Nr. 148 Erster Blatt 179. Jahrgang Donnerstag, 27. Juni 1929 »Meftiflt N. Jl)ig. Don Ar lrozeni- iea ii-hl i" «t iffi: 10. .'n« er Gieß, ü. Die Toch war als Fi 2L9TS 20,369 4Ä 16.^5 »M’i Ä 0,493 teile in Dad er Later, der fanden war. DienMann er n kommen, l /nö fu$r mit feine To-cht-r itöOfttn pa chrn zu ctm g Wart veri rufung. dw dem gleMN [tudgetDUl 1,76 58-3 i!!' den Vergleich mit anderen nicht zu scheuen, auch nicht mit den Farmern der Vereinigten Staaten. Rach einer Mitteilung des Präsidenten ist inzwischen der vom Minister erwähnte Antrag der ‘-Regierungsparteien wieder zurückgezogen worden. Auch ohne diesen Antrag bleibt die Regelung der Einfuhr von Gefrierfleisch, Leiern usw. in der bisherigen Weise bestehen, wenn der ursprüngliche Ausschußantrag auf Aufhebung der Cinsuhrerleichterungen und Wiederherstellung des § 12 des Fleischbeschaugesehes (der die Einfuhr erschwert) abgelehnt wird. Der Ausschußantrag über die Wiederinkraftsetzung des § 12 des Fleischbeschaugesehes hatte eine Erschwerung der Einfuhr von Gefrierfleisch zum Ziele, da nach dem § 12 Gefrierfleisch nur ein» geführt werden darf, wenn die Hälften mit den Innereien eingeführt werden. Auf Grund von Verhandlungen der Regierungsparteien, bei denen namentlich die Sozialdemokraten starke Bedenken gegen die Wiederinkraftsetzung vorgebracht hatten, ist dann heute morgen der Antrag der Regierungsparteien eingebracht worden, der von der Wiederinkraftsetzung des § 12 Abstand nehmen wollte. Die nun plötzlich wieder erfolgte Zurückziehung des Antrages ist, wie verlautet, auf Bedenken des Auswärtigen Am- t e s zurückzuführen. 2lbg. Dr. H o r l a ch e r (DVP.) weist den Vorwurf zurück, daß der deutsche Dauer rückständig fei. Gerade die tüchtigsten Landwirte, die Schulden machen, um den Betrieb zu rationalisieren, seien am schwer st en geschädigt durch die mangelnde Rentabilität der Landwirtschaft. Was heute geschieht, sei nur der Anfang zur Wiederaufrichtung der Rentabilität der Landwirtschaft. MichSernährungelminister Dietrich: Ich gehe von dem Standpunkt nicht ab, daß wir von dem jetzigen zollfreien Gefrierfleischkontingent nicht abgehen können. Wenn der § 12 des Fleischbeschaugesetzes auch' nicht die Einfuhr von Gefrierfleisch vollständig ausschlieht, so erschwert er sie doch sehr durch die Vorschrift, daß die Tiere nur in Hälften und im Zusammenhang mit den inneren Organen eingeführt werden dürfen. Wenn die Bauern nur auf die agrarischen Sondergruppen angewiesen wären, und nicht ihre Vertretung in den großen politischen Parteien hätten, dann wäre für die Landwirtschaft wenig zu erreichen. Alle Parteien wissen, daß ich mich eifrig bemüht habe, Aenderungen im schwedischen und dänischen Vertrag zu erreichen. Die jetzt von der Landwirtschaft bekämpften Bindungen des schwedischen und französischen Vertrags sind aber gerade auf Verlangen unserer Landwirtschaft eingefügt worden. Das hat Minister Dr. Curtius seinerzeit ausdrücklich sestgestellt. (Hörti Hört!) Es darf doch nicht vergessen werden, daß wir in der neuen Regierung ein umfassendes Hilfsprogramm auf lange Sicht für die Landwirtschaft ausgestellt und uns mit größtem Eifer für die Wünsche der Bauernschaft eingesetzt haben. Wenn das von Ihnen (nach rechts) geleugnet wird, so erwarten wir. daß der gesunde Sinn der Bauernschaft nicht auf das hereinfallen wird, was ihnen aus Popularitäts- Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 toodfen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Ameiger Sieben. Postscheckkonto: Zrankfurl am Main 11686. menen Formeln suchen, um beide Teile zu befriedigen und schließlich werde niemand zufrieden fein. Schwieriger noch fei die Lösung des Saat* Problems. — Tlnd jetzt wird Sauerwein sehr offenherzig: Die Franzosen wissen, daß im Jahre 1935 die im Friedensvertrag vorgesehene Volkgabst i m m u n g mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 v. h. ganz einfach die Rückkehr des Saargebietes unter die deutsche Verwaltung bringen wird. Sie wissen auch, daß der Preis für den Rückkauf der Bergwerke praktisch seit 1921 sestgelegt ist und daß er' die Summe von 300 Millionen Mark nicht wesentlich überschreiten kann. Es ist also ein Interesse daran vorhanden, im Austausch für die fünf Jahre, während deren die französische Industrie und der französische handel noch gewisse Vorteile' aus der Herrschaft im Saargebiet ziehen kann, im Falle der vorzeitigen Räumung Vorteile anderer Art zu erhalten, indem man über das Jahr 1 935 hinaus eine fruchtbare deutsch-französische Zusammenarbeit in diesem Grubengebiet oorsieht. Wir haben es schon in den letzten Tagen erlebt, daß diejenigen als bestochene Canaillen bezeichnet werden, die der Ansicht sind, daß es besser ist, im Jahre 1930 mit der Saar ein gutes Geschäft 12,4*9 L38j 18,77 «1,43 027 5 *39 *1‘ *-0j 20,6* iE Ä 111,L 58,33. 2,4! i 112, 80,6* 1 58,Z 12,« 72,81 Feststellungsausschuß seinen Platz an die Kontrollorgane des Völkerbundes abtreten soll. Französische Wünsche. Saucrwein plaudert aus der Schule. TU. Wien, 26. Juni. (Funkspruch.) Unter dem Titel „Die Liquidation des Krieges" schreibt Sauerwein in der „Stunde" einen Artikel über die Rheinlandräumung, das Saarproblem und die Ratifikation des französischen Schuldenabkommens, indem er die französischen Bedingungen für die Räumung den deutschen Lesern möglichst schmackhaft zu machen sucht. Die französische Regierung, so erklärt er, die eine reine Parlamentsregierung ist, und auf die Volks st immung Rücksicht nehmen muß, ist gezwungen, den äußeren Schein zu wahren und zu erklären, daß, das Rhein- land nicht geräumt werden könne, ehe nicht die erste Anleihe gemäß dem Voungplan flüssig gemacht sein wird und nicht ein Kontra ll - und Feststellungsausschuß die Aufgabe der Ueberwachung der entmilitarisierten Zone übernimmt. Darüber, daß auch die deutsche Reichsregierung auf die deutsche Dolksstimmung Rücksicht zu nehmen hat, sagt allerdings Sauerwein nichts. Deutschland werde sich über die französischen Bedingungen ereifern und sagen, daß ‘unter diesen Umständen die Räumung ihre Wirkung einer politischen Entspannung verlieren müsse. Man werde nach verschwom- e mären uno Ne neigte I Me, um s erholen. Dos nlid) lebhaft.! Menis, do W der Deuts, löchsle Liquid Rinne gingen en Kaliwerk. treivcbörj limi. Tendenz jrte heute ii m Auslandni das Geschäft wurde hierv igeren Forder iol glatt ausg besonders süi elebung zu t Netzen 24; ft ede 23; Has« zutlerzwecke 3 ialO, 33,50; ft ie 10; Roggen! __ !*gs -Mo Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. DerKamps um das landwirtschaftliche Rotprogramm Annahme der Zollerhöhungen für Butter, Kartoffeln und Zucker im Reichstag. Das Gefrierfleisch-Koniingent. MM» tsversuch en Konsul u (IU. Drap enden . spreche" ocri *1 »‘l , yevolvrr^ MSZi«"""" , Tlctlonen W « . bet ein* ffladie flellie es W S! II, lli; 18.? a v, 'i ! ; orderung z u unterstützen/der zu- otze die Rheinlandräumung der Einsetzung liiresständigenKontrollausschusses rmlergeordnet werden solle. Ebenso sei die eng- ife Regierung gegen d i e Verlängerung Oer Amtsdauer des Versöhnüngs- rnd Feststellungsausschusses bis 1950. i englische Regierung ist offenbar der Auf- aPung, daß nach 1935 der Versöhnungs- und Hascherei und aus politischer Agitationssucht von Ihnen gepredigt wird. Abg. Freiherr v. Richthofen (Dn.) bezeichnet den Vorwurf der Rückständigkeit gegen die deutschen Bauern als ungerechtfertigt. Solange der Landwirtschaft die nötigsten Be - trieosmittel fehlen, kann sie wenig für weitere Rationalisierung tun. Der deutsche Zucker ist heute, am Geldwert gemessen, nicht teurer als in der Vorkriegszeit. Der Redner beantragt Steuerfreiheit für den Futterzucker. Für Wiedereinführung des § 12 ins Fleifchb:- schaugefeh, der die Gefrierfleischeinfuhr erschwert, stimmen geschlossen die Deutschnationalen, die Wirtschaftspartei, die Rationalsozialisten und die beiden Bauerngruppen. Dagegen stimmen geschlossen die Sozialdemokraten und Kommunisten. Bei den bürgerlichen Regierungsparteien stimmt die Mehrheit gegen § 12. Die Abstimmung ergibt die Ablehnung des AuS- schuhantrages mit 245 gegen 162 Stimmen bei vier Enthaltungen. (Laute Pfui-Rufe rechts.) — Angenommen wird die Bestimmung, daß Gefrierfleisch als solches vom Händler deutlich kenntlich gemacht werden muh, daß aber im übrigen für den Fleischverkauf der Preisauszeichnungszwang fortfällt. — Das Dieh- seuchengefeh wird nach Ablehnung des sozialdemokratischen Aenderungsantrags Bergmann in der Ausfchuhfaffung angenommen. — Der Ausfchußantrag auf Erhöhung des Kartoffelzolles wird gegen Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. — Gegen Sozialdemokraten und Kommunisten wird auch die Butterzvllerhöhung angenommen. Angenommen wird ferner bet Antrag Hamkens (D. Vp.), der Verhandlungen mit Dänemark zur Einstellung der Rindereinfuhr in den Sommermonaten fordert. — Die vom Ausschuß vorgeschlagenen Z o l l - erhöh ungen für Molkereiprodukte und für Zucker werden gegen Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. — In der darauf folgenden dritten Beratung werden die Beschlüsse der zweiten Beratung bestätigt. Der Reichstag tritt nun in die dritte Beratung des Etats für 1929 ein. Abg. Dr. Reichert (Dn.) fragt den Reichsfinanzminister, wo das Dom Reichstag verlangte Gutachten über Ersparnismöglichkeiten bei allen Ressorts bleibe. Die Reform der Arbeitslosen- . Versicherung wird durch die Sozialdemokratie sabotiert. Deutschlands Gesamtschulden, Vvung- Plan und kommerzielle Schulden werden 50 bis 55 Milliarden betragen. Trotz aller Ableugnungen steht fest, daß die deutsche Delegation in Paris von Berliner Stellen aus in einem Sinne beeinflußt worden ist, der den Interessen der deutschen Wirtschaft und des deutschen Volks abträglich war. Rach längerer Aussprache werden die Etats des Reichspräsidenten, des Reichstags, des Reichskanzlers, des Auswärtigen Amts, des Reichsinnenministeriums, des Reichswirtschaftsministeriums, des Ministeriums der besetzten Gebiete, des Reichsarbeitsministeriums und des vorläufigen Reichs- wirtschaftsrats angenommen. Angenommen werben auch Anträge der Demokraten auf Vorle- Deutscher Reichstag. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung der Vorlagen und Anträge, die sich auf die F l e i s ch- und Vieheinfuhr beziehen sowie auf die Zölle für Butter, Kartoffeln und Zucker. Reichsernährungsmini st er Dietrich: Die Regierung steht auf dem Standpunkt, daß sie auf das jetzt bestehende zollfreie Gefrierfleisch- kontingent nicht verzichten kann. Sie hat die Regierungsparteien davon verständigt, und das Ergebnis ist ein neuer Antrag der Regierungsparteien, wonach hinsichtlich des Gefrierfleisches der bisherige Zu st and bestehen bleiben soll. Abg. Lind (Dntl.) bezeichnet die Haltung des Ministers in der Gefrierfleischfrage als ein Zurückweichen vor der Linken und als eine Abkehr von den Zusagen, die vorher der Landwirtschaft gemacht worden seien. Der Minister hat heute alles über den Haufen geworfen, was gestern aufgebaut wurde. Abg. Dr. Fehr (D. Bbd.): Durch den neuen Antrag der Regierungsparteien wird die langwierige Verhandlungsarbeit, die hinter uns liegt, vollständig ergebnislos gemacht. Die Folge einer solchen Gesetzgebung wird die absolute Vernichtung der Landwirtschaft fein. Abg. Hepp (Ehr. N. Bp.) verlangt gleichfalls die Au fbebung der Einfuhrerleichterung für Fleisch. Sie seien dadurch überflüssig gewor- worden, das sich inzwischen die Fleischproduktion im Znlande verdoppelt habe. Der Minister habe heute die Initiative an falscher Stelle zum Schaden der Landwirtschaft gezeigt. Abg. Dr. Hertz (Soz.): Die sozialdemokratisch« Fraktion ist nicht in der Lage, den Zollerhöhungen z uz u ft im men. Sie hat bei den Verhandlungen über ein Getreidemonopol bewiesen, daß sie für die hohe Bedeutung der Landwirtschaft volles Verständnis hat. (Lärm und Lachen rechts.) Als der Redner dann die landwirtschaftlichen Betriebsmethoden in Deutschland als rückständig bezeichnet, wird er durch minutenlangen Lärm von rechts unterbrochen. Die Abgeordneten Wendhausen und Dödrich von der Christlichnationalen Bauernpartei rufen immer wieder: Pfui! Fort mit dem Juden! Als wieder Ruhe eingetreten ist, weist Abg. Dr. Hertz darauf hin, daß die landwirtschaftlichen Organisationen oft genug selbst die Notwendigkeit einer Rationalisierung ihrer Betriebe betont hätten. Die Regierung darf die Handelsveriragspalitik nicht so treiben, daß wir einen ähnlichen Zollkrieg wie mit Polen auch mit anderen Ländern bekommen. Abg. Tantzen (D.): Wir bedauern, daß das, was heute hier besprochen wird, nicht schon vor fünf Monaten beraten werden konnte. In einer aus fünf Parteien bestehenden Koalition ist die Verständigung natürlich nicht so schnell zu erzielen. Der Ausschußantrag auf Erhöhung der Butterzölle wird durch seine Staffelung die Rationalisierung der Betriebe fördern. Die deutschnationalen Anträge würden bei ihrer Annahme nicht den Landwirten helfen, sondern nur eine unerträgliche Zwangswirtschaft aufrichten. Abg. Diez (Ztr.) gibt zu, daß im landwirtschaftlichen Betrieb noch manche Vervollkommnungen möglich sind, aber der deutsche Ackerbauer brauche. zu machen, als im Jahre 1935 ein schlechtes. 