- clehno'?c,nf ? Clnc Arsestt großem 7 2eut|fy S** die e- ff lcbcnfn Auch Siegen mSä»» 2157 „ 1“ Wnfc *«ÖSj£ itie. Jv.W, bar die 5“S«* ati JtoNltät bp. )n- Wn besürcht»,» 2,und cblLoud) A".Zahltag. Die ^-.^ÖaniDfcr? S8ft -bar nicht W etbortet, die baren aber ?3ft * 'M lagen QEan« ■ *• Bin!, ®öge nd Kabel,tzistch 0arotti ziemlich 'werte. .Cbade- Nr. 75 Erster Blatt 179. Jahrgang Mittwoch, 27. Marz 1924 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag«. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis fürZtoodicn: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfitöls-Vuch- und Llekndruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer dis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfcnnig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/a mehr: Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Der Riesenbrand im Hamburger Hafen. Oas Großfeuer an Bord des neuerbauten Lloyddampfers „Europa". - Ursache noch nicht festgestellt. - Schaden durch Versicherung gedeckt. Wiederaufbaupläne. Bier bis fünf Monate Verzögerung. Der Brand deS 46 000-Tonnen-DampferS „Europa" auf der Hamburger Werft von Blohm und Doh bedeutet ohne jeden Zweifel für die deutsch« Seeschissahrt einen schweren, ja einen tragischen Verlust. Don allen Dachkriegsbauten, die irgendeine Handelsflotte der Welt hat vom Stapel laufen lassen, ist die „Europ a" zusammen mit ihrem gleich großen Schwesterschiff, der .Bremen", der weitaus größte gewesen. Dur drei Dampfer existieren, deren Tonnengehalt noch gewaltiger ist. Und diese drei entstammen ebenso wie „Europa" und „Bremen" deutscher Arbeit und deutschem iln- ternehmungsgeist. Es sind die Schiffe, die heute „L e v i a t h a n", „Ul ojestic" und „Berengaria" heißen, und die früher, ehe man sie im Kriege als feindliches Eigentum beschlagnahmte, die Damen „Vaterland", „Bismarck" und „Imperator" trugen. Der Wiederaufbau der deutschen Handelsflotte nach dem Weltkriege gehört ohne Zweifel zu den imposantesten Leistungen, die je in der Geschichte der Wirtschaft zu verzeichnen toaren. Wenn man daran denkt, daß nach der Ablieferung fast aller deutschen Schiffe der größte deutsche Dampfer, der uns verblieb, einer war, der jetzt lediglich zu Vergnügungsfahrten auf der Llnterweser bis zu den Dordseeinseln Verwendung findet, so will es schon etwas heißen, wenn Deutschland durch die Initiative des Dorddeutschen Lloyd mit dem Bau dieser beiden Diesenschiffe sich wieder au die vierte Stelle aller Seeschiffahrt treibenden Dationen der Tonnage nach emporgearbeitet hat. Der Stapellauf von „Bremen" uni „Europa", bei denen der Reichspräsident und der amerikanische Botschafter persönlich Pate gestanden haben, ist von der deutschen Oeffentlich- keit im Herbst deS letzten Jahres mit vollem Recht deshalb als ein Ereignis von geradezu symbolischer Bedeutung aufgefaht und erlebt worden. Dun ist die „Europa" einRaubder Flammen geworden. Damit ist die zähe friedliche Wiederaufbauarbeit der deutschen Seeschiffahrt ohne Zweifel ganz empfindlich gestört worden. Für den Dorddeutschen Lloyd bedeutet diese Katastrophe einen besonders schweren Verlust, auch wenn unmittelbare finanzielle Schäden ihm nicht erwachsen, weil die Verantwortung noch der gegenwärtige Eigentümer, nämlich die Werft, trägt, die ihrerseits wider sich durch entsprechende Versicherungen von dem Schadensrisiko entlastet hat. 2lber die „Europa" sollte bereits im Sommer dieses Jahres in Dienst gestellt werden und hat sicher bei den Berechnungen des Dorddeutschen Lloyd schon eine ganz erhebliche Rolle gespielt. Dun wird die „Bremen", die in Bremen auf der Werft liegt, und kurz vor der Vollendung steht, als einziges der beiden Schwesterschiffe seinen Weg über den Ozean demnächst antreten; sicher auch sie ein Meisterwerk deutscher, technischer und künstlerischer Arbeit, das Deutschland und seiner Schiffahrt Ehre machen wird. 'Aber eben nur e i n Schiff statt der zwei, die nach ben Plänen der Reederei den schnellen Sechstage- Verkehr zwischen dem europäischen Kontinent und der Ostküste der Vereinigten Staaten übernehmen sollten. Es wird schwer sein, die Lücke, die die Hamburger Katastrophe in die deutsche Flotte gerissen hat, wieder zu schließen. Mit Plänen und Erbauen eines Schiffes vom Ausmaß der „Europa" und von der hohen Qualität der „Europa" vergeben Jahre, die nunmehr verloren sind. -Aber der hanseatische Geist der Leute an der Wasserkante wird sich durch diesen schweren Schlag kaum entmutigen lassen. Bremen und Hamburg, die von jeher ihre ganz besonderen Aufgaben für Deutschland zu erfüllen hatten und erfüllt haben, werden, wenn man ihnen die Möglichkeit zu eigener Verantwortung und eigener Initiative in weitem Maße läßt, auch ferner alles daran setzen, die deutsche Flagge auf See wieder zu einem stolzen Wahrzeichen des ganzen deutschen Volkes zu machen. Oie Löscharbeiten. Die Ausdehnung des Brandes. Hamburg, 26. März. (WTD.) Der in den frühen Morgenstunden auf dem am Aus- rüstungskai der Werft von Blohm L V o h liegenden Lloyddampfer „Europa' ausgebrochene Riesenbrand stellt sich als das größte Feuer heraus, das jemals auf Dampfern im Hamburger Haien zu verzeichnen war. Sämtliche Hamburger Feuerwehren sind unermüdlich tätig, um den Brand zu bekämpfen, der jedoch mit unverminderter Heftigkeit fortwütet. Llndurchdringlicher, dichter Rauch lagert über der Brandstätte. Das vermutlich im Kühlraum ausgebrochene Feuer verbreitete sich vom Vorderschiff aus im Laufe des Vormittags auch über das Mittel- und Hinterschiff, jedoch konnten die Flammen im Hinterschiff anscheinend späterhin wieder eingedämmt werden. Gegen 11 Uhr drangen besonders dichte Rauchschwaden namentlich aus dem Vorder- und Mittelschiff, und durch mehrere Bullaugen konnte man auch die im Inneren wütenden Flammen beobachten. Die Feuerwehr muhte sich zeitweise darauf beschränken, das Feuer von außen her zu. bekämpfen, jedoch ging sie zur genannten Zeit auch wieder zur Bekämpfung des Brandes im Innern über. Infolge der ungeheuren in das Schiff geschleuderten wasserrnassen, erhielt es nach und nach starke Schlagseite nach Steuerbord, man hofft aber, daß die Gefahr des Kenterns im Augenblick beseitigt ist, da das Schiff auf der Steuerbordseite auf Grund liegt. Infolge der glühenden Hitze sind sowohl die eisernen Aufbauten, als auch die Schotten im Innern des Schiffes verbogen und eingeknickt. Am äußeren Schiffsrumpf selbst sind noch keine besonderen Schäden bemerkbar. Lieber die Entstehungsursache des Brandes und darüber, wie es möglich war, daß dieser einen so großen Llmfang annehmen konnte, schwirren an der Brandstätte zahlreiche Gerüchte. So wird u. a. vermutet, daß Brandstiftung vorliegt. Ferner wird auch die Behauptung aufgestellt, daß die Werftfeuerwehr von Blohm & Voß nicht sogleich die Hamburger Feuerwehr alarmiert, sondern versucht habe, den Brand zunächst allein zu bekämpfen. Alle diese Behauptungen sind aber vollkommen unkontrollierbar. Die behördliche Untersuchung ist mit vollem Dachdruck im Gange. Lim 12 Llhr mittags war die Lage an der Brandstätte noch unverändert. Von der Wasserseite sind 20 Löschboote in Tätigkeit, von denen von über 20 Wasserleitungen riesige Wassermassen in das Schiff geschleudert werden. Die Gefahr des Kenterns ist noch nicht behoben. Aus den Bullaugen, besonders denjenigen des Vorderschiffes, schlagen noch immer die Hellen Flammen heraus. Die Hitze im Schiff ist so gewaltig, daß die Dicht- und Rostfarben abblättcrn. 3m Mittelschiff scheint der grüßte Schaden entstanden zu sein. Speisesäle und Gesellschasts- räume sind in sich zusammengestürzt. Eiserne Streben haben sich in der Glut vollständig verbogen. Auch um 4 Llhr stand der Riesendampfer noch immer in Flammen. Doch Mitteilung der Direktion der Werft von Blohm & Voß wird sich eine zumindest vorübergehende Einstellung des Baubetriebes nicht vermeiden lassen. Die 3000 Arbeiter, die bis gestern auf dem Schiff beschäftigt waren, muhten heute morgen einstweilen nach Hause geschickt werden. Gegen Mittag war die Feuerwehr, die wieder an Bord arbeitet, mittschiffs etwa zur Höhe des großen Schornsteines vorgedrungen. Die Mannschaften müssen natürlich in den einzelnen Decks getrennt vorgehen. Das Schiff, bas infolge der enormen Wassermengen im Schiffsrumpf Schlagseite hatte, hat sich inzwischen sicher im Schlick festgesetzt. Es sind nunmehr die Dodenventile geöffnet worden. Auch äußerlich bietet das Schiff jetzt den Anblick eines Wracks. Ein Teil des Oberdecks zwischen den beiden Schornsteinen ist in sich zusammengesunken. Die Plaiten- gänge der Außenhaut sind durch die Glut aus- gebeult, und zwar derart, daß teilweise die Vernietung gerissen ist. An vielen Stellen sind d i e Versteifungen des Schiffsrumpfes unter der Einwirkung der Glut auseinandergebrochen. Mehrere Feuerwehrleute sind im Laufe der Löscharbeiten an Rauchvergiftung erkrankt. Dagegen sind, soweit festgestellt werden konnte, Arbeiter nicht verletzt worden. lieber die Entstehungsgeschichte des Brandes wird noch bekannt, daß nach übereinstimmenden Berichten das Feuer an mehreren Stellen gleichzeitig zum Ausbruch gekommen ist, fo daß Kurzschluß als Brand- ursache wohl schwerlich in Frage kommt. Man war mit den letzten Arbeiten in den Maschinenräumen und mit den ersten Einbauten für die innere Ausstattung der Wohn- und Ge- sellschaftsräume beschäftigt, Arbeiten, die größtenteils des Dachts ruhen, während tagsüber 16 Stunden, d. h. in zwei Schichten, gearbeitet wird. Lim 1 Llhr früh haben die Bordwache und der an Bord postierte Feuerwehrmann der Werftfeuerwehr noch dem vorgeschriebenen Rundgang durch das Schiff nicht die Spur eines Brandes entdeckt. Kurz vor 2 Llhr früh zeigten sich mittschiffs die ersten Flammen. Am späten Dachmittag war das Feuer auf der „Europa" bis auf einige geringfügige Glimmnester gelöscht. Eingehende Feststellungen durch Ingenieure der Werft und der Reederei haben gezeigt, daß die Schäden erfreulicherweise doch wesentlich geringeren Umfang haben, als ursprünglich angenommen werden mußte. Außer den Kessel- und den Maschinenanlagen und dem gesamten Hinterschiff mit allen Einrichtungen sind auch das LI n t e r s ch i f f und die unteren Decks fast in der ganzen Länge sowie das Vorderschiff vom Feuer verschont geblieben. Mit den Aufräumungsarbeiten ist unverzüglich begonnen worden. Die Feuerwehr ist bis auf einen Zug, der mit der Wer'sleuerwehr von Blohm & Voß eine Brandwache bildet, abgerückt. Hamburg, 27. März. (WTB. Funkspruch.) Dachdem der Brand auf der „Europa" gelöscht ist, beschäftigt man sich mit der Frage, wie das Schiff auf schnellste Weise wiederher- gestellt werden kann. Hierüber sind gegenwärtig seitens der Werft und der Direktion des Dorddeutschen Lloyd Erwägungen im Gange. Wie verlautet, soll bereits in der nächsten Woche mit den Wiederausbauarbeiten begonnen werden, die voraussichtlich 4 bis 5 Monate in Anspruch nehmen dürften. Der Schaden, der gestern bis zu 40 Millionen geschäht wurde, wird jeht mit etwa 20 b i s 25 Millionen angenommen, da, wie bereits gemeldet, die wertvollen Kessel- und Maschinenanlagen vom Feuer verschont geblieben sind und die E i n r i dj - tungsgegen stände für die Kabinen und die Gefellfchaftsräume sich noch nicht an Bord befanden. Als besonderer Glücksumstand wird bezeichnet, daß 50 Tonnen Del, die in einem Tank im Hinterschiff gelagert waren, nicht explodiert sind. Wer trägt den Schaden? Mit 44 Millionen Mark versichert. B e r l i n, 27. März. (prio.-Iel.) Die „B. Z." bemerk zu der Frage, wer den S ch a d e n des Brandes der „Europa" zu tragen hat, daß der Auftraggeber, der Norddeutsche Lloyd, das Schiff ja noch nicht übernommen habe, die Verantwortung und der Schaden also bei der Bau- werft von Blohm & Voß liegen. Die Werft Uif ober fü ■ den Materialschaden im wesentlichen durch Rückversicherungen gedeckt. Immerhin sei die mittelbare Schädigung, die sie durch den Brand erleide, naturgemäß außerordentlich groß. Das Schiff war zwar noch nicht fertig. Dom haus des stellvertretenden Bezirksgouverneurs wurden Begrüßungsbotschaften ausgesandt, auf die der „Graf Zeppelin" antwortete, hierauf steuerte er in südöstlicher Richtung weiter. kurz vor 20 Uhr hatte das Luftschiff den weitesten punkt feiner Reise erreicht und den Rückflug angetreten. Zlm 20 Uhr befand es sich bereits wieder 75 Kilometer westlich von G h a ; a und etwa 50 Kilometer nördlich von LI A r i che an der ostägyptischen Küste. Am INittwochoormitlag 4 Uhr wurde es nordöstlich der 3nfel Milos gesichtet. Um 6 Uhr befand es sich über Athen und nahm Kurs auf Konstantinopel. An der Schwelle Aegyptens. Geburtstagsgrüße au König Fuad. Nngünstige Politische Winde. Kairo, 26. März. (Tel.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat vom Toten Meer kommend, Port Said erreicht und ist hier zum Rückfluge umgekehrt. Dr. Eckener sandte dem Ministerpräsidenten von Aegypten folgenden Funkspruch: „Die Bemannung und die Passagiere des „Graf Zeppelin", am Rand des Landes der tausend Wunder angelangt, bitten Ew. Ercellenz, Se. Maj. dem König Fuad ihre achtungsvollen Grüße und ihre Glückwünsche zu Se. Maj. heutigem Geburtstag zu übermitteln. Sie freuen sich, bald das Vergnügen zu haben, Se. Majestät als hochwillkommenen und geehrten Gast in Deutschland begrüßen zu können." Von Bord des Luftschiffes wird bekannt, daß Dr. Eckener gebeten wurde, er möge auf der Höhe von Port Said, bevor das Luftschiff wieder Kurs nach Hause nähme, eine Botschaft an aber man wird annehmen können, daß die M» schinenanlage bereits montiert war. Der Wert bet fertigen Schisses würde sich auf 5 0 Millionen Mark belaufen haben. Der Vorstand des Rorb deutschen Lloyd entsandte sofort zwei technische Di refforen nach Hamburg. — Wie der „Lokakanz/ mitteilt, ist die „Europa schon für die Zei! des Laues auf dem Wege der Transporkvev ficherung unter anderem auch gegen feuert und Explosionsgefahr versichert wov den. Die Versicherung läuft unter Führung deut» scher Gesellschaften hauptsächlich in Deutsch l a nd und zum Teil in England. Fast alle beuf- scheu Transportversicherungsgesellschaften sind beteiligt. Die Gesamtversicherungssumme beträgt zm Zeil 44 Millionen Mark. Was sagt England? Der Londoner Bersicherungsmarkt in Mitleidenschaft gezogen. London, 27. März. (WTB. Funkspruch.) All« Blätter bringen ausführliche Berichte übe; die Katastrophe, die den deutschen Dampfer „Europa' betroffen hat. „Daily Chronicle" verweist in einen Leitartikel darauf, daß deutscherseits gehofft wordei sei, das Schiff werde den von der „Mauretania" ge haltenen Ozeanrekord überbieten. Das Blatt sage Es ist Sache der Engländer, als gute Sports leute ihr Bedauern und ihr Beileil auszudrücken. — „Morning Post" schreibt In englischen Schiffahrtskreisen wird viel Sympa thie für den Norddeutschen Lloyd empfunden wev den, der beim Bau der „Europa" und ihres Schwo sterschiffes „Bremen" eine so hervorragende Rolli spielte. Man befürchtet, daß der Brand dem L o n doner Dersicherungs markt einen schwe. r c n 23 e r l u ft zufügen wird, denn von zuverlässiger Seite verlautet, daß die „Europa" für nich weniger als 3 Millionen Pfund Sterling (als, 60 Millionen Mark) versichert war. Die Schnelligkeit so heißt cs in dem Blatt weiter, mit der sich bat Feuer ausbreitete und die Machtlosigkeit de.' Feuerwehr und Dockarbeiter hat bat i-i Erstaunen gesetzt. Die Sachverstän digen sind sich aber klar, daß in dein Baustadium in dem sich die „Europa" gerade befand, die Schwie rigfeiten für die Löscharbeiten nahezu u nüber, w i n d l i ch waren. das ägyptische Volk richten. Eckener hake darauf gesagt: „Von ungünstigen Winden leider gehindert, Aegypten zu überfliegen, grüßen die Passagiere des „Graf Zeppelin" von der Schwelle dieses märchenhaften Landes aus, das Land und seine uralte Kultur. Sie hoffen, daß das Luftschiff, das hierherkommen wird, g ü nsti - gere Wettcrbeding ungen vorfinden möge und dem ägyptischen Volk das moderne Luftschiff als ein Symbol des friedlichen Verbind ungs mittels zwischen denVölkern zeigen wird." (Dr. Eckener meinte die ungünstigen politischen Winde, eine Anspielung auf das englische Verbot der Lleberfliegung Aegyptens.) Der Fall des Schoners Zmalone. Kapitän «nd Besatzung auf freiem Kuß. London, 26. März.- IWTB.) Der Amtliche Englische Funkdienst meldet: Der englische Botschafter in Washington, S i r Esme Howard, ist gemeinsam mit dem kanadischen Gesandten Vincent M a s s a y in dauernder Fühlung mit dem Staatsdepartement, um in gemeinsamen Bemühungen eine Klarstellung des Sachverhaltes bei der Versenkung des Schoners „Imalone" zu erreichen, der im übrigen nicht in England, sondern in Kanada registriert war. Auch der Kapitän des Schoners, John Ran- dell, ist feit 1919 kanadischer Staatsangehöriger. Der bei der Versenkung getötete Seemann, der ursprünglich als französischer Staatsangehöriger angesprochen wurde, soll zwar französischer Herkunft, aber englischer Staatsbürger sein. Es ist verabredet worden, daß dein englischen und dem kanadischen Gesandten das Protokoll über die Vernehmung des Kapitäns Rondell und der übrigen Besatzung des Schoners unterbreitet wird, die gestern in Dew Orleans durch den dortigen Distriktsatwrney und die Zollbe- FHedn lyon tin> wrw JervsiH rou Kreta-Co^ TM-e E. Kijim • Sie Orientfahrt des „Graf Zeppelin" • MOkm Friedrichshafen, 27. Mär; 1929. fWTB. Funkspruch.) Das Lufl- schiff ..Graf Zeppelin" war auf feiner Fahri über da» 2HU- lelrneer zum nahen Orient am Dienstagmittag gegen 13 Uhr über der Westfpihe bet Insel Eypern. Bereits um 16.25 Uhr würbe bet Hafenplatz Haifa in Palästina überflogen. Um 18.18 Uhr wurde Jaffa erreicht. Als das Luftschiff über Telaviv kreiste, streute es Konfetti über die Bevölkerung aus, die sich dort aus ollen Teilen des Landes eingefunden hatte, um die pu- rimfeftlichkeiten zu begehen. Um 18.20 Uhr war bas Luftschiff über Romleh, wo die ossi- —M—f—U - _ ~~ ~~T zielten Postsäcke abgeworfen würben, und kur; nach 19 Uhr würbe es von Norden her kommend in Jerusalem gesichtet. Das Zeppelinlustschisf bog nach Südwesten und bann nach westen ab und steuerte hierauf von Sübroeffen her über bie Stabt. Hörden in Gegenwart veS britischen MzekonsulS vorgenommen wurde. Kapitän Rondell wurde gegen eine Kaution von 500 Dollar auf freien Fuß gesetzt. Auch die sieben Mann der Besatzung sind vorläufig freigelassen worden. Der Staatssekretär des Schatzamtes, Mellon, erklärt, der Schoner sei ein bekanntes Schmuggelschiff gewesen, das nidft nur den Bereinigten Staaten, sondern auch den englischen Behörden Unannehmlichkeiten bereitete. Mellon erklärt in entschiedener Form, der Schoner „Jmalone" habe sich weniger als zwölf Seemeilen von der Küste des Staates Louisiana entfernt befunden, als Kapitän Walcott ihn anrief. Der Staatssekretär fügt hinzu, die Verfolgung des Schoners fei nach den Regeln des internationalen Rechtes vor sich gegangen. Geständnis des Grasen Stolberg Den Vater aus Fahrlässigkeit erschossen hirf chberg, 26. März. (IBS.) Der verhaftete Graf Christian wurde am heutigen Dienstagvormittag bis gegen drei Uhr nachmittags vernommen, und zwar durch die Berliner Kriminalbeamten. hierbei legte er vor dem Berliner Polizeirat Hoppe ein Geständnis ab. Er versuchte zuerst, verschiedene Versionen über den verlauf des Abends, an dem sich das Unglück ereignete, zu geben. Schlieh- lich gab er eine Darstellung, nach der sein Vater ihm Vorhaltungen über die im Waffenschrank herrschende Unordnung ge- mack-t habe. Graf Christian habe sich darauf sofort an die Sortierung der verschiedenen Gewehre undMunillonsarlen. die Ausprobierung der verschiedenen Kaliber usw. gemacht. Währenddessen nahm sein Vater auf dem vor einer Kommode, hinter der sich der Waffeuschrank befindet. stehenden Sofa Platz und las in seinem Buch. Bei dem Versuch des Sohnes, eine fteckengebliebeae Patrone aus dem Lauf zu holen, fei dann, wie gemeldet. der Schutz losgegangen. Als er noch dem vor ihm auf dem Sofa sitzenden Vater schaute, sah er. datz er über und über mit Blut bedeckt war. Darauf will er am Sofa niedergekniet sein und die Hand des Vaters geküßt haben. Fluchtartig verließ er dann das Zimmer, eilte in die hinter den Räumen des Vaters liegende Badestube, stürzte hinaus und öffnete die Hintere Flurtür, um, wie er an- gibt, vorzutäuschen, datz sich Verbrecher im Haufe befanden. In einem Zustand groher Angst habe er dann das Rentamtshaus, in dem die gräfliche Familie wohnte, verlassen, sei umhergeirrt und habe sich schlietzlich einer dritten Person an- vertraut. Der Rame dieses Vertrauten, den der Geständige nannte, und der der Familie selbst angehören soll, wird im Interesse der weiteren Er- mittlungen nicht genannt. Rach seinem Geständnis. das er in groher innerer Erregung vorlrug, brach der Verhaftete in Tränen aus und gab den Kommissaren die Hand. Dann führte man ihn in feine Zelle zurück. Unmittelbar nach dem Geständnis des Grafen fuhren die Berliner Kommission, der Untersuchungsrichter und der Oberstaatsanwalt gemeinsam mit dem Schiehsachverstandigen nach Iannowih. um dort Vergleiche anzustelleu und das Gewehr in Augenschein zu nehmen. Der Schietzsachverskandige stellte fest, datz die beiden Patronen, die man auf dem Fuhboden des Zimmers gefunden hatte, tatsächlich Spuren davon tragen, datz sie vorher in den Lauf des Gewehrs ein- geschoben worden sind. In dieser Beziehung würde also die Darstellung des jungen Grafen zu- lreffen. Allerdings bestehen noch zwischen der Schilderung des verhasketen Grafen Friedrich Christian und dem tatsächlichen Sachbestand einige Differenzen, die im Laufe des Mittwochs Gegenstand weiterer Ermittlungen sein werden. Keine Vermögensbilanz -es Reichs. Schwierigkeiten der Bewertung. Berlin. 