Mißglücktes Attentat auf den Kronprinzen von Italien. Am Grabe des unbekannten Soldaten in Brüssel feuert ein antifafzistifcher Italiener auf den Kronprinzen Humbert. — Der Kronprinz unverletzt. - Der Attentäter verhaftet. Brüssel. 24. Off. (TU.) Auf den Kronprinzen 5) u m b e r f von Italien, der aus Anlaß seiner Verlobung mit der belgischen Prinzessin Marie Jose in Brüssel weilt, ist am Grabe des Unbekannten Soldaten ein Attentat verübt worden, das jedoch sein Ziel verfehlte. Der Attentäter wurde verhaftet. Zu dem Anschläge wird ergänzend berichtet: Der Kronprinz begab sich am Donnerslagvorrniltag im Auto zum Grabe des Unbekannten Soldaten, um dort einen Kran; niederzulegen. Als er den Wagen verlieb, drängte sich ein Unbekannter aus der Menge nach vorn und gab einen Schutz auf den Kronprinzen ab, der den Helm eines Poli - z i ft e n traf. Der Attentäter versuchte näher an den Kronprinzen heranzukommen, wurde jedoch von der Polizei zurückgehalten, die ihn vor der Wut der Menge schützen mutzte. Kronprinz Humbert blieb sehr ruhig. Er begab sich nach dem Vorfall zu dem Grabe des Unbekannten Soldaten, das etwas tiefer als die Stratze liegt und legte dort den Kranz nieder, worauf er sich noch mit dem Kriegsminister unterhielt. Vach einer Besichtigung der Ehrenwache trat der Kronprinz unter dem Beifall der Menge die Rückfahrt an. Der Brüsseler Berichterstatter der Tele- graphen-Union, der Augenzeuge des auf den italienischen Kronprinzen verübten Anschlages war, berichtet weiter: Gerade in dem Augenblick, als der Kronprinz von Minister de Broqueoille be- grüht wurde, krachte der Schuh. Lin Mann hatte sich von der durch Polizeitruppen abgesperrten Menge losgelöst, lief bis zur Slrahenmitte und feuerte seinen Revolver in der Richtung der den Prinzen umgebenden Gruppe ab. Die Volksmenge flieh Rufe des Schreckens aus. Zwei Leute aus dem Volke konnten den Angreifer überwältigen, gerade als er zum z w e l t en m a l feuern wollte. Geheimpolizei und Gendarmen verhafteten ihn. Sie muhten ihn gegen die erregte Volksmenge schützen, die ihn lynchen wollte. Lr wurde förmlich zur Polizeiwache geschleift. Der Angreifer konnte als der italienische Untertan Enrico Jernanöo Derosa ermittelt werden. Der Schuh war zu hoch abgefeuerl, so datz niemand verletzt wurde. In der Umgebung des Kronprinzen befanden sich sein Adjutant, Bürgermeister Max von Brüssel, der italienische Botschafter Durazzo. Der König der Belgier hat sich, sobald er von dem Attentat Kenntnis erhielt, in die italienische Botschaft begeben, in der der Kronprinz wohnt. Auhcnminisler Hymans begab sich sofort zum italienischen Botschafter, um seine Entschuldigung auszudrücken. In Brüssel herrscht grohe Aufregung. Die Polizei hat scharfe Mahnahmen zur Vermeidung jeglicher Zwischenfalle getroffen. Der Attentäter. Brüssel, 24. Okt. ($11.) Der Attentäter heißt Fernando D e r o s a , Student der Rechte an der Universität Paris, stammt aus Turin. Man fand bei ihm außer seinem italienischen Paß mehrere schweizerische Pässe, die auf einen anderen Ra- men lauteten. Am Mittwoch war er in Brüssel eingetroffen und in einem großen Hotel beim Rordbahnhof abgestiegen. Der Revolver war modernster Konstruktion und enthielt im Augenblick der Verhaftung noch vier unabgefeuerte Kugeln. Derosa, der seither seinen Wohnsitz in Paris hatte, in Wirklichkeit aber nicht dort wohnte, hat sich zur Ausführung seines Anschlags nach Belgien begeben. Er hat, wie er angibt, von vornherein damit gerechnet, daß anläßlich des Besuches des Kronprinzen die Bahnhöfe in Brüssel unter besonders scharfer Heber- wachung stehen. Deshalb begab er sich zunächst nach Antwerpen, wo er sich möglichst verborgen hielt, und ist er st gestern abend inBrüsseleingetroffen.woerdie Rächt in einem Hotel am Rordbahnhof verbrachte. Er erklärte, er sei Mitglied der Zweiten Internationale, und es sei ihm eine Gewisfenspflicht gewesen, den Kronprinzen von Italien zu töten. Derosa besah einen Schweizer Paß, der aber bereits abgelaufen war. Der Paß ist auch von der polizeilichen Kontrolle in dem Die Besprechungen Doumergues. Paris, 24.0kl. (WB.) Der Präsident der Republik hat die Besprechungen zur Lösung der Krise fortgesetzt. Lr empfing den Senator L h a u - mel, den Abg. Franklin Bouillon, den Vorsitzenden der Linksrepublikaner, Abg. Sybille, und den sozialistischen Abg. Leon Blum. Franklin Bouillon erklärle beim Verlassen des Lly- sees, er habe im Auftrag seiner Fraktion dem Prä- sidenlen der Republik mitgeteilt, daß sie ihr Vertrauen nicht einem Ministerium schenken werde, das nicht in zwei Punkten ausreichende Garantien biete, nämlich 1. in der Frage der Räumung der dritten Rheinlandzone ohne ausreichende Garantien, und 2. hinsichtlich der Abtrennung des Problems der drillen Rheinlandzone von der Saar frage. Sybille erklärte, keine Fraktion Hal in der Kammer eine Mehrheil. Keine kann also ihr Programm ohne Zugeständnisse durchsetzen. Jede Fraktion mutz jetzt sagen, mit welcher anderen Fraktion sie eine solide Regierungsmehrheit Zuge nach Brüssel beanstandet worden, und Derosa hat deshalb einen Strafbetrag entrichten müssen. Man hat ihn Weiterreisen lassen, da er über französische Ausweispapiere verfügte, die vollkommen in Ordnung waren und den Inhaber auch Auslandbehörden gegenüber legitimierten. Römische Morgcnblätter teilen mit, datz Derosa in Turin gewesen sei und dort revolutionären antinationalen Verbänden angehört habe. Als er wegen seiner antinationaten Tätigkeit zur Rede gestellt worden sei, sei er bald darauf, da er ein guter Skiläufer war, gelegentlich einer Skitour bei Dardonecchia über die Grenze gegangen. Eine zweite Verhaftung. Brüssel, 24. Oft. (WTB.) Kurz nach dem Attentat auf den Kronprinzen Umberto ist ein zweiter Italiener namens Louis dePas- cole unter dem Verdacht, an dem Attentat beteiligt gewesen zu sein, verhaftet worden. Derosa und de Pascole sollen durch das Los entschieden haben, wer von ihnen den Schuh auf den Kronprinzen abgeben sollte. Pascole (nach einer anderen Lesart Pasquali), der dann wieder freigelassen worden war, ist abermals verhaftet worden. Er soll Derosa einige Minuten vor dem Attentat Zeichen gemacht haben. zu bilden bereit wäre. Um dies vorzubereiten, werde er, Sybille, eine Fraktionssihung der Linksrepubti- faner einberufen. Der Präsident der Republik Halle noch den Abg. Danielen von der radikalen Linken empfangen, der beim verlassen des Elyfees erklärte, man müsse außenpolitisch die Fortsetzung der bisherigen Politik fordern. Die Abstimmung selbst weise auf eine Orientierung nach links hin. — L6on Blum erklärte beim Verlassen des Elysees: Wer auch mit der Bildung der Regierung betraut werden möge, die sozialistische Partei ist bereit, die Initiative zu ergreifen -und die Leitung der Regierung zu übernehmen. \ Sie Radikalen für ein reines Kabinett der Linken. Ter Parteitag in Reims. Paris, 24. Okt. (WB.) Heute mittag wurde in Reims der Radikale Parteitag eröffnet. Der Vorsitzende, Abg. D a l a d i e r, beSaladin der kommende Mm in Frankreich- Oer Führer berCRahifolett wird vermutlich heute mit der Kabinettsbildung betraut. sei, in denen sich keinerlei Dokumente, die auch nur irgendwie einen politischen oder amtlichen Charakter tragen, befinden. Hindenburg und das Volksbegehren. Eine Erklärnng des Reichspräsidenten. Berlin, 24.0kl. (DB.) In einer Unterhaltung, die der Herr Reichspräsident heule mit dem deutschnalionalen Reichskagsabgeordneten Sch m i d l (Hannover) hatte, erklärte der Herr Reichspräsident auf eine Anfrage: Er stehe nach wie vor dem Volks- begehren als solchem in voller Neutralität und Ueberparteilichkeit gegenüber. An dieser seiner grundsätzlichen Haltung, wie er sie in seinem Schreiben an den Reichskanzler vom 16. d. M. bargelegt habe, ändere auch die Aeutzerung nichts, die er in seiner Besprechung mit dem Reichskanzler am IS. b. M. getan habe. Am 6. November Bekanntgabe des Ergebnisses des Volksbegehrens. Berlin, 24. Oft. (Privatrncld.) Die Wahlleiter der einzelnen Wahlkreise im Reich sind angewiesen worden, bis zum 6. Rovern ber die Zahl der Eintragungen für das Volksbegehren in ihren Wahlkreisen dem Reichswahlleiter mitzuteilen. Bei der schwierigen Art der Listenaufstellung, die in den einzelnen Gemeinden einzeln gezählt werden müssen, wird es er st an diesem Tage möglich sein, das vorläufige amtliche Ergebnis der Eintragungen bekanntzugeben. Vom Amt suspendiert. Berlin, 24. Oft. Reichsfinanzminister Dr. Hilferding hat den nationalsozialistischen Regierungsrat Dr. Fabricius vom Landesfinanzamt Berlin mit sofortiger Wirkung vom Amt suspendiert. Auf Anordnung der Reichsregierung war ein Teil des Aufrufs des Reichsausschusses der Deutschen Vvlkspartei als „Strese- manns Vermächtnis" in den Dienstgebäu- den angeschlagen worden. Dr. Fabricius hat diesen Anschlag abgerissen und der Aufforderung des Präsidenten des Landesfinanz- amtes, das Plakat wieder anzubringen, zunächst keine Sokfc geleistet. Sein Briefwechsel mit seinem Vorgesetzten über den Vorfall hat dem Reichsfinanzminister Veranlassung gegeben, Dr. Fabricius sofort seines Amtes zu entheben. Außerdem schwebt gegen Dr. Fabricius ein Disziplinarverfahren wegen Angriffe auf die Reichsregierung in völkischen Blättern. Weitere Haftentlassungen in der Sprengstoffaffäre. Berlin, 24. Oft. (WTB.) In der Voruntersuchung wegen der Sprengstoffattentate ist heute eine weitere Gruppe von Angeschuldigten, die sog. Ruhrgruppe, Anton Groh und Kurt Rudorf, aus der Hast entlassen worden, da bei dem jetzigen Stand der Untersuchung zwar ein Tatverdacht auch jetzt noch besteht, aber sowohl Verdunkelungsgefahr, wie Fluchtverdacht nicht mehr begründet erscheinen. Bei dem Angeklagten Fritz Rehling, bei dem stärkere Der- dachtsgründe vorliegen, ist die Freilassung von einer Sicherheitsleistung von 30 000 Mk. abhängig gemacht worden. Oer Reichslandbund zur Absahkrise auf dem Kartoffelmarkt. Angesichts der auf höchste gestiegenenKartoffel- absahkrise hat der Reichslandbund eine besondere Kommission eingesetzt mit dem Auftrage, die Durchführung der von dem Reichsernährungsminister bereits im August dieses Iahres vorgeschlagenen innerwirtschaftlichen Maßnahmen zur Behebung der Kartoffelabsahnot, die im wesentlichen die iährliche Bereitstellung von 7 Millionen Mark auf die Dauer von 5 Iahren erfordern, in besonderer Weise vorzubereiten und voran- zutreiben. Oekonomierat S ch i f t a n, ein landwirtschaftlich führendes Mitglied der Deutschen Volkspartei und ein hervorragender Sachverständiger auf dem Gebiet der Kartoffelwirtschaft, hat den Vorsitz dieser Kommission übernommen. Schulfragen im Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 24. Oft. (Wolffs Im Finanzausschuß ergab sich zunächst eine längere Debatte über einen Antrag der Abg. Böhm (dntl.) und Dr. Werner (fraktionslos) über neue Amtsbezeichnungen der an den Volksschulen tätigen Lehrkräfte. Die Regierung erklärte, datz sie an eine solche Reuordnung jetzt nicht Herangehen wolle, sondern erst dann, wenn gleichlaufende im Reich und den anderen Ländern abschlutzreif seien. Mit neun gegen drei Stimmen angenommen wurde ein Antrag Reiber (Dem.), wonach die Regierung vorbehaltlich einer endgültigen Regelung die Lehrer in den Besoldungsgruppen 4a und 4b die Amtsbezeichnung Oberlehrer erhalten können. Aögelehnt wurde ein Antrag der Kommunisten auf allgemeine Einführung der Schulspeisung an den hessischen Volks- und Fortbildungsschulen. Ein deutsch- nationaler Antrag auf Einführung einer besonderen Betriebs st euer für Warenhäuser wird durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt. Die Regierung sagt darin, datz in dem Gewerbesteuergeseh bereits die Einführung einer Filialsteuer den Gemeinden gestattet ist, und datz die Erhebung einer solchen staatlichen Detriebssteuer einen Eingriff in die Finanzquellen der Gemeinden darstellen würde. Eine längere Auseinandersetzung entspann sich über den Antrag der Deutschen Volkspartei gegen die Schulgelderhöhung an den höheren Schulen. Ein Teil der Ausschuß- mitglieder lehnte die Erhöhung direkt ab, ein anderer Teil trat für Vertagung der Beratungen ein. Dieser Dertagungsantrag Lux (Soz.) wurde schlietzlich mit acht gegen fünf Stimmen angenommen, so datz also die Beratungen in der Sache zurückgestellt werden. Gegen die ^Vertagung stimmten die Deutsche Volks- Partei, Zentrum und Demokraten. Mit dieser Entscheidung bleibt also die Schulgelderhöhung zunächst noch in Kraft. , . . "" '»nn.it. ad>ndrten. NKtz - Sonntag.. 7'""Nrr iQt' jetnonnen werden -i». l6t Mfatä* 8772v isbilöung der heranwachsen- bfjonöets Hinweisen. r. 'Braun. Stabt Gießen und die inben des Kreises. ende Bekanntmachung und ortsüblich verossentlichcn zu ing ihrer den landwirtschajl- eintritt hinzuwirken. r. Braun. i Garbenteich aus der Bahn- ütrede Gießen-Gelnhausen uoerksverzeichnis und Plan ;t.(j während der Frist von admng ab zur Einsichtnahme M sind schriftlich wahrend r vorzubringen. Kttisamies. )e als Gemeinderechner ft" die Ur. 25’ Erster Blatt 179. Jahrgang Zreitag, 25. (Moder 1929 Erfche,ni täglich,außer Sonntags und Feiertag«. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Bezugrprelr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse anterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Siebener 2litjeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitüts-Vuch- und Zteindruckerel R. Lange tn Sietzen. Zchriftleitnng und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20°/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Ernste Sorgen um Fürst Bülow. LinneucrLchlaganfall -TerFürstbewutzilos Ro m, 24. Oft. (TU.) In dem Befinden des ehemaligen Reichskanzlers Fürsten Bülow ist am Donnerstag eine Verschlechterung eingelrelen, «die zu ernsten Befürchtungen Anlaß gibt. Von den tehandelnden Aerzten, den Professoren Razzari «nd M a ch i a f a o a , dem Leibarzt des Papstes, mird mitgeteilt, daß sich am Donnerstag eine herz- Lähmung mit heftigen Atembeschwerve n eingestellt habe. Im Laufe des Rachmittags hat Fürst Bülow dasBewußtfeinverloren rind bis zum Abend nicht wieder erlangt In der Villa Malta wird nicht mehr mit dem Aufkommen des Fürsten gerechnet. Entgegen den bestimmten Ableugnungen, die in den letzten Tagen aus der Umgebung des Fürsten der Presse mitgeteilt wurden, liegt nunmehr ein von Professor Razzari gezeichneter Bericht vor, nach dem Fürst Biiloro bereits am 15. d. M. einen Gehirnschlag ni i t Lähmung der rechten Seite erlitten hat. Gestern wurde Fürst Bülow von einem neuen Schlaganfall betroffen, der eine Lähmung verschiedener innerer Organe verursachte. Man befürchtet, ber Kranke werde die Rächt nicht überleben. Die Llerzte, die nächsten Anverwandten und Mitglieder ber deutschen Botschaft find ständig um das Krankenleger versammelt. Der Ektarekskandat. Urkundenfälschung im Gefängnis? Einleitung von Disziplinarverfahren. Berlin, 25. Okt. (WB.) Gegen die Gebrüder Sklarek ist in der letzten Woche der Verdacht auf« N taucht, Urkunden im Gefängnis verfälscht zu haben. Ende voriger Woche wurde eine Persönlichkeit vernommen, die mit den Sllareks i^sellschaftlich viel verkehrte, bei ihnen auch An- ziige gekauft hat und zum engeren Kreise der Hrcunbe der Sklareks gehörte. Diese Persönlichkeit mußte auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft ebenso wie andere Zeugen oder Beschuldigte Quittungen über 'Anzüge oder andere Sachen beibringen, die in der KVG. verkauft, in Wirklichkeit aber von anderen Firmen her gestellt waren. Einige dieser Quittungen, bic der Staatsanwaltschaft und den mit der Unter- srichungsbehörde zusammenarbeitenden Polizeikom- niiffaren vorgelegt waren, trugen das Ausstel- l ii n g s d a t u m 1 927. Bei der Staatsanwaltschaft fr litte man den Verdacht, daß die Quittungen nicht oor zwei Jahren, sondern vielleicht e r ft in aller- I etzter Zeit hergestellt worden sind. Es ent- dcljt nun die Frage, wie es möglich gewesen wäre, -mttungsformulare der KVG. in das Unter- uchungsgefängnis hineinzubringen unb die Dokumente mit der Unterschrift der Gebrüder Sklarek wieder herauszuschmuggeln, so daß sie dann an die betreffende Persönlichkeit weitergeleitet werden konnten. Nach Informationen einer Korrespondenz handelt es sich tum die Quittungen, die ber Bürgermeister Schnei- foe r der Staatsanwaltschaft auf ihr Verlangen vor- gelegt hat und die tatsächlich auf das Jahr 1927 lnilsgestellt sind. Sollte die Angelegenheit ergeben, toiifj hier eine spätere Datierung vorgenommen öorben ist, so mürbe die Sache für alle Beteiligten con folgenschwerster Bedeutung fein. Der Oberpräsident hat gegen den Stadt- Bimmerer Dr. Lange, den Stabtrat Dusch, die Stadtbankdirektoren Dr. Lehmann und Z e tj e I Las förmliche Disziplinarverfahren cirrgelcitet. Ferner hat der Oberpräsident Len Magistrat Berlin ersucht, einen Beschluß der sNdtischen Körperschaften herbeizuführen, wodurch Cie drei Stadtverordneten Rosenthal, Mühlmann und Dunge aus dem Kreditausschuß Ber Stadtbank abberufen werden. Sämtliche Maßnahmen beruhen auf Feststellungen, daß die Genannten bei der Kreditgewährung an die Zirma Sklarek nicht die pflichtgemäße Sorgfalt bei der Wahrnehmung der ihnen übertragenen Aufgaben beobachtet haben. Ein ganz gewöhnlicher Diebstahl. Keine Spionage in der französischen Botschaft in Berlin. 2 erltn, 25. Okt. (Priv.