Nr. S02 Erstes Blatt 179. Jahrgang Zreltag, 27. Dezember '929 in Reichskabinett und Haager Konferenz z. V. die Stellung der Reichsregierung R e i ch s b a h n st a t u t und zu dem der werden, so zum neuen richten. MeruMchl-r. mer Vrahlberichl de, die Ludervr'schei aus ilolah der Her- zemeinfchaff cm. i Vefihüber-ac- dieses DM« an bei daß diese liaWni ufl gegriffen fiub. e in Vetzlnk haben mH einerlei Lerüh- i wm Kobeilm liegt ) traf dem Gebiete des Annahme von Anzeige« für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher» Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrift 20u, mehr. Chefredakteur. Dr Fnedr Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wich. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich tn Gießen. Eriche in i täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Vie Illustrierte Gießener FamilienblStter Heimat im Bild Die Scholle Manat,.Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernfprechanfchlüsse anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main l 1686. aarbergwerf. , (MB. Zmikspnich.) der Jeflfobltn- usgtbrodjfner Jlöj* artiggro&ea Uni' Befriebsleltung tt< ix 5lü)erhelt p* . Btonbberb unkt der esslen Sohle, «egt W n bis zu dieser 5O legslhait tonnte geskn> lehnt er ab; denn es genüge, die deutsche Presse zu lesen, um sich davon zu überzeugen, daß Deutschland den Qoungplan nur einige Jahre aussühren werde. Rach seiner Ansicht hat Deutschland eine Reduktion seiner Reparationsverpflichtungen um Zweidrittel erlangt, außerdem könne es von einem Teil feiner Zahlungen für die letzten 22 Jahre befreit werden. Die Beseitigung der politischen und finanziellen Kontrolle bedeute für Deutschland einen weiteren Dorteil, von der .vollkommenen Räumung des Rheinlandes überhaupt nicht zu sprechen. Ministerpräsident Tardieu erklärt, die Behauptung, daß mit der Räumung der dritten Rhein landzone begonnen worden sei, für unrichtig. Der Wgeordnete Dubois widerspricht, worauf Tardieu nochmals verneint. Briand sagt, in der dritten Rheinlandzone stehe genau dieselbe Anzahl Soldaten, wie vor der Räumung der zweiten Rheinlandzone. Louis Marin erwidert, diese Behauptung werde einer Rachprüfung nicht standhalten. Der Abgeordnete Dubois beschäftigt sich dann mit der Mobilisierung der deutschen Schuld und erklärt, daß für sie keinerlei Garantie vorhanden sei, da ja die internationale Zahlungsbank allein zu entscheiden habe, zu welcher Zeit sie von Deutschland die Auslieferung von Obligationen fordern könne. Ministerpräsident Tardieu sagt, er könne nicht zulassen, daß vor dem Beginn zweier wichtiger internationaler Konferenzen derartige falsche Behauptungen aufgestellt mürben. Der Abgeordnete Dubois schließt, indem er erklärt: Wenn wir von Deutschland nicht bezahlt werden, und wenn es der Bank nicht die notwendigen Summen übermittelt, bleiben wir verantwortlich, und es kann in keiner Weise davon die Rede sein, daß unsere Schulden automatisch bezahlt werden. Weber England noch die Bereinigten Staaten hätten nach dieser Richtung irgendeine Verantwortung übernommen, und was noch ernster fei, Deutschland könne sich berechtigt fühlen, zu erklären, daß es die Kriegsschulden Frankreichs bezahle. 3n der Rachmittagssihung der Kammer sprach der der Marin-Gruppe angehörende Abg. Zbarnegaray für eine engere Freundschaft mit Spanien: er wünscht auch, daß endlich die Frage der italienisch-französischen Verständigung geregelt werde. Wenn B ri a n d sich schon längst entschlossen hätte, persönlich mit Mussolini zu verhandeln, dann würde man leicht zu einer Regelung der Fragen kommen, die man bis jetzt zwischen Frankreich und 3ta- lien nicht habe lösen können, älm 5.15 älhr französischer Zeit bestieg Außenminister Briand die Rednertribüne. Er führte u. a. aus: Als er begonnen habe, den Frieden zu organisieren, habe er nicht geglaubt, daß das einen Krieg gegen ihn persönlich Hervorrufen würde. Parlamentarisch gesprochen müsse er erklären, daß, wenn man seine Politik für gefährlich halte, man den Qllann beseitigen müsse, der sie betreibe. Er sei solidarisch mit Poincare ge- -- Tw 58.23 HL“ 20 371 16.11 167. 6 21-76 111.63 58 2<7 (12-25 81- 57. 12-33 72-83 Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 27. Dez. Das Reichskabinett wird sich in seiner heutigen Sitzung mit den Vorbereitungen zur kommenden Haager Schlußkonferenz beschäftigen. Verschiedene Sachgebiete müssen noch einmal durchgesprochen Paris, 26. Dez. (WTD.) Die Kammer setzte in der heutigen Vormittagssihung die Ge° neraldiskussion über das Budget des Mini st eriu ms für auswärtige Angelegenheiten fort. Erster Redner war der Abg. Herriot, der sich mit der Frage eines europäischen Staatenbundes beschäftigte und diesem von Briand in Genf entwickelten Gedanken zustimmte. Frankreich wolle, so führte der Redner aus, auch der kleinsten Ration die gleichen Rechte zugestehen, wie sie große Rationen haben sollen. Europa müsse sich organisieren, wenn es nicht kolonisiert werden solle und nicht Schäden durch ernste wirtschaftliche Anruhen erleiden wolle. Die Möglichkeit einer Wirtfchaftsunion Europas könne nicht in Zweifel gezogen werden. England habe sich dem Gedanken zuerst entgegengestellt, aber bald begriffen, daß es sich ihm anschliehen müsse. Lr wünsche, daß Frankreich baldigst in Genf einen vollkommenen Plan für den europäischen Staatenbund einbringe. Auch der Völkerbund könne in keiner Weise die neue Organisation fürchten. Schließlich sprach Herriot vom Protokoll, dessen baldige Durchführung er wünscht. Eine moralische Verurteilung des Krieges allein könne nicht genügen: man brauche eine Organisation, die über die notwendige Macht verfüge. Abg. Louiö Dubois, Air,, 1.69 58.37 "1'8 "'n 112/’ 10-17" 21-825 20-351 4.1$ ’lit 0,464 58.70 "i" M die Anwesenheit eme wesentliche Mty für Sie ent- u-rermWung oernäfi einkekn. Mhem wesen, wie er solidarisch mit Tardieu fei. Der schwerste Vorwurf, den man ihm mache, sei, daß er Verzichtspolitik betreibe. Seine Gegner begingen jedoch den Feßler, ihm Verzichte zuzuichreiben, die durch andere Minister gebilligt worden seien. Ec sei nicht dafür verantwortlich, daß man die Kriegsbeschuldigten nicht habe ausliefern lassen, er sei auch nicht verantwortlich für gewisse Abänderungen militärischer Klauseln des Friedensvertrages. Die Hauptkritik seiner Gegner ha^e sich in den letzten Tagen gegen Locarno gerichtet. Man habe ihn gefragt: Was haben Sie mit Polen gemacht? Dis zum letzten Augenblick habe er für die Sicherheit Polens gekämpft, und er wiederhole die Behauptung, daß die feierliche Erklärung Deutschlands, eine Der ichtigung der O st grenzen nicht durch Militärgewalt herbeizuführen, ein Erfolg sei. (Starker Beifall, der von der Marin-Gruppe bis zu den Sozialisten geht.) Man habe gesagt, Locarno sei keine französische Idee, sondern eine deutsche. Er behaupte, daß der Keim zu Locarno von ihm 1 922 in Cannes gelegt worden sei. Damals habe er keinen Erfolg gehabt, später aber sei ihm gelungen, was man um jene Zeit nicht habe durchführen können.'Zn Cannes habe er England gesagt, durch Garantierung ter Rheingrenze verteidigt ihr nicht eine französische Grenze, sondern die eurige. Für Deutschland habe der Versailler Vertrag die Bedeutung eines durch Gewalt aufgezwungenen Vertrages gehabt. Er selbst habe sogar vor Abschluß der Locarnoabkommen im Einvernehmen mit den Alliierten die Politik des Zwanges handhaben müssen. Er habe stets Siegerpolitik getrieben und gezeigt, daß Frankreichs Gesicht das eines Landes sei, das im größten Kriege gewonnen habe. Die Physiognomie Frankreichs dürfe nicht Furcht, Mißtrauen und Schüchternheit ausdrücken. (Beifall.) 3n Deutschland habe sich unter dem Regime der Zwangspolitik der Haß ent- 168•’O 1,69 58-486 112-06 112-11 112-Z 10-$ 21-A 20-29* 4-1775 16-*$ 81 ■« 57-tz 0> 51,82 O 7*2' M 3.028 '!’S fS der ehemalige Delegierte Frankreichs der Reparationskommifiion, bekämpfte den Doungplan. Der seine Rede beherrschende Gedanke ists daß man von Ermäßigung zu Ermäßigung geschritten sei. Der Dawesplan, der dank dem guten Willen Deutschlands gut funktioniere, solle nunmehr durch den Voungplan erseht werden, der in endgültiger Weise die Schuldensrage regeln solle. Das Wort definitiv lörung kvebungen. rjTB. Junffpnuf).) $i! n< i» »‘‘ÜU W venuM ***** du* '5 ie roiW^S dnnhau. del l 1 bn,, Lqelafim ha' ilUm,6^TdluW tbfli Franklin-Bouillon müsse er sagen, als er, Briand, über die deutsche Forderung in der Minderheitenfrage sich zu äuh.rn hatte, habe er nicht als verschämter Armer dagestanden, wie man ihn hinstelle. Er habe in Genf kein Blatt vor den Mund genommen. (Beifall.) Deutschland sei nicht berechtigt gewesen, sich der legitimen Rechte der Minderheiten als eines Mittels gegen die Souveränität der Staaten zu bedienen. Es gebe so viel Mittel, zwischen den Völkern Kriegsmöglichkeiten zu schaffen, daß man ihnen auch die Möglichkeit verschaffen müsse, miteinander zu sprechen, um Mißverständnisse zu beseitigen, bevor blutige Konflikte ausbrächen. Gewiß müsse er zugeben, daß er sich über die Erschütterung, unter der sein Friedensangebot leide, klar sei. Es fei leichter, den Völkern heroische Töne und Trompetenge- schmetter verständlich zu machen, als Worte de8 Friedens. Die Friedenspolitik fei eine zu armselige Politik. Sie erzeuge Beunruhigung. Dieses Geständnis mache er ohne Furcht, sich dadurch herabzufehen. Aber trotz allem werde er, solange er könne, auf seinem Platz bleiben, um diese Politik zu verfechten. (Lebhafter Beifall.) Er werde, wenn nötig, wie ein Pilger durch das Land ziehen, um seine Stimme zu erheben, und er hoffe, überzeugende Töne zugunsten des Friedens zu finden. (Lebhafter Beifall.) Er wisse, daß man diese Politik nicht mit verzückt zum Himmä gerichteten Augen machen könne. Man müsse sich organisieren. Er erkenne an, daß die Formel, die die Völker in ihren Bann geschlagen habe, sei: Si vis pacem, para bellum, und er gC'je zu, daß ein Mann, der diese Formel dahin ändern wolle: Si vis pacem, para pacem, Gefahr laufe, als Rarr und fast als Hebeltäter zu gelten. Er glaube, daß man —- wenn man den Frieden wolle — ihn vorbereiten müsse, und daß sich bereits einiges geändert habe. Die Völker hätten nicht mehr die gleiche Impulsivität, sich zu bekämpfen. Stimmen seien zu ihnen gedrungen, die ihnen erklärten: Führt keine Kriege! Man habe die Kanonen zu in Schweigen gebracht; das sei ein Sieg für den Frieden. Abkommen, wie der Kelloggpakt, hätten nur einen moralischen Wert. Sie brandmarkten den Krieg, intern sie sagten: Reihen wir ihm die Maske der Legalität herunter! Gewiß, das sei eine Geste, die man leicht lächerlich machen könne, aber immerhin sei diese Geste, wenn alle Rationen sich verständigt hätten, etwas, um sie zu vollziehen und den