen Platz zu machen. Diebow dankte lachend. „Vein, mein Lieber! Ich habe mir zehntausend Franken Finderlohn ausbedungen, wenn ich dich lebendig nach Haue bringe. Sei also nett und komme unverzüglich mit. (.eßmann hat ohnedies geschworen, er würde abreisen, wenn du nicht in kürzester Zeit erscheinst. - Also bittei" -AQum saßen sie im Wa^en, der an einer Straßenkreuzung wartete, kam Feßmann aus einer ^cbenganc gebo >en. Eine Röte flog über seine Stirn, als Meitingen ihm abbittend die Rechte e.rtgegenstreckt. und Diebow erklärte, wo er ihn gesunl er halte. „Schlafen hättest du hernach auch können!" schalt er. „Wenn mir in den nächsten Wochen liche Vereinigung 2, Bund für lebendige Kirche in Hessen 0. 40 Jahre Verein für Sterbeunierstirtzrmg. Der am 1. Oktober 1889 gegründete Verein f ü r Sterbeuntcrstützung hielt gestern im „Postkelter" seine 4 0. Generalversammlung ab. Vach Begrüßung der erschienenen Mitglieder durch den Vorsitzenden Reitz und Bekanntgabe der Tagesordnung, erstattete der Rechner Diehl den Geschäfts- und Kassenbericht. Er gab einen ausführlichen Rückblick auf die Entwiae^nng der Kasse seit ihrem Bestehen. Danach leistete die Kasse feit ihrer Gründung bis zum Iahresschluß 1928 185 125 Mk. Sterbeunterstützung. Bei der ©rünbung der Kasse traten ihr 400 Mitglieder bei, die Mitgliederzahl betrug am Ende des Jahres 1928 1863. Don den 1889 eingetretenen Mitgliedern leisteten jedes 797 Beiträge mit 199,25 Mk.. von den 1906 eingetretenen jedes 622 Beiträge mit 155,30 Mk. Da allen Mitglieder zur Zeit ein sofort nach Vorlage des Todeszeugnisses auszahlbares Sterbegeld von 370 Mark zusteht, ist ersichtlich, daß die Dellrags- zahluirgen weit hinter den gewährten Unter- stützungen Zurückbleiben. Am 31. Dezember 1920 Halle der Verein einen Kassebestand von 22 632 Mark: die Jahre der Inflation verringerten ihn auf 75 Ps. Trotzdem war es durch das Umlage» verfahren möglich, den Hinterbliebenen verstorbener Mitglieder je 200 Mk. Sterbegeld auszu- zahlen. Heute verfügt die Kasse wieder über ein Vermögen von 879450 Mk. Von den im Jahre 1928 verstorbenen 31 Mitglieder gehörten 9 der Kasse feit ihrer Gründung an, die übrigen hatten 16 bis 37 Mitgliedsjahre hinter sich. Das Andenken der Verstorbenen wurde in üblicher Weise geehrt, dem Vorstand und Rechner Entlastung erteilt. Von ter Erhöhung des Sterbegeldes, das zur Zeit 370 Mk. pro Mitglied beträgt, wurde mit Rücksicht auf den noch nicht wieder auf die Höhe der Vorinflationszeit gebrachten Reseroefvnds abgesehen. Der Vorstand, 1.Vorsitzender Reitz, Bvna- rius, Diehl, Iodt, Reis und Weber, wurden wieder gewählt, ebenso der Aufsichtsrat Laichinger, Eise und Amen d, neu gewählt die Mitglieder Schupp und Hexamer. Talen für Dienstag, 29 Januar. 1466: Bestätigung der Leipziger Messen durch Kaiser Friedrich III.: — 1814: der Philosoph Johann Gottlieb Fichte in Berlin gestorben (geboren 1762); — 1860: der Dichter Ernst Moritz Arndt in Bonn gestorben (geboren 1769); — 1763: der Dichter Johann Gottfried Seume in Poserna geboren (gc- ftorben 1810). •• Preußisch-Süddeutsche Klassen- I o 11 e r i c. Die Haupt- und Schluhziehung, in der über 52 Millionen Reichsmark zur Ausspielung kommen, beginnt am 8. F e b r u a r. Außer den beiden Prämien von je 500 000 Mark kommen zur Verlosung die Haupttreffer von zweimal 500 000 Mark, zweimal 300000 Mark, zweimal 200 000 Mark, zweimal 100 000 Mark, sowie viele andere hohe Gewinne. Die Erneuerung der Lose hat spätestens bis zum 1. Feb ruar zu geschehen. "WohlfahrtsbriefmarkenderDeut- schen Nothilfe sind noch im Berkaus und behalten ihre postalische Gültigkeit bis zum 30. April d. I. zum Frankieren sämtlicher Postsendungen nach dem In- und Ausland. Auch die Glückspostkarten find noch zu haben und werden auch jetzt noch gern ür Einladungen, Geburtstagsglückwünsche u. a. genommen. Bei der großen Not, in der sich kinderreiche Familien, Alte und Kranke, vor allem auch des Mittelstandes, noch immer befinden, sind ergänzende Mittel zur Fürsorge neben den amtlichen Unterstützungen dringend erforderlich. Die Wohlfahrtsbriefmarken unx die Glückspostkarten geben die beste Möglichkeit, daß auch Meine Spenden, die den Geber nicht belasten, den Hilfsbedürftigsten zugeführt werden. Die Marken sind bei dem städtischen Wohlfahrtsamt und bei der Post zu haben. Der offtzielle Berkaus schließt am 31. d. M. Daher decke bis zu diesem Zeitpunkt nach Möglichkeit jeder seinen Bedarf für die nächsten Wochen. *' Warnung vor dem Ankauf von Postwertzeichen usw. von Privatpersonen. Die Oberpostdirellion Frankfurt teilt mit: Am 24. Januar sind (wie am Sams- sämtliche Operativnen mißglücken, trägst du die Schuld daran!" Hettingen schwieg schuldbewußt. In der Vllla Jankes Wur7e er empfangen wie ein Sohn, den man nach schwer überstandener Gefahr heimkommen sieht. Der Kommerzienrat stand am Tor und lieh seine Rechte nicht mehr fallen, bis Hettingen sie benötigte, um sie in di« der Frau des Hauses zu legen. Vach dem Diner bat er den Kommerzienrat um eine kurze Unterredung. Diebow hörte die etwas erregte Stimme seines Vaters, die aus dessen Arbeitszimmer Hang. Was mochte Hettingen da angestellt haben? Er konnte sichs nicht versagen, sein Ohr an die Tür zu b rüden. Da vernahm er ein paar abgerissene kurze Sätze: „Sie haben sich mir für drei Jahre vertraglich verpflichtet, Heber Baron! — Es geht nicht, mir so Knall und Fall einfach den Scheine! vor die Tür zu setzen." Und dann Hettrngens bescheiden gemachter Einwurs: „Ich weiß, daß Sie im Recht sind. Herr Kommerz enrat — aber wenn ich Sie trotzdem um meine Entlassung bitten dürfte — ich würde mich bemühen, Ihnen einen mehr als vollwertigen Ersah zu rerschaf en." Darauf des Vaters Organ etwas hochgeschraubt: „Ich will aber keinen Wechsel, Herr Baron! Ich will nicht! — Zudem sind Ihre Einwürfe völlig haltlos. Keinem Menschen fällt es ein, S.e als Zuchthäusler zu betrachten, wie Sie vorhin saften. — Warten Sie es nur erst ab, wie man Sie in Bellinzona verwöhnen wird, und obendrein — ich würde es keinem raten, einem Mann, der Gast meines HauseS ist und dem ich meine vollste Hochachtung cntgeger.bringe, auch nur mit einem schienen Blick zu begegnen.