27. März. (Priv.-Lel.) Die Heber- sicht über die finanzielle Lage des Reiches wird ungeheuer erschwert durch das Fehlen einer Vermögensbilanz. Dos alte kameralistische System, das Einnahmen und Ausgaben verzeichnet, aber nicht Passiva gegen Aktiva fteIIt. ist. wenn auch mit gewissen Einschränkungen immer noch in Geltung. -Zwar hat der Reichstag im Frühjahr 1928 in einer Entschließung verlangt, datz Richtlinien für regelmäßig vorzulegende Bilanzen im kaufmännischen Sinne auszuarbeiten seien. Man wollte damit wenigstens den Anfang für die Schaffung einer Der- mögensbilanz machen, scheiterte aber an den Bedenken, die von zuständigen Stellen dagegen erhoben werden. Damit ist betrüblicherweise ein Gesamtbild über die Reichsfinanzen nicht zu gewinnen, und es ist immer nur möglich, für ein Jahr d as Ausmaß und die Rückwirkungen der finanziellen Transaktionen des Reiches zu beurteilen. Allerdings stötzt die Bestimmung des Wertes in Hinsicht auf eine Reichsvermögensbilanz, wenn man sie im weitesten Umfange auf stellen wollte, auf auherordentlich große Schwierigkeiten. Dies gilt vor allem für die Kriegsflotte, auch für öffentliche Gebäude usw. Trotzdem bleibt die Frage offen, ob nicht doch in irgendeiner Form ein zusammenfassen- derer Heberblick als bisher über die Vermögensbilanz des Reiches möglich ist, vor allem schon deshalb, um die Linie der Entwicklung klarer als heute erkennen zu können. Waldecks Vereinigung mit Preußen. Die Ueberuahmefeier in Arolsen. Kassel, 26. März. Das Programm für die Feier, die in Arolsen am 1. April aus Anlaß der Heber nannte des Freistaates Waldeck geplant ist. ist nunmehr endgültig festgestellt. Danach wird am 2. Ofterfeier- tag zunächst in den Kirchen ArolsenS am Vormtttag der Vereinigung Waldecks mit Preußen gedacht werden. Hm 12 Hhr mittags beginnt Samt die Hauptfeier vor dem Regierung L geb Luve, bei der eine Hundertschaft Sie Zeisetzung des Marschalls Fach. Trauerfeier in Aotre Dame. — Paris, 26. März. (Telun.) Die französische Regierung hatte den Tag der Deerdigung des Marschalls Foch zu einem nationalen Trauertag erklärt, um den weitesten Kreisen der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, an den Beerdigungsfeierlichkeiten teilzunehmen. Seit fünf Hhr morgens; umsäumten f a st eine Million Menschen die Hauptstraßen der Stadt. Das Mittelschiff des Domes Rotre Dame war für die hohe Generalität, das diplomatische Korps, die auswärtigen Abordnungen, die Regierung, die Kammer und zahlreiche geladene Gäste frei- gehalten, die sich in schneller Folge einfanden. Hm einhalb neun Hhr war die Kirche bereits überfüllt. Kurz vor neun Hhr erschien der Präsident der Republik, gleich darauf der Prinz von Wales mit zahlreichem Gefolge und der Prinz Karl von Belgien. Die Trauermesse wurde von dem Erzbischof von Paris, Kardinal Dubois, zelebriert. Bei den Klängen des Deethovenschen Trauermarsches wurde der Sarg aus der Kirche getragen. Rach Schluß der kirchlichen Zeremonien bewegte sich der Leichenzug des Marschall Foch zum 3 n * Validendom. An der Spitze befand sich eine Abteilung der Republikanischen Garde. Dann folgten französische Truppen und darauf die Abordnungen der ausländischen Heere, sowie die Abordnung der Vereinigung ehemaliger Frontkämpfer und die Fahnen der aufgelösten französischen Regimenter. Alsdann folgten die Kardi- näle, Erzbischöfe und Bischöfe im Ornat Auf Grund einer besonderen Abmachung zwischen der Regierung und dem Kardinalerzbischof von Paris wurde die offizielle Anwesenheit der geistlichen Würdenträger im Zug beschlossen. Dem Sarg wurden die Orden und Ehrenzeichen des Marschalls Dorangetragen. Sein Reitpferd mit Trauerflor behängt, wurde von einem Unteroffizier am Zügel geführt. Dor dem Sarg wurde ein großer Zwischenraum eingehalten. Reben dem Sarg schritten drei Marschälle von Frankreich, vier englische Marschälle, der Kriegsminister Painleve und der amerikanische General Pershing. Dem Sarg folgte der Präsident der Repu- blick, hinter ihm die Vertreter der ausländischen Staatschefs, der Prinz von Wales, der Prinz von Flandern, sämtliche Mitglieder der Regierung, das diplomatische Korps, die Mitglieder des französischen Parlamentes, die zahlreichen Delegationen von französischen Städten usw. Eine ungeheuere Menschenmenge belagerte seit den Morgenstunden die Straßen, durch die lteberführung zum Invalidendom. der Zug kam. Der Verkehr in den umliegenden Straßen war für lange Stunden vollkommen gesperrt. Das in Le Bourget stationierte Fliegerregiment hat 40 Erkundigungsflugzeuge und 20 Jagdflugzeuge abgesandt, um über dem Zuge zu kreuzen. P o i n c a r 4 hatte für seine Gedenkrede den Augenblick gewählt, wo der Sarg, der auf der Lafette des 7ch-Zentimeter-Feldgeschützes ruhte, vor dem Inoalidentiom anlangte. Nachdem Poin- cars zunächst eingehend Fachs Werdegang und seine Wirksamkeit im Heere in den früheren Friedens- jähren behandelt hatte, wandte er sich der bedeutungsvollen Rolle zu, die der Marschall während des Krieges, besonders in dessen letztem Abschnitt, gespielt hat. Foch hat, so erklärte Poincars, in der Ueberzeugung, daß der Waffenstlllstand es ermöglichen würde, unter vollkommener Ersül- lungdesRechtsdie Bedingungen des künftigen Friedens zu regeln, aus einem Gefühl der Menschlichkeit heraus nicht zu einem weiteren Blutvergießen raten wollen. Für diesen Soldaten sei der Krieg nicht ein Ziel, sondern nur das Mittel gewesen, um seinem Lande seine Unabhängigkeit und seine volle Sicherheit zu erhalten. Das sei auch der Gedanke gewesen, der Foch nach Abschluß des Friedens beschäftigt habe. An der Spitze der interalliierten Militärkommission sei er ein aufmerksamer, unterrichteter Kontrolleur gewesen, aber niemals seien seine Beobachtungen ihm eingegeben worden durch einen imperialistischen Geist, durch Ranküre ober durch Haß. Nach Beendigung des Krieges habe er nur noch ein Soldat des Friedens sein wollen. Nach der Rede begann der Vorbeimarsch der Truppen und Frontkämpfervereinigungen sowie der übrigen Abordnungen. Dieser Vorbeimarsch dauerte bis 14 Uhr. Wie Havas meldet, wurde er sodann abgebrochen, da verschiedene alliierte Generale wegen ihres hohen Alters Müdigkeit zeigten. Der Sarg mit der Leiche des Marschalls wurde alsdann im Invalidendom provisorisch beigesetzt, da die Krypta, die ihn aufnehmen soll, erst eingebaut werden muß. Der deutsche Botschafter nahm an keiner der offiziellen Feierlichkeiten, weder an der kirchlichen Feier, noch an der Ueberführung der Leiche, noch an der Beisetzung im Invalidendom teil. Hingegen war während der Beisetzungsfeierlichkeiten als Akt der Totenehrung die Reichsflagge auf dem deutschen Botschaftergebäude auf Halbmast gesetzt worden. und die KapeUe der Schutzpolizei Kassel aufgestellt sein wird. Die Feier beginnt mit dem Eingangsspiel der Kapelle. Sodann wird der Vizepräsident des Landesdirektoriums Dr. Herberg eine Ansprache halten, auf die der Minister des Innern, G r z e s i n s k i. antworten wird. Rach den Schlußworten des Ministers wird die preußische Flagge auf dem Regierungsgebäude gehißt und das Deutschlandlied gefangen werden. Die Reihe der Ansprachen wird durch den Landeshauptmann des Dezirksverbandes Kassel, dem Waldeck eingefügt wird, v. Gehren, geschlossen werden. An die Feier schließt sich ein Konzert der Kasseler Schutzpolizeikapelle und ein Festessen in der Turnhalle, zu dem in erster Linie Vertreter der Organisationen in Waldeck eingeladen worden find. öer Organisationsplan für dis Beparationsbank. Pariser Gerüchte. Paris, 27. März. (WTD. Funksvruch.) Heber die Organisation der geblauten Zentralbank will ..Echo de Paris" folgende nähere Angaben machen können: Die Dan? wird 2 5 Administratoren erhalten, von denen 14 von den im Sach- verftändigenausschuh vertretenen Rationen gestellt werden sollen. Für eine bestimmte Anzahl von Jahren soll ferner ein französischer und ein deutscher Zusatz-Administrator ernannt werden. Die übrigen Sitze würden den übrigen Gläubigerstaaten und den Ländern, die sich finanziell beteiligen würden, wie etwa der Schweiz und Holland, zufallen. Das System der Sachlieferungen sei für ^ehn Jahre vorgesehen, beginnend mit 750 Millionen im ersten Rechnungsjahr, die jedes Jahr um 50 Millionen verringert werden würden. Eine Klausel komme auch in Frage, die den Verkauf der Sachlieferungen an Dritte ermöglicht, vorbehaltlich einer noch gemeinsam zu bestimmenden Regelung. Oie Konkurrenz der Reparationskohle. England und die deutschen Kohlenliefenmgen an Italien. London, 27. März. (WTD. Funkfpruch.) Der Direktor einer großen britischen Bergwerksunternehmung hat über die Schädigung der bri- ttschen Industrie durch die Reparationssachlieserungen erklärt: Der englische Kohlenhandel hat am schwersten darunter gelitten, am meisten die Kohleninduftrie von Südwales, da die deutsche Reparationskohle auf Märkten Zutritt erlangt hat, die früher den größten Teil ihres 'Bedarfes in Wales deckten. Italien z. D. hat im Jahre 1927 über 3 200 000 Tonnen Walliser Kohle ein- geführt gegenüber 5 500 000 Tonnen im Jahre 1913, und zwar, obwohl sich die italienische Kohleneinfahr in der gleichen Zeit von 10 700 000 Tonnen auf 14 000 000 Tonnen erhöht hat. Anderseits ist die Einfuhr deutscher Kohle nach Italien von 950 000 Tonnen im Jahre 1913 auf 4100 000 Tonnen im Jahre 1927 gestiegen. Echo des Hugenbergbriess. Reuyork, 26.März. (WTD.) Das „Journal vs Commerce" schreibt in einem Leitartikel: Es liegen gewichtige Gründe vor, daß sehr viele Leute beim Lesen des Hugenbergbriefes peinlich berührt sind. Richtsdestoweniger ist eß unsinnig, so zu reden, als ob Hugenberg sich eines Maje- stätsverbrechens schuldig gemacht habe, indem er sich über den Kopf der Mitglieder der deutschen Regierung an die Weltöffentlichkeit wandte, zum offenbaren Aerger jener, welche bestrebt sind. eine Kompromißlösung des Reparationsproblems in Paris zu erzielen. Seine Handlungsweise mag unbesonnen fein, wenn man sie einzig vom Standpunkte der politischen Strategie beurteilt, aber sie stimmt mit seiner üblichen kompromiß- feindlichen Kampftaktik überein. Von Hnwesent- lichen absehend, erinnert der Führer der Rationalisten die Welt an gewisse wohlbekannte Tatsachen, die Amerika zu vergessen sich nicht leisten könne. Er erklärt, die Amerikaner zahlten durch die Gewährung von Anleihen, mit denen Deutschland seinen Verpflichtungen nachkomme, den Deutschland auferlegten Tribut. Es sei eine absolute Lüge, wenn man behaupte, daß der deutsche Wohlstand zunehme, wie es eine direkte Lüge sei, zu erklären, Deutschland sei zahlungsfähig. Wird damit irgend etwas gesagt, was die sanfter redenden Vertreter des deutschen Volles nicht beständig behaupten? Seine Sprache ist höchst undiplomatisch, aber da es das Ziel der Rationalisten ist, Schwierigkeiten zu schaffen, und da ihr Führer anscheinend nicht den Wunsch hegt, die Gegner daheim oder im Auslande zu versöhnen, warum soll er nicht die Wahrheit, wie er sie ausfaßt, auf seine Art ausdrücken? Der Reichspräsident an Or. Simons. ßum Ausscheiden desNeichsgerichtsPräsidenten aus demAmt. Berlin, 26. Marz. (WB.) Der Reichspräsident hat an den nm 1. April dieses Jahres aus seinem Amte scheidenden Reichsgerichtspräsidenten Simons ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt: „Sehr verehrter Herr Reichsgerichtspräsidentl Auf Ihren Wunsch scheiden Sie nach einer 45jah- rtgen Dienstzeit aus dem Amte. Sie blicken auf eine Laufbahn zurück, wie sie nur wenigen be° schieden ist. Aus dem Richterstande hervorgegangen, haben Sie zunächst Ihre ausgezeichneten Fähigkeiten im Reichsjustizamt und im Auswärtigen Amt bewiesen. Als Sie dann das Vaterland aus Ihrer Tätigkeit im Dienste der deutschen Wirtschaft wieder zum unmittelbaren Dienste am Staate rief, übernahmen Sie die Leitung des Auswärtigen Amtes. Was Sie, sehr verehrter Herr Reichsgerichtspräsident in schwerster Zeit an dieser verantwortungsvollen Stelle geleistet haben, ist von geschichllicher Bedeutung. Daß es Ihnen vergönnt war, auf dem Gipfel Ihrer Schaffenskraft Ihr Lebenswerk im Amte des höchsten Richters des Reiches zu krönen und datz Sie während der Führung des höchsten deutschen Richtcramtes dazu berufen wurden, nach dem Tode des ersten Präsidenten des Deutschen Reiches als stellvertretender Reichspräsident an die Spitze des Reiches zu treten, das werden Sie als eine besonders gütige Fügung des Schicksals empfinden. Sie dürfen darin ober auch den Ausdruck größten Vertrauens und höchster Anerkennung für Ihre Person und Ihre Arbeit im Dienste des Reiches erblicken." Rach einer herzlichen Würdigung der Persönlichkeit des Reichsgerichtspräsidenten schließt das Schreiben: „Empfangen Sie hiermit meinen tief empfundenen Dank. Persönlich wird mich mit Ihnen stets die Erinnerung verbinden, daß ich vor fast vier Jahren ausIhrerHand mein jetziges Am t entgegennehmen konnte. Meinem Danke schließe ich die besten Wünsche für Ihr weiteres persönliches Wohlergehen an. Ich spreche dabei die Hoffnung aus, daß Ihre umfassenden Kenntnisse und reichen Erfahrungen auf so vielen Gebieten des Lebens. Ihr hohes Ansehen innerhalb und außerhalb von Deutschland dem Vaterlande auch weiterhin von hohem Ruhen sein werde. In unabänderlicher Wertschätzung und mit freundlichen Grüßen bin ich Ißr gez. v. Hiadeuburs- Aus aller Well. Weimar erhebt eine Kopfsteuer. Der Weimarer Stadtrat beschloß gegen die Stimmen der Linksparteien ein Ortsgesetz, nach dem gemäß einem Anträge der Rationalsozialisten von jedem über 18 Iahre alten Einwohner der Stadt künftig jährlich 6 Mark erhoben werden sollen. Steuerpflich- tig sind die Einwohner mit Beginn des der Vollendung des 18. Lebensjahres folgenden Rechnungsjahres, sofern das der Einkommensteuererhebung nach Berücksichtigung sämtlicher Abzüge zugrunde gelegte Einkommen 2300 Mark jährlich übersteigt. Konkurs der Stadl Glashütte in Sachsen. Die Hhrenstadt Glashütte hat beim Amtsgericht Lauenstein Konkurs 'ängemetoet. Glashütte ist seiner mißlichen finanziellen Lage wegen nicht in der Lage, die seinerzeit ihm von der Aufsichtsbehörde genehmigte An lei he von 1 Million Mark zu verzinsen und zu tilgen. Die Hauptgläubigerin ist die Gemeinschaftsgruppe deutscher Hypothekenbanken. Eine Schleusenbrücke eingeftürzl. Ein schwerer Hnglücksfall ereignete sich auf der Straße von Wendisch-Rietz nach Silberberg in der Mark. Ein Traktor mit zwei Anhängern, der nach Deeskow fahren wollte, brach auf der Schleusenbrücke an der neuen Mühle durch und stürzte mit der Drücke in die Tiefe. Während der Fahrer sich durch rechtzeitiges Ab- springen retten konnte, wurde der ‘Begleiter mit- gerissen und fand dabei den Tod. Der „Raubüberfall'' auf von Fredersdorfs. Ein Reklametrick? Der seltsame Vorgang im Zimmer 168 deS Hotels »Exzelsior", wo am Montag der durch feinen Erbschaftsprozeß bekanntgewordene von Fredersdorfs als Opfer eines angeblichen Raubüberfalles betäubt und gefesselt aufgefunden wurde, konnte bisher noch nicht aufgeklärt werden. CS läßt sich aber nicht verhehlen, daß der dringende Verdacht besteht, daß es sich hier um einen „gemachten" Heberfall handelt, vielleicht, unt die Aufmerksamkeit der Oesfentlichkeit auf den nun schon seit Jahren schwe- bendenProzeß um dieErbschast desKammerdieners Friedri^sd. En, Fr.dersdorfs zu lenfsiuQIuifäl ig erscheint vor allem die Tatsache, daß der angebliche Dewohner dieses Hotelzimmers. S e l d i s, v. Fredersdorfs nach der Fesselung so auf den Doden gelegt haben sott, daß er ohne allzu große Anstrengung die fast über ihm hängende TeIe - Phonschnur erreichen, den Apparat herunterreihen und sich der Fernsprechzentrale des Hotels bemerkbar machen konnte. Außerdem ist nicht recht ersichtlich, was dieser >große Hnbelannte" gerade mit einigen der angeblich geraubten Aktenstücken anfangen soll, die sich ohne weiteres auf Grund der Prozehvorgänge bei den Gerichten und den in Frage kommenden Anwälten neu schreiben lassen. So geheimnisvoll, wie diese Angelegenheit, ist bekanntlich auch die ganze Erbschaft. Der Rach- komme des Kammerdieners Friedrichs deS Drohen will vor einigen Jahren in der Spitze des Kirchturms eines märkischen Dorfe S dort verborgene Dokumente aus der fritieri- cianischen Zeit gefunden haben, aus tier.cn hervorgehen soll, daß die Rachkommen FredersdorffS um ihr grohes aus Darvermögen und Grundbesitz bestehendes Erbe durch dunkle Machenschaften gebracht worden seien, und zwar sollen sehr bekannte Mitglieder des märkischen und mecklenburgischen Adels heute auf Gütern wohnen, die eigentlich den Rachkommen Freders- dorffs gehören sollen. Zur Beilegung dieses Erbschaftsstreites war vor einigen Jahren aus gewissen verwandtschaftlichen Rücksichten auch Prinz Oskar von Preußen tätig, doch scheilerre seine CuermittlungdaEtion. Die Weiierlaae. Gvodtenios. oneitcr. Gnaro bedetat. e woliiia. • »edeett. »Regeln •»Schnee exOrauoein. B Nebel H Oetf.t'Tr^windltHle. sehe uicbte» CSl massiger SCdjudweSL Q slOrmrjcht' NOfdWest die »feite fliegen mit dem umde. Pie beiden Stationen stenenaeo Zahlen geben d»«»■ x=A jS» 1300 *i®S lH/*n S-chsen. :furß * lUQt beim finn gemeldet . '/"anzlellei, 2Qae S’äfi S?Ä£ Wanfen. ilnÄ)L :t>Wte sch ^5 lytS’Mti tw N«m i« A.M un» e,ln die Liese \ rechtzeitiges 2tb- tjr Begleiter mit» '00. Zimmer 168 M Montag der durch mtgewvrdene von c eines angeblichen U"d gefesselt >te bsher noch nicht sich aber nicht der« Erdacht besteht, daß achten" llebersall Äusmerksamkeit der a seit Jahren schtvr- desKammerdieners i Lu lcnlrn.2luM ig che, daß der angeb« lzimmers, Seldis, esselung so aus den er ohne allzu große n hängende Lele- Apparat herunter« »zentrale bei Hotels Auherdm ist nicht .große Hnbetannk" -lich geraubten Ak« die sich ohne Wei« ehvvrgängc bei den ommenden Anwälten sc Angelegenheit, ist Wit. D-r Aach« ftiedrichs dcL Großen : -er Spitze deS rkischen DorscS > aus der frider> en, aus tarnen her» nmcn Freders-orsss mögen und Grund« duntte Aachenichai' mb zwar sollen seh: ritschen und medler.« Gütern wohnen, Die >mmen Freders. Zur Beilegung die« r einigen Jahren auS en Tüclsichlen auch tätig, doch scheiler-e rlaae. V s*£ »et« <£ *»Ä*$ $£»--* Ä%,.sS? sL-F-'-K Aus der Provinziathauptstadi. Gießen, den 27. März 1929. Erziehe dein Kind zur Toleranz! Es wetterleuchtet am Himmel. Don Zeit zu Zeit fährt aus der Höhe ein Blitz hernieder. Die Zeitungen melden dann von einem neuen Zusanunenstoß von Gruppen und Bünden der» schiedener Anschauung und Richtung. Don einem neuen Opfer des Hasses und des Fanatismus. Und wie oft find gerade Jugendliche die Täter und die Opfer! Dann heißt cs in der Presse: So kann es nicht weitergehen! Dann sprechen Millionen Erwachsene: Es muß anders werden! Bis zum nächsten traurigen Fall jugendlicher Blindwütigkeit und Llnduldsamkert. Wir können nicht einfach die Schule zu Hilfe rufen, daß sie der Sinnlosigkeit und dem Leide ein Ende bereite. Die Schule ist nicht die einzige Erzieherin, und sie besitzt keine Allmacht der Erziehung. Andere Kräfte und Mächte wirken auf die jugendlichen Menschen ein, Leben und Hinwelt, Haltung und Tun der Erwachsenen vor allem. Aber sie kann doch ein Stück Arbeit auf diesem wenig gepflügten Felde leisten: sic kann mithelfen, unsere Jugend zur Toleranz zu erziehen. Es ist schon ein Großes, wenn die Forderung der Verfassung in allen Schulen und Klassen peinlichst erfüllt wird: „Beim Hnterricht in öffenllichen Schulen ist Bedacht zu nehmen, daß die Empfindungen Andersdenkender nicht verletzt werden." Aber die Schule muh und will mehr tun, als diese mehr negative Forderung erfüllen: sie will und soll nicht bloß lehren, dah man andere Anschauungen toleriert, duldet, zu- läßt, eben gerade gelten läßt. Sie muß den Iugendlichen weiterführen: er soll Toleranz üben aus Achtung vor der Weltanschauung des andern: er soll Duldsamkeit zeigen, gegen die innere, geistige Welt des Volksgenossen. , r Dabei hilft Reue wenig, dre Tat aber viel. Wahre Ehrfurcht vor der Weltanschauung anderer erwächst aus der Kenntnis dieser Anschauungen, auS der Begegnung mit ihren Trägern, aus der gegenseitigen Berührung der verschiedenen Welten. So, nur so kann Gemeinschaft entstehen. Wer die Lugend nach den verschiedenen Richtungen und Meinungen trennt, abkapselt, voneinander abschlieht, vertieft in den jungen Menschen die Gegensätze und erschwert das Wachsen einer Gemeinschaft. Seltsam: aus allen Kreisen kommt der gute Rat: Die Haßgesinnung zwischen den Völkern wird Perschwinden. wenn sich die Angehörigen dieser verschiedenen Völker erst einmal kennenlernen: darum: führt die Jugend hüben und drüben zusammen. Das gilt Wort für Wort auch für die Verständigung im Innern: Führt die Lugend zusammen! Lede Klassenelternschaft vereinigt Menschen verschiedener Prägung und Ausrichtung. Gemeinsame Arbeit hat an hundert Stellen bewiesen, daß die Weltanschauungsfclder nicht Flächen sind, die hart und schroff nebeneinander liegen und durch Zäune und Gräben unbarmherzig getrennt sind. Sie hat im Gegenteil gelehrt. daß s« sich vielfach schneidenden Kreisen gleichen, baß neben Unterschieden auch Gemeinsames da ist, neben Gegensätzen auch Verwandtes. Aus solchen Klassenelternschaften kommt immer wieder an alle Eltern der Ruf und die Bitte: Erziehet eure Kinder zur Toleranz! Führt die Kinder zusammen! Dor einer Lockerung der WohnungszwangSwirtschast in Hessen? 