nm. f!nR °nQte lti die qjjg Won, dlichkett bet !'? derrchM ?Ä«*2 Äfften Manien. Donnerstag, 25. April 1929 179. Jahrgang Nr. 96 Elftes Blatt Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. vejugspreir für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüffe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Siehrn. Postscheckkonto: Zranlfnrt am Main 11686. Annahme von Lnzrtgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahoorfchrift 20°/„ mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drud und Verlag: vrühl'fche Univerßtatr-Vuch- und Steinöruderet R. Lange in Siehrn. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulsttatze 7. S 19,35 bis ro^ationalen 8 der Praxis } Hugo Schu. Erhärt Haupt- ■ t/iachgeholh; 'Ö als Kurz. ^Glatten. ’Ml. 15,05 D Schwänke "-Wehr. b- 15,55 bis 305: Lach Mm: vpr. :"unde. izzz * ürauen und 81Don Kleins-, Dor- M. en" in Conbon. ison durch die eis“ im Con- zenstand langer e. Den Leistun- ängerinnen und nnzessin), Delia tidjorb Mayr l«m einhelliges ft befanden sich, der Prinz von iflores, Prinzeß SchMugS. . der 'Berlin« Einvernehmen ist, Kunst und g s eingeladen, a Lisa" Person- , laut „Börsen- chen und Echil- mit Bern v,iele, iwesen als Di- en. lifiafron. ;unl|prud).) Var ’ Hal auf seiner Ihr Lissabon es „Sraf Zeppe- e Veivohner der :oflsch>fs gesehen er Militär- Zeppelin" ent- ihn aus seinem r Komitees onkspruch-) Die n Seit In mehre- en gröberen Vereinigungen teer zusammen- irderliche Anmel- lösung versag' trasanzeige stattet. ! itfud w a.W. Brief iTsiT 169,81 22,19 112,89 59,28 2,53 112,77 81,5 169JI $ 112.5» 112,56 112-f 10,61» 22,115 20.55 4,221 81.2» 60.2 1,88 0,5025 59,31 12,491 423 3,56 -S 8 !:°7» 21, ahiung^ E. vi.y 1,771 58,51 12.32 12,£ 12,57 0,594 2,0/’ 20.55 ,213 16, I1.1°5 £0.09 1,5005 59,19 ts Ä 18, e|,/3 070 ,465 4,0* -Auf die Frage, ob das Haus versichert fern könne, daß die Regierung bei den tünftigen Verhandlungen eine so lebenswichtige Angelegenheit wie die Einschränkung der Untersee- boote nicht zuge stehen werde, erwiderte Chamberlain: Wenn wir uns mit den Amerikanern darüber einigen, daß die Beschränkung und Herabsetzung jeder Klasse von Kriegsfahrzeugen notwendig und möglich ist, wird es die Regierung nicht an sich fehlen lassen. die auf den Finanzmärkten die Arbeiten der Reparationskonferenz begleiten muhte, seinen Diskontsatz auf 6,5 o. h. del aff en und fo die Der- a r m n n g Deutschland» an Gold und Devisen hervorgerufen. Sei« dem 11. Februar, dem Zeitpunkt des Zusammentritts der Reparationskonferenz, habe die Rcichsbank auf diese weise 1150 Millionen Reichsmark an Gold oder Devisen verloren, also 7 Milliarden Franken, davon 2 Milliarden allein während der letzten 10 Tage. Diese Mitteilungen sind der Vorwand zu persönlich zugespitzten, heftigen Angriffen gegen Dr. Schacht, als deren Modell man den Angriff de» „Petit parifien- bezeichnen kann. Er lautet: Obwohl man noch nicht genau weih, was gestern im Transferausfchuh vor sich gegangen ist, ist doch anzunehmen, daß Parker Gilbert und die übrigen Mit- glieder des Ausschusses Dr. Schacht dringend ersucht haben, diesen Zu st and ab )u füllen , der sowohl den Interessen der Gläubiger, wie den Reichsfinanzen felbst abträglich ist. wenn e» Dr. Schacht gefällt, mit dem Feuer zu spielen, d.h. die finanzielle Zukunft seines Landes zu gefährden, zu dem einzigen Zweck, feine Thefe von der geringen Zahlungsfähigkeit Deutschlands zu bekräftigen und die Gläubiger in Verlegenheit zu bringen, dann haben diefe anderseits die Macht und die Pflicht, zu fordern, dah derartige Manöver schnellsten» aufhören." Die pariser presse greift die Diskontpolitik Dr. Schachts an Transferschutz und Erhöhung des Reichsbankdiskonts. selbst Vorschläge für eine solche allgemeine Her- absetzung, die sich auf jede Klasse von Kriegs- sahrzeugen erstrecken sollte, gemacht. Die bestehenden englisch-amerikanischen Meinungsverschiedenheiten beziehen sich nicht auf diese großen Grundsätze und nicht auf die relative Starke der Flotten, sondern auf die Bestimmung der Kategorien, in die die Kriegsschiffe eingeteilt werden sollen. Die Regierung hat mit großem Interesse davon Kenntnis genommen, daß von Gibson neueCinteilunasgrund- s ä h e vorgeschlagen wurden. Durch seinen Vorschlag der Anpassung der vereinbarten Flotten- stärke an die verschiedenartigen Verhältnisse bet beiden Mächte ist eine größere Elastizität gegeben, die Möglichkeiten eröffnet, denen die britische Regierung große Bedeutung beimißt. Den deutschen Antrag eines allgemeinen Verbotes de» Bombenabwurfes aus jeder Ar« von Flugzeugen begründete Graf Vernftorff, indem er vor allem darauf hinwies, dah der Bombenabwurf ü r d i e ungeschützte Zivilbevölkerung eine unmittelbare Gefahr darstelle. Die urchtbaren und verheerenden Wirkungen des Bombenabwurfes auf wehrlose Städte und ihre Bevölkerung fei in einer früheren Tagung von dem belgischen Delegierten de Brouqudre in eindrucksvollster weise geschildert worden. Ein Angriff von Vom- benflugzeugen auf Paris, Berlin oder London würde in wenigen Stunden eine halbe Million Menschenleben kosten. Mit der modernen Entwicklung der Militäraviatik werden, wie Graf Vernftorff mit Nachdruck hinzufügte, diese urchtbaren Wirkungen immer noch schlimmer. Andererseits habe der Militärunterausschuh bereit» vor Jahren angekündigt, dah die Bombenflugzeuge eine der wichtigsten Angriffsmaffen ind. Die Abrüstungsaufgabe bestehe aber gerade )arin, jedenAngrif s unmöglich zu machen. Die Annahme des deutschen Antrages wäre der Zustimmung der ganzen Welt gewih, und die Arbeit de» Ausschusses müsse unvollständig bleiben, wenn der Bombenabwurf nicht grundsätzlich verboten würde. Die Aussprache brachte die Ablehnung de» deutschen Vorschlages durch Polen, Frankreich, Spanien, die vereinigten Staaten, England, Griechenland, Belgien, Italien und Kanada. Lediglich die Sowjetdelegation und der schwedische Vertreter sprachen sich sehr entschieden für den deutschen Antrag aus. Schliehlich wurde in namentlicher Abstimmung der deutsche Antrag gegen die Stimmen Hollands, Schwedens, Chinas, S o w j e t r u h l a n d s und Deutschlands abgelehnt. 3n einer Zusah- abftimmung wurde einmütig erklärt, dah mit dieser Ablehnung in keiner weise eine Ermächtigung des Luftangriffes gegen Zivilbevölkerung ausgefprochen wird. Graf Bemftorff hatte vor der Abstimmung die Aufforderung des Präsidenten, feinen Antrag zurückzuziehen, entschieden abgetönt, da er von feiner Regierung Anweisung pari», 25.April. (WTB. Funkspruch.) Die gesamte pariser presse, einmütig informiert sogar über den angeblichen Verlaus einer Sitzung des Transferausschusses, die seltsamerweise in Paris undohneTeilnahmeDeutschland» abgehalten wurde, greift d i e Politik der Reichsbank an, obwohl bereits für heute vormittag eine Sitzung der Reichsbank anberaumt war- den ist, in der die Erhöhung des Diskonts um 1 v. h. von 6,5 auf 7,5 v. h. beschlossen werden soll. (Vgt. den Wirtschaftsteil. D. Red.) Das war den führenden Männern der großen Emissionsbanken natürlich bereits bekannt. Ls wird behauptet, dah die Reichsbank absichtlich eine Devisenabgabe vor- genommen habe, um das gesetzlich vorgeschriebene Minimum der Golddeckung von 2400 Millionen Goldmark zu erreichen, und zwar deshalb, um das wahr zu machen, was in dem deutschen Memorandum, das der Reparationskonferen; überreicht wurde, vorgesehen sei, nämlich, dah es nur eine Frage der Zeit sei, dah man die Transfer s ch u h m a h n a h m e n des Dawespla- ncs in Kraft treten lassen müsse. Am 12. Januar 1929, so wird gleichmähig behauptet, habe Dr. Schacht den Diskontsatz von 7 auf 6,5 v. h. herabgesetzt und seitdem habe er, obwohl der Diskontsatz von den meisten grohen Emissionsbanken, besonders denen von Neuyork, London und Amsterdam heraufgeseht worden sei, trotz der Nervosität, Deutschlands Antrag auf Verbot des Bombenabwurfs in Genf abgelehnt habe, diesen Antrag zu vertreten. Er erklärte, er lege nochmals wert daraus, seslzustellen, dah der militärische Anlerausschuh seinerzeit einstimmig den Abwurf von Bomben auf Städte von Zivilbevölkerung im wesentlichen als eine Angriffshandlung gekennzeichnet hatte, wenn der Ausschuh heute glaube, der Zeitpunkt für die Verwirklichung des deutschen Antrages sei noch nicht gekommen, fo wolle er nut den Wunsch aussprechen, diesen Zeitpunkt noch erleben zu können. Ehamberlain antwortet den Amerikanern. Die neuen Möglichkeiten für eine Verminderung der Teerüstungcn. London, 24. April. (WTD.) 3m Unterhaus erklärte Chamberlain auf eine Anfrage über die Rede des amerikanischen Botschafters Gibson auf der Genfer Abrüstungskonferenz: Die Regierung wünscht ebenso wie die Regierung der Vereinigten Staaten nicht nur eine Einschränkung, sondern eine Herabsetzung der Flottenrüstungen. Sie hat Heuer Bankenttedtt für das Reich. Die Kaffenfchwierigkeiten. Berlin, 24. April. (Privatmeldung.) Die Verhandlungen mit den Banken, um den Ultimobebarf ficherzuftellen, haben, wie wir hören, zu einem Ab- schtuh geführt. Ls wird ein dreimonatiger S chahwechf elkr edit in höhe von 170 Millionen Rei chsmark gewährt, der zum jeweiligen Lomdardsatz der Reichsbank zu verzinsen ist zuzüglich i v. h. Provision. Dieser Kredit ist im Juli abzudecken. Das ist dadurch möglich, dah der Juli ein guter Steuermonat ist, in dem Aederschüsse vorhanden sind, so dah für Ultimo Juli neue Kredite nicht ausgenommen zu werden brauchen. Schon im April über die Kassenschwie- rigfeiten ohne neue Kredite Hinwegzukommen, war dadurch unmöglich, dah die Arbeitslosen- Versicherung, die bis Ultimo Mär; einen Kredit von 260 Millionen Reichsmark in Anspruch genommen hatte, weitere Kredite in höhe von 60 Millionen erhalten hat. Auher- dem waren noch erhebliche Ausgabenreste vorhanden, die im April bezahlt werden muhten. Der Kreis der kreditgebenden Banken hat sich erweitert. Da» Reich steht mit der preuhenkasse in Verhandlungen zwecks Rückzahlung des 100-Millionen-Kre- dites, den die preuhenkasse für Ultimo Mär; und auch für Ultimo April ;ur Verfügung gestellt hat. Das Reich erbittet eine neue Kreditermächtigung von 200 Millionen Reichsmark. Ls handelt sich bei dieser neuen Ermächtigung um eine rein formelle Schwierigkeit, die durch die Stellungnahme der Reichsfchuldenoerwaltung entstanden ist. Die Finanzgebarung des Reiches fängt langsam an, allen einsichtigen Kreisen fürchterlich zu werden. Es ist bekannt, daß der Kontokorrentkredit des Reiches in Höhe von 150 Millionen Mark, den das Reich bei dem bekannten Dankenkonsor- tium hatte, abgelaufen ist. Das Reich hatte geglaubt, auf Grund der erhöhten Steuereinnahmen im April diesen Kredit ab decken zu können. Cs hat sich aber herausgestellt, dah Die Steuereingänge nicht fo hoch gewesen sind, wie man erwartet hatte. Die schlechte Wirtschaftslage hat es mit sich gebracht, daß die fälligen Voraus- zahlungen auf die Körperfchaftssteuer, die Ein- kommensteuer und die Umsatzsteuer n i ch t i n dem vorausgesehenen Umfange em« gegangen sind. Es zeigt sich eben, wie unberechtigt der steuerliche Optimismus gewisser Regierungskreise gewesen ist. Man hat auf den von uns immer wieder betonten Ruckgar^ der wirtschaftlichen Konjunktur keinerlei Rücksicht genommen. Denn schließlich sind auch Steuerzah- langen leine Angelegenheit des luftleeren Raumes, sondern von dem Gange der W irt» schäft abhängig. Unsere Finanzpolitiker vergessen nur allzu häufig, daß sie ihre Stemer' fünfte bisher stets auf Kosten der deutschen Wirtschaft ausgeübt haben und daß schließlich einmal der Zeitpunkt eintritt, an dem diese melkende Kuh versagt. Wir scheinen uns diesem Zeitpunkt bedenklich genähert zu haben. An die Stelle des jetzt abgelaufenen Konto- korrentkredites treten Schahanweisungen m Hohe von 170 Millionen Mark, die zum Lomba^sah, also gegenwärtig zu 71/, Prozent zuzüglich /s Prozent Provision, verzinst werden Sollte der Lombardsah. womit durchaus gerechnet werben muh in absehbarer Zeit erhöht werden, dann würden sich dadurch diese Kredite des Reiches automatisch weiter verteuern. Es braucht nicht besonders auf die Bedenklichkeit diesE Zustandes hingewiesen zu werden. Wenn das Reichsfmana- ministerium jetzt als Erklärung für die neue Kreditanforderung daraus verweist, daß die Arbeitslosenversicherung erhöhte Ausgaben verflacht habe, dann ist solcher Hmweis insofern nicht am Platze, als Nch^ diese Ausgaben doch voraussehen ließen. 