Nr. 252 Erstes Blatt 179. Jahrgang Samstag, 26. Oktober 1929 (Er|d)e tm raglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte _ Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monat$:Be$ugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspjennig für Trägerlohn, auch bei Richterscheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschliisse unterSammchiummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Steindruckerel «.Lange in Eiehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlsttahe 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorfchrist 20°/,, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Briand-Krisis und Haager Konferenz. Die vergangene Woche war nicht gerade arm an bedeutsamen politischen Ereignissen. Im Innern brachte die Entscheidung des Staatsgerichtshofs, der den Erlaß einer einstweiligen Verfügung zum Schutz der sich an dem Volksbegehren beteiligenden Beamten ablehnte, eine gewisse Etappe im Kampf um das Volksbegehren. Außenpolitisch sind zu registrieren der Kamps um die Verfassungreform in Oesterreich, Polens neuerBorstoß gegen die deutschen Minderheiten in den abgetretenen Gebieten der ehemals preußischen Provinzen Posen und Westpreußen und das mißglückte Revoloerattentat eines antifasziftisch eingestellten italienischen Studenten aus den zur dreier seiner Verlobung in Brüssel weilenden Kronprinzen Humbert von Italien. Alle diese Ereignisse werden jedoch in ihrer Auswirkung auf die weltpolitische Luge durch den S fu r z B r i a n d s in den Schatten gestellt. Man spricht vielleicht richtiger vom Sturz des Kabinetts Briand, denn die Zusammensetzung dieses ihm von dem kranken Poincarö übermachten Kabinetts . war es doch schließlich, die bei der Kammerabstimmung vom Dienstagabend Fiasko erlitten hatte. Als Briand im Sommer dieses Jahres die Regierung von Poinears übernahm und aus jede Aenderung in der Verteilung der Portefeuilles verzichtete, bezeichnete er selbst das zwölfte Kabinett, dem er als Ministerpräsident vorstand, als Ferienkabinett. Das ist nun wörtlicher eingetroffen, als es ihm lieb sein mußte. Das Kabinett ist nur zweimal im Parlament erschienen, einmal als es sich mit der Regierungserklärung gleichzeitig auch die Zustimmung der Deputierten zu dem Verhandlungsprogramm für die Haager Konferenz votieren ließ, und das andere Mal in der ersten Sitzung nach den Parlamentsferien, in der es gestürzt wurde. Briand hatte den Rücktritt des Kabinetts erst nach Abschluß auch der zweiten Etappe der Haager Konferenz ins Auge gefaßt. Die Kammer hat ihm einen Strich durch die Rechnuna gemacht und es bleibt nun nur noch die Frage offen, ob man auch im neuen Kabinett dem letzten Der drei Locarnominister das auswärtige Portefeuille einräumt, um ihm die Möglichkeit zu geben, die im Haag begonnenen Repara- lions- und Räumungsoerhandlungen persönlich zu Ende zu führen. Deutschlands Lebensinteressen sind mit Fortgang und Endergebnis dieser Verhandlungen zu eng verknüpft, als daß wir nicht, mögen wir sonst zu dem Politiker Briand stehen, wie wir wollen, in diesem Augenblick jedenfalls seine Rückkehr an den Quai d'Orsay dringend wünschen müßten, wobei es uns allerdings nicht gleichgültig sein kann, auf welche Parteien der Kammer sich das neue Kabinett stützen kann, dessen wichtigste außenpolitische Aufgabe es sein wird, die Briand- sche Verständiaungspolitik mit Deutschland zu einem vorläufigen Abschluß zu bringen. Art und Weise, wie das zwölfte Kabinett Briand am Dienstag zu Fall kam, bieten hierfür immerhin einige Fingerzeige. Die Mehrheit der Deplitiertenkammer wünschte jn der ersten Sitzung nach den Sommerferien an Hand einer ganzen Reihe von Interpellationen eine Besprechung des vorläufigen Ergebnisses der Haager Konferenz, allerdings aus ganz verschiedenen Gründen. Durchaus analog der Forderung der nationalen Opposition in Deutschland verlangte die Linke, namentlich die Radikale Partei (Her- riot-Daladier-Caillaux) durch ihren Sprecher Mon- tigny parlamentarische Kontrolle der Haager Verhandlungen aus nicht unbegründetem Mißtrauen über die Ehrlichkeit der Verständigungsbereitschaft bei den Mitgliedern des Kabinetts, die der Rechten angehörten. Die gewiß überraschenden und auch in Deutschland peinlich empfundenen Aeußerungen Maginots und anderer Politiker aus dem Lager der Regierung über die Räumungstermine hatten die Linke, neben dem Wunsch, gegen die Ausschaltung des Parlaments grundsätzlich zu protestieren, veranlaßt, von Briand eine authentische Auslegung der Haager Räumungsabmachungen zu fordern. Wenn die Rechte das gleiche Verlangen aussprach, so allerdings aus dem Grunde, Briand Schwierigkeiten zu machen, und auf eine Politik festzulegen, die ihn in Gegensatz zu den Freunden einer Verständigung mit Deutschland bringen mußte. So sah sich Briand in einer Zwickmühle, aus der selbst dieser erprobte Taktiker diesmal keinen Ausweg wußte. Gab er den Haager Räumungsabmachungen klar und eindeutig die Auslegung, die die Linke von ihm erwartete, daß nämlich die Räumung der dritten Zone nach Annahme der Pounggesetze im Reichstag und im französischen Parlament zu beginnen habe und am 30. Juni 1930 beendet sein müsse, — dann brachte er sich in Gegensatz zu den Rechtsgruppen, auf die sich fein Kabinett noch aus den Tagen Poincares her stützte. Stimmte er der Auffassung Maginots und Marins zu, daß die Räumung die Kommerzialisierung der deutschen Reparationen zur Voraussetzung habe, so mußte er damit das Vertrauen der Mittelparteien einbüßen, die das Gros der Regierungsmehrheit bildeten, ganz abgesehen von der Linken, die er sich durch eine derartige Erklärung zu unversöhnlichen Feinden gemacht hätte. In richtiger Erkenntnis seiner prekären Lage wollte nun Briand eine Debatte der Haager Konferenz mög= liehst lange hinausschieben. Er verschanzte sich dabei hinter das Vertrauensvotum, das ihm^ die Kammer bei Uebernahme der Regierung im Sommer zu dem ausgesprochenen Zweck gegeben hatte, die Reparations- und Räumungsverhandlungen im Haag zu führen. Da die Haager Konferenz lediglich unterbrochen, aber noch keineswegs beendet fei, fei eine parlamentarische Diskussion während dieser Verhandlungen unzweckmäßig. Mit diesem Argument glaubte Briand Daladier mit der Kabinettsbildung beauftragt. Oer Führer der Radikalen versucht eine Linksregierung unter Einschluß der Sozialisten zustande zu bringen. — Oie Möglichkeit eines Kabinetts Paul-Boncour. Paris, 25.Ott. (2DB.) Der Vorsitzende der Radikalen Partei, D a l a d i e r, hatte mit dem Präsidenten der Republik Doummergue eine Unterredung, die von 11 40 bis 12.30 Uhr dauerte. Beim verlassen des Elysees erklärte Daladier: „Der Staatschef hat mich beauftragt, das neue Kabinett zu bilden. Ich habe ihn gebeten, mich mit meinen politischen Freunden beraten zu dürfen. Ich werde ihm morgen nachmittag 3 Uhr die Antwort überbringen." Daladier teilte weiter mit, daß er heute nachmittag nach Reims, wo der Radikale Parteitag tagt, zurückreifen werde und noch nicht wisse, ob er heute abend wieder in Paris fein könne. Wie havas berichtet, soll Daladier vor seiner Abreise nach Reims Briand besucht und ihn gefragt haben, ob er eventuell bei der Bildung der Regierung aus ihn rechnen könne. Briand soll sich eine Antwort vorbehalten haben, aber doch durchblicken lassen, daß es im Interesse der geplanten Koalition vielleicht angebracht wäre, wenn das Außenministerium einem anderen Politiker anvertraut werden würde. Die Senatoren und Abgeordneten der Radikalen Partei und der Vorstand des Exekutiv- ausschusses hielten heute abend eine Versammlung ab, in der beschlossen wurde, Daladier zu ersuchen, den Auftrag zur Kabinettsbildung anzuneh - men. Daladier wurde außerdem beauftragt, den So ; ialisten anzubieten, in das neue Kabinett einzutreten. Wie der „QHatin" berichtet, soll in der Sitzung der Radikalen Parlamentarier und Mitglieder des Parteivorstandes der Abgeordnete B e r g r h wieder für eine Verständigung mit den Sozialisten eingetreten sein. Daladier habe erwidert, daß er die sozialistische Partei schriftlich aussordern werde, in das Kabinett einzutreten. Für den Fall einer Ablehnung der Sozialisten habe Daladier die Rückkehr zur Opposition vorgefch^agen. Daladier habe sich auf die Aeußerung beschränkt, daß er Sonntag die Radikale Fraktion über die Lage unterrichten werde. Hieraus sei ihm Vollmacht erteilt worden. „M a t i n“ glaubt, daß d i e Möglichkeit eines Ministeriums Paul-Voncour, also eines Ministeriums unter sozialisti- s ch e r Leitung, wieder aufkomme, zumal bekannte Mitglieder der Radikalen Partei schon bestimmte Angebote erhalten haben wollen. Der radikale Abgeordnete Chautemps erklärte einem Vertreter des „Oeuvre" gegenüber: Wir wünschen, daß die Sozialisten dieses Mal sich bereiterklären, mit uns die Verantwortung für die Regierung zu übernehmen und deren Lasten zu teilen. Da wir der Ansicht sind, daß eine Veteiligung der Sozialisten an einem radikalen Kabinett unerläßlich ist, ist es nur logisch, daß wir die ‘Beteiligung derRadikalen an einem sozialistischen Ministerium für unerläßlich halten. Wenn Daladier aus irgendeinem Grunde gezwungen wäre, auf seine Mission zu verzichten, dann kann Paul-Don - c o u r, wenn er von dem Präsidenten der Repu- der ihm unbequemen Stellungnahme, die man ihm von links wie von rechts aufzwingen wollte, aus dem Wege gehen zu können. Wenn ihm dies die Mehrheit der Kammer durch ihre Abstimmung vom Dienstagabend nicht erlaubte, so bedeutet der Sturz des Kabinetts Briand keineswegs eine Absage für den Außenminister Briand. Briands Niederlage ist nur ein Beweis mehr dafür, daß man mit einem nach rein innerpolitischen Bedürfnissen zusammengesetzten Kabinett aus die Dauer keine Außenpolitik machen kann, die der grundsätzlichen Auffassung einer der Regierungsparteien zuwidcr- läuft. Aber so buntscheckig wie das gestürzte Kabinett ist auch die Mehrheit, der es seinen Sturz verdankt. Daraus ergeben sich eben die außerordentlichen Schwierigkeiten, diese Regierungskrisis mit der Bildung eines Kabinetts zu beenden, das nicht nur eine Verlegenheitslösung ist, sondern die außenpolitischen Verhandlungen durch eine festgefügte Mehrheit autorisiert zu Ende zu führen vermag. An sich wäre eine solche Mehrheit wohl vorhanden. Von den Sozialisten angefangen, über die Radikalen — die stärkste Partei im Parlament — bis weit in die Mitte zur Gruppe Loucheur hin wären alle Parteien wohl bereit, Briands Verständigungspolitik mitzumachen. Aber jede dieser maßgeblichen Gruppen tritt an die Regierungsbildung mit so bestimmt formulierten Voraussetzungen heran, daß ein Kompromiß mit den Wünschen der Rachbarparteien fast undenkbar erscheint. Da die Führung bei dem Angriff aus das Kabinett Driand bei den Radikalen lag, dem Kem der bürgerlichen Linken, da diese noch dazu ihr Votum gegen Driand mit der Wahrung der Rechte des Parlaments begründet hatten, so lag es nahe, daß nach parlamentarischem Brauch der Präsident der Republik den Führer der Radikalen mit der Bildung des neuen Kabinetts beauftragte. Wie weit es Daladier gelungen ist, die ihm gestellte Ausgabe zu lösen, ist in dem Augenblick, wo diese Zellen in Druck gehen, noch nicht beblik berufen würde, das Ministerium zu bilden, versichert fein, bei uns Beistand zu finden. „Petit P a r i s i e n" beurteilt die Lage wie folgt: Die Krise wird in ihre entscheidende Phase am Montagvormittag eintreten. Denn erst wenn Daladier der s o z i a l i st i s ch e n Mitarbeit sicher ist, wird es möglich sein, das bevorstehende Ende der Krise abzusehen. Wenn dagegen die Antwort der Sozialistischen Partei, die jedermann heute erwartet, negativ aussällt, dann wird Daladier versuchen können, ein Linksministerium ohne Sozialisten zustande zu bringen. Die Außenpolitik der Radikalen. Reims, 25.Oft. (WB.) Der Parteitag der Radikalen hat sich zunächst mit der elfaß - lothringischen Frage besaßt. Mehrere Redner brachten ihre Besriedigung über die Niederlage des Abbe Haegy bei der Ersatzwahl in Kolmar zum Ausdruck. Daraus wurde einstimmig eine Tagesordnung angenommen, in der die Einführung desfranzösischenRechtsinElsah-Loth- ringen gefordert wird. Herriot erklärte in diesem Zusammenhang: Wir werden uns dafür einsetzen, daß die völlige Anpassung von Elsaß-Lvthringen an die Republik beschleunigt wird, zumal in Elsaß-Lvthringen die Marseillaise entstanden ist. Der Kongreß trat dann in die Aussprache über die Außenpolitik ein und nahm einen Bericht über die Internationale Zahlung s b a n t entgegen, in dem erklärt wird, daß die Radikalen eine Kontrolle über ihre Tätigkeit wünschten. Es sei bedauerlich, daß zwei aus- ländische Vertreter, darunter ein sozialistischer Mi- nifter, den Standpunkt der Radikalen nicht teilen. — Montigny erklärte, die Regierung fei gestürzt worden, weil sich die Kammer der Rechtsregierung entledigen wollte. Montigny verwahrte sich gegen die Behauptung, daß er mit Hilse Mandels und Marins den Sturz Briands vorbereitet habe. Man könne nicht von einem Mord, sondern nur von einem Selb st mord sprechen. Briand habe Früchte geerntet, weil die Saat vorher von Herriot und Caillaux gelegt worden fei, die Briand deshalb zu Märtyrern gemacht habe. Bei diesen Worten brachte die Versammlung Herriot und Caillaux eine große Ovation dar. Der Parteitag nahm dann einstimmig eine Entschließung an, in der es heißt: Die Radikale Partei beteuert ihre Treue zum Völkerbund und zum Genfer Protokoll von 1924 Bis zur Inkraftsetzung dieses Protokolls muß der Friede in Europa garantiert werden durch die Aufrechterhaltung einer freund- s ch a f 11 i ch e n E n t e n t e m i t G r o h br i t a n- n i e n und durch die deutsch-französisch« Annäherung. Die Radikale Partei billigt den Plan einer Hundes staatlichen Organisierung der Staaten Europas. I Sie beteuert ihre Entschlossenheit, die Liqui- | dierung der Rachkriegsprobleme zu verfolgen« Repmaüonsverhandlmgen mit Amerika. Direkte Reparationszahlungen an die Vereinigten Staaten unter Ausschluß der Internationalen Zahlungsbank. London, 26. Ott. (WTB. Juntfprud).) Wie , die „Times" aus Washington berichtet, hatte das Staatsdepartement vorläufig nicht die Absicht, die Tatsache bekanntzugeben, daß in Berlin Verhandlungen über die Zahlungen im Gange sind, die von Deutschland den vereinigten Staaten geschuldet werden, und daß in angemessener Zeit ein Vertrag unterzeichnet werden wird. Wan erklärte Staatssekretär S t i tn- s o n gestern, daß es sich bei diesen Verhandlungen um die Durchführung des versprechens handele, das gemacht wurde, als der Sachoer st ändi- genausschuß in Paris die Reparationsfrage erörterte. Die amerikanische Regierung sei damals der Ansicht gewesen, daß sie entsprechende Zugeständnisse zu machen bereit sei, wie die anderen Gläubiger Deutschlands. Ein Vertragsentwurf fei noch nicht in seinem Besitz, er wolle daher darüber lediglich sagen, daß er Vorsorge für die endgültige Liquidierung der privaten Forderungen und Kriegskosten treffen würde, die zusammen die deutsche Schuld an die vereinigten Staaten bildet. Aus demselben Grunde wolle er auch nicht die mögliche Rückwirkung eine» solchen Vertrages auf den Poungplan erörtern. Der Korrespondent der „Times" bemerkt: hinter den Verhandlungen über den Vertrag steckt sicher mehr als aus Stimsons vorsichtigen Anspielungen geschlossen werden kann. Die amerikanische Regierung hat auf Grund des in Paris unterzeichneten Abkommens Gebrauch von dem System des Dawesplanes gemacht. Es ist keineswegs sicher, daß sie das System des poungplanes anwenden wird. Sie scheint nicht der Ansicht zu sein, daß eine Beteiligung am Funktionieren der Internationalen Zahlungsbank notwendigerweise im amerikanischen Interesse läge. Ein deutsch-amerikanischer Modus Operandi soll geschaffen werden, der von jeder Verbindung mit dem Poungplan und feinet Internationalen Bank frei ist. Der Vertrag werde die Zustimmung beider Häuser des Kongresses benötigen. „worning Post" bemerkt: Die deutsch-amerikanischen Verhandlungen kündigen anscheinend die Zahlung der deutschen Reparationen unmittelbar an Amerika, außerhalb des Poungplanes und ohne Verwendung der neuen Internationalen Bant, an. tonnt. Das erste Hemmnis, die Gegensätze im eigenen Lager, scheint auf dem Parteitag in Reims überwunden. Man hörte nichts mehr von den Leuten, die einem Anschluß an die Mitte, einem Paktieren mit dem nationalen Block das Wort redeten. „Die Linksparteien, die die Regierung stürzten, müssen sich einigen, um die Regierung zu bilden", erElärte der Vorsitzende Daladier, der seinerzeit seinen Parteigenossen Herriot zum Austritt aus dem Konzentrationskabinett Poincares gezwungen hatte. Auch die Entschließung des Parteitages lehnt durchaus eindeutig jede Beteiligung an einer Regierungskombination ab, „die von der Rechten oder ihren Verbündeten geleitet oder unterstützt wird", er* klärt sich aber zur Mitwirkung an einer Linksregierung bereit. Gegen eine Wiederholung des Kartells, also einer Koalition der bürgerlichen Linken, wie sie Herriot 1924 bei den Verhandlungen über den Dawesplan zur Verfügung stund, machen sich bei den Radikalen gewichtige Bedenken geltend. Man wünscht eine sichere Mehrheit und möchte auch die Sozialisten mit der Regierungsverantwortung belasten. Diese sind grundsätzlich zur llebemahme der Regierung bereit, aber sie wollen in dem neuen Kabinett die Führung haben. Ob die Radikalen als stärkste Partei der Linken auf den Ministerpräsidenten verzichten werden, ist doch sehr fraglich, zweifelhaft auch, ob die Sozialisten mit der Industrieinteressen vertretenden Gruppe Loucheur Zusammenarbeiten wollen, auf deren Mitwirkung die bürgerliche Linke kaum wird verzichten wollen. Es bleiben also trotz des erfreulich klaren Entschlusses des Radikalen Parteitags noch Fragen genug offen, die eine schnelle Beilegung der Regierungskrisis kaum wahrscheinlich machen. Daß diese Situation in Frankreich auf die ohnehin kaum vorwärtskommenden Kommis- sionsverhandlungen der Haager Konferenz nicht gerade anseuernd wirken wird, braucht keiner besonderen Betommg. Ob man in Paris die Regierungskrisis zum Vorwand nehmen wird, die auf den 28. Oktober festgesetzten Saarverhandlungen erneut hinauszuschleppen, ist noch nicht bekannt geworden. Ein triftiger Grund könnte dafür nicht beigebracht werden, nachdem man uns die Zusammenstellung der französischen Verhandlungsdelegation, um derenwlllen die Verhandlungen schon einmal vertagt waren, zur Kenntnis gebracht hat. Don der Arbeit der anderen Kommissionen hört man so gut wie nichts, und wenn einmal, dann höchst Unerfreuliches. Auf eine deutsche Anregung hin muhte der Vorsitzende der Haager Konferenz, der belgische Ministerpräsident Iaspar, kürzlich erst den verschiedenen Ausschüssen die Hölle heiß machen, aber ob die Schluhkonferenz Ende Ro- vember, wie man jetzt hofft, wieder wird zu* fammentreten können, ist noch durchaus fraglich. Don dem in Baden-Baden tagenden Organisationsausschuß für die Bank für den internationalen Zahlungsausgleich werden zwar laufend kurze Mittellungen herausgegeben, die aber sich im wesentlichen auf den äußeren Gang der Verhandlungen beschränken. Ob es in ihm gelingen wird, Deutschlands Rechte, wie sie im Voung-Plan nur in groben Zügen Umrissen sind, genau zu präzisieren und namentlich die für uns wichtigen Fragen des Transferaufschubs, des Zahlungsaufschubs und der Revision in einem für Deutschland günstigen Sinne zu klären, ist heute noch nicht zu übersehen. Für die Haager Schluhkonferenz, für Annahme oder Ablehnung des Voung-Plans werden die Ergebnisse der Kommissionsverhandlungen, namentlich soweit sie die Gestaltung der Internationalen Dank betreffen, wesentlich mitsprechen. Hoffen wir, dah die Pariser RegierungskrisiS auf die Verhandlungen ohne ungünstige Einwirkung bleibt. V‘>>> uni) zwar unter Zugrundelegung der Haager Ab- lommen und des Vcungplanes. Diese notwendigen Regelungen ebenso wie die vorbehaltlose Zustimmung zur allgemeinen obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit und die Herabsetzung der Rüstungen können nur durch die Einigung der Linksparteien innerhalb der Regierung gewährleistet werden. DiefranzösischenRaiionalisten TerNationalausschutz gegen dieNhcinland- räumnng fordert unerbittlicheDurchführung des Versailler Diktats. Paris, 25. Okt. (WTB.) Der unter dem Dorsitz des Generals Morbacq stehende Rationalausschuh gegen d i e Rheinlandräumung und gegen den Verzicht auf das Saargebiet hat dem Präsidenten der Republik eine Eingabe überreicht, in der es heißt: „Es ist unzulässig, daß die natürliche, durch den Rhein gebildete Verteidigungslinie geräumt wird, während weder für den Schutz der Grenze, noch für die logische Reorganisierung des französischen Heeres etwas geschehen ist. Durch die aufeinander folgenden Schuldennachlässe sind die Schuldverpflichtungen Deutschlands auf eine lächerliche Summe herabgesetzt worden, wodurch den sowieso von Steuern nahezu erdrückten französischen Steuerzahlern die Lasten aufgebürdet werden, die gerechterweise den deutschen Steuerzahlerna l s den verantwortlichen Urhebern des Unglücks aufgebürdet werden mühten. Cs ist unmöglich, den Verzicht auf das Saargebiet zuzulassen. Die Saarbergwerke sind Frankreich als Wiedergutmachung für d i e systema - tische Zerstörungunserer Bergwerke und Fabriken in Rordfrankreich übergeben worden. Das Saargebiet bildet für die französische Produktion einen nötigen Absatzmarkt. Deshalb fordert der Rationalaus- schuh den Präsidenten der Republik auf, nur eine Regierung zuzulassen, die entschlossen ist, d i e geheiligten Rechte Frankreichs zu wahren und unerbittlich den Friedensvertrag von Versailles auszu- sühren. Wenn die Bemühungen des Präsidenten der Republik erfolglos sein sollten, fordert General Mardocq die Auflösung der Kammer und einen Appell an das Land. Minister Leuschner zur Lage. Beamte und Volksbegehr.