3ch bin nach wie vor für die größtmögliche Raschheit. Freilich bedeutet das heute nicht mehr em Zertigwerden vor dem 1. August, aber die bescheidene Hoffnung auf eine Einigung vor dem 1. September. Die Vorgänge, die mit der Ratifikation des Schuldenabkommens zu- sammenhängen, sind ein psychologisches Ereignis von höchster Bedeutung. Politische Weisheit unh gesunder Menschenverstand verlangen die Rat i- f i 8 i e r u n g. Ich muß mich wirklich fragen, wo Frankreich im Falle eines neuen Konfliktes Geld zu finden glaubt, wenn es feine Kriegsschulden mit solcher Ungeniertheit behandelt. Der im QJoung- Plan vorgesehene internationale Organismus für die Schuldenzahlung wird in der Lage fein, den Kredit jedes europäischen Landes zu heben, oder zugrunde zu richten. Ich setze diesen Gedankcn- gang nicht fort, denn es kann keinen Menschen mit kühler Ueberlegung geben, der nicht einsieht, daß die Schulden unter den gegenwärtigen Umständen eben bezahlt werden müssen. Man muß hoffen, daß die Staatsmänner, die die Verhandlungen führen sollen, es als ihre Pflicht erachten werden, vorher das Volk aufzuklären und ihm klar zu machen, bah man nicht einen Sieg zunichte macht, wenn man einen Krieg liquidiert, und daß man sich nicht in die Sklaverei begibt, wenn man sich entschließt, seine Schulden zu zahlen." sfi® Alliierte Ziele für die Regierungskonferenz. England wünscht London als Tagungsort. - Kür bedingungslose Räumung, aber gegen ein Anschneiden des Gaarproblems He. iür heul, |t ?OlNn, h Vorst feifeit i'Mlte im 1 ?r ober troti Müng feft [ Sports Bq! , Börje über W Echvüx. Narkt jchv! igung der tz werben ton en nicht üben ' Men und nde die U Mg der $c vor der 5 Qi man Auch £ JDlontaninb; te Berbern marei Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'fche Univerfitä1§-Vuch- und Lteindruckerei R. Lange in Stehen. Zchriftleltung und Geschäftsstelle: 5chulstrahe I. London, 27. Juni. (WTD. Funkspruch.) „TimeS" stellt fest, daß die britische Regierung in Paris und Berlin um eine Aeußerung der Regierungen hinsichtlich ihrer Ansichten über die Organisation der kommenden Reparationskonferenz gebeten und gleichzeitig darauf hingewiesen hat, daß die Mitglieder der eben erst ans Ruder gekommenen englischen Regierung nur unter Schwierigkeiten es möglich machen könnten, London längere Zeit zu verlassen, weshalb nach ihrer Ansicht die englische Hauptstadt der geeignete Platz für die Konferenz lei. Die belgische und die italienische Regierung hätten eine gleichartige Mitteilung erhalten. Bon deutscher Seite liege eine Antwort vor, und zwar in dem Sinne, daß die Argumente zugunsten Londons als Konferenzort nicht leicht beiseite geschoben werden könnten. Die Antwort Frankreichs werde für heute oder für morgen erwartet. Rach den „Times" ist die englische Regierung gewillt, den Sachverstän- digenplan zu ratifizieren, beabsichtigt aber auf der Konferenz die Frage der Verteilung der von Deutschland eingehenden Summen, sowie die Frage der Sachlieferungen anzu» schneiden, man fei z. V. in England der Ansicht, daß die Lieferung von Reparationskohle an Italien einen ungerechtfertigten Wettbewerb mit der englischen kohle darstelle. Tie Beratung über den Sachverständigenbericht cverde nicht lediglich eine Formalität sein, sondern es rrerde über gewisse Fragen zu hartnäckigen und langwierigen Verhandlungen kommen. Das Blatt beschäftigt sich in diesem Zusammenhang sehr eingehend mit den beiden Reden Stresemanns im Reichstag und polemisiert sowohl gegen die Aeuße- rungen Stresemanns über die britischen 23er- s chmelzungsplöne in Ostasrika, wie gegen die von Stresemann ausgesprochene Annahme, Info Deutschland schließlich aktiv Anteil am Mandatsystem des Völkerbundes nehmen rwrbe. „Times" bestreitet, daß die Vorschläge der ^ilton-Noung-Kommission mit dem Charakter des «jlafnkanischen Völkerbundsmandates unvereinbar |*ien. Stresemann, der sich mit einer gewissen Begeisterung über Kontinuität der britischen S lußcnpolitik geäußert habe, könne gewiß sein, daß b-iefe Kontinuität auch in der Politik der gegenwärtigen englischen Regierung sich zeigen werde solange nicht die Mandatskommission die Verwaltung des Tanganyila-Gebieles wegen Verstoßes gegen die Grundsätze des Völkerbundes verurteile, sei kein Anlaß für die Uel ragung dieses besonderen Mandats in and. : Hände gegeben. Schließlich beschäftigt sich „Times" mit den Aeuße- riungen Dr. (stresemanns zur Saarfrage und glaubt, die Verbindung der Forderung auf Räumung b is Rheinlandes mit der auf Rückgabe des Saar- g^bietes als bedauerlich und als eine Belastung b*s Programms der kommenden Konferenz hinftel- len zu müssen. Die Möglichkeit einer Zurückziehung b-tr Besatzungstruppen am Rhein vor Ablauf der irm Versailler Vertrag vorgesehenen Frist sei im vertrage selb st vorgesehen und die eng- !i che Oefsentlichkeit habe seit langer Zeit die Emp- fi idung. daß nach der endgültigen Regelung des S®?parationsproblems die weitere Beibehaltung der IGruppen im Rheinland zwecklos und nur a ufreizend sein würde. hinsichtlich eines vorzeitigen Aushörens der französischen Rechte im Saar gebiet sei im Versailler Vertrag jedoch nichts vorgesehen, eine Uenderung in dieser Hinsicht bedeute eine Acnde- rung des Vertrags von Versailles, für die voraussichtlich die Zustimmung aller seiner Unterzeichner notwendig sein würde. (Eine Auswerfung dieser Frage auf der kommenden Konferenz müsse daher ihre Arbeit übermäßig kompliziert gestalten. England gegen die Rheinlandkontrolle. Eine Benachrichtigung Briands. Varis, 26. Juni. (TTl. Funkspruch.) Außenminister B r i a n ö empfing am Mittwochvormit- t Ottern, e wokiq. • oedetKt «Keflea * Schnee Graupeln, b NeDei K Gewitter.(g)Winosiiiie.-0> sehr Richter 0;t £ masnoc' Südsüdwest q stürmischer «erdwest Oie Pfeile the;ei mit Gern winde Die oeiden Stationen stenenien Zahlen gehen die Temperatur an Pie Linien veromden Ortewilt gleichem euf neeresniveaie umoereenneten Lultdrucfc "ÄFei Seyiisf. '«h- U4 /Tur" Mittwoch. d.26. Juni 1929,T afrds. wagenl ® T^cttcrvoraussage. Die Verlagerung des westlichen Hochdruckgebietes nach dem Festlande hin geht nur langsam vor sich. Stärkerer Lustdruckanstieg über Süd- skandinavien deutet daraus hin, daß fein Kern nördlich von uns zu liegen kommt. Somit hält die aus ihm ausströmende Kaltluftzufuhr noch etwas an, was sich an den Temperaturen bemerkbar machen wird. Auch der Himmel wird zunächst noch Bewölkung zeigen, und vereinzelt sind leichte Regenschauer nicht ausgeschlossen. Wettervoraussage für, Freitag: Wechselnd wolkig mit zeitweiser Aufheiterung, noch verhältnismäßig kühl, ganz vereinzelt leichte Regenschauer nicht ausgeschlossen. Wettervoraussage für Samstag: Teils wolkig, teils hmter, etwas wärmer, meist ttocken. Lufttemperaturen am 26. Suni: mittags 15,6 Grad, abends 12,6 Grad; am 27. Suni: morgens 10,9 Grad. Marimum 16,3 Grad, Mini-« mum 10,2 Grad. — E r d t e m p e r a tu r en in 10 Zentimeter Tiefe: am 26. Suni: abends 15,2 Grad;' am 27. Suni: morgens 13,2 Grad. Riede rschlag 3,1 Millimeter, Sonnenscheindauer V» Stunde. ,(yht 22 ge ocitem SS» ^PentUmtte’5 ^utnoncia« S Nug. 1äÄ8e°n‘ *Ä l30 wt J Lebensmittel e versorg &■' mf»* Mm m Aot. m Gibraltar "Treldvn" er- Nachricht aus- prenFlug. unrichtig. 9.M batz?r e^bAch bon lad Geräusch gehört habe. 9 . Reinigung. [n9 Hot, wie die luugen eingestellt, lv dn Hauptsache eschastzlcute Eeichäststteis der >^ahl ihrer Mit. 9000 bis 10 000. achten der Ler- hnadindustrie ge> r Einlaacn düche 2n informierten mehr als eine iftmre Handlungen rage kommen. An> der notwendigen en Montag findet i einen Erdrutsch Meran richtete Sanatorium T i« brutsch teilweise stürmten Panik- on der ein Teil d Wasser be- und die beiden neinrichtung stark n:; Lehm bedeäl. fentag. September d. 3. s zauder Deutsche ltersammlung der n Verden. Haupt, it ist: die Det« milie. 3n einem ! H Freiburger 7 QötMiftein u™ United S-Heimec n um nzeu age. l^aßC 5»ochdru-rsc' sM JtoltW^- iircn M „ Zcmf’TnirH»' ■igel ÄE.» 'A j-mW^ v‘ Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 27.3uni 1929. Spähen unferm Hui. Don einem, der nicht dann oder dort, wo sich s gehört, seine Kopfbedeckung abnimmt, sagt man hierzulande: „Cr hat Spatzen unterrn Hut." Spatz, Sperling, der du zur Art der feinen Finten gehörst, der du edle Sänger zu deinen nächsten Vettern zählst, lass' dir die Redensart^ richt gefallen, die dich mit jenen unmamer» lichen Gesellen in einen Topf wirft oder vielmehr unter einen Hut bringt, die sich nicht zu benehmen wissen: Denn: Wer Spatzen unterrn Hut hat erregt Anstoß, und wer Anstoß erregt, dem fehlt etwas, nämlich das gute, korrekte Verhalten der wohlerzogenen Welt. Spatz, Sperling, laß dir die Redensart nicht gefallen! Der -Zoologe, zu deutsch Tierkundige, benamst dich so richtig passer domesticus, das heißt Hausspah. Siehst du, der Kundige formt -ich. Du gehörst zum Vannkreis menschlicher Behausungen seit älrväterzeit, wie der Hund oder das Pferd, von deren Futter du naschest, die deine treuesten Freunde unter den Vierfüßlern sind in Stadt und Land. 3m Walde mödjte man dich nur auf der Landstraße an» treffen — nützlicher Zerstreuung dienend. Du weißt die Landstraße nicht mehr zu schätzen. Sie wimmelt zu sehr von Autos und Ratterrädern, die nur Staub aufwirbeln, sich in Zu» famm en flößen befehden und dir nichts Genießbares hinterlassen. Spatz, Sperling, passer domesticus, ist es nicht eine ungerechtfertigte Kränkung, wenn dich eingebildete Zoologen früherer Zeiten auch „Gemeiner Hausspatz" benamsten? Heißt'« nicht deiner Ehrenrettung im fingen Sprichwort: Ein Spatz in der Hand ist besser, als eine Taube auf dem Dach?.' Spatz, du kannst Vergleiche schon aushalten! Es ist auch töricht von den Menschen, von einem Spatzengehirn anderer zu sprechenI Den möchte ich sehen, der dich mein fieber Spatz, für dumm verkaufte! Kvmmt's denn etwa nur auf das Gewicht der Gehirnmasse an? Zeitweilig ja. Aber dann wärst du, Spatz, ja dummer ate etwa das bekannte Sumpfhuhn, dessen Hirn gewiß mehr Gramm wiegt als das deine, von dem aber niemand glaubt, daß es dir an Verstand und Witz überlegen sei. Ei der Tausend, welche handgreiflichen Dummheiten und Unglaublichkeiten werden nicht von Sumpfhühnern begangen! Du aber, passer domesticus, bist gewiß schlauer und gewitzter als zehn Menschen, die dir nachstellen, weil du eine gute Suppe abgibst — ha! Spahensuppe! —, oder weil du zur Erntezeit nicht immer den lästigen Insekten nachstrebst, sondern auch ins. Roggenoder Weizenfeld fliegst, just zu einer Zeit also, da die Körner noch so süß und lange nicht so hart sind als im Winter, wenn der Kleinbauer auf der festen Tenne den schweren Dreschflegel schwingt. Rein, dummer bist du nicht, du grauer, „gemeiner" Hausspatz, als andere Lebewesen auf dieser Erde, vielleicht aber um ein vielfaches schlauer. Wenn's irgendwo im Rachbarhofe knallt — flugs bist du verschwunden. Du kennst menschlichen Spatzendunst! Du weiht auch genau, was eine Spatzenfalle ist und begibst dich selten tu ihre gefahrvolle Rähe. 3a, was ein Schieh- getoeßr oöer ein Flobert ist, das weiht du, Spählein, ganz genau und fliegst vor ihnen auf unb davon. Aber wenn die Gefahr vorüber ift, so bist du gleich wieder da. Um fcu leben! Denn auch du, lieber grauer HcruSspatz, hast ein Anrecht aufs Leben, so gut wie mancher andere, 6er auch keine lästigen 3nsekten frißt und doch fobt. Spatz, Sperling, so dich einer finge bei leben» tigern Leibe, etwa ein ganz gewitzter Dauern-- junge, unb dich mit nach Hause nähme, möchte er dich wohl unter feine Kappe stecken! Und käme er bann heim in die Stube, da man Ton» siens sein Haupt entblößt. ließe er die Kappe tarainf sitzen, damit ihm seine seltene Deute nicht auf .und davon flöge. — So sagt man nun, wie schon oben zu lesen Ivar, von gar manchem: Er hat Spatzen unterrn Hut. Soldatenhelme, Stubentenmützen und seltene Dauernkappen, die leider immer seltener toerben, fallen aber bekanntlich unter andere «esellschaftliche Gesetze als der besagte Svatzen- fut. Wie steht's aber mit der Datschkappe? Kommt da einer in ein Zimmer. 3n einen Läden. 3ns Theater. 3ns Kino. QBarum nimmt cr denn nicht rechtzeitig unb manierlich Hut ober Kappe ab? Etwa, well er's nicht besser versteht, der Jüngling mit den Spatzen unterrn Hut? Hut ab!, ruft ein Verärgerter — irgend- "too. Der Spatzenbesiher tut so, als habe cr nichts gehört. Ein Zulu kann von seinen schwarzen Litten nicht lassen. Er stammt auS dem Kasfern- lande! Aber der weiße weise Mensch? Spatz, Sperling, passer domesticus! Dich schilt man zu Unrecht. So nun von einem gesagt loird, er habe Spatzen unterrn Hut, fliege flugs •über ihn hinweg unb schenke ihm ein natürliches Andenken. Dann wirst du erleben, daß cr unverzüglich das Hut abnehmen erlernt. Und 7m wirst, liebes Spählein, gleich dem seligen Knigge noch zum Menschenerzieher werden. Dhne viele Worte. So recht natürlich — auf deine Art. F. G. Daten für Freitag, 28. Juni. Sonnenaufgang 3.46 Uhr, Sonnenuntergang 20.20 Lthr. — Mondaüfgang 23.48 Uhr, Monduntergang S.55 Uhr. 1712: der Philosoph Jean Jacques Rousseau in <3enf geboren; — 1865: der Dichter Julius Dier- laum zu Grünberg in Schlesien geboren. Gictzcncr Wochcnrnarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190 bis 200, Matte 30 bis 35, Wirsing 30 bis 35, Weihtraut 30 bis 35, Spinat 25 bis 30, Dömischkohl 15 bis 20, grüne Dohnen 35 bis 40, gelbe Dohnen 50 bis 60, Spargel 50 Ibis 90, Erbsen 25 bis 35, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 60 bis 100, Zwiebeln 10 bis 15, Rhabarber 10 bis 15, alte Kartoffeln 5,5, neue Kartoffeln 15 bis 20, ausländische Aepfel 45 bis 70, Dörrobst 35 bis 40, Kirschen 40 bis 50, Stachelbeeren 25 bis 30, Erdbeeren 60 bis 100, Aprikosen 50 bis 60, Honig 40 bis 50. junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; Walderdbeeren 60 bis 65 Pf. der Schoppen; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Tauben 70 bis 90, Eier 12 bis 13, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 30 bis 60, Ein- rnachgurken 15 bis 20, Ober-Kohlrabi 10 bis 20, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 15 Ps. das Stück; gelbe Rüben 10 bis 20, tote Rüben 15 bis 20, Radieschen 10 bi« 15 Pf das Bund; Kartoffeln 4,50 Mk. der Zentner. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Gleiberg-Verein: „Gleiberg" (ein Spiel in drei Bildern von R. Schmeling), im Stadttheater, 20 Uhr. — Liebigshohe: 4. Abonnements-Konzert, 20.15 Uhr. — Deutsche Dlinden-Kunst: Konzert, 20 Uhr, Eafö Leib. — Lichtspielhaus Bahn- hofstrahe: „Die weihen Rosen von Ravensberg". — Eine Gemeindefeier der Mar- kusgemeinde findet am nächsten Sonntag auf der „Liebigshohe" statt. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr. Siehe heutige Anzeige. •" Neuregelung der Krisenunter- stützung. Der Reichsarbeitsminister beabsichtigt, den Personentreis und die Dauer der Krisenunterstützung neu zu regeln, weil die bisherige Regelung mit dem 29. 3uni 1929 abläuft. Da jedoch die gesetzlich vorgeschriebene Anhörung des DerwaltungSrats der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung über die Reuregelung erst in dieser Woche erfolgen kann, soll zunächst die Geltungsdauer des bisherigen Erlasses noch um eine Woche bis zum 6. 3uli 1929 verlängert werden. Die neuen Bestimmungen werden am 7. 