3n Wirklichleit iftbiel- mehr die Zunahme der Steuerstundungen und der Lrch verminderte Eingang der Steuerzah- lungen an der recht unangenehmen Lage der Reichssinanzen schuld. Das Reich ist übrigens Acht imstande gewesen, sonstige Kredite wie vor- gesehen zurückzuzahlen, sondern mußte sie p °Der^^Deichstag hat heute ein Gesetz beraten, durch das die Anleihe er m ach t »H>ng des Reiches um weitere 200 Millionen Mark er höht werden soll. Hierdurch wachst, wennman die übrigen Anleiheermachtigungen die Wech sei bei Der Reichsbank und Den laufenden Kredit bei demselben Bankinstitut hinzunimmt,«DiefcMDC b-nd- Schuld «Uf fall W, WA-kd-" Mark. Em solcher Zustand beeinflußt nicht nur die Reichs sinanzen als solche ungünstig, sondern lastet auch auf Der privaten Wirtschaft, der naturgemäß das gleiche Kreditvolumen entzogen wird W r haben hier wieder ein Beispiel dafür, wie sehr die öffentliche Hand ihre Machtmittel zum Schaoen der Wirtschaft ausnuht, von der sie auf Der an- deren Seite erwartet, daß sie aus ihren Ueder- schüssen die immer steigenden Mittel für oifent liche Zwecke herauswirtschaftet. Selbstverständlich kann dieser Zustand nicht andauern. Schon jetzt zeigt sich bei den Regierungsparteien eine erheblich Beunruhigung über den Zustand der Reichsfinanzen. Man trifft immer mehr Leute, die versichern, dih es nicht möglich fein werde, auf Grund der getroffenen Vereinbarungen Den Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen. _ Unter dies'N Umständen wollen die Gerüchte nicht verstummen, daß doch noch unter Abänderung der bestehenden Vereinbarungen neue Mittel für das Reich flüssig gemacht werden sollen. Man nennt hierfür die Aenderung des Finanzausgleichs zugunsten des Reiches und außerdem den Rückgriff auf die Blersteuererho- hung. Wie wir aus Kreisen der B a h e r i s ch e n V o l k s p a r t e i erfahren, würde sowohl die eine wie die andere Lösung den Austritt dieser Partei aus der Regierungsgemeinschaft zur Folge haben. Hermann Müller wird es sich deshalb hundertmal überlegen, ehe er schon bei den Haus- haltsbcratungen die mühsam geleimte Koalition wieder auseinanderbrechen läßt. Um die Kassenlage des Reiches zu erleichtern, wozu allerdings eine dringende und unaufschiebbare Rotwendig- keit vorliegt, wird es deshalb noch einiger neuer Sparmaßnahmen bedürfen, selbst wenn dabei geheiligte Parteigrundsähe in Mitleidenschaft gezogen werden sollten. Aber schließlich ist die Zukunft der deutschen Wirtschaft auch im Interesse des Reiches sehr viel wesentlicher, als das Festhalten an noch so schönen Parteidogmen. Reform der Haushalisgesehgebung. Berlin, 25. April. (Priv.-Tel.) Wie bereits gemeldet, ist man sich in den Besprechungen zwischen dem Reichsfinanzminister und den Regierungsparteien darüber klar geworden, daß unmittelbar nach der Erledigung des Haushaltsplanes für das lausende Rechnungsjahr eine großzügige Reform der Haushaltsge- setzgebung durchgesührt werden müsse, die darauf hinausläuft, auf der einen Seite das Bewilligungsrecht des Reichstages einzufchränken, fogenannte fortlaufende Posten, die auch als übertragbare Posten fungieren, nach Möglichkeit auszuschalten oder zumindest einzuschränken, die Methode derGeheim-undSonderfonds völlig umzugestalten, und vor allem auch Die Frage einer Erweiterung der Machtbefugnisse des Reichsfinanzministers zu klären. Oie parteien-Krisis. Lammers begründet feine Mandatsniederlegung. Berlin, 25. April. (Priv.-Tel.) Auf einer Tagung der Industrie- und Handelsbeiräte des Zentrums hat jetzt der Abg. Lammers, der vor einiger Zeit während des Höhepunktes der innerpolitischen Krise für die Öffentlichkeit unerwartet sein Reichstagsa bge ordne- tenmandat niederlegte, sich über Die Motive dieser Handlung ausgesprochen. Lammers äußert sich in diesem Zusammenhang über prinzipielle Probleme, die mehr oder weniger alle bürgerlichen Parteien betreffen. Er meint, die Auseinandersetzung berufs ständischer Gruppierungen über Den Anteil an Vertretung und Einfluß innerhalb der Parteien sei noch nicht beendet. Für ihn fei die Kluft zwischen seiner Auffassung der staatspolitischen Ausgaben des Parlamentes und der tatsächlichen Politik der Parteien unerträglich geworden. Er wendet sich gegen ein System, das in seiner heutigen Ausprägung den Willen zur politischen Selb st Verantwortung mehr und mehr zum Ab st erben bringt. Der Beschluß der politischen Gruppe, Die nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann, deckt heute jeden ihrer Exponenten. Das alles find keine neuen Argumente, die in der Auseinandersetzung um den heutigen Parlamentarismus an- geführt werden, aber es ist sicherlich symptomatisch, daß eine Persönlichkeit von der Geltung Lammers' auf ihr die praktische Konsequenz eines Mandatsverzichtes gezogen hat. „Versorgung und Ruhegehälter." Deutscher Reichstag. Berlin, 24. April. (DDZ.) Die zweite Beratung des Haushalts für Versorgung und Ruhegehälter wird fortgesetzt. Abg. Crsing (Z.): Das deutsche Volk habe die Folgen des verlorenen Krieges zu tragen, verloren habe den Krieg die mangelhafte politische Leitung des deutschen Volkes vor Dem Krieg und während des Krieges. Von den 31/» Milliarden, die das deutsche Volk jährlich für die Pensionslast aufbringen muß. fallen 1.3 Milliarden auf die Kriegsbeschädigten und 2,2 auf Offiziere und Beamte. DaS Zentrum steht grundsätzlich auf dem Boden des Berufsbeamtentums und des Pensionsrechts. Es liegt aber gerade im Interesse des Berufsbeamtentums, wenn es selbst eine Aenderung des Zustandes erstrebt, daß Bezieher von 1OCOO Mark Pension daneben noch Privateinkommen von 20 000 Mark und mehr haben. Unser verarmtes Volk kann es sich auch nicht dauernd leisten, dah Beamte, die sich noch arbeitsfähig fühlen, zwangsweise inPensiongeschickt werden wenn sie 65 Jahre alt werden. Wir würden es begrüßen, wenn die jetzt wegen der Finanznot von diesem Etat abgestrichenen 25 Millionen bei günstigerer Finanzlage wieder eingestellt werden könnten. Erhebliche Einsparungen werden sich in den nächsten Jahren kaum machen lassen, denn die Zahl der Dersorgungsberechtigten ist immer noch im Steigen begriffen. Abg. Schuldt (Sem.) meint, der Etat trage einen falschen Rainen und rufe in der Öffentlichkeit den irrigen Eindruck hervor, als kämen Die Riesensummen ausschließlich Den pensionierten Beamten zugute, während tatsächlich ein großer Teil für die Kriegsopfer ausgewandt werde. Es wäre richtiger diese Ausgaben beim Genf, 24.April, (wv.) Der Dorbereitungsausschuh für die Abrüstungskonferenz hat heule vormittag das Kapitel über den chemischen Krieg abgeschlosfen und bei Behandlung des nächsten Kapitels über die Cuftrüftungen zu dem deutschen Anträge eines allgemeinen Derboles des Bombenabwurfes Stellung genommen. Aeber das Ergebnis der beiden nichlöffenttichen Sitzungen zur Frage des chemischen Krieges verlas Präsident Loudon eine zusammenfassende Darstellung, der ohne weitere Aussprache zugestimmt wurde. Danach wird das verbot der Anwendung von Giftgasen und ähnlichen chemischen Kampfmitteln von der Gegenseitigkeitsklausel abhängig gemacht, und dementsprechend auf die Staaten beschränkt, die eine solche Verpflichtung eingehen. Generell verboten wird dagegen der bakteriologische Krieg. Kriegslastenetat einzustellen. Er würde dann auf fünf Milliarden steigen, aber das wäre ein nützliches Menetekel für die frisch-fröhlichen Kriegsfreunde. Bei einer Pensionskürzung würde der finanzielle Effekt gering sein. Das Wartest andsbea in tengeseh müsse alsbald von der Regierung wieder vorgelegt werden. Die Wartestandsbeamten seien durchaus zur Arbeit bereit. Bei den Versorgungsanwärtern zeige sich eine katastrophale Entwicklung. 3hre Hinterbringung müsse mit allen Kräften gefördert werden. Alle diese Schwierigkeiten seien nur im Zusammenhang mit der Schaffung eines neuen freiheitlichen Beamtenrechts unter Aufrechterhaltung des Berufsbeamtentums zu überwinden. Die Ausschußentschließung auf Vorlage eines Pensionsgesetzes für politische B e - amte wird mit großer Mehrheit angenommen, ebenso Entschließungen auf bessere Unterbringung der Versorgungsberechtigten und andere Etatisie- rung der Lasten für die Kriegsopfer. Der Haushalt wird in der Ausschußfassung angenommen. Abg. Frau T e u s ch (Zentr.) erstattet darauf den mündlichen Bericht des Sozialpolitischen Ausschusses über die kommunistischen und sozialdemokratischen Anträge zum Schutz der Schwangeren und Wöchnerinnen. Der Ausschuß schlägt einen Gesetzentwurf über Wo chenhilfe vor. Da- nach soll ein Wochengeld in Höhe des Krankengeldes, jedoch mindestens 50 Pf. täglich, für vier Wochen vor und sechs zusammenhängende Wochen unmittelbar nach der Niederkunft gezahlt werden, das jedoch für die Zeit vor der Entbindung auf drei Viertel des Grundlohnes erhöht werden soll. In einer Entschließung ersucht der Ausschuß um einen Gesetzentwurf, durch den der Schwangeren- und Wöchnerinnenschutz auch für die Landarbeiterinnen und Hausgehilfinnen geregelt werden soll Die Aus- schußoorlage wird in allen drei Lesungen angenommen, ebenso die Ausschußentschlicßung. Eine umfangreiche Arbeitslosenstatistik. Berlin, 25. April. (Priv.-Tel.) Zur Vorbereitung einer Reform d e r Reichsan st alt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung ist ein umfangreicher Apparat in Bewegung gesetzt worden. Annähernd 1000 Beamte dieser Anstalt sind zur Zeit damit beschäftigt, auf Grund des Standes der höchsten Arbeitslosigkeit dieses Winters mit 2,5 Millionen eine ausführliche Statiftik auszuarbeiten, die für eine Novelle zur Aenderuny des Gesetzes über die Arbeitslosenversicherung, mit der noch im Laufe des Sommers zu rechnen ist, die notwendigen U n • terlagen bieten soll. Bon jedem einzelnen Arbeitslosen werden die vorhandenen Angaben über seine frühere Arbeitstätigkeit, über die genauen Gründe seiner Arbeitslosigkeit, über die darüber gemachten Erhebungen, kurz über alle irgendwie in Frage kommenden Probleme statistisch ausgewertet. Mit besonderen Karteiordnermaschinen und mit dem Einsatz aller verfügbaren Kräfte hofft man, noch im Laufe des nächsten Monats in der Lage zu fein, dem Neichsarbeitsrninifter die Ergebnisse dieser um- sangreichen statischen Untersuchung vorlegen zu können. Ein Apotheken-Resormgeseh? Berlin, 25. April. (Priv.