-Polizei und Versammlungsschutz. Darmstadt, 25. Okt. Wie amtlich mitgeteilt wird, machte bei der Provinzial- und Kreisdirektoren-Konferenz im hessischen Innenministerium der hessische Innenminister Leuschner längere Ausführungen über die politische Lage. Er teile die Auffassung der Reichs- und preußischen Staatsregierung, daß es sich mit dem besonderen Treueverhältnis, in dem der Beamte zu Volk, Staat und Regierung zu stehen habe, nicht vereinbaren lasse, wenn ein Beamter sich öffentlich zu der Auffassung bekenne, daß Reichsminister als Landesverräter mit Zuchthaus zu bestrafen feien, die sich in Übereinstimmung mit der großen Mehrheit des deutschen Volkes und mit allen ihren Kräften für die Verbesserung der Lage Deutschlands einsetzten. Er sei bereit und entschlossen, für die Beamten seines Geschäftsbereiches d i e notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Besondere Aufmerksamkeit verdiene die Versammlungstätigkeit gewisser rechtsradikaler Kreise, deren Reigung, Politik mit Dolch und Revolver zu machen, die obersten Polizeibeamten vor schwierige Situationen stellt. Obwohl durch den Wegfall des Republikschuh- gesehes der Polizei eine wichtige Waffe im Kampf _ gegen politisches Rowdytum genommen sei, müsse unter allen Umständen für d i e Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung gesorgt werden. Namentlich den Ungesetzlichkeiten der Rationalsozialisten müsse überall mit Entschiedenheit entgegengetreten werden, damit sie nicht zu einer ständigen Bedrohung der öffentlichen Sicherheit werden. Seiner Anordnung auf die Durchsuchung nach Waffen fei in diesem Zusammenhang besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn auch infolge des scharfen Zugreifens in Hessen heute nicht mehr in dem Maße Waffen gefunden würden wie früher, so habe sich doch in der letzten Zeit ergeben, daß besonders Angehörige der Rational- sozialistischen Partei — auch wenn sie nicht uniformiert sind — immer wieder mit Waffen erscheinen und auch entschlossen seien, von diesen Waffen jederzeit Gebrauch zu machen. Um diesem Unwesen entgegenzutreten, halte er eine Untersuchung überall da für erforderlich, wo der Verdacht der Bewaffnung besteht, besonders wenn Zusammenstöße mit politisch Andersdenkenden zu befürchten seien. Es sei selbstverständlich, daß die Versammlungsfreiheit nach allen Seiten hin zu schützen sei, solange sich die Versammlung in den Grenzen der Gesetze hält. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 25. Okt. (Wolff.) Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags befaßte sich zunächst mit einer Eingabe des Hessischen Hebammenverbandes auf Befreiung von der Gewerbesteuer. Die Regierung erklärte, das Lan- desfinanzgeseh habe entschieden, daß der Bern der Heilgehilfen und Hebammen als Gewer b e gilt, die Hebammen würden daher mit Recht zu der Gewerbesteuer herangezogen. Uebrigens sei der größte Teil der Hebammen selbst gewerbesteuerfrei, insoweit sie weniger als 500 Mk. Betriebskapital besitzen und ein Einkommen von weniger als 1200 Mark haben. Die Eingabe wird daher durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt. Auf eine Eingabe Heckmann-Eberbach auf Herabsetzung der Steuerwerke bei der Grundsteuer, die für erledigt erklärt wird, wird die Regierung von mehreren Ausschuhmitgliedern ersucht, bei starkem Mißverhältnis zwischen der früheren und der heutigen Steuerbewertung durch die Finanzämter im Einzelfalle Rücksicht walten zu lassen. Der Ausschuß behandelte dann noch zwei Regierungsvorlagen, betreffend die Reueinrichtung des Lehrstuhls für Elektrotechnik II an der Technischen Hochschule zu Darmstadt, und betreffend die Bewilligung von Berusungsforderungen bei Besetzung des durch die Emeritierung von Prof. Dr. Elbs frei gewordenen Lehrstuhls für Chemie an der Universität Gießen. Beide Vorlagen wurden zurückgestellt, da sich die Fraktionen darüber erst noch einmal schlüssig werden wollen. Oie Haltung Oer kleinen Parteien. Paris, 25. Oft. (WD.) Mehrere Parteien haben im Laufe des Rachmittags zu der Frage der Kabinettsbildung Stellung genommen. Die radikale Gruppe (Loucheur) mit 54 Abgeordneten hat sich einstimmig bereit erklärt, mit den anderen Linksparteien wegen Beteiligung an der Regierung Fühlung zu nehmen. — Die sozialistischen Republikaner (Gruppe Chabrun) mit 12 Mitgliedern erklären in einer Entschließung, daß sie für die Einigung der Linksparteien seien und nur eine Regierung unterstützen würden, die diese Formel verwirkliche. Dagegen hat die Fraktion Maginot mit 29 Mitgliedern, ohne dies allerdings in einer Entschließung festzulegen, erklärt, daß sie gegen die Bildung einer Regierung der reinen Linksparteien fei. Schutz dem Grenzlanddeutschtum. EinProgrammfürdieLaarverhandlungen Düsseldorf, 25. Okt. (WD.) In einer vom Memellandbund, dem Verein der San» 3 i g e r , dem Verein Heimattreuer Oberschle- ficr, dem Verein Heimattreuer Ost- und West Preußen, dem Saarverein und dem Sudetendeutschen Heimatbund veranstalteten Kundgebung für das Grenzlanddeutschtum wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in per es heißt: Zweitausend zu einet Kundgebung für die Rot des Grenzlanddeutsch- tums in Düsseldorf versammelte deutsche Männer und Frauen erwarten von dem deutschen Volk und der deutschen Regierung, daß sie die Bevölkerung der Grenzgebiete in ihrer schweren Tat um die Erhaltung ihres Volkstums tatkräftig unterstützen. Sie fordern energisches Eingreifen für die R ü ck g a b e aller durch die Friedensdiktate verlorengegangener unstreitig deutschen Gebiete, besonders die Beseitigung des widersinnigen polNische n K o r r i d or s im deutschen Westpreußen uni) bis zur Erreichung dieser Ziele eine wirtschaftliche und kulturelle Stützung der deutschen Volksgenossen in den abgetretenen Gebieten. Sie verlangen insbesondere, daß bei den bevorstehenden Saarverhandlungen die deutschen Unterhändler ein treten für eine bedingungslose Rü ck gliederung des ganzen 6 a argebiets entsprechend dem einmütigen Wcklen der Bevölkerung, für die Rückkehr sämtlicherSaargruben in den ungeschmälerten deutschen Staatsbesitz und für die allmähliche Zurückführung des Gebiets in das deutsche Zollgebiet. Sie erwarten, daß, falls wese Forderungen nicht durch gesetzt werden können, die deutschen Vertreter einer f Df artigen Lösung dieser Fragen, die dem deutschen 43011 und besonders dec Bevölkerung des Saar- gebiets neue dauernde Opfer auferlegen würde Hre Zustimmung versagenund die endgültige Regelung bis zur Abstimmung im Iahte 1935 verschieben. Verschiebung -er Abreise der deutschen Saardelegation. Berlin. 25. Ott (Privat.) Angesichts der u ixgc 11a r te n inne rt> oIi t if d> en Lage 1 n o t ankreich haben die deutschen Delegierten. die morgen abend zu den Verhandlungen über ue Saarfrage abreisen wollten, ihre Abreise vorläufig verschoben. Oie Räumung von Aachen. Aachen, 25. Okt. (WB.) Wie von unterrichteter Stelle verlautet, wird Aachen am 3 0. November von der Besatzung geräumt sein. Als letzter belgischer Soldat wird dec kommandierende General der belgischen Besatzungstruppen, General Pou - leur, Aachen verlassen. Die Räumung setzt mit dem 10. November ein. Ein Teil der Offiziersquar- tiere Ist schon geräumt worden. Die Offiziere werden bis zur endgültigen Rnimung im Hotel unter« gebracht. Förderung derErniebewsgung Anträge der Grünen Front. Berlin, 26. Oft. (Priv.-Tel.) Die Reichstagsfraktionen der Deutschnationalen Volkspartei, der De utschen Bauernpartei und der Christlich-nationalen Bauern» und Landvolkpartei haben gestern vier Anträge mit Begründung im Reichstag eingebracht, in denen unter anderem folgende Forderungen aufgestellt werden: Zur Förderung be8 Exports, zur Aufspeicherung und zur Verbilligung des für Futter- und Brennzvecke bestimmten inländischen Roggens für die Getreideernte 1929 sollen in den Etats des Reichsernährungsministeriums 2 0 Millionen Mark eingestellt werden. Für den gleichen Zweck soll in den folgenden vier Ctatsjahren ein Betrag von je 20 Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden. — Die im Gesetz über die Feststellung des Reichshaushaltsplanes zur Förderung der Bewegung öer Getreideernte für die erste Hälfte des Ecnte- jahres 1929 bis 1930 vorgesehene Summe von 3750000 Mark soll sofort in vollem Um- ange zur Verfügung gefteHt, sowie die Zinsen des der Deutschen Getreidehandelsgesell- Haft vom Reich zar Verfügung gestellten Kapitalkredits erlafjen werden. — Ferner sollen Sur Förderung des Kartoffelab- sahes und der Kartoffelverwertung 7 Millionen Mark und für den gleichen Zweck in ben folgenden vier Etatsjahren ein Betrag von je 7 Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden. — Der Zoll auf Malz, mit Ausnahme des gebrannten und gemahlenen, wird auf 15 Mark für einen Doppelzentner festgesetzt. Reform der Krankenversicherung. Berlin, 26. Oft. Im Reichsarbeitsmi- nifterium wird demnächst eine Besprechung über den Ausbau der Krankenversicherung statt- inben. Es soll geprüft werden, inwieweit der Kreis der Versicherten und ba3 Au S- mab ber Leistungen den sozialen Bedürfnissen besser angepaht werden können. Insbe- onberc soll der F a m i l i e n s ch u tz der Krankenversicherung durch verschiedene Maßnahmen (Krankenhilfe für Familienangehörige, Familienzulagen zum Kranken- und Hausgeld) verbes- e r t werden. Der zweite Teil der Erörterungen wird sich mit dem Aufbau der Krankender- icherung befassen. Cs ist geplant, für das ganze Reich einen Hauptausschuß für Kranken- Versicherung zu bilden, in dem die Wirtschaft- lidjen Vereinigungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die Verbände der Krankenkassen, die Aerzteverbände und die So- ßiate Medizin vertreten sind. Dieser Haupt- ausschuß soll für die Durchführung der Krankenversicherung Richtlinien aufstellen. Das Brüsseler Attentat. Der Kronprinz von Italien verläßt Brüssel. Brüssel, 25. Oft. (WTB.) Der italienische Kronprinz Umberto bat heute abend 6.38 Uhr Brüssel verlassen. Die Mitglieder der königlichen Familie, die Minister und zahl- reiche andere hohe Persönlichkeiten waren am Bahnhof anwesend. Strenge polizeiliche Maßregeln waren getroffen worden. Die spalierbildenden Schulkinder und die Menschen- menge begrüßten den Kronprinzen und die königliche Familie mit stürmischen Deifallskundgebun- gen. Der unter dem Verdacht der Beteiligung an Dem Qlttentct bereits zum zweitenmal verhaftete Italiener Pasquali ist wieder in Frei- b c 11 gefegt worden. Wie erinnerlich, hat j3adquali der sich unter der Zuschauermenge birett neben be Rosa befand, den Versuch ge- kestzuhalfen, ist habet in den Erdacht geraten, ein Komplize de Rosas du sein und festgenommen worden. Kurz nach Aufklärung des Mißverständnisses und seiner Freilassung erfolgte seine erneute Festnahme da Augenzeugin des Attentats behauptete ' ein Individuum in der Menge habe be Rosa Zei - Ocn gemacht. Heute ist nun diese Zeugin I Pasquali gegenübergestellt worden, hat ihn aber nicht wiebererkannt. Eine gegenrevolutionäre Organisation im Kaukasus. Moskau, 25. Oft. (Telegraphenagentur der Sowjetunion.) Die staatliche politische Verwaltung hat im Rordkaukasus eine große inonar - ch i stische Organisation entdeckt, die ihre Ziele unter der Maske einer religio» f e n Sekte versteckte.' Die Organisation bereitete einen bewaffneten Aufstand gegen bie Sowjetmacht vor unb wirkte den Regierungsmaßnahmen aktiv entgegen. Sie vereinigte die ileberrefte Weißgardistischer Banden unb besaß eine geheime Zentralstelle, R a t der Zwölf genannt, die sich in einem einsamen Dorf im Bezirke Sotschi an dem zentralen kaukasischen Gebirgszug befand, sowie ein Retz von Zweig» stellen im nordkaukasischen Gebiet. Die Führer ber Organisation, bie Brüder Gregoro- to i t s ch, die in der Zarenarmee den Rang eines Obersten bzw. eines Stabsrittmeisters bekleidet hatten, sowie die Mitglieder des Rates der Zwölf wurden zum Tode verurteilt, die übrigen Teilnehmer zur Internierung in einem Konzentrationslager auf fünf bis zehn Iahre. Die Todesurteile sind bereits boll ft red t. Anklage gegen Woldemaras? Berlin, 26. Oft. Wie die „Dossische Zei- tung“ aus Kowno meldet, erwägt bie neue litauische Regierung 2 übet iS, gegen den ehemaligen Diktator Woldemaras Ankla ge wegen Verschleuderung von Regierungsgelbern zu erheben. Woldemaras soll kurz vor seinem Sturz aus dem Disposi- ti o nsfonbs von zwei Millionen, der dem Ministerpräsidenten zusteht, einen großen Betrag abgehoben haben, ohne Rech- numj über bie Verwendung vorzulegen. Wol- bemacas soll vor feinem Sturz einen nicht un- bebeutenben Betrag an den ihm politisch nahestehenden „Eisernen Wolf" gegeben haben. Der frühere Ministerpräsident wurde in einer Satzung des neuen Ministeriums zu der Angelegenheit vernommen. Seine Rechtfertigung scheint aber keinen günstigen Eindruck gemocht zu haben. Aus aller Welt. Fürst Bülows Befinden. Das Befinden des Fürsten Bukow ist unverändert. Fürst Bülow ist wieder soweit bei Bewußtsein, daß er seine Umgebung klar ernennt und jede Person nach seiner Rationalität, deutsch ober italienisch, anredete. An seinem Krankenlager weilen augenblicklich Frau General v. Bülow, die Witwe des ältesten Bruders des Fürsten, ferner Gräfin Waldersee geborene v. Bülow, eine Richte des Fürsten sowie ein Reffe des Fürsten, der an der deutschen Botschaft in Rom beschäftigt ist. 42. verbandslag des Deutschen Postverbandes. Der Deutsche Postoerband hatte in Berlin seinen 42. Berbandstag. In der Vollversammlung hielt der Erste Verbandsvorsitzende, Oberpostinspektor Schneider-Berlin, einen Vortrag über „Verbandspolitik und Deutsche Reichspost", worin er Darauf hinwies, daß durch die sog. Beamtenwirtschafts« Unternehmungen die Beamtenschaft wohl kaum einen Vorteil durch wesentlich billigere Preise oder durch Waren besserer Qualität gehabt, sich aber zweifellos dadurch bie Gegnerschaft weite r Kreise zugezogen hätte. Am zweiten Verhandlungstage wurde von Reichsminister a. D. von Raumer ein Vortrag gehalten über „Wirtschaft und Berufsbeamtentum". Die Wirtschaft könne sich bei der Frage, ob das Berufsbeamtentum notwendig sei, nicht so sehr von materiellen Gesichtspunk« ten leiten lassen, für sie sei vielmehr bei weitem die Hauptsache die Rechtssicherheit, Unbestechlichkeit, Sachkunde, schnelle Erledigung der Funktionen in Den Staatsverwaltungen. Die Wirtschaft müsse sicher Disponieren können, das sei Die GrunDlage jeDes sicheren Arbeitens für sie. Daher müsse Die Wirt- schäft sich für Die volle Aufrechterhak'* tung des Berufsbeamtentums aussprechen. Hinzu käme, daß gerade in Der Demokratie das Berufsbeamtentum weit nötiger sei als in Der Monarchie: Denn in Der Demokratie fei Das Berufsbeamtentum Der ruhenDe Pol in Der Erscheinungen Flucht. WürDe man statt Der Beamten Angestellte beschäftigen, so würDe man ihnen Das Streik- recht, Das Die Beamten nicht hätten, nicht versagen können. Bei einem Streik aber z. B. Der Verkehrs« betriebe, also auch Der Post, würDe Der gesamte Verkehr still liegen, woraus Der Wirtschaft ungeheuerer Schaben erwachsen könne. Man müsse aber auch erwarten. Daß Die Berufsbeamten Der Wirtschaft, Dem ehrbaren Kaufmann VerstänDnis entgegenbrächten. Die Berufsbcamten könnten nicht bestehen ohne eine gesunDe Wirtschaft, aber anDerer- seits könnte eine gesunDe Wirtschaft nur entstehen und sich entwickeln auf Der GrunDlage eines gesicherten, reDlichen Berufsbeamtentums. — Es rour- Den Entschließungen angenommen, in denen Beseitigung von Härten für die obere Postbeamtenschaft gefordert wurde. Zum 1. Vorsitzenden wurde Oberpostinspektor Schneider (Berlin) roieDcrge- wählt, zum zweiten und Dritten Vorsitzenden Ober- telegraphensekretär Haß (Berlin) unD Postamtmann' Looß (Berlin). Sie Ursache des Eisenbahnunglücks bei Reichelsdorf. Die Reichsbahnverwaltung teilt mit: Die Auf- räurnun'gsarbeiten bei Reichelsborf sink) soweit fortgeschritten, baß bas Gleis München—Nürnberg bereits wieder befahren wirb. Doppelgleisiger Betrieb wirb erst im Laufe bes morgigen Tages möglich fein, da bie Beseitigung ber Lokomotiven erhebliche Schwierigkeiten bereitet. Als Ursache des Unfalls ist zu bezeichnen Dor* schrif tswidrige Fahrbien st leitung unb Gebers ähren bes Haltezeigers bes Ausfahrtsignals durch ben O-Zug 39 ohne ausbrücklichen besonderen Befehl. Ob unb welches Maß von Verschulden Die beteiligten Bediensteten trifft, wirb bie bereits eingeleitete gerichtliche ülntersuchung ergeben. 30 Todesopfer der Pulverexplofion bei Vvulogna. Heber Die Pulverexplofion bei Boulogna werden furchtbare Einzelheiten gemeldet. Die erste Explosion ereignete sich in einem kleinen Trockenraum. Ihr folgte nach wenigen Minuten die zweite, bie katastrophale Ver - to üft ungen anrichtete. Mauern und Material wirbelten in Der Luft herum, während dichte Rauchwolken und haushohe Flammen emporstie- gen. Die Arbeiter flüchteten unter furchtbarem Geschrei mit brennenden Kleidern von der Hn- glücksstelle. Ungefähr 200 Meter von der Fabrik entfernt wurde die erste Leiche geborgen, bis zur LlNkenntlichkeit verstümmelt. 50 Meier von Dem Explosionsherd entfernt lag die Leiche eines Fi- '.lanzbeamten. Die traurige Bilanz Der Explosionskatastrophe ergibt 30 Tote und 15 Schwerverletzte. Die elf bisher Vermißten sind ums Leben gekommen. Bei Den Aufräumungsarbeiten fand man nur noch einzelne Glieder Der zerrissenen Körper. Berlin schließt zwei städtische Erholungsheime. Der Magistrat hat beschlossen. Die beiden städtischen Erholungsheime AIexisbad im Harz unb Hosterwitz bei Pillnitz mit Rücksicht auf bie geringe Inanspruchnahme durch bie städtischen Beamten unb Ange st eilten zu schließen. Der Betrieb in • Hosterwitz ist bereits am 10. Oktober eingestellt worden. Das Kurhaus I.lexisbad soll Ende Ia- nuar 1930 seine Pforten schließen. Beide Heime sollen möglichst bald verkauft werden. ©woiKtmos. O netter. DfdecKt. 9 woiKig. S oedecftl «Rtflert V Sehnte G Graupeln e He&el K Gtwilter,ß)uind$tilic«O-. sehr «icnter Osi .... 6 - .. .. dl o o *0erdeen. ° Genf- ‘ Nof| Hör. 0 - O ■Klient O Wren-Irs.- Jng» Oie Wetterlage. •70 7 freitaa 25.Oktob. 1929 7h abds Parts O q Trankt ^0 K L0- As dck Heuchel Für die Hin eowle füi r« Dörr hiermit öe-A oim Sl>Ä 30»'^ BÄ c ZfÄid" gleich zu Ass ang des E ,ehrzufr r Diese Tatsa bericht des £ Aitsschusses^ laus, unter sonders darge Nicolaus die Zusamm' auherordenl..' bringend JM* Messung de - fci für unser« Ml Änlehcn ein großer Ck sein könne uni Arbeit aller - Sodann beri Vorsitzenden u. -Tanidirektor । des §.nanzaus natürlich beim arbeit und ö einer Doransa von 35COO 2 Schluhrechnun Mark abzus-i nungen aber einen entspre könne der 2 mit rund Dieses durchs nicht nur dad Einnahmen im gesteigerten 1 erhöht hätten, znrückzusühren, tich sparsam g( anschlagssumm hätten. Das 5 allenthalben n men. Darauf bei nett für de heim für dl rich Voll sü Albrecht s machermeister Empsangsailö Musik- u. Ter jtl für ben ■ triebsoberinsve und ibeleuchtu wurden die 1 sahrungen zus> Archiv nieder ten hier eine richtung eine Cs ist ein Vereins, dah mell und es r'-chtung groi damit die J gen Autzon z: gemacht hat. der Eindruck, schätzen kann, vhne dieses gt der llnmög ich in denen eine Menschen d°lle hatte dc können ur 3cranfiQ[tunge .^ürgenneiste Mubanshrachi Ausschüssen hr @1 (2mo iurid), ftattir ^di^ des i günst öerfat Echli 1 Weit hRi-n der $ ®UsJprei t Bernor '9er hi i ?,rot»e de Po, rQt*c lei 6QÄln der «L-ZL .°rA?ürde 8sä;-?>5 MDZ d» «,*"« HSbeamtentumJ8 lnes fle« genommen wur, die obere »1^ ^um 1. !öorfiÄ0tQn'lt’'- ^bnunglürfi bei - oaltung teilt m-i i Reichels Auf. ®suSJE? fahren ivird »ÄttrSi feWffia,- i.‘“S‘SSi sSww: «M llnktfudmni "IWlPlofion M 3»ulogni &b!i ^°-»° ta. •Wil gemeldet. Die erste Mm einem kleinen wenigen Mi. mtastrophale 2er. M mauern und Material T, hemn, während dichte J.W Flammen empörst^ Ateten unter furchtbarem den Kleidern von der Un. 203 Meter von der Fabrik |k Leiche geborgen, bis zur nmelt. 