Frieden zu garantieren. Run gebe es aber Dölker, die wüßten, was es koste, feierliche Verpflichtungen nicht einzuhalten, und die noch unter ihrer Verantwortlichkeit seufzen. Das sei gewiß nur eine moralische Schranke, aber immerhin eine Schranke. Es wäre tragisch, wollte man meinen, daß die Dölker. die ein derartiges Abkommen unterzeichnet hätten, eines Tages dagegen verstoßen könnten. Er schließe sich der Ansicht H e r r i o t s an, die dieser heute vormittag über das künftige Europa zum Ausdruck gebracht habe. Wenn die Regierung vom Parlament verlange, nach London und nach dem Haag gehen zu können, fordere sie von ihm das vertrauen. Zweifellos seien der Plan und die Ansichten, die Frankreichs Regierung vertrete, nicht vollkommen, aber diesen Unvollkommenheiten stünden Dorteile gegenüber, die niemand bestreiten könne. Briand geht dann auf die wegen der Haager Konferenz an der Regierung geübten Kritiken ein. Man habe gesagt, daß die Haager Konferenz zu einer weiteren Her ab- setzung des französischen Gläubigeranspruches geführt habe. Gewiß, das sei möglich, aber jede der im Derlaufe der Der- Handlungen vorgenommenen Herabsetzungen habe neue Möglichkeiten erbracht. Briand wies alsdann auf den guten willen Deutschlands bei Ausführung feiner Verpflichtungen gemäß dem Versailler Vertrag hin. hieran müsse man sich erinnern. Der Abgeordnete Louis Marin unterbricht Briand mit der Bemerkung, es sei bedauerlich, daß Briand seine heutige Anklagerede gegen den Der sailler Vertrag nicht vor sechs Jahren gehalten habe. Er, Marin, habe damals nicht geschwiegen. Briand: Man kritisiert meine Politik, aber durch welche an« ■IV <^lrn sie ersehen? Das sagt man nicht- ileberöies erfordert unsere Politik, daß wir in allen Fragen, die mit den Alliierten behandelt werden, uns über das einzuschlagende ^^'"hre"einigen.WaswollenSie zu Mann gewandt, an meiner Stelle tun9 sollen S.e sagen, ich werde nicht das Rheinland zürnen ich bleibe, ich billige nicht den Voung-Plan? Das ist auch eine Politik! Hatte _ gern gesehen, wenn sie auf dieser Tribüne verteidigt worden wäre. B r l - and spottet unter großem Beifall der Mehr- heit m der Kammer über diejenigen, die wohl ein Gebaudezer stören, abernicht auf. zubauen wissen. Er müsse jetzt der Kam- mer erklären, daß sie ihre Derantwor- rung übernehmen müsse. le* le sich n ?etben. 9cn vvn H J550 r-r-D M "ch Svus aber fd-nn i Sieben beUlnnJ.. nur nad) von 500 U Ä0U£!eöUnÖ nw«. $en der Amvorllchasr n verwandt waren, -ne anderweitige Hch und bie Hutter nch M Malle der Ar- -der die 3uf*läae GietzenerAiizeiger Eeneral-Anzeiger für Oberhesfen vrröund Verlag: vrühl'sche UniverfitSlr-vvch- und Steinörudcrei B. Lange in Gießen. §chriftleitung und Geschäftsstelle: ZchulNraße 7. wickelt. Damals habe die französische Politik nach einer Derständigungsmöglichleit mit Deutschland gesucht. Der Dawesplan habe diese Annäherung zu erleichtern versucht. Polen, die Tschechoslowakei und Jugoslawien hätten die Abkommen von Locarno und von London mitunter» zeichnet. Der polnische Außenminister habe deutlich erklärt, daß Polen niemals der Annäherung Deutschlands und Frankreichs Hindernisse bereiten werde, sondern daß im Gegenteil die Sicherheit Polens durch derartige Abkommen gesteigert würde. 3n Polen lasse man den Bemühungen Frankreichs um Garantierung der Sicherheit seiner Grenzen Gerechtigkeit widerfahren. Briand erinnert daran, daß er dazu bei- getragen habe, die großen Schwierigkeiten der Volksabstimmung in Oberschlef ien zu beheben. Aus Grund der damals getroffenen Regelung gebe es nicht einen einzigen Polen, der nicht die Bemühungen Frankreichs anerkennt. Um zu wissen, wie Deutschland die Verträge beurteile, müsse man wissen, daß Reichskanzler Müller selbst auf der Tribüne des Reichstages erllärt habe, die Politik von Locarno und Tholry bedeute den endgültigen Verzicht auf Elfah-Lolhringenl (veisall.) Eine derartige Zustimmung zu der empfindlichsten Klausel des Versailler Vertrages zu erhalten, sei doch bedeutungsvoll. Briand geht dann auf die Kritik ein, die Franklin-Bouillon an der in Berlin abgehaltenen Tagung katholischer französischer und deutscher Parlamentarier geübt habe, vor allem auf seine Kritik an den auf deutscher Seite gehaltenen Reden. Ein Prälat solle Werte des 'Bedauerns über die deutsche Ostgrenze gesprochen haben. Die französische und die deutsche Delegation hätten sich doch versprochen, mit ihren Besorgnissen nicht hinter dem Berge zu halten."Briand verliest die von einem Mitglied der deutschen Delegation gehaltene Rede. Diese bedeute, daß die Deutschen die Folgen von Locarno, besonders mit Bezug auf Elsaß-Lothringen, annehmen. Dem Abgeordneten Briand verteidigt seine Politik vor der Kammer. Anerkennung des guten Willens Deutschlands.—DerZug nach dem Haag ist noch nicht abgefahren.—Drohung mit demRücktritt Reichsbank. Aber große sachliche Schwierigkeiten bestehen nicht mehr, es kommt vielmehr darauf an, die Marschroute der Delegation und ihr Zusammenarbeiten vorzubereiten und sicherzustellen. In der heutigen Kabinettssitzung dürften auch noch etwa jetzt schwebende Erwägungen über die pers onelle Zusammensetzung der Delegation endgültig klargestellt werden. Die Teilnahme des Reichsbankpräsidenten als deutscher Delegierter ist wohl als sicher anzusehen, schon aus dem Grunde, weil Dr. Schacht für die Ausstellung des Doungplanes seinerzeit in Paris als deutscher Sachverständiger entscheidend verantwortlich ist und daher selber alles Interesse daran haben müßte, daß das Endergebnis ebenfalls unter seiner Mitverantwortung zustande kommt. Don verschiedenen Kreisen wird im Zusammenhang mit der personellen Zusammensetzung der Delegation jetzt der Wunsch ausgesprochen, daß der Reichskanzler Hermann Müller sich persönlich mit in den Haag begibt. Dagegen spricht allerdings, daß einmal für diese Zeit das Reich der leitenden Hand entbehren müßte und zudem der Kanzler auch heute noch, obwohl er darauf wenig Rücksicht nimmt, erholungsbedürftig ist. Und schließlich spricht gegen eine Teilnahme des Reichskanzlers an der Haager Konferenz die Tatsache, daß die anderen Verhandlungspartner nicht durch ihre Ministerpräsidenten, sondern nur durch die Facbminister vertreten sind. Allerdings steht noch nicht fest, ob der französische Ministerpräsident Tardieu, wie verschiedentlich verlautete, die französische Delegation führen wird, womit natürlich die Situation vollkommen verschoben mürbe. Die voraussichtliche deutsche Vertretung. Berlin, 27. Dez. (TäT Funkspruch.) Wie der »Vorwärts" berichtet, dürften außer dem Außenminister C u r t i u s , dem Finanzminister Moldenhauer und dem Minister für die be-> setzten Gebiete, Dr. Wirth, der Abordnung von den sozialdemokratischen Mitgliedern des Kabinetts entweder Aeichswirtschastsminister Robert Schmidt oder der Reichsminister des 2nnern S e v e r i n g angehören, Reichsbank- präsident Schacht dürste ebenfalls als deutscher Vertreter mit nach dem Haag reifen. Die französischen Vertreter. Paris, 26. Dez. (TU. Funkspruch.) Die Zusammensetzung der französischen Vertretung für die zweite Haager Konferenz ist amtlich noch nicht bekanntgegeben worden. Cs ist jedoch sicher, daß, wie es im August der Fall war. außer dem Ministerpräsidenten Tardieu als Führer, der Außenminister Briand, Finanzminister C h 6 r o n und Arbeitsminister Lou - cheur als Hauptdelegierte an ihr beteiligt sind. Die Sachverständigen, die sich der französischen Delegation anschließen, werden voraussichtlich sein: Der Gouverneur der Bank von Frankreich, Moreau, der ilntergouberneur Morel, der Finanzsachverständige Q u e s n a h , der Direktor im Finanzministerium, Fornier, sowie der Leiter der außenpolitischen Abteilung am Quai d'Orsay, Leger, und der Leiter bet Wirtschaftsabteilung des Außenministeriums, Coulondre. Die französische Abordnung wird voraussichtlich am Donnerstag, 2. Januar, in den Abendstunden Paris verlassen und am 3. Januar morgens im Haag eintreffen. Die britische Vertretung im Haag. London, 24. Dez. (WB.) „Times" meldet: Die britische Regierung wird auf der zweiten Hauptkonferenz durch Schahkanzler Snowden und den Präsidenten des Handelsamtes Graham vertreten fein. Snowden und Graham werden am 2. Januar von London abreisen. Die belgische Abordnung. Brüssel, 27. Dez. (Xil. Funkspruch.) Der belgische n Abordnung für die Haager Konferenz werden Ministerpräsident Za spar, Außenminister Hymans, Finanzminister H o u - tard und der Minister Francqui angehören. Rücktritt de« belgischen Kolonialministers. Brüssel, 26. Dez. (WB) Der belgische Kolonialminister T schaffen hat dem Ministerpräfidenten 2 a s p a r fein R ü ck t r i t t s g e s u ch angeboten, und Zafpar hat es angenommen. Der Grund zu Tschoffens Rücktritt ist in der Zahlungseinstellung der Lütticher Bank Chausoir zu erblicken. Tschofsen gehörte dem Verwaltungsrat dieser Bank an; sie arbeitete mit einem Kapital von 40 Millionen Francs, während die Reserven nach dem belgischen Moniteur nur 2,5 Millionen Francs betragen. Beginn der Haager Konferenz am 3. Januar. Berlin, 26.Dez. (WB.) Der Wiederbeginn der H a a g e r K o n f e r e n z ist, wie wir von zu- ständiger Stelle erfahren, endgültig auf den 3. 3 a n u a t festgesetzt. Die Eröffnungssitzung findet nachmittags 5 Ühr im DinnenHof im Haag statt. 