“ Was Hettingen darauf erwiderte, hörte Diebow nicht mehr, denn Richtho ens Besuch wurde eben gemeldet. Und gleich darauf kam auch der Kommerzienrat mit Joachim to e'jcr aus dem Zimmer gegangen und schritt gemeinsam mit ihm dem Wiener East entgegen. Richthosen begrüß e den Freund mit einem schmerzhaften Druck le: Rechten. Kaum war die Vorstellung vorüber, f lüfte, te er ^eßmann zu. „Ich möcht noch ein paar Wort mit dem Joachim redn, Hans! Dielie.cht kannst es so einrichtn, daß wir ein Viertlstünderl ungestört sind." tag von unS berichtet. D. Red.) 6et einem et» bruch in das Postamt Berlin W 8 Postwertzeichen im Betrage von 45 260 Mark (besonders Marken zu 8 und 15 Pf.), Invalidenmarken im Betrage von 277 000 Mark (besonders Marken zu 1,50 und 2 Mark), AngestelltenversicherungS- marlen Im Betrage von 472 000 Mark (besonders Marken zu 8 und 12 Mark) und Cinkommen- fteuermarlen im Betrage von 36 500 Mark (besonders Marken zu 1, 2 und 5 Mk.) entwendet worden. Der Täter ist unbekannt. Cs wird empfohlen. Personen, die Marken unter verdächtigen älmständen anbieten, sestzustellen oder fest- nehmen zu lassen. Oberheffen. 50 Jahre Spar- und Dorschußkasse zu Kesselbach. ibk. K e s s e l b a ch , 27. Ian. Die Cpat» und Vorschußkafse zu Kesselbach e. G. m.b. H. feierte die'er Tage im Saale von Johannes Höchst ihrSOiährigeS Bestehen. Der Gesangverein „LieOerkranz" eröffnete die Feier mit dem wirkungsvoll vorgetragenen Ehor „Die Himmel rühmen" von Beethoven. Dann begrüßte Direktor Schmidt die zahlreich erschienenen Mitglieder, die den geräumigen Saal bis zum letzten Platz füllten, sowie einige Ehrengäste, den Vertreter des Verbandes und der Landesgenossenschastsbank in Darmstadt und besonders die zwei Iubilare Wilh Decker IV. und Jakob Schomber II., die als einzig« Gründer noch am Leben und noch Mitglieder der Kasse sind. Hierauf gab Rechner Decker einen ge* schicht l ichen Ue&erblld über b le verfloss enen 50 Jahre der Kasse, auS dem folgendes zu entnehmen war: Angeregt durch den damaligen Lehrer Rabenau traten 15 Männer zusammen und gründeten die Kasse. Mit sehr bescheidenen Anfängen, von der öffentlichen Meinung etwas mißtrauisch betrachtet, dehnte sich der Deriehr dieser Gründung doch aus und gewann an Mitgliederzahl. BIS zum Jahre 1889 wurde der Kreis der Mitglieder sehr begrenzt gehalten; man ging nie über die 35 bis 37 hinaus, trotz der Zahlreich vorliegenden Anmeldungen. Eine Aenderung brachte erst das neue GenossenschaftZcs etz vom l.Mai 1889. Run dehnte sich der Mitglie7erstand sprunghaft aus und erreichte bis zum Jahre 1920 di« Zahl von 360. Auch der GeschästSoerlehr nahm einen bedeutenden Aufschwung und dehnte sich besonders in die preußischen Vachbarorte deS KreiseS Marburg aus, von wo auch heute noch eine ganze Anzahl Mitglieder zur Kasse gehören. Die Spareinlagen erreichten im ersten Jahre der Gründung die Summe von 9824 OHL, die Bilanzsumme wies 12 929 Mk. aus. 3m Jahre 1890 erreichte die Bilanzsumme 260 000 Mark und der Spareinlagebestand 2/» Million. Im Jahre 1907 Bilanz eine Million, Spareinlagen 920 000 OHt Im Jahre 1917, welcher noch als Goldmarkjahr zu betrachten ist, erreicht« die Bilanz 1911 000 Mk., die Spareinlagen 1 774 0C0 Mk. 3m 3ahve 1919 wurde zu dem seitherigen Spareinlage- und Darlehensgeschäft auch noch der Scheck- und fteberweisungSverkehr hinzugenommen. Don da ab steigerten sich dl« Umsätze, die seither nicht so erheblich waren, ganz gewaltig. Schwere Zeilen für die DeschäftS- führung und Verwaltung brachten die Kriegsjahr« mit den darauffolgenden 3nflationsjahren. In dem tollen Jahr 1923 wuchsen die Zis ern in- unheimliche an, so daß die Bilanz 639 Billionen 470 Milliarden auswies, der Gesamtumsatz 18 810 Billionen 619 Milliarden. AuS dieser Papiermarkbilanz mußte di.' Goldmarkbilanz gezogen werden, welche die beschridene Bilanzsumme von V47 Goldmark brachte. In der ©cneraltejamm* lang am 3. Mai 1924 wurde die llmstelluna auf Goldmark vollzogen, der Geschäftsanteil auf 100 Goldmark und die Haftsumme auf 1000 Goldmark beschlossen. Die alten Ce chästSantei e wurden als erledigt erklärt. Es wurde nun langsam wieder aufgebaut. Die Mitgl ederzahl wuchs und hat heute wieder die Zahl von 250 erreicht, di« Bilanz eine halbe Million, die neu eingezahlten Spareinlagen 200 000 Reichsmark, die alten, die mit 16 Prozent aufgewertet wurden, betragen 215 000 Reichsmark. Der Scheck- und äleberweisungsverkehr ist sehr erheblich, so daß im letzten Jahre ein älmsah von 5 Millionen erzielt wurde. Bis zum 3ahre 1890 war die Genossenschaft, wie fast alle In der Provinz Der Doktor nickte. Bald hernach sah er die beiden nach dem Park gehen. Als sie außer Sichtweite waren, blieb Richt- Hosen stehen und sah mit seinen offenen ehrlich grauen Augen zu Hettingen auf. „Ich weih nicht, Achim, wie ich dir danken kann, daß du für meine Schwester, daS alles auf dich genommen hast — nur damit kein Fleck« auf ihre Ehre kommt. — DaS macht mich bis $u meiner letztn Stund zu deinem