50 Meier von dem nt lag die Leiche eines Fi. aurige Bilanz der Echlo. t 30 Tote und 15 Echwer« Her Bemihten find ums n. Bei den Aufrmunungs. nur noch einzelne Glieder er. städtische Erholungsheime, beschlossen, die beiden flädti. e Alexisbad im Harz i Pillnitz mit Rücksicht c Jnanfprudjnaljme fdjcn Beamten unb schließen. Der Betrieb rn am 10. Vitvber ern^rÄ i 'j.le^äbab \ott Ende Laten schlichen. Beide Heime >alb verlauft werden. Netterlaie. ■Wrtrti- 10 lUd5 „n p,e l-i’-e"" ' 0 . M • K °o’Mf ° 0 Qvd^ r-^ n w- if«i4 W W iB ^Voraussage- avDl ur '2lull^u^oerteilung rfe 2fe£ reiten Wölkenden^ ’>S L-'S-rr.» j Grad,a" Aus der Provinzialhauptstadt. Giehen, den 26. Oktober 1929. Oer Abschluß des Gießener Schützenfestes. Qün Donnerstagabend waren die Mitglieder des Geschäftsführenden 2lusschusses des großen Gießener Schützenfestes (30. Derbandssch'.eßen vom 6. bis 14. 3uli) im Schützenhaus zur Schlußsitzung versammelt, um das finanzielle Ergebnis der einwöchi- gen Veranstaltung festzustellen und Rückschau auf die gemeinsame Arbeit zu halten. Bürgermeister Dr. Seid als stellvertretender Vorsitzender des Festausschusses leitete, da der Vorsitzende, Oberbürgermeister Dr. Keller, durch anderweitige Verpflichtung in Anspruch genommen war, die Verhandlungen und stellte gleich zu Beginn fest, daß man mit dem Aus- gang des Festes nach jeder Richtung h in sehr zufrieden sein könne. Diese Tatsache wurde in dem anschließenden Bericht des Vorsitzenden des Geschäftsführenden Abschusses, Oberfchützenmeisier Architeit Rico- laus, unterstrichen und im einzelnen noch besonders dargeiegt. 3n diesem Bericht stellte Herr Ricolaus weiter mit Genugtuung fest, daß die Zusammenarbeit der einzelnen Ausschüsse außerordentlich harmonisch und überaus fruchtbringend war und daß man allenthalben in erfreulicher le se größte Sparsamkeit bei der Bemessung der Ausgaben bekundet habe. Das Fest jci für unsere Gießener Schühensache und für das Ansehen und den Ruf der Stadt Gießen ein großer Erfolg geworden, auf den man stolz sein könne und dec vor allem der hingebonden Arbeit aller Ausschußmitglieder zu danken sei. Sodann berichteten die einzelnen Ausschußvorfitzenden über die Arbeit ihrer Ausschüsse. Bantdirektor Griehbauer als Vorsitzender des Finanzausschusses gab den Bericht über den natürlich bedeutsamsten Teil der Organisationsarbeit und konnte dabei hervorheben, daß bei einer Voranschlagssuinme für das Fest in Höhe von 35 000 Mark es möglich gewesen sei, die Schlußrechnung mit einem Ueberschuß von 3621,59 Mark abzuschließen. Da einige kleinere Rechnungen aber noch aus stünden, müsse man noch einen entsprechenden Betrag absehen, immerhin könne der Rettoüberschuß des Festes mit rund 3500 Mark festgestellt werden. Dieses durchaus zufriedenstellende Ergebnis sei nicht nur dadurch erreicht worden, daß sich die Einnahmen im zweiten Teile der Festwoche durch gesteigerten Besuch bei günstigerer Witterung erhöht hätten, sondern es sei vor allem darauf zurückzuführen, daß die Ausschüsse außerordentlich sparsam gewesen seien und vielfach ihre Dor- anschlagssumme bei weitem nicht ausgegeben hätten. Das Ergebnis dieser Abrechnung wurde allenthalben mit großer Befriedigung ausgenommen. Darauf berichteten noch Stadtbaurat Trauert für den Bauausschuß, Dr. van Bentheim für den Presseausschuß, Kaufmann Heinrich Roll für den Echicßausschuß, Rechtsanwalt Albrecht für den Wirtschaftsausschuß, Düchscn- machcrmeister Sidorc für.den Wohnungs- und Empfangsausschuß, Kaufmann Münch für den Musik- u. Vergnügung, ausschuß, Stadtrat W e n- z e I für den Zug» und Ordnungsausschuß, De- triebsoberinsvcktor Dreyer für den Verkehrsund Beleuchtungsausschuh. 3n allen Berichten wurden die bei der Arbeit gesammelten Erfahrungen zusammengefaßt und schriftlich für das Archiv niedcrgelegt, damit auch für spätere Zeiten hier eine Fundgrube gegeben ist für die Herrichtung eines solchen Festes. Es ist ein besonderes Verdienst des Schühen- vereins, daß er dieses wertvolle Material sammelt und es auch anderen Vereinen für die Herrichtung großer Veransta'tungen überlassen will, damit die Dürgergcsamtheit aus den Erfahrungen Ruhen ziehen kann, die man bei diesem Feste gemacht hat. Allgemein war auch hier wieder der Eindruck, daß unsere Stadt sich glücklich schätzen kann, die Vvlkshalle_ zu besitzen, denn ohne dieses große Gebäude wäre es ja ein Ding der ilnmög ichleit, Veranstaltungen herzurichten, zu denen eine Festbesucherschast von Tausenden von Menschen znsa>" -enströmt. Ohne die Volks- Halle hätte das Schützenfest nicht hier stattfinden können und waren auch in Zukunft große Veranstaltungen unmöglich. Bürgermeister Dr. Selb sagte in seiner Schlußansprache allen Mitwirkenden in den Ausschüssen herzlichen Dank für ihre Tätigkeit, Wohlfahrisbriefmarken. Noch immer kämpfen Millionen deutscher Volksgenossen schwer um ihren Unterhalt. Die Erwerbslosigkeit steigert die Not ins Unerträgliche. Biele Angehörige des Mittelstandes — einstmals eine der stärksten Stützen des Staates — müssen aus öffentlichen Mitteln unterstützt werden. Die Zahl der Not- leidenden ist ungeheuer groß, und es werden in erster Linie Frauen und Kinder hart betroffen. Die oer- fügbaren öffentlichen Mittel reichen bei weitem nicht aus, die Not einigermaßen zu beheben. Auch die darniederliegende Wirtschaft kann wirksame Hilfe nicht leisten. Hier muß die Hilfe der Allgemeinheit einsetzen. Jeder, der noch Arbeit und Verdienst hak, muß beisteuern und mithelfen, die Not zu lindern. Im Deutschen Reiche findet zur Linderung materieller Notstände und um die Volkstümlichkeit der Wohlfahrtsbriefmarken zu erhöhen, in diesem Jahre mit dem Leitwort „Kräftigung derIugend" in der Zeit vom 1. November 1929 bis 15. Januar 1930 ein Wohlfahrtsbriefmarkenver- kauf statt. Die neuen Marken bringen die im Jahre 1925 begonnene Serie mehrfarbiger Wohlfahrtsbriefmarken mit den Wappen der deutschen Länder zum Abschluß. Die postalische Gültigkeit der Marken erlischt am 30. April 1930. Der Wohlfahrtsaufschlag der diesjährigen Wohlfahrtsbriefmarken ist auf vielfache Anregung und unter Berücksichtigung der ausländischen (Erfahrungen herabgesetzt worden, damit diese eine größere Verbreitung finden. Di e Aufschläge sind auf durchschnittlich 50 v. H. — ftatt w i e bisher 100 v. H. — des Fran- tirungsroertes bemessen worden. Zur Ausgabe gelangen eine: 5-Psennigmarke zum Verkaufspreise von 7 Pf., Wappen von Bremen; 8-Psennigmarke zum Verkaufspreise von 12 Pf., Wappen von Lippe; 15-Vsennigmarke zum Verkaufspreise von 20 Vf., Wappen von Lübeck: 25-Dfennigmarke zum Verkaufspreise von 35 Pf., Wappen von Mecklenburg-Strelitz; 50-Pfennigmarke zum Verkaufspreise von 90 Pf., Wappen von Schaumburg-Lippe. Der Absatz der Wohlfahrtsbriesmarken muß verdoppelt werden, damit der vorjährige Ertrag erzielt werden kann. Durch die Verbilligung der Marken wird sich der Verkauf hoffentlich wesentlich leichter gestalten, so daß trotz der Herabsetzung der Aufschläge Ertragssteigerungen erwartet werden können. Ferner wird wieder eine a.mtlidje Silbpoft- karte mit eingedruckter 8-Pfennigmarke zum Verkaufspreise von 12 Pfennig zur Ausgabe gebracht. Endlich werden Markenheftchen zum Preise von 1,50 RM., enthaltend sechs 5-, vier 8- und drei 15-Pfennigmarken, ausgegeben. Die Marken find im gesamten In- und Auslandverkehr an Stelle der gewöhnlichen Briefmarken gültig und außer an den Postschaltern auch beim Städtischen Wohlfahrtsamt in Gießen, Garten st raße 2, Zimmer N r. 8, erhältlich. Ihre Auflage ist beschränkt, etwaige Restbestände werden vernichtet werden. Von dem Abgabepreis fließt in erster Linie der Freimachungswert der Reichspost zu. Den Wohlfahrtsaufschlag erhält die Deutsche Winternothilfe mit dem Verwendungszweck 1929 „Kräftigung der Jugend". Von den beim Wohlfahrtsamt entnommenen Marken verbleiben 80 v. H. der Gießener Winternothilfe, 10 v. H. erhält der Landesausschuh, und 10 v. H. fließen dem Reichsausgleichsstock für besonders notleidende Gebiete zu. Wohlfahrtsbriefmarken müssen volkstümlich werden. Jeder kann eine kleine Anzahl Wohlfahrtsbriesmarken kaufen. Firmen können einige Tage lang Gcschäftspost mit Wohlfahrtsbriefmarken fran- fieren. Für die Weihnachts-, Neujahrs- und öfter- post verwende man nur Wohlfahrtsbriefmarken, und man bediene sich der Vermittlung des Wohlfahrtsamtes, da nur dann der entsprechende Anteil der Gießener W i n t e r n o t h i l f e zugute kommt! durch die sie der Stadt Gießen einen wertvollen Dienst erwiesen hätten. Denn dieses Fest sei nicht nur eine ideelle Bereicherung der Schützensache und ein bleibendes Verdienst des Schühenvereins, sondern auch ein großer Vorteil für unsere Stadt und ihr Wirtschastsleben gewesen. Als Ausdruck des Dankes an den um dieses Feh ganz besonders verdienten Vorsitzenden des Schützenvereins, Architekt R icolaus, brachte Bürgermeister Dr. Seib einen Zu- trunt an Herrn Ricolaus aus, dem' sich die übrigen Herren gern und beifällig anschlossen. Gießener Wochenmarktprerse. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220, Ma t.' 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 15 bis 20. Weißkraut 10 bis 12, Rotiraut 10 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Soinat 25 bis 30, Römischkchl 10 bis 12, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 40 biS 50, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 20 bis 25, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Kürbis 5 bis 8, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 41/2 bis 5. Aepfel 10 bis 15, Dirnen 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Preiselbeeren 40 bis 45, Pfirsiche 40 bis 50, Zwetschen 10 bis 15, Honig 40 bis 50, junge Hähne 220 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 10? bis 120, Russe 50 bis 60 Pf. das Pfuni?; Tauben 70 bis 90, Eier 16 bis 17, Blumenkohl 30 bis 80, Salat 15 bis 20, Salatgurken 20 6ü- 30. Endivien 10 bis 15, Ober-Kohlrabi 10 bis 15. Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 30 Pf. das Stück; Radieschen Dd. 10 bis 15 Pf.; Kartoffeln 3.50 bis 4, Wirsing 12 bis 15. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Volkshochschule: Eröfsnungs- und Zehnjahrfeier. 20 ilf>r, Reue Aula. — Verein ehem. Real- gymnasiasten: Familienabend. 19.30 Uhr, auf der Liebigshöhe. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Manolescu", 23 Uhr: „Dunkle Gewalten". — Astoria-Lichtspiele: „Der Sohn des goldenen Westens ' und „Pol zeimeister Tagejeff". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: „Grand-Hotel", 18 bis 21 Uhr. — Volkshochschule: Einführung in das erste Orchester-Konzert des Konzertvereins, 11 Uhr, Singsaal des Realgymnasiums. — Gesangverein „Heiterkeit": Konzert 16 Uhr, kn der Reuen Aula. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Manolescu", 11.15 Uhr: Kultur»Film-Vorführung. — Astoria- Lichtspicle: „Der Sohn des goldenen Westen", „Poli'eimeister Tagejeff". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das große Ereignis der kommenden Theaterwoche wird das Gastspiel Albert B a f - fermanns in Verneuils „Herr Lamberthier" sein. — Musikalischer Volkskunst abend der Volkshochschule. Bei dieser Veranstaltung werden vom Konzertmeister Len - zewski (Violine) und Professor K. S ch m i d t (Klavier) drei Sonaten von Mozart gespielt werden. Herr Lenzewsli wird die Sonaten vorher kurz erläutern. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß der Dolkskunstabend Umstände halber auf Dienstag, 29. Oktober, verlegt werden muhte. (Siehe heutige Anzeige.) * Fahrplan -Berichtigung. 3m Taschenfahrplan des Gießener Anzeigers für den Winter 1929 '30 hat sich aus Seite 2 in der drit - letzten Spalte bei der Strecke Gießen— Frantsu. t ein Satzmangel eingcschlichen, indem sich die Ziffern spalte von Vilbcl-Rord an um eine Stelle nach oben verschoben hat. Dieser Personenzug mit 2. und 3. Klasse geht 9.57 Uhr in Gießen ab und 11.26 Uhr in Vilbel-Rord. Die Ankunst in Frankfurt erfolgt 11.58 Uhr. Es wird gebeten, einen entsprechenden Vermerk in den Fahrplan einzutragen. *• Gute Verschönerung des Stadtbildes. Gießen ist um eine Sehenswürdigkeit reicher geworden. 3n den letzten Wochen ist das Geschäftshaus der Firma Schneiders Wagner. Sonnenstraße (Ecke Reuen Däne), neu her- ausgepuht worden, und zwar in den ursprünglichen Farben, als man noch zum Anstrich statt der heutigen roten Oelfarbe Ochsenblut verwandte. Die Firma Gebrüder Ricolaus hat unter der sachkundigen Leitung des Regierungs- b aurates Kuhlmann hier ein Meister- und Schmuckstück geschaffen, das unserer Stadt zur Zierde gereicht. Schon vom Marktplatz her leuchtet uns die farbenfreudige Fassade entgegen, doch in der Rähe steht man erst die seinen Schnitzereien der 6 Eckpfeiler, nach der Sonnenstrahe und Reuen Däne, die duch ihre reiche Farbenverzierung noch ganz besonders wirksam hervorgehoben werden. Diese- alte Patrizierhaus ist eine histo^ rische otänc. Hat ooch einst Goethe unter diesem Dach geweilt, als er seinen Freund Hoepfner tr.er besuchte. Run prchentiert sich diese Eae zusammen mit den Häusern der Herren Schmitz und Weisel und Dem Eahaus des Eesellichafcsvereins als toirilUc Seyenswürdig- keit von Gießen, und kein Eiirheirniscyer sollte vorübergehen, ohne sich dieses Fachwerkhaus mittelalterlicher Baukunst aufmecUam auz.riehen. ** Verkehrsoerbefserung am Ludwig s p l a tz. Gegenwärtig ift man dabei an der Anlage am Ludwrgsplatz verschiedene Sträucher und Bäume zu entfernen um die Gleisanlage der Straßenbahn aus dem Straßenzug zu verlegen und dichter an die Anlage heranzubringen. Hierdurch wird es möglich, daß die Straße an dieser Stelle für den übrigen Verkehr breiter und übersichtlicher wird. 'Nach der Vollendung dieser Arbeiten soll auf dein jetzt spitz zulaufenden Teil der Anlage eine Wartehalle mit Verkaufsraum und Aborten errichtet werden. Diese Verbesserung der Derkehrsverhältnisse am Ludwigsplatz dürfte sicherlich allgemeine Zustimmung finden. ** Fremdenvorstellung im Stadt- theater. Man schreibt uns: Das neueste Lustsviel von Paul Frank, „Grand Hotel", dessen Uraufführung ein großer Erfolg des Gießener Stadttheaters war, wird am Sonntag, 27. Oktober, als Fremdenvorstellung gegeben. Es schildert das Aben- teuer eines jungen Mannes, der nur ganze zehn Schilling in der Tasche hat, mit einer schönen Frau im vornehmsten Hotel Wiens. Ein fabelhaftes Souper mit allen Schikanen, an Dem auch noch zwei Finanzmagnaten als geladene Gäste teilnehmen. Oberspielleiter Hans Tannert hat die Regie und ist zugleich Vertreter der Hauptrolle. Seine Partnerin ist Maria Koch. Es sind ferner beschäftigt die Damen Doering und Jahn und die Herren Fassott, Hais, Heitzig, Hub, ßintmann, Sold, Wahlen und Zingel. Inspektion Ludwig Linkmann. Beginn 18 Uhr. ** Die Museen sind am morgigen Sonntag von 11 bis 13 Uhr geöffnet. ** Verlegung desBeginnsoonVolks- Hochschulkursen. Mit Rücksicht auf den am Dienstag, 29. Oktober, stattfindenden Volkskunstabend beginnen Die für Diesen Tag vorgesehenen Kurse Der Volkshochschule erst am Dienstag, 5. November. (Siehe heutige Anzeige.) ** Volksbank Gietzen. Die vor einigen 3ahren auf genossenschaftlicher Grundlage errichtete Volksbank Gießen e. G. m. b. H. hat daS Anwesen Westanlage 33, in Dem früher die Reichsbank, zuletzt die Dankfirma Bachmann & Schäfer untergebracht war, käuflich erworben. Die neuen Geschäftsräume werden am nächsten Mittwoch eröffnet. Gleichzeitig wird auch die Geschäftsstelle Der Landesgenossenschaftsbank Darmstadt nach Westanlage 33 verlegt. Man beachte die heutige Anzeige. " Evang. Volksge meinschast. Freunde der Evang. Volksgemeinschaft fanden sich, wie man uns berichtet, dieser Tage zu eingehender Aussprache über die Ziele der evangelischen politischen Bewegung zusammen. Strafanstaltspfarrer Wahl (Butzbach) hielt den einleitenden Vortrag. Dienst am Ganzen, fern von aller 3nter» essenpolitik Der Parteien, durch das Gebundensein ihrer Vertreter im Gewissen an ewige Werte und Ziele wurde als das allein Maßgebende herausgestellt. Durch den Zusammenschluß der Evang. Volksgemeinschaft in Hessen und Hessen- Rassau mit dem Christi. Volksdienst in Württemberg, der das Ausscheiden von Pfarrer Weidner nach sich zog, habe die ganze Bewegung wesentlich an Zahl ihrer Freunde gewonnen und damit ihre innere Kraft gestärkt. So habe dieser Zusammenschluß einer zu befürchtenden Zersplitterung in glücklicher Lösung vorgebeugt. Man war in Der Versammlung der allgemeinen Auffassung, daß nur Der eigne Stimmzettel viele Wähler aus ihren Gewissensnöten befreien könne, in Denen sie sich seither bei Wahlen so häufig befanden. " Landwirtschaftliche Schule L i ch. Die Bedeutung Der landwirtschaftlichen Schulen für den Fortschritt in der Landwirtschaft dürfte heute wohl von keinem einsichtigen praktischen Landwirt mehr bestritten werden. Da Die Eröffnung des ordentlichen Lehrganges 1929/30 an Den landwirtschaftlichen Schulen nahe bevorsteht, sei besonders auf die heutige Anzeige der Landwirtschaftlichen Schule Lich hingewiesen. arroi' Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dörr am Grabe und die Kranzspenden sagen hiermit herzlichen Dank im Namen aller Angehörigen Jak. Weller VII. Heuchelheim, den 25. Oktober 1929. 8843D Autovermietungs- Geschä'st (2 moderne Wagen) mit ein- zurichtenderReparatur-Werk- statt in emporstrebendem Kur- siadtchen wegen Sterbefall des Besitzers fofort unter günstigen Bedingungen zu verkaufen oder zu verpachten. Schristl. Angeb. unter 06849 an den Gießen. Anz. erbeten. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Suttsvkalkvelsende gesucht. Gebalt u. bobe Provision. Herren, die schon für Futtertalk gereist haben, be- vorruat. Schrillt. Angebote unter 06673 an Den Gtenener Anzeiger erbeten. ▲ A A A AA A A A A A A A A. A. A. A A A ▲ V ▼▼▼▼▼▼▼▼ ▼▼▼▼▼▼ ▼ ▼▼▼▼▼▼▼▼ ▼ | Vermietungen | Kleinere 5-ZillMlM«. u. Znbeh. geg. llm- »ug?vergütnng sof. au vergeben. Erbe. Angebote unt. 069 >6 an D. Gieß.Anz. erb. bessere 3-Zimmer- wohnungen mit komvl. Bad. sow. mit u. ebne Etagenheizung au vermiet. Näheres b. Carl Haaö V., Schubert» iirane 2,71I63D Laden auch für Bureau geeignet, los A. Um. 7787 >0 Bahudosttr. 45. 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Prof, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. 