Nr. M Erstes Blatt |79. Jahrgang Montag, Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse UnterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranffurt am Main 11686. Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrnck nnl» Verlag: Srühl'sche Universit«s-V»ch- ttnö Steindnickerei S. ränge in Sietzen. Schristtettung und SeschSstrfteNe: Lchuiftratz« r. 26. August J929 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 °/0 mehr. Chefredakteur: Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich fiir Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Abessinien - altes Neuland. Von Ernst Heinrich Schrenzei. f Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Mer Meere fern von unserer Heimat dehnt sich an der Ostseite Afrikas — zweimal soviel Boden umfassend wie das Dorkriegsdeutschland — das große abessinische Reich aus. Mächtige Seen umschließt es und subtropische Wüsten, fruchtbares Mittelgebirge und weithin sich dehnende Hochplateaus, die in der Gipfelhöhe unserer Zugspitze grünendes Weideland tragen, Dörfer und Städte, ilnb dieses Aethiopien, wie es in alten Zeiten hieß, und wie es seit der Reugründung des Reiches unter seinem populärsten modernen Herrscher, M e n e l i k ll., offiziell wieder heißt, ist das Land der Gegensätze par excellence. Brennt bei Tag unerbittlich die Glut der Tropensonne auf seine Berge, so umweht diese abends ein frischer Hauch von Höhenluft, bis sie in der scharfen Kälte afrikanischer Rächte unter einem Himmel mit unwahrscheinlich leuchtenden Sternen daliegen, die uns sowohl die vertrauten Bilder des heimatlichen Firmaments zeigen wie das Kreuz des Südens, das uns an eine fremde Erde und an einen fremden Himmel gemahnt. Unter diesem gehen in den «einzelnen Höhenlagen Flora und Fauna die verschiedensten Wege, so daß der Reisende auf dem Zuge seiner Karawane oft in ein paar Tagen, ja selbst in ein paar Stunden aus einer gana bestimmten Tier- und Pflanzenwelt in eine völlig neue wandern kann. Roch unmittelbarer wirkt diese Vielheit in den abessinischen Städten, wo der Markt aus dem Bereiche der ein paar Tagereisen toeiten Umgebung beschickt wird. 3n Addis-Ab eba, der auf einem 2500 Meter hohen Plateau gelegenen Hauptstadt des Landes, sieht man neben Pferden, Maultieren, Schafen und Hunden, die sich kaum von den Rassen unserer Heimat unterscheiden, das kleine Zeburind mit dem Fetthöcker auf dem Genick, lastentragende Kamele, und schon in der allernächsten Umgebung Affen mehrerer Rassen. Europäisches Geflügel gibt es hier, Perlhühner, Geier, Adler und zahlreiche kleine Tropenvögel mit wundervoll buntem Gefieder. 3m Grase, das die Heuschreckenarten unserer Heimat beherbergt, kann man auch Chamäleons finden, bis auf Plätze^ die tags belebt und von Autos befahren sind, dringen nachts die Hyänen, und galoppiert man in der Regenzeit über die Hochebene, als ritte man durch das schlesische Land, dem sie ähnelt, kann man unversehens in einen Schwarm fliegender Termiten gelangen. Auf dem Markte von Addis-Abeba werden in verschwenderischer Menge fast alle Gemüsearten feilgeboten, die in unserer Heimat wachsen, daneben aber frische Bananen, Kaktusfeigen, Zitronen, Orangen, Kaffee, die alle im Lande — weiter südlich allerdings und in geringerer Höhenlage — gedeihen. Dieses Land, reich noch an ungehobenen Schätzen, ist uralt. Homer singt von ihm in den ersten Versen der Odyssee, Aegyptens alte Geschichte erzählt vom Zuge der Königin von Saba nach Aethiopien, und die Könige dieses Landes führen den Titel „Löwen aus dem Stamme 3uba“ und leiten ihre Herkunft von König Salomo ab. Und dies zeitenlange Alter des Landes ist bis heute lebendig und kräftig geblieben und spricht bis in unsere Tage laut und klar durch das Gewirr aller jungen Stimmen, Die so gern auf seinem alten Boden gelten wollten. Und wenn dieses Abessinien — von den ihm vorgelagerten Meeren, dem Roten Meer und dem Indischen Ozean, getrennt und rings von englischer, italienischer, französischer Machtsphäre umgeben — bis heute als einziger Fleck des schwarzen Erdteiles ein unabhängiges Reich geblieben ist, so wird man als Erklärung hierfür nicht mit der Eifersucht der Randstaaten sein Auslangen finden. Vielmehr muh jeder, der auch nur kurze Zeit unter dem eingeborenen Volke lebt, erkennen, daß hier sehr stark ausgeprägte Eigenart, in Jahrhunderten fest verankerte Gewohnheit, ein zutiefst wurzelnder Geist der Reaktion und ein klar merkbares Selbstbewußtsein der Bevölkerung am Werke sind. Das mag dem flüchtigen Beobachter unrichtig erscheinen. der sieht, wie der Abessinier in der Eisenbahn fährt oder im Automobil, wie er europäische Sprachen lernt, Grammophone kauft oder telephoniert. Wer aber tiefer zusieht, muß aller Zweifel ledig werden, die ihm aus dem hier lebenden friedlichen Rebeneinander von Kultur- werten verschiedener Jahrtausende erstehen könnten. Gewiß: die strohgedeckte Hütte, die sich der Abessinier mit bloßen Händen aus ein paar Stäben und Strohstricken baut, die er mit Erde umkleidet, ist wohl die primitivste menschliche Behausung nach der des Troglodyten. Die Bekleidung 6er Eingeborenen — in manchen Gebieten kaum mehr als ein Lindenschurz — ist auf der Urstufe oder besteht bestenfalls aus einem großen weihen Linnen, das nach bestimmten Regeln um den Leib geschlungen wird, etwas an die römische Toga erinnert und schön und malerisch aussieht. Die Kunst — man kann fast nur von Kunsthandwerk sprechen — ist ganz Primitiv. Der Handel wieder zeigt überwiegend das Bild der Raturalwirtschaft Europas im achten Jahrhunderts Daneben baut der Eingeborene europäische Häuser, kauft vereinzelt modernste Industrieerzeugnisse, kennt und benützt die Institution der Danken, nimmt — blohsühig marschierend — in den Krieg einen Feldmorseapparat mit, ganz ebenso, wie er sich gleich unseren Rittern um die Wende „Graf Zeppelin" in Los Angeles gelandet. Die Lleberquerung des Pazifik. — Am Montag früh 2 Llhr über Gan Franzisko. — Die Strecke Japan-Amerika in 68 Stunden. - Die Landung in Los Angeles. Los Angeles, 26. Aug. (7DIB. Drahtmeldung.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin", das um 1.16 Uhr nachts pazifischer Zeit (10.16 Uhr MEZ.) Los Angeles erreicht hat, hat die Stadt und den Flughafen passiert und den Weg nach San Pedro eingeschtagen, das weiter südlich von Los Angeles an der Longbeach, ebenfalls an der 5äfle des pazifischen Ozeans gelegen ist. Ls hat dann gewendet in Richtung auf Los Angeles, wo es im Flughafen um 5.16 Uhr pazifischer Zeit (2.16 Uhr 7NLZ.) zu Roden gegangen ist. Die Fahrt Über den Pazifik. San Franzisko, 24. Aug. (WTB.) Funkspruch vorn „Graf Zeppelin": Das Luftschiff befindet sich Samstag 10 Llhr vormittags M. E. Z. auf 170 Grad östlicher Länge und 43 Grad 20 Min. nördlicher Breite. 13 Uhr M. E. Z. 43 Grad 50 Min. nördl. Breite, 174 Grad 10 Win. östl. Länge. Dr. Eckener teilte mit, dah „Graf Zeppelin" feine Geschwindigkeit erhöht habe, da seit Anbruch der Rächt eine Besserung der Wetterverhältnisse eingetreten fei. Die Geschwindigkeit betrage jetzt etwa 115 Stundenkilometer. Das Wetter habe im Laufe der letzten 24 Stunden ständig gewechselt. Auf Perioden schönen Wetters seien Regen, dichter Rebel, Bewölkung und Gegenwinde gefolgt, die das Luftschiff zwangen, feine Geschwindigkeit erheblich zu vermindern. Die Leitung des „Graf Zeppelin" teilte der Funkstation Ochüschi ferner mit, dah sie mit arner ikanis chen Funkstationen in De rbindung gestanden und von diesen Berichte über die Cmpfcmgsvorberei- tungen in Los Angeles erhalten habe. Dr. Eckener kündigte ferner an, dah er wahrscheinlich infolge des Tiefdruckgebietes im Golf von Alaska gezwungen werde, den beabsich tig- ten Be s uch in Seattle aufzugeben. 21 Uhr M. E. Z. ©tanOohi 44 Grad 20 Minuten nördlicher Breite, 174 Grad 20 Minuten westlicher Länge. Alles in Ordnung. „Graf Zeppelin." Sonntag, 2 5. Aug., 18 Uhr abends M. E. Z. 41 Grad nördlicher Breite und 134 Grad westlicher Länge. 1260 Kilometer von San Franzisko entfernt. 2 4 Uhr nachts M. E. Z. (18 Uhr abends Ostnormalzeit). 38,46 Grad nördlicher Breite und 128,24 Grad westlicher Länge, d. h. etwa 450 Kilometer von San Franzisko entfernt. Die Geschwindigkeit des Luftschiffes betrug etwa 108 Kilometer in der Stunde. Leber San Franzisko. Tausende von Menschen jubeln dem „Gras Zeppelin" zu. San Franzisko, 25. August. (Ass. preß. Funkspruch.) Die auf den Farallone-Jnseln stationierte Marinewarte sichtete das Luftschiff „Graf Zeppelin" um 6.02 Uhr abends (Montag früh 2.02 U h r M L Z.). Wenige Minuten später wurde das Luftschiff auch vom presidio in San Franzisko direkt auf das Goldene Tor zusteuernd gesichtet. „Graf Zeppelin" überflog das Goldene Tor um 6.25 Uhr abends. Tausende von Menschen süllten die Hügel bei San Franzisko, um den wunderbaren Anblick des durch eine Rebelbank gleitenden fon- nenbeftrahllen silbernen Luftschiffkörpers zu genießen. Der Leuchlturmwächler von poinl Reyes, das etwa 54 Kilometer nordwestlich vom Goldenen Tor liegt, dürfte das Luftschiff zuerst gesichtet ha- ben. Das Wetter war sehr klar, die Sicht- weile betrug etwa 36 Kilometer. Statt wie erwartet auf das Festland in Richtung Point Reyes zusteuernd, bog „Graf Zeppelin" vorher nach Süden ab. Das Luftschiff flog in starkem Rordwest schnell der San-Franzisko-Bay zu. Die Küstenwachtschiffe patrouillierten im Goldenen Tor, während andere Fahrzeuge dem „Graf Zeppelin" entgegenfuhren. Flugzeuge mit Zeitungsberichl- erstattern flogen dem Luftschiff entgegen, umflogen es wie Infekten und eilten wenige Minuten später mit den aufgenommenen Photographien zurück. Auch ein Geschwader von Armeeflugzeugen flog dem Luftschiff entgegen. Zwischen dem Abflug des Lustschisses von Kasnmigaura und der Sichtung in San Franzisko verstrichen nur 67 Stunden 4 9 Minuten. San Franzisko und die Orte an der Bay haben den Zeppelin nur etwa eine Stunde für sich gehabt, aber sie haben das große Ereignis der Ueberguerung des Pazifik mit Sirenengeheul von allen Schiffen im Hafen, mit dem hupen der Tausende von Autos, mit jubelnden Menschenmassen aus allen Dächern und an allen Fenstern gebfihrend gefeiert solange der silbernglänzende Leib des Luftschiffes von zahlreichen Flugzeugen, Insekten gleich, umschwärmt, zu sehen war. Um 6.45 Uhr glitt das Luftschiff über Market- street, San Franziskos bekanntester Straße, da- hin und überflog dann das Sladlinnere. Diejenigen, die den Ereignissen mit dem Radiohörer an den Ohren folgten, hörten, wie die Beamten einer Funkstation sich bei der Fahrtleitung des Zeppelins erkundigten, ob ihnen da oben San Franzisko gefalle und hörken, wie man aus der höhe antwortete: „Ja, großartig". Rach Ueberfliegen des presidios drehte das Luftschiff südwärts ab und schien der Küste zu ihr weißes Licht tauchten, ehe er in der Richtung nach Los Angeles enffchwand. Los Angeles in Erwartung des Luftschiffs. Los Angeles, 26. Aug. (WTB. Funk- spruch.) Die Stadt, wie ganz Südkalifornien harrt mit gespanntester ©rtoartung dem Augenblick entgegen, wo der Zeppelin nach der Bezwingung des Pazifischen Ozeans auf dem Flugplatz von Los Angeles eintreffen wird. Längst vor Anbruch der Rächt hatte die Pilgerfahrt der ungezählten Tausende nach dem Flugfeld eingesetzt. Die meisten zeigten durch ihre Ausrüstung ihre Entschloflenheit, wenn notwendig, die ganze Rächt über draußen zu lagern, um auf alle Fälle dem großen Ereignis beiwohnen zu können. An Absperrungsund Lleberwachungsmaimschaften stehen, wenn man Polizei, Marinesoldaten und die ebenfalls herangezogene Feuerwehr zusammenrechnet, insgesamt 1200 Mann zur Verfügung. Der Flugplatz war die ganze Rächt von zahlreichen kräftigen Scheinwerfern in Helles Licht getaucht, um auch den Zuschauern zu ermöglichen, jede kleine Einzelheit der Landung deutlich zu verfolgen. Heber 100 Flugzeuge halten sich bereit, dem Luftschiff entgegenzufliegen und ihm das Geleit zu geben, sobald es in der Ferne auf taucht. An Bord eines dieser Flugzeuge befindet sich Herbert Hoover jun., der Sohn des Präsidenten der Vereinigten Staaten, der durch das an Bord befindliche Mikrophon den Rundfunkhörern eine Beschreibung der Ankunft des Zeppelins gibt. Zoll- und Einw andekungs- behörden haben alle Vorbereitungen getroffen, daß die nun einmal notwendigen Formalitäten sich glatt und ohne unerwünschte Zwischenfälle abwickeln. folgen, ein Kurs, den es offenbar bis Los Angeles beibehalten wird. Ilm 7.45 Ahr Ortszeit meldete die Stadt Santa Ernzcal das Auftauchen des Luftschiffes. Dort hatte man drei mächtige Scheinwerfer bereitgestellt, die den Zeppelin aufs Korn nahmen und ihn 10 Minuten lang in Schweres Sisenbahmmglmk im Rheinland. Oer v 23 Pans—Warschau bei Düren entgleist. — 13 Tote, Schwerverletzte. Köln, 25. Aug. (WB.) Bei der Einfahrt in den Bahnhof Buir bei Düren im Rheinland ist Sonntag früh 8.04 Ahr der Schnellzug Paris — Warschau mit der Lokomotive und sieben Wagen, darunter drei ausländischen, e n t g l e i st. 13 p e t - sonen wurden getötet, 17 Fahrgäste, meistens Ausländer, wurden schwer verletzt. Hilfszüge und Gerätewagen aus Düren und Köln- waren rechtzeitig zur Stelle. Aerzte und Feuerwehren aus der Rachbarschast eilten sofort zum Ort des Anglücks. Vertreter der Reichsbahndirektion, darunter Vizepräsident Grunzke, sowie die zuständigen Amtsvorstände, begaben sich ebenfalls an die llnfallstelle. Der Schnellzug war mit Reisenden b i s a u f d e n letzten Platz beseht. Die Anfallstelle liegt etwa 500 Meter von der Station Buir entfernt. Auf der Strecke werden Gleisarbeiten vorgenommen, so daß der verkehr auf ein Nebengleis umgelegt werden mußte. Dssc Lokomotivführer hatte in Düren schriftliche Weisung erhalten, auf dieser Strecke langsam zu fahren. Augenzeugen berichten aber, daß die Stundengeschwindigkeit schätzungsweise 90 Kilometer betragen habe. Es müsse daher angenommen werden, daß der Lokomotivführer sich an die Weisung nicht gekehrt habe. Die Anfallstelle selbst bietet ein Bild grauenhafter Zerstörung und unbeschreiblichen Durcheinanders. Die Maschine, die aus den Schienen geworfen ist, liegt mit dem Tender neben der Strecke. Der pack- und der Postwagen sind eine a ch t Meter hohe Böschung hin- aufgeworfen worden und ineinandergeschachtelt. Der nächste Wagen, ein wagen 2. Klasse, ist vollständig zertrümmert worden, die nachfolgenden Wagen wurden mehr oder weniger beschädigt, während der Schlafwagen quer über den Eisenbahnschienen steht. Man versuchte mit Schweißapparaten dabei die Türen zu öffnen. Soweit dies nicht gelang, wurden die Dächer der Wagen aufgerissen und auf diese Weise die Toten und verletzten geborgen. Sanitätswagen aus Köln und Aachen, über 60 Beamte und 100 Sanitäter sowie die Bevölkerung der Umgebung beteiligten sich an der Hilfsaktion. Die Verständigung mit den Verwundeten ist sehr schwer, da sie meist nur ihre Heimatsprache beherrschen. Es handelt sich zum überwiegenden Teil um F r a n- ; osen und Polen. Unter den französischen Fahrgästen befanden sich auch Mitglieder eines pariser Schwimmklubs, die zu Wettkämpfen nach Berlin und Warschau verpflichtet waren. Einem von ihnen wurde ein Bein abgequetscht, während die übrigen mit dem Schrecken davonkamen. Der Lokomotivführer des Unglückszuges, Rordhaus aus Hamm in Westfalen, der mit schweren Verletzungen geborgen wurde, ist