-Tel.) Das alte Problem einer Reform der Apotheken- g e s e h g e b u n g, für die schon eine ganze Reihe von Entwürfen der zuständigen SteUen im Reich und in Preußen vorliegen, ist immer noch nicht gelöst, obgleich jetzt wieder von unterrichteter Seite verlautet, daß sich das Reichsinnenministerium dieser Angelegenheit annehmen wolle. In den zuständigen Fachkreisen gehen die Meinungen über den konkreten Inhalt eines solchen Gesetzes aber noch sehr auseinander. Rur in dem einen Grundsatz ist man sich einig, daß eine Reform der Arzneimittelgesehgebung notwendig ist und daß im Interesse der Bevölkerung die Versorgung mit einwandfreien Arzneimitteln im Dordergrund stehen muß. Aber über diesen allgemeinen Grund'a; hinaus sind die Fragen des Konzessionswesens vor allem, der Bekämpfung des Geheimmittelunwesens ufto. noch stark umstritten. Eine neue Gparakiion? Berlin, 25. April. (Priv.-Telft Der mehrfach erörterte Gedanke, im Herbst einen Nachtragsetat zum Reichshaushalt 1929 einzubringen und hierbei auf die vertagten Steuervorschläge, vor allem auf die Bier st euer, zurückzukommen, hat laut „Berl. Tageblatt" bisher keine feste Gestalt angenommen. Dagegen erhalt sich die Strömung, die eine neue Sparaktion bevorzugt. Dabei ist u. a. an eine gründliche Aenderung der Methoden bei der Invalidenversicherung gedacht. Ferner erwägt man eine Aenderung des Rente n b a n k g e s e h e s mit dem Ziel, die Rückzahlung derReichskredite an dieses Institut auf einen längeren Zeitraum zu verteilen. Aus dem Petitionsausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 24. April. Im Petitionsausschuh des Hessischen Landtages wird ein demokratischer Antrag zur Nachholung der durch die lange Frokt- periode zurückgekommenen Bestellungsarbeiten in Landwirtschaft und Weinbau die Bestimmungen über die Sonntagsruhe vorübergehend aufzuheben, für erledigt erklärt, da die Regierung schon vor einiger Zeit die örtlichen Polizeistellen angewiesen hat, im Sinne des Antrages entsprechende Ausnahmeregelung vorzunehmen. Ein Zentrumsantrag auf K r i s e n f ü r s o r g e für d i e Tabakarbeiter ist inzwischen erledigt worden, da das Reichsarbeitsministerium eine entsprechende Einbeziehung in den Kreis der Unter» stützungsberechtigten auch für die Tabakarbeiter am geordnet hat. Eine längere Aussprache entspann sich über einen Antrag Späth, Wesp und Genossen (Zentr.) wegen der Beschäftigung von ausländischen (polnischen) Arbeitskräften namentlich in landwirtschaftlichen Betrieben. Namentlich war eine Aeußerung verlangt worden, wieviel ausländische Arbeiter auf staatlichen oder vom Staat verpachteten landwirtschaftlichen Gütern beschäftigt werden. Die Regierung wies den Antragstellern nach, daß durch die Maßnahmen mit dem Landes- arbeitsamt Frankfurt a.M. die Zahl der ausländi- schen Saisonarbeiter bereits sehr stark herabgesetzt worden ist. Ein Antrag der Abg. Dr. Werner (frkls.) und Bohm (Dnll.) wegen des behördlichen Einkaufs in Warenhäusern wird durch die Annahme eines Antrages des Berichterstatters Dr. Wolf (Vrp.) erledigt. In ihm wird die Regierung ausgefordert, bei solchen behördlichen Einkäufen in Sie Spaniensahri des „Graf Zeppelin". Friedrichshafen, 25.April. (1DIB. Blinkspruch.) während der ziemlich regnerischen Rächt zum Mittwoch ist das eustschisf „Graf Zeppelin" an der spanisch-portugiesischen Rordwestküste entlang gezogen und hat Lissabon zwischen 9 und 9.30 Uhr vormittags überflogen. Sein Erscheinen über der portugiesischen Hauptstadt bedeutete für die Bevölkerung, die noch nie ein lenkbares Luftschiff gesehen hatte, eine große Sensation, vier Militärflugzeuge waren dem „Gras Zeppelin" entgegengeflogen und begleiteten ihn auf seinem Fluge über die Stadt. Um 14.30 Uhr wurde Sevilla überflogen und vier Postsäcke abgeworfen. Zwischen Dr. Eckener und dem Bürgermeister von Sevilla wurden Begrüßungsfunksprüche gewechselt. Um 16 Uhr überflog das Luftschiff die Küste bei La di; und befand sich gegen 17 Uhr über afrikanischem Boden und zwar über der Stadt langer. Bei wundervollem weiter fuhr es in geringer höhe über die Stadt und konnte von der Bevölkerung ausgezeichnet gesehen werden. Für die Mehrzahl der Bewohner war das Erscheinen des Luftschiffes ein freudiges Ereignis, man erzählt jedoch auch, viele ältere Eingeborene hätten ihr Mißfallen darüber geäußert, daß Menschen es unternähmen, sich in Regionen zu bewegen, die allein Gott vorbehalten bleiben sollten, von langer funkte das Luftschiff: „Rach Ueberquerung der Meerenge bei herrlichstem Wetter in Tanger afrikanische Post abgeworfen, beturbante Araber balgen sich in wilder Begeisterung um die Sendung aus dem Luftschiff, vor uns liegt jetzt die felsenflcmkierle, wunderbare Gran-Ioseph-Durchfahrt, In strahlendster Sonne. Kurs weiter auf 2H a (a g a.“ Der nächste Funkspruch von Bord ging um 23 Uhr in Friedrichshafen ein: „Im warmen Lichte der sinkenden Sonne geht die Fahrt an der bei solcher Beleuchtung phantastisch schönen Südküfte Spaniens entlang, um 18.30 Uhr war Malaga passiert, und um 20 Uhr überflogen wir Almeria. Die schneebedeckte Kette der Sierra Revada leuchtet im Rorden im schönsten Alpenglühen, der Vollmond erhebt sich blutrot aus dem warmedunst des friedlich atmenden Meeres. Es herrscht schwacher Westwind bei 19 Grad Wärme." Das Luftschiff fuhr in etwas verlangsamter Racht- fahrt der spanischen Miltelmeerküste entlang, vorüber an Hunderten kleiner spanischer Häfen und Städte, Um 4.30 Uhr erreichte der „Graf Zeppelin" bei langsam dämmerndem Morgen das lichterglanzende Barcelona. Die Passagiere, die noch schliefen, wurden sofort geweckt. Bei schönem und ruhigem Wetter geht der Kurs weiter auf Rizzo. Die Regiemngskn'sis in Oesterreich. Um die Nachfolge Seipels. — Wien, 24. April. (Priv.-Tel.) Als Herr Dr. Seipel vor drei Wochen von fernem Amte zurücktrat, da gab es in der Christlich-Sozialen Partei zunächst einen Stoßseufzer der Erleichterung. Er war seinen Freunden zu mächtig und zu unabhängig geworden, hatte auf die Rotwendigkeiten der Parteitaktik nicht immer die erforderliche Rücksicht genommen, weil er doch eben in erster Linie Staatsmann war. Die Partei- bureaufraten sahen deshalb schon die Gefahr einer Spaltung und waren heilfroh, als Herr Seipel, ohne zwingenden Grund, sich zurückzog. Sie werden inzwischen gemerkt haben, daß sie eigentlich keinen Grund zur Freude hatten, denn die Krise, die sich ins Endlose zieht, droht nachgerade zu einer Tragikomödie der Christlich-Sozialen Partei zu werden, weil sie sich als vollständig unfähig erweist, die auseinanderstrebenden Kräfte zusammenzuhalten. Der linke Flügel, der vor allem in Wien zuhause ist und hier stark mit den Sozialdemokraten zu kämpfen hat, wollte dem Kurs einen Ruck nach links geben. Er setzte zunächst auch seinen Willen durch. Es gelang, in Verhandlungen mit der Sozialdemokratie zu kommen, um die Opposition abzumildern und eine Art Arbeitsprogramm zu schaffen, das an der Grundlage der bisherigen Regierungskoalition mit den Agrariern und den Großdeutschen festhielt, aber doch den Sozialdemokraten weniger Angriffspunkte bot. Run sollte nur noch der Kanzler gefunden werden, der dieses Programm verwirklichte. Aber gerade da setzten eigentlich die Schwierigkeiten erst ein. Denn jetzt wurde aus dem Kampf zwischen dem rechten und dem linken Flügel der Christlich-Sozialen der Kampf zwischen Stadt und Land. Auch im Reich erfreut sich ja die Hauptstadt nicht gerade allgemeiner Beliebtheit. In Oesterreich ist das aber noch viel schlimmer, well Wien für das kleine Land tatsächlich viel zu groß ist und mit Recht den wenig schmeichelhaften Beinamen eines Wasserkopfes für sich in Anspruch nehmen muh. Das Lieberwiegen der Sozialdemokraten und sozialpolitische Experimente, die in den letzten Jahren in Wien gemacht sind, haben in den Ländern sehr starke Abneigung gegen dieses System erzeugt. Jedenfalls wollten die ländlichen Kreise der Christlich-Sozialen keinen Wiener an der Spitze des neuen Kabinetts sehen. Lind sie haben sich damit durchgesetzt, so daß tatsächlich die ganze erste Garnitur der Partei für die Kabinettsbildung nicht mehr in Frage kam und der städtischen Gruppe nichts weiter übrig blieb, als selbst das kleinere Liebel zu wählen und den Die Christlich-Soziale Partei. Landeshauptmann von Vorarlberg vorzuschlagen, der zwar in seinem eigenen Lande unbegrenztes Ansehen genießt, sonst aber wenig bekannt ist. Er hat aus persönlichen Gründen a b g e l e h n t, und jetzt ist man auf den Um« weg verfallen, den Professor Mittelberger in den Vordergrund zu schieben, ebenfalls aus Bregenz, von dem lediglich bekannt ist, daß er die rechte Hand seines Landeshauptmanns war. Er kann natürlich ein sehr guter Bundeskanzler werden, er kann auch das Gegenteil sein, jedenfalls bedeutet seine Wahl eine Verzweiflungstat, die in die inneren Zustände der Christlich- Sozialen Partei ein bedenlliches Licht fallen läht. Mittelberger verhandelt. Wien, 24. April. (WTB.) Der Rationalrat hielt heute eine kurze formelle Sitzung ab, in der der Präsident lediglich mitteilte, daß die Wahl der Regierung noch nicht vorgenommen werden könne, da der Hauptausschuh noch nicht in der Lage sei, einen Vorschlag zu unterbreiten. Die nächste Sitzung, in der die Wahl der Bundesregierung vorgenommen werden soll, wurde für nächsten Freitag 15 Lihr einberufen. Der aus Vorarlberg heute früh hier eingetroffene Landessinanzreserent Dr. Mittelberger trat im Laufe deS Vormittags mit den Vorsitzenden der Koalitionsparteien wegen Liebernahme der Kanzlerschaft in Fühlung. Die Großdeut- schen nahmen zunächst eine abwartende Haltung ein. Hingegen erklärte der Land- bund bei aller Würdigung der Verwaltungstätigkeit Dr. Mittelbergers in Vorarlberg, an einer von ihm gebildeten Regierung nicht teilnehmen zu können, da in der Aussprache einerseits die Bedenken gegen die Betrauung eines Politikers, welcher mit 'Fragen der Dun- despolitik keine nähere Berührung gehabt habe, nicht zerstreut worden seien, und well anderseits Dr. Mittelberger in den grundlegenden wirtschaftspolitischen Fragen sich nicht informiert erklärt und daher irgendeine grundsätzliche Zusage nicht habe geben können. — Der neue österreichische Kanzlerkandidat wurde im Jahre 1879 bei Feldkirch geboren und wirkte seit 1905 als Gymnasialprofessor. Im April 1915 wurde er zum Obmann des Pressevereins für Vorarlberg gewählt und bald darauf als Obmann an die Spitze der christlich-sozialen Parteiorganisation Vorarlbergs berufen. 