u, Sv °e|4: 5 Dienstag, 26. März 1929 179. Jahrgang Nr. 72 Erstes Blatt bhangrgen christlicher er- lonie der Alliierten degradieren. Wir halten einen gerechten Frieden für angebracht, der Deutschland die tatsächliche Gleichberechtigung unter den Volkern gewährt. Wir wollen, daß das von Präsident Wilson verkündete S e l b st b e st i in in u n g s r e ch t der Völker auch für das deutsche Volk Gültigkeit' erhält. Jeder neue Vertrag aber, der den Status quo von heute zur Grundlage hat, schasst eine moralische Stütze für den Versailler Vertrag. Wir wollen keinen Krieg, wir wollen aber unser Recht und unsere Freiheit. Deutschland ist nicht in der Lage, die bisherigen Lasten aus eigener Kraft zu tragen. Rur die Anleihen, die ihm — in der .Hauptsache von Amerika — gegeben wurden, ermöglichen die Zahlungen der Tribute an die Alliierten. Aus eigener Kraft hat Deutschland seit dem Dawespakt nichts zu zahlen vermocht. Zur Zeit also zahlen die Amerikaner die Tributlasten Deutschlands. Sie sind es, die — sicherlich ohne bösen Willen, aber tatsächlich — den Militarismus Frankreichs finanzieren, den Engländern ihren F l o t t e n b a u ermöglichen. Sie lind es, die auch dem Marxismus in Deutschland die Mittel in die Hand geben, staatssozialistische und roirh schaftssozialistische Experimente zu machen. Unter der Last der mit Hilfe von Anleihen be- zahlten Tribute verarmt Deutschland immer mehr. Ls ist eine Lüge, daß Deutschlands Wohlstand roödjft sowie es eine Lüge ist, dah ' Deutschland zahlungsfähig sei. Die wachsende Lost der Schulden gefährdet schliehlich die Anleihen selbst sowie die deutsche Währung. Amerika hat also auch mit Rücksicht aus das in Deutschland angelegte Kapital kein Interesse daran, die Jahreszahlungen über die Leistungsfähigkeit zu legen. Die Deutichnanonale Voiksparkei will eine vernünftige und gerechte Lösung der Tributfrage und der damit verknüpften Fragen. Die Revision als Verlin. 24. März. (TA.) QIm 23. und 24. März tagte in Berlin das Hochkapitel des Jung- deutschen Ordens, das folgende Entschließung faßte: Das Hochkapitel des Jungdeutschen Ordens gibt der einmütigen Aeberzeugung Ausdruck, dah nunmehr der volle Einsatz der getarnten jungbeut scheu Bewegung zur nationalen politischen Neugestaltung Deutschlands unabwendbare Pflicht geworden ist. Weltplutokratie einerseits, Bolschewismus andererseits erfordern die Abwehr durch die Einheitsfront der Nation. Die Bildung einer Front, die den freien, unabhän' Volks st aat aus demBoden < ' und sozialer Kulturaussassung strebt, darf nicht mehr scheitern an gefühlsmaßi- gen Gegensätzen in der Flaggenfrage oder an den überholten Begriffen „Rechts" und „Links". Staatsbürger, die eine Gefahr für den sozialen Volksstaat sowohl in marxistischer Klassendiktatur, plutokratischen Machtbestrebungen und sozial- reaktionären Kastenbestrebungen als auch in der Verneinung eines gesunden Wehrwillens durch volksfremden Pazifismus sehen, müssen den Weg zueinander finden. Sie werden sich finden in der Ausgabe, d i e bankerotte Parteiwirtschaft durch eine organische Volksvertretung abzulösen. Der Staat ist die lebendige Organisation der Ration. Er darf nicht weiterhin Deute des Interessenten fein. Den: Jungdeutschen Orden fällt auf Grund seiner zehnjährigen Arbeit für Brüderlichkeit und Volksgemeinschaft die Aufgabe zu, Vortrupp für eine neue Front zu fein. Das Hochkapitel ermächtigt den Hochmeister des Jungdeutschen - Ordens, in Zusammenarbeit mit Menschen solcher Gesinnung und ohne Rücksichtnahme auf heutige parteipolitische Gegensätze, die Kraft des Jung- deutschen Ordens für die Frvnt der Ration gegen d i e Rutznieher an derRa - tion einzusetzen. Die Sammlung zu dieser Einheitsfront stellt für die an ihr mitwirkenden Kräfte weder eine Links- noch eine Rechtsschwenkung dar. Wer aus selbstsüchtigen Gründen oder aus Furcht vor der Demagogie der gegenwärtigen politischen Gruppierungen lieber einem Teile der Ration zum Kampf gegen den Der Bericht des Kapitäns. Die Besatzung in Ketten nach New Lrteans gebracht. Washington, 25. März. (Reuter.) Die Beamten des Staatsdepartements sehen den Fall der Versenkung des britischen Schoners „Jmalone", der des Schmuggels mit Spirituosen verdächtig war, durch zwei amerikanische Küstenwachschiffe des Prohibitionsdienstes als ernst an. Der Kapitän der „Jmalone", ein Kanadier, erklärte: Als wir 14 Meilen von der amerikanischen Küste entfernt waren, forderte ein amerikanisches Küstenwachschiff des Proh'.bitionsüienstes bte .Jmalone" zur Ae Vergabe auf. Auf unsere Ablehnung hin eröffnete es das Feuer. Die .Jmalone" nahm südlichen Kurs und wurde auf ihrer Fahrt von dem Kustenwachschisf zuerst mit Granaten beschossen und dann aus Maschinengewehren. Ein anderes amerikanisches Küstenwachschisf stieß zu dem ersten. Die „Jmalone" erhielt abermals den 'Befehl zur Äebergabe. aber ich lehnte auch diesmal ab. Als wir uns ungefähr 225 Meilen vor Rew Orleans befanden, wurden etwa 100 Granaten auf die „Jmalone" abgeschossen, die darauf unter ging. Die Besatzung wurde von den Küstenwachschiffen aufgenommen und i n Ketten nach Rew Orleans gebracht. Der Kapitän hat die Versenkung als feige Handlung bezeichnet und den Angriff auf das Schiff mit dem A -Bootkrieg verglichen. — Schahsekretär Mellon gab bekannt, daß er einen Bericht der Küstenwächter erhalten habe, und bemerkte dazu, dah die amerikanischen Schiffe anscheinend rechtmäßig gehandelt haben und Grund zu ihrem Vorgehen hatten. Große Beachtung in England Man wird den ausführlichen Konsulats- bcricht abwarten. London. 26. März. (Reuter. Funkspruch.) In maftgebenöen Kreisen Londons ist man der Ansicht, daß. falls sich die tatsächlichen Amstände bei der Versenkung des englischen Schoners „Jmalone" durch amerikanische Wachschiffe des Prohibitionsdienstes als den Berichten entsprechend Herausstellen sollten, unbedingt ein Fall vorliege, der verlange, daß die englische Regierung die Autersuchung der Angelegenheit weiter verfolgt. Das bei der Versenkung des Schoners ums Leben gekommene Mitglied der Besatzung war französischer Staatsangehörigkeit. Der englische und der französische Konsul in Reuyork haben eine Unterredung gehabt, in der sie sich mit den über die Angelegenheit bekanntgewordenen Tatsachen be- sahtxn. Die Londoner Morgenpresse zeigt in Erwartung genauer Rachrichten, besonders^ über die Entfernung, in der sich das Schiff während der Beschießung von der Küste befand, Zurückhaltung in ihren Aeußerungen. Die Blatter geben eine Anzahl amerikanischer Presseäuße- rungen wieder, die das Vorgehen der amerikanischen Küstenwachschiffe verurteilen. Weder die britische noch die kanadische Regierung wird Einspruch einlegen, bevor ein ausführlicher Bericht über den Zwischenfall vom britischen Konsulat in Rew Orleans eingegangen ist. 2n hiesigen diplomatischen Kreisen wird der Zwischenfall als sehr ernst angesehen. Auch die „Times" erklärt, die Versenkung des Schoners kann ernste Fragen internationalen Charakters aufwerfen, denn das Recht der Vereinigten Staaten, ein Schiff außerhalb der Serri- torialgewässer unter den vorliegenden Umständen zu verfolgen und zu beschießen, wird allgemein bestritten. „Daily Mail" veröffentlicht die Aeuheruug eines Sachverständigen für Seekriegsrecht. der den Zwischenfall als wahrscheinlich ohne Vorgang bezeichnet. Der neue Kurs im Weißen Hause. Gymnastiffaal statt Marstalt. Washington. 25. März. (WTB.) Der neuernannte Staatssekretär Stimson wird morgen in Washington eintreffen und auf Hoovers Wunsch bis nach Ostern als Gast des Präsidenten im Weißen Haus Wohnung nehmen, damit Hoover mit ihm sofort alle dringenderen Fragen, wie das Revirement i m diplomatischen Dienst, den Beitritt der Vereinigten Staaten zum Weltgerichtshof und die Revolution in Mexiko, ausführlich besprechen und gemeinsam mit dem gleichfalls als Gast des Präsidenten im Weihen Haus wohnenden Brüsseler Botschafter Gibson Amerikas Haltung auf der kommenden, vorbereitenden Abrüstungskonferenz in Genf beraten kann. Hoover, der dieser Tage die historische Präfi- dcnten-Jacht „M ahflower" außer Dienst stellen lieh weil ihre Unterhaltung zu kostspielig sei, hat heute auch den auf Staatskosten dem Präsidenten zur Verfügung gestellten M a r - stall von sieben Pferden abgeschafft, weil er, wie er sagte, keine Zeit zum Reiten finden werde. Statt dessen hat dec Präsident ein Zimmer des Weihen Hauses für Leibesübungen Herrichten lassen. Kellogg wird während der nächsten drei Tage seinen Aachfol- ger Stimson in das Amt einführen und sich am Donnerstag von dem Präsidenten und der Prefte verabschieden. Am kommenden Freitag tritt Kellogg eine Europareise an, während deren er sich in London malen lassen will. Ein HMsch-amerikanischer Zwischenfall. Oie Versenkung des englischen Schmugglerschiffes „Zmalone" durch Wachschiffe des amerikanischen Prohibitionsdienstes. Das Wahlergebnis in Italien. Rom. 25.März. (WV.) Das Gesamtergebnis der gestrigen Wahlen lautet: wahlberechtigte 9 650 570, abgegebene Stimmen 8 650 740, Wahlbeteiligung 89,63 v. h.. Ja-Stimmen 8 506 576. Rein- Stimmen 136 198, ungültige Stimmen 6824. Ls fehlen noch die endgültigen Ergebnisse einiger Wahllokale. — Mussolini Hut also einen überwältigenden Wahlsieg errungen. Freilich darf mack nicht vergeffen, dah es sich nicht um eine Wahl in unserem Sinne Haltdelle, sondern nur um d,e Abstimmung üher di« ofjijjelle R.gF Die Folgen von Versailles. Lord Rothermcrc gegen die Grenzziehung der AricdcnSverträgc. London. 26. Mär;. (WIL. Funkspruch.» „Daily Rews" bringt einen Beitrag von Lord Rothermere, in dem er sich besonders über die durch die Friedensoerträge geschaffenen ftrifen in Mitteleuropa äußert. (Er sagt u. a.: 3,5 Millionen Ungarn sind gezwungen, außerhalb der heutigen ungarischen Grenze zu wohnen. Für Oesterreich hat der Frieden von St. Germain zehn Jahre Armut gebracht. Die Oesterreicher sehen in der Bereinigung mit Deutschland den einzigen Ausweg an» ihrer unmöglichen Lage. Bei dem Bersuch, dies zu verwirklichen, wird Europa jedoch wiederum der Gefahr eines Krieges nahe fein. Dieselben düsteren Anzeichen müssen von jedem ocrffänbigeii Menschen wahrgenommen werden, der die östlichen Grenzlinien Deutschlands betrachtet und dabei sieht, wie Ostpreußen durch den „Polnischen Korridor" vom übrigen Deutschland abgetrennt ist. Der Artikel schließt: „Das englische Bolt wartet mit Besorgnis daraus, dah der britische Außensekretär die Führung bei der Beseitigung der tödlichen Gesahren übernimmt, die die Fehler der Friedensverträge in Europa zurück- gelassen haben." Der Lungdeutsche Orden ruft zur Sammlung. Für die Neugestaltung Deutschlands. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686. Hugenbergs Brief. Rach dem von der Telegraphen-Union ber- össentlichten Wortlaut des Hugenbergbnefes heißt es: . „ _,. Die Verhandlungen über eine endgültige Regelung der deutschen Kriegstn- butc geben hervorragenden Mitgliedern des amerikanischen Volkes Gelegenheit, ihre oewich- Hge Stimme im Sinne einer gänzlichen Bef ne- Dung Europas und damit der Welt in ötc Wag- schale zu werfen. Diese Befriedung wird nur erreicht, wenn die endgültige Regelung den Grundsätzen der Vernunft und Gerechtigkeit entspricht, und der Lei- ft ungsfähigkeit Deuts chlandsange- p a h t wird. Sie wird nur erreicht, wenn Deutschland nicht die Möglichkeit genommen wird, H u - ter der Kultur zu bleiben, tote es im gleichen Sinne auch die Vereinigten Staaten von Amerika nicht nur selbst wieder sein wollen, sondern auch uns gönnen werden, es 8“ Jem Die äußeren und inneren Feinde des deutschen Volkes behaupten noch immer, Deutschland, insbesondere feine rechts eingestellten Kreise, die mit dem Schlagwort „reaktionär" belegt werden, hätten den Krieg verschuldet. Die Aufklärungsarbeit namhafter Gelehrter --sei vor allem der tiefgründigen Arbeit der Amerikaner Barnes und Burgeh gedacht — und das umfangreiche Material der geöffneten Archive hat aber die Gültigkeit des Wortes bestätigt,^ das Hindenburg auf dem Schlachtfeld von Tannenberg prägte: „Mit reinem Herzen l" den Krieg gezogen und m t t r e i n e n H a n d e n haben wir das Schwert geführt! Auch heute denkt die Deutschnationale Bolksparlei an- kemen Angriffskrieg, der angesichts unserer Entwaffnung ja auch Line Sinnlosigkeit wäre. Aber deshalb brauchen wir uns doch nicht widerspruchslos die Beschimpfung gefalle,i zu lassen, die mit der Kriegsschuldlüge auf den deutschen Ramen gelegt wurde. Die Deutschnationalen wissen die Bestrebungen des Staatssekretärs Kellogg durch einen Pakt alle Bölter jur Aechkung des Krieges . zu veranlassen, wohl zu nnirdi- gen, wir sympathisieren mit diesen Bestrebungen. Wenn wir uns trotzdem entschlossen haben, der Ratisizierung des Kellogg-Paktes im Reichstag unsere Zustimmung zu versagen, dann geschah das, weil wir den unerträglichen Status guo, wie ihn der Bersailler Berfrag geschaffen hat, nicht freiwillig anerkennen können. Der Versailler Vertrag hat das Deutsche Reich sei- ner Hoheitsrechte beraubt und will es zu einer Ko- Don unserer Berliner Redaktion. Berlin, 26. März. Am 5.März hat der Führer der Deutschnationalen Volkspartei, Geheimrat Hugenberg, an 3000 Adressen in den Vereinigten Staaten, Senatoren, Abgeordnete, Gouverneure, Bürgermeister, die führenden Zeitungen, Vertreter der Wirtschaft und des geistigen Lebens, einen Brief gesandt, der eine Darstellung der Lage Deutschlands nach der Auffassung der Deutschnationalen Volkspartei gibt, die darin gipfelt, daß die Deutschnationalen dazu berufen seien, die zivilisierte Welt vor dem Bolschewismus zu schützen. In etwa erinnert dieser Brief an das Schreiben des Obersten Bauer in den Tagen des Kapp-Putsches, das dieser damals an die amerikanische Oeffent- lichkeit richtete, um sie für eine stabile Regierung in Deutschland zu interessieren. Im Zusammenhang mit den zur Zeit .in Paris stattfindenden Reparationsverhandlungen läßt sich das Hugenbergsche Schreiben in seinen Einzelheiten nicht recht erklären. Was der Brief tatsächlich erreichen sollte, läßt sich auch nicht recht erklären, eben weil die Taktik dieses Schreibens nickt einheitlich ist. . Die schärfste Ablehnung erfährt der Brief Geheimrat Hugenbergs bis zur Stunde von fetten des Zentrums, das in seinem offiziellen Organ den Brief als ein trauriges Dokument für die seltsame Fähigkeit einiger Deutscher hin- ftellt, unsere inneren Auseinandersetzungen in das Ausland hineinzutragen. Die Demokraten, die durch die Llllstein-Presse der deutschen Oef- fentlichkeit den Brief bekanntgaben, führen das Schreiben allein auf Hugenberg zurück, den sie als einzigen dafür verantwortlich machen, und wobei sie betonen, dah diese Hugenbergsche Politik immer mehr den Boden der Wirklichkeit verlasse und selbst die Deutschnationalen in Gefahr brächte. Die andern Parteikreise halten mit ihrer Kritik noch zurück. Auch läßt sich noch nicht überblicken, wie sich das A u s l a n d, namentlich Amerika, dazu stellen wird. Andeutungen, die die Reuyork Times gibt, lassen aber darauf schließen, daß man eben wegen der scharfen Trennung von der Sozialdemokratie, der man in Gegensatz zu Hugenbergs Ansicht das Verdienst zuspricht, zumindest die bolschewistische Gefahr neutralifiert zu haben, den entgegengesetzten Eindruck von dem haben wird, was Geheimrat Hugenberg bezwecken wollte. Es ist zu erwarten, daß der Brief in der politischen Diskussion der nächsten Tage noch eine große Rolle spielen wird, wir bringen deshalb ,m folgenden den wesentlichen Inhalt des Schreibens. anderen als der ganzen Ration bienen will, der begeht bei der Große der Rot unserer Zeit politischen Landesverrat. An alle Ordensbrüder richtet das Hochkapitel die Aufforderung. aufrüttelnd und aufklärend den Ruf nach der großen nationalen Erneuerungsfront weiterzutragen. Deutschland geht zugrunde, wenn das deutsche Volk weiterhin die heutigen erstarrten Parteiungen und damit die Zwietracht pflegt. Der Jungdeutsche Orden kennt nur eine Tradition, und die heißt: „Deutschland!" Endlösung darf den Grundsätzen nicht widersprechen, die der Präsident Wilson in seinen 14 Punkten aussprach und auf Grund deren das deutsche Volk die Waffen niebcrlcgte. Sie muß auf der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit aufgebaut fein und alle feine bisherigen Leistungen berücksichtigen. Rur eine gerechte Endlösung gibt dem deutschen Volk die Möglichkeit, die Aufgabe neu zu erfüllen, die ihm feine geographische Lage zuweift, den Schutz der zivilisierten Welt vor dem Bolschewismus — eine Aufgabe, in der eigentlich die gebildeten, einsichtigen und fortschrittlichen Elemente der Welt zusammen stehen sollten. Treibt man es durch eine unvernünftige Politik und durch untragbare Lasten zur Verzweiflung, so treibt man es dem Bolsck-ewismus in die Arme. Dann erst ist Deutschland eine Gefahr. Die Deutschnationalen bejahen den Begriff des Privateigentums, die Grundlage eines jeden staatlichen Lebens. Wir lehnen daher einen Pakt mit den Sozialisten ab. Wir lehnen daher — als einzig große Partei Deutschlands -- eine Regierungsgemeinschaft mit den Sozialdemokraten ab. Rur die älnterstützung der anderen nicht- fozialistischen Parteien gestattet der Sozialdemo- tratie, ihre marxistischen Regierungsexperimente. Der Sozialismus ist die Vorstufe des Dolsche- wismus. Die Deutschnationalen sind daher das einzige Bollwerk gegen das Chaos. Untere Sache ist die Sache aller derjenigen Elemente, , die den Kampf gegen das Chaos wollen. Macht man uns durch eine unvernünftige Regelung der Tributlasten den Kampf unmöglich, dann bricht das Chaos über Deutschland und damit über Europa herein und bringt schließlich die ganze zivilisierte Welt in Gefahr; denn der Bolschewismus und Sozialismus ist nicht eine Besonderheit Rußlands. sondern eine seelische Erkrankung der industriellen Menschheit, die unter llmftänöen auch über Ozeane springt, wie die Grippe. „Untere Sache ist eure Sache." Annahme von »nzeiam für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für \ mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mni Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Volitifc Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Hugenberg an die amerikanische Oeffenikichkeii Oer Führer der Oeutschnationalen warnt vor überspannten Reparationssordernngen. Deutschland als Gchutzwall gegen den Bolschewismus. Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnkck und Verlag: vrnhl'sche Unioerfitatt'vuch- und ZteindruSerei H Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchnlstrage 7. qf!’? Ä e = c 5"T® 3 -Mm s 12} 3* -UW MW s ä SSFsM» 3? = ^== 3- 1 i-LS L ft >^3 59" 3 = (ft Hä - r 7.-2 3 ~ 7 CT n ft UM WS I® oE CT0= 7 2 r is* '* .5 ■* — e5 “ o".3__5 5 2.2 ~ 9 2.5 * j 5 8e S33.? * o H 8 s I y & 5 F s 8 & 5 's5 P a L" r s § -P '5 0 : # 15 -p [SFfc "S?o Oh ■n: « s4 sS XX ' --"Lss- V Ms -■3‘-2” 0 2 8 | ^622 P* gierungelistc, die im wesentlichen nur ftau- didaken der faschistischen Partei oder ihnen Rahe' stehende enthält. Außerdem ist durch die amtliche Agitation sehr stark nachgeholfen worden, so daß es riskant war. eine Neinstimme abzugeben oder auch nur zu Hause zu bleiben. Das Südtirol Auf dem bei der Werft Blohm * Voß liegenden neuerbauten Riesendampfer „Europa" (46 000 Io.), der im August vorigen Jahres vom Stapel lief, ist heute früh gegen 3.30 Uhr Grohfeuer ausgebrochen. Da» Vorderschiff fleht in Flammen, der Brand wird von der Wasser- und Landfeite her bekämpft. Sämtliche dienstfreien Mannschaften der Hamburger Feuerwehr sind alarmiert worden. Mehrere in der Nähe des Dampfers befindlich gewesene Fahrzeuge wurden wegen de» starken Jtttt- kenfluges von ihren Plätzen entfernt. Ein neuer .Frauenlob". Der Reichspräsident hat verfügt, daß bei* Stationssender der Nordsee st ation „M. 134“ künftig den Namen „Frauenlob" tragen soll. Damit bleibt die Tradition einefl Kreuzers gewahrt, der in der Skagerrak- Schlacht ein rühmliches Ende fand, als er mit anderen Kreuzern zusammen mit den Engländern im Nachtgefecht lag. Auch an der Seeschlacht bei Helgoland am 28. August 1914 hat sich der Kreuzer hervorragend beteiligt. Die Tradition geht noch weiter. „Frauenlob" hieß in der alten preußischen Marine eine Schoner- Brigg, die um 1860 eine Expedition nach Ostasien mitmachte und durch einen Taifun auf der Fahrt nach Japan mit voller Besatzung unterging. Der Reichspräsident in der hugovogel-Ausstellung. Reichspräsident v. Hindenburg besichtigte in Begleitung des Staatssekretärs Dr. Meißner und seines Sohnes, des Oberstleutnants von Hindenburg die Sonderausstellung von Gemälden, Professor Dr. Hugo Vogels in der Galerie Schulte Unter den Linden. Die Ausstellung enthält eine Reihe von repräsentativen Portrats, und zwar des Reichspräsidenten selbst, des Generalkeld- marschalls von Mackensen, des Reichsminister» a. D. Wallraf usw. Der Besuch des Reichspräsidenten hatte eine große Menschenmenge angelockt, die das Reichsoberhaupt mit stürmischen Kundgebungen begrüßte. Fitzmanrice wandert au». Oberst Fitzmaurice, der irische Flieger, der gemeinsam mit Hauptmann Köhl und Baron v. Hünefeld zum ersten Mal den Atlantik von Europa nach Amerika überquerte, schiffte sich auf dem deutschen Dampfer „Dresden" nach den Vereinigten Staaten ein. Pressevertretern gegenüber erklärte er mit bitterer Stimme, daß er seit mehr als vier Monaten arbeits- ift technisch sehr auf der Höhe und bringt — zumal in den Luftkämpfen — sehr dramatische und wirklich echt anmutenbe Szenen zustande. Aus der De- etzung (die übrigens den anständigen ameritanh chen Durchschnitt nirgends übersteigt) sind Clara B o w, Charles Rogers und Richard Arien zu nennen. — Die deutsche Bearbeitung stammt tm wesentlichen von Erich D f f e r m a n n. Man sollte den Film zum mindesten um feiner technischen Fortschritte willen gesehen (unb gehört) haben; darüber hinaus gibt er eindringliche Bilder vom Kriege. —r— Historische Keichslommission. Die im vorigen Jahre mit Reichsmitteln neu- gegründete Historische Reichskommif- s i o n hat die Erforschung der Geschichte deS neuen Deuts^n Reiches Mir Aufgabe und ist damit in die Reihe der großen historischen Publikationsinstitute getreten, die durch Veröffentlichung von Quellen und Quellenverarbeitungen nicht nur der Geschichtswissenschaft im engeren Sinne dienen, sondern auch den historischen Sinn und die Liebe für unsere Vergangenheit in der Nation lebendig erhalten wollen. Wichtige Arbeiten sind begonnen worden, ein großes Quellen- Werk über die Politik Preußens und des Norddeutschen Bundes von 1858 bis 1871, eine Veröffentlichung der KronratS- und StaatSmintste- rialprotofolle und eine Bearbeitung der nationalpolitischen Publizistik aus demselben Zeitraum, eine Entstehungsgeschichte der norddeutschen und der Reichsversassung von 1871 und, um auch eine besonders bedeutsame Aufgabe auS der neuesten Geschichte zu lösen, eine Entstehungsgeschichte der Weimarer Dersosiung. 3n der am Schluß deS ersten Arbeitsjahres abgehaltenen ZahreSsitzung wurde ein Beschluß gefaßt, der an daS dntereffc und die Mitarbeit weiterer Kreise appelliert. Es soll eine Sammlung zeitgeschichtlicher Wateriallen angelegt werden durch persönliche Befragungen solcher, die an den geschichtllche« Gr- eigmffen Oer letzten fünfzehn Fahre wesentlich mitgeiDittt oder als Zeugen Wesentliches darüber auszusagen haben, als notweMge SraS» ba schon vvrhandrr»A Hörtöyi QcrtJ Monlaa 29. Harz 19297*5^ 5 loyWtflunft. benhurg dtsich« [tetärs Dr. Mr>b' (eutnants von Ä» m Gmöldrn, Pnv ilerie Schulte ing enthält fine ats, und par des K5 Mchsminifte» ich des SleichrM. enmenge anflelodt, stümilchm Ku.'d- e«. chier.^nhE-' IB. Zonkspevch.) 4 V°b Ikgenbm >Pa“ <46000 Io.), m Stapel fitf, ist otr ovsgrlnochen. Zlammrn, btt tandfeile her be> llamifchastri, btt armiert morden, fers besivbllch gebet starten Jan- nt >b". rtügt, datz bet rdseestation .Frauenlob" Tradition eine- : Slagerrak- fanti, alS er mit t den Engländern er Seeschlacht pift 1914 hat sich ciligt. Die Tro« menlob" hieß in ! eine Schoner- Edition noch th eilten Äifun voller DMW n mter. ihif* JJaa^«len ** lechnlk ‘^loibn, DeulMtfanb nnh >kn wirb. W'fö mifgr. Nün; von ^tübtT T11 K sssie nachmittii^ Klietz n tla- ®>l dos Zonlsche : nm 22J0 Lhx '6 befand sich da» ” a"f brr jitif. ! aus. ische Flieger, Kohl und Daran den Dl-Mk van uerte, sMe slxW Vom 4/20 PS für RM 2300 bis £ rum stärksten deutschen Acht- Zylinder, dem mächtigen „Regent" - in allen Klaffen PREISE 1,1 Ltr. 4/20 PS ab RM. 2300.- 2 Ur. 8/40 PS ab RM. 3980.- 2,6 Ur.10/40 PS ab RM. 5400.» 3,7 Ur. 14/50 PS ab RM. 6800.» 4,2 Ur. 16/60 PS ab RM. 8500.» 23120 PS „Regent" Acht- xyllnderchossli ab RM. 34000.» Lieferwagen 1,1 Ur. ab RM. 2800.» Lieferwagen 2,6 Ltr. ab RM. 4750- Pb To-SchneDaitwogen Chassis normal ab RM.380O.» P/4 To-Chassis ab RM. 4600.