mittlerweile im Krankenhaus Buir gestorben. Der Heizer des Zuges konnte sich noch im letzten Augenblick durch Abspringen retten. Der Bevölkerung der ganzen Umgegend hat sich eine große Erregung bemächtigt. Große Menschenmaffen strömen auf Autos, Motor- und Fahrrädern der Anfallstelle zu, die scharf abgesperrt ist. In dem benachbarten Düren feierte man am heutigen Sonntag Schützenfest, so daß in der Stadt lebhaftes Treiben herrschte. In Anbetracht des schweren Unglücks wurden alle Festlichkeiten in der Stadt eingestellt. des Mittelalters mit Schwert, Speer, Schild und Feuerwaffen zugleich bewehrt. Da mag es denn freilich all den vielen Europäern, die ein Interesse daran hätten, den Abessiniern die Lust an Reuem beizubringen, und bei denen darum der Wunsch gar sehr der Vater des Gedankens ist, scheinen, als würde in diesem bunten Rebeneinander von alt und neu das Reue rasch Die Oberhand gewinnen, als könnte hier etwa wie in Japan ein Sturmlauf zu europäischer Zivilisation, ein Triumphzug vomTechnik und Handel einsetzen: die Hoffnung — für Abessinien wäre es mehr eine Befürchtung — ist vergebens. Die Bevölkerung dieses Landes hat geringe Bedürfnisse und läßt sich neue nicht einreden. Sie fühlt sich bei der bestehenden Ordnung, bei, ihrer sich nur sehr träge dem Reuen auffchliehen- den Kultur, bei ihrer traditionellen Justiz, bei allen von altersher übernommenen Institutionen wohl Sagt man dem Abessinier, seine Straßen feien schlecht, so meint er, er wäre noch 9^und genug, auf diesen schlechten Straßen bloßfußig mit einem Pferd um die Wette zu laufen.'Weist man darauf hin, daß es in den Städten keine öffentliche Beleuchtung gäbe, so seht er dem entgegen, daß iym die Stunden des Tages überreichlich für seine Arbeit genügen. Spricht man von schlechter Verwaltung, so gibt er zur Antwort, daß sein Land im Gegensatz zu allen Ländern Europas keine Schulden habe. Rach dem Kriege, der den Zentralstaaten alle -ilcberfecgebiete genommen und den Eintritt in fast alle Länder versperrt hat, wandten sich die Blicke vieler Auswanderungslustiger nach dem unabhängigen Eingeborenenstaat im fernen Afrika, der so für Mitteleuropa geradezu neu entdeckt wurde. Daß es aber dennoch zu einer Auswanderung nennenswerten Stiles nicht gekommen ist, hat seine guten Gründe und ist im Interesse der Europamüden nur zu begrüßen. Denn für jeden, der aus der Heimat nichts mitbringt als eine durch die harte Zeit zerbrochene Existenzmöglich- keit, ist Aethiopien trotz seines Reichtums zum Aufbau eines neuen Daseins weniger geeignet als jede Ueberfeefolonie, weil ihm jede Organisation zur Aufnahme fremder Elemente fehlt, denen man für einen langen und schweren Anfang reiche Hilfe angedeihen lassen mühte, zu deren Gewährung im Lande alle Möglichkeiten mangeln. In diesen Verhältnissen aber wie in allen Belangen Abessiniens kann schon in naher Zukunft eine wesentliche Aenderung eintreten, denn der alte Eingeborenenstaat, der heute noch wie ein Stück -Urtoelt in unseren hastenden modernen Tag ragt, umfaßt das Gebiet der Quellen des Blauen Ril und damit einen Angelpunkt der weltpolitischen Interessen Großbritanniens. Wenn diese Sachlage vielleicht auch in naher Zeit noch nicht zur Annektierung des Landes durch die europäischen Kolonialstaaten führt, so ist. doch dort schon seit einer Reihe von Jahren eine intensive friedliche Durchdringung des Landes von feiten der europäischen Interessen am Werke, insbesondere, seit der augenblickliche Regent Abessiniens, Reaus Safari, die Aufnahme Abessiniens in den Völkerbund erwirkt hat und eine ganze Reihe weitreichender vertraglicher Bindungen mit den europäischen Großstaaten eingegangen ist. So dürfte Olbeffinien berufen erscheinen, schon in naher Zukunft eine bedeutende Rolle im internationalen staatlichen Leben zu spielen. 29elW für internationale Freundschastsardeil der Kirchen. Der Vizepräsident deS preußischen Obertirchen- rates D. Dr. Burghart (Berlin) eröffnete die in Kassel stattfindende 7. Jahresversammlung der Deutschen Vereinigung des Weltbundes für internationale Freundschaftsarbeit der Kirchen. Er begrüßte die zahlreichen Vertreter der freien Kirchen und besonders die ausländischen Gäste aus England, Skandinavien, der Schweiz, Ungarn, der Tschechoslowakei, Frankreich und Amerika. Die große orientalische Kirche mit allen Unterzweigen wurde durch den russischen Bischof Professor Dr. B. T y ch o w (Moskau) vertreten. Zum ersten Verhandlungsgegenstand: „Was haben die deutschen Kirchen von den britischen und die britischen Kirchen von den deutschen Kirchen empfangen?" sprach Geheimer Konsistorialrat Prof. D. Dcißma nn (Berlin), wobei er hervorhob, daß das, was die Arbeit der englischen freien Kirche auf dem Gebiete der Bibelforschung, Armenpflege usw. geschaffen habe, nach und nach von Deutschland übernommen und weitergeführt worden sei. Er behandelte die politischen Auswirkungen dieser Wechselbeziehungen und trat für eine weitere enge Zusammenarbeit ein. Für die englischen Kirchen legte Universitätsprofessor Principal A. E. Garvie (London) dar, welchen Einfluß Luther auf die englische Kirche gehabt habe und wie der Geist der modernen deutschen Theologie den Geist der englischen Hochkirche beeinflußte. Lordbischof Ripon (London) wies in einem Vortrag über christliche Neuorientierung, Politik und Versailles darauf hin, daß nach seiner Ueberzeugung der Weltbund für die Räumung des Rheinlandes mit aller Entschiedenheit eintreten müsse, weil sie das Ziel der neuen Richtung aller Kirchen geworden ist. Mit der Forderung nach der Räumung des Rheinlandes stehe eine weitere Forderung in engem Zusammenhang, nämlich daß auch die 21 b r ü ft u n g Aller durchgeführt werden müsse. Die Abrüstung der Völker wird folgen, wenn die christlichen Kirchen davon durchdrungen bleiben, daß diese Forderung nach der Abrüstung der Lehre Jesu Christi entspringt, ist doch auch der Kelloggpakt letzten Endes dem Einfluß der amerikanischen Kirchen zu verdanken, während England für sich in Anspruch nehmen darf, dazu den Anstoß gegeben zu haben. Der Lordbischof wies darauf hin, daß die starke Beschäftigung der Weltliteratur mit dem Kriege in Wahrheit eine Abkehr vom Kriege bedeute und geistig die von ihm hier geforderte Abrüstung vorbereite, so daß die Kirchen durchaus klug handeln, wenn sie diese Forderung der Gerechtigkeit und Liebe zu den Völkern auf ihr Panier schreiben. Nachdem in der Diskussion Prof. D. Schultze (Berlin) die furchtbare Ungerechtigkeit des Dersail- ler Vertrages seinen englischen und amerikanischen Freunden in schonungsloser Offenheit dargelegt und insbesondere die doppelzüngige Art Wilsons bezeichnet hatte, die den Vertrauensbruch gegenüber Deutschland überhaupt erst ermöglicht habe, stellte unter großer Spannung der Führer der englischen Freikirchen Universitätsprofessor D. Graoie (London) kurz fest, daß Scham und Kummer seinen englischen und amerikanischen Freunden das Herz zerwühlt hätten bet den Ausführungen ihres deutschen Freundes über die Ungerechtigkeit und den Treubruch, der durch den Versailler Vertrag am deutschen Volke begangen worden sei. SechSTodesopseremesSxplosionsimgMs in Ssardrücken. Gersweiler bei Saarbrücken, 26.Aug. (2DIß. Drahlmeldung.) heule ,rüh gegen 9 Uhr ereignete sich bei der hiesigen Sauerstoff-Fabrik beim Aus- wechseln der Glocke eines Gasometers eine schwere Explosion, durch die sechs Arbeiter getötet und einer schwer verletzt wurden. Ueber die Ursache ist bisher noch nichts bekannt, doch dürften sich im Gasometer, der angeblich entleert war, noch Gasreste befunden haben. Die Glmbtzermächte machen England neue Zmschläge. Haag, 25. Aug. (Reuter.) S no w den sandte Samstag vormittag einen Brief an Iaspar, in dem er um weitere Erläuterungen bezüglich der Zahlen des letzten ' Vorschlages der vier Machte ersuchte. Der Schahkanzler deutete an, daß seine Geduld zu Ende gehe und daß er eine endgültige und bestimmte Antwort wünsche. Aach Empfang des Briefes suchten die belgischen Delegierten Jaspar und Franequi den britischen Schahkanzler auf und machten w eite r e V o r s ch l ä ge , die aber wiederum als unzureichend befunden wurden. Snowden erklärte dem Sonderberichterstatter des Bureaus, er wisse nicht, wie lange die Konferenz noch dauern werde. Das hänge nicht von ihm ab. Er nehme aber an, sie werde zu Ende sein, bevor der Völkerbund in Genf zusammenkomme. Die Vertreter der vier Mächte werden ihre neuen Vorschläge wahrscheinlich erst Montag in schriftlicher Form überreichen können. Die Delegierten scheinen endlich begriffen zu haben, daß die Zeit drängt und daß die Folgen eines Abbruchs vielleicht sehr ernst sein werden, während Großbritannien sie mit viel größerem Gleichmut tragen könnte. Besonders B r i a n d bemüht sich nach Kräften, auf die ernste Störung der Ruhe Europas hinzuweisen, die durch ein Fehlschlagen der Konferenz verursacht werden würde. Es verlautet, daß die italienischenDelegier- t e n sich jetzt nicht mehr wie in der vorigen Woche vollkommen unzugänglich verhalten; sie scheinen vielmehr in mehreren wesentlichen Punkten nachzugeben. Das Memorandum, das die französischen, belgischen, italienischen und japanischen Delegierten im Finanzausschuß ausgearbeitet haben und das Montagvormittag dem englischen Schah- kanzler überreicht werden soll, soll, wie die Agentur Havas berichten zu können glaubt, kein neues Angebot enthalten. Es beschränke sich darauf, die letzten Vorschläge zu wiederholen und zu präzisieren, die dem englischen Schahkanzler Snowden von Caspar im Ramen seiner Kollegen unterbreitet worden sind und die ungefähr 60 Prozent der englischen Forderungen mittels einer zusätzlichen Annuität decken. Zu dieser Annuität kommen übrigens die unbestreitbaren, aber schwer zu beziffernden wirtschaftlichen Vorteile hinzu, die für England das neue vom Voungplan vorgesehene und zu Englands Gunsten im Laufe der letzten Verhandlungen verbesserte Sachlieferungsregime darstellen. Sobald Snowden im Besitz dieser endgültigen Vorschläge ist, wird er aufgefordert werden, seinerseits seinen Kollegen zur Kenntnis zu bringen, welchen Beitrag er zum Werke dcr allgemeinenVerstän- I digung für die Inkraftsetzung des Poungplans zu leisten gedenkt.. Wenn entgegen aller vernünftigerweise zu hegenden Erwartung der englische Schah'anzler sich weigern sollte, den übrigen Delegationen, die mehr als die Hälfte des trennenden Weges durchschritten haben, entgegenzukommen, würde die Konferenz nur ihren Mißerfolg fest stellen können, der auf die Intransigenz der englischen Delegierten allein zurückzuführen wäre, obwohl sämtliche Mächte fortdauernd guten Willen bekundet haben. Falls dagegen, was man immer noch als möglich annehmen will, die Verständigung letzten Endes doch zustande kommen sollte, würde die Konferenz nur noch die von den Sachverständigen vorgesehenen Organisationskomitees des Voungplans zu bezeichnen haben. Es scheint bereits jetzt entschieden zu sein, daß diese technischen Komitees in Lausanne tagen würden. Die Zugsstündniffe. London, 26. Aug. (2BIB. Funkspruch.) Wie Pertinax aus dem Haag meldet, spricht man dort von einer leichten Besserung der Lage. Es wird darauf hingewiesen, daß das britische Schatzamt eine Summe von 10 0 Millionen Mark übersehen habe, die England bereits über seinen normalen Anteil an dec Annuität hinaus erhalten habe. Zweitens erklärt Frankreich sich bereit, 220 Millionen Mark aus dem Dawesüberschuh, die ihm größtenteils zugewiesen worden waren, preiszugeben. Sollte übrigens die britische Delegation mit der Auffassung einverstanden sein, daß Deutschland noch immer verpflichtet sei, die Differenz des Ueberschusses unter dem Dawessystem (ungefähr 80 Millionen Mark) zu zahlen, dann würde der britische Anteil sich noch um diese Summe erhöhen. Die französischen Sachverständigen versichern noch immer, daß Snowdens Einwände gegen eine Vergrößerung der deutschen Last sich nicht auf diesen Punkt beziehen können, doch wird die Sache nicht erwähnt werden, da die vier Delegationen nach den Erfahrungen der letzten Tage nicht wünschen, Dr. Stresemann um irgend etwas zu ersuchen. Drittens hat sich die italienische Regierung bereit erklärt, die Zahlung von 150 Millionen Goldmark voll zu garantieren, die sie a conto der sog. Befreiungsanleihe von der Tschechoslowakei fordert. Dieses Zugeständnis, sagl Pec- tinax, wird wahrscheinlich Bciand in einen Konflikt mit der Tschechoslowakei bringen. Viertens wird der unverteilte Heber- schuß des geschützten Telles der Annuität England zugewiesen werden. Die vier Delegationen waren bereit, auf Deutschland einen Druck auszuüben, damit der geschützte Teil der Annuität um 80 Millionen Mark erhöht werde, doch wird der versuch nicht unternommen werden, weil Snowdens Rote als ein Ikfo dagegen aufgefcßt wird. Fünstens: Frankreich verpflichtet sich den kleinen Staaten auf eigene Kosten und außerhalb des Voungplanes eine Entschädigung für den Verlust ihres Teiles der geschützten Annuität zu geben. Sechstens: Bezüglich der Sa djliefer ungen wird vereinbart, daß nach 10 Jahren im Falle eines Moratoriums Sachlieferungen nur wieder ausgenommen werden sollen, wenn zuvor ein internationaler Ausschuß, in dem England vertreten sein würde, ein günstiges Gutachten abgegeben hat. Man glaube, daß hierdurch 60 Prozent der britischen Förden,ngen gedeckt werden. Der Haager Korrespondent der „Daily Mail" erklärt: Der neue angebotene Betrag sei ebenso hoch wie der vorige, den Snowden als durchaus unbefriedigend abgelehnt habe. Rur die Zahlungsgarantien seien besser. Englands Vertretung in der Nheinlandkommission. Paris, 26. Aug. (WTD. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter des „Oeuvre" im Haag erklärt, Briand habe noch nicht alle Hoffnung verloren, von Henderson die Zustimmung zu erlangen, daß ein britischer Vertreter in der Rheinlandkommission verblei b e n werde, so daß die Besetzung bis zum letzten Tage einen interalliierten Charakter behalten könne. Die Vergleichskommissisn. Ist eine Einigung erzielt'? — Keine Unstimmigkeiten in der deutschen Delegation. Haag, 26. Aug. (TU.) Von gut unterrichteter französischer Seite verlautet am Sonntagabend, daß in der Frage der Vergleichs- und Feststellungskommission eine grundsätzliche Einigung zustandegekommen sei. Frankreich und Deutschland sollen sich danach unter Zustimmung Englands auf folgendes geeinigt haben: Die im Das Echo. Von Alfred Richard Meyer. Ich habe ein Echo gekauft — ohne es zu wissen, d. h. ich habe es mitgekauft, zusammen mit einer kleinen Waldparzelle an einem märkischen See. Da ich indessen die Grunderwerbssteuer zu zahlen hatte, ergab es sich, daß es gar nicht die Mark, sondern schon di« Äckermark mit dem Kreise Angermünde war, wo ich nun zum Wochenende seßhaft zu werden gedenke. Was sich aber noch ergab, war das prachtvolle Echo, für das ein Amerikaner, wenn er sich ein altes englisches Schloß taufen will, mindestens 50 Prozent Aufschlag zu zahlen hat, und noch einmal dieselbe Summe, wenn im Schlosse gar ein Gespenst umgeht. Von meinem Gespenst kann ich vorläufig noch nichts bestimmtes sagen, weil das Haus ja überhaupt noch nicht gebaut ist. Vorsorglich aber, wie ich bin, lieh ich mir gleich den Sagenschatz des Kreises Angermünde von Rudolf Schmidt kommen und weih nun, daß in meiner Gegend ein Wesen mit dem schönen Ramen Mise-Pupise „umgeht", vermutlich eine Art Gespenstertatze. mit der ich schon fertig werden will. Was nun jedoch das Echo angeht, so ist es nur wenig gebraucht, von außerordentlicher Tonstärke, erseht also einen Lautsprecher durchaus. Rur nimmt es die Sache mit den Konsonanten nicht ganz genau — wie ja manche Menschen leider auch nicht. Wenn ich z. B. Hella rufe, so meine Frau ist, wirft das Echo Ella zurück, die bisher eine Freundin meiner Frau war und wohl „abgehängt" werden muß, weil meine Frau plötzlich den selbstverständlich gänzlich unbegründeten Verdacht gefaßt hat, daß ich mich für Ella, nicht nur wegen des jetzt getauften Echos, intensiver interessiere. Ratürlich ist mein neues Echo nicht das erste Echo, mit dem ich im Leben zu tun hab«, mit dem ich mich jetzt aufs engste verknüpft fühle. Zu manchem Echo bin ich stundenlang im Schweiße meines Antlitzes Berge hinausaeklettert und war dann oft enttäuscht, weil der Baedeker nach meiner Ansicht viel zu viel Aufhevens von diesem Raturwunder machte, das, wenn ich tarn, meist heiser war oder gar durch die Rale sprach, oder, wenn es dreißig Menschen zugleich auf die Probe stellen wollten, nicht die bei einem Echo doch eigentlich selbstverständliche Geistesgegenwart besaß, sich blitzschnell für einen ganz bestimmten Zuruf zu entscheiden, den es zurückzuwerfen hatte. Echos können eben auch so etwas wie Starlaunen haben, weil sie sich einbilden, Künstlernaturen zu sein — wogegen man nichts machen kann oder höchstens nur in dec Kindheit durch strenge Erziehung. Ich werde mich hüten, aus meinem neuen Echo, das mir ganz allein gehört, weil ich es zufällig mitkaufte, ein Wunderkind züchten zu wollen. Echos liebe ich nur, wenn sie die Raturburschen sind und bleiben. * Mein erstes Echo — ach, ich habe sehr lange darauf warten müssen. Da ich vor einem Menschenalter mein erstes, sehr schmalbrüstiges Lyrik- bändchen in die aufhorchende Welt entsandte und auf das Echo lauerte, verspätete es sich merkwürdigerweise verschiedene Jährchen, bis endlich Dieser eine ersehnte Satz eines einsichtigen Kritikers an mein Ohr und Auge kam: „Wir werden uns hinfort den Ramen Meyer merken müssen!" Mit dem Resultat freilich, daß mich noch vor ein paar Jahren der Vorsitzende einer bekannten Berliner literarischen Gesellschaft also vorstellte: „Gestatten die Herrschaften — der Dichter Konrad Ferdinand Meyer!" Zwei Vornamen, zwei bekannte Vornamen waren es — das wenigstens war dem Herrn Oberlehrer noch in der Erinnerung geblieben. Daß jener Biedermann sich einen Scherz erlaubt haben sollt«, möchte ich nicht annehmen. Zwei charakteristische Vornamen — immerhin, ich muß neidlos zugeben, daß heute noch Konrad Ferdinand, mein Ra- mensvetter, etwas berühmter ist. Unö diesem ersten Echo solcher Art sind dann im Laufe der Zeit noch viele gefolgt, die mich entweder erfreuten oder ohnmächtig hinsinken ließen, wenn da von „bereits beängstigend virtuoser Technik", von Manier, von abgestandenenl Humor usw. die Rede war. Der Ohnmacht folgten dann Stunden der Resignation und der Rachprüsung, die schließlich doch nicht ganz so pessimistisch aussiel, nachdem weitere durchweg günstige Kritik und dann auch die erste Abrechnung des Verlegers einlief, die mit einer Flasche Schampus gefeiert wurde. So ein Psropfenknallen ist auch ein Echo, pnd entschieden kein unangenehmes. Wie viel feinfühliger sind da die Schauspieler konstruiert, die abends bei der Premiere, vom Beifall des Parketts und der Ränge untrauscht, den größten Erfolg ihres Lebens immer mal wieder stolz einstecken, um dann am anderen Morgen in den Zeitungen das mißtönige Echo vorzufinden: eine verlorene Schlacht, mit durchaus untauglichen Waffen in Szene gesetzt! Ein gutes Echo gehört für diese Künstler zum Wohlbefinden und zur Schaffensfreude wie ein leckeres Frühstück, wie für eine Filmdiva der strahlende Blumenstrauß, das beredtere Zeugnis unserer Bewunderung und Verehrung, als es je ein noch so begeisterter Mu>ü) ftammeln könnte. Ganz und ohne Ironie sei das gesagt. Pen großen Illusionen hat eine weitere, noch viel größere Illusion zu entsprechen Das wissen wir Leute von der Feder, und wir sind uns dieser Voraussetzung in Waltung unseres verantwortungsvollen Amtes stets bewußt. Ja, ja — Echo zu fein, kritisches, ist nicht immer ganz leicht, wenn man zugleich einem jungen Dichter wie einem altbewährten Mimen gerecht werden möchte. In der Che das Echo — das ist ein ganz kompliziertes Kapitel! Die Jugend und die Anmut einer Frau will immer wieder ihr Echo haben, auch wenn die Flitterwochen längst vergangen sind. Im Auge des Gatten hat dieses Echo zu stehen; von seinen Lippen hat es in Liebe, Zartheit und Anbetung zu kommen; kleine und große Geschenke haben es täglich zu beweisen; die Che sei ein immer wieder aus sich selbst verjüngender. ewig blühender Rosenstrauß — auch wenn s bisweilen schwer fällt mit diesem ewigen Blühen. Mikmänner, gedenkt des Echos! ilnb sei es selbst aus gaiu egoistischen Gründen: wie man in den Wald schreit bzw. flüstert, so schallt es wieder heraus! , Peinlich der Mensch, der andererseits nichts kann, als in Gesellschaften und an Stammtischen das Echo zu spielen, als zu echoen, als alles das morionettenhaft nachzuplappern, was er am Morgen in Den Zeitungen las, was er gestern an Weisheit von Freunden vernahm, um es stets als „eigenen Standpunkt" weiterzugeben. Hier ward das Echo schosi vor der Erfindung aller Sprechmaschinen zur mechanisierten Wiedergabe des Wortes, das da ist wie ein tönend Erz oder eine klingend« Schelle.....und hätte der Liebe nicht" ... Peinlich ein solcher Mensch ... Locamodertrag vorgesehenen deutsch-französischen und deutsch-belgischen Schiedsgerichtskommissionen werden ineine Kommissionzusammengefaßt, die aus einem Franzosen, einem Belgier, einem Deutschen und sechs Reutralen, somit aus insgesamt neun Personen bestehen soll. Die Kommission wird „De r g le i ch s k o m m i s s i o n" genannt und besitzt keine eigenen Initiativrechte. Sie hat auch keine Befugnisse, irgendwelche Untersuchungen, Kontrollmaßnahmen oder dergleichen vorzunehmen. Die Kommission wird ausschließlich auf Antrag Der deutschen, französischen ober belgischen Regierung tätig fein. Sie trägt einen ständigen Charakter und ihre Zuständigkeit erstreckt sich auch auf die entmilitarisierte Zone. Falls bei einem Zwischenfall eine Verständigung auf diplomatischem Wege zwischen den betreffenden Regierungen nicht zustande kommt, soll die Vergleichskommission als erste Instanz eingreifen. Wenn innerhalb der Kommission keine einheitliche Auffassung zustande kommt...soll als zweite Instanz ein internationales Schiedsgerich t eingesetzt werden. Von französischer Seite wird ferner mitgeteilt, daß d i e deutsche Regierung bereits grundsätzlich ihre Zustimmung zu diesem Vorschlag den übrigen Abordnungen übermittelt haben soll. Eine Bestätigung dieser Mitteilung von deutscher Seite liegt bisher nicht vor. Von deutscher offizieller Seite wird vielmehr zu der Frage der Schlichtungskommission im Rheinland Darauf hingewiesen, daß noch kein abschlie- ßendesErgebnis ter Iuristenbespre- djungen vorliegt. Es handelt sich hier nur um unverbind liebe Meinungsäußerungen des Ausschusses. Ein« Entscheidung über die Frage einer Schiedskommission kann gar nicht von dem Iuristenausschuß gefällt werden, sondern liegt bei den Delegierten der politischen Kommission. Weiter wird von unterrichteter Seite mit Entschiedenheit betont, daß die Meldungen über irgendwelche Streitigkeiten innerhalb der deutschen Delegation nicht zutreffend sind. Oie Innungen und das „Volksbegehren". Berlin, 26. Aug. (Wolff.) Das Preußisö / Landesgewerbeamt stellt fest, daß die Heranziehung von Innungen zu dem „Deutschen Volksbegehren" gesetzlich unzulässig ist. In dem Gutachten des Landesgewerbeamts heißt es: „Die Organisationen des Handwerks überschreiten den Kreis der ihnen durch das Gesetz zugewiesenen Aufgaben, wenn sie sich Verbänden anschließen, die über die Wahrnehmung der be= russständischen Interessen hinaus Politik, insbesondere Parteipolitik, treiben. — Von zuständiger Stelle ist den Körperschaften des Handwerks diese Stellungnahme des Landes- gewerbeamts zugeleitet worden. Feier am Tannenberg-Aational- benkmal. Hohenstein, 25. Aug. (WTB.) Im Ehrenhof des Tannenberg-Rasionaldenkmals wurde heute mittag die feierlich« Weih« und Enthüllung von etwa 60 Gedenktafeln vollzogen die von ost - und west preußischen Regimentsvereinen dem Gedächtnis ihrer in der Schlacht bei Tannenberg gefallenen Kameragen gewidmet worden sind. An der Feier nahmen zahlreich« ehemalige Heerführer sowie Generale aus der Schlacht bei Tannenberg teil, darunter Generalfeldmarfchall von Macken» s e n. Für den verhinderten Chef der Heeresleitung war der Befehlshaber des Wehrkreises I, Generalleutnant Freiherr v. Esebeck, mit den aktiven Generalen und Kommandeuren der 1. Division erschienen. Diele Tausende waren in Sonderzügen oder zu Fuß nach dem Nationaldenkmal gekommen, um bei dem Weiheakt zugegen zu sein. Zahlreiche vaterländische Verbände, Militärvereine usw. mit Fahnen und 2lbzeich«n hatten im Ehrenhof Ausstellung genommen. Die Reichswehr hatte eine Ehrenkompagnie entsandt. Desgleichen war eine Abordnung des im Königsberger Hasen liegenden Das Echo als Dildhauennotip. In dubio immer von Eberlein. Expressionismus und neue Sachlichkeit nehmen sich des Echos nicht mehr an, oder wenn doch, so wird man nie auf den Gedanken kommen, daß es sich da um ein Echo handelt, ilnb das ist auch gut so — wenigstens was mein mitgetaufteß Echo am uckermärrischen See betrifft, ras ich mir ganz nach Den Launen meinet Phantasie ausmalen kann, ohne Rücksicht auf einen just modernen Stil, der vielleicht in meine Landschaft überhaupt nicht hineinvassen würde. Oie flüchtigen Pelikane. Drei Wochen ist es her, daß zwei Der schönsten Pelikane aus dem Londoner Tiergarten entflohen sind. Offenbar fürchteten sie gerade in diesen schönen Sommertagen den Herbst, den Londoner Herbst und Winter mit all ihren Schrecken und mit all ihrem Rebel. Ohne irgendwie Abschied zu nehmen, haben sie sich entfernt und alles Suchen war vergeblich geblieben. Da kam plötzlich Die Rachricht, man hätte die Vögel $inge- fangen und sie auch gleich an den Ringen,- die sie um die Deine trugen, erkannt. Aber, man sand die flüchtigen Pelikan« nicht in London, auch nicht an der schönen Südküste des Vereinigten Königreichs ober auf der milden Insel Man, nein, viel weiter waren die Vögel, offenbar auf der Reise in ihre sonnig« Heimat, -gelangt. In Marokko, auf einem öanbberge, hatte ein Eingeborener die müden Tiere gefangen, deren Traum nun ausgeträumt ist und die wieder zurück müssen in das Häusermeer, in das bald aus der Themse die trüben Dünste steigen. Lochschulnachrichten. Zur Wiederbesetzung des durch den Weggang des Professors H. A. Fischer nach Breslau an der Universität Jena erledigten Lehrstuhls für römisches und bürgerliches Recht ist ein Ruf an Professor Dr. Leo R a a p e in Hamburg ergangen. Dr. Raape widmete sich dem Stubium der Rechtswissenschaften in Bonn besonders unter Professor Zitel- mann. Seit 1899 als Gerichtsreferendar tätig, wurde er 1904 Assessor. 1906 habilitierte sich Dr. Raape in Bonn für römisches und bürgerliches Recht, fiedelte später als Extraordinarius nach Halle über und erhielt dort 1915 die Ernennung zum Ordinarius. Seit 1924 lehrt Professor Raape in Hamburg. Aus dem Gießener Giadirai Üatioml- Oie Wetterlage. HS 50- N iS s s 4 3Ö H Ä >x ^6 * la Corun* der Westan - andern, Halts. alle an zum zur auf. aber Montag. Licht- Tanzstudent" und P7f Wand ’ fZ MparMviel schließenden Teil der Nordanlage werden zur Zeit recht umfangreiche Straßenbauarbeiten aus- geführt. In der Strecke zwischen der Goetheschule und der Neustadt wird der südliche Bürgersteig auf 5 Meter verbreitert und mit einer Daum- reihe versehen. Diesen Dürgersteig entlang wird eine 9 Meter breite und mit Guhasphalt befestigte Fahrbahn angelegt. An Stelle der bisherigen Fahrbahn werden gärtnerische Anlagen geschaffen. Durch die Beseitigung der bisherigen Mit „Schmücke dein Heim" fing es an. Manche taten daraufhin, was sie sollten. Kauften sich nämlich etwa Diaphania-Glasbilder, vor die Fenster zu hängen, was direkt entzückend aussah. Manche verstanden es anders und blieben (ohne falsche Bescheidenheit) einfach zu Haufe. Dann folgte bald „Koche mit Gas", „Heize mit Luft!" u. ä. Man tat dies und war zeitgemäß. Dis letzthin lebten wir alle, ob verheiratet oder nicht (und demgemäß, wenigstens meistens, kinderreich oder kinderlos), durchweg im „Zeitalter des Kindes". Ob wir damit einverstanden waren oder ob nicht. Alles für die Kinder. Dor allem wurde ihr Recht auf Persönlichkeit entdeckt •en". ls PreMi ch, daß bk- m .Deutschen lässig ist. bcamts heißt Verls über- i das Gesetz ) Verbänden ung der be- vlitil, ins» en. - Don Schäften des des Landes- — Tageskalender für spielhaus, Bahnhofstraße: „Der „Vom Täter fehlt jede Spur". Berliner Börse. Berlin, 26. Aua. (WTB. Funkshruch.) 0. wohl nach der zweitägigen Unterbrechung sich im heutigen Früyderkehr noch kein Geschäft entwickeln konnte und auch Rachrichten nennenswerter Art kaum Vorlagen, scheint man in den Dankbureaus für die heutige Börse doch eher Seit einer Generation etwa schwelgt man in ihnen. Dor dem Kriege waren sie eine Zeitlang sozusagen kategorische Imperative, wodurch das Leben ungeheuer erleichtert wurde. Denn man wußte immer, was man zu tun hatte. 