Nr. 227 Erstes Blatt 179. Jahrgang Aeitag, 27. September 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unterSammelnummer225l. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranlfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrilck und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange tn Stehen. Schristlettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 200/a mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Fusion Deutsche Bank — Oisconto-Gesellschast. Deutschlands größte Bank mit 285 Millionen Kapital und 4,3 Milliarden Einlagen. Oie neue Riesenbau!. Von unserer Berliner Redaktion. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel ist am Donnerstag auf allen Börsen die Meldung eingeschlagen, daß die Deutsche Bank und die Disconto-Gesellschaft sich zu einer einzigen Riesenbank verschmelzen wollen. Diesmal ist das Geheimnis wirklich ausgezeichnet gewahrt worden. Während sonst wochenlang von derartigen Absichten gemunkelt wurde und noch Dementis fällig waren, auch wenn alle Abmachungen bereits festftanden, hat hier außer den Nächst- beteiligten offenbar niemand eine Ahnung gehabt. Vielleicht allerdings ist auch der Gedanke selbst im Eilzugstempo durchgeführt worden, weil am 1. Oktober die Frist für die Geltung der ermäßigten Fu- fionsfteuer abläuft, also noch Riesenbeträge gespart werden konnten, wenn die Vereinigung sich innerhalb der kommenden Woche vollzieht. Die Folgen dieser inneren Umgruppierung innerhalb unserer Bankwelt zu übersehen, ist im Augenblick gar nicht möglich. Die neue Bank wird über ein eigenes Kapital von 285 Millionen verfügen, wozu noch mehr als 150 Millionen offene Reserven treten. Sie kommt also in Größenordnung schon den größten englischen Banken sehr nahe. Ihr Jnteressenkreis umfaßt fast die gesamte deutsche Wirtschaft. Beide Institute hatten bisher enge Beziehungen zur Schwerindustrie, die Fäden laufen zur Elektrizitätsindustrie, zur Maschinenindustrie, zu den Automobilen. Dazu die Ufa, der Schultheiß-Konzern, Hirsch-Kupfer, die Zellstoffindustrie, Kaliinteressen und Auslandverbindungen nach der Türkei, nach China, in unsere ehemaligen Kolonien wie auch in das neutrale Ausland: das ist ein Machtfaktor, der sich abgesehen von der rührigen Leitung durch sein eigenes Schwergewicht durchzusetzen imstande sein wird. An der Börse war davon die Rede, daß Hand in Hand damit auch ein großer Teil des Kapitals der neuen Bank in Amerika untergebracht werden sollte. Vielleicht nur eine Vermutung, die sich auf eine 9tebe hetz. Direktors. LshI von-der. Deutschen .Lank- gründet; er hat vor wenigen Tagen gerade auseinandergesetzt, daß wir uns durch Abgabe von Attien Geld zu beschaffen suchen müßten, um auf diese Weise eine Art Ueberfremdung künstlich herbeizuführen, aber dafür billiges Geld zu bekommen. Inwieweit dieser Plan greifbar Gestalt gewinnt, läßt sich vorläufig noch nicht sagen. Es liegt aber nahe, daß die neue Großbank international sehr enge Verflechtungen eingeht. Das wäre zu bedauern, ist aber bei unserer Einschnürung vielleicht unvermeidlich und kann auch unter Umständen für die arbeitschaffende Industrie von Wert sein. An sich bleibt natürlich die Zusammenballung derartiger ungeheurer Gelder mit der Macht, die hinter ihnen steht, unerfreulich, weil sie die Mittelschichten erdrückt, aber der Zug zur Rationalisierung, in Verbindung damit der Kampf gegen die Uebersetzung der einzelnen Wirtschaftszweige liegt im Laufe der Dinge, und es ist unwahrscheinlich, daß die Entwicklung mit dieser Verschmelzung schon abgeschlossen wäre. Das offizielle Kommunique. Berlin, 26. Sept. (1BB.) Die Aufsichlsräte der Deutschen Bank und der Disconto-Ge- s e l l s ch a f t haben heute beschlossen, die Bereinigung beider Banken ihren Generalversammlungen am 29. Oktober 1929 vorzuschlagen. Das vereinigte Institut wird die Firma „Deutsche Bank und Disconlo-Gesellschafl" führen und ein Aktienkapital von 2 85 Millionen Mark mit etwa 160 Millionen Mark Reserven erhalten. Bon dem Aktienkapital fallen 135 Millionen Mark den Anteilseignern der Ois- conto-Gesellschaft im Verhältnis von 1:1 zu. Der Aufsichtsrat soll aus den sämtlichen Mitgliedern des Aussichtsrats der Deutschen Bank und der Disconto-Gesellschaft gebildet werden. Außerdem sollen die bisherigen drei ältesten Geschäftsinhaber der Disconto-Gesellschaft, die Herren Dr. Arthur Salomonfotjn, Dr. E. Enno Russell und Franz 11 r b i g ihrem Wunsche gemäß in den A u f s i ch t s r a t eintreten. Die Geschäftsinhaber der Disconto-Gesellschaft, Dr. S o l m h e n , Dr. Eduard Master, Gustav S ch l i e p e r, Dr. Theodor Frank und Dr. Fran; A. B o n e r treten i n den B o r ft a n ö der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft ein. Den Aussichtsräten, Geschäftsinhabern und Borständen der Norddeutschen Bank in Hamburg, der A. Schaaffhausenschen Bant- verein A.-G. in Köln, der Rheinischen Kreditbank und der Süddeutschen Dis- contoGesellschaft A.-G. in Mannheim soll angeboten werden, in alsbald einzuberufenden Sitzungen zu beschließen, den Generalversammlungen die gleichzeitige Bereinigung dieser Banken mit der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft vorzuschlagen. Für diese Bereinigung der Norddeutschen Bank in Hamburg und der A. Schaaffhausenschen Bankverein A.-G. in Köln werden keine Aktien benötigt, weil deren gesamte Aktienkapitalien der Disconto-Gesellschaft gehören. Die zur Uebernahme der Rheinischen Kreditbank und der Süddeutschen Disconto-Gesellschaft A.-G. erforderlichen, übrigens nicht erheblichen Aktienbeträge der Deutschen Bank und Disconto-Gesellschaft werden Großaktionäre gegen Barverrechnung zur Berfügung stellen. Die Handels-Maatschap- pij h. Albert de BaryLLo. N. B. in Amsterdam bleibt unverändert bestehen und soll weiter ausgeftaltet werden. 3n dem LommuniquL der Banken heißt es weiter: Diese Entschlüsse der Aufsichtsräte unserer beiden größten Aktienbanken stellen einen bedeutungsvollen Schritt dar, um im Bankgewerbe der Ueberbesehung zu begegnen. Sie folgen damit den seit mehreren Jahren von großen Banken des Auslandes und Industrieunternehmen des Inlandes eingeschlagenen Wegen. Die Bereinigung der beiden Bankkonzerne, welche fast an hundert deutschen Plätzen und in Berlin mit zahlreichen eng benachbarten Depositenkassen vertreten sind, wird E r- sparnisse an Betriebskosten sachlicher und personeller Art erbringen, auch A b - ff o 6 u n g von Immobilien ermöglichen, damit also als Rationalisierungsmahnahme den Interessen unserer Gesamtwirtschaft gerecht werden. Bei der durchzuführenden Rationalisierung werden die sozialen Gesichtspunkte im Auge behalten. Zur Vorgeschichte derVanksusion. Das Ueberraschungsnwment. Berlin, 27. Sept. (Priv.-Tel.) Lieber die Vorgeschichte der Verhandlungen der Deutschen Dank mit der Discontogesellschaft weiß die D. QI. Z. folgende interessante Mitteilungen zu machen: Die Verhandlungen zwischen den führenden Persönlichkeiten der beiden deutschen Großbanken haben erst vor verhältnismäßig kurzer Zeit begonnen. Sie konnten hauptsächlich beStocgejt mit jo großem Erfolg D6T deV werden, weil die Besprechungen der maßgebenden Herren in diesem Sommer außerhalb Berlins, und zwar nicht einmal in Deutschland, geführt wurden. Die Schluß- Verhandlungen, die dann in Berlin stattfanden, wurden ebenfalls nicht in den sozusagen offiziellen Räumen der Bankbureaus geführt, sondern im engen Kreise in der Privatwohnung des Vorstandsmitgliedes der Deutschen Tank, Dr. Bonn. So ist das Lleberra- schungsmoment, das ja bei solchen Transaktionen unumgänglich ist, vollkommen gewesen. Prompt stellten sich allerdings auch, vor allem an der Börse, die üblichen ausschmückenden 3m Urteil der Presse. Berlin, 27. Sept. (Priv.-Tel.) Lieber die wirtschaftliche Bedeutung der Verschmelzung der beiden Großbanken schreibt das „Berliner Tageblatt" u. a.: Die Deutsche Bank wird nach der Qlufnahme der Discontogesellschaft eine absolute Hegemonie in der deutschen D a n k w e l t ausüben. Sie kann sich jetzt getrost mit den amerikanischen Großbanken messen. — Lieber die Folgen der Transaktion sagt der „L o k a l - A n z e i g s r": Beide Institute verfügen fast an allen wichtigen Plätzen im gleichen Maße über Filialen und Riederlassungen, von denen ein Teil wird Wegfällen können. Die Deutsche Bank verfügt über 181 Riederlassungen im Inlands und 7 Riederlassungen im Auslands. Außerdem besitzt sie 100 Depositenkassen. Die Zahl der Angestellten beträgt etwa 13 000. Der Limsatz betrug 1928 225 Milliarden Mark, die Zahl der Konten 422 694. Die Discontogesellschaft verfügt über etwa 50 Filialen und ebensoviel Zweigstellen sowie über 30 Depositenkassen. Der Personalbestand umfaßt etwa 7000 Personen, der Limsatz betrug 1928 120,6 Milliarden Mark, die Zahl der Konten 166 765. Die Verpflechtungen der beiden Institute mit der deutschen Wirtschaft sind überaus mannigfach, und es ist keine Industrie- und Wirtschaftsgruppe, an denen die beiden Institute nicht in irgendeiner Form beteiligt sind. Von großer Bedeutung ist die Fusion ferner für den Immobilien markt; denn zweifellos werden eine Reihe von Bankgebäuden überflüssig, hat doch die Discontogesellschaft allein in Berlin und außerhalb 77 eigene Dankgcbäude. Der „Dörsen-Courier" bemerkt: Das neue Institut wird eine Schlagkraft besitzen, wie sie bisher noch keine deutsche Finanzgruppe innegehabt hat. Für die Geldversorgung der deutschen Wirtschaft entstehen hierdurch weitgehende Vorteile, besonders wird die Riesengroßbank jetzt im Auslande mit den ersten amerikanischen und englischen Banken in eine Operationsfront einrücken können, in welcher das deutsche Institut eine gleichberechtigte Rolle spielt. Die Beseitigung des bisherigen Rivalitäts- verhältnisses sichert dem neuen deutschen Instttut bei Verhandlungen über Kredite von vornherein eine bedeutsam gekräftigte Stellung in der Konditionenvereinbarung. Hierauf darf man die Hoffnung auf einen Beitrag zur Senkung des Gerüchte ein. Das mit großer Bestimmtheit auf» tretende Gerücht von der Hinzuziehung ausländischer Bankhilfe, wobei insbesondere die amerikanische Rational City Dank genannt wurde, hat sich als falsch heraus- gestellt. Oie Gründe. „Kapitalbildung durch Rationalisierung" sagt Lskar Wassermann. Berlin, 26. Sept. (1BB.) In einer Unterredung mit einem Bertreter bes WTB. erklärte Direktor Oscar Wassermann, daß die praktische Durchführung der Berschmelzung etwa ein bis zwei Jahre in Anspruch nehmen würde. Die eigentliche Arbeit, führte Oscar Wassermann aus, beginnt jetzt erst. Dir erwarten, daß die Berschmelzung der beiden großen Bankinstitute für die gesamte deutsche Wirtschaft fördernd und beispielgebend wirken wird. Die Fusion hat von beiden Seifen schwere Opfer verlangt, einmal nach der personellen Seife hin, zum anderen durch die Tatsache, daß zwei große Unternehmungen mit einer alten Tradition auf ihre Selbständigkeit verzichten müssen. Sie ist aber erforderlich geworden ausdem Zwang zur Rationalisierung, den die moderne Wirtschaftsenlwicklung uns auserlegt, und der namentlich im Bankwesen immer fühlbarer wird. Noch mehr als in Berlin drückt das Nebeneinander vieler Bankinstitute den Geschäftsgang in der Provinz. Wir müssen alles unterstützen, was zur Kapitalbildung führt. Eine gewisse Kapitalbildung ist in Deutschland wieder vorhanden, aber sie wird atomisiert. Das ist auch der Grund für die schlechte Lage der Börse. Man hat gesagt, die Ursache dieser Lage sei die Aktienscheu des Publikums, man hat auch manches andere ««geführt 1lf«er das alles find Schcingrünbe; denn wenn genügend Mittel für Aktien- erroerb an sich vorhanden wären, so müßten sie einen Ausweg in festverzinslichen Werten oder in Depositen finden. Das ist aber nicht der Fall. Ls fehlt eben an Mitteln, die für den Aktienmarkt in Frage kommen. Deshalb muß die Kapitalbildung durch Konzentration und durch Rationalisierung unter st ü h t werden. Das ist der Sinn unseres Zusammengehens, durch das die „Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft" an die beiden großen amerikanischen Banken und die englischen „Großen Fünf" heranrückt. gesamten überhöhten Zinsniveaus sehen. Auch bei der -Unterbringung deutscher Anleihen wird die neue Großbank mit verstärkter Aktivität operieren können. — Die ,.D o s s. Z t g." schreibt: Die überraschende Rach- richt von dem Zusammengehen der beiden Großbanken hat heute in der Derliner Geschäftswelt wie eine Dombe eingeschlagen. In jedem Falle schreitet die Deutsche Dank auf ihrem Rationalisierungswege ein weit Stück vorwärts. Ihre Stoßkraft wächst gewaltig. In ihrer Leitung treten Verjüngungen und recht interessante Ergänzungen ein, und schließlich wird der Verwaltungsapparat künftig wesentlich billiger arbeiten als bisher. Wenn aber die Danken künftig entschieden rationeller arbeiten als bisher und Ersparnisse auf allen Gebieten erzielen, so ist zu hoffen, daß die jetzige Fusion Deutsche Dank—Discontogesellschaft nicht nur den unmittelbar Beteiligten, sondern der gesamten deutschen Wirtschaft Segen bringt, und zwar in Form von billigeren Zins- und Dankbedingungen. Wenn das große Publikum die jetzige Fusion nach dieser Richtung zu spüren bekommt, dann kann man das Zustandekommen der neuen Riesenbank nur begrüßen. In der „D A Z." wird erklärt, für die Allgemeinheit noch bedeutungsvoller als die interne Rationalisierung werden zweifellos die i n d u - striepolitischen Konsequenzen des Zusammenschlusses sein. Wir haben schon an dieser Stelle verschiedentlich ausgeführt, daß die 'Betätigung der Danken bet der Lösung der uns bevorstehenden industriepolisischen Probleme eine besonders große Rolle spielen wird, wenn es gelingen soll, für die deutsche Volkswirtschaft glückliche Lösungen zu finden. Es sind dies Probleme, die sich ziemlich weitgehend auf die Schlagworte K a p i t a l n o t und Ueberfrem- dung zurückführen lassen. In dieser Lage kann der deutschen Industrie ein verstärkter Rückhalt durch erhöhte Zusammenarbeit deutscher Bankgruppen nur dienlich sein. Da andererseits gerade auch in dem vorliegenden Falle die Konzernkreise der Deutschen Bank und der Discontogesellschaft sich in vielen Punkten schneiden, auf zahlreichen Gebieten aber auch sich gegenseitig ergänzen, so ist mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß von dem Zusammenschluß im Dankgewerbe ein neuer und wahrscheinlich sehr energischer Impuls für die Fortsetzung der Rationalisierung in der Industrie Die Sebeuhmg der neuen Mkserschmchmig. ausgehen wird, vor allem auf dem Wege neuer industrieller Zusammenschlüsse. Die „De r l. D ö r s e n ze i t un g" schreibt: An sich liegt der jetzt vor dem Abschluß stehende Zusammenschluß der beiden größten deutschen Danken völlig im Zuge der Zeit. DereitS auf der Düsseldorfer Mitgliederversammlung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie hat das Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bank Dr. Werner Kehl in seinem Referat über die Bedeutung des internationalen Kapitalmarktes für Deutschland ausgeführt, daß, wenn wir rationell arbeiten wollen, in einer ganzen Reihe von Industrien große Zusammenschlüsse notwendig sind, die allein es gestatten werden, wenigstens die notwendigsten Voraussetzungen für eine Gesundung zu schaffen. Der Vortragende fuhr dann fort: „Ich muh noch hinzufügen, daß ich, soweit es die Banken betrifft, in dieser Beziehung soeben ein lau- t e s Selbstgespräch geführt habe." Dieser Passus scheint darauf hinzudeuten, daß schon damals zum mindesten innerhalb des Vorstandes der Deutschen Dank Erwägungen geschwebt haben, die jetzt zu der Fusion Disconto- Deutsche Dank geführt haben. Oer Deutsche Gtädtetag in Frankfurt. Die genormte Kommunalverfaftung. Derl in, 26. Sept. (Priv.-Tel.) Die am 27. und 28. d. M. in Frankfurt a. M. stattfindende Tagung des Deutschen Städtetages wird für die deutsche Kommunalpolitik von großer ‘Bedeutung sein. Auf ihr wird auch der vom Deutsck^n Städtetag ausgearbeitete Entwurf einer Reichsstädteordnung, der eine Art Cinheitsnorm für die Kommanalverfassung schaffen soll, eine wesentliche Förderung erfahren. Der Entwurf soll den Wirrwarr der heute geltenden und ganz verschiedenartigen Kommunalverfassungen ein Ende machen. Allein in Preußen sind zur Zeit mehr als fünf verschiedene Gemeindeverfassungen in Geltung. Gleichzeisig rechnet man wohl damit, durch den eigenen Vorschlag die von der preußischen Staatsregie- rung begonnenen Vorarbeiten zu einer Städteordnung richtunggebend beeinflussen zu können. Dagegen ist noch ganz ungewiß, wie sich das Reich zu einem solchen Vorschlag, den man voraussichtlich Ende Oktober dem Reichsinnen- ministcrium überreichen wird, stellt. Hier tauchen die großen Probleme der Reichsreform überhaupt auf, die wohl zunächst eine Klärung finden müssen, ehe man an eine Reichsstädteordnung Herangehen kann. Immerhin soll versucht werden, schon jetzt zwischen Reich und Preußen in dieser Frage eine gewisse prinzipielle Heber» einftimmung, die auch für die süddeutschen Länder annehmbar wäre, zu erzielen, damit die preußische Reform nicht einer späteren Lösung durch das Reich den Doden toegnimmt. OieBekämpfung derLandfluchi CntschlicßungendcrJnferParlamentarischen Handclskonferenz. ‘Berlin, 26. Sept. (WTD.) Irn landwirtschaftlichen Ausschuß der hier tagenden Interparlamentarischen Han delskonfe - renz wurden zwei Entschließungen angenommen. In der ersten heißt es: „Die Internationale Parlamentarische Handelskonserenz stellt fest, daß die Entwicklung des Handels und der Industrie eng mit dem Gedeihen der Landwirtschaft verbunden ist und daß die zunehmende Landflucht eine ernstliche Mahnung für alle Länder darstellt. Sie hält es für angebracht, die Aufmerksamkeit der Parlamente der verschiedenen Länder auf die dringende Notwendigkeit zu lenken, Maßnahmen zu treffen, um die Landbevölkerung in höherem Maße auf dem Lande festzuhalts n.“ Rach Aufzählung einer Reihe von Mitteln, die hierzu geeignet seien, wie Ermutigung der Landarbeiten zum Dodenerwerb, "Bereit ft ellung von Kapital und möglichst umfangreiche Zuweisung von billigen Krediten an Genossenschaften ober ähnliche Einrichtungen zur Förderung der landwirtschaftlichen Produktion, starke Verbreitung der R a t i o n a I i f ie* rungsmethoden auf den Gütern und in den ländlichen Haushaltungen heißt es in der Entschließung weiter: „Die Interparlamentarische Handelskonferenz hält es ferner für angebracht, die landwirtschaftliche Kommission für die nächste Sitzung zu beauftragen, ein Gesamtpro- 6 ramm der wirksamsten Maßnahmen zurBe - kämpfung der Landflucht auszuarbeiten. Diese Maßnahmen müssen darauf abzielen, die landwirtschaftliche Arbeit für den Landwirt wie für den Landarbeiter einträglicher zu gestalten und das Leben auf dem Lande angenehmer unb leichter zu gestalten." Die zweite Entschließung des Llnterausschusses drückt den Wunsch aus, daß landwirtschaftliche Sachverständige ständig zu den Arbeiten des Wirtschaftskomitees des Völkerbundes zugezogen werden sollen. Das neue Wiener Kabinett. Bundeskanzler Schober. Wenn jemals ein Kanzler bei seinem Amtsantritt eine gute Presse gehabt und freundlich begrüßt worden ist, dann trifft es für den neuen Leiter der österreichischen Politik zu. Es ist ganz merkwürdig, wie auch die sozialdemokratischen Blätter, in Wien die „Arbeiterzeitung", und in Berlin der „Vorwärts", ihn freundlich, man möchte fast sagen, liebevoll begrüßen. Dabei muß man sich daran erinnern, daß vor etwas mehr als zwei Jahren gerade Schober als Wiener Polizeipräsident in die politischen Unruhen mit fester Hand eingriff und gegen die So- zialdemokraten scharf vorging. Es kam bekanntlich damals zum Sturm auf das Justizgebäude, das in Flammen aufging. Damals war Polizeipräsident Schober der be st gehaßte Mann im roten Wien, und Schmeichelworte wie Bluthund flogen ihm um die Ohren. In den letzten Wochen jedoch hat zwischen ihm und den Sozialdemokraten eine Aussöhnung staltgefunden, und nun hat er vorläufig wenigstens keinen nennenswerten Widerstand von dort zu erwarten. Man muß bei Herrn Schober anerkennen, daß er mit Kraft auf der einen Seite, aber auch mit politischem Takt und Geschick auf der andern Seite gehandelt hat. Mit rückhaltsloser Energie ist er jedem Versuch, Unruhen zu stiften, entgegengetreten, und er hat erklärt, gegen jeden neuen Putsch mit äußerster Strenge vorgehen zu wollen, gleichgültig, ob die Putschversuche von links oder von rechts kämen. Durch diese Unparteilichkeit hat er sich die im heutigen Oesterreich besonders notwendige Autorität verschafft. Schon aus der Tatsache, daß Schobers Amtsantritt fast von allen Parteien in Oesterreich als eine glückliche Lösung begrüßt wird, läßt sich ersehen, daß er in einem sehr ernsten Augenblick das Heft in die Hand nimmt. Es stehen sich die Sozialdemokraten mit ihrem Schutzbund und die bürgerlichen Parteien, voran der Landbund, mit den Heimwehren feindlich gegenüber. Allmählich haben auch die Sozialdemokraten eingesehen, daß sie nicht auf die Dauer einer Aenderung der öfter« reichischen Verfassung sich werden widersetzen können. Es fragt sich nur, wie weit sie der anderen Seite nachzugeben bereit sein werden. Die heute geltende österreichische Verfassung, die unmittelbar nach dem Zusammenbruch entstand, hat besonders in Wien zu auf die Dauer unhaltbaren wirtschaftlichen Verhältnissen geführt. Die Konfisk^ tion des Eigentums bürgerlicher Hausbesitzer durch die sozialistische Stadtverwaltung bedeutete einen Rechtsbruch, wie man ihn sich größer nicht vorstellen kann. Schon dem Vorgänger Schobers, dem Bundeskanzler Streeruwitz, der jetzt zurücktritt, war gelungen, hier einen Ausgleich anzubahnen und eine Aenderung d e s Mietengesetzes durchzuführen, die immerhin eine kleine Besserung brachte. Streeruwitz war mehr der Vertreter der Wirtschafts- und Industiüekreise, als aktiver Politiker. Auch er hat in manchen Dingen, z. D. rn der eben erwähnten Mieterfrage, eine glückliche Hand gehabt und den Boden vorbereitet, auf dem jetzt Schober die Hauptarbeit leisten soll. Stree- ruwih hat sich Verdienste erworben, die nicht unterschätzt werden dürfen. Aber er selbst hat erkannt, daß er als Politiker nicht stark genug war, um die Hauptaufgabe der Derfassungsreform durchzuführen, und somit räumte er freiwillig seinem stärkeren Nachfolger den Platz. Dieser wird aller Geschicklichkeit und aller Taktik bedürfen, über die er verfügt, um den Verfassungskonflikt in Oesterreich so zu lösen, daß die fordernde Seite befriedigt und die Gegner nicht allzu sehr vor den Kopf gestoßen werden. Festigkeit vereint mit Mäßigung geben einen guten Klang. Das Kabinett Schober. Altbundespräsident Dr. Hämisch wird Handelsministcr. Wien, 26. Sept, (wv.) Der Hauplausschuh des Nationalrals hat beschlossen, dem Rälionalrat folgenden Vorschlag für die Wahl der neuen Bundesregierung zu erstatten: Bundeskanzler Polizeipräsident Schober; Vizekanzler und Minister für Heereswesen v a u g o i n (Christl.