5\ I 12 fc 165 s 29 ,75 052 458 ,84 421 .21 025 $ 1J9 Tis* 58-47 112-07 20.455 16, '61-8 21-H § 112-» 61-56 67.67 12-39 13-15 Jtiftfe fei bisher unternommen worden, alles bleibe noch zu tun, die dritte Rheinlandzone fei noch nicht geräumt. Die Sammer könne alfo fortfahren, das Rheinland zu besehen, entgegen den eingegangenen Verpflichtungen. Das sei noch möglich. Der nach dem Haag fahrenden Zug sei noch nicht abgegangen. Aber die Regierung wolle etwas anderes als HL orte des Dorwurfes und Nadelstiche. Es sei Zeit, daß das Parlament den Interessen Frankreichs diene. Gebe es etwa keine Sanktionen? Allenthalben seien solche vorhanden. Wenn die Kammer am Kapitel 1 des Budgets eine Kreditherabsetzung Vorschlägen wolle, könne fie es tun, aber er. Briand, lehne das a b, und zwar unter Einsetzung seines Portefeuilles. Dor dem Lande müsse jetzt die Kammer die Derantwortung für eine aufbauende Entschließung übernehmen, und zwar durch eine Abstimmung, die der Doktrin des Landes entspricht, der Lehre der Rechtschaffenheit und Ehrlichkeit, wie sie, so bemerkte der Außenminister zum Schluß ironisch, der Abgeordnete Mandel der Regierung habe erteilen wollen. Die Rede Briands wurde von fast der gesamten Kammer mit lebhaftem Beifall ausgenommen, er selbst von seinen Ministerlollegen und zahlreichen Kammermitgliedern, als er sich auf seinen Platz zurückbegab, lebhaft beglückwünscht. Die Sitzung wurde hierauf um 7 2Hr unterbrochen. Rach Wiederaufnahme der Sitzung wurde die Weitcrberatung des Budgets auf morgen vormittag vertagt. Der Abgeordnete Franklin- Bouillon kündigte an, baß er auf die Rede Briands antworten werde. Der Kammerpräsident fragte hierauf die Regierung, welchen Zeitpunkt sie für die Diskussion der Interpellationen M out et sSozialist) und Cachin (Kommunist) über die Amnestie Daudets und der wegen politischer Vergehen verurteilten Personen Vorschläge. Ministerpräsident T a r d i e u verlangte die Vertagung dieser Interpellationen unter Stellung der Vertrauensfrage. Dieser Antrag der Regierung wurde schließlich mit 303 gegen 266 Stimmen angenommen. Der Papst über das italienische Konkordat. Stadt des Vatikans, 25.Dez. (WB.) Der Papst empfing heute vormittag das Kardinalskollegium zur Entgegennahme der Glückwünsche. Bei dieser Gelegenheit hielt Pius XI. eine Rede, in der er die Ereignisse des Jubeljahres und vor allem den Lateranpakt besprach. Er drückte seine Freude über die durch die Verträge und den Königsbesuch entstandene neue Loge aus. Er bedauerte aber, daß die Katholische Aktion nicht so behandelt werde, wie sie es werden müßte und wie der entsprechende Artikel des Vertrages es verlange. Zu behaupten, daß die Katholische Aktion Politik treibe, sei eine Verleumdung. Wenn auch einzelne Politisierende unter den Mitgliedern der Katholischen Aktion sein sollten, so könne man deshalb nicht sagen, daß die Katholische Aktion sich in die Politik msiche. Der Papst erklärte auch, daß er mit der Lage der katholischen Presse unzufrieden sei. Sie werde widerwärtig schlecht behandelt, und das zu einer Zeit, in der Momente angekündigt werden, deren Opportunität anzuerkennen schwer sei und die, wenn nicht nach dem Buchstaben, so doch dem Geiste nach mit den Abmachungen im Widerspruch stünden: das auch zu einer Zeit^ wo man Erlaubnis und Erleichterung gewähre für Veröffenllichungen, die gegen diesen Geist verstießen, die unehrerbietig und rücksichtslos gegen den Heiligen Vater seien und die Gewissen und Verstand gerade in den Punkten in Aufruhr versetzen wollten, die der Papst richtiggestellt und verurteilt habe. Oer Erzbischof von Turin f. T ur i n, 26. Dez. (WB.) Kardinal Giuseppe G a m b a, Erzbischof von Turin, ist im Alter von 73 Iahren plötzlich gestorben. Kardinal G a m b a ist im Iahre 1857 geboren, wurde 1923 von Pius Xl. zum Erzbischof von Turin ernannt und drei Iahre später zum Kardinal erhoben. Gamba stand in besonders nahen Beziehungen zum italienischen Königspaar und zum Kronprinzen. Er hat in der Wiederherstel- Gießener Gtadttheater. Lkonkowski und Gilbert: „Tie keusche Susanne". Als heiterer Weihnachtsschlager stieg gestern im Stadttheater O k o n k o w s k i s dreiaktige, immer wieder zugkräftige Operette „Die keusche Susanne". Das Frantfurter Operetten-Ensemble erzielte damit vor ausverkauftem Hause einen starken Erfolg. „Die keusche Susanne" gehört zum älteren Operettenbestand; ihr Libretto ist mit allen Schikanen des erfahrenen Fachmannes geschrieben, die Handlung flüssig und spannend bis zum Schluß gestaltet, die Musik prickelnd, melodienreich und mit wirksamen «chlagern gespickt. Okonkowski und Gilbert wußten, was sie wollten mit der „keuschen Susanne", und der Bühnenerfolg ist bei einer schmissigen Aufführung wie gestern immer wieder auf ihrer Seite. Die Titelrolle der „keuschen Susanne" war bei Ly Ottmar darstellerisch und gesanglich in sehr guten Händen; die Künsllerin schöpfte die reichen Möglichkeiten dieser Rolle bis zum letzten aus. Fritz Beyer, der auch in straffer Weile die Regie führte, spielte den duckmäuserigen Privatgelehrten und geheimen Lebemann Baron des Aubrais in vollendeter Weise. Die Rolle seiner Frau Delphine wurde von Rosel Tresper ansprechend gegeben. Mia Herbe! (Jacqueline) war darstellerisch besser und zufriedenstellender als gesanglich, da eine gewisse Härte des Organs die Gesamtleistung etwas beeinträchtigte. Eine köstliche Leistung bot Hans Schneider als Hubert, an dem man seine helle Freude hatte. Der RenL Boislurette wurde von Emmerich Müller- Marten flott und gut obgcstimmt verkörpert. Die komische Figur des Parfümfabrikanten Pomarel brachte Aranz M e n a r in wirkungsvoller Weise zur Darstellung. Der Privatgelehrte Eharencey von Fritz Schwab befriedigte. Anneliese K ü st n e r hätte ihre kleine Rolle als Frau Eharencey ruhig ein wenig lebend.ger geben dürfen. Einen schneidigen Oberkellner /stellte Willy Hartmann hin, einen reizenden Pikkolo schuf Edi Schreiner. Die kleineren Rollen konnten im großen und ganzen gefallen. Die Chöre, die Tänze und das Ballett — stir die letzteren zeichnete Rose! Helge, oerant- »örtlich — waren gut. Paris, 26. Dez. (WB.) Die französische Regierung veröffentlicht boS Memorandum, das sie an die an der Londoner FIo t - tenkonferenz teilnehmenden vier Mächte überreichen ließ. Es heißt darin, nach Ansicht der französischen Regierung mühte die Flottenkonferenz sich über die Grundsätze und Methoden einigen, die den späteren Abschluß eines allgemeinen Abkommens zur Einschränkung der Rüstungen ermöglichen. Die englische und die amerikanische Regierung hätten den Kelloggpakt zur Grundlage ihrer Besprechungen gemacht. Der Kelloggpakt sei auf dem Einfluß der öffentlichen Meinung. der gewiß groß sei, begründet, aber seine methodische Anwendung sei noch nicht organisiert. Er regele nicht sämtliche Fragen der gegenseitigen Hilfeleistung gegen den Angriff und gegen den Angreifer, und bei der gegenwärtigen Lage genüge er nicht, um die Sicherheit der Nationen zu garantieren. Die französischeRe- g i e r u n g und die übrigen Mitglieds st aa- ten des Völkerbundes hätten sich dagegen verpflichtet, im wesentlichen auf dem Völkerbund s st a t u t die Einschränkung und Herabsetzung ihrer Rüstungen, von denen die Seerüstungen nur einen Teil bilden, aufzubauen. Das Dölkerbundsstatut liefere bereits jetzt die Grundlage für ein vollkommenes Sicherheits-- system, aufgebaut auf der Anwendung von Methoden zu einer friedlichen Regelung und der Unterstützung des Staates, der ungerecht angegriffen sei. So wahr es sei, daß ein allgemeines technisches Abkommen über die Rüstungen ein vorheriges politisches Abkommen voraussetze, so sei es ebenso richtig, daß ein vollständiges Flottenabkommen eine Verständigung über die Frage der Freiheit der Rleere voraussehe, die Rechte der kriegführenden und der Neutralen definiere und eventuelle Zusammenarbeit der übrigen Flotten gegen diejenige eines Angreiferlandes vorsehe. Trotz dieser Vorbehalte sei die französische Regierung entschlossen, auf der Londoner Konferenz tatkräftig mitzuarbeiten. Die Londoner Konferenz werde ihr Ziel nur dann vollkommen erreicht haben, wenn sie in G e n f ein voll- Frankreich und die Abröstung zur See Das französische Memorandum zur Londoner Flottenlonferenz. kommenes Abkommen über die Methoden der Einschränkung de. Seerüstungen ermögliche. Im zweiten Teil des Memorandums werden dann die vier Grundsätze auseinandergesetzt, die für Frankreich bei kommenden Verhandlungen maßgebend fein werden. Es heißt darin, die französische Regierung gedenke, die Herabsetzung ihrer Rü stungen gemäß Art.8 des Völkerbunds st atuts vorzunehmen. Nur auf dieser Grundlage könne ein für sämtliche in London nicht vertretenen Regierungen annehmbares Abkommen vorbereitet werden. Die Genfer Vorbercitungsarbeiten hätten ergeben, daß ein enger Zusammenhang sämtl'cher Rüslungs- arbciten auf dem Lande, zu Wasser und in der Luft bestehe. Dies sei ein wesentlicher Grundsatz der französischen Politik der nationalen Verteidigung, dessen Bedeutung sich vor allem aus der geographischen Lage Frankreichs ergebe. Der französischen Marine seien daher Aufgaben gestellt, die die französische Regierung nicht aus dem Auge verlieren könne, wenn es sich für sie darum handele, Art.8 des Völkerbundsstatuts anzuwenden. Die Verbindungswege im Mittel- m e e r hätten für das englische Weltreich eine Bedeutung, die die französische Regierung nicht verkenne. Diese Bedeutung sei jedoch für Frankreich nicht geringer. Sei es nun möglich, unter den RNttelmeersee- mächten ein Abkommen der gegenteiligen Garantie und des Richtangreisens zu verwirklichen, an dem auch diejenigen Mächte teilnehmsn. die auf der Londoner Konferenz nicht vertreten sein würden? Die französische Regierung stelle diese Frage, indem sie sich grundsätzlich für ein der- artiges Abkommen ausspreche. Sie habe den aufrichtigen Wunsch, zu einer Herabsetzung der Seerüstungen zu gelangen. Schließlich betont das Memorandum, daß die französische Regierung auf den Erfolg einer Verhandlung vertraue, die die Wege für die all- gemeine Konferenz über die Einschrän- ttrng und Herabsetzung der Rüstungen vorbereiten werde, entsprechend dem gemeinsamen Wi.len der Völker, den Frieden zu organisieren. lung der Beziehungen zwischen dem Papst und dem italienischen Königshause eine bedeutsame Rolle gespielt. In diesem Iahre sind bereits acht Kardinäle gestorben. Mit dem Tode Gambas sinkt die Zahl des Kardinalkollegiums auf 62 (29 Italiener und 33 Ausländer). Falscher Alarm in Brüssel. Brüssel, 24. Dez. (WTB.) Die^ Belgische Telegrophenagentur teilt mit: Anläßlich dcr Verhaftung zweier Italiener haben die Blätter über ein angeblich von den Festge- nommencn geplantes Attentat gegen die bei gische Königsfamilie gesprochen. Nach Informationen von maßgebender Quelle scheint es, als ob von einem geplanten Attentat gegen die Königsfamilie nicht die Rede ist. Die beiden Italiener wurden hauptsächlich wegen des Besitzes falscher Pässe verfolgt. Die Untersuchung dauert im übrigen noch an. Der Italiener Pascal Rusconi, der auf Grund der Verhaftung Demeris wegen Paßvergehens voräb:rg:h.nd ebenfalls festgenommen wurde, ist durch die älntersachungsb.hirde wieder auf freien Fuß gesetzt worden, da sich keinerlei Verdachtsmomente gegen ihn ergeben haben. Die KirchensemdschastMlanbs. Kowno. 