* 2 Tc^Schnellastwagen Sechszytinder-Chassls ab RM. 3600a ob Werk. Die Wetterlage. umg«setzt. Der Warenverkehr war durch neue Konkurrenz auf 17 000 Mk. zurückgegangen. Rach- dem den Mitgliedern auf das frühere Stammkapital 154 Mk. gut- und der frühere Verlust an Aktien bei der Raiffeisenbank Berlin um 300 Mk. abgeschrieben worden waren, blieb bet einem Gesamtumsatz von 250000 Mk. ein Reingewinn von 615 Mk., der dem Reservefonds überwiesen wurde. Dieser erreicht damit eine Höhe von 3500 Mk. Dem Rechner und dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Das auS- scheidende Vorstandsmitglied Lehrer Schrupp wurde einstimmig wiedergewahlt. in den Aussichtsrat wurde der Maurermeister L. Bernhardt entsandt. 7-A32 DE S H GvoHemos öneuer, o nan> Ded«xt » wollig, e MdecKl • Regen) »Schnee Atrauoeiri *Het>et •K0ewit'er.@Wlnd5tine.«O^schr ftttbrr» on d ‘nissiger SOdjuawest stormtschei nordwiesh fcte Pfene fliegen mit dem winde. Die Beiden Stationen stehenden Zah« ten geben du Temperatur an. Die umen verDindei» Orte mH gleichen^ eutmeeresntveao umoereefineten kufldrucfc Wettervoraussage. Während im Norden Tiefdruckstörungen vorüber» ziehen, hält über dem zentralen Europa der hohe Druck stand und breitet sich weiter nach den Donauländern aus. Die über England gelegene warme Luft Hot bereits Mittel- und Norddeutschland erreicht und eine Erwärmung von etwa 2 bis 4 Grad gebracht, sowie zu vielfacher Nebelbildung und zu vereinzelten Niederschlägen geführt. Obwohl das Fallgebiet im Raume von Island sich weiter vertieft hat, so wird bei uns der Hochdruckeinfluß noch standhalten. Der Witterungscharakter sowie die Temperaturen ändern sich wenig, jedoch dürften sie allmählich etwas zurückgchen. Voraussage für Mittwoch: Immer noch nebliges, auch wolkiges Wetter mit Aufheiterung. trocken. Temperaturen wenig verändert, jedoch im ganzen etwas kühler. Voraussage für Donnerstag: Roch Fortdauer der herrschenden Wetterlage. Lufttemperaturen am 25. März: mittags 11,9 Grad Celsius, abends 6 Grad: am 26. März: morgens 5 Grad. Maximum 12,3 Grad, Minimum 2,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. März: abends 5,9 Grad: am 26. März: morgens 1,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 5 Stunden. 27G8D] Tel. 2998 Seltersweg 39 258V Eil* Dfahtzaun Klasse 4 2. 3. 4. mit 5. mit 6. 7. 2691A treppen. Zimmer Lichen: 2. Kl. 72 St. FRANKEL Gerade wr Ostern HEDMANNS&FROITZHEIM 0,86 fm 2,53 „ 1,33 „ 5,17 „ 23,75, 5. Kl - 2,28 fm. Klasse 2b n 3N Klasse 3a „ 4a „ 4b 5b hält Gaunef draaSt 1,43 fm 1,98 „ 0,75 fm 20,75 „ 5,98 „ 1,56 „ 38,93 22,98 Mk. 3.50, 4.-, 4.50 Emmericher Waren-Expedition Spezialhaus für fesche Konfektion traße 18 (Zimmer 4), abgegeben, die Zeichnungen und Bedingungen sind dort einzusehen. Am Donnerstag, dem 28. d. 211., liegen die Unterlagen von vormittags 8—12 Uhr bei der Hessischen Bürgermeisterei in Lich offen. Die Angebote sind verschlossen, mit ent- prechender Aufschrift versehen, postfrei, bis zum Dienstag, dem 9. April d. 3.» vormittags 11 Uhr. bei uns einzureichen, wo odann die Eröffnung in Gegenwart er- chienener Bieter stattfindet. Zuschlagsfrist: 14 Tage. Gießen, den 25. März 1929. Hessisches Hochbauamt Gießen. B e r t h. Möbliertes wohn- und Schlafzimmer von Herrn in leb teiiöet Stellung ae- fuebt. SchrtsU. Angebote mit Preis unter 2738V an den Gieß. An», erbeten. Eichen'Abschnittc A. ........ 1 Stück — Der Voranschlag der Gemeinde Stockhausen für Rj. 1929 liegt vom 27.2Nörz ab eine Woche lang auf der Bürgermeisterei offen. 2764V Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der die Ausmärker beizutragen haben. Stockhausen, den 26. März 1929. Bürgermeisterei Stockhausen. Jochi m. 4-Zimmer-Woling. von nltcr. Rentner- unnr tm Laute des Jahres zu mieten nei. Schr. Angeb. u. 01556 a. d. Gten.Anz. (300 cbm Erdaushub, 63 cbm Beton, 70 cbm Bruchstein-, 120 cbm Backsteinmauerwerk, 480 qm Hohlstein-, 37 qm Eisenbetondecken). Steinhauerorbelt (3 cbm Lung- und 4 cbm Kunststeine). 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Eine wegen ihres Blütenreichtums und ihrer Farbenschön< beit als Schmuck- und Zierpflanze besonders im ersten Frühjahr weitverbreitete Topfblume ist dm weihrosa oder lila blühende Becherpcimel t?ri- mula obconica). Sie erfreut sich unter den Zim-- merpslanzen besonderer Beliebtheit. Bei ihrer Behandlung ist aber eine gewisse Vorsicht un? Reinlichkeit geboten, weil bei vielen Menschen die unvorsichtige Berührung ihrer Blätter und Blütenftiele leicht Hautreizungen und Entzündungen hervorruft, die unter Umstanden se^r Fürst!. (flutcvcr- walta-slolnbavlni bei l'idi bni emc Sonett 2i;4l> Stirbt der Walfisch aus? Der Walfischfang wird in den Gewässern um den Südpolarkreis mit immer moderneren Methoden und immer größerem Kapital betrieben. und so ist die Befürchtung entstanden, daß auch hier dieses wafserbewohnende Säugetier in feiner eigentlichen Heimat bald dem Untergang geweiht fein könnte. Einige Regierungen haben dagegen ein Vorgehen des Völkerbundes angeregt, und verschißene Expeditionen haben versucht, die Lebensgewohnheiten der noch so wenig erforschten Waltiere näher kcnnenzulernen und dadurch vielleicht Mittel und Wege zu ihrer Erhaltung zu finden. Es gibt 10 bis 11 verschiedene Arten von Walfischen, deren geographische Ver- teilmtg in den Gewässern der Erde noch unbekannt ist. über Deren Vermehrung wir wenig wissen, die riesige Wanderungen zurücklegen und zweifellos so viel Intelligenz besitzen, um Gebiete ?.’i verlassen, in denen sie verfolgt Lvrn den. Man möchte glauben, daß diese ausgedehnte Tierfamilie, die die unendlichen Hilfsmittel der Meere für sich besitzt, dem Ansturnr der Wal- fischindustrie gewachsen lein mühte, aber die Tat- fachen. die kürzlich Sir Sidney H a r m e r in einer Sihrmg der Londoner Linim-Gesellschcift mi.- teilte, beweisen das Gegenteil. Der nordische Walfisch, der in der Dai von Biskaia schon feit dem 12. Jahrhundert und ebenso in der Rachbar- schäft von Reufundland und Reuengland, bei Island und dem Rorden von Rorwegcn seit wenigstens 700 Jahren gejagt wird, ist so selten geworden, daß man den Fang längst ausgcgeben hat. Man hielt sogar diese Tiere für ausgestor- ben, aber nach etwa einem Jahrhundert, in dein sie vor Verfolgungen sicher waren, haben sie sich wieder vermehrt. Der prächtige Grönland-Walfisch, der größte aller Plankton-Fresser, der im 17.. 18. und 19. Jahrhundert in verschiedenen Gebieten unnachsichtlich verfolgt worden ist. steht ebenfalls auf dem Aussterbeetat, und selbst das Aufgeben des Fanges hat hier keine Vermehrung der Tiere zur Folge gehabt. Auch der kleinere südliche Walfisch, der graue Walfisch des Stillen Ozeans, der Buckelwal, die einst im Uebcrflustz die Meere bevölkerten, sind heute säst völlig ver-' schwundcn. Der moderne Wolsischsang findet feine hauptsächlichste Beute in den Finnwalen, von denen es vier wichtige Arten gibt. Diese Tiere sind wegen ihrer schnelleren unö gefährlicheren Rotur, wegen ihres geringeren Wertes und hauptsächlich wegen des Umstandes, daß die toten Körper auf den Grund sanken, lange vernachlässigt worden. Erst die Erfindung der Har- Punen-Kanone von 1865 gestattete die Benutzung kleinerer Boote und die Verwendung schwerer Harpunen, durch die der Finnwal an einem Seil von dem Schiff an die Küste mitgeschleppr werden konnte. Seitdem liefert der Finnwal den weitaus größten Anteil beim Walfischfang und ist auch schon in feiner Zahl sehr verringert. Wenn daher nicht Schritte zum Schutz des Walfisch« unternommen werden, Dann Dürfte der Walfischfang im Südpolargebiet bald dasselbe Schicksal haben wie in den anderen Walfisch- gebieten. ,u jl StMSelM I. Slbiflät "Nd Stre-!eM^ MW Wirsing 20 bis 45. Weißkraut 20 bis 30, Rot* kraut 20 bis 35, gelbe Rüben 25 bis 30, rote Rüben 25 bis 30. Spinat 90. Unter-Kohlrabi 10 bis 15. Rosenkohl 80, Feldsalat 250 bis 300. Endivien 150, Tomaten 80 bis 100, Zwiebeln 25 bis 30, Meerrettich 50 bis 150, Schwarzwurzeln 90, Kartoffeln 6'.',, Aepfel, ausländische 60 bis 30 bis 40, Dörrobst 35 bis 40, Aus Der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 26. März 1929. Gießener Wochcmnarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochcnrnarrt: Butter 180 bis 190, Kochbutter von 140 an, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, nung der Kundschaft wäre eine' bessere Verteilung des Ostereinkauss in diesen, Jahre dringend mün - schenswerl. — Aus Anregung Der Hauptgemein- jdjaft des Deutschen Einzelhandels hat deshalb die Vereinigung der Deutschen 'Arbeitgeberverbände ihren Mitgliedsverbänden empfahlen, darauf hinzuwirken, daß die Lohn und Gehaltszahltingen in der Industrie für diesen März nach Möglichkeit einige zage früher vargenommcn werden. Andere Wirtschaftszweige, wie z.B. die Banken, haben be- reite am 13. März die Gehälter an ihre Angestell- ten ausgezahlt. Es tvöre dringend zu wünschen, daß auch die Bebäroen für diesen SonDerjall dem Beispiel der Wirtschaft folgen, um sowohl ihren Angestellten und Beamtcn einen bequemeren Ostereinkauf zu ermöglichen, als auch den Einzelhandel vor einer übermäßigen Beanspruchung seines Personals zu schützen. ** Die Gießener Geldinstitute geben im heutigen Anzeigenteil bekannt. Daß ihre Geschäftsräume am nächsten Samstag (Ostersamstag) geschlossen bleiben. '' Aus Der Hessischen Sängerbund- bcwegung. Für 50jährige treue Arbeit im Männergesangvereinswesen wurden mit Der neu- geschaffenen goldenen Ehrennadel (mit Der Inschrift 50) vom Hessischen Sängerbund ausgezeichnete Heinrich Gichclmann. Gesv. Germania, Dorheim, Karl T i I I m ann , Sängervereinigung. Lollar. Heinrich E i ch e l m a n n^ Frohsinn, Steinfurth. Georg Wilhelm II.. Frauenlob. Homberg Ohm. Heinrich K a u f m a n n \ I.. Ltederkranz Weitershain, Hans M e > e r , Sängerguartett Ortenberg, Jean K n a f, Lieder- kranz Büdingen. ** Eierwettlegen. Das von Der Landwirtschaftskammer für Hessen in Dem Tierzucht- Institut Der Landes-Universität Gießen (Oberer Hardthof) veranstaltete Eierwettlegen hat im Laufe des Winters ein recht günstiges Ergebnis erbracht. Der beste Legestamm Wtzandottes zeitigte vom 1. Rovernber bis 28. Februar eine Höchstleistung von 232 Eiern im Gewichte von 12 519 Gramm im Werte von 40,45 Mk.: der h <000p Gelände ^Nebengebäude Mlugelzuchr pass. U’.Huuerf. 0168-j . Baer, CjianL29. er n iD ?! gi Flugplahgeländes während des Tauwetters übergehend eingestellt werden mußte, mit gestrigen Tage in vollem Umfang wieder genommen worden. ** Frühere Gehaltszahlung Ostern. Vom Landesverband des Hess. Einzel' Handels wird uns geschrieben: Da in diesem Jahre Ostersonntag auf den 31. März und Karfreitag auf den 29. März sollen, würden die Lohn- und Gehaltszahlungen, wenn sie, wie üblich, am 30. März erfolgen würden, einen abnormen Käuferandrang aus Arbeitnehmerkreisen in den Geschäften am Samstag vor Ostern verursachen. Die Zusammen- drängung fast des ganzen Ostergeschäftes auf einen Tag würde zur Folge haben, daß das Perkaufspersonal im Einzelhandel außerordentlich belastet würde. Auch im Interesse einer sorgfältigen Bedie- " Wiederaufnahme des „ kehrs über Kassel. Wie die Deutsche Lufthansa mitteilt, ist der Flugverkehr über Kassel, Der bekanntlich wegen der Grundlosigkeit des 50, junge Hähne 120 bis 130, 100 bis 120, Tauben 80 bis 85, 80 Pf. das Pfund: Eier 14, bis 160, Salat 40 bis 45, Salat- gurken 140 bis 150, Lauch 25 bis 50, Rettich 20 bis 30, Sellerie 20 bis 100 Pf. das Stück: ~ " der Zentner /WMM wo \ h'r,uzpl ^, / Diaghilev) und der Maler Demois holten Rijinsky ab. Er war an diesem Abend ganz klein, merkwürdig fern und scheu wie ein Vogel, auch hatte er sehr müde Bewegungen. Sie frugen seinen Wärter, was er getan habe. „Richt viel," sagte dieser, „der Herr ist seinen ewigen Kreis gegangen. Er hat ein wenig in der Sonne gesessen. Seine Mütze hat er hundertmal in der Hand gedreht. Er hat gelallt. Wie immer. Auch sah er lange da und schien zu schlafen." -S--' SUdS w Heranziehung der Grund- und Gebäudesteuern unterbunden werden, dann werden sie auch sparsamer wirtschaften. Gin weiterer zu Buch schlagender Vorschlag des Hansabundes geht dahin. Die Tilgung der Rentenbankschuld um zwei bis drei Jahre zu verlängern, was eine Einsparung von 30 bis 40 Millionen bedeuten würde. Mit dieser