-So;.); Justizminister der bisherige Justizminister Dr. S l a m a (Grohdeutsch); Minister für soziale Verwaltung Uni- verfitätsprofessor Dr. I n n i h e r; Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft der bisherige Minister Jöbermetjr (Christl.-So;.); Minister für handel und Verkehr der frühere Bundespräsident Dr. Michael h a i n i s ch. Der bisherige Vizekanzler S ch u m y (Landbund) wird das Ressort des Inneren übernehmen. Mit der Leitung der Ministerien für Finanzen und für Unterricht soll einstweilen Bundeskanzler Schober betraut werden, bis die hierfür in Aussicht genommenen Persönlichkeiten erreicht werden können. Wie verlautet, ist für den Posten des Finanzministers der Unioerfitätspro- fessor und frühere Finanzminisler im Kabinett Lammasch Dr. Joseph Redlich, für den Posten des Unterrichtsministers der Univerfltätsprofessor Dr. Liselsberg in Aussicht genommen. Der TI a - ti 0 nalrat genehmigte mit 84 Stimmen der Christlich-Sozialen, Grohdeutschen und des Landbundes gegen 69 Stimmen der Sozialdemokraten den wahlvorschlag des Hauptausschusses, womit die neue Regierung in der oben gemeldeten Zusammen- fetzung gewählt erscheint. Das Kabinett der Wissenschaftler. Wien, 26. Sept. (Privatmeldung.) Die Zusammensetzung des neuen Kabinetts zeichnet sich dadurch aus, daß neben bewährten Persönlichkeiten als Vertreter der Mehrheitsparteien hervorragende Männer der Wissenschaft berufen worden sind, deren Namen auch weit über die Grenzen Oesterreichs hinaus einen guten Klang haben. Dies gilt insbesondere von dem auch als Nationalökonom bekannten früheren Bundespräsidenten Dr. h. c. Michael Harnisch, der mit 71 Jahren das älteste Mitglied der Regierung ist. Llniversitätsprofes- f o t Eiselsberg , 1860 geboren, ist der gesuchteste und international bekannte Chirurg der Wiener medizinischen Schule, ein Schüler Dill- roths, und erfreut sich auch wegen seiner persönlichen Eigenschaften allgemeiner Wertschätzung. Der für das Finanzministerium in Aussicht genommene Llniversitätsprofessor Dr. Joseph Redlich, geboren 1869, war auch im Kabinett Lammasch dem letzten der Habsburger Monarchie, Finanzminister: er weilt gegenwärtig in Amerika, wohin er vor mehreren Jahren als Professor ür die Staatsrechtsfragen an die Harvard-Llni- versität in Cambridge berufen wurde. Ob er die Berufung annimmt, ist noch fraglich. Der neue Minister für soziale Verwaltung, Dr. Inniher, Professor der Theologie, geboren 1875, war im abgelaufenen Studienjahr Rektor der Wiener Universität, als der er in der weiten Öffentlichkeit wegen seines konzilianten Wesens außerordentlich geschäht wurde. In der Heranziehung dieser Persönlichkeiten erblickt man viel- ach das Bestreben des Bundeskanzlers Schober, seinem Kabinett von Autoritäten einen weniger politischen Charakter zu geben. „In Deinem Lager ist Oesterreich" Tie Wiener Presse zum Kabinettswechsel. W i e n , 26. Sept. (WTB.) Zur Berufung des Polizeipräsidenten Schober, die von der bürgerlichen Presse einmütig begrüßt wird, schreibt die „Reichspo st" : Wenn heute Polizeipräsident Schober Bundeskanzler wird, so spricht sich darin mit überwältigender Deutlichkeit der Volkswille aus, für das schwierige Werk der inneren Reform einen Mann an der Spitze des Staates zu ehen, der für jeden eine Verkörperung der Staatsautorität, beb Gesehmä - ßigkeitund Ordnung ist und zugleich die Verkörperung zielbewußter Energie, mit legalen Mitteln den innerstaatlichen Aufgaben zu dienen. Der Rame Schober ist die Widerlegung aüy: Berlin, 26. Sept. (WB.) Wie der Polizeipräsident mitteilt, ist bei der Stadt Berlin vor einigen Tagen der Verdacht entstanden, daß die Kaufleute Leo, Max und Willy Sklarek in Firma K. V. G. (Kleider-Vertriebs-Gesell- schaft) Gebrüder Sklarek durch umfangreiche Betrügereien und Llrkundenfälschungen die Ber- I ine r Stadtbank geschädig t haben. Die Durchsuchung der Wohnungen undGeschäftsräume ergab die Beschlagnahme erheblichen Beweismaterials, so daß die Polizei die Beschuldigten vorläufig f e st n a h m. Die Gebrüder Sklarek hatten auf Grund eines Vertrages mit der Stadt ein Recht auf Belieferung der städtischen Dienststellen, Anstaltenusw. mitfämtlicherDe- kleidung, Textilien und Schuhwaren. Dieser Vertrag läuft noch bis 1935. Die Gebrüder Sklarek haben sich ihre Forderungen an die Bezirksämter und Anstalten von der Stadtbank bevorschussen lassen. Die auf diefer Grundlage gegebenen Kredite erreichten im Laufe der Zeit einen Umfang von mehreren Mil- Honen Mark. Daneben sind bann später außer ben Rechnungen auch bie Bestätigungen großer Aufträge von städtischen Dienststellen a l s Kreditunterlage benutzt worden, wobei dem Schriftwechsel die Durchschrift eines von zwei städtischen Beamten unterschriebenen Destellixach- weises beigefügt wurde. Die Prüfungen haben jetzt ergeben, daß diese Aufträge und Bestätigungsschreiben 3.$. fingier t gewesen sind, wo- fei auf den Destellnachweisen die Unterschriften der städt. Beamten gefälscht wurden, so daß für diese Aufträge Ansprüche und Forderungen der 6. Internationaler Sans- und Grundbesitzerkongreß. Berlin, 26. Sept. (WTB.) Der von der Union Internationale de la Propristö Fonciöre Bätie und dem Zentralverband Deutscher Hausund Grundbesitzer-Vereine einberufene 6. Internationale Haus- und Grundbesitzer-Kongreß wurde im Plenar-Saal des Reichswirtschaftsrates in Anwesenheit von Vertretern der Reichs- und Staatsbehörden sowie zahlreichen Mitgliedern des Reichs- und Landtages und Vertretern von befreundeten Verbänden und Organisationen, ferner in Anwesenheit von Vertretern der Botschaften und zahlreichen Delegierten aus allen Teilen Deutschlands und des Auslandes eröffnet. In seiner Begrüßungsansprache führte der Präsident des Zentralverbandes Deutscher Haus- und Grundbesihervereine, Stadtrat Ioseph H u m a r, Mitglied des Reichswirtschaftsrates, aus, daß die Union Internationale 34 Staaten der Erde umfasse und fünf Millionen Mitglieder aufweise. Sie gehe von dem Grundsatz aus, daß nur das Privateigentum die Grundlage sei, auf der man eine gesunde Wirtschaft aufbauen könne. Denn Industrie, Weltwirtschaft, Gewerbe und Mittelstand seien infolge ihrer privaten Initiative und ihres Unternehmungsgeistes allein imstande, die Kultur eines Volkes zu fördern und hochzuhalten. Der Staat dürfe niemals als öffentliche Hand in die Privatwirtschaft selbst eingreifen. Die Hausbesitzer, die den größten Teil des Privateigentums zu verwalten hätten, müßten ihre Rechte auf der ganzen Welt geschlossen verteidigen. — Der Präsident der Union Internationale de la Propiets Fonciöre Bätie, L a - m e r a u x , betonte, daß die Grundbesitzer nicht egoistische Interessen, sondern bie Interessen ber Kultur unb ber Länder verträten unb bah sich der gegenwärtige Kongreß in erster Linie mit Fragen beschäftigen werde, die von großer Bedeutung für Volk und Wirtschaft seien. Ministerialdirigent Dr. Weigert überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Reichs- und Staatsregierung und hob die geschichtliche und volkswirtschaftliche Bedeutung des Haus- und Grund- besiherstandes hervor. — Es folgten weitere Ansprachen der Vertreter der Reichs-, Staats- und Gemeindebehörden und der Führer ber ausländischen Delegationen. Mit ber Einsetzung ber Kommissionen würbe bie Dormittagstagung geschlossen. Westfälischer Bauernbund und Volksbegehren. Essen, 26. Sept. (WB.) Der in ber hier ftatt- findenden Großen Ruhrländischen Gartenbauausstellung versammelte Gesamtvorstand des Westfälischen Bauernbundes nahm in eingehenden Beratungen zu 1 ben brennenden gesamt- unb wirtschaftspolitischen Putschmärchen. — In den großdeutschen „Wre- nerRachrichten" heißt es: Es unterliegt feinem Zweifel, daß bie weitesten Schichten unserer Bevölkerung die Uebernahme der Regierungsgeschäfte durch Schober freudig begrüßen eingedenk der zahlreichen Verdienste, die er sich in politisch und geschichtlich bedeutsamen Augenblicken um Volk und Vaterland erworben hat. — Das Organ des Landbundes, das „Reue Wiener Extrablatt", das schon lange eine neue, starke Regierung gefordert hatte, schreibt: Der Rame Schober ist wohl an sich der stärkste Beweis der inneren Befriedung Oesterreichs und der absoluten Sicherheit, welche dieses Staatswesen nunmehr verbürgt. Die Zeit des Bürgerkriegs und der inneren Erschütterungen ist damit vorüber. — Die „Reue Freie Presse" begrüßt Schober mit den Worten: In Deinem Lager ist Oesterreich. Wir sagen es, schreibt das Blatt, mit der Empfindung, daß niemand stärkere Bürgschaft gibt für ein Regime der Pflichttreue und der kraftvollen Handhabung der Gesetze als Iohannes Schober. Mögen die 'Parteien, mögen sämtliche Gruppen bedenken, welches Kapital diese Persönlichkeit bedeutet und daß sie durch Hetzereien, durch unnützen Widerstand dieses Kapital verwirtschaften und damit ein großes Gut für Oesterreich zerstören. — Das „Reue Wiener Tageblatt" schreibt: Der Rame Schober bedeutet Vertrauen und Beruhigung. Sein Leitstern ist Legalität und unbedingte Einhaltung der verfassungsmäßigen, gesetzlichen Grundlagen des staatlichen Lebens. Gebrüder Sklarek an städtische Dienststellen und Anstalten gar nicht bestehen. Die vorläufige Untersuchung bei zwei Bezirksämtern hat ergeben, daß den angeblichen Forderungen der Gebrüder Sklarek in Höhe von mehreren hunderttausend Mark tatsächlich nur ganz geringe rückständige Zahlungen der Bezirksämter gegenüberstehen. Hiernach besteht die Wahrscheinlichkeit, daß auch bei den angeblichen Forderungen an andere Bezirksämter Fälschungen in großem Stil vorgenommen worden sind. Der Vertrag der Stadt mit den Grbrüdsrn Sklarek auf Belieferung der städtischen Dienststellen und Anstalten mit Kleidung, Textilien und Schuh- waren geht zurück auf die Maßnahmen, die seinerzeit bei der Liquidation der städtischen Kleidervertriebsgesellschaft erfolgt sind. Die drei Brüder Sklarek sollen der Stadt Berlin einen Schaden von 10 Millionen Mark zugefügt haben. Reben der polizeilichen Untersuchung läuft eine Untersuchung des Magistrats Berlin, die schon jetzt zu dem Ergebnis geführt hat, daß durch mangelhafte Kontrolle und Organisation, vor allem aber durch eine kaum entschuldbare Leichtfertigkeit ungeprüft Millionen-Kredite gegeben worden sind. Mit der Abberufung der drei Direktoren der Berliner Stadt- b a n k, dLnen in erster Linie die Verantwortung für die Mißwirtschaft zugeschrieben wird, ist baldigst zu rechnen. Ob dem Treiben der Brüder Sklarek durch die Unterstützung beamteter Personen Vorschub geleistet worden ist, wird die weitere Untersuchung ergeben. Fragen Stellung. Es wurde u. a. die folgende Entschließung angenommen: Mit Rücksicht auf die schädlichen Folgen, die auf außen- und innerpolitischen sowie wirtschaftlichem Gebiete durch das Volksbegehren der Rechtsradikalen hervorgerufen werden, fordern wir unsere Mitglieder nachdrücklich auf, s i ch von jeder Beteiligung an der Vorbereitung und Durchführung des Volksbegehrens fernzuhalten. Oie Gchweizerfahrt des „Graf Zeppelin", lieber Genf, Bern und Zürich. „Graf Zeppelin" erschien am Donnerstag kurz vor Mittag in geringer Höhe über Genf. Es flog über der Stadt einen großen Kreis und stieg dabei in zehn Minuten auf etwa 1000 Meter Höhe, um bann den Jura anzuftiegen. Zur Begrüßung des Luftschiffes waren vom Genfer Flughafen vier Flugzeuge aufgeftiegen. Der silberne Riesenleib an dem klaren wolkenlosen Herbsthimmel rief auf den Straßen, die sich nach dem Geschäftsschluß rasch mit Neugierigen füllten, überall große Begei- st e r u n g hervor. Auch in der Bundeshauptstadt Bern wurde der „Graf Zeppelin" von der ganzen Bevölkerung mit Spannung erwartet. Als das Luftschiff um 13.35 Uhr in Sicht kam, wurde es durch den Radjosender mit dem Berner Marsch, sodann mit Ansprachen und schließlich mit dem Deutschlandlied begrüßt. Dreimal kreiste das Luftschiff über der Stadt, von mehreren Flugzeugen begleitet. Beim Flug über das Bundeshaus neigte das Luftschiff zum Gruß die Spitze. Nach einem prächtigen Alpenflug erschien das Luftschiff „Graf Zeppelin" um 15.30 Uhr über dem Vierwaldstätter-See und verschwand zehn Minuten später mit Fahrtrichtung auf den Zuger-See. Um 15.50 Uhr wurde das Luftschiff in Z ü r i ch sichtbar und überflog bald darauf, von vier Flugzeugen begleitet, die Stadt. Um 16 Uhr setzte es seine Fahrt in Richtung Winterthur fort. Nach neunstündiger Fahrt ist es in Friedrichshafen um 17.28 Uhr glatt gelandet. Oer Zeppelin zur zweiten Schweizerreise gestartet. Friedrichshafen, 27. Sept. (WTB. Funkspruch.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist heute früh 8.37 Uhr mit etwa 25 Passagieren an Bord zu seiner zweiten Fahrt nach der Schweiz gestartet. Die Einlegung dieser Fahrt ist auf den Wunsch einer Filmgesellschaft zurückzuführen, deren Operateure bereits die erste Reise in die Schweiz mitmachen wollten. Außerdem nehmen an dieser Fahrt noch teil einige Herren der Berliner japanischen Botschaft, sowie zahlreiche andere zahlende Passagiere. Die Route wird ungefähr dieselbe sein wie die erste Fahrt. Da die Wetterlage für Flüge im Alpengebiet zur Zeit sehr günstig ist, wird, wie schon berichtet, Sie Siadi Berlin um mehrere MllionengeschäW. Verhaftung der Gebrüder Sklarek. - Detrugsanzeige durch den Berliner Magistrat am Samstag s r üh eine dritte Fahrt nach der Schweiz folgen, für welche die Passagierplätze ebenfalls restlos belegt sind. Die Süddeutschlandfahrt, bei der auch München besucht werden soll, wird erst am kommenden Dienstag zur Durchführung kommen. Aus aller Welt. Eine Deutsche Woche in Barcelona. Dom 19. bis 26. Oktober wird bei der Weitaus- Stellung in Barcelona eine „Deutsche Woche" stattfinden. Eine Reihe deutscher O p e r n Vorstellungen sind vorgesehen, und zwar unter der Leitung von Max von Schillings unb unter ber Regie bes Jntenbanten Sachse vom Stabttheater Hamburg, sowie unter Mitwirkung bebeutenber Künstler ber Berliner, Hamburger, Münchener unb Wiener Oper. Insbesondere soll ber Nibelun- genring aufgeführt werben. Ferner, ist ber Besuch bes neuen deutschen Kreuzers Königsberg vorgesehen. Deutsche Forscher in Südafrika. Die deutsche archäologische Expedition, die unter der Leitung des Frankfurter Geheimrats Leo Frobenius steht, und an der acht hervorragende deutsche Forscher beteiligt sind, hat in Südafrika viele Tausende von archäologischen Funden, u. a. Steinwassen, Tongefäße, Kupfer- und Bronzegeräte von größter geschichtlicher Bedeutung gemacht. In einer rhodesischen Ruine hat Frobenius ein Stahlstück entdeckt, das inzwischen nach Europa zur Prüfung geschickt worden ist. Dieser Fund berechtigt zu der Annahme, daß die in Südafrika Vorgefundene Stahlerzeugung derjenigen der alten Philister sehr ähnlich ist. Frobenius hat kürzlich auch vorgeschichtliche Ueberreste von fBergmertsanlagen von Portugiesisch-Ostafrika vorgefunden und grüne und got'ene Kugeln von einer merkwürdigen Technik entdeckt, was wiederum darauf schließen läßt, daß im vorgeschichtlichen Afrika eine alte Kultur herrschte, und daß man große Metall- mengen ausführte. Die Ausfuhr scheint die ganze Küste von Südamerika umfaßt und nach dem Indischen Ozean unb dem Persischen Golf aus- gestrahlt zu haben. Ein Hochstapler verhaftet. In München ist der Hochstapler Karl Ql ä gl e verhaftet worden, dem es seinerzeit gelungen ist, sich trotz mangelnder Qualifikation die Stelle als Leiter des Zeileis-In st i t u ts in Nürnberg zu verschaffen. Rägle war früher Trambahnschaffner in München, wurde entlassen und verschwand, nachdem er wiederholt wegen Betruges und Bettelei bestraft worden war, aus München. Ende Qlngnft traf er als Leiter des Zeileis-Jnstituts in Nürnberg ein, täuschte das Personal der Anstalt und die Assistenzärzte erfolgreich über seine Herkunft und hatte einen großen Patienten- 8 u l a u f. Als man ihn entlarvte, war er noch rechtzeitig aus Rürnberg verschwunden. Die erste Weltraumrakete wird gebaut Professor Oberth, der Preisträger des Pariser Internationalen Wettbewerbs für Raumschiffahrt, hat soeben den Bau seiner ersten Dersuchsrakete begonnen. Lim ihm für seine wissenschaftlichen Theorien die Möglichkeit der praktischen Erprobung bieten zu können, hat dem Vernehmen nach die Ufa und der Regisseur Fritz Lang dem Preisträger die Mittel für den Weiterbau der ersten Dersuchsrakete zur Verfügung gestellt. Beide werden den Bau der ersten Weltraumrakete gemeinsam finanzieren. Lieber die technischen Einzelheiten des neuen Flugschiffes ist Näheres noch nicht bekannt Die Weiierlaae. -mgö • dien' 5- 9 Donnerstag, 26.5ept.1929,8nmas. 7 p«rC r O womenlos. O neuer, q naib bedeeict» woixig. e oeaecxi •Neger\ * Sehnet a Graupeln, s Nebel K Gewilfer.(g)Windstille.O-> sehr «unter Ost massigem Südsüdwest. stürmischer Nordwesl Ote Pfene fliegen mit dem winde. Die neiden Stationen stenenoen Zahlen geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleiche^ •ei Meeresniveau umaertznneieo Luftdruck Wettervoraussage Wenn auch der Hohe Druck langsam abgebaut wird, so bleibt er doch zunächst noch bestimmend für die Wetterlage. Die im Norden vorüberziehende Störung wird mit ihrer weit südwärts vorgreifenden Warmluft jedoch im ganzen die Temperaturen etwas beeinflussen, so daß namentlich nachts eine langsam sich steigernde Temperaturzunahme zu erwarten ist. Auch dürfte im Laufe des morgigen Tages etwas leichte Bewölkung aufziehen, aber sonst bleibt der herrschende Witterungscharakter fortbestehen. Wettervoraussage für Samstag: Weiterhin morgens stellenweise neblig, tagsüber meist heiter oder nur zeitweise etwas leichte Bewölkung, trocken, nachts etwas wärmer. Wettervoraussage für Sonntag: Weitere langsame Erwärmung, besonders nachts, tagsüber zeitweise bewölkt, trocken. Lufttemperaturen am 26. Sepember: mittags 18 Grad Celsius, abends 7,3 Grad: am 27. September: morgens 4 Grad. Maximum 18,5 Grad, Minimum 2,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. September: abends 16,9 Grad; am 27. September: moraens 10,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 7A Stunden. tlog ft die la^t bRc e9t 1 '«“4'?.' e(f, ia«elona t*'«5 S'Ä 9n5 und unterer 5 'Änet und ■ ^'belun, Uh’ * * 5Soll*95berg idafrika. : Petition uft Geheimrats iJ? ucht hervor. I'"5 Hot in Men Funden, "'Und Bronze, edeutung gemacht ^tobcnius ein XWur°Pfl "’Jy Md be. m EudaKaM. 9?n der allen M. 'h°t kürzlich auch oergwerksonlaaen sfunben und grüne nerftnürbigen Tech, :auf schließen laßt, eine alle Ruh sr°b,.e Metall, tlussuhr scheint die a umfaßt und nach persischen Golf aus- hastet. >ler Karl Olägle irzeit gelungen ist, rton die Stelle als Instituts in lkägle war früher München, wurde em er w i e d e r - and Bettelei München. Ende eileis-JMtuts in fonal der Anstalt ch über seine Her- n Patienten- töte, war er noch chvunden. wird gebaut. Preisträger des Dettbewerbs sür i Bau seiner ersten m ihm sür seine ie Möglichkeit der 5 bieten zu können, ie Ufa und der i Preisträger die r ersten Versuchs- Beide werden den >te ML^am \\* n tziMMrn des xd noch nicht be- [flfle. •MSI- iA tq 7 Äh DO* **- . 57 £ 6§ 3J l9;,ft6C gebautoi?' inQlQnLab9,nh sür6IC sKS d) nachts Zarten >1 Hi«-K ’0s* rocken- mittag ra?