26. Dez. (T2. Funkspruch.) Wie aus Moskau berichtet wird, wurde im Zusammenhang mit den neuen scharfen Kampf» Maßnahmen der Sowjetregierung gegen die Kirche in mehreren Städten der Sowjetunion das Weihnachtsfest nicht gefeiert, so in Moskau, Leningrad und anderen Großstädten Rußlands, wo in sämtlichen Betrieben gearbeitet wurde. In Odessa, Charkow, Kiew und Schietomir 'wurden kürzlich mehr als 9 0 Kirchen geschlossen und ihr Eigentum zugunsten des Staates beschlagnahmt. In verschiedenen Gegenden der Sowjetunion kam es zu Zusammenstößen zwischen Gläubigen und Kommunisten, die vielfach versuchten, den Gottesdienst zu stören. Die politische Polizei nahm in verschiedenen Orten Verhaftungen vor. \ Reue Festnahme in der Bombenaffäre. Altona, 24. Dez. (WB.) Die Ermittelungen in der Spreng st offangelegenheit haben zu einer neuenFe st nähme geführt. Es handelt sich um einen Expedienten Otto R i e p e r aus Hamburg, der an dem Anschlag auf das Finanzamt Oldenburg in der Nacht zum 3. Iuni beteiligt war. Rieper, der geständig ist, wurde heute der Staatsanwaltschaft zugefüh^t. Vor dem Untersuchungsrichter wiederholte er sein der Polizei gemachtes G e st ä n d n i s, worauf Haftbefehl gegen ihn erlassen wurde. Ausscheiden von Schliebens aus dem Reichsdienst. Berlin, 24. Dez. (WTB.) Der „Reichs- anzeiger" teilt mit: Der Präsident des Landesfinanzamtes Magdeburg, Reichsminister a. D. v o n S ch l i e b e n, scheidet mit Ablauf des Monats Dezember 1929 auf seinen Antrag aus dem Reichsdienst aus. Aus aller West. Schiffskatastrophen. Paris, 26. Dez. (WTB.) Nach einer Havas- Meldung aus Maorid ist bei dem Schiffbruch des norwegischen Dampfers „Aslan d" unweit bei Bayona an der spanischen Westküste die gesamte Besatzung von 30 Mann ums Leben gekommen. An derselben Stelle ist vor drei Iahren bereit3 ein anderer norwegischer Dampfer gestrandet und im September die.es Iahres ein englisches Schiff. Sofia, 26. Dez. (WTB. Funkspruch.) Das bulgarische Handelsschiff „W a r n a" ist infolge eines Zusammenstoßes mit einem griechischen Schiffe im Marmarameer gesunken. 25 Mitglieder der Besatzung sind ertrunken, nur vier konnten gerettet werden. Strandung eines Motorschiffes bei Helgoland. Helgoland, 25. Dez. (WTB.) Das mit Getreide von Hamburg nach Husum unterwegs befindliche Motorschiff „Frisia" ist auf den Seehundsklippen bei Helgoland gestrandet. Die aus drei Mann bestehende Besatzung wurde von Helgoländer Motorbooten gerettet. Das etwa 150 Tonnen große Schiff ist wahrscheinlich verloren. Zwei Tankdampfer in der Llbe auf Grund geraten. Hamburg, 25. Dez. (WB.) Bei dem durch den starken Ostwind verursachten sehr niedrigen Wasserstand der Elbe lief am Dienstagvoimittaa der 12 000 Tonnen große Tankdampfer „W i l • Helm Riedemann" von der Deutsch-Amerikanischen Petroleumgesellschaft mit voller Ladung vor Blankenese auf Grund. Drei Stunden später wollt der ebenfalls von See kommende etwa 10 000 Tonnen große Tankdampfer „M e r k - land" aus Norwegen den „Wilhelm Riedemann" passieren und lief ebenfalls fest. Die Havarie der beiden Tankdampfer hätte beinahe ein weiteres Schiffsunglück verursacht. Als der holländische Dampfer „Kieldrecht" und der Fischdampfer „Augustenburg" die Unfallstelle passierten, gerieten beide zu nahe aneinander. Der Fischdampfer erhielt einen Riß am Rumpf und entging nur mit knapper Not einem größeren Unglück. Beide Dampfer konnten ihre Fahrt fortsetzen. Die festgefahrenen Tank- dampfer bilden eine starke Behinderung der Elbeschiffahrt. verheerender Sturm über England. London, 26. Dez. (TU. Funkspruch.) lieber große Teile Englands ging in der Nacht zum ersten Weihnachtstag und in den frühen Morgenstunden ein sehr schwerer Sturm hinweg. Besonders heirnc^esucht wurde das südliche Irland. In den Straßen von Tipperary wurd» durch obgedcckte Dächer, herumgeworfene Ziegelsteine und abgerissene Baumäste bedeutender Schaden ongerichtet. Teile der Stadt sind überschwemmt. Aus Kirkwall wird gemeldet, daß sämtliche Secdienste wegen der Heftigkeit des Sturmes eingestellt werden mußten. Der Sturm erreichte zeitweise eine Stärke von mehr als 70 Stundenmeilen. Die nördlichen Orkney inseln find ohne Weihnachtspost. Im K a n a l ist die Schifffahrt gleichfalls stark behindert. In der Bucht von Plymguth haben zahlreiche Dampfer vor dem Sturm Zuflucht suchen müssen. Erneuter Frost und Schneefall im Schwarzwald. Freiburg, 27. Dez. (WTB. Funkspruch.) Nachdem föhnnrtige Witterung vor und während der Weihnachtsfeiertage, verbunden mit starken Regenfällen bei erhöhten Temperaturen auf dem Schwarzwald fast die ganze Schneedecke weggeschmolzen hatte, ist mit dem zweiten Weihnachtsfeiertag ein Witterungsumschlag eingetreten. Die Tem- peratur ist bei ausgiebigen Sch neefäl« l e n stark gesunken. In den höheren Lagen ist wieder eine N e u s ch n e e d e ck e bis zu 50 Zenti Meter vorhanden. Der Temperaturunterschied betrug heute früh gegenüber dem ersten Feiertag 19 Grad. Drei Tote bei einem Autounglück. Kassel. 25. Dez. (WTB.) Gestern abend wurde ein Kraftwagen mit fünf Insassen, der sich anscheinend verirrt hatte, auf einem schrankenlosen, wenig benutzten Liebergang der Strecke Paderborn—Nord-Lippspringe von einem von Lippspringe kommenden G ü t e r z u g erfaßt, etwa 50 Meter mitgeschleift, gegen eine Drücke gedrückt und völlig zertrümmert. Der Müh- lenbesiher Winkler aus Niedergebra und der Kraftwagenführer Dörfler aus Bleicherode waren sofort tot. Der 14jährige Sohn Wink- Das Orchester unter Leitung von Max Klier verdient volles Lob, ebenso die gute Gestaltung der Bühnenbilder. Das Haus dankte mit sehr lebhaftem Beifall. B. Ein hessischer Afrikaforscher. Don Prof. Or. jur. et Phil. Karl Esselborn. Einer um die Erforschung afrikanischer Sprachen sowie um die ehemalige deutsche Kolonie Togo verdientesten Pioniere ist Dezirksamtmann und Regierungsrat a. D. Adam M i s ch l i ch , den der unglückliche Kriegsausgang vor der Zeit aus seiner erfolgreichen Laufbahn heraus- gerissen hat und seitdem in Darmstadt anfäsfig ist. In Nauheim bei Groß-Gerau ist er am 28. März 1864 geboren. Er besuchte zunächst die Volksschule seines Geburtsortes, dann die Realschule in Michelstadt und Darmstadt. 1885 wurde er in das Basler Missionshaus ausgenommen und bereitete sich dort für den Beruf eines Heidenmissionars vor. Fünf Iahre später wurde er in Nauheim als Missionar ordiniert und begab sich dann, um sich in der englischen Sprache zu vervollkommnen, nach England. Ende 1890 erfolgte seine Ausreise nach der Goldküste. Daselbst erlernte er außer der Ga-Sprache auch das im Hinterland der Goldküste und in einzelnen Teilen von West-Togo gesprochene Tschi. Nach seiner zweiten Aussendung im Jahre 1894 wurde er in Worawora in Togo stationiert. Auf verschiedenen größeren Erkundungsreisen in Mittel- und Nord-Togo, die wegen des stets drohenden Fiebers nicht gefahrlos waren, drang er bis an die Grenze von Französisch-Dahomeh vor. Bei diesen Reisen machte er genaue topographische Aufnahmen, zeichnete Karten und Landschaftsbilder und veröffentlichte Berichte über seine Beobachtungen von Land und Leuten im „Missionsmagazin" und in den »Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten". Im Iahre 189Z schied er aus der Basler Mission aus unb trat in den Dienst des Gouvernements von Togo. Er wurde dem Leiter der Inland- ftalion von Kete-Kratschi, Grafen von Zech, als Mitarbeiter beigegeben und, als dieser dann Gouverneur von Togo wurde, trat er an dessen frühere Stelle. An der Hebung des Verkehrs und der Volkswirtschaft seines Amtsbezirks, der an Größe etwa Württemberg gleichkam, arbeitete er unermüdlich. Er erforschte das Gelände durch Routenaufnahmen systematisch und legte breite, fahrbare Straßen an, die z im Teil mit Alleen eingefaßt wurden. Große Versuchspslanzungen, die er ins Leben rief, hatten Mahagoni, Ebenholz, Gerberakazien, Kola, Oelpalmen, verschiedene Kautschukarien, Sisalhanf, mehrere Baumwollarten, Mangopflaumen, Orangen, Zitronen, Ananas. Kaffee, Kardamon usw. zum Gegenstand. Einen deutlichen Begriff von dieser Seite seiner kolonialen Tätigkeit gibt sein eingehender „Bericht über die Versuchspflanzungen im Bezirk Kete-Kratschi" vom Dezember 1928. Von Anbeginn seiner Tätigkeit hatte er ein scharfes Augenmerk auf das Studium der Volkskunde. Dor allem aber widmete er sich der Erforschung ter Hauptverkehrs- und Handelssprache im Zentralsudan und in Westafrika, der Sprache der Haussa, die um 1400 den Islam annahmen und, wie die Neger überhaupt, eine sehr lebhafte Phantasie besitzen, aber auch in den Schattenseiten ihres Charakters, in ihrer Hinier- Clist und Verschlagenheit die gewöhnlichen Neger weit übertreffen, wenn auch viele ihrer Stammes» genossen eine verhältnismäßig hohe Dildung und feinte Benehmen besitzen. Außer zahlreichen Aufsätzen stammen aus Mischlichs Feder u. a. folgende sprachwissenschaftliche Veröffentlichungen: „Lehrbuch der Haussasprache" (2. Ausl. 1911), „Wörterbuch ter Haussasprache. 1. Teil: Haussa» Deutsch" (1926). Das Verdienst der lexikalischen Arbeiten Mischlichs besteht darin, daß sie die Mundarten als gleichberechtigte Glieder des Ganzen vor Augen führen, mit peinlicher Genauigkeit die der gleichen Wurzel entwachsenen Wortstämme verbaler wie nominaler Natur aufführen und charakterisieren und den Wortsinn auf das bestimmteste feststellen, was bei Sprachen von der Art des Haussa mit besonderen Schwierigkeiten verknüpft ist. Alle diese Vorzüge machen feine Leistungen auf sprachlichem Gebiete geradezu vorbildlich. Auszeichnungen mancherlei Art brachten ihm diese Arbeiten ein. Im Iahre 1926 unternahm Wischlich im Auftrag einer großen Hamburger Firma eine ®r- kundungsreise in die Haussaländer, wobei er seine früheren Forschungen fortsehte. Ec kam babet tief bis ins Innere des Sudan, in das Herz der Haussaländer und hatte Gelegenheit, feine Grammatik und seine Wörterbücher der Haussasprache zu verbessern und zu ergänzen. Außerdem hatte er neben vielen geschichtlichen Texten Über die Völker in dem großen Nigerbogen, wie Mossi, Gurunsi und viele andere, auch Kriegslieder und religiöse Gesänge der Haussa in drei noch der Deröfsentlichung harrenden Bänden gesammelt. Auch den Sprichwörtern und der Vollspoesie war er nachgegangen, wie fein Lehrbuch der Haussasprache oder auch die von Carl M e i n h o f herausgegebenen „ Afrikanischen Märchen" beweisen. Bei der Märchensammb.ng von 1926 war fein Helfer der gelehrte Malam Labaran aus Zaria, der za ihm kam, ihm Märchen vorlas, die er sauber wie gedruckt in arabischer Schrift niedergeschrieben hatte, oder ihm Märchen diktierte. Die Märchen sind Ausgeburten der geradezu fabelhaften Phantasie der Haussa. Wie Menschen sprechende und wie Menschen handelnde Tiere und schreckliche Dämonen sind regelmäßig wiederkehrende Erscheinungew^ in den Märchen, die voll toller UebertreibungeA und älnmöglichkeiten sind, auch häufig vor starken Obszönitäten nicht zurückschrecken, sich in einer außerordentlichen Weitschweifigkeit gefallen und durch die in ihnen enthaltenen Ansätzen zu individueller Charak'erschllderung ein Spiegel afrikanischen Volkslebens sind. Einen Teil des gesammelten Stoffes, ein halbes Hundert Märchen, veröffentlichte er als „Neue Märchen aus Afrika" als Band 9 der ersten Reihe der „Veröffentlichungen deS Staatlich-sächsischen Forschungsinstitutes für Völkerkunde in Leipzig". Ein eigentümlicher Reiz geht von den am nächtlichen Lagerfeuer in der Steppe oder im älrwald erlauschten Märchen aus. die die Erzeugnisse einer frischen, kernigen Naturkunst sind. Ein Stück afrikanischer Sonne hat Mischlich darin eingefangen, dem diese Sonne selbst so lief ins Herz geschienen hat, daß das Sonnenland Afrika das Ziel seiner Sehnsucht ist und bleibt. Dell. Wn. "npserz^N an d?r tu '«s. lahn fl^n cen WV^ der. gestraft Sv' wSwf* '^°ZL ““«■«iwrtai BO??