Nr. 2zt Erstes Blatt 1Z9. Jahrgang Dienstag, 26. November 1929 Rach- Essen, 26. JIoü. (DJIB.) Die gestern schon kur; gemeldet, ereignete sich vormittags gegen 10 Uhr auf dem Weberplah eine furchtdare Explosion. Ein Gebäude, in dem sich ein haushallungsgejchäst sowie eine Kaffee- und Frühskückssku' e befindet, f l o g m i t furchtbarem Krachen in die Luft. Das Haus wurde vollständig demoliert und auseinandergerisfen. Die Straßen liegen voll von haushaltungsgegenständen. viele sind durch die Fenster in die benachbarten Gebäude geflogen. Die Nachbargebände sind gleichfalls stark in 2HU- leidenschasl gezogen. Die Fenster sind fast sämtlich zertrümmert, die Decken und Wände geborsten. Die großen Schaufensterscheiben der benachbarten Läden wurden vollständig zertrümmert und unter die Waren geschleudert. Die Wucht der Explosion war derartig, daß die großen, drei bi. vier Zentner schweren Sleinstusen der Treppe über die Häuser hinweg auf die Dächer geschleudert wurden und dort große Verwüstungen anrichteten. Alle Feuerwehren mit ihren Krankenwagen find an Ort und Stelle. Bisher sind -us den Trümmern a ch t Schwerverletzte und vier Leichtverletzte geborgen worden. Man sucht noch nach zwei Personen, einem Knaben und einem Mädchen, von den Schwerverletzten ist ein 2Hann kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus g e - ft o r b e n. Eine Marktfrau wurde von einem schweren Stein getroffen und auf der Stelle getötet. Bei den Aufräumungsarbeiten wurde bisher eine weitere Leiche geborgen. Die Feuerwehren arbeiten angestrengt, um d i e noch vermißten Personen, eine Verkäuferin und einen Mann, zu bergen. Als großes Glück ist es anzusehen, daß sich die Kraft der Explosion rann, wäre die Sozialdemokratie zu Zugeständnissen ja zwingen gewesen. Das alles ist nun kaputt, und w . _______ Aeußerung zur Frage der berfassungsmähigkeit des Entwurfes. Die S t e l - Eine Erklärung der Neichsregierung. Berlin, 25. Rov. ('DB.) Amtlich. Annahme von Hnjttgeit für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher, preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re« blameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, , mehr. Chefredakteur: Dr. Friede Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teck Trust Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Ersche int täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblStter Heimat im Bckd Die Scholle Monotr-Vezugrpreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlvsse unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach» Oie Explosionskalaflrophe in Essen. Ein Haus in die Luft geflogen — Drei Tote — Oie Ursache noch immer ungeklärt. Brüssel, 25. Roo. (Tel. Un.) heule nachmittag trat der belgische Ministerrat zu einer Besprechung über die Genter Vniversitätsfrage zusammen. Die Besprechung wurde um '7 Uhr unterbrochen. Beim Verlassen des Ministeriums gaben die Minister keinerlei Erklärungen über den Gang der Verhandlungen ob. Die Sitzung wurde um 9 Uhr abends wieder ausgenommen. Um 10 Uhr wurde die Besprechung damit abgeschlossen, daß das Kabi- n e t l s e inenRücktrittbeschloß. Der Mini- slerpräsidenk I a s p a r wird sich morgen vormittag zum König begeben. Der Rücktritt des Kabinetts Iafpar ist nicht ganz überraschend gekommen. Der Ministerrat stand am Montagnachmittag vor der Notwendigkeit, endgültig den Gesetzentwurf über die F l a m i - sierang der Universität Gent zu beraten, aber die der liberalen Partei angehörenden Minister baten, die Entscheidung um einige Tage zurückzustellen. Am nächsten Sonntag findet der liberale Parteitag statt, der über die Stellungnahme der liberalen Minister zu entscheiden hat, die bekanntlich die vom Ministerpräsidenten Iafpar vor- geschlagene Einigungsformel angenommen haben. Die liberalen Minister fürchteten nun, daß sie auf ihrem Parteitag in der Minderheit bleiben könnten und wollten Zeit gewinnen. Aber Ministerpräsident Iafpar bestand darauf, am heutigen Montagabend um 21 Uhr einen neuen Ministerrot abzuhalten, um eine endgültige Entscheidung hecbei- zufühcen. Dabei stellte sich auf Grund der genauen Programms Iaspars heraus, daß die Zugeständnisse an die französisch sprechenden Teile der Bevölkerung nicht a u s r e i ch t e n , um die Liberalen zu befriedigen. Die Beratungen endeten mit dem Beschluß, dem König die Gesamtdemisiion des Kabinetts an- zubielen. Durch den Rücktritt des Kabinetts Iafpar ist eine sehr schwierige Lage geschaffen worden. Man rechnet damit, daß die Krise sehr lange dauern und den Beginn einer Zeit großer Schwierigkeiten, ja Gefahren für den Bestand des Staates, bringen wird. Wallonen und Flamen werden in einen erbitterien Kampf eintreken. Die Flamen werden mit aller Energie ihre S p r a ch e n f o r d e - r u nge n verfechten. Dadurch wird eine Lösung der Krise besonders schwierig. Es läßt sich nicht erkennen, was für eine Regierung an die Stelle des Kabinetts Iafpar treten soll. Die Auflösungder Kammer liegt durchaus im Bereich der Möglichkeit. Infolge der Krise wird Iafpar auch die Präsidentschaft der Haager Konferenz niederlegen. Dec König wird seine Besprechungen am Dienstag aufnehmen. tungen durch Rundschreiben ersucht, die Ge- meindebehörden anzuweisen, unverzüglich mit de« Anlegung der S t i m m k a r t e i c n und Stimmlisten für einen Volksentscheid a m 2 2. Dezember zu beginnen. Die Vorarbeiten sollen so beschleunigt werden, daß die Stimmkarteien vom 8. bis 15. Dezember zur allgemeinen Einsicht ausgelegt werden tonnen. In den Ländern, m denen erst kürzlich Landtags- oder Ko m - munalwahlcn stalkgefunden haben, oder noch vor dem Volksentscheid stattsinden werden, wo also die Stimmkarteien und Stimmlisten lediglich auf den Stichtag des 22. Dezember zu berichtigen und zu ergänzen sind, wird die Aus- legungssrist nach den Vorschlägen der beteiligten Landesregierungen bemessen werden. Das Programm des Reichstags. Berlin, 25. Roo. (XU.) Der Reichskanzler Halle am Montagnachmitlag eine eingehende Besprechung mit den Fraklionssührern des Reichstages über die parlamentarische Behandlung der zur Zeil aktuellen außenpolitischen Fragen. Es ist danach nicht anzunchmen, daß im Plenum nurnacheiner Seitehin ausgewirkt hat, und zwar nach der Häuserfront. Wären die Steine und die anderen schweren Gegenstände nach der Marktseile hin geschleudert worden, so wären die Folgen unabsehbar gewesen, da sich dort Hunderte von Marktbesuchern befanden. Die neben dem zerstörten Haus stehenden Verkaufsbuden wurden durch die Detonation umgelegt. Es herrscht das größte Chaos. Fische, Obst, Gemüse, Korb- und haus- haltswarcn ufro. liegen wirr durcheinander. In wilder hast sachten sich die Marklbesucher in Sicherheit zu bringen. Die Stände standen verwaist da, selbst die Geldkassetten wurden im Stich gelassen. Die angrenzenden Straßen sind von Neugierigen beseht. Lin großes Polizeiaufgebot hält die Ordnung aufrecht. Die Untersuchungen über die Ursache des Unglücks hatten bisher ein negatives Ergebnis. Als zweifellos feststehend darf angenommen werden, daß der Lxplosionsherd selbst in den Kellerräumen gewesen ist. Vermutlich hatte die dort später vorgefundene Tote die Absicht, in den Kellerräumen eine bisher noch ungeklärte Handlung vorzunehmen. Da bei den Toten und verletzten keine Brandwunden, die eine übliche Erscheinung bei Gasexplosionen sind, festgestellt wurden, rückt die Mög- lichkeit einer Gasexplosion in die Ferne. In Erwägung gezogen werden muß, ob nicht in den Kellerräumen irgendwelche Explosiv st offe lagerten. Bemerkenswert ist, daß nach Zeugenberichten zwei Detonationen sestgestellt wurden. Die Feuerwehr hat nachmittags die Aufräumungsarbeiten eingestellt, da mit der Auffindung von weiteren Toten nicht mehr zu rechnen ist. sehgebung in die auswärtige Politik. Damit steht er im Widerspruch zu dem Grundsatz der Trennung der Gewalten, auf dem die Reichsverfassung beruht. Rach der Verfassung ist es Sache des Reichspräsidenten, völkerrechtliche Akte vorzunehmen (Art. 45 RD.) und Sache des Reichskanzlers, die Richtlinien der Politik zu bestimmen (Art. 56). Rach dem Entwurf soll die Gesetzgebung die Initiative für einen den auswärtigen Mächten gegenüber namens des Reiches vorzunehinendcn völkerrechtlichen Akt ergreifen (§ 1), soll Richtlinien für die Reichspolitik aufstellen (§ 2) und soll die Initiative der berufenen Organe in bestimmterer Hinsicht ausschlicßen (§§ 3 und 4). Zur Annahme des Gesetzes durch Volksentscheid ist demnach gemäß Art. 76 Abs. 1 S. 4 der Reichsverfassung d i e Zustimmung der Mehrheit der Stimmberechtigten erforderlich. Oie Vorarbeiten für den Volksentscheid. Berlin, 25. Rov. (WB.) Der Reichs- Minister d e s 2 n n e r n hat die Landesregie- letnis des Eintragungsverfahrens, die Stellung- iachme der Rcichsregierung zu dem Gesetzentwurf lotpic eine gutachtliche Aeußeri ~ Rücktritt des belgischen Kabinetts Um die Zlamisierung der Universität Gent - Schwierige Lage. bamit sind — wenigstens bis zum 22. Dezember — öic leisen Hoffnungen, die sich vielleicht aus Andeutungen auf dem .Kasseler Parteitag der Dcutschnatio- i neunen ergeben konnten, zerschlagen. Das endgültige Ergebnis des ■ Volksbegehrens. Sie crfordcrlichcn 10 Prozent übcrjchrittcn. Berlin, 26. Nov. (WTB.) Wie schon in einem leit der gestrigen Auflage kur; milgeleilt wurde, Kot der Reichswahlausschuß zusammen, um i>»s Ergebnis der Eintragungen zu dem Volksbegehren zu prüfen. Nach längerer Aussprache wurde festgestellt, daß int ganzen Lintca- jiingsgebiet 4 135 300 unzweifelhaft gültige, 24 326 ungültige und zweifelhafte Eintragungen vollzogen morden sind. Ls sind also etwa 8000 Eintragungen iitet d i e erforderlichen 10 v. h. hinaus «»chaaden, so daß 10,02 o. h. der Wahlberechtigten ich für das Volksbegehren eingetragen haben. Vom Volksbegehren zum Volksentscheid. Oas amtliche Ergebnis — Das Jreiheitsgeseh wird dem Reichstag vorgelegt — Ablehnende Stellungnahme derNeichsregierung Oer Gesetzentwurf ist verfaffungsändernd. Es ist erreicht. Von unserer Berliner Redaktion. Mit gütiger Nachhilfe des Herrn Reichsinnen- ininifters kann der Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren also jetzt mit Befriedigung feststellen, daß er bei seinem Freiheitsgesetz die verfassungsmäßig erforderliche Mindeststimmenzahl um einige Tausend überschritten hat. Der Weg zu'm Volksentscheid ist frei. Wir können uns Vorsteven, daß die Führer dieser Bewegung einen anderen Ausgang lieber gesehen hätten. Sie wissen, daß die Fortsetzung des Kampfes aussichtslos ist und ihnen nur sehr viel Geld kostet; indessen, das weiß der Reichsinnenminister auch, und gerade des- halb hat er wohl zuletzt alle Hebel in Bewegung gesetzt, um zu verhindern, daß durch die unvermeidlichen Ungültigkeitserklärungen das Gesamtergebnis um einige tausend Stimmen hinter den zehn Prozent zurückblieb. Dann hätten nämlich die Väter dieses „Freiheitsgesetzes" sagen können, daß der amtliche Terror schuld an ihrem Mißerfolg gewesen sei, sie hätten auch für die Entscheidung des ^-taatsgerichts- hofes über das Eintragungsrecht der Beamten starke Trümpfe in der Hand gehabt. Dem wollte Herr Severing aus dem Wege gehen, daher die großzügige Geste, die sehr viel wirkungsvoller gewesen wäre, wenn sie von Anfang an dem Kampf um das Volksbegehren keine Schwierigkeiten gemacht hätte. Sehr viel höher wäre die Stimmenzahl nicht ge- , wesen, und niemand hätte das Recht gehabt, über Vergewaltigung zu klagen. Der Kampf geht also weiter. Auch wir bedauern dos ans allgemein politischen Gründen. Die Sozialdemokraten haben sehr richtig gerechnet, daß sie ein Interesse daran haben, die Deutschnationalen immer tiefer in die Vereinsamung hineinzutreiben. Denn Herr hugenberg muß jetzt, um am 22. Dezember wenigstens Halbwegs erträglich abzuschneiden, mit !u(len Mitteln der Propaganda arbeiten. Ec wird also weiterhin die Regierung angreifen, und es ist unvermeidlich, daß dabei auch kräftige hiebe gegen i tc mit der Regierung lose verbundenen bürgerlichen Parteien fallen, die darauf wieder antworten werden. Die Aussichten einer bürgerlichen Einheitsfront sinken dadurch auf den Nullpunkt, die Sozialdemokratie ist Herr der Lage. Denn ihre ganze Taktik ist darauf eingerichtet, daß die bürgerlichen Parteien fchentwurfes brechen. Der Entwurf ist aufgebaut auf dem Gedanken, daß durch den einseitigen schriftlichen Widerruf der Bestimmungen des Vertrages von DersaiUes über die Schuld a m Kriege eine neue Grundlage für die Erreichung der Ziele der deutschen Außenpolitik geschaffen werden könne und müsse. Er geht davon aus, daß auf dieser Grundlage die förmliche Beseitigung jener Vertragsbestimmungen, die sofortige und bedingungslose Befreiung der besetzten Gebiete und eine vorteilhafte Regelung der Repa- rationsfrage zu erzielen sei. Diese Annahme ist falsch. 