5t Die „W ashing toner Deklaration", in der Hoover und Macdonald gemeinsam der Welt mitteilten, was sie ihr über ihre Ergebnisse sagen wollten, enthält materiell auf den ersten Blick wenig oder nichts. Deshalb stellt man auch da, wo man sein Interesse darin sieht, daß eine englisch-amerikanische „Entente" nicht zustande komme, fest, daß die alten Gegensätze der beiden Weltmächte unvermindert bestünden. So kommentiert etwa die russische Presse die Erklärung. Aber es liegt auf der Hand, daß diese Auslegung der grundsätzlichen Bedeutung des Manifestes durchaus nicht gerecht wird. Ob anderseits das Urteil der englischen Presse richtig ist, daß diese gemeinsame Botschaft eines der größten Ereignisse der Weltgeschichte in der Neuzeit sei, geradezu eine Friedens» revolution einleite, das muh erst ihre Weiterentwicklung lehren. Aber die Wahrheit scheint uns hier weniger in der Mitte zwischen den beiden Extremen zu liegen, als mehr nach der englischen Meinung zu. Denn die politischen Grundsätze, die hier nieder- gelegt werden, sind sowohl sehr klar wie höchst bedeutsam. Wieder wird an den Kellogg- pakt angeknüpft, und zwar im Sinne einer positiven Verpflichtung, d. h. seiner Weiterentwicklung. Dazu tun die beiden Staaten zunächst das, was sie allein tun können: sie erklären einen Krieg zwischen sich für undenkbar und stellen das Wettrüsten untereinander ein. Und |ie verpflichten sich, den Kelloggpakt bei der praktischen Durchführung ihrer Außenpolitik zu Grunde zu legen. Das gilt also, wenn es ernst gemeint ist, nicht nur für das Verhältnis beider zueinander, sondern auch etwa für den Fernen Osten, für Konflikte im englischen Kolonialreich, für das Verhältnis Amerikas zu Mexiko wie den südamerikanischen Staaten und schließlich, vor allem, auch — sür ihr Verhältnis zu Japan. Die Botschaft sagt ferner, daß an alte Probleme unter neuem Gesichtswinkel herangegangen werde und diese ebenso freundschaftlich erörtert werden würden wie die Flottenfrage. Macdonald hat das dahin erläutert, daß er eine Reihe von Fragen nach London mitnehme, die dort bearbeitet und zum Teil auch mit den Dominions erörtert werden sollten. Genauer hat er diese nächsten Probleme nicht bezeichnet. Man denkt natürlich zuerst an das See- undBlok- kaderecht, vielleicht auch die Flotten- ft a t i o n e n — England sitzt ja in Jamaika und auf den Bermudasinseln Amerika ziemlich nahe — und dergleichen mehr. Fragen, sagt die Botschaft, für die bisher eine Lösung nicht möglich erschien, sollen im Geiste dieser Verständigung angefaßt werden. Einer Verständigung nämlich zwischen England und Amerika, dessen Notwendigkeit Macdonald vollständig erfaßt hatte, die er ganz realpolitisch zu- nächst in der Rüstungspolitik anbahnte und nun erreichte, und deren Idee auch Hoover vom Kelloggpakt und von der Erleichterung für den die Rüstungen bezahlenden Steuerzahler her aufnahm. In diesem Sinne ist das Ergebnis der Washingtoner Zusammenkunft wahrhaftig nicht gering zu schätzen! Wenn man will, ist das eine „E n t e n t e“, die zunächst über die Rüstungsbindung Spannungen und Gegensätze zwischen den beiden angelsächsischen Weltmächten entweder beseitigt oder so dämpft, daß sie in keiner Weise ernsthaft werden können. Das bedeutet für die Weltpolitik int ganzen, daß in ihre Berechnungen ein eng« lifch-amerikanischer Gegensatz nicht mefjr eingestellt werden soll. Von heute auf morgen wird sicherlich weder in England noch namentlich in Nordamerika alles ganz ausge- G. 25. Shaw: „Oer Kaiser von Amerika". Uraufführung am Deutschen Theater in Berlin. Berlin, im Oktober. Run ist schon seit Jahrzehnten immer gesagt wvrden, es sei jetzt das Ende Max Reinhardts gekommen, denn er hat weder den Expressionismus der Bühne noch das entlchelte Theater mitgemacht, noch will er in das Geschrei des politischen Theaters einstimmcn. Und immer ersteht er wie ein Phönix aus allen Trauerkundgebungen. Diese Einstudierung des „Kaisers von Amerika" bestätigt es wiederum, daß das reine und absolute Theater keine Sache^ ist, die von einer modischen Strömung verdrängt werden kann, wenn sich ein vollblütiger Dühnen- mcnsch ihrer bemächtigt. Vom Standpunit des Theaters aus gesehen, ist der jüngste Shaw nämlich eine Mißgeburt, ein Diskussionsstück ohne Handlung, eine träge und schwere Masse Politischen Gesprächs und ein stattliches Buch an Umfang: schon die Kürzung der endlos-politischen Debatten auf die gemessene Länge eines Bühnenabends bedeutet eine Leistung für sich. Am Ende dieses Jahrhunderts— so sieht Shaw in dieser Utopie die Zukunst — herrscht in Europa allenthalben die Demokratie, Frankreichs Hauptstadt liegt in Tanger und seine Int re sen in Afrika Deutschland aber ist ein bobchevnslerter geographischer Begriff zwischen Berlin und Moskau. Rur England hat noch einen König: Shaw bleibt eben in aller Utopie Engländer, der sich sein Land nicht ohne König denken kann und aus diesem und manchem anderen Grunde ist es ein ganz englisches Spiel. König ^Magnus ist aber ein Kerl von Shaws Gnaden, begabt mit all seiner Spannkraft, seiner geiftigen Weite, seiner witzigen Ueberlegenheit, ein König von menschlicher und ganz unromantischer Große. Dieser Monarch hat das Unglück, mit einem Kabinett regieren zu müssen, das sich, bis auf zwei weibliche, aus den unfähigsten, gleichgul- tieften, bestechlichsten Ministern zusammen,eht, die denkbar sind. 2m ersten Akt handelt es iich darum, den König zur Annahme eines Ultimatums zu bewegen, nach dem er auf fein letztes Recht, das des Vetos, verzichten soll: er möge überhaupt, wird ihm anempfohlen, sich zuruck- halten und das Volk nicht immer an sein Dasein M immer noch: Verschärfung der Agrarkrise. Don Dcfonomieraf Or. h. c. Franz Schistan, M. d. pr. £. Die allgemeine landwirtschaftliche Rotlage aller Desihgroßen hat sich bis jetzt nicht verbessert, sondern im Gegenteil, noch mehr verschlechtert. Drei Monate Dürre, wie seit den Jahren, die die Hungersteine in den Flüssen hervortreten ließen, nicht erlebt, haben besonders aus den mittleren und leichten Wirtschaftsflächen des Vaterlandes schwere Verwüstungen angerichtet. Wiederum ist auch der weite Osten besonders hart ge.rossen. Die Hauptfrucht des Ostens, die Kartoffel, hat schwer gelitten; und die Hackfrucht stellt die Grundlage der Rentabilität in der Landwirtschaft mehr als die Halmsrucht dar. Die Hoffnungen auf eine Mittelernte find geschwunden: die etwas bessere Getreideernte kann den Verlust an Kartoffeln nicht ausgleichen. So geht das Jahr 1929 wiederum a l s Rotjahr für die Landwirtschaft zur Rüste. Ein schwerer Schlag für die sich in harter Bedrängnis befindlichen Landwirte. Aus dieser Notlage muhte jetzt sehr viel Produktion an den Markt fommen. Die Versuche zur Absatzregelung versagten, sie haben bis heute die Preise nicht stützen können. Die Preise für landwirtschaftliche Produkte, abgesehen von den Schweinepreisen, die zeitlich einen bescheidenen Ruhen geben, sind trotz der unter Mittel betragenden Ernte unter jedes erträgliche Maß gesunken, darüber hinaus ist teilweise die Unmöglichkeit eingetreten, die Ware überhaupt an den Mann zu bringen. Das landwir.schastliche Angebot von E.zeugnifsen ist auch heute noch derartig dringend, daß im Riedergang der Preise zur Zeit kein Stillstand eingetreten ist. Auch der kaufmännische Unternehmer und der Handwerksmeister in den Provinzstädten, deren Abnehmerschaft sich aus der Landwirtschaft darstellt, leiden unter dem landwirtschaftlichen Rotstand von Tag zu Tag mehr. Hier zeigt sich die enge Ve r p , lech -- tung der Belange, besonders des mittel- und fleinkaufmännischen Selbstun.ernehmecs und des Handwerkers, die lediglich mit heimischer Produktion zu tun haben, mit der Landwirtschaft. Die Abtragung der ungeheuerlichen Schuldenzinsen, die Rückzahlung von Verpflichtungen, besonders von wechfelmäßig gebundenen, laßen den Landwirt um jeden Preis Ware verkaufen, wodurch der Inlandmarkt in absolute Unordnung geraten muh. Da die landwirtschaftliche Erzeugung keine Kaufkraft mehr hat, ist an eine reinigende Abzahlung von Schulden nicht zu denken, geschweige denn an einen bescheidenen Ueberschuh. Besonders die Zinshöhe und das Unglück, daß der Landwirt sich auf die harte Fron der Wechselhergabe eingelassen hat, läßt in ein durchlöchertes Faß schöpfen, und statt eines Arbeitsnutzens haben sich am Schluß auch dieses Cmtejah^cs die Schulden vergrößert. Das ist die Lage von heute, die bei Tausenden von Landwirten, und zwar aller Besitzgröhen, die bei Tausenden von Gewerbetreibenden in den Landstädten Verzweiflung zeitigt. Sie sehen keine Hoßnung auf Besserung ihrer Lage und viele auch keine Hoffnung, auf ihrem Besitztum bleiben zu können. Die praktische Auswirkung des Hilfsprogramms ist zeitlich kaum zu spüren und den landwirtschaftli^cn Führern wird der Vorwurf mangelnder Energie gemacht: das Vertrauen in die Führerschaft ist vielfach wankend geworden. Daraus aber ergeben sich schwere politische Gefahren. Ein solcher Gefahrenherd auf dem platten Lande ist für einen Staat nicht erträglich. Der Staat darf nicht ruhig mit ansehen, wie sein heimischer Nährstand zerbricht und an die Stelle des treuen Bebauers der heimischen Erde ein politisierender Menschenhaufe tritt, den die Verzweigung vielfach zur Stellung gegen die Staa.sordnung treiben könnte. Dieser Staatsgefahr — und wer will sie leugnen? — läßt sich lediglich durch überparteilichen Zusammenschluß begegnen. Richt in langatmigen par.eipolitischen Erörterungen, nicht in der Veröffentlichung wohlgemeinter Programme liegt der Schlüssel zur Besserung der Lage, sondern nur darin, daß die Volksgesamtheit in all ihren Schichten sich darauf einstellt, unter allen Umständen dem deutschen Erzeugnis, das mit deutscher Arbeit aus der deutschen Scholle gewonnen worden ist, den Vorzug vor dem aus.ändischen zu geben und daß alle zusammenstehen, die Preisspanne zwiscyen Erzeuger- und Konsumenten p r e i s e n zu verringern. Denn jeder verant- wortungsbewuß.e Volkswirtschaftler muh als seine erste Pflicht erkennen, die Ware möglichst preiswert in die Hand des Konsumenten zu bringen. Zur Zeit jedoch muh der Landwirt weit unter Gestehungskosten, unter der Zahl des Lebenshaushaltungsindexes verkaufen und wird dadurch unberechtigt außerhalb der Reihe derer gestellt, die die deutsche Rotgemeinschast bilden, die Rotgemeinschaft, mit der w i r alle auf Gedeih und Verderb verbunden find, über alle Parieischattierungen hinweg. Die aktive Milderung und schließliche Behebung der Agrarkrise durch die Tat ist die Forderung der Stunde. Sie bedeutet die Grundlage für die vaterländische Wirtschaft. strichen sein, was sachlich oder psychologisch in den englisch-amerikanischen Beziehungen gegensätzlich wirkt. Bestimmt nicht! Aber die beiden Staatsmänner wollen die Verständigung, weil sie sehen, wieviele Gründe für sie bei beiden, auch bei Amerika, stark sprechen. Gegen Europa nehmen sie eine verschiedene Stellung ein. Die Botschaft präzisiert das ganz eindeutig dahin, daß Amerika niemals sich in die europäische Diplomatie verwickeln lagen werde, während England aktiv mit seinen europäischen Rachbarn zusammenarbeiten Wolfe. Das ist klar und nicht neu. Aber es sagt noch nicht alles. Vom Kollcggpakt gehen die beiden aus. Ihn garantieren sie gemei am. An ihn binden sie sich und ihre Außenpolitik. An ihn binden sie damit auch — d i e anderen, die ihn unterzeichnet haben, binden sie mindestens Europa, wenn nicht die Welt. Es ist ja doch einleuchtend, daß eine derartige angelsächsische Friedens- entente in den Wirkungen nicht allein auf die englisch-amerikanischen Beziehungen beschränkt erinnern. Dieser Alt dauert eine ganz? Stunde. Rach einem Zwischenspiel, das den Verlauf nicht fördert, s andern nur zur Erfrischung nach der Regierungskrise dient, erklärt der K.nig, daß er das Ultimatum nicht unt.rschreiben werde; aber er wird abdanken, seinem Sohu den Thron übergeben und sich ins Parlament wählen lassen. DaS Kabinett ist starr: dieser Kerl als Parlamentarier mit einer eigenen Partei ist noch hundertmal gefährlicher denn als König; das Ultimatum verschwindet al o. Und Kaiser von Amerika? Eben hat der amerikanische Gesandte dem König angebeten, Kaiser von Amerika zu werden: eine weckwichtige Entscheidung, denn auf diese Weife wird England vlllig von Amerika aufgesogen werden, das sich schon alle englische Kultur gekauft, alle Kathedralen erworben und drüben wieder aufgebaut hat. Es ist ein echt Shawscher Witz, daß dieses engstirnige Ministe» lium die Weite dieses Angebots nicht begreifen kann sondern stur auf das Ultimatum starrt. Und das Zwischenspiel? Da befindet sich der König bei seiner Geliebten, und es ereignet sich eine der hübschesten und leichtesten erotischen (Spielereien, die je auf der heutigen Bühne erschienen sind. So erholen sich König Magnus und der Zuschauer von den Sorgen der hohen Politik. Der Deifall, den diese Komödie im Deut- schen Theater gefunden hat, ist doch wohl nur hier möglich, wo Reinhardt das Spiel mit so lebendigen Einfällen und graziösem Witz durchsetzt, daß keinen Augenblick eine Leere entsteht, trotz aller Zähigkeit des Themas, trotz aller politischen Auseinanderfehungen und einem Nichts an bewegter Handlung. Reinhardt bri gt es beinahe fertig, aus diesem hochpolitischen em unpolitisches Stück zu machen; die Disku fion wird vermenschlicht, jede Sekunde hat ihr eigenes sprühendes Leben. Dieses Kabinett von originellen Köpfen gruppiert sich freilich um einen --ar- steiler wie Werner Krauß, einen blonden König mit ergrautem Spitzbart, einen funkelnden Seist, einen warmherzigen Menschen und einen sehr klugen Monarchen. In jenen Minuten, da dieser Schauspieler von der Würde und den Ausgaben des Königtums spricht, lauscht das ParkUt in tiefer Ergriffenheit. Die Minister haben es daneben nicht leicht; nur eine Ministerin hat menschlich ansprechende Züge: Helene Thimig, die einzige, die es mit ihrem Ressort ernst nimmt sich aber in ihrem Elser wunderlich und rührend hilslos im Kreise bewegt. Sonst sind hier Gülstorfs als Premier, Kühne, ©ertön (als Gewerkschaftler), Egon Friede ll, Eduard von bleiben kann, sondern durch sich, genau wie jede andere Entente (nur bei der ungeheuren^ virtuellen Kraft der beiden Teilhcrber viel stärker) auch nach außen ausstrahlen muh, eben als eine „pax anglosaxonica“. Was Baldwin mit dem Abkommen über die englischen Schulden und der Behauptung des Pfundes neben dem Dollar auf dem Finanz gebiet erreichte, das holt )eht der Labour-Premier für die allgemein politische Position Englands nach. Und er hat den Vorteil, daß der andere, Hoover, viel weiter sieht als die meisten seiner Landsleute, und darum Vorteil, ja Rotwendigkeit dieser ©cneralBereinigung und -Verständigung auch für sein Volk völlig begreift. Wie gesagt, in ihren Ländern wird für diese Idee und Politik von beiden noch gegen Schwierigkeiten gearbeitet werden müssen. Aber viel größer sind ja die Schwierigkeiten der Durchführung gegenüber den Konkurrenten in der Welt Eine englisch-amerikanische Rüstungsbin- dung ist nichts, ist jedenfalls nichts Dauerndes, Winterstein vertreten. Ernst Schütte hat sehr wirklichkeitsnahe Bilder geschaffen: einen hohen Saal für den ersten politischen Akt, ein Gobelinzimmer im Schloß für das Zwischenspiel— hier herrscht, turnt unj t>llt Maria Bard als Königsliebchen Orinthia ehrfurchtslos zwischen den historischen Möbeln — und eine Terrasse mit Sonnenuntergang für den Epilog. In einer kleinen Rolle tritt, das sei als Kuriosum erwähnt. Lore Mosheim, die Schwester der (auch vom Film her) bekannteren Grete, zum erstenmal vor das Publikum, das dieser wundervollen Aufführung und dem herrlichen Schauspieler Krauß allabendlich mit herzlicher Begeisterung dankt. Wer aber wagt es nach Reinhardt, diese träge und schwere Mafse Politir auszutlschen? G. B. Herbsipastell. Von Friedrich Schnack. Die Sonne hat sich abgewandt von der Erde, aus deren Klüften trübe Dämpfe kochen und kühle Schauer aus öe.r Tiefen atmen. Das Licht, das durch die dicken Wolieadecken sickert, ist ait und schmutzig. Ein Moderlicht, das keinem Leben', en die Wangen mehr rötet. Die Wälder sind dunstig, ausgewischt von fern. Die Landschaft ist ertrunken in einer müden und unwirschen Gleichgültigkeit, ihre Linien verlöschen in melancholischem Halblicht. Manchmal irrt eine verschlagene Krähe im Zickzackflug durch die schwere, tote Lust. Sinrckos. Unten auf der fröstelnden Landstraße knarrt ein dumpfer Wagen. Ein Dauer fährt die letzte Hoffnung aus der Welt. Die Gärten sind feucht, von Rebeln geätzt. Erstarrt sind die Bäume in lautlosem Schrecken, der sie vom Erdboden empor durchängstet. Rie- mand mag durch den ©arten streifen, da alle Büsche naß sind und vollgesogen von Wasser wie Schwämme dastehn. Die Vögel haben ihre Stimme verloren. Die langbleibende Amsel hat sich fortgeschwun- gen. Langsam fällt ein Blatt und noch eines. Die träge Schwinge der Luft wirft mir ein braunes durch's Fenster in die Stube. Ein Vers von Lenau fällt mir ein: Durch's Fenster kommt ein dürres Blakt Zu mir hereineelrieben. Dies leichte, off ne Drieflern hat Der Tod an mich geschrieben. wenn sie nicht auch die anderen großen Seemächte, Japan, Frankreich, Italien, mit bindet. Die Einladungen zur Fünfmächtekonferenz sind daher auch schon von England ergangen. Die Wucht der englisch-amerikanischen Vorverständigung ist auch so groß, daß die anderen drei die Einladung angenommen haben. Die Konferenz soll im Januar 1930 in London stattfinden: man rechnet damit, dast Stimson die amerikanische Delegation führen wird. Bis dahin wird zwischen den fünf Kabinetten sehr eifrig verhandelt werden! Japan erklärt sogar vorhergehende inoffizielle Verhandlungen für einfach notwendig: es hat besondere Linienschiffswünsche. Frankreich proklamiert seinen bekannten Standpunkt in der U-Doot-Frage. Italien will jedenfalls nicht schwächer als Frankreich fein. Japan hat auch bereits die Idee einer vorhergehenden japanisch-französisch-italienischen Verständigung in die Diskussion geworfen, und der Gedanke der Anti-Blockbildung, des japanisch-französisch-italienischen Blocks gegen den englisch-amerikanischen liegt nahe genug. Wir wissen aus dem Gang der Genfer Abrüstungsgespräche zur Genüge, wie schnell und wirksam dergleichen ausgehalten und verwirrt werden kann, wenn die praktischen Cinzelsragen zur Erörterung kommen und der gute Wille auch nur bei einer Seite fehlt. Der fehlt bestimmt bei Frankreich, und Frankreichs Position ist dabei günstiger als die Japans. Japan kann sich einem vereinigten Druck Amerikas und Englands nicht entziehen, aus geopolitischen Gründen unh mangels jedes Verbündeten. Der Druck aber aus Frankreich wird nicht in dem Maße „vereinigt" fein, wie England das wohl wünschte. Die U-Bootssrage, für England so wesentlich wie für Frankreich, interessiert Amerika weniger oder gar nicht. Ein „Druck' Amerikas auf Frankreich, dafür hat ersteres wenig Mittel und, weil es eben eine Einmischung in europäische Dinge ist, noch weniger Reigung. Bleibt natürlich die Verbindung mit dem Poungplan und mit der Mobilisierung der ungeschützten deutschen Zahlungen in Amerika. Das Gelingen der großen Seeabrüstungskonferenz im Januar 1930 wird also ganz wesentlich davon abhängen, wieweit es Macdonald gelingt, Amerika davon zu überzeugen, daß es sich mit der ganzen Wucht und allen Möglichkeiten seiner Weltstellung für die Sache einsetzt. Wir wagen nicht zu prophezeien, ob dafür bei Stimson das Verständnis und bei Hoover schon die Position im Inneren ausreichen. Wir halten es aber immer noch für möglich, daß bei entstehenden großen englisch-französischen Spannungen auf der Fünfmächtekonferenz Amerika sich auf den Standpunkt des interessierten Beobachters zurückzieht. Wir wünschen und hoffen das nicht! Denn es ist im Interesse Europas im ganzen, auch der Teile, die von den Flottenfragen gar nicht direkt berührt werden, daß die englisch-amerikanische Verständigung z u den praktischen Folgen und Anwendungen führt, die jedenfalls Macdonald brennend wünscht. Ein Fehlschlag würde nichts anderes bedeuten, als daß Frankreichs Hegemonie in Europa erneut und weiter befestigt würde. Taten für Donntag 27. Oktober. 1728: der Forschungsreisende James Cock in Marton geboren (gestorben 1779); — 1782: der Geigenkünstler Niccolo Paganini in Genua geboren (ge- starben 1840); — 1858: der amerikanische Staats- mann Theodore Roosevelt in Neuyork geboren (gestorben 1919). Daten für Montag, 28. Oktober. 1466: der Humanist Desiderius Erasmus in Rotterdam geboren (gestorben 1536); — 1759: der französische Revolutionär George Danton in Arcis-sur- Aube geboren (gestorben 1794); — 1787: der Märchendichter Johann Karl August Musäus in Weimar gestorben (geboren 1735). Unsichtbar lehnt er am Traubenspalier und pflückt Die letzten Beeren, ein schattenhafter Winzer. Ach, die Welt ist ein Deinhaus! Die Kastanien prasseln plötzlich in den Rasen. Die Zweige konnten sie nicht mehr halten. Kraftlos ist der Wips:l. Run beginnt es zu regnen. Bald ist cs Abend..« Zu früh ist es Rächt ... Hochschulnachrichten. Der ordentliche Professor der Kunstgeschichte an der UniDerfität Frankfurt a. M. Geh. Regierungsrat Dr. phiL, Dr.-Ing. h. c. Rudolf Kautzsch ist auf seinen Antrag zum 1. April 1930 von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. Dr. Kautzsch, der besonders durch seine Forschungen auf dem Gebiete der Dau- geschichte des Mittelalters bekannt gewordene Kunstgelehrte, ist 1868 zu Leipzig geboren. 1898 wurde Kautzsch Direktor des deutschen Duch- gewerbemuseums in Leipzig und trat in den Lehrkörper der Universität daselbst ein. Zu Anfang 1903 übernahm er das neugegründete Extra- orbinariat für Kunstgeschichte in Halle und siedelte am 1. Oktober desselben Jahres als Ordinarius und Nachfolger von G. Schäfer an die Technische Hochschule in Darmstadt über. Hier war er Mitglied des Denkmalrats für das Groh- herzogtum Hessen, Vorstand des Denkmalarchivs und Leiter der Hessischen Kunstdenkmälerinven- tarisation. 1910 kam Kautzsch nach Breslau als Nachfolger Muthers und vier Jahre später nach Frankfurt a. M. Die Technische Hochschule zu Darmstadt ernannte ihn zum Ehrendoktor. Von seinen Werken nennen wir: „Einleitende Erörterungen zu einer Geschichte der Handschriftenillustration im späteren Mittelalter" 1894; „Die- bolt Sauber" 1895; „Die Holzschnitte der Kölner Bibel" 1896; „Die deutsche Illustration" 1903; „Die bildende Kunst und das Jenseits" 1905; „Der Dom zu Mainz" 1919; „Die Entstehung der Frakturschrift" 1922; „Die Kunstdenkmäler in Wimpfen am Neckar" 1925; „Der Mainzer Dom und seine Denkmäler" 1925; „Romanische Kirchen im Elsaß" 1927. — Auf das Ordinariat für Kraftfahrwesen an der Technischen Hochschule in Stuttgart ist der Leiter der Motorenabteilung der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt Dr.