** .f8-) Laz mu » b,' hendeÄ °'det. 3>^ngt7th? 6c echilu^L <.a5®ranb Skalen. T$e! dem durch ben ffr niedrigen Wasser- 'Wtogvoimitiag ber Dampfer ZU. b" D-MLen° t mit Douct Labung rPb- Drei Stunden 1 ccc kommende etma Kämpfer U°rk- s f e [t Die ^00^ °emahe ein weiteres ^holländische 2amp: N* „Augusten- ien- Snieten beide zu dampfer erhielt einen nur mit knapper Not nde Dampfer konnten sestgcfahrenen Tank- öehinderungbcr über England. .. Funkfpruch.) lieber 1 der Nacht zum echcn frühen Morgenstunden ' in hinweg. Besonders liehe Irland. ?n bin mürb» durch abgtWtt elfteine und odoerifsene m ongerichlei Teile der 5 Ki rkmll wird geilste wegen der tzeftig. werden muhten. Der e Stadt von mehr als chenLrkneyinseln Kanal ist die Schiss« :rt 3n der Acht von he Dampser vor dem n. sali im Schwarzwald. I. frinljprud) ) Nach« 3t unb während ber n mit starten Agen« nn mrs dem Schwarz« edekte weggeschmolzen Mihnachtsseiertag cm einaetreten. Die l e rn- bigen Schneesal« jn den höheren Lagen decke bis zu 50 W eraturunterschiedbM rsten Feiertag 19 m Aulounglüik. Testern abm üt fünf Insassen, d« !ttc aus einem inge von einem » «Metxua ersaht Sule 4 ein? 2rck Hinhnac 6wn____ r* in N alxKrC,5Saul|a in ? : ige der WO ifl und d-r I egangem Don Earl M ««* y««i% «KS* Ä wie fljjj oder ZMK HW **£*%'• ^ m«Ite$f243 10665D 91 np Arhtnpinp besonders auch kränkliche. ***** Z’UJLUVUIC, zurüikgebUevene und 163D CITROVANILLE RASSOL GEGEN SCHMERZ RANE ALGIE NSCHMERZ I06G7D für Taschenlampen im Eafs Leib. J8242 TA 1 gr. FI. MK. 1.75 mengen. Verlangen Sie nur echtes Rasiol in Origmalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engelapotheke Gießen. Zu haben in allen Apotheken. Tüten / Padt- und Einschlagpapiere Festartikel: Girlanden / Fahnen / Pappteller/Tisch- tuchkrepp / Tanzkontroller / Nieten und Treffer / Fastnachtsartikel In tiefer Trauer: Luise Baumert Anneliese Baumert solche mit steifen Deinen, gesunden und entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes Gießen (Landgraf-Philipp-Platz 41), den 25. Dezember 1929. Die Beerdigung findet Montag, den 30. Dezember, nachm. 3.30 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt - Beileidsbesuche dankend verbeten. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. Gäste willkommen. Oer Vorstand. MNWHHWMWMMHM« VORZÜGE :]ÄHRZtHNTE ÜBERRASCHEND SCH HILLE WIRKUNG OHNE WERZKLOMEN-OHNE MAGEHBEKHWTRNH ---IN PULVER-UND OBLATENPACKUNG--- Danksagung. Allen, die bei dem Heimgange unserer lieben Mutter unserer gedachten und ihr das letzte Geleit gaben, herzlichen Dank. Familie Fleck und Heil. Gießen, den 27. Dezember 1929. Landw.Z.R.116 Sonntag, 29. Dezember, 4l/a Uhr uachm. VeWMSWl Unsere Standardmarke: Alleinvertrieb: j422a Setzt» Sohn, Geltersweg 12 Am 25. d. M., vormittags 3 Uhr. entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater. Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Grölz II. Schreinermeister und Landwirt im Alter von 72 Jahren. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen : Frau Katharine Grölz geb. Hormann Familie Karl Zecher Familie Karl Jung. Staufenberg, den 27. Dezember 1929. Die Beerdigung findet Samstag, den 28. Dezember, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause aus statt. Am 1. Feiertag entschlief nach längerem schweren Leiden mein lieber, guter Mann, mein herzensguter Vater Fritz Baumert Verwaltung-Sekretär i. R. Ich habe meine Praxis in vollem Umfange wieder aufgenommen Dr. Neumann-Spenöel Gartenstraße 17 Nuhholzversteigerung. Montag, den 30. Dezember 1929, kommt im 7Ueder-7Veiselcr Wald zur Versteigerung: 10493D Stämme: Fichte: la-Kl. 124 Stück = 25,03 km; Ib-Klasse 258 Stück - 84,45 km; 2a-Kl. 148 St. = 100,69 km; 2b-Kl. 45 Stück = 49,07 km; 3a-Kl. 4 Stück = 5,59 km. Stämme: Lärche: la 2 Stück -- 0,36 km, lo 2 Stück - 0,53 km; 2a 3 Stück = 1,51 km; 2b 3 Stück = 1,85 km. Stämme: Kiefer: 2a 9 Stück = 3,02 km; 2b 8 Stück 3,91 km; 3a 2 Stück - 1,66 km; 3b 3 Stück = 1,86 km. Derbffangen: Fichte: 1. Kl. 49 Stück; 2. Kl. 25 Stück; 3. Kl. 9 Stück. Nuhscheit: Kiefer: 3 m lang, rm 71. Bemerkt wird, daß nur ein Teil des Holzes vorgezeigt wird. Das Holz in der Struht und Langscheit wird nach der Mittagspause in der Wirtschaft Waidmann (Jägerhaus) versteigert. Kaufliebhaber wollen sich das Holz vorher ansehen. Nähere Auskunft durch Förster Böcker, Haufen bei Butzbach. Zusammenkunft vor- mittags 9 Uhr an der Lichteich. Bei ungünstiger Witterung findet die Versteigerung bei Waidmann statt. Nieder-Weisel, den 20. Dezember 1929. Bürgermeisterei. Winter. [ Verkäufe Verkaufe SraditWien fiaftenroogen Meroritslnelllvllgen yoserlllielslye Brangasee 6. Tel. 3625.IiosotD Karl Ampt Papierwaren-Großhandlung / Bahnhofstraße Nr. 39 Vertreter in Farben u. Lacken mit Malerkundschait tüt das bewährte u. von rvachauloruäien empfoblene Artekobm-Edelmattöl gesitcht. Gute Beziehungen zu Behörden. Anstalten u. Architekten sind erwünscht. Näheres durch Gerhard n. Co.. Bieleleid. lOßliOV Auf floatl. Bureau ist alsbald eine mit Bergülg. verknüvue ceiiriiiiisslelle zu besehen. Gesunde Bemetber nt. tadel- freiem Schul^euchus btS zum vollendeten 15. Lebensjahre, d e tm Schreiben und Rechnen gute Noten haben, wollen fielt schrtulich unter Vorlage eines selbstge- schrtebenen Lebens- laufe« und «eugnis- abfchr. alsbald vield. n. 105871 »b.d.G.Auz. |Stellennesuche| Eanoamtstoffiter in den 30er Jahren, erfahren und pflichttreu tn allen häuslichen. sowie landto. Arbett.. fucht Stelle Aiir Führung eines Haushalts ob. fonst vass. WrrkungSkr. in ruüfa. Haufe. Schr. Ana. u. 08247 a. G.'^l. Suche f. 1. 1. 1930 ob. einige Tage früher möhiierl. Zimmer Offerten mit Angabe der Lage und des Preises zu richten an Brust Höhne, Kassel, (Smilienitr. 17. ,„,ogl) | Mietgesuche | Leerstehendes Zimmer mit Kochgelegenheit kür Anfangs Januar zu mieten gesucht. Sckr. Angeb unter 106660 a. d.Gff. Anz. (Sciurtit wird 45 Zimm.-WohD. tn schöner Lage. Geboten wird Z-Zimmer-Wohn. im Neutrum. Sckr. Anaeb. unter 106ö7Da.b.®6.atu. Ausführung von allen bank- und börsenmäBigen Geschäften: Kontokorrent- und Scheckverkehr An- und Verkauf von Wertpapieren, Wechseln, Schecks und fremden Geldsorten Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren Annahme von Spareinlagen bei höchstmöglicher Verzinsung Bankhaus Herz & Co. Gießen, Neuen Säue Nr. 23, Fernruf Nr. 2741 und 2742 87 41D • <£> s/q ^7 Hotel Schütz Große Silvesterfeier 2 Kapellen, 2 Bars, kaltes Büfett Erstklassige Silvester-Soupers, auserlesene Weine Für Damen Ueberraschungen! Eintrittskarten sind ab Samstag, 28. Dezember, beim Portier zu haben 1U66ch komme sofort. Sst Shnen das Gesicht irgendwie in Erinnerung, Friedrich?" „Dein, Herr Baron." Als er fünf Minuten später in den großen Salon trat, hob sich ein Herr aus einem der Stühle und kam ihm einige Schritte entgegen: „Dr. Sethland." „Qlnftetten. Darf ich bitten!" Er zeigte auf den Stuhl, den der Fremde zuvor innegehabt hatte und lieh sich ihm gegenüber nieder. „Womit kann ich Shnen dienen?" „Sie Sache ist etwas komplizierter Natur, Herr Baron," kam es überlegend, „aber Sie sind schliehlich der einzige, der in diesem Falle sicherste Auskunft zu geben vermag. Es handelt sich um Shren Vetter, den Baron Günther." „Hm Günther?" „Sa! Als Erklärung möchte ich vorausschicken, daß ich von der englischen Behörde in Benares beauftragt bin, nach dem Baron zu forschen. Man vermutet nämlich, dah er einem Verbrechen zum Opfer fiel.“ „Einem Verbrechen?" „Sa. Hnd zwar soll er durch seinen Diener Akab beiseitegeschasst worden sein." „Durch Akab," fuhr Anstetten auf. „Eben durch diesen, Herr Baron. Der Hindu leugnet zwar, aber er hat sich nachgerade in ein solches Wirrsal von Widersprüchen verwickelt, dah die Annahme nicht mehr von der Hand zu weisen ist, dah er zum mindesten an der Sache beteiligt ist." Anstetten fühlte, dah er von Sekunde zu Sekunde mehr an Farbe verlor. „Haben Sie denn Beweise, daß mein Detter nicht mehr am Leben weilt?"' „Beweise nicht gerade, aber es ist doch schon auffallend genug, dah er seit Sahren aus Benares verschwand, ohne daß auch nur eine Seele von seinem Aufenthalt erfährt. Keiner seiner Freunde hat Nachricht von ihm bekommen. Sie wohl auch nicht, Herr Baron?" „Nein." „Sehen Sie! Ferner sind noch so verschiedene Verdachtsmomente hinzug: komm.n, die beinahe fehlerfreie Schlüsse ziehen lassen: Der Hindu hat — angeblich im Auftrag des Barons Günther — dessen Haus in Benares verkauft, das Geld auf der englischen Bank deponiert und so nach und nach beinahe die ganze Summe abgehoben. Er kann.nicht sagen, was er damit gemacht hat, das Reihe von Eckbällen konnte Wieseck fein drittes Tor erzielen, dem es dann kurz vor Schluß das vierte folgen lieh, um mit 4:0 als verdienter Sieger das Feld zu verlassen. Vorher spielte wieseck Ib — Staufenberg I. Auch hier waren die Wiesecker die besseren. Bereits nach wenigen Minuten hatte Wieseck eine ganze Reihe Eckbälle erzielt, die jedoch alle abgewehrt wurden. "Bald gelang es ihm jedoch, durch die zahlreiche Abw:hr 5um Führungstor zu kommen, dem Staufenberg durch einen Elfmeter den Ausgleich entgegensetzte. Nach Halbzeit drückte Wieseck mehr und mehr und erzielte außer einigen Ecken in gleichmäßigen Abständen noch acht Tore, so dah es bei Schluh mit einem 9:1-Resultat als Sieger den Platz verlieh. Lollar I — Naunheim I 3:2. Zu einem Freundschaftsspiel trafen sich obige Mannschaften in Lollar. Nach Anstoß entwickelte sich ein flottes Sp'el. Beide Tore kamen öfters in Bedrängnis, und öfters mußten die Schlußmänner auf beiden Seiten rettend eingreifen. Nach durchweg offenem und schönen Spiele mußte sich der neue Be- zirksmeifter mit obigem Resultat geschlagen bekennen. Wieseck I — Dallspielverein 1929 Frankfurt a. 211. 