Strek- kung würde auch der Landwirtschaft eine willkommene Entlastung zuteil werden. Es mag dahingestellt werden, ob alle vom Hanlabund gemachten Ein^parungsverschläge, auf Die hier nicht cingegangea ii>..jen kann, zweckmäßig sind. Der Grundgedanke aber ist richtig. Es ist Die Rückkehr zu den gefunden Sparsam' keitsgrundsähen früherer Zeiten. Heber eins muß man sich freilich Dabei klar werden: Es muß unbedingt Schluß gemacht werden mit Den fortgesetzten Lohnsteigerungen. Allein Die der beiden Jahre 1927 und 1928 belasten Die deutsche Wirtschaft mit einer Jahresmehrausgabe an Löhnen von neun Milliarden Mark, wozu noch rund 1,5 Milliarden mehr Soziallasten treten. Weitere drei Milliarden erforderte die Erhöhung von Steuern, Dabnfrachten, Post-, Elcktrizitäts- nfti). Gebühren. Und das in einer Zeit, wo in unseren Konkurrenzländern Löhne, Lasten und Frachten usw. keine Erhöhung erfuhren, ja zum Teil gesenkt wurden. Das hält die Wirtschaft keines Landes aus, am wenigsten die Deutschlands mit seiner furchtbaren Kapitalverarmung, mit seinem ungeheuren Zinsfuß. Die riesig angeschwollene Arbeitslosenzahl — selbst für den Sommer rechnet man mit 1,5 Millionen — ist die Folge. Die Gesundung unserer Finanzen seht die Der Wirtschaft voraus, die heute nahezu planmäßig ruiniert wird. Rijinsky sihi in der Oper. Don Anton Schnack. Alle Bogel, Die mit Den Schwänzen wippten, waren ihm nichts mehr. Die Gärten waren ihm nichts. Er hatte vergessen, daß Springbrunnen stiegen. Er hatte vergessen, was Frühling, Winter, Herbst unD Sommer waren. Er war furchtbar Der Rächt verfallen, als er an Dem letzten Abend sich als Faun mit einem wunderbaren Sprunge erhob. Er hatte ein fahles Weih im Gesicht. Der Glanz war aus seinen Augen hinweggegangen. Rijinsky, der goldene Tänzer, war still geworden. Er sah Tag für Tag vor Den Stäben seines Zimmerfensters wie eine Statue, Die langsam gelb wird. Er hatte ein Spiel, eine Schnur von Glocken, die er mit den Knöcheln Der Finger hieb. Immerfort. Stundenlang, in einem monotonen Hinstieren. Sie hatten ihm an die Wände Rymphen gemalt, eine Wolke von Vögeln, blaue Blumenkelche, Weinranken und Schwäne. Sie hatten ihm silberne Vasen auf Den Tisch gestellt. Da und Dort ein Glas, in Das das Licht etnftcl. Rijinsky aber ging an allem wie an einer Finsternis vorbei. Dachte er an etwas? An Das weihe Kleid Der Karsawina? An die Frau, die einmal eine ganze Rächt vor feiner Türe sah und Die er nicht zu sich hereinlieh, weil er müde war. Dachte er an Die Musik Der Balalaikaschlager, Die Das Rauschen Des Schilfs am Wolgafluh nachahmen konnten. Aus tausend Dingen war er geflohen und war einen Schritt rückwärts getreten, wo alles dunkel ist. Er hatte eine Demütige Stirne bekommen. Die Hände hatten etwas Verlorenes. Die Schulter, die sonst wie ein Springquell hochschoh, hielt sich geneigt. Die Haut. Die inongolischbronzen glänzte, war matt. Er schien keinen anderen Klang mehr im Ohr zu haben als grausames ununterbrochenes Rauschen, als sei er unter Meeren begraben. DiaghUew war aus Trauer über den Verfall seines geliebten Tänzers auf Den Gedanken gekommen, ihn zu einer Dallettvorstellung in die Pariser Oper zu bringen. Vielleicht, so dachte er sich, wecke ich wieder den Gott in ihm, wenn er Die Füße Der Tanzenden sieht, die Karsawina, Die Stirnen Der Frauen unD wenn Die Wirbel Der Trommeln unD Die Fanfaren Der Trompeten in fein Ohr brechen. Speise- Mckil zweitbeste Stamm, ebenfalls Wyandvtt"s, brachte es auf 175 Eier im Gewichte von 9418 Gramm unD im Werte von 30,45 Mk. Die 53 Wintereier eines Huhnes des besten Stammes stellen eine außerordentlich gute Leistung Dar. Mit Eintritt wärmeren Wetters legen Die Hühner auch im Laufe Des März febr gut. Es besteht daher berechtigte Hoffnung, Daß diese erstmalig in Hesse',i durchgeführte Leistungsprüfung für Geflü^l in ihrem Endergebnis sich Den älteren Veranstaltungen, wie sie in Deutschland, z. B. in Halle' Kröllwitz und Erding bei München ftatifanben, würdig zur Seite stellen kann. Die wir hören, ist nach Ende Der ersten Leistungsprüfung eine zweite vorgesehen, die nunmehr nach anderen, für Deutschland ganz neuen Gesichtspunkten unternommen werden soll. Sie macht sich die Ermittelung Der Durchschnittsleistung unserer Ge- slügelbestände zur Aufgabe. •• Preisgekrönter Hund. Auf Der 19. Internationalen Rassehundeschau. Die am Sonntag in Frankfurt a. M. stattsand unD mit etwa 700 Exemplaren des besten deutschen Hundezuchr- materials beschickt war, würben auf Die Terr- harDinerhündin „Berline" von Landeck (Besitzer August Petri. Gießen. Walltorstraße 67) D:c. Rote „Sehr gut". Der erste Preis, ein Ehrenpreis und ein Zusatz-Ehrenpreis des Bernhardiner- Klubs für Deutschland erteilt. Das prachtvolle Aus allen Logen Der Oper blühte Das Schulterfleisch Der Frauen. Es roch nach Den seltsamsten unD süßesten Wohlgerüchen. Diaghilev) unD Demois ließen sich vor niemanden sehen, und so ahnte kein Mensch, daß Rijinsky, den Der Triumph so oft in Diesem Hause umrauscht hatte, in einer Loge saß. Er saß Da wie ein Gentleman gekleidet, aber sein Gesicht war unbewegt und leer. Links von ihm sah Diaghilew, Unruhe quälte ihn, Spannung zerriß ihm fast das Herz, ob sein Experiment gelingen würde. Rijinskys Rähe war furchtbar. Diaghilew schauerte, da er daran dachte, daß sich Der frühere Vogel aus Der Tiefe seines Geheimnisses glänzend und wunderbar erheben könnte, getroffen von Licht und Erwachen bis in Den letzten Schatten feiner unergründlichen unD schweren Rächt. Rechts von ihm saß der Maler Alexander Bemois, der zu Diaghilew hinübersprach. Ri- jinsky, der kranke, rührte sich nicht. Er sah vor sich hin als sähe er in das Richts. In ihn drang nichts ein. Dor ihm strahlte das Theater in einem Meer von Licht. Alle Logen unD Ränge waren von Gelächter und heiteren Stimmen erfüllt. Ihn. Den töDlich Finsteren, traf das nicht. Er blieb erstarrt. Was war um ihn? Schemen, Träume, Schatten? Erinnerungen, Gesichter, Dämonen? Vielleicht war alles violett vor seinen Augen? Oder alles Eis? Vielleicht waren sie die Irren, die um ihn herumsahen und das Fest ihrer Eitelkeit trieben und er war der Sehende und Klare allein? Das Orchester fing an, die glühenden, heißen Passagen Debussys zu spielen, den Rijinsky liebte und vergötterte. Die Töne drangen von vorne her mit einer bestrickenden Macht: Rijinsky blieb unbewegt. Der Vorhang ging hoch, und Die Tänzer und Tänzerinnen mit Goldhauben, blauen Atlashofen und klingenden Schellen wogten aus Den Kulissen und trieben ihr bezauberndes Spiel. Da erhob Rijinsky Den Kopf - - und Diaghilew mit ihm, und Demois Zugleich. Zwischen Himmel und Hölle saßen beiße, von quälender Spannung zerrissen, bleich geworden vor Aufregung, Diaghilews Hand preßte unruhig und ungehemmt Den Samt Der Logenbrüstung: Hoffnung lag wie ein glühenDer Block auf feinem Herzen. Rijinsky sah auf Die Tänzer, die mit einem ungeheuren Farbensturm dahinstoben. Ihr Geschmeide blitzte unter tausend Kerzen bacchantisch, ihr Rhythmus fegte wie Wind vorüber, die Musik jubelte auf in wunderbar silbernen Fällen, immer höher, zu einem Uebermaß von Schwermut und Wollust. Die Karsawina, die Partnerin seiner vergangenen Tanzspiele, erhob sich wie ein Vogelschweben, weih und jenseits fast, in die Luft. Der Blick von Diaghilew hing an Rijinsky. Rijinsky aber blieb unbewegt und dunkel. Er senkte seinen Kopf blitzschnell und scheu und verharrte, mit toten Augen in eine Ecke stierend. Um ihn tobte der Beifall mit gewaltigem Ausmaß, als Die Karsawina ihren Tanz zur höchsten Schönheit emporwirbelte. Aber Rijinsky schien in seinem bitteren Schlaf Weber sie zu sehen noch ben Beifall zu hören. Er war ein Fisch Ein Wesen, das anberc Räume zu durch-- messen hatte. Er war ber Torso von einem Traum. Er zerstörte mit der Ungeheuerlichkeit seiner Abwesenheit die Gegenwart ber Aufführung. Diaghilew unö Bemois faßen erschüttert zu beiben Seiten: Rijinsky rührte sich nicht. Sie nahmen ihn schweigenb an ben Armen und er ging mit ihnen wie einer, den sie durch Feuer und Wasser führen könnten. Aus ihren Augen fielen Tränen. Hinter ihnen begann ber Rausch des Beifalls von neuem und die Musik Drang ihnen nach mit einem Klang, als wäre er durch tausend Schmerzen geschleift worden ... Wir Alten, Die nod) mit Eugen Richter und nach ihm in den HauShaltsauSschüssen eingehende Etatskritik geübt und auf größte Sparsamkeit tn Den Ausgaben hingewirkt haben, stehen der heutigen Wirtschaft der öffentlichen Hand mit bedenklichem Kopf schütteln gegenüber. Man konnte Eugen Richter den Vorwurf zu großer Kleinlichkeit machen, aber Der von ihm und uns vertretene Grundsatz: „feine Ausgaben ohne 3>edung" erzog Verwaltung wie Parlamente zur Sparsamfeit. Anträge auf Ausgabenerhöhungen kamen kaum jemals vor. Auch die Ministeriell befleißigten sich in ihren Voranschlägen größter Zurückhaltung. Heute aber jagen sich Anträge auf AuSgabeerhöhang und solche bezweckende ..Entschließungen". Der Staat ist die große Hilfsanstalt, Die alle Wünsche befriedigen soll. Daß er nicht nur „arm wie eine Kirchenmaus" geworden, sondern tief verschuldet ist, daß er den gesteigerten Ansprüchen nur mit immer rigoroserer Anziehung Der Steuerschraube und Ausnahme neuer Kredite gerecht werden kann, geniert die am wenigsten, Die Die wenigsten Steuern aufbringen. Die sagen: wenn uns von den Staatsleistungen 200 Mk. zugute kommen, aber für unsere Person nur 20 Mk. an Steuern zu zahlen haben, so sind wir Dafür, um die Leistungen des Staates an mich zu steigern, daß die Steuern prozentual weiter erhöht werden. Das, toa8 Der Schweizer den „Gratisbürger" nennt, ist heut für Den Haushalt in Reich, Ländern und Gemeinden ausschlaggebend. Auch heut noch fehlt es bei uns gewiß nicht an Abgeordneten. die sich mit größtem Eifer für Sparsamkeit in den Ausgaben einsehen, aber mangels der Unterstützung durch eine machtvolle öffentliche Meinung konnten sie sich gegen die uferlose Ausgabenwirtschaft bisher nicht durchsetzen. Es ist daher dankbar zu begrüßen, daß der Hansa- bund es unternommen hat, die Gemüter gegen die in Den Abgrund führende verschwenderische Ausgabenpolitik aufzurufen: daß er den Weg gewiesen hat, statt mit untragbaren Steuererhöhungen mit systematischer Senkung der Ausgaben Den Etat ins Gleichgewicht zu bringen. Kein wirtschaftlich Denkender ist sich heut im Unklaren darüber, daß der Bogen unserer Steuerbelastung in einer für die Wirtschaft unerträglich gewordenen Weife angespannt ist, daß er brechen muß, wenn nicht schleunig Umkehr auf dem Wege gemacht wird. Die Einnahmen haben sich nach Dem Ausgaben zu richten. Es ist das das Verfahren Der verschwenderischen Frau, Die ihren Mann ruiniert, indem sie von ihm ständig mehr Geld verlangt. Deshalb gilt es jetzt nicht die Steuern zu erhöhen, sondern Die Ausgaben und zwar bei jedem Posten, wo das nur irgend möglich ist, e i n z u s ch r ä n k e n: man muß die Verwaltung zwingen mit weniger, als bisher auszukommen, wenn es auch noch so schwer für sie ist. Wenn ein sonst so verständiger Mann, wie der Reichsinnenminister Severing das als Das Sparprogramm des Hansabundes Von Or. 3ng. Georg Gothein, ehem. Michsschahminisier. ei*»®«’ nur aus Steuerscheu tun. Da sollte er sich des Wortes seines verstorbenen Parteiführers Bebel erinnern: „Ohne Profit raucht kein S ch o r n ft e i n". Der Profit ist aber bei den fortgesetzten Steuer- und Lohnerhöhungen meist jum Teufel gegangen und geht es bei Fortsetzung solcher Politik vollends. Die Wirtschaft ist eben das Primäre: man kann von der Henne nicht zu gleicher Zeit den Braten und die Eier verlangen. Sparen wollen jetzt auf einmal alle Parteien, nur über das Maß Der Ausgabendrosseiung und über Das „wo" derselben sind sie nicht einig. Gewiß, viele Ausgaben find zwangsläufig — vor allem Die Den Reichshaushaltsetat direkt (d. h. ohne Reichsbahn und JndustrieobligationenDienst) mit 1540 Mill. Mark belastenden Reparationszahlungen. Andere Ausgaben beruhen auf Gesehen, Die nicht ohne weiteres zu ändern sind. Aber abgesehen davon, Daß manche davon sehr wohl geändert werden könnten und müßten, gibt es sehr viele Posten, wo man ohne Das sparen kann. Bei Den sozialistischen Parteien wie beim Zentrum finden am meisten Widerspruch Die Ein- sparungsvorschläge des Hansabundes für den Etat des Reichsarbeitsministeriums. So in erster Linie Der auf Streichung