-Ing. Kamm in Derlin-Adlers- h o f berufen worden. Eine Kundgebung gegen den Noungplan. Oberfieffen. Oer Umbau des Bahnhofs Großen-Linden. chGroßen-Linden,25. Okt. Wie vor kurzem im „Gießener Anzeiger" berichtet, fand am Bahnhof Großen-Linden zwischen einem Dcr- Der Gießener Ortsausschuß für das Volksbegehren hatte auf gestern abend eine öffentliche Versammlung in die Turnhalle am Oswalds- garten einberufen, die einen sehr starken Besuch aufzuweisen hatte. Der Zweck der Versammlung war, den Standpunkt des Reichsausschusses für das Volksbegehren gegen den Voungplan eingehend darzulegen. Studienrak Dr. Len; (Gießen) beutel gutgeheißen. Als Ersatzmann für das durch Tod ausgeschiedene Vorstandsmitglied Philipp Jung XVI., der mehr als 30 Jahre ununterbrochen dem Vorstand angehörte, wurde Kirchendiener Rinn in den Vorstand berufen. Lollar, 25. Okt. In diesen Tagen verlieh uns Pfarrer Geiß, um seine definitive Stelle in Ober-Ofleiden anzutreten. Zweieinhalb Zahre wirkte er als Assistent des Dekans Guß» mann im Kirchspiel Kirchberg. Durch sein offenes, freundliches Wesen erwarb er sich rasch die Zuneigung der Gemeindeglieder. Hier und in dem benachbarten Daubringen erteilte er auch Religionsunterricht. Es war stets erfreulich, zu sehen und zu hören, mit welcher Zutraulichkeit und Liebe die Schüler ihm ergeben waren. Sein Weggang wird allgemein bedauert. v Londorf, 25. Okt. Durch die vielen Kraftanlagen in der hiesigen Gemeinde war der Transformator, der auf 120 Volt eingestellt war, zu schwach geworden. Am Mittwoch ist nun die Anlage auf 220 Volt umgestellt worden. K Wirberg, 25. Okt. Dieser Tage wurde das Pfarramt unter Rr. 90 an das Tele- phvnneh in Grünberg angeschlossen. Damit ist ein dringendes Bedürfnis erfüllt worden, das schon vor 20 Zähren erkannt war. Damals hatte der Kirchenvvrstand die Anlage beschlossen, die bürgerlichen Gemeinden des Kirchspiels hatten sogar schon die Beiträge geleistet. Auf Betreiben des Pfarrers wurde dann die Anlage nicht ausgesührt. 8 Saasen, 25. Okt. Die Erneuerungsarbeiten in unserer Deitsberger Kirche sind beb-auer- licherweise noch nicht fertig. Da das Erntedankfest aber nicht weiter hinausgeschoben werden tarnt, so wird es am nächsten Sonntag rn dem größten Saale unseres Dorfes abge- ^ilten werden. Dir Einweihung der Kirche ist für einen der ersten Sonntage des Rovember geplant. Oberkirchenrat Wagner hat seine Mitwirkung bei der Feier zugesagt. Die Vorbereitungen sind unter Leitung von Lehrer H e r b e r seit einiger Zeit im Gang: es werden mehrere Chöre mitwirken. 25. Okt. In unserer Gemeinde wurde nur em Wahlvorschlag zur Ge- melnderatswahl eingereicht. Die damit gewähl- ten Mitglieder gehören dem Arbeiter- und Kleinbauernstand an. Okt. C^r von der Stadt errichtete Post Haus bau steht kurz vor seiner Vollen- oung. Die Handwerksleute nehmen zur Zeit die letzten Innenausbauten vor, und die Stadt läßt gleichzeitig den tiefgclegenen Bauplatz auffüllen. Auch die Arbeiten für das S e l b st a n s ch l u ß- a m t sind in vollem Gange. In den Hauptstraßen der Stadt wurden vor einiger Zeit die noch rest- lichen Kabel verlegt, was mit umfangreichen Aufbrucharbeiten der Fußsteige verbunden war Das neue Postamt, mit Selbstanschluß nusge- stattet, soll dem Vernehmen nach bereits am 2. Rovember in Betrieb genommen werden. Die an das Postgrundstück angrenzende W e t t e r und der Weidgraben haben eine saubere und zweckent,prechende Llferstühmauer erhalten. Das neue Hotel am Schwanensee, in nächster Rähe des Postgebäudes, geht ebenfalls seiner Vollendung entgegen und soll bereits an Weihnachten seiner Bestimmung übergeben werden. Beide Baulichkeiten bilden eine Zierde für die Bahnhofstraße und damit "auch für die ganze Stadt. s. tp h e, 24. Okt. Bei der Bürgermeisterei wurden für die Gemeinderatswahl zwei Wahlvorschläge eingereicht. Die Liste Landbund lautet: Otto Schneider I., Wilh. K a s s e b e e r, Ludwig Sack. Wilh. Sack, Otto Belher, Wilh. Bücher, Karl Beltzer, Otto Schaferll., Heinr. Friedr. Beltzer. sämtlich Landwirte. Die Liste der Sozialdemokraten umfaßt die Rainen: Wilh. Filfingerl.. Kaufinann: Ioh. Heinr. Weber, Schneidermeister: Wilh. Filsingerll., Karl Freitag, Srredr. Stauf. Wilh. Schmidt, Ludw. W e - b e r, Otto Rühl, Rud. Eichenauer, Arbeiter. Eine Einheitsliste wie bei der letzten Wahl kam diesmal nicht zustande. Die Liste des Landbundes ist aus einer Vorabstimmung zustande- gekommen. T Steinheim, 25. Okt. Der hiesige Obst, und Gartenbauverein veranstaltet gemeinsam mit der Landwirtschaftlichen Fortbildungsschule am kommenden Sonntag eine Obst- a u s st e l l u n g. Die Beteiligung scheint, nach den vorliegenden Anmeldungen und dem allgemeinen Interesse nach zu urteilen, recht rege zu werden. Reben Obst werden auch Gemüse und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse, sowie Obstkonserven zur Schau gestellt. Außer der Gemeindeverwaltung haben auch der Landwirt- schastskammerausschuh für die Provinz Oberhessen und der Kreisobst- und Gartenbauverein Gießen namhafte älnterstützungen gewährt. Da auch einige Mitglieder im benachbarten Rod- Heim wohnhaft sind, wurde durch den dortigen Ortsvorstand ein verhältnismäßig hoher Zuschuß bewilligt. Außerdem sind von einzelnen Firmen und Freunden des Obstbaues ansehnliche Preise gestiftet worden. r. L a n g - G ö n s, 25. Okt. Wie schon gemeldet hat in dem außergewöhnlich trockenen Sommer auch unsere Wasserleitung versagt. Das Wasser konnte nur während einiger Stunden am Morgen und am Abend angestellt werden Cs mußte deshalb für Abhilfe gesorgt werden' Einige Bohrversuche an Stellen (mit der Wünschelrute bestimmt) brachten kein nen- nenswertes Ergebnis. Dagegen war die Freilegung einer tiefer gelegenen Quelle in den Mu hlwiesen vielversprechend. Hm aber ganz Uchcr zu gehen, wurde einige hundert Meter oberhalb dieser Quelle noch einmal nach Wasser geschürft, und zwar mit Erfolg. Man stieß auf eme gute Wasserader in der Tiefe von 1 zu beantragen, den jährlichen Zuschuß (seither 100 Mk.) zu erhöhen. Auch soll versucht werden, den zur Zeit der Gründung bestehenden Kin- derschulverein wieder ins Leben zu rufen, um durch Mitgliederbeiträge, jährlich 1 Mk. pro Mitglied, die Kosten für die Kinderschule mit aufbringen zu können. Eine Erhöhung des Schulgeldes wurde abgelehnt, um es auch weiterhin den finanziell schwächeren Familien zu ermöglichen, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Dtzm hiesigen Frauenverein und der Iugendvereini- gung soll die Benutzung des Kinderschulsaales für ihre wöchentlichen Versammlungen bzw. Singstunden gegen, eine jährliche Vergütung von je 25 Mk. für Licht und Heizung zugestanden werden. Hm Hedem Kind eine Weihnachtsgabe überreichen zu können, soll, wie alljährlich, eine Sammlung von Haus zu Haus vorgenommen werden. Für die Krankenstation wurde die Anschaffung von Heizkissen, Wärmesack und Eistreter des Kreisamts Gießen und den beteiligten Gemeinden eine Besprechung statt, die sich mit dem Plan für die Herstellung einer Per- svnenunterführung auf dem Bahnhof in Großen-Linden beschäftigte. Wie wir erfahren, hat die Reichsbahndirektion Frank- I leitete die Versammlung. Er betonte zunächst, s^?ousgebracht, j>ajj der Ausschuß anfangs nicht beabsichtigt den Erfordernissen und Wünschen sämtlicher habe, mit einer Versammlung für das Volks- Beteiugten Rechnung tragen Joll. Sie .Unter- begehren an die Oeffentlichkeit zu treten, nach- hernach etwa 8 Meter vorn fom aber die Reichsregierung und die preußische nRegierung einen so unerhörten Kampf gegen 91nC 4 £>aS Volksbegehren begonnen hätten, sei es doch überdachte Treppenlaufe notwendig geworden, der Oeffentlichkeit den n tCx c?rvte Standpunkt des Reichsausschusses darzulegen. e^9,, Don der Reichsregierung und der preußischen Gemeinde Ach- Staatsregierung werde der Kampf nicht nur €nt fcrCC^n& sls n>9^L2?a£e’ "tit politischem, sondern auch mit wirtschaftlichem erfolgen Fann, ohne daß dadurch der Reichsbahn Terror geführt' das xeiae der Druck auf bte Lasten erwachsen. Der Personen- Beamten und ferner die Ankündigung von toirt- hÄi nOrS sittlichen Boykottmaßnahmen gegen die Kreis- oen von V)esten (Ortslage Großen-Lmden), als I hlätter die für das Volksbeiebren tnrnn mtA anch von den von Osten (Ortslage Leihgestern) £ur 7m Anze gen teil wür- kommenden Personen unbehindert durch Sperren ££ ™ etontaK begangen werden kann. Er soll jedoch lediglich dem Verkehr von und zum Bahnhof dienen und M eS> gratet gegeri ^e ^e^alti hängig, daß sich die beteiligten Gemeinden Gro- u orfa m*Phnor h»a ssa»wss.t?s »ÄS“ '■ schu ßvvn insgesamt 20 000 Mk. zu leisten. Dr. Brehm (Darmstadt). Landkreis Gießen. ®c nahm zunächst Stellung dagegen, daß der OO Klein-Linden 25 Okt Die Nnrstönde Dundsunk von der Regierung zu einer einseitigen der Kleinkinderschule und'der Kra'nkenstatio. tag- OInf ten in gemeinsamer Sitzung, um in erster Linie man^hpn wahrend zu beraten, wie die finanziellen Sch wie- mKnTiA ^^^e^hrens es un- r i g Fei ten, mit denen unsere Kinderschule sUr<^ öcn zu kämpfen hat, beseitigt werden können. Einer Kesvi-öcbe" ®ia E9» regelmäßigen monatlichen Durchschnitts-Einnahme freunden und Gegnern des von etwa 40 bis 50 Mark steht eine Volksbegehrens sabotiert habe. Sodann kam der regelmäßige Durchschnitts-Ausgabe von rund V? ???*■* 100 Mark im Monat gegenüber. Mit frei- sprechen. Die auf bewußt falscher willigen Gaben und Kollekten kann auf die Dauer ^orfügte Auflösung des Stahlhelms die finanzielle Rot nicht behoben werden. Es >ei verfassungs- und gesetzwidrig. Auch der un- wurde deshalb beschlossen, bei der Gemeinde ®eamten i^rstohe gegen —- - - _ 1 Ote Verfassung und das Deamtengeseh, m denen nur bestimmt werde, daß der Beamte im Dienst und unter Mißbrauch feines Amtes nichts gegen die Staatsform unternehmen dürfe. Don einem solchen Kampf gegen die Staatsform könne aber doch beim Volksbegehren Feine Rede sein. Daher habe die Disziplinarandrohung weder in der Verfassung noch im Beamtengeseh eine Grundlage, und sie werde auch völlig wirkungslos bleiben. Die Regierungen würden sich hüten, eine solche Disziplinarsache zur disziplinargericht- lichen Verhandlung kommen zu lassen. Der Redner polemisierte dann kurz gegen die hessische Regierung. Vom hessischen Iustizminister sei ein Plakat „Stresemanns Vermächtnis" zum Aushang in den Gerichtsgebäuden zugelassen worden, dem Ausschuß für das Volksbegehren habe man es aber verwehrt, an der gleichen Stelle auch seine Plakate auszuhängen. Diese Parteilichkeit der Regierung sei bedauerlich und verwerflich. In dem Kampfe gegen das Volksbegehren werde von den Regierungen in geradezu schrankenloser Weise gegen die einfachsten Staatsgrundsähe und gegen die Grundlagen der Verfassung, die sonst immer als ein Heiligtum hingestellt würden, verstoßen. Runmehr wandte sich der Redner einer Besprechung des Inhalts des Volksbegehrens zu. Zum § 1 (Kriegsschuldlüge) vertrat er den Standpunkt, daß die bisherigen amtlichen Kundgebungen gegen die Kriegsschuldlüge nicht genügen, ba sie nur Reden, nur Monologe vor dem deutschen Volke ohne jede Wirkung nach außen gewesen seien. Der Ausschuß für das Volksbegehren wolle mit seiner Forderung in dem Volksbegehren erreichen, daß der Widerruf der Lüge von der deutschen Schuld am Kriege in einer feierlichen Rote den Ententeregierungen ohne Rückhalt amtlich mitgeteilt werde, daß daraufhin die Streichung des § 231 des Versailler Vertrages (Kriegsschuldlüge) gefordert werden solle, und damit der Fortfall aller Folgerungen, die sich jetzt auf der Kriegsschuldlüge aufbauen, einzutreten habe. Dann werde unsere Ehre als Ration vollkommen wieder hergestellt sein, und auch die Tributverpflichtungen müßten eine starke Minderung erfahren. Hinsichtlich der Räumung des besetzten Gebietes (§ 2 des Volksbegehrens) sei zu sagen, daß man nach den Reden hervorragender Franzosen (u. a. Kolonialminister Maginot) in dieser Hinsicht noch sehr zweifelhaft fein müsse. Im übrigen aber hätten wir ein Recht auf die Räumung des besetzten Gebietes als selbstverständliche Folgerung der Abmachungen von Locarno und Thoiry. Die im § 4 des 'Volksbegehrens vorgesehenen Strafbestimmungen fänden durchaus keine Anwendung auf die gegenwärtig in der Regierung amtierenden Minister, oder auf zurückliegende Vertragsabschlüsse, sondern sie sollten nur für künftige Abmachungen nach Annahme dieses Gesetzes gelten. Es sei auch niemals die Rede davon gewesen, daß der Reichspräsident mit unter diese Strafvorschrift fallen solle, sie beziehe sich nur auf den Reichskanzler, die Reichsminister und deren Bevollmächtigte. Rach einer Polemik gegen die Rundfunkrede des Reichsministers von Guerard ging der Redner zur Besprechung des Houngplanes über. Er betonte, daß dieser Feine Lastenminderung für uns enthalte, da man doch nicht nur die Reparationszahlungen, sondern auch die Rebenleistungen berechnen müsse, daß dieser Plan ebenso unausführbar sei wie der Dawesplan, und daß die im Reichsausschuh vertretenen Dolksteile deshalb den Voungplan von vornherein zu Fall bringen und den Bankerott des Dawesplanes durch Inkraftsetzung der Transferschutz-Bestimmungen (Einstellung unserer Zahlungen auf Grund der Währungsschuhbestimmungen) her- beiführen wollten. Es falle niemand vom Reichs- ausfchuß ein, den Dawesplan weiterlaufen zu lassen. Der Voungplan bedeute für uns nicht nur die Fortdauer der bisherigen unerträglichen Zahlungslast, er enthalte tatsächlich auch keinerlei Revisionsbestimmung, dagegen sei in ihm aber vorgesehen, daß die Kontrolle Deutschlands fort- bestehe, allerdings jetzt durch die zu schafsenkte internationale Tributbank. Auch die Reichsbahn und die Reichsbank würden nicht frei werden. Im Huag seien unsere Unterhändler sogar noch über den Voungplan hinausgegangen. Untragbar sei e^ für uns auch, daß wir für die künftigen Tributzahlungen die erforderlichen Devisen uns selbst besorgen sollten, wobei wir bei den Treibereien an der Börse noch mehr zu zahlen haben würden. Das alles seien Gründe genug, sich gegen den Boungplan zu wenden. Jeder Deutsche müsse sich im Interesse unserer Wirtschaft, unserer politischen Freiheit und unserer Rachkommen verpflichtet fühlen, unter allen Umständen alles zu vursuchen, um das Volksbegehren gegen den Voungplan durchzubringen. Mle, auch die Beamten, müßten sich in die Listen für das Volksbegehren einschreiben. Die Verfechter des Volksbegehrens führten den Kampf für das deutsche Volk und seine Zukunft, und dabei müßten alle Deutschen mithelfen durch die Einzeichnung in die Listen. (Anhaltender lebhafter Beifall.) keine Aussprache.' Obwohl zur freien Aussprache Gelegenheit gegeben war, meldete sich niemand zum Wort, so daß Dr. L e n z gegen 10,45 Uhr die Versammlung schließen konnte mit der dringlichen Aufforderung, sich zahlreich für das Volksbe- gehren in die aufliegenden Listen einzuschreiben. etwa 7 Meter. Zur Zeit wird nun von dieser Quelle bis zur tiefer gelegenen ersten Quelle eine Rohrleitung gelegt. Die Arbeiten werden von der Firma Weimer, Gießen, ausgeführt. Mit Hilfe von starken Dohlen und Stützbalken ging man biä auf die Tiefe von etwa 7 Meter. Beim Wessen des Wassers stellte es sich heraus, daß am unteren Ende des Grabens mehr Wasser abfloß als an der Quelle selber. Um nun sämtliches Wasser von beiden Seiten aufzufangen werden besondere Sieberohre gelegt, die in der Kiesschicht zu liegen kommen. Rach oben werden sie mit Beton abgedichtet, damit das Tagwasser nicht zufließen kann. Bei den letzten Meßver- suchen des abfließenden Wassers kam man zu dem erfreulichen Ergebnis von über 200 Kubikmeter Wasser in 24 Stunden. Das entspricht ungefähr der Menge, die zur Zeit die gesamte Wasserleitung liefert. Die Quelle in den Mühlwiesen soll in einen kleinen Behälter geleitet werden, von da wird dann das gesamte neu gewonnene Wasser mittels Motorpumpe zum Hauptstrang gepumpt werden. Man hofft, bei gutem Wetter die Arbeiten bis Ende Rovember erledigt zu pa6en._ 3m Dorfe herrscht allgemeine Zufriedenheit darüber, daß unsere Wasserversorgung nach Beendigung aller Arbeiten wohl nun endlich allen Ansprüchen genügen wird. (X) Holzheim, 25. Oft. Durch die Reu- herrichtung der Landstraße Grü- n i n g e n — H o l z h e i m und weiter gegen Gam- bach b:s Kreisgreiize wurde auch unsere Hauptstraße wieder in guten Zustand gebracht. Zur Festigung der obersten Schicht der gewalzten Schottersteine benutzte man Traßkälk, ein Verfahren, das in Oberhessen erst zum zweiten Male probeweise angewandt wurde. Hoffentlich bewährt es sich. In den letzten Wochen ließ nun die Gemeinde auch in fast allen anderen Straßen des Dorfes Ausbesserungsarbeiten vornehmen und große Strecken des Fußsteigs und der Rinnsteine umpflastern, eine Maßna^re, die allgemein begrüßt wird. Unsere Straßen sind jetzt alle in tadellosem Zustand. — Zur Gemeinderatswahl wurden hier drei Listen eingereicht, zwei von Landwirten und Gewerbetreibenden, die dritte von Arbeiterseite — Die Obsternte ist sehr reich ausgefallen. Leider ist die Dachfrage nicht groß. Das Obst zeigt Reigung zu Fäulnis, und um es vor dem Verderben zu bewahren, sieht man sich gezwungen, e$ zu Wein zu verarbeiten. — Seit Jahren ist dre Bautätigkeit hier im Vergleich zu anderen Dörfern auffallend gering. Dieses Jahr wurden nur ein Doppelhaus und drei Einfamilienhäuser errichtet. Sie stehen an den Ortsaus- gangen nach Dorfgill und ©rüningen. Durch die günstige Witterung des Jahres schritten die Arbeiten gut voran. Zwei der Einfamilienhäuser stehen vor der Vollendung und sollen noch im Herbst bezogen werden. ! Langd, 24. Okt. Der Autobus des Zweckverbandes Schotten — Hungen, der die Orte Hungen, Langd, Rodheim, Rabertshausen, Ulfa und Eichelsdorf verbindet, hat, nachdem er während des Sommers mit eingeschränktem Fahrplan fuhr, nunmehr seinen vollen Fährbetrieb wieder aufgenommen. Kreis Friedberg. 1 Steinfurth, 24. Okt. Für die kommende Gemeinderatswahl sind drei Wahlvorschläge eingereicht worden. Gärtner und Bauern haben eine vereinigte Liste aufgestellt. Auf ihrer Liste steht an erster Stelle Eberhard Uhl. Wahlvorschlag 2 ist von den Arbeitern ausgestellt und hat als Spitzenkandidat Konrad S) c n g ft I. Aus der Liste der Gewerbetreibenden und ^Beamten ist an erster Stelle Johannes Philippi vorgeschlagen. — Dieser Tage standen hier 10 Morgen Ackerland von dem v. Löwjchen Gute der Herren Erwin und Map von Löw zum Verkaufe. Es wurden 300 bis 500 Mark für den Morgen geboten. Auf fünf Morgen wurde überhaupt nicht geboten, ein Zeichen, daß auch hier die Geld- knappheit stärker ist, als der Landhunger. Kreis Büdingen. ?" Ridd a, 25. Okt. Von vielen Viehzüchtern unseres Tales, die seither auf den Weidegang ihres Viehes verachten konnten, wird in diesem Jahre wieder die H e r b st w e i d e in Anspruch genommen. Man will die knappen Futtervorräte schonen und grei't deshalb zu einem alten Brauch zurück. Der Graswuchs auf den Wiesen ist recht üppig, so daß sich der Weidgang lohnt. Im allgemeinen hofft man, den Viehständ unvermindert erhalten zu können. Rur bei größeren Diehwirtschalten mußten Verkäufe vorgenommen werden. Kreis Schotten. Schotten, 25. Okt. Zur Kreistags- Wahl sind 7 Wahlvorschläge eingereicht, die folgende Spitzenkandidaten auftocifen: 1. So - zialdemokratische Partei (Friedr. Hofmann ll., Schotten): 2. Vereinigter Wahl- Vorschlag Hess. Landbund, Deutsch- nationale und Deutsche Volkspartei (Friedrich Wilhelm Stein, Stumpertenrod): 3. Gewerbetreibende (Gustav Limpert, Gedern): 4. Demokratische Partei (Daniel Schanz, Ober-Schmitten): 5. Wahlvorschlag Blei-Göllner (Karl Blei, Scho t:n). 6. E v. Volksgemeinschaft (Heiir.ch Kneip, Burkhards): 7. Unparteiische Wählerliste (Otto Högy, Laubach). Im vorigen Kreistag hatten Demokraten und Deutsche Vollst, artei je einen Sih, Ev. Vollsgemeinschast 2, Sozialltemo- kraten 4, Landbund und Deutschnationale 13 Sitze. Y Gedern, 25. Okt. Zur bevorstehenden G e- meinderatswahl sind hier sechs Wahl- vorschläge eingereicht worden. Diese tragen als Kennwort die Ramen der folgenden Spitzenkandidaten: Bernhard Bauer, Wilhelm Birx, Karl Funk, Konrad Gerlach, Heinrich Pfeiffer und Ludwig Samuel. — Der Reichspostminister bat in den letzten Tagen grundsätzlich einem R e u- bau eines Postgebäudes in Gedern zu gestimmt. In den nächsten Tagen werden nun die weiteren Verhandlungen zwischen der Obec- postdirektion Darmstadt und der hiesigen Bürgermeisterei ausgenommen. — Dieser Tage wurde der bekannte Gederner „GroßeSee" ausgefischt, wobei man 44 Zentner Karpfen, P/i Zentner Schleien und etwa 10 bis 12 Zentner Karpfenbrut bergen konnte. Die Karpfenbrut wurde in den mittleren See gesetzt, während die übrigen Fische zum größten Teile in das Fischhaus an der Oberseemer Straße gebracht wurden, wo sie auf Abruf verkauft werden. — Der Gesangverein „Liederkranz" veranstaltete einen wohlgelungenen Familien abend, bei dem nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Postsekretär Seum, der Sängerchor unter der Leitung seines Dirigenten Lehrer Riedel mit einer Anzahl Chorgesänge erfreute. Die Sänger Ludwig S t i e b e l i n g und Hermann R u l l - mann wurden angesichts ihrer 25jährigen Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernannt und durch entsprechende Diplome ausgezeichnet. Bei frohgestimmter Geselligkeit nahm der Abend in allen Teilen einen allgemein befriedigendem Verlauf. Kreis Alsfeld. .tefr Alsfeld, 23. Okt. Stadtvorstands- sitzung. In der am letzten Dienstag ad- gehaltenen Sitzung wurde zunächst über die Bürger steigverlegung in der Altenburger Straße vechandelt, die im Einverständnis mit der Provinzialverwaltung anläßlich der demnächstigen Teerung der Ortsdurchfahrt Alsfeld — Altenburg vorgenommen werden soll. Der darüber von dem Stadtbauamt vorgelegte Voranschlag in Höhe von 2867 Mk. wurde genehmigt. Die Ausführung der Anlage ernes erhöhten Bürgersteigs in der Alicen st raße wurde dem Adam GclbeiS zu den eingereichten Einheitspreisen übertragen. — Verbreiterung der sog. Hohl. Die Er- Weiterung dieser Straße ist durch die Kanalisierung und durch den gesteigerten Verkehr nach der mechanischen Kleiderfabrik Bücking, die in ben letzten Jahren ihren Betrieb erheblich vergrößert hat, notwendig geworden. Entsprechend dem Antrag der Baukommission wurde beschlossen, im unteren Teil die Verbreiterung erst über öem Lagerschuppen der Firma Ernst Diegel beginnen zu lassen. Dagegen soll die Erweiterung aus der gegenüberliegenden Seite, wie im Plan vorgesehen, durchgeführt werden. Die zwischen der Bürgermeisterei und den einzelnen Llnlie- gern am 14. Oktober 1929 hinsichtlich des Geländeerwerbes und der Vergütung für Versetzen von Einfriedigungen getroffene Vereinbarung wurde genehmigt. Der vorgelegte Voranschlag des Stadtbauamts mit einer Gesamtsumme von 14 706,40 Mk. über den Ausbau der Hohl wurde genehmigt. — Infolge Feuchtigkeit der Wände ist eine Reuherstellung der elektrischen Beleuchtungsanlage in der Walpurgiskirche notwendig geworden. Der Zuschlag für die Arbeiten wurde dem Elektro- meister Richard Listmann zu seinem Angebot vom 5. Oktober mit 2040.15 Mk. als Wenigstnehmen- den erteilt. — Ein Schenkungsantrag der Frau Margaret e Richter Wwe über 1000 All. wurde angenommen. Hiervon sollen 60 Mk. für die Prolongation von zwei Grabstätten verwendet werden. Die Zinsen von dem iwrigen Seil der Schenkungssumme sollen zur Anschaffung von Brennmaterial für alte bedürf- frischduftende, geschonte Wäsche. W E 2 kl, «ticibn. 