3uli 1929 in Kraft treten. Von der K a i s e r a l l e e. Die Herstellungsarbeiten an dem Strahenteil der Kaiserallee zwischen dem Alten Rödger Weg und der Grünberger Straße (Schützenhaus) sind in den letzten Wochen eifrig gefördert worden. Die Bürgersteige links und rechts der Fahrbahn (letzterer bis zur Haltestelle der Straßenbahn an der Volkshalle), werden erst mit neuen Randsteinen versehen, mit einem festen Untergrund aus Beton eingeebnet und dann mit Zement- platten ausgelegt. Der Plattenbelag ist an den Stellen um die großen Bäume im Viereck unterbrochen, um das Eindringen von Feuchtigkeit nach den Baumwurzeln zu ermöglichen; für die Anpflanzung junger Bäume ist an den noch freien Stellen des Bürgersteigs in weiterem Abstande Raum gelassen. Die Fahrbahn wird mit Kleinpflaster befestigt. Die Arbeiten dürften im Lause der nächsten Woche beendet fein. Rach Abschluß der Pflasterarbeiten auf diesem Strahenteil bleiben nur noch einige hundert Meter chaussierte, aber bereits geteerte Straße bis zum Beginn der Kreisstraße Gießen-Grünberg am Heyerweg zu pflastern übrig. ** Lebhafte Bautätigkeit herrscht zur Zeit in der Liebigstraße und am Aulweg, gegenüber der Fabrik der Firma Heyligenstaedt & Comp. Hier werden von der Baugenossenschaft von 1894 fünf Häuserblocks mit insgesamt 54 Wohnungen und einem Ladenlokal errichtet. Die Neubauten sind zum Teil schon bis zum 1. Stockwerk gediehen; sie werden von den Baufirmen Georg Becker, H. Weimer, M. Obermann und der Bauhütte ausgeführt. An der gleichen Stelle werden voraussichtlich bis zum 15. Juli 18 von der gleichen Genossenschaft im Baujahr 1928/29 erstellte Wohnungen bezugsfertig. ** Abonnements-Konzerte unserer Militärkapelle. Das 3. Konzert unserer Militärkapelle im Rahmen der Abonnements-Konzerte dieses Sommers unter Leitung von Obermusik- meister L ö b e r brachte im ersten Teile Kompositionen von Straßmann, Lortzing, Lähar, de Bsriot und Mannfred, während der zweite Teil Werke von Stuber, Wagner, Kohlmann, Kabnt und Joh. Strauß enthielt. Die in bekannter Scyneidigkeit und mit großer Unermüdlichkeit im Musizieren zu Gehör gebrachten Darbietungen bereiteten dem zahlreichen Publikum wiederum eine wertvolle musikalische Abendunterhaltung, die man der vortrefflichen Kapelle und ihrem sorgsamen Leiter mit lebhaftem Beifall dankte. Das zahlreiche Einlagen das Programm noch erweiterten, war natürlich selbstverständlich. In dem am heutigen Donnerstagabend auf der Liebigshohe stattfindenden 4. Abonnements- Konzert werden u. a. die Ouvertüren zu „Freischütz" und „Die weiße Same", ferner die Fantasien aus „Tiefland", „Der Barbier von Bagdad", „Nachtlager", sowie das Vorspiel und Siciliana aus „Cavalleria rufticana" und eine Humoreske über „Aenn- chen von Tharau" zum Vortrag kommen. Auch dieses Konzert dürfte den Besuchern wieder einige schöne 'Stunden bereiten. Eine Wiedersehensseicr ehemaliger 116er und 168er, sowie deren Kriegsformationen R3R. 116, L3D. 116, 3R. 186, R3R. 221, R3R. 222, RJR. 254, R3. 365, 3R. 418, Brig.-Ers.-Dat. 49, Sanitäts-Komp. 518, findet am 29. und 30. 3uni in Offenbach am Main verbunden mit Fahnenv>eihen statt. Die Festrede bei dem Degrüßungsabend am Samstag, dem 29., wird der Feldzugskommandeur Generalmajor von Pfeil halten. Die Weihe der Fahnen am Denkmal im Waldpark hat der ehern. Div.-Pfarrer der 25. Res.-Div. Pfarrer Hofmann übernommen. Die Wiederfehensfeier gibt allen Kameraden die günstige Gelegenheit, mit den alten Kriegs- und Friedenskameraden alte Erinnerungen auszutauschen. Offenbach ist zum Empfang gerüstet. Man beachte die gestrige Anzeige des Ttereins ehern. 116er Gießen. ** Fernwettschreiben in Einheits- kurzs chr is t. Wie wir schon fürs berichteten, ist vom Deutschen Stenographenbund, der die Einheitskurzschrift vertritt, in ganz Deutschland ein Fernwettschreiben abgehalten worden. Es beteiligten sich daran rund 30 000 Personen, die 17 000 Arbeiten im Richtigschreiben und 24 000 Arbeiten im Schnellschreiben, also zusammen 41000 Arbeiten ablieferten. Die Mitglieder der 1. Reichskurgfchriftgesellschast „Babelsberger" und Damenabteilung e. V. Gießen formten, so teilt man uns mit, bei diesem Schreiben folgende Preise erringen: Abt. 200 Silben: Ottilie Treser, Georg Wahl 1. Preise mit Ehrengaben; Bruno Schneider 2. Preis. Abt. 140 Silben: Frdr. von Lemmers, Hilde Kuhl, Anna Lotz, Hugo Baumann 1. Preise. Abt. 120 Silben: Dora Heß, Dora Rickel, Erich Hock 1. Preise; Fritz Dorfner, Heinz Theisebach, Alfred Bormuth 2. Preise. Abt. 100 Silben: 3. Büxler, August Schott, Hermann Buchner, Claus Wachsen. Ludwig Schwinn, Karl Reitz Wilh. Schardt, Rich. Hock, Heinrich 3odt, Emilie Schüler, Otto Wahl, Herta Krehe, Marie Magold, E. Heibertshausen, Heinrich Adolph. Minni Schmitz, L. Keller, Aenne Thein 1. Preise; Berta Eisenbach 2. Preis. Abt. 80 Silben: Erna Philipp 1. Preis; Hermann Kräcker, Karl Euler. Heinrich Volk. Hermann Krehe, Otto Rühl, Wilh. Arnold, Erna Rei- ninger, Karl Pfeil 2. Preise. Richtigschreiben: Friedrich von Lemmers 1. Preis; Heinrich Voll, Luise Reinhardt, Rich. Hock, Erna Philipp, Hugo Baumann 2. Preise. ** Der Bund „Haus und Schule" hielt am Sonntagnachmittag eine wohlgelungene Familienfeier auf der „Liebigshohe" ab. Der große Saal war dicht besetzt. Den musikalischen Seil be- ANZEIGEN für die Tagesnummer des Gießener Anzeigers werden zweckmäßig am Nachmittag vorher aufgegeben. Nach 9 Uhr vormittags kann die Aufnahme der Anzeigen auch in Ausnahme- fäilen nicht gewährleistet werden I VERLAS DES 61ESSENER ANZEIGERS 'M tritten Frl. Stammler und Pianist Hahn. Die vier Siedervorträge von Frl. Stammler waren vollendete künstlerische Leistungen. Herr Hahn spielte mit bekannter Meisterschaft ein „Rondo" von Mendelssohn-Bartholdy, einen „Marche mignonne" von Poldini und den „Hexen- tanz" von Max Dowell. Der dellamatorische Teil lag in den bewährten Händen von Frau Mendelssohn-Bartholdy. Sie halte, wie schon oft, chre Kunst in den Dienst des Bundes gestellt. Ihre Schülerin, Frl. Götz, rezitierte mit großem deklamatorischen Geschick die „Sommernacht" und „Der Taugenichts" von Gottfried Keller, elf Kinder spielten unter ißrer Leitung allerliebst das Märchenspiel „Der deutsche Wald" von F. Gebhard. 3m Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Ansprache von Pfarrer A u s f e l d, in der er auf Grund des Josuawortes: „3ch aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen!" darauf hinwies, daß unserer Zeit charaktervolle Führer, wie 3osua, und gottesfürchtige Häuser, wie dessen Haus, nottun. Unter der Leitung von Spiel- ortme rinnen vergnügten sich die Kinder im Freien mit allerlei Spielen, denen sich eine Verteilung von Brezeln anschloß. Gemeinsame Gesänge und Musikvorträge einer kleinen Kapelle fügten sich in den Rahmen des ganzen harmonisch ein. Landgerichtsrat Kn auß dankte in feiner Schlußanfprache im Ramen des Vorstandes und der Versammlung allen Mitwirken- den für die in allen Teilen schön verlaufene Feier. *• Austrieb zum heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt: 1 Kuh, 1098 Kälber, 133 Schafe, 765 Schweine. Oberheffen. Landkreis Gießen. s. U t p h e , 26. 3uni. Der hiesige Krieger- verein unter Leitung des Gemeinderechners Karl Schäfer hat eine Kleinkaliber» Schühenabteilung gebildet. Die Mitglieder des Vereins haben durch freiwillig geleistete Arbeit in den Feierabendstunden einen neuen Schieß st and erbaut Da hier nur ebenes Gelände zur Verfügung steht, war dies mit nicht geringem Arbeitsaufwand verknüpft. Am vorigen Sonntag wurde der neue Schießstand in Benutzung genommen, nachdem der Verband „Hassia" Munition und Gewehre leihweise zur Qterfügung gestellt hatte. Es soll nunmehr allsonntägllch geschossen und im Laufe des Sommers auch noch ein Preisschießen veranstaltet werden. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 26. 3uni. Uebcr den Du- dinger Märkten waltet in diesem Jahre fein guter Stern. Für den im Februar durch die gewaltige Kälte gestörten Petri-Markt hatte die Marktkommission als Ersah den seit über hundert Jahren nicht mehr abgehaltenen Johannismarkt angeseht, um die beim Petrimarkt unterbliebene Rindviehprämiierung durchführen zu können. Aber auch der Johannismarkt hatte unter der Ungunst der Witterung stark zu leiden. Das für Sonntag angefehte und gut vorbereitete Volksfest konnte sich infolge heftiger Regenschauer nicht recht entwickeln. Erst am Spätnachmittag kam etwas Marktbetrieb zustande. Der rührigen Marktkommission war es gelungen, den Juxplah des Marktes mit zahlreichen Schaubuden dicht zu besetzen. Die noch verhältnismäßig junge, aber doch schon mehrfach erprobte Düdinger Orchestervereinigung spielte zum Tanze auf. Abends wurde auf dem Marltvtah ein groß- angelegtes Brillantfeuerwerk abgebraimt. Der Pferdemarkt am Montag war mittelmäßig beschickt. Der Handel kam infolge geringer Rach- frage nicht r:cht in Fluß. Kreis Schotten. f Gedern, 25. Juni. Der Personenzug 4112, der heute 17,06 Uhr planmäßig abfuyr, erfaßte an dem schrankenlosen Bah. .Ibergang im Distrikt Wolfhain zwischen Gedern und Mer- kenfrih das Fuhrwerk des Mühlenbesihers Moller, vormals Ringshausen, aus ßißberg. Durch den heftigen Anprall wurde der Mühl- knecht Henkel vom Wagen heruntergeschleudert, der Wagen vollständig zertrümmert, ein Pferd schwer verletzt, während das andere durch Zufall frei wurde und durchgehen konnte, um auf diese Weise fein Leben zu retten. Der Zug hielt sofort an und nahm den verunglückten Wagenführer mit nach Hirzenhain, wo ihm der dortige Arzt die erste Hilfe leistete. Er wurde sofort dem Gederner Krankenhaus zugeführt, wo cr an einer Gehirnerschütterung und an einem Bluterguß in der linken Wange dar- niederliegt. Es ist verwunderlich, daß die Reichsbahn im Interesse des reisenden Publikums nichts dagegen einwendet, toenn an derart unübersichtlichen Stellen, wie dieser, der Wald direkt bis an Schienen und Landstraße angepflanzt wird. Eine Aenderung wäre hier dringend am Platze. — Die Grasversteigerungen haben hier im Durchschnitt einen Erlös von 20 bis 25 Mk. pro Morgen gebracht. Da die Heuvorräte aus 1928 meistens erschöpft sind und die jetzige Ernte infolge der fehlenden Winterfeuchtigkeit des Bodens nur als knappe halbe Ernte anzuschlagen ist, sind die Preise für frisches Heu sehr hoch. So werden zur Zeit pro Zentner Heu diesjähriger Ernte 6,50 Mk. geboten. wg. Kaulstoß, 26. Juni. Am Sonntag feierten der Landwirt Johannes Bocher und Frau Katharina, geb. Usinger, das Fest der Goldenen Hochzeit. Beide Jubllare stehen im 77. Lebensjahre. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Bre un l in (Burkhards), überbrachte die Glückwünsche der Kirchengemeinde und die der obersten Kirchenbehörde, welche durch ißn ein künstlerisches Gedenkblatt überreichen ließ. #" RuvingShain, 26. Juni. Am 24. Mai 1928 beringte der Jungbauer August Finger von hier einen jungen Star. Dieser Tage traf nun über die vogellundliche Anstalt in Rosfitten aus der Kurischen Rehrung die Rach- richt ein, daß am 17. Januar 1929 der beringte Star Rr. F 29 301 bei Dourlv nne leS Bains tot aufgefunden worden war. Er hatte sich also über 600 Kilometer von seinem Geburtsort entfernt. Kreis Alsfeld. =er. Homberg a. d. O., 26. Juni. Die Hauptver» ammlung des Oberhessischen Gebirgs- vereins tagte am Sonntag in der schön geschmückten Slaothalle. lieber 200 Wanderer nahmen an dieser Tagung teil. Bon den 13 Zweigvereinen waren zwölf vertreten. Der Vorsitzende, Stadtrat Walter (Marburg), eröffnete die Versammlung. Dann fang der gemischte Chor dos Hornberger Zweigvereins einen Begrüßungschor. Hierauf sprach der Vorsitzende des Hornberger Vereins, Lehrer Allendörfer, über Heimat und Heimatpflege als das Ziel aller Wandervereine, begrüßte ine Wanderschar und wünschte der Tagung besten Überlauf. Bürgermeister Schweiler begrüßte die zahlreich Erschienenen und schloß mit dem Wunsche, daß es den Gästen gut gefallen möge. Darauf trug Fräulein Allendörfer einen Prolog vor und überreichte dem Vorsitzenden des Verschönerungs- und Verkehrsvereins den von den Frauen und Jungfrauen gestifteten Tischwimpel. Bei Beginn der Verhandlungen wurden die Herren Griesheimer und Hedrich unter Verleihung von je einer Urkunde zu Ehrenmitgliedern ernannt. Lehrer Allendörfer erhielt das Eichenblatt in Gold. Dann berichtete der Vorsitzende jedes Zweigvereins über dessen Tätigkeit im verflossenen Vereinsjahre. Die Rechnung wurde vorgetragen und dem Kassenwart Entlastung erteilt Gladenbach wurde als nächster Ort für die Abhaltung der Hauptversammlung bestimmt. Mit dem Appell an die Besucher, im neuen Vereinsjahre recht tätig zu fein, schloß der Vorsitzende die Versammlung. An das Mittagsessen im „ Frankfurter Hof" schloß sich ein Rundgang durch die Stadt an. Um 16 Uhr trafen sich die Mitglieder mit ihren Familien wieder in der Stadthalle. Die Kapelle spielte einen flotten Marsch, und alsbald entwickelte sich eine gemütliche Stimmung, welche die Einheimischen und die Gäste bis zur Abfahrt der Züge beisammenhielt. Die Hauptversammlung bedeutet einen Markstein in der Geschichte des Derfchvnerungs- und Verkehrs- Dereind Homberg. Dieser kann mit Befriedigung auf die schön verlaufene Tagung zurückblicken. Rheinhessen. WSR. Mainz, 26. Juni. Die Mainzer Stadtverordneten gaben in ihrer gestrigen Sitzung ihre Zustimmung zu der Durchführung des Reu- baues einer Kunst- und Gewerbeschule. Für die Errichtung dieses Baues hat das Reich als Ersah für einige beschlagnahmte Schulen einen Betrag von 1,3 Mill. Mk. zur Verfügung gestellt. Der neu zu errichtende Bau wird im ersten Bauabschnitt ungefähr 1,7 Mill. Mk. kosten. Der Stadtrat hat die Mittel für diesen neuen Monumentalbau genehmigt. Preußen. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 26. Juni. Eine erfreuliche und wichtige Bereicherung ihrer Bestände wird denstädtischenMuseen aus einem Der- mächtnis des Bankiers Hugo Keßler zuteil. Der Verstorbene hat der Stadt eine reichhaltige Sammlung von Kunstgegenständen, Antiquitäten, Möbeln, Teppichen, Gold" und Silberwaren, Bildern und Porzellan im Gesamtwert von etwa 150 000 Mark vermacht. Der Magistrat hat das Vermächtnis,' das eine stattliche Anzahl wertvoller Kunstwerke enthält, mit Dank angenommen. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 21. Juni. Auf dem Viehmarkt war eine jinh verschwunden, die der Angeklagte, ein auswärtiger Viehhändler, gestohlen haben soll. Sie war auf dem Markt gekauft worden, und der Käufer hatte sie in den Stand eingestellt, in den das Vieh zum Abholen verbracht zu werden pflegt. Er hielt sich dann noch auf dem Markt auf. Als er das Tier abholen wollte, stand an seiner Stelle eine minderwertige Kuh und die von ihm gekaufte Kuh konnte trotz eifrigen Suchens auf dem ganzen Markt nicht gefunden werden. Der Viehhändlerverband nahm sich der Sache an, inserierte in seiner Zeitung und ließ auch die minderwertige Kuh auf einem Markttag vorführen u. dal. m. Schließlich wurde ihr früherer Eigentümer sestgestellt, und dieser mußte den Verdacht über sich ergehen lassen, die Kuh absichtlich vertauscht 511 haben. Er erklärte aber, diese minderwertige Kuh alsbald an den auf dem Markte anwesenden Angeklagten weiter verkauft zu haben. Dieser bestritt den Kauf; doch lagen gegen ihn noch andere schwerw-egende Verdachtsmomente vor. So verkaufte er zur kritischen Zeit eine Kuh, die alsbald von dem Käufer geschlachtet wurde. Ihre Identität mit der gestohlenen Kuh konnte aber nicht nachgewiesen werden. Klarheit vermochte die Beweisaufnahme nicht zu schaffen, zumal von der Vereidigung des früheren Eigentümers der minderwertigen Kuh Abstand genommen wurde. Der Angeklagte mußte deshalb wegen mangelnden Beweises frei- gesprochen werden. Die Kuh fiel dem Bestohlenen zu. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. *DasAmtsoerkündigungsblattNr.44 vom 25. Juni enthüll: Straßensperre. — Ausscheiden des Karl Wagner, Gießen, als Dienstmann. — Botanische Wanderung durch Starkenburg. — Dienst- nachrichten. Berliner Börse. Berlin, 27. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Frühverkehr zeigte das übliche ruhige Bild. Das Interesse für die Favoriten, besonders am Mon- tanmartt, scheint aber anzuhallen und man glaubt, daß sich die guten Käufe in diesen Werten fortsetzen werden. Eine Diskonterhöhung in London häll man in hiesigen Bankkreisen heute für sehr unwahrscheinlich. Zuverlässige Kurse werden vorläufig noch nicht genannt, man taxiert sie auf gestriger Abendbasis. Am Devisenmarkt nannte man: London gegen Paris 123,93, London gegen Mailand 92,67, London gegen Spanien 34,26, London gegen Kabel 4,8481, London gegen Berlin 20,34 zu 20,3425, Kabel gegen Berlin 4,1960. vom 28A außerdem 5% Rabatt (ZUCKER AUSGESCHLOSSEN) im 33. Lebensjahre. im 59. Lebensjahr. 04070 Gießen, Meiningen, Weimarschmieden, den 26. Juni 1929. Die Trauerfeier findet Samstag, 29. Juni, mittags 12 Uhr, statt Die Beerdigung findet in aller Stille statt 04083 5565V Ruhesitz im 5560V 04073 a, LehrpUneirtL Sensationelle Neuheit D. R. P. ang. 5536V 8 Ubr [5549D im Ausschnitt Pfund GO 4 Seelachs und Goldbarsch o. K« 50 Neue cngl. Matjes Heringe 3 Stück 70 vrtma «5 3om Stöflhenfefl Junger, tüchtiger junger tonn Bnreaugehilfe der schon einige Zeit erwiesen haben. Gießen, den 27. Juni 1929. 5544V IO SCHAUFENSTERj 4 Gesunde, kräst.Fran 41 I., eu„ tüchtig int HauSh^L vers. Kind, ö. 4 u. 2l/i xff sucht d. Bekanntsch. ein.Hrn. entspr.Alt.t.sich.Pos. zw. Hetr. Schr. Ang. u. 04074 a. d. G. Anz. Gesucht. Beamter l3Pers.>m.Drtnglich- teitsbeschg., sucht 4-d. 5-Zim.-W. m. Bad u. Zubeh. t. guter Lage. Erdgesch. ob. 1.Stock beoor». Schr. Angeb. u.04076 a. d. Gß.Anz. Mathilde Pfaff geb. Widmeyer Hans und Hilde Pfaff. mit Erfolg tätig war, auf technisches Bureau gesucht. Schrtftl. Angebote mit Lebenslauf und GehaltSanspr. unter 5542V an den Gieß. Anzeiger erbeten. 60 75 70 V. f. B. Freitag. 28. Juni, Gießen (Wetzlarer Weg 17), Birmingham, Ala, Darmstadt den 27. Juni 1929. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 28. Juni, nachmittags 31/* Uhr, vom Sterbehause Kinzenbach Haus Nr. 38 aus statt. Jugendver Sammlung im BereinSheim. Alle Jugendlichen müssen wegen dem Jugendspieltag erscheinen. Der Borltand. für Verkauf von Zigarren u. Zigaretten gesucht. Näheres bet Groll Myel Ziaarrengeschäft, KaplanSgasse. «mD Bequeme Teügahlung In tiefer Trauer: Karl Weber u. Frau, Theo Weber u. Frau Marie geb. Klebe Philipp Weber und Frau Elis. geb. Mühl, Georg Weber und Enkelkinder. In tiefer Trauer: Gregor Hildebrandt und Kind. Am 26. d. M. verschied nach langem schweren Leiden unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Elisabeth Weber Wwe. 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Ganz besonders dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte, der evangelischen Schwester Lenchen für die Pflege, dem Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen, dem Vorstand der Kriegersiedlung Gießen, der Hessischen Wohnungsbaugesellschaft Hcgemag, dem Baugewerbeverband, sowie der Belegschaft der Firma, dem Gesangverein Concordia und dem Bauerschen Gesangverein für die Kranzniederlegung und warmen Nachrufe an der Bahre, sowie allen denen, die ihm die letzte Ehre Allen Verwandten und Bekannten hiermit die traurige Mitteilung, daß unsere liebe, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter und Schwester Frau Philipp Mandler Wwe. geb. Bender heute morgen 7 Uhr plötzlich und unerwartet nach einem arbeitsreichen Leben im 73. Lebensjahre sanft entschlafen ist. KAI SERS KAFFEE- GE SCHAFT m.BRiim INH. TH. 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Geistige Zechprellerei Von Hermann Kasack. Da sagten sie zu chm: „Dring uns doch auch in den Himmel, damit wir solche Leckerbissen uns holen können." „Nichts leichter als das!" antwortete der Gärtner. „Kommt heute abend alle mit mir in den Garten, und haltet euch versteckt. Wenn die Wunschkuh satt ist und in die Luft auffliegt, dann will ich mich an ihren Schwanz anhängen,- an meinen Fuß must sich ein anderer, an dessen Fuh wieder ein anderer hängen und so fort, bis alle eine Kette bilden." Als die Nacht kam, wurde der Vorschlag des Gärtners befolgt und alle flogen zusammen in die Höhe. Als sie den halben Weg - zurückgelegt hatten, stieg in dem Mönch, der zuunterst hing, ein banger Zweifel auf. „He, du," fragte er den Vordermann, „wie groß sind denn die Kuchen im Himmel?" Da liest der oberste Mönch den Kuhschwanz los und wollte chm die Gröste mit beiden Händen zeigen. Da fielen alle zur Erde nieder und zerschellten ganz jämmerlich. Bei ungelegener Zeit — so schließt die Geschichte — muh man nicht eines Zweifels Lösung erfragen. Die von der Gießener Volkshochschule angeregten und im wesentlichen von ihr aus organisierten oberhessischen Kurse konnten im letzten Winterhalbjahr .zu achtzig Prozent des vorgesehenen Programms durchgeführt werden. Ehe wir uns den Fragen des weiteren Ausbaues zuwenden, mögen einige richtig beleuchtete statistische Zahlen die Niederschrift dieses Artikels rechtfertigen. Es wurden in acht oberhessischen Städten und Landgemeinden 21 Kurse mit insgesamt 80 (Abenden veranstaltet, für die sich etwa 400 Personen eingeschrieben hatten. Es sollte in der Hauptsache der Sinn für die Gestaltungsarbeit auf wesentlichen, aber vernachlässigten Gebieten des werktägigen Lebens geweckt und die Einordnung in die engere und weitere Gemeinschaft erleichtert werden. Daher machten Themen wie „Gesunde Lebensführung", „Fragen der Lebensgestaltung des Menschen unserer Zeit", „Schwererziehbare Kinder", „Das Problem der Ehe in unserer Zeit", „Weltanschauung und Wirtschaftsordnung" den Hauptteil des Programms aus. Daher wurde auch die Arbeit in Kursen bevorzugt. Denn es ist von tieferer und ausgedehnterer Wirkung ins Leben, wenn 20 H wer sich während vier Abenden z. B. mit Erziehungs- fragen wirklich beschäftigen, als wenn 200 bis 300 Personen einen Einzelvortrag anhören, der ja bestenfalls zur Beschäftigung mit den Fragen nur anregen kann. Das Ideal der „kleinen Klasse" ist eben für die Volkshochschule mit der gleichen Entschiedenheit zu vertreten wie für alle andern Schularten. Bei den Vorarbeiten für eine weitere Ausdehnung der Kurse müssen wir unserem Eindruck nach auch die Öffentlichkeit über die Voraus- /ÜWMckX tWe Geiri UWe ffioterhofJ \ Kreuiphtz 10 j \Abt Hygiene / Ins Theater, ins Kino kommt niemand . Dillet herein. Wie wir für die Benutzung von Eisenbahn und Elektrischer einen Fahrschein lösen, so kaufen wir uns für geistige Unterhaltungen QVereine__| Mbertus. *V , oe ’A Indische Schildbürgerstreiche. Von M. £. English. Die Erschließung der indischen Literaturschätze durch englische und deutsche Sanskritforscher hat den Zusammenhang der Sagen und Märchen aller indogermanischen Völker nachgewiesen. Auch die humoristische Volksliteratur scheint ihre Wiege in Indien zu haben. Selbst die Streiche, die wir aus Krähwinkel, Lalenburg und Schilda erzählen, haben schon in der ältesten indischen Literatur ihre Vorbilder. Die „Kuchengeschichte" erinnert daran, wie die Lalenburger den Mond haben aus dem Brunnen holen wollen: In Sushoha grama wohnten viele Dettel- mönche. Einer von ihnen war der Klostergärtner. Sein Garten war voll köstlicher Bäume. Blumen und Früchte. Des Nachts kam die himmlische Wunschkuh, um darin zu weiden, und wenn der Morgen anbrechen wollte, flog sie wieder in die Höhe und war davon. Da durch diese Besuche der Garten immer mehr verwüstet wurde, stellte sich der Bruder Gärtner eines Nachts auf die Wache. Alsbald kam auch die Kuh, weidete die ganze Nacht hindurch, und als sie sich beim ersten Frührotstrahl entfernen und zum Himmel auffliegen wollte, hing sich der Klostergärtner an ihren Schwanz und kam so in den Himmel. Da bekam er köstlichen Kuchen zu essen und, entzückt von dem Wohlgeschmack, nahm er sich am anderen Tage einen Kuchen mit, hing sich wieder an den Schwanz der Kuh und kehrte auf diese Weise in den Klostergarten zurück. Am anderen Morgen versammelten sich die Mönche um ihn und fragten: „Wo bist du denn gewesen?" „Ich war im Himmel und habe da solche Kuchen gegessen." Und er zeigte den Brüdern den Kuchen, den er mitgebracht. Die Mönche nahmen ein Stückchen, aßen es, und „es blieb ihnen auf der Zunge Üeben", so gut schmeckte es. Wiederaufbau eines oberhessischen Volkshochschulwesens? Von Walter Hegar, Mitglied des Arbeitsausschusses für eine oberhessische Volkshochschule, Leiter der Volkshochschule Gießen. und Unbrauchbares in Europa geschaffen worden. Es ist nicht möglich, ein Volk von über 60 Millionen, das nach Wissenschaft, Kunst, Kultur, körperlicher Tüchtigkeit und nach seiner Geschichte mit an erster Stelle steht, inmitten Europas ohne Kolonien auf einen engen Naum zusammenzupferchen und durch dauernde Tributzahlungen und Beschränkungen seiner Freiheit eine Lebenshaltung aufzuzwingen, deren Ungerechtigkeit von Tag zu Tag mehr erkannt werden wird. Wann eine Nevision des Vertrages notwendig sein wird, läßt sich nicht Voraussagen, daß aber eine derartige Nevision einmal k o m - m e n muh, dürfte keinem Zweifel unterliegen. Da nun der Vertrag von Versailles moralisch auf der Kriegsschuld Deutschlands aufgebaut worden ist, so ist es selbstverständlich, daß erst, wenn diese falsche moralische Unterlage durch die Aufklärung hinweggeräumt worden ist, eine Revision des Friedensvertrages praktisch näher rückt. So verfolgen wir mit der Aufklärung über die Kriegsschuldfrage einen doppelten Zweck. Einmal ist die Aufklärung notwendig, um zu erreichen, daß unsere ehemaligen Feinde, namentlich die durch den Krieg am stärksten in Mitleidenschaft gezogenen, benachbarten Franzosen und Belgier, zu dieser Erkenntnis gelangen, daß auch sie für die Katastrophe von 1914 verantwortlich sind, um sie zu veranlassen, in ihrem Haß gegen die Deutschen nachzulassen. Die zweite Aufgabe liegt darin, unser eigenes Volk zu der Ueberzeugung zu bringen, daß die notwendige Revision des Versailler Friedensvertrages nur dadurch zu erreichen ist, daß die öffentliche Meinung des Auslandes einsieht, daß sie sich in der Beurteilung der Kriegsschuldfrage geirrt hat und somit die Härten des Friedensvertrages eine Ungerechtigkeit darstellen. Diesem Ziel soll uns die Erinnerung an den 28. Iuni näherbringen. Lohn. Wir wollen gar nicht davon sprechen, wie solche Bände aus Lechbibliotheken mitunter aussehen: denen Spuren anhasten, die weder in ästhetischer noch in hygienischer Hinsicht erfreulich sind. Wo Unterstreichungen oder gar irritierende Bemerkungen gemacht sind, die der inneren Zurückgezogenheit bei der Lektüre zuwiderlaufen. Ich weih auch, dah wirkliche Volksbüchereien begrüßenswerten Zwecken dienen, weil sie manchem Menschen in geistiger und seelischer Beziehung Zutritt in Welten gewähren, die sonst verschlossen blieben, und nicht nur aus materiellen Gründen verschlossen blieben. Aber ich weih auch, daß für eine große Anzahl von Menschen — viel mehr als man denkt — wirtschaftliche Gründe nicht so stichhaltig sind, "um sich einer dauernden, bequemen, geistigen Zechprellerei schuldig zu machen. Verkennen wir auch nicht die Gefahr der Verflachung, die in einer ständigen Lektüre von nur entliehenen Büchern liegt. Lieber wenig lesen, aber das besitzen! Das, was man selber liest: mit einem materiellen Opfer erkausen! Es wird ja nichts im Leben — weder im materiellen noch im immateriellen — ohne Opfer erkauft: warum also bei Büchern Mißbrauch treiben? Ob es ein Unterhaltungsbuch. ein Saisonbuch ist, oder eines von bleibendem Werte: gleichgültig. Es schadet auch nichts, einmal einen Irrtum zu kaufen. Man kauft ja auch manchmal trockene Semmeln und Kleider, die sich schlecht tragen. Bücher sind kein Luxus, sie sind heute so lebensnotwendig wie Nahrung und Kleidung. Wenn sich jeder den Grundsatz zu eigen machen wollte: lieber weniger zu lesen, aber das besitzen, also kein Buch mehr zu entleihen und zu verleihen, so würde das nicht nur der ausgleichenden Gerechtigkeit entsprechen, sondern auch manchen unnötigen Aeraer vermeiden lassen. Denn die geistige Zechprellerei, die sich der buchentleihende Leser leistet, wird häufig auch noch zu einer materiellen gegenüber dem Besitzer des Buches. In vielen Privatbüchereien sind Lücken, weil ein Teil der entliehenen Bücher nie zurückgelangt, und in vielen Privatbüchereien HiMetb Tel. 1790, M,p Hochfchulnachrichten. Auf der 68. Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure ist dem bekannten Forscher und Hochschullehrer Dr. Phil. Dr.