'S Aus der Provinzialhauptstadt Gießen, den 26. August 1929. Serien her Hausfrau. " Die Neugestaltung läge. In der Westanlage zwischen der Dahn- hofstrahe und der Neustadt sowie in dem an- Schlagworte hat es seit langem gegeben, mindesten seit R o u s s e a u s „Rückkehr Natur". Zuerst traten sie nur vereinzelt W/u. n9l*^en & °>-d ■Ä; ).) Im Ehren- lmals wurde ird Enthüt- afeln voll- eufjifti en mchtnis ihrer [lenen Karne- er Trier nch- x sowie Gene- nnenberg teil, in Wacken- dcr heereslei- Mhckeiscs I, zscbeli, mit nanbeuren der ende waren in dem Äationa!' Weih-alt zu- ländische Mr- Föhnen und lusstellung deine Shrenkom- ein: Abord- (en liegenden ] dubio immer ib neue hach« icbt mehr an, ms den Gedan- t Echo handel ßens was mein i schm Launen nu>n« > Mäsicht *?U' Gleicht in in* wurde- Fahrbahn wirb auch die Beseitigung der Fuhrwerkswaage am Neustädter Dor erforderlich. Als Ersatz dafür wird eine neue und größere Waag« mit 20 000 Kilogramm Wiegesähigkeit neben dem Schulverwalterhaus der Goetheschule errichtet. An dieser Stelle liegt die Waage für den Verkehr von und nach dem Güterbahnhof günstiger als am Neustädter Tor. Der Umbau der Straße macht auch die Umlegung der Unter- grundleitungcn insbesondere der Starkstromkabel erforderlich. Gleichzeitig werden neue Kabel zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit des Kabelnetzeü eingelegt. Diese Arbeiten werden voraussichtlich in etwa 8 Tagen beendet. Die Straßenbau arbeiten werden voraussichtlich in etwa 3 bis 6 Wochen beendet sein. ** Kirchliche Personalien. Durch die Kirchenregierung wurde Pfarrer Friedrich E l o tz zu Wölfersheim auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vorn 1. Oktober 1929 an, und Pfarrer Friedrich Schick zu Queckborn auf sein Nachsuchen, mit Wirkung von 1. November 1929 in den Ruhestand versetzt. ** Berkehrsunfall. Am Samstagnachmittag gegen 6 Uhr «wurde eine Dame beim Cafe Hettler von einem Motorrad angefahren. Sie stürzte und erlitt eine leichtere Kopfverletzung. Nachdem sie von einem Arzt verbunden worden war, konnte sie nach Haufe gebracht werden. ** Der Kranken st and im Monat Juli. Der Hauptoerband deutscher Krankenkassen in Berlin weist für den Monat Juli (Stichtag 1. August) folgende Zahlen nach: Zahl der Mitglieder am 1. August 5 780 864 (3 118 334 männlich, 2 062 530 weiblich), davon waren arbeitsunfähig erkrankt 3,89 o. H. (3,78 o. H. männlich, 4,02 v. H. weiblich), das ist gegen den Stand am 1. Juli ein Mehr von 0,29 v. H. Die Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen (Stadt) hatte am gleichen Tage 10 858 Mitglieder (6094 männlich, 4764 weiblich), der Krankenstand betrug 3,79 v. H. (3,53 v. H. männlich, 4,11 v. H. weiblich) und war gegen die Zahlen vom 1. Juli um 0,68 o. H. höher. Ein ähnliches Bild ist bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen (Land) zu verzeichnen: Mitgliederzahl am 1. August: 8424 (5942 männlich, 2482 weiblich), an Kranken wurden gezählt 3,63 v. H. (3,42 o. H. männlich, 4,15 o. H. weiblich), mithin gegen den Stand am 1. Juli eine Zunahme von 0,62 o. H. ** Wichtig für Auswanderer nach Amerika. Ab. 1. September 1929 nimmt das Amerikanische Generalkonsulat in Frankfurt a. M. keine Anträge zur Auswanderung nach den Der- einigten Staaten von Amerika mehr an. Alle Anträge von im Bezirke des Amerikanischen Generalkonsulates Frankfurt a. M. wohnhaften Personen, die beabsichtigen, nach 11. S. A. auszuwandern, sind von obigem Tage an direkt an das Amerikanische Konsulat in Köln a. Rhein, Kaiser- Friedrich-Ufer 83. zu senden. Personen, die sich bereits vor dem 1. September 1929 in Frankfurt angemeldet haben, brauchen keine neuen Anträge in Köln einzureichen, da die in Frankfurt eingereichten Anträge ihre volle Gültigkeit behalten. Paß- und Transitvisen für Geschäftsreisende und Besucher werden nach wie vor durch das Amerikanische Generalkonsulat in Frankfurt a. Main, Dörsenstraße 2—4, ausgestellt: EEW @ 46 22^2 Udie lQni ein- leine Zonales c geteilt J.9 bereis Mem Dor- übermittelt Mitteilung t vor. Don chr zu d», Rheinland abschlie- w nur um außerun- ung über die gut nicht W sondern tischen Korn- chteter Seite Meldun- 'eitigkei. -en Dele- d. folK. „ g.ss v Abschieb idwie rnt und D a kam > Dözel E en «e* orßer man Al’ in 2onbDn' w Derein'g' -e A ^lan, Iben oE aut jel. E In Oberen X1 wieder M n „es Wfß römisches ls P* Pros eil uf an Dr. Ä' V ^?’uV,r; ferne wird der Firma Weimer in Gießen zu ihrem Angebotspreis von 2,30 Mark für den Kubikmeter übertragen. Die Pslasterarbeiten für die Umgestaltung der Westanlage von der Goetheschule bis zur Neustadt werden der Firma K. S ch ne p p (Krofdorf) zu ihrem Angebotspreis von 5330 Mark übertragen. Arbeiten für die Feuersichcrhett. Die Erweiterung der Feuermeldeanlage wird genehmigt und die Kosten in Höhe von 4500 Mark bewilligt. Die Stadtverwaltung wird ermächtigt, die Arbeiten durch den Installationsmeistcr Balser ausführen zu lassen. Für die Beschaffung eines neuen Wasserbehälters aus Kupferblech für die Automobilsprihe wird ein Betrag von 900 Mark zur Verfügung gestellt. Die Beschaffung des Behälters von der Firma Schaffstaedt (Gießen) wird genehmigt. Reparatur des Obermühlwehrs. Zur Instandsetzung des Obermühlwehres in der Lahn wird ein Kredit von 2000 Mark bewilligt. Beschaffung von Transformatoren. Für die Beschaffung eines Transformators 1250 kVA mit Drosselspule und zweier Mast- transsormatoren 10 kVA wird ein Kredit von 13 332 Mark bewilligt. Die Lieferung des Transformators wird zum Angebotspreis von zusammen 11902 Mark den Siemens-Schuckert- Werken, die Lieferung der beiden Masttransformatoren zum Angebotspreis von 715 Mark pro Stück der Firma Bergmann-Elektrizitätswerke A.-G. in Frankfurt a. M. übertragen. Die Elektrizikätswerksrechnung für Rj. 1927. Die in Einnahme mit 2 247 495 40 Mk. und in Ausgabe mit 2 246 538,14 Mk. abschließende Rechnung wird nicht beanstandet. Zuschuß an die Gewerbe- und Maschinenbauschule. Auf Grund des vorliegenden Rechnungsabschlusses für die Gewerbe- und Maschinenbauschule für das Rj. 1928 wird ein weiterer Zuschuß von 5752,57 Mk. bewilligt. verschiedenes. Das Lokalreglement vom 10. November 1879 über die Reinhaltung und Wegsamkeit der Straßen und Plätze, sowie die Reinhaltung der Kanäle in der Stadt Gießen wird aufgehoben. Für die Gewerbe- und Maschincnbauschule wird eine neue Satzung für das Kuratorium antragsgemäß beschlossen. Dem Entwurt einer Ortssatzung über die Erhebung des Marktstandgeldes aus den Vieh- und Krämermärlten Gießen wird zugestimmt. Der Voranschlag der Plockschen Stiftung für das Rechnungsjahr 1929 in Einnahme und Ausgabe mit 1362,22 Mk. wird genehmigt. Das Baugesuch von Ludwig Keil, Weidengasse 1, wird befürwortet. Die Schankkonzcssionsgesuche des Forstgarten- verwaltcrs Heinrich Binz im Hniversitätssorst- garten, der Katharine Feurer geb. Hettler und Else Hettler, Frankfurter Straße 1, sowie des Karl Theiß, Lindengasse 2, werden antragsgemäß befürwortet. Vorbereitung von Notstandsarbeiten. Die sozialdemokratische Fraktion ersucht in einem Antrag die Stadtverwaltung, im Hinblick auf die Arbeitsmarktlage die Durchführung umfangreicher Notstandsarbeiten vorzubereiten. Auf Vorschlag des Bürgermeisters Dr. Seid wird dieser Antrag dem Finanzausschuß zur weiteren Veranlassung überwiesen. QwoiKeaJoioncna.QniöocacaA®wouao.Q oedecki ♦Schnee, a.uraupdrk s liebel k Ge»znter^)wuid$une.«Oi sd» ejuue» d$> massige» SOdsodwest. q Hürmochö «lardwcjt Die eien, nitgea mit de® winde., Pie oodto M*aiionci&.$iti>cndui Z4\* ifUgebenjlUnfernperalur aA P । e. t,ln । c nvez Din dtS Orte am gjeläiyg •xl mteresniZeai? umafl-exhaetei» Uifidrml Wettervoraussage. Mit dem Abzug der nördlichen Störung haben die Kaltluftmasfen an ihrer Rückseite Deutschland überflutet und eine leichte Abkühlung verursacht. Dabei hat sich der hohe Druck von Westen nach dem Kontinent ausgebreitet und nimmt Deutschland mit in feinen Bereich. Im Bereich hohen Druckes haben wir zunächst mit meist heiterem Wetter zu rechnen. Die Temperaturen stergen dabei mit Dem Abflauen der Kaltluftzufuhr zunächst langsam an, jedoch bleibt es nachts küchl. Später dürste erneuter Zustrom warmer Luft einsetzen, so daß die Erwärmung cmhält und auch nachts die Temperaturwerte wieder gehoben werden. Wettervoraussage für Dienstag: Meist heiteres Wetter, wärmer, trocken. Wettervoraussage für Mittwoch: Zeitweise aufkommende Bewölkung unb weitere Erwärmung. Lufttemperaturen _m 25. August: mittags 21 Grad Celsius, abends 16,7 Grad; am 26. August: morgens 13,1 Grad. Maximum 21,1 Grad, Minimum 10,5 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. August: abends 21,2 Grad: am 26. August: morgens 16,1 Grad Celsius. — Sonnenlckeindauer 2% Stunden. Die Gießener Stadtratsoerfamm- l u n g beschäftigte sich in ihrer Sitzung vom Freitag, über deren Hauptpunkt wir am Samstag schon berichteten, noch mit folgenden Angelegenheiten: Druck der verwaltungsberichle und des Voranschlags. Der im Voranschlag für 1929 vorgesehene Betrag von 4000 Mark für den Druck des Voranschlags für 1929 und der Verwaltungsberichte für 1924, 1925 und 1926 wird um 9000 Mark erweitert. Stadtratsmitglied Mann (Soz.) beanstandet, daß der er- forderliche Betrag nicht bereits im Voranschlag angefordert worden sei. In Zukunft solle diese Ausgabe in voller Höhe in den Voranschlag eingestellt werden. Arbeiten an der Schillerschule. Die Schreinerarbeiten an dem Um- und Erweiterungsbau der Schillerschule werden folgenden Firmen losweise übertragen: Firma E. H. Müller (Gießen) für 9940 Mark, Firma Anton Wagner (Gießen) für 7803 Mark, Firma Karl Hahn (Gießen) für 3354 Mark, Firma Wilhelm Bender (Gießen) für 837,20 Mark, Schreinermeister Wack (Gießen) für 938,20 Mark, Schreinermeister August E i d m a n n (Gießen) für 2332 Mark, Firma B. Nuhn (Gießen) für 546 Mark. Die Lieferung der Solnhofener Platten erhält die Firma Dem & Co. zum Preise von 6039 Mark, die Lieferung der Mosaikplatten die Firma Sack & Iughardt zum Preise von 5768,50 Mark. Die Anschlagarbeiten werden an die Schlosser- meifteroereinigung für 2763,10 Mark und an Schlossermeister Karl Wiegand für 1238,75 Mark vergeben. Arbeiten am Neubau der Peskalozzischule. Die Ausführung der Dachrinnen und Anschlüsse in Zink wird der Firma Georg Appel zum Angebotspreis von 8231 Mark, und die Ausführung der Abfallrohre in Kupfer dem Dachdeckermeister Karl Lapp zum Angebotspreis von 3095 Mark übertragen. wohnungsbauten in der Schwarzlach. Die Erd- und Maurerarbeiten an den Wohnungsbauten in der Schwarzlach werden wie folgt vergeben:. An die Firma M. Abermann (Gießen) für 84 664 Mark, für ein Hnus Typ A und zwei Häuser Typ B an H. W. Rinn (Gießen) für 54 148 Mark, für ein Haus Typ A und ein Haus Typ B an die Firmen H. Weimer und Dirken stock und Schneider für 35 992,09 Mark; die Zimmerarbeiten erhalten die Firmen M. Abermann (Gießen), Karl D e b l i n g (Heuchelheim), Friedrich P i h N a ch f. (Steinbach) und August Rohm (Wieseck) zu ihren Angebotspreisen; die Dackdeckerarbeiten erhalten die Firmen Wilhelm K r ö ck (Gießen) zu 3185 Mark und Philipp Kröck & Sohn zu 3264 Mark. Arbeiten am An- und Umbau der Gewerbeschule. Die Schreinerarbeiten werden wie folgt vergeben: an Schreinermeister Heinrich Horn für 4139 Mark, Firma E. H. Müller fu# 2368 Mark, Firma Anton Wagner für 3509 Mark. Die Erd- und Maurerarbeiten Aur Vergrößerung des Heizkellers und der Aufführung eines Kamins in der alten PestalMischule werden der Firma Ernst Wagner (Gießen) zum Preise von 3752 Mark übertragen. Slraßenarbeiten. Die Erd-, Maurer- und Rohrverlegungsarbeiten in der M o l t k e st r a ß e werden der Firma M. Abermann in Gießen zu den Grundpreisen für die gleichen Arbeiten vom Hochdruckbehälter bis zur Moltkestraße übertragen. Die Auffüllung der Reststrecke der Straße hinter der früheren städtischen Ka- Rach Osten, Süden und Westen waren sie einem Tage abgereist. Es hatte Großbetrieb geherrscht. Handkoffer, Hutkoffer (oder nicht?), Rucksack (der kleine oder der große?), Gummimantel (oder nicht?), Sohn oder Tochter verwechselten um ein Haar ihre sportlichen Knickerbockers, unsere Hausgenossin hatte ihren Pah verlegt, „Mutti, ob ich wohl den dicken Pullover mitnehme?— Ach, könntest du wohl? — meinst du wohl? — hast du vielleicht?..Die Wogen gingen hoch. Endlich Abschied. Küsse. Winken. Und dann plötzlich tiefe Stille. Die sich in dem wohl tuenden Gedanken auflöst: Ferien der Hausfrau. Zehn Tage vollkommener Ruhei Wie würde ich sie ansnuhen! Alle Möglichkeiten wurden genießerisch erwogen: Sonnen- und Flußbäder, Waldspaziergänge, Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung. Doch zuvor: Ordnung in die Wohnung gebracht. Ich kramte bis spät in den Abend und verschlief dadurch die erste Programmnummer: Frühspaziergang und Morgenkaffee außerhalb. Und dann blieb die Aufwartung aus. Auch die nächsten Tage. Sie hatte mit dem Wohnungsamt und dem Zahnarzt zu tun. Daher war der Fall hoffnungslos. Also „Bediene dich selbst". Das wäre nun weiter nicht so schlimm gewesen, wenn ich nur nicht beim „Alles-selber-machen" bemerkt hätte, wie reformbedürftig mein ganzer Haushalt durch mein ständiges anderweit Beschäftigtsein allmählich geworden war. Und so begab ich mich an ein Generalaufräumen, das mit der Bibliothek anfing und seinen Siegeszug durch Wäscheschrank, Büfett, über Flickenberge, durch Mottenkiste, Vorratskammer usw. hielt— „nur dies noch heute", dachte ich jeden Tag, „morgen mache ich mir bestimmt Ferien". Und fo dachte ich, bis ich mit allem fertig war. Mit der Wohnung, mit meinen Kräsien und mit den ungestörten Tagen. „Und ich hatte dir doch s o geraten, dir recht gemütliche Ferien zu machen," sagte meine heimgekehrte Tochter. Aber wem nicht zu raten ist, dem ist nicht zu Helsen. Nicht mal mit dem Recht auf Ferien. E. v. M. Daten für Dienstag, 27. August. Sonnenaufgang 5.03 Uhr, Sonnenuntergang 18.59 Uhr. — Mondaufgang 21.42 Uhr, Monduntergang 1-3.22 Uhr. 1576: der italienische Maler Tizian in Venedig gestorben (geboren 1477); — 1770: der Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel in Stuttgart geboren (gestorben 1831). Vorrwtizen. vrA; AT rJ8 (was oft erstaunliche pädagogische Resultate zeitigte. Doch das nur nebenbei). Neuerdings ist man nun über das Kind hinausgegangen und hat ein neues Recht der Frau entdeckt. Nämlich das Recht der Hausfrau auf Ferien. Hat sie es, oder hat sie es nicht? Es ist viel darüber geschrieben worden. Sehr viel. Und die öffentliche Meinung lautet wohl einstimmig: I a, s i e h a t e s. Warum auch nicht? Jedes Kind hat es. Jeder Mann. Jeder Beamte, jeder Angestellte, jeder Schusterlehrling — kurz jeder Mensch. Also auch die Hausfrau. Ich war sehr angenehm berührt, als ich das las. Er ist immer erfreulich, Recht zu bekommen, besonders noch, wenn cs unvermutet geschieht. Dis jetzt hatte ich es allerdings nur auf dem Papier und moralisch. Was leider oft nicht viel besagen wiU. Auch in meinem Falle nicht, denn mir fehlten zu seiner Ausnutzung sowohl Zeit wie Ruhe. Plötzlich aber hatte ich beides. Als natürliche Folge des Rechts auf Ferien der nämlich meines ganzen kleinen Haus- Jfreugetfl „Königsberg" erschienen. Auch die alten Fahnen der an der Tannenbergschlacht beteiligt gewesenen Regimenter waren nach Hohenstein gebracht worden. Als der älteste der anwesenden Tannenberg- Kämpfer ergriff Feldmarschall von Mackensen das Wort. Die heutige Feier gelte den Helden, die ihr Leben für den Sieg dahingaben, den Mannern, die es als ihre höchste Aufgabe ansahen, die Grenzen unseres Vaterlandes zu schützen und Haus und Hof, Frau und Kind zu schirmen. Die Waffen habe man dem deutschen Volk genommen; den Geist aber könne man nicht bannen, den Geist, der im Weltkrieg das deutsche Voll als das kraftvollste Volk der Erde erwiesen habe und dessen Schaffen sich heute in der Weltsahrt des „Graf Zeppelin" offenbare. Dieser ®euft werde fortleben und mit ihm das Deutsche Reich. Unter dem Salut einer Geschühbatterie erfolgte dann die Enthüllung der Ehrentafeln und die Kranzniederlegung durch Vertreter der Rcgi- mcntsvereine. Die Ehrenkompagnie präsentierte Ui . Gewehr, die Fahnen und Banner senkten sich > ) die Musik spielte „Ich hatt' einen Kameraden". Aus aller Welt. Marschall Liman von Sanders f. Im 75. Lebensjahre ist in München der General der Kavallerie a. D.' und osmanische Marschall Liman v. Sanders gestorben. Der Verstorbene hatte nach glänzender militärischer Laufbahn 1911 das Kommando der 22. Division in Kassel übernommen und war 1913 Chef der deutschen M i li t är m i ss i on in der Türkei geworden. Der Ausbruch des Weltkrieges sah v. Sanders als Befehlshaber der Annee, der die Verteidigung der Halbinsel Gali- polis übertragen war. Alle Angriffe der stark überlegenen englischen Delagerungsarmee zerschellten an dem gut organisierten Widerstand der Verteidiger. Im weiteren Verlauf des Krieges stand Sanders mit seinen Truppen in Palästina, wo ihn schließlich der Zusammenbruch ereilte. Bei der Leitung des Abtransportes der deutschen Truppen wurde Sanders nach Kriegs- fchluß gefangen