8m°"*n. 24. Off »- * K' L'^ ?On den '2lr[)Pibet^rh Um rs-Li-B LrZAs ä£'ä '■"1 ®»'Sen „rüt-ötn®»r. *. d°b «ud, ?i'„“b"tapt ’ ^üliitgen, MnÄ®1'5’ 'N Stofen den «der »ie 5,S"'W ien. toiif ?cihe SrÄ Stils i,*S «.-LZ $ Schotten. WZZ > J«Jortei (gtieh. Hof. Landbund, Deutlck. • viein Stumpertenrod): 3. nde (Gustav Limpcrt, Gr. catische Partei (Daniel mtten): 5. Wahlvorschlag Karl Tlri, Echo t:ni, 6. 6® haft (Heinrich Kneip, Durl- rtensche Wählerliste ach). Im vorigen Kreislag und Deutsche Dclisdartei je lsgemeinschast 2. Sozioldemo. und Deutjchnaiionak 13 Litze. Oft Jur bevorstehenden Gr- hl sind hier sechs Wahl« erricht worden. Diese tragen Namen der solgenden Spitzen« ard Dauer, Wilhelm Art, ch Verlach, Heiniich Pfeisser d. — Der Reichspostminisier igen grundsätzlich einem 2 e u- ■gebäubeä in Gedern nächsten Sagen Verden nun Ölungen zwischen der Obtv bt und der hvesE karget' M. - Mer Tuge wurde euer .GrvßeSee" aus« man 44 Zentner Karpfen, n und etwa 10 bis 12 Zentner n tonnte. Die Karpsenbrut irren See gesetzt, während die i größten Teile in das Fisch' irmer Straße gebracht Wunen, verkauft werden. - Der Ge« iederkranz" veranstaltete neu Familienabend, bei dem tmg durch den Dorschen!^ n, der Sängerchor unter der -iaenten Lehrer 2 re del nut igesänge erfreute. Die Sänger ing und Hermann Äul aesichts ihrer 25jahrigen W renmitgliedern ernannt bende Diplome ausgezeichnet. 57s««in W«W* ciS Als!-». n fift Stadtvorstands' fetzten Dienstag K ■r am leo«11. T« .-.u, p,e I mröe Ilten« rIlu"Sf > Lechanöeltz^ —, Ortsdurch' ien Leerung ycrM von 0 M Äl mrde in Hohe von M LusfÄrung inder jun« dem -(^ttagen. ,mheitsvrcrsen ^ 6v i per so5 Ti ftanalv den 9e,tv9; Sfl(fing. öie m Kleiderfoorrk.? ^tzlich v^ ^ten Dein» ^sprechend ’ s:a 0e®or^'ILid)e befch^s' werden- 5* ’ Qinlic 'chge/7g der « € tuNS^dig ward« vB LrHeiten 2lng<^n. LKssch Rundfunkprogramm T rgesollschafte ' Senckenbcrg-Viertclstun e Freitag, 1. November. 12.15: Schallplattenkonzert: Geistliche Musik. 15.15 bis 15.45: „Winke und Ratschläge für die Berufswahl der Mädchen", Bortrag von Regierungsrat Dr. Anders, Referentin für Berufsberatung beim LarCesarbeitsamt Hessen. — Für Kinder vom 12. Jahre ab. 16 bis 17.45: Konzert für Flöte, Klarinette und Klavier. 18: Lesestunde. tige Leute Verwendung finden. — Dom Landes- akbeitsamt Hessen sind nachträglich Beiträge für die Gcmeindebeamten zur Arbeitslosenversicherung verlangt worden mit der Begründung, daß die Bestimmung der Ortssahung über die Ansteilungs- und Desol- dungsverhältnisse der Beamten der Stadt Alsfeld nicht ausreichen, um eine Befreiung von der Dersicherungspflicht zu rechtfertigen. Da im Hinblick aus die vom Oberversicheruirgsamt bereits gefällten Entscheidungen eine weitere Weigerung aussichtslos erscheint, wurde beschlossen die nachträglich verlangten Beiträge zu bewilligen — Der Voranschlag über den Kanal- anschluh für das Hotel „Deutsches Haus" in Höhe von 2020 Ml. wurde genehmigt und der erforderliche Kredit bewilligt. Wei- Dienstag. 29. Oktober. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Marsch- Konzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Aus dem Wunderreiche der Ratur: Der Mi- krobenjäger — „Mikroben als Gefahr". 16: Haus-- frauen-Rachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenverein. 17: Vortragszyklus des Frauen-Verbandes Hessen Rafsau und Waldeck: „Erzichungsfragen der Klnnstadt", Vortrag von Frau Prof. Maric-Anne Kuntze. 17.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Lefestunde. 18.20: „Käthe Kollwih", Vortrag von Luise Diehl. 18.40: Funkhochschule. Abt. Gesundheitswisscn- schaft. 19: David Luschnat liest aus seinen Kurzgeschichten „Gott und das Kind". 19.30: Unterhaltungskonzert. 20.25: Sonaten-Abend. 21 3^ bis 22.15: Eine heitere Sch.ll^lett n-Jmprcv s. t on: Am Plahl, aus München von Carl Struve. 22.30: Unterhaltungskonzert. Mittwoch, 30. Oktober. 11.15 bis 1'.45: Sch l un'— G.g.nwartsstunde: „Die Kulturlichtspiele im Rovember", vorgetragen von Rektor F. Hürten. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: O: ehester K n ert (Die Landschaft in der Musik). 15.15 bis 15.45: Stunde der Lugend: „Don hilfreichen Kobolden", vorgetragen von Rektor K. Wehrhan (für Kinder vom 10. Jahre ab). 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Bücherstundc. 18 20: ter wurde beschlossen, sämtliche Fremdenzimmer des Hotels „Deutsches Haus" mit fliehendem Wasser zu versehen. Der darüber vorgelegte Voranschlag wurde genehmigt. Die Ausführung wurde davon abhängig gemacht, dah der Pächter Hermann Schnall di« gesamten Anlagelosten mit 10 Prozent verzinst. — Ein Voranschlag über nachträgliche Anpflanzungen auf dem neuen Friedhofs» teil unö in den Anlagen der Stadt in Höhe von 426,50 Mk. wurde genehmigt. — Unter Mitteilungen gab der Dors.yende ein Schreiben von Prof. Dr. Eger für die Giehener Studentenhilfe bekannt, worin dieser der Stadt seinen Dank ausspricht für den kürzlich bewilligten Betrag von 100 Mk. zum Ausbau des Gießener Studentenhau^es. Sonntag, 27. Oktober. 7 Uhr: Don Hamburg: Hafenlonzert. 8.15 bis 9.15: Katholische Morgenfeier. Ausgewählte Gesänge des Gregorianischen Chorals. 11: Stunde der Jugendbewegung: „Dom romantischen Erleben", Dortrag von Dr. Wehn vom Landesjugendamt Wiesbaden. 11.30: Erziehung und Bildung: Elternstunde. „Rütli-Schule Reukelln, eine Reformschule", Vortrag von Direktor Jensen. 12: Blaskonzert. 14.30: Chorkon-ert des Kirchenchors der Luthergemcinde Frankfurt a. M. 15.30: Stunde der Jugend. Kindertheater: „Frau Holle" ein Erntespiel von Irma Dresdner. 16.30: Unterhaltungskonzert. 18: Stunde des Landes: 1. „Ein Gang über die Gemeindeviehweide auf dem Westerwald", Führung mit dem Mikrophon von Landwirtschastsrat Schuche-Rößler, Westerburg, und Hugo Ramm. 2. „Selbsthilfe und Gemeinsinn auf dem Lande", Vortrag von Pfarrer A. Meyenfchein, Kassel. 19: Stunde des Rhein- Mainischen Verbandes für Volksbildung: Die Zigeuner in der Volksdichtung, Rezitationen von Bertha Schemann, Freiburg. 19.30: Sportnachrichten. 20: Malmgreen. Eine Chronik der Ro- bilc-ExPedition im Mai 1928. 21.15: Saxophonkonzert. 22.15: Tanzmusik. Montag, 28. Oktober. 12.15: Schallp attcnlonzert: Orchester-Konzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Eine Reise nach dem mittelalterlichen Prag", nach eigenen Erlebnissen. Vortrag von Emil Richter (für Kinder vom 12. Jahre ab). 16 bis 17.45: Reportage aus der Preußischen Domäne in Eltville. 18: Lesestunde. 18.20: „Reue italienische Literatur", Vortrag von Professor Rovidotti. 18.50; E:glische Literaturproben. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Zweites Montagskonzert des Frankfurter Orchcstervercins. 22.30: Hans-Reimann- Abend. 2. Teil, Vortrag von Dr. R. Mertens. 18.35: Stenographischer Fortbildungskursus. 18.50: Französische Literaturproben. 19.05: Fran b ischer Unterricht. 19.30 bis 22: Lieder- und Aricn- Abend. Donnerstag, 31. Oktober. 12.15: Schallplattertonzeri: Aus neuen Operetten, Revuen und Tonfilmen. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Fabeln und Parabeln der Weltliteratur. 16 bis 17.45: Kon e t des Rundfunkorchesters. 18: Lesestunde. 18.20: Zehn Minuten Wanderratfchl" ge des Taunusklubs. 18.30: Von Kassel: „Ein Journalist startet durch drei Erdteile", Vortrag mit Schallplotten von Dr. Friedrich Koch-Wawra. 19 30: Unterhaltungs- Konzert. 20.15 bis 22.15: Die Strohwitwe. Operette in drei Akten von August Reidhardt. Musik von Leo Blech. 22.30: Unterhaltungskonzert. 18.30: Schachstunde. 18.50: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 19.10: Film-Wochenschau. 19.20: Dries tast en. 19.30: Sin- sonie-Konzcrt des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 21.30 bis 22.30: Gefangener Rr. XVI11. Ein Hörspiel von Karl Albrecht Böhringer. 23: Aus der Etadthalle Stuttgart: Uebertragung aus dem Sechstagerennen. 23.30: Kammermusik mit Gitarre. Samstag, 2. Rovember. 11.15 bis 11.45: Schulfunk — Musik: „Das Landsknechtslied" — Cesang: Ernst Fleischhauer, vorgetragen von Studienrätin Cilla Geis. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: BallcUen. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Lieieriranze — Liedervorträge Frankfurter Schulen. 16: Konzert des Rundfunkorchesters. 16.30: Uebcrtragung aus der Stadthalle Stuttgart: Stand des Sechstagerennens. 16.50: Tanz- tee. 18: Lesestunde. 18.20: Dichter des Herbstes. 18.40: „Die Stellung des Arbeiters zur Maschine", Vortrag von Dr. Henrik de Man. 19: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Der Himmel im Rovember. Die verschiedenen Arten der Gestirne", Vortrag von Prof. Edmund S.ttig. 19.30: Unterhaltungs-Konzert. 20.15: Zeitberichte. 21: Konzert des Rundfunkorchesters. 22 bis 23: Zeitgenössische polnische Literatur. 1: Aus der Stadthalle Stuttgart: Uebcrtragung aus dem Sechstagerennen. 1.10: TanzmusU. Übertragung aus dem Sechstagerennen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 20. Oktober. 22. Sonntag nach Trinitatis. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrassistent Schlaudraff: 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfarr- assistcnt Schlaudraff: 6: Pfarrer Mahr. — Johan- neskirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld', 11: Kinderkirche für die Iohannesgerneinde; Pfarrer Ausfeld: 6: Pfarrer Müller: 8: Bibelbesprechung im Johanncs- saal; Pfarrer Müller. — Kapelle des Alken Friedhofs. 9 30: Pfarrer Lenz. — Elisabeth-Kleinkinder- schule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas: 6: Pfarrer Lic. Waas. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst zur Kirchweihe: Abendmahl für die Aeltesten; 11: Kin- dergottesdienst. — Wieseck. 9: Beichte: 9.30: Predigt- gottcsdienst, im Anschluß Feier des hl. Abendmahls. — Alken-Duseck. 9.30: Beichte; 10; 11: hl. Abendmahl; 1.30: Trohe; Erntedankfest. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 1.30: Lollar; Feier des hl. Abendmahls für die alten Gemeindeglieder. — Haufen-Garben- lclch. Erntedankfest. 10: Hausen; Frauenchor; 1: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 9: Beichte; 9.20: Predigtgottesdienst, im Anschluß Feier des hl. Abendmahls (jüngere Eheleute); Kollekte; nachmittags fällt wegen Vertretung in Grüningen aus — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Erntedankfest; Mitwirkung von Fraucnchor. Posaunenchor und Chorschule: Kollekte für die Leipziger Mission und die Mission der Brüdergemeinde; 12.45: Kindergottesdienst mit Erntefestspiel. — Rieder-Bessingen. 2: Stiftsdechant Kahn; Erntedankfest; Kollekte wie in Lich. katholische Gemeinden. Samstag, den 26. Oktober. Gießen. 16 und 19 Uhr: Beichte. Ein fremder Priester wird Beichte hören. Sonntag, 27. Oktober. 23. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. Christ-Königsfest. Feier des goldenen Priesterjubiläums des Pap» st e s. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Gemeinde; 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt und Ministration. 11: Messe mit Predigt: 14: Rosen- kranzandacht mit Segen; 16.30: Papstfeier für die Jugend und alle Diasporakatholiken. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Prediat. — Rldda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Lollar. In Lollar ist am 27. Oktober kein Gottesdienst. Gießen. Montag, 20 Uhr, ist Papstfeier für die Erwachsenen. Die Rosenkranzandacht ist am Montag nicht 20 Uhr, sondern 18.30 Uhr, an den übrigen Tagen um 20 Uhr. Counta. Sdte st Kcrttc u/lluotbeFfi nm 27.10.29 Or. W. Klein, nd. Dr. (9üulev. Velikan-Avoibeke. SabimrAt: Dr. Adam. *D Eine Quelle menschlicher Leiden und Quälereien sind die Hämorrhoiden. Ungefähr ein Drittel aller Menschen leiden daran, ohne daß es bisher möglich war, diese Krankheit mit wirklichem Erfolg zu bekämpfen. Man wußte nicht, daß die eigentlichen Hämorrhoidalentzündungen durch die Darmbakterien verursacht werden. Heute kann man Hämorrhoiden leicht beseitigen, wenn man sich diese neuesten Forschungsergebnisse zunutze macht und das Posterisan anwendet. Aufklärende Broschüre ist in allen Apo« theken kostenlos erhältlich. — Originalpackung Posterisan-Salbe RM. 1,75; — Posterisan-Zäpfchen RM. 2,65. 8772V •ß*V_ k_y Tableften Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel bei Rr.euma.Gicht.lschias.Gnppe.Nerven- und Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten. Laut notarieller Bestätigung anerkennen üb.5000Ärzte, darunter viele bedeutende Professoren, die gute Wirkung des Togal. Ein Versuch überzeugt! Frag. Sie Ihr. Arzt. In all. Apoth. 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Abonnement auf oldrei musikalische,zwei literarische) Abende: bei C allier res. Platz 2.50 Mk. Für Mitglieder und Hörer nur sehr! fliehe Bestellungen bei der Gesch.'lftssi eile, Wolfstr. 10: Mitglieder res. Platz 1.50Mk..eingeschriebene bzw. angeme dete Hörer 2 Mk. Abgabe der Abonnementskarten a.d. Abendkasse GiefeenerKonzertverein ERSTES KONZERT Donnerstag, 31. Oktober 1929, 19.30 Uhr, im Stadttheater: Symphonie-Konzert Ausführende: DAS KOBLENZER STÄDT ORCHESTER Leitung: Dr. STEFAN TEMESVARY Sollst: JOHANNES HOBOHM aus München (Klavier) Mozart: Symphonie D-Dur (Köchel 504) — Beethoven: Klavierkonzert E-Dur — Beethoven: Fünfte Symphonie C-Moll Der Konzertflügel „Blüthner" ist aus dem Pianolager Schönau, Seltersweg. Eintrittskarten: RM. 5. — , 4.—, und 2.50 bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Einführungsvortrag der Volkshochschule Sonntag, den 27. Oktober 1929, 11 Uhr vormittags, im Realgymnasium, von Dr. St. Temesvary. Eintritt 30 Pt. 876iu Abonnements für die 10 Winter-Konzerte: I. Platz 35 RM., II. Platz 25 RM., die Ausgabe erfolgt in zwei Raten, ausführliche Prospekte sind bei Ernst Challier zu haben. Die bestellten Abonnements liegen zur Abholung bereit Papst-Feier der Gießener Katholiken am Montag, dem 28. Oktober, abends 8 Uhr, im großen Saale des Katholisch. Vereinshauses aus Anlaß des Goldenen Priesterjubiläums Sr.H.H. Papst Pius XL Redner: H. H. Prälat Eich, Bingen Mitwirkende: Der Orchesterverein Gießen unter Leitung des Herrn Kapellmeisters Weller; Der Kirchenchor; die Katholische Spielgemeinschaft gibt: Calderon: Das Nachtmahl des Balthasar Es ist Ehrenpflicht der Gießener Katholiken, diese Feier zu einer machtvollen Kundgebung zu gestalten. Karten im Vorverkauf bei Bette, Teipel, Grode und im Katholischen Vereinshaus Mark 0.70, an der Abendkasse Mk. 1.- szsuu Gießener Katholiken-Komitee I tmne Prachtvolle Naturaufnahmen, Sitten und Gebräuche der Bewohner dieserWunder- inseln Erlebnisse einer Tierfamilie Hochinteressante Aufnahmen aus dem Tierleben. 6 Preise von RM. 0.80 bis 1.50 Jugendliche haben Zutritt halbe Preise I Lichtspielhaus Bahnhofstraße Sonntag, 27.Okt.1929, 11,15 Uhr | Kultur-Film-Frühvorstellung Reiseerlebnisse auf den Hdschi-Inseln Astoria-Lichtspiele Das große Doppelprogramm 1. Schlager: Tom Mix in seinem neuesten u. besten Sensations- u. Wildwestfilm in 7 Akten: Der Sohn des goldenen Westens 2. Schlager: Polizeimeister Tägfejaff Der Sittenpaß — Emspar^. Ab.^n- teurerfilm aus dem Zarenreich jfhT Akten Lichtspielhaus Nur noch heute und morgen: M I Manolescu I In den Hauptrollen: Brigitte Helm - Ivan Mosjoukin «8 Sowie das lustige Beiprogramm Hj Drucksachen aller Art ÄBsraSHS lic vrüHI'sche UniverfitSt5-vr»ckerei, B. Lange, Stehen. Sdjulftr. 7 Cafe Leib Dienstag, den 29. Oktober, abends 8 Uhr: Nach dem großen Erfolg des L Abends Zweiter und letzter Experimental-Vortrag des Hellsehers m7ü< Erik Jan Hanussen Der gestrige Abend ist den Besuchern mehrgewesen nlseineSensation, er wurde durch die Aufhellung menschlicher Tragödien zu einem tiefgehenden Erlebnis Der Hellseher Hanussen offenbarte geradezu unheimliche Fähigkeiten. Wenn er den Menschen Blatt für Blatt ihres Schicksalsbuches aufschlug und die verborgensten Dinge ars Licht brachte, überlief es die Zuschauer oftmals wie ein kalter Schauder. Man fragt sich, wie ist das nur möglich, wie kann man das erklären? KARTEN zu 1.—, 2.— und num. Plätze zu 2.50 Mk. in der Musikalienhandlung Challier und an der Abendkasse. Ky ffhäuser-Techiiikani Frankcnhansen. ÄS.Äm. für Masch.- u. Automobilbau. Schwach- u.Stark- siromtcchn. Aelt. Sonderabt. fUr Landm. und Flugt. Dienstag, den 29. Oktober, abends 8 Llhr Vortrag von Missionsinspektor Huppenbauer, Lasel AeueSaus denMssionsgemeinden In Afrika un» Vorneo in der Stadtkirche. Kalk Gra> und Weiß-Stück von bester Qualität und größter Ergiebigkeit zu billigstemPreis C. Rübsamen, Gießen Fernsorechcr 3659. 2303D OGraueHaare! Warum älter erscheinen als Sie sind? Schreiben Sie uns sofort. Sie erhalt, kostenlos die Broschüre: „Wte graue Haareobne an färben, dlc Naturfarbe schnell wieder erlangen". 8251V Wiltberaer & Co, Augsburg II 68 Stetten Strane 16, Schliekrsach. BahnhoSs-Restasirant Sonntag den 27. Oktober 6942A Mittagessen za RM. 2.20 Suppe Nelousko Kalbssteak mit frischen Champignons Birnen, Florentiner Art za RM. 3.50 Supoe Nelousko Hulbsolfilet Normandie, Kart. 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November 1929, abends 8 Uhr, entgegen. 8846D Gleichzeitig kauft die Gemeinde einen jungen Zuchtbullen an. Verkäufer wollen sich bis zum obigen Termin ebenfalls weiden. _________Sch ultheiß, Bürgermeister. MlsMlsMeslMlkAMkM durch das Stadt. Wohlfahrtsamt Gießen. Im Deutschen Reiche findet zur Linderung materieller Notstände, insbesondere zur Kräftigung der Jugend, in der Zeit vom 1. November 1929 bis 15. Januar 1930 ein Wohlfahrtsbriefmarkenoerkauf statt. Postalische Gültigkeit der Marken (für In- und Ausland) bis 30. April 1930. Der Wohlfahrtsaufschlag ist auf vielfache Anregung und unter Berücksichtigung der ausländischen Erfa" rungen auf durchschnittlich 50 o. H. — anstatt seither 100 o. H. — des Frankierungswertes festge- setzt worden. Es werden ausgegeben: 5-, 8-, 15-, 25- und 50-Pfennigmarken zum Verkaufspreise von 7, 12, 20, 35 und 90 Pfennig, eine amtliche Bildpostkarte mit eingedruckter 8-Pfennigmarke zum Verkaufspreise von 12 Pfennig und Marken- Heftchen, enthaltend sechs 5-, vier 8- und drei 15-Pfennigmarken zum Preise von 1,50 RM. 8828D Die Marken sind außer an den Postschaltern auch beim Städtischen Wohlfahrtsamt, Gartenstrahe 2, Zimmer Nr. 8, erhältlich. Den Freimachungswert erhält die Deut- sche Reichspost und von dem Wohlfahrtsaufschlag die Gießener Winternothilfe 80 v. h., aber nur dann, wenn die Marken vom Wohlfahrtsamt bezogen werden. verwende jeder. Insbesondere für die weihnachls-, Neujahrs- und Oflerpoff, nur die wohlfahrlsbriefmarken, und taufe er sie beim Städtischen Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 8. Gießen, den 21. Oktober 1929. ________Gießener Winternothilfe. Bekanntmachung Das Städtische Hochbauamt hat aus dem städtischen Pflanzgarten folgende Pflanzen abzugeben: 8853C 230 Stück Obstbäume verschiedener Art (Hoch- und Halbstämme). 300 Stück Zierbäume verschiedener Art 2000 Stück Ziersträucher verschied. Art. Zum Verkauf kommen nur kräftige, gesunde Pflanzen. Anfragen und Bestellungen werden auf dem Städtischen Hocybauamt sowie in dem städtischen Pflanzgarten in der Marburger Straße entgegengenommen, woselbst auch die Pflanzen jederzeit besichtigt werden können. Gießen, den 25. Oktober 1929. Städtisches Hochbauamt: Graoert. | Verkäufe Freihand- Verkauf! Wegen Wegzug und Ausg. d. HanSh.verk. ich Möbel-, HauS- u. Küchengeräie, Lep- vtcbe, Bilder, Kunst- gegenständ., Beleuchtungen, Glas, Porzellan, Service ufro. ab 29. Cft, töflL von 9—12 und 2—4 Uhr v. Frankcnberg, General a. D., Bad- Nauheim, Bismarck» straße 5 II h«4il Zwei echte Velsek Nöllen ein Klavier zu verkaufen. 