2m Ministerium für Arbeit und Wirtschaft fand am Montag unter dem Vorsitz von Minister Korell eine Aussprache des Wohnungs- politischen Ausschusses über die Möglichkeit einer Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft statt, an der außer Land- tagsabgeordneten der verschiedenen Parteien und Vertreter der Ministerien solche des Hessischen Städtetages, der hessischen Kreise und Provinzen, der Hausbesitzer- und Mietervereine, verschiß dener Dauvereine und Banken teilnahmen. Aach einer eingehenden Diskussion faßte Minister Kv- rell das Ergebnis der Aussprache dahm zusan> men, daß es wohl möglich sein werde, eine auch den sozialen Verhältnissen entsprechende Lockerung ver Zwangswirtschaft vorzunehmen. Date« für Donnerstag, 28. März. Sonnenaufgang: 5.46 Uhr, Sonnenuntergang: 18.26 115r. — Wondaufgcmg. 22.17 Uhr, Monduntergang: 7.01 Uhr. 1483: der Waler Raffael Santl in Urbino geboren (gestorben 1520); 1749: der Mathematiker und Astronom Pierre Simon Graf Laplace in Beaumont-en Auge geboren (gestorben 1827). Borrwtizert. — Tageskalenderfür Mittwoch. Stadt« kheater: „Der Mustergatte", 20 bis 22 Uhr. — Licht« spielhaus, Bahnhofstraße: „Ser Spion der Pompa- bour". — Astoria-Lichtspiele: „Der Held von Arizona". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: „Der Mustergatte" beginnt heute um 20 Uhr. — Die letzte Vorstellung von Heijerrnans „Hoffnung auf Segen" ist in die Karwoche gelegt worden. Die Vorstellung beginnt morgen. Gründonnerstag, um 19i/8 Uhr. 2n dieser Aufführung wird sich Frau Auguste Prasch-Grevenberg als Kniertje vom Gießener Publikum verabschieden. Die Vorstellung findet im Freitags-Abonnement statt. — Die Festvorstellungen für die beiden Ostertage sind: Ostersonntag, Erstausführung von Ealderons Lustspiel „Dame Kobold". Ostermontag: Gastspiel des Reuen Operetten-Theaters Frankfurt mit Lehärs „Friederike". — Parsifalkonzert im Stadttheater G i e ß e n. Auch in diesem Lahre veranstaltet das Gießener Stadttheater am Karfreitag, der Weihe des Tages entsprechend, eine geistliche Musikaufführung, und zwar von Bruchstücken aus dem Wechefestspiel „Parsifal" von Richard Wagner. Zur Aufführung kommen daS Vorspiel, die Verwandlungsmusik und der Schluß des ersten Aufzuges, der Karfreitagszauber und der Schluß des dritten Aufzuges. Den Parsifal singt CH. S t r e i b. den Amfortas R. Geiße- Winkel, den Gurnemanz und Titurel F. M e ch- l e r. Am Flügel Kapellmeister Willi Krauß. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr. Um jedermann die Teilnahme an dieser geistlichen Sonderveranstaltung zu ermöglichen, sind die Preise denkbar niedrig gehalten. Ende 22 Uhr. •* Personalien. Ernannt wurden der Assistenzarzt Dr. Fritz Hofmann aus Heuchelheim bei Gießen zum Anstaltsarzt bei der Landcs-Heil- und Pflegeanstalt Heppenheim, mit der Amtsbezeichnung „Medizinalrat", mit Wirkung vom 1. März 1929 an; der Polizeihauptwachtmeister Konrad Dahmer zu Gießen zum Krirninalhauptwacht- meister mit Wirkung vom l. April 1929 an; der Kanzleigehilfe Konrad Meinhardt in Lauterbach zum Kanzlisten bei dem Kreisamt Lauterbach mit Wirkung vom 1. April 1929 an. ne* Evangelisch - kirchliche Personalien. Durch Die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Paul Nürnberger zu Ober-Ofleiden die evangelische Pfarrstelle zu Ober-Ramstadt, Dekanat Eberstadt, und dem Pfarrer Peter Bock zu Ober- Mockstadt die evangelische Pfarrstelle zu Hungen, Dekanat Hungen, übertragen. *• Städtische Ruhelohn-. Witwen- geld-undWaisengeldemp sänge r. Mit Rücksicht auf die bevorstehenden Feiertage findet die Auszahlung der Aprilbezüge bereits am 28. d. M. statt. ** Die städtischen Straßenkanäle sollen in der Zeit vom 2. bis 30. April gesvült werden. Die Rückstauverschlüsse an den Grundstucksentwässerungen sind in dieser Zeit verstossen zu hallen. -^DerAlice«Schulverein beabsichtigt, mit Beginn des neuen Schuljahres wieder Kochkurse ein« zurichten. Näheres über die Anmeldungen ist aus der gestrigen Bekanntmachung ersichtlich. " Erloschene Viehseuche. Die Schafräude bei der Schafherde des Wilhelm Hahn II. von Annerod (Weide in der Gemarkung Gießen) ist erloschen.' ** Die Bekämpfung der Schnakenplage. Das Kreisamt Gießen weist im neuesten Amtsverkündigungsblatt darauf hin, daß jeder Grundstückseigentümer In den Monaten April bis September einschließlich mindestens einmal monatlich fr auf seinem Grundstück befindlichen, den Schnaken zur Brut dienenden stehenden Gewäsier (Wasser- tümpel, Regenfässer, Bassins, Wasserlachen, Iauche- gruben, Abortgruben usw.) mit einem zur Vertilgung der Brut geeigneten Mittel (Saprol, Petroleum usw.) zu übergießen hat. ** Die strenge Kälte deS vergangenen Winters hat der Jagd großen Schaden zugefügt. Aus vielen Orten wird von eingegangenen Wildbeständen berichtet, die dem langanhaltenden Frost, oder dem Raubzeug zum Opfer gefallen sind. Dor allem hat die Riederjagd stark gelitten. Rachdem nun der kommende Frühling seine Vorboten vorausschickft und die fließenden Gewässer vom EiS befreit hat, machen sich auch die Folgen bemerkbar, welche die Kälte der Fischzucht zugefügt hat. Von Spaziergängern wird uns von großem Fischsterben berichtet, daS im nahen Bergwerkswald beobachtet wurde. Dort befindet sich im Distrikt Tannacker, rechts von der durch den Wald führenden großen Schneise in der Rähe der gefaßten Quelle in der Drünnchen- schneise, unweit von Klein-Linden, ein großer Weiher. Eine starke Eisschicht überzieht das Wasser, und nur an den llfem fängt daS Eis jetzt an zu tauen. Während die Oberfläche Wasier zeigt, ist unten noch eine starke Eisschicht vorhanden, und teilweise im Wasier, teilweise int Eis befinden sich Hunderte von eingegangenen Fischen in allen Größen. Die Fische sind vor wenigen Jahren dort eingesetzt und hatten sich gut entwickelt. Der starke Frost hat nun alle Hoffnung zuschanden gemacht, denn als Ursache des Fischsterbens ist mit großer Wahrscheinlichkeit Ersticken anzunehmen. Die Größe des Schadens, den der Besitzer des Weihers erleidet, läßt sich zur Zeit noch gar nicht übersehen. •• Eine Hebungs-Rundfahrt der Kret'smotorsprihe soll auf Anordnung deS Kreisamts am 26. Mai durch die Rabenau statt- sinden. Es werden mit dem Feuerlöschgerät Hebungen vorgenommen in Allendors a. Lda., ßonbotf, Geilshausen. Beltershain, Reiskirchen und Großen-Duseck. Die Motorspritze steht bei dieser Hebung unter dem Befehl des Kreisseuer- wehr-Lnspektors Aug. Dickore und wird auf dieser Rundfahrt begleitet von drei Derufs- seuerwehrleuten der Stadt Gießen. Die sonst noch zur Hebung benötigten Mannschaften werden von den betreffenden Ortswehren gestellt. Es handelt sich bei dieser Rundfahrt in der Hauptsache darum, die einzelnen Ortsfeuerwehren bzw. deren Mannschaften mit dem Mechanismus und Handhabung des Feuerlöschgeräts bekannt zu machen. ”•* Tschechenkronen nach Böhmen mit« nehmen! Der Automobilklub von Deutschland erfährt von dem ihm befreundeten Autoklub der Re- Sublik Tschechoslowakei, daß es für die ausländischen Automobilisten von Vortell ist, sich beim Besuch der Tschechoslowakei mit tschechischem Gelde zu versorgen, damit sie beim Zollbureau die Aufenthaltssteuer entrichten können. Es ist vorgekommen, daß auslän- disct>en Automobilisten die Einreise nach der Tschechoslowakei verweigert wurde, obgleich ihre Dokumente in Ordnung waren, nur weil sie die geringe Summe an Tschechenkronen nicht bei sich hatten, um die Aufenthaltssteuern zu bezahlen. Turnen, Sport und Spiel. 6. Kreiswarteversammlung -er O. T. Mannheim, 26. März. (WB.) 21m Montagmittag wurde die 6. Kreiswarteversammlung derDeutschenTurnerschaf t, deren Tagung drei Tage dauern soll, feierlich eröffnet. Es sind ungefähr 250 Teilnehmer aus allen Teilen des Reiches anwesend. Der Eröffnungssitzung wohnten zahlreiche Ehrengäste, Vertreter der Staats- und städtischen Behörden, sowie Körperschaften bei. Rach einem Reigen von Begrüßungsansprachen, umrahmt von musikalischen Darbietungen, hielt der turnerische Führer der D.T., Steding (Bremen), das Hauptreferat. Ln längeren Ausführungen über die Entstehung und Entwickelung der turnerischen Ldee faßte Steding den Kern seines Vortrages in den Worten zusammen: „Volkstum, Volk und Vater - lanb!“ Der Eröffnungssitzung waren am Vormittag Sitzungen der Fachausschüsse voraufgegangen, in der vor allem die Frage der „reinlichen Scheidung" gründlich erörtert wurde. Zu einer Beschlußfassung ist es jedoch noch nicht gekommen; diese ist einer späteren Vollversammlung Vorbehalten. Den Beschluß des ersten Tages bildete eine zweite Vollversammlung, der sich am Abend ein Empfang der Gäste durch die Stadt Mannheim anschloß. Rundfunkprogramm M Frankfurter Senders. (Ans der „Radio-Hmschau".) Donnerstag, 28. März. 6.30 Hhr: Morgengymnastik. — 12.30: Schall- Platten-Konzert: Katholische Kirchenmusik. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Lugend: Führung ins Berufsleben durch das Städtische Derussamt Frankfurt a. 1: „Schicksale einer Beinen Lohnarbeiterin", Vortrag von 'Berufsberaterin Ernst. — 15.55 bis 18.05: Hausfrauendienst. — 16.35 bis 18.05: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. — 18.10 bis 18.30: Lesestunde. — 18.55 bis 19.05: Französische Literaturproben. — 19.05 bis 19.30: Französischer Sprachunterricht. — 20 bis 20.15: Bon Leipzig: Vorspiel und Arie, nach Versen von Max Dauthendey für Sopran, Gambe, Flöte, Fagott und Streichinstrumente, Opus 84, für den Leipziger Rundfunk komponiert von Paul Graener. — 20.15: „Auferstehung", Drama in 5 Akten und einem Vorspiel nach Leo Tolstoi von Henri Bataille, Deutsch von Annie Reumann-Hofer. Kunst und Wissenschaft. Theaterskandol in Saffet. Bei der Erstaufführung des „Rachfolge- Christi-Spieles" von Max Mell, dessen „Apostelspiel" bereits über zahlreiche Bühnen ging, kam es im Kasseler Staatstheater zu einem Skandal. Ln dem Spiele wird ein Schloßherr von einer Räuberbande überfallen und ans Kreuz geschlagen. Bei Beginn dieser KreuzigungSszene verlieh ein großer Teil des Publikums unter anhaltenden Protestrufen das Theater. Wan verlangte stürmisch das Heruntergehen des Vorhanges. Erst nach begütigendem Einspruch des anderen Teiles des Publikums und der Darsteller konnte das Spiel beendet werden. Wenn Hre Enivfeblungsanzelge in derSamstagsnummer desGießenerAnzeigers durch sorgfältige und wirksame Satzausstattung rveeSr« ßsA dann geben Sie sie bitte spätestens im -Laufe des Donnerstag in der Geschästsstelle auf! Brieftassen der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) p. E. Das Gesetz über den Vaterländischen Hilfsdienst trat am 5. Dezember 1916 in Kraft. C. TU. Invalidenrente wird für die Dauer der In« oalidität gewährt. Es ist hiernach kein Unterschied, ob die betreffende Person zwischenzeitlich wieder eine Ehe eingcht oder nicht. Schupo. Ihr Sohn muß sich zwecks Eintritts in die Schutzpolizei bei der Verwaltung der Schutzpolizei im Ministerium des Innern in Darmstadt melden. Im allgemeinen muß sich der bei der Schupo eintretende junge Mann auf 12 Jahre verpflichten. Als Vorbedingung gilt mindestens gute Volksschulbildung, einwandfreier Lebenswandel und Unbestraftheit. Weiteres können Sie auf Anfrage bei der Verwaltung der Schutzpolizei in Darmstadt direkt erfahren. Berliner Börse. Berlin, 27. März. (WTB. Funkspruch.) Momente wie die exorbitant hohen Geldsähe der gestrigen Reuyorker Börse mußten natürlich nach einem festen Frankfurter Abendverkehr für heute früh eine gewisse Hnsicherheit Hervorrufen. Die Grundstimmung ist aber trotzdem nicht unfreundlich und man rechnet vorläufig mit keinen größeren Kursveränderungen, da verschiedentlich noch schuldige Positionen bestehen sollen, die den Märkten eine Stütze bieten würden. Kurse sinh noch nicht zu hören. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. ©rünbonerstag, den 28. März. Sladlkirche. 7.45 Uhr: Pfarrer Becker: Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. — Iohanneskirche. 7.45: Pfarrer Bechtolsheimer; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas-, Johannes« und Petrusgemeinde. — Kapelle des Alten Friedhofs. 6: Beichte und hl. Abendmahl für die Luther- gemeinde: Pfarrer Lenz. — Wiefeck. 9: Beichte. —• Alten-Dufeck. 9: Beichte. — Kirchberg.10: Kirchberg: Passionskindergottesdienst: Kollekte für das fnrische Waisenhaus. — wahenborn-Steinberg. 10: Passionskindergottesdienst. — Cich. 9: Stiftsdechant Kahn; Beichte. Karfreitag, den 29. März. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr; Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus« und Markusgemeinde: 2: Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfarrer- Becker: 6: Miss. Schlaudraff. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; Deichte und hl. Abendmahl für Lukas-, Johannes- und Petrusgemeinde; 11.15: Kinderkirche für; die Iohannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld; 6: Pfarrer Bechtolsheimer; liturgischer Gottesdienst. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarerr ßenr, 3: Karfreitagsandacht. — Elisabeth- üleinkinderfchule. 9.45: Missionar Schlaudraff. — Wiefeck. 9.30; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls; Opfer für das syrische Waisenhaus. — Alten-Dufeck. 10; 11: hl. Abendmahl; Passionsgottesdienst 6. — siirchberg. 10: Kirchberg; 10: Lollar; Feier des hl. Abendmahls für die alten Gemeindoglieder. — Haufen Garbenleich. 10: Haufen: hl. Abendmahl; 1: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 9.15: Beichte; 9.30: Predigt; im Anschluß hl. Abendmahl der Alten. — £id). 9.30: Stiftsdechant Kahn: hl. Abendmahl; 2: Stiftspfarrer Lic. (Sdjorlemmer; 5: Karfreitagsandacht. katholische Gemeinden, Mittwoch, den 27. März. Gießen. 4.30 und 7 Uhr Beichte. Donnerstag, den 28. März. Gründonnerstag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 6.30, 7, 7.30, 8: Kommunion; 9: Hochamt: darauf Anbetungsstunden bis 6 Uhr abends: 6: Andacht. — Cid). 8: Hochamt. Karfreitag, den 29. März. Gießen. Don 7.30 Uhr an Anbetungsstunden; um 9 Uhr ist die „verstörte Messe" und Predigt; abends 6 Uhr ist Andacht. — Lich. 9.30: Passionsandacht und Predigt. Karsamstag, Len 30. März. Gießen. 7 Uhr beginnen die Weihen; 8.30: Hochamt. A I hilft b.Rheuma, Ischias,Hexenschuß, JlIWIAb Nerven« und Erkältungsschmerzen.—- 1 fl Karmelitergeist Amol ist in allen ■nBHBSS Apotheken und Drogerien erhältlich. Zuverlässig - bequem - elegant - preiswert so soll Ihr Wagen beschaffen sein. 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B. auf Kosten und Gefahr, den Die trauernden Hinterbliebenen: Christ. Müller und Frau Helene geb. Hering Karl Grob und Frau Anna geb. Müller Friedrich Müller EHse Müller Marie Müller und 2 Enkel. Gießen (Bleichstraße 37), Warmbad, Ulrichstein, den 26. März 1929. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 28. März, 2 Uhr nachmittags, auf dem Neuen Friedhof statt Junges Fräulein für Stenogravhie u. Schreibmaschine ge- Unterfertigte betrauert tief das am 25. III. erfolgte Ableben ihres lieben A.H. Heinrich Seim, Pfarrer aktiv 1907 Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Anteilnahme bet dem Verluste unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Mayer Bing Simon Bing und Familie. Münzenberg, den 96. März 1929. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil' nähme bei dem Hin scheiden unserer beiden lieben Entschlafenen, sowie für die tröst' reichen Worte des Herrn Pfarrer Krämer sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Dr.Weyl hält keine Sprechstunde vom 27. März bis 8. April zirka 45—50 cbm Eichenschnittholz, mittlere Qual., 5 Jahre eingeschnitt., in Stärken von 20—100 mm. Die Versteigerung findet auf dem Lagerplatz der Firma Schwarz & Ulrich A.-G., Fried« berg (Oberheffen), Fauerbacher Straße, bestimmt statt. Friedberg (Hessen), den 23. März 1929. Glaser Gerichtsvollzieher,Friedberg/Hessen Haaqstraße 47. Zwangsversteigerung «i/A Am Donnerstag, dem 18. April, vor- mittag» 9 Uhr, wird auf dem Amtsgericht Gießen, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen dem Gustav Lücke! und Ehefrau Elise geb. Fenchel in Gießen zuge- schriebene Grundstück 2066D Flur 5 Nr. 1977/1O - 440 qm Bauplatz, (Ebelstraße), geschätzt 5280 Mark versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 5. März 1929. I. A. des Hess. Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Verreist von Karfreitag Dis Ostermontag einstiHieSlich ir. med. G. Sdieer&arfli homöopathischer Arzt, Giehen Bahnhofstraße 64, neben Caf6 Amend. Für Werkökoniumanstalt wird zum möglichst baldigen Eintritt ein nichtiger Verkäufer gesucht, der selbständig arbeiten kann und sein Fach durch und durch versteht Schriftliche Angebote unter 2797D an Len Gießener Anzeiger erbeten. Verzogen nach Aulweg 60 Prof. Honigmann Sprechstunden: 9—10, 3—4 Uhr 2767D Zchmiede- Lehrttng bet Kost u. LogiS gesucht von 27821) Friedrich Cunz, Dortelweil. Infolge Schlaganfall verschied heute früh 12.45 Uhr unsere Hebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Sophie Müller Wwe. geb. lies im 71. Lebensjahre. Brennholzversteigerung Freitag, den 5. April, von vormittags 9 Uhr ab, in der Wirtschaft des Gg. Sommer VI. zu Watzenborn aus den Forstorten Tempel 12 und 27, Dörnergrund 28, 55, 46 und 56, Klosterwiese 44 und 45, Buchenberg 58 und 59 der Försterei Baumgarten und Rabenpfuhl 54 der Försterei Leihgestern: Scheiter rm: 4,6 Buche 1. Kl., Eiche 0,5 1. und 2 2. Kl., Birke 2,6 I.Kl., Kiefer 99,4 1. und 24,8 2. Kl., Weymouthskiefer 3 2. Kl., Fichte 19,7 2. Kl. Knüppel rm: Buche 1,7 1. Kl., Kiefer 55,6 1. Kl., 1 2. Kl., Fichte 2,3 2. Kl. Reisig 1. kl. (knüppelreisig) rm: Eiche 2, Kiefer 20,2. Reisig 2. kl. (Stamm- reisig) 100 well.: Buche 6,7, Eiche 5,4. Reisig 3. kl. (Astreisig) 100 wett.: Buche 0,7, Eiche 5,2, Kiefer 70,2, Weißtonne 0,2, Fichte 14,8. Stöcke rm: Eiche 3,3, Kiefer 44, Fichte 10,7 2. Kl. 2795D Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. Gießen, den 26. März 1929. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Nicolaus, Architekt, B.D.SL An d. JohanneSk. 5. Tüchtige, einfache Stütze (nicht unter 23 I), mit nur guten Heng- ninen, für bald ge« sucht. Stundenfrau vorhanden. KeinFa« miltenanichlns;. Schi tut. Meldung mit ZeugniSabichr. u.2798ua.d.Gn.Anz. Arbeitsames, solides Mädchen das alle Hausarbeit versteht und etwas kochen kann, f. bald gesucht. Guter Lohn. 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Gesangverein „Heiterkeit" Karfreitags Tone über Ovv.nrod nach ttir o tzen-BuiekUA.'it' glted Wagner i Ab- marsch 13 Uhr, Gabelung Ltcher Str — Kaiserallee. [28O7D Morgen Donnerstag: Singstunde bei Mitglied,^aulst tch. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Stadttheater Donnerstag, den 28. März, 25.3reitog-Mbu.-Brn. von 19% bis 22 UU* Zum letzten Male öoffnnngoufStgen Ein Seettück in vier Auszügen von He»» man Heijermans.. schuht öS® Karsreiiüg e o SK ifc II IEM *»1 mit Ipe. -. o la Z ) J N r ii' w««*Ä LsundSviclrr- M w n. Jwunsel« uvggL 8®Ubrffl-eo?nl, ffliie Broun'els^ Um »nhlSctbei KoVrLor^. Sarirci'^. W gjitttf- & S «SSSSffF ,LÄ^ Stadtth^ r°°L'Ä'A 25<^ M sr»r> JK.„. ]»* fef.. Ä6t|ttilogi ^uhwandrruvz nact) Prauaicls. Jwtafri 8** Uhr. LoniitagSkatie. - Eianzug.