-Ing. e. h. Ludwig P r a n d t I, ordentlichem Professor an der Universität Göttingen, die goldene Grashof- Denkmünze verliehen worden. Der Verein deutscher Ingenieure ehrt mit dieser höchsten Auszeichnung die Verdienste Prandtls um die Entwicklung der Strömungslehre und um die Lehre von Elastizität und Festigkeit. Die Luftfahrtwissenschaft dankt ihm ihre bedeutendsten Erkenntnisse. Prandtls Arbeiten galten hier besonders der Grenzschicht- und der Tragflügeltheorie. — Der diesjährige Dertretertag des Deutschen Akademischen Assistenten- verbandes wird vom 6. bis 8. Oktober 1929 in Erlangen stattfinden. — Der außerordentliche Professor Dr. phil. et med. Emst G e l l h o r n hat einen Ruf als Associate Professor für Physiologie an das Departement of Animal Dio- logy der Staatsuniversität von Oregon (USA.) erhalten. Gellhorn war Assistent am physiologischen Institut der Universität Halle bei Geheimrat Abderhalden und habilitierte sich 1921 dort für das Fach der Physiologie. und Anregungen eine Einlaßkarte. Das empfinden wir als ganz selbstverständlich. Bei Büchern, die in einem viel ausgesprochenerem Sinn geistiges Gut darstellen, nehmen wir es oft genug weniger genau, gedankenlos machen wir uns einer Sache schuldig, die eigentlich nichts anderes ist als geistige Zechprellerei. Wieso? Wer? Ieder, der sich von Bekannten, Freunden usw. ein Buch entleiht. Vor allem Bücher belletristischer, schöngeistiger Art. Man soll Bücher nicht entleihen, man soll Bücher besitzen. Borgt und verborgt man denn Teller, Messer und Gabel, mit denen man täglich ißt? Den Stuhl und Tisch, die im Zimmer stehen, die Bilder, die an den Wänden hängen, und die geliebten Kleinigkeiten, die einen umgeben? Aber beim Buch meint man es aus, ich weih nicht, was für einer schlechten Gewohnheit heraus tun zu können. Obwohl vom Buch eine viel persönlichere Wirkung ausgeht, als von den meisten Dingen unseres täglichen Lebens. Obwohl durch die Lektüre ein neuer menschlicher Kontakt hergestellt wird zwischen dem Ich des Schriftstellers und dem Du des Lesers, obwohl wir dem Erlebnis durch ein Buch oft ebensoviel verdanken, wie dem Erlebnis durch einen Menschen. Wenn wir ein Buch schenken, so empfinden wir auch, daß es ein durchaus persönlicheres Geschenk ist at§ viele andere Gegenstände. Der Geschmack z. B. dessen, der es schenkt, und dessen, der es empfängt, möchte sich gemeinsam treffen. Bücher schenkt man nicht gedankenlos. Aber man entleiht sie: gedankenlos. Denn da kommen wir nun an einen Punkt, über den unser ethisches Gewissen nicht so ohne weiteres Hinwegspringen kann. Sie wissen, verehrte Leserin und verehrter Leser, daß der Verfasser im allgemeinen sein Honorar in Form einer prozentualen Beteiligung am Ladenpreis jedes verkauften Exem- plares erhält. Iedes verkauften Exemplares! Wer sich daher irgendein Buch eines modernen Schriftstellers ausleiht, der setzt sich in den Genuß ab. DaS erneute Wettrüsten, das zwischen den Nationen mit Ausnahme der durch den Vertrag darin beschränkten Völker wieder Platz gegriffen hat, und das Gefühl, daß trotz aller internationalen Abmachungen die eigene Rüstung letzten Endes die einzige Sicherheit gegen feindliche Einfälle bietet, wird kaum zu vermindern sein, wenn es nicht gelingt, bei den breiten Massen mehr Verständnis dafür hervorzurufen, wie der Weltkrieg entstanden ist und worin die Gesa h r e n b e st e h e n, die in Zukunft Kriege fjer- beiführen können. Rur wenn die Entstehung des Weltkrieges besser und allgemeiner verstanden wird, dürfte es möglich fein, auch in Zukunft Mittel und Wege richtig einzuschähen, die für eine Verhinderung von Kriegen brauchbar sind. Man wird nicht, wie es heute noch geschieht, an äußeren Formen und am Vorhandensein von Rüstungen kleben bleiben, sondern wird erkennen müssen, dah die letzte Ursache aller Kriege in Interessengegensätzen der Dölker zu suchen ist, und daß es nur möglich sein wird, Kriege zu verhindern, wenn ein friedlicher und gerechter Ausgleich der Interessen möglich gemacht wird. So bildet die Beschäftigung mit der Kriegsschuldfrage das beste Lehrmittel für die zukünftige Gestaltung internationaler Beziehungen. Abgesehen von diesen beiden Gesichtspunkten, die in der Hauptsache das Zusammenleben der Völker betreffen, hat aber die Aufklärung in der Kriegsschuldfrage für unser deutsches Volk noch einen besonderen Grund. Der Versailler Friedensvertrag hat Verhältnisse geschaffen, die nach der Ueberzeugung einsichtiger Politiker — und zwar nicht nur unserer eigenen — auf die Dauer untragbar sind. Daraus ergibt sich, dah eine Revision des Friedensvertrages für unser Volk eine unabweisbare Forderung ist. Unsere Interessen sind zu schwer geschädigt, und es ist zuviel Unnatürliches [Verschiedenes] *w auf gutes I-Wiabr. Geschäftshaus E mehrfache Hvoo'bel- Slcherheit fleiud). Schr. Angeb.umer (P77Ld, Gicy.An^ Oer Kampf gegen die Kriegsschuldlüge. Von Dr. Alfred von Wegerer. Der Verfasser, der Herausgeber der bekannten „Berliner Monatshefte für internationale Aufklärung", dessen Verdienste im Kampfe gegen die Kriegsschuldlüge die philosophische Fakultät unserer Ludwigs- universität durch die Verleihung der Doktorwürde honoris causa anerkannte, spricht auf Einladung der Universität bei der grohen Kundgebung in der Aula am Freitagvormittag. Es hat der Arbeit langer Iahre bedurft, um im deutschen Volk das Verständnis für die Kriegsschuldfrage wachzurufen. Zweifellos ist heute in dieser Beziehung manches erreicht worden, aber wir sind noch nicht so weit, dah die Ueberzeugung von der Notwendigkeit einer Beseitigung der „Versailler Kriegsschuldthese" Gemeingut des deutschen Volkes geworden ist. Nach dem Krieg war fast die gesamte Kulturwelt gegen das deutsche Volk im höchsten Mähe aufgebracht, weil fünf Iahre lang die öffentliche Meinung unwidersprochen in dem Sinne bearbeitet worden ist, dah die deutsche Regierung und das deutsche Volk die alleinige Verantwortung für den Weltkrieg zu tragen hätten. Aber damit nicht genug, wurde mit allen Mitteln der Propaganda die Auffassung verbreitet, dah das deutsche Volk diesen Krieg mutwillig und auf Grund einer geheimen Verschwörung vom Zaune g e- b r o ch e n habe, um über die anderen Völker herzufallen, sie zu knechten und zu berauben. Hinzu kam noch, dah dem deutschen Volk besondere Grausamkeit der Kriegsführung angedichtet wurde. Da der Krieg, abgesehen von dem Einfall der Russen in Ostpreußen, fast ausschließlich in Feindesland geführt wurde und noch nie da- gewesene Verwüstungen in einem hoch kultivierten Gebiet anrichtete, darf es nicht Wundernehmen,- dah eine grenzenlose Erbitterung der vom Krieg betroffenen Bevölkerung hervorgerufen worden ist. Da Deutschland für all dieses Unglück als der allein Verantwortliche hingestellt wurde, ist es begreiflich, dah sich sehr bald ein fast unauslöschlicher Haß gegen alles, was deutsch ist, herausgebildet hat. Wir können uns diese Geistesverfassung am besten klar machen, wenn wir uns einmal in die Lage der Bevölkerung Belgiens und Nordfrankreichs hineinversehen. Der im Krieg von den Vätern ererbte oder mit Fleiß erworbene Besitz ist vielfach mit Stumpf und Stiel vernichtet. Von Generation zu Generation wird es sich fortpflanzen, dah diese Stadt oder jenes Dorf 1914 von den Deutschen, die in Nordfrankreich einbrachen, in Asche gelegt worden ist. Was Poincarö in dramatischen Worten den Franzosen fast an jedem Sonntag in seinen Denkmalsreden in die Erinnerung zurückruft, pflanzt sich in einfachen Worten, mit Denen der Vater seinen Kindern über den Krieg berichtet, vielleicht noch Iahrzehnte lang fort. Und die Erinnerung an das Geschehene wird stets neuen Hah gegen Deutschland aufkommen lassen. Diesen Haß einschränken oder verkleinern zu wollen, läht sich durch ein Der- gessenwollen aber nicht erreichen. Haben wir etwa bis heute die Zerstörung des Heidelberger Schlosses vergessen? So bleibt nur ein Mittel übrig, durch unermüdliche sachliche Arbeit in den vom Krieg unmittelbar betroffenen Völkern die Erkenntnis wachzurufen, dah sie s e l b st an der Entstehung und Herbeiführung des Weltkrieges einen großen Anteil hatten und daher für die Katastrophe sich selb st mitverantwortlich fühlen müssen. Nur wenn diese Erkenntnis Platz greift, wird es möglich fein, den Hah zu verdrängen und das Vertrauen zwischen den Völkern allmählich wieder herzustellen. Von dem Vertrauen von Volk zu Volk hängt aber in erster Linie die Möglichkeit einer Gestaltung friedlicher Beziehungen . out onduliert. S-Sä Dame Aren im H°ur. loruchenzuml.tzult. rAwil. Angeb. unt E a. b. M Anr. ucht Stellung als Stütze. L ZeiB, Barhun L 'SerbeiitUL ' Alle dem setzungen und den Sinn einer oberhessischen Dolkshochschulorganisation soweit wie möglich aufklären. Denn es ist alles aufzubieten, daß das Unternehmen nicht an Mängeln leide oder im letzten Augenblick gar scheitere, für die die Sache als solche nicht verantwortlich sein würde. Wir wünschen durch öffentliche Begründung unseres Planes auch die abwartend eingestellten Kreise davon zu überzeugen, daß unsere Vorschläge von einem ganz nüchternen Standpunkt aus zu bejahen sind: denn es entspricht doch wohl einer geordneten Verwaltung, wenn wir uns bemühen, die aus öffentlichen Kassen viele Iahre hindurch unter st ützte Gießener Volkshochschule nicht auf die Dauer in gänzlich unzureichender finanzieller Ausstattung und daher chronischer organisatorischer und geistiger Krise zu belassen. Die Gründe der Krise müssen beseitigt werden, ehe es zu spät ist, sonst wäre am Ende ein nicht unerheblicher Aufwand in mancher Hinsicht vertan. Sicherlich werden daher die amtlichen Freunde und Förderer der Volkshochschularbeit einen Weg zur materiellen und geistigen Sicherung der größten oberhessischen Volkshochschule ebnen helfen. Gegenüber vielfach geäußerten Bedenken müssen wir zunächst erklären, warum in Oberhessen von den zahlreichen nachkrieglichen Volkshoch- schulveranstaltungen nurmehr einige Ueberlebsel, darunter die Volkshochschule Gießen, vorhanden find. Die Antwort ergibt sich leicht: die ernähren örtlichen Gründungen konnten wegen der Kleinheit der Gemeinden nur ganz ausnahmsweise eine längere Lebensdauer besitzen, wenn jede von ihnen isoliert blieb, wenn fie nicht zu gegenseitiger Stützung in geistigen Kräfteaustausch traten. Es galt damals, in den ersten Nachkriegsjahren, den geschichtlichen Augenblick zu nahen, nämlich die zahlreichen, der ersten, hohen und opfermutigen! Begeisterung verdankten Volkshochschulen zusammenzufassen und einen soliden oberhessischen Volksschulaufbau nach dem Vorbild anderer deutschen Landschaften zu erarbeiten. Die geistige Lage hätte dieses Unternehmen außerordentlich begünstigt: denn durch das Erlebnis des alles in Frage stellenden Zusammenbruchs und der Umwälzung war eine sehr lebendige und starke Volksbewegung da. die lediglich in geordnete Bahnen zu leiten und darin im Fluß zu erhalten war. Ohne jeden Zweifel war so bei sachkundigen Führung zum mindesten das katastrophale Abbröckeln der oberhessischen Volkshochschulbewe- gung mit Sicherheit zu vermeiden. Ohne jeden Zweifel konnte es so zu der chronischen Krise der Gießener Volkshochschule nie kommen: denn auch diese ist, was wir noch zeigen werden, nur durch Isoliertheit verschuldet: denn auch Gießen erweist sich als zu klein, um eine selbständige Volkshochschule zu tragen. Aber der geschichtliche Augenblick durfte — anscheinend nur aus äußeren Gründen — nicht genützt werden, obwohl schon damals die leitenden Persönlichkeiten der Gießener Volkshochschule einen oberhessischen Zusammenschluß nachdrücklichst anstrebten. Es durfte damals lediglich zu einer entsprechenden Bemerkung in den Satzungen des Vereins „Volkshochschule Gießen" kommen, obwohl das geistige Arbeitsfeld und die Arbeitsweise des erstrebten Verbands klar abzugrenzen waren. Die chronische Notlage der Volkshochschule Gießen wurzelt ganz ausschließlich in den damaligen Unterlassungen. Es darf nun nicht übersehen werden, daß die Arbeit in einer völlig veränderten geistigen Situation wieder aufgenommen worden ist. Kurse werden heute nicht mehr durch eine Strömung im Volke erzwungen, sondern sie werden unten Aufgebot alles verfügbaren pädagogischen und propagandistischen Raffinements vom Volksbildner organisiert. Die heutige Bewegung geht nicht vom Volke, sondern vom Volksbildner aus. Und nicht jene an Einern geschichtlichen Ereignis entzündete allgemeine Begeisterung, sondern in jahrelanger Gedankenarbeit erzielte Einsichten weniger sind heute das Bewegende. Die Frage ist: werden die zur Förderung der Volkshochschularbeit berufenen staatlichen und kommunalen Behörden und Körperschaften sich der heutigen, weniger lauten, weniger massenhaften, weniger „begeisterten", dafür aber geistig solideren und gedanklich tiefer begründeten Bewegung ebenfalls annehmen? Werden fie auch einer Bewegung von Volksbildnern die Wege ebnen helfen, so wie sie es gegenüber einer Volksbewegung seinerzeit zu tun sicherlich bereit waren? Unsere bisherigen Erfahrungen scheinen uns zwar zu einem gewissen Optimismus zu berechtigen. Aber wir hoffen mit diesen Darlegungen zu erreichen, daß unsere Eingaben mit noch weniger Skepsis und noch mehr Wohlwollen geprüft und bann von den Antragstellern mit noch me$r Liebe und Nachdruck vertreten werden, und daß sich in den Körperschaften leichter eine Mehrheit für die Anträge findet, als bisher. Es handelt sich ja um Beihilfen, die, jede für sich genommen, keine spürbare Belastung des Bewilli- gers darstellen, sondern die lediglich summiert allerdings ein tragfähiges Fundament bilden würden. Es sei hier nur darauf hingewiesen, daß der hessische Staat, die Provinz Oberhessen, die Gemeinden und die Hörerschaften eine leistungsfähige Volkshochschule für ganz Oberhess en unterhalten können, wenn sie insgesamt nur dasselbe nochmals aufwenden, was jetzt für die Gießener Volkshochschule allein aufzubringen ist. Nur die von uns vorgeschlagene Organisation wird die wenigen Ueberreste des oberhessischen Volkshochschullebens vor dem schließlichen Zerfall bewahren. Denn wir dürfen uns der Einsicht nicht langer verschließen, daß die Gießener Volkshochschule auch in materieller Hinsicht die Lage W= WM werb, iachgmän | n. preiswert ec-1 stimmt u. tepat. • etrteiuwi t einer Arbeitsleistung, für die er dem Schrift- stehen fremde Bücher, die eigentlich anderen steller, dem Dichter, dem Verfasser nichts be- ----™---" zahlt. Es ist nicht daran zu deuteln: wer ein entliehenes Buch eines modernen Autoren liest, bringt den geistigen Urheber, dem er schließlich die Lektüre verdankt, um seinen entsprechenden 419 tu. tW.i« Rekannt^eln.Hm der übrigen teilt. Dah sie bas in geistiger Hinsicht tut, steht schon längst fest. Vor allem hinsichtlich der Lehrerfrage, die die Kernfrage jeder Schule ist. Es fällt schon schwer, sich damit ob* zufinden, wenn irgendwo im Land ein lebendiger Kreis zerfällt, weil der Sei ter, etwa ein Pfarrer oder Lehrer, verseht wird oder sich erschöpft und verausgabt zuruckziehen muß. Die rechte geistige Hilfe von außen konnte den Zusammenbruch verhüten. Man muß es geradezu tragisch empfinden, wenn aufopfernde Volkshochschullehrer so oft nur deswegen die Arbeit aufgeben müssen, weil sie in