06903 Brnmlik, Moltkestraße 21. Wenig gebrauchtes Heveen- n. 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November, vormittags 10 llhr, in trm Schulgebäude Langgasse 17. - Aufnahme finden Schüler, die nindestens Opern 1928 oder irüher die Volksschule verlassen haben, ünineldungen find schriftlich oder mündlich an die Landw. Schule Äuhbach zu richten, wo auch jede weitere Auskunft erteilt wird. Oer Leiter der Landwirtschaftlichen Schule Butzbach Qualität und Qualifäts-77rßeit ift das 33efte, & leg antefte und billigfte Langfristige Teilzahlungen! Bei Barzahlung 1O Prozent Rabatti Tisch- und Divandecken in Plüsch und Gobelin Möbelhaus Rud. Leisler Neuenweg 23 Gegründet 1886 - Telephon 3673 ZWa”8 erbet. Tapetenhaus Heinr. Kreiling IMAMMW Glehn! ■ nrt x SlQnbe' lnsbeionben WS der Jugend, in her ÄÄÄ lischrisaustchlag ist QU[ vielsache i unb unter Berücksichtinung L 6m Erfa rungen aus durch. 50 v.si. - anstatt seither 100 Des lMnkierungswertes jestae. len. 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Oie aufzunehmenden Schüler müssen mindestens Ostern 1928 oder früher d e Volksschule verlassen haben. Das Schulgeld beträgt für den ganzen Lehrgang 30 RM. Anmeldungen nimmt schriftlich oder mündlich entgegen und weitere Auskünfte erteilt gerne Hess Landwirtschaftsamt Lich. Vr. Leh r. Gewerbeschule Aidda Staatlich beaufsichtigte, dreiklassige gewerbliche Fachschule mit Abteilungen für: Lauhandwerker, Maschinenschlosser und Elektro-Installateure, Möbelschreiner, Maler und Weißbinder. Beginn des iBlnler-semefters am 28.0lloüer Lezug der Anmeldescheine durch die Schulleitung. Z5J2D Der Dorsitzende des Kuratoriums: Ifingshausen, Bürgermeister. Der Schulleiter: Ditt, Rektor. ■Schule illiSperrholz • ~ £ n m Clche. Gaboon u. Kiefer 3-Wmrn * ä " Bretter und Dielen aller Stärken, -£°2 schwedische und bayerische Hobel- • 2*o breiter. Svalierlatten, Eichen- u. Zoo« Buchen-Schnittwaren liefern in *qO.b allen Stärken lu?D i!is Sagen M L Ko.. ®leßen SSäl Tetevbon 149. 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Oktober, 10 Uhr Aus dem Vorstand scheidet aus: A. MANN. Aus dem Aufsichtsrat scheiden aus: H REEH, AUG. BRAUN, K. BREMER Die Ausscheidenden sind wiederwählbar Für den Aufsichtsrat: Friedr.Vetters LTeitler, Giessen Dammstraße 25p • Kein Laden Dl Scholls 'Lino-Pads ätzen und brennen nicht. Sie sind dünn und tragen nicht auf. Schon das erste Pflaster befreit von den brennenden Schmerzen. Pckg. 1.— Zu haben in allen Apotheken u. Drogerien. Polsterwerkstätte A.Wehrheim,Gießen,Löberstraße17 8641A Pfaff unübertroffen! Achtung Gelegenheits auf!! Wegen Aufgabe des Geschäfts verkaufen wir einen 06892 6/20 kombinierten Vrennabor in flitiem Anstande, vassend für Metzger ober Geschäftsmann, lehr billig. Besichtigung nm 26. und 27. Oktober im Gasthaus „Zum Schwan" Wallkoritratze. Qaaas & Meyertöns. Statt Karten! Heinrich Gerber Elise Gerber geb. 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Die 5 das Telangreic angenehme, toi immer anziehe mit der manch von einer güti nicht der §ol Leider scheint gebracht zu sei, au reden - es charmant ist es Dirlunaskreis dustrie, sie kan pmslcht so em, kann dabei doc stimme bringt i Ausdruck, als Var Zeiten allg Uern soll ma ^uche und Te ®un Stofflichem ^•feunD Tran x»S.» jntjrnotionaie • gS 4kS UÄ Es «m L,"°ch lie s^en gesck wo Pr e : lein 6 fers* feilen gj«» Qa Ordentliche Vsrtreterversammlung am Sonntag, 3. November 1929, vorm. 9 Uhr, im Gewerkschaftshaus Gießen, Schanzenstraße 18 Junker & Ruh, Juno, Oranier Irische Oefen Germanen, Oranier, Cora Petring Oefen sowie Eschöfen (Original Musgravest) Hirzenhainer usw. Ferner liefere ich sämtliche Ersatzteile u. Feuergeriite Edgar Bornaann, Hieb 8579A ii m i Ni A. Holterhoff Söhne, Gießen, Seltersweg 20 8769A 3ÄBB 49D «Hin '«Schaftes sweg 20 W»A n 26. DHober 1929 06162 'kehren sich anznzchen ?e keusch Dellen U6»1' *............... ieehren sich anzuzeigen - Malader H Mach ( 5. Dttot« OT '"‘wÖ*Ä «StWtülSIl'SF ***......... y geschlos: !sen ung geben bekanni Adalbert tzolzinann sabeth geb. Äitting . ben 26. Ottober 1929 (689! ich derber >r geb. ÜWnb ;ern# 26. DHober 1929 6(er uni> *•■•**'. hä 01 ühhej Rr. 252 vierter Blatt Oie charmante Frau. Don Maria Messen. Was eine Frau nicht nur in den Augen von Männern, sondern auch bei anderen Frauen anziehend macht, ist Charme. „Was für eine charmante Frau!" ist oirt besonderes Lob. Charme ist immer die mächtigste Waffe im weiblichen Arsenal gewesen — und ist es noch. Was ist Charme? Eine Frage, die leichter zu stellen als zu beantworten ist. Und doch ist Charme dasjenige, das jede Frau zu besitzen oder sich onzueignen wünscht. Charme ist tote Radium, es ' ist nur wenig davon nötig, um großen Einfluß ousüben zu können. Das Aeuhere spielt dabei fast gar keine Rolle. Kennen wir nicht auch in unserer Umgebung Personen, die zwar kein schönes Aeuhere haben, aber doch sehr anziehend sind? Charme läßt die perjönlichen Schönheitsfehler vergessen und verleiht die _ größte Anziehungskraft, während dieselben Schönheitsfehler bei einer Frau ohne Charme um so schärfer hervortrcten. Charme kan t in einem 03;id, einem Lächeln, einer Geste, in der Stimme — ganz besonders in der Stimme — liegen. Charme ist ohne Zweifel ein unschätzbares Vorrecht: wem sie schon in der Wiege mitgegeben wurde, der ist ein Bevorzugter. Diele verwechseln Charme mit Persönlichkeit, doch es kann gut jemand eine große Persönlichkeit sein und doch keinen Charme besitzen. Ob man sich Charme aneignen kann? Ich glaube wohl, wenigstens bis zu einem gewissen Grade, doch es ist eine schwere Kunst. Ein bewußtes Streben nach Charme hat selten Erfolg. Wahrer Charme kommt von selbst, ungezwungen, deshalb bewegen sich die charmanten Menschen auch natürlich und ungezwungen. Rücksicht gegenüber jedem Menschen ist die Grundlage des wahren Charme. Otat rlich braucht man dabei nicht immer seine eigenen Ansichten preiszugebcn. Man kann und soll seinen eigenen Standpunkt vertreten, um sich von anderen zu unterscheiden, doch deshalb kann man doch taktvoll Vorgehen und braucht nicht nutzlos Meinungsverschiedenheiten hervorzurufen. Jemand, der an allem Kritik üben will, ist gewiß der letzte, den man „charmant" nennen kann. Schnippische Menschen — eine spezielle weibliche Untugend — sind niemals charmant. Ebenso wird eine Person, die andere Menschen immer korrigiert, wenn sie etwas verkehrt sagen, so gut dies auch gemeint ist, nie Charme besitzen. Die Menschen lieben das nicht — und es ist auch nicht immer nötig. Studiert eure Bewegungen, den Gang, die Haltung, die Geste. Findet ihr etwas Eckiges dabei, dann sucht dies zu verbessern durch Hebung, denn ein unbeholfenes, linkisches Wesen hält allen Charme fern; Charme ist Grazie und Ungezwungenheit. Ein gepflegtes Aeuhere gehört dazu. Man sorge, daß die Kleidung stets sauber uni) nett ist, die Strümpfe immer frisch und ohne Sprihslecken sind. Hän e. Fingernägel und Haar müssen sorgsam geb liegt sein. Sorgfalt im Aeußr- ren kann jeder sich aneignen. Und dann die Stimme! Die Stimme ist in vieler Hinsicht wohl das Belangreichste. Eine häßliche Frau, .die eine angenehme, wohllautende Stimme besitzt, wird immer anziehend fein. Auch das ist eine Gabe, mit der manche Menschen schon bei der Geburt von einer gütigen Fee bedacht werden; wo dies nicht der Fall ist, kann nachgeholfen werden. Leider scheint es in unserer modernen Zeit angebracht zu sein, mit einer lauten, harten Stimme zu reden — es ist vielleicht sportmäßiger —, doch charmant ist es nicht. Eine Frau kann sich einen Wirkungskreis suchen im Handel, in der Industrie, sie kann Sport treiben und in jeder Hinsicht so emanzipiert sein wie sie will, sie kann dabei doch echt weiblich bleiben. Unsere Stimme bringt unseren Charakter viel mehr zum Ausdruck, als wir meinen. Habt ihr niemals Teekuliur. Dcm Anna Kappstein. In Zeiten allgemeinen Mißverstehens zwischen Völkern soll man doppelt auf die verkündenden Bräuche und Gewohnheiten achten. Sie wurzeln oft im Stofflichen, in gemeinsamer Dorliebe für Speise und Trank. Sie springen ins Auge, wenn man des Teeverbrauchs in aller Welt gedenkt. Tee mit seinem Aroma, der geistigen Beschwingtheit, die er anregt, ohne zu erregen wie der Alkohol, wirkt unkörperhaft, und man begreift, daß im Zeichen der „blauen Stunde", wie die Franzosen die dämmrige Teestunde nennen, sich in den Teesalons der Länder eine internationale Verständigung anbahnt. International ist auch die Sitte der musikalisch begleiteten Rachmittagstees in den vornehmen Hotels geworden; der Tanztee ist nur eine Abart. Der Tee sollte dem gehobenen Gespräch, einer zierlichen Gymnastik des Verstandes, einer anmutigen Erschlossenheit der Seele, gehören. Schwere Mahlzeiten verdummen. Sie brauchen zudem einen Aufwand an Zurichte und Bedienung, der einer beflügelten Geselligkeit hinderlich ist. Teestunde kann in kleinem Kreise ganz in die Hand der Hausfrau gegeben werden, bei zahlreichen Gästen sich unbefangen munter entfalten, und noch der Teetisch für zwei, mit feinstem Porzellan und Silber und wenigen erlesenen Blumen geschmückt, kann ein Altar der Poesie sein. _ In Deutschland danken wir der Rotzeit das tiefere Verständnis für den Tee. Er bot die billigste Form der Gastlichkeit, und weil doch alle Nebendinge fehlten, gab man sich um so inniger der Stimmung hin, die den honiggelben Trank umschwebt. Ein stärkerer Teetrinker war von je der Engländer, ein eigensinniger Teetrinker,' der — wo er den Gasthofsverhältnissen nicht traut — fein Teegerät bei sich führt und zwischen den Trümmern der Akropolis oder im Kolosseum sich selbst mit aller Gelassenheit feinen Fünfuhr- tec aufbrüht. Wo man in Italien, Spanien, in den nordischen Ländern einen guten und gut servierten Tee erhält, weiß man: hier kolonisierte England. Es hat die Teekultur verbreitet. Man trinkt in England ausgezeichnete indische Tees, läßt den Aufguß jedoch meist zu herb werden. Aber so reizend wie die Teestuben ist die Som- Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 26. Moder (929 Aus dem Reiche der Frau. jene tiefe, wohllautende Stimme gehört, eine Stimme, die unser ganzes Interesse dem Sprecher zuwandte? Das ist Charme. Eine angenehme Stimme darf nicht hoch und schrill, noch grob und laut, sie muh voll und zart, musikalisch lein. Lind weiter gehört zum Charme auch etwas Humor. Damit läßt sich viel Unangenehmes im Leben leichter tragen. Cs geht ein eigener Reiz aus von den Menschen, die sich nicht von jedem kleinen Fehlschlag entmutigen lassen, sondern tapfer jedes Hindernis mit Humor zu nehmen wissen. Wer frisch und gesund aussieht, fröhlich, zufrieden und echt weiblich ist, die Schwächen anderer übersieht, sich angenehm unterhalten kann, ist auf dem besten Wege, charmant zu werden. Mein Pelzmantel. Don Margret Halm. Jeder Frau — jedes herangewachsenen jungen MädchenS höchster Traum ist, für ter Winter einen Pelzmantel zu besitzen. Und vielen unter ihnen, die nie geglaubt, daß sich ihr Wunsch je» mals erfüllen könne, wird dieser Traum durch die guten preiswerten Felle, die leinen Anspruch erheben zu den kostbaren Edeltieren zu zählen, und darum doch nicht minder warm und kleidsam sind — zur Wahrheit. Und stolz dreht sich das junge Ding, das tapfer gearbeitet hat und sich von seinem Lohn, Gehall, Verdienst — w e sie es nennen wollen — durch einige OH orale etwas beiseite gelegt, nun in wohlverdientem Stolz und begreiflicher Freude vor dem Spiegel hin und her. Ja ja, so ein Pelzmantel ist doch eine verflixt kleidsame Sache! Ob s nun ein Fohlenmantel ist, der in diesem Winter als die große Mode gilt, in schwarz oder braun, auch in hell getont als ausgesprochener Eport- pelz, zu welchem Zwecke man auch Bisam und Antilope Heuer in ein besonderes Licht rückt, oder Astrachan und Caraeul, die, in die Familie des Breitschwanz und Perianer gehörend — — in diesem Winter die besonderen Favoriten der verwöhnten Frau —, gleichfalls dunkel und in den verschiedensten Hellfärbungen besonders bevorzugt tocri. en. Vom hellsten Silbergrau, und beinahe gelb-beige, bis zum tiefsten Schwarzblau wird das weiche, se'.dig schimmernde, lockige gell, das sich so geduldig verarbeiten läßt, zu schönsten, apartesten Manteisormen verwandt, in Glockenform mit verlängerter Rocksaumlrnie, mit Aerinel- Phantasien aller Art mit großem kleidsamem Kragen, der neuerdings ein Mittelding zwischen geradem und Shawi-Kragen bis zu halber Brusthöhe herab: echt. Ein- und angeschnittene Godets und Ueberschlagteile spielen seitlich, ganze und halbe Rückencapechen in Kutscherhöhe geben dem Mantel ein elegantes, jugendliches Gepräge. Der Sportmantel hält sich im geraden klassischen Schnitt mit breitem Gürtel. Auch Rerzmurmel, Kolinsky und Maulwurf zählen zu den gern getragenen und kleidsamen, dabei erschwinglichen Pelztieren. Die Mode will auch wieder etwas Pelz auf den Hüten sehen und bringt sowohl die Kappe ganz aus Pelz, wie fesche Pelzgarnituren auf dem kleinen randlosen Filzhut. Die Mufftasche oder ter Taschenmuff wird vielen verlorenen Fingerchen wieder sehr willkommen sein. „Schwedische platte." Don LieSbet Dill. Schon im v-Zug, im Speisewagen, begrüßt sie uns, diese berührn e schwedische Platte, von der uns zuweilen in sehr gepflegten Restaurants eine entfernte Verwänd e vorgestellt wurde. Jedes Land hat seine S'ez'.ali ä.en. Schweden hat das kalte Büfett, das man hier bescheiden „Frukost" oder „Srnörgasbröd", das heißt „Butterbrot", nennt. Und wie hübsch ist dieses erste Frühstück an» gerichtet. Im Speisewagen ist man Umstände sonst nicht gewöhnt. Uno die Schweden finden diese sechs kalten Gerichte bescheiden — zr denen Kaf.ee gereicht wird — und was für ein Kaffee — stark und kräftig, mit frischer Milch und kalter Sahne, und mindestens drei Sorten Brot, köstlich frischer Butter, Marmelade und zvei frischen Eiern. 2m Hotel besteht die „Fruioft" morgens aus einem Büfett mit allen erdenklichen Delikatessen: Schinken, Fleisch. Wurst, Salate, Ma- frcelen und Sardinen, Fischpudding, Aal und Lachs in Ccke, Hering in Gelee, in Tomaten, in Fleischb üh.', sechs Sor en Weiß- und Schwarz- bro , z aei Sorten Kuchen, Gurkensalat, ro.e Rüben, Radieschen, fr.schgesangene Kra ben, kaltes Geflügel in Gelee, mehrere Sorten Käse, Eier und Grütze, Kaffee, Sahne, Marmelade, geräucherte Flundern, Fleischklöße, Toma enfore, Mixedpicklls, frische Trmaten in Mayonnaise, Heringssalat, italienischer Salat usw. Je feiner und teurer das Hotel, desto raffinierter sind die Platten, garniert mit Sparge'spihen und Brüsseler Trauben, QlJelonen und Ananas. Milch gibt cs gratis z m Frühstück: eine „Mjölk", die man bei uns als Kaffeesahne verkauft. Und diese „kalte Platte" steht z r allen drei Mahlzeiten auf- gebaut: zum Frühstück, Lunch und Aoend. Und immer Variationen, immer neue Gerichte; die Phantasie eines schwedischen „kalten Kochs" muh unerschöpflich sein... Diese „kalte Platte" ist eben eine sehr alte und eingewurzelte Tradition. Sie ist nicht gerade leicht, aber man gewöhnt sich rasch an si". Die starke, kräftige See- und Salz uft, die das Land v m Meer her durchweht, vc.langt diese ...... Es gibt wenig Vegetarier hier. Das Obst ist sehr teuer. Die Wälder sind voller Blaubeeren, Hirn >eeren und Erdbeeren. Das feinere Obst ist hier ein Luxus. Der Lunch ist auch nicht mager. Rach dem kalten Büfett gibt es ein warmes Fisch- oder Fleischgericht und Sahne mit Obst und Kaffee, Milch gratis. Das Abendessen hat noch einen Gang mehr. Die Alioholeinschränk in Schweden bewirkt, daß man keine We nkarte sieh. Man trinkt Wasser, Milch oder -teu. Die Herren trinken gern Bier, bekommen aber nur eine ganz kleine Menge davon. Rach der Hotelordnung dürfen „starke drinks" nicht auf den Zimmern serviert werden. Also, einen „Rausch" kann man sich hier höchstens z i Hause besorgen. Aber die Schweden sind mäßig. Schiffer und Fischer haben früher stark getrunken, daher die E.nschränlungs- mahregeln. Betrunkene sieht man nie auf der Straße und der Be.rieb in den Kneipen geht ebenso ruhig zu wie in feinen Restaurants oder Cafes. Auf den Fischerinfeln, auf den Schären, deren Bewohner Heringe fangen, wo nich s wächst, wo man die Milch morgens im Doot he anrudert, wo man keine Tiere halten kann, weil sie dort kein Futter finden, da leben die Familien das ganze Jahr von Heringen; dazu gibt s Kartoffeln und gekochte Preißelbeeren. Sie bleiben schlank und gesund dabei. In den Familien in der Stadt frühstückt man meist erst um 11 Uhr. Es gibt gebackenen Fisch, Bratkartoffeln, Butter und Käse, dazu Milch. Rachher Kaffee und Kuchen. Mittags um 4 Uhr ißt man zwei warme Gänge und zum Abend wieder warm. Kaffee ist hier ein sehr beliebtes Getränk. Ich habe nirgendwo, in keinem Lande, überall einen so starken, guten Kaffee bekommen wie in Schweden. merfitte der Tees auf grünem Rasen. In Holland ist das „Theetafeltje" Mittelpunkt des Hauses. Es enthält in kostbarer Form alles Rötige vereint und harrt unter seiner Spihen- decke, dem „Theetafelkleed". auf die Vier» uhrstunde, zu der sich dort die Teebesucher ein» zu finden pilegen. Man liebt einen schwachen, Hellen, buftioe i Tee mit einem „Wölkchen" Milch. Rußlands Heiligtum ist der Samowar, dessen Brodeln u.ij Singen Gemütlichkeit markiert. Allein das beständig kochende Wasser ist kein Gewinn für die Teebereitung. Das Wasser soll nur gerade aussprudeln, bevor man es auf die Teeblättcr gießt. Der Japaner verwendet Dachwasser, das sich an Felsen weich geschlagen hat. Als ideales Teewasser gilt, frisch gekocht, das weiche Rewa-Wasser. Filtriertes Regen- Wasser bevorzugen Kenner. Künstler des Teegenusses sind die alten Dölker Ostasiens. In China wächst die Krone aller Tees; die japanischen Sorten sind geringer. Trotzdem zeichnen die Japaner sich nicht nur durch die Behutsamkeit dec Zubereitung aus, sondern anreizender noch durch die Bedeutung, die sie dem Tee beim elfen. Ihre Teekultur entspringt aus einem Teekultus religiösen Charakters, so daß Okakura wohl von einem „Teeisrnus" sprechen darf. Er nennt die Philosophie des Tees Aethetizisrnus, Hygiene, Wirtschaftlichkeit und Moral. „Ein Mensch ohne Tee in sich" Ist ein Tadel für einen Mangel an Feingefühl. „Ein Mensch mit zuviel Tee in sich" läßt Haltung vermissen. Der Sung-Dichter Li-Chih-lai rechnet die Derschwendung besten Tees durch unsachgemäße Behandlung zu den drei bekla- genswerresten Dingen der Welt. In den „Schulen des Tees" lernten und lehrten die „Teerne,- ster", Oliänner von innerem Gleichgewicht und künstlerischer Durchbildung, die auch Daube- flissene waren, berühmte Gärten angelegt haben, für Töpferei und Weberei Muster und Farben ersannen, sich in Lackarbeit hervortaten und den „Teeraum" schufen, jene ursprüngliche Strohhütte, die „Statte des Leerseins", auch „Stätte der Phantasie" genannt. Denn die Einbildungskraft, also die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, bedarf nicht der Beschäftigung durch das Auge, vielmehr der unaufdringlichen Umgebung. Gesammelt sollte man über den „Teepfad", „im Dämmerlicht ewigen Grüns" in die Teehütte wandeln, über der die „reife Milde des Alters" ruht. Keine Vorwürfe aus dem Menschenleben, weil ja der Mensch in Person anwesend ist. Kein Blumenbild, wenn eine lebende Blume im Raum atmet Wiederholung: schwerer ästhetischer Fehler. Deswegen leine Symmetrie beim Auf stellen von Vasen und Tassen. Symmetrie teilt Öen Raum in gleichmäßige Teile, verursacht also Wiederholungen. Wiederholung lähmt die Phantasie. Sie aber soll sich befreien vom Alltag und bei der Zeremonie des Teetrinkens in ein höheres Leben aus steigen; sie wurde „eine heilige Handlung, bei der sich Gast und Wirt für den Augenblick zu höchster, weltlicher Glückseligkeit vereinten. Vier Gäste nur durften teil- nehmen an der klassischen Teezeremvnie, vvr- gcschrieben war jede Gebärde. Der Zweck: Selbstsucht. Diese Feierlichkeit war der Feudalkaste Vorbehalten. Sie wurde demokratisiert; zur guten Erziehung jedes Gebildeten gehört Beherrschung der Teezeremonie; auch die Geishas haben sich darin auszukennen. Richt alle Europäer wissen, daß die verschrumpelten, schwarzgrünen Blätter, die zu Schiff oder auf Kamelkarawanen aus den Ländern des Morgens ins Ausland gelangen, an einem groß- blütigen schonen immergrünen Strauche wachsen. Er ist der Kamelie verwandt, die der Jesuitenpater Camelle in Europa einführte. Puder - Schminke - Lippenstift. Don Charlotte Lillmann. Die Körperkultur der Frau ist Mode geworden und zeigt in ihren Ausdrucksmittetn der Kleidermode verwandte Züge. Sie hat so viel frisches Körperbewußtsein geweckt, daß man diesem beglückenden Daie.nssaktor in allen Kreisen ein lebhaftes Interesse entgegenbringt, ja, man ..macht" die Toilette des Gesichts, wie man im übrigen Toilette macht. Freilich, das Pudern und Schminken ist. richtig geübt, eine