Des Reichszuschuf fes an Die Krankenkassen in Höhe von 32 Mill. Mark für_ Die Wöchnerinnenhilfe. Run war Deren Vermögen aber EnDe 1927 mit 642 Mill. Mark um 229 Millionen Mark höher als 1914; ist im Jahre 1927 um 114 Mill. Mk. unD Dürfte 1928 um minDestens weitere 125 Mill. Mk. gestiegen fein. Bei 1680 Mill. Mk. Einnahme der Krankenkassen macht Die Wöchnerinnenhilfe iwch nicht 1,95 Proz. aus. Wenn wirllich eine oDer die andere Kasse nicht leistungsfähig genug fein sollte, sie zu zahlen, so konnte Deren Gesamtheit dazu verpflichtet werden, 2 v. H. ihrer Beiträge in einen gemeinsamen Fonds abzuführen, aus Dem die Wöchnerinnenbeihilfen bestritten würden. Wenn die Krankenkassen etwas weniger luxuriöse Verwaltungsgebäude errichteten, wäre das angesichts Der Verarmung Deutschlands auch sehr zu begrüßen. Umstritten ist auch Die Frage, ob Der Reichszu- schuh von 163,9 Mill. Mk. an die Invalide n- versicherung in bar aufs Orbinarium genommen werden soll, oder in bis 1935 zu tilgenden Hchahanweisungen. Die Versicherung hat sich mit letzterem einverstanden erklärt, aber Der Finanzminister verlangt Diesen Betrag zur Stärkung seines Betriebsmittelfonds. Daß er das Geld gut gebrauchen kann, ist nicht zu bestreiten, aber Der Reichszuschuß ist Doch Der Ausgleich für Das durch Die Inflation verlorene Vermögen Der JnvaliDenversicherung, aus dem Die Renten für Die vorher invalid Gewordenen gezahlt werden sollten. Da Diese mit Der Zeit durch Tod in Qlbgang kommen, handelt es sich Dabei um eine später fortfallende Leistung. Man sollte Daher mit ihr nicht allein die Gegenwart belasten. Der Betriebsmittelfonds müßte aber durch eine Anleihe ausgesüllt werden. Größten Widerstand findet Der Vorschlag ‘einer Kürzung Der Anteile Der Länder und Gemeinden an den Reichs steuern. Der ganze diesbezügliche Cinsparungsvorschlag des Hansabundes bedeutet gegenüber dem Reichshaushaltentwurf für Preußen mit 22 227 Mill. Mark nur 1,3 Proz. feines Rettohaushaltes, für Bayern etwa 1,5 Proz. desselben usw. Wenn man Dem Reich weit größere Ausgaben- 6 Mk.. Wirsing 17,50, Weißkraut kraut 17,50 MI. einschränkungen zumutet, so ist dieser bescheidene Abstrich gegenüber Den Ländern nicht mehr als billig. Ihnen wie Den Gemeinden muh einmal klargemacht werden, daß es mit Der bisherigen Ausgabenwirtschaft nicht weiter geht. Freilich JJ. Mi, Tlobtn Mnlild unb MMn.tueinwanb- ceielltMy Scheck reiSwcrinWiivar u öetlouitn. CIRI , Dr. Stfmcibct, Licv iCbnbeijeui, ÄMp- MotoriO 50 ccm, Modell $, ait neu. zu verkam. Narb.Llr..»l> r.p. Gebrauchtes, gut erhaltenes Motorrad 50 ccm) preiswert u verkaufen. Vo'?. ,u critag. in der Ge- chail-it.d.G.A. bi«! Zwei gebrauchte, gut erhaltene 01660 WMMc preiswert abzuaeb, tzarl LchMldt, Babnbollirahe bl Kaufgesuche Garten llni'/.o.ro Ihoga Bralinm .0.25 Svezlolvnilffikii-.O.L BnniMfflel.....-.0.25 Mwr« Mäusburg 3 / Walltorstraße 12 27»A Redaktion, ! Derbmdllchkell her mfl.) nen einen Enkel unter imnitteloar als örbn Sohn hat jedoch einen eil im QUigenblitf bei besteht in der Hälft >n Erbteiles. II. 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Sowie: Die neuesten Tagesberichte aus aller Welt. Am Karfreitag spielen wir im Lichtspielhaus dem Ernst des Tages entsprechend; Die Erde ruft 6 Akte nach dem Roman „Jerusalem“ von Selma Lagerlöf. Inden Hauptrollen: „Conrad Veidt“, „Jenny Haselquist“, „LarsHanson ". Astoria-Lichtspiele, Selters weg Nur noch heute und morgen: Das grobe Doppelprogramm 1- Schlager: Fred Thomson, Amerikas genialster und beliebtester Cowboy mit seinem Wunderschimmel „Silberkönig" in: Der Held von Arizona Spannender Wildwestfilm in 7 Akten isdiiajer: „Unsere blauen Jungens“ Ein Film von der deutschen Marine in 6 Akten. 2755c Nr. 72 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzejger für Gberheflen) Turnen, Sport und Spiel. Frauenturnen im Gau Hessen O. T. -o- Eine planmäßige Dauübungsstunde für das Frauenturnen sand am Sonntag zu Gie- ften in der Turnhalle des Tv. 1846 statt. Die Veranstaltung war aus den Frauenabteilungen von 40 Gauvereinen beschickt und wies eine Teil- nehmerzahl von nahezu 100 Abteilungsleitern und Dorturnerinnen auf. Reu eingetreten in den Verband sind die Abteilungen der Turnvereine zu Schotten. Droh-Eichen, Dambach und Eber- stabt bet Lich. Die Leitung lag in den bewahrten Händen des Dauwartcs für dos Frauenturnen, Rudolf Paul (Dietzen), und brachte zunächst eine umfassende fachliche und methodische Durcharbeitung der Stabübungen, die als Massenvorführung zum Dauwetturnen der Frauen bestimmt worden find, und deren Wiedergabe nach Musik mit verbindenden Hüpfübungen zeigte, daß es dem Leiter gelungen ist. bei dem Aufbau der drei Uebungs- gruppen Rhythmik, Kraft und Anmut zu wir- nmgSvollen Einheiten zu verbinden. Sodann gab Llbteilungsleiter Ludwig 3oft von der Turngemeinde Friedberg einige Abschnitte auS der Bewegungsschule, und Heinrich Schneider vom Tv. Wetzlar leitete den Aufbau zweier Volkstänze. Erläuterungen zu den Pflichtübungen am Reck, Barren und Pferd knüpfte der Dauwart an die Vorführung praktischer Beispiele an. DaS 9. Wetturnen der Frauen im Dau hat für den 31. August und 1. September der Turnverein zu L i ch übernommen. Handball der O. T. Mtv. I. — 2. fiomp. Ins.-Regl. 15 5:2 (3:2). Am Sonntag kam auf dem Platze des Männerturnvereins das mit großem Interesse erwartete Spiel zwischen der 2. Komp, des Jnf.-Regts. 15 und der 1. Handballelf des Mtv. zum Austraa. Der Militärmannschaft hatte man mehr Aussicht auf den Sieg zugesprochen, zumal sie in letzter Zeit gegen namhafte Vereine der Sportbehörde beachtliches Können gezeigt hat. Um so mehr überrascht die Niederlage, die sie sich von den Männer- turnern gefallen lassen mußte. Die Kompagnie stellte eine gut durchgebildete Mannschaft. Die Männerturner traten mit Ersatz an, ferner mußten sie das Spiel mit nur 10 Mann durchfuhren. Wenn cs ihnen trotzdem gelang, über die körperlich stärkere Mannschaft den Sieg davonzutragen, so ist das dem großen Eifer und der Eingabe zu dem Spiel zuzuschreiben. Zijm Spielverlauf ist zu er- wahnen: Nach Anwurf entwickelte sich sofort ein flottes Spiel, wobei in der ersten Viertelstunde die Militärmannschaft tonangebend war. Gegenüber den raschen Durchbrüchen und der guten Abwehr, sowie Fangtechnik und Zusammenspiel waren die planlos spielenden Männcrturner auerft machtlos. Gut oorgetragene Angriffe der 2. Komp, brachten diesen in den ersten 10 Minuten zwei Erfolge. Die Männerturner legten dann großen Eifer an den Tag. Das Zuspiel wurde zusehends besser, die Mannschaft war ein Ganzes. Der Sturm brachte gute Angriffe vorwärts, die aber an der stabilen Hintermannschaft deS Gegners vorerst scheiterten. Ein Strafwurf brachte den Männerturnern den ersten Erfolg. Kurze Zeit darauf gelang e« ihnen, aufzuholen und bis zur Halbzeit sogar die Führung mit 3:2 zu übernehmen. 3n der zweiten Spielhäfte konnten sie sich weiterhin durchsetzen. Die gute Spielweise, die die Komp, in der ersten Halbzeit gezeigt hatte, lieh merklich nach. Die Männerturner liehen sich die Führung nicht mehr nehmen. Rach zwei weiteren Erfolgen i war die Kampfkraft der Komp, gebrochen. Die Männerturner konnten als Sieger das Feld ver- | lassen. 3m allgemeinen wurde ein sehr flottes Spiel, das von Anfang bis Ende durch spannende Momente sehr abwechselungsreich war, gezeigt. Wenn die gut eingespielte Militärmannschaft von der körperlich schwächeren Mannschaft des Mtv. geschlagen wurde, so lag es daran, dah zuviel Gewicht auf dos 3nnenspiel des Sturmes gelegt wurde. Hierdurch wurde der Mannschaftskörper auseinandergerissen. Heuchelheim — Tb. 1846 Gieße« 3:1. DaS am Sonntag in Heuchelheim zum Austrog gekommene Spiel gegen Tv. 1846 Gießen wurde unerwartet von den Einheimischen gewonnen. Schon kurz nach dem Anstoh zeigte sich eine leichte Ueberlegenheit Heuchelheims, die durch das Halbzeitergebnis 2:0 zum Ausdruck kam. Aber auch Giehens Stürmer brachten das Heuchelheimer Tor verschiedentlich sehr in Gefahr. konnten jedoch erst in der zweiten Halbzeit ihr Ehrentor erringen. Rachdem die Einheimischen noch ein weiteres Tor geworfen hatten, beendete der Schiedsrichter das Spiel mit dem Ergebnis 3:1 für Heuchelheim. Tb.Grohen-Llnden 3gb. — TV.Großen-Duseck 3gb. 3:4. Ein recht spannendes Spiel lieferten sich diese Mannschaften am Sonntag in Grohen-Linden. Grohen-Buseck konnte mit viel Glück das Spiel für sich entscheiden, obwohl Grohen-Linden fast während des ganzen Spieles leicht überlegen war, jedoch seine Stürmer in ihren Vorwürfen viel Pech hatten. Schiedsrichter Geismar vom Tv. 1846 Giehen war dem Spiel ein guter Leiter. Handball der Sp.-Vg. 1900. 1900 kombiniert — Tv. Garbenlelch I 7:1. ö. Auf dem 1900er Sportplatz wickelte sich am Sonntag zwischen den Garbenteicher Gästen und der sich je zur Hälfte aus Spielern der ersten und zweiten Elf zusammensehenden Spielver- mnigungsmannschast ein flottes Spiel ab, das in Herrn 3 e n h s ch vom D. f. B. Gießen einen gerechten Leiter hatte. Trotz der langen Pause zeigten die Platzbesiher ein recht annehmbares Feldspiel. nur vor dem Tore wurde noch sehr viel vergeben, meist durch zu hohe Würfe. Dis zur Pause wurden drei Tore erzielt, denen die zwar eifrigen, aber nicht sehr durchschlngskräftigen Gäste nichts entgegenzusehen hatten. Rach dem Wechsel dominierten die 1900er weiter und gaben dem Garbenteicher Hüter noch viermal das Rachsehen. Der^Giehener Schlußmann muhte sich indes auch einmal geschlagen bekennen. 3n der 1900er- Mannschaft paßten sich die Leute der zweiten Garnitur recht gut ihren Rebenspielern an. Das Spiel der ersten 3ugend in Wetzlar kam abermals nicht zustande, da das Spilburgstadion noch nicht zur Benutzung freigegeben ist. Handball im Lahn - Oünerberg - Gau. Tv. wieseckl — To. Kinzenbach I 1:5 (1:1). Diese Mannschaften trafen sich am Sonntag zum ersten Verbandsspiel der Rachrunde, in dem Kinzenbach einen einwandfreien 5:1-Sieg erfocht. Spielverlauf: Sofort nach Beginn entwickelt sich ein flottes Spiel, das Wieseck zunächst im Angriff sieht. 3n der 10. Minute können diese durch einen placierten Schuh ihres Oie Liebe derBrigitta Hollermann Vornan von Elisabeth Aey. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale). 16. Fortsetzung. Nachdruck verboten. 3fa Hollermann war sich treu geblieben; er hatte sie verändert geglaubt. Sie war noch immer die herzlose Kokette wie vor einem 3ahre. nur noch versteckter, raffinierter. Liebte er sie eigentlich noch, unb hatte er sie je geliebt? GS war Wohl nur ein Rausch gewesen! Sie hatte ihn betört, weiter nichts. Also geschah ihm recht. Er nahm sich vor, ihr Treiben nicht länger mit anzusehen und ihr ernste Vorstellungen zu machen. Das war notwendig, wollte er durch sie nicht eines Tages zur lächerlichen Figur werden. 3sa schmollte bei dieser Auseinandersetzung, nahm sich auch einige Wochen zusammen, lieh Dann aber die Zügel ihres skrupellosen Temperaments um so toller schießen. ,Ra. Doktorchen, eine schone Frau macht Sorgen, besonders wenn sie umschwärmt ist. tote die 5bre Sie sehen tatsächlich miserabel aus", begrüßte ihn eines Tages Mister Olmert) auf der Gggenbrecht antwortete ihm nicht, aber sein Gesicht verfinsterte sich. War es schon so weit, redete man tatsächlich bereits über ihr Treiben? „3m übrigen sollten Sie die kleine Frau nicht mit Mister Tarn im Rennwagen fahren lassen. Ich meine es gut, Eggenbrecht, aber Tarn ist ein Windhund; und eS ist nichts Reues. dah er tatsächlich jedes Vierteljahr einen Wagen in Grund und Boden fährt, leider jedoch ohne das Genick zu brechen. Der 3unge hat Glück, besonders bei den Frauen. Good bhe, Doktor, und nichts für ungut!" Amery eilte grüßend davon. Eggenbrecht hatte eine scharfe Zurechtweisung auf den Lippen, aber er unterdrückte fie. Amery meinte es gut; er war ein ehrlicher, treuer Kerl. Hatte sich 3sa tatsächlich soweit hinreihen lassen, daß sie sich mit Tarn allein öffentlich zeigte? Das war zuviel! Eggenbrecht lachte bitter auf. Weshalb war er so blind gewesen? War nicht 3sa nur das würdige Gegenstück zu ihrer Schwester? Wie kam er zu der Annahme, dah sie anders sein könnte? Geschah ihm nicht recht so? Das gebrannte Kind fürchtet das Feuer. Er aber war mitten in sein Unglück hineingetappt. Olber man sollte nicht heimlich über ihn tuscheln und lachen. Roch war es Zeit! Eggenbrecht hielt plötzlich im Gehen inne. Roch war es Zeit, hatte er soeben gedacht. Wußte er das aber denn so genau? — War es nicht leicht möglich, dah sich 3sa bereits an diesem Tarn —? Rein, nein, er wollte nicht DaS Schlimmste denken. 