-Tel.) Zu der Mel- Bung des Berliner Korrespondenten des Pariser Woumal", datz die Diebstahlsaffäre in der französisch en Botschaft in Berlin in Wahrheit eine Spivnageafsare sei, wird Ber ..B. Z." von der französischen Botschaft in □erlitt erklärt, daß es sich keinesfalls auch mu r im entferntesten um eine Spionagean- Mlegencheit bei dem Diebstahl in ber französi- ioqcn Botschaft gehandelt habe. Im Gegenteil foitten die letzten Feststellungen des Berliner Krimina.kommissars Busdorf vor wenigen Tagen c'geben, daß es sich nicht einmal, wie ursprünglich angenommen wurde, um einen RacheAkt des r iffitoek Portiers gegen den russischen Chauf- s«ur 8er französischen Botschaft gehandelt' habe, s-ndern um einen ganz gewöhnlichen Diebstahl. Der Portier, der russische Oberst Michailow, habe, wie feststande, mit den Sch m u ck g e g e n st ä n d e n über die Grenze fliehen wollen. Im übrigen weist die französische Botschaft darauf hin, datz der Diebstahl indenPrivat- r i u m e n des Botschafters ausgeführt worden ■Siydlst .Nordoyan. iberdeei Toyy PrtnXf. lUagait Donnerstag 24.Oktob. 1929 7“ aWs. mretHrg I^EG.-L— -■ tonte, daß die Radikale Partei ihre Ideale, den sozialen Fortschritt der Laienpolitik und der internationalen Verständigung, was der Erfahrung und den Geschäften der Vernunft entspreche, verwirklichen wolle. Daladier beschäftigte sich dann mit dem Gedanken der Vereinigten Staaten von Europa und erklärte, man müffle, ehe das Ziel erreicht werden könne, in Europa erst einmal abrüsten. Es scheine jedoch ein Wettrüsten zu Lande und eine Bestätigung der angelsächsischen Vorherrschaft auf dem Meere bevorzustehen. Von 1400 Frank Steuern des Durchschnittssranzosen finden 682 Frank für die Bezahlung der Schulden und Pensionen, 225 Frank für die Produktion und 262 Frank für militärische Ausgaben Verwendung. 3n Deutschland scheine das Reichswehrbudget in verschiedenen Kapiteln der Ausrichtigleit zu ermangeln. Zn Frankreich würden in diesem Iahre 10,5 Milliarden Frank für die Landesverteidigung ausgegeben, ungerechnet die in den übrigen Budgets versteckten Kriegsausgaben. Frankreich müsse sein Militärbuk^et in Einklang bringen mit dem gegenwärtigen Zustand in Europa, mit den von ihm unterzelch- neten Verträgen und mit der wirklichen militärischen Stellung der anderen Länder. Es müsse schon jetzt eine internationaleKontrolle aller Rüstungen eingeführt werden weck in einer fernen, aber sicher einmal kommenden Zeit der Völkerbund eine gemeinsame Militärmacht schaffen werde, die ihm jederzeit zur Verfügung steht. Menn nicht die Demokratie das neue Europa schaffe, dann werde es die internationale Finanz tun. Ein europäischer Staatenbund läßt sich nicht denken ohne eine gewisse Solidarität der Finanzen der verschiedenen Länder. 3n diesem Sinne kann die Schaffung der internationalen Zahlungsbank begrüßt werden. Aber dieses Institut scheint seine eigentliche Aufgabe der Vereinnahmung und der Verteilung der deutschen Zahlungen und ihrer Weiterleitung an die Alliierten als Nebensache zu betrachten, dagegen den internationalen Handel finanzieren, Absatzmärkte erschließen, die Währungsschwankungen und die Gold- und Kapitalbewegung regeln zu wollen. Das wäre dieAnterjochungEuro- pas und der ganzen Welt unter die Finanz. Die internationale Zahlungsbank läßt sich nur denken, wenn ihre Neutralität und ihre Anparteilichkeit durch eine Dölkerbunds- ton trolle garantiert wird. Der Parteitag müsse ein Mindest Programm aufstellen, das für die Legislaturperiode Geltung habe. Das Problem sei, ob in jeder Nation die mechanischen Kräfte und die materiellen Interessen, von denen ein großer Deutscher, der zugleich auch ein großer Europäer gewesen und im Dienste des Friedens gestorben sei, Walter R a t h e n a u , sagte, daß sie verhängnisvoll, nützlich und gefährlich zugleich seien, die Demokratien würden zermalmen können. Daladier sprach dann von der Notwendigkeit, die Wirtschaft den modernen Bedürfnissen anzupassen. Diese Forderung müsse zum Ausdruck kommen in einem reorganisierten und rationalisierten Wirtschaftsrat, in dem die Landwirtschaft, die Industrie und die geistigen Arbeiter vertreten sein müßten. Die Linksparielen, die die Regierung slürzien, müssen.sich einigen, um die Regierung zu bilden. Das republikanische Frankreich wartet auf einen Beschluß des Radikalen Parteitages. Zeigen wir, daß die Radckale Partei bereit ist zum Kampf und zur Aktion im Sinne ihrer Parteigröhe, der Republck und des Vaterlandes. Der Parteitag beschloß, angesichts der Ministerkrise sofort in der Vollsitzung die allgemeine Politik zur Debatte zu stellen. In dem Bericht über die Tätigkeit der Partei sagte der Abg. Chautemps: Cs habe sich die Notwendigkeit ergeben, den Kongreß in die Lage zu setzen, schon heute seine Ansicht zur Außenpolitik abzugeben. Kein wirtschaftlicher und sozialer Fortschrckt fei möglich, wenn die Republik nicht ihre Bemühungen auf die Aufrechterhaltung des Friedens und die Verbesserung der internationalen Beziehungen richte. Diese Beziehungen müßten auf Vertrauen aufgebaut werden. Man müsse ein Abkommen über die Liquidierung des Krieges abschliehen und vor allem eine loyale Politik der Annäherung mit Deutschland betreiben. Man müsse beginnen, einen wirtschaftlichen Organismus zu schaffen, durch den die europäische Föderation ermöglicht werde. Außerdem mühten die Einrichtungen des Völkerbundes verbessert und die Sicherheit der Völker auf der Schiedsgerichtsbarkeit aufgebaut werden. Der Redner lehnte zur Durchführung des auhenpvlitischeee Programms eine Verbindung mit den Rechtsparteien ab, forderte aber eine Zusammenarbeit aller Republikaner, die dem Frieden und der sozialen Reform ergeben sind. Nach der Rede des Abg. Chautemps nahm der Parteitag einstimmig folgende Entschließung an: Die Radiale Partei ' ehnl jede Beteiligung und jede Unterstützung von feiten ihrer Mitglieder zugun st en einer parlamentarischen ober Regierungskombination, die von der Rechten oder ihren verbündeten geleitet oder unterstützt wird, a b, da eine solche Kombination unter dem Kamen „Konzentration" oder unter irgendeinem anderen nur den Zweck hätte, eine von nun ab verurteilte politische Kombination unter Hinzuziehung der Republikaner zu verlängern. Die Partei betont ihren willen, f a 11, e i n e R e ch t s- regierung mit einer parlamentarischen Rechtsmehrheit gebildet würde, in der Op - Position zu beharren. Die Partei erklärt sich dagegen bereit, sich zu bemühen, auf Grund eines inzwischen bestimmten und begrenzen Programms der Laienpolitik, der Friedenspolitik, der steuerlichen Gerechtigkeit und des sozialen Friedens eine (Einigung aller Linksparteien herzustellen. Die Partei erklärt, daß, falls wegen des Umfallens der anderen demokratischen Parteien die Bildung einer derartigen Mehrheit oder die Existenz einer radikalen Regierung im Augenblick unmöglich gemacht würde, sie In voller Unabhängigkeit ihre Bemühungen durch eine konstruktive Opposition im Parlament und durch eine eifrige, methodische propa- Das Eisenbahnunglück bei Wnberg ganba fortsehen werde, um die republifa- nischen Kräfte zu gruppieren und sobald als möglich die nottvenbige Aktion einzuleiten. Der Parteitag hat die politische Entschließung Lurch eine ebenfalls einstimmig angenommene zweite Entschließung ergänzt, in der ein Mindestprogramm für eine politische Vereinigung der Regierungsparteien entwickelt wird. Außenpolitisch werden darin folgende Forderungen aufgezählt: Durchführung der Haager Abkommen, Fortsetzung der Annäherungspolitck mit Deutschland und der Entente mit der englischen Demokratie, Vorbereitung des europäischen Staaten- bundes, Förderung des Völkerbundes und der Schiedsgerichtsbarkeit sowie der Abrüstung. Die Berufung Daladiers. Ein Kabinett mit Einschluß der Lozialisten? Paris, 25.OIL (WTB. Funkspruch.) Der Präsident der Republik hat den Vorsitzenden der Radikalen Partei, Daladier, zu sich berufen, um ihm, tote man annimmt, d i e Bildung des neuen Kabinetts zu übertragen. Der Beschluß hat in den politischen Kreisen keine Aeberraschung perursacht. Präsident Dou- mergue bietet damit die Nachfolgeschaft Driands dem Führer der ziffernmäßig stärk- stenPartei an, deren Intervention im Laufe der Debatte, die den Sturz des Kabinetts Driand brachte, entscheidend war. Die Beratung auf dem Parteitag der Radikalen in Reims hat übrigens zutage treten lassen, daß diePartei die Regierung übernehmen will. Man kann also sicher sein, daß Daladier heute den Auftrag des Präsidenten der Republik annimmt Seine erste Sorge dürfte fein, die Beteiligung der Sozialisten an der Regierung zu erlangen. Jt ü t n b e r g, 24. Oft. (TA. Drahtmeldung.) wie schon In einem Teil der gestrigen Auflage mitgeteilt wurde, fuhr gegen 11 Uhr der B e r 1 i n e r S ch n e 11- 3 u g D 39 dem Münchener S chnellzug D 389 bei der Einfahrt an der Station Reichels- darf in die Flanke. Das Eisenbahnunglück hat, nach den bisher bei der Reichsbahndirektion Berlin vorliegenden Meldungen vier Tote und acht Schwerverletzte sowie 48 Leichtverletzte gefordert. Das Unglück ereignete sich Donnerstag vormittag kurz nach 10.30 Uhr etwa 300 Meter vor der Station Reichelsdors. Beide Züge fuhren auf dem linken Gleis, das nach Nürnberg führt, mit voller wucht zusammen. Die Maschinen sind fest zusam- mengepreht und stehen mit den Vorderrädern etwa 40 Zentimeter hoch über den Schienen. Die Geleise selbst sind stark demoliert und tief in die Erde hin- eingedrückt. Bei dem von München kommenden Zug hat der fast senkrecht emporgedrückte Tender der Lokomotive das Dach des Postwagens glatt abrasiert, das über dem Tender hinweghängt. Der hinter dem Packwagen folgende Personenwagen zweiter Klasse (Rom—Berlin) hat sich auf die Seite gelegt. Die nächstfolgenden wagen sind weniger beschädigt. Bei dem von Nürnberg kommenden Zug hat sich der Packwagen in den Tender hineingeschoben; dadurch wurde die vordere Plattform vollständig aufgerollt. Das Unglück wurde um 10.48 Uhr auf dem Nürnberger Hauptbahnhof bekannt. Bereits um 11.10 Uhr konnte der erste Hilfszug abgefertigt werden. Die freiwillige Sanitätswache in Nürnberg und die Arbeitersamariter von Nürnberg, Zirndorf, Schwachach und Roth trafen alsbald an der Unfallstelle ein und nahmen sich der verletzten an. 3m Münchener Postwagen hatten sich zur Zeit des Unglücks acht Beamte befunden, von denen drei getötet worden sind. Die anderen Beamten wurden sämtlich verletzt. Der in der Lokomotive des Frankfurter Zuges eingeklemmte Lokomotivführer Hans Baer konnte nach etwa hc bstündigen Bemühungen unter Anwendung von Schweißapparaten aus dem zufammengedrück- len Führerstand geborgen werden. Als man ihn auf der Tragbahre davontragen wollte, starb er. Da der Münchener Zug nur mit 10 Kilometer Geschwindigkeit fuhr, wurde der Zusammenstoß abgeschwächt. Ein Glück war es, daß der hinter dem Packwagen des Münchener Zuges folgende Wagen zweiter Klasse Rom—Berlin (Anhalter Bahnhof) mit nur vier bis fünf Personen beseht war. Der Münchener Zug bestand aus einer Lokomotive, einem Packwagen, einem Speisewagen und sechs Personenwagen. Die letzten vier wagen dieses Zuges sind abgehängt und bei der Station Reichelsdorf abgestellt worden. Der amtliche Bericht nennt als wahrscheinliche Ursache des Zusammenstoßes zwischen dem Schnellzug München—Berlin und dem durchfahrenden V-Zug 389 vorbehaltlich des Ergebnisses weiterer Untersuchung das Ueberfahren des auf halt stehenden Ausfahrtsignals durch D 39. Der Generaldirektor Dr. BorpmüUer ist um 2.30 Uhr mit dem Präsidenten der Reichsbahndirektion Nürnberg und dem Ministerialdirektor Dasch der Gruppe Bayern an der Unsall- (feile eingetroffen. Nach Beobachtungen an der Unglückss'elle läßt sich feststellen, daß der Nürnberger Zug f r e i e L i n f a h r t in die Station hatte. Der die Station Reichelsdorf in gemäßigtem Tempo passierende Münchner Zug stand bei dem Zusammenprall etwa in der Mitte unter dem Signalmast, dessen Arm wagerecht stand. Es dürfte lange Zeit dauern, bis die Trümmerstätte geräumt fein wird. Zur Zeit müssen die Züg umgeleitet werden. Die Unfallstelle ist von einer Hundertschaft der Landespolizei abgesperrt. An der Unfallstelle befinden sich der Polizeipräsident Gareis von Nürnberg und höhere Beamte der Reichsbahndirektion Nürnberg. Der Packwagen des Münchner Zuges ist vollständig demoliert. Seine rechte Seite ist heruntergeklappt. 3n dem vorderen Teil liegt zur Hälfte der Tender, hierdurch erklärt sich auch die große Zahl der Verluste unter den Münchner Beam- t e n. Auf der weit ausladenden Böschung an der Unfallstelle liegen die Holzreste eines wagens 2. Klasse. Die post wurde, soweit sie in den zusammengedrückten Wagen erreichbar war, umgeladen. Die Passagiere der beiden Züge wurden durch Hilfszüge eine halbe Stunde nach dem Unfall nach Nürnberg gebracht. Oer Zahrdienstleiier von Reichelsdorf verhaftet. Nürnberg, 25. Ott. (WTB. Funkspruch.) Nach dem amtlichen Polizeibericht dürfte die Arsache des Eisenbahnunglückes in Reichelsdorf in unrichtiger oder unklarer und mißver st Endlicher Defehlsausgabe des Fahrtdienstleiters vonReichels- d o r f zu suchen sein. Der Fahrtdienstleiter wurde vorläufig verhaftet. Aus aller Wett. Schwere Explosion in einer italienischen Pulverfabrik. In einer Pulverfabrik in Castenaso bei Bologna erfolgte eine schwere Explosion, bei der sieben Arbeiter getötet und vierzehn verletzt wurden, davon fünf schwer. Die Gewalt der Explosion war so groß, daß die Wohnhäuser im Amkreis von 500 m schwer beschädigt wurden, und selbst in dem 12 km entfernten Bologna zahlreiche Fensterscheiben zersprungen sind. Glücklicherweise waren von Len sonst beschäftigten 86 Arbeitern im Augenblick Les Anglücks nur dreißig tätig. Sofort aus Bologna herbeigeeilte Truppen und Feuerwehren sperrten das Anglücksgelände ab und begannen die Aufräumungsarbeiten. Die Spanienreise des „Graf Zeppelin". Bei der Aeberfliegung Barcelonas warf das Luftschiff „Graf Zeppelin" einen Postbeu - te l äb, der in der Avenue St. Iean niederfiel und von einem Passanten zur Hauptpost gebracht wurde. Zwischen Dr. Eckener und dem Bürgermeister von Barcelona wurden Begrüßungsbotschaften ausgetauscht. Das Luftschiff überflog darauf Valencia und zog zwei Schleifen über der StadL Die Einwohner begrüßten das Luftschiff durch Händeklatschen und Tücherwinken. „Graf Zeppelin" setzte dann seine Fahrt in Rich- hmg Sevilla fort, wo der Flugplatz Tablada hell erleuchtet war. Am 23,30 Ahr erreichte das Luftschiff wieder Barcelona, um 7,15 Ahr früh wurde es auf dem Rückweg in 400 Meter Höhe über Lyon gesichtet mit Kurs nach Nordvsten. Arn 13,26 AA ist das Luftschiff in Friedrichshafen glatt gelandet. fiinbertumull im Kino. Während eines Lichtbildervortrages in den Alhambra-Lichtspielen in Schöneberg haben sich unglaubliche Szenen abgespielL Das Publikum, fast ausschließlich Äinber, begann während des Dortrages so zu lärmen, daß die Vor- sieil.ung abgebrochen werden mußte. Als die Kinder bann aufgefordert wurden, das Theater zu verlassen, machten sie einen Höllenlärm. Die Morgenpresse beschäftigt sich bereits jetzt mit der .Frage, welche Aussichten Daladier haben wcrd, wenn er die Kabinettsbildung übernimmt. „Petit Parisien" stellt die Frage, ob sich Daladier mit einer Anterstützung durch die Sozialisten begnügen und das Erperi- rnent desKartells wiederholen könne. Das Blatt sagt hierzu: Gewiß, aber unter der wesentlichen Bedingung, daß die Sozialrepublikaner, die unabhängige Linke und die radikale Linke diese Wiederherstellung des Kabinetts an ne hm en. Die maßgeblichsten Stimmen der drei in Frage kommenden Gruppen haben jedoch jedesmal, wenn sie hierzu Gelegenheit hatten, erklärt, daß sie eine Linkskombination annehmen würden, die die Vertreter sämtlicher linksstehenden Parteien, einschließlich der sozialistischen Partei, daß sie aber jedes neue Kartell, d. h. eine Regierung ohne aktive Mitarbeit der Sozialisten ab lehnen müßten. Anter diesen Amständen würde Daladier nichts anderes übrig bleiben, als die Bildung eines lediglich aus Radikalen bestehenden Ministeriums und zu versuchen, im Hinbuck auf die Verwirklichung eines klar bestimmten Reformprogramms eine Mehrheit zu erlangen. Das Organ Daladiers „La Republique" schreibt: Die Radikale Partei wird bereit sein, sich an der Regierung zu beteiligen, um ein Mindestprogramm durchzufuhren. Cs ergibt sich aus der Rede des Parteivorsitzenden, wie aus sämtlichen Reden, die gehalten wurden, ja aus der Tagesordnung selbst, daß die Radikalen darauf rechnen, daß alle demokratischen Parteien die schwere Last der Verantwortlichkeit gemeinsam übernehmen. Cs kann keine Rede davon sein, die überholte Anterstützungspolitik wieder wachzurufen. Die Sozialisten zur Llebernahme der Regierung bereit. Pari s, 24. Oft. (WTB.) Der Generalsekretär der Sozialistischen Partei, Paul Saure, charakterisiert die Stellung der Sozialistischen Partei zur Regierungsbildung auf Grund des 1926 festgelegten Parteiprogramms im Populaire wie folgt: Die Sozialistische Partei erklärt sich bereit, jede Reform - und Friedensregierung, die entschlossen ist, den Widerstand der Finanzmacht, der Arbeitgeber und des Senats zu brechen, aufs neue zu unterstützen. Wenn sie es auch kategorisch ablehnt, einige ihrer Vertreter in ein von einer anderen Partei gebildetes Kabinett zu entsenden, so denkt sie keineswegs daran, sich unter den gegenwärtigen AusnaHmeverhältnissen einer direkten Re- gierungsbildung zu entziehen. Sie ist also bereit, die Regierung entweder allein oder mit Anterstützung de r Linksfraktionen zu übernehmen oder auch unter Berufung von Vertretern anderer Gruppen in die Regierung, die sie