genommen und 1919 auf Malta interniert. Seit der Rückkehr nach Deutschland lebte er in München. Die Londoner „Sundah Times" sagt in einem Leitartikel, das britische Heer habe während des Weltkrieges keinen ehrenhafteren Feind gekannt als den verstorbenen deutschen General Liman v. Sanders. Es ist angenehm, daran zu denken, schreibt das Blatt, daß er ein ebenso ritterlicher w i e entschlossener Feind war, und daß seine vormaligen Gegner auch nicht ein ungutes Wort über ihn zu sagen haben. Die Beisetzung des verstorbenen Marschalls findet in Darmstadt statt. Zwei Kinder ermordet. In Düsseldorf wurden die sechs Jahre alte Gertrud Hamacher und ihre 13jährige Stiefschwester Louise Lenzen, die von den Eltern als vermißt gemeldet waren, in einem Garten unweit des KirmesplatzeS und nur etwa 200 Meter von der elterlichen Wohnung entfernt, von einem Wirtschaftsgehilfen, der sich um 6 Uhr morgens auf dem Wege zur Kirche befand, tot aufgefunden. Die Polizei stellte fest, daß die Keine Hamacher durch einen Stich In den Hals und die 13jahrige Lenzen nur wenige Schritte davon entfernt durch Stiche in die- Rückengegend ermordet worden waren. Vier Todesopfer eines Uutounglücks. Der Personenzug Soltau — H am bürg, der Soltau kurz vor 10 Uhr abends verläßt, hat auf der Provinzialstraße von Soltau nach Hamburg bei Wintermoor das Auto des Arztes Dr. Brinkmann aus Soltau überfahren. Der Chauffeur, zwei Frauen und ein Kind wurden getötet, Der Arzt schwer verletzt. Todessprung einer Fallschirmpilolin. Die Fallschirmspringerin K r ö h l aus Dresden ist bei einer Vorführung auf dem sehr stark besuchten Flugsporttag der Sächsischen Fliegerschule in der Nähe von Limbach tödlich veirunglückt. Der Absturz ist darauf zurückzuführen, daH der Fallschirm sich nach dem Ab- sprung nicht öffnete. Ballonunglück bei Sarasani. Arn Sonntagvormittag gegen 10.30 Uhr war man auf dem Zeltplatz in Regensburg mit dem Füllen des Reklamefesselballons der Sarasani-Schau beschäftigt. Ein in der Nähe stehender Angestellter klammerte sich an den Ballon und rief weitere Mannschaften um Hilfe. Bevor aber einer der herbeieilenden Leute zugreifen konnte, schwebte der Ballon bereits in Haushöbe und stieg, den Mann mit sich nehmend, in die Höhe. Wie man vom Boden aus beobachten konnte, versuchte der Artist, die Reihleine zu ziehen, um den Ballon zu entleeren, konnte aber nicht an die Leine herankommen. In etwa 100 Meter Höhe verliehen den Unglücklichen die Kräfte und er stürzte auf das Zirkuszelt, durchschlug die starke Zeltdecke und blieb bewußtlos in der Manege mit starken inneren Verletzungen liegen. Der Verunglückte wurde in das Krankenhaus eingeliefert. Das Eisenbahnunglück auf der Tauernbahn. Es wurde festgestellt, daß der Triester l) - Z u g von Schwarzach—St. Veit nach Gastein mit einer Versp ätung von 8 Minuten um 11.37 Uhr abgelassen worden ist. Da die V ahn eingleisig ist, hat der Fahrdienstleiter von C warzach—St. Veit selbstverständlich kein < i g n a t „freie Dahn" abgegeben. Trotz bi«* r ? • Umstandes hat der Fahrdienstleiter von Loi- ? n den Prager Personenzug, ohne sich zu ^erzeugen, ob die Dahn frei sei, cögcfertigt. Der Fahrdienstleiter von Loifarn, : ?n die Schuld an dem Zusammenstoß trifft, hat sich bei seiner Vernehmung vor der Gendarmerie mit Ueberarbeitung entschuldigt. Bei der Rettung seiner Kinder ertrunken. Als der Kaufmann Wilh. Schultze in der Nähe der Elbbrücke von Wittenberg mit seinen Kindern an einer seichten Stelle badete, gerieten die achtjährige Tochter und der elfjährige Sohn, der seiner Schwester zu Hilfe kommen wollte, in die Strömung und trieben in die offene Elbe hinaus. Dem Vater gelang es, die beiden Kinder zu fassen und bis nahe ans Ufer zurückzubringen, als ihn ein Herzschlag ereilte. Paddelboote retteten die Kinder. Der Vate-r versank. Er hinterläßt acht Kinder. ESonntaa, 5. August, 1929.8" mos freundlicher gestimmt zu sein. Man rechnet mit Deckungen, zumal Reuhork fest war und die politische Situation im Haag etwas fester aussieht. Kurse find noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,87, London gegen Mailand 92,68, London gegen Spanien 32,94, London gegen Kabel 4,8481, London gegen Berlin 20,3390, Kabel gegen Berlin 4,1992. Schwere- NogzeugungM bei Schlüchtern Bier Tote. WER. Schlüchtern, 24. Aug. Heute morgen um 9 Uhr geriet, Wie bereits in einem Teil oer SamStag-Äusgabe gemeldet wurde, das Flugzeug 07 5 7 in der Bähe des Haberts- Hofes bei Elm plötzlich in Rebel und verunglückte in dem bergigen Waldgelände. Hierbei kamen der Führer Bauer und zwei Insassen, der Amerikaner 3osef Groh und der Polizeioberwachtmeister Rückert aus Frankfurt a. M. ums Leben. Ein Fräulein Reu- bauer aus Berlin und Frau Rückert wurden schwer verletzt. Fräulein Reubauer ist später ihren Verletzungen erlegen. Das Unglück spielte sich zwischen den Gemeinden Elm und Hutten ab. Man sah das Flugzeug über dem Walde mehreremal hin- und herpendeln, worauf esindenWald stürzte, dabei einen starken Baum mit den Wurzeln glatt aus der Erde reißend. Das Flugzeug wurde vollständig zertrümmert. Zwei sofort herbeieilende Aerzte stellten den Tod von drer Personen fest und veranlaßten die lleberfüh- rung der zwei schwerverletzten Damen nach dem Krerskrankenhaus Schlüchtern. Es wird angenommen, daß die Verletzungen der Verunglückten zum Teil durch die Reste des umgerisscnen Baumes hervorgerufen worden sind. Eine Gerichtskommission aus Frankfurt begab sich sofort an die Unglücksstelle, um die Ursache des Unglücks festzustellen. Starkenburg. WER. D a r m st a d t, 25. Aug. Die diesjährige Tagung des Weltverbandes der deutschen Auslnndlehrer fand gestern mit einer Festsitzung ihren Abschluß. 3m überfüllten Saalbau begrüßte nach einem Musikvortrag das Schülerorchester des Realgymnasiums Studiendirektor Dr. Gast er (Antwerpen-Berlin) die Gäste, insbesondere den hessischen Staatspräsi^ deücken Dr. Adelung, und gedachte der großen Verdienste, die sich Staatsrat Block (Darmstadt) als Vorsitzender des Weltverbandes um die deutschen Lehrer im Ausland erworben habe. Die Bedeutung des Auslanddeutschtums für die Gestaltung des großen deutschen Kulturkreises und seine Rolle an der kulturellen Gestaltung des Gastlandes würdigte er in beredten Worten. Hebet das deutsche Schulwesen im Ausland sprachen Frau Landtagsabgeordnete Giese, Meta s ch k (Johannesburg) und Oberstudienrat Dr. Körner (Wiirdhuk). Diese Ausführungen gaben außerordentlich interessante Einblicke in das Leben der deutschen Kolonien. 3m letzten Teil der Festversammlung gaben dann gemischte Chöre, Lieder- und Konzertvorträge sowie heitere Rezi- tationen einen harmonischen Ausklang der Tagung. Kunst und Wissenschaft. Ausstellung „Der schöne Mensch- in Darmstadt. Das große Oel- und Temperagemälde von Professor Oskar Schlemmer, Bauhaus Dessau „Bekleidete und Unbekleidete in Architektur" ist verlauft worden. — Die Besuchszahl ist auf 5800 gestiegen. Vermischtes. Ein Generaldirektor verhaftet. Der Generaldirektor Seidemann, Leiter der Seidemannschen Unternehmungen der Firma Seidemann-Roeüer-Stahlverband A.-G. und der sonstigen dem Konzern angeschlossenen Werke, ist in Seiffersdorf bei Redeberg unter dem Verdacht des Konkursverbrechens verhaftet worden. Der Zusammenbruch der Seidemannschen Unternehmen ist nach der bisherigen Prüfung vollkommen. Auch die Staatliche Wohlfahrtshilfe, die Seidemann einen Kredit von 2,8 Millionen Mk. gewährt hatte, dürfte mit ihren Forderungen zum größten Teil ausfallen. Die Angelegenheit wird nach den Ferien auch im sächsischen Landtag behandelt werden. Tödlicher Unfall bei einer Streckenrevision. Der Vorstand des Reichsbahnbetriebsamtes II in Allenstein, Reichsbahnrat Kohler, wurde beim Revidieren der Strecke auf einem Bahnmeisterkraftrad von dem in gleicher Richtung fahrenden Triebwagen überrascht. Beim Abstei- gen stürzte Köhler; er wurde von dem Triebwagen erfaßt und so schwer verletzt, daß er bei der Einlieferung in das Krankenhaus Allenstein starb. Beim Flugzeugabsturz verletzt, beim Autounglück gelötet. In Detroit (U. S. A.) wurde bei dem Absturz eines Flugzeuges der Pilot getötet, ber Passagier erlitt schwere Verletzungen. Dds Auto, mit dem der Verletzte ins Krankenhaus gebracht werden sollte, stieß auf der Fahrt mit einem anderen zusammen, wobei der Verletzte getötet wurde und vier Personen schwere Verletzungen erlitten. Verantwortlich für Lokales: i. V. Dr. T h y r i o t. Ml»«. M>» III.I ■■ '1 M -H' I ■»■II ITTMM.K »jma Hessische Kriegsblinden-Lotterie Besichtigen Sie die Ausstellung im Schaufenster des Kauihauses Heilbronner, Marktstraße 17. Lose zu 50 Pfennig daselbst und in den Lotteriegeschätten zu haben. 7uJ8D Ziehung schon am 10. September Lichtspielhaus Bahnhofs-Restaurant Telephon 4077 Bahnhofstraße 34 0942A ewigen Heimat. 05412 worden ist 7042c. Ferner: Die neuesten Tagesberichte aus aller Welt S Eine Erlösung von dauernder Qual tu das s70370 berühmte Gießen, den 26. August 1929. 05411 Walitorstraße 21 / Fernruf 3342. 7JUD Adam Diebel. Mengshausen (Kr. Hersfeld), den 23. August 1929. lohnuug 7üi'£T ■ 05410 sowie sämtliche landwirtschaftl. VedarfSattilel EilSar Borrmann. Haas- ii.Menferäle Hleichstraße 4 ' Telephon 2306 Die Beerdigung findet in der Stille statt — Von Beileidsbesuchen bittet man gütigst abzusehen. herzlichen Dank. 70400 Der bekannt gute Mittagstisch zu kleinen Preisen im Abonnement Gießen (Crednerstraße 31), Offenbach a. M., Staufenberg, Londorf, Obenuockstadt, den 24. August 1929. Die Beerdigung findet Mittwochnachmittag 3 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. In schwerem Schmerz: Louise Spanier geb. Bauderer Konrad Spanier Gretel Spanier Familie Georg Heidt Familie Georg Müller. |Stelienangebote| Junger AüsltvWWHM mit tausinännischen Kenntnissen v. Gran« Handlung für Reisewagen gesucht. Kost und LogtS im Hause. Schr. Angeb. unter 70451) a.d.Gieü. Arn. Im Namen der Hinterbliebenen: Margrete Fritz geb. Wagner. Salzböden, den 25. August 1929. Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. August, in Salzböden, nachmittags 2 Uhr statt. Jagdhund dunkelbraun, auf bejt Warnen Rino hören* entlaufen Abzugeben geiBe- kurz vor der Vollendung seines 16. Lebensjahres. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Maus. Zur Erledigung von Bureauarbeiten laue «i. Derr für halbe Tage gesucht. Schrickt. Bewerbungen mit ent» sprechenden Unterlagen um. 7049V an den Gies;. Anz. erb. auf Wohnhäuser (erstklassige Objekte) können vermittelt werden. Schriftliche Angebote unter genauer Bezeichnung des Objektes unter 05418 an den Gieß. Anzeiger erbeten. 3®®ee an die Türen, um sie im Auftrage von auswärtigen Zeit- schriften-Vertrieben auf bestimmte Blätter umzuarbeiien oder neu zu verpflichten. Wie die Erfahrung lehrt, wird die Lieferfirma öfters verschwiegen und auch sonst vielfach mit unwahren Behauptungen gearbeitet. Wir warnen deshalb unsere Kunden. Alle von auswärts angebotenen und im Buchhandel angezeigten Zeitschriften werden von uns geführt und rasch und billig geliefert. Ihre Bestellung auf Zeitschriften sollten Sie deshalb nur bei der nachstehenden ortsansässigen Buchhandlung aufgeben Pffeiffer’sche Buchhandlung Todes-Anzeige. Allen unseren Freunden und Bekannten die tief schmerzliche Mitteilung, daß Samstagvormittag mein herzliebes, teures unvergeßliches Mütterchen, meine herzensgute Großmutter, meine hebe Schwiegermutter, Tante und Gote Frau Etiellie Murer Wilwe geh. Berger Im Alter von nahezu 74 Jahren von Uns genommen wurde zur Danksagung. Allen den Personen, die bei dem tödlichen Unglücksfalle meines lieben Sohnes Konrad am 18. d. M. in Klein-Linden uns so hilfreich zur Seite gestanden haben, insbesondere Herrn Bürgermeister Jung in Klein-Linden, sage ich Mitt Mmom evtl. Keller, mögt, mit Nebenraum, zu mieten gesucht. Angebote erbeten an Hranz Nortb, Ebelstr. 13. 7046V Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 7048D Arn 13. August 1929: a) bei der Firma Modehaus Salomon, Kommanditgesell- chafl in Gießen: Kaufmann Ludwig Drey- uß ist als Kommanditist aus der Kommanditgesellschaft ausgeschieden und als weiterer persönlich haftender Gesellschafter in die Kommanditgesellschaft eingetreten, b) Bei der Firma Albin Klein, Gießener Verlagsdruckerei 'n Gießen: Die Firma hat olgenden Zusatz erhalten: „norm. Keller, gegr. 1783". Dem Paul Christian Klein, Schriftsetzermeister und Schriftleiter, und der Philippine Klein, beide in Gießen, ist Gesamtprokura erteilt. Gießen, den 24. August 1929. Hessisches Amtsgericht. Gut empfohlenes Mädchen tägl. v. 8>/2—10'/2Ubr norm. lauß. Sonm.) gesucht. 05409 Sian E Naab, ahnhoistr. 42 I I. ■ Metall Stahl- " Kok- Uwl&UII matratzen >—, Kinderbetten,Polster,Schlafzimmer,Chaiselongues Ul an Private, Ratenzahlung. Katalog 225 frei. 585V Eisenmöbelfabrik Suhl (Thüringen). Teepilz „Fungo japon“, ca. 9 Monate ausreich. Keürpilz für ca. 2 Monate. 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Ein Kriminalfilm mit un- p erhörter Spannung - Ein Film, dessen Stoff nach, Protokollen des Berliner Polizei-Präsidiums über ein. noch gar nicht lange zurückliegenden Kriminalfallfilmisch bearbeitet Ordentliches KW« nicht unter 17 I, gesucht 7043D Ltcvbanttr. 13 l. [Stellengesuche] Friseurgehilfe sucht Stelle. [05416 Tteinftraire 27 II. Spranzband (Deutsches Keichspatent). Kein Gummiband, ohne Feder, ohne Schenkelriemen, trotzdem unbedingt zuverlässig, für alle Arten von Brüchen. Leiste vollste Garantie. Glänzende Zeugnisse, auch Heilerfolge. Aerztlich begutachtet. Mein Vertreter ist für alle Bruchleiücnde lauch für Frauen unb Kinder) wieder nut Mustern kostenlos zu sprechen in Gießen, im Babnbosbotel Lenz, am Mittwoch, dem 28. August, von 10—5 Uhr. Der Ei sinder und alleinige Hersteller: Hermann Spranz, linlerkochen (tfürltemho.). Dienstag, den 21. 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Granat broiche v.Johannesi fircbe, Sudan!, bis Kaiscrallee 8. Der ehrl. Finder wird gebeten, dieselbe aus em Fundbureau od. Kaiserallee8v gegen Belohng. abzugeben. Nr. 199 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für tvberhessen)Montag, 26. August (929 Turnen, Sport und Spiel. Englands Leichtathleten geschlagen. Deutschland gewinnt den Länderkampf mit 8:4Punkten. Der deutsche Optimismus hat recht behalten, der leichtathletische Länderkampf auf dem klassischen Kampffeld in Stamford Bridge zwischen Deutschland und England endete mit einem deutschen Sieg von 8:4 Punkten. Heber 40 000 Zuschauer hatten sich eingefunden, die Zeuge dieses Treffens sein wollten. Es nahm wirklich einen spannenden Verlauf. Den Auftakt machte die 4x440-Vards-Staffel. Sie ging für Deutschland verloren, da der Westdeutsche Kisters mit einem Muskelriß an den Start ging und über 35 Meter verlor. Auch die 4Xl20-Vards-Hürdenstaffel endete erwartungsgemäß mit einem englischen Sieg. Dann aber kam die 4x100-Vards-Staffel. Sn einem famosen Lauf durchriß hier Deutschlands Vertreter als erster das Zielband. Der englische Rekord von 37.8 Sekunden wurde dabei egalisiert. Dec englische Vorsprung wurde erhöht, als in der 4x880-2Zards- Staffel der" deutsche Meister Müller, Zehlendorf, stark an Boden verlor und die Engländer nicht mehr einzuholen waren. Damit noch nicht genug, auch die 4X1-Meilen-Staffel war eine sichere Angelegenheit für England. Und doch war die Entscheidung noch nicht gefallen. Sie fiel erst bei den Sprung- und Wurskonlurrenzen. Sn diesen Wettbewerben dominierte Deutschland, das sich auch noch einen zweiten Staffelsieg in der Olympischen Staffel holte. Damit war der deutsche Sieg mit 8:4 Punkten sichergestellt. Die Ergebnisse: 4X100-Yards: 1. Deutschland 37,8 Sek. (Körnig, Dr. Wichmann, Eldracher, Salz); 2. England 39 Sek., 11 Yards zurück (Cohen, Crawford, Simmons, London). 