3m Ro- vernber 1918 wurde Dr. Mittelberger Mitglied des provisorischen Landtags von Vorarlberg und I im Laufe des nächsten Jahres Mitglied der Landesregierung. Seit 1923 gilt er als der best- | bewährte Finanzreferent des Landes. erster Linie die mittel ft ändischen Betriebe zu berücksichtigen. Die Beisetzung des Prinzen Heinrich. Eckernförde, 24. April. (WTB.) Heute nachmittag hat auf Schloß Hemmelmark unter großer Beteiligung die Trauerfeier für den Prinzen Heinrich von Preußen stattgefunden. Schon lange vor der angesehten Zeit fanden sich die Abordnungen der Marine- und Militärvereine, studentischer Verbindungen und des Stahlhelms mit ihren Fahnen im inneren Hof des Schlosses ein. Die Mitglieder des Skagerrak-Klubs waren fast vollzählig erschienen. Die Reichswehr hatte eine Delegation entsandt. Insgesamt hatten sich mehrere tausend Personen ackf Schloß Hemmelmark versammelt. Der Sarg, der bereits am Montag nach einer Andacht ün engsten Familienkreise geschlossen worden war, wurde um 1 Lihr nachmittags in der Vorhalle auf einer Lafette aufgebahrt. Zu Seiten des flaggenbedeckten Sarges nahmen ehemalige Marineoffiziere Aufstellung, die um 2 ilbr von den Prinzen, die die letzte Ehrenwache übernahmen. abgelüst wurden. Unter den Trauergästen befanden sich als Vertreter des Re ichspräsidenten Staatssekretär Dr. Meißner, Admiral Dr. R a e d e r als Vertreter des Reichswehrministeriums, General H a s s e, die Konteradmirale Hansen und G I a- ö t s ch, für die Stadt Kiel, deren Ehrenbürger Prinz Heinrich war, Oberbürgermeister Dr. L u e k e n, von der alten Wehrmacht u. a. Generalfeldmarschall v. Mackensen und die Admirale v. S ch r 5 d e r und v. F i s ch e l. Die Trauerrede vor dem Sarge hielt Llniversitäts- prosessor Dr. R e n 11 o r f f, Kiel, der des Heimgegangenen als aufrechten Menschen und Soldaten gedachte. Rach abschließendem gemeinsamem Gesang trugen Marineoffiziere den Sarg zu dem nahen Erbbegräbnis, wo Prinz Heinrich zur letzten Ruhe gebettet wurde. Wahlen in Dänemark. Kopenhagen, 25. April. (WTB. Funkspruch.) Bei den gestern abgehaltenen Wahlen zum Falleting erhielten nach dem vorläufigen Schluhergebnis Konservative 233868Stimmen (24 Sitze), Linke 402 146 (43 Sitze), Radikale 151 729 (16 Sitze), Sozialdemokraten 593235 (61 Sitze), Rechtsver band 25 795 (3 Sitze), Schleswiger 9787 (1 Sih), Kommunisten 3655 (0). Die Sozialdemokraten gewannen 8 Mandate, der Rechtsverband gewann ein Mandat, die Konservativen verloren 6 Mandate und die Linke verlor 3 Mandate. Die Mandatszahl der Schleswigschen Partei und der Radikalen bleibt unverändert. Auf den Färöer- Inseln finden die Wahlen bekanntlich zu einem späteren Zeitpunkt statt. Aus aller Welt. Der Untergang der „Toyakuni Marn". Havas berichtet aus Tokio, daß weitere 32 Lieberlebende des gesunkenen Dampfers „Toyakuni Maru" gerettet worden sind. E s fehlen noch 89 Passagiere. Deutsches weltausstellungsgut durch die Luft nach Barcelona. Der Verband deutscher Seidenwebereien wird in der ersten Maiwoche sein gesamtes Ausstellungsgut, daS auf der Weltausstellung in Barcelona gezeigt werden soll auf dem Luftwege von Krefeld nach Barcelona senden. Fast eine Tonne wertvollsten Materials wird von der Deutschen Lufthansa in weniger als 36 Stunden über Krefeld nach Barcelona befördert werden. Eine Saartagung. Die 9. Tagung des Bundes der Saarvereine wird vom 8.—10. Juni in Münster i. Wests, stattfinden. Das Protektorat hat Reichskanzler a. D. vr. st. c. M a r x übernommen. Mit der Tagung wird eine große Saarkundgebung für das abgetrennte Saar- und Pfalzgebiet und gegen die Saarlüge am Sonntag, dem 9. Juni in der Stadthalle in Münster verbunden fein. Unter dem Leitwort: „Weg mit der Saarlüge!" soll diese Kundgebung auf die großen Gefahren der französischen Saarpropaganda Hinweisen und auf eine baldige Bereinigung der Saarfrage drängen. Späte Folgen des Frostes. In Landeck (Schlesien) war durch den ungewöhnlich starken Frost der Vormonate ein vor einem Haufe eingebauter gußeiserner Behälter zur Aufnahme von Niederschlagswasser aus der Hauptgasleitung zerfroren. Das Gas drang durch das Erdreich in die benachbarten Häuser. Dort wurden gestern früh der im Erdgeschoß schlafende 54 Jahre alte Hausbesitzer Fuchs und seine 53 Jahre alte Ehefrau bewußtlos aufge- funden. Fuchs, Vater von elf Kindern, konnte nicht mehr gerettet werden. Die Ehefrau hofft man am Leben zu erhallen. Ein Kind Im Gänfesiall verbrannt. 3m Gänsestall des Landwirtes Thamm in Preilsdorf in Schlesien hatten mehrere Kinder mit Streichhölzern gespielt. Plötzlich fing das Stroh Feuer. Während die übrigen Kinder hinauseilten, stellte sich das fünfjährige Kind der Familie Langer verängstigt in die äußerste Ecke des Stalles, wo es von den Flammen erfaßt wurde und lebendig verbrannte. „...in angetrunkenem Zustand." Als abends der Maschinist Lösch aus Duisburg- Beeck in angetrunkenem Zustande nach Hause kam, geriet er bald mit seiner Familie i n Streit. Als er versuchte, seine Tochter mit einem Hammer anzugreifen, wollte sein Sohn die Streitenden trennen. Vater und Sohn rangen miteinander, wobei der Vater einen Faust schlag unter das Kinn erhiell, zu Boden fiel und bald darauf ft a r b. Die Todesursache muß die Obduktion ergeben. Zuchthaus für eine Brandstifterin. 3n Reuwied hatte sich die Ehefrau Reubauer aus Betzdorf wegen vorsätzlicher Brandstiftung und Versicherungsbetrugs vor dem Schwurgericht zu verantworten, während ihrem Ehemann Beihilfe hierzu zur Last gelegt wurde. 3n der Rächt zum 11. August v. 3. war das den Eheleuten Reubauer gehörige Anwesen in Donnersberg völlig niedergebrannt. Zur Zeit des Ausbruchs des Brandes hate sich bic Ehefrau Reubauer mit sechs meist jüngeren Kindern im Hause befunden, während ihr Mann auf einer Grube zur Arbeit war. Menschenleben kamen bei dem Brande nicht zu Schaden, auch das Vieh und ein Teil des Hausgerätes konnten gerettet werden. Ein Frankfurter Kriminalkommissar, der eigens für die vielen Brand- fälle auf dem Westerwald stationiert wurde, stellte fest, daß vorsätzliche Brandstiftung vorlag. Das Anwesen war mit 13 500 Mk. viel z u hoch versichert und der Verdacht richtete sich gegen die Ehefrau. Die Kinder erzählten, die Mutter habe am Abend zuvor lange mit ihnen gebetet und ihnen gesagt, sie sollten wach bleiben, bis der Vater käme, auch habe sie ihnen erzähll, wie sie sich verhalten müßten, wenn es brenne, und obendrein waren fast alle Kinder völlig angezogen, als der Brand ausbrach. Weiter hatte auch ein Kind gehört, wie die Mutter in der Rächt aufgestanden und die Stiege zum Speicher fjin auf gegangen war. Auf Grund dieser Aussagen legte die Mutter ein volles Geständnis ab. Sie wurde wegen Brandstiftung in Verbindung mit Versicherungsbetrug zu einem 3ahr Zuchthaus verurteilt, während der Ehemann mangels Beweises freigesprochen wurde. ------------e Die Wetterlage. U torwa. <2 -Jin 9- 9 15 -2 o Q, 0 Mittv/och. d.24. April 1929,7h aM5_. Owolkenlos. 0neuer. 0 naib bedeckt.» wolkig. • bedeckt • Itegtn » Schnee a Graupeln, e Mebei K Gewitter.©Windstille.«<>V sehr «eifhter Ost massiger Südsüdwest (S stürmischer Hordwes» Oie Pfeue fliege" mildem winde. Die neiden Stationen stenenden Zanten geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleichem, auf Meeresniveau umoerechneien Luftdruck Wettervoraussage. Die südskandinavische Störung verursachte durch den Zustrom kühler Luftmassen rauhes und unfreundliches Wetter. Durch die mehr südöstliche Verlagerung der Störung, bleiben wir zunächst noch unter ihrem Einfluß, so daß immer noch das kühle und regnerische Wetter mit Nachtfrostgefahr bestehen bleibt. Weiterhin ist mit vereinzelten Schnee- oder Regenschauern zu rechnen, jedoch wird noch im Lause des morgigen Tages durch den ansteigenden Luftdruck eine Beruhigung der Wetterlage eintreten. Vorausfagefür Freitag: Rach anfänglich unbeständig wechselnd wolkigem Wetter mit einzelnen Schnee- oder Regenschauern, mehr auf- heiterndes Wetter, nachts Frostgefahr. Vorhersage für Samstag: Wolkiges Wetter mit Aufheiterung, nachts Frostgefahr. Lufttemperaturen am 24. April: mittags 8,8 Grad Celsius, abends 5,8 Grad: am 25. April: morgens 3,7 Grad. Maximum 9,5 Grad, Minimum 0,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24 April: abends 9,8 Grad; am 25. April: morgens 5,1 Grad Celsius. — Niederschlag 0,8 mm. — Sonnenscheindauer 7K Stunden. ft1 M .7 ^unt i» > Alntn Ä ^ten öt, |e Zangen. öer *? bra"9 Zbarte? nt."n> Sudjs M°r aufqe. °nnte nicht u Hl man >.°/.ein«ln ihl. 2^mtn in ere ^inbrr l: Plötzlich r Angen 'nnhährigx p in die Oen §lam- mntt 1 Duisbuitz. nnde nach Familie in er mit einem die Streiten, miteinander, lag unter 1 bald daraus Won ergeben. rrln. «efrau Deuber 3ranfr vor dem rend ihrem legt wurde. ! War tx» Unwesen in ran nt. Zur Haie sich die ingerrn Äin- > ihr Mann c. Menschen- zu Schaden, Hausgerätes iurter Krimi, ielen Drand- niert wurde, stistung Bor» HU. viclzu lacht richtete :r erzählten, r lange mit sollten wach abe sie chnen fiten, wenn ict säst alle 's der Drand Kind gehört, gestanden und hinaufge- er Aussagen önis ab. 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April. 6 30: Morgengymnastik. 12,15: Schallplattenkonzert: AuS .Die Meistersinger von Aurnberg von Richard Wagner. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend: Aus der Technik des Alltags, vorgetragen von Studienrat Dr. G. Glaae: »Das Wasser als Weg", für Kinder vom 10. Jahre ob. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst. 16,35 bis 17*35: Hausfrauen-Aachmittag. veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauen-Verein: „Aus der Praxis des Weisterinnen-Kursus". Vortrag von Johanna Wotekat, Meisterin der Hauswirtschaft. 17,35 bis 18 05: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunk- orchesters. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,30 bis 18 40: Don Kassel: Zehn Minuten Rattchläge für . üben Mc oltene fr üße t Schmerzen ? Jucken? Stech an ? Brennen? Dann gebrauchen Sie die laufenbnid) bewäbrie Universalhells. ),.Genterin“ Wirkung überraschend, x i. 1.50 u.2,7:»-^ Devot in Gießen: in allen Avoibeken fiaupinieflerla-e: Eugelapotüeke Gleflen. Das u Schmuck^ kästlein der deotschen Frau, die Küche, kann nicht reiner sein als diu weissgekachelten Räume und nickelblitzenden Maschinen der grossen Blauband-Werke, in denen jetzt auch die neue Marke , Alma " bergestdlt wird. Grosse Mengen bester Milch, feine Speisefette, Salatöle und Eigelb werden hier, ohne Berührung durch Menschen- hand, zu fertigverpackter Margarine. Wozu also noch Vorurteile? „Alma, die Margarine für Alle* ist ein wirklich gesunder, nahrhafter, butterduftender Brotaufstrich. Das ganze Pfund für nur 85 Pfennig. HÄ un» kommt 3ii ans ihr Muslyensliiaren. Deut’ ist es Ml wie oor Jahren: heul' velommk ihr ouf Sceöil öie Vure gleiöj mit! MW IMv'.Serkest'.ZMell nao gicöetBellElöung von der ein'achsten blS zur besten Ausführung. 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Paquin. 19 bis 19,20: Stunde des Südwestdeutschen Radio-Clubs. 19,20 bis 19,40: Stenographischer Fortbildungskurfus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 60 Silben aufwärts). 19,40 biS 19.55: Fünfzehn Minuten Fortschritte in Wissenschaft unb Lechnik. 19.55 bis 20: Film-Wochenschau. 20 bi« 21,50: Vom Kurhaus Wiesbaden: Sinfonie-Kon-ert de» Städttschen Kurorchesters. 