ihrem Wohnort nichts Reues mehr zu sagen haben. Dabei konnte ein organisierter Lehreraustausch und geistiger Austausch zwischen den Lehrern der Brachlegung der Kräfte unö dem Abbröckeln der örtlichen Teilnehmerschaft vorbeugen. Es wäre aber schlechthin sinnlos, wenn auch die Volkshochschule Gießen, für die vom hessischen Staat, von der Stadt Gießen und von zahlreichen Persönlichkeiten zehn Jahre hindurch große und kleine Opfer gebracht worden sind, früher oder später dem gleichen Schicksal erliegen sollte. Denn namentlich alles hinsichtlich der nebenamtlichen Lehrer Gesagte gilt auch von ihr, mögen diese Lehrer auch noch so geeignet und opferwillig sein. Die dadurch bedingte chronische geistige Krise durch Gewirmung geeigneter Lehrer aus der weiteren Umgebung Gießens zu beheben, würde in jedem Fall den drei» bis fünffachen Aufwand an Lehrervergütungen und damit eine offenbar unerreichbare Erhöhung der Zuschüsse erfordern. Es bleibt also für die Gießener Volkshochschullehrer zur Lösung der Lehrerfrage nur ein oberhessischer Lehreraustausch. Sie muß daher an Plätzen, wo sich die geeigneten Persönlichkeiten finden, die Einrichtung von Kursen und so die Bildung eines oberhefsi- schen Stammes erfahrener Volkshochschullehrer befördern. (Raumknappheit verbietet uns, die weiteren Vorteile darzustellen, die sich aus dem Zusammenschluß für dae einzelnen Orte ergeben müssen.) Aus ideell en und materiellen Gründen muß atjo auch die Volkshochschule Gießen aus ihrer isolierten Stellung heraus. Sie muß den beschrittenen Weg zu Ende gehen und Zentrale für oberhessische Volkshochschularbeit werden. Diese Zeilen sollten die Prüfung der Frage nahelegen, ob nicht im Hinblick auf die Errungenschaften, die auf dem Spiel stehen, für die gesamte oberhessische. Vvlkshochschularbeit das tragfähige Fundament gelegt werden kann, das für die einzelne örtliche Einrichtung nicht ohne weiteres zu verantworten sein mag. Es geht schließlich auch darum, ob die Volkshochschule, d. h. neben der neueren Volksbüchereiarbeit der andere Zweig der intensiven Volksbildung, in der nördlichen Provinz Hessens ebenfalls heimatberechtigt ist. Für die Durchführung der Vorarbeiten hat sich bereits ein provisorischer „Arbeitsausschuß für eine oberhessische Volkshochschule" gebildet. Es gehören ihm Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Volkshochschullehrer und -Mitarbeiter an. 9n dem Ausschuß können auch alle Volkshochschulen Vertretung erlangen, die nicht den Charakter eines Unterhaltungsinstituts tragen, sondern intensive Bildungsarbeit leisten und außerdem engste Zusammenarbeit der oberhessischen Volkshochschulen erstreben. Oer neue Rektor -er Technischen Hochschule Oarmstadt. WSN. Darmstadt, 26. Juni. Zum Rektor der Technischen Hochschule Darmstadt ist für die Heit vom 1. September 1929 bis 31. August 1930 der ordentliche Professor, Diplom-Ingenieur Christoph Ebekle gewählt und vom Gesamtministerium bestätigt worden. (Professor Eberle M IM UM WO Ml Roman von Edgar Wallace. 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten, „Ich möchte mal eine Linie ziehen, die neben dem geraden Pfade der Tugend, von dem Sie innerhalb der letzten Monate nicht abgewichen sind, entlangläuft", sagte er. „Ich befürchte, sie würde mehr oder weniger im Zickzack laufen. — Fanny, ich werde Ihnen eine Chance geben — ich spreche absolut offen mit Ihnen. Es liegt Scotland Vard nichts daran, daß die ganze Welt erfährt, ein weiblicher Gauner ist in das Präsidium eingebrochen und hat unter den Augen der Polizei verschiedene Wertgegenstände gestohlen." Die Frau lachte leise und zwinkerte Diana zu. „Für so was kann man nur ’ne Frau gebrauchen, nicht wahr, Schatz?" fragte sie. „Erzählen Sie man weiter, mein Herr Schnüffler. Wenn Sie aber denken, daß ich irgend jemand verklappe, dann irren Sie sich gewaltig." „Sie werden mir ganz genau mitteilen, was ich von Ihnen wissen will," sagte Larry scharf, „und Sie werden mir sofort sagen, wer Sie für diese Geschichte angeworben hat." Sie schüttelte den Kopf. „Sie werden mir außerdem noch sagen, wer der Mann war, dem Sie die gestohlenen Sachen ausgehändigt haben, und wo das geschehen ist." Fanny schüttelte den Kopf von neuem und war in ausgezeichneter Laune. „Das viele Fragen hat gar keinen Zweck," sagte sie, „ich antworte ja doch nicht. Sparen Sie sich doch die Mühe und sperren Sie mich lieber in meine Zelle." „Ich werde Sie in die Zelle bringen lassen, sobald ich Ihnen die gegen Sie vorliegende Anklage mitgeteilt habe", sagte er ruhig. Die Frau fuhr Hoch und blickte ihn scharf an. „Sie Haben mich wegen Einbruches angeklagt." „Das ist nicht das Verbrechen, dessen ich Sie beschuldigen werde", sagte Larry. „Wenn ich nicht befriedigende Antwort auf meine Fragen erhalte, werde ich Sie noch einmal zur Protokollaufnahme zurückführen und Anklage gegen Sie erheben wegen Beihilfe zum Morde an Gordpn Stuart in der Rächt des dreiundzwanzig- ften April." Sie blickte ihn entsetzt und keines Wortes mächtig an. „Mord?" wiederholte sie, „Mord? — Guter Gott, Sie glauben doch nicht im Emst, daß ich---- „Sie sind in einer sehr ernsten Lage", sagte Larry. „Sie helfen Mördern, sich dem Arm der Gerechtigkeit zu entziehen. Sie haben sich verleiten lassen, ein wichtiges Beweisstück zu ist bekanntlich einer der Gutachter in der Frage der hessischen Gasfernversorgung.) Tagung auslanddeutscher Studierender WSA. Darmstadt, 26. Juni. Anläßlich der Tagung der Arbeitsgemeinschaft auslanddeutscher Studierender in Hessen hatte sich eine stattliche Anzahl Teilnehmer hier ehtgefunben. Zu dieser Vereinigung gehören die auslanddeutschen Studierenden der Universitäten Gießen und Marburg, der Technischen Hochschule Darmstadt und des Polytechnikums Friedberg. An dem erfolgreichen Verlauf der Tagung hat der Landesverband Hessen des V. D. A. besonderen Anteil. Die wertvolle Arbeit, die die auslanddeutschen Studierenden im Interesse der deutschen Kultur in ihrer Heimat leisten, fand besondere Würdigung. $roff und Reif im Zunr. WSN. Darmstadt. 26. Juni. In der vergan« genen Dienstagnacht ist im Odenwald das Ty-''- mometer in vielen Gegenden bis auf den Null- Punkt gefallen. Weite Strecken Land waren am Morgen noch mit Rs^f bedeckt. Wie verlautet, hat diese ganz ungewöhnliche Erscheinung aber an den Feldfruchten Schaden nicht angerichtet. Die hessische Gasfernversorgung. Von Bürgermeister Dr. Riepoth, M. d. L, Schlitz. Wir bringen diese Darlegungen des bekannten deutsch-volksparteilichen Landtagsabgeordneten zur Kenntnis unserer Leser, ohne damit unsere eigene Stellungnahme zu dieser bedeutsamen Frage festzulegen. D. Red. Vor einigen Wochen übergab der Vorstand der Hessischen kommunalen Gasfernversorgung (Hekoga) dem Aufsichtsrat und damit der Oefsentlichkeit einen sehr lesenswerten Bericht über das Resultat seiner Vorarbeiten in der Frage der Gasversorgung des hessischen Gebietes mit dem Ergebnis, daß der Aufsichtsrat mit großer Mehrheit der Auffassung des Vorstandes beitrat und den Beschluß faßte, der Mitgliederversammlung der Hekoga vorzuschlagen, den Vertragsabschluß mit der Ruhrgas-A.-G., als für die hessischen Interessen am vorteilhaftesten, zu vollziehen. Wer allerdings so optimistisch war, anzunehmen, daß damit d. H. auf Grund des aus rein wirtschaftlichen Ueberlegungen beruhenden Votums des Aufsichtsrats die Frage entschieden sei, der sah sich auf das schwerste enttäuscht. Die einsetzende öffentliche Diskussion zeigte, wie so oft, die Tendenz, an Stelle sachlicher Erwägungen, politische Gründe für die Entscheidung ins Feld zu führen. Bei der außerordentlichen Bedeutung der Frage der Gasfernversorgung nicht nur für Hessen, sondern darüber hinaus für ganz Deutschland darf auf den gesamten Fragenkomplex etwas näher eingegangen werden. Schon vor mehreren Jahren hatte auf Anregung des Bürgermeisters Ritzert (Darmstadt) der verstorbene Provinzialdirektor von Starkenburg — Dr. Kranzbühler — den Versuch gemacht, die Gasversorgung Hessens nach einheitlichem Gesichtspunkt durchzuführen. Die damaligen Verhandlungen führten schließlich zu dem Ergebnis, daß die preußische Zeche Hibernia — deren Dividendenlosigkeit die Lage des Ruhrkohlenbergbaus aber auch die „Ueberlegen- heit" des Staatsbetriebes deutlicher als alles andere illustriert — sich bereit erklärte, an einer fracht- günstig gelegenen Stelle am Rhein eine Kokerei zu errichten und der Gesamtheit der Hessischen Verbraucherschaft das benötigte Gas ab Werk zu einem Preis von 1,85 Pf. für den Kubikmeter zu liefern. Es soll hier nicht untersucht werden, ob oder welche Fehler damals gemacht wurden, oder ob Einflüsse hinter den Kulissen maßgebend waren, jedenfalls hielt die Hibernia ihr Angebot nicht aufrecht. Die Verhandlungen hatten aber doch wichtige Ergebnisse nach zweierlei Richtungen: Das Ruhrkohlensyndikat hatte erkannt, welcher Anreiz für einzelne Zechen und damit welche Gefahr für den Bestand des Syndikats in der- artigen Plänen lagen. Die Folge war schließlich die Gründung der R u h r g a s A.-G., die der- artige Seitensprünge unmöglich macht. Die Hessischen Städte und Gemeindeverbände hatten aber den schlüssigen Beweis, daß sie vereinzelt einem losen Bündel von Stäben glichen und daß sie nur geschlossen in der Lage wären, ihren Interessen gebührend Geltung zu verschaffen, zudem der Anschluß Ofienbachs an Frankfurt — was die Gasversorgung anlangt — als Warnungszeichen gewertet werden mußte. Die Folge war die Gründüng der Hessischen Äomniunalen Gasfernversorgung (He k o k a). In der Hekoga sind vertreten: Provinz ©tarfenburg 17 Stimmen, Provinz Oberhessen 16 Sttmmen, Provinz Rheinhessen 16 Sttmmen, Stadt Mainz 24 Sttmmen, Stadt Darmstadt 14 Stimmen, Stadt Worms 7 Sttmmen, Stadt Gießen 4 Stimmen, Land Hessen 2 Sttmmen. Ziel der Hekoga mußte sein, ihren Mitgliedern Gas in ausreichender Menge und so billig zur Verfügung zu stellen, daß es nicht nur als Kochgas, sondern auch zur Wohnraum- beheizung Verwendung finden kann. Dieses Ziel konnte theoretisch auf doppeltem Wege erreicht werden: a) durch Eisenerzeugung, b) durch Fremdbezug. Wer den Vorstandsbericht unvoreingenommen gelesen hat, muß anerkennen, daß hier eine gründliche Arbeit geleistet worden ist und daß man objektiv jede Möglichkeit geprüft hat. Bei den Vorarbeiten war man zunächst an den § 7 des Gründungsvertrages gebunden, der bestimmte, daß der Weg der eigenen Gasversorgung im Lande in erster Linie zu beschreiten sei, bevor man sich zu einer Versorgung der Gesellschafter von außerhalb her entschließen dürfe. Um hierfür einwandfreie Unterlagen zu gewinnen, hatte ein Mitglied des Vorstandes — Bürgermeister Hiemenz (Mainz) — eingehende Berechnungen aufgestellt in der Hoffnung, auf dem Gelände des städtischen Gaswerkes in Mainz eine Kokerei errichten zu können, die das Gas in der benötigten Menge und Beschaffenheit ebenso billig herzustellen in der Lage sei, als dies bei Fern- bezug der FaU sei. Leider — so berichtete Bürgermeister Hiemenz — entsprach das Ergebnis der Berechnungen nicht den von ihm selbst gehegten Erwartungen. Das Projekt einer eigenen Kokerei wurde deshalb zunächst zurückgestellt. Als jedoch im^ Laufe der Vorarbeiten der Direktor des städtischen Gaswerks in Darmstadt dem Vorstand einen von ihm aufgestellten Plan einer großen, den Bedarf Iber Hekoga sicherstellenden Kokerei vorlegte und dabei zu einem außerordentlich günstigen Selbstkostenpreis kam, beauftragte man seitens des Vorstandes die Herren Professor Eberle und Heidebroek von der Technischen Hochschule zu Darmstadt und den Herrn Dr. G i e s e k i n g in Leipzig, das vorliegende Material eingehend zu prüfen. Die Gutachten der Sachverständigen wichen, was den Selbstkostenpreis pro Kubikmeter anlangt, sehr voneinander ।ab. Ich bin selbst kein Gasfachmann und kann deshalb die Ziffern auf ihre Richtigkeit im einzelnen nicht nachprüfen, ich weiß aber, daß bei Projekten im Umfang des vorliegenden der Voranschlag erfahrungsgemäß stets erheblich überschritten wird (es sei in diesem Zusammenhang nur an die Hefrag erinnert) und daß man deshalb nicht vorsichtig genug rechnen farm, wenn man nicht Gefahr laufen will, sehr unliebsame Ueberraschungen zu erleben. Es ist aber nicht die Preisfrage allein, die gegen die Errichtung einer eigenen Kokerei spricht, von der selbst der Hessische Innenminister Leuschner erklärte, „sie haoe eine zu schmale stehlen, das in den Händen der Polizei war und vielleicht zur Ueberführung der Mörder geführt hätte — alles das genügt vollständig, um Sie außerordentlich schwer zu verdächtigen." Fanny war sehr ernst geworden. „Ist das Ihr wirklicher Ernst?" fragte fic. „Vollständiger Ernst", sagte Larry eindrucksvoll. „Rehmen Sie nur nicht an, daß ich Sie zum besten haben will, Fanny. Ich bin zu Ihnen so ehrlich, wie nur irgendein Mensch es einem anderen gegenüber sein kann. Sie haben ein Beweisstück gestohlen, das vielleicht die Verhaftung der Mörder ermöglicht hätte." „Wer sind Sie eigentlich?" fragte sie. „Ich bin Inspektor Holt", war die Antwort. „Allmächtiger Vater! Dann bin ich verratzt!" stammelte sie. „Ich dachte, Sie wären im Ausland. Ree, Mr. Holt, ich will Ihnen erzählen, was ich weiß. Ich habe genug von Ihnen gehört und weiß, daß Sie auch Gaunern gegenüber ’n ehrliches Spiel spielen. Don der ganzen Geschichte habe ich bis gestern nachmittag keine Ahnung gehabt, und dann wurde ich angerufen, ich sollte mich mit dem großen Jake oder dem blinden Jake, wie er auch noch genannt wird, treffen.