bilden und in der sie die Autorität und Mehrheit behalten würde, so daß sie stets die Gewißheit hätte, bei der Handhabung der Regierungsgeschäste entschlossene, energisch vorwärts weisende, und von starkem Willen durchdrungene Lösungen durchzusehen. Nur solche Losungen hält sie für geeignet, die Zukunft des Landes zu sichern und die große Demokratie zu retten. Oie Wetterlage bei sich Men, sind in Zweifel Statistischen L Hörden zu schre besser wußten, । Au» diesem ö aflem Recht un verlieren sie bat wirst sie aus bv Anlags Wie unS h wird, starb in gener Operati Derlagsanstal Senator der Will, Torsi Dassau und tungsberlcgec. Taten fi 1757: der 6t Dom unb M der Landwirt Al 1919: vesterreu St. Germain. Zorisühru demolierten einen großen Teil der Inneneinrichtung des Kinos und wollten den Vortragenden verprügeln. Es entstand eine Schlägerei, die mit Stuh^einen, elektrischen Glühbirnen als Wurfgeschossen und anderen ^Waffen" ausgefoch- ten wurde. Der Direktion blieb nichts anderes übrig, als Polizei zu rufen, die die Kinder aus dem Hause wies. Anter Führung eines Vierzehnjährigen, der einem kommunistischen 2u- gendvcrband angehören soll, sammelten sich nun etwa 200 der jugendlichen Ruhestörer vor dem Hause. Dann bildeten sie einen »S toßtrupp", der die Türen des Kinos aufbrach und im Innern neue Verwüstungen anrichtete. Die Polizei nahm daraufhin den Vierzehnjährigen fest und zerstreute die Zusammenrottungen. WaS ein Hackchen werden will ... In Berlin hatte ein Anternehmer einen Saal in der Dockbrauerei gemietet, um dort eine Marionettentheater-Vorstellung -u veranstalten. Angefähr 300 Kinder, zum Teil in Begleitung dec Eltern, waren anwesend, als die Vorführungen begannen. Sehr bald machte sich im Zuschauerraum Anruhe bemerkbar, da angeblich die Darbietungen immer schlechter wurden. Mehrere Eltern protestierteir laut, und plötzlich fingen die Kinder an, Radau zu machen. Sie warfen mit Diergläsern nach der Bühne, stürmten das Podium und zerstörten Dekoration und Aufbau. An der Kasse verlangten die Eltern das Geld zurück, und als dies verweigert wurde, kam es auch dort zu Tumulten. Das Aeberfallkommando stiftete Ruhe und brachte den bedrohten Unternehmer in Sicherheit« Ein Berliner in Neuyork tödlich verunglückt. Der Berliner Chemiker Dr. Otto M a t t h i e s, der mit dem Dampfer „Bremen" zum Besuch von Bekannten in Neuyork eingetroffen war, fiel aus dem Fenster feines im 16. Stock gelegenen Zimmers im Saooy Plaza Hotel und stürzte zwölf Stockwerke tief auf das Dach des an- liegenden Gebäudes hinab. Man nimmt an, daß Dr. Matthies einen Schwindelanfall erlitt, als er aus dem Fenster hinausblickte. 3m Nebel in den Werrastaufee gefahren. Bei Hannoversch-Münden fuhr i n f o 1 g e N e- be ls der Personenkraftwagen des Installateurs Michel aus Kassel unweit des Kraftwerkes Letzter Heller in den Werra st ausee. Der Genfer des Milchautos des Ritterguts Hübental, dessen Wagen kurz vorher von dem Kasseler Privatwagen überholt worden war, bemerkte d a S plötzliche Verschwinden des Privatwagens und stellte fest, daß der Wagen in den Werrastausee gefahren war. Er versuchte sofort, Hilfe zu leisten, der Chauffeur war jedoch bereits ertrunken. Das Auto und die Leiche wurden von Beamten des Stauwerks geborgen. Fährunglück auf dem Michigansee. Eine Eisenbahnfähre, die mit 52 Personen an Bord auf dem Michigansee in einen Sturm geriet, wird jetzt als völlig verloren angesehen, da man das Führerhäuschen und die Leichen verschiedener Personen, von denen man wußte, daß sie an Bord waren, aufgefunden hat. Rach der Zeit, die die Ahr einer der Leichen aufwies, ist die Fähre wahrscheinlich am 22. Oktober gegen Mitternacht gesunken. Ein Skresernann-plah in Dresden. Die Stadtverordneten nahmen einen Antrag an, den Wilhelmplatz in Dresden-Neustadt zum ehrenden Gedächtnis für den verstorbenen Reichsaußenminister Dr. Stresemann in »Stresemann-Platz" umzubenennen. Die nurnne Dchulspeil jur Erfassung genö in Wirts für Liefen D bärtigen Wir fürfotge arbei xung der 6 W HottMiii vMAchSmini RINt zur Me Btoede eri ■ fltn der Ländei Auch Hi M ÄWn » mtlg stellt die Erstmalig auä £.nMmen vor Sfr 2ln,e 5 ‘bet*Min Sjtt ihrer rife1 ^>91 . *ie bere.tg, Arbeit ^rsrcherungsg 1,1 Sit unetträl Oller I »Ä । l |&t<4,5-6 SS korrekt |cjn ^achoerslänoig' ; Daher brauche wenn mir n. Lebens untern hüten, in 1 verfallen. Denn uns ju Midersp wollen zuerst ü)i «belehren. Wir sehen o unangenehm m jdjaflen der 3r Schon aus Diep oder sollten un Güte, mit guter £d° ist um so stens von einer <5 woirentos. <$ nenn, q naiD bedeckt. 9 wolltig. o oeoecn »Negk» * Schnee a Graupeln, a Nebel K0ewiiter,(§)Wina$tiiie.O. sehr ««nie» Osi ^5 -lässige» lüdsuowest q sturmiscne» »lordwesl Oie »feue fliegen mit dem winde. Oie oeiden Stationen stenenden Za* len geben die Temperatur an Pie Linien verbinden Ort# mit gleiche^ •et natruniveau umotreennf len Luftdruck Wettervoraussage. Wit dem Vordringen der Warmluftwelle der nördlichen Störung haben bereits auch in unserem Bezirk Temperaturanstieg, sowie Eintrübung mit Niederschlägen eingesetzt. Das Fallgebiet wird ozeanische Luft nach dem Kontinent bringen, die bald aus höheren Breiten zufließen wird. Dabei gehen die Temperaturen wieder zurück, die Wolkendecke löst sich zeitweise auf und vereinzelte Niederschläge mehr in Form von Schauern treten noch auf. Wettervoraussage für Samstag. Wechselnd wolkiges Wetter, vorübergehend auch aufheiternd, allmählich wieder kühler, einzelne Regenscbauer. Witsterungsaussichten für Sonntag. Weiter Lllckühlung mit nächt.ichem Temperaturrückgang bis in Gefrierpunktnähe, teils wolkig, teils aufheiternd. Lufttemperaturen am 24. Oktober: mittags 12,5 Grad Celsius: abends 7,2 Grad: am 25. Oktober: morgens 9,3 Grad. Maximum 12.9, Minimum 7,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 24. Oktober: abenüS 10,7 Grad: am 25. Oktober: morgens 8,2 Grad CelsiuS. — Sonnenscheindauer 674 Stunden. 297‘aMS V0 ff ©V \\wv Wa MS und Z>z*5 zum 10. Jähre dürfen Sie als besorgte Mutter \ für die zarte, empfindliche Haut 1 Ihres Kindes nur die milde, reine NIVEA KINDERSEIFE verwenden. Nivea-Kinderseife wird nach ärztlicher Vorschrift hergestellt; mit ihrem seidenweichen Schaum dringt sie schonend in die Hautporen ein und macht sie frei für eine gesunde und kräftige Hautatmung. Preis 70 Pfg. Z stcllung. Montag, 28. Oktober, Gastspiel: t Wetterlage. «*9 0 0 Vorbau vor das Berufstheater gedacht. GZ gilt, diesen Charakter des Laienspiels in der Volks- VerlagSdirekior Will, Mainz f. "Die uns heute früh aus Mainz gedrahtet wird, starb in der letzten Nacht nach vorangcgan- S-ner Operation der Derlagsdirektor der Mainzer erlagsanstalt („Mainzer Anzeigr") und Ehren- lenator der Landesuniversität Siesten 2 o s e f Dill, Vorsitzender des Kreisvereins Hessen- Nossau und Hessen im Verein deutscher Zei- lurigsverleger. Taten fürLamstag 26. Oktober. 1757: der Staatsmann Friedrich Karl Freiherr aus dm Hlld)igan|«. hre, die mit 52 Personen )em Michigansee in einen wird seht als völlig der- da man das Führerhäusche« Ichicdener Personen, von denen e an Bord waren, ausgefundrn die die Uhr einer der Leichen ihre wahrscheinlich am 22.01* :nadjt getunten. ann-JJtaf) in Droben. mit Hilfe der Zuschüsse des Landes und der Landosversicherungsanstalt die Fortführung des MilchfrüHstücks durch die Kommunalverwalt.t.:gen im Winter gewährleistet ist. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Boccaccio", 19.30 Uhr. — Ortsaus- schust für das Volksbegehren: Oeffentlich« Versammlung. Redner Dr. Brehm (Darmstadt), Turnhalle am Oswaldsgarten, 20.30 Uhr. — VHC.: Monatsversammlung bei Hopfeld. — Experimentalvortrag des Hellsehers Erik Jan Ha» nussen, 20 Uhr, Cafe Leib. — Lrchtspiellius, Bahnhofstraße: „Manolescu" und um 23 Uh : „Dunkle Gewalten". — Astoria-Lichtspiele: „Der Sohn des goldenen Westen" und „Polizeimeister Tagejeff". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute „Boccaccio", Operette in drei Akten von Suppß, zum lehtcnMale. Beginn 19Vg Uhr. — Sonntag, zum letzten Male, „Grand Hotel" von Paul Frank, Fremdenvor- 1919: Oesterreich ratifiziert den Friedensoertrag von Et. Oermain. Fortführung der Schulkinderspeisung in Hessen. Die nuiunehr zehnjährige Erfahrung hat die Schulspeisung als den erfolgreichsten Weg |U i Erfassung der gesundheitlich bedrohten Ju- zemd in Wirtschaftlichen Notzeiten bewiesen. Auch Ito diesen Winter haben, angesichts der gegen- Dortigen Wirtfä^aftslage, alle in der Jugend- ftiforge arbeitenden Stellen die Fortführung der Schulspeisung als eine dringende Notwendigkeit anerkannt. Da die bisher »o nt Reichsministerium für Ernährung und Land- Amtsgericht Gießen. ' G testen, 15. Okt. Die heutige Sitzung bot nur auf dem Gebiete des Kraftfahrwesens Interesse. Ein Motorradfahrer halte sich wegen Uebertretung des § 17 der D. O. vorn 16. März 1928 zu verantworten. Er hat nach der Anzeige durch allzu starkes Geräusch seines Motorrades eine Belästigung des Strahen- publikums herbeigeführt, dabei auch die normale Geschwindigkeit überschritten. Der Anzeiger war ein Strahenpassant, der allerdings vermöge seines Amtes im Kraftfahrwesen Bescheid wustte. Dieser bestätigte den Inhalt der Anzeige und fügte hinzu, er habe wahrgenommen, dast sich auch noch andere Passanten über den Motorlärm aufgehalten hätten. Nach den früheren Fassungen der Verordnung tarn es auf die Feststellung an, ob das belästigende Geräusch vermeidbar war oder nicht; heute ist jede Belästigung des Publikums durch das Geräusch eines Motorrades verboten und strafbar. Cs wird angenommen, die Technik sei heute derart vorgeschritten. dast ein derartiges Verbot vollauf gerechtfertigt sei. Ein Verschulden des Angeklagten lag deshalb fraglos vor, mag dieses nun in dem Benutzen einer vorschriftswidrigen Maschine oder in einer Verkehrs- widrigen Bedienung eines ordnungsmähigen Motorrades gefunden werden. Der noch nicht vorbestrafte Motorradfahrer erhielt eine Geldstrafe von 25 Mark. Er erkannte sie sofort an. „Trinken Sie ruhig noch eine Tasse, es ist ja Kaffee Hag, der coffeinfreie Bohnenkaffee. Er greift Ihr Herz nicht an. Selbst vor dem Schlafengehen können Sie Kaffee Hag noch in stärkstem Aufguß trinken, ohne Schlafstörung befürchten zu müssen. Kaffee Hag Ist das bevorzugte Getränk aller Geistesarbeiter. 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Avich das Hessische Ministerium für Arbeit und Mrtschaft hat. wie im vergangenen Jahre. einen Zuschuß für die Speisung vorgesehen Gleich- itälig stellt die Landesversicherungsanstalt Hessen SitHmalig aus den ihr aus Mitteln der Zoll- Annahmen vorn Reichsarbeitsministerium über- vi esenen Anteilen den gleichen Betrag bereit, I'arJ der Bedingung, dast bei der Auswahl die Klub er ihrer Versicherten, bzw. die der Der- lcherung nahestehenden Devölkerungskreise De- IrLcksichtigung finden Die bereitgestellten Mittel des Ministeriums lut Arbeit und Wirtschaft und der Landes- de rsicherungsanstalt sichern die sofortige F)rtführung der Kinderspeisung in Hessen somit in den Städten und Gemeinden, lie ihrerseits zwei Drittel der Beträge bereit- "teilen und die Durchführung übernehmen. Dor- nissetzung der Teilnahme ist, wie bisher, die so- ;iale Bedürftigkeit und die durch den Schularzt ITigeft eilte gesundheitliche Schädigung. Der Cin- r-oheit halber wird im allgemeinen auch in ': Testamr in dm fr erben bei Abschrift« gen Ärä Original Fernen C der Pragi ben. Zis fielt und f( der gelehr teme -ul iotl« in 8««™; g°ich°b°s,' ab« tfN Do die die Phantc und die ® den zuerl« g-glaub' zur ota Wasary sprochen d wissen, wo ist, dann " die Ideale ist für mit So ist H dem Geschl Septmber emordet ll tyrer. g deutschen 5 Uebetliefer sür tschech: brüdung, e Der Edliar Unter bei ÄkiHtiJti wv. Zunöch ^uinrnit; i, «Wlncn 5 Nr zum E^omit tD M« H Mam uni ausjehrte - m, bie t S?’ Ermuntern reinem reagen too wlchen toi °nh die 3 Hornist z, an, da^r £arM unfti ^kr.en fof £ ®irifcn L°uszufj, 9te Best pnen jei fei ^«««länba SÄ Kl Ä Mn en; Olafe« 7 b< M Ä n'& t fr« K^'ik Wir bieten als ganz besonders preiswert an: 48.00 68.00 95.00 Wir kauften in Berlin persönlich an den Lägern sehr, sehr preiswerte Stücke, die wir ab kommenden Samstag, den 26. 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ESSEN* MAUBBURG ICT Theodor Bierau Seh. Dönges Frau Anna Der C. C. der Hassia i. A. Willi R Koch ?^/(FM. xx) Die Beerdigung findet Montag, 28. Oktober, nachmittags 87951 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt 88,80 Reisender für Bezirk Gießen Eingang Ecke Volksbad. Kein Laden. Ersparnis daher Ladeumiete 1 Treppe hoch Gießen (Frankfurter Straße 45), Friedrichshütte bei Laubach, Cuxhaven, den 25. Oktober 1929. Konrad Weife Ernst Weife. Unterfertigter C. C. betrauert tief das Ableben seines lieben A. H. Am 23 Oktober starb zu Cuxhaven nach langem, qualvollem Leiden unsere liebe gute Mutter, Großmutter Tuche f. foiort frdf- tiges, gesundes *«,¥ Mädchen das Vuft hat, sich im Kochen auszubilden Restaurant „2äd)ftidjer €>oP Bad Homburg. (FM xx) rez. 1865, Forstmeister zu Olching bei München Landarbeiten xfUrf. Vevfielgevrmg von Werkzeugmaschinen usiv. 21m Montag, 28.0kt, beginnend vorn. 10 Uhr, versteinere ich im Auftrag in Frankfurt a.M., Kostheim.Str.10 (an der GalluSwarte, Haltestelle der Straßenbahn, Linie 12): 25 Drehbänke mit Lett«, sowie Leit- u. Zugspindel b. 3m, 20 Drück- u. Mechanikerbänke f. Kuh u. Kratt, 10 Revolverbänke n. Automaten, 25 Schlosser- u. Schnelibohrmaschinen b. 40 mm, 3 Shaplngmaschinen b. 300 mm Hub, 3 Hobelmaschinen b. 15 m Hobellge. 10 Horizonte'.-, Vertikal-, Plan- u.» and- hebelfrästnaseh., 15 Exzenter-, Frik- tions- u.Ziehpressen. 45 Spindel- u.Fnfi- trittpressen, 2 Dlskns-Schleifmase». 300 u. 700 mm Durchm., 35 ßcbleif- u Poliermasch., 2 Stoßmascn. b. 200 mm Hub, 4 Gewindeschneidmaschinen bk- 1". Zoll, 20 Kaltkreis- u. Bügelsägen. 30 Blechscheren und Lochstanzen, 10 Rnndmaschinen b. 2 m 9iutz lange 6 Abkantmaschlnen, 10 Kurbel-u.Tafelscheren b. I m, bomb. Rand-, Abkant- ii. Wulstmaschlnen, Sickenmaschinen, Kreis- u. Streifenscheren, 25 Am bosse, Richt- n. 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Die Bedeutung des Volksstammes, sein Anspruch auf die Herren st ellung imTschechen- st a o t e konnte vor dec Welt nicht eindrucksvoller beleuchtet werden, als es jetzt in Prag in Feiern und Ansprachen, in Wort und Bild geschehen ist. Zwar ist manches noch recht dunkel und unklar in der tschechischen Vergangenheit, aber tschechische Patrioten hat das nie gestört. Wo die Forschung des Historikers versagte, war die Phantasie stets bereit, die Lücke zu schließen und die Mängel der Ueberlieferung durch Legenden zu ersehen. Diese Legenden wurden nicht nur geglaubt - sie wurden gewissermaßen geradezu zur Staatsidee erhoben. Wie Präsident Masaryk bei der We. zelseier offen ausgesprochen hat: „Und wenn die Historiker noch nicht wissen, was historische Tatsache und was Legende ist, dann möchte ich sagen, daß auch die Legende die Ideale des Volkes aussprechen kann, und das ist für mich auch eine historische Tatsache! ' So ist Herzog Wenzel, der dreizehnte aus dem Geschlecht der P.zrmysliden, der am 28. September 935 von seinem Bruder Boleslaw ermordet wurde, zum Heiligen, zum Märtyrer, geworden. Der treue Vasall des deutschen Kaisers und Reiches erhielt in der Lleberlieserung den Glorienschein des Kämpfers für tschechisches Volksrecht gegen deutsche Bedrückung, er wurde zum Schutzpatron des „böhmischen" Staates z un Symbol tschechischer Freiheit und dynastischer Ebenbürtigkeit mit den Mächtigen des Deutschen Reiches. Wenzel wird der nationale Herrscher, der im Himmel wohnt, während auf der Präger Burg, dem Hradschin, ein Fremder gebietet. St. Wenzel vermischt sich mit der Gestalt des St. Georg und mit der Kyffhäuser-Sage — er wird mit auf dem Weißen Berg geschlagen und lebt seitdem auf dem Berge Dlanik, aus dem er einst mit seinen Rittern hervorreiten werde, um dem Volke die Freiheit zu .bringen. „Ritter aus dem Berge Dlanik" — so hat man die tschechoslowakischen Legionen, die im Weltkrieg auf Briten der Entente gekämpft hatten, bei ihrem Einzug in Prag begrüßt; die St.