2 e d e deutsche Regierung hat den einseitigen Schuldspruch des Vertrages von Versailles in feierlichen Erttärungen zurück- gewiesen und mit fortschreitendem Erfolge die gegebenen Möglichkeiten benutzt, um die Welt Über die wahren Ursachen des Krieges aufzuklären. Die Reichsregierung wird selbstverständlich auch in Zukunft alles, was in ihrer Macht steht, tun, um die Kriegsschuldfrage zur endgültigen Lösung zu bringen. Sie muß jedoch in der Wahl der Mittel und des Zeitpunktes ihrer Anwendung die Entschließungsfreiheit behalten. f Die deutsche Außenpolitik hat in den vergangenen Jahren ihr ganzes Bemühen darauf gerichtet, den Anspruch Deutschlands auf alsbaldige Befreiung d e r besetzten Gebiete durchzusetzen. Es hat sich erwiesen, daß dies ohne gleichzeitige ^Neuregelung der Reparationsfrage nicht möglich war. Die Lossagung von den auf der Haager Konferenz getroffenen Vereinbarungen würde deshalb die Räumung des Rheinlandes völlig ins Ungewisse stellen und eine schnelle Regelung der Saarfrage unmöglich machen. In der Entwicklung der Reparationsfrage sieht die Reichsregierung den Bericht der Sachverständigen vom 7.Juni 1929 trotz ihrer schweren Bedenken gegen die darin vorgesehene Belastung Deutschlands als einen Fortschritt gegenüber der jetzt geltenden Regelung an. Eine endgültige Stellungnahme zu dem Bericht, sowie die Würdigung seiner Einzelheiten muß Vorbehalten bleiben, bis die im Gange befindlichen internationalen Verhandlungen über seine Inkraftsetzung abgeschlos - je n sind. Schon jetzt kann aber festgestellt werden, daß der Bericht eine Ermäßigung der deutschen Zahlungen und die Beseitigung der fremden Aussichts- instanzen vorschlägt. Aus diesem Grunde hat sich die Reichsregierung in Uebereinftimmung mit der überwiegenden Mehrheit des Reichstages, entschlossen, auf der Grundlage des Planes in die internationalen Verhandlungen einzutreten. Sie ist auck heute noch der Ueberzeugung, daß die Rück» keyr zu der Regelung des Dawespla- n e 5 für Deutschland eine sehr viel schwerere Belastung bedeuten würde. Die S t r a f b c ft i m m u n g des Entwurfes will grundsätzliche Entschließungen der deutschen Außenpolitik dem Urteil des Strafrichters unterstellen. Darüber hinaus fort diese Bestimmung aber, wie ihre Begründung zeigt, dem Ziele dienen, die bisherige deutsche Außenpolitik und ihre verantwortlichen Träger zu entehren. Die Kontrolle über die Führung der Politik durch Reichskanzler und Reichsminister liegt verfassungsmäßig beim Reichstag. Von seiner Entscheidung in Form des Mißtrauensvotums oder der Ministeranklage ist die Fortsetzung der Politik abhängig. Die Zuchthausandrohung des Entwurfes mit ihren strafrechtlichen Rebenwirkungen bedeutet d i e Umformung eines rein politischen Tatbestandes in einen kriminellen. Mit ihr wird bewußt das Ziel verfolgt, den verfassungsmäßigen Kontrollen der Reichspolitik die ausschlaggebende Bedeutung zu nehmen. Das ist mit dem Sinn und Zweck des parlamentarischen Systems nicht vereinbar. Bei der Annahme des Gesetzentwurfes würde sich sofort erweisen, daß auf feiner Grundlage eine den deutschen 2nteressen dienende Führung der Außenpolitik unmöglich ist. Die in den vergangenen 2ahren wiedererrungene Stellung Deutschlands wäre zerstört, jede Aussicht auf die Verwirklichung der in dem Entwurf aufgestellten Ziele wäre abgeschnitten. Diese Ziele können wie bisher auch in Zukunft nur auf dem Wege derVerständigungspolitik erreicht werden. Die Rcichsregierung spricht sich deshalb mit aller Entschiedenheit gegen öic Annahme des Gesetzentwurfes aus. Die gutachtliche Aeußerung zur Frage der Verfassungsmäßigkeit des Freiheiks- gcsetzes" führt aus: Ter Gesetzentwurf ist Der- fassungsändernd. Die Bestimmung des 8 1 verpflichtet die Rcichsregierung, den auswärtigen Mächten in feierlicher Form Kenntnis davon zu geben, daß das erzwungene Kriegsschuldanerkenntnis des Versailler Vertrages völkerrechtlich unverbindlich ist. Damit wird die Reichsregierung beauftragt, eine völkerrechtlich rechtserhebliche Erklärung für das Reich abzugeben. Das steht im Widerspruch mit Art. 45 der Reichsverfassung, nach dem der Reichspräsident das Reich völkerrechtlich vertritt und somit ausschließlich befugt ist, völkerrechtliche Erklärungen für das Reich abzugeben. Der Entwurf enthält Eingriffe der Ge- -ingnabme der Reichsregierung zu hrt Entwurf eines „Gesetzes gegen die Verskla- >og des Deutschen Volkes" lautet: Tas Volksbegehren macht den Versuch, d i c Linien der deutschen Außenpolitik ftc die Zukunft in weitem Umfange durch ein Keich sgesetz fest zu le gen. Ein derartiger tirgriff in die Handlungsfreiheit der Reichs- ngicrung ist schon an sich ein Beginnen, das mit mr gedeihlichen Führung der Staatsgeschäfte tirvc reinbar ist. Roch ernster sind die De- icnken, die gegen den Inhalt der einzelnen Bestimmungen des begehrten Ge- Gieheim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Srantfurt am Main ii686. Druck und Verlag: vrllhl'sche Univerfitätr-Vvch- tmö Steindruckerel rr. Lange in Sietzen. §chriftlektnng und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7. 'ein der Reichswahlausschuh festgestellt hat, daß icd Volksbegehren „Freiheitsgesetz" zu- Unbegelommcn ist, hat der Reichsminister tes Innern auf Beschluß der Reichsregierung ten Gesetzentwurf heute dem Reichstag u n - l er breitet. In dem Vorlagsschreiben wird te: äußere Verlauf des bisherigen Verfahrens icjchildert. Dem Schreiben sind vier Anlagen igefügt, der Gesetzentwurf, die Bekanntmachung les Reichswahlleiters, über das endgültige Er- auf f i e angewiesen sind. Erst wenn die Mög- s lidjteit bestünde, auch einmal die Deutschnationalen liegen die Sozialdemokraten auszuspielen und zu örohen, daß schließlich auch eine bürgerliche Mehr- Ijeit wieder gegen die Sozialdemokraten arbeiten des Reichstages in nächster Zeit große außenpoll- tische Aussprachen stattsinden werden. Auch der Reichsminister des Auswärtigen. Dr Lurtius. wird vermutlich Im Reichstag vorläufig nicht sprechen. Dagegen wird er am morgigen Dienstag im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages die außenpolitischen Fragen eingehend behandeln, vor allem die bevorstehende Haager Schluhkonseren; und die deutsch-polnischen Verträge. Im Gegensatz zu den außenpolitischen Fragen werden in nächster Zeit die innenpolitischen den Reichstag intensiver beschäftigen: Zunächst steht das Freiheltsgeseh zur Beratung, dann das neue Gesehzum SchuhderRepublik, und ob dann bereits der neue haushalt spruchreif sein wird, hängt einstweilen von den Umständen ab. Ueber die Besprechung beim Reichskanzler berichtet da» „Bert. Tageblatt" noch: Ueber die Behandlung des sog. Freiheitsgesehes im Reichstag herrschte völlige Uebereinstirnrnung unter den Regierungsparteien. Die von den Anhängern des Volksbegehrens geforderte Beratung in einembefonderenRelchstagsousfchuß wird von den Regierungsparteien nicht zu gestanden: das parlamentarische Schicksal der Vortage soll sich im Reichstage soschnellwiemög- l i ch entscheiden. Die Regierungsparteien wollen sich hierbei aus die Abgabe ganz kurzer Erklärungen beschränken. Uebrigens dürfte die Beratung nicht am Donnerstag, sondern erst am Freitag dieser Woche möglich werden, weil die F r i st e n für das erst gestern abend dem Reichstag zugeleitete Gesetz gewahrt werden müssen. Laut „Voss. Ztg." sind sich die Regierungsparteien darüber einig, daß, solange die Verhandlungen über die neue Reparationsregelung nicht endgültig abgeschlossen lind, cs ratsam ist, große Debatten über den youngplan oder gar Beschlüsse, die die Reichsregierung irgendwie f e st l e g e n könnten, zu vermeiden. Oer Entwurf des neuen Reichsbahngesetzes. Stärkerer Einfluß der Rcichsregierung. Köln, 26. Nov. (Privatmeldung.) Die „Kölnische Zeitung" veröffentlicht die wesentlichsten Äenderun- aen des Rcichsbahngesetzes und der Gesellschaftssatzungen der Reichsbahn, die die Regierung auf Grund der Pariser Verhandlungen vorschlägt. Danach muß der Reichsoerkehrsminister, der das Reich in Zukunft in seinen Aussichts- und hoheitsrechten vertreten soll, zu Tarifänderungen der „Deutschen Reichsbahn" feine Genehmigung geben. Verweigert er sie, so entscheidet das Tarifschiedsgericht, das als Beschlußsenat des Reicheoerwaltungsgerichts anstelle des bisherigen Reichsbahngerichts eingerichtet wird. Der Reichsverkehrsminister kann ferner selb st Tarifveränderungen verlangen, über die das Tarifschiedsgericht als letzte Instanz entscheidet. Der Minister hat das Recht, in gewissem Rahmen an den Verwaltungsratssitzungen t e i l z u n e h m e n. Er übt als Vertreter des Reiches ein weitgehendes A u f s i ch t s - recht aus. Der Derbehrsminifter bestimmt endgültig über Neubauten oder bauliche Aenderungen. Die Reichsregierung ernennt sämtliche 18 Verwaltungsratsmitglieder, die nach dreijähriger Amtsdauer ausscheiden. Der Präsident des Verwaltungsrates wird nach Stellungnahme der Regierung ernannt. Der Verwaltungsrat selbst muß zur Wahl des Generaldirektors er st Fühlung mit der Reichsregierung nehmen. Die Reichsregie- rung kann vom Verwaltungsrat bei Verletzungen der Gesellschaftssatzungen Entlastung des Generaldirektor^ verlangen. Berufsverhältnisse der Beamten sind den für Reichsbeamte geltenden Vorschriften anzupassen, hält die Bahn Lieferungen für erforderlich, so kann sie diese nur nach Erörterung mit der Regierung vorschlagen. Die Entscheidung trifft wieder das Schiedsgericht. Die bisherigen Bestimmungen über Beamte nach dem Stand vom 1. Oktober 1929 sollen cty im Einverständnis mit der Regierung erlassen gelten. Damit ist der Grundsatz des Berufsbeamtentums gewahrt. Oie Saarbesprechungen in Paris. Paris, 25. QIod, (WB.) Die im Kommunique der Eröffnungssitzung der Saarkonferenz vorge'ehenen offiziösen Besprechungen zwischen den Führern der deutschen un) der französischen Saardelegationen haben heute nachmittag um 5.30 Uhr begonnen. Die Beratungen, an denen auch die Vorsitzenden der inzwischen innerhalb der beiden Delegationen gebildeten drei Unterausschüss e trilnah- men, dienen der Aufstellung eines Arbeitsprogramms dieser drei Unterausschüsse. Als Ergebnis der Besprechungen kann festgestellt werden, daß schon in den nächsten Tagen die Kohlen- und die Wirtschaftskom- misiion ihre gemeinsamen Arbeiten beginnen werden. Düren geräumt. Düren, 25. Aov. (WTB.) Heute mittag kurz nach 12 Uhr haben d ie letzten französischen Besahungstruppen Düren verlassen, nachdem vormittags die Fahne vom Kasernengebäude in der üblichen Weise heruntergeholt worden war. Die Uebergabe sämtlicher Gebäude ist ordnungsmäßig erfolgt. Düren rüstet nunmehr zur Defreiungsfeier, die am kommenden Samstag und Sonntag statt- sindet. Oer neue Butterzols. Abänderung des Handelsabkommens mit Finnland. Berlin, 25.Aov. (WTB.) Verhandlungen mit Finnland über die Abänderung des geltenden Handelsabkommens vom 26. 3uni 1926 waren notwendig geworden, weil die durch das Gesetz vom 3.3uH" 1929 erhöhten Zollsätze für Butter und Rahm gegenüber den Haupteinfuhrländern nicht wirksam werden konnten, solange diese Zollsätze gegenüber Finnland vertragsmäßig auf 27,50 und 20 Mk. gebunden waren. Die Verhandlungen sind nunmehr durch Unterzeichnung eines Zusatzabkommen- beendet worden. 3n dem Zusatzabkommen werden die deutschen Zollsätze für Butter den Bestimmungen des Gesetzes vom 3. Juli 1929 angepaßt. Sie betragen also bis zum 31. Dezember 1933 50 Mk., vom 1. Januar 1934 ab 40 Mk. und vom 1. Januar 1936 ab 30 Mk. Außerdem verzichtet Finnland auf die bisherigen Bindungen der Zollsätze für Rahm und Milch. Von deutscher Seite werden neue Zugeständnisse gemacht namentlich für die Einfuhr von Renntierfleisch und bei gewissen Positionen der Papier- und Holz- Industrie. Der neue Dutterzoll von 50 Mk. wird, wenn das Zusatzabkommen von den gesetzgebenden Körperschaften beider Länder angenommen wird, voraussichtlich spätestens Anfang Januar 1930 in Kraft treten. Oie Bombenaffäre. Ein vereitelter Anschlag zur Befreiung Herbert Golcks. Hamburg, 26. Aov. (WTB.) Die in der Dombenaffäre tätigen Fahndungsbeamten in Altona haben einen verbrecherischen Plan aufgedeckt. Die Behörden erhielten rechtzeitig Kenntnis von einem Hebers all, der am Samstag auf das Altonaer Polizeipräsidium geplant war, in dem sich bekanntlich zur Zeit eine größere Anzahl der Verhafteten in Llntersuchungshaft befindet. Aach den Informationen, die der Behörde zugingen, war geplant, den zur Zeit in Altona zur Vernehmung inhaftierten Herbert V o l ck zu entführen oder zu beseitigen, weil die Verschwörer fürchteten, daß Volck, der offenbar über sämtliche Attentate genau unterrichtet ist, zuviel für sie Belastendes a u s s a g e n könnte. Der Anschlag unterblieb, da die Behörden durch schärfste Bewachung und Absperrmahnahmen die Durchführung u n m ö g - l i ch machten. Gegen seine Urheber, deren Aamen im Zusammenhang mit der Bombenattentatsaffäre und den Bauernprozessen der letzten Zeit bekannt sind, wird gefahndet. Eine Anzahl von Personen, die über die verbrecherischen Pläne der Behörde Mitteilung gemacht hatten, wurde zunächst in Schutzhaft genommen. Reue Vorlagen im Hessischen Landtag. WHP. Dar m st a d t, 25. Nov. Dem Hessischen Landtag ist eine Reihe neuer Vorlagen zugegangen. Der Finanzminister fordert für die Beschaffung von Badewäsche fürBad-NauheimZO000Mk., für die Instandsetzung des Billardzimmers 6360 Mk., für die Herrichtung des Teiches 5300 Mark (für die der Pächter die Verzinsung übernehmen will) und für die Errichtung einer Auto- und Leörgüterhalle für den Staatsquellenvertrieb 15 900 Mark, für die der Pächter ebenfalls die Verzinsung übernehmen will. Für bauliche Herstellungen in Bad Salzhausen werden 4240 Mark angefordert. Vorbehaltlich der Einstellung in den neuen Stoatshausvoranschlag für 1930 verlangt der Finanzminister Vorentscheidung, da die Anschaffungen und die Arbeiten bis zum Beginn der neuen Kurzeit beendet sein müssen. Die Justizverwaltung legt einen Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung der Gebührenordnung für die Notariats- und die Gerichtsgebühren vor. Es werden insbesondere die von den Parteien wiederholt gewünschten Aenderungen bet der Kostenberechnung für die Erteilung eines sog. beschränkten Erbscheines, für Be- urkundungen von Anmeldungen zum Schiff-, Han- dels°, Genossenschafts., Muster- und Dereinsregistcr behandelt, z. B. bei Anmeldung des Eintritts oder des Ausscheidens von Gesellschaftern, Prokuristen, Geschäftsführern und Liquidatoren. Hier bedeuten die gegenwärtigen Notariats- und Gerichtsgebühren eine ungeheuerliche Belastung der Wirtschaft. Nach den vorgesehenen Aenderungen sollen die Gebühren für diese Eintragungen inderRegell5Mark betragen, nach der Lage des Falles eventuell weniger oder mehr, aber höchstens 307,50 M k. Auch die Gebühren für die Erteilung eines beschränkten Erbschaftsscheines und die Eintragungen in die Register werden im Gesetz in entgegenkommender Weise geregelt. Oie deutschen Auswanderer. Aussichten für eine Verständigung mit der Sowjetunion. H a m b u r g, 25. Aov. (WTB.) Der Moskauer Korrespondent des „Hamburger Fremdenblattes" meldet: In der Frage der deutschen Abwanderer aus Moskau hat sich jetzt eine gewisse Aussicht auf Annäherung der deutschen und der sowjetrussischen Auffassung eröffnet. Der A b- transport der Kolonisten ins Innere des Landes, der bis zum Mittwoch acht Züge mit durchschnittlich 200 bis 300 Personen umfaßte, ist e i n g e st e l l t worden. Als Ziel des Meinungsaustausches zwischen dem deutschen Geschäftsträger. Botschaftsrat v. Twardowski, und dem stellvertretenden Volkskommissar, Litwinow, wird von deutscher Seite versucht, die Ausreiseerlaubnis für diejenigen deutschen Kolonisten zu erhalten, die sich bereits in Leningrad befinden oder sich bet Moskau angesammelt haben. Cs sind dies noch rund 10 OOOPersonen. Sie werden zur Zeit durch Miliz