2:1. Am ersten Weihnachtsfeiertag hatte sich Wieseck den Gegner aus Frankfurt verpflichtet. Auf vereistem und nassen Spielfelde traten sich beide Gegner gegenüber. Nach Anstoß entwickelte sich ein flottes Spiel, doch ließen die Platzverhältnisse ein präzises Spiel nichts zu. Frankfurt kam durch einen laschen Ball zum Führungstor. Außer einigen Ecken wurde auf beiden Seiten vorerst nichts mehr erreicht. Nach Seitenwechsel war Wieseck etwas im Vorteil. Eine Reihe von Eckbällen war die Ausbeute, bis es ihm gelang, den Ausgleich zu erzielen. Frankfurt versuchte nun mit aller Macht, zu Erfolgen zu kommen, konnte jedoch nichts erreichen, während es Wieseck gelang, das Resultat auf zwei zu erhöhen. Trotz aller Anstrengungen konnten beide Parteien nichts mehr an dem Resultat ändern. Vorher spielten die Jugendmannschaften beider Vereine. Hier konnte die mit großem Eifer spielende Jugend Wiesecks ihren Gast mit einer 3:0-Niederlage abfertigen. Oberhessen. Landkreis Gicsren. CO Klein-Linden, 25. Dez. Dieser Tage fand in unserer Kirche die Weihnachtsfeier der hiesigenKleinkindersa)ule statt. Erwartungsvoll zogen die Kleinen strahlenden Auges in die Kirche ein, wo ihnen der brennende Christbaum entgegenleuchtete. Den Erwachsenen bereiteten sie mit dem Erzählen der Weihnachtsgeschichte und dem Gesang der alten Weihnachtslieder eine besondere Freude. Die ganze Feier, mit viel Liebe und Sorgfalt von Schwester Lydia vorbereitet, fand allseitige Anerkennung. Sedem Kind konnte eine Tüte mit Gebäck und ein schönes Weihnachtsgeschenk überreicht werden. Eine Ortssammlung zu diesem Zweck hatte den stattlichen Betrag von 181.75 Mk. ergeben. Die Kollekte am Schluß der Feier ergab 9.75 Mk. — Sm Anschluß an diese Weihnachtsfeier versammelten sich die Mitglieder des Kindergottesdienstes mit ihren Helferinnen ebenfalls in der Kirche, um ihre Weihnachtsfeier vorzunehmen. Zwei- und dreistimmige Sugendchöre und die messianischen Weissagungen, von Knaben und Mädchen vorgetragen, erfreuten alt und jung. Am Schluß konnte jedem Kind eine kleine Weihnachtsgabe überreicht werden. * Alten-Duseck, 26. Dez. Am Sonntagnachmittag fand im Anstaltssaale die We i h - nachtsfeier für unsere Kleiykinder- schule statt, an der diesmal nicht nur, wie sonst, die Mütter, sondern auch eine größere Anzahl von Vätern teilnahmen. Die Schar der Kleinen, um den brennenden Christbaum versammelt, zeigte in ihren Darbietungen, daß sie von Schwester D e r t h a in kindlich-anschaulicher Weise in das Verständnis der Weihnachtsgeschichte eingeführt worden war. Am Schluß der Feier, die in allen Teilen eine sehr sorgfältige Vorbereitung erkennen ließ, erhielt jedes Kind ein hübsches Geschenk. Am Abend hatte im selben Raum der Frauenverein seine heißt, er will sich eben nicht noch mehr belasten und schweigt darüber. Den Bungalow in Dardschi- ling will er von dem Baron zum Gc schenk erhalten haben. Aber irgendein Schriftstück darüber oder eine Schenkungsurkunde oder sonst etwas Dokumentarisches kann er nicht vorzeigen. Natürlich nicht! — Man hat ihn vorläufig noch auf freiem Fuß gelassen — das heißt, möglicherweise ist er in der Zwischenzeit schon hinter Schloß und Riegel gesetzt worden." „Sa, nicht wahr, es ist kaum glaublich. Aber zuweilen täuscht man sich auch in dem Besten. Er macht sonst keinen schlechten Eindruck. Aber das verfluchte Geld! — Shr Vetter scheint sehr reich gewesen zu fein! Das hat ihm wahrscheinlich in die Augen gestochen." „Die Spur, die Sie da verfolgen, ist gänzlich falsch," stieß Anstetten heraus. „Sch glaube, daß mein Detter heute oder morgen wieder auftaucht." „Glauben Sie?" Dr. Sethland maß ihn etwas mißtrauisch. „Gestatten Sie eine Frage, Herr Baron? Sie sollen sich doch so lächerlich ähnlich sehen, daß es sogar Shren nächsten Angehörigen nicht möglich ist, Sie von Ihrem Detter zu unterscheiden. — Stimmt daS?" Anstetten vermochte nur zu nicken. „Würden Sie, um der Wichtigkeit der Sache willen, sich entschließen können, nach Indien zu reisen, um dem Hindu gegenübergestellt zu werden?" Hnd als Anstetten ihn verständnislos onblickte, fuhr er weiter: „Leute wie Akab sind zuweilen von einer ganz eigenartigen Seelenkonstitution. Da Sie Ihrem Detter so ähnlich sehen, würde er vielleicht ein Geständnis ablegen." „Unter keinen Umständen," fuhr Anstetten aus. „Zu derlei Machenschaften gebe ich mich nicht her." „Schade!" Dr. Sethland hob sich aus dem Stuhl. „Würden Sie mir eventuell ein Bild Ihres Detters geben können? Die Behörden wollen einen Aufruf in den Zeitungen erlassen, daß Baron Günther sich meldet — falls es überhaupt noch möglich ist." Irgend etwas warnte Anstetten, das Ansuchen des Fremden abzulehnen. Er bat um einige Minuten Geduld, bis er das gewünschte Photo aus feinem Zimmer geholt habe. Da er sich nicht Weihnachtsfeier, die sich ebenfalls eines sehr starken Besuches erfreute, zumal, da leit Beginn dieses Winterhalbjahres sich noch eine Anzahl von Mitgliedern aus Trohe dem Dcr^> ein angeschlossen haben, und trotz des mitunter beschwerlichen Weges mit erfreulicher Regel- mähigkeit an den Abenden teilnahmen. Die Dor- bcreiiung dieser Deranstaltung, besonders auch der weihnachtlichen Ausschmückung, hatte Frau Pfarrer Hartmann übernommen, die dabei von jugendlichen Helferinnen unterstützt wurde. Gemeinsame Lieder, der Dvrtrag von "Adventsund Weihnachtsgedichten von Th. Köstlin, v. Wildenbruch. Trojan u. a. durch Töchter von Der- einsmllgliedern gaben der Veranstaltung den rechten festlichen Inhalt. Sn einer Ansprache des Ortspfarrers wurde die Bedeutung der Feier als eines Docllanges 5um Weihnachtsfest in das rechte Licht gestellt. gck. G r 0 ß e n - D u s e ck, 26. Dez. Sm überfüllten Saale des Gastwirts Brück fand dieser Tage eine Abendunterhaltung der hiesigen Volksschule statt. Frl. Frey begrüßte die Erschienenen im Namen der beiden Hüter» klassen und forderte jedermann dazu auf, einmal bewußt Kind unter Kindern sein zu wollen, damit der Zweck, Freude zu erwecken und Freude zu erleben, erreicht werden könne. Sn zahlreichen Gedichten, kleinen Szenen und dem Märchenreigen „Sneewittchen" boten die Kinder eine Fülle des Heiteren und Ernsten. Mit großem Eifer und viel Geschick unterzogen sich die Kleinen der ihnen gestellten Aufgabe und erhielten ungeteilten Beifall. Wohl alle Anwesenden waren unter dem Eindrücke der vor ihnen auf- tretenden achtzig Kinder, der Zukunft so vieler Elternhäuser, erfaßt von dem Gefühl des Verbundenseins, und das war ja wohl der wertvollste Erfolg des Abends. Rektor Snbcr- tha 1 dankte den Kindern und den beiden Lehrkräften Frey und O r t w e i n, den Mitgliedern des Schulvorstandes für ihre Mühewaltung an der Kaffe, dem Gastwirt Drück für die uneigennützige Heberlassung des Saales und vor allem den so überaus zahlreich Erschienenen und dem Posaunenchor. Dieser hatte unter Leitung von Pfarrer K a l b h e n n, sich feinfühlig dem Hnter- haltungsplane anpassend, durch eine Anzahl schön vorgetragener Musikstücke wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen. Y M ainzlar, 25.Dez. Dieser Tage hielt Landwirtschaftslehrer Dr. D 0 ch e t (Grünberg) in der Gastwirtschaft von Heinrich Vogel IV. einen sehr lehrreichen Vortrag überzeit- gemäße Düngung. Der Redner behandelte besonders die Wiesendüngung und zeigte an Hand von Beispielen die richtige und falsche Anwendung der Dünger. Sn der Aussprache, welche sich an den Dortrag anschloß, wurden die von den Landwirten gestellten Fragen fachgemäß beantwortet. Sn Anbetracht der interessanten Ausführungen des Dortragenden hätte man der Versammlung einen stärkeren Besuch wünschen können. — liniere erste und zweite Schulklasse hielten ihre gemeinsame "Weihnachtsfeier bei brennendem Christbaume im Schulsaale der ersten Klasse ab. Rach einleitenden Worten der Lehrer Nikolai und Weisel trugen die Kinder mehrere schöne Weihnachtslieder und Gedichte vor. Diel Bewunderung erregte eine Krippendarstellung, welche die Geburt Sefu versinnbildlichte. L Dau bringen, 26. Dez. Am Samstagabend sand die Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr für das nun abschließende Jahr statt. Der 1. Kommandant Braun erstattete den Jahresbericht. Die Wehr besteht aus 48 aktiven und 31 passiven Mitgliedern. Wegen des dauernden Wassermangels konnten leider nicht soviel Hebungen erfolgen, wie die Wehr es gewünscht hatte. Rechner A l - bad? erstattete die Rechnungsablage. Für seine mustergültige Arbeit wurde ihm Anerkennung und Entlastung erteilt. Die Zugführer wurden einstimmig wiedergewählt. Sm Laufe des Winters soll ein Familienabend stattfinden, an dem Lehrer Henkel einen Lichtbildervortrag halten wird. — Am Sonntag war in der Kleinkinderschule Descherabend. Der Saal war von Eltern und Freunden der Schule dicht gefüllt. Hnter Führung der Schwester kamen die Kleinen in langem Zuge in den Saal, das Liedchen singend: „Ihr Kinderlein kommet." Dann mehr umwandte, konnte er den eigentümlichen Blick, mit dem Dr. Sethland ihm nachsah, nicht gewahren. Der Engländer blickte nachdenklich vor sich hin: Sonderbar! Irgendwie bestanden da Zusammen- hänge zwischen dem verschwundenen Baron, dem Hindu und Baron Hans Peter, dem Besitzer von Anstetten. Irgendwo kreuzten sich hier die Fäden, die er bis jetzt nur lose in den Fingern hielt. Der Baron war unsicher! Sehr unsicher sogar! — Sollte er? — Gott, wohin sich die Gedanken gleich verirrten, wenn man anfing, Schlüsse zu ziehen und Netze um einen Menschen zu spinnen! Wenn er zurückkam, würde er ihn über sein Verhältnis zu dem Detter ausforschen.. Sie sollten wie Brüder zusammengelebt haben. Seit den Kindertagen eins in ihrem Tun und Wollen, bis dann Hans Peter eine Frau heim- sührte, was den Derschwundenen nach Indien trieb. Schliehlich war das ja nicht zu verdenken.' Junge Eheleute wollten allein sein. „Entschuldigen Sie, wenn es etwas lange gedauert hat," sagte der Baron, der von rückwärts durch die weiße Schiebetüre kam „Ich fand nur dieses eine Bild." Er reichte dem Detektiv ein kleines, nicht sonderlich scharf ent- wickeltes Photo, das einen Mann in der Mitte der Dreißiger zeigte, und zwar nur im Profil. „Ein anderes besitzen Sie nicht, Herr Baron?" „Nein." „Es tut mir aufrichtig leid, aber es muß genügen.“ Hnd ihn von der Seite betrachtend, setzte er hinzu: „Es könnte geradesogut Ihr Eigenblld sein, Herr Baron. Sie haben sicher auch in psychischer Hinsicht übe reingestimmt?" „Vollkommen!" „Haben Sie sich nie Gedanken gemacht, daß Ihr Detter sich so auffallend lange in Schweigen hüllt?" „Eigentlich nicht!" — Der Mensch bringt mich noch zum Wahnsinn, dachte Anstetten und Uetz seine Augen auf der Laokoongruppe haften, die auf einem mächtigen Marmorsockel Placiert trat. „Wann wollen Sie die Aufrufe in die Zeitungen geben?" „Seht sofort, und zwar in alle Tagesblatter des Sn- und Auslandes." (Fortsetzung folgt) erzählten sie die Weihnachtsgeschichten, trugen Eedichtchcn und Lieder vor, einzeln und im Chor. Schwester Betty hatte sich viel Mühe gegeben. Den schönsten Dank mag sie aus den Gesichtchen der Kinder gelesen haben, die voll Zutraulichkeit und Erwartung strahlten. Groh war die Freude, als Dekan G u h m a n n die G schenke verteilte. Die Handarbeitslehrerin Frl. W e i - m a r hatte mit den Mädchen der Oberklasse Ballncye und Schieherbeutel angcfcrligt und sie sinnrcichcrweise an passenden Mventskränzen befestigt. Die Kleinen überreichten Dekan G u h - mann ein kleines Weihnachtsbäu:'.ch n, an dem in niedlichen, weihen Säckchen sich Geldspenden für die Heidenkinder befanden. Mit Dank und dem Wunsche baldiger Genesung der fehlenden kranken Kinder schloß dieser als Vorsitzender des Vereins ^Kinder riund" den schönen Abend. cT Allendorf a. d. Lumda, 26. Dez. Am Sonntagnachmittag fand die diesjährige Weihnachtsfeier mit anschließender Bescherung der er st en und zweiten Schulklasse statt. Rachdern Lehrer Strack auf die Bedeutung des Weihnachtsfestes hingewiesen, wurden einige Weihnachtslieder gesungen, Gedichte vorgetragen, und anschließend schritt man zur Christbescherung. Da bei der Verteilung der Gaben auf die Schüler genügend Rücksicht genommen war, sah man am Schlüsse der Feier nur glückstrahlende, zufriedene Kindergesichter. Selbstverständlich fehlte auch hierbei der im Lichterglanze erstrahlende Weihnachtsbaum nicht. Eine ähnliche Feier hatte bereits am Freitag in der dritten Schulklasse unter Leitung des Lehrers Heil stattgefunden. 