4 X 440-Yards: 1. England 3:19,2 Min. (Borland, Bird, Dunkley, Hanlon); 2. Deutschland 3,20 Min, 2 Meter zurück (Kisters, Krebs, Storz, Engelhard). 4X880-Yards: 1. England 7:43,2 Min. (Ellis, Gutteridge, champson, Thomas); 2. Deutschland 7:44,8 Min. (Engelhard, Böcher, Müller, Dr. Peltzer). 4X120-Yards, Hürden: 1. England 62,4 Sek. (Lord Burghley, Finley, Tangmere, Gaby); 2. Deutschland 60 Yards zurück (Beschetznik gestürzt, Weiß, Welscher, Troßbach). Drei - Meilen - Mannschaftslaufen: 1. Deutschland; 2. England. — Einzelergebnisse: 1. Oddie-England 14,39 Min; 2. Diekmann-Deutschland 14:40,2 Min; 3. Petri-Deutschland; 4. Helber- Deutschland. Olympische Staffel: 1. Deutschland 3:31,2 Min. (Dr. Peltzer, Körnig, Dr. Wichmann, Storz); 2. England 10 Yards zurück. 4X1 Meile: 1. England 17:31,6 Min. (Turner, Tomkin, Thomas, Riddell); 2. Deutschland 17:49,6 Min. (Schilgen, Walpert, Böcher, Wich- mann-Karlshorst). Stabhochsprung: 1. Deutschland; 2. England. — Einzelergebnisse: 1. Wegener-Deutschland 3,81 Meter; 2. Köchermann-Deutschland, Bond-Eng- land und Ford-England je 3,50 Meter. Hochsprung: 1. Deutschland gesamt 3,66 Meter; 2. England gesamt 3,63 Meter. — Einzelergebnisse: Koepke-Deutschland 1,83 Meter, Huhn- Deutschland 1,83 Meter, Turner-England 1,83 Meter, Bradbrooke-England 1,80 Meter. Weitsprung: 1. Deutschland gesamt 14,55 Meter; 2. England gesamt 13,39 Meter. Einzel: 1. Köchermann-Deutschland 7,41 Meter; 2. Dobermann-Deutschland 7,14 Meter; 3. Sartain-England 6,82 Meter; 4. Livingstone-England 6,57 Meter. Kugelstoßen: 1. Deutschland gesamt 28,29 Meter; 2. England gesamt 26,29 Meter. Einzelergebnisse: 1. Uebler-Deutschland 14,61 Meter; 2. Schneider-Deutschland 13,68 Meter; 3. Howland- England 13,30 Meter; 4. (9. Wood-England 12,99 Meter. Diskuswerfen: 1. Deutschland gesamt 83,75 Meter; 2. England gesamt 71,89 Meter. Einzelergebnisse: 1. Hoffmeister-Deutschland 43,95 Meter; 2. Hänchen-Deutschland 39,46 Meter; 3. Howland- England 37,56 Meter; 4. Mac Gowan-England 34,33 Meter. Gesamtergebnis: 8:4 Punkte für Deutschland. Schwimm -Länderkampf Deutschland—Schweiz. Deutschland siegt mit 176:76 Punkten. Der Auftakt des Schwimm-Länderkampfes Deutschland gegen Schweiz anläßlich des 30jährigen Bestehens des Münchener Schwimmvereins in der bayerischen Metropole brachte den deutschen Schwimmern bereits am ersten Tage einen großen Erfolg. In allen Konkurrenzen machte sich die große Ueberlegenheit unserer Vertreter bemerkbar. Deutschland gewann beide Staffeln und belegte in allen anderen vorgesehenen Wettbewerben die beiden ersten Plätze. Mit einem beträchtlichen Vorsprung von 88:38 Punkten für Deutschland wurde der Eröffnungstag abgeschlossen. In den Rahmenkämpfen schlug der neue deutsche Meister P l u m a n n s im Kunstspringen wieder Riebschläger (Zeitz) mit 123,6:119,52 Punkten. Ergebnisse: 4 mal 50 Meter Lagenstaffel: 1. Deutschland (Faust, Schmitz, Frank, Dex) 2:15,8; 2. Schweiz 2:26,5; 100 Meter Rücken: 1. Schulz (Nürnberg) 1:17,4; 2. Frank (Heidelberg) 1:19,4; 3. Sigrist (Schweiz) 1:20; 4. Breuß 1:42; 4 mal 50 Meter Bruststaffel: 1. Deutschland 2:25,4; 2. Schweiz 2:35,4; (Deutsche Mannschaft: Kaup- per, Büdig, Schwarz, Faust); 400 Meter Freistil: 1. Balk (Göppingen) 5:32,1; 2. Neitzel (Göppingen) 5:33,4; 3. Zirilli (Schweiz) 6:02,7; 4. Nobs (Schweiz) 6:40,8; 50 Meter Streckentauchen: 1. Budig (Köln) 36,2 Sekunden; 2. Rohleff (München) 37,8; 3. Frey (Schweiz) 46,4; 4. Schilling (Schweiz) 48,4. Auch am zweiten Tag setzte Deutschland seinen Siegeszug fort. Die Ergebnisse sind: 4X> 50 Meter Freistilstaffel: 1. Deutschland 2:03 Minuten; 2. Schweiz 2:05 Minuten. 2 0 0 Meter Brust: 1. Budig (Deutschland) 2:58,5; 2. Schwarz (Deutschland) 2:59,4 Minuten; 3. Wyß (Schweiz) 3:01,8 Minuten; 4. Häusler (Schweiz). 100 Meter Freistil: 1. Balk (Deutschland) 1:05 Minuten; 2. Dex (Deutschland) 1:06,7 Minuten; 3. Zirilli (Schweiz) 1:10,8 Minuten; 4. Toffel (Schweiz). Kun st springen: 1. Riebschlä- ger (Deutschland), Platzziffer 4, 148,54 P.; 2. Riedel (Deutschland), 11, 136,98 P.; 3. Madoerin (Schweiz), 17, 106,40 P.; 4. Bucher (Schweiz). Wasserball: Deutschland — Schweiz 4:2 (0:0). Gesamtergebnis: Deutschland 176 Punkte, Schweiz 76 Punkte. Rahmenkämpfe: 4 X 100 Meter 1. Senior staffel: 1. Poseidon Berlin 5:01,8; 2. Göppingen und VfvS. München, totes Rennen. 3 X 10 0 Meter Freistil - staffel: 1. Poseidon Leipzig 3:16,2 Minuten; 2. Göppingen 3:25,8 Min.; Kunstspringen: 1. Plumanns, 6, 123,06 P.; 2. Riebschläger, 9, 119,52 Punkte. Turmspringen: 1. Riebschlä ger 99,44 P.; 2. Plumanns 98,22 Punkte. 10 0 Meter Freistil: 1. Derichs (Köln) 1:03; 2. Wichmann (Leipzig) 1:05,4 Punkte. Vereins- mehrkampf 1. Sparta Köln 3 P.; 2. VfvS. München 7 P. Kußball in Güddeutschland. Mit dem Beginn der Derbandsspiele auch in der Gruppe Main des DezirkesMain- Hessen waren nunmehr erstmalig sämtliche süddeutschen Verbandsvercine an den Punktkämp- fen beteiligt. Mit den ersten Treffen waren auch die ersten Lieberraschungen unvermeidbar verbunden. Vor etwa 15 ÖOO Zuschauern verlor der F. Sp. V. Frankfurt als Gast des Sportklub Rotweih Fran-kfurt in den ersten zwanzig Minuten zwei seiner Spieler und mit dem Torstand von 0:2 schließlich auch die beiden Punkte. Aehnlich erging es dem F. C. 1 8 9 3 Hanau bei seinem ersten Spiele in Griesheim gegen den Liganeuling S p. V g. 02 Griesheim. Mit 3:2 gewannen die Erstlinge. Auch Eintracht Frankfurt büßte bei Germania Bieber mit 2:2 den ersten Punkt ein, und ebenso erging es den Offenbacher Kickers mit ihrem 1:1 gegen Union in Riederrad. Sn der Gruppe Hes sen fertigte der Meister des Vorjahres, Wormatia Worms, den Liganeuling, S. V. 9 8 Darmstadt, mit 6:0 recht deutlich ab. Der D. f. L. R e u - S s e n - bürg schickte Alemannia Worms mit 3:1 nach Hause. Sn den beiden restlichen Spielen waren die Platzbesiher die Leidtragenden. Has - sia Bingen gegen S. V. Wiesbaden 0:2, wobei die Wiesbadener zum ersten Male überhaupt auf Bingener Boden Punkte gutmachen konnten, und F. Sp.V. 05 Mainz gegen F. C. 0 3 Lang en 1:2, was für die. Mainzer eine schwere Schlappe bedeutet. Sm Bezirk Bayern erlebte die Gruppe Rordbavern die 1:2°Riederlagr des gänzlich versagenden 1. F.C. Rürnberg gegen Bayern Hof. Sp. Vg. Fürth gewann dagegen gegen den 1. F. C. Bayreuth mit 7:2 Toren und mit dem gleichen Ergebnis triumphierte auch der F. V. 04 Würzburg über den V. f. R. Fürth. Die Gruppe Südbayern wickelte ihr Programm wesentlich geordneter ab. W a ck e r M ü n- chen gegen Teutonia München 3:2, Bayern München gegen Sahn Regensburg 4:0. und D. S. V. München gegen F. D 9 4 Ulm 2:0. Die Punkte blieben also allenthalben in der Großstadt. Vom Bezirk Württemberg-Baden meldete die Gruppe Württemberg durchweg knappe Ergebnisse. Germania Brötzingen scheint ihre vorjährige Stärke behaupten zu wollen. Sie schlug den V. f. D. S t u t t - gart 1:0. Stuttgarter Kickers kamen gegen den 1. F. C. Pforzheim auch nur auf ein 2:1, Sportfreunde Stuttgart schlugen dagegen den F. C. Birtenfeld 4:2, und zwischen Union Döckingen und dem V. f. R. Heilbronn kam es mit 2:2 zur Teilung. Auch in der Gruppe Baden gab es ein torloses Unentschieden zwischen F. D. V i l l i n - gen und dem F. C. Freiburg. Phönix Karlsruhe, eine stark verbesserte Mannschaft, brachte der Sp. Vg g. Schramberg die erste Riederlage mit 4:0 Toren bei. Die Sp. Vgg. Freiburg hatte den K. F. V. Karlsruhe bei sich. Mit dem hohen Ergebnis von 2:10 Toren nahmen die Gäste die Punkte mit. Bezirk Rhein-Saar. Sn der Gruppe Rhein schlugen sich die Favoriten brav. Linde n t h a l 0 8 verlor auf eigenem Platze gegen Phönix Ludwigshafen 1:3, und D. f. R. Mannheim gegen V. f. L.Re ckarau 1:2. Sp. Vgg. Mundenheim hatte gegen den Reuling, Sp. Vgg. Rohrbach, mit 5:1 wenig Mühe, und Sp. Vgg. Sandhofen nahm dem S. V. W a l d h o f mit 2:2 einen Punkt ab. Sn der Gruppe Saar blieben die Platzherren sämtlich siegreich. Saar 05 Saarbrücken gegen D. f. R. Pirmasens 9:0, F. C. Pirmasens gegen den 1. F. C. 07 S d ar 4:1 und F. V. Saarbrücken gegen Borussia Reunkirchen 2:0. Oberhessen. Landkreis Gictzen. y. Lollar, 26. Aug. Der gestrige Haupt- gottesdicnst in Kirchberg erhielt eine besondere liturgische und musikalische Bereicherung durch die Anwesenheit von 25 Schülerinnen des Marthahauses aus dem Elisabethenstift Darmstadt, die unter Leitung ihrer Lehrerin, Fräulein Weimar, drei dreistimmige Lieder in sicherer, reiner Weise sangen. — Sie waren Gäste der gastfreundlichen Gemeinde Daubringen, von wo zur Zeit zwei Mädchen das Marthahaus besuchen. - Sn dem Gottesdienst fand die feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichtes statt. Die Zahl hat, wie überall, bedeutend abgenommen. Es sind dieses Sahr nur 67 Konfirmanden, die Hälfte früherer Sahr- gänge. = Mainzlar, 23. Aug. Rachdem bereits seit geraumer Zeit alle Materialien angefahren liegen, ist heute die Dampfwalze eingetroffen, um endlich die Provinzialftraße Daubringen — Mainzlar — Treis a. d. Lda. wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand zu bringen. Ganz besonders schlecht sah die Treiser Straße aus. Die gesamte Straße wird zunächst aufgerissen, neu eingedeckt und dann gewalzt. Bis zu den Dorfeingängen hinein wird nach einem ganz neuen Verfahren die Straßenbefestigung vorgenommen, und zwar in der Weise, daß unter die Schottersteine ein Gemisch von Sand und einer Art Kalkstaub gebracht wird. Die Lurchgangsstraße Mainzlar -Daubringen ist gesperrt. die Umleitung des gesamten Verkehrs ist über Staufenberg—Mainzlar geleitet. Aus dem mittleren Lumdatal, 23. Aug. Sn den letzten Tagön waren unsere Landwirte damit beschäftigt, die noch auf dem Felde stehende Ernte heimzusahren. Setzt dürfte in fast allen Dörfern unseres mittleren Tälchens die gesamte Fruchternte unter Dach und Fach sein. Dank der günstigen Witterung ist in diesen: Sahre nirgends ausgewachsenes Getreide festgestellt worden. Sm allgemeinen ist die Ernte in züglichem Zustande geborgen worden. Liebe md die Dreschmaschinen daran, den C.-. : 2gen auszudreschen. Der Felddrusch wird in den allernächsten Tagen beendet werden können. Durchweg ist das Druschergebnis befriedigend. — Die letzten Riederschläge haben nur die obere Bodenschicht durchfeuchten können und sind besonders den Dickwurz und Kartoffeln sehr zustatten gekommen, die ihrem Aussehen nach ein gutes Ergebnis versprechen. Seit den letzten Tagen haben auch die Stoppelerbfen, die infolge der Trockenheit im Wachstum gestört waren, ein besseres Aussehen bekommen. Sn den Gärten beginnt man mit der Herbstaussaat von Spinat und Feldsalat. — Die Preise für Ferkel halten weiterhin an. Sechs Wochen alte Simgtiere gelten durchschnittlich 30 bis 35 Mk.» 6 bis 8 Wo- Dämonen der Zeit. Vornan von Arthur Brausewetter. 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Etwas Bittendes war in ihren Worten, drang warm und suchend zu ihm hinüber. „Run gut. So will ich es Shnen sagen: Sch tue meine Pflicht da unten in den dunklen, sonnenlosen Kontorräumen, weil ich sie tun muß. Aber mit Lust und Liebe tue ich sie nicht. Sa, es kommen Stunden, wo mir Herz und Sinne rebellisch werden, und ich sage: Lieber irgendwo das kleinste Stück Erde bebauen oder, wenn es sein soll, auf die Landstraße mit der Geige ziehen, das tägliche Brot sich erfechten, als Tag für Tag Zahlen aneinanderreihen, Rechnungen aufstellen und englische Geschäftsbriefe schreiben ... zum Geldverdienen bin ich nicht geschaffen, und einen Beruf, dessen Snhalt und Endzweck allein das Geld ist, kann ich wohl mit Aufbietung meiner übrigens nicht sehr starken Energie ausfüllen. Aber lieben kann ich ihn nicht. Wieder glitt ein verlorenes Lächeln über ihre Lippen. „Sie sind noch so wundervoll jung," sagte sie. „Sind Sie es weniger?" „Doch... doch. Die Sahre machen es nicht. Aber was man in ihnen erlebt." Sie wollte vielleicht noch etwas hinzufügen, besann sich aber und fuhr dann ziemlich unvermittelt fort: „Es geht mir wunderbar mitShnen. Oft fühle ich mich Shnen ganz nahe, fast verwandt. Dann wieder...“ „Dann wieder?" fragte er schnell und dringend. „Werde ich inne, daß Welten uns trennen.“ „ Fräulein Edith!" Zum ersten Male kam es ihm wunderbar vor, baß er sie bei ihrem Vornamen nannte... wie früher zu jenen Zeiten, da sie noch ein Backfisch war und er, der junge Leutnant, sich ihr gegenüber erwachsen, ja, fast alt erschien. „Warum sollten wir beide, die wir uns heute schon soviel gesagt, nicht auch hierüber einmal offen sprechen? Sa, es ist so, und ich kann es nicht ändern." n(, „Mas sollte uns trennen? fragte er fast zaghaft. „Das Leben. Die Anschauungen, die wir von ihm haben. Für mich liegt es hinter mir tine etwas Abgeschlossenes, fast möchte ich sagen: wie etwas Gewesenes. Dor Shnen aber liegt es wie die Zukunft... lockend wie eine Verheißung, in die Sie sich trotz alles Schweren, was auch Sie durchgemacht haben, mit immer neuem Mute, mit erwartenden neuen Kräften stürzen. Sch hätw nicht mehr die Fähigkeit dazu... vielleicht auch nicht einmal den Wunsch mehr." ■ Shr Mund war verschlossen und nahm fast einen herben Zug an. Eine heiße Welle stieg in ihm auf, brauste durch sein Blut. Dann mit einem Male fühlte er, daß etwas Wahres in dem liegen könnte, was sie mit so überlegten, reifen Worten gesagt. Lind doch lehnte sich alles in ihm dagegen auf. Er wollte es nicht wahrhaben, und es verdroß ihn, daß sie einen solchen Gegensatz zwi- schen ihnen errichtet hatte. „Es tut wohl, sich einmal über alles das aussprechen zu können," sagte sie. „Sch kann es sonst nie. Auch mit meinem Bräutigam spreche ich über diese Dinge nie. Sch glaube, ich sagte es Shnen schon einmal.“ „Aber wie...?