21,50: Von Stuttgart Unterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. Samstag, 27. April. 6,30: Morgengymnastik. 12,30: Schallplatten- Konzert: Drohe Sänger und Sängerinnen. 12,45 bis 13,15: Schulfunk: Deutsch, vorgetragen von A. Reumann, dem Andenken Lessings. Au« .Ra- than der Weise": Die Erzählung von den Ringen und die Qucllen-Rovellc zur Ringerzählung. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend: Aus dem deutschen Liederkranzc. Liedervorttägc von Schulen: Volksschule Heldenbcrgcn. Chorleiter: Gesanglehrer Heinr. Mc>sserschmidt. 15,55 bi« 16,05: Hails- frauendicnst. 16,35 vis 18,05: Konzert de« Rundfunkorchesters: Spielopern. 18,10 bi« 18.30: Lese- stunde. 18.35 bi« 18,50: Von Kassel; Fünfzehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund. Vortrag von Garteningenieur Karl Hinze. 18,50 bis 19 10: Der Briefkasten. 19,10 bis 19,30: Esperanto-Unterricht. 19,30 bis 20; Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Der Himmel im Mai: Durchmesserlosc Sterne", Vortrag von Pros Edmund Sittig. 20; Bunter Abend. An- schließend bis 0.30: Von Berlin: Tanzmnstk. Bekanntmachung. - Mit Rücksicht auf die bei trockener Witterung bestehende Gefahr der Entstehung von Waldbränden mache ich darauf aufmerb stim, daß jegliches Feueranzünden im Walde und in dessen Nähe sowie das Wegwerfen von glimmenden Streichhölzern, Zigarren , Zigarettenresten usw. sehr gefährlich unb streng verboten ist. 3725C Gießen, den 24. April 1929. Der Oberbürgermeister I. V.: ur. Rosenberg.______ mmgstafeln angebracht. Trotzdem liest es der Leiter eines mit einem Pferde bespannten Wilch- führwerkes im September vorigen Jahres dort an der gebotenen Dorsicht fehlen. Er kam von der unteren Ludwigstrahe her, durchfuhr die Unterführung auf der rechten Seite und war im Begriff, links in den Riegelpfad einzubiegen, al» ein von der oberen Ludwigstrahe her- kommender Radfahrer mit aller Wucht wider die Schere seines Wagens fuhr und zu Fall kam. Sein Rad wurde stark beschädigt und er selbst verletzt. An dem Unfall trug der der Allgemeinen Strahenverkehrsordnung vom 21. Oktober 1927 unterworfene Fuhrmann allein die Schuld. Er ist zu rasch gefahren und nahm nach dem Riegelpfad zu nicht den vorgeschriebenen weiten "Rogen, sondern die Kurve derart kurz, dah er ncxh die Bordsteine des linken Fuß- steigs des Riegelpfads streifte. Auch gab er dem entgegenkommenden Radfahrer kein Zeichen, dah er seine Fahrtrichtung ändern wollte. Es unterlag keinem Zweifel, dah diese Dersehlungen den Unfall herbeigeführt haben. Hätte der Angeklagte den vorgeschriebenen weiten Dogen genommen. so wäre es fraglos dem Radfahrer möglich gewesen, unbehelligt die Ludwigstrahe weiter zu fahren. Wegen fahrlässiger Körperverletzung er- hielt der Angellagte eine Geldstrafe. Auf einer zu fraglicher Zeit durch starken Radfahr- verkehr allerdings sehr belebten Landstraße fuhr ein Autoomnibus und fast unmittelbar hinter ihm drein ein Personenauto. Der Führer desselben hatte Eile und wollte den Omnibus vor- schriftsmähig links überholen; der Führer des letzteren lieh dies aber nicht zu, indem er nicht nach rechts auswich. Er hat somit die Heber- holungsvorschriften nicht befolgt und erhielt aber, da immerhin die Situation infolge des lebhaften Verkehrs eine schwierige war, nur eine geringe Geldstrafe. Mit seiner Verteidigung, er habe wegen dieses starken Verkehrs seine Fahrtrichtung auch nicht um ein weniges ändern dürfen, tonnte er nicht gehört werden; das Gericht war der Ansicht, dah er recht wohl auf ganz kurze Zeit noch rechts hätte ausweichen können, um dem ihm folgenden Autoführer das Lieberholen zu ermöglichen. Eine gegenteilige Ansicht würde auf belebten Landstrahen zu ganz unhaltbaren Kon segn en zen führen. Uonlursversahren. In dem Konkursverfahren über das Der. mögen der Firma Heinrich klaholz, Tabak- wareu-Großhandlung in Gietzen. West- anlage 7, ist infolge eines von der Gemeinschuldnerin gemachten Vorschlags zu einem Zwangsvergleichc Vergleick'stermin auf Donnerstag, 16. Mai 1929, norm. 8 Uhr vor dem Amtsgericht in Gießen, Zimmer Nr. 106, anberaumt. 3711D Der Vergleichsvorschlag ist auf der Gc- schäftsstelle des Konkursgerichts zur Einsicht der ^Beteiligten niebergelcgt. Gießen, den 12. April 1929. __________Hessisches Amtsgericht.__________ Nutzholzverkauf. I Verlangen Sie stets ausdrücklich MAGGI* Würze und achten Sie genau darauf, daß Jhr Fläschchen aus MAGGI5 großer Originafflasche gefüllt wird. Jn dieser darf nach dem Gesetz nichts anderes feilgehalten werden als Nutzknüpp. (Grubenh. 2 m lang). Formgerechte Gebote sind einzureichen an die Oberförsterei Strupbach, Post Rod- Heim a. d. D. bis zum 7. Mai 1929, nachmittags 2 Uhr. Eröffnung der Gebote am gleichen Tage, nachmittags 3 Uhr, in der Wirtschaft Gcrlach in Bieber in Gegenwart etwa erschienener Bieter. Die Gebote sind je Fcstmeler bzw. je Raummeter der Ge- samtmaffe jeden Loses abzugeben. G. tn. b. fj. wollen schriftliche Bürgschaftserklärung der Gesellschafter beifügen. 37370 Rechnerische Berichtigung der Masten Vorbehalten. Kreis Alsfeld. •er. Homberg a. d. Ohm, 24. April. In dem Freih^ Scheuckschen Walddistrikt „Heller Wold" bei Wäldershausen entstand tun Montag durch Unvorsichtigkeit eines Landwirts, der in der Rähe des Waldes zwecks Kassee- kochens ein Feuer anzündete, ein Waldbran d. Das Feuer lief über einige Morgen dürre Grasflächen, ergriff dann eine große, mit jungen Fichten angepflanzte Fläche, zerstörte das junge Wachstum und eilte, vom Winde getrieben, in einen älteren, lichten Buchenbestand. _ Dürre Bäume brannten lichterloh. Zum Glück war Förster Kehl. Wäldershausen, bald erreicht. Er telephonierte das Forstamt und die Feuerwehr in Homberg an. Durch Feueralarm und Glockengeläute wurde die Einwohnerschaft mobilisiert. In aller Eile kamen Männer mit Schippen, um das Element zu bekämpfen, sogar Autos brachten Hllsskräfte zur Brandstätte. Man wußte des Feuers nur durch Ausschlagen mit Fichtenreisig und Schippen Herr zu werden. Durch Umsicht und großen Fleiß aller Mitwirkenden wurde dann weiterer Schaden verhütet. Zur Sicherheit wurde der mit Laub bedeckte Waldboden durchschaufelt und eine Wache zurückgelassen. Der Vorfall dürfte jetzt allenthalben zur Vorsicht mahnen. Mreid Lauterbach. & Lauterbach, 24. April. Auf dem heutigen V i e h m a r k t waren 154 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Die Preise bewegten sich zwischen 45 und 50 Mk. je Stück. Der Handel war schleppend; es wurden wenig abgeseht, so dah großer äleberstand verblieb. Rinder waren nicht auf- getrieben. stöcke kosteten der Doppel-Raummeter 8 bis 10 Mark, Fichtenreisig je vier Rauouneter 1 bis 2 Wk.> Fichtenkirüppel je Raummeter 6 bis 8Mk., Kiesernreisig und -knüppel erzielten etwa die Preise von Fichtenholz, während Lärchenknüppel 12 bis 13 Wk. je Raummeter kosteten. Riedrig waren die Preise für Durchforstungsreisig, das in mehreren hundert Raummetern angefallen war; sechs Raummeter kamen je nach dem Bestand an Hartholz auf 0,30 bis 4 Wk. Sämtliche Preise gingen im Verlaufe der Versteigerung zurück. — Die am Samstag stattgehabte Ruhholzversteigerung erbrachte trotz zahlreicher Kaufliebhabcr aus den umliegenden Dörfern geringere Preise, als im Vorjahre. Fichtenstämme la-Klasse kamen auf 18 bis 26 Mark, Ib-Klasse auf 24 bis 28 Wk.? 2d-Klasse auf 22 bis 30 Mk., 2a-Klasse auf 28 bis 37 Mk. je Festmeter. Fichten-Derbstangen 1. Kl. kosteten 2 bis .3 Mk., 2. Kl. 1 bis 2,50 Wk., 3. Kl. 1 bis 2 Wk. Fichten-Reisstangen 4. Kl. 5 bis 8 Wt., 5. Klasse 7 bis 9 Mk.. 6. Kl. 3 bis 5 Mk., 7. Kl. je Stück 4 bis 8 Pf. Kreis Schotte». Schotten, 24. April. An dem e r st e n Wertungssingen des Gaues Vogelsberg-Süd am 5. Mai in der hiesigen Turnhalle beteiligen sich 3 4 Gauvereine mit etwa 1200 Sängern. 16 Vereine bleiben dem Singen fern. Als Wahlchöre gelangen zum Vortrag 6 Volkslieder, 17 volkstümliche Lieder und Lieder im Volkston, 11 Kunstchöre, darunter einige äußerst schwierige, wie »Die Toten der Heide" von Mathieu Reumann. Als Sachverständige sind zugezogen die Musillehrcr B l a ß- Gießen und Samper- Darmstadt. Die vor- bereitenben Arbeiten wurden einem Ausschuß überwiesen, der sich aus Mitgliedern des Schot- lener Männerchors 1837 zusammenseh t. ß a u b a 2525 Boden-Beize i in Papier In der Blechdose von Matratzen Federbetten Steppdecken sachgemäß und preiswert bei ....Und dann lassen See vom Bohnenkaffee ab! Herzschwäche, nervöse Menschen greifen heute zum GEG-KONSÖMKORN Das gibt ein vorzügliches, herzhaftes Getränk für alle ?age und entspricht zugleich Ohrem schwachen Geldbeutel! Wenn Sie beim Aufguß allenfalls ein paar Kaffeebohnen mit verwenden, werden Sie kaum einen Unterschied gegenüber dem reinen Bohnenkaffee bemerken. mit höchster Leitfähigkeit, blank, verzinnt, massiv, verseilt, liefern prompt und billig Ierkenhoff^DrebesA.-G. Ablarcr Hütte bei Wctzlar. Konsum-Verein Gießen und Umgegend e. G. m. b. H. 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Der Schlüssel steckte nicht im Vorsitzenden mit Genugtuung anerkannt, daß die hessische Regierung und besonders das Ministe- rium für Kultus und Dildungswesen den Wünschen der Kriegsbeschädigten in der weitestgehenden Weise cntgegentommc. Beschwerden können nach Meinung des Landtagsabgeordneten Stork nur von Fall zu Fall geprüft und entschieden werden. Sjenenziichtertagung in Gießen. Der Bienenzüchterverein „Gießen- Umgebung" tagte gemeinschaftlich mit dem Dienenzüchterverein Wetzlar in Gießen im Hotel „Hindenburg". Als Redner hatte man Dr. Frcudenstcin vom Zoologischen Institut in Marburg, der Aaturwissenschaftler und praktischer Imker ist, gewonnen. Als Thema hatte sich der Redner „Die Zusammengehörigkeit der Bienenzucht mit der Landwirtschaft und dem Obst- und Gartenbau" gewählt. Aus diesem Grunde waren von fetten des ersten Vorsitzenden, Lehrer Buß (Leihgestern), Einladungen an die nächsten Obst- und Gartenbauvereine, an die Landwirtschaftlichen Schulen und an verschiedene in dieser Beziehung maßgebenden Körperschaften ergangen. Alle waren dieser Einladung gefolgt, darunter auch die Leiter der Obstzuchtanstolten Friedberg und Alsfeld. 