-Ru dem Gleiberg, mm. TiS Mittwoch, 27. März 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen) Nr.rZ Zweites Blatt Binnenwanderung in deutschen Städten. Der Weltrekord bet älteren Berliner Dame, die neulich ihren 105. Geburtstag feierte und am selben Tage feststellen konnte, daß sie seit 95 Jahren In ein und demselben Hause wohnt, dürfte sobald nicht überboten werden, zumindest nicht in den Städten, während es auf dem Lande keine Seltenheit ist, daß ganze Geschlechter in dem gleichen Gehöft hausen, ohne daß ihnen je ein Möbelwagen zu Gesicht kommt. Letzt steht der 1. April wieder vor der Tür und man weih, bah im ganzen Reiche ge- rückt, gepackt und gezogen wird, älns interessieren hier nur die Umzüge innerhalb der deutschen Städte von 20 000 Einwohnern aufwärts, also die sogenannten Dinnenwan- derungen, aber auch sie sind schon erstaunlich hoch an Zahl. Wir kennen in Deutschland 268 Städte mit mehr als 20 000 Bewohnern und einer Gesamteinwohnerzahl von rund 24 Millionen, woraus hervorgeht, was man Wohl nicht erwartet, daß die Mehrzahl aller Deutschen, ja fast zwei Drittel in Städten unter 20 000 Einwohner oder in Dörfern und Flecken wohnen. Das ist um so erstaunlicher, als unter den 24 Millionen, welche in den Städten über 20 000 Einwohner wohnen, sich allein 12 Millionen Großstädter befinden. Rur der ungeheuren Menge an kleinen und kleinsten Städtchen und Dörfern ist es zuzuschreiben, dah die Bewohnerzahl doppelt so groh ist, als die aller deutschen Städte über 20 000 Einwohner. In diesen Städten sind im Jahre 1928 insgesamt 3,6 Millionen Menschen nm- gezogen, und zwar nur innerhalb der eigenen Stadt. Das heißt, daß jeder 7. Deutsche, der in einer mittleren oder größeren Stadt wohnt, im vergangenen Jahre umgezogen ist. Jeder zwanzigste Deutsche überhaupt und jede fünfzehnte deutsche Familie hat 1928 ihre Wohnung in der eigenen Stadt gewechselt. Don den 3,6 Millionen Nrngezogenen sind 446 000 sogar im gleichen Stadtteil geblieben. In allen größeren Städten macht sich aber ein 21 b - rücken vom Zentrum bemerkbar, überall sucht man in die Vororte zu gelangen. Die oben erwähnten Ziffern sind im Vergleich- mit den Zahlen der Vorkriegszeit außerordentlich hoch, was angesichts der überall herrschenden Wohnungsnot verwundern müßte. Es fei aber daran erinnert, daß der Ringtausch sich stark eingebürgert hat und daß heute viel mehr Familien, die es früher nicht nötig hatten, Zimmer vermieten müssen. An erster Stelle unter den älmziehenden stehen selbstredend die möblierten Herren und möbliertenDamen. Allein die S t u- denken, die doch auf wenige Städte mit llni- versitäten und Hochschulen angewiesen sind, bringen es im Lahr auf mehr als eine Million Umzüge. Leder vierte Umziehende in Deutschland ist also ein Student. An zweiter Stelle stehen die beiden Parteien, die entweder eine größere oder eine kleinere Wohnung haben wollen und daher tauschen. Richt weniger als 750 000 solcher Umzüge waren zu registrieren. Leer werdende Wohnungen nach Todesfällen werden natürlich ohne Tausch besetzt, in großen Altwohnungen, die von Einzelpersonen bewohnt sind, wechseln die Untermieter oft stark, auch häuft sich von Lahr zu Lahr die Zahl derer, die aus der Lnnenstadt des Berkehrs wegen fluchten oder aber von den Hausbesitzern gekündigt und abgefunden werden, da die Wohnungen in Läden oder Bureauräume umgewandelt werden. Gering an Zahl sind die Umzüge in Reubauwohnungen, aber nicht nur deshalb, weil 1928 viel zuwenig neue Wohnungen gebaut wurden, sondern weil ein Drittel aller Reubaumieter vorher schon eine Wohnung besah und diese natürlich in einer anderen Rubrik mitregistriert werden.___________ 3n Siebenmeilenstieseln durch Europa. Drei deutsche Automobil-Klubs gehen auf Auslandreisen. — Eine ^Spritztour" nach Südfrankreich und Italien. — Rumänienfahrt mit dem Motorrad. — Ueber Konstantinopel nach Haparanda. Mit den ersten sonnigen Frühlingstagen, die ins Freie locken, erwacht die Reiselust, werden Pläne ge- schmieder, stursbücber acwälzi. Es gibt freilich heute in Deutschland schon viele tausend Menschen, die sich nicht mehr um den Fahrplan der Eisenbahn zu kümmern brauchen; sie holen ihr Automobil aus der Garage, und wenn sie über besonders viel Zeit und Geld verfügen, können sie mit ihrer „Privat- bahn" auch große Auslandreisen unternehmen, die von den großen Automobiloerbänden vorher ausge- arbeitet und sorgfältig vorbereitet werden. Diese Auslandfahrten der Äutomobilklubs sind allerdings nicht immer Erholungsreisen; manche sind mit sportlichen Prüfungen verbunden, die Ziemlich hohe Anforderungen an die Automobilisten stellen. Reben diesen Prüfungsfahrten gibt es aber auch bequeme „Ausflüge über die Landcsgrenzen", die nur zum Vergnügen unternommen werden. Eine schöne Reife veranstaltet am 21. März der „Deutsche Automobil-Club". In Hannover starteten die Teilnehmer zu ihrer großen Auslandfahrt, die erst am 9. April in Leipzig endet. Köln ist die letzte große deutsche Stadt, in der die Automobilisten rasten; von dort wird sie ihr Weg über die Schlachtfelder von Verdun nach sP a r i s führen. In der Seinestadt ist ein längerer Aufenthalt geplant, bevor es noch Lyon und Avignon weiteMht. lieber Mailand und L u- g a n o fährt die Reihe der Automobile dann nach Zürich. Das schöne Süddeutschland wird man me- nigstens von der Landstraße aus sehen; in Nürnberg kann die Karawane leider nicht lange bleiben, weil in drei Wochen auch mit dem Automobil Mitteleuropa nur „im Fluge" durcheilt werden kann. Um den Charakter einer Gesellschaftsfahrt zu betonen und auch weniger sportgerechten Mitgliedern die Teilnahme zu ermöglichen, sind in einigen Städten, z. B. in Paris, Avignon und Monte Carlo, ein paar Tage Rast vorgesehen. 300 Kilometer wird jeder Teilnehmer an Fahrttagcn zurücklegen müssen, eine Leistung, die keinen Automobilisten überanstrengen kann. Sportlich weit anspruchsvoller ist die internationale Länderfahrt, die der Allgemeine Deutsche Automobil-Club für Krafträder vom 15. bis 29. Mai veranstaltet, Durch Deutschland, die Tschechoslowakei, Ungarn, Jugoslawien und Rumänien soll die Fahrt gehen. Nicht nur deutsche Mitglieder können an ihr tcilnehmen; die Veranstal- tung ist vielmehr international. Man will die Güte des Fahrzeuges und die Zuverlässigkeit des Fahrers durch die Länderfahrten prüfen, die über 4300 Kilometer geht. Die Veranstaltung beginnt am 15. Mai in Nürnberg. Noch am ersten Tage müssen die Teilnehmer bis Brünn fahren. Der erste Tag dürfte der anstrengendste sein, denn die Teilnehmer müssen 480 Kilometer zurücklegen. Von Brünn geht 65 dann nach Stuhlmeißenburg, ü » f = kirchen und Belgrad. Die Motorradfahrer dürfen allerdings in der jugoslawischen Hauptstadt nicht verweilen; sie müssen über Ternesvar und Hermannstadt nach Bukarest eilen, wo ihnen endlich ein Rasttag gegönnt wird. Den zweiten Ruhetag verbringen die Sportsleute nicht in fo interessanter Umgebung; da er in Kaschau in der Slowakei zugebracht wird, werden sie ihn wirklich zum Ausruhen benutzen können. Ueber Gleiwitz und Bautzen geht die Fahrt dann nach dem Endziel H n u n o d e r. Die Sportleute, die diese Prüfungsfahrt mitmachen wollen, müssen natürlich über Geld verfügen. Dabei spielt das „Nenngeld" von 40 Mark, das vor Beginn zu erlegen ist, wohl kaum eine Rolle; aber es entstehen auf einer solchen vierzehntägigen Reife nicht unbeträchtliche „Nebenausgaben", die zufam' men mit den Spesen für Betriebsstoff und etwa notwendige Reparaturen ziemlich ins Geld laufen. Durch strenge Kontrollen bei Antritt der Reife und während der Fahrt soll die Leistung jedes Teilnehmers sorgfältig gewertet werden, 2lnf Kontrollkarten werden die Ankunftzeiten der Fahrer nach Stunden und Minuten vermerkt. Aber nich^ nur Fahrer, die zu spät kommen, werden mit Strafpunkten belegt, auch die Teilnehmer, die mehr als 30 Minuten vor der vorgeschriebenen Ankunftszeit einfahren, erhalten für jede Minute, die sie zu früh kommen, einen Strafpunkt. Hat aber gar einer der Sportslcute das Pech, eine Reparatur an Teilen feines Motorrades vornehmen zu müssen, die vor 2In- tritt der Fahrt plombiert worden find, dann muß er sich ohne Murren 100 Strafpunkte „ankreiden" lassen. Ein Fahrer, der die ganze Strecke zurückgelegt hat, ohne mit einem Strafpunkt belegt zu fein, erhält einen silbernen Ehrenbecher mit aufgesetzter goldener Medaille. Ist er mit 50 Strafpunkten belegt worden, kann er nur einen Bccher mit silberner Medaille beanspruchen, 100 Srafpunkte berechtigen nur zum Empfang eines mit einer Bronzemedaille gezierten Bechers. Außerdem sind für die besten Fahrer Geldpreise ausgesetzt, die aber höchstens 300 Mark für den einzelnen Teilnehmer betragen. Diese Länderfahrt stellt gewiß beträchtliche Anforderungen an ihre Teilnehmer; doch tritt sie in sportlicher Hinsicht weit hinter eine Veranstaltung zurück, die der Automobil-Club von Deutschland für den Juni 1930 plant. „10 000 Kilometer quer durch Europa" wird das Kennwort für die internationale Zuverlässigkeitsfahrt des Automobil- Clubs von Deutschland fein. Fast durch ganz Europa geht die Reise, die in Köln beginnt und in Ber l i n endet. Köln, München, Belgrad und Konstantinopel find die ersten Etappen. Nach einem Ruhetag in Konstantinopel, den die ermüde ten Automobilisten kaum zu einer Besichtigung der Bosporusstadt benutzen können, wird es über Bukareft nach Wien gehen, und von dort wird man nach Warschau fahren. Zwischendurch führt die Fahrt nach Deutschland zurück, nämlich nach Königsberg, aber erst in Reval können sich die Teilnehmer wieder einen Tag ausruhen. Gleich nach dieser Rast wird den Automobilisten eine besondere Leistung zugemuter; sie müssen die 1200 Kilometer von Reval nach Haparanda in 48 Stunden und die 1350 Kilometer von Haparanda nach Stockholm in 54 Stunden zurücklegen. Von Stockholm geht es dann nach Kopenhagen, dem letzten Etappenort vor dem Endziel Berlin. Dem Außenstehenden mag es zunächst merkwürdig erscheinen, daß von den Fahrtteilnehmern nur eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 25 Kilometer in der Stunde verlangt wird. Wenn man aber bedenkt, daß die Strecken auf dem Balkan — vor allem in der Türkei — alles andere als vorbildlich find, erscheint die Festsetzung einer solchen Geschwindigkeit durchaus gerechtfertigt. Den Teilnehmern wird genau Dorgefdjrieben werden, wann sie die verschiedenen Etappen zu verlassen haben, und wer an irgendeiner Station zu spät am Start erscheint, muß sofort aus dem Wettbewerb ausscheiden. Ob die „Länderfahrer" freilich von den 10 Hauptstädten, durch die sie kommen, sehr viel sehen werden, ist fraglich; für die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten bleibt bei Sportsleuten selten Zeit! Alle diese '.Reifen könnten nicht fo reibungslos vor sich gehen, wenn die Automobilklubs der verschiedenen Länder nicht dauernd enge Fühlung halten I würden. In der „Association Internationale des I Automobile-Clubs Reconnus“. einer Dachorgani- —— »in ■iiiiii—ii im i —......«munrii tu iw in ir~rnnr fation, sind 34 Automobilklubs aus der ganzen Welt zufammcngefchlosfen. Der nationale Klub jedes Lan des bemüht sich, feinen ausländischen Klubkameraden den Aufenthalt im Ausland möglichst angenehm zu gestalten und ihm jede Unterstützung zu gewähren. Man kann bei den Angehörigen des 21. I. 21. C. R. von einer internationalen Familie der Automobilisten sprechen. Jeder Automobilklub muh fein Tou> riftitbureau den Mitgliedern der ausländischen Klubs unentgeltlich zur Verfügung stellen; die auslänbi ■ scheu Automobiltouristen haben außerdem die Möglichkeit, ihre Post an den fremden Automobilklub senden zu lassen. Drei ständige Ausschüsse, die Internationale Sporlkommifsion, die Internationale Tourenkommission und die Internationale Kommission für Verkehr und Zölle arbeiten dauernd an einer Vertiefung der Zusammenarbeit. Die wich tigste Einrichtung, die von den internationalen Au- tomobilverbänden geschaffen worden ist, bilden die Passierscheinhefte, die sog. Carnets, die sich besonders für den Reisenden eignen, der mehrere Landesgrenzen nacheinander überschreiten will. Der Automobilist braucht nun nicht mehr an jeder Grenze den vorgeschriebenen Zoll sicherzustellen; er hinterlegt nurelnmal einen Betrag, nämlich den Zoll des Landes, das den höchsten Zoll erhebt. 26 000 Passierscheine und Carnets sind im Jahre 1928 von den internationalen Bereinigungen ver ausgabt worden. 9000 mehr als 1927. In diesem Jahr werden wahrscheinlich noch weit mehr Passierscheine abgegeben werden, denn die Zahl der Automobile nimmt bekanntlich ununterbrochen zu. Verständigung zwischen Kirche und Gemeinde Wieseck. X Wiefeck, 26. März. Unter dem Borsitz von Regierungsrat Dr. Krüger fand gestern im Ratssaal eine gemeinsame Sitzung von K i r - chenvorftand und Gemeinderat statt. Als Vertreter des Landeskirchenamts wohnten Prälat D. Dr. Diehl und Oberkirchenrat Dr. B ü ch l e r aus Darmstadt den Verhandlungen bei. Der schon längst geplante, aber durch Ueber-- lastung der oberen Kirchenbehörde verzögerte Termin ging auf den Wunsch des Kirchenvor- ftands zurück, die Auseinandersetzung zwischen Kirchcngemeindc und Bürgerlicher Gemeinde auf friedlichem Weg zu Ende zu führen. Die dreistündigen Verhandlungen, bei denen die Öffentlichkeit ausgeschlossen war. hatten folgendes Ergebnis : Ein Vermittlungsvorschlag des Vorsitzenden wurde von beiden Kör- perschaften einmütig angenommen, nach dem die bürgerliche Gemeinde in den Rechnungsjahren 1929 und 1930 für Zwecke der Baulast, der Glöckner- und Organistenbesoldung nach dem Stand vom 31. März dieses Lahres die Summe von 2250 Reichsmark an die Kirchenkasse bezahlt, und zwar ein Viertel dieses unverzinslichen Betrags je am 1. Luli und 1. Lanuar. Die Beteiligung der Gemeinde am Organisten- und Kirchendiener- bzw. Glöcknergehalt bleibt weiterhin bei Zweifünftel des ganzen Gehalts. Der an die Beschlüsse angefügte Wunsch des Vertreters des Kreisamts wurde allgemein geteilt' Es möchte mit diesem Tage endlich der langersehnte Friede einkehren zwischen beiden Körperschaften zum Segen des ganzen auf Gedeih und Verderb zusammengehörigen Gemeinwesens. Aus dem Amtsverkündigungsblaki. * Das Amtsverkündigungsblatt R r. 19 vom 26. März enthält.' Feuerlöschwesen im Kreise Gießen. Schlüsselzahlen. - Tarif für die Benutzung der Abdeckerei in Garbenteich. Vogelschutz. — Die Bekämpfung der Schnaken- plage. Sieben Wörter russisch. Von Hans Riebau. Ln Hannemanns Grog-Keller fingen die Balken langsam an, sich durchzubiegen. Die zehnte Runde dampfte auf dem Tisch. Der erste Offizier von der ..Holfatia" wischte sich den Bart und tagte: Vrost. Denn er war es. der die Runde bestellt und er war es, der eben erzählt hatte, tote der Fischdampfer „Else". auf dem er als Steuermann gefahren, nördlich von Spitzbergen von Eisbären überfallen und im wefentltchen nut Mann und Maus aufgefrefsen wurde. Die Tafelrunde nickte beifällig. So was kam vor! Tschawoll, so was kam vor! Da Passterten manchmal noch ganz andere Dingel Rur Kap'tän Klaus ärgerte sich. Denn so schön lügen wie die anderen konnte er nicht. Und darum konnte er auch nicht so schön zuhören. Tschä", gab er sich da plötzlich einen Ruck, „da passiert so mancherlei in der Welt. 2Der was ich da erst voriges Lahr in Rußland erlebt habe, das___" Kap'tän Klaus toicgte den Kops hin und her. „Man toi" rief die Tafelrunde. Tschä", fuhr Kap'tän Klaus fort, ..tch fahr da" nun all drei Lahre von Bremen nach den russischen Häsetr. An Land bin tch da Wetter nie gegangen, denn mit den Bolschewikis will tch nichts zu tun haben. Neulich aber — ba gtng bog nicht anders. Lch sollte da einen Kaufmann Gontschow besuchen, der vor dem Kriege nut unserer Reederei was za tun hatte. Lch gehe also in Kronstadt an Land und sehe mich um Da kommt ein Mann über die Straße, fragt mtch auf deutsch, ob er mir helfen könnte . . - „Gott sei Dank", denke ich und zeige ihm die Adresse von Gontschow. „Das ist ziemlich schwierig", sagt der Mann, als er sie gelesen hat. v‘2Lber ich wtll Lhnen die Adresse auf russisch aufschreiben, dann brauchen Sie den Zettel nur überall vorzuzeigen, und man wird Lhnen schon Bescheid sagen." .Hub der Mann schreibt denn auch wirklich irgendetwas, es waren sieben Wörter, in russischer Schrift auf einen Zettel. Ich sage Dankeschön und ziehe los. immer die Straße entlang. Als da aber eine andere Straße abzweigt, gehe ich auf einen Arbeiter zu und zeige chm meinen Zettel. Der Arbeiter liest, Sdt mich an. macht kehrt und läuft, was er ifen kann. ... . Ranu?" denke ich, „was ist Henn das für n Kerl?" llnö ich gehe aus einen Polizisten zu, Der liest den Zettel, knüllt ihn zusammen, wirft ihn mir vor die Füße, schreit mir irgendetwas ins Gesicht und geht weg. Lch stehe da und weiß nicht, was ich sagen soll. Sind die Leute in Rußland alle verrückt oder — oder was hat der Mann am Hafen mir da auf den Zettel geschrieben? Da kommt ein Kohlenwagen gefahren. „He!" rufe ich. Der Wagen hält. Lch reiche dem Kutscher den Zettel hinauf. Der Kutscher liest, nimmt die Peitsche und klatsch, habe ich einen tiefen, roten Striemen im Gesicht." »Gottesdunner!" murmelt die Tafelrunde, „und dann?" Kap'tän Klaus nimmt sein Glas und trinkt. „Tjä". sagt er, „was soll ich da noch viel erzählen! Auf der Strähe habe ich den Zettel niemandem mehr gezeigt, und ich hab' die Adresse von Gontschow denn auch so richtig gefunden. Lch bespreche mit ihm. was da zu besprechen ist. er schenkt mir Schnaps ein. wir trinken, lind dann kriege ich meinen Zettel aus der Tasche, halte ihn Gontschow vor die Rase. „Was steht da mm eigentlich draus?" frage ich. Gont- schow setzt sich erst seine Brille auf und lieft. Springt mit einem Satz vom Stuhl. „Schuft!" schreit er. „Betrügeri Raus! Nichts wie raus!" Und eh ich weiß, was los ist, bin ich wieder auf der Straße." Die Tafelrunde sitzt atemlos. Kap'tän Klaus trinkt fein Glas leer. .. Roch eine Runde!" bestellt er. -llnö dann erzählt ec weiter: „Tjä, also die ganze Fahrt nach Bremen denke' ich über den albernen Zettel nach. Was da wohl drauf stand? Und kann man überhaupt in sieben Wörtern was auf einen Zettel schreiben, dah alle Leute wild davon werden? Ln Bremen, kaum haben wir neben einem Llohddampser festgemacht, gehe ich los, zum russischen Konsulat. „Letzt", denke ich. „wirst du es gleich wissen, llnö ich habe ordentlich Herzklopfen, als ich die Treppe zum Konsulat rauf- - steige. Der Konsul ist ein netter Mann. Lch aber halte ihm nicht gleich meinen Zettel unter die Rase, sondern fange vorsichtig an zu erzählen: Lch habe, sage ich, in Kronstadt von einem Mann einen Zettel bekommen. Lch kann nicht russisch. Lch weiß nicht, was drauf steht. Aber alle Leute, denen ich den Zettel gezeigt habe, haben mich rausgeworsen oder mit der Peitsche geschlagen oder —" . Zeigen Sie mir den Zettel", sagt der Konsul ruhig. »Ra, ich greife in die Lasche und dann . Kap'tän Klaus macht eine Pause. 'Die Tafelrunde sitzt mit borgebeugten Köpfen — „Und dann? Wat dann?" „Tjä". sagt Kap'tän Klaus und nimmt seine Mütze vom Haken, „da war der Zettel nicht mehr da. Lch muß ihn wohl unterwegs verloren haben." Gesenheim. Von Bert (Schiff. Es war vor dem Kriege. Lch zählte achtzehn Lahre und liebte Friederike Brion. Lch liebte ihre blauen Augen und ihre blonden Zöpfe. Zöpfe, selbstverständlich, denn es geschah vor dem Kriege. Zwar war Friederike vor hundert Lahren gestorben (1813). und wenn sie noch lebte, zählte sie reichlich 159 Lahre. Aber das behinderte meine Liebe keineswegs, denn cs war nicht die handgreifliche Rachkriegsliebe der Achtzehnjährigen, sondern die wunschlose Liebe der Vorkriegsjahre, die sich der Pracht der Sterne freut und sie nicht begehrt. Lch wußte sehr genau, daß Friederike am 19. April Geburtstag hatte, daß sie auch auf den Rainen Elisabeth hörte, daß sie in Sesen- heim da irgendwo im Elkaß lebte, daß Goethe sie mit achtzehn Lahren zum ersten Male sah, daß sie darum zeitlebens unvermählt blieb. Aber trotz all dieses Wissens war meine Liebe nach- ernvfindend und nicht selbstschöpferisch, sie war passiv, untätig, abwesend, lag im Koffer meiner Seele in irgendeiner Ecke verpackt. Sie ähnelte mehr einem Hofhund, der wachsam, unsichtbar hinter der Türe schläft und träumt, und glich weniger einem Schloßhund, der belfernd, vierfüßig vor bas Portal sich stellt. Wie ein Ofen im Zimmer stand fie in mir, .um den fich im Sommer niemand kümmert. Aber zu anderen Zeiten, beim Wechsel der inneren Lahreszeiten strahlte sie wohlige Wärme aus. Run setzte ich mich zur Weihnachtszeit in Mainz ins Coupe, ein bemühter Beamter schlug die Türe zu. Der Zug rollte, die Räder und Kolben flochten einen Takt: 1 — 2 — 3 — 4. Ln Worms sand ich, bah man auch anders zählen konnte. _ Ln Speyer lochte der Schaffner mit seiner Beißzange mein Billett letzter Klasse und sagte: „Ln Straßburg aussteigen'" Da ich mich sogleich erljob, besänftigte er mein gelehriges Ohr: „Roch zwei Stunden Zeit." Ln Straßburg zog unterdes ein schon gebrechlicher, kinderloser Onkel feine wollene Weste an, die Tante griff nach ihrem schwarzen Para" plui. Beide machten sich zeitig auf. mit vier Augen nach dem'Ankömmling zu spähen, daß der Reffe nicht in den Gefahren der Großstadt sich verirre. Da hielt der Cilzug zum zwölften Mal und der Stationsvorsteher rief draußen: Se senheim! Wie ein Zigeunerbund, der plötzlich in einen Haufen raschelnden Laubes fährt unb einen überrumpelten Igel vorzerrt, fo wurde der Träumer in mir aus feinem Schlaf und Federnbette gerissen. Lch griff sogleich ins Gepäcknetz, packte mein Köfferchen und sprang behext aus dem schon wieder langsam anrollenben Zug. Der Beamte lieh mich durch die Barriere. Lch mußte das Pfarrhaus sehen, wo Friederike gelebt, wo Goethe sie geliebt, die Laube, den Hügel mit dem Blick auf die Vogesen und den Schwarzwald jenseits des Rheines! Ein Fluidum, eine Emanation mußte segnend und bereichernd die gewaltigen Stätten umschweben wie einen Temvel! Schon von Hagenau ab schneite es neu aus den alten Schnee. Ln den Dunst der Flocken mischte sich die frühe Dämmerung. Meine Schuhsohlen, mit achtzehn Jahren achtet man wenig darain. daß sie zerrissen, waren überdies der Rässe nicht gewachsen. Von oben und unten ward meiner selig drängenden Begeisterung hart zu- gesetzt. Lch tastete mich fragend durchs halbdunkle Dors zum Pfarrhaus, zog an der Schelle, zog noch und wieder, hörte drinnen im Finstern meinen Ruf. doch die Antwort blieb aus. Lch schritt die Straße entlang bis zur Bürgermeisterei. Bei Salzheringen und dampfenden Kartoffeln rief jener. Herein! — Der Geistliche sei auf zwei Tage verreist. Mit schwarzer, knövsiger Weste und quadratisch massigem Kops berichtete der Bürgermeister ruhig, sei's daß er derlei Fragen gewöhnt, sei's daß der dürftige Flaum meiner Oberlippe ihn nicht beunruhigte Sesenheim sei ein Pfarrdorf, Kreis Hagenau, Amtsgericht Bischweiler. 