«5 Srad. ^jefe ö» ;Tni° W?: tls'NS- " Aus der provinzialhaupistavt. Gießen, den 27. September 1929. Vögel im Herbst. Von Or. Werner Suntel, Kassel. lieber die Fluren streicht ein herbstlicher Wind. Wie wohl tut uns der frische würzige Luftbauch, der mit den reifen Distelsamen spielt. Ueberall schweben diese Unkrautsamen mit ihren silberwolligen Fallschirmen in der Luft; schließlich bleiben sie aber doch irgendwo am Boden hatten, wo sie im nächsten Frühjahr mit Keimen, Wachsen, Blühen und Fruchten ihre Art fortsetzen. Der Landmann schilt die Disteln ein lästiges Unkraut und mag sich deshalb über die vielen Stieglitze und Hänflinge freuen, die am Ackerrand die wolligen Distelköpse plündern. Die Hänflingsmännchen, deren frischoermausertes Brustgefieder im Sonnenschein des Spätsommertages rot aufleuchtet, lassen sogar noch ihr flötendes Lied erschallen. Aber erst die schmucken Distelfinken: sie sehen so bunt aus wie die tropischen Vögel aus dem fernen Afrika, die man im Museum oder Zoologischen Garten sieht! In ihrer Gesellschaft lesen Goldammern, Buchfinken und Sperlinge still das ausgefallene Gesäme von Mohn, Wegerich und Kornblumen am Boden auf, während einige Feldlerchen hurtig trippelnd allerlei krabbelndes Getier erhaschen. Auf den Telegraphendrähten an der Landstraße ruhen ganze Schnüre von Schwalben, die sich zur Abreise rüsten, während auf dem hohen Birnbaum ein Riesenschwarm von Staren sein Hauptquartier aufgeschlagen hat. Lange bleiben die Stare nicht sitzen, bald saust das ganze Heer über die Wiesen, wo die Dorfjugend die scheckigen Kühe weidet, schwingt sich hoch, dann Sturzflug, rechts um, links um, Steigen, Fallen, und das alles so toktrnäßig, wie ein Regiment auf einem Kasernenhof. Dabei haben die jungen Stare nicht wie die menschlichen Rekruten diese Kunst erst andressiert bekommen, nein, dieser Zusammenhalt liegt ihnen im Blut, das Braufen eines vielköpfigen Starenfluges, in dem alle diese Vögel nur einen Willen zu haben scheinen, kann -uns eine soziale Predigt sein, ein Vorbild der Einigkeit. Schwatzend fallen alle Stare auf der Wiese ein, die ihnen Regenwürmer verspricht. Aber auch der Starenmagen liebt die Abwechslung, drum erhebt sich einmütig das Vogelvolk und eilt in breiter Flugfront dem Dorfe zu, wo es jetzt noch besondere Leckerbissen gibt. Die Stare fallen im Schulgarten ein, dem eine große Scheune und die Lehrerwohnung fast die ganze Morgensonne raubt. Deshalb gedeiht hier auch kein zartes Gemüse, wohl aber allerlei fruchttragende Sträucher und Obstbäume. Wie die Reinetten leuchten und gar die blaue Fruchtsülle der Zwetschen! Hier ist der Lieblingsaufenthalt von des Lehrers vierzehnjährigen Jüngstem, der jetzt Herbstferien hat. Rur mit einer Kniehose bekleidet, läßt er sich am Fuße des Zwetschenbaums auf dem Rasen liegend von der Mittagssonne bescheinen und verzehrt eine Pflaume nach der anderen. Diesem Jungen haben es die vielen Holunderbüsche und «bäume zu danken, daß sie noch nicht der Axt zum Opfer gefallen sind, obwohl neulich bei einer „Besichtigung" ein „hoher Besuch" angesichts des wilden Buschwerks die Worte fallen ließ: „Ein wüstes Werk!" Der Junge hatte die Vögel, denen die schwarzen Beeren so trefflich munden, zu gern, als daß er nicht von seinen Eltern die Schonung der Holunder erbettelt hatte. Aus einmal unterbricht er sein Zwetschen- effen, da muß wohl schon etwas geschehen fein, was dem Jungen wichtiger ist als der dreißigjährige Krieg oder ein Drama von Schiller, denn ohne triftigen Grund würde er die Zwetschen nicht vernachlässigen! Was kann bas. nur sein?: rauschend prasseln die Stare in die beerenschweren Holunder- fträudje und beginnen ein hastiges SchwelgenI Haben sich die ersten schon halbsatt gefressen, so erneuert die Freßlust einiger Nachzügler ihren Futterneid und ihre „Leistungssähigkeit". Der Knabe hat sich dem Starenschwarm vorsichtig genähert, „seinen" Staren, mit denen er sich noch mehr als früher verbunden fühlt, seitdem er sie persönlich kennt. Seine jungen scharfen Augen nehmen an den.Füßett vieler Stare einen helleuchtenden Aluminiumring wahr, den er ihnen anlegte, als sie noch blind und unbefiedert im Nest lagen. Die Ringe, die alle eine Aufschrift und eine fortlaufende Nummer tragen, hatte er von feinem Naturkundelehrer in der Stadt bekommen und den Jungstaren angelegt. Jetzt konnte er nun feststellen, daß von seinen Ringstaren noch welche am Brutort waren, obwohl einer dieser Vögel schon im August aus Flandern und ein anderer aus Lothringen zurückgemeldet war. Ob wohl auch welche im Winter an feinen Futterplatz kommen oder vielleicht gar welche aus größerer Ferne, vielleicht von Spanien oder Afrika zurückgemeldet würden? Jetzt pflückt er einen großen Strauß Holunderbeeren und verwahrt sie auf dem Haüsboden auf, um sie im Winter zur Dogeifütterung zu gebrauchen. Dann schneidet er von Holunder- und Haselbüschen diesjährige Schößlinge ab und verfertigt sich daraus einen einfachen Vogelfangkasten, um am winterlichen Futterplatz die Vögel zur Beringung oder Ringnachprüfung für ein paar Augenblicke zu fangen. Die Fragen des Vogellebens fesseln den jungen Naturforscher, an schulfreien Nachmittagen und in den Ferien können er und ein paar gleichgesinnte Kameraden mitarbeiten an der Erforschung des Vogelzuges, der einen besonders starken Eindruck im Herbst auf uns macht, wenn wir die Sommervögel nach und nach fortwandern sehen. Spätsommermorgen. Das Grau des Nebels weicht nur ungern den Sonnenstrahlen. Im Frühschein glitzern Mlliionen Tauperlen an Gras und Kraut, Busch und Baum. Die winzigen Nebeltröpfchen verwandeln die feinen Netze der Spinnen in kunstvoll gewebte, mit edlen Perlen besetzte Vorhänge, lieber die Wiesen fliegen neben den Distelfamen zarte lange Fäden winziger Spinnen, die der Wind durch die herbstlich frische Lust weht und im letzten Sommerssonnenschein aufglitzern läßt. Die Fäden sind so dünn und grau wie die Haare einer Greisin: über das Land zieht der „Altweibersommer". Daten für Samstag, 28. September. Sonnenaufgang 5.55 Uhr, Sonnenuntergang 17.46 Uhr. — Mondaufgang 0 Uhr, Monduntergang 16.30 Uhr (in Erdnähe). 1803: der Maler Ludwig Richter in Dresden geboren (gestorben 1884); — 1864: der Maler Arthur Kampf in Aachen geboren; 1899: der italienische Maler Giovanni Segantini in Samaden (Engadin) gestorben (geboren 1858); — 1902: der französische Schriftsteller Emile Zola in Paris gestorben (geboren 1840). Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Dame in Schwarz" und .Hoppla, Vater sieht's ja nicht". — Astoria- Lichtspiele: „Der Schrecken der Prärie" und „Versuchung". * ** Schulpersonalien. Zu Rektoren an der Gießener Volksschule wurden ernannt die Lehrer Georg Kling und Gustav Kaufmann zu Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober ab. Der Lehrer Heinrich Roth zu Trais-Horloff wurde zum Lehrer an der Volksschule zu Klein-Linden mit Wirkung vom Tage des Dienstantritts ab ernannt. ** Preisgekrönte Obstzüchter. Auf der Blumen- und Obstausstellung des hiesigen Obst- und Gartenbauvereins erhielten erste Preise: Wilhelm D e ch e r t, Hans Ries, Justus Wenzel; zweite Preise: E i n h ä u s e r, Heinrich Fischer, Geschw. Helfenbein; dritte Preise: Heinrich Blaser, Val. Gonter, Karl Schäfer, Karl Wenzel, ferner für besonders schöne Fenster-Glockenblumen Hausmeister Bader. Zum großen Teil ließen die ausgestellten Früchte Mangel an Düngung und Wasser erkennen. — Die Ausstellung wurde von mehr als 1300 zahlenden Personen besucht. ** Vom Botanischen Garten. Soweit das Wetter es gestattet, wird der Botanische Garten in diesem Herbst noch bis zum 12. Oktober geöffnet fein. Generalversammlung der Deutschen Volkspartei. Die am Dienstag im Hindenburg abgehaltene Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Dolkspartei erfreute sich eines sehr starken Besuches. Der Leiter der Versammlung, Landgerichtsdirektor S ch u d t, gedachte in seinen Eröffnungsworten noch einmal der großen Verdienste, die sich der verstorbene 1. Vorsitzende Professor Dr. K r a u s m ü l l e r um die Partei erworben hatte. In der anschließenden Wahl wurde Oberreallehrer Appel einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt. Herr Appel dankte für das Vertrauen, das ihm gegenüber durch diese Wahl zum Ausdruck gebracht werde, und versprach, sich voll und ganz für die D. V. P. und für ihren Führer Stresemann einzusehen. Weiter wurde Kreis- direkkor i. D. Wolff, der den Gießenern kein Unbekannter ist, zum 2. Vorsitzenden gewählt. Auch er nahm das Amt mit Dank an und gedachte seiner früheren Gießener Tätigkeit. Der Vorstand wurde sodann durch weitere Zuwahl ergänzt. Die Versammlung befaßte sich ferner mit den im Herbst stattfindenden Etadtratswahlen und beschloß, einen Ausschuß einzusetzen, der die Listenaufstellung und weiteren Vorbereitungen in die Hand nehmen soll. Aach diesen geschäftlichen Punkten der Tagesordnung ergriff Frau Land- tagsabg. Birnbaum das Wort zu einem Vortrag über Doungplan und Aheinlandräumung. Sie sprach über die geschichtliche Entwicklung seit dem Herbst 1923 und betonte, wie Stresemann sich unter den größten Schwierigkeiten durchgekämpft hat und wie heute, wo er seinem ersten politischen Ziele nahe ist, die Opposition ihm wiederum die ungeheuerlichsten Schwierigkeiten bereite. Sie betonte, daß diejenigen, die seinerzeit den Dawesplan als untragbar ablehnen wollten, heute kein Recht hätten, diesen Plan verewigt zu sehen wünschen und den Boungplan abzul^hnen, der zur Zeit doch für uns eine Minderung der jährlichen Zahlung um zirka 700 Millionen bedeutet. Eingehend erläuterte die Rednerin weiterhin das Volksbegehren. Wie schwach es um diese Kampfstellung der Opposition bestellt sei, ersehe man am deutlichsten aus der Gegensätzlichkeit, in der sich der Reichsausschuß deö Volksbegehrens befinde. Die Rednerin betonte dum Schluß, daß der Deutschen Volks- Partei die Freiheit der besetzten Gebiete über alles ginge und daß sie hoffe, die endgülttge Freiheit werde durch die Stresernannsche Politik recht bald erreicht. Mit lebhaftem Beifall dankten die zahlreichen Zuhörer für die interessanten lehrreichen Ausführungen. Der Leiter der Versammlung beschloß den Abend mit der ernsten Ermahnung an die Mitglieder der D. V. P., treu weiterzuarbeiten und die innen- und auhen- polktischen Ziele verwirklichen zu helfen. (Weitere Lokalnachrichlen im 3. Blatt) Das Mlnedwss« NeÄhfiches fielandheilswaller Jean Weisel, Gleiten, Sonnenstrabe 6, Telephon Nr. 3888 Literatur C133 kostenlos Vollendet in Schön' heit und Form Verkaufsstelle: W. Herbert 2SSS Gebrüder Stamm 7847A r Die Neuheiten für Herbst und Winter sind eingetroffen Wir bringen eine hervorragende Auswahl der neuesten Modelle in erstklassiger Ausstattung, ausgesuchten Mustern und Farben. Die Preise sind außergewöhnlich billig! Marktplatz Gießen Schulstraße Ulster Paletots Gehrock-Paletots - Imprägnierte Mäntel Loden-Mäntel Gummi-Mäntel Trenchcoats Anzüge ein- und zweireihig blaue Anzüge Sport-Anzüge Smoking- und Abend-Anzüge Cuts Strickkleider für Damen. Neuste Muster, überaus preiswert Bleyle’s Strickwesten, Pullovers, Lumberjacks für Damen und Kinder MMM d aparte Neuheiten Damen-, Herren- und- Klnder-WeSlBH JllliUS Schulze • Kreuzplatz im 28. Lebensjahre. Wieseck, den 26. September 1929. 79170 7916b 7929L 7923 D l Hlööl. Zimmer au vermieten 06147 Landarbeiten /915b Gummischürzen Gröfete Auswahl — preiswert 7906D schwellen Drogerie Winterhoff Kreuzplatz 10 7797A Kaiserallea 15 7699V Zweigutmöblierte | Vermietungen | RASSOL W Zimmer (Seriium. 6 Wobng. mit 1 gr. FI. Mk. 1.75 Balkon u. Zubeh. in guter Lage sofort zu verm. Schr. Angeb. u. 06160 o. d. Gh.lAnz. mengen. Verlangen Sie nur echtes Rasso! in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: (Engels apotheke (Stehen. Zu haben in allen Apotheken. Samslllg. 28. 9. 29, 5 Ukr nachmittags Handball I.Mannsch. — Ober- realicbule I. Ni. Sonntag, 29 9.29, 2 Hbr uachili. Leichtathletische verelnsmeisierslhaslell d. Aktiven. Jugend- u. Jrauenabteilung. Vorher u. vormitt. Fußballsvielc der 3. akt. Mannsch. und Jugendmannsch. 7fttt Die trauernden Hinterbliebenen: Emma Schäfer und Kind Familie Heinrich Schäfer Familie Karl Kreiling Familie Ludwig Jung Versteigerungs-Anzeige. Auf Antrag versteigere ich am Montag, dem 30. September 1929, nachmittags 3 Uhr, auf dem Schwellenlager der Firma I. Himmelsbach in Nidda im Wege des Pfandverkaufs gemäß §§ 1235 ff. BGB. und § 368 HGB. auf Rechnung dessen, den es angeht 254 unimprägnierle Buchen-Lisenbahn- Die Beerdigung findet Samstag, den 28. September, nachm. 4 Uhr, vom Trauerhause, Alicestraße 6, aus statt — Es wird gebeten, von Beileidsbesuchen abzusehen. 27 unimprägnierke Lichen-Eisenbahnschwellen öffentlich meistbietend gegen Barzahlung. Kraft, Gerichtsvollzieher in Nidda. für Erwachsene, Mädels, Knaben jeden Alters Die trauernd Hinterbliebenen: Marg. Steinmüller geb. Steinmüller Friedrich Steinmüller, Gemeinderechner, und Frau Frau Charlotte Steinmüller und 3 Enkel. Heuchelheim, Charlottenburg, den 26. September 1929. Die Beerdigung findet Sonntag, den 29. September 1929, nachm. um 2 Uhr, vom Sterbehaus, Gießener Straße 18, aus statt. Leeres Zimmer ov. Mansarde zum Unterstellen v. Möbeln gesucht. Schr. Angeb. mit Preis u. 06165 a. d. Gieß. Anz | Stellenangebote| Gießen, Londorf, Weitershain, den 26. September 1929. Die Beerdigung findet Samstag, den 28. September, nachmittags 4 Uhr, in Londorf statt. Wer sucht Qualitäts- Margarine zum Vertrieb an Private? Wanlahrl-MargariGe- Gesellschall m. b. B. Bochum-Laer. 7795D zu vermieten an bess. Herren 06155 Installations-Geschäft Hch. Balser und Angestellte Gießen, den 27. September 1929. Nachruf! Am 25. dieses Monats verschied plötzlich und unerwartet unser langjähriger Angestellter und Mitarbeiter Herr Heinrich Schäfer Er starb in Ausübung seiner Pflicht als ein Opfer seines Berufes. Sein ruhiges, charakterfestes Wesen, sein Fleiß und allzeit bewiesene Kollegialität sichern ihm bei Arbeitgeber sowohl, als auch bei seinen Mitarbeitern ein treues Gedenken. Statt besonderer Anzeige Heute nacht 2 Uhr verschied nach kurzem Krankenlager infolge eines Schlaganfalls unser lieber, treusorgender Bruder, Schwager, Onkel und Großonkel, der Optiker Emil Schmidt im 72. Lebensjahr. Wilhelm Schmidt Lehrer Stöhr und Frau Margarete geb. Schmidt Lina Stöhr Familien Lehrer Seip und Conrad. Nachruf. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem plötzlichen Ableben unseres lieben Kameraden Heinrich Schäfer in Kenntnis zu setzen und bitten um vollzählige Beteiligung bei der Beerdigung am Samstag, dem 28. September, nachmittags 4 Uhr. Freiwillige Feuerwehr. Wieseck, den 26. September 1929. Zimmer möbL einschließlich Morgenkaffee, in gutem Hause, sucht junger Kaufmann zum 1. 10. 29. Schr. Angeb. m.Preisang. ii. 7924D a. d. G.Anz. Karl Beck, Neuenweg 15 06156 besonders auch Kränkliche, •UUC X’UJIVCIIIC, zurückgebliebeneund solche mit steifen Deinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes Möbel Schlafzimmer, Speise- zimmer und Küchen in schönen modernen Mustern kaufen Sie preiswert, auch auf Teilzahlung, bei Louis Vetter, Schreinermeister Heute mittag entschlief sanft nach kurzem Leiden plötzlich und unerwartet mein treuer guter Mann, mein lieber guter Vater, unser lieber guter Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Philipp Sfeinmüller, Meizgenneister im 72. Lebensjahr. Arbeitsvergebung. Unter Zugrundelegung der Reichsverdingungsordnung sollen die Glaserarbeiten für den Neubau des Studentenhauses für die Gießener Studentenhilfe e. V. vergeben werden. 7920D Zeichnungen und Bedingungen liegen auf dem Bureau des unterzeichneten Architekten offen. Angebote auf Vordruck find bis zum Eröffnungstermin am Freitag, dem 4. Oktober 1929, vormittags 10 Uhr. verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, einzureichen. Zur Vergebung kommen: etwa 480 qm Fenster mit Glasung, etwa 20 qm Balkontüren, etwa 150 qm Verglasungen. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 26. September 1929. Ernst Schmidt, Architekt B. D. A. Bismarckstraße 38. Herren-, Speise- und Schlafzimmer Küchen und Polstermöbel neueste aparte Modelle Carl Stückratb, Hießen, Asterweg 47 /9O8A Soziale NMchi der Ausgeber v. Stellenangeboten ist es, die ein» gegangen^ewerbungs« unterlagen lZeugnisse, Zeugnisabschrift., Lichtbilder u.dgl.) schnellstens zurückzus.OieElellung- luck>enden sind danlbor hasür, wenn man ihre Bemühungen zur Erlangung ein. qecigneten Tätigtest aus diese 7VU,e unteHlüh« und flirt» aus diese selbstverständliche pstlcht auch angewiesen. Gietzenev Anzeiger LMttii Tochter achtbarer Eltern, zum 1.10. 29 für ein bekanntes großes Damenkon» seknonsgeschäsi gesucht. Nur schriftliche Angeb. unter 79100 an d. Gieß. Anz. erb. Vereine ~| Deutsches Turn- Sportabzeichen Sonntag,29.2evt« Radfahren Beginn morgens 8.15 llbc am LchiitrenbauS. Infolge eines Unglücksfalles verschied plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Heinrich Schäfer Hoöheimer 5tr. 102 p | Mietgesuche | Wohnung beschlagnahmefrei, 4—6 Zimmer, geg. hohe Miete od. Abstand gesucht. Schr. Angebote unt. 06167 an d. Gieß. Anzeiger. Suche für ein junges Ehepaar mit zweijährigem Kinde möül. Wohn- unö Schlafzimmer (2) mit Kochgelegenheit, wenn mögl. m.einem Klavier, zum 1. Okt. Schristl. Ang. unter 789ID a. d. Gtz. Anz. Akademiker (Umv.- Ass.» sucht für 1. Okt. fffiön möül. Zimmer mit Dampiheizg. und el. V., evtl. Klavier. Nähe Brandplatz. Nur schr. Pretüang. u. 7902V a.d.Gß.Anz, Student, in höh. Semester, sucht, wenn möglich, zum 1. Okt. ein schönes, gut heizbares, ruh. Zimmer in gutem Haufe, nicht zu weit von der Unt- nadiroelsüar tüchtige Reisende erh. höchste Prov. u. Sondervergiit. durch Verk.eingei. bekannt. Bed.-Art. au Behörden, Hotels, Private, jetzt Saisonbeg. Kl. Mufter. Nur beste Berk, wollen Angeb. richten an Pott- fach 213, Nord- bamen a.H. t^D WIMMWMM Walltorstraße 5 Süßer Apfelmost 7772L verütät.Schr.Angeb. Aliccttraßc 19 I. u. 7907V a. d.G.Anz. 200 Modehaus „ Salomon Gießen, Schulstr. Tüchtige 7020D Tagschneiiier für sofort gesucht. Carl Frensdorf. Zum 15. Okio er ehrliches, fleißiges Mädchen in angenehmeDaucr- siellung gesucht 7ni«D Walltorttr. 17. Srauoö.Wäomen fürSamstagvormit- tag gesucht. Näb. ne1M Franks. Sir.69 v. Sauberes und zuverlässiges liMSMWN zur Aushilse bis 15. Oktober gesucht. Zu erst. i. d. Geschit. d. Gieß. Anz. 06166 Unn Hprrpn-Hpmdpn UUU HIGI I Gil IIGIIIUGII LäSern aussortiert, im sonstigen Wert ? V ww W ■ ■ W ■ H V ■ ■ ■ ■ W ■ ■ ■ WH W ■ ■ von Mk. 2.50 bis 4.50, verkaufen wir fur per Stück solange Vorrat am 79,4A Kinder Wen ihl 79/7D ebenen: ind ifer 4 Uhr, en, von MkWk Mllge Mde rb. böchsie Srot). u, fondeivergiit.dimh Zerk.eingri.bekannl. Öed.-Arl. an Äe> lörbttt, Holel-, Sri« aale. jetzt Saisonbeg. Muiier.ilhit beite r>erk. wollen Angeb. richien an Poll« sach 213, Nord- bauien a.H. 7»-l> Tüchtige «0 m iaus omon -Ober' tr j)l. VeU'Ä 3lioenh/ Srs? Ä5 jr Wort (teiudjt. tzariTrcnSvvv. 'Lum 15. Oho et eWüB. üeiMfltv Mädchen inanaenehmeTaM' iteflnng oefucbt -.W) WaUtorilr. 1<._ juuLliMni mrLamsiagvomll' laggei>'!b^!a^ gyntbSir^h Sauberes und ru« oerlälsigeS mgöWiW zur AuShilie b's ttiiB £0«« «ffi nroheS Tanienlon rTerSJ H0® g0(l IBS ‘£S*‘S ®ÄUtt Oe » . .. s Nr. 227 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Zreitag, 27. September 1929 Duce oder Minister? Don unserem römischen ^.-Korrespondenten. Rom, Mitte September. DaS war wieder einmal echt mussolinisch. Das eine der beiden römischen Mittagsblätter, das um 11.30 erscheint, hatte noch keine Ahnung: das andere erschien in Form einer Bombe, weil es 10 Minuten später herauskommt. Zwischen 11.30 und 11.40 war ein kleiner Wechsel in den Geschicken eines Vierzigmillionenvolkes eingetreten: es hatte wieder eine Regierung. Eine richtige Regierung, mit Außen- und Innenminister, mit Kriegs-, Marine- und Luftwehrminister, mit einem Gewerkschaftsnzinister und wie die Aemter alle hießen, die bisher, als Minister für alles, Mussolini betraut hatte. Alle Portefeuilles, wie er sie nacheinander ausgenommen hatte, alle legte er plötzlich nieder. Alle zusammen, nur eines nicht: das des Inneren. In dieser Ausnahme liegt der Schlüssel für das Rätsel, das jetzt so vielen Leuten, vor allem im Ausland, zu denken gibt. Ratürlich zerbrechen sich auch viele Italiener über die Mittagsüberraschung des 12. September den Kopf.' Eine „öffentliche Meinung" gibt es ja im Lande nicht mehr, die gesamte Presse ist uniformiert und hat sich selber durch Derbands- beschluh als „Werkzeug im Dienste des Duce" erklärt, kann also nicht von sich aus den Schritt ihres Herrn erläutern, wenn der nicht selber eine Begründung für angebracht hält. Sie nimmt die omtlich-e Mitteilung hin, wie sie kommt, und dieser Illas schweigt sich mustergültig aus. Hoc volo, sic jubeo: statt Grundes genüge der Wille. „Folgende Beränderungen sind in der Zusammensetzung der Regierung vorgenommen worden." Folgt die Ernennung von sieben neuen Ministern und ihrer Llnterstaatssekretäre. Am Montag, 16. September, werden sie den Eid in die Hand des Königs ablegen. Punkt. Basta. Was das Dolk dazu sagt? Auch das erfährt man nicht durch die Presse, man kann es nur wissen. Die Zeitung hat ihren Charakter als Mittler und Berater, als Tribüne und als Auskunftsstelle verloren. Wie der einstige und der leidenschaftliche Journalist, der Mussolini noch immer ist, an einer solchen Moniteurpresse Gefallen jinben kann, wäre wieder ein Rätsel, .wenn er nicht dazu lächeln würde, sobald man ihn darüber befragt. Er kennt die unheimliche Macht der Zeitung aus Erfahrung und er stellt sie mit der ihm eigenen Gänzlichkeit in feine Front, solange eine Front nötig ist. Run hat man allerdings gerade in den letzten Wochen lesen können, eine neue Zeit sei für das Regime angebrochen. Wie die Revolution in Wellen vorstieß, eine ungestümer als die andere, bis die letzte den letzten Widerstand umriß und spurlos begrub, so fei nun die Zeit des Abbaus gekommen, die dritte Periode. In diesem tetzo tempo gebe es nur noch eine Partei, die faszisti- sche, und nur noch faszistische Italiener, also könne man sowohl die überlebte Bezeichnung Partei wie den Ausdruck Antifaszismus ablegen: Duce = Faszismus, Faszismus — Italien. Dies die neue, einfache Formel. So einfach liegen nun aber die Dinge wirklich nicht. So unnatürlich kann es auch unter dem Liktorenbündel nicht zugehen. Cs mag einer mit eiserner Faust ins Rad der Geschichte greifen und ihm Richtung geben, aufhalten aber, das ginge über die Kräfte eines Muffolini. Wo Srud ist, da gibt es auch Gegendruck und selbst die größten Ozeane haben ihre ilntcrftrömun» gcn. Wäre das Dolk so einig, wie ein grenzenloser Optimismus annimmt, dann brauchte es ja wirklich keine Erklärung von oben mehr, dann würde cs jeden Erlaß unbesehen