Schuldner!" Hettingen wehrte erregt „Sprich nicht mehr darüber, Poldi. - ES ist alles erledigt jetzt!" „3a, soweit schon — aber doch net ganz, mein Alter. Schau, bittn möcht ich dich hall noch, daß du nicht gar zu schlecht von der MHzl denkst — well ft die halbe Rächt drauhn bei dir in der Darackn gwesn 18 und sich dir an den Hals gworfn hat!" „Poldi, daS ist nicht wahr!" brauste Hettingen auf. „Ret wahr iS?" sagte Richthosen ungläubig. „Die Mizzl hal s aber gsagt, und schau, Joachim — sie ist ja doch meine Schwester, und ich kann F doch jetzt auch net verstohn, wenn f noch so tief gfuntn wär!" „Poldi! - Mensch!" Hettingen schob feinen Arm unter den deS fassungslosen Freunde- und führte ihn nach einer Bank in der Rähs Roch nie, auch in den Iugendjahren nicht, hatte er Richthofen weinen sehen. Das erschütterte ihn bis ins 3nnerste. „Poldi!" bettelte et. „3n welche Ce?ankengänge verirrst du dich denn da? — Deine Schwerer hat sich nichts vergeben! — Richt das Geringste - nur ich, ich, Poldl, hab mich nicht mehr beherrschen können und — hab sie an mich gerissen — und — und geküßt. Wenn du mir das als Ehrenschuld anrechnest — bann stehe ich dir ja zu ,ejer Stunde zur Verfügung!" „Willst ruhig fein?“ fuhr Richthosen ihn an. „Willst fie etwa noch größer machn die Schuld, die wir an dir abzutragn ha im? 3ch glaub bir's eh, daß du die Mizzl gschont hast — — aber das bleibt halt doch hängen an ihr, daß d dir fagn mußt, sie ist in der Rächt zu blx kommen und — —" (Fortsetzung folgt) Lumen, Sport und Spiel. Sprechstunden der iste^aktion 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 1 Uhr nachmittags. Zweckverband „Wetterau" schlüssig zu wer- den, zum dritten war eine zwischen den Wohnungsämtern beider Städte bestehende Meinungsverschiedenheit beizulegen. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Friedberg hat in ihrer Kleine Strafkammer Gießen. • Gießen, 25. Ian. Sin Landwirt au.; Oberhessen war wegen qualifizierter Körperverletzung vom Amtsgericht zu 4 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Er soll einem Bekannten bei einem nächtlichen Streit mit einem gefährlichen Werkzeug, wahrscheinlich einem Messer, an der Stirn in der Räbe des einen Auges eine größere Wunde beigebracht haben. Gegen das Urteil verfolgte der Angeklagte Berufung mit dem Antrag auf Freisprechung. In der heutigen Haupt- veryandlung war das BewcisergebniS derart be- lastend, daß das Gericht wiederum zur Verurtei- lung gelangte. Es setzte aber mit Rücksicht auf die Jugend des Angeklagten und da die Verletzung keine nachteiligen Folgen hatte, auch der Gebrauch eines Messers nicht erwiesen war, an Stelle der früheren Gefängnisstrafe eine Geld- strafe von 150 Mk. evtl. 15 Tage Gefängnis f cft. Bor einigen Monaten ereignete sich hier Ecke Frankfurter und Liebigstraße ein Zusammenstoß zwischen einem Auto und einem Motorrad, wobei der Motorradfahrer körperlich leicht verletzt wurde. Der Führer des Autos war wegen fahr- läsiiger Körperverletzung im Sinne des §230 2lbs 2 StGB, in 1. Instanz zu einer Geldstrafe von 50 Mk. verurteilt worden. Die ausgedehnte Beweisaufnahme vor dem Berufungsgericht — es wurden außer mehreren Zeugen auch zwei Sachverständige gehört — ergab un wesentlichen das gleiche Bild wie vor dem ersten Richter. Auch die Strafkammer hielt eine strafbare Fahrlässigkeit auf feiten des Autolenkers für erwiesen-, mit Rücksicht ledoch auf den geringen Grad der Fahrlässigkeit setzte sie die Geldstrafe auf 20 M k„ evtl. 4 Tage Gefängnis, herab. Amtsgericht Gießen. In vier Fällen hatte sich der Richter mit g e - wissenlosen Eltern zu besassem dre dm Unterha.lsp Fichten ihren — teils ehelicyen, trtts unehlichen — Kindern gegenüber n cht nachge- kommen waren. Einer der Väter eryielt eme H a f t st r a f e, obwohl er beteuerte, überhaupt nicht in der Lage zu sein, irgend etwas für fern durch das Fürsorgeamt in dem Qlücefhft zu Darmstadt untergebrachtes Kind, dessen Unterhalts losten jetzt auf den Betrag von etwa 3500 Mark angelaufen sind, zu tun. Das Gegenteil erhellte ohne weiteres daraus. daß er eme Wonatsgebühr von 7 Mk. für seine eine Handelsschule besuchende Tochter ein Klavier gem ent hat, ein« Ausgabe, die er fraglos zugunsten fernes anderen hilfsbedürftigen Kindes hätte verenden tonnen und müssen. — Gegen einen unehelichen Ba.er wurde die Derhandlung auf enxtge Zett vertagt, da dieser in glaubhafter We.se versicherte, seine Erwerbsverhältn.sse hätten sich nun* mehr derart gebessert, daß er für fein Kind monatlich 40 Mk. zahlen könne. Er versprach dies zu tun. und es soll zunächst ad gewartet Skimeisterschast in Thüringen. Dei herrlichem Winterwetter veranstaltete am Samstag der Thüringer Wintersportoerband in Lauscha-Ernstthal seine diesjährigen Meisterschaften. Den Titel crrana Erich Recknagel (Ober- schönem) mit der Langlaufnote 17,722 und der Sprunglaufnote 17,486. Skimeisterschast -es Skiklubs Schwarzwald. Am gestrigen Sonntag veranstaltete der Skiklub Schwarzwald bei günstigsten Schneeverhältnissen auf der 40 Kilometer langen Strecke Furtwangcn— Triberg und zurück seine Skistaffelmeifterschaften. Die erzielten Leistungen waren besser als im Vorjahre. Den Sieg errang die Staffel der Ortsgruppe Saig (Titisee) in der glänzenden Zeit von 3:20,12. Auch im Vorjahre konnte dieselbe Staffel bereits die Meisterschaft an sich bringen. Deutsche Künserbob-Meisterschafi. werden, ob er bis zum nächsten VerhandlmrgS- termin seinen Verpflichtungen einwandfrei noch- kommt. — Ein anderer außerehelicher Dater erkannte seine Vaterschaft und Unterha tspflichl überhaupt nicht