989 Einwohner, besitze Post und Telegraph, außerdem ein kleines Frie- derike-Brion-Museum. liege an der Eisenbahnlinie Straßburg -Lauterburg und sei vor 1870 dem Departement Bas-Rhin zugeteilt gewesen. Lm achten Lebensjahre Friederikens fei ihr Vater als Pfarrer hierher versetzt worden. Doch jetzt sei es dunkel und nichts zu sehen. Lch möge int Sommer wiederkcmmen. Lch trottete ernüchtert in die Rächt zum Bahnhof. wartete vier Stunden bis zum nächsten Zug und fuhr nach Straßburg, Oede und Wehmut im Herzen, Jl—u-.n Vertreterversammlung de« Hessischen Landes-Lehrervereins. * Gießen, 27. März 1929. Sie diesjährige Vertreterversammlung öe-j hessischen L a n d e s - L e h r e r o e r e i n s wurde gestern vormittag um 10.15 Uhr von dem zweiten Vorsitzenden, Lehrer Kaufmann (Gießen), der an Stelle des erkrankten Obmanns Reiber (Darmstadt) die Verhandlungen leitete, eröffnet. Sie fand, wie der Begrühungsabend, ebenfalls im Cafs Leib statt und war überaus gut besucht. Zwischen 500 und 600 Lehrer und Lehrerinnen waren erschienen und füllten den Saal und die Galerien. Lehrer Kaufmann begrüßte die Vertreter des Kultusministeriums, die Ministerialräte Jung und Diehl, Oberschulrat Friedrich, die Vertreter der Gießener Schulbehörden, die Stadtschulräte Prof. Dr. Alles und Fischer, sowie den Abgeordneten des Deutschen Lehrervereins, Rektor L ü p k e (Berlin). An denObmpnn Reiber wurde ein Begrüßungstelegramm gesandt. In ehrenden Worten gedachte der Vorsitzende der Mitalieder, die seit der letzten Versammlung in Darmstadt durch den Tod abaerufen worden waren. Die Anwesenden hatten sich iynen zu Ehren von den Sitzen erhoben. Für den Gießener Lehreroerein verlas Lehrer .Hofmann die Begrüßungsansprache des ersten Vorsitzenden, des Rektors Kneipp, der durch Krankheit verhindert war, an der Versammlung teilzunehmen. Es wurde darin der Willkommensgruß der Gießener Lehrerschaft ausgedrückt, sowie darauf hingewiesen, welche Wandlungen sich in unserer engeren Heimat und im großen deutschen Vaterland in der Zeit, die nach der letzten Lehrer- Versammlung in Gießen (vor dreißig Jahren) oer- flössen ist, vollzogen haben. Die Lehrer haben nun die hohe Aufgabe, mitzuhelfen, daß unser Volk aus dem zermürbenden Pessimismus herausgeführt wird, und daß es wieder glaube an feine Zukunft. Ehrenobmann Stadtschulrat Bach (Darmstadt) übernahm nun die Leitung, und der zweite Vorsitzende erstattete den Tätigkeitsbericht des Vereins. Daran schloß sich eine sehr rege, mehr- stündige Aussprache, deren Niederschlag wir in fol- genden Entschließungen, die fast alle einstimmig angenommen wurden, finden: Zur Konkordaisfrage. „Der Hess. Landes-Lehrerverein verfolgt mit Aufmerksamkeit die Vorgänge in Preußen, die anscheinend den Abschluß eines Konkordats bezwecken. Die Vertreterversammlung des Hess. Landes-Lehrer- oereins ist einstimmig der Auffassung, daß jedes Konkordat, das irgendwelche Schulbestimmungen enthält oder das die Schule auch nur andeutungs- weise erwähnt, entschieden zu bekämpfen ist. Gewisse Anzeichen deuten darauf hin, daß auf einem Umwege über neue Privatschulen eine weitergehende Konsessionalisierung des hessischen Schulwesens beabsichtigt ist. Bereits hat sich weiter Kreise eine tiefgehende Erregung bemächtigt, und die uns zur Kenntnis gekommenen Tatsachen erfüllen auch den Hess. Landes-Lehrerverein mit ernster Sorge um den Bestand der hessischen Simultanschule. Wir rufen die zuständigen Stellen: Ministerium für Kultus und Bildungswesen, Gesomtministerium und Landtag auf, ihre Aufmerksamkeit der Entwicklung dieser Dinge zuzuwenden und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, die den B e st a n d d e r b e • währten hessischen Simultanschule sichern." Dankbar wurden die Anstrengungen begrüßt, tocldje die Dereinsleitung unternommen hat, um mit allen Kräften den Reich sschulgeseh- entwurf zu Fall zu bringen. Die Liebe -erBrigiita Hollermann Vornan von Elisabeth Ney. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale). 17 Fortsetzung Nachdruck verboten. 3fa Eggenbrecht machte an diesem Nachmittag, trotz des Verbots ihres Mannes, mit Mister Tarn eine Autotour, und zwar galt es. eine 'Wette gegen einen Freund, Mister Turner, ebenfalls einen Engländer, auszutragen, der sich einen neuen Rennwagen zugelegt hatte. Tarn behauptete, daß sein Renner nicht zu Überholen wäre. Doktor Eggenbrecht hatte an diesem Nachmittag oberhalb des Vangtse auf einer deutschen Ansiedlung zu tun. Er war dort mit Mister Amery zufällig zusammengetrosfen, und war so länger, als er eigentlich wollte, geblieben, zumal ihn Amery die zwei Stunden Entfernung von Schang-- hai mit dem Auto heimfahren wollte. Man saß also auf der schattigen Terrasse von Peter Glücks Villa — so hieß der Deutsche, dessen Besuch Eggenbrecht gegolten hatte — unjb schlürfte behaglich bei einer Zigarette köstlichen Tee. Man hatte von hier aus eine prächtige Aus« licht über den LZangtse hinab. Die breite, in der Sonnenglut weihglühende Chaussee war menschenleer. Peter Glück, dem Gggenbrecht einen gebckrche- neu Arm geschient hatte, erklärte gerade seinen Gästen, daß der soeben servierte Tee eine. Spezialmischung seiner Erzeugnisse sei, der auL sechs verschiedenen Sorten bestehe und nur denjFreun- den des Hauses kredenzt würde, als Mister Amery plötzlich seine Lasse mit lautem Klirren auf den zierlichen Tisch zurückstellte und sichtlich angestrengt nach der Chaussee hinübersah. „Was gibt es, Mister Amery?" fragte Doktor Eggenbrecht, der Richtung seiner Vlicke folgend. „Donnerwetter, der Fahrer muh irrsinnig sein!" rief er dann erschrocken aus. Auf der Chaussee raste in halsbrecherischem Tempo ein Auto daher, und ganz in der Ferne nahte ein zweites in gleichrasender Geschwindigkeit. „Good day, es ist der Satanskerl, der Tarn", stieß Mister Amery grimmig hervor. „Es ist sein Wagen, ich erkenne ihn an der hellrötlichen Farbe." Eggenbrecht biß sich ärgerlich auf die Lippen. Glück war ins Haus geeilt, und kam wenige Sekunden später mit einem Ferngas zurück, das ihm Amery hastig aus der Hand nahm. „Lhunderstorm", entfuhr es ihm, kaum nachdem er hindurchgeblickt hotte. »Laru ist nicht Zur Lehrerbildung. „Die Dertreterversammlung des Hessischen San- des-Lehrervereins bedauert, daß die Ausführung des Art. 143 der Reichsverfassung, der eine Reichsregelung der Lehrerbildung vorsieht, noch nicht in Angriff genommen ist. Siv verfolgt mit Vesorgnis die Entwicklung der hessischen Lehrerbildung und wendet sich entvthieden gegen die Abseitsoildung der Lehrerschaft, also gegen alle Vestrebungen, die hessische Lehrerbildung von den hessischen Hochschulen loszulösen, und nach preußischem Muster an besondere Akademien zu verlegen: ebenso legt sie Verwahrung ein gegen alle Maßnahmen, dia geeignet sind, eine Konfessionalisierung der Lehrerbildung zu fördern. Sie fordert im Gegenteil die völlige Eingliederung der Pädagogischen Institute in die hessischen Hochschulen, die Verlängerung des Studiums auf sechs Semester und damck die Freizügigkeit der Studierenden an die Hochschulen der Staaten, die ihre Lehrerbildung, nach sächsischem Vorbild geregelt haben. Das Promotionsrecht ist wie in anderen Ländern den Studierenden zuzubllligen. Vor allem erachtet die Ver- treterverfammiung die Errichtung eines Pädagogischen Institutes an der Universität Gießen für dringend erforderlich. Die Vertreterversammlung erwartet, daß baß Kultusministerium Schritte unternimmt, um die Lehrerbildung nach diesen Grundsätzen auszubauen und durch Gesetz festMlegen." Zur KlaffenstSrke. „Der Hess. Landes-Lehrerverein hat durch eingehende Erhebungen festgestellt, daß in einer großen Zahl von Schulen die durch das Gesetz festgelegte Höch st zahl von Schülern zum Teil ganz erheblich überschritten wird. Cs ist vom gesundheitlichen Standpunkt au« unverantwortlich, in einer Klasse 60, 70 ja 80 und mehr Kinder zu vereinigen, sogar in nicht einwandfreien Sälen. In derart überfüllten Klassen ist jeder Erfolg in Frage gestellt. Die Erziehungsarbeit und die Durchführung pädagogisch fortschrittlicher Gedanken sind unmöglich. Wir fordern deshalb im Interesse der Kinder eine Beseitigung dieser Umstände durch Teilung der ü6et;üliten Klassen und die Herabsetzung der Klassenstärken." Aus den Mitteilungen geht hervor, daß es in Hessen noch 169 Dolk^schulklafsen gibt mit über 60 Schülern, darunter Klassen mit über 80 Schülern, obwohl im Gesetz die Höchstzahl der Schüler für eine Klosse mit 50 bzw. 60 festgelegt ist. Zum nebena-milichen Unterricht. „Die Vertreterversammlung des Hess. Landes- Lehrervereins gibt ihrem lebhaften Erstaunen Ausdruck, daß es trotz d:r fortgesetzten Brmühun- gen des G. A.» des Min. für Kultus und Dil- dungswesen und trotz der einstimmig gefaßten Beschlüsse des Finanzausschusses und des Plenums des Hessischen Landtags bis auf den heutigen Tag nicht gelungen ist, eine Erhöhung der Vergütung für den nebenamtlichen Unterricht beim Finanzministerium zu erreichen. Nachdem durch die 'Besoldungsneuregelung die Bezüge der hauptamtlichen Fortbildungsschullehrer heraufgesetzt tooroen sind, ist es vollkommen unverständlich, daß nicht gleichzeitig auch eine Heraufsetzung der Vergütungsfähe für den nebenamtlichen Unterricht erfolgt. Die Dertreterverfamm- lung beauftragt den G. A., auch weiterhin alle« zu tun, um den jetzigen unhaltbaren Zustand zu beseitigen." , allein, der Wahnsinnige hat eine Dame bei sich, bei diesem Tempo. Cs ist einfach toll." „Eine Dame?" fragte Mister Glück aufhorchenb. „Nicht möglich!" „Doch, jetzt sehe ich sie schon deutlicher, ihr grüner, langer Schleier flattert im Winde." „Grü — ner Schleier!" Eggenbrecht hatte die Worte entsetzt ausgestoßen, und im nächsten Moment Amery das Glas entrissen. » Gleich darauf lieh er es wieder sinken. Sein Gesicht war aschfahl, und man sah, daß er nur mühsam eine gewaltige Erregung niederkämpfte. Für einen Augenblick ruhte sein Blick fest in dem Amerhs. Dieser hatte im Nu die Situation etfaßt, und wechselte ebenfalls die Farbe. „Wissen Sie vielleicht jetzt, wer diese leichtsinnige Frau ist?" fragte Peter Glück arglos, ebenfalls mit ängstlicher Spannung die Todeö- fahrt verfolgend. Keiner von beiden antwortete ihm; ihre Blicke bohrten sich indes förmlich auf der sich in großen Windungen hinschlängelnden Cyaussee fest. Da — ein Schrei aus drei Männerkehlen zugleich! Ein furchtbares Unglück war geschehen. Der zweite Rennwagen war in ungeheurer Schnelligkeit herangebraust. Beim Versuch, den ersten zu überholen, hatte der Führer offenbar die Herrschaft über das Steuer verloren. 3m nächsten Augenblick bildeten die beiden Autos einen wirren Knäuel. Wie eine plötzliche Lähmung lag eS auf den drei Beobachtern: dann aber übersprang Doktor Eggenbrecht al« erster mit einem Sah die Holzwand der Veranda und raste in wilden Sätzen der Unglucksstätte zu. „Die Dame im Auto ist Eggenbrecht« Gattin! Benachrichtigen Sie die Leute, Mister Glück. Man soll auf« schnellste zu Hilfe kommen. Verfügen Sie über mein Auto!" rief Amery dem Gastgeber zu, und rannte ebenfalls davon. Die Autos lagen zerstört und umgeftürzt, völlig ineinander geschoben, quer auf der Chaussee. Tarn lag völlig leblos abseits. Don dem anderen Fahrer war nichts zu sehen. Eggenbrecht kniete am Straßenrand, seine Frau im Arm, die, wie durch ein Wunder, mit dem Leben davongekommen war. Bleich, aber völlig bei Besinnung, sah sie mit tränenschimmernden Augen zu ihrem Mann auf. „Gott sei Dank." murmelte Mister Amery, „Ihrer Frau gebt eß gut.“ Eggenbrecht nickte. „Ich holte sie noch au« dem Sih, sie war völlig ebxgelcUt; wie ein Wall hatte sich baß Schutzblech vor ihr aufgerichtet. Einige Hautabschürfungen, weiter nichts." Isa Eggenbrecht stand langsam auf. Zur Besoldung. „Die Besoldungsneuregelung bedeutet für die Lehrerschaft wiederum eine große Enttäuschung: Ihre Forderung: 80 Prozent der Gehälter der Studienräte ist bei weitem nicht erfüllt, ja sie sind nicht einmal den mittleren Beamten gleichgestellt. Die Verzahnung und die durchlaufende Skala sind nicht erreicht worden. Die viel bekämpfte Schlüsselung ist in anderer Form geblieben. Die Spannung zwischen dem Endgehalt der Volksschullehrer und dem Endgehalt einzelner Sondergruppen ist leider vergrößert worden. Die einheitlich vorgebildete Lehrerschaft ist in Gruppen auseinandergerissen. Wit Bedauern stellt die Lehrerschaft fest, daß die Volksschule und die Arbeit in ihr auch im Dolksstaat eine finanzielle Winderbewertung erfährt. Die Dertreterversammlung de« Hess. Landes-Lehrerverein« beauftragt den G. 2L, bei der in Aussicht stehenden Besol- dungsnovelle die Forderungen der Lehrerschaft mit allem Nachdruck zu vertreten und eine Besserung der be ehenden Verhältnisse tzerbeizrfü e i." Zur kollegialen Schulleitung. „Der Dorstand des Hess. Landes-Lehrervereins fordert die Bezirksvereine auf, das Dereinsthema für 1929, die kollegiale Schulleitung, eingehend zu erörtern. Wir erwarten von unseren Mitgliedern an den größeren Schulgruppen, daß sie für restlose Durchführung der in den Paragraphen 4 und 5 der Dienstanweisung für den Lehrerrat und Beirat angeführten Aufgaben Sorge tragen." Nach einer Pause wurden die Verhandlungen fortgesetzt. Zunächst wurde der Voranschlag des Vereins, der mit 87 880 Mark in Einnahme und Ausgabe abschließt, einstimmig angenommen. Für das Jahr 1928 wurde dem Haupt- rechner, Rektor W i r t h w e i n (Offenbach a. M.), Entlastung erteilt. Beim Kapitel Anträge be- richtete der Vorsitzende zunächst über die vorjährigen Beschlüsse und führte kurz aus, welche Schritte vom Hauptoorstand in dieser Hinsicht unternommen worden waren. Von den diesjährigen Anträgen wurde ein Teil erledigt, ein Teil, der sich auf die Satzungsänderungen bezieht, zurückgestellt. Im Herbst d. I. wird eine außerordentliche Vertreterversammlung stattfinden, in der die neuen Satzungen beraten werden sollen. Don den angenommenen Anträgen, die allgemeines Interesse haben dürften, feien folgende genannt: 1. Die Vertreterversammlung wolle beschließen, der Vorstand des Hess. Landes-Lehrervereins möge beim Ministerium für Kultus und Bildungswesen vorstellig werden wegen wahlfreier Einführung eines monatlichen Wandertages in der Volksschule. (Antrag Gießen.) 2. Aus Hessen beurlaubte Auslandlehrer gehören ihrem letzten Bezirksvereine an. Sie sind für die Dauer ihrer Abwesenheit beitragsfrei und erhallen den Schulboten. (Antrag Offenbach.) 3. Auf Grund eines Dringlichkeitsantrags des Bezirksvereins Langen schlägt der Hauptvorftand vor, darauf zu bringen, daß in Hessen bald eine einheitliche Schriftform in allen Schulen eingeführt wird, und zwar wird die Sütterlin- schriet empfohlen. Oie Wahlen. Zum Schluß fanden die Wahlen zum ge- schäftsführenden Ausschuß statt. Die seitherigen Mitglieder wurden wiedergewählt: Rektor Reiber (Darmstadt), Obmann; Lehrer Kaufmann (Gießen), Obmannstellvertreter: Kreisschulrat Storck (Darmstadt), erster Schriftführer: Berufsschullehrer Dr. Dolk (Mainz), zweiter Schriftführer; Lehrerin Gantz (Worms). Dertreterin der Lehrerinnen; Lehrer Lutz (Lützel- Wiebelsbach i. O.), Dertreter der Landlehrer; „Es tut mir absolut nichts weh", stammelte sie verlegen. „Aengstige dich nicht, HanS-Iörg." Ihr Mann wandte sich jetzt mit xusammengezo- genen Brauen ab und ging auf den leblosen Tarn zu. „Tot, daS Genick gebrochen", murmelte er achselzuckend nach kurzer Untersuchung. Währenddessen waren Leute herbeigeeitt, die nach langen Bemühungen den zweiten Fahrer unter den Wagentrümmern hervorzogen. Er war bis zur Änkenntlichkeit verstümmelt; natürlich tot. „Wer ist eS?" fragte Eggenbrecht mit bebender Stimme seine Frau, die jetzt heftig weinte. „Ein Amerikaner, Mister Turner; wir machten eine Wettfahrt. Mein Gott, wer hätte gedacht —" „Schweig'!" unterbrach Eggenbrecht sie kalt. „Mister Amery wird die Güte haben, dich sofort nach Hause zu fahren. Ich habe hier noch zu tun." Schweigend folgte Isa Eggenbrecht Mister Amery nach seinem Auto, bas sich kurze Zeit darauf in Bewegung setzte. Isa sprach nicht. Sie lehnte bleich, mit geschlossenen Augen, in den Polstern, und Mister Amery unterbrach mit keinem Wort die drückende Stille. Erst jetzt auf der Heimfahrt kam Isa Eggenbrecht das Wunder ihrer Rettung so recht zum Bewußtsein. „DaS Kind!" durchzuckte eS sie. „Wie, wenn der furchtbare Anprall — ?" Aber sie fühlte sich wohl, ein wenig matt, jedoch ohne Schmerzen. „Der arme Tarn", murmelte sie unwillkürlich. „Ich wußte, daß er früher oder später den Hals brechen würde", entgegnete Wister Amery finster. Er empfand in dieser Stunde entsetzliches Mitleid mit feinem Freund Eggenbrecht, denn in dieser Frau hier an seiner Seite, deren Besitz ihm ein besonderes Glück bedeutet hatte, steckte wohl ein ebensolcher Satan wie in Tarn. Welch ein Skandal in der Kolonie! Die Sache war unmöglich zu vertuschen. Noch heute würde sich überall die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreiten. Armer Eggenbrecht! Da« war bart! Es würde einer der größten Skandale, die feit den letzten Jahren über die Guropäersiedlung hereingebrochen waren. Empörung, Entrüstung und schadenfrohe Sensationsgier würden wochenlang die Klatschsucht der Salons beleben. Einfach entsetzlich! Was war dagegen zu tun? Nicht«. Eggenbrecht würden bedauernde Blicke folgen, und feine Frau traf erbarmungslos die ablehnende Verachtung, der Boykott her Gesellschaft. Mister Amery übergab die junge Frau der englischen Zofe; dann sprach er für einige Augen- Lehrer Melchior (Darmstadt), Vertreter bet Junglehrer. Der Ausklang der Tagung. Hieraus konnte der Dorsitzende, Lehrer Kaufmann, die Dersammlung mit Dankesworten an die Teilnehmer schließen. Sr stellte fest, daß im Gegensatz zu der IubiläumSversammlung in Darmstadt die Gießener Tagung eine reine Arbeitstagung gewesen sei: besonders betonte er aber, daß Dorträge und Aussprache sich auf einer bemerkenswerten, guten Höhe gehalten hätten. Er hofft, daß die angenommenen Entschließungen und Anträge zum besten der Schule und bamtt auch zum Wohle des Volkes dienen mögen. Die nächste Vertreterversammlung, mit der eine Hauptversammlung verbunden ist, findet im Frühjahr 1930 in Mainz statt. Oberheffen. Landkreis Gicszen. £. Klein-Linden, 26. März. Die hiesige Baugenossenschaft kann in diesem Jahre auf ihr zehnjähriges Bestehen zurückblicken. Ihre Gründung erfolgte in einer Zeit, in der hier eine unbeschrechlich große Wohnungsnot herrschte. Die Gründung stieß seinerzeit auf außerordentlich große Schwierigkeiten, es gelang erst nach mehrmaligen Zusammenkünften die zur Gründung einer Genossen- schäft erforderlichen Mitglieder zu gewinnen. Nach der Gründung gelang es ebenfalls erst nach harter Arbeit, die zur Erbauung der geplanten drei Doppel- Wohnhäuser erforderlichen Kredite und Zuschüsse sicherzustellen. Verhandlungen mit dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft in Darmstadt und der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. — der größte Teil der Mitglieder waren Reichsbahnbedienstete — waren recht langwierig. Endlich gelang es dann doch, die im Wohnungsbauprogramm vorgesehenen Wohnungen erstehen zu lassen. In diesen tonnten zwölf wohnungsuchende Mitglieder Aufnahme finden. Leider war es damals ab$r nicht möglich, den Woh- nungsinhabern für Trinkwasser zu sorgen, da sich in mehreren gearabenen Brunnen Trinkwasser nicht einstellte. Im Laufe der folgenden Jahre wurden dann weitere vier Dopvelwohnhäuser mit je vier und ein Haus mit zwei Wohnungen errichtet, die nach Fertigstellung an neun Mitglieder in Eigentum übergehen konnten. Im vergangenen Jahre erstanden wiederum zwei Wohnhäuser mit je zwei Wohnungen, die zunächst im Eigentum der Genossenschaft bleiben sollen. In diesem Jahre ist die Erbauung eines Wohnhauses mit zwei Wohnungen vorgesehen, das später an ein Mitglied in Eigentum übergehen wird. Mit der Ausarbeitung des Wohnungsbauprogramms für 1930 soll, wie man hört, in nächster Zeit begonnen werden. aL 2111 en botf (Laßn), 26. März. Die durch den starken Frost verursachten Schäden an der Wasserleitung sind soweit wieder ausgebessert. Das ganze Dorf hat schon seit über 8 Tagen wieder Wasser, und die Klagen sind nun verstummt. Man hatte den Schaden viel größer geschätzt, als er in Wirklichkeit war. Trotzdem fino der Gemeinde große Kosten erwachsen, da das Gelände bi« 1,20 Meter und mitunter noch tiefer gefroren war und auch auf dem Dorse die Arbeitsgeräte nicht so vorhanden sind, wie in der Stadt. Die Brüche waren hauptsächlich nur an den Hydranten, die der Frost von den Leitungsrohren abgesprengt hatte: Hauptro re waren nicht beschädigt. 