hinnehmen und sagen, 'ich, cs ist gut. Aber gerade weil das Ventil der öffentlichen Meinung verstopft ist. stehen den sonderbarsten Auslegungen der unerwarteten Regierungsbildung Tür und Tor offen. Dersteht sich: hinter der vorgehaltenen Hand. Die anti- laszistischeu Kreise zumal, die deswegen wohl la um verschwunden sein werden, weil sie stumm geworden sind, wittern Erderschiitterungen und sinkende Gestirne. Sie werden, wenn nicht alles trügt, eine große Enttäuschung erleben. Schwenkt Mussolini um? Schwinden seine Kräfte? Derläßt er beizeiten das sinkende Schiff? Man hört die besorgten oder schadenfrohen Fragen, man sieht sie in Blockschrift gedruckt, aber ich möchte, auf die Gefahr hin, daß sie etwas Prophetenhaft klingt, eine kurze Antwort wagen: ichts von alledem! Ich erwähnte schon oben, wo meinem Gefühl nach — und jede Betrachtung des Diktators muh vom Gefühl aus- gehen, von einem Fingerspitzengefühl, das man vielleicht nur durch jahrelange Rachbarschaft erwerben kann — der Schlüssel für feine scheinbare Selbstentäußerung liegt. Als Mussolini einmal den großen Entschluß gefaßt hatte, schien eine auffallende Erleichterung über ihn zu kommen. Er zeigte sich in den letzten Tagen förmlich befreit, aufgelodert, menschlicher als sonst. So, als sei eine große Last von ihm abgefallen, die ihm die Schultern herabdrückte. Als könne er sich jetzt wieder mehr recken, freier atmen, zu feiner eigentlichen Aufgabe zurückkehren: der Festigung der faszistischen Herrschaft. Man überlege nur »einmal, was ein siebenfacher Minister rein technisch zu bewältigen hat, man zähle lediglich seine Unterschriften und Audienzen, bann wird man verstehen, wieviel Kraft dem Faszismus als solchem entzogen wurde. Mussolini war mehr Minister geworden, als Duce. Das soll nun anders werden: er will wieder Führer fein! Deshalb behält er die Zügel des Inneren in der Hand, deshalb hob er feine Getreuesten in den Generalstabssattel. Diese Regierungsumbildung bedeutet keine Schwächung des Regimes, sondern gerade das Gegenteil. Ein schärferer Wind bläst wieder von Rom aus, das Schwarzhemd soll nicht in den Schrank, sondern militärischer hervortretcn. Es ist gewiß nicht von ungefähr, daß an diesem Donnerstag seines Sechsfachen „Rücktritts" die schwarzen Legionen durch die ewige Stadt marschierten, den zehnten Jahrestag eines rebellischen Handstreiches zu feiern: des nächtlichen Marsches von Ronchi, der D'Annunzio nach Fiume führte. Es ist auch nach zehn Jahren, und heute vielleicht mehr denn je, wichtig zu wissen, wie die faszistische Revolution entstand, und ich habe in meinem „Weg zum Kapito 1", der (im Scherlverlag erschienenen) ersten historischen Darstellung eines neutralen Augenzeugen, jene Vorzeit ausführlich geschildert. Als die Zeit, in der der immer revolutionäre Mussolini immer wurzeln wird. Dem Marsche nach Fiume folgte der Marsch nach Rom auf dem Fuße, ein Quadrumvirat leitete die Staatsumwälzung, und drei von diesen Quadrumvirn sehen wir heute als Minister: den alten Haudegen D e D o n o für die Kolonien, den jugendlichen Stürmen Italo Balbo als Luftwehrminister und Michele Bianchi, eher eine Deamtennatur, aber schon bei der Gründung der faszistischen Kampfverbände an der Seite Mussolinis gewesen, an der Spitze der öffentlichen Arbeiten. Was lief neben der faszistischen Bewegung einher? Die syndikalistische. Hnd Do ttai, der fünf» unddreihigjährige Sekretär, tritt jetzt als Minister vor feine Gewerkschaften. Dino G r a n d i, der neue Außenminister, längst aus den internationalen Konferenzen bekannt, gibt ihm an Jugend nichts nach: es ist die Giovinezza, die wieder einmal an die Front geschickt wird. Auch Pietro G a z z e r a, der Kriegsminister, der seit dreißig Jahren im königlichen Heere steht, betritt eben erst die Schwelle der Fünfzig. S i r i - a n n i, der Marineminister, ist mit feinen 55 Jahren dagegen ein alter Seebär. ünb noch eines ist bezeichnend: das Unter» richtsministerium wird in ein Ministerium der nationalen Erziehung umgewandelt, das in zwei Abteilungen zerfällt, eine für die psychische, die andere für die physische Ausbildung des jungen Italieners. Professor Balbino Giuliano und der Organisator der Iugendwehr, der Dalilla, der Abgeordnete Renato Ricci, reichen sich hier die Hand. Sie werden nur hundertprozentige Neues vom Liebig-Museum. Gestern nachmittag fand im Gießener Liebig- mufeum ein Presse-Empfang mit Führung statt, bei dem die vielfachen Reuerwerbungen und Reueinrichtungon des Museums gezeigt wurden. Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Sommer, der l.Dorsihende der Gesellschaft ßiebigmufeum, gab zunächst eine kurze Einführung: eine Menge Reuigkeiten — teils erworben, teils gestiftet — haben in letzter Zeit die Bestände des Museums bereichert. Hier ist vor allem die umfangreiche Briefsammlung au nennen, die z. B. den Briefwechsel zwischen Liebig und A. D. von Hofmann und zwischen Liebig und Fehling enthält. Dr. Hildebrandt, als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am Museum tätig, hat die vorhandenen Bestände, insbesondere die über 500 Stummem umfassende Briefsammlung nach einem sehr empfehlenswerten Erkennungssystem in mustergültiger Weise registriert. Ferner ist die recht umfangreiche Bibliothek zahlenmäßig erweitert worden, und sie soll in neuer Anordnung ein Gesamtbild von Liebigs Wesen und Wirken vermitteln. Auch diese Arbeit des Herrn Dr. Hildebrandt ist ausgezeichnet gelungen; dabei wurde die erfreuliche Entdeckung gemacht, daß fast alle Originalarbeiten Liebigs im Mu- ieum vorhanden sind. Den erfolgreichen Bemühungen Dr. Hildebrandts ist ferner die bessere Verwendbarkeit und Veranschaulichung der im Museum vorhandenen, zahlreichen Apparate und Apparatteile zu verdanken. Zwei große Aufgaben sind, wie Geh. Rat Sommer barlegte, noch in Angriff zu nehmen. Zunächst die Durcharbeitung des vorzüglichen Materials über die Persönlichkeit Liebigs und zu 'einer Familiengeschichte, auf die Geh. Rat S o m- in e r besonderen Wert legt. Ferner die Sichtung and Verarbeitung eines reichhaltigen dokumen- larischen Materials aus der älteren Chemie und Alchimie, das auch kulturhistorisch und entwicklungsgeschichtlich besonderes Interesse beansprucht. Ein anschließender Rundgang durch das Museum unter Führung von Geh. Rat Sommer und Dr. Hildebrandt gab einen interessanten Heberblicf über die Reuerwerbungen und die Meuanordnung der inzwischen gesammelten Bestände. Die Originalapparate Liebigs hat man aus den einzelnen Teilen zusammengestellt und aufgebaut. Sie geben ein anschauliches Bild von den Möglichkeiten und Leistungen der Liebigfchen Chemie: hier wird u. a. der wichtige Hebergang von der anorganischen zur organischen Chemie methodisch dargestellt. Ein sehr hübsches Museumsstück ist die puppcnstubenhaste, aber ganz naturgetreue Rachbildung von Liebigs erstem Laboratorium nach dem bekannten Bilde von T r a u t f d) o l ö: eine Erwerbung von der De- solei in Düsseldorf. Dr. Hildebrandt schilderte dann in kurzen Ausführungen an Hand der nunmehr sehr übersichtlich geordneten CBrieiianunlungen die durchaus bewährte, exakte Methodik der Bestandsaufnahme in Hauptregister und Unterordnung in Gruppen nach ver chiedenen Gesichtspunkten. Llebrigens konnten während der Arbeiten bis auf wenige Ausnahmen sämtliche, bis dahin unbekannte Adressaten ermittelt werden. In der gleichen, mustergültigen Form erfolgte die Einordnung der Buchbestände (ramt Zeitschriften und Zeitungsausschnitten) und ihre Registrierung nach inhaltlichen Gruppen, nach Verfassern und Titeln. Gleichzeitig wurde auch das 800 Rainen umfaßende Ramensregister der großen Volhard- schen Biographie durchgearbeitet. Im ganzen ist durch dieie Strbeiten erreicht worden, daß die Llebersichtlichkeit und wissenschaftliche Verwertbarkeit des seit zehn Jahren gesammelten Materials sich ganz außerordentlich gesteigert hat. Eine überaus interessante Bildersammlung von bemerkenswerter Lückenlosigkeit, sowie die auf Liebigs Familiengeschichte bezüglichen Dokumente sind im Arbeitszimmer zusammengestellt. Wichtige und wertvolle Bestände finden sich ferner in den Abteilungen, die sich auf Liebigs Tätigkeit als Lehrer in Gießen (Original-Kolleghefte) und auf fein Wirken für die Landwirtschaft beziehen. Sehenswert ist endlich die mineralogische Sammlung, die, wie Geh. Rat Sommer betonte. ein Zentrum der naturwissenschaftlich- experimentellen Volksbildung werden sollte und reichhaltiges Anschauungsmaterial für allgemein» verständliche Experimentalvorträge enthält. Obwohl durch die neuerdings durchgeführten methodischen Arbeiten sehr wesentliche Fortschritte Italiener heranbilden. Auf diesem Gebiet tritt der Faszismus in die russischen Spuren, nur daß er mit anderem Vorzeichen arbeitet: rein nationalistisch. Italien hat wieder eine Regierung, aber regieren wird in Rom nach wie vor nur einer: Mussolini. Lind das tatkräftiger als je. Gerade deshalb hat er sich den täglichen Kleinkram vom Halse geschasst. Das ist der Sinn dieser zwar traditionell scheinenden, aber nichts weniger als parlamentarischen „Regierungsumbildung". Das ägyptische Problem. Einer der wichtigsten und interessantesten Vorgänge der jüngsten Zeit, die völlige Llmwandlung der englischen Politik in bezug auf die ägyptische Frage, ist bisher bei uns mit Rücksicht auf die eigenen drängenden politischen Ereignisse kaum beachtet worden. Es handelt sich hier aber um einen Vorgang von solcher weltpolitischen Bedeutung, daß seine Klarstellung auch für die deutsche Öffentlichkeit eine Rotwendigkeit ist. Die Abberufung des britischen Oberkommissars Lord Lloyd, die übrigens nicht erst von der Labour-Regierung, die sie durchführte, sondern angeblich schon von der konservativen Regierung beschlossen war, hat das Signal gegeben. Die britischen Vorschläge für ein neues Abkommen sind das letzte Ergebnis gewesen. Sie enthalten einen Bündnis- und Freundschaftsvertrag für 25 Jahre, der die Vertragschließenden zu gegenseitiger militärischer Hilfeleistung. Aegypten außerdem zur Ausbildung feiner Armee durch britische Offiziere verpflichtet. Das britische Ober- kommissariat wird abgeschafft und durch eine Gesandtschaft, also durch normale diplomatische Beziehungen von Macht zu Macht erseht: der juristische und finanzielle Berater bleiben zeitweilig noch in ihrem Amte. England verpflichtet sich, für die Aufnahme Aegyptens als einer souveränen Macht in den Völkerbund einzutreten und sich dafür einzusehen, daß die andern Mächte auf die Vorrechte der sogenannten Kapitulationen verzichten. Das ist ungefähr das direkte Gegenteil alles dessen, was bisher die britische Politik gegenüber Aegypten bezweckte. Dazu kommt, daß auch das Recht Aegyptens auf den Sudan, der feit den Zwischenfällen von 1924 — Ermordung des Sirdars, General Sir Lee Stack — von England allein verwaltet worden war, anerkannt unix wieder nach dem Status quo von 1899 eine gemeinsame Verwaltung eingerichtet werden soll. Es kommt also in Wegfall die bisherige britische Armee in Aegypten, die britische Polizei und das Recht Englands, auf Gerichts-, ©teuer- und andere innere Fragen Aegyptens eine Einwirkung auszuüben, praktisch also auch die Möglichkeit, den Schuh der europäischen Kolonien in Aegypten auszuüben. Wie weit Frankreich, die Vereinigten Staaten, Italien und Griechenland bereit sind, diesem englischen Vorgehen zu folgen und ihre starken Interessen unter Verzicht auf jede Einwirkungsmöglichkeit der ägyptischen Politik und den ägyptischen Behörden zu überlassen, ist zunächst noch eine offene Frage, aber man erwartet besonders von Italien und Amerika allerhand Schwierigkeiten. Die englische Labour-Re- gierung hat sich also in eine nicht unbedenkliche Position begeben, als sie dieses kühne, wenn auch grundsätzlich in der Aera des Selbstbestimmungsrechts durchaus zu billigende Anerbieten an Aegypten machte. Im Lande selbst ist die Meinung vorläufig geteilt. Ein Parlament gibt es nicht, seit Mohammed Mahmud Pascha durch Auslösung des Wafd für drei Jahre eine Diktatur errichtet und die Verfafsungsbestimmun- gen suspendiert hatte. In England stehen die starken wirtschaftlichen und politischen Interessen der Ratifizierung eines solchen Abkommens vielleicht weniger im Wege als die Steigung der Konservativen, dem Kabinett Macdonald in dieser Frage Schwierigkeiten zu bereiten. Die europäischen Riedorlassungen schließlich, die in Aegypten selbst und von dort aus in der Heimat eine große Rolle spielen, lehnen sich ersichtlich gegen eine derartige Ucbcrlaffung an eine rein ägyptische Jurisdiktion auf. Sie verweisen auf die jüngsten Vorgänge in Palästina, um die schwärzesten Besorgnisse für die Zukunft erzielt worden sind, bleibt, wie abschließend be- merkt wurde, noch mancherlei zu tun übrig; eine Menge unverarbeiteten Materials harrt noch der wissenschaftlichen Behandlung. Das Los. Von Hans JRiebau. Ion sitzt in der Eisenbahn. Neben ihm ein älterer Herr. „Verzeihung," sagt der ältere Herr, mein Geld ist etwas knapp geworden. Ich habe aber ein Lotterie- los im Werte von 60 Mark bei mir, das ich für die Hälfte verkaufen würde. Haben Sie Interesse dafür?" „Hm," macht Ion. Guckt den älteren Herrn an, guckt das Los an. „W. Schulz" steht darauf gestempelt „Kollekteur Berlin." Ion denkt nach und kauft das Los für 30 Mark. Dann macht er sich mit dem anderen bekannt, und es stellt sich heraus, daß der Königsbauer heißt und auch nach Wien fährt. Zwei Tage später — in Wien — kommt Königsbauer zu — Ion. „Ich möchte das Los gern zu- rückkaufen," sagt er, lind seine Stimme zittert. „Zurückkäufen?" fragt Ion. „Warum?" „Ich möchte es gern wieder haben," stotterte Königsbauer. „Ich zahle Ihnen volle 60 Mark." Ion schüttelte den Kopf. „Ich zahle Ihnen 100 Mark." „Geben Sie doch zu," lacht Ion, „das Los hat gewonnen?" Königsbauer senkt den Kopf. „Ja," sagt er, „mein Kollekteur telegraphiert eben, daß ich 10 000 Mark gewonnen hätte." „Dann schlage ich vor," lacht Ion weiter, „wir teilen uns den Raub. Sie besorgen sich 5000 Mark und kaufen mir das Los für diesen Betrag ab." Der ältere Herr nickt, besorgt sich das Geld und zahlt Jon 5000 Mark. Eine halbe Stunde später telephoniert Ion mit feinem Freund Boos in Berlin. ,^)ör mal," sagt er, „jetzt mußt du noch ein zweites Telegramm mit folgendem Wortlaut an Königsbauer aufgeben: Druckfehler in der Gewinnliste. Leider Niete. Schulz Kollekteur." zu rechtfertigen, und man darf sich somit im Ganzen recht weittragender und ernster Kämpfe zwischen den einzelnen Großmächten und innerhalb der englischen Politik versehen, die um die Verwirklichung des oben erwähnten Vertragsentwurfs entbrennen werden. Hauptversammlung desHessischen evangelischen psarrvereins. t Frankfurt a. M., 24. Sept. Im „Kronenhof" dohier fand heute die diesjährige ordentliche Hauptversammlung des Hessischen evangelischen Psarrvereins statt, die nach gemeinsamem Gesang eines Chorals und einem von Dekan G u h m a n n (Kirchberg) gesprochenem Gebet vom Vorsitzenden mit Begrüßung der Anwesenden, besonders des S3cr» trcters des Landeskirchcnamtes, Oberkirchenrat Wagner, eröffnet wurde. Er verlas dann den Jahresbericht über das Jahr 1928 und berichtete über die Gründung des Melanchthon- Dereins zur Gründung eines Alumnats für evangelische Schüler höherer Lehranstalten. Es wurden 5 Vorstandssihungen und 3 Provinzialversammlungen abgehalten, 2 in Oberhessen und eine in Rheinhessen. Die Mitgliederzahl beträgt 432. Verstorben sind 12 Mitglieder, deren in der üblichen Weise gedacht wurde. Landeskirchenrat D. Weitz (Darmstadt), der Vorsitzende des Melanchthonvereins, berichtete sodann über die Absichten dieses Vereins, der hauptsächlich den evangelischen Rachwuchs ins Auge faßt. Die Versammlung gab die Anregung, dieses •Unternehmen aus den Kreisen der evangelischen Pfarrer nach Kräften zu unterstützen. Der Bericht des Schreiftleiters des „Hessischen Kirchenblattes", Pfarrer D. Fritsch (Ruppertsburg), beklagte wohl die Abnahme der Mitarbeiterschaft, konnte aber doch fest stell en, daß die alte Wahrheit auch für fein Blatt gelte: hassia scribit. Die Schriftleitung wurde dem Berichterstatter für das neue Geschäftsjahr unter einstimmigem Dank für die seither geleistete Arbeit wieder übertragen. Uebcr den Stand der Hilfskasse berichtete Pfarrer Schultheis (Großen-Linden). Die Kasse hat sich durch starke Inanspruchnahme seitens der in Rot befindlichen Pfarrhäuser als ein großes Bedürfnis herausgestellt. Hierauf begründete Pfarrer SD e d (Ober-Eschbach) seine beiden Anträge: 1. daß den Dekanatstagungen im Rahmen der Kirchenverfassung eine erhöhte Bedeutung werde, 2. sie von allen Formeln möglichst entlastet werden und die Wahl der Dekane den Pfarrern überlassen bleibt. Der Vorstand des Psarrvereins stimmte dem ersten Antrag zu, konnte aber den zweiten zur Annahme nicht empfehlen. Der erste Antrag wurde von der Versammlung einstimmig angenommen und soll dem Landeskirchenamt als Eingabe mitgeteilt werden. Der zweite Antrag wurde der nächsten Hauptversammlung zur weiteren Behandlung überwiesen. Sodann sprach Pfarrer Landmann (Gettenau) über seinen Antrag: „Die Hauptversammlung beantragt bei der Kirchenregierung die Einsetzung einer Kommission zur Beantwortung der Frage: „Was kann unsere Kirche gegen denGeburtennachlaß tun?" Die Versammlung erkannte den tiefen Ernst dieser Frage an und stimmte nach längerer Debatte einem Antrag Gußmann zu, beim Landeskirchenamt um weitere Behandlung dieser Frage und Weiterleitung zu den Dekanatstagen vorstellig zu werden. ' In der Rachmittagsversammlung sprach Pfarrer Kn ab (Gustavsburg) über die Druderhilse der hessischen Pfarrer an die Geistlichen der österreichischen evangelischen Kirche, und er beantragte, der Pfarrverein wolle es in die Hand nehmen, daß der Deutsche Pfarrerverein alle seine Mitglieder für diese Bruderhilfe interessiere. Auf Anfrage aus der Versammlung über den Gang der Verhandlungen der hessischen Landeskirche mit dem Staat über die Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirche Entwaffnende Liebenswürdigkeit. In England lassen sich die Auffassungen über die Güte des Telephondienstes ebensowenig unter einen Hut bringen wie anderswo. Die Post- verwaltung ist gerade auf diesen Zweig ihrer Tätigkeit stolz, und es war sicherlich nur eine besondere Schicksalstüde. daß unlängst einmal der Rachweis einer Höchstleistungsfähigkeit mit einem der wenigen bisher bestehenden automatischen Aemter nicht so recht gelang. Aber was will es besagen, daß sich- das geistige und industrielle England in den Personen Bernhard Shaws und Lord M e l ch e t t s in einer auf englisch gedämpften Schimpfkanonade mal die Hand reichten, wenn kurze Zeit später von höchster Autorität versichert wird, daß England in kurzem auch auf diesem Gebiet das Beste in der Welt besitzen werde. Denn was befriedigt mehr in England als die stolzen Worte „The b e s t in t h e World“. Der Richtbrite, der der Wirkung dieser Massenhypnose nicht unterworfen ist, lächelt, aber er versucht vergebens, gegen den Massenstrom dieser Suggestion anzuschwimmen. Seine englischen Freunde geben ihm recht, daß der ganze Telephondienst, wie vieles in diesem Land, technisch rüdftänbig ist, aber es sind nur Worte, nicht eine Lieberzeugung, mit denen sie ihre Billigung aussprechen. Das Telephonamt gar ist auf die Dauer völlig entwaffnend. Cs ist und bleibt liebenswürdig. selbst gegenüber Tobsuchtsanfäl- l c n. Es bedauert so aufrichtig und ist so entgegenkommend. daß allmählich fast das Zutrauen in die eigene Urteilsfähigkeit ein bißchen erschüttert wird. Das ist das ganze Geheimnis: unerschütterliche Freundlichkeit und persönliches Entgegenkommen. Cs entwaffnet. Man vergißt überdies eine mäßige technische Leistung, wenn es möglich ist, in kleinen Dingen so angenehm bedient zu werden, wie das monatelang bei mir der Fall war. Ein einmaliger Hinweis, daß ich um eine bestimmte Zeit bis auf Widerruf die Rümmer X anzurufen hätte, genügte, um diese Stummer jeweils ohne Einschaltung des Slrntes in kürzester Zeit zu bekommen. So bleiben alle technischen Mängel trotz der offiziellen Heber» heblichkeit wenigstens erträglich. wurde mitgeteilt, daß noch kein Fortschritt hierin zu verzeichnen sei. — Darauf hielt Universitatsprofessor. D. Bertram (Gießen) einen Bortrag über „Iesus und Paulus", der den einstimmigen Beifall der Zuhörer fand. Den Rechenschaftsbericht über die Kassen Verhältnisse gab hierauf Dekan t. R. Röschen (Wixhausen), der von einem guten Stand derselben melden konnte. Die Mitglieder- zahl des Feuerversicherungsverbandes nimmt jährlich zu, die Mitgliedschaft wurde ledem Pfarrer empfohlen, ebenso die zur Sterbekasse und der Bezug der statistischen Hefte, die selbst im Ausland Verbreitung gefunden Habern Rach der Prüfung der Rechnung wurde dem Rechner Entlastung erteilt und ihm sein Amt aufs neue übertragen. . o. . . Mit dem Gesang eines gemeinschaftlichen Liedes wurde die Tagung geschlossen. Amtsgericht Gießen. • Gießen, 20. Sept. Zwei Einsprüche gegen Strafbefehle, von denen der eine vorwiegend die Auto- und Radfahrer, der andere die Markt- standinhaber berührte, sollten heute zur Ber- yandlung und prinzipiellen Entscheidung kommen. 