3n großzügiger Weise hatte die hiesige Stadt zu diesen Feiern eine Beihilfe von 150 Mark gespendet. n. M ü n st e r bei Grünberg, 23. Dez. Eine Kuh des Landwirtes Wilhelm Heß brachte ein gut ausgebildetes totes Kalb mit zwei Köpfen zur Welt. Die Mutterkuh muhte leider abgeschlachtet werden. 6 Watzenborn-Steinberg, 26. Dez. Am Samstag hielt die hiesige Schule ihre diessäh- rige Weihnachtsfeier ab. Rach einem flott gespielten Marsch des Schüler-Mundharmonikaorchesters begrüßten zwei Kinder in humorvoller Weise die zahlreich erschienenen Eltern und Freunde der Schule. Daran reihten sich in bunter Folge die einzelnen Darbietungen des abwechslungsreichen Programms. Besonderes Lob verdienen die gesanglichen Leistungen der Ober* klasse. Sämtliche Lieder zeugten von einer fachmännischen Durcharbeitung. Richt minder schön waren die beiden Theaterstücke („Peters Christ- baum" und „Die Weihnachtsfahrt"). Die Leistungen der Spieler und Spielerinnen waren durchweg sehr gut. Mit großer Freude und Begeisterung hatten sie sich in ihre Rollen hineingelebt. Zur Verschönerung des Abends trug das neu gegründete Mundharmonikaorchester wesentlich bei. Seine Darbietungen standen auf beachtenswerter Höhe. Zusammenfassend darf gesagt werden, daß die Schule mit d-eser Feier einen sehr schönen Erfolg buchen kann. gr. Grüningen, 26. Dez. Am Sonntag veranstaltete die Oberklasse der hiesigen Volksschule im Schulsaal einen Weihnachtsabend. Der Feier wohnten außer den Geschwistern auch Eltern der Schüler bei. Eine Stunde wurde in echter Weihnachtsstimmung verlebt. Den Mittelpunkt der Veranstaltung bildete ein kleines Theaterstückchen und die Rikolaus- beschernng. =£ Bellersheim, 23. Dez. Bei der Treibjagd in der hiesigen Feldmarkt, die dieser Tage stattfand, wurden 12 3 Hafen zur Strecke gebracht. Es ist dies trotz des strengen Winters ein befriedigendes Ergebnis. 0 Holzheim, 26. Dez. Ein Kollekteur des Hessischen Landesvereins für Innere Mission sammelte in den letzten Tagen in hiesiger Gemeinde für ein Krüppelheim in Riederramstadt. Er konnte für den guten Zweck die beträchtliche Summe von rund 100 Mk. mitnehmen. Kreis Friedberg. ' Dad-Rauheim, 26. Dez. Ein tragisches Geschick ereilte gestern abend den 22jäh- rigen Bankbeamten Otto Abrie, Sohn des Kohlenhändlers Abrie, von hier. Er kam mit einem Begleiter auf dem Motorrad von Alfingen her. An dem Stratzendreieck vor Rieder- Mörlen tarn er mit seiner Maschine vom Steinpflaster ab auf das Bankett. Das Motorrad geriet ins Rutschen und schleuderte gegen eine Telegraph en st ange. O to Abrie erh'.elk so gefährliche Verletzungen, daß er nach wenigen Minuten verstarb. Der Beifahrer Lindemann kam mit dem Schrecken davon. Abrie war ein sicherer Sportfahrer. Er war die Strecke für eine demnächst stattsindende Sternfahrt abgefahren. Kreis Büdingen. -j- Ortenberg, 26.Dez. Für die bevorstehende hiesige Bürgermeisterwahl wurden zwei Wahlvorschläge eingereicht: erstens Kaufmann Otto de © r o o t e und zweitens Landwirt Friedrich Pfeiffer. — Unter der bewährten Leitung des Lehrers Carl veranstalteten die hiesigen Schulkinder einen Weihnachtsabend im Saale des Mauergartens, der bis auf den letzten Platz gefüllt war Nach einigen einleitenden Worten von Lehrer Carl wurde die Feier durch ein vom Schülerchor gesungenes Weihnachtslied eröffnet. In der Folge wechselten Reigen, Theaterstücke und Lieder ab. Die Theaterstücke, die vorzüglich vorbereitet waren, zeigten vortreffliche Leistungen der kleinen Künstler. Alles in allem konnte man sich von der harmonischen Zusammenarbeit von Lehrer und Schüler überzeugen, wie der wohlgelungene Abend bewies. Kreis Schotten. □ Laubach, 26. Dez. Der Laubacher Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs beging im „Solmser Hof" seine Weihnachtsfeier, womit das Setora» tionsfest verbunden wurde. Die Feier wurde eröffnet durch einen von Bibliothekar Bröckelmann und Frl. Lilli Böhm auf dem Flügel flott gespielten Schubertschen Marsch. Sodann begrüßte der Vorsitzende, Iustizoder^ekreiär Elbe, die zahlreiche Versammlung, indem er in ansprechender Wei.e die Bedeutung des Weihnachtsfestes ausführte. Heimatlie e und Wanderlust müßten auch weiter die Leitsterne des Bundes fein. Hieraus verteilte der Weihnachtsmann die Geschenke, die mit sinnigen Gedichten ausgegeben wurden. Daran schloß sich der Bericht über die Wanderungen. Man kann einen sehr bedeutenden Fortschritt feststellen. Die Durchschnittszahl auf den Wanderungen war 20 Personen. Das goldene Abzeichen erhielten: Aug. Roeschen (21 Punkte), Ernie Adolf (24 P.), K. Dourree (18 P.), Lilli Böhm (17 P.), Lilli Demmer (17 P.): das silberne Abzeichen erhielten: Karl Stotz jr. (19 P.), Karl Stotz sen. (18 P.), Otto Grün (16 P.), Rud. Braun (16 P.), Herrn. Bohn (15 P.), Herrn. Hamburger (15 P.). Den Wander st ock erhielten: Heinr. Decker (18 Punkte) und Eduard Göbel HL (16 P.). Gesellige Unterhaltung beschloß den Abend. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt 07 r. 9 4 vom 24. Dezember enthält: Die Wahlen zum Provinzialtag. — Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs. — Die Versetzung der Be- amten in den Ruhestand. freundlicher. Ausländer wenig verändert. Pfandbriefe g schäftslos, aber ch.r schwächer. Der Geldmarkt war unverändert. Tagcs- geld 7,25 bis 9,5 Proz.: Monatsgcld 9 bis 10,5 Proz., Warenwechsel zirka 7,53 Proz. Auch nach den ersten Kursen war die Ämsatztätigkeit auf ein. Minimum beschränkt. Die bekanntg^wor- dcne Zahlungseinstellung der Mün - chener Bankfirma Eckert verstimmt^einerseits, anderseits kam auf verschiedenen Märkten noch weitere Erekutiorck-ware heraus, so daß Kursrückgänge bis zu 1 Prcz, bei Spezialwerten bis zu 3 Proz. festzustellen waren. Frankfurter Schlachtvicljmarkt. Frankfurt a. OIL, 27. Dez. Auftrieb: 61 Rinder, 440 Kälber, 310 Schafe. 3674 Schweine. Es wurden notiert: Kälber, beste Mast» und Saugkälber 94 bis 96 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 88 bis 93, geringe Kälber 80 bis 87. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmcl (Weidemast) 45 bis 43, (Stallmast) 40 bis 44, fleischiges Schafvieh 32 bis 39. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Lebendgewicht 83 bis 85, von etwa ICO bis 200 Pfund 82 bis 84, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 79 bis 82 Mk. — M ar ktver lauf: Kälber und Schafe rege, ausverkauft. Schweine anfangs lebhaft, zum Schluß stark abflauend, Lleberstand. Kunst und Wissenschaft. Die Stadt München ehrt Thomas Mann. Aus Anlaß der Verleihung des Robel- Preises an Dr. Thomas Mann veranstaltete die Münchener Stadtverwaltung im Rathaus ein festliches Abendessen, zu dem außer dem Robelpreisträger zahlreiche bekannte Münchener Dichter und Schriftsteller geladen waren. Oberbürgermeister Dr. Sch a r n a g I würdigte in einer Ansprache die literarische Bedeutung Thomas Manns und beglückwünschte ihn im Ramen der Stadt München zu der hohen Auszeichnung, die ihm durch die Verleihung des Robelpreises zuteil geworden ist. Die internationale Anerkennung des Dichters bedeute auch eine Anerkennung des geistigen Lebens in München. Thomas Mann führte in einer Ansprache u. a. aus: Er sei soeben von einer großen Reise zurückgekehrt, auf der ihn das Ausland mit Güte und Freundlichkeit überschüttet habe. Aber er finde es besonders wohlluend, daß ihm am Ende dieser Reise diese Sympathiekundgebung der Heimat, zuerst in Ber lin und jetzt in München, zuteil wurde, denn die Sympathie der Heimat sei es ja, die dem Dichter erst den Weg in die Welt freigebe. München, nach seiner Auffassung die schönste Stadt Deutschlands, sei ihm längst zweite Heimat geworden. Mit dieser Liebeserklärung an München möchte er aber auch den Wunsch verbinden, daß sich der gesunde Konservativismus Münchens vereine mit Lebensfreudigkeit und Tapferkeit zur Zukunft, mit jenem Kulturliberalismus, den die Welt an München von jeher geschäht habe und der die Welt zu München immer hinziehe. Letzte Nachrichten. Schweres AuiovngM bei Sad-Aauheim Bad-Rauheim. 27. De;, heute vormittag 8t Uhr fuhr auf der Frankfurter Landstraße ein Gießener Privalauto, das aus der Richtung Frankfurt kam, gegen einen Baum. Dabei wurde eine Frau klein aus Affenheim tödlich verletzt. Der Führer des Autos erlitt lebensgefährliche Verletzungen 'und mußte dem Krankenhaus in BaO-Rauheim zugeführl roerben. Das Auto gehörte einem Gießener Mehgermeisler, mit dessen Familie die getötete Frau klein befreundet war. Amtliche Wintersportnachrichten. Schwarzwald (Feldberg): Heiter, minus 4 Grad, 40 Zentimeter Pulverschnee, 16 bis 20 Zentimeter Neuschnee, nur Ski möglich. Alpen (Garmisch-Partenkirchen): Leichter Schneefall, 0 Grad, 10 Zentimeter Schnee, 3 bis 5 Zentimeter. Reuschnec, Pappschnee, nur Ski möglich. Harz (Braunlage): Bewölkt, 0 Grad, 5 Zentimeter Schnee, kein Reuschnee, Pappschnee, Ski und Rodel stellenweise möglich. Thüringer Wald (Oberhof):- Bewölkt, minus 1 Grad, 12 Zentimeter Schnee, verharscht, kein Reuschnee, Ski: möglich, Rodel: gut Wirtschaft. • Diskontherabsetzung in Dänemark. Die Dänische Rationalbank hat den Diskontsatz mit Wirkung ab 27. Dezember von 51/« au, 5 v. H. ermäßigt. * Südafrikanischer ßofomotib auftrag für Henschel. Die südafrikanische Eisenbahnverwaltung hat ein Angebot der Henschel & Sohn A.-G., Kassel, für Lieferung von 6 Klasse 16 D. A. Lokomotiven angenommen. ’ Kammgarnspinnerei Stoehr L C o., A.-G., Leipzig. Auf Grund des Prospektes sind 4,5 Millionen Mk. neue Stammaktien der Kammgarnspinnerei Stoehr & Cö., A.