-Wenzel- Legende ist damit, im Sinne Masaryks, „historische Tatsache" geworden. Die Tschechen haben sich keineswegs mit Legenden begnügt, wenn sie für ihre nattonalpolitische und -kulturelle Bedeutung zeugen wollten. Ein deutscher Historiker hat sie, hart aber nicht ganz unberechtigt, als eine „Ration von Urkundenfälschern" bezeichnet. Am bekanntesten sind die berühmten Königinhofer und Grünberger Handschriften, die Anfang des vorigen Jahrhunderts „entdeckt" wurden. Aber während ihr Verfertiger, Wenzel Hanka (17f 1—1861) sich damit begnügt hatte, „uralte" tschechische Heldenlieder mit ausgesprochen deutsch-seindlicher Tendenz zu dichten, hat sich ein mittelalterlicher „Kollege" dieses Mannes ein wesentlich praktischeres Ziel gestellt. Er fälschte ein angebliches Testament Alexanders des Großen, in dem das tschechische Volk — zain Universalerben des Mazedonierkönigs eingesetzt wurde. Abschriften dieser Handschrift finden sich in einigen Archiven Böhmens und Mährens. Das Original sollen einst slawische Mönche aus dem Fernen Osten mitgebracht und in einem Kloster der Prager Reustadt sorgfältig oufbewahrt haben. Dis zum 17. Jahrhundert glaubte man steif und fest an die Echtheit der Urkunde, obwohl der gelehrte Balbin (1621—1688) schon schüchterne Zweifel ausgesprochen hatte. Erst nach Oer Kleist-Preis 1929. Eduard Rcinachcr — Alfred Brust. Unter den Literaturpreisen nimmt der von der Kleist-Stiftung ausgesetzte eine eigene St'llung ein. Zunächst: er ist nicht für das „beste" Werk bestimmt; sodann: seine Verteilung obliegt einem einzelnen Dichter oder Kritiker, der für je ein Jahr zum Vertrauensmann der Kleist-Stiftung ernannt wird. Den Ramen eines Dichters für. diese Auszeichnung, der sich bei seinen Lebzeiten einsam und unbekannt, erfolglos und verbittert auszehrte — der Preis ist also bestimmt, Dichtern, die unter solcher Zurücksetzung leben und leiden, eine Anerkennung zu schaffen und als Ermunterung zu dienen. Das Preisrichteramt ist keinem Kollegium, sondern einem einzelnen übertragen worden, denn man wollte nicht, wie es bei solchen kollegialen Entscheidungen zu sein pflegt — daß die Zuerkennung des Preises durch ein Kompromiß zustande käme. Man erkannte natürlich an, daß die Verantwortung für einen einzelnen ganz untragbar sein müßte, wenn ihm zugemutet li er een sollte, unter Ta i en.en und Ab.rtausende l von Einsendungen und Empfehlungen „den Besten" herauszufinden, und daher traf man die überlegte Bestimmung, daß nicht „der Beste" zu krönen sei, sondern daß der Preisrichter nach seinem persönlichen Urteil und nach seiner eigenen Wertung verfahren müsse, wenn er nur einen herausfände, der eine Entwicklung verheißt, wenn er nur einen Dichter erkennt, der sich als eine versprechende, wenn auch noch nicht vollendete Potenz und Persönlichkeit darstellt. Der diesjährige Vertrauensmann der Kleist- Stiftung, Dr. Wilhelm von Scholz, hat sich durch das Mikrophon des Berliner Senders über die unendlicher Schwierigkeiten und Gewissenskämpfe ausgesprochen, denen er bei einer solchen Entscheidung als ein einzelner ausgesetzt war. Er hat beiläufig erzählt, daß die „letzte Rate" der Einsendungen, die ihm auf eine Reise nachgeschickt wurde, nicht weniger als „drei Zentner Dichtung" betrug. Man kann die Verwirrungen und die ganze Verantwortlichkeit des Richteramts aus dieser einen Angabe ermessen. Wilhelm von Scholz hat den Preis für 1929 zwei Dichtern zuerkannt, die heute noch keineswegs publikumsgerecht sind. Einer von ihnen, Alfred Brust, hat sogar bei seinen Dühnenspielen weder auf das heutige Theater noch auf die modernen Schauspieler, noch gar auf das Publikum Rücksicht genommen; man kann vielmehr langem Sträuben haben die tschechischen Patrioten zugegeben, daß es sich hier um eine kleine Urkundenfälschung handelte. In dem Testament, auf das nach dem Kriege erstmalig eine sudetendeutsche Zeitung die Aufmerksamkeit der Politiker gelenkt hat, spricht Alexander der Große als sein letztes Vermächtnis aus: „Die ganze Welt von Mitternacht bis in die wälschen Länder soll frei, erblich und für ewige Zeiten den Slawen gehöre n." Und er verfügte weiter, daß in seinem fernen Kronland Böhmen „niemand anders wohne oder sich niederlassen dürfe, denn allein die Slawen. Dauern sich aber jemand anderer daniederlassen würde, derselbe sollte ihre Knecht, und seine Rachkommen sollten ihren Rachkommen dienstbar sein und ewig bleiben". Und damit das Ganz: auch den gehörigen notariellen Amischarakler habe, heißt es am Schluß: „Gegeben in der neuangesangenen Stadt Alexandria an dem großen Wasser Rilo gelegen, im 12. Jahre unserer Reiche." Dahinter Unterschrift und Siegel. Dem Mittelalter ist diese Fälschung nicht so plump erschienen wie dem heutigen Menschen. Die Geister waren damals noch naiv und nahmen alle Unmöglichkeiten toihig hin. Zudem hat die Person Alexanders in der mittelalterlichen Romantik und besonders in Böhmen eine große Rolle gespielt. Hier schrieb Ulrich von Eschenbach seine berühmte „Alexandreis', einen Bandwurm von nicht weniger als 33000 langatmigen deutschen Versen, und auch tschechische Epiker haben den Stoff nach dem Muster der deutschen Rittersagen gestaltet. Wenn also Alexander sein Testament im Stile der Prager Hofkanzlei abfaßte, so ist das damals durchaus zeitgemäß gewesen! Die Mär von der großen Erbschaft, die Alexander seinen Tschechen hinterlassen habe, verbreitete sich — njcht zuletzt durch die vielgelesene Lügenchronik des berühmten Hajek von Liebotschau (geft. 1553) in allen Kreisen des tschechischen Volkes, und ist zu einem f e st e n Bestandteil der nationalen Leg en de geworden Und selbst der genannte Dalöin hat es auch nur über sich gebracht, sein gewiß nicht unberechtigtes Erstaunen darüber auszusprechen, daß Alexander der Große, der das Jahr 323 — also jenes in dem Testament genannte „12. Jahr unserer Reiche" — nachweislich in Mesopotamien verbrachte, eigens der Tschechen wegen in die „neuangefertigte" Stadt Alexandria gekommen sei. Aber wie ist Alexander der Große gerade auf die Tschechen verfallen? Auch diese Frage bietet der tschechischen Legende nicht die geringsten Schwierigkeiten, — sind doch die Tschechen das eigentliche Ur Volk der Welt; die tschechische Sprache bildet geradezu die Enkelin der Sprache Homers. So hat der tschechische Gelehrte A. F. Liebelt 1868 ein Buch geschrieben, in dem er den erstaunten Zeitgenossen ernsthaft den dringenden Rat erteilt, man möchte an den Gymnasien als Vorbereitung für den griechischen Unterricht zunächst einmal das stammverwandte Tschechisch betreiben. Das Wort Slawen, von dem griechischen syllambano abgeleitet, bedeute im übrigen die „Beistehenden", die „Hilfreichen" — was jeder Tertianer beim Studium der griechisch-grammatikalischen Ansangsgründe dankbar bestätigen toerbP! Aehnlich hat sich auch der Tscheche R. Zunkovic in seinem Buche „Wann wurde Mitteleuropa von den Slawen besiedelt?" (Kremsiar 1904) ausgesprochen. Er leitete zunächst das Wort Hellenen von dem tschechischen jelcni (die Hirsche) ab, entdeckte jedoch sagen, er habe sie bewußt vernachlässigt. Gemeinsam ist ihm mit Eduard Reinacher, dem andern Preisträger, daß Beide Dichter aus der heimatlichen Erde dichterische Kräfte zogen, daß sie in gewissem Sinne „Heimatdichter" sind, wenn man dem oft mißbrauchten Worte seine Enge nimmt und ihm die Bedeutung unterlegt, daß auch die Heimat zum Sinnbild der Welt werden kann. Eduard Reinacher ist 1892 zu Straßburg im Elsaß geboren und er lebt heute in Köln. Seine erste Erzählung aus dem Jahre 1917 heißt „Die arme Elisabeth", seine späteren Werke, Gedichte und Balladen, Erzählungen und Dramen, verraten z. T. schon in ihren Titeln den elsässischen Ursprung: ..Elsässer Gedichte und Elegien", und ..Das Elsässer Schiff"; beide Bände enthalten Lyrik, und da mit dieser Gattung heut: kaum durchzudringen ist, sind sie wohl dem Publikum ziemlich unbekannt geblieben. Seine sprachliche und darstellerische Kraft erinnert an die alten Tctm- tänze mit ihren Schauern, und es ist wohl kein Zufall, daß sich unter feinen Werken ein Balladenband .,Todestanz" befindet. Der „Dauern- zorn", für den er jetzt den Preis empfing, erschien als „kleines Drama" schon 1922, und drei Jahre später in einer Dühnenausgabe, und schildert die Erhebung eines kraftvollen erdgebundenen Volkes in wirkungsvoller, rhythmisch gesteigerter und doch künstlerisch gebändigter Sprache. Alfred Brust ist landschaftlich und künstlerisch durchaus sein Antipode. Im ostpreuhischen Insterburg geboren, hat er sich aus einer sehr bedrückten Jugendzeit in Tilsit nur unt r großen Entbehrungen zur Selbständigkeit des vogelfreien „freien Schriftstellers" heraufarbüten können; er lebt heute bei Cranz an der Ostsee. Seine Anfänge — Bühnenspiele — suchten, noch stark mit dem expressionistischen Gerät beladen, einen neuen Stil des Theaters und setzten eine nicht vorhandene Bühne und einen nicht existierenden Stil voraus. Visionäre Gesichte voller Ahnungen und Gärungen, aber ohne Plastik und Gestalt, Gewissenskonflikte, die in den höchsten Regionen ausgetragen werden, hatten sie auf der Bühne immer nur den Erfolg zweifelnder Anerkennung. Mit seinem Roman „Die verlorene Erde", dem er den Preis verdankt, sucht Brust einen neuen Realismus des Romans, der immer noch stark mit visionären Elementen durchflochten ist und ganz in einem symbolischen Ende aufgeht. Brust hat es hier unternommen — nicht Wissenschaftsich- ethnographisch. sondern nach seiner Art intu tio» religiös —, seelische Erlebnisse aus seiner östlichen Heimat darzustellen, die nahe an Rußland grenzt und irf deren Boden die verschiedenartig» bann, daß die alten Hellenen mit den Alanen identisch seien, einem angeblichen Zweige des tschechischen Volkes, dessen Rame soviel wie Viehzüchter bedeute. Wo daher die Wurzel „Al" in einem Wort auftrete, hi ttcn wir es mit uraltem tschechischen Kulturgut zu tun, und dabei kommt Zunkovic zu geradezu haarsträubenden Folgerungen. Richt nur Ala in Südtirol, sondern auch Al lenst ein in Ostpreußen sind tschechische Siedlungen, und vor allem Allah, der Prophet der Mohammedaner, ist — ein Tscheche gewesen. Ebenso ist es mit der Silbe Var, die auf urtschechisch soviel wie Weideplatz bedeutet habe. Und damit ist für alle Ortsnamen, in denen die Silben Werder (gleich dem südslawischen Varda) enthalten sind. der tschechische Ursprung dokumentiert. Wart.nberg, Werth und» Wörth wurden von Tschechen begründet, ebenso natürlich Temesvar und Peter» varlein. Ein ganz besonderer Triumph der tsch.chisch-legendären Wissenschaft aber ist, daß — nach Zunkovic — sogar die ägyptischen Pharaonen (Phar — Var) eine urtschechische Dynastie gewesen sind. Das angebliche Testament Ale-anders des Großen ist nicht die einzige mittel lt cliche Fälschung dieser Art. Da Herzog Boleslav II. (1173—1178) den Deutschen seines Reiches ein besonderes Privilegium für den freien Gebrauch ihrer Sprache „für ewige Zeiten" verliehen hatte, mußte von tschechischer Seite irgendein Schriftstück ausiinlig gemacht werden, durch das den verhaßten Eindringlingen ihr historisches Recht wieder entzogen wurde. Man stellte also ein noch älteres Privileg her, das in den Jahren der Hussitenkriege geradezu als Magna Charta der tschechischen Freiheit bewertct wurde. Es war darin behauptet, Boleslav I. habe im Jahre 1135 befohlen, daß künftig kein Deutscher in der Stadt Prag und in ganz Böhmen ein Amt bekleiden dürfe. Wer sich trotzdem in ein Amt zu drängen suche, dem solle die Rase abgeschnitten werden. Dieser deutschfeindliche Herrscher ist daher als Vater des Vaterlandes besungen worden. Der Reim- Chronist Dalimil pries ihn und berichtete, daß einst die deutschen Feinde, „die Disteln unter den Blumen", zu den Tschechen gekommen seien, und daß das deutsche Unkraut wohl das ganze Land überwuchert hätte, wenn es nicht durch den guten Herzog Boleslav so gründlich ausgejätet worden wäre. Ganze Schilde voll ab- geschnittener deutscher Rasen habe man dem frommen Fürsten dargebracht, und er habe die Ueberbringer mit 1OO Mark guten Silbers fürstlich belohnt! Die tschechische Legende ist nach der Schlacht am Weißen Berge mit St. Wenzel in den Berg Blanik gezogen, wo sie schlummerte bis in die Zeit der Romantik. Durch das Interesse deutscher Forscher für Geschichte, Volkslied und Ueber- lieferung der slawischen Stamme ist sie und mit ihr' auch der alte Deutschenhaß wieder zu neuem Leben erwacht. In erster Linie ist die wissenschaftliche Schule Schlczers zu nennen. Dann aber Johann Gottfried Herder, den man mit vollem Recht den „eigentlichen Vater der Wiedergeburt der slawischen Völker" genannt hat. Seine berühmten „Ideen zur Geschichte der Menschheit" fielen besonders bei den Tschechen auf fruchtbarsten Boden; nicht nur deshalb, weil seine Aufforderung, Sagen und Gebräuche unter den Slawen zu sammeln, von den Tschechen mit Eifer befolgt wurde, — weit darüber hinaus wirkte die überwallende Gefühlsseligkeit, mit der er das politische Schicksal der Slawen sentimental und historisch falsch beklagte. Danach sei der friedfertige Slawe stets das Opfer seiner Rach- bam gewesen und von dem deutschen „Drang nach Osten" unterjocht worden. Die slawischen Reste in Deutschland seien dem ähnlich, was die Spanier aus den Peruanern gemacht hätten. Herder wird dadurch geradezu der Kronzeuge für die panslawistische Gedankenwelt. Dazu kam der Einfluß der deutschen Geschichts- sten Kulturschichten übereinander lagern. Er hat mit diesem visionär-realistischen Epos auch zum ersten Male bei der ernsten Kritik rege Teilnahme gefunden. Goethe-Bund. Alfrcd-Bock-Feier. Alfred Dock, den nun Siebzigjährigen, zu ehren, hatte der Gießener Goci'c-Dund gestern abend zu einer Feier in der Reuen Aula der Universität seine Einladung ergehen lassen, der eine erfreulich große Zahl von Besuchern gefolgt war. Im Ramen des Bundesvorstandes ergriff Dr. Carl Walbrach das Wort zu einer einleitenden Ansprache, in der er zunächst die Erschienenen willkommen hieß. Sein besonderer Gruß an diesem Abend galt dem Jubilar, sowie den Derttetern der staatlichen und städttschen Behörden. Er feierte Alfred Bock als den schöpferischen Darsteller der Landschaft und der Menschen unserer Heimat. In dankbarer Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um den Goethe- Bund habe dessen Vorstand beschlossen, den Dichter zum Ehrenmitglied zu ernennen. Dr. Walbrach überreichte dem Jubilar die Verleihungsurkunde, deren Worilaut er verlas. Der Dichter nahm sie mit herzlichen Dankesworten entgegen und versprach, den Bestrebungen des Goethe-Bundes auch in Zukunft feine volle Kraft zu widmen. Im Anschluß hieran erhob sich Bocks Biograph, Fritz D r o o p , Schriftsteller und Journalist aus Mann^im, zu seinem Festvortrage. Er schilderte einleitend den in unserer Gegenwart sehr zu beklagenden Riedergang der deutschen Kultur, der sich in den mannigfachsten Erscheinungen, vor allem in mangelnder Ehrfurcht und geringer Schätzung ideeller Werte immer wieder betrübend offenbare. In seiner Würdigung von Bocks Werk und Persönlichkeit betonte der Vortragende bann, wie der Jubilar sich eine schöne Beständigkeit im Wandel der aufgeregten, modisch verwirrten Zeit zu bewahren gewußt habe. Seine hessische Heimat habe Bock zum Gesellen geschlagen und zum Meister gemacht; die Liebe zur Heimat, der er tief und unzertrennlich verwurzelt und zugetan sei, habe ihn davor bewahrt, zum Modeschriftsteller zu werden. Droop schilderte des ferneren mit vielen kritischen Ausblicken auf die gegenwärtig in Deutschland sich darbietende Kulturlage, wie neben dem Heimatcharakter doch stets das allgemein Menschliche Philosophie. Hegels Lehre, daß jeweils ein herrschendes Doll Träger des Weltgeistes sei, nicht minder aber auch Schelling, führten zu der Darstellung von der kommenden Vorherrschaft der Slawen hin. Damit ging die Legendenbildung — von den Ergebnissen der deutschen Forschungen angeregt — unter den tschechischen Gelehrten weiter. Ganz Europa ist nach ihnen von Slawen besiedelt, die Tschechen sind das wertvollste Glied dieser Völkcrsamilie, aber „sie können ihr Volk nicht lieben, ohne die Deutschen zu hassen". Deshalb heißt cs in dem gefälschten Heldengedichte der Königinhofer Handschrift, es sei „nicht gut, bei dem Deutschen das Recht zu suchen..." So hat der deutsche Geist wesentlich dazu beigetragen, die politische Legende der Tschechen wieder zu beleben. Sie richtete sich von vornherein in scharfe Kampfstellung gegen das Deutschtum; ihr Ergebnis ist die Gründung des tschechischen Staates, der auch wieder von der Legende umwoben ist. Die „Ritter aus dem Berge Blanik", die blaubemühten tschechischen Legionäre, die ja nur wenige Tage am Jsonzo und an der russischen Front gekämpft haben, sind die Bringer der Freiheit, die Heroen der „Wiedergeburt". Und bei der Wenzelfeier hat man des „ruhmvollen Freiheitslampfes" der Tschechen gedacht, der in Wirtlichkeit nur in einzelnen Meutereien und Sabotageakten und in Massendefertionen nach russischen Erfolgen bestanden hat. Aber für die politische Legende sind diese Tatsachen ebenso gleichgültig wie die Frage, wer der Begründer des Staates gewesen sei: Herzog Wenzel oder Alexander der Große! Dor den Landtagswahlen in Baden. In einem Lande, wo das Wahlrecht die Abhaltung von Rachwahlen während der Legislaturperiode unmöglich macht, sind die Wahlen zu den kleineren Parlamenten bis herab zu den- 1 jenigen für Kreistage oder Gemeinde als Gradmesser für die Entwicklung der öffentlichen Meinung von besonderer Wichtigkeit. Deshalb wird den am 27. d. M. bevorstehenden badischen Landtagswahlen im ganzen Reiche ein besonderes Interesse zugewandt. Wir haben seit langer Zeit keine Wahl gehabt, die ein so großes und wichtiges Teilgebiet des Deiches betraf; und die ruhige und staatsbürgerlich fortgeschrittene Gesinnung gerade der badischen Bevölkerung, die dem Lande die scherzhafte, aber durchaus berech- • tigte Bezeichnung als „Musterländle" in der Vergangenheit eintrug, verleiht ihrem Votum ein besonderes Gewicht. Die Verhältnisse sind insofern auch besonders stabil, als seit dem Umsturz Baden ununterbrochen die gleiche Regierungsmehrheit, die Weimarer Koalition, gehabt hat, allerdings mit starken Kräfteverschiebungen, bedingt durch den Rückgang der Demokrattschen Partei. Gegenüber 25 Köpfen damals sind in einem 72köpfigen Landtag heute nur noch 6 Demokraten vorhanden, die mit 28 Zentrumsabgeordneten und 16 Sozialdemokraten zusammen in der sicheren Mehrheit stehen, während je 7 Deutsch- nationale und Volksparteiler und 8 Angehörige aller übrigen Parteien und Gruppen außerhalb der Koalition stehen. Entsprechend den besonderen Verhältnissen und dem Ueberwiegen des katholischen Dolkstells sind in Baden vorwiegend Schul- und Kulturfragen parlamentarisch umstritten gewesen. Für die