3m dichtbesetzten Saale konnte gegenseitiges Interesse zum Ruhen oller An- wesenden ausgetauscht werden. Dr Freuden st ein nannte die Bienenzucht das jüngste Kind der Landwirte und bezeichnete Augen, die ein Bild von dem Aufwand gestatten, der auf diesem noch jungen Versicherungsgebiet erforderlich ist. Die nachstehende Tabelle gibt einen klaren Einblick in den Unterstützung-;- aufwand (ohne Derwaltungskosten) in den letzten fünf Monaten vom Oktober 1928 bis einschließlich 1787: der Dichter Ludwig Uhland in Tübingen geboren (gestorben 1862); — 1812: der Industrielle Alfred Krupp in Essen geboren (gestorben 1887); — 1863: der Dichter Arno Holz in Rastenburg geboren. Hauptversammlung der tliegsbe- schädigten Lehrer und Beamten Hessens 8 D a r m ft a d t, 21. April. Unter dem Vorsitze des Obmannes A. Link (Darmstadt) fand heute hier im „ Fürstensaal" bei zahlreicher Beteiligung aus dem ganzen Lande die Hauptver samm- luttg der kriegsbeschädigten Lehrer und Beamten aus dem Volks st aatc Hessen statt, an der auch Vertreter des Landes- kartclls des Deutschen Beamtenbundes des Hess. Landes-Lehrervereins, des katholischen Lehrer- Vereins, des Bundes der Berufsschullehrer, sowie die Kreisschulrätc Stork (Darmstadt), Jager (Dieburg) und Krämer (Benshcun) tellnahmen. Das Versorgungsamt Darmstadt war durch Ober- regierungsrat Lancelle vertreten, welcher der Versammlung äußerst interessante Zahlen über dos Dersorgungswefen im Reich und tn Hessen bekannt gab. An den Jahresbericht des Vorsitzenden knüpfte sich eine recht lebhafte A u s- spräche, die sich in der Hauptsache um die Gewährung der Ausglcichszulage an Beamte und Lehrer drehte. Obmann L i n k und der gesamte Ausschuß wurden einstimmig durch Zuruf auf ein Jahr wiedergewählt. Ein Antrag Gießen, der auf eine geeignete Verwendungsmöglichkeit von Kriegsbeschädigten obzielte, wurde angenommen. Dabei wurde von dem Vornan einer Nacht Von Paul Rosenhayn. 12 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Eva Sullivan. „Ja, Fedor." Seufzend, dennoch mit einem glücklichen wie träumenden Gesicht, erhob sie sich. „Ich werde den Paß holen. Das Opfer, das ich dir jetzt bringe, das ich meiner Liebe zu dir bringe, Fedor - dies Opfer ist tausendmal größer, als du ahnst. Ich mutz in sein Zimmer gehen; um an den Patz zu gelangen, muß ich ihm eine Szene der Zärtlichkeit spielen — von Sehnsucht — von Leidenschaft — ich muh ihn m meine Arme schlichen; ich mutz dich betrugen, ,Fedor — um ihn betrügen zu können." Sie sah ihm zögernd, wie in einer letzten Hoffnung. in die Augen; er antwortete, indem er die Achsel zuckte: „ , .. Der Diener kommt zuruck. Du mußt gehen. Marcelle ging mit schweren und langsamen Schritten den Grottenweg hinunter; die schwule Treibhausluft schlug ihr entgegen hüllte sie em, wie in einen zärtlichen und gefahrenschwangeren S^sah, während sie halb zurückblickte, Fedor Sokoloff am Rande des kleinen Bas,ins stehen, er sah ihr nach, mit jener ruhigen ein wenig anteillosen Höflichkeit, die.nichts und alles be- deutete - mit einem Blick aus dem niemand, selbst nicht ein Mißtrauischer, irgendeine Ab» sicht herauslesen konnte. Sie atmete tief, dann öffnete sie geräuschlos die schwere ^ur, bu zum Innern des Hauses führte. Jäh schlug ihr die Kühle der Rächt entgegen, irgendwo mochten Fenster geöffnet lein, ias Rauschen des Windes ging durch die Baume des dunklen Gartens. Im Hause schlug eine Tur, |ie ging die Treppe hinauf. Stimmengewirr lag tn der Luft, es mochte sich in den Winkeln des Treppenhauses echoartig fangen. Sie schaltete das Licht cm; seltsam, plötzlich dünkte sie diese hohe Halle wie der Hof emeä Gefängnisses. Die Wände, marmorn und spiegelnd, waren von unerbittlicher Glätte; die ^reppe, diese eiskalte, lautlose Treppe, schien in einem dunklen Schacht zu münden, in depi die Schatten lagen: riesengroh und schweigend. Musik wehte herein, flackernd, unbestimmbar, dunkle Töne: ein altitalienisches Menuett — einer der prominenten Gäste mochte spielen. Plötzlich waren die Klänge fort; fühlbar lag die Totenstille über dem Hause. Das Herz poch le ihr in wilden Stößern wahrend sie auf die Tür dort drüben am Ende des Korridors zuging. Was war schließlich dabei: Sie ging zum Schlafzimmer ihres Mannes — Peter ging, seine gleichgültigen Augen auf die Herrin gerichtet, mit langsamen Schritten auf sie zu. Er warf einen kurzen schnellen Blick auf die Schlaszimmertür, dann wandte er die Augen wieder zu ihr, und mit seiner kühlen Stimme sagte er: „ Frau Eva Sullivan ist soeben emgetroffen. Die Gäste verlangen nach der gnädigen Frau.' Sie nickte. Er stand noch immer, erwartungsvoll, vielleicht verwundert, vielleicht mißtrauisch. Sie fühlte, daß sie irgend etwas sagen mutzte; gleichzeitig empfand sie peinlich dos Falsche dieser Situation: der Diener erwartete von der Herrin eine Rechtfertigung. Aber mit blitzschnellem Instinkt trat sie aus ihrer Defensive; sie fragte, indem sie den Diener streng onsah: „Wo ist der Herr Staatsrat?" Peter sah sie unbeweglichen Gesichts an. Langsam sagte er: „Der Herr Staatsrat schläft." „Ich hole geholt Und ich habe laut gerufen. Er antwortet nicht." Eine Tür mußte sich geöffnet hoben; eine Welle von Musik schlug plötzlich herauf. Der Diener wandte den Kops in der Richtung zur Treppe, vielleicht in einer Art Ungeduld, vielleicht um tic Herrin an ihre Pflichten au erinnern. Dann, als sie ihn unverwandt und schweigend betrachtete, sagte er leise: . ... r „Der Herr Staatsrat hak cm Schlafmittel genommen. „So, so. Ein Schlafmittel", murmelte sie. Aber in einem wiedererwachenden Argwohn fetzte sie hinzu: „Der Schlüssel ist abgezogen . . .“ 3n diesem Moment kamen von unten Stimmen, die durcheinander riefen; ein paar Ungeduldige mochten in das Innere des Hauses eingedrungen fein. Lachen schwirrte heraus. Jemand sagte: „Hier oben muh sie fein“; eine helle Srauen* stimme setzte spöttisch hinzu: „Das nenne ich zärtliche Liebe!" Mit einer ungeduldigen Bewegung ging Mar- ccllc zur Treppe. Eine Lichtwelle flutete ins Treppenhaus; Lachen und Zurufen begrüßten sie. Ein paar Eingeweihte waren schon auf den obersten Stufen. Marcelle streckte die Hände nach den Reugierigen aus. mit einem schnell wiedergewonnenen Lächeln. Sie ging die Treppe hinunter; am Kandelaber wandte sie sich um und blickte zu- 11 gJeter, der Diener, stand immer noch am Schlafzimmer. Die Augen suchend auf den Boden geheftet. _ Das Bild im Salon hatte sich seltsam verändere der Tanz war abgebrochen. Kleine Gruppen ha' Len sich gebildet; alles blickte erwartungsvoll z • Tür. (Fortsetzung folgt.) das Zusammengehen der beiden Wirtschaft-- zweige nicht als eine Rotmahnahme, sondern als eine Naturnotwendigkeit. In vortrefflicher Weise schilderte der Redner die Bestäubung der einzelnen blühenden Pflanzen und Bäume durch Insekten und in erster Linie durch unsere Honig- biene; denn dem weitaus größten Telle unserer blühenden Pflanzen ist es nicht möglich, sich gegenseitig kleine Pollenkörnchen (dos ist der Blütenstoub an der Blüte) zuzuführen, damit diese, die als männlicher Samen bezeichnet werden, in Verbindung mit der weiblichen Blute kommen und somit das Ansehen der Frucht oder Samengebilde ermöglichen. An Hand von For- schungsergebnissen machte der Redner feinen Zuhörern klar, daß es eine ganze Anzahl Sorten Aepfel, Dirnen und auch Steinobst gibt, deren Blüten nicht von ihrem eigenen Blütenstand be- ruchtet werden können, sondern daß zu lebcm einzelnen Fruchtansatz unbedingt notwendig ist, daß von fremden Blüten Blütenstaub übertragen wird. An allen diesen Arbeiten, welche nach allgemeinem Begriff von Insekten ausgefuhrt Werren haben unsere Honigbienen den weitaus größten'Anteil. Laut aufgestellten Statistiken betragt der Anteil unserer Dienen an dieser Raturaufgabe 73 v.H. und ein zweiter Wissenschaftler errechnet sogar 95 V.H. Man hat cs auch nicht versäumt, den Gewinn für die Allgemeinheit zu errechnen, welcher auf diese Weise dem deutschen Dolksvermogen all- jährlich durch unsere Honigbiene zugefuhrt wird. Rachdem man alle tragsähigen Bäume in Deutschland statistisch zusammengestellt und den jahrli- ch"n Ertrag jedes Daumes mit dem durchschnittlichen Wert von 5 Mk. angenommen hat. ist man zu dem erstaunlichen Detrog von 600 Millionen Mark gekommen. Dies ist nur einzig und allein der Ertrag vom Obst. Um wieviel mehr würde sich diese Summe erhöhen, wenn alle in- nerhalb Deutschlands wachsenden Kulturpflanzen in diese Statistik aufgenommen werden konnten, die ihr Dasein und Fortbestehen unserer Honigbiene verdanken. Dieses ist der indirekte Wert der Bienenzucht für das Vottsganze. Der direkte Ruhen den die Dienen dem Imker abwerfen an Honig' und Wachs und der noch zum größten Teil unter viel Schweitz und Arbeit am Dienenstand den Dienen abgerungen werden muh. betragt innerhalb Deutschland nur 35 Millionen Mark jährlich. Aus diesen festgestellten Tatsachen ist deutlich zu erkennen, wie eng die Bienenzucht mit der Landwirtschaft, mit dem Obst- und Gartenbau verwandt ist, und wie diese gegenseitig aufeinander angewiesen sind. Tatsache ist, daß unsere deutsche Bienenzucht während des Krieges. in den unheilvollen Jahren nach dem Kriege und ganz besonders in den schon seit 1924 bestehenden Mißjahren bezüglich der Homgernte, ganz bedeutend zurückgegangen ist. Auch die Bienenseuchen haben anteilmäßig zu dem Rückgang beigetragen. Von Seiten der Imker sucht man diesem Rückgang in jeder Weise entgegenzu- treten Leider ist der Wert der deutschen Bienenzucht der Oeffentlichkeit nicht bekannt, und ganz besonders bedauerlich ist es, daß selbst maßgebende Körperschaften und zuständige Regie- rungsstetten die der Bienenzucht gebührende Erkenntnis nicht entgegenbringen. So verhallten die Forderungen in den vergangenen schlechten Iah- 1 ren bei der Reichsregierung um Gewährung von steuerfreiem Zucker im Herbst bei der Entwinte- rung erfolglos. Die Folge davon war, daß viele Imker nicht in der Lage waren, daS für jedes , einzige Bienenvolk notwendige Futterquantum zu besorgen, und dah die Bienen im Winter verhungerten. In bezug auf die Seuchenbekämpfung wenden t die Imker sich bittend an die Staatsregierung. > damit sie die notwendigen Verordnungen erlassen, das war die natürlichste und bürgerlichste Angelegenheit der Welt. Dennoch wuchs ihre Unruhe mit jedem Schritt, den sie tat — es wuchs das Bewußtsein einer unmittelbaren Gefahr. Aber das waren die Rcrven. zum Zerreißen angespannt in den wenigen Stunden dieser seltsamen Rächt, aufgepeitscht von Hoffnungen auf eine Seligkeit, die zu köstlich war, um erreichbar zu sein — gequäkt, zerrissen von lähmenden 3toei» fein — unter denen die Furcht vor einer Entdeckung noch die geringste war. Ihr Mann, ihr guter, schläfriger, harmloser Ole — was wurde er wohl antworten, wenn ihm jemand erzählte: Deine Frau liebt einen anderen — deine Frau ist eine Agentin einer gefährlichen politischen Verbindung! Er würde die Qleuglem erstaunt auf. reihen — -unö würde fein volles, rosiges Gesicht zu einem glucksenden Lachen verziehen Rem. Hier lag keine Gefahr. Wenn diese Tur sich öffnete, gab es zwei Möglichkeiten: Entweder — er schlief, und alles würde sich in einer geräuschlosen Minute abspielen - in einer Minute wurde sie mit dem Passe diesen Weg zurückgehen. Oder aber — sie schloß die Augen bei dem Gedanken mit einem schmerzvollen Seuszer — ober aber: er wachte: dann würde er ungläubig, fassungslos und verwirrt die Arme nach ihr ausstrecken wie nach einem Wunder der Rächt. Fast muhte sie lächeln bei dem Gedanken: Wie leicht hatte es eine schöne Frau, Glück zu spenden! Selbst wenn sie ein Verbrechen plante, schenkte sie noch kenholz; mehr konnte sic nicht erkennen, der Kopf ihres Mannes muhte außerhalb ihrer Blickrichtung sein. Wieder drückte sie den Türgriff nieder; bann legte sie den Mund an das Schlüsselloch und rief halblaut: Sie hörte nichts als das leise Ticken der Kaminuhr. , , Zum dritten Male rief sie, fast laut und ver- zeifelt. in das Schlafzimmer hinein: Ole!" Wieder blieb die Antwort aus. Sie preßte die Stirn gegen das kühle Holz