3n dem einen Fall hat ein auswärtiger Autofahrer das Verbot des Einfahrens in den Seltersweg von der Frankfurter Straße aus nicht beachtet. Er erklärte, die Dperrtafeln seien viel zu hoch und durchaus nicht derart angebracht, daß sie dem Autofahrer ins Auge fielen-, dieser habe sein Augeninerk aber in erster Linie auf die Straße, auf die Passanten und den Verkehr vor sich zu richten, so daß ein Einhalten des Verbots fast ausgeschlossen sei. Anzeigen wegen derartiger Übertretungen sind schon in Fülle eingelaufen; es folgten ihnen oft die Beschwerden ganz gleicher Art. Für heute war eine Inaugenscheinnahme unter Zuziehung der Polizei und wohl auch von Automobilsachverständigen vorgesehen, um eine grundsätzliche Entscheidung herbeizuführen. Sie konnte aber nicht erfolgen, denn der Autofahrer blieb aus und sein Einspruch muhte verworfen werden. Es bleibt ihm jetzt ein Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand Vorbehalten, wenn er einen gesetzlichen Grund hierfür findet. Ein ähnliches Schicksal hatte der andere Einspruch. Rach der Polizeiverordnung über den Marktverkehr vom laufenden Iahr ist auch das Mitführen von Fahrrädern auf dem Markt verboten, nicht allein den Marktgängevn und Passanten, sondern auch den Standinhabern. Ein solcher hatte sein Rad während der Marktzeit zu seinem Stand gedrückt und dann in seiner Rähe aufgestellt. Deshalb war der Strafbefehl gegen ihn ergangen. Er behauptete, ein derartiges Mitführen eines Rades falle nicht unter das Verbot, derrn es könne ihm doch unmöglich zugemutet werden, sein Rad fern von ihm außerhalb des Marktes an einem angeblich hierfür bestimmten Platz aufzuftellcn, solange nicht von irgendeiner Seite die Haftung für ein Abhandenkommen übernommen werde. Der Beschuldigte lieh es aber auf gerichtlichem Wege heute nicht zu einer Entscheidung kommen; er zog vielmehr seinen Einspruch zurück und will sich zunächst mit seinen Berufsgenossen ins Benehmen setzen, um eine andere Stellungnahme der Polizei herbeizuführen. Gießener Jugendgericht. In der letzten Sitzung des Iugendgerichts wirkten als Iugendschöffen mit Lehrer Mattern und Arbeiter Ludwig Mehl, beide von Gießen. Es ist bekannt, daß Jugendliche leider nicht allzu selten auf den Bahnhöfen und in den fahrenden Zügen das reisende Publikum durch ungebührliches Betragen belästigen. Das war auch Ende März d. I. auf dem Bahnhof Gießen und auf der Strecke Gießen—Lich der Fall. Es kamen etliche junge Leute in Frage, die dafür den nötigen Denkzettel erhielten. Einer der Beschuldigten legte gegen einen ihm zugestellten Strafbefehl Einspruch ein mit der Begründung, daß er sich keiner Belästigung des mitreisenden Publikums schuldig gemacht habe. Da nicht festgestellt werden konnte, daß seine Angaben unrichtig sind, wurde er freigesprochen. Das Publikum sollte in Fällen der vorliegenden Fahrt stets das Fahrpersonal um Hilfe angehen und diesem auch gegen rüde Gesellen beistehen. Dann, und nur dann, werden diese sich zu einem gesitteteren Betragen auf der Straße und in den Verkehrsanstalten bequemen. Ein 17jähriger Jugendlicher ist angeklaot, der Frau seines Arbeitgebers eine Emailleuyr aus einem Zimmer entwendet zu haben. Er ist offenbar sehr beschränkt. Frühere Geständnisse Bet einem Arbeitgeber und bei der Polizet wtder- ruft er heute und behauptet, nur unter einem besonderen Druck, der auf ihn ausgeübt worden ei ihn belastende Angaben gemacht zu haben. Die U$r ist bisher nicht aufgefunden worden. Trotz schwerer Verdachtsmomente sprach das Gericht den Angeklagten mangels ausreichenden Beweises frei. ... Ein junger Mensch, der des Fahrraddtebstahls und der Sachbeschädigung angeklagt ist, jedoch auf ordnungsmäßige Ladung hin nicht erschienen ist, wird zur nächsten Hauptverhandlung polizeilich vorgeführt werden. Auch in einer anderen Sache mußte cm neuer Termin anberaumt werden. Wirtschaft. Diskonterhöhungen. DieBankvonEngland erhöhte gestern ihren Diskontsatz von 5,5 v. H. auf 6,5 v. H. Ebenfalls gestern erhöhten die Schwedische Reichsbank den Diskontsatz von 4,5 auf 5,5 v. $)., die Bank von Norwegen den Diskontsatz von 5,5 auf 6 v. S). und die Nationalbank von Dänemark den Diskontsatz von 5 auf 5,5 v. H. Veränderung des privatdiskontes. Der Berliner Privatdiskont ist gestern für beide Sichten um je % auf 7% v. H. erhöht worden. * *JnternationaleRohstahlgemein. schäft. Der Verwaltungsausschuß der Internationalen Rohstahlgemeinschaft ist gestern in Wien zusammengetreten und hat beschlossen, für das bierte Quartal das Produktionsprogramm in bisheriger Höhe, d. h. mit etwa 32 Millionen Tonnen, beizubehalten. Die Versammlung hat von dem Bericht der kleinen Kommission, deren Aufgabe es war, Richtlinien für eine Verlängerung der Internationalen Rohstahlgemeinschaft über den 31. Oktober hinaus zu prüfen, Kenntnis genommen. Mit Rücksicht darauf, daß eine endgültige Entscheidung vor Reubildung verschiedener nationaler Verbände nicht herbeigeführt werden kann, ist man übereingekommen, die Internationale Rohstahlgemeinschaft bis zum 31. März 1930 unter Berücksichtigung gewisser Abrech- nungsbestimmungen zu verlängern. Die Verhandlungen haben bei allen Gruppen den Geist der Verständigung erkennen lassen sowie den einmütigen Wunsch, in Kürze zu einem endgültigen Abkommen zu gelangen. * Abschlüsse im Klöckner-Konzern. Die Motorenfabrik Deutz A.-G. schließt nach 1 003 408 (979 803) Mk. Abschreibungen und Dek- kung des Verlustvortrages von 204 566 Mk. mit einem Gewinn von 323 046 Mk., woraus 3 Proz. Dividende verteilt werden sollen. — Die Maschinenbauanstalt Humboldt schließt nach 975 705 (1 105 758) Mk. Abschreibungen und Deckung des Verlustvortrages von 306 847 Mk. mit einem Gewinn von 589 568 Mk., woraus 3 Proz. Dividende verteilt werden sollen. — Bei der Motorenfabrik Oberursel A.-G. ergibt sich nach 387 722 (410 905) Mark Abschreibungen ein Gewinn von 725 981 (626 849) Mk. Es soll eine Dividende von lOProz. ausgeschüttet werden. Die Generalversammlungen der drei Gesellschaften finden am 30. Oktober statt. * Rheinmühlen A.-G., Mannheim. Der Abschluß per 31. März 1929 weist einen Gewinn von 185 131 (i. V. 303 622) RM. auf, woraus eine ermäßigte Dividende von 6 (10) v. S). verteilt werden soll. Bon dem 1,8 (1,95) Millionen RM. betragenden Bruttogewinn erforderten Unkosten 1,49 (1,52) Millionen RM. und Abschreibungen 153 566 (157 699) RM. Nach dem Bericht gestaltete sich das verflossene Geschäftsjahr infolge zurückgegangenen Verbrauchs und allgemeiner Ueberproduktion wenig günstig. Die schon im Vorjahre beobachtete Absatzstockung hat während des ganzen Berichtsjahres angehalten und die Durchführung einer rationellen Müllerei erschwert. • Südwest deutsche Luftverkehrs- A.-G., Frankfurt a. M. Rach dem Bericht wurden im Geschäftsjahr 1928 fünf neue Strecken in Betrieb genommen. Während der Hauptflugperiode wurden 16 (im Vorjahre 11) Strecken beflogen. Die Linienführung konnte mit Ausnahme des Postverkehrs gehoben werden. Infolge der erhöhten Fre'quenz konnte der Zuschußbedarf um 50 000 Mk. vermindert werden. Betriebseinnahmen stiegen auf 209 602 (65163) Mk., anderseits Ausgaben auf 259 941 (159 216) Mk. An Zinsen wurden 13 689 (8202) Mk. vereinnahmt. Rach 25 414 (24 041) Mk. Abschreibungen ergibt sich ein Verlust von 62 063 (109 897) Mk., der durch Zuschüsse der Stadt Frankfurt a. M. und des Bezirksverbandes Wiesbaden gedeckt wurde. Das Aktienkapital Betragt 1,5 Millionen Mark. Mit der Hessischen Flugbetriebs-A.-G„ Darmstadt, wurden durch wechselseitige Aktien- beteiligung und Austausch von Aufsichtsratsmitgliedern eine Interessengemeinschaft hergestellt. 'Amerika-Anleihe des Freistaates Sachsen. Die Bankers Co. in London, das Emissionsinstitut der zur Morgan-Gruppe ge- hörenden Bankers Trust Co., hat durch Vermittelung der Sächsischen Staatsbank eine Anleihe von 20 Mill. Dollar mit dem Freistaat Sachsen abgeschlossen. Die Anleihe, die vorbehaltlich der Genehmigung der Beratungsstelle abgeschlossen wurde, soll zum gegebenen Zeitpunkt zur Auflegung gelangen. Sie dient zum Ausbau der staatlichen Elektrizitätsversorgung, der Verkehrsunternehmungen und anderer staatlicher Betriebe. Frankfurter Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers"'. Frankfurt, 27. Sept. Tendenz: Uneinheitlich, im Verlaufe fest. — Auf die feste gestrig« Reuyorker Börse war man auch im heutigen Frühverkehr nicht unfreundlich gestimmt. Geschäft kam aber kaum in Gang, da die Spekulation infolge der Orderlosigkeit große Zurückhaltung bekundete. Dies war auch der Grund zur Abschwächung bei Beginn des offiziellen Verkehrs. Die Baissepartet versuchte immer wieder, nachdem die Kulisse in einzelnen Fällen zu Abgaben schritt, einen Vorstoß. Da man auch von einer Interventionstätigkejt der Großbanken bis jetzt wenig gespürt hat, verschärfte sich die Lustlosigkeit immer mehr. Die reibungslose Ueberwindung des gestrigen Liquidationstages konnte keinen Eindruck machen. Rur in Bankaktien konnte sich wieder eine etwas regere Geschäftstätigkeit entwickeln, da man über den Zusammenschluß der Deutschen Bank mit der Disconto-Gesellschaft befriedigt war. Deutsche Bank lagen 1,25 Proz. niedriger, Disconto-Gesellschaft um 1 Prozent höher, so daß heute der Kursausgleich vollzogen ist. Besonders hervor traten noch Berliner Handelsgesellschaft mit plus 8,5 Proz., auf hartnäckige Gerüchte eines Zusammenschlusses mit der Danatbank. Im Vordergründe desIuter- esses standen noch Svenska mit plus 7,5 Mk., auf feste internationale Kursbewegung. Auch der Elektromarkt hatte regere Rachfrage zu verzeichnen, und zwar sollen hier einige Auslandaufträge eingetrofsen fein. Chade gewannen 1,50 Mark nach, Elektrische Lieferungen 3,5 Prozent, Lah- meher 3 Proz. und Gesfürel 1 Proz. Schuckert und Siemens als Hauptwerte bis zu 1,75 Proz. schwächer. I.-G.-Farben eröffneten 1,5 Proz. niedriger. Montanwerte lagen vernachlässigt und bis zu 1,25 Proz. abgeschwächt. Rur Mannesmann konnten leicht anziehen. Kaliwerte uneinheitlich. Renten still. Im Verlaufe wurde das Geschäft lebhafter, und zwar vom Dankenmarkt ausgehend. Ieht traten Gerüchte von einer Kombination zwischen der Berliner Handelsgesellschaft, der Danat- und der Dresdner Bank zutage. In Bankwerten war das Geschäft stürmisch. Danatbank zogen 4 Proz., Berliner Handelsgesellschaft erneut 2 Prozent, Dresdner Dank 4 Proz. und Disconto-Gefell- schaft 2 5 Proz. an. Auch die anderen Märkte waren hiervon ausgehend gebessert. Die Tendenz war bei zuversichtlicher Stimmung fest. Auch für Schiffahrtswerte machte sich rege Rachfrage geltend. -Norddeutscher Lloyd gewannen 5 Proz. und Hapag 4,5 Prozent. I.-G.» Farben lagen 3 Proz. und Siemens 3,5 Proz. fester. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8,5 Proz. angespannter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1955, gegen Pfund 20,357, London gegen Kabel 4,3523, gegen Paris 123,84, gegen Mailand 92,68, gegen Madrid 32,79, gegen Holland 12,0925. Berliner Börse. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". D erlin, 27. Sept. Die heutige Börse hatte noch genug damit zu tun, um die diversen Momente, die gestern in Erscheinung traten, zu verdauen. Während die Erhöhung desPri- vatdiskonts auf V/9 Prozent als eine Ultimoerscheinung anzusehen war, waren auch heute die Auswirkungen der Londoner Diskonterhöhung noch nicht erkennbar. Dis jetzt hat sich in der internationalen Geldmarktsituation kaum eine Veränderung ergeben. London verkauft weiter Gold, größere Goldabzüge aus Amerika fanden allerdings nicht statt und schienen nicht einmal befürchtet zu werden, denn die gestrige Reuyorker Dörie zeigte Haussestimmung. Die Fusion Deutsche Dank-Dis- conto-Gesellschaft regte den Bankenmarkt etwas an. Auch für Kanada-Zertifikate erhielt sich aus den gestern schon erwähnten Gründen Interesse. Rheinische Braunkohlen und SvenSka fielen durch Festigkeit auf, die Mehrzahl der Papiere hatte aber ziemlich schwache Veranlagung. Die Reports gingen größtenteils verloren, und vereinzelt waren sogar die heutigen Anfangskurse noch niedriger, als die Schlußnotierung von gestern abend. Es fehlten Orders« und die völlige Geschäfts stille bildete einen Unsicherheitsfaktor. Deutsche Anleihen ab- bröckelnd. Don Ausländern Mexikaner weiter rückgängig. Psandbriefe bei stillem Geschäft eher reundlicher. Geld zum Ultimo weiter versteift. Tagesgeld 7 bis 9,5 Prozent, Monatsgeld 9,25 bis 10,5 Prozent; Warenwechsel ohne Umsatz« Da man wissen wollte, daß die heutigen Aus- landbörsen allgemein fester tendieren, besserten sich die Kurse hier^im Verlaufe ebenfalls um 1 bis 2 Prozent. Lahmeyer zogen auf Fusionsgerüchte mit einem Unternehmen der Branche um 3,5 Prozent an. Ausgesprochen feste Stimmung herrschte aber nur am Dankenmarkt, an dem -Berliner Handelsgesellschaft 8 Prozent, Dresdner und Commerzbank 2 bis 3 Prozent über Anfang umgingen. Als neueste Kombination hinsichtlich zu erwartender Danksusionen erwähnt man die Danken Danatbank-Derliner Handelsgesellschaft-Dresdner Dank. Obwohl nach der Verschmelzung von gestern nur noch 4 Großbanken für eine eventuelle Fusion übrigbleiben, bestehen für die Dörse doch noch eine ganze Reihe von Kombinationsmöglichkeitev. Berliner Prodnktenmarkt. Berlin, 26. Sept. Zum ersten Male feit längerer Zeit zeigte die Produktenbörse heute einen festeren Grundton. Die Erholung am Schluß der gestrigen nordamerikanischen Terminmärkte sowie die festen Eröffnungsnotierungen Liverpools und das geringe inländische Angebot von Brotgetreide riefen am Lieferungsmarkt einige Deckungsnachfrage hervor, so daß Weizen in den späteren Sichten 2 bis 4 Mark höher eröffnete. Oktoberroggen konnte nur 1 Mark höher einsehen, da man mit größeren Andienungen rechnet. Dagegen konnte sich die Dezembersicht um 2,50 Mark befestigen. Für den laufenden Monat kamen anfangs amtliche Rotierungen nicht zustande. DaS Inlandangebot von Weizen und Roggen aus der ersten Hand war ziemlich gering, da die Landwirtschaft mit Feldarbeiten beschäftigt ist. Gebote lagen etwa 2 Mk. über Vortagsniveau. Weizen- und Roggenmehle haben zu unveränderten Preisen etwas besseres Konsumgeschäft. Für Hafer hat sich das Inlandangebot gleichfalls verringert, dos Preisniveau war als gut behauptet zu 6c- zechnen. Gerste liegt weiter ruhig. Es notierten für je ICO) kg: Wnzen, in r ., 223 bis 225 (fester), Oft. 238,50, Dez. 250,50 bis 251,50; Roggen, märt., 179 bis 181,50 (fester), Oft. 190 bis 198,75 (stetig), Dez. 205 bis 207 (stetig); Braugerste 200 bis 220 (ruhig); Fuktergerste 170 bis 186 (ruhig); Hafer, märf., 165 bis 175, Dez. 190 bis 192,50; Mais, La Plata, 207 bis 208 (stetig); für ja 100 kg: Weizenmehl 28 bis 33,50 (ruhig); Roggenmehl 24,50 bis 27,25 (leicht befestigt); Weizenkleie 10,60 bis 12,25; Roggenkleie 10,80 bis 11,25; Viftoriaerbsen 36 bis 45; kleine Erbsen 28 bis 33; Futtercrbsen 21 bis 23; Rapskuchen 18,50 bis 19; Leinkuchen 24,30 bis 24,60; Trockenschnihel 12,30 bis 12,60; Sojafchrot 20,20 bis 20,60; für je 50 kg: weiße und blaue Kartoffeln 1,90 bis 2,20; rote Kartoffeln 2,20 bis 2.60; gelbe Kartoffeln 2,50 bis 2,70; Kartoffelflocken 17,30 bis 17,80 Mk. Srieffaften der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Unbefannf. Anonyme Einsendungen werden nicht berücksichtigt. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 28. September. Vorabend 6 Uhr; morgens 8.30; abends 6.20 und 7 Uhr. Israelitische Religionsgesellschasl. Sabbatfeier dcir 28. September. Freitag abend 5.45 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 7. — Wochengottesdienst: Sonntag und Freitag, morgen» 5; an den übrigen Tagen 5.30, abends 5.30 Uhr. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Für unverlangt eingesandte Manuskript« ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. ßll -e | ®671. 21m MM Grafe Bahn Bea< SrfN Mal Pi auf i statt, lvoz deW ei Anläßlich Turmes f Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Höhe der zuletzt beschlossen en Dividende an. — Reic hsbankdiskon t 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozei Ü. Frankrur Lchlutz» Kurs a- M. | l-Uhr Kurs Berlin Frankfurt a M. Sckluk-i 1-Udr Berlin SLlust-1 Anfang. Frankfun a M. Schlub-I l-Uhr «er Schlup- in Anfang» Französische Noten.... Änftniihtfmp tDnfpn - . . 16,39 167.86 16,45 168.54 Kurs | Kurs Kurs | Kurs Kurs | Kur« Kur« | Kurs Kurs Kurs Italienische Noten . .. . . 1 21,99 22,07 Datum 26.9. 27. 9. 26.9. 27.9. Datum 26.9. | 27 9. 26.9. 27.9- Datum 26.9. 27-9. 26-9. 2'9. Norwegische Noten...... Deutsch-Testerr- Aioo Kronen 11,48 58.81 111,92 59,05 6% Dt. Reichsanleihe v. 1927 . Dt. Aul.-AblSs.-Schuld mü Aurich.-Rechten ......... 87,5 — 87,5 53,25 10,3 53,1 A.S.G.......... Bergmann....... Elektr. Lieferungen. . . . . . e ‘ *10 189,25 202 134 188,5 168 188 213,75 163,5 199,25 134 201 188,9 168,5 Phütpp Holzmann .... Heidelberger Ee ment. . . Eemenl Karlstadt .... * "10 . 10 . . 8 99 177 96 97,5 97,5 98,25 280 218,5 — Rumänische Noten . . . . Schwedische Noten . . . . Schweizer Noten . . . . . 2,48 112,13 80,72 2.50 112,57 81,04 62,05 12,43 73,25 De««l. ohne Aurich.-Rechte . . . 7% Franks. Hhp.-Bk. Goldps. un- kündbar bt5 1932....... 85,5 10,1 10 Licht und Krast..... Fellen 4 Guilleaume. . . Ges. s. Elektr. Untern.. . . . IVt . 10 201,25 134,5 202 Schultheis Patzenhofer . . Ostwerke........ Bet. Glanzstoff..... . li . 12 280,5 219,5 Tichcchoilowakische Noten Ungarische Noten . •« 12,37 72,95 4y*% Rheinische Hyp.-Bank filqu.- 76,65 Hamb. Elektr. Werke . . . Rhein. Elektr....... . 10 . . 9 — — 141,5 143 143 . 18 . 14 09 _ 308 236 304 239 Devisenmarkt Berlin Telegraphische -Frankfurt a. M. Auszahlung. abg. BorkriegS-Obllgation., rückzahlbar 1933 ...... 4% Schweiz. BunbeTO.-anL. . . 4% Oesterrchchilche Goldrie. - - ■ 4,20% Oeslerr. SUberrte..... 4% Oesterreich, einheill. Rte. . . Schlei. Elektr....... . 10 220 371,5 218,25 370 177,25 217,75 367,75 137,5 166,25 218,25 370 «ellftofi Waldhos .... Zellstoss Aschafsenbura . . Charlottenburger Wasser . 18 y, — — 228,25 148,5 99,13 180,9 42,75 50.65 229 88 _ Schuckeri..... • • Siemen- L Halske . . . . . 16 . . 8 — 98,25 182,25 43 26- September '■ 27. September 27,75 2,35 — 27,5 2,35 — Lahmeyer L Eo...... . 10 167,5 170,25 168,5 70,5 110,9 Dessauer Gas...... Daimler Motoren . . . . Deutsche Majchinen-Fabrik Adlerwerle Bienet .... . . 9 . • < — — Amtliche Notierung Geld । Brie, Amtliche Notierung Geld 1 «rie^. 1,725 22,25 — 22,1 — 110,25 110,75 . . 0 40 — 41 41 Amft.-Rott. Bucn.-AircS Brff.-Antw. Ehristiania. Kopenhagen Stockholm - HclsingforS. yialicn. . . London. . . Vieutjort . . Paris.... Schwei, . . Spanien. . Japan . . - Rio de Jan. Wien in D-» Oest. adgest. 168,20 1,758 58,325 111,65 168,54 1,762 SR .HR 168,18 1,758 168,02 1,762 4% Ungarische Staottr. v. 1910 . diz,o/ hon 1918..... _ _ 138,25 — Ludw. Loew:...... 1( — — 190 193 58,31 111,69 111,73 112,32 10,535 21,945 20,336 4,1920 16,415 80,825 62,01 2,008 0,4975 58,95 12,411 7,383 73,11 3,035 18,73 81,36 2,025 58,43 111,91 _ _ _ 138,5 — 137 — . . 0 — —— — — 4% Ungarische Kronenrte..... 4% Türk. Hollanlethe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahu-Anl., ] ,RS _ 1,75 1J 143,5 — 142,25 Lrenstein 4 koppel . . . . ß — — 82,75 80 111,99 112,55 10,557 21,98 20,384 4,1980 16,46 81,02 62,14 2,012 0,4995 59,07 12,437 7,397 73,25 3,041 18,77 111,95 7.35 7,25 — 126,5 213,5 — . 10 — — 93,5 190 112,33 10,537 21,94 20,344 4,1900 16,42 HO,86 62,02 2,008 .4975 58,95 12,417 7,383 73,11 3,035 18,73 81,34 2,025 112,54 213 — 214,5 Bamag-Meamn..... Franks. Maschinen . . . . Griyner...... • . 0 — —— — 10,555 21,985 7,25 7,25 7,45 14,8 _ 7,35 7,35 7,4 14,9 _ V1'1 Ö " Klöcknerwerke ...... 114 — 113,25 122,25 112,6 . . 4 — — 50,75 — _ 122 58 b/,5 20,376 4,2000 16,455 | 80.985 i 62,13 4% Rumänen convert. Rte. . . . 4y,% Rumänen Soldaul. vou 1913 . .......7 109 109,5 109,75 100 8,7 — — ÜDflnablhfr . _ ...... 7 131,5 132,75 133 Iunghans. ....... . • k 59 — 58 Oberschlei. Eisend. Bedarf. Lberschlei. KotLwerke. . . Phänir Bergbau..... Rheinische Braunkohlen. . Nheinstahl....... Riebeck Montan..... Bereinigte Stahlw. . » . Otavi Minen...... Kali Aschersleben . . . Kali Westeregeln..... Kaliwerk Salzdetfurth . . — 79,65 — 106 106 —— . . 7 _ _ 100,13 104,65 101,75 106,25 — — Allg. Deutsche Eisenbahn . . 4K Hamburg-Amerika Paket . . . ’ Hamb.-Südam. Dampssch. . . Hansa Dampslckiss.....1( Norddeutscher Lloyd..... Allg. Deutsche Eredttanst. - - IC Barmer Bankverein .... IC Berliner HandelSgesellsch. . . 12 Commerz- und Privat-Bank . 1 Daimst. u. Nalioualbank . . 17 Deutsche Bank . . . •■ • • 1< _ . 6Vi _ 104,5 104,5 ....... 10 128 — 127 127 2,012 0,4995 59,07 12,43h a 7,397 73,2» | 3.041 18,77 81,5t 2,023 5,435 4,167 4,104 20,90 116,25 108,25 125,25 125,75 201 176,5 270,5 164,25 162 155,5 _ 115,25 176,5 155 108 125,25 125,75 199 5 175 268 164 115 108,6 126,5 127,75 200,5 178 268,5 163 . 10 269 268,5 117 112,4 272,25 108,5 . . 6 . 7,2 117,5 112,75 116 112 116,5 112,25 Peter« Union ...... Gebt. Roeder...... . . 6 . 10 108,5 222 158,5 knvter — 222 — 16'/ 69 69 WH» ** vw’U***• ----- Qitrfer ...... 1( 158,25 l. 158,5 Prag Belgrad . . Dudapest. - Bulgarien. Lissabon . Danzig. . Konstantin. 209,5 178,5 . lv . 10 . 15 228 385 212 227 231,5 210,5 221,5 230,5 281 210,75 99,25 70,75 227 230,6 383 211,5 Dan 163 I. ®. Farben-Industrie . . Dynamit NobÄ..... Echetdeanstalt...... Goldschmidt...... . 13 . . k Berlin. 26- September Geld Brief 2,029 Dirkonto-Gelellschast Aut.. . 1( Dresdner Bank...... 163 156,25 161,13 155,75 163 156,5 e . 9 . . 5 154 70,5 — 71,5 Amerikanische '.Roten • 4,18 58,10 4,20 58,34 Athen. . Canada . 5,425 4,156 5,435 4,164 5,425 4,159 ..................L 292 291 291,75 291 Rütgerswerke...... Metallgciellschast..... . . 6 78,5 126 126,25 77 126 77,75 Dänische Noten.... Englische Roten.... 4 & 4 111,56 20,322 112,00 20,402 Uruguay. Cairo - - 4,096 20,867 4,104 20,907 4,096 20,86 1 ^*•(6 in in einiger M ech,e, rnni.m, »challur, »Jerie XlS^enbir 6'n die Wer ü «erJQu(t . 