an. obgleich em diesbezügliches rechtskräftiges Dersäumnis-Urteil gegen ihn vor- lag. Es trat der seltene Fall ein, daß diese Unterhaltspslicht im Strafverfahren erst nachge- wiefen werden muß. Zur Zeit des Urteils war der Angeklagte noch minderjährig und wurde von seinem Dater vertreten. Alle einschlägigen Zustellungen erfolgten deshalb an diesen, und eS ist nicht ausgeschlossen, daß der Angeklagte keine Kenntnis von der Existenz des Urteils und der Sachlage erhalten hat. Die kommende neue Verhandlung und Beweisaufnahme soll Klarheit schaffen. — Der vierte Fall erledigte sich dadurch rasch, daß die uneheliche Mutter ihren Einspruch gegen den auf eine Haftstrafe lautenden Strafbefehl wieder zurückzog. Ein auswärtiger Autoführer hatte auf Der Landstraße mit einer Dchweineherde kollidiert d^ bei auch ein Schwein verletzt und ist deshalb der Uebertrelung einer Reihe von DertehrS- Vorschriften beschuldigt. Durch Lang^amfahren. wozu gerade in solchen Fällen ein Autoführer verpflichtet ist. hätte fraglos der Unfall vermieden werden können. Der Angeklagte, der offensichtlich sein Verschulden einsah, zog deshalb den Einspruch gegen den auf eine nicht unbeträchtliche Geldstrafe lautenden Strafbefehl kurz vor Der Verhandlung wieder zurück. — Ein anderer Autv- führer war ohne Führerschein gefahren; ein Strafbefehl auf 40 Mk. war die Folge. Er erhob Einspruch, blieb a.xr in der Hauptverhand- (ung aus, so daß dieser kostenfällig verworfen wurde. — Schließlich erhielt noch ein Fahrraddieb eine erhebliche Gefängnisstrafe. Fußball in Hessen-Hannover. Die Gruppe Süd meldet von gestern ein 1:5 zwischen Sport Kassel und Kurhesien Kassel. In der Gruppe Nord errang S. C. 03 Kassel gegen S. u. S. Northeim ein überraschend hohes 8:2. Süddeutsche Wbüllmessterschast Bei durchweg schneebedeckten Feldern ergaben die gestrigen süddeutschen Futzballoerbondsspiele selbstredend Ucberraschungen. In der Runde der Meister errang der 1. F. C. Nürnberg einen 4:1-Sieg über Wormatia Worms, die anfangs sich ganz gut behauptete, trotzdem aber bereits bei Halbzeit mit 0:3 Toren im Hintertreffen lag. Eine harte Enttäuschung erlebte die Frankfurter Eintracht in München, wo sie dem F. C. Bayern nicht gewachsen war und 1:3 geschlagen wurde. Dagegen erfocht Germania Brötzingen den erwarteten knappen Sieg über Borussia Neunkirchen: mit 1:0 Toren brachten die Drätzinyer die Punkte an sich. B. f. L. Neckarau und K.B. D. Karlsruhe teilten sich mit 1:1 in die Ehren des Tages. Runde der Zweiten und Driften. geforderten Voraussetzungen für eine Zurückziehung der verhängten Derichlerftattungssperre erfüllt sind, wird letztere aufgehoben. Skilauf des Verbandes Mitteldeutscher Skivereine über 30 Kilometer. Die Rennstrecke, Die sich in einem ausgezeichneten Zustand befand, verlief im Taunus vom Feldberg zum Fuchstanz — Roles Kreuz — Kittelhütte — um Seelenbeüz herum — Iuden- kops—Pferdslopf und dann zurück auf einem ungefähr parallel laufenden Wege über Rotes Kreuz zum Ziel Sandplacken. Den Wanderpreis für den 30 Kilometer-Lauf, gestiftet von dem S.i lub Feldberg-Frankfurt a. M.. konnte Der Wintcrsporlvercin Kassel durch seinen bewährten ©.Läufer Vr i nkm an n-Kassel erfolgreich verteidigen Der erste Frankfurter Läufer, der bekannte Otto Dertschinger vom Frankfurter S'.iüub Taunus, traf erst an vierter Stelle ein. Das Ergebnis: 1. Brinkmann, Wintersportvercin Kassel, 3:01:06 Stunden; 2. Frank, Akaden sicher S i'lub Darmstadt, 3:04:18: 3. Kahl, Wintersportverein Kastel. 3:06:01; 4. Dertschinger, Franks. S illub Taunus, 3:09:17; 5. Magersuppe Winters-ortv. Kassel 3:12:56 St. Schardt gehabt. Hermine Ortmann bestätigte, daß der Zeuge sofort gerufen habe: „Der fdtfe tUi» ^ncnL°^ „Iji mehr jt ich A y i®D r ' „ 1416 WS «’S » ßSK nur unö HM 'Sa ragn JUt WL dav och ft * 'MS 1 u»ti 6 ’ »Soo S®”=n. isen. ÄS-.S» iv. ■■äSä «iMto aus . Gründeten b;t UF. v,°n der Sslrnt. nchlrauisch betteltet Met Gründung doch ^'edetzahl. Az ium "eiS dec DItgljrder in ging nie über die r zahlreich oorliegm. Änderung brachte eres Dom l.QHai 1889. ieterstand sprunghaft im Jahre 1920 di, heschä'lSnriehr nahm )unz und dehnte sich hen Dachbarorte bei n wo auch heute noch siieder zur Kasse gt» erreichten im ersten Summe von 9824 TU, 2 929 M au«. 2m Manzsunnne 263000 lebesland TUllion. ine Million, Sparein- 2ahre 1917, welche- betrachten ist, erreich!« L, die Sporeinlagm : 1919 wurde zu dem und Darlehensgeschäft lleberweisungSvertehr ab steigerten sich bi« s Io erheblich waren, iltn für bie (MWW* achten bie KriegSjahr« InslationSiahren. .chsen die M«rn ins Manz 829 Mionen er Hesarntumsah 18818 L Qiui dieser Papin' widmarlbilanz gezogen >n« Tilanzsumir« von t der ©cnctalveJonun* wurde die ümsteliuna der Seschäsi-anteil auf ltsumme aus 1000 ®olb* „CechlstSante'wuP Zs wurde nun lonflM« itgl ederzah! mchs und si von 253 erreicht r, die neu eingczah ten ieich-mark, die alten, auigewert-t wur^ gXÄS M in der jM? yn Der Gruppe Nord Der Trostrundenspiele gab es mancherlei unterwartete ZwisckenMe. Am meisten befremdet es, daß der F.Sp. D- Frankfurt auf eigenem Platze den 1. F. C. 2dar nicht zu schlagen vermochte, sich sogar lange Zeit um beibe Punkte bedroht sah. Die Mannschaft sand sich auf dem schneeigen Stadioufeld febr schlecht 3"rechh zudem war der Gegner offenbar stark unterschätzt worden. Dos Spiel endete 2:2. Die Union Bieder- raD enttäuschte nach der angenehmen Seite, indem sic aus Mannheim einen unerwarteten 4:3-Sieg über den D. f. R. mitbrachte. Der D. s. L. Neu- Isenburg mußte nunmehr ebenfalls die Erfahrung machen, daß der F. Sp. B. 05 Mainz