“ „Blinde Jake?" wiederholte Larry, dem der Rame unbekannt war, und dann fiel ihm der blinde Streichholzhändler auf dem Embankment ein, der im Bureau gewesen war — aber der konnte es doch unmöglich gewesen sein. Diana hatte gesagt, er wäre klein gewesen. „Die Polizei weiß genau Bescheid über ihn, Mr. Holt", sagte Fanny zaudernd. „Er ist ein schlechter Mensch. Von mir klingt das komisch, ich weiß es, aber vielleicht verstehen Sie, was ich damit sagen will: er ist schlecht, grundschlecht. Ich bin in Todesangst vor Jake dem Blinden, und es gibt nicht einen Strolch, feinen Hochstapler in ganz London, dem es nicht ebenso geht. Er hat zweimal gesessen. Gewöhnlich arbeitete er mit zwei Komplizen, alles Gauner, und alle drei blind. Wir hatten sie „die toten Augen von London" getauft, weil sie sich schneller bewegen konnten a(s Sie, und weil sie im dicksten Rebel die geschicktesten Detekttve, die es jemals gegeben hat, schlagen würden, weil der Rebel für sie gar nichts bedeutet. Jake der Blinde war der Anführer der drei, dann ist einer von ihnen verschwunden, und ich habe gehört, er wäre tot. In den letzten zwölf Monaten haben totr nicht viel von ihnen gehört, bis auf einmal der blinde Jake wieder auftauchte. Und Geld hatte er wie Heu. 3ch glaube, er arbeitet jetzt für eine Kanone in der Zunft." „Schön, Sie haben den blinden Jake getroffen?" „3a", nickte sie. „Er gab mir den Plan--" „Aber der war doch nicht von ihm — er konnte doch nicht zeichnen", unterbrach Larry. „Der sicher nicht", sagte sie verächtlich. „Rein, er hatte den Plan bei sich. Ich muß ihn irgendwo haben. Vielleicht in meiner Handtasche, die Sie mir abgenommen haben." „Zerbrechen Sie sich darüber nicht den Kopf", sagte Larry. „Ich habe ihn im Bureau gefunden." „Also der blinde Jake sagte mir, was ich zu tun hatte, daß er mir den Mantel und Hut geben würde, den die junge Dame hier immer trug, wenn sie ins Präsidium kam, daß ich beim Pförtner ,Rümmer* 47 sagen und dann so schnell wie möglich nach oben gehen müßte." „Was sollten Sie holen?" „Eine kleine Rolle aus braunem Papier", war die Antwort. „Er hat mir ganz genau beschrieben, wo sie war und daß sie in einer Schale lag." Sie zuckte die Schultern hoch. „Ich kann mir nicht denken, wie Sie das herausgefunden haben." „Aber ich", sagte Larry und wandte sich zu dem jungen Mädchen. „Der Streichholzhändler hat auf einmal sein Augenlicht wiedergefunden I Wo kann ich den blinden Jake finden?" fragte er Fanny. „Sie werden ihn überhaupt nicht finden", entgegnete sie kopfschüttelnd. „Er läßt sich niemals am Tage sehen — wenigstens sehr selten." „Und wie sieht er aus?" „Er ist riesengroß und stark wie ein Ochse." Diana stieß einen Schrei aus und fragte: „Hat er einen Bart?" „Ja, Miß. So ’ne Art kleinen, grauen Bart." „Das war der Mann auf der Treppe," sagte Diana, „dessen bin ich ganz sicher." Larry nickte und wandte sich zu der Frau. „Wann haben Sie die Rolle weitergegeben?" „Heute morgen gegen zwei Uhr. Um diese Zeit sollte ich ihn am unteren Ende der Arundel Street und Strand, in der Rähe des Embank- rnents, treffen. Und was er für eine Laune hatte!" „Wissen Sie, wo er wohnt?" Sie schüttelte den Kopf. „Vor Jahren wohnten sie in Todds Heim. Das war eine Blindenanstalt in Lissom Lane, Paddington, wo die blinden Straßenhändler Unterkunft fanden. Aber ich glaube nicht, daß er noch da ist." Larry führte sie in die Wachtstube zurück. „Sie können sie auf meine Verantwortung hin freilassen", sagte er zu dem diensttuenden Beamten. „Fanny, Sie melden sich morgen früh zehn Uhr bei mir in Scotland Vard." „Ja, Sir," sagte Fanny, „und was wird mit meinem Geld?" Larry überlegte einen Augenblick. „Das können Sie wiederbekommen." „Wenn mir irgend jemand erzählen will," sagte Fanny, als sie die Banknoten mit beleidi- Basis, um auf die Dauer einen sicheren Erfolg zu versprechen." Bei unserer Kapitalarmut kann es nicht verantwortet werden, rund zwanzig Millio- nen in eine neu zu errichtende Gasfabrik zu stecken, während auf der anderen Seite bis vor kurzem in Hessen nicht die notwendigen Kapitalien aufzubringen waren, um die ersten Hypotheken der Wohnungsneubauten zu finanzieren. Als weiterer Fak» tor gegen die eigene Kokerei ist das große Risiko anzusehen, das jede Veränderung der Spanne zwischen Kohleneinkaufs- und Koksoer- kaufspreis unweigerlich im Gefolge hat. Man muß sich immer vor Augen halten: In den Kokereien der Ruhr wird Koks erzeugt, Gas ist Nebenprodukt. In einer eigenen Kokerei wäre Gasgewinnung Selbstzweck, während der Wert der „Nebenprodukte — Koks, Teer, Benzol und Ammoniak — den des Hauptproduktes um das Mehrfache übertreffe, mit anderen Worten, jebe Veränderung der Preise für Koks, aber auch für Teer, Ammoniak und Benzol müßte notwendigerweise jede Selbstkostenberechnung illusorisch machen. Geradezu katastrophal aber wäre es, wenn die Kohlenpreise steigende Tendenz zeigten, während die Koks« preise unverändert blieben, oder sogar nach unten neigten. Daß eine solche Entwicklung im Bereich der Möglichkeit liegt, beweisen die Vorgänge im November 1927, wo die Kohlenpreise zwar um etwa 10 v. H. heraufgesetzt wurden, während die Kokspreise im Interesse der eisenverarbeitenden Industrie beibehalten wurden. Mag man auch im einzelnen in dieser Beziehung denken wie man will, der Koksabsatz ist für eine Kokerei, die als Hauptprodukt Gas liefern soll, stets ein Sorgenkind. Die Schwierigkeit des Koksabsatzes wäre aber bei Steigerung des Gasverbrauchs in dem erhofften Umfang eine immer größere, und schließlich könnte man in die Zwangslage kommen, die Propaganda für den Gasverbrauch einzuschränken, um nicht im Koks zu ersticken, oder um nicht genötigt zu sein, den Kokspreis herabzu- fetzen. Und nun zum Schluß noch ein Gesichtspunkt, der bei der Errichtung einer eigenen Kokerei zu berücksichtigen ist. Jedes Gaswerk muß für eine bestimmte Leistungsfähigkeit eingerichtet werden, und die Selbstkosten pro Kubikmeter Gas müssen notwendigerweise am geringsten sein, wenn die Kapazität voll ausgenützt wird. Also nicht nur eine nicht volle Ausnutzung der Leistungsfähigkeit — und das wird schon wegen der Spitzenbelastung die Regel sein — beeinflußt die Gestehungskosten ungünstig, auch eine Ueberschreitung der Leistungsfähigkeit, die Kapitalneuinvestitionen nötig machen, muß — wenigstens in der Uebergangszeit — verteuernd wirken. Ein lehrreiches Beispiel hierfür wird aus einer süddeutschen Großstadt berichtet, wo man einer Großfirma, die zebn Millionen Kubikmeter Gas benötigt, die ersten sechs Millionen Kubikmeter billiger anbot, als die nächsten vier Millionen Kubikmeter. Aus all diesen Gründen muß man der Ansicht des Vorstands der Hekoga beitreten und die Eigenerzeugung als ungünstig ablehnen. Es soll nun untersucht werden, welche Möglichkeit bei Fremdbezug für Hessen am vorteilhaftesten ist. In Betracht kommen die Angebote der Ferngas- gesellschaft Saar, der Südwestdeutschen Gas Ä.-G. in Frankfurt a. M. und der Ruhrgas A.-G. in Essen. genber Sorgfalt nachzählte, „dah die Polizei nicht ehrlich ist, soll er man zu mir kommen, und er wird allerlei zu hören kriegen." 13. „Miß Diana," sagte Larry freundlich, „Sie müssen jetzt aber wirklich nach Hause gehen und machen, daß Sie ins Bett kommen." Diana schüttelte den Kopf. «Ich bin nicht ein bißchen müde, Mr. Holt. Darf ich nicht mitkommen? Wissen Sie nicht, daß Sie mir versprochen haben, den Fall Stuart mit Ihnen zusammen bearbeiten zu dürfen?" „Aber ich habe nicht versprochen, Sie die ganze Rächt hindurch aufzuhalten," meinte er gutgelaunt, „und Sie sehen sehr abgespannt aus. Ich glaube, ich werde jetzt schleunigst schlafen. — ■Unb nun sofort nach Hause. Die Vorsehung schickt uns gerade ein Taxi," sagte er und winkte. Sie, fühlte sich müde zum Umfallen, wußte, daß er Worte der Weisheit gesagt hatte, versuchte aber trotzdem zu protestieren. QTber Larry war unerbittlich und hielt die Wagentür für sie offen. „Sergeant Harvey bringt Sie nach Haus," sagte er und zog den Beamten beiseite. „Sie gehen nach oben in Miß Wards Zimmer, durchsuchen diese Sorgfältig und bleiben auf dem unteren Treppenabsatz, bis Sie abgelöft werden." „Und nun, Sergeant, wollen wir uns mal Todds Heim ansehen." Larry hatte keine Lust zum Laufen, und es dauerte eine Zeitlang, bis sie ein anderes Taxi gefunden hatten. Sechs Ikhr schlug es von den Kirchtürmen, als der Wagen vor Todds Heim anhielt. Es war ein trauriges, wenig einladend aussehendes Haus, dessen Fenster mit blauer Farbe bedeckt waren. Auf einer langen, schwarzen Tafel, die über die Breite des Hauses hinweglief, stand in verblichenen goldenen Buchstaben 7 Todds Heim für bedürftige Blinde. Larry hatte erwartet, Schwierigkeiten zu haben, um von den Bewohnern gehört zu werden, sah sich aber getäuscht. Kaum hatte er geklopft, als die Tür von einem kleinen Mann geöffnet wurde. „Das ist nicht Toby oder' Harry, auch nicht der alte Joe," sagte er laut. „Wer ist es denn?" Larry sah, der Mann war blind. „Ich möchte den Vorsteher sprechen," sagte er. „3a, Herr," sagte der Mann respektvoll. „Wollen Sie bitte hier warten?" Er verschwand in einem langen verzweigten Gang, so dah er bald aus ihrem Gesichtsfelde entschwunden war: dann hörten sie ihn in seinen Pantoffeln zurückschlürfen, gefolgt von einem großen, schlanken Mann, der einen weißen Priesterkragen trug. Seine Augen waren hinter dunklen, blauen Gläsern versteckt, und auch er fühlte sich seinen Weg den Gang entlang. (Fortsetzung folgt.), v Angebot der (Saar. vor. Frankfurter Börse. Berlin. 26- Juni Frankfurt a.M. | Berlin Sd)lu6-I 1 Uhr- KurS I Kurs Schluß 1-Uht- Suti Kurs ed)lutt-IQlnfang. §urö I Kurs 26-6- I 27-e. 26-6- I 27.6. 27 6. 26.6. 27-6. 221,5 402,5 143 8 8,8 142 , 141,25 — 89,5 Phönix Bergbau..... Rheinische Braunkohlen. - 124,4 116 165,5 335 335,25 336 V 188,75 280,5 111,4 125,5 51 10,5 6 Va io 193,5 222 158 220,5 135,65 225 76,75 120,25 143,5 148,25 193,25 221,5 221 135 225,25 142.25 162,5 198 240,75 399,25 147,5 170 77 120,5 147,6 137 220 111.5 133 125 76,25 90 123,75 160 115.75 128,5 130,75 224,75 188,5 280,25 173,75 158,13 165 124 160,25 115,25 129 130,75 226,5 188,75 281 175,25 158,5 165,5 171 76,5 119,5 142,75 148 222 100 132 105,75 246,5 418 243,75 165 90,25 131 193,25 224 127 220 135 226,75 154,5 198 242,75 400,5 148 113,25 100,25 297 131,5 106 70,6 246 253,5 415 243,25 4,191 58,47 111,82 20,377 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 115 128,5 131 224,5 188,5 280 173,75 158,25 165 112,5 100 295 130 147 106 70,5 246 253 415,5 241,75 118 75,5 88,75 130,25 124,5 141,5 88 100,4 294,5 130 106 246 254 416 242,25 163 75 89 130,5 4,171 58,23 111,38 20,297 1.85 8,1 ManLselder......• £bctid)!e1. Eisenb. Bedarf. Oberschiei. Kottwerle. . . Amerikanische Not« Belgische Not« . . . Darmche Not« . . » Englische Not«. . • 1,9 8 2J> 23,4 20,4 22,4 1,85 7,9 8 7,9 17,5 Schluß lAnsang- Kurs ! Kurs 4% . 8 . 8 10 . 8 10 10 u 11 12 10 10 10 . 8 Datum . . . . s . . . . v . . . io ... 10 . . . . 6 ... 10 ... 10 . . . . v ... 10 . . . . 8 ... 12 .... 8 ... 10 .... 5 2 sh 10 10 15 12 . 5 . 9 . 5 . 6 147,5 135,4 220 111,25 132,25 124,75 ! Nicbeck Montan..... Bereinigte Stahl». . . . Otavi Minen...... Kali Aschersleben - Kali aScilcrcgdn..... Kaliwerk Salzdetfurth . . I. G. Farbcn-Industrie . . Dynamit Nobel..... Echcideanflalt...... Goldschmidt...... Rütgcrswerke...... Metallgcfellfchajt..... 87,25 50,9 10,25 85,75 79,5 90 99,75 1 2.5 1,8 23,3 ............. Bergmann..... (ilcttr. Lieferungen. . Licht und Kraft . . . fi-elten » Swlleaume. Gef. f. Elekir. Untern.. Hamb. 2lcl:r Bterke , Rhein. Elektr. . ■ Schlei. Elektr. . . . Schuckert..... Siemens 4 HalZkr . Trankrodio .... Lahmeyer & To.. . Buderus..... Deutichc Erdöl . . Essener Steinkohle . Gelfenkirchener . . charvencr ..... Hoejch Eilen. . . . Ilse Bergbau . . . Klöckncrwerke • . • Kvln-9ieursien. . . Mannesmann - - - RheinskM . . - f. % Jahr Wi Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. *W*V(5* ----- ----- < - 7,5 Prozent, Lombardzinsfutz 8,5 Prozent. «llg. Deutsche Eisenbahn . Hamburg-Amerika Paket . Hamb.-Südam. Dompsjch. Hansa Dampsschtzs .... Nordd«tfcher Lloyd . . - ÜUlg. Deutsche Trrditanft. . Barmer Bankverein . . . Berliner handelSgefellfch. . Lamm«,- und Prioat-Bank Darmst. u. Nottonalbank . Deutsche 8anl . Diskonto-Gesellschaft Ank.. Dresdner Bank . . - . Mitteldeutsche Srebttbaid . vietallbank ...... «eichsbank....... In diesem Zusammenhang erinnere, ich mich lebhaft eines Ausspruches des gerade in letzter Zeit vielgenannten Generaldirektors Dr. Bögler, der schon vor Jahren in einer Versammlung, der ich beiwohnen konnte, davor warnte, seiner Ansicht nach unnötige Kanäle zu bauen, um die englische Kohle zu verdrängen, und der damals die Ansicht aussprach, nur mit Gas könnten wir in den Häfen der Nordsee und in Berlin mit der frachtaunstigen englischen Kohle in Wettbewerb treten. Man mag diese Zukunftsmöglichkeit, die ich andeutete, für phantastisch halten oder nicht, es kann nicht abge- stritten werden, daß die Gasfernversorgung große Zukunftsmöglichkeiten in sich birgt, und es wäre für uns in Hessen eine Torheit, wenn wir die Gunst unserer geographischen Lage, die uns schon so manche Nachteile gebracht hat, aus irgendwelchen *3#«i. Uni . len 'M. * tonunfl ZUkt' ta Wt. ' Qn ben ■L mui», s Mi L^SiS" ds Zinnne^, unf€reii ”al galtet einer S W # Öt*“' - Sann aus w1 (je ihn w ^gein hö^lgt v-ißen »n, Ä einen cinjct iS' “ Angebot der Südwestdeutschen Gas A.-G. in Frankfurt am Main. Es ist zunächst an die Feststellung des Vorstandes der Hetoga zu erinnern, daß es nur aus schärfsten Druck hin überhaupt gelang, von Frankfurt an Stelle allgemeiner kommunalpolitischer Ausführungen ein bestimmtes Angebot zu erhalten. Als das Angebot schließlich eintraf, errechnet« sich der Preis pro Kubikmeter etwa 1,5 Pf. teuerer als der der Ruhr. Daran ändern auch meiner Ansicht nach alle „Erklärungsversuche der Frankfurter Gasgesellschaft nichts, der Unterschied ist eben nicht aus der Welt zu schaffen. Aber nicht allein die Preisfrage ist es, die das Frankfurter Angebot auch für den Rlchtfachmann unannehmbar macht, Frankfurt verlangt nämlich daß die Abnahme der Hekoga an einem Tag den 300. Teil der Jahresabnahme nicht übersteigt. Eine solche Bedingung einzugehen ist aber schlechterdings unmöglich, denn genau wie bei der Elektrizität werden auch bei der Gasabnahme, besonders wenn sie in dem gewünschten Umfang gesteigert wird, Spihenbelastungen nicht zu umgehen fein. Wenn Gas zur Wohnraum- bcheizung einmal Verwendung findet, ist es sogar unausbleiblich, daß an einzelnen sehr kalten Tagen ein um das Vielfache höherer Verbrauch erfolgt, als im Jahresdurchschnitt. Vom Frankfurter Standpunkt aus als vom Standpunkt eines Werks mit immerhin beschränkter Leistungsfähigkeit ist diese Vertragsbestimmung zwar verständlich, aber für Abnehmer unerträglich. Angebot der 2Ruf?r. Berlin, 27. Juni. Bis zum Bekanntwerden der Tatsache, daß die Bank von England heute ihren Diskontsatz unverändert gelassen hatte, konnte man vormittags eine etwas stärkere Zurückhaltung bei der Spekulation bemerken. Trotz der 100 Millionen Mark Gold- verluste in letzter Zeit konnte man sich in London für eine Diskonterhöhung nicht entscheiden, und es ist zu hoffen, daß das internationale Zusammenarbeiten der verschiedenen Danken einen anderen Weg als den einer Diskonterhöhung finden werde, zumal die Geldmarktlage international sich eher zu erleichtern scheint. 