63 waren im ganzen sieben Hydranten und eine Zuleitung in ein Hau 3, ein Mannesmannrohr, beschädigt. — ilnfere beiden Störche sind vor einigen Tagen wieder hier angekommen und erfreuen nun jung und alt Im vorigen Jahre kamen sie am Frühlingsanfang. □ Allendorf (Lahn), 26.Ulan. Am Sonntag fand in der hiesigen Schule die Ausste11ung der Handarbeiten der Volks- und Fortbildungsschule unter Leitung der technischen Lehrerin, Frl. blicke bei Frau von Salden vor, um sie zu bitten, nach Isa zu sehen. Frau von Salden geriet bei der furchtbaren Nachricht in hellste Bestürzung, eilte dann schnell ins Hau«, und begab sich gleich darauf zu Isa Eggenbrecht. Isa hatte sich aber in ihrem Boudoir eingeschlossen und empfing niemanden, auch sie nicht. Verletzt zog sich Ni von Salden daraufhin zurück. Mister Amery war zuruckgesahren, und traf kurz vor der Stadt mit Eggenbrecht, der Mister Gluck« Wagen benufcte, zusammen. Sr nahm den Freund in sein Auto. „Ihrer Frau geht eS gut. Sie kann Gott bunten. ES war ein Wunder, ein wirkliche« Wunder!" fügte er, Eggenbrecht warm die Hand drückend. Der junge Mann nickte nur stumm, und starrte verbittert vor sich hin. „Ich kann nicht mehr hier bleiben. Herrgott, Mister Amery, e« ist ein kompletter Skandal", murmelte er verstört. „Ein paar Tage, mein Bester, und die hoch- gehenden Wogen werden fich glätten. Einer schönen Frau verzeiht man gern mehr als anderen", versuchte ihn Amery zu trösten. Eggenbrecht machte eine stumme, abwehrende Bewegung. „Fahren Sie nicht nach Hause, bad tut nicht gut; kommen Sie mit zu mir. Ellen wird sich freuen", bat Amery nach einer Weile. Da Gggenbrecht nicht antwortete, nahm er es al« eine stille Zustimmung, und gab dem Chauffeur Anweisungen. AI« der "Sagen vor Amery- Villa hielt, übergab ibm der herbeieilende Diener ein soeben ein- getroffenes Telegramm. Amery führte Gggenbrecht in fein Arbeitszimmer, und öffnete dort zuerst das Telegramm. Sine Weile betrachtete er dann Gggenbrecht, der, völlig zusammengesunken, auf einem Klubsessel sah. „Eggenbrecht", sagte er dann nachdenklich. „Ich muh auf einige Monate nach Hongkong: begleiten Sie mich. Das Telegramm zeigt mir, daß ich in meiner Filiale da unten sehr nötig nach dem Rechten sehen muß. Die verflixten Auslöndcr- hetzen spitzen sich zu." Der Arzt sah auf, antwortete jedoch nicht sogleich „Schaffen Sie einen Vertreter, es geht fchon. Frau Isa nehmen Sie mit. Ober vielleicht ist es beffet. Sie fahren mit mir allein. Nach solcher Geschichte ist eine längere Trennung immer von heilender Wirkung. Frau von Salden wird Ihre Frau in dteser Zeit sicher gern als Gast ausnehmen, lieberlegen Sie eS sich nicht lange, schlagen Sie ein. liebennorgen fahren wir mit der ,SrÜania‘.u (Fortsetzung folgt) AStN frtrnfW bis zu hildung vE. oaiii®1 oählt- 1 2 unser« Fräul- 2rbe rinn eSafe l-genh t>e$3a Olig« leien hcrgest 5nt>« Der anügi c und irr + .® Bärtig netze! 220 T lung < seinen Stadlt ge!rs hat schon seit über ) die Klagen sind nun n Schaden viel grv- irvichkeit war. Tro^ >he Kosten erwachsen, Meter und mitunter d auch aus tem Dorse vorhanden sind, wie waren hauptsächlich . der Frost von den hatte; Hauptro re raren im ganzen sie« [eihmg in ein hau;, äbigl - Ne« bei« tnigen Tagen tote.ct reuen nun jung M kamen sie m 8w 26. Am eonntef »Lusstellungd" lts« und Fortbildung^ chnischin^Lehrerin,^Fll i bei der für« iung. eilte dann schm gB daraus zu » i6ron Boudoir eingj Ärffi* lammen, 1 Sie %Äun- echt Var« d« •Tu* **■* * er dncn nkei' 'typt** mlL allein. üflinj igSSW VOMAG Unerreicht M83V General-Vertretung: GEORG KARL REIT, GIESSEN, Marburger Str. 34, Fernsprecher Nr. 298 Ei« Potte« Nutzholzversteigerung Bekanntmachung Müs 2S0SA Damenwäsche Modehaus Salomon Seltersweg 70 3775A 75 50 00 12.00, 9.00, oder weiß icoo Modehaus Salomon ■ V Sehulatraße 4 ana SchulstraBe 4 ÄÖA H E Dam.-Strickklelder Wolle mit Seide, in hochaparten Frühj.-Neuheiten, alle Größen...35.00, 28.50, Damen-Pullovers m. u. ohne Arm, Wolle, o.Wolie mitSelde.in besonders eleg. 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Auh- iL Vrennhohverstei- gemngenderStadiGießen Die Nutzholzversteigerungen vom 7. Fe bruar und 11. März 1929 (Nr. 12 und 17) und die Brennholzversteigerungen vom 15. Februar, 1., 5., 20. und 22. März 1929 (Nr. 13—16 und Nr. 18 und 19) wurden genehmigt. Die Abfuhrscheine sind bis spätestens 10. April 1929 In Empfang zu nehmen. 2793C Gießen, den 26. März 1929. Der Oberbürgermeister. J.B.: vr. Rosenberg. mit Gewächshaus, Hetzuna.Wtndmotor und großer Edelobst» anlage, sehr ertrag« reich Gesamtfläche ca 7000 qm, alle- in bestem Zustand, ift sofort anderweit zu vervachten. Näh.: A. Becker, Sevlerttraße 9, Televhon 1043. Die Lieferung von zirka 3000 Silo Fußboden« für die städtischen Gebäude für das Rechnungsjahr 1929 soll öffentlich vergeben werden. 2793C Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote find bis Dienstag, den 3. April, vormittag» 10 Uhr, verschlossen, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen an das Städtische Hochbauamt abzugeben. Zuschlags- und Bindefrist zwei Wochen. Gießen, den 26. März 1929. Städtisches Hochbauamt. I. V>: Wettläufer. ffir bas 6tM. EleSrifche Bügeleisen. Zkochappa- rate, Staubsauger usw. läßt das Heberlandwerk einfammeln, die Aenderung auf die neue Stromstärke auf eigene Kosten vornehmen und dann den Besitzern wieder zustellen. Die erhöhte Spannung soll den Vorzug haben, daß sie ein gleichmäßiges Brennen der Lampen gewährleistet. Jedenfalls war bei der seitherigen Spannung die Leitung durch die im Laufe der Zeit sich stets vergrößernde Zahl der angeschlossenen Mo- tore ost so stark überlastet, daß manchmal die Glühbirnen ein flackerndes, unruhiges Licht gaben. Wenngleich der Porteil ted besseren Lichtes allgemein anerkannt wird, so herrscht doch andersettS etwas Mißstimmung, da sämtliche seitherigen Glühbirnen mit einem Schlage wertlos werden und die Bürger genötigt sind, neue Glühbirnen anzuschaffen, waS für manchen eine beträchtliche Ausgabe bedeutet. Die hiesige Mit- telstandSvercinigung hatte sich daher mit einem Protestschreiben an den ProvinzialauSschuh gewandt und gebeten, die neuen Glühbirnen gegen die alten kostenlos umzutauschen. Diesem Schritte hatten sich der Gewerbeverein und die Ortsgruppe des LandbundeS angeschlossen. Oluf diese Ditte ist dieser Tage ein ablehnender Bescheid erfolgt df. Langsdorf, 25. März. QIm SamStag feierten die Eltern unseres Bürgermeister-, Heinrich KneippV. und seine Ehefrau, eine geborene Pauli, im Älter von 76 bzw. 73 Zähren im Kreise ihrer Angehörigen das Fest der goldenen Hochzeit. Sie erfreuen sich trotz ihres Alters einer guten Gesundheit. 2lm 2lbend hielt der Ortsgeistliche im Haus eine kleine Feier- andacht und überreichte dem goldenen Hochzeitspaar ein Gedenkblatt des Dekanats. Danach Millwoch, den 10. April, von vormittags 9 Uhr ab, in der Wirtschaft des Gg. Sommer VI. zu Watzenborn aus den Forftorten Brauhof, Schiffenberg, Beunde, Häuser- vorn, Häuserseite, Buchenberg, Klosterwiese, Dörnergrund, Wachyolderheide, Schinderskopf, Schindanger und Tempel der Försterei Baumgarten, Töpferkaute, Altgehegt, Rabenpfuhl und Rehhecke der Försterei Leihgestern: 27950 Langholz: Eiche, N-Stämme Kl. 1—3 14 Stück = 4,93 fm; Esche, N-Stämme, Kl. 1 und 2 8Stück = 1,51 fm; Rüster, N-Stamm, Kl. 1 1 Stück = 0,32 fm; Kiefer, A-Stämme, Kl. 3a und b 3 Stück - 3,49 fm; Schwarzkiefer, N-Stamm, Kl.2« 1 Stück -- 0,61 fm; Fichte, A-Stamm, Kl. 3a 1 Stück -- 1,62 fm; N-Stämme Kl. la—2b 207 Stück - 76,81 fm; F-Stamm, Kl. 2a 1 Stück ° 0,88 fm. Abschnitte: Eiche, A-Stämme, Kl. 3, 4 und 5 6 Stück = 4,99 fm; dl-Stämme, Kl. 2—5 55 Stück = 43,45 Im; Esche, A-Stämme, Kl. 3 und 4 5 Stück - 3,81 fm; N-Stämme, Kl. 1, 2 und 3 17 Stück = 3,14 fm; Kiefer, A-Stäinme, Kl. 2b—4b 68 Stück - 48,30 fm ; N-Stämme, Kl. 1b—4b 74 Stück = 46,24 fm; F-Stämme, Kl. 3a und 4a 2 Stück - 1^9 fm; Achte, A-Stämme, Kl. 2b—4b und 6 14 Stück c 17,80 fm; N-Stämme, Kl. la—4a 19 Stück - 10,83 fm; F-Stämme Kl. 3b, 4a und 5a 4 Stück o 5,01 fm; Deitztanne, A-Stamm, Kl.3b 1 Stück = 0,85 fm; N.etamm Kl. 2b 1 Stück = 1,04 fm; Derb- (fangen: Eiche, Stück: 4 l.Kl., 34 2. Kl., 3 3.Kl.; Esche, Stück: 3 l.Kl., 3 2.Kl., 1 3.Kl.; Fichte Stück. 133 l.Kl., 198 L, 235 3. Kl.; Nuhscheiler nn: Eiche 5,6 L (13 rm gespalten, 1,25 m lang), 18,3 l. (2,20 m lang); Buche 2 1. Kl. (1,25 m lang); Kiefer 12 1. Kl. (1,25 m lang); Nuh- knüppel nn: Eiche 11 (2,5 m lang); Ruh- reisig, Esche rm: 6,5; Iichte 20. 5 Dom Kiefern, und Fichten-Stammholz werden nur die blau unterstrichenen Nummern versteigert. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. Nummernaus- züge über das Stammholz werden zum Preise von 1 RM. vom 5. April ab durch das Forstamt in Gießen, Gocthestraße 42, Fernruf Nr. 2578, abgegeben. Gießen, den 25. Marz 1929. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicolaus. Gärtner (Klein-Liyden^ statt. Es waf bewundernswert, was die Mädchen, kleine wie große, alles geleistet hatten, von den ersten Stichen der Anfänger bis zu den kunstvollen ArbeUen des letzten Fort- bildungsschulsahrganges. Dir überaus zahlreichen Besucher sprachen sich sehr anerkennend aus. y Mainzlar. 26. März. Als DertrauenS- mann für die LandwirtfchaftSkammer wurde für den Bezirk Mainzlar-Daubringen der Landwirt Wilhelm Schäfer I. von hier gewählt. _ , Z Rödgen, 26. März. 3m unteren Saale unserer Schule hatte die Handarbeitslehrerin Fräulein Schmidt auS Gießen am Sonntag die Arbeiten der Rödgener und Troher Schülerinnen ausgestellt. ES war damit xum ersten Male den Eltern und sonstigen Interessierten Gelegenheit gegeben, die von den Kindern im Laufe des Jahres h^rgestell^n Handarbeiten zube- sichtigen. Die zahlreichen Besucherinnen betrachteten aufmerksam die mit Fleiß und Sorgfalt hergestellten Hemden, Schürzen, Kissen usw. — 3n der Kleinkinderfchule war um Vc4 Uhr der Osterhase. Die 62 Kleinen spielten recht vergnügt ein paar Spiele mit ihrer Schwester Anna und trugen dann beglückt je zwei Eier und eine Bretzel nach Hause. + Grünberg, 26. März. Hier wird gegenwärtig die Umschaltung unseres Ortsnetzes durch das Ueberlandwerk von 125 auf 220 Bolt Spannung vorgenommen. Die Umstellung auf die erhöhte Spannung erfolgt in einzelnen Abteilungen. Am Montag wurde der Stadtteil von der Bahn bis zur Höfetränke um* geschaltet. Die Glühbirnen erhalten die Leute vom Ueberlandwerk zum Einheitspreis von 1 Mk. Zirka 6000 Mk. auf erste Hvvotbek nes. Schr. Angeb. unter 01698 a.d.Gtek. An». Wo kann tch Mlorrad unterstellen? Grober Steinweg oder nächste Umgebung bevorzugt. Schr. Ang. tn. VretS u. 2800 L) q.d.G.An». 2 »chöue Teppiche tn versch. Gränen, sowie 1 Läuter, alles säst neu. biU. zu verk. Ev.Zahlungserleich- terung. Schr. Anfr. ttnt. 0i683 a. d. G. A. Die am Lethgestern. Weg gelegenen, seither v. Herrn Pecht- hold in Pacht geh. Spezialitäten meiner Firma !♦ MMee in vollendeter Qualität pfb. 3.60, 3.80, 4.00, 4.40, 4.80 Mk. 2. Tee von Meßmer, Lipton, 3ionnefeldt zu Orlglnalpreisen, sowie feinster loser Tee ’/< pfb. 1.25 und 1.50 Mk. L. Äala» von Reichardt, van Houten, Dalbbauer, Sszet usw. sowie lose gute Haushaltsorten pfb. 1.50 Mk. Heinrich Driesch brachte der Gesangverein feinem Shrenmitgllede. daS etwa 40 Jahre die Singstunde besuchte, einen Fackelzug und ein Ständchen, wofür der Subilat herzlich bankte. — Zur Zeit sind hier noch drei Paare, die in diesem 2ahre auf eine 50jährige Ehe zurückblicken können. P Steinh «im, 26. M^rz. Am Sonntagnachmit« tag veranstaltete der Schulvorstand im alten Schul» iaale eine Ausstellungoonchandarbeiten der vereinigten Mädchen-Fortbildunosschule Stein» heim-Rodheim. Auf sechs langen Tafeln hatten die Schülerinnen, unter denen sich fünf freiwillige befinden, in geschmackvoller Weise ihre Arbeiten aus» gebreitet. Die Nadelarbeiten zeigten, wie die Hand» arbeitslehrerin, Frl. Becker von Nidda, mit großer Geduld und künstlerischem Verständnis an ihre Auf» gaben herangetreten war. Anderseits muß auch der große Eifer und die Geschicklichkeit und die Ausdauer, mit der die Schülerinnen diese praktischen Arbeiten durchführten, lobend erwähnt werden. Besonders hervorzuheben ist die praktische Einstellung des Unter« richts, zugeschnitten auf eine ländliche Haushaltsführung. Daneben war den Schülerinnen auch der Weg gezeigt zur Anfertigung besserer Leib» und Bett« Wäschestücke. Die Ausstellung, die besonders bei den Müttern viel Interesse fand, erfreute sich eines starken Besuches. Kreis Friedberg. • Friedbera, 26.März. In der Stadtverordnetenversammlung wurde heute abend die Beige ordneten wähl für das Amt des kürzlich verstorbenen Beigeordneten Repp vorgenommen. Zum Beigeordneten gewählt wurde mit 22 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen der Stadtverordnete 9 h l (Soz.) Der verstorbene Beigeordnete Repp gehörte eßen fall« bet Partei an. Kreiß Schotte«. Aainrod, 26. März. Sn der Aacht »um Dienstag gegen 12 Uhr brach in der Scheune de« Landwirt« D. TheiS Feuer au«, daS von AachbarSleuten frühzeitig bemerkt wurde. ES gelang der Feuerwehr, da» angrenzend« Wohnhaus zu retten, während di« Scheune niederbrannte. Heber die Entstehung deS DrandeS ist noch nichts bekannt. Der Besitzer ist gegen Brandschaden versichert. U I f a, 25. März. Der heutige Ferkelmarkt war sowohl von Landwirten, als auch von Händlern stark beschickt. Die Nachfrage war lebhaft, so daß die seitherigen Preise nicht nur aufrechterhalten, sondern überboten wurden. Sie bewegten sich zwischen 70 und 90 Mark für das Paar, je nach Qualität der aufgetriebenen Tiere. Man fuhrt den außergewöhnlich hohen Preis, der in der Nachkriegszeit nur im Frühjahr 1926 erreicht wurde, auf eine merkliche Derminderungder Zuchtschweine, den Aussall durch die Frostperiode sowie auf die hochpreisigen Fetts0 weine zurück. Preußen. KrciS Wetzlar. <5 Lützellinden, 25. März. Bei einer dieser Tage hier stattgehabten GrundstückSver- Pachtung wurden für den Morgen Ackerland mittlerer Güte bi 3 zu 90 Mark geboten. 3m Vergleich zu den bisher hier üblichen Pachtpreisen von 45 bis 75 Mark für den Morgen (25 Ar) sind diese Gebote als sehr hoch zu bezeichnen. 5W- Wi roelt unter 'Breid MIM Seltersweg <10. Gardinen- Reste besonders preiswert Z247A Aussteuerhaus Salomon Seltersweg 81 M 1.75 3.90 Große 4-6, 6.90, Punkte an. Dann gibfs ein 1.50 harmonisches Osterfest. la Trikolette, durchgemu stert, neueste Dessins .. 5.90 farbig 1.95, 1.25, Seltersweg 31 Gießen Bahnhofstraße 14 r?7RA BsamsEr- 2756A Modehaus Salamsn, Gishen ^Gießen^e1terswe^46 22C9V Uleltrfdudi, geehrte 0Werren Hermanns L frodzkeim Herren-Garnituren la Trikot mit Satin-Besatz, Hose u. 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Aus eigner Konditorei: Torten, Fein- und Cremegebäck. Mittwoch. 27. März 1929 Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhchen) Nr. 75 Drittes Blatt Das liecht im täglichen Leben ZurMelMungsrechtdesMars Ein Notar wird vielfach im Besitz von Der- Mögensobjekten seines Auftraggebers sein, die ihm dieser aus irgendwelchen Gründen zu treuen Händen übergeben hat, später aber von ihm herausverlangt. Kann dann der Notar die Herausgabe der Sache von der Begleichung von Gegenforderungen abhängig machen, die ihm auS notarieller oder rechtsanwaltlicher Tätigkeit zustehen? Diese Frage wird im täglichen Leben häufig akut, so daß die Entscheidung, die das Reichsgericht darüber getroffen hat, von allgemeinem und der Ertrag ihrer Arbeit nicht zu ihrem Unterhalt ausreichen. Hat der Mann einem minderjährigen unverheirateten Kinde oder einer neuen Frau Hinterhalt zu gewähren, so seht das Gericht die Unter* Haltsrente sür die geschiedene Frau fest unter billiger Berücksichtigung der Bedürfnisse der Beteiligten und der Vermögens- und Crwerbsver- hältnisse der Parteien. Eine allgemeine Regel läßt sich hier nicht aufstellen. Die allein schuldige Frau ist dem Manne nur dann unterhaltspflichtig, wenn dieser außerstande seinem eigenen Vermögen. Diese Nachlaßverbindlichkeiten sind nicht nur die gewöhnlichen Schulden; zu ihnen gehören auch die Verbindlichkeiten aus Pflichtteilsrechten, Vermächtnissen usw. Recht peinlich wäre es auch, wenn der Erbe die Unterhaltspflicht gegenüber der geschiedenen Ehefrau des Erblassers oder einem unehelichen Kinde desselben weiter erfüllen mühte, da diese Unterhaltsansprüche nicht mit dem Lode des Ehemannes bzw. außerehelichen Vaters erlöschen lallerdings ist eine Herabsetzung der Rente der Ehefrau und die Abfindung des unehelichen Kindes mit dem einem ehelichen Kinde gebührenden Pflichtteil möglich). Die Haftung des Erben für Nachlahver- bindlichleiten beschränkt sich auf den Nachlaß, 1. wenn eine Nachlaßverwaltung angeordnet, oder 2. der Nachlaßkonkurs eröffnet ist. Der Antrag auf Anordnung der Nachlahverwaltung kann nicht mehr gestellt werden, wenn seit der Annahme der Erbschaft zwei Jahre verstrichen sind, während der Antrag auf Eröffnung des Nachlaßkonkurses unverzüglich, nachdem der Erbe von der Ueberschuldung des Nachlasses Kenntnis erlangt hat, zu stellen ist, falls er sich nicht den Gläubigern gegenüber für den durch sein Zögern entstehenden Schaden verantwortlich machen will. Er wird deshalb, wenn er Grund zu der Annahme hat, es seien unbekannte Nach- lahverbindlichkeiten vorhanden, zunächst das Aufgebot der Nachlaßgläubiger beantragen, das zur Wirkung hat, dah die hierbei ausgeschlossenen Nachlahgläubiger nur insoweit zum Zuge kommen, als der Nachlaß nach Befriedigung der nicht ausgeschlossenen Gläubiger reicht. Solchen „ausgeschlossenen" .Gläubigern gegenüber (ihnen stehen gleich Nachlahgläubiger, die ihre Forderungen später als 5 Jahre nach dem Erbfall geltend machen) kann der Erbe die sog. Erschöpfungseinrede geltend machen. Reicht aber der Nachlaß,. wie sich bei dem Aufgebotsverfahren Herausstellen muß, selbst für die anmeldenden Gläubiger nicht aus, so empfahlt sich die unverzügliche Stellung des Antrags auf Eröffnung des Nachlaßkonkurses. Die Beschränkung der Erbenhaftung tritt auch ein, wenn die ist, sich selbst zu unterhalten, also erwerbS- und vermögenslos ist. In jeden, Falle erlischt die Unterhaltspflicht mit der Wiederverheiratung des Unterhaltsberechtigten oder mit dessen Tode. Den Kindern aus der geschiedenen Ehe ist stets der Mann in erster Linie unterhaltspflichtig, auch wenn diese der Frau zugesprochen sind, doch hat die Frau aus den Einkünften ihres Vermögens oder ihrer Arbeit einen angemessenen Beitrag zum Unterhalt der Kinder beizusteuern. Die beiden vorgenannten Begriffe spielen im privaten, wie im öffentlichen Rechtsleben eine bedeutende Rolle und sind der Ausgangspunkt für vielfache Rechtsbeziehungen und Rechtsfolgen von oft weittragender Bedeutung, für den Einzelnen, für die Familie und für die Gemeinden als solche. Wenn wir von „Wohnsitz" sprechen, so müssen wir dabei stets auseinander halten, dah es einen Wohnsitz im Sinne des bürgerlichen Rechts, d. h. na'ch Len Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches gibt und einen Wohnort nach dem Steuerrecht. Deo Wohnsitzbegriff des Bürgerli- lichen Gesetzbuchs deckt sich nicht mit dem des Staats- und Gemeindesteuerrechts. Verschieden von dem Wohnsitz ist der gewöhnliche Aufenthalt, der rein tatsächlicher Art ist und nicht