bevorstehende Wahl ist darauf bezugnehmend eine Kampfansage des Zentrums gegen den Sozialismus erfolgt; es haben sich aber auch außerdem veränderte Verhältnisse ergeben, insofern die bisher ganz einflußlosen Rationalsozialisten eine sehr starke Agitation entfalten, und es sind auch sonst Verschärfungen eingetreten, die man bisher in Baden nicht gewohnt war. Schließlich weckt auch noch ein stark vermehrtes Interesse für diese Wahl der Umstand, daß nach in Docks Werken zu seinem Recht gefommeit sei, wie aus Erlebnis und lebendiger Anschauung alles geflossen sei, was er im Laufe seines reichen Lebens geschaffen habe. Er lieh die markantesten Gestalten aus Docks Romanen und Rovellen Revue passieren und legte dar, wie sein Schaffen und seine literarische Sendung zu einem wesentlichen Teil der Verinnerlichung des Unterhaltungsromanes im besten Goetheschen Sinne gegolten habe. Ein Wort des im Kriege gefallenen Gorch Fock könne auf den Jubilar sinnvoll Anwendung finden: Dock habe in feinem Werk jene letzte, höchste Stufe dichterischen Schaffens erreicht, deren vornehme De- ftimmung cs sei, mit der Heimat im Herzen die Welt zu erobern und zu umfassen. Der Vortragende schloß seine von lebhaftem Deifall gefolgten Ausführungen mit dem schönen Wunsche des Dichters: „Tausend Glocken sollen es in unsere Herzen lauten: die Heimat sei unser Halt und Hort." 3m Anschluß an den Festvortrag las der in Hessen ansässige Dichter und Musiker Anton Dehner aus Docks Werken; cs war ein guter Gedanke gewesen, dem erst neuerdings ein wenig bekannt werdenden Künstler — soeben ist sein Roman „Antäus" erschienen — Gelegenheit zu geben, sich einmal einem größeren literarisch interessierten Publikum vorzustellen. Dehner las einige der feinsten und charakteristischsten Erzählungen Docks, den in seiner fast balladesken Knappheit erschütternden „Rapoleon", als schlichtes Stimmungsbild „Die gute Johanne", zuletzt als Kabinettstückchen, gleichsam mit einem heitern und einem nassen Auge, „Das Konrädchen". Die harmonisch und würdig verlaufene Veranstaltung sand eine aufmerksame, dankbare und beifallsfreudige Zuhörerschaft. Hochschulnachnchten. Der nichtbeamtete a. o. Professor an der Dres- laue r Universität, Studienrat Dr. Alfons Reh- ring ist vom 1. April 1930 an zum etatmäßigen ordentlichen Professor für vergleichende Sprachwissenschaft an der Universttät Würzburg als Rachfolger von Prof. W. Hävers ernannt worden. — Pros. D. Dr. Ernst Dar - nikol in Kiel hat den an ihn ergangenen Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für Kirchengeschichte und Religionsgeschichte des Urchristentums an der Universität Halle als Rachfolger von Pros. H. Dörries angenommen und wird fein neues Lehramt bereits zum bevorstehenden Wintersemester übernehmen. einem neuen Wahlsystem gearbeitet wird. Zum ersten Male wirkt sich eine Aufteilung der bisherigen 7in22kleineWahlkreise aus, die eine stärkere persönliche Verbindung zwischen Wählern und Gewählten ermöglichen und den allgemein geäußerten Bedürfnissen nach einer Wahlreform für das ganze Reich besser entsprechen. Außerdem wird dabei von dem reinen Proporzsystem insofern abgewichen, als nicht der Wahlquotient von 10 000 unbedingt erforderlich ist, um ein Mandat zu erlangen, sondern als Durch Sammeln der Reststimmen und der 10 000 nicht erreichenden Stimmen für die einzelnen Parteien und Wahlkreise denjenigen Kandidaten die Wahl gesichert wird, die die Höch st e Zahl R e st st i m m e n erreicht haben. Man wird also aus diesen Neuerungen auch wahltechnisch einige bedeutungsvolle Erfahrungen ziehen können. Unter diesen Umständen ist eine Prognose nicht einfach. Trotzdem darf man mit einiger Wahrscheinlichkeit die Wiederkehr der gleichen Koalition Voraussagen, die seit 1918 die Geschicke des Landes gelenkt hat. Baden ist von jeher ein Zentrum des Fortschritts und der staatspolitischen Kräfte gewesen. Eine aufmerksame Verfolgung der politischen Symptome, die sich dort in engerem Rahmen zeigen, vermag deshalb in der Regel Lehren für die Gesamtheit des Reiches zu erbringen. Oberheffen. Landkreis Gießen. n. Großen-Linden, 24.Okt. Gestern nachmittag 4.30 Uhr flogen 36 Wildgänse in südlicher Richtung über unsere Stadt. Der übliche „Einer" kam vollendet zum Vorschein. Sieben Gänse bildeten den kleinen, die übrigen den großen Haken. — Zur Gemeinderatswahl sind hier zwei Vorschläge eingereicht worden: der eine enthält die sozialdemokratischen, der andere die bürgerlichen Kandidaten. Landwirte, Gewerbetreibende usw. haben diesmal einen gemeinsamen Vorschlag. — In die Liste zum Volksbegehren haben sich hier bis jetzt zwei Personen eingetragen. -r. Lang-Göns, 24. Okt. Zu der Gemeinderatswahl sind im ganzen fünf Wahlvorschläge eingereicht worden: Vom Bauernbund (K. K. Rern, Gemeinderat und Landwirt: Ant. M ü l l e r XXXII., Gemeinderat und Landwirt: Karl Berg k, Gemeinderat und Förster): von den Sozialdemokraten (Hch. Müller, Gemeinderat und Schlosser: Hch. Schaub, Gemeinderat und Bauunternehmer: Wilh. Rudolph, Gemeinderat und Dahnarbeiter: Aug. Krämer, Händler): vom Gesangverein „Frohsinn" (Karl Schmid t III., Gemeinderat und Landwirt: Wilh. Müller, Bahnbeamter: Karl Müller, Landwirt: Wilh. Hofmann, Vorarbeiter): die sogenannte Reue Liste (Wilh. Wentzel, Landwirt: Otto Velten, Landwirt: Hch. Frey II., Landwirt): vom Gewerbeverein (Fabrikant Gaß, Gemeinderat). 3n dem jetzigen Gemeinderat ist eine Mittelstandspartei vertreten, die jetzt aber keinen Wahlvorschlag eingereicht hat. M Lollar, 24.Okt. Wie in den Vorjahren, so wird auch in diesem Jahre die Sängervereinigung Lollar am ersten Sonntag im Rovember im Saalbau „Zur Linde" ein Winterkonzert veranstalten. Die reichhaltige Vor- tragsfolge sieht neben großen Chören und schönen Volksliedern des gut geschulten,. unter der bewährten Leitung von Lehrer Richard Rohde aus Marburg stehenden Vereins die Mitwirkung des Musikkorps des 1. (Hess.) Grenadier-Bat. 15. Inf.-Rgts. aus Gießen, unter der persönlichen Leitung des Obermusikmeisters L ö b e r, vor, so daß ein in jeder Hinsicht hoher und seltener Kunstgenuß der Einwohnerschaft von Lollar und Umgebung geboten werden wird, Der Verein hat ferner für das kommende Jahr eine Liehe in Ketten. CRoman von Hans Mitieweider. Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). 21 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Dort bleibst du dann, bis hier alles vorüber ist!" sagte er. Da erst wurde Käthe wirklich froh. Run war sie sicher, daß sie Berndt Klausen nicht begegnen würde. Und sonst konnte er ja nie erfahren, daß seine „Frau" hier als Gattin eines anderen lebte. Zum ersten Male kam ihr der Gedanke, ob er denn nie Gewissensbisse verspürt 'hatte, weil er sein junges Weib allein in der fremden Stadt gelassen hatte. Und er muhte sie vorsätzlich verlassen haben! Sonst hätte er ihr nicht das Geld dagelassen, aber keine Papiere! Berndt Klausen mußte ein Schurke sein! Wie ein Schurke hatte er an ihr gehandelt! Und wegen eines solchen Ehrlosen sollte ihr Glück in Scherben gehen dürfen? Konnte Gott im Himmel derartiges zulassen? „Rein, nein!" antwortete sie sich selbst auf diese Frage. Felix brachte Käthe selbst nach Ronnenwcrth, ohne Tante Adelheid vorher zu benachrichtigen. So kam es, daß beide eine unangenehme Ueber- raschung erlebten. Als sie vor der Tür vorführen, erschien nicht nur Frau Dottrup, sondern hinter ihr tauchten noch zwei Frauengestalten auf. Erblassend erkannte Käthe neben der Baronin chre Feindin. Isolde Kletten war in Ronnenwerth! Wenn sie wieder dortbleiben wollte? Käthe nahm sich zusammen, daß sie den prüfenden Blick der Baronin aushalten konnte. Da die Mutter sah, wie glücklich ihr Sohn aussah, vergaß sie alles, was Isolde Kletten vielleicht an Gift schon in sie geträufelt haben mochte. Sie begrüßte Käthe mit aller Herzlichkeit. Da Felix nach Turnau mußte, blieb er nur einen Tag da. Und nachdem er zärtlich Abschied von Käthe genommen hatte, begab sie sich zu Tante Adelheid. Beide schütteten ihr Herz voreinander aus. Wieder fühlte die junge Frau sich versucht, ihrer gütigen Beschützerin auch noch das letzte anzuvertrauen. Doch wieder fand sie den Mut nicht, und Tante Adelheid atmete auf, als sie erfuhr^ daß ihre Richte ihrem Gatten alles anvertraui hatte. ■ „Bodenstein ist ein Ehrenmann, wie man ihn selten trifft!" sagte Frau Dottrup endlich. ..Ich rate dir sehr, Kind, dich nur an ihn zu wenden, wenn du einmal eine heikle Angelegenheit haben solltest. Du wirst merken, wie wunderbar zart- zweitagige Rheinreise vorgesehen, wöbet den bis dahin von fremder Besatzung befretten rheinischen Brüdern an einem noch zu bestimmenden Orte ein „Rheinischer Liederabend" geboten werden soll. * Burkhardsfelden. 24.Okt. Bei der am Sonntag hier stattgehabten Bürgermeisterwahl erhielt unser seitheriger Bürgermeister Joh. Alb ach 311 Stimmen. Der Gegenkandidat Adolf Horn, der uor der Wahl zurückgetreten war. erhielt sechs Stimmen. Wahlberechtigt waren 453 Wähler. Für die Wahl zum Beigeordneten ist nur ein Wähloorschlag eingereicht worden, der auf Heinrich Heuser, Pflastermeister, lautet. Dieser gilt mithin als gewählt. 5 Wirberg, 24. Oft. Das Erntedankfest wurde am letzten Sonntag in unserem Gotteshaus für die Gemeinde Göbelnrod und Rein- hardshain gefeiert. Die Kinder hatten, wie alljährlich, ein Erntefestspiel eingeübt und brachten unter Gesang des Ernteliedes ihre Gaben zum Altar. In der Filialkirche zu Harbachs wurde am gleichen Tage und in derselben Weise das Erntedankfest gefeiert. Beide Gottesdienste waren von einer zahlreichen Gemeinde besucht. Der Pfarrer sprach an der Hand des Heilandwortes aus Johannes 4 von der anderen Speise und der Aufgabe am Erntedankfest als solche die Segen empfangen haben, anderen Segen zu bringen. D Grüningen,24.Okt. In einer außerordent- lichen Generalversammlung des Gesangvereins „Eintracht" wurde u. a. beschlossen, am zweiten Weihnachtsfeiertag einen Theaterabend, verbunden mit Verlosung und Tanz, zu veranstalten. Auf Vorschlag des 1. Vorsitzenden Adam Buß soll im nächsten Sommer ein gemeinschaftlicher Ausflug stattfinden. Als Ausflugsorte kommen Heidelberg oder die Edertalsperre in Betracht. • Hungen, 24. Ott. Allen, die zu dem am vorigen Freitag dahier verladenen Eisenbahnwagen Raturalliebesgaben für das Elisabethen st ist in Darmstadt beisteuerten, und für die Einsammlung, Ausfuhr und Verladung tätig waren, gebührt dankende Anerkennung. Die Pfarrei Langsdorf hatte schon in Langsdorf mit Verladen einen guten Anfang gemacht. In Hungen kamen dazu: aus Hungen selbst vier Fuhren, aus Langd zwei schwere Fuhren, aus Utphe eine schwere Fuhre, ferner zwei Fuhren aus Rodheim und je eine aus Inheiden und aus Villingen. Eine Fuhre aus Ronnnenroth wird voraussichtlich noch in Bellersheim mitverladen werden. Steinheim hat wieder das hiesige Krankenhaus fürsorglich bedacht. Langd lieferte außer Obigem noch 10 Zenter Kartoffeln und 3 Zenter Obst als Liebesgabe an das Egl. Schwesternhaus in Gießen. Die Fracht wurde durch Geldspenden aus den Gemeinden bezahlt. Der größere Teil der Spenden konnte dem Elisabethenstift überwiesen werden, da allein in Hungen über 100 Wk. eingegangen waren. s. Trais-Horloff, 24. Okt. Die durch die Versetzung des Lehrers Roth nach Klein-Linden freigewordene S ch u l st e l l e versieht bis zum Wiederausschreiben derselben die Lehrerin Frl. Müller, die seither in Klein-Linden wirkte. Sie hat die Unterklasse, Lehrer H a s s i n g e r die Oberklasse übernommen. s. Utphe, 22. Okt. Dieser Tage fand hier eine Tagung der Pädagogischen Arbeitsgemeinschaft Lich — Hungen im Schulhaus statt. Im Mittelpunkte stand eine Unterrichtsprobe in Raturlehre, die Lehrer Arnold in der Oberllasse abhielt über die Frage: „Was läßt sich alles mit einer ausgebrannten Glühbirne zeigen?" An Hand einer ganzen Reihe einfacher Versuche sanden die Schüler selbst daß die atmosphärische Luft einen Druck ausübt, einen Raum einnimmt, stellten ihr Gewicht fest, sowie die Ausdehnung bei Erwärmung und Zusammenziehung bei Abkühlung u. a. m. Wesentlich hierbei war, daß alle Versuche mit kostenlosem Material vorgenommen und von den Schülern selbst ausgeführt werden konnten, so daß das Arbeitsprinzip voll und ganz zur Gel- hing kam. In der Aussprache wies der Letter der Arbeitsgemeinschaft, Lehrer Roth, auf diese beiden Umstände besonders hin, da für kostspielige Apparaturen den einfachen Schulen keine Mittel zur Verfügung stünden. Lehrer Arnold führte ergänzend aus, daß sich noch eine Reihe weiterer physikalischer Erkenntnisse mit der Glühbirne gewinnen lasse. Cs schloß sich em Vortrag des Lehrers Böttcher (Steinheim) über „Selbstverwaltung der Schüler" an. In sehr gründlicher Weise wurde die hierüber vorhandene Literatur, sowie eigene Erfahrungen vorgetragen. Rach der Aufstellung eines Arbeitsplans für die kommenden Tagungen wurde in der Gastwirtschaft Rühl ein gemeinsames Mittagessen eingenommen. Rachmittags schloß sich eine Konferenz des Be z i r k s le h r e r v e r- eins Hungen an. Der Obmann, Lehrer Schmidt, Hungen, nahm in herzlichen Worten Abschied von dem durch seine Versetzung nach Klein-Linden ausscheidenden Mitglied Roth. Alsdann erstattete er Bericht über die Vertreterversammlung des Landeslehrervereins in Frankfurt. Zum Schluß wurde Stellung genommen zu den Wahlvorschlägen für das Kreisschulamt. Kreis Friedberg. WSR. Bad-Rau he im, 24. Okt. Für die bevorstehenden Stadtratswahlen sind in unserer Stadt acht Wahlvorschläge eingereicht worden. Außer sieben Listen politischer Parteien ist eine sog. unpolittsche Liste eingegangen, deren Anhänger schon im letzten Stadtrat vertreten waren. Gegenüber der letzten Stadtratswahl von 1925 ist die Zahl der Vorschlagslisten um drei zurückgegangen. — Dis zum gestrigen Tage hatten sich hier 104 Personen in die Liste für das Volksbegehren eingetragen, eine in Anbettacht der Wahlberechtigten (über 5000) außerordentlich niedrige Zahl. 0 (Sambach, 24.Oft. Vor einigen Tagen veranstaltete der hiesige Ob st- und Gartenbauverein eine Obstausstellung. Als Ausstellungsraum hatte man den geräumigen Saal der Gastwirtschaft „Zum grünen Baum" von Wilh. Weisel gewählt und damit eine gute Vorbedingung für das Gelingen der Ausstellung geschaffen. In dem mit Tannen und Baumgrün geschmackvoll dekoriertem Saale war auf langen Tischen das Obst in verschiedenen Gruppen ausgestellt. Die Gruppe I umfaßte Tafelobst (drei Tafeläpfel und zwei Tafelbirnen): die Gruppe II umfaßte Wirtschaftsobst (drei Wirtschaftsäpfel und zwei Wirtfchaftsbirnen): Gruppe III waren drei Sorten Tafeläpfel: Gruppe IV drei Wirt- schaftsäpfel; Gruppe V eine Sammelgruppe, jedoch nicht mehr als fünf Sorten: dazu eine Sondergruppe für Zwergobst und eine für das Obst der Gemeinde. Die Ausstellung hat gezeigt, daß das Obst trotz der Trockenheit während des ganzen Sommers sich äußerst zufriedenstellend entwickelt hat. Das ausgestellte Obst war von solcher Schönheit und Qualität, so daß es für die beiden Preisrichter, Stadtbaumwart B i l l a s ch, Friedberg, und Obergärtner H i l d von der Obstbauschule, Friedberg, keine leichte Aufgabe war, das Beste von dem ausgestellten Früchten herauszufinden. Die Bewertung hatte folgendes Ergebnis: Es erhielten in Gruppe!: Georg Jakob Klein mit 20 Punkten den Ehrenpreis und 1. Preis, Bürgermeister Bock, Wilh. Ludw. Metzger und Karl Dingel mit je 18 Punkten einen 2. Preis und Ehrenpreis. Gruppe II: Wilhelm Mohr mit 18 Punkten einen Ehren- und 1. Preis, Konr. Jak. Duh mit 16 Punkten einen 2. Preis. Gruppe III: Georg Jakob Klein mit 19 Punkten einen Ehren- und 1. Preis, Jean Cberh. Duh und Gg. I. Klein mit. je 18 Punkten einen 2. Preis. Gruppe IV: Heinrich Sern II. mit 18 Punkten einen Ehren- und 1. Preis. Gruppe V: Otto Mohr mit 19 Punkten einen Ehren- und 1. Preis: Jakob Wächter, Karl Dingel, Jakob Duh IX. mit je 18 Punkten je einen 2. Preis. fühlend er ist und wie er sich für feine Freunde und alle, die er feines Vertrauens für wert hält, mit allen Kräften einsetzt! Wehe aber dem, der sein Widersacher ist!" Da beschloß Käthe, sich an diesen Mann zu wenden, falls ihr Geheimnis entdeckt werden sollte. Und dieser Vorsatz gab ihr die innere Ruhe zurück, daß sie die Rahe der verhaßten Isolde gelassen ertrug. Tante Adelheid hatte in ihrer Freude über das Glück des jungen Paares wieder zahlreiche Freunde zu sich geladen, und Ronnenwerth war voll von Gästen. Roch hatte Käthe der Tante nicht anverttaut, daß sie Mutter zu werden hoffte. Frau Adelheid war zu sehr beschäftigt. Aber eines Tages hatte Käthe doch eine große Freude. 2As sie auf die Terrasse trat, die sich hinter dem Hause auf der Parkseite befand, und wo sich meist die Gäste zu versammeln pflegten, wenn sie sich nicht auf den Spielplätzen vergnügten, erhob sich aus dem einen der Korbsessel ein schlanker Mann. „Herr von Dodenstein!" rief Käthe in herzlichster Freude, und eilte ihrem Freunde entgegen. Sie war bald in eifrigem Gespräch mit ihm, und er erzählte ihr von dem Desuch Isolde von Klettens. „Gnädige Frau," sagte Dodenstein. „Fräulein von Kletten wird nichts gegen Sie vermögen. Ihr Herr Gemahl weih durch mich, warum wir Vorgaben, Sie seien unmittelbar von Java hierhergekommen. Er hat eingesehen, daß dies unbedingt notwendig war, um erstens einmal Sie vor vielen neugierigen und zudringlichen Fragen zu schützen, dann aber auch, um b:e Verwandten jenes Elenden zu schonen, der Sie Ihrer sonnigen Kindheit beraubte, um Ihr Vermögen an sich zu bringen. Diese Verwandten ahnen vorläufig nur, daß da etwas nicht ganz stimmt, aber wenn ... Genug davon! Ich erwähne es, damit Sie sich nicht etwa ängstigen. Sie haben sich einst meinem Schutze anvertraut, und dieser soll Ihnen bleiben, was auch kommen mag.