-G., Leipzig, zum Handel und zur Rotiz an der Berliner Börse zu- gelassen. Die Gesellschaft ist zur Zeit in allen Abteilungen voll beschäftigt. Die augenblickliche Preisbasis ist infolge der seit über Jahresfrist rückgängigen Rohwollpreise niedrig: sie ist geeignet, den Konsum anzuregen. Die Aussichten der Werke, für welche Aufträge auf mehrere Monate borhegen, erscheinen für die weitere Zukunft trotz der anhaltenden Depression der Wirtschaftslage in Deutschland nicht ungünstig. Der Llmsah bon Januar bis Rovember übersteigt mengenmäßig denjenigen des Vorjahres, wertmäßig bleibt er aber infolge des niedrigeren Preisnibeaus der Wolle hinter der Vorfahres- ziffer zurück (i. V. 10 Prozent Dibidende und ein Bonus bon 10 Prozent aus Freigabegeldern). * Elektrische Licht- und Kraftanlagen, A-G., Berlin. Auf Grund des Prospektes sind 4,5 Millionen Mk. neue Stammaktien der Elektrische Licht- und Kraftanlagen, A-G., Berlin, zum Handel und zur Olotierung an der Berliner Börse zugelassen. Die Aussichten für das laufende Geschäfts'ahr dürfen als befriedigend bezeichnet werden (int Vorjahre 10 b. H. Dibidertde). Frankfurter Börse. Frankfurt a. OH., 27. Dez. Tendenz: lustlos. — Rach der Llnterbrechung des Börsengeschäftes durch die zwei Weihnachtsfeiertage konnte das Geschäft nur schleppend in Gang kommen, zumal der heutige Liquidationstag die Spekulation zur Zurückhaltung beranlaßte. Es wurden aber nur in geringem Umfange Abgaben zwecks Geldbeschaffung borgenommen, so daß die Kursveränderungen gegen den Schlußkurs vorn Dienstag nur ein kleines Ausmaß annahmen. Der Orbcrdngang war sehr bescheiden und die Aufnahmelust toieber sehr gering, so daß geringe Abgaben genügten, eine Abschwächung der Tendenz herbeizuführen. 3m Grundton der Börse zeigte sich aber eine gewisse Widerstandsfähigkeit, da erstens die feste gestrige Reuhorker Börse und zweitens die Hoffnungen auf eine reibungslose Ueberwin- dung des Zahresultimos einen geteilten Rückhalt boten. Eine Ausnahme machten Zellstoff Waldhof, Holzmann, Gelsenkirchen und Harpener, für die sich etwas Interesse bemerkbar machte, bei Besserungen bon 0,75 bis 1,5 b. H. Von den übrigen Montanaktien lagen Rheinstahl 1,25 b. H. abgeschwächt. Am Elektromarkt lagen AEG., Ges- sürel und Schuckert knapp gehalten, während Licht & Kraft weiter im Angebot lagen und 2,5 b. H. einbüßten. Von Chemiewerten verloren 3.-G.- Farben 1,5 b. H. Rütgerswerke lagen wenig verändert. Leicht anziehen konnten noch am Kalimarkt Westeregeln mit plus 1 v. H. und von Autoaktien Daimler mit plus 0,5' v. H. Deutsche Linoleum büßten 2,5 b. H. ein. Banken gaben bon 0,5 bis 1,5 b. H. nach. Am Kunstseidemarkt waren Aku 1 b. H. schwächer. Norddeutscher Lloyd verloren 1,75 v. H. Renten still und zumeist schwächer. Rur Schutzgebiete konnten leicht anziehen. Auch im Verlause blieb das Geschäft sehr klein. Unter dem Druck der Orderlosigkeit gaben die Kurse weiter leicht nach. Am Geldmarkt war Lagesgeld mit 7 v. H. etwas knapper. Prolongationsgeld 8,5 bis 9,5 v. H. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1736, gegen Pfund 20,388, gegen Madrid 36,10, London gegen Kabel 4,8825, gegen Paris 123,8550, gegen Mailand 93,26, gegen Holland 12,0890. Berliner Börse. Berlin, 27. Dez. Auch am heutigen dritten Feiertag änderte sich an ber Geschäftslosigkeit der Effektenmärkte nichts. Es kam hinzu, daß Anregungen besonderer Art, die feste Tendenz der Reuyorker Börse ausgenommen, nicht Vorlagen, und daß 5um heutigen Liquidationstage eher noch Glattstellungen vorgenommen wurden. Biel besprochen wurde die gemeldete Zahlungseinstellung der Lütticher Dank C h a u d o i r: auch wurden wieder Schwierigkeiten einiger deutscher Provinzbankfirmen bekannt, die aber nur von untergeordneter Bedeutung fein dürften. Der Reichsbankausweis für die dritte Dezemberwoche brachte ebenfalls keine Qlnr-gung. Während man vorher mit einer Zunahme der Lombards gerechnet hatte, stellte es sich heraus, bah diese zwar um 10 Millionen abgenommen haben, dafür aber die Wechsel- und Scheckbestände um 65 Millionen zu- nahmen, und daß die gesamte Kapitalanlage sich um rund 80 Millionen erhöhte, und die Deckung sich nur unbedeutend auf 49,5 bzw. 58,3 Proz. bessern konnte. Die Veränderungen zu den ersten Kursen gingen im allgemeinen nicht über 1 Proz. hinaus, wobei allerdings die Rückgänge überwogen. OkmerfenStocrt schwach lagen Schiffahrtsaktien, die bis 2,5 Proz. verloren. Aber auch Reichsbank, Chade, Licht und Kraft, Schlesische Gas, Schubert und Salzer, Julius Berger, Waren- h a u s a k t i e n und Kun st seidenwerte lagen bis zu 4 Proz. gedrückt. Relativ feste Haltung zeigten Deutsche Atlantische, RAG. (plus-plus-dlus), Holzmann, Essener Steinkohle und Mitteldeutsche Stahl. Siemens notierten bn Mindestumsatz von 70 1,5 Proz. höher. Deutsche Anleihen etwas Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 0. $)., Lombardzinsfuß 8 v. H. 'ranlfurt a M Berlir 'tanlhin n >' Ber!i> ^ranffurt a M Berlir Banknoten. •rrti.iiB- Ui Kurs , Pur -ch">v flur tiutauq- flur <>|| re , U Nm SdiiUB । Än,ana- «>ir | flur - ch-nv- Ui flure Our ediaiß l flur | Äniang- flur Berlin, 24- Dezenidet Amerikanische Noten . . . Belgische Noten ...... Gnaüidte Noten . ....... Oielb 4,163 58,18 111,63 20,345 Briet „ 4.183 58,42 112,07 20-425 16.48 168,56 21.79 112,02 58,82 2,49 112,57 81-56 57.32 12,39 73,15 a. rn. Dezember Saturn 24. fz. 27. 12. 24. 1'2- 27. i:. Damm 24- 12- 27- 17. 24. 12. 27- 12. Datum 24. 12. 27. 12. 24. 12. 27- I-,. 61Leu )dje .ii^atuettA ron ire? ...... . 7% Deutsche Reichtanlrihe von 1029 ......... L'. An',..AvIös..Schuld mit Au? lo|.-l)le*ten . . . Te-ei. ohne tiuS'.ot Rechte 8% Hess. SlpItÄfiaat von 1929 (rückjahlb. 102%) .... Cbcrlii'Hcn Provinz »Anleihe mit tiu:loi.-9icd)fen..... Deutsche Stumm. Sammeiabl. iünlcihc Serie 1...... 8% Franks. Hnv-Bank Goldpse XIII untütibbat bio 1931 . 7% Franks. Hnp.-Bank Goidpse unkündbar bb 1932 ..... <'/-% Rheinische Hyp.-Bank Uiqu. ®olbU|c........ 8% Pr. Landeöpsandbriefansiait Psandbrlesc R. 17..... 8% Pr. Lande, psandbricsanstalt Komm.-Obl. N. 16..... 7% Pr. Landccpfnndbrlesansiall, Pfandbriefe R. W Sl.C G. ot’fl. X otltlejO-Obllgatton tudsablbar 1938 .... 4% Oellerreichllche ®o(brte. 4.80% Crftctt. Silben-- 4% Oesierreichifche Einheitliche Diente.......... 4% Uirncriidie Äoldne.. . . 4% Ungarische Stanttit. o. 1910 4y,% tcifll. von 1913 . . - 4% UnnoilidN flronentte.. . 4% Kitt. Zoitanlcche o. 1911 . 4% Lürlische Bagdavbahn-An Serio 1...... 4% r-eefll. Sar<- 11 ü% Rumänische veretnh. Reni, von 1903 ' . . - - 4y,% R -mH r. Ische vercinh. Rente von 1918 ...... - 4% «u mantsche veretnh. u emc . 87,1 99 50 b,75 88,5 44 46,05 96,5 82 78,65 98 95 89 - 21 i.95 .95 6,95 6.95 8,75 14 M5 1 1 1 ff 1 r i | i | | | | i |l i 1 l ■ 1 1 || 1 || 87-5 99 50,1 6.9 88,5 46,25 98 95 89 24.13 1,95 1,13 19,25 20,7 1.95 7 7 6,95 8,75 14 7 CT — <5,0 (I | iS 1 iSiS 1 1 1 1 1 1 1 I I 1 1 1 1 1 i i toä 1 1 Hambura-Amerila Palei feamb Sübam. Dampfich . > Hama Dann ss iiiss.....1< Norddeutscher Lloyd.....> tiilfl Deutsche Urediiaust. . . 1' Barmer Baniverein .... V Berliner Handoivgeiellsch. . . 1 Commerz- und Privat-Banl Tarmlt. u. NalionalvarU . > Deuiich? Bant..... 1 Tiecunto-ÄeseUichasl, ArU. . 1- Dresdner Bant......1 RrichSbaw ......1 A.E.G....... Bergmann . . iLlektr. ßleferunfl6aeleIIId)Q|l 1 Licht und Straf: । gelten ft Guilleaume. ... IV, Gei. f. Eieitr. Untern..... V Hamb EieNr »Werte .... 1 Schein Gleite ....... Echlet. (Sie*' ......1< Gdtudert 4 Go. ..... 11 Siemens 4 Halske ..... 16 Ztanerablo...... ... 8 Lohmeyet 4 Co...... . io Buderus....... . . 8 Deutsche Erdöl..... . Gllener Eteinkohls......• (Belfcnfircbenet . ......8 Harpener...... 0 Laesch dien. ....... 6^ (tue Bergbau ......10 Rlötfnetiverte .... Köln Neuetien .... 7 Mannesman- -Sivdre» .... 7 iXanefclDct Bergbau...... Cbrnth'ei. ISiieu.eoan .... Cbcthfilei. flotsroerfe.....7 Pdonlz Bergbau......6^ Rde'nliche Braunlohie». . . 10 Rdeinstad......... . 6 Otrbed IP-ontan..... 7,1 90,75 90 114,5 115.25 168,5 148,5 225.5 142,75 142,75 142.25 275,5 150,25 156 141,5 111,5 138-5 169.25 270 158 57.75 87.5 123.65 131,5 215 87.5 90 104.5 67 99 231 103 100 88.25 147 142 142 149,75 155,5 139 138 — 169 270 57,75 124 132.25 mS 90.75 163 139.5 80.4 115 115 169.25 148,5 225.5 142 5 142.5 142,25 276,13 150,4 200.5 156.75 142 110 138 5 127 139-5 142 170 270 - 159,9 58 88,13 129 124.75 133 105.13 215 89 103 90.4 104.25 66 90.4 100 232 103.65 99.5 88,25 138 88 115.25 115 168 147.25 224 142 142 274 150,5 200.5 156,25 139 111,9 139,5 125,75 137 139-25 169 271,5 117,5 159 57,75 88.4 131,5 125,5 133,5 104.5 215 87.4 102,5 90 103,75 65,25 90 99.6 230.25 10? Bereinigte Slahlw Olav Minen . . 16'/, fla werte ÄtcherSlebea . . > Ra werke chesteregeln ... io fiai w . e edUbetiurtb . 1b .1. ® Narben-IitousttiS ... 11 Dynamit Nobel.......6 Scheideanitalt......... Gowichmiot ........ 5 Rittgerswerie ........ 6 MetailgeteNichaft......S Phllivv Hofmann .... 7 fernen werk Leidesberg ... 10 Gementmerf 'TarlflaOt ... 10 toapB ® ,-ri t) afl .... 8 Schuttbets Paveni-ofer ... 15 Ottwerie ........12 Lei. Gianzkiotz ...... 18 töembcrg........." Mellftof- Waldbof .... 18y« Kellitoi' Aichaii nburg ... ,z Liiarlottenbutget Wäger ... 8 genauer Gas ..... 9 Daimler Dlotoren Deutfche Linoleum ..... Moichinenban . . . . . 0 il rro t u Q . .... euow i-oeru .... !• Nat Äntomobi. . ......' trenfie-n ft flovpel.....6 v nnh.no lieg ..... 10 Zvensko ....... Arantt Mmch'nen ...... 4 Grtnnet ....... 6 Heyligenttaedt .......«■ ^ungban». 6 Vedtioede. v Mainttaitweri. Höchv a. M. 8 -llltafl. 10 Gebt. Roeder......10 tfotg; ft Hae,jo« ..... .9 3üöo- Luder ....... 10 103 50,25 177 186 308 । 8,75 142 61 65,5 111,25 79 m 75 132 173 133 33,5 22,5 310 40 4,6 44.5 102.5 106 106 222 160,65 187 167-5 141 25 65 80 174,5 131,4 34 220 - — — 160,25 103.25 495 180 190 310 168,75 78,9 60 65.65 112 79,4 73,3 266 206 134 175 131,5 92 143,75 34 224 36,25 139 16 17.5 148 309 40 45,25 119,5 222 160,5 103,25 49,5 180,25 189 310,75 168,25 794 59,5 65. N 81 264,5 204 132 176,5 91 142,75 33,75 222,5 36,4 138 17,13 66,25 145 309 119 .rranzosische 9 Holländische Italienische N Norwegüche Deutlch-Oeste Rumänische 9 Schwedische 9 Schweltet No Cdänische No I e Paris. . Schweiz . . Sra i:n Iavan •Hio be (Yon Wien in D- Ctfl. abaefi Prag Bel irab Yubap.'ft - Bui arten t'iffabon Danzig - - .fönst nrin. i’ltLen. . Ganaba Uru uaö Cairo . - reä-24 1.691 58,375 111,84 111,89 112,41 10.47. 21,825 20.354 4.169'' 16,435 81,12 57,34 2,048 0.464 68,70 12,38 7,407 73.07 3,019 18.78 81.43 1,978 5,43 4,125 3.876 20,875 168.0 1.63 58.49 112.0 112.1 112.6 10.49 21.86 20-39 4,177 16,49 81,2 57,4 2,05 0,46 58, 12,4 7.41 73, 3.0 18. 81, 1.9 5, 4,1 3.P 20,9 8 0 5 6 1 3 6 5 4 3 5 6 2 6 2 0 1 1 5 2 9 32 4 3 4 5 lb8,.38 1 701 58,385 111,89 111,91 112,42 10,48 21,835 20,392 4,1705 16,43 81.135 56,10 2,045 »,462 58,725 12.385 7,407 73.07 3.019 18.78 81-41 1,978 5,43 4,125 3.896 20,88 168,72 1,705 58,505 112,11 112.13 . 112 64 10.50 21.375 20.399 4,1785 16,47 81.295 56,22 2,049 0,464 58,845 12,405 7,421 73 21 3.025 18,92 Hl.57 1,982 5,44 4,133 3.904 20,92