2Iu$ bei uns rechnet man nach den Terminen mit rückfälligen Sähen. Für den morgigen Zahltag wurde wohl auch rechtzeitig Vorsorge getroffen, doch zeigten die Sähe für Tages- und Monatsgeld kaum Veränderungen, nur Geld über älltimo war etwas stärker mit 8,5 bis 9,5 Prozent gesucht, wobei der katholische Feiertag am kommenden Samstag (Peter und Paul) Einfluß gehabt haben dürfte. Der Orderseingang bei den Danken war noch nicht sehr umfangreich, für Spezialwerte erhielt sich aber Interesse. Für Montanwerte regten angeblich rheinische Käufe weiter an. Man konnte an diesem Markte besonders Vorprämienkäufe per Ultimo August und September beobachten. Aber auch Elcktrowerte und Farben hatten heute wieder etwas mehr vom Geschäft. Hier sprach man von Käufen einer Großbank, die sich bereits gestern in ihrem Monatsbericht als optimistisch gestimmt bewiesen hatte. Für Farben regte anscheinend auch die Einigung in der Stickstoffindustrie an, die erst durch die Kommentare der Presse ins richtige Licht gerückt worden ist. Frankfurter Getreidebörse. F r a n k f u r t a. M., 27. Juni. Am Produktenmarkt war das Geschäft sehr ruhig, doch wurden die wieder höheren Auslandnotierungen mit Befriedigung aufgenommen, aber eine besondere Geschäftsbelebung trat infolge des heutigen Rebenmarktes nicht ein. Rur für Weizen und Roggen bestand etwas lebhafteres Interesse bet anziehendem Preise. Aber auch am Futterinitteb- marft war Mais für Futterzwecke etwas gefragter. Roggenmehl hatte eine weitere Auswärtsbewegung zu verzeichnen. Es wurden notiert' Weizen 24,25: Roggen 22,25; Sommergerste für Drauzwecke 23; inl. Hafer 22; Mais (gelb) für Futterzwecke 20,50 bis 20,75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 30,50, Roggenmehl 29,50 bis 30,50; Weizenkleie 10; Roggenkleie 11,25 Mk. Tendenz: stetig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Juni. Auftrieb: 141 Rinder, 1048 Kälber, 139 Schafe, 765 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 76 bis 79 Mk.; mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 75; geringe Kälber 60 bis 69. — Schw eine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 79 bis 82; von etwa 160 bis 240 Pfund 81 bis 84; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 78 bis 81 Mk. — Marktverlauf: Schweine mittelmäßig, ausverkauft. Kälber und Schafe langsam, geräumt. Motiven heraus nicht nützen könnten, oder nicht nutzen wollten. Für mich ist die Frage nicht die, ob die Gasfernversorgung von der Ruhr nach dem hessischen Gebiet tommt oder nicht, sondern ich glaube, daß es sich im jetzigen Augenblick nur darum handelt, obHessen vonFrankfurt oder Frankfurt von Hessen demnächst Ruhrgas beziehen wird, denn wenn auch die Franksurter Gasgesellschaft heute erklärt, sie verhandele nicht mit der Ruhrgas-A.-G., so heißt dies weder, daß sie in der Vergangenheit nicht verhandelt hat, noch daß sie in Zukunft nicht verhandeln wird. Sache der verantwortlichen Instanzen ist es, sich durch keinerlei Gefühlsmomente irre machen zu lassen, sondern die Vorteile unserer Lage zu erkennen und danach zu handeln. uen über Die csassernveriorgung um uiuu- hielt, Die Direktoren der städtischen Gaswerke in Hessen von dem Streikbeschluß der "Beleg» schäft verständigt wurden. Zugegeben wird, daß in der längeren Rohrleitung ein gewisses Gefahrenmoment liegt, das aber dadurch auf em Minimum reduziert wird, daß man das Mainzer Gaswerk als lebendige Reserve beibehalten und es so ausbauen will, daß es in der Lage ist, das gesamte benötigte Kommunalaas d h. das Gas der Privatverbraucher ausschließlich der Industrie, abzugeben. Das Gespenst eines Privatmonopols für Gas kann aber uns, die wir gewohnt sind, wirtschaftlich zu denken, nicht veranlassen, statt richtige falsche Entschlüsse zu fassen. Zunächst einmal glaube ich, daß es Wohl der gesamten Verbraucherschaft, einerlei welchen politischen Glaubens sie ist, doch lieber ist, billiges Gas von einer Privatfirma, als teures Gas von einem Kommunalbetrieb zu beziehen. Auch scheint es ziemlich belanglos, ob man die Kohle oder das Gas dem Ruhrkohlensyndikat abnimmt, und schließlich wird der Reichskohlenrat, der heute schon die Festsetzung der Kohlen- und des Kokspreises in der Hand hat, jede ungerechtfertigte Schädigung der Verbraucherschaft verhindern können und zu verhindern wissen. Zu allem Heber« mutz aber doch festgestellt werden, daß von einem Monopol gar nicht die Rede fern kann T»er, Ammoniak und Benzol sind, wie bekannt, Produkte mit Weltmarktpreisen. Bei Koks spüren wir jetzt schon sehr unliebam die englische Konkurrenz, und wenn die Ruhrgas A.-G. durch langfristige Verträge gebunden ist und verpflichtet wird, das Gas zu Preisen abzugeben, zu denen es die kommunale Konkurrenz zu liefern I nicht imstande ist, könnte selbst das Wort Monopol nicht schrecken. Wenn man dazu bedenkt, daß im Ruhrgebiet Millionen von Kubikmeter Gas, das den edelsten Brennstoff barstellt. den wir gegenwärtig haben, teilweise zur Kesselfeuerung benutzt werden — obwohl man dort auf der Kohle sitzt und auch sonst nicht abzusehende Brennstoffe verwenden könnte — und weitere Millionen von Kubikmeter Gas in die Luft gehen, dann ist es einfach vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus nicht zu verstehen, wenn man aus politischen I oder sonstigen Erwägungen einen angebotenen konkurrenzlos günstigen Vertrag ablehnt und sich anschickt, entweder bestehende Anlagen auszu- I bauen, oder neue zu errichten. Ich denke mir, daß die Gasfernversorgung ähnliche Wege geht, wie die Elektrizitätsversorgung Deutschlands. Wie man hier die bayerischen Wasserkräfte mit der Braunkohle des Rheins verbunden hat und wie man im Begriff ist, die Wasserkräfte in Vorarlberg und in Tirol auszubauen und für die beutfdje Industrie nutzbar zu machen, indem man ein weitmaschiges Retz von Hochspannungsleitungen durch unser ganzes Vaterland legt, so glaube ich wird man auch einst dazu kommen, das Gas der Ruhr, des sächsischen und des oberschlesischen Kohlenbergbaues und wenn die Vergasung der Braunkohle nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch gelöst ist, auch dieses in miteinander verbundenen Bohrsträngen Verbrauchsgebieten zuzuleiten und die kommunalen Gaswerke als örtliche Stützpunkte zur Deckung des Spitzengasbedarfs zu benützen. Rach den Berechnungen des Vorstandes der Hekoga ist das Angebot der Ruhr sowohl m der Preisfrage, als auch in allen anderen Vertragsbestimmungen das günstigste. Die Ruhr erklärt sich nämlich bereit, auf ihre Kosten eine Leitung etwa von Gießen durch Oberhessen Hindus) bis an die Südgrenze Oberhesfens mit einer Stichleitung nach Mainz zu bauen, das Mainzer Werk als lebendige Reserve beizubehalten und auf jede direkte Gasabgabe im Versorgungsgebiet der Hekoga zu verzichten (die letztere Verpflichtung wollte die Frankfurter Gasgesellschaft nur im beschränkten Umfange em» gehen). Im Falle man seitens der Hekoga Wert darauf legte, an dem Eigentum des Rohrnetzes beteiligt zu sein, war die Ruhr einverstanden, auch das zuzugestehen, und zwar zu Bedingungen, die das Gas für die Hekoga bei Abnahme von weniger als 80 Millionen Kubikmeter um einen kleinen Pfennigbruchteil verteuert, beim Ver. brauch über diese Menge hinaus aber einen weiteren Vorteil bedeutet hätte. 26 6. 87.5 50,9 10,25 76,25 I 119,13 133 | 135,25 142 143 (Selb 16,41 167,96 22,06 111,43 59,00 2,50 112,13 80,59 58,99 12,42 72,90 Wirtschaft. ZniernationaleGtickstoffverständigung. Die Verhandlungen des chilenischen Finanzministers Don Pablo Ramirez mit Vertretern der 2.-G.-F arbenindustrie A.-G. und der Imperial Chemical Industries Limited sind — wie gestern schon kurz berichtet — zu einem befriedigenden Abschluß gekommen und haben zu einer Verständigung über ein enges Zusammenarbeiten in der Zukunft geführt, das eine bestmögliche Versorgung der Landwirtschaft mit Stickstoff gewährleistet. Die Propaganda wird künftig nach vereinbarten Richtlinien erfolgen. Der Rotlage der Landwirtschaft ist durch eine weitere Ermäßigung der Verkaufspreise Rechnung getragen worden, obwohl die Preise schon bisher weit unter Vorkriegshöhe lagen. Die getroffene Verständigung bezieht sich nicht auf die Vereinigten Staaten von Amerika. • 3-Millionen-Dollar-Kredit der Ruhrchemie-A. -G. Die Ruhrchemie-A.-G. hat, wie aus Reuyork gefunkt wird, soeben die Verhandlungen über die Aufnahme eines sechsjährigen Kredits von 3 Millionen Dollar zu 8 Prozent mit dem Reuhorker Bankhaus Dillon Read & Co. abgeschlossen, das hierbei mit einem deutschen Dankenkonsortium zusammenarbeitete, das sich aus dem A. Schaaffhausenschen Bankverein. der Deutschen Bank, Simon Hirschland und A. Levy zusammenseht. Unter Einrechnung des dieser Tage abgeschlossenen Reichskredits von 210 Millionen Mark, wachsen die insgesamt von Dillon Read & Co. an Deutschland gewährten Anleihen und Kredite damit auf über 306 Millionen Dollar an. Die Ruhrchemie-A.-G., die bekanntlich von 28 der bedeutendsten Eisen- und Kohlen-Unternehmungen des Ruhrbezirks unter Führung der Vereinigten Stahlwerke A.-G., der Harpener Bergbau-A.-G., der Friedrich Krupp A.-G. usw. zwecks Gewinnung von Stickstoff aus Koksofengas gegründet wurde, hatte bereits im Mai vorigen Jahres eine 4-Millionen-Dollar- Anleihe bei Dillon Read ausgenommen. Mit Hilfe des neuen Kredits soll die Kapazität der Anlagen auf 50 000 Tonnen Stickstoffprodukte, ober mehr als baS Doppelte der jetzigen Leistungsfähigkeit gebracht werden. Man hofft, diese Menge bereits im nächsten Jahr herzustellen. * Bremer Vulkan Schiffbau und Ma- schinenfabrik, Vegesack. Die Gesellschaft schlägt nach 700 000 (600 000) Mark Abschreibungen die Verteilung einer Dividende von wieder 8 v. H. Frankfurt a. M., 27. Juni. Tendenz freundlich. Im Vormittagsverkehr war das Geschäft sehr ruhig, da Befürchtungen hinsichtlich einer Diskonterhöhung der Bank von England austauchten. Die Spekulation verschanzte sich aber hinter einer großen Zurückhaltung und bekundete eher Abgabeneigung. Als sich aber die Befürchtungen nicht bewahrheiteten, schlug die Tendenz um, und bte Stimmung nahm ein freundlicheres Aussehen an. Die Spekulation schritt, da wieder eher günstige Nachrichten Vorlagen, zu weiteren Neucngagements, die aber kein größeres Ausmaß annahmen. Auch sollen vereinzelt Ausland- orders eingetroffen sein, die bedeutend gu ter Kaufneigung beitrugen, ferner wirkten der sehr feste Schluß der gestrigen Neuyorker Börse und verschiedene Anzeichen einer Geldmarkterleichterung vorteilhaft. Im Vordergründe standen wieder Montan- werte. Hier schritten rheinische Interessenten zu erneuten Käufen. Rheinstahl konnten 2 o. H., die übrigen Papiere dieses Marktes bis zu 1,5 v. H. gewinnen. Phönix dagegen eher vernachlässigt und leicht abgeschwächt. Auch dem Kalimarkte wandte sich heute etwas vermehrtes Interesse zu. Der stark gesteigerte Kaliabsatz blieb nicht ohne Wirkung. Salzdetfurth gewannen 2,5 v.H. und Äschersleben 1v. H. Elektrowerte hatten zuerst nur geringes Geschäft Französisch« 'Noten..... Holländische Noken..... Italienische Noten..... Norwegische Noten..... Deutsch-Oesierr, 4100 Kronen Rumänisch« Noten..... Schwedische Noten..... Schweizer Noten...... Spanische Noten ...... Tschechoslowakische Noten . Ungarische Noten...... Bries 16,47 168,64 22,14 111,87 59,24 2,52 112,57 80,91 59,23 12,48 73,20 'H. sicheren (frfnin v runb MhnnvLwtt Äoferex y', yrtnb der Koks, Teer, $eiuol ouptprobu^'uX1 ^>rten, jede Der. La6{! °uchK Teer, 5“ .notwendigerweise Irisch machen. wenn die Kohlen. ■n' wahrend die Koks. «r sogar nach unten l(fN 'm Bereich der e Vorgänge im Do- Pwie Mr um etwa - während die Stofs, ^arbeitenden Industrie m auch im einzelnen >e man will, der Koks- als Hauptprodukt Gas lind. Die Schwierigkeit ei Steigerung des Gas- 1 Umfang eine immer !e man in die Zwangs- i für den Gasverbrauch Koks zu ersticken, oder »en Kokspreis herabzu. iß noch ein Gesichts. 1 einer eigenen Kokerei Aaswerk muß für eine ungerichtet werden, und tefer Gas müssen not» sein, wenn die Kapazi- so nicht nur eine nicht igssähigkeit — und dos zenbelostung die Regel chungskoslen ungünstig, r Leistungsfähigkeit, die } machen, muß - roc- zeit - verteuernd mir- hierfür wird aus einer ei, m man einer Groß- blfmter ®as benötigt, Meter bMr anbot, mn Wmetet. Äus m der Ansicht des Vor- i und die eigener* ig ablehnen. irten, welche Möglichkeit am vorteilhaftesten i(L Angebote der Ferngas- ostdeutschen Gas L°S. MhrgasIl'^i^^' man’su mir tannen, ören kriegen. t Da man fettens bet Konkurrenz bic Billigkeit dcs Ruhra.igcbots uub bic Vorteile der sonstigen Es kann wohl für jeben als selbstverständlich Vertragsbestimmungen nicht abstreiten konnte, angesehen werden, datz bei der Entscheidung über versuchte man auf andere Weise, die Ablehnung das Angebot der Saar die politischen Verh- ,.cg Angebots durchzudrücken. Man sprach von nisse dieses Gebietes weitgehend zu berücksichtig r uer Streikgefahr im Ruhrgebiet, von der Ge- ind und der Wiedervereinigung des ©aargebie-cß fahr, die in ter langen Rohrleitung, d. h. in mit unserem großen Vaterland der Weg geebnet der großen Entfernung von Produktions- unb ©erben muh. Diese politischen Erwägungen im Verbiauchsstätte lag und malte schließlich das auten Sinne des Wortes dursten aber den Vor- Schreckgespenst eines Privatmonopols für Gas stand der Hekoga nicht hindern, zunächst den und Koks und sonstige Gasnebenprodukte an die Rechenstift in die Hand zu nehmen und die Preise Wand. Demgegenüber darf darauf hingewiesen und Bedingungen der Saar mit denen der an- werden, daß die Streikgefahr nicht nur un Ruyr- deren Werke zu vergleichen. Denn so sehr wir gebiet besteht, ja der Zufall wollte es bag an wünschen daß die Saar nicht erst im Jahre 1935, demselben Abend, an dem man in ter Uteriamm- sondern im Gegenteil schon in allernächster Zeit hing des Verbandes der Hessischen Kreise und wieder zu unserem Wirtschaftsgebiet gehört, so Provinzen über die Gasfernversorgung fub unterkann man doch nicht an der Tatsache vorüber- > " " (ÄAÄmorf. gehen, datz alsdann die Kohlenpreise der Saar, die heute wesentlich unter denen der Ruhr liegen sich diesen angleichen werden und ungleichen müssen. Es ist deshalb zu befürchten, datz bas gegenwärtig an unb für sich günstige Saarangebot, das auf den jetzigen anormal niedrigen Saariöi>Schuld nut AuS lo|.-8Hcd)tcn ■••••••• De-gi. ohne AuSlob-Recht« . . . 7% Frantz. Hyp.-Vt. Soidps. un- kündbar bis 1932. ------