registriert. Für andere Gruppen die gleiche Vergünstigung der Abzugsfreiheit zu erreichen, ist aussichtslos. In H a m m e rr st e i n sind in dem dortigen Laaer die Vorbereitungen für die Aufnahme der Kolonisten im vollen Gange. Es wurde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gearbeitet. Der Direktor des Lagers, Major a. D. F u ch s, ist bereits am Samstag in Hammerstein eingetroffen. Brennmaterial und sonstige Vorräte wurden herangeschafft. Das Lager dürfte, falls die Gerüchte, die von einem Eintreffen der ersten Auswanderer am Mittwoch sprechen, sich bewahrheiten, dann so weit instand gesetzt sein, daß es ein genügendes Unter- kommen bietet. Bucharin, Rylow und Tomsli unterwerfen sich. Kowno, 26. Aov. (TU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, haben Bucharin, Rh - kow, Tonrskt und U g a r o w, dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei eine Erklärung übermittelt, in der sie darauf Hinweisen, daß seit eineinhalb Jahren zwischen ihnen und der Mehrheit des Zentralkomitees in taktischen und politischen Fragen Meinungsverschiedenheiten bestanden Hütten. Ihre Anschauungen hätten sie in einer Reihe von 1 Schriften und tn Vollsitzungen deS ZentralAus aller Wett. Ein Ehrenpokal für den IDeltflleger Freih. v. König-Warthausen. Der Reichspräsident empfing den Welt- flicaer Freiherrn v. König-Warthausen und überreichte ihm unter Glückwünschen für seine außergewöhnliche Leistung den ihm zugesprochenen Ehrenpokal. Bei der Ueberreichung waren die Eltern des Fliegers anwesend. Ein Revolveranschlag in bet SL Pelersklrche. Am Sonntagabend hat sich in öer 6t. Pe - terskirche ein aufsehenerregender Vorfall ereignet. Als die Chorherren von St. Peter sich nach der Vesper aus der Chorkapelle im Zuge tn die Sakristei begaben, versuchte eine junge Schwedin den Bischof Smith zu erschießen. Sie zog plötzlich einen Revolver aus der Tasche und drückte dreimal hintereinander ab. Die Waffe versagte jedoch. Monsignore Prinz Georg von Bayern, der ebenfalls Chorherr von St. Peter ist, entwaffnete die Angreiferin. Die Schwedin hatte keine Ausweise bei sich und lehnte im Verhör jede Auskunft ab. Eine Untersuchung des Revolvers ergab, daß er mit sechs Patronen geladen war, von denen drei Der- fatjer aufwiesen. Bischof Smith erkannte die Täterin als die Schwedin Gudrun Margarethe R a m st a d, die sich seit einiger Zeit in Rom aufhält und als Stickerin tätig ist. Sie war mittellos und hatte sich an den Bischof Smith mit einem Ersuchen um Stellenvermittlung gewandt. Smith hatte ihr versprochen, sich umzutun, bisher aber keine Beschäftigung für sie gefunden. Anscheinend hat sich die Schwedin an dem Bischof rächen wollen, weil er sich nach ihrer Ansicht nicht genügend ihrer Logekomitees und der Zentralkommission vertreten. Aunmehr hielten sie es für ihre Pflicht, zu erklären, daß in diesem Streite die Partei und das Zentralkomitee im Recht gewesen seien. Die von ihnen vertretenen Anschauungen seien falsch gewesen. Jetzt, wo sie ihre Fehler eingesehen hätten, seien sie bereit, mit allen Kräften jede Abweichung ihrer Partei von der Generallinie zu bekämpfen und in erster Linie jeden Kampf gegen die Rechtsopposition aufzunehmen, um alle Schwierigkeiten bei dem sozialistischen Aufbau aus dem Wege zu räumen. Oie Beisetzung Clemenceaus. Eine rrauerkundgebung der Kammer. Paris, 25. Aov. (Täl. Funkspruch.) Die sterblichen Lleberreste Clemenceaus, die in der Äacht zum Montag in feine Geburtsstadt überführt wurden, sind in den Montagvormittagsstunden in aller Stille beigefeit worden. An der Beerdigung, die dem letzten Willen des Verstorbenen entsprechend neben dem Grabe seines Vaters stattfand, nahmen nur die Familienmitglieder Clemenceaus sowie einige wenige intime Freunde teil. Der Friedhof war ringsherum von der Gendarmerie abgesperrt und der Bevölkerung jeder Zutritt während der Deisetzungsfeierlichkeiten verboten. Aach dem „Echo de Paris" hatte Clemenceau in seinem letzten Willen bestimmt: Ich möchte neben meinem Vater liegen; auf dem Grab soll der Stein des antiken Hellas liegen, den ich mir aus Griechenland mitgebracht habe, ohne Inschrift, ferner das Kästchen, das auf meinem Schreibtisch steht, mein Stock, einige Blumen, die ich in den Llnterständen gepflückt und ausbewahrt habe. Aach dem „Petit Parisien" wird In den Sarg auch eine Handvoll Erde von der Front bei Douaumont gelegt werden. Die Regierung hat, um den letzten Willen des Verstorbenen zu achten, auf die nationale Beerdigung verzichten müssen. Sie hat außer der Bestimmung, daß die öffentlichen Gebäude Halbmast zu flaggen haben, nur folgende Kundgebungen angeordnet: 3m Augenblick der Beisetzung wird das Geschütz, das den Waffenstillstand am 11. "November 1918 ankündigte, die gleiche Salve abfeuern. 3n ganz Frankreich werden zur gleichen Zeit solche Ge- schützsalven abgegeben werden. Am Sonntag, l.Dez., werden die ehemaligen Frontkämpfer zu Ehren Clemenceaus am Grabe des unbekannten Soldaten vorbeimarschieren. Der Präsidentder Republik, die Vorsitzenden und Vorstände von Kammer und Senat, die Mitglieder des Parlaments, die Mitglieder des Pariser Stadtrats und des Rates des Seine-Departements werden dieser Feier beiwohnen, an der auch die Bevölkerung von Paris teilnehmen kann. Die heutige Kammersihung gestaltete sich zu einer Trauerkundgebung für Clemenceau. Kammerpräsident B o u i f f o n hielt die Gedächtnisrede, in der er die Verdienste des Verstorbenen feierte. Er schloß mit den Worten: „3ch rufe Clemenceau, der der Republik und Frankreich diente, der die Republik und Frankreich ehrte, und der beiden die gleiche Liebe entgegen- brachte, heute die feierliche einstimmige Anerkennung des französischen Volkes zu." Hierauf ergriff Ministerpräsident T a r d i e u das Wort, der ebenfalls Clämenceau als großen Patrioten feierte, der Frankreich vor dem Abgrund gerettet habe. Frankreich rüstet zur Geeabrüstungskonferenz. Die Vorbesprechung mit Italien. Paris, 26. Nov. (WTB.-Funkspruch.) Heute vormittag findet im französischen Außenministerium eine Konferenz statt, an der Ministerpräsident Tar» dieu, Außenminister Briand, der Kriegsminister, der Marineminister, der Kolonialminister und der Luftfahrtminifter teilnehmen werden. Sie soll die erste Prüfung derjenigen Fragen vornehmen, die sich auf die S ee a b r ü st u n g s k o n s e r e nz in London beziehen. Im übrigen glaubt „Motin" melden zu können, daß Außenminister Briand im gestrigen Ministerrat mitgeteilt habe, der italienische Botschafter Graf Manzoni habe keine Note übergeben, sondern lediglich den Standpunkt seiner Regierung in großen Zügen klargelegt. Briand habe weiter erklärt, daß Italien die Parität mit Frankreich verlange und daß es bereit sei, die französischen Forderungen in Erwägung zu ziehen. Es habe sich hier um einen ersten Meinungsaustausch gehandelt, der aber erst Dann erfolgreich fortgesetzt werden könne, wenn man wisse, welchen Ausgang die englisch-japanischen Vorbesprechungen genommen hätten. 12.14; j tfienl O ’ c ilagcat le n Flammen, die an der Bühnenausstellung reiche Nahrung fanden. Im Zuschauerraum brach Die Wetterlage. ’lQUJiv' " ' . 3ttrJ)e Prato" r Langen zu ni) in den h B j Gerichts Zierlicher i »raume Ze» Darmstadt I Dieser Tage I wich befugt ai I c.ib M Aac reiche Nahrung fanden. ym HUschauerraum vrach । , eine Panik aus. Alles drängte nach den Ausgängen । vtkllMl'si und bald entstand eine wilde Panik. Vier Frauen ehflnflPlifd stürzten zu Boden, während die Menge schonungslos tuuii^ni,u über sie hinweg das Freie suchte. Als das Theater I timtsrichterm 894 OtaW *rW [ jmn Lamg> iropinzl^echci |de er, bis ei •jWgWj bij Ausscheide 1 ebenden ersah' ^ssifche Aechts, schied er aus i Do auch imn fct Aechtspsteo Hit Lersügunc tut Freude, i Melphia verl verdientes Eh rr dem Torf ebenso der et Lung. Drsvnde Don Rudolf 1 zeitlebens ein afccunt) des ■ wnb besondere, ■in der hessisch tim einen grü ' M der M Wien Töchter, tillerieossHer trauern Diele c ii treuer Kl Freund war. I allen fortleber Taten" eröffnet« Dahtendvr Sitltin tzrbach Dnertannt teui ■Hessischen Ter Dütlererholun k ch. sprach ük Haussraue ifcnnte zuerst, 1 MN der Erzie ^l'nren: ihm D e s s e n. Im «eiahr, daß ft ftftein tourte, M"ung uncrt; gd)en Zrauenl Hausfrau- U-rauenverbände fcrouWn; j, -rundet, ßh-n fe S^Gebiet in S Wertung, PäS. N?urde in qi ßftuen lernen Kn6"* Kn« ,n einer W8 bis auf die Grundmauern niedergebrannt war, fand man die verkohlten Leichen der vier Frauen unter den Trümmern. und ein Forstbeamter die Räuber eingeholt. Diese eröffneten sofort Feuer auf die Verfolger, die die Schüsse erwiderten. Zwei der Räuber wurden durch Schüsse kampfunfähig gemacht, der dritte ergab sich. Dorsbrand in Tirol. Der Ort Brunnen bei Landeck in Tirol wurde vermutlich infolge Brand st ls tu ng durch Feuer zerstört. Wassermangel behinderte die Löscharbeiten: von den 13 Wohnhäusern des Ortes konnte nur ein einziges geret- t e t werden. Außer den zwölf Wohnhäusern fielen dem Feuer auch sämtliche Aebengebäude zum Opfer. 3nsgesamt sind 52 Personen obdachlos geworden. Ein Kind wird vermißt. In den Flammen ist auch sehr viel Kleinvieh umgckommen. Großer Theaterbrand in Santiago (Chile). Verheerendes Großfeuer zerstörte das Splendid» > Theater in Santiago in Chile. Während der Vor» stellung stand plötzlich der Vorhang in Hel» nommen hat. Aach den bisherigen Feststellung 11 gen handelt cs sich um eine Geistesgestörte. I Bischof Smith ist in Deventer (Holland) ge- f boren, war früher in Utrecht Crzdiakon und spä- I ter apostolischer Vikar von Schweden. Existiert ein Bild des Düsseldorfer Mörders? 3m Verlauf der weiteren Suche nach dem | Düsseldorfer Mörder ist einwandfrei festgestellt I worden, daß die ermordete Maria Hahn am |; Tage ihrer Ermordung, am Sonntag, 11. August, I in Begleitung eines Mannes In dem s V e r g n ü g u n g s l o k a l Stlndermühle gesehen worden ist. Dort sind zahlreiche photographische Aufnahmen gemacht worden. Die Kriminalpolizei hält es für sehr wahrscheinlich, daß bei diesen Gruppenaufnahmen die Maria Hahn mit ihrem Begleiter, der mutmaßlich später den Mord ausführte, zufällig mitphotographiert worden ist. Alle Per- / fönen, öle in dem Vergnügungslokal photographiert haben, werden aufgefordert, der Polizei Wzüge zur Verfügung zu stellen. Das umfang- i reiche Schriftmaterial ist jetzt überprüft 1 worden, ob sich darunter Schriftstücke befinden, | die zweifellos von dem Täter herrühren. Als authentisch sind danach zunächst nur d i e b e i - ■ den Einsendungen anzusehen, die mit Ekiz- j zen von Pappendell ausgcstattet an die Acdak-« tion der kommunistischen Zeitung in Düsseldorf | gerichtet wurden. Raubüberfall in einem westfalischen Schloß. Einen verwegenen Raubüberfall führten drei be» roaffnete Männer im Schloß Wocklum bei Arns» ] berg aus. Sie drangen mit dem Rufe: „Hände hoch!" j| in den Kaffenraum ein, und während zwei die Be» I amten mit schußfertigem Revolver im Sdjad) hielten, I raubte der dritte aus der Kaffe einen Betrag von | 600 Mark, worauf die Räuber entflohen. Der Be» fitzer Graf Landsberg verfolgte sie und gab meh» rere Schüsse auf sie ab, ohne sie jedoch zu treffen. I Bevor noch das alarmierte Iserlohner Ucberfallkom- r mando eingetroffen war, hatten ein Oberlandjäger, anontag 2er nw hfsns Stationen dmc I cflter von der päicrcn Machte. Äach. Monlaa, E 25. Hovemtx 19297" afrds; 0*oiKtmos. oneuer t „Hellseherei" von Georg Kaiser. — In Vorbereitung „Der Schmetterlingstraum", chinesisches Kammerspiel, Morgenveranstaltung zusammen mit dem Goethebund. — Der Zentraloerband der Ange- stellten veranstaltet am 27. November, 20.30 Uhr, im Gewerkschaftshaus einen Vortrag, über „Die Absatzfinanzierung im Einzelhandel". — Siehe heutige Anzeige. tteiifo der evangelischen Kirchengemeindevertre- hitg. Besondere Teilnahme wird das Hinscheiden tm Rudolf Prätorius, der als Forstmannssohn sieben- ein Freund der grünen Farbe, ein 4?lh>ertoertung, Geflügelzucht, Verwertung von und Elektrizität. Orts- und Kreisvereine Uimen dabei auf die Hilfe der Zentrale rechnen. Site bestehende gute Arbeit, wie die des Reichs- Icidbundes, soll dabei keine Konkurrenz erleiden: wurde in Offenbach deutlich. Landfrauen und Cxiltfrauen sollen sich gegenseitig in ihren Röten All stehen lernen, die Stadtfrauen die deutsche, ffho-cr ringende Landwirtschaft stützen. In Berlin 'a-cden in einer Woche für 3*/s Millionen Mark 'Hiranen gekauft I Mehr als das durch den Frie- SÖtrsDcrtrag vorgcschriebene Quantum Apfelsinen 'ldüt c Deutschland auch nicht verbrauchen! 38 Mil- IIlcrEen Marl gehen im Jahr durch die Hände der Id^cn Hausfrauen. Einer durch Fortschritte |d$«0*r|£J öer doch auch D£Lh c er < r. '^ter (su^eH6ttt j echt ßribink Qn6) « on 1 1 ' «tiJJ4 ‘«sÄ i ‘ tootfcen ^migsiokai h?CA u'9ciotbert «4« nÄ1 ® t e i I un gen“. Sachsen er- »nnte zuerst, daß in dieses Gebiet auch die Fra- F- der Erziehung, des Wohnungsbaues u. a. «[Ören; ihm folgte Württemberg und 1923 Jeff en. Im Derussau bildungsgeseh drohte die krohr, daß die Familien unter Gewerbeaussicht Feilt wurden: das war für christliche 2In* ■ftawung unerträglich. Aehnlich wie die katho- llliwn Frauenorganisationen in einem katholi- 1cm Haussrauenbund mußten die evangelischen Frailenverbände eine Reichsarbeitigcmeinschaft MallSstellcn: in Reudiedendorf wurde sie ge- fltünbet. Eheg setzgebung, Fam.licnrecht, Berufs- MF.rEilöung, Hausangestelltengcsetz kommen als Ä^itsgebict in Betracht, neben anderen wie i bei ßanbed in Tiü M DrandsNstuil, IBoLermangel brhinkv i ten 13 Dohichäusm 'lneinzigesgerr!