tourn zu > schlagen ist. Mit 3:1 Toren blieben die Mainzer siegreich. Saar 05 Saarbrücken gegen S. D. Wald- i Hof Mannheim konnte wegen des hohen Schnee- j falles nicht ausgetragen werden. Auch in der Gruppe S ii d fehlte es nicht an unerwarteten Meldungen. So nutzten die Stuttgarter Kickers gegen die Sp. Vgg. Fürth den Vorteil des eigenen Platzes auf Degerloch tüchtig aus und schlugen die Bayern mit 2:1 Toren. Auch der F. C. Freiburg sandte seinen Gast, den D.f. B. Stuttgart, mit 3:1 geschle en nach Hause. Phönix Karlsruhe verlor Dagegen mit 5:6 Toren an Die Augsburger Schwaben Sieg und Punkte. Die Augsburger sind durch diesen Erfolg an die erste Stelle der Liste gelangt Die BerichLerstattungSsp'rre gegen ^Wormaiia^-WormS ausgehoben. richt organiftert. Im Iahre 1890 wurde der Der- banb der Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaf- cn der Provinz Oberhefsen gegrünoet dem sich Ute Kasse sofort anschloß. Dieser Verband wurde m Iah:e 1923 aufgelöst, die Genossenschaft sch.oh sich mit fast allen Kassen des Gießener Verban- dem Darmstädter Verband an. Besttmmend 5iedür war, daß die Genossenschaft auf den Grundsätzen und dem Geiste Schultze-Delitzsch auf- gebaut war. auf denen auch der Darmstädter 'tenossenschaftSverband und der ReichsverbanD iufiten. Der erste Re chner, der bei Der Gründung -etoäblt toutDe. Wilhelm Decker V., konnte fein Amt nur bis zum Iahre 1883 führen, da ler Tod seinem Leben ein frühes Ziel setzte. Phm-folgte als Rechner Balthasar Scha- -er H Der seitherige Kontrolleur Konrad Schomber I. schied aus. und Wilhelm Lecker IV. wurde als Kontrolleur gewählt. Rechner Schäfer starb schon im Iahre 1837 tnb nun wurde Wilhelm Lindenstruth als Rechner gewählt Dieser versah dre Stelle üsis zum Jahre 1914, wo er wegen geschwächter -)esundh-it zurücktrat An feine Stelle wurde Wilhelm Becker II. gewählt Dieser starb ?;n Januar 1918. Ihm folgte der Rechner 3 a- 0 b Becker, der heute noch die Rechnerarber- ?n versieht. Der Kontrolleur Wilhelm teder IV. trat im Jahre 1919 wegen hohen >ttters zurück, an dessen Stelle wurde Ludwig -öchöneweih II. gewählt. 2m Jahre 1922 wat dieser freiwillig zurück, an seine Stelle -_Diir6c Wilhelm Echomber HI. gewählt, ier heute noch im Vorstand ist. Der erste Direktor war Bürgermeister Becker III., ihm folgte Bürgermeister Stein bis zum Jahre 1910, wo Caspar Schwalb als Rachfolger gewahll nourde. der im Jahre 1919 starb, an dessen «Ztelle man Lehrer Schmidt wählte, der heute noch der Kasse als Direktor vorsteht. Im Anschluß an diesen Rückblick überbrachte ! Ser Vertreter des Verbandes. Generalsekretär -dr. Strub, die Glückwünsche des Verbandes und überreichte eine Ehrenurkunde an die Genossenschaft. ebenso drei weitere Ehrenurkunden . Klasse 20 Mark; Eichennutzscheit runD 14 Mark; . ? unb fioweiD dräniert wurden, soll nunmehr Elchennutzknüppel 16 Mark im Durchschnitt. Aus- QUcb ba5 tiefgelegene Unterdorf, dieM ühlgasse, wärtige Steigerer waren zugelassen und zahlreich er- I teilweise auf gleicher Höhe mit der Sohle Des schienen. — Vor einigen Wochen hat sich hier eine NU)^bettes liegt und bei Hochwasser überflutet sog. Arbeitsgemeinschaft gegründet, die aus I rojr& kanalisiert werden, um Dem in Den Sei» Bertrc4-rn säm11icherhi c s 1 g en Der e t ne (ern 'stehenbleibenden Wasier raschen Abzug zu ver- gebildet ist. Zweck Der Arbeitsgemeinschaft ist die Waffen um Das für eine rasche Enlwässerungs- Wahrnehmung und Forderung aller Belange, die Qrbeit ber Kanalisation nötige Gefälle zu erzielen, der Allgemeinheit dienen. Erster Vorsitzender ist mu£ iI)r Ausfluß weit unterhalb des Dorfes in die Dr. 21 u g ft Nähe der Iunkermühle gelegt werden, wodurch sich Kr-eiS Ärtcbberd. die Arbeit, die nach Planen des Kulturbauamtes Ätreie «*rte ® » Gießen ausgeführt wird, wohl verteuert Auch die Bad-Nauheim, 26. Jan. In Der^ gestern ^ntwässerungsarbeiten in unserer unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. A h l statt- g c ( d m a r f sollen im laufenden Jahre f 0 r t g e > gehabten Stadtoerordnetensitzung wurde , e . t ^^en. Da man hier Die Vorteile richtig aus- beschlossen, am 24. Februar auf Dem neuen FrieDhos aeführter Dränage erkannt hat. Für 1929 ist Die eine allgemeine Gefallenen» ® e denk- Trockenlegung Des an Der Kreisstraße Eichelsdorf— seierzu veranstalten, vorausgesetzt, daß dieser Tag mcQ gelegenen, wegen seiner Nässe „P f u h l“ ge- als Volkstrauertag im Reich bestimmt wird. — Der | naant£n Ackerfeldes vorgesehen. Saal des früheren Ga st Hauses „Zum ..Ritte r", Der jetzt der Statt gehört, soll den DrCUSCtl. Vereinen, die seither in Den städtisch'n Schulen I . chre Verarstaltungen abhielten, in Zukunft zur Der- Kreis WetzlÄv. fü-unp gcstellt werden Zur Hersf llung wurden rr W e tz l a r, 28. Jan. Der ßanbrat des >000 Mark lewillgt. Zur Anschaffung von 20 ^^^r, Geheimrat Dr. Sartorius, hat D i e n st r ö ck e n für die K a p eile de r Fr er- 'mit 65. Lebensjahre die Altersgrenze willigen Feuerwehr wurden 800 Mark zur e, t Er wird demgemäß voraussichtlich ^in- Verfügung gestellt. - Dem Geflügel- Vogel- j QUs dem Dienst ausscheiden und K a n i n ch e n z u ch t v e r e i n wurden 100 ^nd damit auch aus unserer Stadt sortziehen. Sei- Mark zur Anschaffung von Ehrenpreisen für Die am “JJ künftigen Wohnsitz beabsichtigt er in Wies- 2. unD 3. oebruar dahier stattfindende Geflügel- und r ' Der um die Entwicklung unse- ^aninchenausstellung bewilligt. Unter Besprechungen ’ ^Derbientc Beamte steht jetzt seit rund wurde die gragee.nes Ehrenmals erneut am ™ Spitze der Kreisverwaltung. geschnitten. Der Burgerme.ster