“ Da drückte Käthe dankerfüllt die Hand des Sprechers, älnd jetzt fand sie den Mut zu der Frage: „Werden Sie wirklich nie in dem Vertrauen zu mir wankend werden, Herr von Dodenstein, auch wenn der Schein wider mich zeugen würde?" Er schaute sie prüfend an. Hätte er jetzt eine Frage an sie gerichtet, so hätte sie ihm alles gestanden und ihn um seinen Rat, um seine Hilfe gebeten. Doch er fragte nicht. Er sagte nur: »Sie werden in mir einen Freund besitzen, was auch kommen mag. Ich hoffe, Sie haben schon jetzt diese Gewißheit und werden sie nie ver- lieren." „Hie, Herr von Dodenstein!" „Dann ist es gut. Ich will Ihnen bloß noch sagen, daß ich zwar von keiner Seite einen Auftrag dazu habe, daß ich aber aus freien Stücken diese Dame beobachten und sie stellen werde, sobald ich sie auf Schleichwegen ertappe." Sa atmete Käthe wie erlöst auf. Jetzt wußte sie sich geborgen. Wenn das Schlimmste eintrat, dann würde sie in diesem Manne einen starken Helfer finden. Sie drückte ihm noch einmal dankbar die Hand. Isolde hatte eingesehen, daß sie vorderhand nichts erreichen konnte. Sie hatte Ronnenwerth deshalb verlassen und war wieder nach Werdenfels übergefiedelt. Ihre Wut gegen Käthe aber hatte eine Höhe erreicht, daß sie nicht mehr zurechnungsfähig war. Sie hätte Käthe kaltblütig vergiften können, hätte sie nur die Möglichkeit dazu gehabt. So aber konnte sie nichts tun, als Rachepläne ersinnen. Marternder als je erwachte zugleich in ihr die Eifersucht, regte sich in ihr dec Wunsch, Felix doch noch zu gewinnen. Es stand in ihr unumstößlich fest, daß sie nicht aus der Rahe des geliebten Mannes weichen durfte. Rur so konnte sie die günstige Gelegenheit äbpassen, ihn einzufangen. Sie lag in einem Sessel ihres Zimmers und sann vor sich hin. „Unb doch werde ich ihn vor meine Füße zwingen!" rief sie laut. „In dieser Stunde schwöre ich mir, daß ich nicht ruhen werde, bis ich die beiden voneinander getrennt und mich an die Stelle der Verhaßten gesetzt habe!" Sie hob die geballten Hände, ihre Augen glühten in Haß, Reid und Eifersucht. Aber dann brach sie in ein hysterisches Weinen aus, das lange anhielt. Erst der Gedanke, daß sie nicht in Werdenfels bleiben konnte, brachte sie wieder zur Desinnung. Sie mußte überlegen, wohin sie gehen sollte. Sie hatte wirklich keine große Wahl. Plötzlich lachte sie höhnisch auf. Sie hatte mit ihrer Spürnase von der Begegnung der Tumaus mit dem Ehepaar Altberg erfahren. Sie wußte auch, wer die Gräfin Altberg war. Hnb darauf gründete sie ihre nächsten Pläne. „Ich hab's!" murmelte sie. Roch in der gleichen Stunde verließ sie Werdenfels, nachdem sie sich schriftlich bei der Baronin entschuldigt hatte, die noch in Ronnenwerth weilte. Isolde von Kletten lieh sich nach Berlin bringen und fuhr vom Anhalter Bahnhof nach Süden. Graf Altberg staunte jedenfalls nicht wenig, als er, eben im Begriff, mit Berndt Klausen das Schloß zu verlassen, ein Mietauto vorfahren sah, dem Isolde von Kletten entstieg. „Das nennt man einen äleberfall, Herr Graf, nicht wahr?" rief sie, übermütige Laune heuchelnd'. Sondergruppe (Zwergobst als Tafelobst): Richard Weisel mit 19 Punkten einen Ehrenpreis und einen 1. Preis. Auch die Gemeinde hatte in einer Sondergruppe ihr Obst ausgestellt und erzielte damit mit 19 Punkten einen Ehrenpreis und einen 1. Preis. Sie Zuerkennung des Preises bedeutete zu gleicher Zeit eine Anerkennung des unermüdlichen Wirkens unseres Gemeindebaum- wartes Räck. Sie Ausstellung war wieder ein voller Erfolg für den Verein. Surch Stiftungen der Landwirtschaftskammer und des Kreisobstbauvereins konnte den Ehrenpreisträgern ein sichtbares Zeichen der Anerkennung in Form eines Wertgegenstandes überreicht werden. Kreis Biidinqerr. 4= Ortenberg, 24. Oft. Zum Erntedankfest, das am Sonntag gefeiert wurde, hatte sich die Gemeinde zahlreich in der Kirche eingefunden. Ser Gottesdienst, in dem Pfarrer Letzing in erhebenden Worten predigte, wurde verschont durch Gesangsvorttäge der Schulkinder und einen Cellovortrag des Forstaffessors Behringer, den Lehrer Köhler auf der Orgel begleitete. Ausgesuchtes Obst und Feldfrüchte 'zierten den mit Blumen reich geschmückten Altar. — Ser Ob st handel will in hiesiger Gegend nicht recht in Gang kommen. Obwohl Breslauer Händler große Mengen Obst gekauft haben, lagern sowohl in Ortenberg selbst, als auch in den Dör- fern der Umgebung noch erhebliche Quantitäten Tafel- und Wirtschaftsobst, für welches von den wenigen hierherkommenden Händlern^ nur ganz geringe Preise geboten werden. Es wäre sehr zu begrüßen und läge im Interesse sowohl der Produzenten als auch der Abnehmer, wenn sich recht viele weitere Händler und Obstinteressenlen für die Obsterttägnisse unserer Gegend interessieren würden, damit auf der einen Seite die Erzeuger ihr Obst zu annehmbarem Preis loS werden, und auf der anderen Seite die Händler sich das noch verfügbare Obst sichern, das im Aussehen und auch qualitativ an erster Stelle steht und mit dem im Handel Ehre eingelegt werden kann. ± Fauerbach, 24. Okt. Am Sonntag wurde in unserer Gemeinde das Erntedankfest gefeiert. Sas Gotteshaus war sehr gut besucht. Ser Aufgang zum Altar, sowie der Altar selbst waren von den Konfirmanden mit schonen Blumenstöcken und vielen Feld- und Gartenfrüchten aufs schönste geschmückt. Erntelieder und Gedichte umrahmten den Altardienst. Pfarrer W e i dner (Ober-Lais), der zur Zeit den Pfarrdienst in unserer Gemeinde versieht, wies in der Predigt im Anschluß an Apostelgeschichte 14, 17 auf den reichen Erntesegen des Jahres 1929 hin und ermahnte zum rechten Sank, der sich in Liebe, Treue und Ehrlichkeit zeigen müsse. Die Kollekte, die vornehmlich für die Dekanatskran- kenpflege bestimmt war, ergab den ansehnlichen Betrag von 23 Mark. A Kohden, 22.Oft. Zur demnächstigen Gern e i n d e r a t s w a h l ist hier nur ein Wahl- Vorschlag eingereicht worden, der die Namen der seitherigen Gemeinderatsmitglieder an erster Stelle sämtlich wieder aufführt. Dadurch erübrigt sich hier eine Wahlhandlung. Kreis Schotten. ± Ober-Lais, 24. Okt. Im Kirchspiel Ober-Lais-Glashütten wurde am Sonntag das Erntedankfest gefeiert In beiden Gemeinden predigte in stark besuchten Gottesdiensten der Ortsgeistliche über den christlichen Emtedank bei so reichem Erntesegen, wie er in dem abgelaufenen Erntejahr unter Dach und Fach gebracht werden konnte. Der Segen dieses Erntejahres müsse uns alle mit tiefer Dankbarkeit erfüllen. Sie lege den Grund zu einer neuen, besseren Menschengemeinschaft. § Stumpertenrod, 24. Oft. In unserem 520 Einwohner zählenden Dorf ist in diesem ganzen Jahr noch fein einziger Todesfall eingetreten. Die letzte Beerdigung war ein paar „Ich sehe Ihrem entsetzten Gesicht an, daß Sie mich zu allen Teufeln wünschen! Ditte, tun Sie sich keinen Zwang an, Graf Altberg..." „Aber meine Gnädigste, meine GnädigsteI" erwiderte er, ihr die Hand küffend. „Wie dürfen Sie so sprechen! Ich bin außer mir vor Entzücken über diese unerwartete Ehre! Darf ich Sie bitten, mir ins Haus zu folgen? Meine Frau ist leider nicht zugegen. Aber einem verheirateten Manne ist ja wohl gestattet, Samenbesuche auch in Abwesenheit feiner Frau zu empfangen. ilnb ich weiß, daß meine Derty sehr bedauern wird, nicht die Honneurs machen zu können!" „Wollen Sie mich nicht mit Ihrem Begleiter bekannt machen?" „Selbstverständlich! Verzeihung, Gnädigste! Herr Verndt Klausen, berühmter Ingenieur, dessen Hilfe ich erbeten habe!" Derndt Klausen? Ser Klang dieses RamenS durchzuckte Isolde merkwürdig. Während sie die tiefe Verbeugung des Technikers durch ein leichtes Reigen des Hauptes erwiderte, musterte sie ihn scharf. „Wo habe ich ihn nur schon gesehen?" fragte sie sich. Doch alsbald erkannte sie, daß dieses Gesicht Ujr gänzlich fremd war. Rur der Rame war ihr vertraut. Wo indessen hatte sie ihn gehört? Sie kam und kam nicht darauf. Sa der Gras sie ins Haus geleitete, wo er dem Hausmeister Auftrag gab, für das gnädige Fräulein Zimmer zurechtzumachen, konnte Isolde vorläufig nicht weiter nachdenken. Aber Isoldes Gedanken kehrten immer wieder zu Derndt Klausen zurück. Lange, lange sann sie vergeblich, und schon hatte sie sich entschlossen, ihn zu fragen, da kam ihr ganz jäh die Erinnerung. Es war, wie wenn ein greller Blitz die tiefe Dunkelheit der Rächt erhellte und plötzlich Singe zeigte, die in dieser verborgen gewesen waren. Isolde besann sich, daß sie den Hamen Derndt Klausen auf jener Zeitungsseite gelesen hatte, bei deren Lektüre sie Käthe Turnau beobachtet und zusarnmenzucken gesehen hatte. Sofort dachte sie nach, was damals dort gestanden haben konnte, und immer llarer kam ihr die Erinnerung. Sie flieg in ihr Zimmer hinauf, öffnete ihren Koffer und suchte nach dem Zeitungsblatt. ilnb sie fand es tatsächlich, entfaltete es mit vor Erregung zitternden Händen und überlaS mit funkelnden Augen die Rottz, die Demdt Klausen betraf. Sie wußte jetzt ganz genau, daß Käthe gerade diese Hottz herausgerissen hatte. Diese Rachricht also mußte etwas enthalten, was der Verhaßten einen jähen Schreck eingeflößt hatte. (Fortsetzung folgt.) ÄÄ ^rein. Ä Met «n l*>»nbff*6«Se$ ''»t>«iätt*J"W«S Ktfennuna i! 2 c,n W ^cht tDcrben,5onn eblcä Eiligen. H«k^mto^nl{bQnf. ’n b^t Kir^ Q ? sich ; «J dem JWuS 1 ^editztr toitrXA^^’ng 5(Jet ^uuS.^w c.Quf der £wln,9et. *»" k; ? ä )bst X?S»««h4. ^fU SEftÜ?« MLZ 1 aus der emen Seite di» Smb^em k» , Äderen Sr.te die SVmh. Si?n?hft das hn Quautatiö an erster Stelle lm §Qniri Ehre eingelegt ■4. Olt Am Sonntag wurde das Erntedankfest ge- aus war, sehr gut besucht, mar, sowie der Altar selbst Nrmcmden mit schönen Au« ".Leid- und Tartenfrüchten luat. Erntelieder und Veden Altardienst. Pfarrer ü), der zur Zeit den Pfarr- neinde versieht, wies in der an Apostelgeschichte 14, 17 -legen des Jahres 1929 hin rechten Dank, der sich in hrlichkeit zeigen müsse. Die nlich für die Dekanatskran» xit, ergab den ansehnlichen Oft. Zur demnächstigen Te- l ist hier nur ein Wahl- cht worden, der die Namen der ratsmitglieder an erster Stelle chrt. Dadurch erübrigt sich hier is Schotten. . 24. Ott 3m Kirchspiel $ Jütten würbe am tebantfefi gefeiert 3n tebigtc in stack besuchten ^geistliche über den W v reichern ErnKleFrn. wie er Vrniesahr unter Dach und n tonnte. Der Segen dieses ns alle mit tiefer Dankbar« e den Grund zu einer neuen, meinfchast. . .rod 24.Ott3nunterem520 n Dors ist in bie|em flQn' ein einzigerT°d rfa SSsBÄ ■x einem •_ 2ll>. ,t Damenbesuche a^. ■$ lusen, oc,^ “* * An?“ Slk. ®a=.® Lsth« <*« e sie Ä, h^e-* fen •jftS daw°^ ihr ,lC Trib immet Ö -mh tsttr, unD -sfuete W r Ztw^^Zeitüng^^ mit es 'asia^Anden “JJ 8?**.#** SZ^- Tage vor Weihnachten 1928, also vor über zehn I Monaten Gewiß ein seltener tSatt und ein Zeichen des hier herrschenden guten Gesundheitszustandes. Starkenburg WSN. Darmstadt, 24.Dtt. Zu den bevorstehenden Kommunalwahlen sind hier e l f Wahlvorschläge eingegangen. Neben den alten Gruppen Deutschnationale, Deutsche Dolkspartei, Demokraten, Zen rum und Sozialdemokraten erscheinen wieder oder neu Nationalsozialisten, Volks- rechtpartei (Aufwertungspartei), Freie Wahlvereinigung (Syndikalisten, Komm. Opposition), Kommunisten, Gewerbepartei und eine Positive Arbeitsgemeinschaft, an deren Spitze der Herausgeber der kritischen Wochenschrift „Datterich" steht. Preußen. Kreis Wetzlar. (D Dutenhofen, 22. Oft. Die Gemeinde beschloß die Anschaffung eines Leichen- wagens zum Preise von 1200 Mark und gab ihn dem Wagenbauer Karl Schmidt, Klein-Linden, in Auftrag. An freiwilligen Beiträgen dazu (durch Haussammlungen) gingen 704 Mark ein. Eine was- Sve Wagenhalle wird gegenwärtig als Verlängerung er Friedhofskapelle durch Maurermeister Bechtold von hier erbaut. L Erda, 24. Ott. Auch in unserer Gegend machen sich die Schwarzkittel immer mehr bemerkbar. So konnte dieser Tage Förster Stünz von hier in der Nähe der Eisernen Hand wieder einen Keiler im Gewichtvon 1 4 0 Pfund erlegen. Dies ist schon der zweite Keiler, den Förster Stünz in diesem Jahre erlegt Hut. <> Ebersgöns, 24. Oft. Auf den Antrag mehrerer Ortseinwohner auf Entwässerung ihrer Grundstücke hat der Gemeinderat beschlossen, den unteren Teil desDorfes zu kanalisieren. Die Ausführung der Arbeit wurde dem Bauunternehmer Zöller in Dornholzhausen und dem Maurermeister Hofmann von hier übertragen. Mit den Arbeiten ist bere'tZ begonnen worden. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf rund 17 000 Mk. Da die Gemeinde diesen Betrag aus eigenen Mitteln nicht aufbringen kann, mußte sie ihn im Anleihewege bei dem Mathildenstift in Buhbach und der Landesbank der Rheinprovinz ausnehmen. Die Kosten der Be^insung und Tilgung der Anleihen sollen zum Teil auf den ordentlichen Haushaltsplan übernommen, zum Teil in Form von Gebühren oder Beiträgen von den Besitzern der an die Kanalisationsanlage angeschlossenen Hausgrundstücke eingezogen werdey. Oie nationalsozialistischen Ausschreitungen in Frankfurt. MSR. Frankfurt a. M., 24. Oft. Die Zustizpressestelle teilt mit: Gegen die vier im Anschluß an di« bekannten Vorgänge in der Freitagnacht noch in Haft befindlichen Personen (Schneider, Weitzel, Enders und W e r- n e r) ist heute auf Antrag der Staatsanwaltschaft wegen der Beschuldigung des Landfriedensbruchs und der gefährlichen Körperverletzung die Doruntersuchung eröffnet worden, die sich auf die gesamten Dorgänge in Griesheim und Frankfurt erstrecken wird. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen usw sind zu richten an die Schachredaltion des „Gießener Anzeigers" Problem Nr. 235. Don K. Erlin. Schwarz. 8 7 6 5 3 2 f 8 7 6 5 4 3 2 ■ ■ a b c d e f b c d g h Weiß. Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. c2, Sg4 -e5. 25 Sc4xe5, Dc7xe5. 26. Ld3-c4, Ld xc4. 27. Dc2xc4, De5-b2. 28. a3-a4, FdSx dl-f-, 29. Tclxdl, Db2-b4. 30. Dc4-c2, c5-c4 31. Sg3-e2, Le7-f6. 32 g2-g3, c4-c3. (Dieser Freibauer lähmt nun das weiße Spiel.) 33 Tdl - bl. Db4-a5 34. Kgl-g2, Tc8-d8? Hier läßt sich Aljechin den starken Zug 34 ..., Tc4! entgehen der wohl Bogoljubow die Partie gekostet hätte Weiß ist zu 35. I a I gezwungen, worauf 36. Db4! den Stellungsvorteil klarstellt. Aach dem Textzuge sollte die Partie eigentlich Remis enden). 35. Dc2- e4. Td8-d2. 36. De4-c4! (Hier stebt die weihe Dame ausgezeichnet.) 36. ..Td2-c2 37. Tbl - dl, Da5-bb. 38 Sc2-d4, Db6-d8 39 Tdl-d3, LI6xd4. 40. Td3xd4, Ud8-f6. (Richt 40..... Da8 * ?, toegen 41. Dcö1) 41. Td4 - f4. (Hier wurde die Partie aogebrocyen, Bogoljubow, der sich bisher mit viel Geschick verteidigt hatte, überlegte nun aut den folgenden Zug des Gegners fast eine Stunde und traf eine ungünstige Fortsetzung: kurz darauf laßt er sich zu einem Verzweiflungsmanöver hin- reihen, das den baldigen Derlust seines Spiels im Gefolge hat.) 41. . . Df6-e5. 42. e3-e4? (Warum nicht 42. Fe4?) 42. . . ., Tc2-d2. 43. Dc4-c8 + , Kg8-h7. 44. 514x17? (Hiernach gerät Weiß in eine glatte Derluststellung.) 44..... De5xe44-. 45. K 2-h3, Td2-d5! 40. TR-14 (Es gibt keine Derteidigung mehr.) 46.....Td5-h54~. 47. Kh3- g4. (47. Th4?, Txh4-+. 48. gxh4, D13 matt.) 47. . . ., De4-e2+. 48.12-13, Th5-g5+. 49 Kg4 - h3, De2 — fl + 50. Kh3 —b4 (unö Weih gab auf, wegen dreizügigem Matt durch: 50.....Tli5-f-! 51. K> h5, Dh3+. 52. Th4. L)1j oder g6 matt; diese Partie hat Bogoljubow leichlsinnigerweise verschenkt. Weih: 7 Steine. Kal; DH; Tdl; Ld8; Bb2, b4, c2 Schwarz: 7 Steine. Ke3; Lc6, gl; Bb5, bo, b7, e4 Partie Nr. 164. Nachstehend die zehnte Partie des Weltmeisterschaftswettkampfes, gespielt zu Heidelberg am 5. und 6. Oktober 1929. Cambridge-Springs-Dertekdigung. Weih: Bogoljubow. Schwarz: Aljechin. 1. d2-d4, d7-d5. 2. c2-c4, c7-c6. 3. Sgl - 13, Sg8 —16 4. Sbl-c3, e7-e6. 5. Lcl-g5, Sb8- d7. 6. e2-e3, Dd8- a5. 7.813 -d2, LIS -b4. 8. Ddl- c2, d5xc4. 9. Lg5xl6, Sd7xl6. 10. Sd2xc4, Da5- c7. 11. Lfl-e2,0-0. 12. 0-0, T18-d8. 13. Tal-dl. (Die übliche Ausstellung ist hier Tacl nebst Tfdl; Bogoljubow, der wie gewöhnlich auf Derwicklungen spielt, wird später gezwungen, in die der Partie entsprechende Bahn einzulenken) 13.....Sf6-d5. (Es ist interessant, Aljechins Spielweise, gegen Bogoljubows Turmzug zu beachten.) 14. Sc3-e4. (Allzu agressiv gespielt.) 14. . . Lb4-c7. 15. a2- a3, b7-b6. 10. Le2-d3, Lc8-b7. 17. Tdl-cl (Also war Tdl doch nur ein Tempoverlust.) 17. ..., Ta8-c8. 18. b2-b4, h7-H6. 19. Dc2-b3, Sd5- 16. 20. TU-dl, Sf6-g4. 21. Se4-g3. (Am besten 21. g3 würde später wegen der Wirkung des Damen» läufers unangenehm werden, Bogoljubow verteidigt sich von nun an sehr fein.) 21... , c6 —c5. (Eine verwickelte Stellung, für Aljechin wie geschaffen.) I 22. d4xc5, b6xc5. 23. b4-b5, Lb7-d5. 24. Db3- > Schlutzstcllung. Schwarz: Aljechin. 8 7 6 5 4 3 2 1 a a h 8 7 6 5 4 3 ■ b c d e t g h Weih: Bogoljubow. r 1 b c d e f g LMM M Losung des Problems Nr. 231. Don O. Nagy. 1. e2—e41 usw. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Nedaktion-tisch. Alarm. Die Mordkommission stürmt in das erleuchtet« Musikzimmer der Villa. Die Sängerin hört bestürzt auf. Die Gäste starren. Der Hausherr fragt fasiungs- los: „Was ist ...?