- Jen zwölf Dohnhäusw sämtliche DebengeböiL sind 52 Personen Mit der Witwe des Heimgegangenen, seinen i In Santiago (Chile). beiden Töchtern, und dem Sohne, der als Ar- tilcrleoffiqier den Weltkrieg mitgemacht hat, :r jeqtörtc das SpleM trauern viele um den Entschlafenen, denen er Chile. Whrend bei tn treuer Kollege und ein nie versagender er Vorhang in Hel Freund war. Sein Andenken wird in Ehren bei an der Dühnenausstellu^ -eilen fortleben. rangle nach den Ausgänge Serbstversammlung der oberhessischen e»angelisch.lirch!Ichen Arauenvmine. ’ie fudjte. Äs das TIM i nicbergfbrannt mor, M leidjen ter vier Qraui Gin Preffe-Veleidigungsprozeß in Gießen. Gestern vormittag wurde vor dem Gießener Amtsgericht eine Privatklage des Gießener Universitäts- Professors Dr. E. Horneffer gegen den Redakteur der „Oberhelsischen Volkszeitung" Karl Bremer verhandelt. Als Richter fungierte Amtsgerichtsrat Steinberger. Der im Termin anwesende Prioatkläger Professor Horneffer war durch Rechtsanwalt Albrecht vertreten, während die Verteidigung des Beklagten in Händen des Rechtsanwalts Hornberger lag. Der Privatklage lag folgender Sachverhalt zu Grunde: Die „Oberhessische Volkszeitung" yatte in einem Artikel, der am 8. Mai 1929 unter der lieber- schrift „Ein unverbesserlicher Scharfmacher" erschien, Kritik an einem von Prof. Horneffer in Arbeitgeberkreisen in Karlsruhe gehaltenen Vortrag über „Das Problem der Sozialpolitik" geübt Professor Horneffer erblickte in den Schlußausführungen dieses Artikels eine Beleidigung feiner Person und erhob gegen den obengenannten verantwortlichen Redakteur der ,^)berhessischen Volkszeitung" Privatklage. In der gestrigen Verhandlung gab zunächst der Prioatkläger Prof. Horneffer eine eingehende Begründung der Privatklage, die von dellen Anwalt entsprechend ergänzt wurde. Der Rechtsoeistand des Beklagten bestritt die Absicht der Beleidigung, außerdem müsse dem Beklagten die Wahrung berechtigter Interessen zugestanden werden. Das am Nachmittag verkündete Urteil lautete auf 200 Mark Geldstrafe, an deren Stelle im Falle ihrer Uneinbringlichkeit eine Gefängnisstrafe von 10 Tagen tritt, und Tragung der Kosten des Verfahrens, einschließlich der dem Prioatkläger erwachsenen notwendigen Auslagen. Außerdem wurde dem Privatkläger die Befugnis zur Deröffent- lichung des Urteils in der „Oberyessischen Volkszeitung" zugesprochen. In der Begründung des Urteils wurde vom Gericht zum Ausdruck gebracht, daß der Beklagte in feiner Kritik zu weit gegangen sei. Wah- rung berechtigter Interessen könne ihm nicht zugestanden werden. Bei dem Strafmaß falle einerseits die Schwere der Beleidigung, anderseits die Stellung des Privatklägers als Unioerfitätsprofessor und Gelehrter in die Wagschale. Sprechstunden der Redaktion. 11-30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Mittelschwer.altereS | 4-kerd Zhre Verlobung beehren sich anzuzeigen Statt besonderer Anzeige, den 26. November 1929 Landgerichtsdirektor i. R. im 73. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Gießen (Gartenstraße 15), Essen, Darmstadt, den 25. November 1929, GesellsMsverein e. V. (Klub), kieken Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 27. November, 15% Uhr, von der 1. 9695D 2. 96140 3. Die Stud. Reformverb. Adelphia i. V. d. B. I. A. d. C.: Artur Glaser Gäste willkommen. Der Vorstand. Prima und billig 07501 Zu- Fischhaus Cuxhaven Marktstraße 14 Telephon 2417. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Morgen! Premiere Morgen! MARRY 'Näheres 07587 Neustadt 18 v. liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin 9703C von der Rigaer Oper in ihren russ. National tanzen. satt neu. 07598 BeitMeveaitr. 4 HL [06G94 (IlllllllllllllllllllllllllllillllD im L. C, Elisabeth Prätorius geb. Ebel Hugo Prätorius, Hptrrt a. D. Mai Prätorius geb. Windecker Karola Schmidt geb. Prätorius Wilh. 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Donnerstag, den 28. November 1329, 2«' - Uhr, im Hörsaal des Forstlnstitntis, Braugasse 7, Haupteingang I. Kurse BitteUnng: ProL Dr. Beiges Deber die pflanzeDfieoSraphisdie Durch* forschanß von Dessen. 'J7U9D II. Vortrag: Pro!. Dr. Puk Botanische Naturdenkmäler der Heimat. [Verschiedenes LelMlllWW In dem Konkurse über das Vermögen der Firma Bruno Büttner in Menen soll nunmehr die Schlutzverteilunger- folgen. Nach Deckung der Konkurskosten sind Mk. 9384.98 Aur Verfügung, die den in dem beim Kon- kursgerichi einge- reichten Sckilufrver- zetchnts ansgesühr- len Gläubigern im Range des 8 61, 1 u. 2 K. O. zugeteili werden. Dieses Schluhverzeichnis liegt auf der Ge- schästsstelle desAmiS- gerichlS Gteßen zur Einsicht auf. [9675E Gießen. den 25. 9fooember 1929. L. Alihoff Konkursverwalter. Drlltiara zu kau'eu gesucht. Kn erfrag. Schwab, ZozelsgasseQ. 07589 treu und zugfest, zu verkausen. 07604 Wicsctk, Gießener Straße 40. MöbLZimmer zu vermieten mit oder ohne Pension. Mittwoch, 27. Nov-, abends 8'/, Uhr, im GewerkschaftShauS Vortrag desKollegenMotteck. granf für t a. DL über »Die Abiatzfinau zterung im Eiuzel- banber, wozu wir unsere Mitglieder nebst Angehörigen nochmals etnladen. u7du* Der Borttaud. Sonntag, den 24. November 1929, abends 10 Uhr, entschlief sanft nach kurzer Krankheit unser guter Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Henn im 62. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, Butzbach, Ebersgöns, Reichhardts- werben, den 26. November 1929. Die Beerdigung findet Donnerstag, 28. Nov., 2 Uhr nachm., aut dem Neuen Friedhof statt _______________________________________________ I759< X X) X X X _________ 07608 Wir betrauern aufs tiefste das am Montag, dem 25. November, erfolgte Ableben unseres 1b. A. H. Landgerichtsdirektor L R. Rudolf Prätorius aktiv 1875-1878 mit Zentralheizung, elektr. V. 4. 1. 12. zn vermieten 9686D __Sch a n zenttr. 12. 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(9694D Gebr.Männche^LLÄ Vergebung von Kanal- ttWafferleitungsarbetten. Für die Erweiterung des Kanal- und Ivasserleiiungsrohrnehes in wiefeck sollen nachfolgende Lieferungen und Arbeiten unter Hinweis auf die Reichsverdingungs- , ordnung vergeben werden. 97000 Los 1: Lieferung der Steinzeugröhren von 15 bis 40 cm l. W. - 260 lfd. m; Lieferung der Zementröhren von 45 bis 90 cm = 470 lfd. rn; Straßensinkkasten, Mannlochdeckenkasten usw. Los 2: Erd-, Maurer- und Rohrver- legungsarbeiten (2200 cbm Kanalgrabenaushub). Los 3: Lieferung und Verlegung von Wasserleitungsröhren von 100 bis 150 mm l. W., zusammen 265 lfd. m. Die Pläne und Bedingungen liegen auf unserem Amt zur Einsicht offen, und es können Leistungsverzeichnisse von hier kostenlos bezogen werden. Eröffnung der Angebote Jreifag, den 6. Dezember 1929, vormiiiags 10% Uhr, bei uns, Frankfurter Straße 29 H. Gilt mohl. Zimmer zu vermieten 07602 SleplMslr. 32 p„ 1. | Mietgesuche | MW 3-4 Zimmer. Küche mit Zubehör, zum 1. 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Einen geistigen Umschlagplatz zwischen £>|t und West möchte Elsaß-Lothringen bilden, den Mittler zwischen zwei großen Nationen und Kulturen. Mit dem schillernden Begriff einer „Doppelkultur" arbeitete einst auch die französische Propaganda im Reichsland, die der unaufhaltsamen „Germanisie- rung" sich entyegenstemmte. Daß aber diese Sorge um die Ueberlreserungen und die Eigenart des El- sässertums nicht ehrlich gemeint war, zeigte sich nach dem Waffenstillstand 1918, als Frankreich unverzüglich daran ging, eine unumschränkte Herrschaft der französischen Sprache und Kultur aufzu- ri'chten, alles Deutsche aber unerbittlich zu verfolgen. Wenn Paris die verwegensten seiner Hoffnungen inzwischen auch zurückstellen mußte, wenn es sich gar auf dem Papier und in Bankettreden zu einer nie genau erläuterten Zweisprachigkeit bekennt und es weit von sich weist, daß es der „Dialekt" verfolge, so ist doch in der großen Linie der französischen Kulturpolitik in Elsaß-Lothringen auch nicht eine Stunde lang ein Schwanken zu verzeichnen gewesen. Das gesamte Unterrichtswesen in den neuen Gebieten ist heute allen erzieherischen Grundsätzen und Erfahrungen zum Trotz nicht auf die Muttersprache, das Deutsche, sondern auf die sogenannte Nationalsprache, das Französische aufgebaut, alles mit dem Ziel, Land und Volk endlich auch sprachlich-kulturell so unverkennbar französisch zu machen, daß jeder Zweifel an der Gerechtigkeit und Vernunft der Versailler Lösung verschwindet. Den Oberbau dieses Systems bildet die mit reichen Geldmitteln arbeitende Straßburger Universität, die ein Jahr nach dem Einzug der Franzosen, am 22. November 1919, feierlich eröffnet worden ist und in diesen Tagen auf eine zehnjährige Arbeit zurückblicken kann. Als Aristide B r i a n d in diesem Sommer die Führung des bisherigen Kabinetts Poincare übernahm, wandte sich ein elsässischer Politiker in einem offenen Brief in der Straßvurger autonomistischen „Freien Zeitung" an ihn, den „Europäer", um ihm die Wünsche des Landes oorzutragcn. Hier im Elsaß könne er an einem Musterbeispiel zeigen, wie er sich die Neugestaltung Europas denke. „Verwenden Sie den Milliardenanteil, der bei der Grenzbefestigung für das Elsaß vorgesehen ist, zur Er- Weiterung unserer Universität zu einem internationalen Verständigungsinstitut und zu einem Austausch französischer und deutscher Lehrpersonen und Schüler in Straßburg!" Dieser Wunsch, in Straßburg gewissermaßen eine internationale, eine übernationale Stätte der Wissenschaft errichtet zu sehen, ist keineswegs eine autonomistische Besonderheit. Selbst ein so reaierungsfrommes Blatt wie die „Straßburger Neue Zeitung" des Abgeordneten Frey hat schon bald nach dem Waffenstillstand ähnliche Gedanken ausgesprochen. Wenn in deutscher Zeit die Universität nichts Französisches geduldet habe, dürfe nun nicht umgekehrt die französische Nachfolgerin das Deutsche ausschalten. Das blieb ein frommer Wunsch. Di« heutige Straßburger Universität ist so organisiert, als sei ihr Wirkungsgebiet Paris oder Lyon oder Marseille, nicht aber das zu neun Zehnteln demschsprachige Elsaß-Lothringen. In ihrem Lehrkörper überwiegt bei weitem das französische Element, wenn auch ihr Rektor (der im französischen Bildungswesen zugleich die Leitung aller Schulen im Lande in Händen hat) jetzt ein in Frankreich ausgewachsener und von der Notwendigkeit der Verweljchung überzeugter Elsässer Professor P f i st e r ist. Keine deutschsprachigen Vorlesungen sind im Lehrplan dieser Universität vorgesehen, die sich doch zunächst an die Jugend des deutschsprachigen Elsaß-Lothringen wendet. Selbst die Germanistik ist der Obhut eines Fran- Das Erbe des Herrn von Anstetten. Voman von 3- Gchneider-Foerfil. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister. Werdau i. Sa. lv. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Er schob die Lippen trotzig übereinander. „Ist mein Vater früher auch schon solch ein herzloser Mensch gewesen?" „Bernd!" Die kleine Baroneß, die trotz ihrer sechsundvierzig Jahre die Figur eines Mädchens oufwies und deren erhöhte linke Schulter Mitleid wachrief, war stehen geblieben und trug einen Ausdruck des Entsetzens in dem blassen Gesichtchen. „Berndl Was sagtest du eben?" Er wurde verlegen. „Ich habe ihn mehr geliebt als alles! — Als alles, Chatlen — mehr sogar als die Mama." Das Leder der Mappe knirschte zwischen seinen Fingern. „Aber jetzt — will ich endlich damit fertig werden. — Wenn ich vor einem Fremden auf den Knien liege, dann erhört er mich. Aber er — er gibt nicht einmal Antwort." Die kleine, weltfremde Baroneß war so außer aller Fassung, daß sie nicht einmal ein Wort der Verteidigung für den Mann fand, dem einmal die große, heimliche Liebe ihres Herzens gegolten hatte. Daß er sie nicht erwiderte, war ihr selbstverständlich gewesen. Reben Drunhilde war sie verblaßt. Aber ihre Liebe war nicht gestorben daran. Wie die Wurzeln des Immergrüns rankte diese so tief, daß sie kein Verdorren kannte. Sie war die Tochter eines Bruders des alten Freiherrn von Anstetten und lebte nach dem Tode der Eltern auf dem „Beihvf", welchen diese bewohnt und bewirtschaftet hatten. Die Kinderjahre hatte sie mit Günther und Hans Peter verlebt und sich später in schweren, bösen Tagen als treue, opserungsvolle Kraft erwiesen. Rur in dem einen hatte ihr Tun versagt: Drunhilde und Harrs PeterS Ehe wiederum einzurenken und dem geliebten Manne das Glück seines Familienlebens wieder zurückzugeben. Die Entfremdung der Gatten war immer weiter fortgeschritten, und selbst Bernd, das von beiden so heißgeliebte Kind, vermochte die Kluft nicht zu überbrücken. ■Unö nun zweifelte der Sohn, das einzige, was der ferne Mann nvch besaß, an diesem Vater, der so unmenschlich Schweres erfahren und immer noch zu tragen hatte. Sie wollte zu dem Knaben sprechen und fühlte, daß es ihr unmöglich war, die Worte so zu zosen anoertraut, des sicherlich hochgebildeten und in deutschen Verhältnissen wohlbewanderten Professor Vermeil, der zugleich eine entscheidende Rolle in der vielseitigen politischen und kulturpolitischen Propaganda spielt. Wertvolle wissensck-astliche Arbeit wird in verschiedenen Instituten der Universität geleistet, aber das kann nichts an dem Urteil ändern, daß der Zweck einer elsaß-lothringischen Landesunioersität in dieser Form nie erreicht werden kann. Sie ist von Paincars, der einer „Gesellschaft der Freunde der Universität Straßburg" vorsteht, einmal als ein Leuchtturm der französischen Kultur an den Ufern des Deutschtums bezeichnet worden. In die Leuchtkraft der französischen Idee scheint man aber wenig Zutrauen zu setzen, wenn man den freien Wettstreit so ängstlich sernhält, wie dies hier in Straßburg geschieht. Selbst die Hoffnungen eines Maurice Barrds find Phrase geblieben, der in den Räumen der Straßburger französischen Universität, jene Vorträge über „L’e Genie du Rhin" („Der Geist des Rheins") hielt, mit denen er werbend auf die Rheinfranken im besetzten Gebiet glaubte einwirken zu können. Ihre nationalistische Abkapselung von der bochi- stischen Umwelt hat — welche Groteske! — dieser auf kulturelle Eroberungen ausgehenden Hochschule sogar die Möglichkeit verbaut, auf die zeitweise so stürmisch umworbene deutschsprachige Bevölkerung längs des Rheins zu wirken. So konnte es dazu kommen, daß die Straßburger Universität vor allem darauf eingestellt wurde, ost- und südeuropäische Studenten anzulocken und ihnen französifthe Kultur aufzuprägen. Im Lande selbst ist sie durchaus ein Fremdkörper, eine Schranke für die natürliche Entfaltung des Volkstums. Die aus deutschsprachiger Umwelt kommenden elsässischen Studenten, die schon durch die unnatürliche französische Schule gegangen sind, werden hier nur noch weiterhin gezwungen, das gesamte wissenschaftliche Rüstzeug, dessen sie später bedürfen, in einer Fremdsprache aufzunehmen. Das ist Unnatur, auch wenn es dem Einzelnen schon garnicht zum Bewußtsein kommen würde. Es muß auch dazu führen, die Oberschicht in Gegensatz zu den mittleren und unteren Schichten des Volkes zu bringen, wie dies in Flandern durch eine ähnliche Sprachenpolitik gleichfalls erreicht worden ist. Eine Anpasiung dieser