konnte dazu m.tteilen, c h l a r 27. Jan. Das K r e m a t 0 ° daß die Vorarbeiten zur Errichtung eines. Ge- © } Wetzlar ist in den letzten Tagen fertig- sallenen-Denkmals un Gange seien. -I der nicht, r u ö baupolizelliche Abnahme ist öffentlichen Sitz u ng stand als wicht ger mij fcem gtz. Januar wurde die Feuer- Punkt zur Beratung die zwischen den Bürgermeistern ^a?tünqsanlage chrer Best'.mmung übergeben. Sie Der Städte Fr l e db erg und Bad-Nau- Erdgeschoßraum der Friedhofskapelle eim heim getroffene Vereinbarung über die Erledigung H1 m oen b 1 7 dreier schwebender Fragen. Es handelt sich einmal gebaut. _________________________________— darum. Die Verteilung Der S'tz- im Aufsicht?. rat der BezirkssparkasseMathi1den- ttiftFriedbergzu regeln, ferner hatte man sich , — — - --- ... - ... „ über Den Beitritt Der Stadt Bad-Nauheim zum | Samstag nachmttlag geschlossen. 8.= Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse 132 s L. M. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt Telegraphische Auszählung. ttget 65 's ■ 146.^ V. — ReiLSbankdiskonl 6,5 Prozent, LombardzinSkuh 7,5 Prozent. Die hinter den Papieren angeiübrten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. 134 132 62.5 61 10 8 10 15 U $8 14 18 13 f 8 , 0 . 0 . 6 10 , 0 . 6 . 6 . 0 . 6 11 . 0 . 4 . S . 8 10 . 8 . 8 tfi - 8 . 3 102 126,ö 212 144,5 •Beters Union . . (gebt. Roeder . . Boigi 4 twfinei 6666- Kucke: 61,25 60 Bhinpv voiimonn . . Heidelberger Eement . 6emem WarlttaM . . Dayh 4 Freitag . . . «Sdmltixti «ä^enW« ütoette ... Bet. «tagten . . . Bemberg ■ - • « - 3 flmft- '.Hott Uuen- AtreS Brll «MW Cbriftianta »aocnbagen 374.5 198,5 - E = 3 ° d 133,5 299.5 254 487 272 201.5 130.25 219,5 61.75 53.5 61,65 229 94,9 261 66 108 265 198,75 295,5 252.5 477 429,13 265 201,5 129,4 317,2.5 61,75 53,5 61.5 229 41 93,75 259 3 °S^' 146,5 24.5 101,5 212 145 132,j 134.5 134 a e-nr*8 *■ 8 Demag . . «dterwert» «Ieva , 81DB. Loew» . . . Rat. Auwmobll . . Orenftet» » fk-ppd ßeonbare l.e- S'ESC't °;i=2= = ^■5 7 5 « 4, u o e. 4?« w=211: “ So oc> 108.5 78 1.8 118 . .! •'4 Schweiz .. Svo ’.tcu . Java» - - - •Nio de Jan Sten tu Ceft abatft ihnro Belgrad . . SnBapeft . Bal orten vrffabon Danng . Oonft ..ntüL Btlxn Tanad« Ilm tun . C3cberc;-Sn5uftrie und die infolge Absahman- gcls eingeführtcn Feierschichten im Rahrbcrg- bau drückten auf die Stimmung und hatten vor allem diese Abschwächungen zur Folge. 3m verlause nahmen die LNtimoglattstellun- gcn weiter größeres Ausmaß an. so daß bei verschiedenen Werten ganz erhebliche Kurseinbrüche cintroten. Der verhältnismäßig leichte Geldmarkt konnte aus der anderen Seite Line Anregung bieten. Besonder stark an» geboten und schwächer lagen am Ele'tromarkt Bergmann mit minus 6 Prozent. Licht und Kraft und Schuckert mit je minu* 4,5 Proz. Bei Siemens ging der Verlust bis 3Proz., dahier die Dividendeerhähung auf 14 Proz. eine gewisse Anregung bot. Deutsch« Linoleum hatten einen Verlust von t Prozent verzeichnen, Farben und Scheideanstalt verloren je 3 Prozent, Holz^ Verkohlung dagegen gut behauptet. Am Geld markt gingen die Verluste kaum über 1,5 Prozei-.: hinaus. Für Kuvferwerte bestand einige Aach frage, was auf die Erhöhung der -Ku-ferpreis.' in Amerika zurückzuführen war. Schissahrtswerte etwa 2 Prozent niedriger. Von Dankwerten verloren Aeichsbank 5,5 Prozent, Berliner Handels- gesetlschast 3,5 Prozent. Einiges Interesse bestand dagegen für Zellstoff Aschaffenburg. Mon- tecatini und Karstadt, die eine Kleinigkeit gebessert waren. Aach den ersten Kursen blieb die Tendenz schwach, die Abgaben wurden geringer, so da ßdie Kurse meist behauptet blieben, oder nur noch geringe Rückgänge zu ve.'zeichinen haitten. Das Geschäft war minimal, nur für Montanwerte machte sich weitere Aach frage bemerkbar, so daß diese verschiedentlich eine Kleinigkeit gewinnen konnten. Angeblich rheinische Käufe haben hier zur Geschäftsbelebung geführt. Es wurden meistens nur noch Abschlüsse per Ultimo Februar vorgenvmmen. Am Geldmarkt war Ta'.esgeld mit 4 Prozent unverändert. Gel düber Ultimo 7,25 bis 8,25 Prozent. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2)37, gegen Pfund 20 406, London gegen Kabel 4,8190, gegen Paris 124,06, ge 'en Madrid 29,69, gegen Mailand 92,64, gegen Holland 12,0950. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28.3an. In der neuen Woche verkehrte der Probuktenmarkt in stiller Haltung. Das Geschäft erfuhr keine besondere Belebung, da schwächere Auslandnotierungen aus die Siimmung drückten. Die Preisgestaltung wurde jedoch davon nicht berührt, da im Grundton des Marktes eine gewisse Widerstandsfähigkeit zu erkennen war. Das Mehlgeschäft war etwas lebhafter und hatte Besserungen zu ver> zeichnen. So konnten vor allem Weizenmehl und Roggenmehl je 0,25 Mark anziehen. Am Futtermittelmarkt machte sich für Weizenkleie von Landwirtschaftsseite Interesse bemerkbar, Mais für Futterzwecke war dagegen angeboten und etwas schwächer. Es wurden notiert: Weizen 24; Roggen 23,50; Sommergerste für Brauzwecke 24,50 bis 24,75: Hafer, inländischer 23.75 bis 24; Mais (gelb) für Futterzwecke 23,50 bis 23.75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 33.50 bis 34,75; Roggenmehl 31 bis 3150; Weizenkleie 14,25; Roggenkleie 15; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 35 bis 62; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 70 bis 110; Heu, südd., gut, gesund, trocken 13 bis 13.50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 4,50 bis 5,00; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 4.00 bis 4,50; Treber getrocknet 