“ Er erschrak, wollte den Satz nicht beenden — „Wie es denn kam, daß ich mich mit ihm verlobte?" fragte sie scheinbar ruhig. Aber ein leises Zittern war in ihrer Stimme, und ihr Auge irrte über ihn hinweg. Lind dann nach einer längeren Pause: „Sch war jung... der Vater war im Felde... die Lage war bereits gespannt... vielleicht war ich damals auch noch eine andere." Er merkte, wie schwer ihr die wenigen Worte wurden, und fragte nur, um etwas zu sagen: „Sie sind schon lange verlobt?" „Lieber vier Sahre. Wir konnten nicht heiraten, toeil wir keine Wohnung fanden. Linser Haus hat Raum genug. Aber keinen abgetrennten. Es geht alles ineinander über. Lind daß mein Vater und mein Verlobter zusammen lebten, wäre eine Lln- möglichkeit. Das können Sie sich wohl selber sagen." Er vernahm die stille, tiefe Traurigkeit, die in ihrer leisen, stockenden Stimme war, und antwortete nichts mehr. Lind da es Zeit war, in das Bureau zu gehen, so empfahl er sich. Als er ihr die Hand reichte, glaubte er einen leisen Druck der ihren zu spüren, und ihm war, als läge etwas Anklammerndes in diesem Druck. „Die Herren sitzen im Grundgesetz," wies der vornehme, kunstvoll frisierte Oberkellner des Ratskellers Klaus Körber bei seinem Eintritt ^Dieser begab sich die altbekannten, von elektrischen Glühlampen matt erhellten Bogengänge entlang in ein abgeschlossenes längliches Gemach, dessen getäfelte Wände Sprüche und Bilder aus alter Zeit zierten und das man, ebenso tote den Rotwein, der hier getrunken wurde, das „Grundgesetz" nannte. „ , . Snmitten der großen Tafel thronte auf einem Holzsessel mit ledernem Polstersih und hoher ge- schnihter Lehne der Oberst. Der mit weihen Fäden durchsetzte Bart, dessen geringe Pflege heute besonders auffiel, wallte auf eine lässig gebundene dunkelgrüne Krawatte mit einer erbsengroßen Perle von wundervoll gesättigtem Feuer herab, das Antlitz war mit einer leichten ' Röte bedeckt. Aber auf der hohen, freien Stirn und in den funkelnden, ein wenig blutunterlaufenen Augen lag der Abglanz eines stolzen Mutes, etwas Hoheitsvolles, Herrschendes. Lim ihn schloß sich, hier und da durch einen leeren Stuhl unterbrochen, ein Kreis meist jüngerer Männer, denen man in Haltung und Klei- düng auf den ersten Blick die gewesenen Offiziere ansah. Sie saßen in der ungezwungenen Lässigkeit der Kneipenden, sprachen eifrig den vor ihnen stehenden Flaschen zu, die ohne jede Aufschrift waren, rauchten Zigaretten, unterhielten sich in lautem Durcheinander und lachten dröhnend über jeden sauberen und weniger sauberen Witz, den einer zum Besten gab. Sowie aber der Oberst an einen von ihnen das Wort richtete, nahm dieser sofort eine eherbietig.aufmerksame Miene an, machte eine Bewegung, als legte er Die Hand an die Hosenfalte, klappte vielleicht unter dem Tische unwillkürlich mit den Hacken zusammen und antwortete in streng militärischem Ton. Sa, wenn der Oberst sein Glas gegen ihn erhob, um ihm zuzutrinken, stand der also Geehrte schnurstracks auf und leerte sein Glas bis auf die letzte Reige. Einen ganzen Teil von ihnen kannte Klaus von früher her, insbesondere von den 128ern und Grenadieren, die bei weitem am häufigsten vertreten waren; den anderen lieh er sich vorstellen und erhielt seinen Platz dem Obersten gerade gegenüber angewiesen, während zu dessen linker Seite der frühere Regimentsadjutant, Werner von Schippenbach, saß, der jetzt in einer Zuckerraffinerie tätig war. Lieberhaupt merkte man hei allem scheinbaren Durcheinander sehr bald die strenge Anordnung, die der ganzen Gruppierung zugrunde lag und früher bei solchen Gelegenheiten die gegebene war. Rachdem der Oberst auch ihn mit einem Zu- trunt willkommen geheißen und er sich unwillkürlich gleich den anderen vom Platze erhoben hatte, traten zwei nach der neuesten Mode angezogene Herren in das Zimmer — richtig, das waren sie: der kleine Zehden und der tolle Kemp, seine alten Regimentskameraden, die, wenn sie auch als Offiziere nicht hervorragend befähigt waren und aus den Schulden niemals heraus- famen, infolge ihrer unverwüstlich luftigen Launen, ihrer abenteuerlichen Einfälle und ihrer steten Hilfsbereitschaft bei jedermann beliebte Kameraden waren. Die anderen nur flüchtig begrüßend, traten sie an den Stuhl des Obersten heran, nahmen vorschriftsmäßige Haltung an, meldeten sich gewissermaßen und erhielten dann durch eine Handbewegung des „Adjutanten" ihre Plätze zugewiesen. „Zum Teufel auch... ist das nicht der Körber?" rief mit einem Male einer von ihnen, und beide verließen die eben eingenommenen Stühle und stürzten -auf Klaus zu, ihn mit kameradschaftlicher Herzlichkeit zu begrüßen. „Sie sind jetzt Korrespondent bei Reichenbach & Co.", sagte der kleine Zehden, „wir hörten es schon läuten, wollten es aber gar nicht glauben ... ne, wahrhaftig nicht." „Wir wähnten Sie in aller Pracht und Herrlichkeit als Chef Shres alten Hauses thronen," fügte der tolle Kemp hinzu, „und wollten uns, als es uns damals ziemlich dreckig ging, schon bei Shnen schustern; ob wir nicht auch da ein bißchen unter die warme Decke schlüpfen könnten." Klaus berührte diese Anspielung auf seinen so jäh eingetretenen Sturz wenig angenehm. Aber freilich,.. zartes Empfinden hatte niemals zu den Eigenschaften der beiden gehört. „Lind Shr — was macht Shr denn?" fragte er, um weiteren Ausforschungen über seine Person vorzubeugen, den kleinen Zehden, der neben ihm Platz genommen, während sich der tolle i Kemp am unteren Teil der Tafel niedergelassen hatte. „Oh, wir sind Auftrieben und haben Grund dazu. Man hat mich zum Leiter einer Fabrik für Zündhölzer gemacht, die eine leistungsfähige 21.* G. — wir haben sogar zwei Senatoren im Aufsichtsrat — hier gegründet hat. Sie müssen nämlich wissen, Herr Kam'rad, daß wir infolge der Zollunion mit Polen und der Lkbsperrung von Deutschland auf eigene Snbuftrie angewiesen sind. Sch habe natürlich meinen Anteil und stehe mich gut. Lind der Kemp verdient Haufen von Geld als Häuseragent. Es gibt heutzutage kein einträglicheres Geschäft als dies, denn alles will Häuser kaufen. Besonders die Ausländer." „Er wird doch nicht an Ausländer verkaufen," unterbrach ihn Klaus mit einem Befremden, das er nicht zu unterdrücken vermochte, das könnte er als ehemaliger preußischer Offizier doch nicht übers Herz bekommen. „Oke... das tut er auch nicht, er verkauft nur an Deutsche. Freilich... in wessen Händen dann schließlich solch ein Haus endet, das läßt sich nie voraussehen." „Also sind die Deutschen nur Zwischenhändler und tragen des elenden Mammons halber das ihre dazu bei, ihr Vaterland zu verhandeln und zu verschachern." Seine Empörung hatte jeden Zwang gesprengt und schlug in lichterlohen Flammen empor. „Aber warum regen Sie sich nur auf, liebster Körber?" beschwichtigte der kleine Zehden. „Sie kennen die 2)erhältnisse hier in Danzig nicht. Wir sind nun eben ein internationaler Freistaat. Der unterliegt anderen Bedingungen und stellt andere Anforderungen, als Sie da im Herzen Deutschlands gewohnt sind. Sie werden sich hier auch noch ummodeln . .. warten Sie nur ab." (Fortsetzung folgt.) Nachdruck verboten Ohne Gewähr 24. August 1929 15. Ziehungstag 230 Gewinne tu 300 M. 1938 6648 8321 9121 76731 79865 91417 99713 •H I Die ■= :a Kurszettel -er Berliner und Frankfurier Börse k Datum 73,5 149 118,25 117,5 118,4 io Banknoten 124 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfnh 8,5 Prozent 156 297,5 108 124^4 119 63,75 389,75 217,75 74 80,5 12813 25458 49762 56809 72736 111369 132747 147090 165093 183447 202227 216892 243812 271226 325220 342914 377542 395687 23833 52576 72427 96023 137669 163602 188339 206048 244323 268553 306571 344376 386922 15958 25669 50615 62733 74771 102225 195574 261139 299913 357339 107140 145453 172596 197440 230491 245136 276316 316508 345550 109142 210688 262117 323070 367464 18461 27764 52782 64899 19707 33760 64643 69260 20772 42287 56208 69731 183379 253595 272652 341559 397352 111576 159794 187486 204221 240984 258013 281079 344053 384374 202 176,75 118,9 183 157,13 110,75 126 127,25 203,5 178,25 272 164,5 150,9 156 297,5 135,75 147,5 212 112 116 121046 180626 236223 272400 305197 333274 I 10743 23043 45526 56527 71915 110135 126594 144206 158652 178748 197943 215794 238403 269620 316161 341664 376153 394272 117 183,5 157,25 110 126,25 127,13 201 178,25 272 164,5 150,9 156,75 197 99619 122617 186898 238552 279928 307552 342936 50091 101734 194030 257763 298568 348059 11 TV daß nen- hat. man 74,4 111,75 141,75 137,25 148,5 123,5 214 114 130 118,13 136 104,25 108,25 282,75 124,5 118,25 64 230 385,5 217,75 53530 61918 66855 66990 68671 69564 78175 82605 84518 84546 88145 91017 157913 206664 265456 300831 313174 383332 118830 142731 166721 171315 187060 212231 226119 247617 300430 337815 371776 385296 139299 230272 269290 326725 366426 H 106,25 281 123,5 117 225,5 .'28,5 383 217 148 73,25 81,25 123,5 107120 143999 205940 245970 296398 352414 383027 114437 139834 147782 169495 186943 210020 219683 346683 291710 330207 362588 380233 398192 12052* 143857 157611 176662 187431 212989 230136 268980 311634 341232 375566 388093 110534 165829 180366 199689 232146 251842 280421 342626 365019 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 102178 135604 194880 240422 287028 309967 370129 112718 139785 147652 167957 184162 203793 218117 246358 289265 328365 350780 378508 397688 16908 26976 50987 62884 110033 151036 178468 199556 231636 249706 278912 327397 347380 119735 166023 208051 269812 304372 319699 384792 174694 235580 269552 327028 378916 3 8 - 2 4% . 8 . 8 10 . 8 10 10 12 11 12 10 10 10 . 8 125,75 127 200 178,25 272 164 150,5 156,5 297 2 ©etoiun« zu 6000 M. 12 Gewinne jn 3000 M. 184063 238983 10 Gewinne zu 2000 M. 281959 343964 30 Gewinn« zu 1000 M. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. 6 Q c c L 'X X •S 88307 94001 104821 117518 164432 174090 174731 180254 240962 273170 345473 104963 138757 165652 193037 228529 244672 259143 316845 345367 398709 ! in der 46526 3066 4766 l10462 165903 15603 122299 133262 8902 26402 44601 84063 . 6 . 8 . 8 . 7 . !' • 8 ' 6 . 6 6Vt 2 sh 10 10 If 12 . 6 . 9 . 5 . 6 11 in Amerika die Reuyorker Diskonterhöhung als eine Einzelmaßnahme gegen die Reuyorker Börsenspekulation auffaßt, während die Lage des Geldmarktes in allen Teilen des Landes sonst als sicher und ruhig bezeichnet wird. 3n London bleibt die Lage labil. Eine Klärung ist nicht erfolgt. Gewtnnauszug 6. Klasse 33. PreMch-Süddeutsche (259. Preutz.) Klasseu-Loltrrte Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und H Vereinigte Stahlw. . . ßtaöl Minen..... Kali Aschersleben . . . Kali Westeregeln. . . . Kaliwerk Salzdetfurth . F. garben-Jndustrie . Dynamit Nobel . . . . Scheideanstalt..... Goldschmidt..... NütgerSwerke . ... . Sttetallgesellschast. . . . 200 bis 240 Pfund 87 bis 90, von etwa 160 bis 200 Pfund 87 bis 90, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 84 bis 88 Mark. — Marktoerlauf: Rinder und Schweine ruhig, Ueberftand. Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. Frankfurter Eiermarkt Das Geschäft am Frankfurter Ciermarkt war in dieser Wöchc etwas lebhafter, namentlich für deutsche Eier bestand vermehrtes Interesse bei anziehenden Preisen. Das Angebot von Auslandeiern war reichlich, die Preise hierfür ziemlich unverändert. Es notierten in Pfennig per Stück: Italiener 11 bis ll1 /,, bulgarische 9% bis 10, holländische 11 bis 13, südslawische 9V3 bis 93/4, polnische 8V4 bis 8'/2. russische 10 bis 11, dänische IOV2 bis 13, belg.-flandr. lV/4 bis IP/z, rumänische 91/. bis 93/4, schlesische ll1/« bis II3/4, bayrische ll1/* bis ll1/,, norddeutsche ll1/« bis 13. Tendenz stetig. . 8 . 8 10 . 8 . 8 10 . 8 . 8 zeigt, wie gesagt, auch weiterhin eine sücherheit, die noch dadurch erhöht wird, die Reuyorker Diskonterhöhung irgendeine uenswerte Einwirkung bisher nicht gehabt Dies mag aber auch daran liegen, daß Phönix Bergbau.... Rheinische Braunkohlen. . . iu Mbcinswhl . f. »/. Jahr «N Siiebed Montan......7,2 10 . 8 10 15 12 18 14 12 12 . 7 . 8 . 0 . 0 . 5 10 . 0 . 5 . 6 . 0 . 6 11 . 0 . . b . . 6 yi 3 < fln der Nochmtttagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinn« tu 10000 M. 376632 öubentä....... Deutsche Erdöl .... Essener Stelnkohle . . . Gelsenkirchener . . . f Harpener....... Hoesch Elsen. ..... Ilse Bergbau..... ftlödnctroerle ..... Koln.Neuessen..... Mannesmann..... Mansselder...... Lberschlei- Eisenb. Bedarf Obcrschlei. KokSwerke . 1 « H e « , V Q 5 £ ° Gg c R Oranienburg. Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je 500000, 4 zu je 76000, 4 zu je 60000, 4 zu je 25000, 46 zu je 10000, 74 zu je 5000, 192 zu je 8000, 372 zu je 2000, 968 zu je 1000. 2394 zu je 600, 6548 zu je 300 M. Ön der Bormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinn« in 200000 M. 191802 2 Gewinne ju 100000 M. 128206 4 Gewinn« zu 6000 W. 169716 263979 4 Gewinn« tu 3000 M. 221600 274253 20 v-wtnn- zu 2000 M. 34644 69621 88426 155982 i63638 196909 268243 285619 288179 316204 42 Gewinne zu 1000 M. 10712 19723 20516 24566 12107 60235 84441 99333 127107 146297 158968 171042 221720 273149 303041 324068 332166 82 Gewinne *u 500 M. 6772 9993 28043 36783 60560 76017 76876 89110 91750 96321 3(38572 369388 383521 398354 90 Gewinne zu 600 M. 48478 77018 77702 84848 " * ------ ------ 108819 ------ ------ 162 GewinnVzV 300 M. 1171 6794 8977 22793 ---- 27646 33362 36127 42319 49027 62423 111 136,13 147 130,9 112 127,5 116 135 103,75 105,75 122,65 116 63,75 225,25 229 381,5 216,75 102,65 73,5 81,75 124 | Mg. Deutsche Eisenbahn tambum-Amerika Paket . . amb.-Südam. Tampfsch. . Hansa Dampsschtss..... Norddeutscher Lloyd . . . . 011g. Deutsche Eredttanst. . . Barmer Bankverein .... Berliner HandelsgeseUsch. . Commerz- und Privat-Bank . Darmst. u. Nationalbank . . Deutsche Bank..... Diskonlo-Gesellschast Ant.. - Dresdner Bank ...... Metallbau k..•••••• Reichsbank........ Wirtschaft. Oie internationale Geldmarktlage. Daß die Verhältnisse am deutschen Geld- markt augenblicklich ziemlich stabil sind, geht aus dem Fehlen von irgendwelchem nachhaltigen Einfluß der Reuyorker Diskonterhöhung bzw. der in der internationalen Geldmarktlage bestehenden älnsicherheit hervor. DieAn- spannu ngen, welche in der letzten Woche eingetreten sind, hatten lediglich technische ilr- fadjen. Die Aussichten für die Abwicklung des Ultimo August können als günstig bezeichnet werden, die Vorbereitungen für seine Abwicklung sind, nach dem reichlichen Angebot anTages- aeld zu schließen, schon ziemlich abgeschlossen. Am deutschen Kapitalmarkt zeigen sich geringe Anzeichen einer Besserung. Rach der erfolgreichen Auflegung der vierzig Millionen Inlandanleihe der Stadt Köln sind nun noch eine Reihe von anderen Städten mit Anleiheemissionen gefolgt, wie Frankfurt a. M., Breslau und Berlin, die den immerhin für den deutschen Kapitalmarkt nicht unerheblichen Betrag von 85 Millionen RM. auflegen. Die- Bedingungen dieser Anleihen sind natürlich nicht besonders günstig, aber die Tatsache ihrer Auflegung beweist, da'ß eine, wenn auch in engen Grenzen sich haltende Belebung des inländischen Kapitalmarktes zu verzeichnen ist, die angesichts der schlechten Aufnahmefähigkeit an den ausländischen Kapitalmärkten nicht au unterschätzen ist. Die internationale Geldmarktlage heuttgen VormittaAsztehung gezogenen beiden Hauptgewinne von je 200000 SOL fielen auf Nr. 191 802 in Abteilung I nach Breslau, in Abteilung II nach Liegnitz, die beiden Haupt- gewinne von je 100000 M. fielen auf Nr. 128206 in Abteilung I nach Bernburg, in Abt. II nach chen alt« 35 bis 45 Mk., 8 bis lOwöchige Ferkel werden mit 45 bis 50 Mk. angeboten und bezahlt. Dementsprechend sind auch die Preise für Fettschweine hoch. Durchschnittlich bieten di« Händler und Metzger 85 bis 87 Pf. pro Pfund Lebendgewicht. r. Lang-Göns, 26. Aug. Dank der günstigen Witterung sind die Ernte und die Einfuhr des Getreides in diesem Jahre rasch und glatt vonstatten gegangen. Die Felder sind, bis auf geringe Ausnahmen, vollständig geleert. Seit einigen Tagen arbeitet schon eine Dreschmaschine in den Höfen, eine andere steht im freien Feld, die von den kleineren Landwirten benutzt wird. Der Körnerertrag ist recht gut, besonders der des Weizens. Die Menge des Strohes dagegen, wegen der anhaltenden Trockenheit, läßt zu wünschen übrig. * Die amtliche Großhandelsindex- ziffer. Die auf den Stichtag des 21. August berechnete Großhandelsindexziffer des Stattstischen Reichsamtes ist mit 138,0 gegenüber