seltsamen Grenzuniversität an die Lebensnotwendigkeiten des Landes wird nur kommen können, wenn sich Frankreich zu grundsätzlicher Anerkennung Elsatz-Lothrin- gens als einer nationalen Minderheit durchringt und wenn es daraus die Folgerung zieht, die Erziehungsarbeit wieder auf die Muttersprache des bodenständigen Volkstums aufzubauen. Es wird harten Kampfes bedürfen, Frankreich dies abzuringen, aber es ist eine Lebensfrage für Elsaß- Lothringen, daß es diesen Kampf durchficht. Auf seiner Seite stehen dabei die Vernunft und das ewige Recht der Natur. „Hände hoch — Kriminalpolizei!" Was ich in ckSjährigem Kampf gegen das internationale Verbrechertum erlebte. X. 3n Neapels Verbrecherquartieren. Dank der freundlichen Unterstützung durch das deutsche Generalkonsulat wurde ich auf meiner italienischen Studienreise von dem Quästor der Stadt Reapel empfangen und von ihm, seinem Stellvertreter und den andern Abteilungsleitern ganz besonders liebenswürdig ausgenommen. Ich machte hier in Reapel die gleiche Erfahrung wie in Genua, daß die Polizei vortrefflich organisiert und den an sie zu stellenden Anforderungen durchaus gewachsen ist. Die Sittenpolizei, die Fahndungspolizei und alle Spezialdezernate der Quästur Reapel verfügen über eine ausgezeichnete Organisation. Von ganz besonderem Interesse war in Reapel für mich die Camorra. Ich hatte von dem Bestehen der Camorra, dieses alten neapolitanischen Verbrecherbundes, soviel gehört, daß ich mich gern persönlich von alledem überzeugt hätte. Der betreffende Kriminaldezernent gab mir eingehend Auskunft und erzählte mir in einem längeren Vortrage, daß die Camorra ein Verbrecherbund sei, der vor mehreren Jahrhunderten von entlaufenen Galeerensklaven und anderen Verbrechern gegründet wurde, daß aber dieser Camorra zur Zeit nicht die geringste Bedeutung beizumessen wäre. Die energische Tätigkeit der Polizei im Laufe der letzten Jahrzehnte habe die Camorra endgültig beseitigt. Gewiß gebe es, so meinte der Reapeler Kollege, auch jetzt noch eine Camorra in Reapel, doch diese habe mit dem alten Verbrecherbunde nicht das geringste zu tun, es handele sich dann meistens um irgendeine kleine Verbrechergesellschaft, die aus der allgemeinen Angst vor dem gefürchteten Ramen Camorra jetzt noch Kapital schlüge und sich diesen Ramen beigelegt habe. Die Mitglieder dieser neuen Camorra betätigten sich nur durch kleine Räubereien und Erpressungen an Arbeitern, von denen sie einen Teil ihres Lohnes verlangten. Früher, so führte der Kommissar weiter aus, sei die Camorra allmächtig gewesen und habe selbst auf die Innen- und Außenpolitik Italiens großen Einfluß ausgeübt. Die Mitglieder der Camorra hätten damals in Palästen gewohnt und eine ungeheure Macht besessen, die Schlupfwinkel sehen, daß sie bis an sein Herz drängen. Dieser Augenblick war nicht der geeignete Moment dazu. Die Erregung des jungen Mannes war zu groß. So ging sie schweigend neben ihm her und keines von beiden merkte, daß sie den Weg zum Beihof eingeschlagen hatten, der schon nach einer Viertelstunde aus den Bäumen lugte. Zwei Spaniels kamen in langen Sähen dahergerannt und umkreisten sie. Der Kies stob unter ihnen nach allen Seiten. Die Rotdornbäume hatten verblüht und warfen breite Schatten über die Ausfahrt, daß kaum mehr etwas von der Mittagssonnenglut zu verspüren war. Bernd hob die Hand an die Mühe und ließ sie wieder sinken, so bittend war Chatlens Blick geworden. Er ging mit ihr durch die breite Doppeltür an der großen Küche vorüber nach der Terrasse, die nach dem Park sah. Sie nahm ihm die Mappe ab und legte sie seitwärts auf die Brüstung. Ein. Mädchen in weißer Schürze kam und gab, ohne zu fragen, ein zweites Gedeck auf den Damast des runden Tisches, welcher in der wein- rebenumhangenen Ecke stand. Cs war so ungemein friedlich hier, so voll köstlicher Stille und sorglosem Geborgensein, daß Bernd sich tief in den Korbstuhl zurücklehnte und die Augen schloß. Erst als der Duft der Tomatensuppe aufstieg, öffnete er die Lider. Seine Jugend hatte schon wieder ein Teil der übergroßen Erregung ab- geschüttclt. Er ah mit Appetit und hatte für den Moment jedes Erinnern an das Richtvorrücken- dürfen verloren. Erst als er neben der Kirschtorte, die den Schluß des kleinen Diners bildete, seine Mühe liegen sah, fielen die Worte des Rektors wieder über ihn her. Er erhob sich etwas unvermittelt und reichte Chatlen die Hand: „Ich danke dir. Tante. — ilnö vielleicht komme ich bald wieder. Cs ist so friedlich bei dir." Sie hielt die Knabenfinger zwischen den ihren und sagte bittend: „Behalte den Vater lieb, Bernd, er hat so Schweres zu tragen." Ein Aufzucken der Lippen, dann machte er die Finger frei: „Aus Wiedersehen, Tante!" Sie wollte noch rufen: „Du hast deine Mappe vergessen!" da war er schon unter den Rotdornbäumen und wandte nicht ein einziges Mal den Kopf nach ihr zurück. Sie würde einen der Knechte hinüverschicken, dann brauchte er die Bücher nicht selbst zu tragen. Bernd bekam plötzlich Angst. Er wußte, daß die Mutter zanken würde, weil er nicht telephonisch Bescheid gegeben hatte, wo er zu Mittag blieb. Er machte lange Schritte und trat schweiß- üverronnen in die Halle, wo er den alten Friedrich mit dem Zeichen größter Aufregung die Treppe herabeilen sah. Von Kriminalkommissar Ernst Engelbrecht. Copyright by Greiner & Co., Berlin NW 6. der neuen Camorra seien dagegen die schmutzigsten und ältesten Stadtteile Reapels. Diese Mitteilungen interessierten mich außerordentlich, und ich nahm mir vor, diese neue Camorra unbedingt kennenzulernen. Der Reapeler Kollege machte mir den Vorschlag, mich von seinen Beamten durch die im Hafenviertel gelegenen Reapeler Verbrecherquartiere führen zu lassen, ich zog es aber vor, den offiziellen Besuch der Hafengegend auf den nächstfolgenden Tag zu verschieben und den Rachmittag und Abend dieses Tages zu einem privaten, heimlichen Streifzuge durch die Verbrecherquartiere zu benutzen. Schwierig war für mich die Waffenfrage, denn in Italien herrscht allgemeines Waffenverbot. Selbst längere Messer und vor allem Messer mit feststehendem Griff sind als Waffen verboten, und Hebertretungen dieser Bestimmungen ziehen ganz erhebliche Gefängnis- und Geldstrafen nach sich. In meinem Koffer ruhte, zwischen Wäschestücken gut verborgen, der kleine Browning, seit über zwei Jahrzehnten mein treuer und erprobter Reisebegleiter. Ich wagte es und steckte ihn ein, um im Falle eines Angriffs nicht waffenlos in die Hände der Verbrecher zu fallen. So zog ich nachmittags um sechs Uhr in das Reapeler Hafenviertel auf Abenteuer aus. Wie in allen großen Hafenstädten hat auch in Reapel das Verbrechertum in der Hafengegend feinen Unterschlupf gefunden. Die engen, oft nur meterbreiten, winkligen Gassen, von kleinen Plätzen unterbrochen, machen die Hafengegend unübersichtlich und begünstigen deshalb in hohem Maße der Treiben der Verbrecher. Ein versteckt liegendes kleines „Ristorante“, aus dem Weiberlachen von Männerschelten übertönt wird, lädt mich zum Besuch ein. Ich bin erstaunt, drinnen zwei große Räume vorzufinden, in denen etwa zwanzig Männer mit einigen Frauen vor ihrem Chianti sitzen. An einem kleinen Tischchen, auf dessen Platte sich Hunderte von Fliegen an den Wein- und Speiseresten gütlich tun, nehme ich Platz, und unaufgefordert schiebt der schielende Wirt mir eine Flasche rubinroten Weines zu. Kragenlose Gesellen mit an der Brust offenem Hemde stieren mich an, und einer von ihnen versucht sofort, mit mir Verbindung aufzunehmen. Freundlich lächelnd tritt er an meinen Tisch heran und Mit ein paar Sprüngen war er bei ihm: „Etwas Reues, Alterchen?" „Der Herr Baron wissen noch nicht?" „Was soll ich denn wissen?" „Daß der gnädige Herr morgen abend zurück- fommt!" „Wer?---“ „Der gnädige Herr Baron!" „Vater? —--" .Gewiß!" Es war zu überraschend gekommen. Der Knabenkörper hing für Minuten haltlos gegen das Geländer. Dann ein Aufschrei: „Mutter!" Die Baronin wich vor ihm zurück, als er wie ein ungebärdiges Tier in ihr Zimmer stürzte, ihren Leib umfaßte und sie mit einem Ruck in die Höhe schwang. „Bernd!" „Mutter!" Wie stark er ist, dachte sie erschauernd, als er sie noch immer in den Armen hielt und ihr Gesicht mit Küssen bedeckte. „Mutter!" Er stellte sie ganz vorsichtig zu Boden und hob die Schildpattnadel auf, welche sich aus ihrem Blondhaar gelöst hatte. „Warum hast du mir nichts davon gesagt?" keuchte er. „Das Telegramm kam erst heute morgen, mein Bub. Du warst schon zur Schule. Ich wollte dich nicht während des Unterrichts zerstreut und unaufmerksam wissen. Und jetzt bist du so spät gekommen" Er wandte ihr für Sekunden den Rücken und fuhr sich über die Augen. Als er ihr das Gesicht wieder zukehrtc, durchzuckte sie nur der eine Gedanke: „Wie ähnlich er ihm ist!" „Zeig mir das Telegramm, Mutter!" Er ging mit ihr nach dem kleinen Damenschreibtisch und hielt das nüchterne Stück Papier, das so Wichtiges enthielt, zwischen den Fingern: „Für Briefe tausend Dank. Ankomme vier- undzwanzigsten Juli acht Uhr abends. Hans Peter." Die schöne Frau streichelte die Hand ihres Jungen, die so haltlos auf- und niederzuckte, und dann die Knabenwange, auf welcher die Farben ununterbrochen wechselten. „Run mußt du dich aber beruhigen, mein Bub, sonst ist es gleich eine Sorge, die ihn empfängt." Sie ahnte nicht, weshalb ec plötzlich bis in die Lippen verblaßte. Er wankte für Sekundenlänge und wich ihrem Blicke aus. Ohne auf feinen Widerstand zu achten, drückte sie ihn auf das Ruhebett, dessen Kissen noch der feine, diskrete Hauch ihres Körpers entströmte. „Schlaf jetzt ein Weilchen, Bernd! — Oder versuch es wenigstens. Ich nehme die Jalousien herab und träufle dir etwas Kölnisch Wasser auf Die Schläfen, das wird dir gut tun." versucht, mich auszufragen. Stockend und schleppend geht unsere Unterhaltung. Ich erzählte ihm. daß ich Deutscher sei, und lasse im Laufe der weiteren Unterhaltung durchblicken, daß ich Veranlassung habe, mich vor der Reapeler Kriminalpolizei in acht zu nehmen. Diese Mitteilung scheint den Mann besonders zu interessieren, sein Mißtrauen legt sich offensichtlich etwas, und er geht zu seinen Freunden zurück. Dort bespricht er sich mit ihnen, und man läßt mich einstweilen ungeschoren an meinem Tische sitzen. Aber aus meiner Berliner Praxis her weih ich ja, wie man es anzufangen hat, sich mit Verbrechern anzusreun- den. Ich bestelle einige Flaschen Landwein und lade die ganze Gesellschaft dazu ein. Aber nur einige leisten meiner Aufforderung Folge, die meisten halten sich mißtrauisch abseits. Von den sechs Gesellen, die sich um den Tisch gruppiert haben und dem übrigens ganz annehmbaren Weine fleißig zusprechen, erfahre ich dann bald, daß man mich zunächst für einen Polizeispitzel oder aber für einen Amerikaner, der auf Abenteuer ausgehen wolle, gehalten habe. Aber jetzt wüßten sie ja, wer ich sei, und ich solle nur keine Angst haben, sie würden mir schon helfen, mich vor der Polizei verstecken. Unter dem Vorwande, noch einige Zigaretten kaufen zu müssen, verschwinde ich aus der gefährlichen Gesellschaft und schlendere weiter über die Piazza mercantile, um dann in eine mir wegen ihrer Enge und Un- fauberjteit besonders interessant erscheinende Gasse einzubiegen. In der Tür des nächsten Hauses hocken zwei Männer, die mich zunächst mißtrauisch betrachten — und, als ich die Gasse weiter hinuntergehe, mir nachfolgen, um mich nicht mehr aus den Augen zu lassen, bis ich am Hafen angelangt bin. 3n einem großen Volksspeiselokal drängt sich eine buntgewürfelte Gesellschaft. Auch ich trete ein und lasse mir eine Portion des Reapeler Rationalgerichtes bringen, das aus den Saugarmen des Tintenfisches bereitet wird und mir vortrefflich mundet. Ein junger Bursche schiebt sich an mich heran, ich wittere Unrat und bin doppelt auf der Hut. Plötzlich spüre ich an der Seite einen gelinden Druck, und als ich schnell zufasse, packe ich die Hand dieses Burschen, der sich gerade angeschickt hat, meine Geldbörse aus der Tasche zu ziehen. Verlegen grinst der Kerl Er hielt ihre Rechte fest und preßte sie gegen die Wangen: „Mutter!" Sie muhte dem Drucke feiner Hand nachgeben und sich zu ihm herabbeugen. „Was ist es Denn, mein großer Junge?" „Ich liebe dich über die Maßen, Mama!" Sie strich ihm das feuchte Haar aus der Stirne und küßte ihn. Er sah das Flimmern in ihren Augen und fuhr ihren bloßen Arm entlang, der schneeig aus der weihen Seide des Rachmittag- kleides leuchtete. „Wie spät ist es?" „Gleich drei Uhr, Kind!" Roch während die Baronin die Jalousien her- abnahm und die Vorhänge übereinanderfallen ließ, machte sich bei Bernd die furchtbare Erregung des Tages in einer plötzlichen Erschlaffung geltend. Sie hob behutsam sein etwas nach Dome geneigtes Gesicht zur Seite und bettete es sorglich in die Kissen. Er verspürte noch den Hauch ihres Mundes auf dem seinen und hörte sie etwas flüstern. Er hatte aber nicht mehr einmal die Kraft, die Hände zu heben. Auf den Zehenspitzen schlich die schöne Frau aus dem Zimmer. * „Das blaue Tuchkleid, ja! — Das mit Dem hochgeschlossenen Kragen! Haben Sie dieSpihen- ärmel eingesetzt, Sophie?" Frau Brunhild« stand vor Dem Ankleidespiegel ihres Zimmers und fror — fror bis in Den letzten Winkel ihrer Seele. Die Zofe sah von der Schranktür herüber nach der schönen Frau und nahm das gewünschte Kleid vom Haken. „Welchen Mantel wünschen Frau Baronin?" „Den Zobel!" „Bei dieser Julihitze," dachte die Zofe. Aber sie sagte nichts, ging nach dem Spiegel und half der Herrin in das Kleid schlüpfen. Von drauhen trommelte ein Finger gegen die Tür: „Darf ich kommen?" „Einen Moment, Bernd!" Brunhilde riß an den Haken und schob die Hand der Zofe ungeduldig zur Seite. „Oeffnen Sie!" Das Mädchen drehte den Schlüße! und ließ Den jungen Mann eintreten. Diesmal war er nicht ungestüm, blieb nur unschlüssig vor der Mutter stehen und sagte bewundernd: „Mama, du mußt erlauben, dah ich dich ganz berückend schön finde." Sie lächelte über sein Erröten. „Ist der Wagen schon angekurbelt, ja? — Sophie, ich habe Eile! — Rein, geben Sie mir den großen Hut! Der kleine gibt das Gesicht so frei!" „Du kannst dich aber doch sehen lassen, Mama," urteilte Bernd. Sie erwiderte nichts, schlüpfte hastig in den bereitgehaltenen Mantel. (Fortsetzung folgt.) mich an. Ich bin hier ja keine Poluei un6 hüte mich, das Gesindel, das um mich herumstreicht, gegen mich aufhehen zu lassen. Deshalb lache ich nur und klopfe dem ertappten Taschendieb leicht auf die Hand. Damit ist der Fall für mich erledigt. Sin wüst aussehendes Frauenzimmer, eine wahre Megäre, versucht noch beim Heraustreten aus dem Speiselokal mit mir anzubändeln und läßt mit ihren Einladungen erst locker, als ich mich durch mehrere winklige Straßen durchgedrängt habe und dem Corso älmberto zueile. Tags darauf finde ich mich wieder auf der Quästur ein, um der Einladung des Quästors zu einer Besichtigungsfahrt durch das kriminelle Reapel Folge zu leisten. Leider hatte ich mir eine Halsentzündung zugezogen, so daß ich Bedenken hatte, zu der Fahrt einen offenen Wagen zu benutzen. Der Quästor war so liebenswürdig, mir sofort feine eigene geschlossene Limousine zur Verfügung zu stellen, in der ich in Begleitung eines Kriminalkommissars und zweier Kriminalbeamten Neapel durchstreifen konnte. Arn Abend hatte ich dann Gelegenheit, an einer offiziellen Razzia im Hafenviertel teilzunehmen. Die Durchführung dieser Razzia geschah etwa in der- selben Weise wie bei uns in Berlin. Der Razzia folgte dann eine große Massenaushebung, bei der ein ganzer Häuserblock von der Polizei umzingelt und durchsucht wurde.