2-Oktober -"N'erzejch Leihas Linoleum und Stragula Stückware, Teppiche Vorlagen, Läufer RESTE besonders billig H.Hochstätter Brandplatz Schloßgasse /319A nSgcgeben worden ist. rgen i 7880A Grobe Auswahl Aeuherste Preise Frdr.Teipel Bahnhofstr. 45 Markt 16 Hillebrandstr. 2 Beachten Sie bitte meine Spezialfenster Markt 16 1 Pfd 50P[g MARGARINE Bahnhofs-Restaurant genommen. Berkaus billigst. 105324 bl ff »Schuhe von Scholten. 7919D 27. Strickwaren 00 Modehaus in nur guten Qualitäten,ganz besonders billig Salomon Samstagvormittag 00 Gießen, Schulstraße soweit Vorrat, verkaufen wir: 7914A dazu passende Hütchen deS Platzes und die technischen Notwendigkeiten müssen noch mit den maßgebenden Persönlichkeiten besprochen werden, doch läßt sich schon jetzt fest stellen, daß sämtliche Vorbedingungen in dieser Gegend erfüllt werden können. Zum Schluß der Denkschrift wird betont, daß Frankfurt weitgehendes Entgegenkommen bei der Anlage dieses Dcrkehrsinstituts zeigen werde. Durch seine Finanzkraft und seine vielen technischen und wirtschaftlichen Hilfsmittel sei es in der Lage, allen Ansprüchen zu genügen. Für die Anlage eines europäischen Luftschiffhafens auf deutschem Gebiet könne in erster Linie nur die Gegend bei Frankfurt a. M. in Betracht kommen. Crtreuc die Deinen mit einem Kuchen-selbftgebatken Tlimm5?ama im'BlaubancL’ da^u.Sr wird köstlich munden- Erbringt frohe Stimmung und bebagliche-ßaune. Westen mit u. ohne Aermel, Wolle oder Wolle mit K’Seide, für Damen Pullover Kühler-Anzüge Reizende Neuheiten in Stoff- u. Strickkleidchen -Mäntelchen Heinrich Schmidt II., Schotten Hauptstrabe 73. x MMon. hne Verbindlich!^! btt eitung.) Sendungen werden m: Obst- Versandkisten tEinheitSkiste) ca. 50 Pfd. fassend, liefert prompt ,8i8D 3lrma 3. Oimmelshadi Sägewerk. Weiisalirlk werk niööa, lei 44. hessischen Regierung, so daß Schwierigkeiten für den Grunderwerb nicht vorhanden sind. Die beteiligten Stellen werden bereit sein, die Ausrodungen für den Lustschiffhafen in ausreichendem Umfange vorzunehmen. Der Boden besteht aus Sand und Kies, bedeckt von einer Humusschicht, so daß die Bildung einer guten Grasnarbe leicht möglich ist. Die Rähe der chemischen Industrie in Griesheim und Höchst bringt die Möglichkeit, Auftriebs- und Antriebsgase durch besondere Rohrleitungen nach dem Platze zu schaffen. Die Rähe der meteoro- logischen Institute von Frankfurt a.M. und Darmstadt sind für die Wettermeldungen von größter Bedeutung. Die nähere Auswahl Stand lOd Stand tcc ULLSTEIN Alben 1 - o c n n itte doppelt so gut mil Garantie Zeichen für frische Qualität Samstag - Wochenmarkt Am Eingang Botanischer Garten Winier-Tasel-Obst Zur Besichtigung sind viele Sorten bester Ehäviel ausgestellt. — Bestellungen werden auch sür spätere Lieferung entgegen- Dünsberg-Verein. 1 Anläßlich des ZOjährigen Bestehens unseres Turmes findet am Sonntag, dem 29. Sept., nachmittags, eine einfache Feier auf dem Dünsberg hfl, wozu wir alle Freunde des Berges l-rzlich einladen. 77570 In der Denkschrift werden die Vorzüge Frankfurts in allgemein geographischer, in verkehrs- und wirtschaftsgeographischer Beziehung hervorgehoben und die technischen Voraussetzungen für die Anlage eines Luftschiffhafens in Frankfurt u. a. wie folgt als vorliegend bezeichnet: Die große rhein-mainischc Tiefebene bietet Platz zur Anlage eines Luftschiffhafens von unbeschränkter Größe in der Rähe von Frankfurt a. M. Gedacht wird an eine Lage in dem Dreieck zwischen den- Städten Frankfurt-Darm- stadl-Wiesbaden, das hauptsächlich mit Wald bestanden ist und keine Siedlungen aufweist. Das Waldgelände ist ausschließlich im Besitz der Stadt Frankfurt a. M. und der Am Sonntag, dem 29. September, vormittags 10 Uhr 30 spricht im Cafe Leib Reichstags-Abgeordneter Bäckermeister Hermann Drewitz Vorsitzender der Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirischaftspartei) über das Thema: Stringi dev Sounsvlan dem Mittelstand Hreibank. Samstag. dcn28.Levtcmbcr, v. S Uhr ab 17-1281) Fleisch verkauf. Ein Ieppelinflughafen bei Frankfurt a. M ? WSR. Frankfurt a. M., 25. Sept. Rach den Aeuherungen Dr. Cckeners soll die transozeanische Verbindung von Europa nach Amerika m der Weise organisiert werden, daß aus jedem Kontinent zunächst ein Zentralluftschiff- bafen angelegt wird als Sammelstation für jeden dieser Erdteile. Um diesen Luftschiffhafen bewirbt sich neben Berlin auch. Frankfurt «. Rk.. wie aus einer Denkschrift hervorgeht, die soeben vom Magistrat der Stadt Frankfurt her- Molorrad, 250 ccm, in sehr gutem Zustand. m. elektr. Licht u. Tachometer, preiswert gegen Kasse zu verkaufen. 106152 Volke, Frankl. Str.59. Eberverkauf. Qin dienstunbrauchbarer, sehr gut ge- nE-rter Eber soll auf schriftliches Angebot o.r?autt werden. Angebote sind bis zum r Oktober d. 3., nachmittags 3 Ahr, bei der ml?rzeicht.eten Stelle einzureichen. Leihgestern, den 24. September 1929. _______Bürgermeisterei. v 7892V M Moderne, modische- Offeriere vom 27. Sept, bis 10. Okt. 1929 la Weißkohl Holsteiner Ware, stets irisch ab Schotten k Zentner zu RM. 6.50. ftür gute u. gesunde Ware wird garantiert Versand erfolgt ver Nachnahme mit Sack. Bei Vorkasse zu RM.6.10. Fracht ca. 40 Pi. Gut und billig Sdrabbaas Wollt Sommerprossen cucö in den hartnäckigsten Fällen, werden ii einigen Tagen unter Garantie durch tod echte, unschädl. Teintverschönerungs- mtiel „Venus" Stärke B. beseitigt. Keine ßchälkur. Preis Jt 2.75. 9htr zu haben bei Sroflcrtc O. Wintcrboff, Kreuzvl. 9 10 »iubcnbura-Droacrie, Seltersweg 68a. e!jS? n Ö* i LrvK W “tteumarft ,UJ? * Dalr Itil 'e Erholung am »if6t Senninmätb ÄÄV L'dtt- lanbif^e Angebot vn ueserungsrnarkt einig Io dah Deizen in dn hoher eröffnet r 1 Mar! höher er. n Andienungen rechne. Dezmbersicht um 2,S ausenden Monat kainn gen nicht zustande. Id ■n und Loggen aus k gering, da die Land 1 beschästigt ist. (Mm iortagsniveau. Deizer. u unveränderten Prr mgeschäst Für Haie t gleichfalls verrinn gut behauptet zr-. r ruhig, tzs notirj?, r ; 223 bis 225 ssestch, bis toi ,50; AvM !t), Olt. 190 bis W Wg); Braugerste M sie 170 bis 186 (rM ), Dez. 190 bis 192,55. is 208 (ftetig); für ß bis 33,50 (ruhig); üioj« leicht befestigt); Dcho igcnÖcie 10,80 bis 11,? kleine Erbsen 28 bis ii üapskuchen 18,50 bis 1? 50; Trvckenschnihel IV 0,20 bis 20,60; für j Kartoffeln 1,90 bis 22’ 260: gelbe Äartoffu den 17,30 bii 17,80 2HI ^owack Herbst-Hefte Dl Seltersweg85 Gießen, Seltersweg 4 Verkauf im ersten Stock H Im Aller alle kräftigende nervenbildende Diät- und Nährmittel -- Kräuterhaus MiMen. [emeinbc. M#' e). Samstag, den 28.« /; morgens 8.30; abeti esellschafl. Sabbatfeier J B 545 Uhr; 4. Sabbalatisgang l 2^benö5^2_^, »er »»««>«"• lf to « Me S«"* ,, fltib kW» " nchien. |(ri,n L°Ä 1» *" sieuevttche EvSerchtevttnsen? ieimsDütfel 6t 6 heuttoen Dliiteiflanöes dBitiidinitsDatiei) Ortsgrupp? siezen Gute W« billig abzugeben WU8 Westanl. 36 1. | Empfehlungen | Bestellungen für den 7746V Winierbeöarf in Speise- u. Galai- karioffeln und Zwiebeln in nur besten Qualitäten nimmt emgeg. H. Trechsler Steinstrafie 73, Telephons 81. . öefienlliiDe BiltiierfiielDi! 2 V3W ^Wontn L^Kner Han§) M 4 Grohbanl« ^.ubrtgbleiben, be- Anne ganzes in hervorragender Qualttätsaussühr^ niedrigste Preise, angenehme. monatliche Ratenzahlung, bet Kasse höhst. Rabatt, dies, sind die Hauptpunkte, welche Sie veranlassen sollten, bei mir zu kaufen. Miito) Steinstraße 63. Speise-und Salai- karioffeln in prima Qualität, empfiehlt billigst W. Hauke! Ww. Reuen Baue 7, Televb. 2612. 45D Sorgfältig zasammengesl. Weinkarte Preiswerte Einzel-Platten Gepflegte Biere _______ 6942D " ife a 58, 2,48 112,13 80,72 6h®l rt Strumpf-Werbetage! Spezialgeschäft I.G. Gröde Während dieser Tage verkaufe ich sämtliche Strumpfwaren zu reduzierten Preisen, um Ihnen Gelegenheit zu geben, für weniger Geld doch Qualitätsware zu kaufen. Bei Einkauf von drei Paar erhalten Sie nochmals 10% Rabatt Frankfurter Str. 19 7925A Rama im Blauband tN fito Herren Garnituren mod.Pastellfb.JLWahl Hose u. Jackezusamm. Größe 4—6 Mk. BEr^EtLEIT REKL. PPW Kinder-Hemdhosen i 7c prima wollgemischt I / i| ohne Klappe, Gr. 60 Mk. Jede weitere Größe Mk.0.25 mehr Kinder-Hemdhosen/) nn prima wollgemiseht /, | mit Klappe, Gr. 60 Mk. Jede weitere Größe Mk.0.25 mehr Herr.-Nonnalhosen 1 7c kräftige Qualität I / [I Größe 4—6 Mk. Herr.-Einsaizhemd.. A„ kräftiger Trikot, mod. 1 llfc Trikolette-Einsätze I Mil Größe 4—6 - Mk. vv . -V. - Herr. Mako Pliisch- hosen extra schwer k Größe 4-6 Mk.aw «v SS- bictcn wir besonders preiswerte Herbst- u. übcrqanqswqrcn - in reichhaltiger £1 Auswahl und . ^<\ bekannt guten A Qualitäten. Bahnhofstrabe 14 Liehen Seltersweg 31 7896’A Strickwaren Mk.5.75, 4.25 Meter Mk. 12.50, 10.75 Meter Auf alle Waren 5 Proz. Barrabatt Kaufhaus LUDWIG 79O4A Damen-Pullover reine Wolle, Mk. 12.50, 11.95 Damen-Pullover Wolle m. Seide, Mk. 8.25,7.50 Kinder-Westen m. mod. Must., Mk. 4.25 3.50 Kinder-Sweater in groß. Ausw., Mk. 3.45, 2.75 Herren-Westen reine Wolle, Mk. 14.25, 12 50 Damen-Westen in mod. Must., Mk. 13.50,11.25 Waschsamt, bedr. i. gr. Ausw., Mir. Mk. 4.50, 3.25 Damen-Mantel reinwollen. Ottomane auf Steppfutter Mk. Gießen, Bahnhofstr Damen-Mantel mod. engl. Stoffart.... Ml Damen-Mantel blau Ottomane, m. Plüsch besetz Mk Ottomane reine Wolle, für Mäntel blau Ottomane, mit Plüsch besatz Mk. Damen-Mantel mod. engl. Stoffart... .Ml Kinder-Mäntel Mk. 14.75, 10.50 nur gut. Qual., m Mk.4.50,3.50 Crepe caid reine Wolle, in vielen Farben, Beachten Sie bitte meine Schaufenster FlaUSCh reine Wolle f. Kindermäntel ... Meter 8.50 Tweed der mod. englische Mantelstoff ... Meter Mk. 10.50, 8.75 Tweed f.KIdr.u.Bus., Mtr.Mk 4.25,2.95 «... MM Nr. 227 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Freitag, 27. September 1929 Turnen, Sport und Spiel. Waffersportversin Hellas!920 Gießen Nachdem die diesjährige Regattasaison mit dem Abrudern ihr Ende gefunden hat, lohnt es sich, so schreibt man uns, einen kurzen Rückblick zu tun auf das, was war, gleichzeitig aber auch einen Blick in die Zukunft zu werfen auf das, was werden soll. Die Erfolge des Vereins haben die Erwartungen voll und ganz erfüllt. Drei erste Siege im Jung- mann-Einer, ein erster Sieg im Junior-Einer, zwei erste Siege im Jungmann-Vierer, ein erster Sieg im Leichtgewichts-Schülcr-Vierer, sowie sechs zweite Siege waren die sportliche Ausbeute des abgelaufenen Ruderjahres. Mit diesen Erfolgen steht Hellas in diesem Jahre an der Spitze aller Gießener Ru- deroereine. Innerhalb des Süddeutschen Ruderverbandes konnte Hellas auf vier Regatten 38 Punkte, gegenüber 8 im Jahre 1928 und 4 im Jahre 1927 erringen, und steht hierdurch mit an der Spitze der Punktwertungstabelle des Süddeutschen Ruderverbandes. Der „Volkstümliche Rudersport", das amtliche Organ des Süddeutschen Ruderverbandes, schreibt über den Wassersportverein Hellas solgen- des: „Hellas Gießen hat mit dem Gebotenen voll überzeugt. Hier herrscht ein Geist und ein Wille, der unbedingt zu Erfolgen führen muß. Fast alle Mannschaften erschienen auf den Regatten, sertia und reif für die Rennen und Klassen, die sie besetzten. Auch Schöndorf bot als Einerfahrer ein Bild, das nur gut war. Recht so, Hellas! In dem <9eift weiter, und wir werden sie bald in den Klassen als erste Gegner respektieren, die vielleicht heute noch in ihren Träumen liegen. Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, das der Leichtgewichts-Schüler- Vierer, der in Frankfurt startete, mit seiner mangelhaften Form nicht gerade zu dem im übrigen von Hellas gebotenen Bilde patzte. Wenn auch die Leistungen der Schüler nicht an ihre früheren Leistungen heranreichten, so haben sie sich doch als die zweitbeste Leichtgewichts-Schüler-Bierer des Verbandes erwiesen. Aus alledem geht hervor, das Hellas dank seiner zielbcwußten Leistung einen steten Aufstieg zu verzeichnen hat." Um auch im kommenden Jahr, in welchem Hellas auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken kann, seine Stellung innerhalb des Verbandes weiter auszubauen, ist es unbedingt notwendig, das sich alle Ruderer an dem Wintertraining beteiligen und dadurch für eine intensive Ausbildung ihres Körpers sorgen. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt werden, werden auch im kommenden Jahre die Erfolge nicht ausbleiben. Die in diesem Jahre errungenen Preise sind im Schaufenster der Kunsthandlung R i e b e l, Marktplatz, ausgestellt. U f. B. Nach einer Pause von zwei Sonntagen greift auch die Liga wieder in die Verbandsspiele ein. Sie hat am kommenden Sonntag auf eigenem Platz die Ligamannschaft des Sportvereins Herborn zum Gegner. Herborn hat bis jetzt zwei Derbandsspiele ausgetragen: auf dortigem Platz fertigte es F.V. Ockershausen mit 3:1 ab, mußte allerdings gegen Germania Marburg eine 2:4-Niederlage hinnehmen. 3n Anbetracht der derzeitigen Spielstärte Germanias ist das 2:4- Nesultat trotzdem noch als recht gut zu bezeichnen. Die Gäste stellen eine schnelle und wuchtige Elf, deren Stärke in ihrer vorzüglichen Hintermannschaft liegt. V.f.B. gewann die beiden vorjährigen Verbandsspiele mit 6:0 bzw. 3:1; daß er auch diesmal gewinnen wird, soll mit Bestimmtheit nicht vorausgesagt werden. Immerhin ist ein Sieg der Platzmannschaft wahrscheinlicher als eine Niederlage. Eine hohe Tordiffe» IerFallponAjuspW. Von Paul Rosenhayn. 2 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Der Richter hob ungeduldig die Hand. „Ich darf Sie bitten, Mrs. O'Cardigan, nur von den Dingen zu sprechen, über die ich Sie befrage. Seit dem Todestage Ihrer Mutter fehlen nun alle Schmuckstücke, die der Verstorbenen gehört haben. Eins dieser Schmuckstücke ist im Besitze des Angeklagten gefunden worden. Der Angeklagte hat eine Karriere gemacht, die selbst für unser tüchtiges Land außergewöhnlich erfolgreich ist: vom Kammerdiener zum Hotelbesitzer!" Der Richter hob den Kopf und sah Elsie ins Gesicht. „Ich kann mich in Ihre Gefühle nur zu gut hineindenken, Mrs. O'Cardigan. Der Angeklagte hat Sie betreut, als Sie noch in der Wiege lagen, er hat Ihre ersten Schritte behütet, Ihre schönsten Kindheitserinnerungen verknüpfen sich mit seiner Person. Daß es Ihnen schwer fällt, ja, daß cs Ihnen unmöglich ist, von einem alten, lieben Gefährten Schlimmes zu glauben, können wir nur allzugut begreifen. Aber Ihr persönliches Gefühl der Dankbarkeit gegen Pym schließt nicht aus, daß er eine Tat begangen hat, deren ihn ihre Liebe nicht für fähig hält. Die Kriminalgeschichte berichtet von manchem Mörder, der die Seinen zärtlich liebte." Elsie erhob sich: sie fühlte das würgende Schluchzen, dos in ihr aufstieg. „Ich kenne den Angeklagten, ich kenne sein Leben, ich kenne seine Seele. Ich glaube, daß alle Feststellungen, Die Ihnen so glücklich gelungen sind, auch einen anderen Schluß zulassen als den, daß Pompejus Pym einen Mord begangen hat — und ich bitte Sie im Namen der Gerechtigkeit, nicht nur jenen Spuren nachzugehen, die auf den Neger weisen, den die öffentliche Meinung lynchen möchte..." „Mrs. O'Cardigan!" „ ... sondern auch jenen anderen Möglichkeiten Raum zu gewähren, die vielleicht zu einem andern Ziel führen könnten. Auch dann, Mr. Higgins, wenn dieses Ziel vielleicht ein Weißer wäre." Hochrot im Gesicht antwortete der Richter: „Ich habe aus Höflichkeit geschwiegen, Mrs. O'Cardigan. Aus Höflichkeit der Dame gegenüber. Aber ich muh Ihnen erklären, daß ich kein weiteres Wort von Ihnen dulden werde, das die amerikanischen Gerichte oder das amerikanische Volk beleidigt. Ihre Vernehmung ist beendet. Ich danke Ihnen." Elsie ging langsam hinüber zum Zuhörerraum; sie fühlte, wie die Augen ihres Gatten ihr folgten; nervös öffnete sie die Handtasche. Wo nur Joe Jenkins blieb? Hier war fein Rohrpostbries; renz wird in keinem Fall zustande kommen, da das Kräfteverhältnis beider Mannschaften nicht allzusehr verschieden ist. Die zweite Mannschaft empfängt die gleiche des D. f. R. Butzbach zum Verbandsspiel. Wenn auch ihre Leistung am Vorsonntag nicht ganz befriedigte, so darf man ihr doch einen knappen Sieg zutrauen. Allerdings darf sie ihren Gegner nicht unterschätzen, da sie sonst leicht eine lleberraschung erleben könnte. Auch die dritte Mannschaft hat den Vorteil des eigenen Platzes. Sie wird gegen L i ch s e r st e um die Punkte kämpfen. Daß Lich über ein achtbares Können verfügt, hat es am Sonntag durch seinen 4:1-Sieg über die dritte Mannschaft bewiesen. D.f.D. wird sich sehr anstrengen müssen, wenn es bestehen will. Die vierte Mannschaft und die zweite von Großen-Duseck stehen sich ebenfalls auf dem Waldsportplah im Verbandstreffen gegenüber. Wer hier gewinnt, kann nicht vorausgesagt werden. Während die beiden Schülermannschaften spielfrei sind, tragen die drei Iugendmann- sch asten Pflichtspielc aus. Die erste steht auf hiesigem Platz der gleichen Lollars gegenüber. Lollar rang am Sonntag der als spielstark bekannten Jugend von Niedergirmes ein beachtenswertes 0:0 ab. D.f.D. wird alles daransehen müssen, wenn er nicht verlieren will. — Die zweite Mannschaft fährt nach Nieder- Weise l und wird gegen dessen erste einen sehr schweren Stand haben. — Die dritte muß auf den Platz ihres Lokalgegners. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Das zweite Meisterschaftsspiel führt 1900 am kommenden Sonntag nach Wallau. Die Hinterländer unterlagen zwar kürzlich im ersten Spiel gegen den hiesigen V. f. B. 4:1, zeigten dabei jedoch ansprechende Leistungen. Auf eigenem Platze wird Wallau natürlich alles daransetzen, siegreich zu bleiben. Für den Mittelstürmer, den talentiertesten Mann im Angriff, muß Ersatz eingestellt werden. Die Hintermannschaft und Läuferreihe werden seit langer Zeit erstmals wieder komplett sein. Die Stürmerreihe der Blauweißen zeigte im letzten Spiel recht schwache Leistungen und wird ohne ihren Besten bestimmt keine besseren Leistungen aufbringen können. Die Ligareserve spielt auf eigenem Platz gegen die zweite Elf Heuchelheims. Der Sieg 1900s wird nie außer Frage stehen. 1900s 3. Mannschaft empfängt die erste Elf vom Sportverein Steinberg. Der Mittelläufer wird wieder mit von der Partie sein; es wird hoffentlich zum ersten Siege der Gießener langen. Von den Jugendmannschaften betätigen sich nur die zweite und dritte, evtl, noch die zweite Schülerelf. Die zweite Jugend spielt in Wetzlar- Niedergirmes gegen die dortige zweite Jugend; sie wird wohl, bei der derzeitigen Spielstärke des Platzvereins, um eine knappe Niederlage nicht herumkommen. 1900s dritte und V. f. B.s dritte Jugend stehen auf dem 1900-Sportplatz im Lokaltreffen gegenüber. Leichtathletik der Sp.-Bg. 1900. ö. Zum letztenmal in diesem Jahre ruft die Leichtathletik- und Frauenabteilung der Spielvereinigung 1900 ihre Mitglieder zum Wettkampf auf. Wie alljährlich, soll die Saison mit den Dereinsmeisterschaften zum Abschluß gebracht werden. Wenn es sich auch nur um interne Wettkämpfe handelt, so werden sowohl in der Klasse der Aktiven, als auch bei den Jugendlichen und Damen auf Grund des vorhandenen zahlreichen Materials die Wettbewerbe eine reiche Besetzung erfahren und nach den erzielten Jahresleistungen guten Sport zeitigen. In den Sprintstrecken hat sich durchweg eine Einteilung in zwei Leistungsklassen als notwendig erwiesen, ebenso in manchen Wurf- und Sprungdisziplinen. Die Mittelund Langstreckenrennen werden durch Erteilung von Dorgaben interessant gestaltet werden, ilm- rahmt werden die Wettkämpfe von den verschiedensten Staffeln, bei deren Zusammenstellung auf gegenseitige Ausgeglichenheit der Hauptwert gelegt ist. Handball der Sp.-Dg. 1900. ö. Die 1900er haben für morgen nachmittag erneut eine Schulmannschaft als Gegner verpflichtet, und zwar die Elf der hiesigen Oberrealschule. Die Schüler haben schon mancher Der- einsmannschaft das Nachsehen gegeben; sie sind gut eingespielt und verfügen vor allem über verschiedene gute Einzelkräfte, die als Stützen erster aktiver D.-T.-Mannschaften des hiesigen Bezirks anzusehen sind. Die Spielvereinigung 1900, die immer noch nicht ihre beste Vertretung stellen kann, wird daher vor eine weit schwerere Aufgabe als am vergangenen Samstag gegen das Realgymnasium gestellt fein. Handball im Männerturnverein lD.T) Am kommenden Sonntag steht auf dem Platze des Männerturnvereins die erste Mannschaft des Plahvereins der ersten des Tv. 1860 Bad-Nauheim im Handball-Derbandsspiel gegenüber. Die Dad-Nauheimer haben vor einigen Wochen im Treffen gegen Sb. 1846 Gießen bewiesen, daß sie über eine ziemlich große Spielstärke verfügen und einen sehr ernst zu nehmenden Gegner darstellen. Da die Mtv.-Mannschaft mit drei Mann Ersah antreten muß, wird sich jeder einzelne Spieler sehr anstrengen müssen, wenn die beiden Punkte in Gießen bleiben sollen. Dor dem Spiel der Meisterklasse tragen die Iugendmannschaften der beiden Dereine ihr Der- bandsspiel aus. Die längere Spielerfahrung der Platzmannschaft gibt dieser wohl ein kleines Plus, doch wird dies die Gästemannschaft durch Eifer und Schnelligkeit auszugleichen versuchen. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Es ist eine schwere Aufgabe, die die erste Mannschaft am kommenden Sonntag zu lösen hat. Gilt es doch in Großen-Buseck dem dortigen Turnverein gegenüberzutreten. Der Platz ist schon mancher Mannschaft zum Verhängnis geworden. Auch im Vorjahre unterlagen die 1846er knapp 2:1. Das ist zu vermeiden, wenn der Sturm die nötige Schuß- freudigkeit mitbringt und durch erfolgreiches Spiel die Hintermannschaft entlastet. Die zweite Mannschaft, die nicht an den Der- bandsspielen teilnimmt, spielt in Heuchelheim gegen die erste Mannschaft des Turnvereins. Sie hat neue Kräfte in ihren Reihen und wird wohl das Spiel gewinnen. $. Sp. V. 1926 Steinbach. Kommenden Sonntag hat Steinbach fein zweites Derbandsspiel auf eigenem Platze. Gegner ist diesmal die erste Mannschaft des Sportvereins 1928 Garbenteich. Die Platzmannschaft wird sich sehr anstrengen müssen, wenn Sieg und Punkte zu Hause bleiben sollen. Wird sie denselben Kampfgeist wie am vergangenen Sonntag zeigen, so kann sie auf einen günstigen Ausgang hoffen. sie möge guten Mutes sein. Wo er nur blieb? Plötzlich horchte sie auf, wie elektrisiert: der Name ihres Vaters wurde aufgerufen. Sie wußte gar nicht, daß er in Neuyork war; dies alles war so seltsam, so feindselig; zwischen allen Menschen, um die der Prozeß Pompejus Pym kreiste, lagen unausgesprochene und gefährliche Dinge. Eben öffnete sich die Saaltüre und ihr Vater trat ein. Er war stark ergraut in dieser letzten Zeit, aber immer noch war sein Gang aufrecht, und sein Blick hatte nichts von seiner Härte verloren. Diesem Manne sah man an, daß er sein halbes Leben in den Dschungeln zugebracht hatte. „Mr. Edward Mac Comb," sagte der Richter mit einer auffordernden Handbewegung: „Sie sind in dieser Sache der Kronzeuge. Fast alles hängt von Ihrer Aussage ab. Wir bedauern, hier von Dingen sprechen zu müssen, die Ihnen unendlich schmerzlich sein dürften. Aber die Gerechtigkeit verlangt, R>ah völlige Klarheit geschaffen wird." „Gewiß, sagte Mac Comb kühl. Staatsanwalt O'Cardigan erhob sich. „Richt wahr. Mr. Mac Comb: Sie haben einen ungewöhnlichen Beruf: Sie unternehmen Expeditionen nach Indien, nach Afrika, Tierfang-Expeditionen." „Ja. Ich liefere wilde Tiere an die Menagerien, an die Zoologischen Gärten, an die Tierbändiger der ganzen Welt." „Als das... als das Unglück geschah, Mr. Mac Comb," der Staatsanwalt wendete langsam das Aktenblatt, bei dessen knisterndem Rascheln der Angeklagte zusammenzuckte; „als jenes Unglück geschah, waren Sie eben von einer Reise zurückgekehrt. Nicht wahr?" „Leider bin ich um einen Tag zu spät gekommen," nickte Mac Comb. „In der Nacht vor meiner Ankunft war das Unglück passiert." Der Verteidiger erhob sich. „Ist es wahr, Mr. Mac Comb, daß auf Ihren Defehl eines Tages in den indischen Dschungeln elf Kulis erschossen wurden?" Der Gefragte schürzte die Lippen. „Ja," sagte er endlich. „Es blieb mir nichts anderes übrig: die Disziplin war gelockert; die ganze Expedition war gefährdet." Wieder nahm der Staatsanwalt das Wort. „Wer die Verhältnisse in den Tropen kennt, weiß natürlich, Mr. Mac Comb, daß nur ein starker Wille sich durchsetzen kann." Der Verteidiger fuhr fort: „Ihre Frau Gemahlin hatte die Gewohnheit, allein auf dem Hausboot zu schlafen. Hatten Sie an dieser merkwürdigen Lebensweise Ihrer Frau nichts auszusehen?" Mac Comb zuckte die Achseln. „Ich glaube, daß ein Gentleman seine Frau tun läßt, was sie für gut befindet." „Sehr richtig," lächelte der Staatsanwalt; aber der Verteidiger ließ sich nicht beirren. „Sie werden zugeben müssen, daß die Gewohnheit Ihrer Frau, ihre Nächte getrennt von Ihnen zu verbringen, auf eine nicht sehr glückliche Ehe schließen läßt." älnd während er dem Zeugen ins Gesicht blickte, das sich langsam rötete, setzte er hinzu: „Im Interesse meines Klienten muß ich alle Schlußfolgerungen aussprechen, Mr. Mac Comb, die sich aus den Dingen ergeben. In der Nacht vom 13. auf den 14. Juni 1919 ist auf dem Hausboot plötzlich Feuer ausgebrochen. In dieser Nacht hatte der Angeklagte auf dem Boot die Wache. Ist es Ihnen bekannt, wer das Feuer entdeckt hat? „Zwei Männer aus Watertown." „N^as haben diese beiden Männer getan, als sie das brennende Doot erblickten?" „Cie haben ein Ruderboot geholt und sind zum brennenden Schiff hinübergefahren. Cs stand schon in hellen Flammen. Zu allem Unglück hatte es sich aus seiner Verankerung gelost. Die beiden sahen, daß Rettung nicht möglich war; vor ihren Augen trieb das brennende Schiff in den Ontario-See hinein." „Nicht wahr, man glaubte zunächst an einen älnglücksfall? Dann aber wurden Stimmen laut, die auf Pompejus Pym, den Neger, deuteten. Können Sie uns sagen, wie es gekommen ist, daß die Stimmung so umgeschlagen ist?" „Das kann ich Ihnen genau erklären, Herr Rechtsanwalt," sagte Mac Comb mit ebnem finsteren Blick auf den Angeklagten. „Als sich her- ausstellte, daß der gesamte Schmuck meiner Frau fehlte, glaubte niemand mehr an einen Un» glücksfall." Der Staatsanwalt, der sich eifrig Notizen gemacht hatte, hob die Hand. „Wo bewahrte Ihre Frau den Schmuck auf?“ „Im Safe. In unserer Villa." Der Rechtsanwalt stand auf. „Wäre nicht eine einfachere Losung möglich: daß nämlich Ihre Frau den Schmuck in jener Nacht angelegt hatte? Daß er mit ihr verbrannt ist?" Mac Comb schüttelte den Kopf. „Welchen Grund sollte meine Frau gehabt haben, für die Nacht auf dem Doot Schmuckstücke, die ein Vermög en darstellten, anzulegen?" „Ich möchte Vorschlägen," sagte der Rechtsanwalt, „daß uns der Angeklagte selbst erzählt, wie sich die Dinge jener Nacht in seiner Erinnerung darstellen. Hören Sie, Pym, Sie sollen uns ein paar Auskünfte geben. Was wissen Sie uns von dem Abend des 13. Juni zu erzählen?" Der Neger, der bei der plötzlichen Anrede zusammengefahren war, erhob sich zögernd. „Am Abend des 13. Juni," sagte er mit leiser Stimme, „rief mich Frau Mac Comb plötzlich in den Rauchsalon. Sie gab mir einen Brief; den sollte ich nach Clayton bringen. Zum Postamt." Steinbachs zweite Mannschaft empfängt die erste Mannschaft von Bieber. Der Verein gehört erst seit kurzem dem Westdeutschen Spielverbande an. Man kann daher über den Ausgang dieses Spieles nichts Voraussagen. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Im weiteren Verlauf der Herbstrunde treffen am kommenden Sonntag in Naunheim Naunheim 1 und Heuchelheim I aufeinander. Zwei verhältnismäßig gleichwertige Gegner werden hier im Kampf um die Punkte ringen, wobei Naunheim den Vorteil des eigenen Platzes besitzt und wohl als knapper Sieger aus dem Spiel hervorgehen wird. Gießen I b und Wetzlar I werden auf dem Trieb ihre Kräfte messen. Auch hier werden zwei gleichwertige Gegner um den Sieg ringen, der dem Glücklicheren zufallen wird. Lollar I fährt nach Großen-Linden und wird im Spiele gegen die dortige erste Mannschaft, wenn es nicht vorzieht unvollständig anzutreten, Sieger bleiben. In der zweiten Bezirksklasse hat O p p e n r 0 d die erste Mannschaft Odenhausens zu Gast und wird sich, zumal es den Vorteil des eigenen Platzes hat, den Sieg nicht nehmen lassen. Auch Burkhardsfelden wird seinen Gast, die erste Mannschaft Grünbergs, mit einer Niederlage nach Hause schicken. Hachborn und Daubringen werden sich in Hachborn ein spannendes Spiel liefern, in dem die Gäste ein kleines Plus für sich in Anspruch nehmen können. Treis und Staufenberg werden sich in Treis ein flottes Spiel liefern, dessen Ausgang offen zu lassen ist. Die erste Mannschaft Beuerns wird in Hungen auf einen guten Gegner stoßen, der sich Sieg und Punkte wohl nicht nehmen lassen wird. Kinzenbachs I. wird in Watzenborn zu Gast sein und Sieg und Punkte mit nach Hause nehmen. Auch Rodheim wird sich in Waldgirmes zwei weitere Punkte holen. Klein-Linden und Rödgen werden in Klein-Linden gegenüberstehen und sich ein ausgeglichenes Spiel liefern, das wohl die Platzbesitzer im Vorteil sehen wird. Leun wird in Beilstein zu Gast sein und wenig Aussicht auf Erfolg haben. In der Jugendklasse stehen sich Naunheim Jugend gegen Gießen Jugend in Naunheim; Rod- beim Jugend gegen Treis Jugend in Rodheim: Watzenborn Jugend gegen Heuchelheim Jugend in Watzenborn und Klein-Linden Jugend gegen Wißmar Jugend in Klein-Linden gegenüber. Schwimmländerkampf Deutschland - England. Der gestern abend in Birmingham ausgetragene erste Schwimmländerkampf nach dem Kriege zwischen Deutschland und England endete unentschieden. England gewann das Masserball- spiel mit 3:1, während Deutschland in der 4x200-Vaids-Staffel in 9 Minuten mit 2 Dards Vorsprung vor England siegreich blieb. Die Wiederholung dieses Länderkampfes findet bereits am Samstag in London statt. Deutsches Turn- und Sportabzeichen. Am nächsten Sonntag ist nochmals Gelegenheit geboten, in Gruppe 5, Radfahren, die Prüfung für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen abzulegen. Näheres siehe Anzeige. „An wen war dieser Brief gerichtet?" fragte der Staatsanwalt. „Ich weiß es nicht." „Hm. Hm." „Während ich unterwegs war, zog ein schweres Gewitter herauf. Ich war bis auf die Haut durchnäßt, als ich zurückkam. Zu meinem Entsetzen sah ich Feuerschein — und als ich zum Steg kam, erblickte ich das brennende Schiff, das in der Richtung nach dem See ab trieb.“ „Ich möchte eine Frage stellen," Tagte_ der Staatsanwalt, „die den Kern der Sache berührt: wie kamen Sie in den Besitz des Schmuckstückes, das zu der Erhebung der Anklage geführt hat?" Pompejus Pym wandte den Kopf halb zu dem Verteidiger herum, der ihm langsam zunickte. „Frau Lilian Stone hat mir den Schmuck geschenkt." „Hat sie Ihnen noch weitere Schmuckstücke gegeben?" „Nein." „Dann beantrage ich —“ die Stimme O'Car- digans kam hell und scharf durch den Raum, „die Vernehmung des Zeugen aus Ohio, der draußen wartet." „Er soll hereinkommen," entschied der Richter. Ein kleiner untersetzter Herr, breitschultrig, rotwangig, trat in die Mitte des Saales; der Richter wies auf den Zeugenstuhl. Der Ankömmling faßte in die Tasche und zog stumm drei blitzende Gegenstände: einen Ring, ein Kollier, ein Dia^ dem hervor. „Diese Schmuckstücke," sagte der Staatsanwalt, „stammen aus dem Besitz der ermordeten Frau Mac Comb. Ich kann es aus den Akten beweisen — vielleicht la an Herr Mac Comb sie zu allem äleberfluß rekognoszieren?" Mac Comb trat an den Richtertisch. „Ja." sagte er mit leiser Stimme, indem er sich mit der Hand über die Stirn fuhr, „diese Schmuckstücke habe ich meiner Frau sell>st gekauft." „Angeklagter Pym," O'Cardigan wandte sich dem Neger zu, „dieser Mann behauptet, die drei Schmuckstücke von Ihnen gekauft zu haben. Was haben Sie dazu zu sagen?" Der Gefragte blickte hilflos auf die Gegenstände und schwieg. „Sie scheinen mich nicht richtig verstanden zu haben. Diese Juwelen sind Eigentum der Toten gewesen, Ihrer Herrin Mrs. Manuela Mac Comb. Sie haben uns erklärt, Sie hätten außer jenem Armband keine Schmuckstücke Ihrer Herrin besessen Nun stellt sich heraus, daß Sie die Unwahrheit gesagt haben: daß weitere Juwelen, die ein kleines Vermögen repräsentieren, in Ihrem Besitz gewesen sind. Es geht um Ihren Kopf, Pym! Antworten Sie, ich rate es Ihnen in aller Freundschaft!" (Fortsetzung folgt.) Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 27. September 1929. Nachtigall, wie sangst du so schön ... Man schreibt uns: Es dürfte in unserer Stadt nicht allFmein begannt sein, daß sowohl im Vorjahre als auch in diesem Jahre sich ein in unserer Gegend seltener Vogel in nächster Nähe der Stadt angesiedelt hat: die Nachtigall. Im vorigen Jahre wurde in der Nähe der Waldsportplätze am Schützenhaus ein Nachtigallenpaar festgestellt. Anfang April d. I. wurden an einem sonnigen Nachmittag mehrere der seltenen gefiederten Sänger in der Nähe der Liebigshohe gehört, und nach und nach stellten sich auch in der Umgebung der Waldsportplätze noch zwei Paare ein, die die Bewohner des Kugelbergs und der Friedensstraße mit ihrem Gesang erfreuten. Es dürfte sich in diesem Jahre um das Vorhandensein von vier bis fünf Paaren gehandelt haben. Die Nachtigallen wurden bis gegen Mitte Juli sowohl nachts als auch in den Morgen- und Nachmittagsstunden gehört. Darauf trat, wie in der Vogelwelt überhaupt, fast völlige Stille ein. Inzwischen hat der Herbst seinen Einzug gehalten und uns noch recht schönes Wetter beschert: trotzdem haben die meisten Zugvögel, wie Störche, Rotkehlchen, Schwalben usw., die Reise in wärmere Gegenden angetreten. Auch wurden bereits am 8. September die ersten durchziehenden Wildgänse gesichtet, alles Anzeichen, die auf einen frühen Winter schließen lassen. Dazu kommt, daß sich schon jetzt die ersten Krähen und allerlei Finkenartcn in größeren Schwärmen einstellen. Da die Nachtigall zu den insektenfressenden Vögeln und somit zu den Zugvögeln zäblt, so war mit ziemlicher Sicherheit anzunchmen, daß auch die diesigen Exemplare dieser Vogelgattung ihre Niststätten verlassen und sich nach Süden gewandt hatten. Dem ist jedoch nicht so, denn heute, am 24. September, morgens gegen 7 Uhr, wurde am Philosophenwald der Gesang einer Nachtigall gehört — ein für die vorgeschrittene Jahreszeit gewiß seltenes Ereignis. Es wird das auch wohl der Abschiedsgcsang gewesen sein. Nun wird wohl mancher Leser fragen: Warum gibt man erst jetzt von dem Vorhandensein der Nachtigallen der breiten Öffentlichkeit Kenntnis? Die Gründe hierfür sind folgende: Einmal sollten die Vögel durch den zu erwartenden Massenbesuch in der Nähe ihrer Niststätten nicht verscheucht werden, zum andern galt es den Tierchen Gelegenheit zu geben, ihre Brut ungestört groß zu ziehen. Daß wohl beides gelungen ist, dürfte aus der Tatsache hervorgehen, daß sich letzt noch einige von den Tierchen hier aufhalten, sich also bei uns heimisch fühlen. Dieser Umstand gibt zu der berechtigten Hoffnung Anlaß, daß die Nachtigallen im nächsten Frühjahr zu uns zuruckkehren. Wenn das der Fall ist, so ist jedem Natur- und Vogelfreund Gelegenheit gegeben, sich am Gesang der kleinen Sänger zu erfreuen; der Aufenthaltsort ist ja schon oben angLgeben. Ium Großflugtag in Gießen. Man schreibt uns: Der Großflugtag In Gießen, dessen Durchführung von der bekannten deutschen Sportslugzeugsabrik Raab-Katzen- st e i n vorgenommen toirb, wird eine große Anzahl von verschiedensten Flugzeugthpen auf unserem Gießener Flugplatz zusammenbringen. Modernste Sportflugzeuge der verschiedensten Bauart und Leistungen, Segelflugzeuge, Rundflug- maschinen sowie der historische Dleriot werden starten. Das Programm beginnt mit einer F lugzeugschau. Alle Flugzeuge werden an den Zuschauerplätzen vorbeigerollt, bzw. in nächster Bähe ausgestellt, um so allen Flugtagbesuchern die Möglichkeit zu geben, sich die Maschinen aus der Rähe zu betrachten. Alsdann wird die Sport- flugzeugstassel zum L u f t r e i g e n starten. Es werden hier die verschiedensten Formationen geflogen und so das Exerzieren in der Luft gezeigt. Der Geschieklichkeitsflug zeigt wiederum . mehrere Maschinen in der Luft. Die Piloten haben hier die Aufgabe. Postsäcke in ein in der Flugplatzmitte markiertes Feld abzuwerfen, ilm dem Publikum die genaue Treffstelle zu zeigen, sind die Meldebeutel so eingerichtet, daß beim Ausschlagen eine Weiße Staubwolle entsteht. Altmeister Raab wird sodann starten und die hohe Schule des Kunstfluges -eigen. Rückenflug, Looping. Rolling, Turn, Seitshlip, Trudeln und andere kombinierte Kunstflugfiguren werden in schneller Reihenfolge wechseln. Eine Ballon- jagt), bei der Kinderballons vom Flugzeug zu jagen und zu rammen sind, wird wiederum mehrere Flugzeuge in der Luft zeigen. Alsdann wird die Sensation des Flugtages, der Luft- s ch^ e p p z u g den Lustbahnsteig verlassen. An einem Motorflugzeug wird durch ein 100 Meter langes Kabel ein Segelflugzeug angekuppelt und gezogen. Bei günstigen Windverhältnissen wird noch ein zweites Segelflugzeug mitgeschleppt werden. Sn großer Höhe werden die Segelflugzeuge abgehängt, sie gleiten sodann im ruhigen Segelflug dem Flughafen zu, um am Flugbahnsteig wieder zu landen. Diplom-Sngenieur Katzen- st e i n wird sodann auf dem Flugzeug „Pelikan" Kunstflüge mit ausgeschaltetem Motor ausführen. Ferner fliegt Herr Raab den historischen B l e - riot-Eindecker aus dem Baujahr 1909 vor. Hierdurch wird die schnelle Entwicklung des Flugzeugbaues der Luftfahrt vor Augen geführt. Ein Luftturnier zwischen Raab und Katzenstein sowie die Kunstflugvorfühcungen Katzensteins, ein Fall- schirmabsvrung und Kunstflüge unseres Gießener Kunstfliegers G a u n s , bei günstigen Windverhältnissen auch ein Dallonhüpfen vervollständigen das Programm. Eine Rundflug- maschine wird zu dauernder Benutzung zu Passagierflügen startbereit stehen. Wie aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich ist, findet ein Vorverkauf statt; auf die im Vorverkauf gelösten Karten kommen Freiflüge über Gießen zur Verteilung. ** Funktelegramme an Sch iffe in See. Durch den neuzeitlichen Ausbau der deutschen Küjtenfunkstellen in Norddeich, Cuxhaven und Swinemünde und die technischen Verbesterungen der Funkstellen auf den deutschen Uebersee-Fahrgast- jchissen kann die Beförderung der Funktelegramme an deutsche Schiffe in See über ausländische Küstenfunkstellen entbehrt werden, zumal b.ren Benutzung die Telegrammbeförderung nicht beschleunigt. Da zudem die Landgebühren für die Beförderung an die ausländischen Küstenfunkstellen höher sind, als für die Beförderung an deutsche Funkstellen, empfiehlt es sich, die Funktelegramme über deutsche Kusten- funkstellen zu leiten. Funktelegramme an Schiffe auf See können bei sämtlichen Post- und Telegraphenanstalten aufgeliefert werden, die über die Abfassung dieser Telegramme nähere Auskunft erteilen. RDV. Kennzeichnung vorbestellter Plätze in v - Z u g w a g en. Seit einiger Zeit werden die vorbesteilten Plätze in den O-Zug- toagen nicht nur am Rummernschild der Abteiltür, sondern darüber hinaus noch durch einen Zettel gekennzeichnet, der am Gepäcknetz über dem reservierten Platz angebracht wird und die Aufschrift „Reserviert für einen Reisenden mit Platzkarte" trägt. Die Reichsbahn hat jetzt das Zugpersonal angewiesen, daß diese Zettel sogleich nach Der Prüfung der Fahrkarten während der Fahrt wieder abgenommen werden, um eine Irreführung anderer Re. en Der beim Freiwerden eines reservierten Platzes zu vermeiden. Bei dieser Ge.egenheit sei beson ers darauf hingewie- sen, daß auch der Reisende mit Platzkarte beim Verlassen es Sitzplatzes z ir Einnahme von Mahlzeiten u,to. seinen Piay mit Gegenständen (z. B. Hut ocer Mantel, nicht Zeitung!) belegen muß, um sich den Anspruch auf diesen Platz während der ganzen Fahrt zu sichern. **GießenerJungdeinokraten. Man berichtet uns: Am 22. September wurde anläßlich des Bundestages der hessischen Jungdemokraten zu Vilbel auch eine Ortsgruppe Gießen der deutschen Jungdemokraten gegründet. Der Vorstand setzt sich aus 'folgenden Personen zusammen: Vorsitzender Karl Bauer, Schriftführer cand. jur. Gerhard Vogt, Rechner cand. jur. Walter Kinkel. Die erste Bundesversammlung in Gießen hat bereits stattgefunden. ** Der Orche st erverein Gießen 1908 eröffnet, wie man uns schreibt, die diesjährige Winter-Konzertsaison am 3. Oktober d. I. mit einem Symphonielonzert in der Neuen Aula der Universität. Durch die Wahl dieses Tages soll auch den zur Zeit hier weilenden Teilnehmern der Ferien- bzw. ärztlichen Fortbildungskurse Gelegenheit zum Besuche eines guten Orchesterkonzcrts gegeben werden. Der einheitliche Einheitspreis ist, wie immer, sehr niedrig gehalten, um jedermann den Besuch des Konzerts zu ermöglichen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen. •• Der Verein „Wanderl u st, G i e ßen" (behördl. anerkannt als Verein für Jugendpflege) veranstaltete am Samstag im Katho'. Vereins- Hause einen Plnterhaltungsabend, dessen Reinertrag für die Jugendpflege bestimmt war. Die Veranstaltung war gut besucht, und es wurde recht Lobenswertes geboten. Das Programm wurde eröffnet durch zwei Musikvorträge (einem Marsch und zwei elsäi.ischen Bauerntänzen), die von der Kapelle des Vereins, bestehend aus Streich- und Zupfinstrumenten, vorgetragen wurden. Bei den musikalischen Darbietungen fiel das exakte Zusammenspiel und die gut zur Geltung gebrachten Solopartien der einzelnen Instrumente angenehm auf. Sodann begrüßte der Vorsitzende des Vereins, Hand S e i h, die erschienenen Vereine und Gäste und dankte sür den zahlreichen Besuch. Es folgten hierauf zwei weitere Musikstücke, die ebenfalls sehr bciiälhg ausgenommen wurden, was die Kapelle, d'.e unter der Leitung von Hans Seitz sieht, zu mehreren Zugaben veranlaßte. Rach einer kurzen Pause folgte der zweite Teil der Vortrags- solge, der zuerst einen heiteren Bauernschwank, „Der Iudas von Oberammergau", brachte. Dabei zeigten sämtliche Mitwirkenden gutes Können. Als zweites Theaterstück wurde „Monsieur Herkules" gegeben, eine Posse mit den üblichen Verwechslungen und Verwirrungen, die große Heiterkeit erregte. Auch hierbei hatten die Mitglieder deö Vereins wieder Gelegenheit, ihr theatralisches Können zu zeigen. Die Zuhörer folgten den Darbietungen mit sichtlichem Interesse und spendeten reichlich Beifall. Oberhessen. Landkreis Gießen. + Grünberg, 26. Sept. Am Dienstagabend fand im Gasthaus „Zum Wilden Mann" eine Versammlung zwecks Gründung eines Obst- und Gartenbauvereins statt. Ein derartiger Verein bestand hier schon vor dem Kriege, der auch damals eine recht rege Tätigkeit entfaltete, aber in der Inflationszeit einging. Auf Anregung von Landwirlschaft-aisessor Dr. Bö- cher war nun eine Anzahl von Interessenten, meistens eh malige Mitglieder, erschienen, die den Verein wieder erstehen ließen. Man hofft, außer dem geschlossenen Beitritt der alten Mitglieder, noch zahlreiche weitere Mitglieder zu gewinnen, zumal der Mitgliedsbeitrag auf nur 2 Mk. festgesetzt wurde. Auf Wunsch der Versammlung Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Lösung des Problems Rr. 227. Don Z. Mach. 1. Db3—a2! usw. Problem Nr. 231. Don O. Aagh, Budapest. 1. Preis im Informal-Turnier der Mag. Sakkvilag 1926. 6 7 5 3 4 2 1 8 7 6 5 4 3 2 d e Weiß. L h a b a b Schwarz, d e f e h Weih zieht und seht in zwei Zügen matt. Weiß: 8 Steine. Ka7; Td4, g8; Lai; Sf5, h6 Bd5, e2. Schwarz: 10 Steine. Kf6; Dgl; Th2; Lg3, hl; Sfl, g2; Bf4, t7, h4. Rachstehend die beiden ersten Partien aus dem WeltmeisterschaftLwettkampf Aljechin gegen Do- goljubow zu Wiesbaden. Partie Nr. 158. Angenommenes Damengambit. Weiß: Aljechin. Schwarz: Dogoljubow. 