3etzt beschleunigte er seine Schritte, um nach Hause zu kommen. 3sa traf er dort nicht an. Der Diener sagte ihm, daß die gnädige Frau mit Frau von Salden ausgefahren sei. Ausgefahren, jetzt zur Mittagszeit? Er berührte das Essen nicht, und trat auf die große Hausterrasse. Da sah er drüben im Rachbargarten Ri von Salden mit ihrem Hund promenieren. Dem ersten 3mpulS folgend wollte er hinüber- rufen und sie nach 3sa fragen; aber dann unterließ er es. Warum feine Schande in die Welt schrein? Er sank in einen Sessel und starrte düster vor sich hin. Wild rasten die Gedanken in ihm. Weshalb hatte 3fa ihn denn geheiratet? Aus Liebe? Er lachte auf. Es klang unheimlich durch die Mittagsstille. Stunden verrannen. Er merkte es nicht, und erst, als man ihn zu einer Patientin rief, schreckte er aus seinem dumpfen Brüten empor. Es war acht Uhr.abends, als er zurückkehrte. 3sa war noch nicht gekommen. Ein harter, unbeugsamer Entschluß prägte sich auf seinem Gesicht aus, als er jetzt in sein Arbeitszimmer trat. Eine halbe Stunde später hörte er das Vorfahren eines Autos. Sie kam also doch endlich. Die Tür ging auf. 3sa flatterte mit Hellem Lachen, in dem eine leichte Verlegenheit klang, auf ihn zu. „Hast du mich vermißt?" fragte fie, sich ohne weiteres auf feinen Schoß sehend. Er aber schob sie, brüsk aufstehend, zurück. „Wo warst du?" fragte er rauh. „Mein Gott, dieser Ton! Was hast du denn heute?" schmollte sie; aber in ihren Augen flirrte eine unruhige Angst. Dies brachte ihn außer sich, beim er las daraus die Schuld. „Wo warst du?" fragte er, sich nur mit Anstrengung beherrschend. „3a, wenn du es durchaus wissen willst, mit Ri auf einer Autotour." Mittelstürmers ihr erstes und einziges Tor erzielen. Kinzenbach findet sich nun auch besser zusammen und belagert für einige Zeit förmlich das Wiesecker Tor; daß es hierbei zu keinem Torerfolge kommt, ist lediglich das Verdienst des Wiesecker Torwarts, der in dieser Drangperiode Kinzenbachs sehr gute Leistungen zeigte. 3n der 22. Minute kann der Kinzenbacher Halblinke durch einen scharfen Schuh den Gleichstand Herstellen. Mit 1:1 geht's in die Pause. Rach der Halbzeit führt Kinzenbachs Sturm, gut unterstützt durch die Läuferreihe, ein schönes Spiel vor und kann in kurzen Olbständen durch den Mittelstürmer, Halblinken und Linksaußen noch vier schöne Tore erzielen, die das Endergebnis Herstellen. Die Platzmannschaft, welche in kompletter Aufstellung antrat, konnte in der ersten Halbzeit dem Gegner noch ein ziemlich gleichwertiges Spiel liefern, während fie in der zweiten Halbzeit nicht im entferntesten an die Leistungen des Gegners heranreichte. Gut spielten der Mittelstürmer, Halbrechte. Mittelläufer und Torwart, der feine Mannschaft vor einer höheren Riederlage bewahrte. Kinzenbach führte, abgesehen von den ersten zehn Minuten, in denen die Mannschaft sehr zerfahren spielte, ein schönes Spiel vor. Hervorzuheben sind die Leistungen der linken Sturmseite des Mittelstürmers, Mittelläufers, der beiden Verteidiger und des Torwarts. Der Schiedsrichter D r o l s b a ch, Garbenteich, war dem Spiel ein gerechter Leiter. Ä. f. B. Liga — „Borussia" Fulda 3:4. 1. Jugend — 1. Jugend Alsfeld 0:2. 2. Jugend — 1. Jugend Lollar 3:1. Mit der Verpflichtung der Fuldaer Borussen- elf hatte der Spielausschuß einen guten Griff getan. Das Treffen hielt, was man sich von ihm versprochen hatte. Vorweg fei gesagt, dah der Ausgang des Spiels und noch mehr fein Verlauf für V. f. B. ein groher moralischer Erfolg ist. Daß die Gäste gewinnen würden, war in der Freitagsvorschau vorausgesagt, aber auch daß ihr Sieg kein allzu hoher sein werde. Ueberraschend war das fast gleichwertige Spiel Giehens und seine nicht geringe Chance eines leichtmöglichen Sieges, den es bei seinen zahlreichen Torgelegenheiten ebensogut hätte erringen können, wie der etwas glücklichere Gegner. Der beste Beweis hierfür ist das Urteil des Trainers der Borussen, der ein Unentschieden als gerechten Ausgang bezeichnete. Was die Platzmannschaft zeigte, war eines Meisters der Kreisliga würdig. Wohl war sie dem Gegner in Stellungsspiel und Ballbehandlung um eine Kleinigkeit unterlegen, ihr glänzendes Zuspiel und ihr Eifer wogen dies aber wieder auf. Der Spielverlauf: Zuerst ein gegenseitiges Abtasten und Suchen nach der gegnerischen Schwäche. V.f.B. etwas nervös, findet sich aber nur wenig später als Fulda zurecht. Der in äußerst forschem Tempo durchgeführte Kampf sieht die Parteien abwechselnd in erfolgverheihendem Angriff, ohne dah es zum Torschuß kommt. Rach etwa einer halben Stunde gelingt es Fulda. in Führung zu gehen. Die Platzmannschaft versucht unter Aufbietung aller Energie den Ausgleich zu erzielen. Dom Pech verfolgt, stellt sich ihr die Torlatte in den Weg. Rach dem Wechsel dasselbe Bild: Hin- und herwogende Angriffe, im schärfsten Tempo, und doch planvoll und wohldurchdacht vorgetragen, bringen die beiden Tore abwechselnd in Gefahr. Bei einem Gedränge vor dem D.f.B.-Tor kann Borussia seinen Vorsprung „Pfui, du lügst, 3sal" schrie er, hart ihr Handgelenk umspannend. „Au, du tust mir Weh, laß mich los!" schrie sie wütend. „Wenn du es denn durchaus schon wissen willst, so kann ich eS dir ja sagen. 3ch machte mit Mister Tarn eine Rennfahrt. Was ist schon dabei?" „3fa, hältst du mich wirklich für so naiv, daß ich das ruhig mit ansehen würde? Du irrst dich! 3ch stelle dich in dieser Stunde vor die Wahl. Entweder du änderst von morgen an deine Lebensweise und fügst dich ganz meinen Anordnungen oder wir trennen uns noch in dieser Stunde. Wähle also!" 3sa sah den drohenden Ernst in ihres Mannes Augen und schien es doch für ratsam zu halten, klein beizugeben. „Verzeih'", sagte sie deshalb, langsam auf ihn zukommend. „Ich sehe ein, dah ich unbedacht handelte." „Du machst mich lächerlich!" schrie Eggenbrecht außer sich. „3ch untersage dir den "Verkehr mit Mister Tarn. Don jetzt ab gehst du ohne meine Begleitung nicht mehr aus dem Hause. Ri Salden zu besuchen, will ich dir gestatten, sonst nichts. Du sollst endlich wissen, daß ich nicht der gutmütige, dumme Mensch bin, den du lächerlich machen kannst. Geh', laß mich für heute allein." 3fa war bleich, erwiderte aber nichts, und ging schließlich mit hochmütigem Achselzucken aus dem Zimmer. Aufstöhnend sank Hans°3örg Eggenbrecht an seinem Schreibtisch nieder. Einige Wochen später. Ri von Salden, lag in ihrem Damenzimmer auf dem mit unendlich vielen Kissen bedeckten Sofa und las. Plötzlich wurde die Tür hastig aufgerissen und herein stürzte 3sa Cggenbrecht. Derweint. nur flüchtig angezogen, das sonst gepflegte Haar wirr ins Gesicht hängend, warf sie sich, haltlos aufschluchzend, in einen Lehnsessel. An derartige Gefühlsausbrüche von 3sa nicht gewöhnt, war Ri von Salden unwillkürlich, aufs höchste erschreckt, aufgesprungen und zu der Freundin geeilt. „Kind. Isa, Liebling, was ist dir? Gott im Himmel, so rede doch!" bat sie ängstlich. Olber diese weinte laut und haltlos weiter und zerbiß in wilder Derzeiflung ihr kleines Seidentuch. „Olber so rede doch; soll ich vielleicht deinen Mann herbeirufen?" fragte Ri von Salden. „Olein, du rasest!" schrie 3sa da, plötzlich aufspringend. „3H mag ihn nicht sehen, ich hasse . ihn; vh, wie sehr hasse ich ihn." Dienstag, 26. MSr; 1929 auf 2:0 erhöhen. Dom Milielanstoß an geht der Sturm der Platzmannschaft in geradezu schulmäßigem Kombinationsangriff nach ' vorne und schließt diesen, ohne daß ein Spieler der Gäste an den Ball kommt, mit dem schönsten Tor des Spieles ab. D.f.B. geht, angefeuert durch seinen Erfolg, noch mehr aus sich heraus, kann aber nicht verhindern, daß die alles einsehende Gästeelf das Resultat auf 3:1 stellt. Auch Gießen stürmt in exakten Kombinationsangriffen immer wieder vor und verbessert, trotz prächtiger Abwehr der gegnerischen Hintermannschaft, auf 3:2. Gegen Schluß versuchen beide Mannschaften mit aller Macht noch einmal zuni Erfolg zu kommen, wobei Fulda und Gießen je ein Tor erringen. Schiedsrichter Busch (Butzbach) leitete das Treffen in korrekter Weise Das Treffen wurde beiderseits im allgemeinen ruhig und fair durchgeführt. Die ersatzgeschwächte erste äugend manu- schaft ließ sich von der gleichen Alsfelds mit 0:2 schlagen. Die Gäste waren in vielem besser als die Platzmannschaft, die vor allem gänzlich zusammenhanglos spielte. Eine kleine ilmformierung der Elf dürfte ihr zu ihrer alten Spielstärke wieder verhelfen. Die zweite 3ugendmannschaft machte ihre Sache besser und schlug ihren Gegner, die erste 3ugend Lollars, mit 3:1. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 Liga — 5pt). Dillenburg 1:1. ö. 1900 konnte am Sonntag sein letztes auswärtiges Meisterschaftsspiel unentschieden (1:1) gestalten. Ein dem Spielverlauf nach gerechtes Resultat. Beiderseits recht schwache Stürmerleistungen. Der Gießener Ersahlinksaußen spielte noch recht anfängerhaft, und da er besonders in der ersten Spielhalste sehr stark beschäftigt wurde, litten darunter die gesamten Aktionen des blau- weißen Sturmes. Rach einem Lattenschuß 1900’8 kam Dillenburg, nach einer verunglückten Flanke des Gießener Linksaußen, ebenfalls zu einem Lattenschuß, nur mit dem ilnterfdjieö, daß dieser in der allgemeinen Erregung eingedrückt wurde. 1900 glich bald darauf durch eleganten Kopfball aus. Bei diesem Stande blieb das Spiel bis zum Schlußpfiff des Unparteiischen, der immer über den Parteien stand. Dor dem Wechsel spielte 1900 das systemvollere Spiel. Rach der Pause rettete sich der Plahverein Dillenburg über seine Schwächeperiode, konnte aber auch in einem gefährlichen Endspurt Gießen nicht bezwingen. Bei Dillenburg waren ausgezeichnet der linke Verteidiger und der Linksaußen, der Torhüter zuverlässig und sicher. Der beste Mann auf; dem Felde war der schon kurz nach Spielbeginn den Mittelläuferposten einnehmende Gießener Heil- mann, der 3üngste seiner Elf. Beide Mannschaften können mit dem Resultat zufrieden sein. 1900’s dritte Mannschaft blieb in einem Gesellschaftsspiel in Lollar über die dortige zweite Elf mit 4:2 Toren Sieger. 1900’8 erste und zweite Iugendmannschast unterlagen in Dillenburg 1:2 bzw. 0:2. Die Spiele waren sehr schlecht. Die zweite 3ugenb verlor unverdient. Das Resultat der 1.3ugcnb war das Produkt des unfähigen Schiedsrichters. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Durch Einstellen von Reserven konnte sich die F. E.-Mannschast am Sonntag in Leihgestern nicht in gewohnter Weise durchsetzen. Da die Gastgeber durchweg an Körperstärkc überlegen waren, 3fjte überstürzten Worte endeten in einem kläglichen Wimmern, und ungestüm warf sie sich auf das Sofa. Ratlos sah Ri von Salden zu ihr hin; aber schon sprang 3fa wieder empor, und die Freundin auf das Sofa zerrend, stammelte sie außer sich vor Entsetzen: „Ri, denke dir, das llnglüd; oh, wie entsetzlich, wie furchtbar!" „3a, aber so rede doch! 3sa, was ist passiert?" bettelte Ri von Salden, nun selbst fassungslos, da sie an ein gräßliches ilnglüd glaubte. „Ich bekomme ein Kind, ein Kind!" brach es da schrill aus 3sa Eggenbrechts Mund. „Ein Kind von diesem, diesem Mabn, den ich hasse!" „Aber 3sa, Kind, fasse dich doch. Du bist von Sinnen, du bist außer dir! Wie kannst du über das größte Glück, das uns Frauen widerfahren kann, so furchtbar sprechen. Ein Kind! 3sa, Liebling. Herrgott, du glücklicher Mensch, wie ich dich um dieses Glü ck beneide! Und ich hatte wirklich schon geglaubt, es sei ein Unglück geschehen!" rief Ri von Salden lachend und weinend zugleich aus. Wie zur Bildsäule verwandelt starrte 3fa auf die Freundin. Dann aber lachte sie schrill auf, und rief: „Ein Glück nennst du das. Ri. ein Glück! Und ich tage dir, ich finde es einfach gräßlich. O, er wird mich nun einsperren und hüten wie seinen Augapfel. Haha!, nicht um meinetwillen, gewiß nicht, aber um dieses Kindes willen. O, ich Unglückselige!" „3fa, frevle nicht! Mein Gott, wäre ich an deiner Stelle, ich vergösse Freudentränen; und du? Schäme dich, 3fa! 3ch hätte Lull, dich auf immer von mir fortzuschicken; aber ich nehme an. daß es dein Zustand ist, der dich so maßlos außer dich bringt. Laß es nur erst so weit fein, dann wirst du selbst über deine Dummheit lachen. Hans-3örg ist natürlich selig." „Der, ach, dem sage ich es natürlich nicht; er sperrt mich noch zeitig genug ein. Und dann, wenn das Kind da ist. Ri, dann wird er verlangen, daß ich nur daheim sitze und es betreue. Rimmermehr, das halte ich nicht aus. Herrgott, ich will nicht!" Ri von Salden mischte 3sa etwas Bromwasser und gab es ihr zu trinken. Sie wurde daraufhin ruhiger. 