- Alle Bewohner dieser Häuser hatten sich der Polizei gegenüber auszuweisen, gelang ihnen ihre Legitimation nicht, so wurden sie zur Quästur gebracht und dort einem eingehenden Verhör unterzogen. Ich war erstaunt, welche Massen Menschen in den einzelnen Häusern wohnten oder sich wenigstens darin aufhielten. 3m allgemeinen ging die Polizeiaktion ruhig vor sich, der Widerstand eines einzelnen, der später als entsprungener Sträfling festgestellt werden konnte, wurde schnell gebrochen. Exakt und gewissenhaft arbeitete die Kriminalpolizei. (Fortsetzung folgt.) Wirtschaft. * Inf olvenz P. Schlesinger - Trier L C o. Die Deutsche Waren-Treuhand 21. G. Hamburg-Berlin hat nunmehr einen Status der insolvent gewordenen Bankfirma Paul Schlesinger-Trier & Co , Frankfurt a M per 7. November fertiggestellt, der jedoch noch als approximativ bezeichnet werden muß. Rach diesem Status betragen unter den Passiven die Bankforderungen 497 000 Mark, fremde Kreditoren 620 000 Mark, Berwandte-Kreditoren 486 000 OKE., Rückstellung für Wechselobligo 34 000 Mk. Rach Abzug von 62 000 Mk. bevorrechtigten Forderungen betragen die Passiven also insgesamt 1575 000 Mark^ Demgegenüber stehen nach Abzug der bevorrechtigten Forderungen in der angegebenen Höhe und 50 000 Mk. Kosten für Abwicklung und Steuern Aktiven von nur 218 000 RM. Es ergibt sich demnach eine Quote von rund 14 v. H. Durch den Forderungsverzicht der Derwandten- Kreditoren von 436 000 Mark erhöht sich die Quote auf rund 20 v. H. Durch vorsichtige Verwertung der Aktivmasse und aus sonstigen Möglichkeiten, die zur Zeit erörtert werden, kann sich die Quote unter Umständen noch weiter erhöhen, so daß vielleicht mehr als 30 v. H. ausgeschüttet werden können. * Zur Insolvenz Fiorino 8- Sichel in Kassel. Wie WTB.-Handelsdienst hört, sind die Darmstädter und Nationalbank, die Deutsche Bank und Discontogesellschaft und das Bankhaus L. Pfeiffer bereit, in geeigneten Fällen den Schuldnern des Bankhauses Fiorino & Sichel in Kassel mit Krediten zur Seite zu stehen und Gläubiger im Falle des Bedarfs mit Vorschüssen zu unterstützen. Wie dieser Dienst rveiter hört, ist oas früher bestehende Kommanditoerhältnis der Darmstädter und Nationalbank zur Firma Fiorino & Sichel schon vor mehreren Jahren gelöst worden. Die Beziehungen zu dieser Firma beschränken sich seit jener Zeit lediglich auf laufenden Verkehr. Für ihre unerheblichen Forderungen ist die Bank voll gedeckt. * Zahlungsein st ellung d e s Bankhauses Sy Schi rme r, Kassel. Nachdem die wegen einer Stützungsaktion eingeleiteten Verhandlungen sich zerschlagen hatten, hat die Dank Sy Schirmer in Kassel gestern ihre Zahlungen einstellen müssen. Am Bankeingang wurde durch Anschlag folgendes bekanntgegeben: „Infolge der durch den Zusammenbruch der Firmen Andre & Herzog und Fiorino & Sichel heroorgerufenen Anstürme habe ich die Zahlungen einstellen müssen." Nach eingehender Prüfung des Statuts ist vom Amtsgericht das gerichtliche Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet worden. Den Verbindlichkeiten in Höhe von rund 2 Millionen Mark stehen sofort greifbare Aktiven in Höhe von 1,4 Millionen Mark entgegen, außerdem sind noch verwendbare Sicherheiten in Höhe von 300 000 Mark vorhanden. Bei diesem Stand der Angelegenheit hat sich das Gericht veranlaßt gesehen, das gerichtliche Vergleichsver- fähren anzuerkennen. * Zahlungseinstellung des Bankhauses Max Sichel & C o.. Düsseldorf. Das Bankhaus Max Sichel & Co. in Düsseldorf, das sich seit einiger Zeit in Zahlungsschwierigkeiten befand, die durch Bereitstellung eines Heberbrückungskredites von befreundeter Seite zunächst beseitigt schienen, ist nun durch die ungünstige Börsenlage und Verluste bei der Kundschaft zur Zahlungseinstellung gezwungen worden. Heber die Höhe der Verbindlichkeiten sind bestimmte Angaben noch nicht zu erhalten. * Zahlungsei njt ellung des Bankhauses Max Mueller in Gotha. Das Bankhaus Max Mueller in Gotha hat sich gezwungen gesehen, gestern die Schalter zu schließen und beim Amtsgericht Gotha die Eröffnung des Vergleichsverfahrens zu beantragen. Cs sind aussichtsreiche Verhandlungen mit einer größeren Bank eingeleitet mit dem Ziele, einen Teil des Geschäftes auf diese Dank zu übertragen. ' Elite-Diamantwerke.A. °G. ,Sieg- m a r. In der gestern abgehaltenen Versammlung einer Reihe von Grohgläubigern der Gesellschaft wurden die Feststellungen der seinerzeit von den Gläubigern eingesetzten Prüfungskommission besprochen, die sich besonders mit der Prüfung des Geschäftsverkehrs zwischen der Adam Opel-A.-G. und der Elite-Diamantwerke-A.--G. beschäftigt hat. Es wurde einstimmig beschlossen, die angebotene Vergleichsquote von 50 Prozent abzu- lehnen und eine solche von 75 Prozent zu fordern. Für die Erfüllung eines Vergleichs auf dieser Basis müsse ausreichende Garantie geleistet werden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 26. Rov. Tendenz: schwächer. — Am heutigen Liquidationstage schritt die Spekulation zu Exekutionen, und es ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendbörse erneute Abschwächungen, die teilweise größeres Ausmaß annahmen. Anregungen waren wieder kaum vorhanden, ebenso fehlten Aufträge, so daß die Börse keine Stütze hatte. Die unsichere Börsensituation in Reuyork war ebenfalls ein verstimmender Faktor. Die leichte Erholung gegen Schluß konnte keinen Eindruck machen. Man stand immer noch unter dem Einfluß der sich immer mehr anhäufenden Insolvenzen. 3m allgemeinen war das Geschäft auf dem ermäßigten Kursniveau etwas lebhafter. Unter besonderem Kursdruck standen Westeregeln mit minus 6,5 v. H. und Salzdetfurth mit minus 6 v. H Auch in Deutsche Linoleum war ziemliches Angebot vorhanden, so daß sich hier ein Verlust von 5 v. H. ergab. Am Elektromarkt büßten AEG. 2,25 v. H., Bergmann 3,75 v. Sy, Gesfürel 3 v. H., Schuckert 3,5 v. Sy und Siemens 5 v. H. ein. Wenig verändert lagen Lahmeyer. Am Chemiemarkt hattenDeutsche Erdöl einen Spihenverlust von 4,5 v. H. aufzuweisen. Farben eröffneten 3,13 v. Sy, Rütgers- werke 3,25 v. H. und Goldschmidt 2,5 v. H. schwächer. Am Montanmarkt gaben Klöckner 2,5 v. H. und Mannesmann 3 v. H. nach. Die übrigen Werte dieses Marktes bis zu 1,25 v. Sy niedriger. Banken geschäftslos. Am Schisfahrtsmarkt lagen Hapag 3 Proz. und Norddeutscher Lloyd 1,5 Proz. abgeschwächt. Aku-Aktien minus 1,5 Proz. 3m Gegensatz zur Allgemeintendenz standen Reichs- bantanteite, die auf Käufe für Berliner Rechnung zirka 8 Proz. gewinnen konnten. Ein erschöpfender Grund für diese Bewegung war nicht zu erkennen, doch dürfte vielleicht der günstige Re ichsbankausweis eine gewisse Rolle gespielt haben. Renten ruhig, aber überwiegend schwächer. 3m Verlaufe hielt die Verstimmung an. Die gute Sage der Reichsbankanteile und der günstige Reichsbankausweis konnten nur vorübergehend eine etwas freundlichere Stimmung Hervorrufen. Später kam erneut Material heraus, und die Kurse tagen zirka 1 Proz. unter Anfang. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 Proz. unverändert. Geld über Ultimo 8,25 bis 9,25 Proz. Am Devisenmarkt war die Lage wenig verändert. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1781, gegen Pfund 20,388. gegen Paris 123,8450, London gegen Kabel 4,8785, gegen Madrid 35,60, gegen Mailand 93,19, gegen Holland 12,0575. Berliner Börse. Berlin, 26. Rov. Für die heutige Börse lagen, mit Ausnahme des widerstandsfähigen gestrigen Reuyorker Borsenverlauses, Anregungen so gut wie gar nicht vor. Das Angebot aus Exekutionen und Liquidationen war größer als sonst. Ganz wenige Märkte ausgenommen, verloren die Eröffnungskurse in erheblicherem Umfang. Man sprach von neuen Bankschwierigkeiten in Kassel und erstmalig wieder größerem Angebot von Auslandseite. Eine große Anzahl von Nebenwerten erschienen mit Minus-minus-Zeichen. Unter diesen befanden sich Goldschmidt, Bayr. Motoren-Werke, Berlin-Karlsruher Industrie und Maschinenbauunternehmungen. Bei den schweren Werten wie Schubert & Salzer, Berger, Pemberg, Chadeaktien, Schuckert, Schlesische Gas usw. konnte man Verluste von 5 bis 8 v. Sy feststellen. Farben büßten 4,25 v. Sy ein, Kaliwerte 7 bis 8 d. Sy, Montanpapiere 3 d. Sy usw. Durch stärkere Widerstandsfähigkeit fielen Reichsbankanteile, Ostwerke, Schultheiß, Schlesische Textil und Svenska auf. Heute wurde erstmalig eine einheitliche Notiz für die OO-Bank (Deutsche und Disconto) festgestellt; der Kurs stellte sich 0,75 d. Sy niedriger. Deutsche Anleihen nachgebend. Ausländer behauptet. Pfandbriefe schwächer. Der Geldmarkt war bei unveränderten Sätzen in sich etwas steifer. Nach den ersten Kursen war die Tendenz weiter nervös und unsicher. Eine Regelmäßigkeit in der Kursgestaltung war nicht vorhanden. Sehr fest lagen Reichsbankanteile mit plus 4 v. Sy, und einige zu Anfang besonders stark gedrückte Papiere erzielten ebenfalls 1» bis 2-v. H.-Erholungen. Gesfürel verloren 3,25 v. Sy, was man mit Marktvorbereitungen für die jungen Aktien zu erklären suchte. Der Reichsbankausweis für die dritte Novemberwoche ist mit einer Entlastung um etwa 220 Millionen, einer Notenabnahme um 200 Millionen, einer Devisenzunahme um etwa 20 Millionen und einer Besserung der Deckung aus 53,7 v. Sy bzw. 63,1 v. H. als g u t zu bezeichnen, sand aber zunächst wenig Beachtung. Später regte er, ebenso wie die feste Haltung der Reichsbankanteile, eher etwas an. Erweitertes Schöffengericht Gießen. • Gießen, 20. Rov. Eine Militärperson hat zwecks Erlangung eines kleinen Darlehens eine Bürgschaftserklärung fälschlich angefertigt. Sie erhielt auch das Darlehn. Das Manöver wurde aber alsbald aufgedeckt und Anzeige erhoben. Heute hat sich der Täter wegen qualifizierter Urkundenfälschung und Betrugs zu verantworten. Strafe: 2 Wochen Gefängnis unter Annahme mildernder Hmstände. Ebenfalls wegen Urkundenfälschung — Fälschung mehrerer Bestellscheine — war ein noch nicht vorbestrafter junger Mann angeklagt. Mit Rücksicht auf sein Geständnis ließ das Gericht weitgehendste Milde walten und erkannte auf 10 Tage Gefängnis. Ein mehrfach wegen Diebstahls vorbestrafter auswärtiger Maurer war rückfällig geworden. Es wurde eines schweren Diebstahls und mehrerer einfacher Diebstähle beschuldigt. Direkte Zeugen für die Straftaten sind nicht vorhanden, sondern nur 3ndizien. Der Staatsanwalt hält nach Schluß der eingehenden Beweisaufnahme den Beweis für die Täterschaft des Angeklagten in -mindestens 3 Fällen für erbracht: im vierten Falle könne man allerdings zweifelhaft fein, ob das Belastungsmaterial zur Heberführung hin- reiche. Das Gericht ließ Verurteilung in allen Fällen eintreten und sprach eine Strafe von 1 3ahr 3 Monaten Gefängnis, abzüglich 3 Monate Hntersuchungshaft, aus. Ein Kohlenhändler und dessen Kraftwagenführer waren der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung angeklagt. Ersterer hat seinen Lastkraftwagen — für Kohlentransport eingerichtet — an einem Sonntag im 3uli l. 3. zur Fahrt von etwa 25 Personen gegen 40 Pf. Fahrgeld pro Person hergerichtet, ohne sich von dem guten Zustand der Fußbremse zu überzeugen. Diese funktionierte nicht. Auch befestigte er die Sih- bänke für die Fahrgäste nicht. Damit verstieß er in doppelter Hinsicht gegen die Vorschriften der Kraftfahr-Derkehrsordnung. Desgleichen der zweite Angeklagte. Der in Betrieb genommene Wagen geriet an einer Stelle der Landstraße mit starkem Gefalle und scharfer Kurve ins Schleuberü und kippte um, mit den Rädern nach oben. Ein Fahrgast wurde von dem Wagen erdrückt und starb bald darauf, elf andere wurden mehr oder weniger verletzt. Die Verhandlung ergab, daß der Wagenführer weder die Handbremse gezogen noch den geringeren Gang eingeschaltet hat. Beide Angeklagte wurden zu j e 3 Monaten Gefängnis verurteilt, sowie in die Kosten bcS Verfahrens. Amtsgericht Gießen. Von besonderem 3nteresse, und zwar namenk- lich für Besitzer von Gärten und Ländereien, war eine Verhandlung auf Grund des § 368 Et.G.D., wonach sich strafbar macht, wer in gefährlicher Rähe von Gebäuden und feuerfangenden Sachen Feuer anzündet. Der Beschuldigte hat im 3uli gegen 1/$9 Hhr abends, wie dies allgemein üblich ist und auch zum Gartenbetrieb gehört, ein Feuer in seinem Garten angesteckt, um Hnkraut, Reisig u. dgl. zu verbrennen. .Unmittelbar an den Garten, etwa 12 Meter von der Feuerstätte entfernt, grenzt eine mit Heu gefüllte Scheuer, die in ihrem oberen Teil mit Brettern verschalt ist. Zu entscheiden war die Frage, ob bei der angegebenen Entfernung von einer „gefährlichen Rähe" gesprochen werden kann. Sie kann nicht ohne weiteres bejaht werden. Eine gegenteilige Ansicht würde für Gartenbesitzer unliebsame Konsequenzen nach sich ziehen. Hm die Frage bejahen zu können, müssen noch besondere Umstände hinzutreten, die die Stelle zu einer gefährlichen machen. Solche find aber im Fragefall reichlich vorhanden gewesen. ES war trockenes Wetter und nicht windstill. Deo Wind hatte die Richtung nach der Scheuer zu« denn dorthin zog der Qualm und der Rauch des Feuers. Der bedrohte Eigentümer der Scheuer hatte die Wahrnehmung gemacht, daß auf der Feuerstätte plötzlich die Flamme etwa 3 Meter einporschlug^ 3m übrigen nahm er allerdings nur ein Glimmen, Qualmen und Rauchen wahr. DieS war auch von dem herbeigerufenen Polizeiwachtmeister wahrgenommen worden. Roch um 10 Uhr bemerkte der Anlieger das Glimmen des« Feuers. 