20,50 bis 20,75. Tendenz: behauptet. Frankfurter SchlaÄtviehnrarkt. Frankfurt a.M., 23.3an. Auftrieb: 3300 Rinder (darunter 279 Ochsen, 42 Bullen, 599 Kühe, 380 Färsen), 498 Kälber, 129 Schafe 5100 Schweine. Es wurden notiert: Rinder (Ochsen): Dollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 52 bis 55 Mt., (ältere 47 bis 51; sonstige vollfleischige (jüngere) 41 bis 46; (Dullen): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 51 bis 53; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 47 bis 50; (Kühe): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 41 bis 47; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 36 bis 40; fleischige 31 bis 35; gering genährte 25 bis 30; (Färsen — Kalbinnen, Qungrinder —): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 52 bis 56: vollfleischige 47 bis 51; fleischige 42 bis 46. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 70 bis 75; mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 69; geringe Kälber 53 bis 64. — Schweine: Fett- ßchweine über 300 Pfund Lebendgewicht 72 bis 74; vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 72 bis 74; von etwa 160 bis 240 Pfund 73 bis 75; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 70 bis 73 ML. — Marktverlauf: Rinder ruhig, auSverkaust. Schweine schleppend, Lieberstand, Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Honen Mk. höher ausgewiesen. Diese Zahl läßt aber nicht ohne weiteres auf die tatsächliche Entwicklung der Ausfuhr schließen, da, wie schon im Bericht über das Außenhanüelsergebnis im vorigen Monat dargclegt worden ist, die Rovem- berausfuhr nicht vollständig erfaßt werden konnte. In Wirklichkeit dürfte die Ausfuhr im Dezember niedriger gewesen fein, als im Aovember. Das Statistische Reichsamt hat versucht, die ich durch den Wechsel der Erhebungsmethode ergebenden Einflüsse rechnerisch auszuschaiten, da- neoen sind auch die sonst vorhandenen Fehlerquellen berücksichtigt. Für d a s 1 9 2 8 ergibt sich omit im reinen Warenverkehr eine Einfuhr von 13,64 Milliarden ML, gegen 13.80 im Jahre 1927. Die Ausfuhr ohne Reparationssachlieferungen stellte sich auf 11,79 (10,33) Milliarden ML, so daß sich ein Einfuhrüberschuß von 1,86 (3,43) Milliarden Mk. ergibt. % Milliarden Mark Umsatz des Siemens-Konzerns. Die Generalversammlung der Siemens- Schuckertwerke 21.=®., Berlin, setzte die Dividende auf 10 v. S). (i. B. 8 v. H.) fest. Die Generalversammlung der Siemens L Halske A.-G. beschloß die Verteilung einer Dividende von 14 v. H. (i. 23. 12 v. H ), sowie die Erhöhung des Grundkapitals um 14 Mill. Mark auf 105 Mill. Mark Stammaktien. Zur Begründung der Kapital, erhohurg bemerkte die Verwaltung, daß eine sofortige Durchführung in dem vorgeschlagenen Ausmaße nicht beabsichtigt sei. Die neuen Aktien sollten keinesfalls zur Beschaffung neuer Mittel dienen, sondern lediglich für Umtauschzwecke verwandt werden. Die Verwaltung müsse mit Sicherheit über eine Anzahl von Aktien verfügen, um gegebenenfalls in der Lage zu sein, schnell handeln zu können und die Gesellschaft vor Schaden au bewahren. Irgendwelche Angaben über evtl. Angliederungspläne können jedoch nicht gemacht werden. In seinen weiteren Ausführungen betonte Dr.° Jng. e. h. v. Siemens über die Umsätze für das Jahr 1 927 /28: Die Fakturen der Stammhäuser und der in Form von eigenen Gesellschaften betriebenen Unterabteilungen, deren Kapital zu 100 o. H. im Besitz der Siemens & Halske 21.=©. bzw. der Siemens-Schuckertwerke A.-G ist, haben, zu Kundschaftspreisen berechnet, bei Siemens- Schuckert den Betrag von 500 Millionen Mark gut überschritten und bei Siemens & Halske den Betrag von 2 5 0 Millionen Mark n ahezu erreicht, wobei die Lieferungen der Häuser untereinander unberücksichtigt sind. lieber den Geschäftsgang im neuen Jahre wurde mitgeteilt, daß in der Elektrotechnik bisher kein merklicher Rückgang für Aufträge festzustellen ist, da sich bei ihr eine rückläufige Konjunktur erst erheblich später bemerkbar machL Da befriedigende Aufträge eingegangen sind und ein reicher Auftragsbestand zu Beginn des neuen Geschäftsjahres vorlag, glaubt die Verwaltung, daß das Unternehmen von großen Produktionseinschränkungen im laufenden Jahre verschont bleiben wird. lieber die Politik im Auslande wurde bemerkt, daß man grundsätzlich das Dumping vermeide. Das Auslandgeschäft werde nur aufrechterhalten, um für die vielen Arbeiter genügend Beschäftigung zu schaffen. Die Verwaltung halt es nicht für richtig, das Auslandaeschäft zu vergrößern zu Preisen, die für die Gesellschaft keinen Gewinn mehr lassen. 3. p. Demberg A.« Mill. Mark im Berichtsjahre. Die im Vorjahre eingeleitete Vergrößerung der Betriebe wurde inzwischen durchgeführt und der Bau des neuen Werkes in Siegburg begonnen. Leider konnten die Aeuanlagen bisher noch nicht voll in Betrieb genommen werden, weil die große Trockeicheit des vergangenen Sommers die Gesellschaft zu einer Einschränkung des Wasserverbrauchs und damit der Produktion zwang. Im neuen Geschäftsjahre kann, da nunmehr die Wasserknappheit behoben ist, an die Inbetriebnahme der Aeuanlagen gegangen werden. Die Abteilung A u g s b u r g konnte durch Schaffung neuer Artikel ihren vorjährigen Umsatz noch übertreffen. In Barmen wurde von der Gesellschaft eine Textil-Versuchsanstall errichtet, in welcher auf den neuesten Maschinen in enger Zusammenarbeit mit den Abnehmern neue Artikel geschaffen werden sollen. Mit dieser Textil-Versuchsanstalt ist eine Ausstellung der neuesten Erzeugnisse aus Bembergseide verbunden. Die nach dem Bemberg-Verfahren arbeitenden Unternehmungen im Auslande, an denen sich die Gesellschaft dauernde ‘Beteiligungen gesichert hat, sind in günstiger Entwicklung, Sie haben eine Erweiterung erfahren durch die Gründung der British Bemberg Ltd., welche in Doncaster ein neues Werk errichten wird. An der Kapitalerhöhung der amerikanischen und der italienischen Bemberg-Gesellschaft hat sich die 3. P. Bemberg-A.