3a, zuletzt schien sie die Szene zu bereuen unb berührte das Thema mit keinem Wort mehr. Schon sehr bald verabschiedete sie sich. „Du darfst ihm auch keine Andeutung machen", sagte sie beim Abschied. „Ich werde es ihm selbst sagen; aber noch nicht sobald, hörst du. Ri!" „3a, Kind, aber nun sei vernünftig", antwortete diese, seltsam bedrückt. ' (Fortsetzung folgt.) Das n Ur Vet A tat V 3: 11 285,5 63.5 142 Banknoten. ma 00» bZ> bai töi Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. U ri 'n'p IM ein; gcg tref noc ni lö 143 1 21.5 I 107 ! 213 । 147 Daten für Mittwoch. 27. März. Sonnenaufgang 5.48 Uhr, Sonnenuntergang 18.24 Uhr. — Mondaufgang 21.03 Uhr, Monduntergang 6.46 Uhr. 1820: der Maler Gerhard v. Kügelgen bei Dresden erinordet (geboren 1772); — 1845: der Physiker Wilhelm Konrad Röntgen in Lenney geboren (gestorben 1923); — 1871: der Schriftsteller Heinrich Mann in Lübeck geboren; — 1873: der Humorist und Lortragskünstler Marcell Salzer zu St. Johann a. d. M. (Steiermark) geboren. e Frankfurter Hypothekenbank. Die Generalversammlung genehmigte debattelos den bekannten Abschluß mit 10 (im Vorjahre 9) Proz. Dividende auf die Stammaktien. " Keine Verhandlungen Citroen- General Motors. Wie aus Paris gedrahtet wird, läßt der Präsident der General Motors Corp., Sloan, kategorisch alle Fusionsgerüchte mit der Automobilgefellschaft Andr4 Citroen dementieren. 3n unterrichteten Kreisen ist man jedoch der Meinung, daß ähnlich der Transaktion mit Opel die Vertreter der General Motors in aller Stille bereits Fühlung mit Citroen genommen haben, mit dem Zwecke, auch Citroen in ihren Interessenkreis einzuüeziehen. Präsident Sloan soU jedoch bei der Citroen-Gesellschaft auf sehr wenig Steigung zu Verhandlungen gestoßen Knegerverein Gießen. Man schreibt uns: Am 20. März fand im „Postkeller" die diesjährige Hauptversammlung des Kriegervereins statt. Sie war verhältnismäßig gut besucht. Der V o r s i h e n d e begrüßte die Erschienenen und gedachte in seiner Ansprache der im Iahre 1919 verstorbenen Kameraden Ploch und P echtold. Er erwähnte das gute Einvernehmen zu den hiesigen Militär- vereinen, die zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen sind, und wies auf den Hassia- verband hin, der stets an Mitgliedern zunehme. Heute betrage deren Zahl 54 000 bei rund 700 Vereinen. v 3 Dann erhielt der Schriftführer K r a e m e r das Wort zur Verlesung des Jahresberichts für 1928. In diesem, in ganz hervorragender Weise gefertigten Bericht, schilderte er treffend Das Vereinsleben im abgelaufenen Iahr. Der Verein zählt heute 412 Mitglieder, 9 Mitglieder sind in 1928 durch Tod abgegangen. Der Vorsitzende dankte allen Verstorbenen für ihre rege Teilnahme an den Vereinsbestrebungen. Ihr Andenken wurde durch Erheben von den Sitzen . geehrt. Rechner Waas gab alsdann den Kassenbericht bekannt. Unter den Einnahmen befindet sich ein Betrag von 374,45 Mk., der aus den Ver- güluigen der Versicherungsgesellschaften an die Hassia an den Verein bezahlt wurden. Unter den Ausgaben befinden sich 900 Mk., die an Hinterbliebene verstorbener Kameraden gezahlt werden tonnten. Die Rechnungsvrüfungskom- Mission erstattete Bericht über beste Führung der Rechnergeschäfte, worauf dem Rechner Entlastung erteilt wurde. Der Vorsitzende sprach dem Schriftführer und Dem Rechner herzlichen Dank für die gewissenhafte Führung ihrer Aemter aus. Hierauf kam der Voranschlag für 1929 zür Verlesung, der Annahme fand. Die Vorstandswahl ging glatt von statten. Der 1. Vorsitzende, LandgerichtZrat TrÜmpert, wurde unter Anerkennung feiner Verdienste um den Verein, und unter Beifall aller Anwesenden, einstimmig wiedergewählt. Hierauf erfolgte die einstimmige Wiederwahl sämtlicher übrigen Mitglieder und der Kommissionen. Oberinspektor Kretschmer des Allianze- konzerns sprach über das Versicherungswesen und teilte mit, daß von der Allianze über 43 000 Mk. und von der Zürichversicherungsgesellschaft rund 6000 Ml. als Rückvergütung aus Versicherungen von Hassiamitgliedern der Hassia gegeben werden konnten. Bezüglich der Hass iajug end und des Kleinkaliberschießens wurde betont, die Kriegervereine würden nach und nach durch Abgang von SHitglieöcrn geschwächt, weshalb der Geist dieser Vereine (Vaterlandsliebe und treue Kameradschaft) auf die Äugend übertragen werden solle. Die Hassia werde diese Angelegenheit in die Hand nehmen und besonders das Klein- Ludw. Soctuc . . . Nal. Automobil . . Ctenficto & Loppcl Leonhard Tieh . - Bamag-Meguin . . Franks. Maschinen . Girierter . . . . « Heyliaenüaedt • . IunghanS..... Lechwerke. . . • « Mainkraftwerke • « Miag...... . "telarsukmer . . « Beters Union . . < Gebe. Roeder . . . Veiqt & Haeffner . 6übb. Zucker . . . 10 . o , 5 , fi , 0 . 6 11 , 0 , 4 , 8 . ? 10 . 8 , 8 10 . 8 8 bet (Ä II. 'n» un| Nr. Psi En 195 ba; gu W gei 221,75 31 88,75 285,5 63,5 88.5 1 73 Der „Surßpc und Do deutsch« tragische die irge Stapel lammen der.2 wesen, iicngeha entftamr deutsc Kunst und Wissenschaft. Ottokar Brezina f. Der tschechische Dichterphilosoph Ottokar Brezina ist. wie aus Prag gemeldet wird, am Montagvormittag in Iaromeritz im 61. Lebensjahre einem Herzschlag erlegen. Brezina, mit seinem bürgerlichen Ramen Wenzel Iebavh, in seinem bürgerlichen Beruf Lehrer in Iaromeritz, galt als einer der führenden tschechischen Lyriker der Gegenwart. Seine Werke wurden auch ins Deutsche überseht. 64 89 72 i 115,75! 117 144 23 I 107 1 111.5 । 213 148 Lksch^ vonntoi Di 6‘j re Peichsp lohn, 1 scheinen infolge »"Ä «nschns ■ Verkehrsordnung erfordert Rechts gehen! Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angesührlen Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent laliberschießen bei den Vereinen einzuführen suchen. Hierdurch werde auch eine Belebung des Vereinswesens herbeigeführt. Der Vorsitzende dankte dem Kameraden Haupt für die in dieser Angelegenheit bereits geleisteten Dienste. Unter „Verschiedenem" teilte der Vorsitzende mit. welche Anträge das Hassiapräsidium für den nächsten Verbandstag im Auge habe, und nahm die Stellungnahme des Vereins hierzu entgegen. Ein Werl von Major D e i ß „Sie Hessen im Weltkrieg" wird den Mitgliedern zur Anschaffung empfohlen. Ein Stück wird für den Verein an* gekauft. Eine Flugschrift von Professor Dreher behandelt die K r i e g s s chu l d l üge und wird ebenfalls zur Anschaffung empfohlen. Eine Kundgebung gegen die Krieg -schuldlüge habe bereits stattgefunden. Gegen diese Lüge müsse man mit allen Mitteln kämpfen, nicht nur der eigenen Ehre wegen, sondern auch wegen der Ehre unserer Gefallenen, die mit reinem Ehrenschilb in Den Krieg gezogen seien. Wir erkennen den Kampf gegen die Kriegsschuldlüge als unbedingt richtig und wichtig an. Eine Einladung des 116er-Vereins und der 168er zu einer Wiedersehensfeier in Offenb ach am 30. Iuni wurde den Mitgliedern empfohlen, ebenso eine Einladung zum Deutschen Reichskriegertag in München am 20. und 21. Iuli d. I. Zu den verschiedenen Gegenständen fand eine rege Aussprache statt. Der Vorsitzende schloß Die sehr angeregt verlaufene Versammlung unter Worten des Dankes an alle Teilnehmer. Einige, von Herrn Weller und Herrn Hertel vorgetragenen Musikstücke hielten die Anwesenden noch einige Zeit in heiterer Stimmung ■ zusammen. Wirtschaft. Glanzffoff und (§nka. Wie aus Amsterdam berichtet wird, sollen die Vereinigten Glanzstoff-Fabriken A. G., Elberfeld, mit der Enka (R. V. Reder- lansche Kunst-Zijde-Fabriek, Arnheim) einen Vertrag abgeschlossen haben, nach dem eine betriebliche und geschäftliche Zusammenarbeit beschlossen worden ist. Ferner soll Glanzstoff einen bedeutenden Anteil Enka-Aktien von der Verwaltung auf Grund eines Poolvertrages mit mehrjähriger Dauer übernommen haben. Wie WTB.-Handelsdienst zu diesem Vertrag, der bisher in der Form nicht bekannt war, da man nur von einem rein freundschaftlichen Verhältnis zwischen Glanzstoff und Enka wußte, aus Verwaltungskreisen erfährt, besteht seit längerer Zeit ein Abkommen zwischen Glanzstoff und der Enka, das bezüglich der Zusammenarbeit Dem Vorgenannten im wesentlichen entspricht. Von Zeit zu Zeit werden die gegenseitigen Erfahrungen ausgetauscht, womit gleichzeitig Besprechungen Der beiden Verwaltungen verbunden sind. Die finanzielle Beteiligung an der Enka, die in dem vor kurzem veröffentlichten Prospekt gelegentlich der Börseneinführung der Glanzstoffaktie in Frankfurt a. M. für April 1928 mit 2 351 000 fl. von 16 750 000 fL Stammakt ien- kavital und 8000 fl. von 3 798 000 fl. Vorzugs- Aktienkapital angegeben wurde, werde nach Angabe der Verwaltung zeitweilig eine geringfügige Verschiebung erfahren. Im wesentlichen seien jedoch die schon seit langem bestehenden Verträge noch nicht geändert worden. England und die Internationale Rohstahlgemeinschast. Anläßlich der Verlängerung des Internationalen Schienenkartells und der vollkommenen Einigung mit den englischen Erzeugern glauben unterrichtete französische Kreise, daß nunmehr der Boden für einen Anschluß Englands an DieInternationaleRohstahlgemein- schäft geschahen ist. Auch in unterrichteten deutschen Kreisen hält man, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, eine solche Erweiterung der Internationalen Rohstahlgemeinschaft für keineswegs ausgeschlossen, obwohl Verhandlungen bisher nicht stattgefunden haben. Man rechnet in deutschen, wie in französischen Kreisen offenbar sehr fest damit, daß das Rohstahlkartell über den Ablauftermin hinaus verlängert wird. Darnach ist der Verzicht auf die Innehaltung der eigentlich jetzt ablaufenden Kündigungsfrist, dem alle Mitglieder zugestimmt haben, wohl mehr vorbeugender Ratur, wie auch bei der Verlängerung des Schienenkartells die deutschen Teilnehmer sich formell Vorbehalten haben, bei Richtverlängerung des Deutschen Schienenverbandes aus fern Internationalen Schienenkartell mit sofortiger Wirkung auszuscheiden. snll, aber behauptet Im Verlaufe machte sich eine allgemeine Geschäftsbelebung bemerk bar. Eintreffende Auslandorders gaben eine Anregung, und die Tendenz erfuhr eine Befestigung. Bei lebhafter Nachfrage nach Spezialwerten traten sprunghafte Steigerungen in größerem Ausmaße ein. Im Vordergründe standen Deutsche Linoleum; auf angebliche Fusionsabsichten mit verschiedenen Firmen dieser Branche konnte dieses Papier gegen Anfang 10 v. H. gewinnen. Auch Siemens und Rheinische Braunkohlen waren mit plus 5,5 v. H. lebhafter begehrt. Im Zusammenhang hiermit zogen auch Schuckert 3,5 o. S). an. Glanzstoff notierten abermals 7 v. H. höher. Auch für Daimler mit plus 3 d. H. bestand infolge des Grundstücksverkaufes lebhafteres Interesse. Die Nebenmärkte waren nur wenig beachtet, doch konnten kleinere Gewinne fest gestellt werden. Am Geldmarkt mar Tagesgeld mit 5,5 o. H. unverändert Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2157, gegen Pfund 20,4615, London gegen Kabel 4,8540, gegen Paris 124,20, gegen Malland 92,75, gegen Madrid 31,95, gegen Holland 12,11. Berliner Börse. Berlin, 26. März. Entmutigt durch die hohen Geldsätze der gestrigen Reuyorter Börse, war die Stimmung im heutigen Vormittagsverkehr als schwach zu bezeichnen. Starke Rervosität bemächtigte sich der Spekulation. Man befürchtete eine Diskonterhöhung in Amerika und evtl, auch Schwierigkeiten für Den kommenden Zahltag. Die Meldung von dem Brand des Riesendampfers „Europa" machte einen starken Eindruck und rief Angebot in Norddeutsche Lloyd-Aktien hervor. Die offizielle Börse eröffnete zwar nicht ganz so schwach wie vorbörslich erwartet, die auf den Kursen liegenden Reports waren aber doch größtenteils verloren. Reue Orders fehlten der Börfe fast ganz, so daß sich das Geschäft in äußerst ruhigen Bahnen bewegte. Außer den Aktien des Norddeutschen Lloyd lagen Mannesmann, Sto llberger Zink, Pöge, Deutsche Telephon und Kabel,Hirsch Kupfer, Berger und S a r o t t i ziemlich schwach, während' die K a l i w e r t e, C h a & c - Aktien, Konti Kautschuk, Schuhfabrik Berneiß Wessel,Daimler, Danatbank. der Kupfermarkt relativ fest lagen. Anleihen kaum verändert. Ausländer behauptet. Der Pfandbriefmarkt war geschäftslos. Die Geldsätze etwas anziehend. Tagesgeld 4,5 b;' 7 Proz., die übrigen Sätze unverändert. Auch nach den ersten Kursen trat keine Belebung ein, eine Einheitlichkeit in der Tendenz war kaum festzustellen. Kaliwerte erfuhren weiter eine Belebung, wobei man auf die Geschäftsbelebung und die starken Abrufe seitens der Landwirtschaft hinwies. Daimler profitierten von den schwebenden Grundstücksver- handlungen und S v e n s k a holten ihren Anfangsverlust wieder ein. Schubert & Salzer und Hapag wurden heute exklusive Dividende notiert. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 26. März. Der heutige Produktenmarkt verkehrte auf die wieder gebesserten Aus landmeldungen in ruhiger nd gut behaupteter Haltung. Das Geschäft konnte sich jedoch auch heute nicht beleben, Umsätze wurden kaum getätigt, so daß die Preisgestaltung keinerlei Veränderung erfahren konnte. Es wurdcn^notiert: Weizen 23,75 bis 24 Mk.; Roggen 23,75; Sommergerste für Brauzwecke 24; Hafer, inländischer, 24,25 bis 24,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 23,50; Weizenmehl, süddeutsches (Spezial 0) 33 bis 33,75; Roggenmehl 30,25 bis 31,50; Weizenkleie 14 bis 14,10; Roggenkleie 15,25 Mark. Tendenz: ruhig. und zunächst abgewiesen worden sein. Die General Motors soll nunmehr durch Käufe in Citroen- aftien eine indirekte Beteiligung vorzunehmen versuchen. * Daimler-Benz QL»®. Die Gesellschaft steht, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, in äln- terhandlungen wegen des Verkaufs eines Teiles ihrer in Marienfelde bei Berlin gelegenen Grundstücke. Ein Zustandekommen des Verkaufs würde der Gesellschaft die Qlbtragung eines wesentlichen Teiles ihrer Bankschulden ermöglichen. * Die Abschlüsse der bayerischen Großkraftwerke. Die bayerischen Großkraftwerke Bayernwerk A.-G.,, Walchenseewerk A.-G. und Mittlere Isar QI.-®, geben ihre Geschäftsberichte für das ab gelaufene Geschäftsjahr heraus. Rach diesen hat sich der Betrieb der Werke praktisch störungsfrei abgewickelt. Die Einnahmen betragen beim Walchenseewerk (alles in Mill. Mk.) 1,65 (1,75), bei der Mittleren Isar 4,23 (3,95) und beim Bayernwerk 13,59 (10,13). Der Kapitaldienst beläuft sich beim Walchensee- Werk auf 0,57 (0,57), bei der Mittleren Isar auf 1,43 (1,35) und beim Bayernwerk auf 1,91 (1,45). An Abschreibungen werden genannt: beim Walchenseewerk 0,60 (0,53), bei der Mittleren Isar 1,21 (1,03) und beim Bayernwerk 2.46 (1,17). Der Reingewinn beträgt beim Walchenseewerk 360 219 Mk. (339 654), bei der Mittleren Isar 383 321 Mk. (374 404) und beim Bayernwerk 267 280 Mk. (255 501). Die drei Gesellschaften beantragen die Verteilung einer Dividende von 4 Prözent. Die G.-V. finden am 26. März statt. Frankfurter Börfe. Frankfurt, 26.März. Tendenz uneinheitlich. Auch heute mar zu Beginn der Börse die Stimmung lustlos, da Orders von irgendeiner Seite kaum Vorlagen. Der schwache Verlauf der gestrigen 9leu-- yorker Börse, sowie der hohe Geldsatz von 14 v. H. am dortigen Platze, in dessen Zusammenhang Befürchtungen einer erneuten Diskonterhöhung in Amerika auftauchten, verstimmte und mahnte zur Zurückhaltung. Der Grundton der Börse zeigte jedoch eine gewisse Widerstandsfähigkeit, und die Kursrückgänge blieben gegenüber der gestrigen Abendbörse sehr klein. Das Geschäft war äußerst gering, doch entschloß sich die Kulisse auf dem ermäßigten Kursniveau, zumal auch noch einige Orders eingetroffen waren, zu einzelnen Deckungen zu schreiten.' Diese Tatsache führte bei einzelnen Werten zu Besserungen. So konnten vor allem Kali- werte bei etwas lebhafterer Nachfrage bis 6 v. H. gewinnen. Die gesteigerten Absatzschätzungen für den Monat März gaben eine gewisse Anregung und veranlaßten zu Rückkäufen. Aschersleben plus 3 v. H., Westeregeln plus 1,5 v. H. und Salzdetfurth plus 6 v. H. Der Elektromarkt war ohne besonderes Geschäft. Siemens & Schuckert gut behauptet, während AEG. und Felten 1,5 v. H. niedriger eröffneten. Für Chade-Aktien bestand dagegen lebhafteres Interesse bei einer abermaligen Besserung von 4 Mk. Montanwerte meist bis 2 v. H. niedriger. Kupfer- werte knapp gehalten. Am Chemiemarkt eröffneten J.-G.-Farben 1,60 v.H. niedriger, Holzverkohlung behauptet. SchFfahrtswerte bis 1,5 v. H. schwächer. Bei Hapag muß der Dividendenabschlag berücksichtigt werden. Glanzstoff auf die geplante engere Zusammenarbeit mit Enka kursmäßig etwas höher, aber ohne besonderen Umsatz. Banken geteilt. Commerz-Bank und Diskontogesellschaft bis 1 v. H. niedriger. Mctallbank 1 o. H. höher. Von internationalen Werten kam in Soenska weiteres Angebot heraus, und der Kurs büßte 5 Mark ein. Renten mußten sich die Busecker Spieler eine 5 ^-Niederlage mst.llen lassen, die aber die Hoffnungen der jungen Elf des F. C. 1926 Großen-Buscck nicht trüben darf. Besondere Anerkennung aebührt der guten Lellung durch Herrn Grote (Lollar). Bei Großen-Buseck konnten besonders der Tormann, der Mittelläufer Eisenacher und der erstmals in der ersten Mannschaft mitwirkende Henß gefallen. Die Iugendmannschaft von Großen-Buseck verlor gegen Leihgestern knapp mit 2.3 Toren. Auch hier fehlten verschiedene Jungens, so daß man die Torzahl nicht als Stärkemaß nehmen darf. Deutsche Fechterinnen in Budapest. Das Internationale Damsn-Florett-Turnier um den Goldpokal des ungarischen Reichsverwesers Horthy wurde am Montagabend im Repräsentantensaale des Budapester Offizier-Fecht-Clubs beendet. Den Entscheidungskämpfen wohnten auch Reichsverweser Horthy, sowie der Kommandant der Honveds bei. Dem überragenden Können der deutschen Olympiasiegerin Helene Mayer war keine der Mitbewerberinnen gewachsen. Die lunae Deutsche gewann alle acht Kämpfe mit größter Überlegenheit. Nur die ungarische Meisterin Erna Bogen vermochte ihr einige Treffer beizubringen, blieb aber mit 5:3 geschlagen. Frau Oelkers hielt sich in der erlesenen Konkurrenz ausgezeichnet und belegte den fünften Pich;. Das Ergebnis lautet: 1. Helene Mayer (Deutschland) 8 Siege; 2. Erna Bogen (Ungarn) 7 Siege; 3. Fräulein Dany (Ungarn) 5 Siege, 21 Treffer; 4. Fräulein Elek (Ungarn) 5 Siege, 24 Trester; 5. Frau Oelkers (Deutschland) 3 Siege, 32 Treffer; 6. Frau Rozgonyi (Ungarn) 3 Siege, 32 Treffer; 7. Fräulein Roth (Oesterreich) 3 Siege, 33 Treffer; 8. Frau Fodor (Ungarn) 2 Siege, 34 Treffer; 9. tfrau Pap (Ungarn) 0 Siege. Berlin 25- Mar; (Selb «rief tfconjöfifdjc Moten..... 16.48 1634 Holländische Roten...... 168.56 169,24 (italienische Noten...... 22.16 22.24 Norwegische Noten...... Dentsch-Lefterr-, a 100 Kronen 112.03 112.47 59.18 59,42 Rumänische Noten...... 2.00 2.00 Schwedische Noten...... 112.18 112.62 Schwerer Noten....... 81.03 31.35 Spanische Noten....... 64.13 64.41 Tschechoslowakische Noten .. 12.445 12,505 Ungarische Noten...... 73,15 73.45 ftumlfurt o.9)l. Berlin Tchlub- t-nrn- Lchlutz- Ansaug fim-3 Kurs Kurt» Kurs Talurn 25.3- 26.3. 25.3. 26 3. «hüiPP Hoizmann....... 128 127,5 — Heidelberger Cement.... 10 146 — Gement Sturlftabt . ..... k 175 — — 93at)6 & Freitag ...... 10 . — 130 — Schultheis Pahenhoser ... 35 — — 290,5 — Cftroedc....... • 12 —— — 239 238,5 Ber. Glanjflosf ...... 1t- 439 438 436,5 439 ■■ 374 377 5 Zellstoff Waldhos.....12 263 — 262,65 263 Zellstoff Aschaffenburg ... 1 — —— 188 188 Charlottenburger Wasfer ... 7 —- — 120 — Dessauer Gak........6 1 219 218,5 Daimler Motoren ...... 0 —— —— 56,9 58.5 —- 51,25 51,25 tiblerroede Kleber......6 54 54,5 54 53,75 Frankfu t a M. Berlin Schluß- Kure 1 Uhr- Kur« Schlub- ftinO Anfang- Kur« Datum 25.3. | 26.3. 25.3. 26-3. D% Dt. Reichsanlethe o. 1^2 < . 87,5 1 —— 87,5 —- TL Anl^Abtö!.-Schuld mit AuS ios.-Rechten -— 53.9 53,9 Teigl. ohne Auslos.-Rechte . — 12,5 12.4 7';;. Franks. Hnn.-Bk. Goldpf. int kündbar bis 1932 90 —— — — 4 >/7% Rheinische Hl)p.-Bank 2iau. Goidvs...... 81,25 — —«■ — Ll.S.G. abg. BorkrtegL-Lbligation. rückzahlbar 1932 89,13 — 4% Schweiz. BunveSb.-Nnl.. 99,5 — — 4% Ceheneirfjifibe Goldrte.. . - 31 —— 30,75 — 4,20% ßefterr. CiWerrlc. 3 —— 3 —■ 4% Oesterreich. eucheiU. Rte — — 4% Ungarische Goldrle. 24,3 — 24,8 — d% Ungarische Stoalsr. v. 1910 21,15 — 21,4 —• 41 . % beifll. »on 1913 22,25 — — — Ungarische Äronenrte.. . 2,05 2.05 2 2 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 11,13 — 10,9 10.9 4% Türkische Bagdadbahn-Anl.. Gerte 1 - ■ ■ • — — 10,6 10.3 4% deegl. Gerte II.... • 10,45 — 10.1 — 4 , Minänen converl. Nte. . . - 8.95 — V/i% Rumänen öolbanl. von 1913 19 s- 19,1 — Vlilg. Deutsche Ehenbalm . . *Yt — — — Hainburg-Ämerika Pake' ... 8 — 120,75 128,5 120.75 Hamb.-Sudam. Tampflch. . . » — — 194 Hansa Dampfschiff ... 10 — — 167,5 —— Norddeutscher Lloya .... 8 — 116,25 117,75 115,9 Ällg. Deutsche Eredilanst. . . 10 141,25 — 141 141,9 Parmer Bankverein ... W 141 — 142.25 1-14 Berliner HanveUgesellsch. . • 12 227,5 226.5 225.5 (Sommer), und Privatbank 11 200 199 198.5 199 Tacmst. u. Nationalbauk . . 12 285.5 282 285.5 Deutsche Bank ... 10 176,25 175,5 176 Titlonto-Gesellschast Ank.. - 10 167,25 166,75 165,9 167 Dresdner Bank • • • 1° 172 171,5 171,75 171,5 Mitteldeutsche Eredichank ... 9 — — -- — MetaUbank.........8 134,75 135.75 135,25 135.5 gieidiSbattl ..... » " 321.5 318,25 319.6 »rankfurt a M. Berlin Schluß- l-Uhr, Schlutz- Tinfang Sure 1 Kurs Kura Kurs Datum 25 3. 1 26.3. 25-3. 26-3. ■jlAi.til.. ....... 175,5 175,25 174,4 175,13 Bergmann ......... 9 224 — 223 222 Elektr. Liefeningen. .... 1' — -—• 171.5 171,75 Licht und Straft..... 10 217 —— 216.75 216,5 Felten & Guilleaume.»...•> 145 143,5 144 143,25 Gcs. f. Elektr. Untern.. ... lu 234 233 232,75 Hamb. Elektr. Werke .... 10 — —— 148,25 148.5 Rhein, Elektr.........9 — 168 168,5 168.5 Schief, Eleklr........1" — — 214 213,75 Schuckert..........’■ 234 234 233.5 233.5 Siemens & Halüke ..... 1- 395 395 392,75 395,75 Transradio . . ....... s — — 159,5 159 Lahmeysr L Eo.. ..... t 170 — 170,13 Buderu; . . . ....... 5 — 77,5 77,75 76,25 Deutsche Erdöl ...... 6 — 122,25 122.75 121,9 Essener Steinkohle......8 — 126 125,5 (Gelsenkirchener ... t Vi I- ' 129,75 -—■ 129.75 130,5 Harpener.......... 6 137 — 137,5 — Hocsch Eisen. . ....... 8 — — 122 Ilse Bergbau ........t 214 214 — Möcknerwerke ....... 105 IM,5 105 105,25 noln-Neuesseu. ....... 9 — ~~ 121,5 Manne mann ........ P — 111,9 112,75 111,5 ...................7 134.75 —— 133,5 134,75 Oberschles. Eilend. Bedarf. . . 5 —- —— 87,25 — Sberschles. klok.'werke.....6 — — 105.75 105,25 Phönix Bergbau......B’i 94 93,65 93,4 Rheiniiche Braunkohlen. . . l1 297,5 295.75 29 7 5 Rhcinslabl . . . f. \ Jahr 4'A 125 123 123 122,5 Riebeck Montan......7,2 — —— 144 •— SSercüilgte Stahlw. ..... 6 92,25 92 91,6 Otavi Minen . . . .... 3 sh 71.25 71.75 70,9 ftali Ascheröleben.....1< 228 231 227 229 Kaki Westeregeln. ..... K 235,5 237 233 234 Kaliwerk Salzdetsurtü . . • 1b 349 354 347 3 49,25 I. ®. Farben.Judustrte ... 12 252 250,13 250,25 250,5 — - — Schetdeanstalr. ....... S — — — — Goldschmidt ........ 5 92 90,5 89.5 RütgerSwerte ........ 6 94 93-25 93,75 Melallgelelljchast..... 1 198 —* — 25- Mär, 26. März Amtliche Notierung Amtliche Notierung (8eld ! Briet i»elv Arte- iünn.- Non- 168,83 169.17 168,71 169,05 Puen.-Aires 1.769 1.771 1.770 1,774 Bni.-Lntw. 58,465 58,585 58.465 58,585 (ibrifriania. 112,27 112,49 112.28 112,50 .nopenhagen 112,21 112.43 112.20 112,42 Stockholm . 112.43 112.65 112,49 112,71 tzelsingforS. 10.591 10.611 10.592 10.612 Italien. . . 22,05 22,09 22.05 22.09 London. . - 20,44 20.48 20.439 20,479 Ncuyork . . 4.2110 4,2190 4,2110 4.2190 Paris.... 16,455 16,495 16.465 16,505 Schweiz .. bi.01 81.17 81,04 81,20 Spanien. 63.82 63,94 64.18 64.39 Japan - . • 1.878 1 .882 1.883 1.887 Nio de Fan 0,4985 0,5005 0.498 0.500 Wien in T- Ceft- abge,l 59.20 59.32 59,205 59.325 Prag . . • ■ 12.481 12,501 12,475 12.495 Belgrad . . 7.395 7.409 7.395 7,409 Budapest • • 73.34 73,46 73,30 73,50 Bulgarien 3,041 3.047 3,041 3.047 iriüabon . 18.84 18.38 18,85 18,89 T am'g.- 81,735 81,895 81.73 81,89 .Konst ntm. 2,063 2.067 2-060 2,064 Athen. . . 5.45 5.46 5,45 5.46 Canada 4.195 4.204 4,196 4.204 Uru uan . . 4.276 4.284 4,266 4.274 Cairo . . - 20.96 21,00 20.96 21,00 Berlin. 25 Mär; tielb Brief Limrritanvche Noten..... 4.205 4,225 Belgische Nöten ...... Dätrische Noten........ 58,33 111.93 58.57 112.37 Englische Noten........ 20,42 20.50