gleichzeitig an verschiedenen Orten bestehen kann, wie dies bei dem eigentlichen Wohnsitz rechtlich möglich ist, wenn auch selten vorkommen wird. Das BGB. bestimmt im § 7: „Wer sich an einem Orte ständig niederläht, begründet an diesem Orte seinen Wohnsitz. Der Wohnsitz kann gleichzeitig an mehreren Orten bestehen. Der Wohnsitz wird aufgehoben, wenn die Niederlassung mit dem Willen ausgehoben wird, sie aufzugeben." Dies ist der Wohnsitz des bürgerlichen Rechts, der von Bedeutung ist, insbesondere für die familienrechtlichen Beziehungen, z. B. der Ehegatten zueinander, für die Eintragung im Güterrechtsregister, aber nicht für fürsorgerechtliche Beziehungen. Der bürgerliche Wohnsitz ist ferner von Bedeutung für das Eheschließungsrecht, wo es auf den Wohnsitz oder den gewöhnlichen Aufenthalt der Verlobten ankommt (§ 1320 BGB.), ferner für Klageerhebungen vor den ordentlichen Gerichten, indem nach den Vorschriften der Zivilprozeßordnung der allgemeine Gerichtsstand einer Person bestimmt wird durch deren Wohnsitz. Ferner ist der Wohnsitz maßg'ebend für die Erfüllung einer vertraglichen Leistung nach dem § 269 BGB. und im internationalen Privatrechte. Das BGB. enthält keine nähere Definition des Begriffes der ständigen Niederlassung, die den Wohnsitz begründet. Die nähere Bestimmung des Begriffes hat man der Rechtsprechung überlassen. Nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts ist der Wohnsitz der räumliche Mittelpunkt des gesamten Lebens einer Person. Die Begründung des Wohnsitzes erfolgt durch tatsächlichen Aufenthalt in eigener Person an einem frei gewählten Orte in der Absicht, diesen zum bleibenden Mittelpunkt seiner Verhältnisse zu inachen. (Ständige Niederlassung.) Das Haben einer Wohnung, auch polizeiliche Anmeldung ohne ernstlichen Willen der dauernden Niederlassung und der Umsetzung des Willens in die Tat genügt noch nicht. Wohnsitz und gewerbliche Niederlassung können getrennt sein. Liegt ständige Niederlassung vor, so ist es gleich, ob der Inhaber des Wohnsitzes sich dort ständig aufhält, oder meist auf Reisen ist; ebenso ist es gleich, ob er dort eigene Wohnung hat, oder im (Saft« Hause wohnt. Andererseits kann selbst, wenn jemand an einem Orte eine standesgemäße, dauernd eingerichtete Wohnung hat, hieraus auf das Vorhandensein eines Wohnsitzes nur dann geschlossen werden, wenn sie von ihm zu seinem bestimmten Blatte), ihre Forderungen binnen sechs Monaten bei ihm oder bei dem Nachlatzgericht anzumelden. Ist eine solche Aufforderung erfolgt, so haftet nach der Teilung jeder Miterbe nur für den seinem Erbteil entsprechenden Teil einer Forderung, soweit nicht vor dem Ablaufe der Frist die Anmeldung erfolgt oder die Forderung ihm zur Zeit der Teilung bekannt ist. In einem solchen Falle mutz also selbst bann, wenn nach dem Fristablauf die Anmeldung erfolgt, der Erbe immer noch entsprechend seinem Erbteil haften, d. h. unter Umständen mit eigenem Vermögen. Einer solchen Haftung kann er nur entgegentreten, wenn er, wie oben ausgeführt, Nachlaßverwaltung oder Nach- lahkonkurs beantragt. Bezüglich der Nachlatzverwaltung jedoch ist zu beachten, datz sie nur beantragt werden kann von den Erben gemeinschaftlich und vor der Teilung. Rührt die Ueberschuldung des Nachlasses nicht von Schulden in landläufigem Sinne her, hat sie vielmehr ihre Ursache in der Anordnung von Vermächtnissen und Auslagen, so ist die Beantragung des Nachlatzkonkurses oder der Nachlatz- verwaltung nicht unbedingtes Erfordernis; er kann in einem solchen Falle die Befriedigung eines Nachlatzgläubigers insoweit verweigern, als der Nachlaß nicht ausreicht. Den Nachlaß kann er nach seiner Wahl entweder herausgeben oder aber die Herausgabe der noch vorhandenen Nachlaßgegenstände durch Zahlung des Wertes abwenden. Liegt ein Urteil des Nachlatzgläubigers gegen den Erben vor, so kann dieser die Beschränkung seiner Haftung nur geltend machen, wenn sie ihm im Urteil Vorbehalten ist. (Dieser Vorbehalt kann in die Form gekleidet werden, dah der Erbe „nach Kräften des Nachlasses" verurteilt wird.) Die auf Grund eines solchen Urteils gegen den Erben ftattfinöenöe Zwangsvollstreckung berücksichtigt zunächst trotz des Vorbehalts die Beschränkung der Haftung nicht; der Erbe mutz vielmehr Einwendung gegen die Zwangsvollstreckung erheben, und zwar im Wege der sog. Voll- streckungsgegenklage. Eheliches Güterrecht und Ehescheidung. Von Or. jur. Gerhard Berndt. Nachdruck verboten! In dem Augenblick, in dem das eine Scheidung aussprechende richterliche Urteil Rechtskraft erlangt, ist die bisherige Ehe vollständig gelöst. Mit der Scheidung sind die bisherigen Ehegatten nicht mehr miteinander verheiratet. 2m selben Augenblick erlöschen naturgemäß auch die gegeneinander bestehenden ehelichen Rechte und Pflichten; das gilt wie für das eheliche Gemeinschaftsleben auch für die ehelichen Güterrechtsverhält- nifse. Abgesehen davon, dah die geschiedenen Eheleute kein gegenseitiges gesetzliches Erbrecht mehr haben, ja, dah sogar im allgemeinen ein Testament ungültig wird, in dem sich die nunmehr geschiedenen Eheleute gegenseitig bedacht hatten, tritt auch eine völlige Trennung des Vermögens des Mannes und der Frau ein. Lebten die Eheleute im sogenannten ordentlichen gesetzlichen Güterstand, d. h. stand dem Manne die Verwaltung und Nuhnietzung am Vermögen der Frau zu, wie es die Regel für alle seit dem Jahre 1900 geschlossenen Ehen ist, so fallen die Rechte des Mannes. Er hat der 5rau_ ihr eingebrachtes Gut herauszugeben und darüber hinaus noch über feine Verwaltung Rechenschaft abzulegen. Lebten die Ehegatten in Gütertrennung, dann ändert sich durch die Scheidung nichts, denn in diesem Falle hatte ja schon vorher jeder Ehegatte das völlig freie Derfü- gungSrecht über sein Vermögen, seien es Geldöder Sachwerte. Lebten dagegen die Ehegatten bis zur Scheidung in Gütergemeinschaft, so wird auch diese durch die Scheidung beendet, doch gelten für die Auseinandersetzung besondere Bestimmungen. Es tritt hier eine besondere Auseinandersetzung ein: nach Begleichung etwa vorhandener Schulden ist der verbliebene Dermö- gensüberschuß ohne Rücksicht darauf, was jeder der Gatten seinerzeit in die Ehe gebracht hatte, in zwei Hälften zu teilen, deren je eine jedem der beiden Gatten zusteht. Ist allerdings bei der Scheidung einer der Ehegatten als allein schuldiger Teil erklärt worden, dann kann der unschuldige Teil statt der eben genannten Halbteilung verlangen, dah aus der vorhandenen Gütermasse vorerst jedem Ehegatten der Wert des von ihm seinerzeit in die Ehe Eingebrachten zurückerstattet wird. In diesem Falle wird nur der dann noch verbleibende Rest zwischen den Gatten zur Hälfte aufgeteilt. Reicht das vorhandene Vermögen nicht einmal aus, um das Eingebrachte beider Gatten zurückzuerstatten, so haben diese den Fehlbetrag je zur Hälfte zu tragen. Einen diesbezüglichen Auseinander- setzungsantrag auf Erstattung des Eingebrachten wird dec an der Scheidung unschuldige Gatte natürlich nur dann stellen, wenn sein eingebrachtes Gut wertvoller war, als das des schuldigen Gatten. Dazu ein Beispiel: die Ehe wird wegen Allein^chuld des Mannes geschieden. Die Frau hat 2000 Mark in die Che gebracht, der Mann nur 500 Mark. Bei der Scheidung beträgt das Vermögen beider Gatten zusammen 3000 Mark. Stellt die 'Frau hier den Antrag auf vorerstige Erstattung des Eingebrachten, dann bekommt sie von den 3000 Mark zuerst 2000, der Mann 500 zurück, der verbleibende Rest von 500 Mark wird geteilt. Es erhält also die Frau im ganzen 2250 Mark, der Mann nur 750 Mark. Hätte die Frau den Antrag nicht gestellt, so bekäme sowohl sie wie der Mann je die Hälfte der 3000 Mark, also jeder 1500 Mark. Ist die Ehe geschieden worden, so erlöschen auch die bisherigen gegenseitigen Unterhaltsansprüche der (Satten, an ihre Stelle treten aber andere. Nur wenn beide Teile für schuldig erklärt sind, ist keiner dem andern unterhaltspflichtig. Ist der Mann allein für schuldig erklärt, dann hat er der Frau durch Entrichtung einer (Selbreute standesmähigen Unterhalt zu gewähren, soweit . die Einkünfte aus dem Vermögen der Frau Wohnsih und gewöhnlicher Aufenihali im Rechlsleben. Von Bürgermeister Or. Völsing, Alsfeld. Nachlahverwaltung ober ber Nach Iah konkurs von einem Nachlahgläubiger beantragt worden ist. Wenn die Anordnung der Nachlaßverwaltung oder die Eröffnung des Nachlahkonkurses wegen Mangels einer den Kosten des Verfahrens entsprechenden Masse nicht angängig ist ober aus biefem Grunde Aushebung ber Nachlahverwaltung bzw. Einstellung bes Konkursverfahrens erfolgt, so kann ber Erbe bie Defriebigung bes Nachlaßgläubigers unter Herausgabe des Nachlasses verweigern; ber Gläubiger kann alsdann aus dem Nachlaß Befriedigung im Wege der Zwangsvollstreckung suchen. Es besteht selbstverständlich auch für die Gläubiger ein wesentliches Interesse daran, daß der Erbe nicht etwa Nachlahwerte beiseite bringt, um nachher bie beschränkte Erbenhaftung geltend zu machen. Das Gesetz berechtigt ben Nachlatzgläubiger, bei bem Nachlahgericht ben Antrag zu stellen, bem Erben eine Frist zur Errichtung bes Inventars zu bestimmen; bei ber Inventarerrichtung muh ber Erbe eine zuständige Behörde ober einen zuständigen Beamten ober Notar zuziehen; auch kann er beantragen, baß bas Nachlahgericht bas Inventar selbst aufnimmt. Die Versäumung ber Inventarfrist ober bie absichtlich unrichtige Aufstellung bes Inventars hat zur Folge, bah der Erbe unbeschränkt hastet. Auf Verlangen des Nachlahgläubigers hat ber Erbe vor bem Nachlahgericht ben Offenbarungseid dahin zu leisten, dah er nach bestem Wissen die Nachlahgegenstände so vollständig angegeben habe, als er dazu imstande sei. Verweigert er ben Gib, so haftet er bem Gläubiger gegenüber unbeschränkt. Kommen für einen Nachlaß mehrere Erben in Frage, so haften sie für bie Nachlahverbind- lichkeiten als Gesamtschuldner, b. h. jeher für bie ganze Summe. Dis zur Teilung bes Nachlasses jedoch kann jeder Miterbe bie Berichtigung der Nachlahverbindlichkeiten aus seinem eigenen Vermögen verweigern. Jeder Miterbe kann die Nachlahgläubiger öffentlich aufsordern (in bem Deutschen Reichsanzeiger und bem für Bekanntmachungen des Nachiahgerichts dauernden Aufenthalt bestimmt wird und ihm auch dazu dient. Am Dienstort wird regelmäßig ein neuer Wohnsih nicht begründet. Ein Eintritt in ein Krankenhaus begründet keinen Wohnsitz. Für die Frage, wo jemand seinen Wohnsitz begründet hat, sind seine eigenen Angaben, sowie die Steuerveranlagung erheblich. Ein mehrfacher Wohnsih ist zwar selten, aber möglich, indem jemand den Aufenthalt zwischen zwei Orten so teilt, daß jeder als Hauptpunkt seiner Verwaltung oder Tätigkeit und keiner als Mittelpunkt seines gewerblichen ober geschäftlichen Lebens erscheint. Doppelter Wohnsih seht nicht stänbigen persönlichen Aufenthalt an beiben Orten voraus, es genügt, wenn ber Familienvorstand z. B. zur Kontrolle des von seinen Familienangehörigen am zweiten Orte für ihn betriebenen Geschäfts öfters dorthin kommt. Ein Wohnsitz kann auch begründet werden trotz eines gesetzlichen ober behördlichen Aufenthaltsverbotes, dagegen kann gemäß § 8 des BGB. wer geschäftsunfähig, oder in der Geschäftsfähigkeit beschränkt ist, ohne ben Willen seines gesetzlichen Vertreters, einen Wohnsih Weber begrünben, noch aufheben. Geschäftsunfähig find nach bem BGB. solche Personen, welche unter 7 Jahren alt sind, Geisteskranke mit einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustande, und Personen, welche wegen Geisteskrankheit entmündigt sind. Beschränkt geschäftsfähig sind nach bem BGB. min- berjäljtige Personen von 7—21 Jahren, ferner alle biejenigen Personen, die wegen Geistesschwäche, Verschwendung oder Trunksucht entmündigt worden sind, ferner Personen, die unter vorläufiger Vormundschaft stehen. Aufgehoben wird der Wohnsih durch das tatsächliche Aufgeben der Niederlassung und den hierin sich kundgebenden Willen. Es ist dabei nicht erforderlich, baß gleichzeitig ein neuer Wohnsitz begründet wird, denn es kann auch Personen ohne Wohnsih geben. Gewissen Personen ist ein bestimmter ge - f et) ließ er Wohnsih zugewiesen. Hierunter fallen folgende Personen: Militärpersonen haben ihren Wohnsitz am Garnisonorte, die Ehefrau teilt ben Wohnort des Mannes, das eheliche Kind teilt den Wohnsitz des Vaters, das uneheliche den Wohnsitz ber Mutter. Einen von dem bürgerlichen Wohnsih abweichenden Begriff des ^.Wohnens" hat das Hessische Gesetz über die Wahlen für Gemeinden und Gemeindeverbände vom 7. Oktober 1925 aufgestellt, indem es im Art. 4 unter „Wohnen" versteht ein auf freier Entschließung beruhender Aufenthalt unter Umständen, die auf die Absicht eines dauernden Verweilens schließen lassen; es wird hier also nicht gefordert, daß dieser Wohnsitz auch ber räumliche Mittelpunkt des gesamten Lebens ber Person, der bleibende Mittelpunkt seiner Verhältnisse sein muß, wie es die Rechtsprechung für den Begriff des bürgerlichen Wohnsitzes verlangt. Unter „Wohnen" wird also hier ber gewöhnliche Aufenthalt gemeint. Was nun ben Begriff bes gewöhnlichen Aufenthalts anbetrifft, so ist dieser im öffentlichen und privaten Rechtsleben mehrfach von Bedeutung; so ist für die Eheschließung zuständig der Standesbeamte, in dessen Bezirk einer ber Verlobten enttoeber seinen Wohnsih, Oie überschuldete Erbschaft. Von Zustizinspektor Schröder, Butzbach. Das Bürgerliche Gesetzbuch hat ben Grunbsah ausgestellt, daß bie Erbschaft traft Gesetzes unb ohne besondere Annahmeerklärung des berufenen Erben auf diesen übergeht, daß diesem jedoch das Recht zusteht, sie auszuschlagen. Die Annahme einer überschuldeten Erbschaft und die Regulierung der Nachlaßschulden kann für einen an sich vermögenden Erben im Interesse des Ansehens der Familie eine moralische Pflicht sein Für einen Erben jedoch, ber bannt seine Existenz ruinieren müßte, wäre ein solches Opfer untragbar. Er wird daher bie Erbschaft ausschlagen. Diese Ausschlagung kann nur binnen sechs Wochen geschehen, gerechnet von bem Zeitpunkte an, in welchem ber Erbe von bem Anfall und bem Grunde der Berufung Kenntnis erlangt hak' bei einer Erbeinsetzung durch lehtwillige Verfügung beginnt bie Frist nicht vor Verkündung ber Verfügung. Wenn ber Erblasser seinen letzten Wohnsih nur im Auslände gehabt hat, ober der Erbe sich bei dem Beginne ber drift im Auslonbe aufhielt, beträgt bie tfrift sechs Monate. Zu beachten ist, daß die ßrflärung m öffentlich beglaubigter Form (öffentliche Beglaubigung der Unterschrift) ober zu gerichtlichem ober notariellem Protokoll bem Nachlaßgericht gegenüber abzugeben ist. Die Erbschaft fällt alsdann demjenigen zu, der Erbe sein würde, wenn der Ausschlagende zur Zeit des Erbfalls nicht gelebt hätte. Es können nun ber Reihe nach bie so berufenen Erben in ber gleichen Weise die Erbschaft ausschlagen; können schließlich Erben nicht mehr ermittelt werden, so wird der Fiskus gesetzlicher Erbe. Für die Nachlaßgläubiger ist das aber kein Grund, nunmehr vom Vater Staat bie restlose Begleichung ihrer Forderungen zu erwarten; er wirb bie „beschränkte Erbenhastung" geltend machen unb nur „nach Kräften bes Nachlasses" haften. , An und für sich hastet der Erbe für Nachlaßverbindlichkeiten unbeschränkt, b. h. auch mit ober seinen gewöhnlichen AusenHalt hat. Auch die Reichsstimmordnung vom 14. März 1924 hat im § 3 den Begriff des gewöhnlichen Aufenthalts eingeführt neben bem Wohnsih. Eine ganz besondere Bedeutung kommt dem gewöhnlichen Aufenthalt im Fürsorgewesen zu. Rach dem aufgehobenen Unterstühungswohnlihgesey richtete sich die endgültige Fürsorgepflicht nach dem Unter- stühungswohnsih, den man nach zurückgelegtem 16. Lebensjahr durch einen, ein Jahr lang ununterbrochenen gewöhnlichen Aufenthalt erwarb. Die neue Fürsorgeverordnung vom 13. Februar 1924 (Verordnung über Fürsorgepflicht) legt dagegen die endgültige Fürsorge dem Verbände auf, in dessen Bezirk ber Hilfsbedürftige bei Eintritt ber Hilfsbedürftigkeit ben gewöhnlichen Aufenthalt hat. Die Rechtsprechung bes Bundesamts für Heimatwesen hat als gewöhnlichen Aufenthalt den bis auf weiteres und nicht nur vorübergehend ober besuchsweise als gewollten Mittelpunkt des Lebens, der persönlichen Existenz gewählten Aufenthalt bezeichnet. Don dem Begriffe des Wohnsitzes unterscheidet sich also der gewöhnliche Aufenthalt dadurch, daß er rein tatsächlicher Ar t ist und nicht an verschiedenen Orten gleichzeitig bestehen kann. Der Umstand allein, baß eine Person an einem Orte eine Wohnung hat, reicht für die Feststellung ihres gewöhnlichen Aufenthaltes nicht aus, wenn sich ber Mittelpunkt ihrer Lebensbeziehungen an einem anberen Orte befindet, so z. B. eine Kleinrentnerin, bie infolge ihrer wirtschaftlichen Notlage ihren Aufenthalt bis auf weiteres bei einem Bruber genommen hat, ohne ihre an einem anderen Orte befindliche Wohnung auszugeben. Es ist also sehr wohl möglich, baß jemanb ben bürgerlich-rechtlichen Wohnsitz an dem einen, den gewöhnlichen Aufenthalt aber an einem anderen Ort hat, so z. B. insbesondere getrennt lebende Ehefrauen und minderjährige Kinder. Eine Ehefrau, die z. B. infolge der Wohnungsnot gehindert ist, mit ihrem Manne zusammenzuziehen und im elterlichen Haushalt bleibt, kann einen von dem ihres Mannes verschiedenen gewöhnlichen Aufenthalt haben, wenn sie auch einen Wohnsih im Sinne des BGB. teilt. Der gewöhnliche Aufenthalt ist, wenn er auch in Fürsorgeangelegenheiten bie endgültige Fürsorgepflicht eines weiteren Verbandes bestimmt, nicht von dem Aufenthalt in einer politischen Gemeinde losgelöst zu denken. Der gewöhnliche Aufenthalt kann erworben werden, auch wenn die Genehmigung des Wohnungsamtes fehlt. Wichtig ist die Bestimmung des § 10 ber Reichs- verordnung über bie Fürsorgepflicht vom 13. Februar 1924 für den gewöhnlichen Aufenthalt. Dieser bestimmt, baß der Einwand, ein Aufenthalt habe wegen Mangels der Geschäftsfähigkeit oder ber Willenserklärung nicht begründet oder- aufgehoben werden können, unzulässig ist. Cs können also auch Geisteskranke und Kinder einen selbständigen gewöhnlichen Aufenthalt haben. Der gewöhnliche Aufenthalt wird nicht schon durch den Entschluß, ihn aufzuheben, sondern erst durch die tatsächliche Entfernung aufgehoben. Die Beseitigung des ehemaligen Unterstützungswohnsihes ist die wichtigste Neuerung der Reichsfürsorgepflichtverordnung vom 13. Februar 1924 und hat wesentlich zur Vereinfachung brr Feststellung b?r öffentlichen Unterstüyungslasten beigetragen, wenn auch bie Feststellung des gewöhnlichen Aufenthalts in manchen Fällen nicht ganz einfach und zweifelsfrei sein kann. Interesse ist. Aach öer Entscheidung des Reichsgerichts (3ur. Wochenschrift Heft 1, 1929) hat der Rotar ein folchÄ Zurückbehaltungsrecht in>o- weit nicht, als er es wegen Gebühren geltend machen will, die in anderen Geschäften entstanden sind, die er für den betreffenden Auftraggeber geführt hat. Das ergibt sich daraus, daß ein Zurückbehaltungsrecht nicht begründet wird, wenn kein innerlich zusammenhängendes einheitliches Lebensverhältnis vorliegt, aus dem die Klage- sorderung und die Gegenforderungen entstanden sind, weil auch zwischen beiden kein natürlicher wirtschaftlicher Zusammenhang besteht, derart, daß die Geltendmachung des einen Anspruchs ohne Rücksicht auf den anderen gegen Treu und Glauben verstoßen würde. Eine derartige gemeinschaftliche wirtschaftliche Grundlage der gegenseitigen Ansprüche der Parteien, die für die berechtigte Geltendmachung des Zurückbehaltungsrechts Voraussetzung ist. ist nach der Begründung des Reichsgerichts nicht schon deshalb anzuneh-- men, weil der Rotar seinen Klienten dauernd beraten hat: soweit die dem Rotar erteilten Aufträge nicht unter sich im wirtschaftlichen Zusammenhang stehen, können auch die aus ihrer Ausführung erwachsenen Ansprüche nicht als auf gleicher wirtschaftlicher Grundlage entstanden an- «efeben werden. Wer ist Handlungsgehilfe? Diese Frage ist vor allem für die Kündigungsfristen von erheblicher Bedeutung, da den Handlungsgehilfen erheblich günstigere Kündigungsfristen zustehen als den Gewerbegehilfen: 3m allgemeinen ging bisher die Praxis der Gerichte dahin, für fast alle an die Kasse oder in Verkauf tätigen Angestellten die Handlungsgch lfeneigcn- schast anzunehmen. Eine kürzlich ergangene Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts ist geeignet, diese bisherige Praxis einzufchränken. Wie nun in den von Steuersyndikus H. Will heraus- gegebenen ^Aktuellen Steuerfragen" mitgeteilt wird, handelt es sich hierbei um die Handlungs- gehilseneigenschaft einer Cintrittslartenverkäuferin in einem Kino. Das Reichsarbeitsgericht hat die vom Arbeits- und Landesarbeitsgericht angenommene Handlungsgchilfeneigenschaft verneint mit der Begründung, daß untergeordnete und rein mechanische Dienstleistungen und technische