-G. beteiligt Für den weiteren Ausbau der Unternehmungen im In - und Auslande und zur Verstärkung der Betriebsmittel soll der am 11. Februar stattfindenden Generalversammlung die bekannte Erhöhung des Aktienkapitals um 12 auf 40 Mill. Mark vorgeschlagen werden. • Die amtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 23. Januar berechnete Grobhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist mit 139.0 gegenüber der Vorwoche (138,7) um 0,2 v. H. gestiegen. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um 0.8 v. H. auf 132,2 (131,2) angezogen. Die Indexziffer für Kolonialwaren war mit 124,9 unverändert. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist mit 133,9 gegenüber der Vorwoche (134,1) leicht zurücige- gangen, während diejenige für industrielle Fertigwaren mit 158,6 keine Veränderung auf- weist. • Die deutschen Anleihen in der Schweiz. Die Baseler „Rat o?a zeitung' nimmt in einem Artikel Stellung zu den verschiedenen, in letzter Zeit in der Schweiz untergebrachten deutschen Anleihen. Es wird darin u. a. gesagt, daß das deutsch-schweizerische Anleihegeschäft in letzter Zeit die Tendenz zeige, die Anleihegewäh- rung mit der Einholung von Aufträgen für die schweizerische Industrie zu verknüpfen. Die in der Schweiz untergebrachten deutschen Anleihen hätten besonders der schweizerischen elektrotechnischen und ElektromaschineuIndustrie bedeutende Aufträge eingebracht. Weiter wird fest- gestellt, daß ein überwiegender Teil der Anleihen nach Süddeutschland geflossen ist. • Amerika-Anleihe der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke A.-G. Das Rachrichtenamt der Stadt Berlin bestätigt eine Deuyorler Meldung, daß Anleiheverhandlungen zwischen dem Bankhaus Dillon, Read & Co. und der Berliner Städtische Elektrizitätswerke A.-G. schweben. Eine Entscheidung des Aufsichtsrates liegt jedoch noch nicht vor; sie wird erst Anfang nächster Woche fallen. Eine Bürgschaft der Stadt Berlin für diese Anleihe ist nicht vorgesehen. • Basalt A.-G., Linz. Wie WTB.-Han- delsdienst erfährt, haben Die Abschlußarbeiten begonnen. Soweit sich bis heute übersehen läßt, ist damit zu rechnen, daß neben den Verwaltungsunkosten gute Abschreibungen verdient worden sind, aber die Ausschüttung einer Dividende kaum in Frage kommt. Die Verhältnisse im neuen Jahre haben sich gegenüber 1928 etwas gebessert. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 28. Ian. Tendenz: Abgeschwächt. Zu Beginn der neuen Woche machte sich infolge des heutigen Prärnienerklärung> tages große Zurückhaltung bemerkbar. Dm Spekulation kam verschiedentlich^ mit Prämienware an den Markt, so daß Rückgänge gegenüber den Samstagschlußkursen bis zu 4 Proz. eintraten. Das Angebot war im allgemeinen nicht besonders groß, doch rührten schon geringe Abgaben zu diesen Abschlägen. Der schwache Verlaufd er Reuhorker Börse vom Samstag, die Gesamtaussperrung in der sächsisch-thüringischen 28. Iauoar_______ Amtliche 'Jiorieräto i '.Brief --I6979Ö- 1,171 6».55 112,26 112,36 112.GO 10,598 22.U55 -0,43 1,2135 16,475 81,02 68.82 1,010 0,50.5 59,235 12,466 7,699 73,44 '.048 18.52 81,69j 2,057 '.445 l «.202 i 1.324 '•95 : irr । ■ i ?-c?3 sfcu c = h-s e'5.; ■1PI 1111= * 8 — r W 3«cQ 0 » N ® e a - b$^|! HKl] 3 3 C71 ® - h = “ 26. Januar Amtliche Nori. Bantnoten. Berlin, 26. i)nnum Amcrilanilchr Wort» .. tielgdcbe Poren .... Dantiche Norm ». . . tüfllrtdx Doi« . . . . . Berlin 26. Januar Frcmioin'che -Jlotcn ... Holländische Norm .•••»• toefb a.u 168,46 21,99 Brief 16,50 169.14 31,07 Norwegische Norm..... Dmisch Ocllerr. i 100 Annan 111.78 113,22 59.01 59.25 Ämnävtiche Norm...... 2.515 2,535 Schwedische Norm ...... 112,08 112,52 Schweizer Norm....... Spanische Norm . ...... lschech »slowakische Noten . 80,81 81,13 68,46 12,424 8.74 12.484 Ungarische Norm 73.05 ’ 73,85 Frankfurt a. 1R Berlin Schlud- fturs 1-UDt. Änr» Sch>uh-i tlniang kur» 1 Äuti Datum: 28. 1 28 1. 26. 1. | 28. 1. ^rcnifcftttt o. M Berlin zrwtdsurr a. M Berlin Sdjlub-I Kur» | -Uhr- Äur» Sdj.ub>| Rur» | lUniang Kar» Schiutz- fl'ire 1 fiurs Sch.ttb" Kur» Untang Kur» Datum 26 1 | 28. 1. 26. 1. 28. t Datum-. | 26. 1. | 28. 1. SS. 1. 28.1. |% »t. »eichft-nlethe o 1927 Dl. DU.-AdiSi.-Schuld mtt fluS lol.-Seditea Deeal. ohne BuSloi. Siechte . . - 7% grontl. Hyp.-Bt »oldps. inv tün v txn bti 1933 Sihetnische Hyv.-vau! Stau., »olvv! Ufc.» «bfl SothtegfrCMeetton . rfottablbe 1939 4% Hchwet» 8un6e4ti.-'21nL. . . 4% OefterrrichOche Soldtte.. . . 4,20% Cttitn SUbtme. .... 4% Oesterreich einbeitt. 8tte. . . 4% Ungarische •olBtle. ■ ■ i% Ungarische StaatfK v. ttlO 4'/,% ö«el von 1918 ... 4% Ungarische kronenne.. . - - 4% ttat Zollanleihe v. 1911 . i% lürtilto Bagdavdahi>«ch., Serie 1 ..... 4% hrffll Seite 11 - - - 4% Äuinänen eoneett mtc. . - t%% Rumänen «olbanL wo 1918 Mg Deundx tfilen’xitm . . *Vi Hamdvrg-Rmerilo Lale« ... 8 tzamd -Savam Damollch - 8 Hansa Damptichill ... 10 Rorddeuischer Lloyd ... 6 Miifl Deutsche Credttaull. . . IC Barm« iBanlöftetn ... 10 NOtrimei Hanvelegeiellsch. . . 12 lommetfr und t-nvat-iflan! . 11 Darrn sl u ^«rtlonolbanl . . 12 Deutsche Äaal ’ ’ $Htonn*«ekmdialt ................. • • J ....... 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