der Tür, erfüllt von einer zagenden und lähmenden Angst; dann pochte sie mit dem Knöchel gegen die Tür; fast gegen ihren Willen in einem Tempo, das ins Fieberhafte wuchs. Plötzlich hielt sie inne. Sie wuhte selbst nicht warum — aber irgend etwas hatte sich verändert. Es war nicht dort drinnen — im Schlafzimmer; kühl und klar leuchtete das Licht der Alabasterlampe wie vorhin. Aber ihr Auge war an etwas Fremdartigem haften geblieben, eine Sekunde lang nur. den Bruchteil einer Sekunde vielleicht; das war cm Fingerzeig. . , Ihr Blick kreiste durch den Raum und blieb auf einem kleinen glänzenden Gegenstand hassen, der zu ihren Füßen lag. . Zu bürgerlicher Stunde wäre ihr nicht das geringste an diesem Fund aufgefallen Es war nichts als ein kleines glänzende Etwas, durchsichtig; das Muster des Teppichs blinkte hindurch; anscheinend ein viereckiges Stück Gelatine. Sie beugte sich bü-schnell und hob bad Q3Iätt- chen auf. Es schien das Regativ einer Photographie zu sein. . Vielleicht eine Belanglosigkeit — vielleicht mehr. Es war mehr — deutlich fühlte sie es. Sie hob das BLättchen gegen das Licht Und während sic die Konturen, die sich auf der blinkenden Zellulose undeutlich abzeichneten, mit den Auqen verfolgte, erkannte sie plötzlich, wen dieses Di'd barftelltc; es war das Regatio- bild Fedor Sokoloffs. Deutlich erkannte sic es; man mußte cs ausgenommen haben, während Fedor mit vor unter dem Licht der Girandole gestanden hatte; dos war seine lässig geneigte Haltung. Fedor Sokoloffs Bild! Wie kam es hierher? Wer hatte cs ausgenommen? Warum gab ihr Mann keine Antwort auf ihr Klopfen? In diesem Augenblick kam ein Schritt die Treppe heraus; ein Schatten wuchs auf der Seltenwand der Treppe. Es war Peter, der Diener. Instinktiv verbarg sie die Photographie in der Hand. Die endgültige Gewerbesteuer. Die Grund-, Gewerbe- und die Sondergebäude- ( (feuer der Gemeinden, Kreise und Provinzen waren im Rechnungsjahr 1928 seither - ebenso wie beim Staat - vorläufige Steuern. < Die kommunale Grundsteuer und Sondergebäudesteuer für das Rech- | nungsjahr 1928 find abgegolten durch die Zahlungen, die auf Grund des Steuervoraus- zahlungsgesetzes für das Rechnungsjahr 1928 vom 28. März 1928 zu leisten waren. Im Gegensatz zu diesen Steuern ist die end- flüitigc Gewerbesteuer für das Rechnungsjahr 1928 nicht als abgegolten zu betrachten durch die vorläufigen Gewerbesteuerzahlungen, die auf Grund des Steuervorauszahlungsgesetzes für das Rechnungsjahr 1928 zu leisten waren, vielmehr hat nachträglich für das Rechnungs- jahr 1928 eine endgültige Veranlagung aller Gewerbesteuerpflichtigen und demgemäß auch eine Festsetzung der endgültigen Gewerbesteuerschuld jedes einzelnen Steuerpflichtigen für 1928 zu erfolgen. Die endgültige Gewerbesteuer 1928 wird erhoben teils von dem nach den Vorschriften des Reichsbewertungsgcsetzes vom 10. August 1925 nebst Abänderungen und Ergänzungen zu bewertenden Gewerbekapital, teils von dem nach den Vorschriften des Reichsein- rommensteuergesehes und Körper- fchaffssteuergesehes vom 10. August 1925 nebst Abänderungen und Ergänzungen zu ermittelnden (Setoetbeertrag. Bei der Fes^ sehung der Besteuerungsgrundlagen wird sonach von dem zuletzt festgestellten Einheitswert des gewerblichen Betriebsvermögens bzw. von dem für das im Kalenderjahr 1927 endigende Geschäftsjahr nach den Bestimmungen des Reichseinkommen- und Körperschaftssteuergefetzes feftgefteilten Gewinn aus Gewerbebetrieb ausgegangen. Da die darnach von den Finanzämtern festgestellten De- sfeuerungsgrundlagen naturgemäß ganz andere sind, als die seitherigen, für den Ausschlag der vorläufigen Gewerbesteuer benutzten Grundlagen, so wird die endgültige Gcwerbcsteuerschuld jedes einzelnen Steuerpflichtigen voraussichtlich in jedem Aalt von der vorläufigen Gewerbesteuer abweichen. Jeder Gewerbe steuerpflichtige hat einen Rechtsanspruch auf Feststellung dieser endgültigen Gewerbesteuerschuld und aufAbrcch- nung zwischen der vorläufigen und endgültigen Gewerbesteuer 1 92 8. Die von den Gemeinde«, Kreis- und Provinzialvertretungen zu beschliehenden Steuersätze haben auf '.Reichspfennige auf je 100 Mk. Steuerwert des Gewsrbekapltals oder des Gewerbeertrags zu lauten. Heber die endgültige Gewerbesteuer 1928 ist den Steuerpflichtigen ein endgültiger Gewerbe- steuerbescheid zu crteUen. Die Erhebung der endgültigen kommunalen Gewerbesteuer 1928 erfolgt in einem Ziele. Was die staatliche Grundsteuer und Sondergebäudesteuer für 1 9 28 anbe- langt, so find diese ebenfalls für das Rj. 1928 abgegolten durch die Zahlungen, die auf Grund des Steuervorauszahlungsgesehes für das Rechnungsjahr 1928 zu leisten waren. Was die st a a t- liche Gewerbesteuer anbetrifft, so ist diese dagegen für das Rj. 1928 endgültig nach Maßgabe des Gcwerbesteuergefehes für 1928 zu veranlagen. Die Vorarbeiten für diele Veranlagung sind im allgemeinen abgeschlossen. Dateu für Freitag, 26. April. Sonnenaufgang 4.43 Uhr, Sonnenuntergang 19.13 Uhr. — Mondaufgang 22.25 Uhr, Monduntergang 5.44 Uhr. ___________________________________ Gnade! Dennoch war Gefahr. Sie fühlte es. Ein Geräusch ließ sie zusammenfahren. Sie wandte sich um; nichts war zu sehen. Das Fenster mochte sich bewegt haben. Sie legte die Hand auf den Drucker. Die Tür war verschlossen. Während sie sich niederbeugte, überkam cs lle plötzlich wie eine Art von Zorn. War cs nicht ihr gutes Recht, was sie verlangte? Freiheit — an der Seite eines Mannes zu leben, den sie liebte — Befreiung von einem alternden Pedanten? Warum war das Gesetz gegen sie? Sic ging ihren Weg, wie sie ihn gehen mußte — und augenblicklich machte die bürgerliche Ordnung Front gegen sie. Diese bürgerliche Ordnung, die so stark, so raffiniert, so verankert war. daß sie selbst, zähneknirschend gestand sie cs sich ein. von ihr durchdrungen war —. daß sic selbst sich wie ae zu einem Verbrechen fühlte, da »llte als Befreiung. Amt Arbeitslosenunterstützung Krisenunterstützung Sonderfürsorge Zusammen Oktober 1928 November 1928 A. Im Landesarbeitsamt Frankfurt 2 780 326,91 578 733,50 4 369 241,01 636 498,69 a.M. RM. 3 359 060,41 5 005 739,70 Dezember 1928 Januar 1929 Februar 1929 6 486 648,62 11 147 904,52 734 924,21 797 011,69 24 054,37 7 221 572,83 11968 970,58 8 597 331,92 802 254,65 2 821 576,82 12 221 163,39 1. Im Arbeitsamt Darmstadt 2‘ Offenbach 3 Gießen 4. Mainz 5 Worms 2 648 227,82 1 988 583,04 1 734 800,34 2 843 197,33 1 057 675,46 233 743,32 064 302,60 34 544,31 198 512,75 87 352,99 192 448,08 67 767,84 233 633,48 263 967,29 81114,98 3 074 419,22 2 720 653,48 2 002 978,13 3 305 677,37 1 226 143,43 10 272 483,99 1 218 455,97 838 931,67 12 329 871,63 Oktober 1928 892 576,99 189 291,26 1 081 868,25 November 1928 1 264 156,47 202 470,63 1 466 627,10 Dezember 1928 1 868 784,10 3 458 849,54 251 210,98 278 044,53 10 797,17 2 119 995,0b 3 747 691,24 Februar 1929 2 788 116,89 297 438,57 828129,50 3 913 689,96 Laß den für die Dienen sehr gefährlichen Krankheiten entgegengetreten wird. 2ln die Spitzen der Landwirtschaft fei ein Wunsch ausgesprochen, dap sie bei der Auswahl der Futter- und Kleegewächse etwas Rücksicht nimmt aus die Tracht- vcrhältnisse der Dienenweiden. 2ln die Forstbehörden ergeht der Wunsch, daß der Ausgleich der Aatur auch in unserem deutschen Wald erhalten bleibt und daß bei dem Durchforsten nicht alle Weidenarten der Axt zum Opfer fallen, damit die Dienen sich dort im zeitigen Frühjahr den so sehr notwendigen Dlüten- staub holen können. Vielleicht ist es auch möglich, daß an Waldesrändern hier und da einzelne Akazienbäume aufwachsen könnten: dies wäre auch in der Zeit der Blüte eine gewisse Freude für den Aaturliebhaber. Der Vortrag loste eine lebhafte Diskussion aus, die allen Anwesenden reiche Aufklärung über die in Frage gestellten Punkte gab. Dr. Freu- denstein erhielt weitere Ein.'a^ungen von dem Vezirksvercin Wetzlar und dem Obst- und Gartenbauverein Alsfeld. Wirtschaft. Oer neueste Reichsbank-Ausweis. Aach dem Ausweis der Aeichsbank vom 23. April hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechieln und Schecks, Aeichsschatzwechseln, Lombards und Effekten in der vergangenen Bankwoche um 38,2 Mill, auf 2450,0 Mill. Mk. erhöht. Die Zunahme entfällt auf die Bestände an Wechseln und Schecks, die um 118,4 Mill, auf 2239,4 Mill. Mk. an- gewachsen sind, während sich die Lombardbestände um 80,1 Mill, auf 41,0 Mill. Mk. und die Bestände an Aeichsschatzwechseln geringfügig um 0,2 Mill, auf 76,7 Mill. Mk. verringert haben. An Aeichsbanknoten und Aentenbankscl>einen zusammen sind 240,4 Mill. Mk. in die Kassen der Dank zurückgeflossen: im einzelnen hat der Umlauf an Aeichsbanknoten um 226,3 Mill, auf 3918,9 Mill. Mk. und der Umlauf an Rente nbankscheinen um 14,2 Mill, auf 441,4 Mill. Mk. abgenommen. 2,4 Mill. Mk. an Ren- tenbanklcheinen wurden getilgt. Demzufolge haben sich die Bestände der Reichsbank an solchen Scheinen auf 56,5 Mill. Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 796,3 Mill, eine Zunahme um 99 Mill. Mark. Die Bestände an Gold und deckungs- sähigen Devisen insgesamt haben um 234,7 Mill, auf 2218,8 Mill. Mk. abgenommen. 3m einzelnen haben sich die Goldbestände um 251,0 Mill, auf 2178,9 Mill. Mk. verringert und die Bestände an deckungssähigen Devisen um 16,3 Mill, auf 39,9 Mill. Mk. erhöht. Die Deckung der umlaufenden Roten durch Gold allein beträgt 55,6 gegen 58,6 Prozent in der Vorwoche, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen 56,6 Prozent gegen 59,2 Prozent in der Vorwoche. * Reue Kunstseidepläne. Wie WTB.- Handelsdienst erfährt, ist zwischen der Maschinenfabrik Oskar Kohorn & Co„ Chemnitz und der chemischen Fabrik Societä Lefranc, Paris nach befriedigenden Versuchen zur technischen Herstellung einer neuen Kunstseidenart ein Vertrag abgeschlossen worden, der die Grundlage für eine weitere gemeinsame Arbeit bilden soll. * Gesellschaft für elektrische Unternehmungen (Gesfürel). 3n der gestrigen Aufsichtsratssihung wurde beschlossen, der auf den 13. Mai einzuberufenden G.-V. die Ausschüttung einer Dividende von wieder 10 Prozent auf das am 31. Dezember 1928 dividendenberechtigte Kapital von 55.289 Mill. Mk. vor- zuschlagen. " Ludw. Loewe & Co. A. -G., Berlin. Der Aufsichtsrat beschloß, eine Dividende von wieder 10 Proz. auf das von 15 auf 20 Mill. Mark erhöhte Aktienkapital vorzuschlagen. * Der Vertrag Terra — United Artists abgeschlossen. Die Terra-Film A.-G. teilt mit: Die Verhandlungen der Terra- Film A.