1. d2-d4, d7-d5. 2 c2-c4, c7-c6. 3. Sgl - f3, Sg8-f6. 4. Sbl -c3, d5xc4. 5. a2-a4, e7-e6. 6. e2-e4, Lf8- b4. 7. c4-e5, Sf6-d5. 8. Lcl-d2, Lb4xc3. 9. b2xc3, b7-b5. 10. Sf3-g5!, f7 - fö. 11 e5xf6, Sd5X16. 12. Lfl-e2, a7-a6. 13. Le2- f3, h7-h6? 14. Lf3-h5+, Sf6xh5. 15 Ddlxh5+, Ke8-d7. 16. Sg5-f7, Dd8-e8. 17. Dh5- g6, Th8- g8. 18. Ld2 — f4, Lc8-b7. 19 Lf4-g3, Kd7-e7. 20. Lg3-d6 + , Ke7-d7. 21. 0-0,c6-c5. 22. d4x c5 Lb7-d5 23. a4>4bj, a6xb5. 24. TalxaS. Ld5X a8. 25 Tfl - al, Lb8-c6. 26. Sf7-e5 4-! auf gegeben, Partie Nr. 159 Damenindische Verteidigung. Weiß: Dogoljubow. Schwarz: Aljechin. 1. d2-d4, SgS-16. 2. c2-c4, e7-e6. 3. Sbl — c3. Lfd-b4. 4. Ddl -b3, c7-5. 5. d4Xc5, Sb8 - c6. 6. Sgl -13, Lb4xc5. 7. Lei -g5, h7-116. 8. Lg5x 16, Dd8xl6. 9. e2 —e3, b7-bb 10. Lfl -e2, Lc8- b7. 11. Sc3-e4, Df6-e7. 12.0-0.0-0. 13. Tal- dl, Tf8-d8. 14. a2-a3, Ta8Tc3. 15. Db3-c2, d7 — d5 16. c4xd5, e6xd5. 17. Se4xc5, b6xc5. 18. Tfl-el,d5-d4. 19. Le2-d3, d4xe3. 20. IelX e3, De7-16 21. Tdl-el, Sc6-d4. 22. Sf3xd4, c5xdL 23. Te3-e2, g7-g6 24. Dc2-d2, Lb7- a6. 25 Ld3xa'>, Df6>a6. 26. Dd2xh6, d4-d3. 27. Te2-d2, Td8-e8 28. Tel-dl,Tc8-c2. 29 h2- h3, Dab-16. 30. Kgl -hl, Tc2xb2. 31. f2-f3, Tb2xd2. 32. Dh6xd2, Df6-dL 33. Dd2-b4, Dd4-12. 34. Khl — h2, Te8-e2. 35. Db4-b8+, KgS-h7. 36 Db8-g3, D12-d4. 37. Dg3-g4, Dd4-e3. 38. Dg4-g3, d3-d2. 39. f3-f4, De3- e4. 40. 14-15, Kg7-h6 41. f5Xg6, t7xg6. 42. h3- h4, De4-d5. 43. Dg3-g4, Dd5-e5+- 44. Dg4- g3, De5-d5. 45. Dg3-g4, Te2-e4. 46. Dg4- g5+, Dd5xg5. 47. h4xg5 + . Kh6xg5. 48. TdIX d2, Te4-a4. 49. Td2-d3, Kg5-f4. 50. Kh2-h3, g6 —g5. 51. Td3 —b3 Remis. Die Rheinmeisterschaftskämpfe im Tchach. Multhaup, Essen, Rheinmeister! Die diesjährigen Kämpfe waren die spannendsten, die je ausgetragen wurden. Dis zur letzten Runde, ja, bis zur letzten Partie, war die Reihenfolge der ersten sechs Spieler zweifelhaft. Langwierige Hängepartien, an denen hauptsächlich Weihgerber (Saargebiet) und Breuer, Köln, beteiligt waren, zogen die Entscheidung lange hinaus. Das Resultat ist, daß drei Teilnehmer, Multhaup, Essen, Hussong, Karlsruhe, und Walter, Koblenz, mit je 5'/2 Punkten aus acht Partien die ersten drei Plätze belegten. Da von einem Stichkampf aus Zeitmangel abgesehen werden muhte, wurde die obige Reihenfolge nach dem System Sonneborn-Berger festgelegt und Multhaup als Rheinmeister anerkannt. Er hat auch insofern diesen Vorzug verdient, als er der einzige Spieler ist, der keine Partie verloren hat und auch in keiner überspielt worden ist. Auch Walter, der nur eine verlor, hat sehr gut gespielt und seinen Erfolg voll verdient. Daß er trotzdem nur an dritter Stelle rangiert, ist wieder sein persönliches Pech. Dah Hussong diesmal einen so erfreulichen Stand erfochten hat, ist dem jungen, sympathischen Süddeutschen wohl zu gönnen. Engels verlor seine letzte Partie gegen Walter, wie er die erste gegen Hussong verloren hat. Er ist der einzige, der überhaupt keine Remise zu verzeichnen hat. Wenn er noch etwas mehr Ruhe und sachliche Reife sich aneignet, wird er in jedem Meisterturnier eine gute Rolle spielen. So blieb er, der in Duisburg sich die Anwartschaft auf die deutsche Meisterschaft erkämpft hat, diesmal mit 5 Punkten nur Vierter. Als letzter Preisträger ist mit 4Vs. Punkten Heider, Köln, hervorgegangen, der leider zwei Partien durch fehlerhafte Behandlung der Eröffnung verlor. Hat er diese überstanden, ist er für die Stärksten ein gefährlicher Gegner. Weihgerber hat immer mit Zeitnot zu kämpfen, da er auf die Eröffnung und die ersten Phasen des Mittelspiels zu viel Zeit verwendet. Dazu kam diesmal, dah er tote Remisstellungen hartnäckig weiterspielte und so zum Teil über die festgesetzte Zeit hinausspielen muhte, sich und seinen Gegnern zur Qual. Er kommt, ebenso wie Breuer, Köln, mit 3V2 Punkten hinter den Preisträgern. Breuer, der 'diesmal zum erstenmal mitspielte, hat sich als ernst zu nehmender Kämpe gezeigt. Auch Kaltheuner, Köln, der anfangs gar nicht vorankam, zeigte sich schließlich in besserer Form und hat mit 2l/2 Punkten einen Achtungserfolg errungen. Rur Hillesheim, Kreuznach, dem es an ernster Hebung völlig mangelt, hat versagt und nur V2 Punkt erzielt. Es fehlte die Zähig- feit. Doch spielt er bedeutend besser, als sein Stand angibt. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktionstisch, kindliches Spiel. In einer Berliner Zeitung wird folgend.S erzählt: Marianne und Eva, unsere hoffnungsool.^-n Backfische, haben folgendes hübsche Gesell,chas.S- spiel erfunden. Sie gingen ans Telephon und ließen sich auf gut Glück eine beliebige Rum..;.r geben. Es meldete sich eine verschlafene Männe.- stimme: „Wer dort?" - „Hier das Ami. Wollen Sie so freundlich sein, einmal Ihre Telephonschnur auszumessen " „Wie bitte?“ - „3a, verzeihen Sie die Störung, aber wir müssen zu amtlichen Zwecken unbedingt die Länge Ihrer Telephonschnur feststellen." — Wütendes Gebrummel am anderen Ende. Man hört Schubladen aufreihen, unterdrücktes Fluchen, kurz, angestrengtes Aroeiten. Endlich: „Fräulein? Also die Schnur mißt genau ein Meter zwölf.. — Worauf das „Fräulein vom Amt" mitfühlend: „Gott, haben Sie aber 'ne lange Leitung!" übernahm Landwirtschaftsassessor Dr. Böcher den Vorsitz, Schriftführer wurde Landwirt,chasts- assessor Dr. Ott, Rechner Kaufmann Christoph Schweihguth, als Beisitzer wurden die Herren Georg Allmending er, Heinrich Schmidt 111. und Frau Robert Witwe bestimmt. Dr. Böcher entwickelte dann die Aufgaben eines derartigen Vereins, die unter anderem bestehen in Schädlingsbekämpfung, Sortenauswahl, Obstbaumpflege, Obstverwertung, Veranstaltung von Obstausstellungen, Blumen- Wettbewerben u. a. Geplant ist für die nächste Zeit für die Obstbaumpflege der einheitliche Bezug und das Anlegen von Leimringen, sowie das Auspuhen und Bespritzen der Bäume, ferner soll demnächst ein Vortrag eines Fachmannes über diese Fragen stattfinden. s. Hungen, 26. Sept. Dieser Tage wurde das Obst an der Provinzialstraße Hungen- Inheiden-Utphe—Berstadt versteigert. Die Beteiligung war sehr rege, auch Händler sah man unter den Steigerern. Die Preise waren angemessen, teilweise sogar in Anbetracht der guten Ernte als hoch zu bezeichnen. Bäume mit gutem Behang, aber klein gebliebenen Früchten, die sich nur als Kelterobst eignen, tarnen auf 2 bis 5 Mk. je nach Größe. Für Tafelorten wurden bei schwachem Behang 5 bis 8 und 10 Mk. für den Baum geboten. Vollhängende Baume kamen auf durchschnittlich 15 bis 20 Mk-, wobei besonders Goldparmänen und Baumanns Reinette begehrt waren, weniger die Harberts Reinette wegen ihrer geringen Haltbarkeit. Der Zentner Tafelävfel dürfte sich am Baum auf durchschnittlich 4 bis 7 Mk. stellen. Da die Pro- Nldits eshalb beste Kernseife nt die Wäsche Je Waschmittel en jedoch wesentlich Lichev MvchweihmaM Gchweiuemaekl Montag, 30. September, Austrieb 8-9 Uhr Ovftausftetlnng (Obstmarkt) mit Prämiierung im Rathaus Sonntag, den 29. September (Eröffnung 14 Uhr vormittags) und Montag, den 30. September Günstige ^aufgelegenhett füv Vvlvate und HSndlevr Stadtverwaltung Ltch vinzialobstversteigerungen alljährlich das Signal auch für die übrigen Versteigerungen geben, wäre zu wünschen, daß sie auf einen späteren Zeit- punlt im Interesse der Verbraucher verschoben würden. U Rodheim bei Hungen, 26. Sept. Dieser Tage wurde in hiesiger Gemeinde die zweite diesjährige Ob st Versteigerung abgehalten. Während bei der ersten Versteigerung vor etwa 14 Togen in der Hauptsache Zwetschen zum Verkauf kamen, die zu geringen Preisen abgingen, wurden diesmal nur Aepfel ausgeboten. Dei lehr starkem Dersteigerungsbesuch von hier und den Rachbarorten wurden trotz der außerordentlich großen Obstmenge mittlere bis hohe Preise erzielt. Sehr begehrt waren „Schöner von Doskoop". „Goldreinette von Dlenheim" und „Goldparmäne", deren Preise zwischen 6 bis 13 Mark je Zentner ab Baum schwankten. Andere Tafeläpfel wurden mit 3 bis 8 Mark der Zentner und Wirtschastsobst. von dem besonders der „Rote Trierische Wcinapfel" zu Kelterzwecken Kausliebhaber fand, mit 2 bis 5 Mk. verkauft. Einzelne sehr gut behangene Bäume kamen auf über 30 Mark: 15 bis 20 Mark Erlös für den Baum war keine Seltenheit. Die gesamte Der- steigerungseinnahme der Gemeinde betrug etwa 800 Mark. s. Aus dem H o r l o f f t a l, 26. Sept. Die Kartoffelernte ist in vollem Gange und dürfte rasch beendet sein, da sich in diesem Iahre auf allen Böden die Kartosfelschleudermaschinen verwenden lassen. Sie finden deshalb in verschiedenen Systemen, immer mehr Eingang, da die Arbeitskräfte. die gerade im Herbst so sehr benötigt werden, immer rarer und teurer werden. Der Ausfall der Ernte ist recht verschieden. Die höchsten Erträge bringen in diesem Jahre Accker in der Horlosfniederung. die in normalen Jahren für den Kartoffelbau zu feucht find. Auf solchen werden 100 bis 120 Zentner je Rormalmorgen geerntet. In trockeneren Lagen dagegen ist ein Ausfall von 30 bis 40 Prozent festzustellen. Sehr zögernd setzt der Verkauf und damit die Preisbildung ein. Man spricht von 2,80 bis 3 Mark je nach Sorte. Kreis Büdingen. I! Büdingen , 25. Sept. Der Gemeinde- rat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Erbauung einer Umgehungs- st r ah e bzw. Beteiligung am Dau eines Anschlußgleises Bahnhof Büdingen nach demWalddistrikt Ochsengemäul. In dieser Angelegenheit ssnd am 22. August auf dem Rathaus zu Büdingen eine Besprechung über die vom Gemeinderat zwecks Entlastung der Hammerstrahe, Obergasse (Büdingen—Rinderbügen) gewünschte Amgehungstrahe statt, o** die sich später eine Geländebesichtigung anschloh. An der Besprechung nahmen außer der Provinzialdirektion und dem Provinzialausschuß noch Kreisdirektor Dr. Gähner und Bürgermeister H i l d n e r teil. Der Gemeinderat nahm die von Oberbaurat C e l l a r i u s aufgenommcne Riederschrift über die vorerwähnten Verhandlungen zur Kenntnis. Hiernach ist die nach dem Beschluß des Gemeinderats vom 22. Ianuar 1929 vorgesehene Umgehungsstraße, soweit durch sie das Weichbild der Stadt vollständig umgangen werden soll, aus technischen und finanziellen Gründen nicht ausführbar. An der Ausführung eines zweiten Projekts, das eine Einmündung in das östliche Ende der Mühltorstrahe vorsieht, hat der Gemeinderat aus den vom Provinzialausschuh und dem Bürgermeister dargelegten Gründen kein Interesse. Der Gemeinderat begrüßt jedoch das bei de i Verhandlungen ausgedrückte Entgegenkommen des Provinzialausschusses in bezug auf die Finanzierung des Bahnanschlußaleises zu den Basaltwerken im Seemental und ersucht sowohl die Staatsregierung, als auch die Verwaltung der Provinz Oberhessen, sich entweder durch namhafte Zuschüsse an den Kosten des Bahnbaues zu beteiligen, oder aber für einen gewissen Teilbetrag Zins- und Abtragungsgarantie zu übernehmen. Festgestcllt wurde, daß die Ausführung des Anschlußgleises aus finanziellen Gründen nicht möglich ist, wenn nicht seitens der an der Entlastung der Straßen interessierten Körperschaften und Verwaltungen Zuschüsse bzw. Garantien in gewissem Ausmaße übernommen werden. Vorsorglich beschloß aber der Gemeinderat, die Provinzialverwaltung ,;u ersuchen, die Möglichkeit der Anlage einer Umgehungsstraße auch weiterhin zu prüfen, und zwar im Hinblick darauf, daß trotz der Ausführung des Bahnbaues die Rotwendigkeit der Anlage dieser Straße in Erscheinung treten könnte. Die Schaffung des Projekts müßte mit Rücksicht auf das im vorgeschrittenen Stadium befindliche Feldbereinigungsverfahren unverzüglich erfolgen, damit das Gelände rechtzeitig ausgeschteden werden kann. △ Ridda, 26. Sept. Am vergangnen Sonntag hielt die hiesige Schühengesellschaft ihr diesjähriges Herb st schießen ab, das auch mit einem Kleinkaliberpreisschiehen verbunden war. Der Besuch war sehr gut, namentlich auch von auswärtigen Schützen. Die Preise bestanden nicht nur in wertvollen Kunstgegenständen, sondern auch zum Teil in barem Gelde. Während des gemeinsamen Mittagessens im Stammlokal hielt der Vorsitzende des Vereins, Steinbruch- besiher Ricke! (Ober-WidderSheim), eine Ansprache, worin er auf den Zweck und Wert der Schühenvereine hinwies. Im Vereinslokal fand abends die Preisverkündigung statt. Dei Groh- kaliber, Standmeister 175 Meter, erhielten 1. Preis Struck (Ridda); 2. Rickel (Ober Widdersheim): 3. Gondner (Gießen). Auf Meisterscheibe 175 Meter (Auflage) 1. Preis Rickel (Ober-Widdersheim); 2. Pfeiffer (Ridda): 3. Daer (Ridda). Desgleichen Tabelle: 1. Preis Struck (Ridda): 2. Spamer (Ridda); 3. R. Weil (Gießen). Glücksscheibe 100 Meter (Auflage) 1. Preis Pfeiffer (Ridda): 2. Me- thing (Gießen); 3. Rickel (Ober-Widdersheim). Festscheibe 100 Meter (Auflage) 1. Preis Stahlhofen (Ridda); 2. Rickel (Ober-Wid- dersheim): 3. Struck (Ridda). Dei Kleinkaliber 50 Meter (Auflage) 1. Fritz Geiger (Ridda): 2. A. Schuster (Ridda); 3. Frau Rickel (Ober- Widdersheim). Preußen. Kreis Wetzlar. O H o ch e l h e i m, 26. Sept. Das elektrische O r^t s n e h der hiesigen Gemeinde befindet sich in einem Zustande, welcher eine Desserung dringend erforderlich macht. Es sind nicht nur die Querschnitte für die immer stärker werdende De- lastung zu schwach, sondern es muh auch der Pflege des Rehes größere Beachtung geschenkt werden. Der Gemeinderat hat daher beschlossen, das Ortsnetz einer gründlichen Reparatur unterziehen zu lassen. Die Ausführung der Arbeit wurde der Firma Groh & C o. in Leun übertragen. Vezi.ksschöffengericht Gießen. • Giehen, 25. September. Zwei Kaufleute aus Londorf waren wegen betrügerischen Bankrotts angeklagt. Sie sollten, um ihre Gläubiger zu benachteiligen, erdichtete Forderungen geltend gemacht haben. Dies konnte ihnen nach dem Gutachten eines Sachverständigen nicht nachgewiesen werden. Dagegen hatten sie ihre Handelsbücher nicht so gef.hrt, daß diese zur Zeit der Konkurseröffnung einen Lieberblick über die Vermögenslage gewährten. Wegen e i n- fachen Bankrotts wurde der Aeltere zu einer Geldstrafe von 10 0 Mark, der Jüngere zu einer solchen von 50 Mark verurteilt. Ein wegen Betrugs und anderer Straftaten vierzehnmal vorbestrafter Arbeiter von Gießen hatte sich wegen Betrugs in vierzehn Fällen zu verantworten. Don ihm konnte man nicht wie von den meisten Betrügern sagen, daß er nach einem einförmigen, sich immer wiederholenden Schema handle: seine Phantasie war recht mannigfaltig. Er lieh sich Geld, manchmal beträchtliche Beträge bis zu 65 Mk., angeblich um die Vollstreckung einer Eventualstrafe zu verhindern, oder zur Auszahlung von Tagegeldern, zur Teilnahme an einer Sitzung, oder zur Regelung der Wartegeldangelegenheit eines früheren Eisenbahnbeamten, für den er angeblich bei der Reichsbahndirektion in Frankfurt tätig war, oder er überredete einen Landwirt, ein Rentenversorgungsverfahren wegen seines gefallenen Sohnes einzuleiten, das er gegen Reisevorschuß betreiben wolle, usw. Alles von vornherein in der Absicht, seine Vertragspartner zu prellen. Einen Teil der Fälle gab er zu, im übrigen wurde er durch die Zeugenaussagen überführt. Die Strafe lautete auf ein Iahr drei Monate Gefängnis. Wildernd wurde eine gewisse, allerdings nicht unverschuldete Rotlage erücksichtigt. Von der Anklage des Diebstahls — er sollte aus einer Büsettkasse 3 Mk. gestohlen haben — wurde er aus Mangel an Dcweisen freigesprochen. Berliner Börse. Derlin, 27. Sept. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Frühverkehr verhielt sich die Spekulation bei weiter sehr ruhigem Geschäft abwartend. Trotzdem ist die Situation heute gereinigter, so daß die Grund- ftimmung nicht unfreundlich zu sein scheint. Kurse werden noch nicht genannt, doch ist zu berücksichtigen, daß die Reports per Ultimo Oktober in den heutiaen Notierungen zukn Ausdruck kommen müssen. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,86, London gegen Mailand 92,70, London gegen Spanien 32,79. London gegen Kabel 4,8535, London gegen Berlin 20,3625, Kabel gegen Berlin 4,19555. '2 es „Ein Versuch wird Jeden Zweifel beheben! Kaffee Hag schmeckt tatsächlich ebenso gut wie anderer Bohnenkaffee bester Qualität. Er Ist eine Mischung feinster zentral- und südamerikanischer Kaffeesorten und hat dazu noch denVorzug.daßer coffeinfrei und vollkommen unschädlich Ist. Sie können Ihn Jederzeit ohne Bedenken trinken. Versuchen Sie ihn doch mal, Sie werden überrascht sein, gnädige Frau!“ —!■—! II ............... I «II I Kaufhaus Schmücker ist das größte und bedeutendste Kaufhaus Oberhessens. Schmücker dient heute auch der verwöhnten Dame und dem gut angezogenen Herrn als vorbildliche Einkaufsstätte. Deshalb rate ich Ihnen, tragen Sie die gute Schmücker- Kleidung Schutz vor Regenflecken erhalten auch Ihre feinfarbigen, empfindlichen Schuhe, wenn Sie diese regelmäßig mit Nigrin Flüssig pflegen. oi2 8? Die Reinigungspolitur für alle glatten Leder. la Äpfelmost .■ '£ Weinstube Naaf's Häuschen Walltorstr. 34. [7905D] Tel. 3520. GegenHaarausfall Schnoven, Jucken der Kovsha■; das alt» beroäbrtc erbte Brennesiclbnarwaffer v. Loiavoibeker Schaefer, fein pariümiert. Flaschen milbrinaen. l/4 Liter 0.75 fR'DL '/. Liier 1.25 RM. All.-Nerlreig.: Kosm. Abt. Kosrel-Apo»heke. [256V Sie sparen Geld, wenn Sie die doppelqroße Dose nehmen VERWENDE VIM AUCH ZUM QEINIGEN beschmutzte» HÄNDE |n HAUSPU^ hT ROST UND Otz JEDER holzwBH| OELANSTRTWl U.S.W. 30 50 AMT putzt alles Doppelqroß Machen Sie sich den Preisvorteil der neuen doppelgrossen VIM- Packung zunutze. Er ist erheblich: zwei einfache Dosen kosten zusammen 60 Pfennig, dagegen die doppelgrosse Dose nur 5OPfg.-Hier1OPfennige sparen, dort 10 Pfennige - das lohnt sich. Normal - FÜR pUTzej| UNfl V 331/9 7086A Groß-Flugtag! 7633D Ballonhüpfen der neueste amerikanische Sport Fallschirmvorführungen des Piloten Stock Raab der Altmeister des Kunstfluges Ständig Passagierflüge Flughafen Gießen "" 3® Uhr nachmittags Es werden gezeigt: das älteste Flugzeug der Welt (Originalflugzeug), DierlOl „hüpft" über den Flugplatz D-Zug der Luft Flugzeug mit 2 Anhängern. Größte Sensation! Preise der Plätze: 1. Platz RM. 2.-, 2. Platz RM. 1.-, Reservierte Tribüne (nur beschränkter Verkauf) RM. 5.—, Militär und Kinder auf allen Plätzen die Hälfte. Vorverkauf: 1. Platz RM. 1.50, 2. Platz RM. 0.80, Tribüne RM. 4.-. Vorverkaufsstellen Reisebüro Loeb, Seltersweg; Zigarrengeschäft Loeb, Bahnhofstraße; Zigarrengeschäft Mo es er und Filialen. Auto-Parkplatz und Fahrrad-Aufbewahrung vorhanden. —— Omnibus-Pendelverkehr ab 1 Uhr 30 Ludwigsplatz. — Die Veranstaltung findet bei jeder Witterung statt. OnMer-Verein Biesen MW Winter-Halbjahr 1929/30 Donnerstag, den 3. Oktober 1929, 20 Uhr in der Neuen Aula der Universität I. Symphonie-Konzert (zu Volkspreisen) Solistin: Fräulein MIMI BOCK, Gießen (Klavier) Cherubini: Ouvertüre „Der Wasserträger" Mozart: Klavier-Konzert Nr. 23 A-Dur mit Orchester (Köchel 488), SolistinFrl. MimiBock,Gießen Haydn: Symphonie Nr. 8 B-Dur Eintrittspreis auf allen Plätzen: Vorverkauf 1 RM.. Abendkasse 1.30 RM. Vorverkauf bei Ernat Challler, Musikalienhandlung, Neuenweg. Für die Teilnehmer der Ferien- und der medizinischen Fortbildungskurse Eintrittskarten zu ermäßigten Preisen b. d. Kursleitern. — Bldthner-Konzort-Fltigel ans dem Piano-Magazin von R. Schönau, Seltersweg 91. [7903D in gediegener Ausführung Speisezimmer Herrenzimmer Schlafzimmer Küchen Preiswerte Kleinmöbel, wie Flurgarderoben Rauchtische Nähtische Spieltische Bei Barzahlung 10 Proz. Rabatt Besichtigen Sie meine Ausstellungs - Räumel 75O2A UninrinhUo{,torWerkstätte,ürMöbel llullll Ibis TÜllul und Innenausbau Gießen, Wiesenstr. 4 • Tel. 2456 WWW MM«! I Jeher Kunde Ift rollllotnmcn Sie nMen fith Kellen, Das Mr größer Bartell! W .«küv Asvbtt und Winter: W Neue elegante Herren-Ulster, mit und ohne NingSgurt, HB ln modernen Zarben, von Mk. 22.— an. Schwarze Paletots, mit Smnlkragen, und Gehrock-Palelots von Wj Mk. 30.— an. Lodenmäntel von Mk. 16.— an. Gummi- mäntel von Mk. 12.— an. Burschen- und Knaben-Ulster, HM mit und ohne RingSgnrt, von Mk. 17.— an. Nene eie- Kn gante Herren-Anzüge, cm- u. zweireihig, von Wik. 25.— EM an. Sport-Anzüge, 4teiltn, in allen Grögen. Frack- und Smoking-Anzüge in jeder Preislage. Auch Anzüge für Md Burschen und Jünglinge von Mk. 18.— an. (Sin gros;er BH Posten Kinder-Anzüge von Pik. 10.— an. Herren-Sport- S Joppen und feldgraue Joppen zu staunend niedrigen Eg Preisen. Loden-Joppen von Mk. 12.— an. Windjacken g von Mk. 12.— an. Gestreifte Hosen von Pik. 5 — an | Schwarze Hosen für Kellner und Musiker von Mk. 12.— I an. Hosen für korpulente Herren von Mk. 12.— an. B Manchester-Hosen von Mk. 10.— an. Sport-Hosen in B jeder Art, von Pik. 8.50 an Feldgraue Hosen zu sehr M niedrig.Preisen. Blaue Arbeits-Anzüge von sTif.7.—an. B Nene elegante Damen- n. Backfisch-Mäntel von Pik. 6.- an. B FM- Keines versäume daS günstige Angebot! "MR I Gebrauchte Ulster und Paletots von Mk. 10.— an. Ge- | brauchte Anzüge, noch sehr gut erhalten, v. Mk. 12.— an, I auch für korpul. Herren. Frack-, Smoking-, Gehrock- u. I Cutaway-Anzüge sehr billig. Sakkos mit Westen und j Hosen sowie Kellner-Westen iiuherst preiswürdig. I Ein Versnch lohnt! 7325A I tzerreliMükrM-tzM £. Bßtoroeio | jW Sieden, Settersmeg 58,1 Irevve. | Eingang Ecke Volköbad. Kein Laden. I ■ Wegen Ersparnis hoher Ladenmiete 1 Treppe hoch Was halten Sie von diesen Preisen?? HO Bleich zu Beginn der Saison bringen wir ungewohnte Preise für erste Qualitäten in einer grandiosen Auswahl. In der Woche vom 28. September bis 5. Oktober 1929 wollen wir Sie mit Kleiderstoffen äußerst vorteilhaft bedienen I 7846A vom 28. Sept, bis 5. Okt. 1929 Sonder- Verkauf im Herbst aiif im M ::::::::