3m Garten — diese Tatsache war schließlich die entscheidende — befand sich zu dieser Zeit kein Mensch, so daß gegebenenfalls weder einer durch den Wind veranlaßten Ausdehnung des Feuers, noch einem etwaigen Funkenflug bei Zeiten Einhalt hätte getan werden können« 3n der Dretterverschalung der Scheune hatten sich infolge der sommerlichen Hitze Spalten gebildet, durch die Heubündel und Heubüschel herausragten. Rach alledem konnte das Gericht bedenkenlos zu der Feststellung gelangen, daß daÄ Feuer tatsächlich in „gefährlicher Rähe"^ von feuersangenden Sachen angezündet worden war« Mit dieser Feststellung ist aber der Tatbestand der oben angezogenen Gesetzesstelle erfüllt, und der Angeklagte war zu bestrafen. Eine mäßige Geldstrafe schien ausreichend. Letzte Nachrichten. 3um Explosionsunglück in Essen. Essen, 26. Rov. (WTD. Funkspruch.) Der Zustand der nach dem gestrigen Sxplosions- Unglück auf dem Weberplah in die Essener Krankenanstalten eingelieferten 21 Verletzten ist, bis auf zwei, zufriedenstellend. Der 3 n h a b e r des Haushaltswarengeschäftes in dem Hnglückshause liegt bedenklich darnieder; feinem Sohne mußten beide Deine abgenommen toerben.. Die Hrsache des Hnglücks konnte noch immer nicht aufgeklärt werden. Oie Düsseldorfer Morduntersuchung. Kein Verdacht gegen Stelzer. Düsseldorf, 26. Rov. (WTD. Funkspruch.j Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums mitteilt, lassen sich die in der Wordafsäre gegen Stelzer erhobenen Verdachtsmomente nicht aufrechterhalten. Stelzer, der als Täter für die Düsseldorfer Morde also nicht mehr in Betracht kommt, wurde der Mettmanner Polizeiverwaltung überwiesen, die ihn durch den Kreisarzt untersuchen ließ. Dieser ordnete die Heber- sührungStelzers in eine Heilanstalt an, wo er auf seinen Geisteszustand beobachtet werden soll. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 d.Sy, Lombardzinsfuß 8 o.Sy Frankfurt a M Berlin -chiub- ff 11 re > Uhi ffur. Schwv Kure An lang- ff MX Datum 25 II 26 il 25 il. 26 il 6eu sche Ui «tieaiucio. OH ........ 87,3 — 87,5 —— 7% Deutsche NelchSanleihe von 1929 . ........ 99 99 _ Dl. ülm.-Äblöl.-Schuld mit Au» wI.-Rkchle»........ 50 — 50,1 50 Tr’t»' nhn« A>'"'oI..Nechie 8% Hess. VolMaat von 1929 8 8,35 8,1 (rückzahlb. 102%) Cbtrfjclfen Provinz - Anleihe mit 89,5 — 89 — Auolol.-Rechten . . . 46,25 — — — Deutsche Komm. Sammelabi. Anleihe Serie 1 8% Franks. Hvp.-Bank Goldvse. XIII unkündbar bis 1934 . 46,5 — 46,5 — 96,5 — — — 7% Tranks. Hnp.-Bank Goldpse. unkündbar bis 1932 ..... 85 — — — . aoa. n vrinegr-Obltgatton. rückzahlbar 1983 ...... — — 4% Oesterreich«che Soldrle.. . 24 _ 24,5 24.9 4.90% Cfltfrr Silber!'' 4% Ocllerreichiiche Einheitlich» 1— Rente.......... — — 1,95 4% Ungarische «oldrte..... 4% Ungarische Slaalitr. v. 1910 21,2 _ 21,25 19,3 21,25 19,5 4y,% deSgl. von 1913 .... — —. 4% Ungarische Kronenrtr.. . . 1,9 1,95 4% Düri. ZoUan leihe v. 1911 . 4% Türkische Bagdadbohn-AnI. 8,35 — 8,4 8,13 Serie 1......... 8,4 8,4 8.4 8,4 4% belal. S-rie II. 6% Rumänische veretnh. Rente 8,25 8.25 8,25 von 1903 . . . . 4%% «nmünvche veretnh. Denke 9,15 — 8,9 — von 1913 ....... 14,52 — 14,5 4% Stumcwllch« veretnh. tHeeie . 7,3 -*• 7,25 .Frankfurt 0 M Berlin -ch>ub- ffurt -Ubi ffur1 Schluß ffur? Anfang» ffur? Dalum 25. H 26 1 25 il. 26. 11 Hamburg-Amerika Pake, . . < Hamb.-Sübam. Dampfsch. . . * Honia Damrslchisi.....10 Norddeutscher Lloyd.....f1 Olllg. Deutsche Creditanst. . . io Barmer Bankverein .... lf Berliner Hanbelögesellsch. . . 12 Commerz, und Prival-Bank. 11 Darmst. u. Nalionalbanl . . 1. Deutsche Bank......1' Ditconto-Gesellschasl, Lnt. . 1< Dresdner Bank......1< NetchSbanI........1 A.S.S............ Bergmann .... - . Eleltr. LieserungSgeiellschast 11 Licht und Kraft......1' Fellen L Guilleaume. ... 7^, «es. f. Elettr. Untern.. ... 10 Hamb. Eleltr -Werke .... 1 Rhein. Qrleltr.......... Schics. Elev .......lu Schuckert 6 Go. .......11 Siemen» 4 yaUte.....16 Transrabio...... ... 8 Lahmeyer 4 Go...... . 10 Buderus...... 6 Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Sielnkohle......f- Gelsenlircheaer ....... 8 Harpener..........0 Hoesch Eisen. ....... 6^ gilt Bergbau ....... 10 ölöcknerwerke...... • . • fföln-Ncuellen 7 Mannesman-' -Rühre» .... 7 Man,leider Bergbau ..... 7 Lbcrich'ei. Euen-,eoarf . ... ' Cberfdjlri. liokswetts.....7 Phönir Bergbau...... Rbe nilche Brauakohle». . . 10 Rbeinktahi ........ 6 Rlcbcck Montan...... 1A 101 98,5 115,25 117 152,5 232,7 148,25 148,25 146 245 157,5 164,5 113,5 176 283 158,5 91.5 120 128 208 90 92 106,5 97,75 241 99 98 97 151 147 147 155,25 196 157,5 172.25 278 158 60 87 118,5 87,5 90,25 105,25 96 98,5 — 100,75 161,4 145 99 115,25 117 178,7 152,5 233 148,25 148,25 146 248 157,75 199,75 159 164,75 115,25 160,5 125,5 143,5 152 177,75 284 158,75 61,25 91,75 122,25 121,13 128 107 209 91 105 93,13 106,4 67,75 94 98 242 100 98,75 160 145 97,5 115 116,5 176 151 230,5 147,5 147.5 145 249 155,75 198 157 162,25 109,25 158,75 124,5 145 172 279,5 156 61 88 121 119 127 104,75 208 88,13 102,75 90,75 104,5 92 96 239 99,5 99,5 Frankfurt a M Bettin Schluß» ffur» uUb< Schluß ffur« Anfang. ÄUt'3 Dalum 25 11. 26 IL 25 11. 26 11 bereinigte Slahlw . 100,5 99,25 100,65 100 Ctaoi Minen . 6’/. — — 51 50 ffal werke Aschersleben Iv 185 — 185 178 fta. werke Westeregeln • . 10 — 184 190,5 183 Rahmet e Salzdettuttb • • 16 308 302 309 301 9- ®. Farben-gnoustri« Dynatnil Nobel . . . 12 173,25 170,13 174,25 170 ■ * . 6 — — 82 78.5 Echeideanslalt.... e e . U 1 35 — — • Goldschmidt .... . b 64 61,5 64,25 — Rülgerswerte ...» Metallgeiellichcch. . . • • . 6 69,75 66,5 69.65 67,25 • • . 8 112 — 112,5 — Phllipp Hofmann _ 7 81,5 — 82 81 Lemen werk veidelberg . e 10 120 119 - - Eemenlwerk ffarlstabt • • 10 164 — — — ÜBaoB 8 irr, trag • • . 8 78 78 — Schullhets Patzenhol er 15 — — 274,25 274 Ostwerke...... 12 - ■ — 214 214 Per. Glanzstoff . . . 18 127,5 126 128,75 127 Bemberg...... 14 191,5 194 189 Zellsloss Waldhos . . e 18/» —- 183,25 180 Bellsloji Aschassenbu^ Charlottenburger Waise . • 136,25 133 138 133,5 e . 8 — 91 89,75 Deslauer (Bai . . . • . 9 157,13 154 Daimler Motoren . . e e . u 38,5 37,25 38.65 37 Deulsche Linoleum . 235 230 236 232,75 Maschinenbau A.-G. . • • . 0 — — 42,13 39,5 tro-tu- «1 0 t . . e . V — — — l'uoro. Loew . . e e 10 — 160 156 91 al. Automobil . . . Lrenstei» & ffopytt . • e . c> — — 18,5 . 6 — — 71 68 P'-onbntD Tietz . . . • e 10 — — 154,5 150,5 — — 316,5 318 Krankt. Maschinen . . • . 4 42 — 42,5 _ Gritzner...... • e . 6 46 •— 45 — Heyligenstaed: . . . • • . 0 4,75 — — Aungcans...... Lechwette. . 8 53 102,25 101,75 — Mainlraitwette Höchst a. R. 8 105,5 — _ «tag. . . Gebe. Roeder .... Botgl 4 Haesfnc, . . 10 10 120,5 104 119,5 118,5 • * . 9 222 _ 222 Süd». Lucke, • • • • • e 10 -- 159,75 Banrnofen. Berlin, 25. November Geld «ries ümerikanische Noten . . 4,16 4,18 Belgische Nolen . . . 58,28 58,52 Dänische Noten .... 111,58 112.02 Englische Nolen .... flranzvjische Nolen . . . 20,32 20.40 « « - 16,405 16.465 Holländische Noten ... I68.06 168.74 Ilaltenische Nolen.... Norwegische Noten . . . 21,76 111,55 21,64 111,99 Deutsch-Oesterreich, 4 100 Schilling 58.53 58.77 Rumänische Noten . . 2.467 2.487 Schwedische Noten . . . 112,05 112,49 Schweizer Noten .... ■ Ä Ä - 80,92 81.24 Spanische Nolen .... T'chechoslowakische Noten. • e • . 57,38 12,33 58.62 12.39 Ungarische Noten . . 72,80 73,10 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZK. 25 November 26 November Amtliche Notierung Amtliche Not erung Geld Bries Geld Brtel . vtmiuiHott. 168,43 168,77 168.41 168.75 Buen.-Aireb 1,724 1,728 1.724 1.728 Brss-.Antw 58.365 58.485 58,365 58.485 Lbristiania. 111,81 112,03 111,79 112,01 .skopenhaaen 111,85 112,07 111.84 112,06 Stockholm - 112.25 112,47 112,27 112.49 HeliingforS. 10,49 10,51 10,486 10,506 Italien. . . 21.85 21,89 21,84 21,88 London. . . 20,358 20,398 20,355 20,395 Neuyork . . 4,1740 4,1820 4,173 4,181 Paris. . . . 16,43 16,47 16.435 16,475 Schweiz .. 81,00 81,16 80,985 81,145 Ipanteu. 57,64 57,76 56.87 56,99 ^apan - - • 2,043 2,047 2,044 2,018 'N io de Ian 0,4870 0,4890 0,489 0,491 Wien in D-» Ceft abgcfl 58,70 58.82 58,715 58,835 Prag . . . . 12,377 12,397 12.38 12,40 Helirad . - 7,394 7,408 7,394 7,408 Dadavest. . Bulgarien 73,03 73,17 73.04 73,18 3,016 3.022 3,016 3,022 L'iiabon 18,80 18.84 18,80 18.84 Danzig. . . •ffpnft mtin. 81.43 81,59 81,395 81,555 1,949 1,953 1,948 1,952 Atven. . . 5,435 5,445 5.43 5,44 Lanada 4,124 4,132 4,126 4.134 iiru uay - . 4.016 4,024 4,016 4,024 Latro .. . 20,88 20,92 20,875 20,915 toten. ■i it *4J6 58,28 HL« 20,32 iS 2,467 112,05 80,92 57, I2,Ä 72,80 -richten. nglülk in Een. TD. ßunlfprudj.) Set geflrtgen fyplofißnä' platz in die Ellen« ttien 21 DerWen t% üend. Der Inhaber rengefchäftes in t bedenklich darnieder: eide Deine abgc- Ursache des Unglüti nicht ausgeklärt 1Ö8Z 1,7 < 58,365 iu-2 112-2 10,42 21,81 20,355 4,173 16,Z S 2> 0> 58-7'5 12-Z 7,3# 73,01 । S Ä 4,126 4-6' 20,178 IM 1,72» tg,4* M 112-* iirL 'S Ä 16,2 81.H o5 58-*^ h 114* ','Z 1:8 ,S M- "Tio 58,52 112,02 20,40 16-463 168, 21-64 III,* =8.77 2,487 112.49 81.24 58.62 12.39 73,10 m. iinO ft« 9,7/ .72? ,485 2,03 07 ,47 0,51 1,89 ,398 182 8,47 1,16 7,7 ,047 4890 |,82 x ',408 $ Jlorbunferfudjunfl. gegen 6tel$er. w, (M3. 5“*< ; Polizeipräsidiums em* Jet WordaMe Ml tab.4l8«*a» X Fltter, »- ® ™ Ä * * " 'er ordnete die H i cine Heilnnstal • •bie Ziehen. A 1Qment» * Trund^?tz. l'56-X s.-Zr ■fty?? it eine mU S rem oberen Ä SsS 7,^ nach sich zL itr^nen müssen noch £ten. die die Ltelle 7. solche sind aber rhanden gewesen. 64 ^nicht windstill. $ n°ch der Scheuer 7 ualm und der J 5iflenhhnCT der Scheu« gemacht, dah au' der ^"ne etwa 3 Meter 75 er allerdings nur > »suchen wahr. Dies veigerusenen Polizei. « wvrden. Ävch um efltt das Glimmen bei >e Tatsache war schlich, befand sich zu dieser I gegebenenfalls weder ranlaßten Ausdehnung eltvaigen Funkenslug getan werden können, g der Scheune hallen hen Hitze Eballen gc« el und Heubüschel her. konnte das Gericht 6e< ung gelangen, dah das jährlicher Mhe" von ngezündet worden war, st aber der Tatbestand esehesstelle erfüllt, und bestrafen. Eine mähigr end. Aus der pwvinziashauptsiadt. Die hen, den 26. November 1929. Oberhessischer (Seschichtsverein. Der Oberhessische Geschichtsverein hielt am Donnerstag seine erste Veranstaltung im Hotel Schütz ab. 3n der diesjährgien Hauptversammlung berichtete Bibliotheksdirektor Prof. Dr. Ebel über das vergangene Geschäftsjahr und die geplante Arbeit dieses Winters. Der seitherige Vorstand wurde wiedergewählt. Dem Vorstand und den Rechnern wurde mit dem Ausdruck des Dankes Entlastung erteilt. Dann ergriff Prof. Dr. Götze das Wort zu seinem Vortrag über die Grundlagen der deutschen Reformation und führte etwa folgendes aus: „3m 16. 3ahrhundert erhielten deutscher Geist und deutsches Gemüt für Iahrhun- derte ihr entscheidendes Gepräge. Freiheit des Geisteslebens, 3dealisrnus und Sittlichkeit, der ungehemmte Zug zur Wahrheit und damit unsere Wissenschaft mit dem Schwung ihrer Gedanken und der Wucht ihrer Methoden: das waren die Errungenschaften des geistigen Kampfes jener großen Zeit um deutsches Wesen, der auch heute noch nicht beendet ist. Die alles beherrschende Frage war: Rom. Das heilige römische Reich deutscher Ration lag in kraftlosem Siechtum. während ein anderes römisches Reich eine ungeheure Entwicklung nahm: die römische Kirche, die im Begriff war, aus der Ecclesia militans zur Ecclesia triumphans zu werden. Der mittelalterliche Mensch fühlte zu jeder Stunde seines Lebens die Hand der Kirche über sich. Als Gegner aber erstanden ihr die jungen Völker Euor- pas, voran Frankreich. Die wirtschaftliche Kräftigung brachte das Verlangen nach feinerem Le- bensgenuß mit sich und manchem Rachdenkenden erwachten Zweifel an seiner Weltanschauung. Die Grundlagen des Lebens schienen zu wanken und die Kirche war nicht mehr der Eckpfeiler, weil sie selbst verderbt war. Eine Reformation aus eigener Kraft war unmöglich. Warum aber gelang es Luther? Weil er nicht an Einzelbeschwerden seinen Widerspruch knüpfte, sondern an seine religiöse Grandüberzeugung. 'Bei der Frage nach der letzten Ursache der lutherischen Reformation stoßen wir auf Goethes großes Wort: „Dos schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das llncrforschliche ruhig zu verehren." Richt jede Erscheinung der sog. Rcformationszeit (1517 bis 1559) ist religiösen Ursprungs. Die Gegensätze in der auswärtigen Poltiik so gut wie in den innerstaatlichen Zuständen gehören untrennbar dazu. Das für uns Wichtige aber ist, daß die Vorgänge, die die Welt von damals entscheidend bestimmt und in ihre künftige Richtung gedrängt haben, in Deutschland liegen. Unter den Motiven des Widerspruchs gegen die Kirche sind vor allem zwei zu nennen: dah in der Popstkirche des späteren Mittelalters das weltliche 3deal gesiegt hat, und dah sie das gesamte Leben der Christenheit umfassen will. Dagegen erhoben sich die nationalen, wirtschaftlichen und geistigen Kräfte in den immer selbständiger werdenden Rationen. Diese Verselbständigung wurde die Grundlage, auf der Luthers überragende Persönlichkeit aufbauen konnte. Der ßntbccfung der Welt folgte die Entdeckung des Menschen. Dos zeigt sich äußerlich in der Entwicklung der deutschen Städte, in der Malerei, im Briefstil und auf vielen anderen Gebieten. Renaissance und Humanismus in 3talien haben ihr Teil an dieser Bewegung. Aber der deutsche Humanismus konnte nur zersetzen und nicht ersehen. Dazu bedurfte es einer neuen Religiosität. Erst in Luther ist der neue 3ndividualismus soweit entwickelt, dah er Mittlerschaft der Kirche leugnet und damit die alte Religiosität durch eine neue ersetzt. An den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag schloh sich eine lebhafte Aussprache an, an der sich Prof. Dr. R 0 l 0 f f, Prof. Dr. Ebel und der Vortragende beteiligten. ♦ Diebstähle. Der Polizeibericht meldet: Aus dem Wirtschastsraum eines hiesigen Bootshauses wurden mittels Einsteigens durch ein Dachfenster und Erbrechens von Behältnissen verschiedene Flaschen Kognak, Zigaretten und etwa 2 Mk. an Kupfergeld: aus einer Wohnung ein grauer Sakko- und ein Sportanzug und auf dem Wochenmarkt eine Wirtschaftswaage mit verschiedenen Gewichten entwendet. Die Waagenschüssel ist innen weiß und außen rot emailliert. — Bei der nun eingetretenen kälteren 3ahreszeit nehmen die Manteldiebstähle einen Umfang an, daß größte Vorsicht bei Ablage in öffentlichen Lokalen, Schulen usw. am Platze ist. So wurden u. a. in einer Wirtschaft drei Herrenmäntel, aus dem Universitätsgebäude ein brauner Herren- lodenmantel und ein Wintermantel (Ulsterschnitt) entwendet. — Bei einem Einbruch in ein Verkaufshäuschen wurde der Täter, ein jugendlicher, von auswärts zugereister Arbeiter überrascht und festgenommen. Der Täter gestand weiter ein, in Friedberg ein Fahrrad und aus einer Bauhütte in der Rähe der Kliniken eine neue Isolierdrahtzange entwendet zu haben. Die noch in seinem Besitze befindliche Zange wurde beschlagnahmt und kann von dem Eigentümer auf Zimmer 24 der Kriminalabteilung in Empfang genommen werden. •• D i e Gemeinschaft der Freunde, gemeinnützige Gesellschaft m. b. H., W ü st e n r 0 t, veranstaltete am Donnerstagabend im Hindenburg einen öffentlichen Vortrag. Dec Redner des Abends, Dr. Wiedemann, Frankfurt a. M., wies in feiner Einleitung darauf hin, daß der Gedanke der Errichtung von Eigenheimen in England viel stärker Fuß gefaßt habe als in Deutschland, wo man immer noch zu sehr bestrebt sei. der Wohnungsnot durch Mietskasernen zu steuern. 