Verrichtungen nicht als Leistung kaufmännischer Dienste gewertet werden können. Kaufmännische Dienste seien nur solche, d ic gewisse kaufmännische Fähigkeiten und Kenntnisse, mindestens aber eine kaufmännische Hebung notwendig machen. Wirtschaft. Oie Kupferhauffe und ihre Folgen. Das Internationale Kupserkartell, in dem Amerika ausschlaggebend ist. hat seit Monaten eine scharfe Preiserhöhungspvlitik betrieben. Soeben ist der Elektrolht-Kupferpreis um P/s Cent auf 233/8 Cents erhöht worden, ein Sprung, der in diesem Ausmaß bisher nicht vorgenommen worden ist und der darauf hindeutet, daß das Kartell seine Preiserhöhungspolitik noch in schärferer Art als bisher durchführen will. Die stürmische Aufwärtsbewegung der Kupfer p r e i s e hat dazu geführt, daß neuerdings auch Blei und Zink, die bisher von der Bewegung des roten Metalls nicht beeinflußt waren, spekulativ höher getrieben werden. Die Folge dieser Bewegungen gerade für die deutsche weiterverarbeitende Industrie äußert sich vor allem rein psychologisch in einer starken Beunruhigung, die anderseits ihre berechtigten Gründe hat. Man muß berücksichtigen, daß die Ausnutzung der Machtstellung am internationalen Kupfermarkt seitens der Amerikaner der gesamten europäischen verarbeitenden Industrie jede Kalkulationsgrundlage nimmt. Die Kupfervorräte der einzelnen Werke sind verschieden groß, im Durchschnitt aber außerordentlich gering. Die deutsche Clektrizitätsindustrie. die mehr als 50 Proz. des deutschen Kupferbedarfes ausmacht, ist finanziell so stark, wobei man auch ihre günstigen Aussichten zu berücksichtigen hat, daß sie höhere Kupferpreise zahlen kann. Andevs sieht es dagegen bei der Metallindustrie aus, und die auf der letzten Tagung des Reichsbundes der Deutschen Metallwarenindustrie gefaßte Entschließung, die gegen die ständigen Kupferpreiserhöhungen protestierte. beweist, welche Schwierigkeiten finanzieller Art bei manchem mittleren und kleineren Betrieben entstehen können, im Gegensatz zu den großen Konzernen. Der Elektrizitätsindustrie und auch teilweise der Metallhalbzeugindustrie ist es möglich, die Preissteigerungen für Metall durch St'igerung ihrer Preise auszugleichen, dies ist jedoch nicht für die genannten kleineren Betriebe und für zahlreiche Großer Gchwindelmii Textilwaren Schaden über 3/4 Millionen Mark. — Frankfurt a. M.. 27. März. (TU. Draht- bericht.) Ein guter Fang gelang der hiesigen fiti- minalpolizei durch die Verhaftung eines Schwindlerpaares, das feit dem Jahre 1925 in verschiedenen Städten Textilfirmen, insbesondere solche in Sachsen und Thüringen um Maren im werte von schätzungsweise brei- viertel Millionen Mark geschädigt hat. Es handelt sich um den 1885 in Ehemnih geborenen Wilhelm Stahmann und die geschiedene Ehefrau Kolonie Dohmes gebotene Jan;, geboren 1900 in wc'lburg a. d. die Stahmann als seine Ehefrau ausgab. Der Betrug wurde in der weise inszeniert, dah Stahmann in verschiedenen Stabten leere Zimmer mietete, die er mit neuen Möbeln ausstattete und in denen er dann „Textilgroh - handtungen" eröffnete. Er trat mit Textil- firmen in Verbindung, die ec zunächst zu kleineren Sendungen veranlaßte, um sich dann größere Posten schicken zu lassen. Die kleinen Sendungen wurden pünktlich bezahlt, roätj- ülnternehmungen der Fertigwarenindustrie öer Fall. Zu bedenken ist ferner, dah die Verkaufspreise das Ergebnis äußerster Kalkulation darstellen, ein Erfordernis, welches gerade in der Zeit des Konjunkturrückgangs von der Fertigwarenindustrie unbedingt erfüllt werden muh. Leider sind die Aussichten für eine Stabilisierung des Kupferpreisniveaus sehr gering, da die Rachfrage am amerikanischen Kupfermarkt nach wie vor stark bleibt. Reichsbank Ausweis vom 23. März. Nach dem 'Ausweis der Reichsbank vom 23. März ist die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten in der vergangenen Bankwoche um 62,7 Millionen auf 1809,6 Millionen Mark zurück- gegangen. Im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 42,3 Millionen auf 1672,9 Mill. Mark, die Lombarddeftände um 15,4 Millionen auf 43,6 Mill. Mark abgenommen. Bestände an Reichsschatzwechseln sind nicht mehr vorhanden. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 141,0 Mill. Mk. aus dem Verkehr in die Kassen der Bank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Rentenbankscheinen um 8,2 Millionen auf 465,2 Mill. Mk. verringert. Dementsprechend und unter Berücksichtigung, daß in der Berichtswoche Rentenbankscheine in Höhe von 1,7 Millionen Mark getilgt worden sind, hat sich der Bestand der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 50,1 Mill. Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 528.3 Millionen eine Zunahme um 79,7 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen insgesamt sind mit 2713,9 Mill. Mk.. also um etwa 0,7 Mill. Mk. niedriger ausgewiesen: im einzelnen haben die Goldbestände um 72 000 Mk. auf 2646,9 Mill. Mk. zugenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 799 000 Mk. auf 67,0 Mill. Ml. abgenvmmen. Die in der vorwöchigen Besprechung erwähnte, nach Reuhork bestimmte Goldsendung im Betrage von 36 Mill. Mk. war bis Schluß der Rechnungswoche noch nicht am Bestimmungsort eingetroffen und figuriert, daher noch bei den „Sonstigen Aktiven". Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 63,5 Prozent in der Vorwoche auf 65,6 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 65,2 Prozent auf 67,3 Prozent. Kurseinbruch in Wallstreet. Keuyork, 26. März, (wv.) Das Anziehen des Tagesgeldf atze s auf bis zu 20 v. h. führte im verlaufe der heutigen vörse zu einer Deroute. Die Surseinbuhen erreichten ein Ausmaß von biß zu 35 Dollar. Erft in den letzten Minuten konnten Jnterventionstäufe eine teilweise Erholung herbeiführen. 3m Zusammenhang mit der Bewegung in Wallstreet erfolgten auch an den Warenterminmärkten scharfe Preisrückgänge. ' Generalversammlungen der bayrischen Großkraftwerke. Die Generalversammlungen der Bayernwerk A.-G., München, der Mittleren Isar A.-G., München und der Oie Täter in Frankfurt a. M. verhaftet, renb für die großen langfristige wechsel und vordatierte, aber nicht gedeckte Schecks geleistet wurden. Die waren wurden sofort, meistens nach Vertin, verschoben, während Stoh- mann seine Tätigkeit in eine andere Stadt verlegte. Die Schwindler traten nicht nur unter verschiedenen Kamen auf, sondern ließen sogar ihre Firmen handelsgerichtlich eintragen. Die Ausweispapiere waren so geschickt gefatscht, dah Stohmann in München zwar kürzlich festgenommen, aber auf Grund feiner Ausweispapiere wieder entlasten wurde. Interessant ist auch, dah das „Ehepaar", als ihm in Frankfurt a. M. 1928 ein Knabe geboren wurde, diesen unter dem Kamen Geyer in das Stan- deLamtsregister auf Grund der gefälschten Papiere einfragen lassen konnte. Stohmann ist wegen Betruges und Bigamie vorbestraft, aber wegen guter Führung vorzeitig entlassen worden. Er wurde von den Staatsanwaltschaften in Köln, Hamburg, Dresden, München, Stettin und Berlin gesucht. Walchenseewerk A.-G., München fetzten die Dividende auf je 4 Proz. fest. Ferner wurde die Erhöhung des Arreenkapitals der Dayernwerk A.-G. von 6 auf 18 Mill. Mark durch Ausgabe von 6000 Stammaktien zu je 1000 Mk. Serie B und 6000 Stammaktien zu je 1000 Mk. Serie C genehmigt. Die neuen Aktien werden zum Renn- wert ausgegeben und sind dem bayerischen Staat anzubieten. Die Aktien Serie B nehmen ab 1. Oktober 1931, die Aktien Serie C ab 1. Oft. 1932 am Gewinn teil und sind zunächst mit 25 Proz. einzubezahlen. Das Grundkapital der Mittleren Isar A.-G. wird von 18 auf 27 Mill. Mark erhöht durch Ausgabe von 9000 Stammaktien zu je 1000 Mk. Serie B. Die Ausgabe der neuen Aktien erfolgt zum Rennwert. ®/9 der neuen Aktien sind dem bayerischen Staat, % der Deutschen Reichsbahngesellschaft anzubieten. Sie find zunächst mit 25 Proz. einzubezahlen und nehmen ob 1. Oktober 1930 am Gewinn teil. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 27. März. Tendenz freundlich. Trotz der st arten Äurseinbrüche und des sehr hohen Geldsatzes von 20 v. h. an der gestrigen Neuyorker Börse war die Stimmung zu Beginn des heutigen Marktes wieder freundlich. Die Kurssteigerungen wurden aus diesem Grunde jedoch etwas eingedämmt. In Spezialwerten konnte sich aber recht lebhaftes Geschäft entwickeln, da Auslandorders, hauptsächlich von Frankreich und Amerika, vorgelegen haben sollen. Auch die Spekulation und verschiedentlich das Privatpublikum beteiligte sich am Geschäft und nahm Deckungen vor. Dem sonst gefürchteten bevorstehenden Zahltag wurde keine Bedeutung beigemeffen, da wieder die st a r k e Beteiligung des Auslandes am Börsengeschäft ausschlaggebend war. Im Vordergründe standen bor allem Vereinigte Glanzstoff mit plus 18 v. S). Bei den übrigen Märkten kam die allgemeine Festigkeit bei der ersten Kursfestsetzung nicht zum Ausdruck, und gegenüber der gestrigen Abendbörse gingen die Gewinne kaum über 1 v. h. Am Elektromarkt waren Chadeaktien plus 4,50 Mark und Gesfürel plus 4,5 v. h. stärker bevorzugt. Bergmann plus 2,25 d. h. und Schuckert plus 1,5 v. h. konnten ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen. Auch Kaliaktien waren weiter verlangt und zogen 1,5 v. h. an. Montanwerte uneinheitlich. Klöckner und Mannesmann vernachlässigt, nur Ilse Bergbau plus 4 v. 5). und Mansfelder plus 4,25 v. h. standen im Vordergründe bei lebhafter Nachfrage. Banken hatten kleines Geschäft, waren aber durchweg etwas höher. Von Schiffahrtswerten lagen Norddeutscher Lloyd 1,5 o. f). höher. Der Brandkatastrophe wurde kaum noch Beachtung geschenkt, da der entstandene Schaden voll gedeckt sein dürfte. I.-G.-Farben konnten sich der allgemeinen Aufwärtsbewegung mit plus 0,65 v. S). nur langsam anschließen. Autowerke auf Realisationen etwas abbröckelnd. Soenska nach den starken Kurseinbrüchen der letzten Tage etwas verlangt und gut behauptet. Am Zellstoffmarkt machte sich besonders für Zellstoff Aschaffenburg plus 5,5 v. j). regeres Interesse bemerkbar. Renten still, aber behauptet. Auch im Verlaufe fetzte sich die Aufwärtsbewegung fort. Es traten erneute Erhöhungen bis zu 2,5 d. j). ein. Die Tendenz war fest. Vermehrtes Interesse bestand jetzt für die Werte des Cbemiemarktes. Farben konnten 4 d. S). gewinnen. Bei den übrigen Märkten waren die Erholungen geringer. Als sich jedoch Realisationsneigung bemerkbar machte, wurde die Kurs- gestaliung schwankend. Verluste stellten sich nur in geringem Ausmaße ein, meist blieben aber die Kurse gehalten. Tagesgeld war mit 6,5 o.ch. angespannter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2153, gegen Pfund 20,4650, gegen Paris 124,19, gegen Mailand 92,69, gegen Madrid 32,05, gegen Holland 12,11, London gegen Kabel 4,8575. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt. 27. März. (Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Der heutige Produktenmarkt verkehrte in flauer Haltung. Die schwächeren Auslandnotierungen drückten auf die Stimmung. Das Angebot war jedoch gering, die Rach- fräge blieb äußerst klein und Ilmsätze kamen nur wenig zustande. Weizen und Roggen, auch Roggenmehl waren angeboten und bis 0,25 Mk. niedriger. Von Futtermitteln Mais für Futterzwecke und Roggenkleie bis 0,25 Mk^ niedriger. Es wurden notiert: Weizen 23.75, Roggen 23.00 bis 23.25, Sommergerste 24.00, Hafer (inländ.) 24.25—24.50, Mais 23.25, Weizenmehl (süddeutsches Spezial 0) 33.00—33.75, Roggenmehl 30.25 bis 31.25, Weizenkleie 14.00, Roggenkleie 15.00 bis 15.25. Tendenz: flau. Große Strafkammer Gießen. * Gießen, 26. März. In mehrstündiger Sitzung wurde gegen den achtundzwanzigmal vorbestraften gewerbsmäßigen Betrüger E r n ft Reifschnsider aus Wolferborn verhandelt, der vom Schöffengericht Gießen zu drei Jahren Zuchthaus, 200 Mark Geldstrafe und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt worden war und dagegen Berufung eingelegt hatte. Er hatte bei zahlreichen Landwirten Vorgesprächen, sich zur Besorgung von Dienstpersonal aus seiner Heimat, oder aus dem Spessart oder der Rhön bereiterklärt und war mit dem Mietgeld und dem Reisekosten- Vorschuß verschwunden. Schön sei seine Handlungsweise ja nicht, meinte er, aber auch nicht strafbar: „wenn die Bauern in ihren dummen Köpfen ein unsicheres Rechtsgeschäft für ein sicheres ansähen", so sei das ihre Sache. Aber der Betrug lag gerade darin, daß er vollkommen unsichere und sogar aussichtslose Geschäfte als sicher hinzustellen verstand, daß er einen Leistungswillen und eine Erfüllungsgewihheit. die nicht vorhanden waren, vorsviegelte. um den Landwirten Geld aus der Tasche zu locken. Die Strafkammer traf in allen wesentlichen Punkten die gleichen Feststellungen wie das Schöffengericht, billigte auch dessen rechtliche Würdigung und die "Gründe der Strafzumessung und wies die Berufung des darob höchst entrüsteten Angeklagten zurück. Reisschneider hat erklärt, künftig seine Tätigkeit mindestens zweihundert Kilometer von Gießen verlegen zu wollen. Büchertisch. — Im Dämmer des Rim da. Sumatras Urwald und Urmensch. Don Geh. Regierungsrat Dr. Wilhelm Dolz, o. Professor an der Universität Leipzig. Mit Bildschmuck von Otto Kalina. 112 Seiten 8°. 4. Auflage. Ganzleinen 4 Mark. Verlag Ferdinand Hirt, Breslau, 1929. — 115 — „Urwald ist Lebensraum: in ihm ist die Menschheit ent- sproßen, so ist das früheste menschliche Werden mit ihm verknüpft. Man kann ihn nicht mit botanischen und zoologischen Namen erfaffen; der jungfräuliche Urwald, der Rimba des Malaiers, ist ein Erlebnis, um so großartiger auch dem Kulturmenschen, je länger man in seinem Banne aewesen, je tiefer man seine Macht empfunden. Quer durch den südsumatra- nischen Urwald führt das Büchlein: nicht Abenteuer will es schildern, wie Reisen in fernen Zonen sie mit sich bringen: den Urwald will es näherbringen, w a s er ist und was er dem Menschen ist." (Aus der Vorbemerkung des Verfassers. — Der Hasen von Hamburg. 240 Seiten 8°. Mit 7 mehrfarbigen Plänen und Karten und 108 Bildern. Von Dr.-Ing. e. h. L. Wende muth und Dipl.-Ing. W. Böttcher. Herausgegeben von der Deputation für Handel, Schiffahrt und Gewerbe und der Baudeputation. Sektion für Strom- und Hafenbau. Meißner & Christiansen, Hamburg 1928. (130) — Das instruktive und mit gutem Bildermaterial illustrierte Werk behandelt in sieben Abschnitten die Grundlagen für die Entwicklung des Hafens, den Hafenplan, die Hafenbauwerke und maschinelle Ausrüstung, die Geschichte des Hafens (ein Kapitel, das zweckmäßig an die Spitze gestellt worden wäre), die Organisation des Hafenbetriebs, den Elbstrom von Hamburg bis zur Mündung, den Hafen von Cuxhaven und schließt mit statistischen Angaben (über Schiffs- und Warenverkehr usw.) ab. — Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuh 7,5 Prozent. Datum 6% t)t. o. 192? Dt. 2bti.-'2UnM.-Sd)ulB mü 6lu5 lo>.-Rech len De4gl. ohne Auslos.-Rechie . ■7% Srantf. Hnp.-Bl. Goldps. un künübar bi-3 1932 *y2% Rhetnilche Hhp.-Bauk Stau. Goldps- A.E.G. aba. BorkricgS-Obligatton. rüchahwar 1932 4% Schweiz. Bundesb^Anl.. ■1% Oesterretchilche Goldrle.. 4,20% Lestcrr. Silberne. . . 4% LeNerrctch. einheitl. Rle 4% Ungarische Goldrte. 4% Ungarische StaalSr. v. 1910 4’/.% desgt. von 1913 4% Ungarische ftronenrte.. . 4% Türk. Zollanleihc v. 1911 4% Türlijche Bagüadbahn-Anl. Serie I ■ ■ 4% desgl. Serie II .... 4% Rumänen converl. Otte. . . - 4 >4% Rumänen öolbanl. von 1913 Wg. Deuklche Eisenbahn . . Hamburg-Amcrila Palet ... 8 Hamb.-Südam. Dampslch. . - 8 Sonja Dampjschiss ■ • • 1° Norddeutscher Lloyd . ... b -Allg. Deutsche Ereditaust. . . 10 Barmer Bankverein ... 1" Berliner Handelsgesellsch. . 12 Commerz- und Privat-Bank 11 Taimst. u. Nationalbank 12 Teutiche Bank - 1° DiSlonto-Gesellschast Ant.. . 10 Dresdner Bank ... 10 SMtteldcutlch» Creditbanl ... 9 Metallbau!...... . • • 6 ..................V ixtanlfun a. M. Berlin Schlub- i-Unt- Schluh-lSlnfang Kurs Kurs Kurs Kurs 26-3. 27-3. 26.3. 27-3. 87,4 —- 87,5 — 53,8 — 53,9 53,9 12,75 — 12,5 12,9 90 — - - 81,75 — — — 89,25 — — — — — — — — — — — — — —— — —— — — 24,8 — 24,8 — — — 21,4 —— — — 22,25 — 2,05 —— 2 2,05 10,9 10,9 10,8 11 — — 10,3 10,3 — — 10,25 10,4 ■ ■ » «! — 18,9 _ _ _ 121,75 122 121,25 121,75 —— — — — — — 165,5 165,9 114,9 116,4 114,65 115,75 141,75 — 142,25 142,5 144 — 144 — — 228,5 230,75 201,5 201,25 201 201,25 288 285,5 288,25 289,0 177,5 177,5 176,75 177,25 167,25 — 167,25 158 173,25 172,75 172,5 172,75 — —— — 139 138 139,25 137,9 — 324 — 320,5 322 Datum A.E.G. . .......» Bergmann...... 9 Elektr. Lieferungen..... 10 Licht und Kraft ..... 10 Fellen & Guilleaume. .... 6 Ges. s. Elektr. Unlent.. ... io Hamb. Elektr. Werte .... 10 Rhein. Elektr. Schief. Elektr. ....... 10 Schuckert.......... 8 Siemens & Halske ..... 12 Transradio ....... S Lahmeyer LCo.. . . . . . 10 Buderus . . ....... 5 Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener . t Va 3- 1 Harpcner.......... 6 Hoesch Eisen. ...... ..8 Ilse Bergbau ........ 8 Klöcknerwerke ....... .7 LülluNeucssen. .......9 Mannesmann....... .8 ManSfcldcr...... 7 Lberschles. Eisenb. Bedarf. . . 5 Oderschles. Kokswerke.....6 Phönix Bergbau......5% Rheinische Braunkohlen... 10 Rheiustahl ,f. N Jahr 4'/, Riebeck Montan......7/2 Bereinigte Stahlw. •••• '• f Otaoi Minen . . • . . 2 sb Kali AicherSIebeu ..... U Sali Westeregeln. ..... 1* Kaliwerk Salzdetfurth ... ld I. G. tzarben-JndustrtL ... 1'2 Dynamit Nobel ....... 5 Schcideanstalt. ....... 9 Goldschmidt ........ 3 Rülgerswerke........ 6 Mctallgelellschaft. • • • • . 11 ifranksuri a. M Berlin Schlub- I Uhr- Schluß» lAnfang- Kurs ft ute Kurs Kurs 26-3. 27.3. 26.3. 27.3. 179,5 180,25 178,5 180,75 227,5 174,5 229,75 227,75 230 175,25 174 175,75 223,75 223,5 221,75 222,75 145 146 145,5 147 239 243.5 239,5 243,75 — I —— 149,75 150,5 172 — 171,5 171,5 — — 219.25 220,75 242 243,5 240,75 244 404 404,5 402,4 404,75 - — 161,25 162.75 173 — 170,75 177 78 78 77,25 77,6 — 125,5 124 125 —- — 127 128 130,5 — 130,65 131 137 — 137 137,5 — — 122,5 123,6 223 227 222,5 225 105,5 104,75 104 104,75 — 122,65 123,75 116,5 114,75 114 115 135 139,75 135,75 140 — — 88 — — - 107,5 108,6 94 93,5 304,75 305 303,5 306 126 126 124,75 124,25 148 — 146 — 92,5 - 91,9 92,13 — 71.75 71,75 72 241,5 242 236.25 241,75 244,75 246 242,9 246 364,5 365 361 366 255,13 255,75 254,25 256,5 172,5 172.5 — — 90,5 — 90,5 92 94,5 95,75 94,25 95.4 — —— — Danknoten. Frankfurt a 4)?. | Berlin Schluß- Kurs 1-Uhr- Kur« Schluß "Anfang Kurs Kars Datum 26.3. 27.3. 26.3. 27 3. 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I 1 ! ! 1 ! 1 1 1 1 1 1 1 S I 1^12 1 1 5 1 I 1 128,5 130 296 246,5 441 382 267,25 189 122.75 222.9 61.4 52 54.5 226 31.5 90,25 292 64 88,5 72,75 141,5 22 107 213 146.25 301 250,25 460 394 273,5 197 122,5 223,5 61,75 53 58.5 229,75 33 92 290 - Berlin. 26. Mär« (Selb r>rief Kuuruanntije Noten ..... belgische Noten ....... Dänische Noten ........ Englische Noten........ 4,207 58,30 111,93 20,417 4,227 58,54 112.37 20,497 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a M. Berlin 26- März Geld Brief Franzusiicye Noten..... 16,495 16,555 Holländische 'Noien...... 168,41 169,09 Italienische Noten...... 22,19 22,27 Norwegische Noten...... 112,03 112,47 Deutsch Ocstcrr,a 100 Kronen 59,18 59,42 Rumänische Noten...... 2,495 2,515 Schwedische Noten...... 112,18 112,62 Schweizer Noten ....... 81,09 81,41 Spanische Noten....... 64,28 64.56 Tschechoslowakische Noten •. 12,445 12,505 Ungarische Noten . .... 73,22 73,52 Telegraphische Auszahlung. 26. TL.tt 27. Mär; Amtliche Notierung Amtliche Notierung weid Bnc' Geld Brie Lm't.-Ron. 168,71 169.05 168,75 169.09 Bu-n.-Nirer 1,770 1,774 1,769 1.771 Brss.-Antw- 58,465 58,585 58,495 58,615 Christianiu. 112,28 112,50 112,31 112.53 Kov-'nhag.'u 112.20 112.42 112.21 112.43 Stockholm . 112,49 112,71 112.43 112.65 HclnngforS- Italien. . London. . . 10,592 22.05 10,612 22,09 10,59 22,06 10.61 22,10 20,439 20,479 20,44 20,48 Neuyork . . 4,2110 4.2190 4,2120 4,2200 Paris. . . . 16,465 16,505 16,46 16,50 Schweiz .. 81,04 81,20 81,02 81.18 Sva ieu. 64,18 64,30 63,72 63.84 Japan . . . Rio de Jan 1,883 1.887 1,874 1.878 0,498 0,500 0,4985 0,5005 Wien in D - Ccfl- abgesl 59,205 59,325 59,195 59,315 Prag . . . 12,475 12.495 12,468 12.488 Bel irad . - 7.395 7,409 7,397 7,411 Budapest. . 73,30 73,50 73,365 73,505 Pul arten 3,041 3.047 3,039 3.045 Lissabon . 18,85 18,89 18,88 18,92 Tanzig. . . 81.73 81,89 81.70 81,86 Konst ntin. 2.060 2.064 2,065 2,069 Athen. . . 5,45 5,46 5,465 5,475 Canada 4,196 4.204 4.191 4.199 Uru uat) - 4.266 4,274 4,286 4,294 Cairo . . • 20,96 21,00 20,96 21,99 Sportstrümpfe u. • stützen ft he gute Strapazier - Qualität LA Hosenträger, Aermelhalter, Sockenhalter, Schals, Cache* nez, Taschentücher usw. in reichhaltiger Auswahl zu uns. bekannt mäßigen Preisen! 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