Kunst, die erlernt fein will. Man muß genau wissen, welche Art von Puder und Schminke just für den bestimmten Teint taugt, muß die Art des Auf- tragens kennen, um nicht falsche, häßliche Wirkungen zu erz.eten, muß aber auch genau wissen, wie wichtig das Abschminken und Reinigen der Gesichtshaut ist. damit die Poren nicht verstopft werden und die Atmung dec Haut nicht nachteilig beeinflußt wird. Tee können sie nicht bereiten. Ec gehört nicht zu ihren Spezialitäten. Das Brot ist weiß wie Kranzkuchen, oder dunkel, schwammig und mit Anis und Kümmel gewürzt. Ein Gebäck „Wiener Bröd" — in Wien habe ich es nie gesehen -. ein lockeres Hefegebäck, wird zum Rachtischtaffee gegeben. Wer das schwedische Brot nicht liebt, hält sich an das braune, knusperige „Krakebröd", das jetzt ja auch den Weg zu uns gefunden hat. Man muh nur gute Zähne dazu haben. Toast gibt es immer, in den einfachsten Gasthäusern und im Speisewagen im Zuge... Die seltsamsten Gerichte bekommt man hier. Lachs, garniert und gebacken, der aussieht wie Gans und der auch so fett ist, mit süßer Rosinensoße. Süß einmarinierte Heringe, gesüßten Gurkensalat. Als Rachtisch frische Sahne mit Himbeeren, Erdbeeren oder Johannisbeeren oder dicke Mitch mit Backpflaumen. Ein sehr gesundes Essen. Kuchen und Torten sind einfach. Man ißt wenig Leckereien und Schokolade. Diese nahrhaften Mahlzeiten vertragen keine Zwischengerichte. In großen Städten gibt es jetzt sogenannte „Fruktrestaurants' zu Ehren der Vitamine. Rur Gemüse, Rohkost, Früchte ... Aber das ist etwas für ein wärmeres Land mit einem langen Sommer. Die schwedische Küche ist nicht raffiniert, sie ist gut, kräftig und nahrhaft; alles wird überreichlich gegeben ... Wenn die blonden, kräftigen schwedischen Kellnerinnen in ihren knappen, kurzen, schwarzen Röckchen, die wie Eskar- pins wirken, in den weißen Seidenblusen hereinkommen, auf ihren Schultern hoch das Riesentablett mühelos balancieren mit den 14 bis 16 Schüsseln und Platten, die sie dann vor unseren staunenden Augen hinsetzen, sind die Fremden immer wieder überrascht von der Vielseitigkeit dieser köstlichen bunten Schüsseln, die uns alles darbieten, was das Meer, die Wälder, die Hühnerhöfe und die Gärten Schwedens hervor- bringen: die „Frukost" oder das „Srnörgasbröd". bei uns getauft „Schwedische Platte". Warten und warten kaffen. Aus dem Äeschwerdebuch der $rau. 23ou Dora Sophie. Noch vor zwanzig Jahren durfte in keinem Witzblatt die Geschichte von dem Mann fehlen, der stun- denlang auf eine Dame warten mußte. Neben bchen Schwiegermüttern, unfolgsamen Dackeln und Gardinenpredigtei' gehörte diese beliebte Pointe zum eisernen Bestand. Diese angenehmen Zeiten sind leider vorüber; jede Frau wird heute bestätigen, daß beim Rendezvous es meist der Mann ist, der zu spat kommt. Woran das liegt? Zum Teil vielleicht daran, daß die Frauen selbst viel pünktlicher geworden fiiiD. Früher machte cs großen Eindruck, wenn man einen Herrn warten ließ. Es besagte so ungefähr: Sie sind mir nicht so wichtig wie mein Kleid, meine Fryar, mein Haushalt, ich erweise Ihnen einen Gefallen, wenn ich überhaupt komme, und Sie müssen froh und dankbar sein, daß ich mir's im letzten Augenblick nicht noch überlegt habe. Damit lockt man heule — pardon — feinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Schon der Beruf treibt das den Damen aas. Man versuche einmal, eine halbe Stunde zu spät zu kommen, wenn man zum Chef bestellt ist! E.nmal und nicht wieder. Das geht ins Blut, und man hütet sich dann automatisch, seine Verabredungen nicht auf die Minute einzuhalten. Auch außerberuflich sind die Herren nicht mehr so entzückt, wenn sie warten müssen. Das wissen die Damen und beeilen sich. Aber: Gleiches Recht für alle. Ist Pünktlichkeit eine Tugend, dann hat jeder Anspruch darauf. Leider hört man immerzu — und gerade von jungen, schönen Mädchen — daß der Spieß sich umgedreht hat, und nun die Damen warten müssen: Wer es bezweifelt, stelle sich einmal auf eine Viertelstunde unter eine Normaluhr, ins Puder ist sorgsam nach der Hautfarbe zu wählen, respeitiv zu mischen. Für Blondinen weih-rosa, für Vrünet e weiß-rosa-bräunlich, bei sehr kräftig gefärbtem Teint mit der Farbe sparen. Abends erzielt man eine sehr reizvolle Wirkung, wenn man das fertige Gesicht ganz leicht mit einer leichten Puderschicht in Lila über» stäubt, aber es darf eben nur ein zarter Hauch sein, der die duftige Frische des Gesichts noch mehr hebt. Man darf auch ein Gesicht nicht für Tag» und Abendwirkung in gleicher Weise behandeln. Bei künstlichem Licht wirken gewisse Farbtöne ganz anders als im hellen Sonnenschein. Man beschränkt sich am Tage auf zarte, fein abgetönte Farben, während des Abends gern etwas stärker aufgelegt, da und dort etwas kräftiger unterstrichen wird, um so stärkeren Effekt zu erzielen. Ehe das Gesicht geschminkt wird, wird es zuvor mit einer gan^ indifferenten, aber immer erstklassigen Gesichtscreme tüchtig frottiert, dann mit einem Wattebausch diese Creme abgewischt und das Gesicht mit Wasser abgewaschen. Verträgt der Teint das Wasser nicht, dann benutze man ein gutes Eesichtswasser. Rötig ist sowohl beim Einkauf von Gesichtswässern wie Cremes, daß man angibt, ob es sich um fette oder fettarme Gesichtshaut handelt, weil jede anders behandelt werden muß. Ist das Gesicht solcherart gründlichst gereinigt, dann beginnt man es, immer nach aufwärts streichend, sorgfältig einzupudern und trägt erst dann Rot auf, sehr diskret natürlich, und nur unterhalb der Augen, besonders, wenn bläuliche Schatten liegen, das Rot etwas kräftiger wirken lassend. Die Brauen werden mit einem seinen Bürstchen gebürstet, und, wenn nötig, mit der hierzu erhältlichen Farbe ausgezeichnet. Die Wimpern gleichfalls vorsichtig überbürsten. Lippenschminke soll eigentlich immer nur in der Mitte aufgetragen und dann gegen die Mundwinkel ganz zart verstrichen werden, damit der Eindruck des ..Kirschenmündchens", der so leicht unfein wirkt, vermieden wird. Riemals zu stark mit Rot färben. Man soll die Ratur wohl korrigieren, aber ihr nicht durch ein häßliches „Zuviel" ins Handwerk pfuschen. Sehr sorgsam muß abends das Gesicht immer wieder mit Creme abgeschminkt werden, bann heiß abwaschen und darauf die Rachtcrme auftragen. Das Direktorium der Federal Reserve» bis Brief ~ Devisenmarkt Berlin — Frankfurt Bl, a ■ y 50 26,25 0 .52 120 229 211 132,6 . e 6 54 102,5 allerdings be- und ICO Milverlautet, auch 120,25 222 145 15 12 16 14 18 y» . 8 . 9 16,5 5,75 102,5 105,5 24,5 106 222 146,5 203 00,5 133 Jt , 0 6 10 43, bis bis bis .u in 9 10 Krieges gegenüber den gestrigen Vorgängen fast belanglos waren. Man schätzt, daß wenigstens 50 000 kleinere Spekulanten so gut wie ruiniert sind und die Gesamtverluste viele Milliarden 275,9 210 224 207 201,5 91,5 170,25 33,25 250 47,5 166,5 71,5 167 350 •K betragen. Die Zahlenangaben schwanken trächtlich, und zwar zwischen 5 Harten Mark. Betroffen ist, wie 2 1,9 19,3 21,4 „I 7,55 7,55 7,45 3,75 13,8 , iegen Unkosten auf 2,33 (1,92) Mill. Mk. infolge ter verstärkien Bautätigkeit und der Errichtung einer Zweigniederlassung mit Baubureau in Freiburg. Teilschuldverschreibungszioch wieder eine leichte Deslerung, veranlaßt durch Snterventionen der Bauten, zu verzeichnen. Die Mißstimmung und die immer mehr um sich greifende Rervosität blieb aber zunächst bestehem Doch wurde die Lage später etwas klarer und ruhiger, da durch energisches Einschreiten des Dörsenvorsta.ides, wonach die Verbreitung von irgendwelchen Gerüchten stra rechtlich verfolgt toer.e.i soll, das Verbreiten willkürlicher Rachrichten unlerbunden wurde. Das Geschäft bewegte sich in den denkbar engsten Grenzen. D e Stimmung wurde wieder etwas freundlicher. Die Banken grif cn stärker ein und nahmen Snterve ckionen vor, so daß — hiervon ausgehend — dle Spekulation wieder Mut zeigte und zu Deckungen so ltt. Die Umsatztätigkeit war w.eder e.was reger, so daß in Spezialwer- ten Erholungen in gößerem Umfange entrahm. Doch tour e die günstigere Verfassung der Börse durch das Da wische ttreten einiger nachteiliger Momente wieder verwischt. Rur die optim st schen Ausführungen bei Klöckner machten e.: en guten Eindruck, ebenso die wieder bes- 2,05 21,9 21 .',05 7,55 7,75 7,6 8,55 13,75 7.15 276 212 215,5 201 201,5 132,5 91,75 171,75 34,4 .47 48 166,25 17,5 72,5 167,5 351 44 1 45 55 Gdiitithet» Patzenooler . . Dflroerle . . ..... Bei. (iManjftofl ... Oembern........ Beliftof Waldhol ... flellfton eiidniif nbucß . . tbariottf nl'urfler Waner . . Seimuet Wa) . . . . Daimler Motoren ... Deutsche Linoleum . . . . «Dialdjinciibau '21.-0..... ül -no i. • Jli D i . . . iuoa> vceiu . . . . 9?at. Automobil ...... Cienftetn 4 Koppel . . . . l'-onhnrD Hetz...... Svenslo ..*••• Stan ft Maichinen..... Önoner ....... Heyligcnftaevl ...... Qunoban«. Öednuerte Matnkraitwerr Höchst a. M. ®iiag. Oebi. Roeder . Boigi « fraeünet sübo Zucker . . 3M ■’ W •A' 'vv. Ä3 ter Vorsitzende der First Rational Bank, ter 22 000 Aktien ter Dank in seinem Besitz hält. Da die Aktien gestern um 500 Dollar das Stück fielen, würde sein Verlust nahezu 45 Millionen Mark ausmachen. Auch gestern bot sich im Börsendistrikt in Wall Street, Broad Street und den angrenzenden Straßen ein buntbewegtes Bild. Sn den Straßen und in den Bureaus der Maklerfirmen drängte sich die Menge Kopf an Kopf. Zur Verstärkung der Polizeiabteilung von 50 Polizisten und 60 Geheimbeamten, die für gewöhnlich ten Dienst im Börsendistrikt versieht, hatte Polizeichef Wha- len 400 Polizisten, lOOGeheimbeamte und eine größere Abteilung berittener Polizei abkommandiert. Der Polizci- chef hat die Mallerfirmen, die sämtlich gezwun en sind, zahlreiche Hilfskräfte anzustellen, dringend ermahnt, die abzuliefernten Wertpapiere nur zuverlässigen Boten anzuvertrauen, da die Gefahr bestehe, daß die Lage von Bondsdieben ausgenuht werte. Cs kam jedoch zu keinen Ruhe* störungen, und es wurden bisher auch keine größeren Diebstähle gemeldet. Mrrszeiiel der Berliner und Frankfurier Börse. ^‘e t)inter bcn da Pieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. * Von der Frankfurter Börse. Vom 28. Oktober ab sind 5 Mill. Mk. achtprozentiger Goldschuldverschreibungen Reihe 8 der Kommunalen Landesbank in Darmstadt zum Hantel und zur Rotierung zugelassen. * Elektrizitäts-Akt. -Ges. vormals W. Lahmeyer & C o., Frankfurt a. M. Rach dem Bericht fü rdas Geschäftsjahr 1928'29 sind die Jahresleistungen ter von der Gesellschaft verwalteten und ihr nahestehenden Clek- tr'z älsunternehmungen mit Ausnahme einiger kleinerer Betriebe im letzten Sahre weiter gestiegen, durchschnittlich um 16 bis 17 Prozent. Trotz dieser stetig fortschreitenden Entwicklung konnten die Detriebsergebnisfe keine entsprechende Erhöhung erfahren. Als Gründe hierfür werten angegeben die Belastung durch Steuern und soz ale Lasten, Lohn- und Gehaltsfteigerungen, sowie entsprechend der wachsenden Ausdehnung zunehmende Geldbedürfnisse lei hohen Zinssätzen, e-as Fehlen eines Ausgleichs durch angemessene Preisgestaltungen usw. Die Aussichten für das 0,69 (0,55) und Abschreibungen auf Gebäude 0,04 (0,04) Mill. Mk. Aus dem verbleibenden Reingewinn von 2,44 (2,03) Mill. Mk. wird eine erhöhte Dividende von 12 (10) Prozent auf 18 Mill. Mark Stammaktien vorgeschlagen. Die 10 003 Mk. Vorzugsaktien erhalten 6 Proz. Dividende, 0,12 Millionen Mark werten vorgetragen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 26. Okt. Tendenz freundlich. Die Wochenschlußbörse eröffnete in freundlicher Haltung. Die Erhöhungen an der gestrigen Neu- yorker Abendbörse und die besseren Geldmarktver- hältnisse am dortigen Platze waren der Hauptgrund hierfür. Aber auch die wetteren Stützungskäuse der Banken boten eine Anregung. In Spekulcttions- und Bankkreisen war man recht zuversichtlich gestimmt, da die Panikstimmung an der Reuyorker Börse vom Donnerstag auf die europäischen Märkte gar keinen Eindruck gemacht hat. Das Geschäft blieb aber ziemlich gering, da Orders kaum Vorgelegen haben dürften. Vereinzelt herauskommendes Material wurde glatt ausgenommen. Gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich zumeist Besserungen von 1 bis 3 v. H. Lebhafteres Interesse machte sich für Glanzstoffaktien bemerkbar. Verein. Glanzstoff zogen um 13,5 v. H. an und waren führend. Bemberg gewannen 9 v. H. Am Elektromarlt konnten Siemens 3,5 o. H., Gesfürel 2,25 v. H. und Chadeaktien 3,5 Mark anziehen. AEG. waren unverändert. I.-G.-Farben eröffneten 2 v. H. fester. Die übrigen Märkte waren vernachlässigt. Rur vereinzelte Montanaktien hatten noch etwas Nachfrage zu verzeichnen, bei geringfügigeren Erhöhungen bis etwa 1,25 v. H. Kaliwerte waren 2 v. H. gebessert. Buderus vernachlässigt und 1 v. H. schwächer. Renten behauptet. Im Verlaufe traten auf Glattstellungen der Spekulation Rückgänge ein. Die Stimmung war jedoch nicht unfreundlich, in erster Linie war die Geschäftslosigkeit eine Folge der Abschwächungen. Siemens verloren 3 v. H. Chadeaktien 2 Mark und Glanzstoff 3 v. H. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 v. H. weiter etwas angespannter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,8760, gegen Pfund 2'0,389, London gegen Kabel 4,8760, gegen Paris 123,86, gegen Mailand 92,10, gegen Madrid 34,10, gegen Holland 12,0975. Berliner Börse. Berlin, 26. Okt. Nachdem die Meldungen aus Neuyork gezeigt hatten, daß nach den vorgestrigen -Kurseinbrüchen gestern schon wieder eine kleine Erholung eingetreten war, erfuhr die allgemeine Börsensttuation auch hier wieder eine wesentliche Beruhigung. Aus Neuyork nannte man schon heute vormittag höhere Kurse, die allerdings infolge der üblichen Samstagsgeschäftsstille zu Beginn des offiziellen Verkehrs sich nicht immer behaupten konnten. Am hiesigen Platze fehlten Orders fast ganz, und die ersten Notierungen hingen von Zufällen ab und waren daher nicht einheitlich. Der in der Presse günstig kommentierte Reichsbankausweis per 21. d. M. wirkte teilweise nach nach. Vor allem regte aber eine Meldung an, nach der eine Verständi- g u ng d e r I- G - F a r b e n und der V e r e i n i g • t e n Ö l a n 3 ft o f f und eine gegenseitige Kontingen- tierung der beiden Firmen auf hem Gebiete der Vis- conse-Kunstseide für deutschen Markt so gut wie erzielt sei. Daraufhin konnten Glanzstoffaktien um 8,5 v. H. anzjehen, Bemberg im Zusammenhang hiermit 6 v. H. Chadeaktien gewannen auf die Erklärung über den gesteigerten Stromabsatz 5 50 Mark Farben lagen 2,25 v. H. höher. Polyphon 3,50 v. H., Siemens 3,90 v. H., Deutsche Linoleum 3 n. S). usw. W ster- rnefn und Kctti Asch-rslehen eröffneten ebenso wie Reichsbankanteile und Spritwerte eher etwas schwächer. Deutsche Anleihen gehakten Für Ausländer erhielt sich etwas mehr Interesse, ohne b-fj sich aber die Kurse nennenswert änderten. Vf-ind- briefmarft noch unentwickelt. Der Ge'dma'-tt mar im allgemeinen wenig verändert. Der Satz für Tcwes- gelb erfuhr eine kleine CHrhung non 6 hjg R n. H.; Monaksneld unn',ränscrt 9 bis 10 5 v - Warenwechsel etmn 7 75 n. .6, Die ermäßigten SR-iartaefb» sätze um 0 5 o fi. sinh bei den geringen bestehenden Enggaaments für die ^örfe nur non untt'-neord- neter Bedeutung. Der Geldbedarf hat nach Sch'^-'n- aen e'wa "0 bis 40 n H abgenomm-n Im Barkäufe wurde hgg Geseh 'kt auf einigen Sneziettaektteten Die Kunstsridr"n,erte 3ngen ,.m m^fere 6 " an. Eine ci— ^eihe anderer Spekulationswerte zogen um 2,5 v. H. an. Hl. 255« ssS -K. 1 2,20 91 ,»ür St* $ranlNamnl Der schwarze Tag an der Reuyorker Mse. I BWHWWs _ ~ I st'-' 4% Ceflcnetdinrtie Goivrte 4 ?n", CC((ber. 4% Ocslcrrcichlkche Einheitliche Die nie.......... 4% Unflarl|d)c öfolDrte . . . 4% Unganlche StaaiSr. v. 1910 all. nfn. Um i? £■’ ^Älz°N°ng, 'C|,ien fonr • ^as rQr beZ ^'iven Sä*1: ZW Foyer eines Theaters ober Kinos. Dlelkeicht will man die Frauen jetzt dafür büßen lassen, daß ihre Mütter der Geduld des Anbeters soviel zurnuteten. Das ist ungerecht Pünktlich fein kann schließlich jeder, wenn er will. Und wenn die neue Sachlichkeit und Korr'ktheit der Frauen dazu führen soll, daß sie nun ihrerseits stundenlang sich die Beine in den Leib stehen müssen, so wird es viele geben, die lieber verzichten und die früheren Sitten herbeiwünschen. Zehn Minuten warten ist Anstandspflicht — was darüber hinausgeht, Dummheit. Es gibt keinen Mann, für den sich das lohnt. 22 ,55 tanlfurt a 9); Verl!» n U 'i "i N" ällldllfl. Kni Dalum 5 H. 26 1 . 25 M 11 6 eu idie on 37,5 — 87,5 _ 1% Deutsche RclchSaulcihe von 1929 ........ D .ioioi cdnuj mit Mu 99 — 99 — r Rechten 50 — 50,i 50,1 T' 'n- " n U'ch. 8% Hols. 2?o!t»ftaat von 1929 8,9 8,9 8,8 8,9 (rudwtilb. 102%) Cbcrljcllcn Provin; -SUtleihe mii 89,5 - 89 — Ruoloi.Rechten . ... Dentjchr Komm. Eammclabl. 16,5 — - Anleihe Serie i 8% Franks. Hup.-Bank Golvvse 48,1 - 48,1 — XIII unkündbar bis 1934 . 7% Franks. Hnp.-Bank (Dolbpfe unkündbar bio 1932 . . . 94,75 — - - 85,5 _ 4^4% Rbeintiche Hrip.-Bank IUqu öolbpir....... 8% Pr. Uande-plandbriclanstalt 76,13 — - Psandbriese R. 17..... 8% Pr. Landr.'psandbrielanstalt 98 — 98 — flomm.-Cbl. 9i. 1<> . . . 95 _ 7% Pr. l'aiiDcepfdnDbrtcfQiiftalt, Psandbricse R. 10 v> uu,< x-Liitie ,.-Cblinatwn (9 89 — rti (hohlbar 1932 - - - - rank'un a yedir - d> uij- iS" ediiub Su: Witianq. Nur Daum 25 l ■ e .5 ■. Hamburg,Amerika Palci 110,b 110,5 110 110,6 Hanib Sübam. Tompiich — — 165,5 — Hania 25anr.fi l)iff .... 1' — — 151 150 Rvrddeunchcr Uloyv . . - 104,75 — 104,9 104,9 Allg Tcutidic iMcotlanfl 11 119 — 119,13 118 Barmer Banlv rein . . 11 122,75 — 122,75 — Berliner Handelckgeicilich. . . 11 — 186 184,5 ,85,5 Commerz, und Privat-Bank II 169 169 169 169 Tarnisi. u. Raiwnalbant . 1 254 — 253,5 253 Dentiche Bank .... 1 160 160 160,75 160,25 Dicconto-KeieUfchast, Ani. 11 160 160 160,75 160,25 Dresdner Bank .... 11 152,25 — 152,25 152,25 Retchsban 1 270 — 270 269 A.E.S 171,5 171,5 71,13 171,4 Bergmann —— — 200,25 200 Glcltt. Lieferung Sgelellichaft 1' — — 161,5 160,75 l!id)t und Kraft 11 167 — 166 168,25 Pfelten & Guilleaume . . IV. 119 — 119 117,5 Ge>. f. Elektr. Untern..... 10 167,75 170 166,25 167,75 Hamb. Elektr -Werke .... 1 127 126,5 Rhein. Slektr ...... 144 — 144 144 Schlei. Eick ...... 1' — — .60,5 161 Schlickert & Go...... 11 84,5 185 182,25 184,75 Siemens & patske ..... 16 313 316,5 312,13 316 Transradio........ . b — — 124 Lahmeyer L Go ..... 10 — 165 — Buderus . . ..... . 5 64,5 63,5 64 61,5 Deu tiche Grd öl...... . 6 — — 99,5 98.75 Güenrr Cielnkohie..... - t — — 127 130,25 Geilenkirchener ...... . 8 129 129 128,5 129,5 fiarpenet ......... 0 135,5 — 136 136 Hoelch Gtien........ 6S — —— 116,75 116 Alle Bergbau ...... 10 209 — 207,5 Nlöchterwerie . . . 96 — 96,5 96,25 Nüin Rettellen . . . . 7 - 13,5 113;5 Rkanne-'nian" .Röhren . . . . 7 99,5 99.25 100 99,4 Mansjclvei Bergbau .... 118,75 1)8,5 18,25 119,75 Cberidi'ci. Gi ■ . eoap . . . — — 69 Oberichlei Itoloroede ... 7 — 93,5 92 9 Phöntr Bergbau...... 6^ 04,5 105,75 105,13 105^5 Rhe'nilche Braunkohles. . . IC 251 50,5 251,25 Rhelnstah. . . . . . . . Riebeck Montan .... . c i05 106,25 105 107 105,4 ranlhtrt a ■■ »inro jsaywx; «-dir 6 •Ub Oi sdl'.IK s An lang flut Datum 25 15 61 25 i. .6 Bereinigte Stahlw ,08,25 —• iu8,5 108,5 Ciao Minen IC’/, — 63,75 6-,65 63,5 Ra werke R chersleben 206 208 207,25 204,7. Ra. werke yeiteieaetn lu .14 215 215 212 Ra nu e 3aUö,-uuito 25 .27,23 329,9 ,< G izarven.Induitne . . . n 182 184 181 183,25 Dynamit Rodel . . . . . . . 6 — — ScheideanltaU...» 37 137,5 — — Goldichmiot .... . . . . d 63 62,5 62,13 Rüigerowerke .... . . . . b 1,5 71 70.75 71 Sietällfleiellidiaft . . - - . 8 116,5 Philipp V -.mann 85 _ 35,25 84 lernen werk "Adelberg 10 ' 9,75 120,5 Gemeniwerk üarlitadt 10 173 — — Biayv & ■. h aq . 8 84 83,5 85 — 4,17 4,19 8,20 58,44 11,73 112,17 0.352 .0.432 6,44 16.50 68.07 .68,75 1,84", 21.925 ,;1,68 12.12 58,53 -9,77 ,48 ,j0 ' ,05 '.49 80,82 .14 59.46 .76 i2,33 .39 72.80 0 5 Okiobei 6 c f: ve, Vliiulidic Nvti.'rnng iktitil.iuie Gele ttot'erui g « io «riel Amt.» Non .60,39 168,73 168,37 168,7t Bu n- Aire- 1,740 1,744 1,733 1,737 Brii. ?lnkw 18,415 58,535 53,4. kbriftianio 112,91 112,1. 111,88 112,10 jkov-nliageit 111,9. 112,15 111,89 112.il Stockholm 112,24 112,46 112,19 112,41 6el giors 10,493 10,513 10,491 10,511 (Ttaik’ii. . 21,885 21.925 21,89 21,93 London. . . 20,377 20,417 20,369 20,4.3 Reunork . . 1,1765 4,1845 4,177 4. „5 Doris. . . Schwei» . . 16,45 16,49 16.44, 16. 35 80,93 81,09 80,90a 81,065 Sva. ten . 59,62 59,74 59,60 59,72 Japan - . . Hio de 9c.n 2,003 2,007 1,993 2,002 1,495 0,497 0,4960 0,4980 Wien in D- £eft. abgcsl .8,6/ 58,79 58,71 58,83 Drac, • . . Beltrad . 2,377 12.39. 12,v7o 12,393 7,385 7,399 7,eL8 7,403 Budapest. 73,03 73,17 73,03 73,17 Bul-arien 3,017 3,023 3,015 3,021 1'issabon 13,80 18,84 18,82 18,82 Tanzig. . . 81,47 81,63 81,66 81,82 fionft ntin. । ,97o 1,977 1,967 1,971 Aki,en. . . „435 5,44 5,435 5,445 G.anada 4,128 4,136 4,126 4,134 Nrn uat) . 4,076 20,94 4,076 4.084 Cairo . . 20,90 4,084 20,89 20,93