“ Der Kommissar: „Wir hörten unten, hier soll ein gewisser Schubert umgebracht worden fein." Edle Selbstbescheidung. ” Max und Paul sind bei ihrer Tante. Zwei Stück Torte stehen auf dem Tisch, ein großes und ein kleines. „Nun bin ich aber neugierig", sagt die Tante, „wer von euch die besieren Manieren hat." „Oh, die hat Paul", sagt Max und nimmt sich das größere Stück. (Lust. Dl.) Die Klingel. Pachulke verfertigt seit zwo Stunden ein künstlerisch hervorragendes Schreiben an das Finanzamt. Da klingelt es. Einmal, zweimal, Pause, dann Sturmgeläute ohne Pause. Eine Klingelorgie. Pachulke tobt zur Tür. Da steht ein Pärchen eng» umschlungen. „Gehen Sie eine Treppe höher", brüllt Pachulke. „Wir können stehen, wo mir woll'n, vasteh'n Se." „Aber nicht mit Ihrem Rücken an meiner Wohnungsklingel, Fräulein!" (Schluß des redaktionellen Teils.) Das Lieblings-Haarwaschmittel der Bubiköpfe ist nun das milde Helipon geworden, und zwar wegen seiner bequemen Einteilung der Wasch- Portionen. Jede Bubikopf-Packung enthält 3 abge- teilte Waschungen für 30 Pf. (Die andere Packung „Für langes Haar" enthält 2 Dollwaschungen.) Wenn man dazu die wunderbar verschönernde Wirkung des Helipons beobachtet, so begreift man, wenn viele Verbraucher ganz offen ihre Meinung zum Ausdruck bringen mit den Worten: „Helipon sagt mir am meisten zu!" 1646v NdUrtlches Jean Weisel, Giefaen, Sonnenstrabe 6, Telephon Nr. MM Hohenlohe*'* GrimkemmM erfahrene TtäusfrdL^^ bereifet mühelos eine hochäromdfische^ T^^^leichfvorcfaiilicho Suppe dus Mo«,,™. Rama im Blauband doppelt so gut Ihre Strumpfwaren kaufen Sie sehr gut und billig im Spezialgeschäft M.G. Grude Frankfurter Straße 19. «E WkiMW-MM Im Weae des SelbstbilfeoerkaufS versteigere ich auf Rechnung dessen den eS angebi am Montag, dem 28. Oktober 1029, nachmittags 3l 4 Ubr öffentlich meistbietend gegen Barzahlung: 87990 1 perstnenkrastwagen Fabrikat NSÜ., 4 Zylind., 8 24 P. S. offen, 6 Sitze, nut bfacber kompletter Bereitung und verschied. Werkzeug. Der Wagen be= findet sich in betriebsfertigem Zustande. Zusammenkunft der Steigerer auf dem Werk der Firma I. Himmelsbach, Nidda. Stall, GMlsvallMet In Uiöha. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 21. Oktober 1929 bei der Firma Kohlen-Union Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Frankfurt a. 2TL, Zweigniederlassung Gießen in Gießen folgendes eingetragen: Die Firma der Zweigniederlassung ist erloschen. Gießen, den 22. Oktober 1929. Hessisches Amtsgericht. Ausführung von allen bank- und börsenmäßigen Geschäften 87<«D Reise und Autodecken laftrpnao frtL Plockstrabe 14 8339A Kontokorrent- und Scheckverkehr An- und Verkauf von Wertpapieren, Wechseln, Schecks und fremden Geldsorten Aufbewahrung und Verwaltung von Wertpapieren Annahme von Spareinlagen bei höchstmöglicher Verzinsung Frima Weißkraut pcrZeutn. 3.—Mk. kann im Hole Schanzcnstrafre 3 abgeholt werden^« Bankhaus Herz & Co. Gießen, Neuen Bäue Nr. 23, Fernruf Nr. 2741 und 2742 |aae Inbem/eur-Schule — MoscrinenoauElettro- ■ ftcnnt^Hocit-u. nerooo. ■ Toninoustnt o.ue.eu \ taMk» National, vreiswert abzugeben. Schrifil. 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Einwendungen gegen den Inhalt der Liste sind innerhalb der zehntägigen Frist schriftlich oorzubringen. Gießen, den 24. Oktober 1929. Industrie- und Handelskammer Gießen. Schirmer, Kommerzienrat. rslblösrlsks Bell mit Stahlmatrave und gut erhaltener SlkgM billig zu oerk. 06840 (tznautbstr. 32. Victoria- Motorrad 500 ccm. 2 81)L mit Licht, SDlt. 290.- zu verlaufen. 06836 F. Srbebaum, Walltorstrane 24. in verschiedenen Preislagen, so lange Vorrat reicht, als schönes Weihnachtsgeschenk im groben Ausverkauf Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 8814V Am 17. Oktober 1929 bei der Firma Wilhelm hankel In Gießen: Das Geschäft nebst Firma ist auf Wilhelm Hankel Witwe, Katharine geb. Mauer, in Gießen als Alleininhaberin übergegangen. Die Pro- fura der Wilhelm Hankel Ehefrau, Katharine geb. Mauer, in Gießen ist erloschen. Am 19. flober 1929: a) bei der Firma Georg Dahmer In Gietzen: Kaufmann Heinrich Dahmer in Gießen ist als weiterer persönlich haftender Gesellschafter inge- treten. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. August 1929 begonnen. Die Prokura des Heinrich Dahmer in Gießen ist erloschen. b) Die Firma Robert Müller in Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Robert Müller in Gießen. Der Robert Müller Ehefrau, Elli geb. Eißfeller, in Gießen ist Prokura erteilt. Am 21. Oktober 1929 bei der Firma Gg. £)einr. Schirmer in Gießen: Dem Kaufmann Heinrich Pfeiffer in Gießen ist dergestalt Prokura erteilt, daß er berechtigt ist, die Firma in Gemeinschaft mit dem bereits bestellten Gesamtprokuristen, dem einen oder anderen, zu zeichnen. Gießen, den 22. Oktober 1929. Hessisches Amtsgericht. ■■■■■■■ Em schwerer u. ein leichter doppellpaun. MeriMoen in guter Vers« auch zum Holz- u. Stein- fahren ufro. zu nebr., weaen Aufade deS Fuhrwerks zu verk Lchrtftl. Angeb. nnt. <6841 a. b. Gieß. Anz. Neuzeitlich., großem feuerfester, zwettür. Süfienlötonf f.Gemeindebehörden oder zur Aufbewahrung v. Wertgegenständen befand, geeignet. wegen Platzmangels vreiSwert abzugeben. Schriftl. Anir. unter 8791D an den Gteff. Anz. Schirme und Stöcke neu aufgenommen Reklame-Verkaufs woche Verkauf nur gegen bar Besuchen Während dieser Zeit geben wir auf fast sämtliche Artikel einen Extra-Rabatt von 10 Prozent Sie uns während dieser Woche nach Möglichkeit in den Morgenstunden, es ist Ihr eigener Vorteil Sämtliche Markenartikel sind vom Rabatt ausgeschlossen RASSOL 8*417 L gegcben wird. 8812D Am Samstagvormittag verkaufen wir weit unter Preis 00 Geschäfts-Übernahme RM 8801A o2«A CUMÖCKER, J. H.FuhrrG i das Geschäft allerdings den stürmischen Charakter hatte, wie gegen Schluß der gestrigen Mittagsbörse, aber die Beschaffung von Stücken zum Ultimo und die Deckungshausse setzten sich fort. Auch seitens des Auslandes bestand einige Kaufneigung. Man wartete mit Interesse auf die Auswirkungen der Neuyorker Börsenpanik auf die übrigen europäischen Börsen, da Berlin aus den erwähnten positionstechnischen Gründen sich zunächst von der internationalen Bewegung frei gemacht hatte. Wenn auch die höchsten Notierungen von gestern abend nicht immer erreicht wurden, so lagen die ersten offiziellen Kurse doch größtenteils und mehrprozentig über dem gestrigen Schluß. Ehadeaktien gewannen im Zusammenhang mit Gerüchten auf Dividendeerhöhung etwa 13,50 Mark, Junghans 5 v. H., Deutsche Linoleum 5,25 v. H., Allgemeine Lokal- und Kraft 3 o. H., Reichsbank und Bergmann i 4 o. H., Berger 2 v. H., Glanzstoff 4 v. H., Hotel- ' betrieb 3 v. H. usw. Bemerkenswert war die weiter feste Haltung der BMW. (plus 2 v. H.) und die relativ schwache Veranlagung unserer sog. Auslandwerte. Svenska 3,25 Mark niedriger. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer meist behauptet. Bosnier 1 v. H. fester. Pfandbriefe eher schwächer, da dem an und für sich kleinen Angebot noch geringere .Nachfrage gegenüberftanb. Die Geldsätze waren heute noch un« verändert, doch sind im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Ultimo schon kleine Versteisungs- erscheinungen erkennbar. Im Verlaufe bröckelten die Kurse meist leicht ab. An einigen Märkten herauskommende Ware fand seitens der Interventions- banken schlankweg Aufnahme. Etwas stärker gedrückt lagen Ehadeaktien, die 4,40 Mark verloren. Polyphon, die einen Verlust von 4,5 v. H. und Reichsbank von 3 o. H. hatten. Büchertisch. — Staackmanns Almanach deutscher Erzähler. Iubiläums-Ausgabe 1930. Heraus- gegebcn von Rudolf Greinz. Mit einem Kalendarium und vollständigem Verlagsverzeichnis. 312 Seiten 8°. Geb. 1 Mk. L. Staackmann Verlag, Leipzig. (497) — Ein Almanach deutscher Erzähler, der aus Anlaß des 60jährigen Verlags- bestchens eine Dlütenlese dessen enthält, was bisher von den Autoren des Verlages geschossen wurde. Die vom Herausgeber mit Sorgfalt getroffene Auswahl enthält lediglich selbständige Rovellen und abgeschlossene Erzählungen, vorzugsweise neueren und neuesten Datums. Von den Mitarbeitern seien genannt: Rosegger, Dreher, Heubner, Müller-Guttenbrunn, Watzlik, Rudolf Hans Bartsch, Söhle, Wildgans, Schön- Herr Ginzkey, Hans Heyck. Eingeleitet wird der Band durch ein literarisches Geleitwort von Rudolf Greinz, betitelt „Zweck und Ziel". — Das Infelfchifs. Eine Zeitschrift für die Freunde des Insel-Verlages. Zehnter Iahrgang. Viertes Heft. Herbst 1929. — Rus dem abwechslungsreichen, literarischen Inhalt der von Karl Weisser redigierten Zeitschrift möchten wir die folgenden Beiträge hervorheben. „Konstantins Tränen taufe", das Echlußstück von Albrecht Schaeffers neuem großen Roman, der dem Leben des Kaisers Konstantin gewidmet ist und eine Weltwende zu schildern unternimmt. Aus dem soeben erschienenen ersten Bonde der Briefe Rilkes eine Probe des Iah res 1903, an Lou Andreas Salome. Ein Abschnitt aus dem spanischen Stierkämpfer-Roman „Die Tiermenschen" von Henry de Montherlaut. Ein spannendes und erregendes Kapitel aus Stefan Zweigs jüngster Monographie über Ioseph Fauche. Endlich eine amüsante, auch kulturhistorisch beachtliche Schilderung „Das jetzt florierende Leipzig" aus dem Buche von Charles Sanford Terry über Iohann Sebastian Dach. — 10 Iah re Republik. Tatsachen und Zahlen. Unter Mitarbeit von Dr. Graf Drockdorff, Dr. Treuner, Graf E. Reventlow il a., herausgegeben von W. v. Müfsling. (Geh. 1 Mk.). Verlag I. F. Lehmann, München. (278) — Ra thanael Iünger: Kuddelmuddel, Leonidas und Zopf. Eine Geschichte für ärgerliche Leute. Ganzleinen 6 Mk. 282 Seiten 8°. Hinstorffsche Verlagsbuchhandlung Wismar i. Meckl., 1929. (354) — Wilhelm Iust: W i r Sittenstrengen der Vorkriegszeit. Erinnerungen aus dem Schülerleben. 195 Seiten 8°. Ganzleinen 2,80. Sonnemann-Verlag, Halle (Saale). (364) — Dr. Havel: Die Verfassung des DeuschenReichs vom 11. August 1919 mit Bildern und Skizzen. (Gilde-Verlag, Köln.) — Wahl, Pros. D r. Adalbert, Der heutige Stand der Kriegsschuldfrage. Pädagogisches Magazin, _ Heft 1264. Langensalza, Hermann Beyer & Söhne (Beyer & Mann). 88 S. Preis 2,10 Mk. (329) — Binder, Pros. D r. Iulius, Der 2 8. Iuni und bie Kriegsschuldsrage. Pädagogisches Magazin. Heft 1263. Langensalza, Hermann Beyer & Söhne (Beyer & Mann). 36 S. Preis 1,05 Mk. (330) Banknoten. Berlin ^ranlfurt a M 10 183,75 182,75 182,75 li a. TH. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt 84,5 85,5 120,5 84 83,5 222 13% 254 o n 21,9 21,9 352 43,25 50 121 122 124 8,75 8,5 7A 5 6 7 7 6 10 63,25 72,25 116,25 2,05 7.55 lo 1< 12 B o 85,5 120 173 84,5 223 205 201 135 222 147,4 182 84 43 44 62,25 72,13 7 y, 10 15 12 18 276 214 218 205 201 131,5 92,13 174 35,5 248 47,75 35.7- 170 17,5 73,5 168 352 . 8 . 0 ey, 10 ey, 10 . e . o . 6 8 8 10 in . o 10 12 6 35 248,5 137 63 72,25 118 138 64 71,75 117,5 18 72,13 167,25 348,75 13,8 7 7,05 7,5 1- n 16 , 8 10 26,25 3 /,45 7,45 13,75 7 7,5 7,55 2,05 7,5 3 ® Farden-Industrie Dynamit Nobel . . . Scheide anstatt.... Goldlchmldt .... Rülgerrwerte .... Metallgeiellichast . . Philipp Sioiimarm Semen werk Heidelberg Cemeniwcrl Karlstadt iSaoB « h ag .2,5 45 5,75 50 102 278,5 213,25 222 205 202,5 133,5 92 174,5 35,75 253,25 48,9 Hambura-Amerila Palet Hamb. Sübam. Dampssch- Hania Samiff.-lflH - - Norddeuilcher Lloyd . . - IMllfl. $eutjd)e Grebltanfi. . Barmer Banlveretn . . - Berliner Handelilgeiellsch. • Commerz- und Privat-Bam Dacmsi. u. Natumalbanl . Deutsche Bank..... DKconto-Gesellschasl, ®nt Dresdner Baak..... Reichsbaut ..... 26,6 2,95 7,55 7,55 5 6 8 Sl-E-S . . Bergmann . . Elektr. Lieferung Sgelellfchaft Licht und Kraft Fellen & Guilleaume. . . ®ei. f. Elektr. Untern.. . . Hamb. Elektr -Werke . . . Rhein. Elekir. ..... Schlei. ®eTr ..... Schurken ck Co. .... Siemens & Halske .... Transradio ....... Lahmeyer 6 (So.. . . • . 126 106 222 I 147 I Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lornbardzinsfuß 8,5 Prozent. Frank. Maschine«..... Sritzner ......... heyligenstaedk ...... FungyanS. ■ ■ Lechwerte. Maintrmtweri Höch« a. M. ilhag. Gebr. Roeder...... Boigi 4 Haeffner..... (=.f|hh ßurtpt ....... 4% Oesterreich«che Goldrte. 4,2O°/n Cefterr Silben-- 4% Ocsterreichilche Einheitliche ................ 4% Unganlcbe Goldrte.. . - 4% Ungarische StaatSr. v. 1910 4K% deSgl. von 1913 .... 4% Ungarin fironenrte.. . - 4% Türk. ZoUanleihe v. 1911 . 4% Türkische «agbadbahn-Ani Serie I..... 4% bedfll. Serie II 5% Rumänische vereind Rente hon 1903 1 . . . . iW unäntidje veretnh. Rente von 1913 ....... 4% Rumänische vereüch. Reute . 2 .1,95 19,2 BuveruS . . ... Deutsche Erdöl . . . Essener Steinkohle . . Gelienkircheuer . . . Harpener...... Hoesch Eisen..... niie Bergbau .... filödnerroede . . . Aöln-Rcuessen Manncemano -Röhren Dlaneicioci Bergbau . Oderich'ei. ISnen-eoarr Oberschle, fioUroede. Phöntr aetgbmi. . . Rhemijche Braunkohle» Rheinstahi..... Riebeck Montan. . - Schultheis Patzenhoser . Ostwerke....... Bet. Glanzstoss . . . . Bembery....... Soli Waldhol . . . off Aschaff-nbu« . Ortenburger Wasser Desiouer Gar . . Daimler Motoren . . « Deutsche Linoleum . . Maschinenbau A -G. . < A rw -n - Ül y-c puow. Loew . < Rat. Automobil . . . < Orenstein 4 Koppel . , Veonbaro Tietz . . . . Svenska ...... Frankfurt a M Berli. cdiiufe- ffure "Uhi Sfilt Lchlub Kur An sang- Kur Datum 24 1 • 25- u. .4 -l. 25- k Frankfurt a 'VI Berlin Lchiuh- ff u re Uhi ffur Schluh Kur- Aniang. Kur Datum 24. 10. 25. 10. 24 H. 25 II. Betelntflie Slahlw 109 — 109,25 109,5 Ct3 1 1 87,5 99 50,1 8,75 89,5 48,25 98 95 89 3 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 «»'- 1 1 7% Deutsche ReichSanleihe von 1929 ......... T An..-Al^äi.-Schuld mit Au. -Rechten....... De al rbn- 9Ih»Io1. Necht- 8% Hess. BolMaat von 1929 lruckzahlb. 102%) . . . . Oberhessen Provinz-Anleihe mit Deutsche Komm. Sammelavl. 8% Franks. Hnp -Bnnk Goldpse XIII unkündbar bis 1934 . 7% Franks. Hnp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1932 ..... 4%% Rheinische Hyp.-Bank Liqu. Goldpse........ 8% Pr. Landespsandbriefanstall Pfandbrief? R. 17..... 8% Pr. -itndeipsandbriesanNall Komm.-Lbl. R. 16..... 7% Pr. Landerpfandbriefanslalt Pfandbriefe R. 10 8Lk..u). aog. ounrreaa-Obltgation rückzahlbar 1982 — 111 110,75 111,75 — — — 165,5 — — 152 i05,25 —— 104,9 105,25 119,5 — 119 119,75 121 122,75 121 122,75 187,5 — 186,25 186,75 170,5 — 171 170 254,25 — 254 254 161 160 161 160,5 161 160 161 160,5 152,75 152 152 152,25 274 — 266 275 174 171,75 173,5 172,5 201 201 205 165,75 — 164 162,75 172 171 170 170,25 120 119,25 119 118 171 170,5 171 — 127 128.5 143 — 143 145 — 162.4 163.5 187 184 186 185 316 314,5 315,75 317 123,5 125 165 — 164,5 — 66 64,75 64,3 64,5 102 — 100,9 101.25 — 132 132,5 130 130 130,5 130 137,5 —— 137 138,25 — 117 117 -11 _ 210 207,5 98 97 97,5 97,25 114,5 114 103 101,75 100,4 102,5 121 119,5 120 — 70,5 —— — — 93,75 94.4 105 — 105,4 105 256 _ 255 254.25 107,75 106 106.5 106,5 — 106 108 .4. Oktober 25. Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geld Vriel timfl.-lHoti 1b8,45 168,79 168,39 163,73 «uen -Aires 1,742 1,746 1,740 1,744 Brss. Antw .8,425 58,545 58.415 58,535 Christiania. 111,91 112,13 112,91 112,13 Kopenhagen 111,94 112,16 111.93 112.15 Stockholm . 112,25 112.47 112,24 112.46 HelsingsorS. Italien. . i0,496 10,516 10,493 10,513 21,885 21,92 21.885 21,925 London. . . 20,381 .0,422 20,377 20,417 Neuyork . . 4,1770 16,45 4,188C 4,1765 4,1345 Poris... 16,49 16,45 16.49 Schwei, . . 60,960 81,121 80,93 81,09 Sva.iieu . 59,69 59,81 59,62 59,74 Japan . . . 1,995 1,999 2,003 2,007 '»io de Jan ,496 u.4980 0,495 0,497 Wien in D-- Ceft abgeft 58,68 58,10 58,67 58,79 Prag . . . 12,377 12,397 2,377 12,397 Bettrad . 7,391 73,03 7,405 7,385 7,399 Budapest. 73,17 73,03 73,17 Bottarien 3,027 3,033 3,017 3,023 Lissabon 18,82 18,86 18,80 18,84 Danzig. . Konst utiu. 1,46 81,63 81,47 81,63 ,968 1,972 1,973 1,977 Athen. . 3,435 5,445 5,435 5,445 Eanada 4,144 4,152 4,128 4,136 Urn uat). 4,076 4,084 4,076 20,94 Cairo . . 20.905 20.945 20.80 4.084 Gauspielertag -es Turngaues Heffen D. T. —1>— Die Spielerschaft des Gaues Hessen der D. T. trat in den letzten Tagen zu ihrer ordentlichen Iahrestagung in Gießen zusammen. Dabei waren vertreten die Spielabteilungen der Turnvereine zu Alsfeld, Dad-Rauheim, Durggemünden, Eappel, Cölbe, Friedberg, Fronhausen, Gießen Turnverein 1846 und Männerturnverein, Goßfelden. Großen-Duseck, Großen- Linden, Hartenrod, Kirchhain, Krofdorf, Lauterbach, Marburg, Äidda, Sarnau, Schlitz, Sterzhausen, Wenkbach, Wetzlar und Wetzlar-Rieder- girmes. Gauspielwart Seibert (Wetzlar erstattete den Jahresbericht. Die Spielbewegung im Gau ist nicht nur zahlenmäßig, sondern auch in bezug auf die Spielstärke der Mannschaften ein gutes Stück vorangelommen. An der Sommerspielrunde (Faustball) beteiligten sich insgesamt, einschließlich der neu gebildeten Sonderklasse, 54 Mannschaften: Gaumeister wurde nach hochwertigen Ausscheidungsspielen die erste Mannschaft der Turngemeinde Friedberg. Als solcher vertrat sie den Gau bei den Gaugruppenspielen in Gießen und kam dort u. a. im Kampf mit dem Deutschen Meister im Faustball. Licht-Luftbad Frankfurt a. M., auf den dritten Platz. Sn der Hand ball runde, die zur Zeit in vollem Gange ist, finden wir 62 Mannschaften, eine Zahl, die vor zwei Jahren noch kaum für möglich gehalten wurde. 