der Vorwoche (137,9) nahezu unverändert. Von den Hauptgruppen stellten sich die Indexziffern für Agrarstoffe auf 132,4 (132,3), für Kolonialwaren auf 129,7 (129,1), für industrielle Rohstoffe und Halbwaren unverändert auf 131,4 und für indu- strielle Fertigwaren auf 157,5 (157,6). * Frankfu rter Allgemeine Der- sicherungs-A-G. Zu der in einigen Blättern erschienenen Meldung „Sttllehaltung unter Vorbehalt" können wir auf Grund unserer Informationen folgendes mitteilen: Die Bildung des Stillhaltungskonsortiums der in- und ausländischen Gläubiger wird weiter betrieben und ist die Voraussetzung des Inkrafttretens des Abwicklungssyndikats. An der Absicht, dieses Syndikat zwecks ruhiger Abwicklung der Geschäfte des Frankfurter Konzerns in Tätigkeit zu sehen, hat sich nichts geändert. Die Tatsache der Richtbeteiligung der Versicherungsgesellschaften war den Banken bei Fassung ihres Beschlusses bekannt. * Die Karlsruher Lebensversicherungsbank A. - G. ist an den verlustbringenden Finanzgeschäften der Frankfurter Allgemeinen und der von ihr gegründeten Finanzierungsinstitute nicht beteiligt. Sie ist auch sonst an den Geschäften der Frankfurter Allgemeinen oder der erwähnten Finanzierungsinstitute nur durch ihren Besitz an Aktien der Frankfurter Allgemeinen interessiert. Dieser Besitz ist unbedeutend im Vergleich zu ihrem gesamten Vermögensbestand, der auf Ende 1928 563/< Millionen Mark betrug, worunter sich 17V3 Millionen Mark freie Reserven befinden. Ihre Kapitalanlagen sind vor- sichttg ausgewählt und entsprechen den Vorschriften des Reichsaufsichtsgesehes. Finanzierungsbeteiligungen sind ausgeschlossen. * Die Arbeitszeitfrage in der rhein - mai irischen Metallindustrie. Unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Greckels fanden dieser Tage in Frankfurt am Main auf Antrag des Metallindustriellenverbandes vor dem Schlichtungsausschuß die Verhandlungen über die gekündigte Arbeitszeit im rhein-mainischen Wirtschaftsgebiet statt. Die Arbeitgeber hatten den Antrag gestellt, die jetzige Arbeitszeit von 51 auf 53 Stunden pro Woche zu erhöhen. Sie fügten ihrem Antrag einen außergewöhnlich großen Schriftsatz zur Begründung bei. Die Gewerkschaftsvertreter des Deutschen und Christlichen Mctallarbeiterverban- des beantragten die Herabsetzung der 51-Stun- denwoche. Sie begründeten dies mit der großen Arbeitslosenzahl und den Entlassungen älterer Arbeiter. Der Schlichtungsausschuß fällte nach einstündiger Beratung folgenden Schiedsspruch: „Die derzeitige gekündigte Arbeitszeit bleibt bestehen. Laufzeit bis zur letzten Lohnwoche des Monats August 1930, kann dann erstmals mit einer monatttchen Frist gekündigt werden." In den nächsten Tagen werden die einzelnen Verwaltungen der Metallarbeiterverbände zu diesem Schiedsspruch Stellung nehmen. Wie wir hören, werden die Metallarbeiterverbände diesen Schiedsspruch ablehnen. Unter den Schiedsspruch fallen rund 40 000 Arbeiter der rhein-mainischen Metallindustrie. * D i e Leipziger Messe. Der Geschäftsverkehr aus der Leipziger Herbstmesse hat am Sonntag überall gleichmäßig eingesetzt. Recht gut und teilweise über Erwarten gut war das Geschäft in Branchen, in denen der Wechsel der Mode stets das Interesse auf neue Muster lenkt. So war der Besuch der Textilmesse sogar besser als auf der Frühjahrsmesse, die im Zeichen der abflauenden Konjunktur stand. Ob auch das geschäftliche Ergebnis der Textilmesse dem großen Interesse an den neuen Mustern entsprechen wird, können erst die nächsten Tage ergeben. Schwächer war trotz guter Bemusterung mit Reuheiten der Besuch in der Spielwarenindustrie; wesentlich besser war er in der Möbelindustrie. Gut besucht war auch die Porzellan- und Glasindustrie. Industrien, die mehr für den Landesbedarf arbeiten, bleiben abhängig von dem Vorhandensein einer überschüssigen Kaufkraft. Diese hängt heute wieder vornehmlich auch vom Umfang unserer Verpflichtungen an das Ausland ab. Die ungeklärte Lage hier wirkte sich deshalb ganz Entschieden auch auf das Messegeschäft aus, da alle geschäftlichen Vorausberechnungen sehr erschwert sind. Gut besucht war bei dem schönen Wetter schon am Eröffnungstage die Technische Messe, wo besonders die Baumesse mit ihrer umfassenden Uebersicht über alle Baustoffe das Interesse aller Fachleute fand. Frankfurter Bör-e. Frankfurt a. M., 26. Aug. Tendenz: Freundlicher. - Rach der zweitägigen Unterbrechung des Börsengeschäftes kamen zu Beginn des offiziellen Marktes Umsätze nur wenig zustande. Die Stimmung war aber im allgemeinen etwas zuversichlicber. da die Situation im Haag wieder optimistischer geworden ist. Ferner gaben die günstigen hiesigen Geldmarktverhältnisse und die feste Reuyorker Börse vom Samstag eine gewisse Anregung. Der bevorstehende Ultimo dürfte keine Schwierigkeiten bereiten, da erstens der Engagementsumfang sehr gering ist und zweitens Prolongationsgeld reichlich zur Verfügung steht. Das Geschäft war im großen und ganzen nicht erheblich, da Auslandorders nur wenig eingetroffen sein sollen. Einige Spezialwerte traten etwas stärker hervor. Hierin schritten außenstehende Kreise zu Interessenkäufen, und, angeregt hiervon konnte man auch bemerken, daß die Spekulation Deckungen tätigte. Gegenüber den Kursen der letzten Abendbörse waren Besserungen bis 2<>/o festzustellen. Am Elektromarkt traten Siemens mit plus 4,5 Prozent aus dem Rahmen. S ch u ck e r t gewannen 2,5 Prozent, Licht & Kraft und AEG. je 1,5 Prozent. Etwas lebhafter war das Geschäft am Montanmarkt. Stahlverein konnten 2 Prozent, Phönix 1,75 Proz., Mannesmann 2,5 Prozent und Harpener 1,5 Prozent anziehen. Salzdetfurth plus 2,75 Prozent. Sonst waren besondere Bewegungen nicht zu verzeichnen. Renten still und nicht ganz einheitlich. Im Verlaufe konnte sich die Tendenz auf weitere Deckungen in Spezialwerten leicht befestigen. Besonderes Interesse wandte sich der AEG.-Aktie im Zusammenhang mit der bevorstehenden Generalversammlung bei einem erneuten Gewinne von 3 Prozent zu. Auch S i e- mens und S ch u ck e r t konnten hiervon etwas profitieren. Frankfurter Allgemeine Philipp Hoizmana .... Heidelberger Cement. . . Semen! Karlstadt .... Wayh 4 Freitag..... Schullhei« Palrenhofer . . Ostwerke........ Der. Glanzstosf..... Bemberg........ fleflfloff Waldhol .... Zellsloss Aschassenbura . . Charlottenburger Wasser . Dessauer Gas...... Daimler Motoren .... Deutsche Maschiaea-FabrU Adlerwerke Klever .... Ludw. Loewe...... Nat. Automobil..... Orenstein 4 Koppel . . . Leonhard Tietz ..... Bamag-Meguin..... Franst. Maschinen . . . . Gritzner........ Heyligenstaedt..... Iunghans...... . . Lechwerte. ...... Main tratlwerto..... Miag.......... Nekarsulmer ...... Peters Union...... Gebr. Roeder...... Voigt 4 Haeffner . . . . Südd. findet...... Versicherung wurden mit 118 genannt. Die übrigen Werte lagen um Bruchteile eines Prozentes gebessert. Eine Anregung bot noch der heute befannt gewordene Reichsbankausweis. Arn Geldmarkt war Lagesgeld mit 6 Prozent notiert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2005, gegen Pfund 20,363, London gegen Kabel 4,8479, gegen Paris 123,87, gegen Mailand 92,70, gegen Madrid 32,35, gegen Holland 12,0975. Berliner Börse. Berlin, 26. Aug. Die Erwartungen des heutigen Dormittagsverkehrs hinsichtlich einer freundlicheren Börsenstimmung sind in Erfüllung gegangen. Mit Recht hatte man auf Grund der leichten Geldmarktverhältnisse und des reichlichen Reportgeldangebotes mit Deckungen gerechnet, die noch durch kleine Kaufaufträge der Provinz am Montanmarkt eine Unterstützung erfuhren. Die Spekulation hält sich von Reuengage- ments etwas zurück, um die entstehenden Reportkosten zu sparen, so daß das Geschäft an den meisten Markten keine wesentliche Belebung erfuhr. Die Kursbesserungen hielten sich in ein- bis zweiprozentigen Grenzen. Einige Montan w e r t e , Salzdetfurth, Konti Kautschuk, Deutsche Linoleum, Rheinisch-Westfälische Elektrizität und Siemens waren bis 4 Prozent gebessert. Andererseits waren Laurahütte, Fahlberg List, Kunstseidewerte, Feldmühle und Tietz eher schwächer veranlagt. Deutsche Anleihen etwas fester. Ausländer geschäftslos. Pfandbriefe meist knapp gehalten. Geldmarkt unverändert. Tagesgeld mit 5 bis 8 Prozent weiter leicht. Monatsgeld mit 9 bis 10,5 Prozent nicht mehr s o stark gefragt. Warenwechsel etwa 7,75 Prozent. Rach den ersten Kursen alles durchweg fester und auf Deckungen und Rückkäufe angeblich auch für Frankfur- t e r Rechnung, lebhafter. Es wurde der Reichsbankausweis für die dritte Augustwoche bekannt, der mit einer Verringerung der gesamten Kapitalanlage um 197 Millionen, einer Verminderung der Wechselbestände um 139,6 Millionen, einer Gold- und Devisenzunähme um 36,3 Millionen und einer Besserung der Deckung auf 52,4 bzw. 9,9 Prozent einen guten Eindruck machte. Besonders waren die anfangs gedrückten Papiere gut erholt. Aber auch AEG. fielen mit einem 2,5prozentigen Gewinn aus dem Gesamtrahmen. Man brachte dies in Zusammenhang mit der morgen stattfindenden Generalversammlung, zu der die Aktien einen Kurs von 200 haben müßten, um für den Umfang der Vorzugsaktien den Paritätskurs zu erlangen. Farben plus 4 Proz., Siemens 1 bis 2 Prvz. höher. Trotz des geringen Börsengeschäfts war es weiter lebhaft, die höchsten Kurse behaupteten sich später aber nicht immer ganz. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt 26. Aug. Zu Beginn der neuen Woche war die Haltung am hiesigen Produktenmarkt zurückhaltend und eher etwas schwächer. Im Hinblick auf die niedrigeren Auslandnotte- rungen war das Geschäft am Getreidemarkt ziemlich klein; Weizen und Roggen gaben dabei je etwas nach. Auch am Mehlmarkt war die Haltung schwächer. Futtermittel lagen still und unverändert. Cs wurden notiert: Weizen 26; Roggen 20,50 bis 20,60; Hafer, inländischer, 21; Hafer, ausl., 20; Mais (gelb) für Futterzwecke 21,25; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 39 bis 39,75; Roggenmehl 29,50 bis 30,80; Weizenkleie 10,75- Roggenklei 11; Erbsen, je nach Qualität, für Speisezwecke, neue, 35 bis 48; Linsen, je nach Qualität, für Speifezwecke, neue, 50 bis 95; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken, 10,50; Weizen- und Roggenstroh, - drahtgepreßt, 5 bis 5,25; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt, 4 bis 4,25 ; Treber, getrocknet, 17 bis 18,50 Mark. Tendenz ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n f f u r t a. M., 26. Aug. Auftrieb: 1702 Rinder, darunter 385 Ochsen, 74 Bullen, 745 Kühe, 498 höchsten Schlachtwerts 46 bis 49, sonstige vollfleischige notierten: Rinder.' Ochsen: vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerts, jüngere 58 bis 61 Mark, ältere 54 bis 57, sonstige vollfleischige 50 bis 51; Bullen: jüngere, oollfleischige, höchsten Schlachtwerts 55 bis 59, sonstige oollfleischige oder aus« gemästete 50 bis 54; Kühe: jüngere, oollfleischige, Färsen; 534 Kälber, 110 Schafe, 4377 Schweine. Es oder ausgemästete 41 bis 45, fleischige 35 bis 40, gering genährte 30 bis 34; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): oollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 58 bis 62, oollfleischige 54 bis 57, fleischige 48 bis 53. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 75 bis 79, mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 74, geringe Kälber 63 bis 69. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 87 bis 90, von etwa Berlin. 23- August Geld Brief Französische 'Jioten..... Holländische Noten...... 16^(5 167,79 TmT 168,47 Italienische Noten ...... 21,95 22,03 Norwegische Noten...... Dentfch-Oestcrr, Lioo Kronen 111,43 111,87 59,02 59,26 Rumänische Noten...... 2,48 2,50 Schwedische Noten...... 112,14 ■ 12,58 Schweizer Noten....... 80,62 80,94 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . ...... 61,48 12,37 61,72 12,43 73,02 73,32 Frankfurt a M. Berlin Schluß- Kur» i-Uhr Kurs Schluß., Kurs | Anfang. Kurs Datum 23.8. 26.8. 23 8- 26.8. 5% S)t. !Hclct)S. Ant.-Ablös.-Schuld mit AuL- los.-Rechten......... 52,2 52,15 52,1 52,2 $tigl. ohne Auslos.-Rcchte . . . 10,65 10,75 10,8 10,75 7% Franks. Hyp.-Bk. Goldps. un- kündbar 613 1932....... 85,5 —— —— — 4%% Rheinische Hyp^Bank Ligu.- Goldps............ 77,75 _ — — A-E.G. aba. VorkriegS-Obltgation., rückzahlbar 1932 ...... 87,5 — — — 4% Schweiz. BundeLb.-Anl.. . . 98,5 — — — 4% Oesterretchische Goldrte.. . . 4,20% Oesterr. SUberrte..... 4% Oesterreich. einljdtL Rtr. . - 28,6 — 28,5 — 2,4 —— 2,5 — —— — — 4% Ungarische Gowrte...... 4% Ungarische StaatSr. v. 1910 . 22,5 — 22,65 — 4’/,% desgl. von 1913..... 22,25 — 4% Ungarische Kronenrtc..... 1,75 — 1,75 — 4% Türk. Zollcmlethe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl.. 7,15 — 7,35 — Serie I........... i,2 — —- — 4% dcSgl. Serie 11....... 7,2 —— 7,3 — 4% Rumänen conoert. Rte. . . . 7,75 — — — 4Yi% Rumänen Goldanl. von 1913 — — — Frankfurt a »w. Berlin Schluß- Kur» i-Ufjr Kurs Schluß. Kurs Anfang. Kurs 23.8. 26.8. 23-8. 26 8- 104 — 104 103,5 130,5 130,5 — — 185 — — — 100 —— 100 — — — 290,5 191 _ — 228 230 391 391 391 390 — 307 305 — —- 232,25 231 _ — 151,5 •— -__ — 105,25 106 — — 189. 190,25 51 — 51 — — 54 54,5 46,5 — 46,75 46,5 _ _ 196 — _ — 26 — — — 87 87,75 — — 205 203,5 — 54,5 — 55,5 — 56 — 57 — 9,25 — — —— 62 — 62 — 106,5 — — — 106,25 —— —— — — — 123,5 124 — — — 120,5 — 119 — 108 — —— — 222 — 222 — 154.75 155 155 — Frankfurt a W. Berlin Schluß- Kurs 1-Uhr Kurs Schluß-s Kurs | Anfang. Kurs Datum 23-8. 26.8. 23.8. 26.8. A.E.G........ . 8 194 195,25 193,13 195 Bergmann..... . 9 223,5 — 223,5 225 Elektr. Lieferungen. . ■ e • 10 163 — 164,75 —- Licht und Kraft . . . 10 204,5 206 204,5 206 Felten & Guilleaume. • e e . 6 139 — 139 139,75 Ges. f. Elektr. Untern.. • e • 10 208,5 208,5 209 209 Hamb. Elektr. Werke . e e ■ 10 — — 140,13 141 Rhein. Elektr..... • • • . 9 — — 150,25 150,5 Schics. Elektr..... Schuckert...... e • • 10 — — 173,75 174,75 • • e . 8 — 223,5 221 223 12 — 375,25 371,75 375 Transradio . . . . • Lahmeyer »Co.. . . # e e . 6 _ — — — 10 170,5 170,25 170,25 — 23. August 26- August Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld 1 Bries Geld - Br>e Slmst.. Rott. 168,06 168,40 168,11 168,45 Bmn. Aires 1,758 1,762 1,759 1,763 Brsi-Antw- 58,315 58,435 58,325 58,455 Thristicmta. 111,68 111,90 111,70 111,92 Kopenhagen 111,66 111,88 111,69 111,91 Stockholm . 112,36 112,58 112,39 112,61 Helsingfors. 10,54 10,56 10,541 10,561 Italien. . . 21,94 21,98 21,91 21,99 London - . . 20,336 20,376 20,342 20,382 Nenhork . . 4,195 4,203 4,196 4,204 Paris.... 16,42 16,46 16,415 80,775 16,455 Schweiz . . 80,74 80,90 80,915 Spanien. . 61,70 61,82 61,66 61,78 Japan . . . Rio de Jan. 1,958 0,4975 1,962 0,4995 1,960 0,497 1,964 0,499 Wien in D.» Oest. abgest. 59,07 59,19 59,09 12,425 59,21 Prag . . . . 12,414 12,434 12,445 Äelzrad . . 7,370 7,384 7,368 7,382 Budapest. . 73,17 73,31 73,18 73,32 Bulgarien 3,032 3,038 3,032 3,058 Liffabon 18,74 18,78 18,81 18,85 Danzig. . 81,31 81,47 81,32 81,48 Konstantin- 1.999 2,003 1,998 2,002 Athen. . 5,43 5,44 5,433 5,443 Canada 4,166 4,174 4,167 4,175 Uni uay ■ 4,106 4,114 4,116 4,124 Tairo . - 20,855 20,895 20,86 20,90 Berlin, 23. August Geld Brief Amerikanische Noten..... 4,175 4.195 Belgische Noten ....... 58,21 58,45 Dänische Noten ....... 111,40 ill,84 Englische Noten ....... 20,31 20,39