3n England seien heute 83 Prozent der Wohnungsinhaber Besitzer von Eigenheimen, während nur 17 Prozent zur Miete wohnten. Der Gedanke der Bausparkassen, deren Gründung in Deutschland erst einige Jahre zurückliege, sei in England bereits seit über 200 3ahren in die Tat umgeseht. Amerika habe England in der Zahl und dem Bestände der Bausparkassen bereits überflügelt. Der Redner kam dann auf bas Wohnungäelcnb in Deutschland zu sprechen und betonte, der Mieter bezahle in 35 Jahren soviel Miete, daß er sich dafür ein schönes Eigenheim erstellen lassen könne. Er sprach dann von Angebot und Rachfrage auf dem Wohnungsmarkt und wies darauf hin, daß augenblicklich in Deutschland eine Million Familien ohne eigene Wohnung seien. Der Redner kam dann auf die Gründung der Gemeinschaft der Freunde, Wüstenrot zu sprechen, erläuterte deren Aufgaben, wies auf die Grundbedingungen für die Bausparer hin (erstens Warten, zweitens Verzicht auf hohen Zinsgewinn) und besprach eingehend den rechtlichen und geschäftlichen Aufbau der Bauspar- kasse dieser Gesellschaft. Er behandelte in diesem Zusammenhang die Frage: „Wie kommt man durch die Gemeinschaft der Freunde zu seinem Eigenheim?" Weiter erwähnte er das Rechts- verhältnis des Bausparers zur Bausparkasse, sowie die Pflichten des Sparers. Er erläuterte hierauf die Art der Verteilung der Bauspar- summen auf Grund eines Schlüsselzahlfystems, schilderte die Stiftungen des Bausparers und die Dauer der Sparverpflichtungen, sowie die Art der Verwendung der Bausparsummen und die Höhe bzw. Dauer der Aufwendungen. Zum Schluß besprach der Redner noch die Sicherheiten, welche die Gemeinschaft der Freunde den Bau- sparern für ihre Bauspargelder biete. An die Ausführungen des Redners schloß sich eine rege Aussprache an, nach deren Beendigung der Referent in seinem Schlußwort auf die ideelle Seite der Einrichtung hinwies. •• Der Gewerkschaf tsbund der Angestellten, Ortsgruppe Gießen, hielt am Samstagabend aus Anlaß des neunjährigen Bestehens des G. d. A. im Kaufmännischen Dcr- einshaus eine Gründungsfeier ab. Rach einem Vorspiel „öcrenata“ von Toselli (Klavier, Violine und Cello) und einem von Fräulein Weigand eindrucksvoll gesprochenen Prolog wies der Vorsitzende, L. Zecher, in einer kurzen Begrüßungsansprache auf die Bedeutung des Verbandes in der Angestelltenbewegung hin, der neben seinen wirtschaftlichen und sozialen Ausgaben sich die Mitarbeit am Wiederaufbau unseres Vaterlandes zum Ziele gesetzt habe. Weiter gedachte er der verstorbenen Kollegen und Mitstreiter des Verbandes, nicht zuletzt auch der im Weltkriege Gefallenen. Rach einem weiteren Musikvortrag „Träumerei" von Schumann und einem von Fräulein Herger t wirkungsvoll vorgetragenen Gedicht „Rur ein tiefer Atemzug" hielt Geschäftsstellenleiter M a d die Festansprache unter dem Leitgedanken „Der G. d. A. einst und jetzt." Der Redner führte die Besucher zunächst in die über hundert Jahre zurückliegende Zeit der Entstehung der Angestelltenbewegung zurück, zeigte die damaligen Ausgaben und Leistungen und dann die weitere Entwicklung der Bewegung, die sich, auch angesichts der reichsgesehlichen sozialen Maßnahmen, günstig gestaltete. Insbesondere beschäftigte sich der Redner mit den Vorläufern des 1920 gegründeten G. d. A., zeigte deren Aufgaben und Einrichtungen, um dann kurz die nach dem Kriege geplanten Derschmelzungs- bestrebrmgen sämtlicher Angestelltenverbände zu besprechen, die nicht vollauf zum Ziele führtet^ .Der Redner erwähnte dann den Zusammenschluß von acht kaufmännischen Verbänden zu dem G. d. A., zeigte die Bestrebungen und Einrichtungen dieser Organisation, die auf freiheitlichnationaler Grundlage ihre Ausgaben zu erfüllen versuche und schilderte die günstige Entwicklung, welche diese Bewegung feit der Gründung genommen habe. Er schloß mit dem Wahlspruch: „Durch Einheit zur Freiheit". Mit dem Musikvortrag „Largo" von Händel schloh die eindrucksvolle Feier. 3m Anschluß hieran wurden die Besucher noch durch weitere musikalische Darbietungen, sowie einen Liedervortrag (Fraulein H 5 r 0 e r) erfreut. Gr wollte den hessischen Innenminister stürzen. WSR. Darmstadt, 25.Rov. 3m Hessin fchenMinisterium des 3nneren spielt« sich heute vormittag ein eigenartiger Vorfall ab, über den das Reaierungsorgan folgende- mitteilt: „Ein phantastisch gekleideter Mann hatte sich heute vormittag vor Dienstbeginn im Ministerium des 3nncren eingefunden. Angetan war er mit der Vorkriegsuniform eines Artillerieleutnants, dazu trug er eine feldgraue Mühe und hatte einen Hirschfänger übergeschnallt, mit dem er zu normalen Zeiten Holz zu spalten pflegte. Der Mann wollte den Innenminister Leusch- ner zum Rücktritt bestimmen, denn ec dachte, mehr als eine Friedensuniform und ein paar gütige Worte seien zu einem Ministersturz nicht notwendig. Richt schwer zu erraten, dah es sich um einen Menschen handelte, dem die Sinne verworren sind. Wie die Polizei bei seiner Verhaftung feststellte, handelt es sich um einen in der Mitte der 3Oer Jahrs stehenden Al thändler und Auktionator, der durch Vorkommnisse in seiner Familie offenbar aus seinem seelischen Gleichgewicht gebracht worden ist. Der Mann ist sonst harmlos und völlig unpolitisch." Oie neue Eisenbahnbrücke bei Affenheim WSR. Friedberg, 25. Rov. Der erste Teil der neuerrichteten Eisenbahnbrücke bei Asfenheim wurde am Sonntagnachmittag dem - Betrieb übergeben. Die Lokomotive des ersten Personenzuges, der den neuen Teil der Drücke zum ersten Male passierte, war festlich geschmückt. Auch die Brücke trug reichen Flaggenschmuck. Auf mächtigen Betonpfeilern ruhen die gewaltigen Eisenträger, die durch die schweren Züge kaum eine Erschütterung zeigen. Bei bet alten Drücke kündigte stets gewaltiges Getöse das Passieren eines Zuges an. Zu dem jetzt kaum hörbaren Fahren der Züge tragen auch die neuartigen Schienen bei, die -eine Länge von 30 Metern haben und außerdem aneinander- geschweißt sind. CÄfCfilM) Schuhe in Lack, Brokat, Wildleder, Atlas und CrEpe de Chine Eine wundervolle Auswahl, auch mit bequemem Absatz der neuesten Modeschöpfung erwartet sie im SCH UH HAUS 9687A ■ ■ M »Läufer MkOKOS'TeZpiXe Teppichhaus Hochstapler . U577A MWWllke tn verschiedenen Größen empfiehU Ldgar Sorrmann, Sisenhan-lung Beschluß in dem Vergleichsverfahren über das Vermögen der Firma Gebrüder weil in Sieben, Inhaber: a) Frau Witwe weil, t>) Lmil Mannheimer In Stehen. 1. Der in dem Vergleichstermin vom 31. Oktober 1929 angenommene Vergleich wird hierdurch bestätigt. 2. Infolge der Bestätigung des Vergleichs wird das Verfahren aufgehoben. Gießen, den 7. November 1929. Hessisches Amtsgericht. 96890 Schafweideverpachtung. Die Gemeinde Bersrod beabsichtigt, Donnerstag, den 28. November 1929, nachmittags 2 Uhr, auf hiesiger Bürgermeisterei ihre Sommerweide pro 1930 zu verpachten. Es wird bemerkt, daß die Gemeinde noch zirka 50 -'ipene Schafe besitzt, und es können noch 120 bis 130 Stück beigetrieben werden. Die Gemeinde stellt Hütte und Hürde sowie dem Schäfer die Kost. Nähere Bedingungen werden vor dem Termin bekanntgegeben. 9684D Bersrod, den 24. November 1929. Hessisch? Bürgermeisterei Bersrod. Becker. Wniöeti ooet M "S AussllMllg Meist ll.orelslven Ole ölW-slhe Mo.'Dmaerel.s. ränge, fließen. Sstmmr.7. Ein paar ‘Ratschläge / Lauwarm waschen, ohne Reiben. Gründlich lauwarm spülen. In Frottiertuch gut ausdrücken. Liegend trocknen. DIE FACHLEUTE RATEN IHNEN:MASCHEN SIE WOLLE LAUWARM/“ Warmes Waschen erhält der Wolle die Weichheit der Faser und entfernt den Schmutz gründlicher und vollkommener. Waschen Sie daher LUX SEIFEN FLOCKEN DER SUNLICHT GESELLSCHAFT IN MANNHEIM LXM7-I1 alle Wollsachen im lauwarmen Schaum der reinen Lux Seifenflocken ! Jumper und Pullover bleiben dann weich und ihre Farben frisch. Warmes Waschen entfernt den Schmutz gründlicher und hygienischer ; auch Ihre Hände bleiben gepflegt und geschont. NIEMALS LOSE, NUR ECHT IN DEM BLAUEN LUXPAKET. Normalpackung 50 Pfg. Doppelgrosse Packung 90 Pfg. Lux: StlftNFIOCKlK. Turnen, (Sport und (Spiel Spielvgg. lyoo-ilniversitäismannschast. Am vorigen Samstag trug die Llniversitäts- Fußballmannschast ein Wettspiel gegen die erste Elf der Spielvereinigung 1900 aus. Zwecks dieses Spieles war vor allem das gegenseitige Sich-- kennenlernen der einzelnen Spieler und die Schulung der Universitäts-Mannschaft für die kommenden südwestdeutschen Hochschulmeisterschaften. Es ist ja für eine Universität sehr schwer, eine gut eingespielte Mannschaft aufzustellen, da ihre Zusammensetzung ständig wechselt. Die Mannschaft der Spictvereinigung, obwohl stark geschwächt (drei ihrer Spieler wirkten in der Uni- versitäts-Mannschaft mit), gab trotzdem einen tarken Gegner ab und zeigte sich oft gefährlich, oas das Halbzeitresultat 1:0 für die Universi- äts-Mannschaft beweist. Trotzdem die Mann- chasten in der ersten Spielhälfte gleichwertig waren, scheiterten doch die Angriffe der 1900er an di» sicheren und überragenden Verteidigung der Universitätsmannschaft, die ebenfalls zu keinen nennenswerten Erfolgen kommen konnte. Erst als in der zweiten Spielhälfte der linke Verteidiger der Universitäts-Mannschaft auf den Posten des Mittelstürmers ging, wurden die Angriffe des Sturmes gefährlicher und viel systemvoller. Auch alle anderen Mannschaststeile zeig- ten jetzt ein planvolleres Spiel. Die Elf der Spielvcreinigung lieh einen einheitlichen forschen Angriff vermissen, und es fehlte auch die Sicherheit und Entschlossenheit vor dem gegnerischen Tor. Der Sturm spielte zu eng und machte dadurch der Verteidigung der Universitäts-Mannschaft die Arbeit leichter. Die Universitäts-Mannschaft gewann das Spiel verdient 6:0. Südwestdeutsche Hochschulmeisterschasten A. S. 1929/30. Die Universität Gießen wird sich an den diesjährigen Spielrunden im Handball- und Fußballspiel im Streife VI des südwestdeutschen Hochschulkreises, die zur Ermittelung des deutschen Hochschulmeisters ausgetragen werden, mit je einer Mannschaft beteiligen. So.wird schon zu Anfang Dezember die Fußballmannschaft nach Darmstadt fahren, um dort gegen die Elf der Technischen Hochschule Darmstadt anzutrelen. Die HandballmannsclM wird fast zu gleicher Zeit hier in Gießen diejenige der Handelshochschule Mannheim zum ersten Spiel empfangen. Ueber den Ausgang der beiden Spiele läßt sich nichts sagen, da fall in jedem Semester die Zusammensetzung der Mannschaften der einzelnen Universitäten wechselt. Die Spielrunden werden nach dem Pokalsystem ausgetragen, die verlierende Mannschaft scheidet aus. Kußball in Güddeuischland. Der Bezirk Bayern hatte in seiner Gruppe Nordbayern zwei große Ueberraschungen zu verzeichnen. Bayern Hof wiederholte seinen Sieg über den 1. F.C. Nürnberg, diesmal mit 2:0, und der F.D. 04 Würzburg holte sich beim B.f.R. Fürth ebenfalls eine Niederlage von 1:3 Toren, wodurch er auf den 4. Tabellenplatz zurückfällt und dem A.S.V. Nürnberg vorläufig den Dortritt lassen muß. Dieser kehrte aus Bayreuth mit einem glatten 3:1 gegen den 1. F.C. zurück. Die Gruppe Südbayern hat in den Münchenern Bayern nunmehr endgültig ihren neuen Meister ermittelt. Die Bayern selbst waren zwar spielfrei, aber der S.D. 1860 München, der ihnen noch hätte gefährlich werden können, büßte durch sein 1:1 gegen Wacker München einen wertvollen Punkt ein und kann mit den drei noch auszutragenden Spielen den Vorsprung der Bayern von 7 Punkten nicht mehr einholen. Billard-Siädiewetispiel. Der 1. Gießener Villard-Club konnte das Städtespiel mit Mainz um den Ebsten-Wander- Pokal bei einem Gesamtergebnis von 755 gegen 715 Vällen, also mit 40 Bällen, für sich entscheiden. Es spielten von Gießen die Herren Vicolaus, Aubin, Rudolph und Dr. Schirmer gegen die Herren Dries, Lutz, Strauß und S ch ö n i g von Mainz, bei gewonnenen je zwei Partien. (Schluß des redaktionellen Teils.) was die Abendschuhmode vorschreibt. Eine gewisse Umstellung hat sich auf dem Gebiete der Abendschuhmode vollzogen. War früher der Brokat- und Metallederschuh allein vorherrschend, so hat sich jetzt zu ihnen wieder der schwarze Schuh gesellt. Atlas und Crepe de Chine, Pumps und Spangenschuhe, mannigfaltig verziert und durch Straß- und Stahlschmuck belebt, sind vorherrschend. Daneben hat sich Lack und Wildleder wieder in den Vordergrund geschoben, ohne jedoch die neuartigen Brokatschuhe in Ihrem Ansehen zu schmälern. Der Herrenlackschuh erscheint in neuartigen schlanken Formen, sowohl schlicht ohne Kappe als auch mit Wild- und Mattkalbleder-Einsätzen. Lackstiefel mit schwarz Nubuk- und Lederschaft werden wieder häufiger getragen. Wie man sich überzeugen kann, hat das bekannte Schuhhaus Süß eine wundervolle, jedem. Geschmack Rechnung tragende Auswahl. Man berät dort unverbindlich jeden Kunden in den Fragen des eleganten Schuhwerks. 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