3m vergangenen Sahre errang die Mannschaft des Tv. Großen-Duseck die Meisterschaft, und die Mannschaft der Turngemeinde Friedberg rückte als Gaubeste der ^-Klasse in die Meisterklasse auf. Sn erfreulichem Aufschwung sind zur Zeit der erste Bezirk (Marburg), der zweite (Gießen-Wehlar) und der sechste Bezirk (Fcan- kenberg) begriffen: der letztere hat hervorragend spielstarke Mannschaften fast in allen Sommerspielklassen und nunmehr auch zwei von den sechs Plätzen der Faustball-Sonderklasse beseht. Dabei ist bemerkenswert, daß es sich in diesem Bezirk in der Hauptsache um Landvereine handelt. Aeben den eigentlichen Wettkampfspielen in den Bezirken und im Gau nehmen erfreulicherweise auch die Freundschaftsspiele unter den Spielabteilungen des Gaues stark zu und werden in echt turnerischem Geiste sehr häufig mit Wanderungen verbunden. Auch an Lehrgängen für Sommer- und Winterspiele, in Verbindung mit Schiedsrichterausbildung und praktischen Prüfungen, hat es die Gauspielleitung nicht fehlen lassen, und sie erkennt an, daß der Gauvorstand an der Entwicklung der Spielbewegung regsten Anteil nimmt. Spielnachmittage auf den Gauturnfesten und neuerdings auch beim Gaufrauenturnen werben nicht nur für die eigene Sache, sondern stellen auch eindringlich die enge Verbundenheit von Turnen und Spielen heraus und geben den Mannschaften Gelegenheit, auch auf der Spielwiese erkennen zu lassen, daß sie in erster Linie Turner und Turnerinnen sind. Gauoberturnwart Will (Gießen) gab der sicheren Hoffnung Ausdruck, daß die Spielweise bei den Hessenturnern wie seither, so auch weiterhin von kameradschaftlichem Geiste getragen ist und dadurch Auswüchse, wie sie bedauerlicherweise hier und da immer wieder auftreten, vermieden werden. Als Aeuerung hat sich auch der Werbe- spieltag gut eingeführt, der den Abschluß der Sommer- und den Beginn der Winterspiele vereint und einen ganzen Tag mit abwechslungsreichem Snhalt füllt. Von größter Bedeutung für den Fortgang der Spielbewegung erweist sich immer wieder die Spielplatzfrage, und in dieser Hinsicht fordert der Berichterstatter die Vereine auf, der wichtigen Angelegenheit ihre ganze Aufmerksamkeit zu schenken und alles zu versuchen, um zu vereinseigenen Spielplätzen zu kommen. Da aus dem Gauspielausschuß der Schriftführer Albert S l a w i h k i, Mtv. Gießen, und der Beisitzer Koch, Marburg, ausscheiden, beide aus beruflichen Gründen, wurden Ersatzwahlen erforderlich: als Schriftführer wurde einstimmig der Spielwart des Mtv. Gießen, P. Ritsert, und als Beisitzer der Leiter einer Altersmannschaft, Kämpfer (Aiedergirmes). gewählt. Da sich der Gauturnausschuh demnächst mit dem einheitlichen Aufbau aller fachlichen Unterausschüsse befassen wird, wurden Anträge der Leiden Gießener Spielabteilungen und des Män- nerturnvercins Gießen, die auf eine Umbildung des Gauspielausschusses ab- zielen, dem Gau als Material überwiesen. Als Orte für die Austragung der G a u-- Meisterschaften in den Sommerspielen des nächsten Sahres wurden für die Vorrunde Marburg, für die Rückrunde Friedberg bestimmt, während der große Werbespieltag 193) der Gießener Spielerschaft übertragen wurde. Aus erzieherischen Gründen sollen die Schülermannschaften (bis 14 Sahre) in der Hauptsache im Rahmen ihres Vereins spielen, nach außen zu Spielrunden, aber nicht über ihren Gaubezirk hinausgeführt werden, und dies auch nur während der Ferienzeiten, nach dem Gottesdienst und mit Zustimmung der Eltern. Eine eingehende Aussprache über die Frage, ob gaueigene oder gausremde Schiedsrichter der Sache förderlicher seien, bzw. ob benachbarte Gaue chre Schiedsrichter austauschen sollen, schloß die anregende Tagung, an der auch der Gauspielwart des Gaues Frankfurt a. M. mit wertvollen Ausführungen teilnahm. Turnen, Sport und Spiel. Handball im Männeriurnverein (O. T). Am nächsten Sonntag fährt die 1. Handballmannschaft des Mtv. 8im fälligen Verbands- Rückspiel nach Wetzlar. Die Wetzlarer Mannschaft stehl zwar am Ende der Tabelle, hat jedoch durch versa)iedene neue Kräfte in letzter Zeit sehr an Spielstärke z igenommen. Die Mtver werden das Spiel sehr ernst nehmen müssen, wenn sie nicht unangenehm enttäuscht werden wollen. Die zweite Mannschaft fährt nach Butzbach, um gegen die erste des dortigen Turnvereins, die zur Zeit an der Spitze der ^-Klasse steht, das fällige Derbandsspiel auszutragen. Zeigen die Mtver die gleichen Leistungen wie am vergangenen Sonntag, so werden sie den Butzbachern wohl den Sieg schwer machen. Die 1. (Zugendmannschaft spielt in Wetzlar gegen die 1. Sugend des Tv. WeZlar. Da die Gießener mit Ersah antreten, werden sie sich sehr anstrengen müssen, wenn der Sieg nicht in Frage gestellt werden soll. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Zum ersten Spiel der Rückrunde fährt die erste Mannschaft am Sonntag nach Rauheim. Das Vorspiel endete unentschieden. Da 1846 am Sonntag mit Ersatz antreten muh, wird alle Energie nötig sein, um ein gutes Ergebnis herauszuholen. Auch die Sugend spielt gegen Rauheim. Sm Vorspiel siegte sie 9:4, doch wird sich dieses Resultat kaum wiederholen, da die Rauheimer an Epielstärke bedeutend gewonnen haben. Handball der Sp.-Dg. 1900. ö. Kommenden Sonntag treten 1900s Jugend und Schüler zum erstenmal in Pflichtspielen in Aktion Die Gegner sind in beiden Fällen die gleichen Mannschaften des V. f. L- Wetzlar. Das Jugendspiel findet in Wetzlar statt, während 1900s Schüler Platzverein sind, -lieber den Ausgang der beiden Treffen, insbesondere des Jugendspiels, läßt sich schwerlich eine Voraussage treffen, da die Mannschaften eine ausgeglichene Spielstärke aufweisen. Handball in Heuchelheim. Heuchelheims Erste konnte das am letzten Sonntag auf eigenem Platz gegen die 1. Mannschaft vom Tv. Lich ausgetragene Gesellschaftsspiel mit 4:2 Toren für sich entscheiden. Den Gästen, die eine sehr flinke Mannschaft stellten, fehlte es teilweise noch an der notigen Fangsicherheit. Die Einheimischen spielten besonders in der zweiten Halbzeit sichtlich überlegen und hätten, wenn das Spiel nicht etwas zu leicht genommen worden wäre, das Ergebnis günstiger gestalten können. Am kommenden Sonntag trägt Heuchelheims Sugend in Lich ihr erstes Spiel gegen die dortige 1. Sugendmannschaft aus. Da auch Lich Reuling ist, muß der Ausgang offengelassen werden. Tum-AuSschuß des —o— Mit der ersten Gauvorturnerstunde, die in Gießen in der Turnhalle des Männerturnoereins stattfand, wurde die Ausbildungsarbeit für das neue Turnjahr eingeleitet. Die sachliche Grundlage dafür, insbesondere für die Geräte- und Freiübungen, bildet ein Hekungsplan, den Gauoberturnwart W. Will (Gießen) seinen Mitarbeitern in den Gaubezirken und örtlichen Turnvereinen zugänglich gemacht hat. Zunächst beschäftigte sich mit den verschiedenen Stoffgebieten der Gauturnausschuß, zu dem auch die stellvertretenden Dezirksturnwarte zugezogen waren. Rach einigen Ordnungsübungen, soweit sie zu Reihungen, Llmgruppierungen, Aufmärschen und dergleichen von Riegen und größeren Llebungskorpern immer notwendig bleiben werden, wurden die allgemeinen Freiübungen gründlich durch geturnt und dabei gleichzeitig nach verschiedenen Richtungen einer eingehenden Lieberprüfung unterzogen. Sie umfassen in ihrem Aufbau, der sich an die Freiübungen des Deutschen Turnfestes zu Köln anlehnt, vier Gruppen zu je drei Liebungsbildern, sind verbindlich für die kommenden Gauveranstaltungen und bilden daher einen durchlaufenoen Bestandteil des Llebungsstoffes für alle Vorturnerstunden in den Bezirken. Für die Ausbildung an den Geraten dagegen soll durch einwandfreie Wiedergabe einzelner Hebungen zunächst eine breite Grundlage geschaffen werden, auf der später die Pflichtübungen bei den Wettkämpfen aufgebaut werden. Für die Winter-Gerätewettkämpfe in den Bezirken, die bis zu Anfang April abgeschlossen sein müssen, werden der Gauwart für das Männerturnen Martin T e x t o r (Marburg), der Gauwart für das Frauenturnen Rudolf Paul (Gießen) und der Bezirksturnwart Heberlein (Marburg) einen Entwurf für die einzelnen Stufen ausarbeiten. Sm Volksturnen find Kugelstoßen, Laufen, Weit- und Hochsprung, Stabhoch- und Weithochsprung gründlich zu üben, und schließlich muß jede Turnstunde, soll sie richtig geleitet sein, auch Raum lassen zu einem heiteren Spiel und einem fröhlichen Turnerlied. Für das Frauenturnen, Schwimmen, Fechten und Spielen werden die Gaufachwarte demnächst Plan und Llebungsstoff den Abteilungsleitern vorlegen. Dem praktisch-methodischen Teil auf dem Turnboden folgten am Rachmittag längere Verhandlungen im Deratungszimmer. Rach einem tri- Gaues Hessen I. T. tischen Rückblick auf das Gauturnfest zu Alsfeld und das Gauwetturnen der Frauenabteilungen zu Lich entwickelte sich eine lebhafte Aussprache über die neuerdings aus verschiedenen Richtungen her andrängende Frage der Llmgliede- rung des Gau-Turnausschusses selbst. Der Gauwart für das Frauenturnen R.Paul (Gießen) leitete als Berichterstatter die Besprechung ein mit einem gedrängten Lieberblick über die seitherige Entwicklung auf den verschiedenen Gebieten der Leibesübungen, insbesondere in der Rachkriegszeit. Ganz im Sahnschen Sinne ist der Turnbetrieb aus seiner, vielfach durch äußeren Druck veranlaßten Einschrumpfung auf das Geräteturnen und die volkstümlichen Liebungen her- ausgewachsen und hat die Vielgestaltigkeit seines Snhalts wiedergewonnen. Damit aber sind auch die Tage des Lurnwarkes g^ählt, der in seinem Verein, im Bezirk und im Gau alles in seiner Person zusammenfassen konnte, was sein Wirkungskreis von ihm forderte. Mit der reicheren Entfaltung der Leibesübungen mußte er sich auf allen Stufen Fachwarte angliedern, so daß er aus dem alles umfassenden Turnwart allmählich und zwangsläufig selbst ein Fachwart wurde für das Geräteturnen, dem die anderen Fachwarte gleichberechtigt gegenüberstanden. Die alteRaum- gliederung des Gaugebietes unter sachlich zureichenden Einzelpersonen wurde langsam durchsetzt von einer Fachgliederung, die strahlenförmig in alle Raumteile eindrang und auf ihren Ausbau in besonderen Fachausschüssen von verschiedener Größe und Bedeutung für das Ganze hindrängte. Die eingehende Erörterung zeigte, daß in diesem Zusammenhang neben technischen Fragen auch finanzielle und nicht zuletzt verwaltungswichtige Auswirkungen mitbehandelt werden müssen, damit eine einfache Formel, gleichweit entfernt von Lieberorganisation und überlebten Bestandteilen, gefunden werden kann. Auf dieser Grundlage wurde ein Llnterausschuß bestellt, der einer neuen Vollsitzung anfangs Sanuar Bericht erstatten soll; es gehören ihm an Gauoberturn- toart Will, Gau-Frauenturnwart Paul und vom Gauvorstand Dach (Großen-Linden). Zum Schluß wies der Gauoberturnwart auf den eindrucksvollen Verlauf des Geräte- Wettkampfes der drei mittelrheinischen Gaue in der Volkshalle zu Gießen hin und stellte Lehrgänge für verschiedene Fachgebiete innerhalb des Gaues Hessen in bestimmte Aussicht. Spielvereinigung 1900 Gießen. o. Die 1900er haben für ihre am kommenden Sonntag verbandsspielfreie L i g a e l f die Liga- mannschaft der Germania 94 Frankfurt au einem Gesellschaftsspiel verpflichtet und damit der eigenen Mannschaft einen Gegner verschrieben, der ihr sicher überlegen sein wird. Die Frankfurter Mannschaft spielt in der zweiten Klasse im Rordmainkreis mit wechselndem Erfolg. Immerhin gehört sie noch zur Spitzengruppe. Sn diesem Frühjahr versagten die Frankfurter kurz vor der Meisterschaft. Was an den Gästen bei ihren seitherigen hiesigen Gastspielen immer zu bewundern war, das war das faire, ideenreiche Kombinationsspiel. 1900 wird dieses Freundschaftstreffen in stärkster Besetzung bestreiten. Cs wird gleichzeitig die Generalprobe für den am 3. Rovember stattfindenden Kampf gegen den derzeitigen Tabellenführer „Germania" Marburg sein. Die drei Schluhleute des Gastgebers müssen dabei ganz anders auf der Höhe sein, als es am vergangenen Sonntag der Fall war, sonst hat der Frankfurter Gast die größeren Siegeschancen. Man rechnet bei dem guten Können der Einheimischen mit einem fairen Spielverlauf. Der Sieger dürfte wohl erst mit dem Schlußpfiff des Llnparteiischen feststehen. Dem Ligaspiel voraus geht eine Begegnung 1900s Alter Herren, der Ligareserve, sowie eventuell der ersten Sugendelf. Die Reserven spielen gegen Steinbachs erste Mannschaft, während die Gegner der Alten Herren und Sugend bei der Riederschrift dieser Zeilen noch nicht endgültig seststehen. Voraussichtlich werden es Marburg und Dillenburg sein. Bei all diesen Treffen erwartet man die Blauweißen auf Grund des eigenen Platzvorteiles als Sieger. V. f. B. Die L i g a m a n n s ch a f t ist am kommenden Sonntag Gegner der Liga des Wetzlarer Sportvereins und steht damit vor einem schweren Kampf. Sm Vorjahre konnte D. f. D. die beiden Verbandsspiele gegen den Wetzlarer Rivalen mit 2:1 bzw. 4:3 gewinnen. Allerdings stand Sportverein in der vorigen Saison hinter V. f. D. an zweiter Stelle der Tabelle und war wohl um einiges spielstärker als heute. Daß die Sportvereins-Els am kommenden Sonntag alles aufbieten wird, um durch einen Sieg ihre nicht gerade günstige Position zu verbessern, ist selbstverständlich: sie hat den Vorteil des eigenen Platzes und gibt damit einen sehr gefährlichen Gegner ab, den die D. f. B.-Mannschaft auf keinen Fall unterschätzen darf, wenn sie nicht unterliegen will. Man sollte ihr einen knappen Sieg gegen Wetzlar zutrauen, vorausgesetzt, daß sie den erforderlichen Kampseseiser aufbringt und auch bei eventuellen Anfangserfolgen des Gegners nicht nachläht. Alle übrigen aktiven Mannschaften, sowie die Sugend und Schüler sind spielfrei. Fußball in Heuchelheim. Spiel- und Sportverein Burg ist der Gegner, den der Sportverein 1920 am kommenden Sonntag in Heuchelheim empfängt. Das Vorspiel in Burg gewannen die Heuchelhe.mer ziemlich hoch 4:0. Sell diesem Spiel hat aber die Spielstarke der Mannschaft nachgelassen, und so ist die Frage nach dem Sieger vollständig offen. Burg stellt eine stabile Mannschaft, die durch ihr eminent schnelles Spiel gefährlich wird. Heuchelheim tritt feit langer Zell erstmalig wieder komplett an. Ob es zum Siege reicht, hängt davon ab, mit welchem Geist die Mannschaft erfüllt ist. §ußbo Muh 1926 Großen-Buseck. Großen-Busecks 1. Mannschaft empfängt am näch. sten Sonntag die 1. Mannschaft des Sportvereins Ettingshausen. Wenn auch diese Mannschaft in ihren letzten Spielen etwas nachgelassen hat, so muß sie doch ernst genommen werden, zumal sie'viel Ueber- raschungen bietet. Gegenüber den Buseckern ist sie körperlich stärker und verfügt über gute Durchschlagskraft. Die Platzmannschaft ist wohl technisch besser, auch schneller und befindet sich zur Zeit gut in Form. Trotzdem sie den Vorteil des eigenen Platzes hat, muß man den Ausgang des Spiels völlig offen» halten. Die 2. Mannschaft fährt nach Daubringen, um mit der dortigen Zweiten ein fälliges Verbandsspiel auszutragen. Die beiden Mannschaften sind vollständig gleichwertig. Der Glücklichere wird Sieger bleiben. I. Sp. V. 1926 Steinbach. Kommenden Sonntag empfängt die erste Mannschaft Steinbachs die drille Mannschaft der Spielvereinigung 1900 Gießen zum fälligen Verbandsspiel. Die Platzmannschaft wird gegen die technisch besseren Gäste einen sehr schweren Stand haben, zumal sie mit Ersatz antreten muß. Die Gäste werden alles aufbieten, um zu den ersten Punkten zu kommen. Sportverein 1929 Bieber. Am kommenden Sonntag hat die 1. Mannschaft die gleiche des Sportvereins 1928 Garbenteich zum Gesellschaftsspiel als Gast. Der Ausgang des Treffens ist offenzulassen. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Am kommenden Sonntag stehen sich auf dem Trieb G i e h e n lb und W i e s e ck l im vorletzten Serienspiel gegenüber. Die meisten Siegesaussichten in diesem Spiel haben die Vorstädter, doch haben die Einheimischen auf eigenem Platze schon öfters Lieberraschungen gebracht. Den Ausgang des Spieles muß man deshalb offen lassen. Sn Lollar treffen sich Wetzlar! und Lollar! im letzten Spiel. Die Gäste haben in ihren vorigen Spielen eine beachlliche Formverbesserung bewiesen. Ob es Lollar wieder gelingt, die Wetzlarer mit einer Riederlage abzufertigen, ist ungewiß. Sn der zweiten Bezirksklasse hat K i n z e n - bachl Leun! zu Gast. Hier dürften die Einheimischen den Vortell des eigenen Platzes ausnutzen und Sieger bleiben. Sn Wieseck stehen sich W i e s e ck II und Rod - heim! gegenüber. Ob es den Einheimischen gelingt, dem Tabellenzweiten eine Riederlage zu bereiten, hängt von dem Siegeswillen ab, den die Mannschaft zum Spiel mitbringt. W ald girmes und Watzenborn werden sich in Waldgirmes ein gleichwertiges Spiel liefern, in dem der Glücklichere Sieger bleiben wird. Staufenberg wird in Daubringen! einen ernsthaften Gegner haben. Ob sich die Gäste von den flinken Etaufenbergern eine Riederlage gefallen lassen, hängt vom Antreten der Mannschaft ab. Sn der Sugendklasse treffen sich Klein- Linden— Raunheim, Treis — Wieseck U, Watzenborn — Gr.-Linden, Rodheim — Wieseck I, Gießen — Wißmar, jeweils auf dem Platze des zuerst genannten Vereins. Fechten imTumgauHeffen(D.T.) Mannschaftskampf in Gießen. — Der kommende Sonntag bringt in der Turnhalle des Männerturnvereins eine größere fechterische Veranstaltung. Vier Vereine des Turngaues Hessen tragen einen Mannschaftskampf im Florettfechten aus. Die Veranstaltung soll den Kampffechtern Gelegenheit geben, ihre Wettkampferfahrungen zu erproben und neue Anregungen zu gewinnen. Es treten folgende Mannschaften zu je drei Fechtern an: 1. Mtv. Gießen: Bürk, Hennig, Vogel; 2. Tv. Wetzlar: K. Mulch, H. Mulch. Hövels; 3.Tv. 1860 Bad -Rauheim: Hahn, Derlich, Pfeffer; 4. Tgm. Friedberg: Brack, Frankenberger, Stein. Die Kampfleitung liegt in Händen von Gaufechtwart Kühn (Friedberg). Es sind insgesamt 60 Gefechte auszutragen. 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