-G. mit der United Artists, der größten amerikanischen Filmproduzentengruppe, eingeleitet mit dem Ziel, der Terra ein Monopol für die amerikanischen Spitzenfilme in Deutschland zu sichern und andererseits der Terra eine Verwertung ihrer eigenen Produktion in Amerika zu ermöglichen, sind abgeschlossen worden. Es handelt sich um eine reine Vertriebsgemeinschaft, wie sie bisher die internationale Filmindustrie nicht kannte. * Ford in Frankreich und Belgien. Die Kapita^rK'-huna der französischen Fordfiliale von 78 auf 130 Mill. Frs. umfaßt 520 000 Aktien zu 100 Frs., die den Fordagenten und Angestellten teilweise reserviert sind und den alten Diskonterhöhung der Aeichsbank. Wechseldiskont von 6V2 aus Tk Proz., Lomba dzinsfuß von Tk auf 812 Proz. Berlin, 25.April. (WTB. Funkspruch.) Die Reichsbank Hal mit fofortfger Wirkung den Wechseldiskont von 6,5 auf 7,5 v. h. und den Lombardzinssah von 7,5 auf 8,5 v. h. erhöht. Der Vorsitzende begründete diese Erhöhung wie folgt: Wit der Diskontermähigung vom 11. Januar d. 3. halte die Reichsbank geglaubt, der verminder- ; ten Aktivität der deutschen Wirtschaft entgegentom- I men zu sollen. Es konnte dabei in kauf genommen werden, wenn die Verringerung des Zinsgefalles gegenüber dem Auslande angesichts der hohen lang- und kurzfristigen Auslandverfchuldung zu einem , verminderten Zustrom, oder zu einem Abflichen ! kurzfristigen Auslandkapikals und damit zu einer Senkung des Gold- und Devisenbestandes der ; Reichsbank führen würde. Die Gold - und De - , Visenentziehungen haben indessen ! die Erwartungen weit übertroffen, wozu nicht nur d!e Anspannung an den wichtigen internationalen Geldmärkten, die sorlbeslehende Passivität des deutschen Außenhandels, die geringfügige Reuausnahme lang- und kurzfristiger Aule hen beitrugen, sondern vor allem auch die Devisenabflüsse zwangsläufiger Ratur, der Zins- und Tilgungsbedarf für die große Auslandverschuldung und nicht zuletzt die Devisen- Zahlungen für Reparationszwecke, die mit der Steigerung der Dawesannuität auf 2,5 Milliarden Reichsmark natürlich steigenden Devisenbedarf hervorriefen (vom 1. September 1928 bis 31. wärz 1929 gleich 733 Millionen Reichsmark gegenüber 442 Millionen Reichsmark im entsprechenden Zeitraum vorher). Es ist selbstverständlich, dah die Reichsbank versuchen muh, auch einer solchen Entwicklung gegenüber ohne Diskonterhöhung auszukommen, solange der Geld- und Kreditbedarf der privaten Wirtschaft ein gewisses Mah nicht übersteigt. Ls ist aber bekannt, dah die gelegentlichen Spannungen des Geldmarktes während der letzten Wochen ihre Ursache außer in Saisonerscheinungen großen Teiles in der bedauerlichen Kassenlage des Reiches halten, wenn das Reichsbankdirektorium sich nunmehr dennoch, ungew'öhn- licherweise in einer Zeit noch fortdauernder wirt- schastsdepression, gezwungen sieht, den Diskontsatz von 6,5 auf 7,5 v. h. und den Lombardsah von 7,5 auf 8,5 v. h. zu erhöhen, so liegt der G nind dafür allein in der bezeichneten Verschlechterung der Gold- und Devisenreserve. Es zeigt sich wieder einmal deutlich, welchem unnatürlichen Zwange die Diskontpolitik der Reichsbank durch d!e Rokwendigkeit der Verwendung ausländischen Kapitals in der deutschen Wirtschaft und durch die steigenden Devisenerfordernisse für Reparationszwecke i'nlerwo-f?n ist. Die Reichsbank wird genötigt, der deutschen Wirtschaft neue Zinsbelastungen in einer Zeit aufzuerlegen, in der die Wirtschaft zu ihrer Belebung Zinsermähigungen brauchte. Aktionären im Verhältnis 2:1 überlassen werden. — Die belgische Fordgesellschaft zahlt nunmehr 90 Prozent der Summe zurück, die für Zeichnung der soeben ausgegebenen neuen Ford- afiien eingezahlt wurden, und verteilte die Aktien ausschließlich an Belgier und Luxemburger. Die sofortige Zurückzahlung der 90 Prozent macht ungefähr i Milliarde Frs. für den belgischen Kapitalmarkt frei. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 25. April. Tendenz: zuversichtlich. — Trotz der Erhöhung der Diskontrate des Reichsbankinstitutes um 1 auf 7,5 v. ch. war man zu Beginn der heutigen Börse zuversichtlicher gestimmt. Diese Tatsache berührte die Börse eben nur wenig, da man schon seit längerer Zeit damit gerechnet hatte. Die freundlichere otimmung wurde vor allem durch eine Meldung, wonach ein neuer Zahlungsplan ausgearbeitet sein soll, der eine Lösung der Reparationsfrage für zehn bis fünfzehn Jahre vorsieht, hervorgerufen. Die Annuitäten für diese Periode sollen nicht über die von Dr. Schacht in seinem Memorandum vorgesehenen Ziffern von 1650 Millionen Reichsmark hinausgehen. Das (3efd;äft konnte wieder etwas lebhaftere Formen annehmen, zumal noch die günstigen Geldmarktverhältnisse und der feste Schluß der gestrigen Reuyorker Börse einen vorteilhaften Eindruck machten. Der bevorstehende Ultimo wurde dagegen auf der anderen Seite nur wenig beachtet, da sowieso die Engagements bei den am Börsengeschäft beteiligten Kreisen sehr gering blieben. Im Vordergründe des Interesses standen wieder die alten favorisierten Werte. Besonders Elektroaktien und Kaliwerte waren lebhafter gefragt Siemens gewannen 5,5, Geffürel 4,5, Schlickert und Licht & Kraft je 3,5, Bergmann 3, AEG. 3,5, Salzdetfurth 8 und Westeregeln 7,75 v. H. Interesse bestand sonst noch für Deutsche Linoleum mit 5,5 und für Glanzstoss mit plus 11,5 v. f). Am Farbenmarkt war das Geschäft verhältnismäßig gering, und J.-G.-Farben eröffneten nur 0,75 o. H. höher. Auch am Montanmarkt waren besondere Umsätze nicht zu verzeichnen: die Besserungen gingen hier kaum über 1,5 v. H. hinaus, nur Rheinische Braunkohlen hatten lebhaftere Nachfrage mit plus 3 o. H. auf die günstigen deutschen Kohlenmärktelagen zu verzeichnen. Bon Bankwerten waren nach Reichsbank mit plus 4,5 v. H. lebhafte Nachfrage feftzuftellen. Die übrigen Werte dieses Marktes gewannen bis 1,5 v. S). Deutsche Bank dagegen vernachlässigt. Zellstoffaktien bis 4,75 v. ch. fester. Angeboten waren dagegen Schiffahrtswerte, von den internationalen Werten Svenska und Chade- aktien, und am Nebenmarkte Süddeutsche Zucker, Autoaktien, doch gingen die Rückschläge bei den oben genannten Werten kaum über 1,5 v. H. bzw. Mark hinaus. Renten still. Im Verlaufe war man hinsichtlich der wieder optimistischeren Beurteilung der Reparationskonferenz weiter zuversichtlich. Nachdem die Spekulation auf einzelnen Marktgebieten Deckungen vorgenommen hatte, wurde das Geschäft jedoch wieder still, da Orders von außen her kaum Vorlagen. Das Kursniveau konnte sich erneut, aber nur um Bruchteile v. Sj., bessern. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4,5 v. S). unverändert leicht. Am Devisenmarkt war die M a r k kräftig erhöht. Man nannte Mark gegen Dollar 4 2152, gegen Pfund 20 461, London gegen Kabel 4,8536, gegen Paris 124.16, gegen Mailand 92,67, gegen Madrid mit 33,60 wieder erholt, gegen Holland 12,08. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 25. April. Der Produltenmarkt verkehrte heute auf die wt der festeren Auslandmeldungen in ebenfalls festerer Haltung, jedoch hielten sich die älmsähe nach wie vor in sehr engen Grenzen, und es ist kaum eine Geschäftstätigkeit festzustcllcn, so daß die offiziellen Preise unverändert belassen wurden. Es wurden notiert: Weizen 23,75, Roggen 22,75, Sommergerste für Brauzwecke 24, Hafer, inländ. 24 bis 24,25, Mais (gelb) für Futterzwecke 22,50 bis 22,75, Weizenmehl, südd. Spezial 0 32,75 bis 33, Roggenmehl 30 25 bis 31.25, Weizenkleie 13,40, Roggcnkleie 14 bis 14,25. Tendenz befestigt. Frankfurter Schlachtvichmarkt. Frankfurt a. M, 25. April. Auftrieb: 56 Rinder, 940 Kälber, 73 Schafe, 372 Schweine. Cs wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 75 bis 80 Mk.: mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 74: geringe Kälber 60 bis 66. — Schweine: vollfleifchige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 71 bis 74; von etwa 200 bis 240 Pfund 72 bis 75: von etwa 160 bis 200 Pfund 70 bis 74 Mk. — Marktverlauf: Schweine schleppend, ausverkauft. Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Kunst und Wissenschaft. Festsitzung der Gesellschaft für antike Kultur. Unter dem Vorsitz von Staatssekretär Professor Dr. P o p i tz trat in Berlin am Dienstagabend die Gesellschaft für antike Kultur irn Rahmen einer Festsitzungzu ihrer ersten öffentlichen Tagung zusammen. Nach Begrüßung der Ehrengäste, unter denen sich auch der Kronprinz Gustav Adolf von Schweden befand, wies Staatssekretär Dr. Popitz darauf hin, daß diese Kundgebung zeigen solle, daß in der jetzigen Zeit eine Gemeinde der Freunde der Antike bestehe, die alle diejenigen vereinigen wolle, die sich der lebendigen Bedeutung der antiken Kultur für die Gegenwart bewußt seien. Die Griechen hätten der Mensd)heit die bewußte Lehre der Kultur als eines höchsten Menschengutes hinterlassen und durch ihr Vorbild allen Völkern die Aufgabe gestellt, die Glieder des Volkes zu Wesen von innerer Freiheit und bewußter Verbundenheit mit der Gemeinschaft heranzuziehen. Sodann ergriff Prof. Dr. Jaeger, der Altphilologe der Universität Berlin, das Wort zu seinem Festoortrag über „Die g e i ft i g e Gegen- wart der Anti te". Die Gesellschaft wolle den Genius der Antike nicht nur in Festreden beschwören, sondern ihn wieder im Leben unserer Zeit fruchtbar machen. Der Redner berief sich dafür auf die Antike selbst und auf die schöpferische Gesinnung, und die Idee der zeitüberlegenen Dauer aller echten Geisteswerke. Adolf Weißmann f. Telegramme aus Haifa melden, daß der Berliner Musikkritiker Prof. Adolf Weißmann, der von der Llniversität Jerusalem aufgefordert worden war, einige Vorträge zu halten, an Bord des Schiffes, das ihn von Marseille nach Palästina gebracht hatte, im Hufen von Haifa einem Herzschlag erlegen ist und am Mittwoch in Haifa beerdigt wurde. Durch den Tod Prof. Weißmanns erleidet die Berliner Musikkritik einen schweren Verlust. VII. Deutsches Drahmsfest. Zum VII. Deutschen Drahmsfest in Sena wurde für die Kammermufikkonzerte das Klinglerquartett verpflichtet (Klaviertriv, Quintett und Sextett). Die Thomaner von Leipzig werden unter Prof. D. Dr. Karl Straube in einem Kirchenkonzert fingen. Büchertisch. — Hessen-Aassauisches Volkswörterbuch ... aus den für ein Hesfen- Rassauischcs Wörterbuch mit Hilfe aller Volls- kreise und besonders der Lehrerschaft . . . von Ferdinand W r e d e angelegten und verwalteten Sammlungen ausgewählt und bearbeitet von Luise Berthold. Lieferung 1 und 2 Marburg, Elwert, 1927/28, jede Lieferung 2,50 Mk. (752, 753) — Kurz nachdem der große deutsche Sprachatlas sein Erscheinen begonnen hat, tritt das Hessen-Rassauische Volkswörterbuch mit seinen ersten Lieferungen hervor. Beide Veröffentlichungen werden in Marburg unter Ferdinand Wredes Leitung Zimmer an Zimmer vorbereitet, und so ist es selbstverständlich, daß diese Rachbarschaft sich in dem Charakter des neuen Wörterbuchs ausprägt. Luise Berthold, die Bearbeiterin des Werks, hat bereits vor einigen Zähren die Forderung ausgesprochen und aus der geschichtlichen Entwicklung eingehend begründet, daß die neuzeitlichen Mundartwörterbücher gröhlen Wert auf die Erfassung des Wortschatzes nach seiner geographischen Verbreitung legen müssen, und die folgerechte Durchführung dieser Auffassung ist das wertvolle Reue an dem Hessen-Raffauischen Wörterbuch. Richt nur, daß in jedem Artikel möglichst genaue Ausführungen über das örtliche Vorkommen der behandelten Wörter gemacht Werdern eine große Reche von Karten und Skizzen, darunter 10 ganzseitige, zeigen aus einen Blick die verschiedenen Entsprechungen einzelner Begriffe und ihre Verbreitung in Hessen und Aassau. Man sieht also etwa auf der Karte „Sarg", wo für diesen Begriff Totenlade, wo Leiche, wo Sarg gesagt wird, oder wo sogar noch das alte Wort Kar in Gebrauch ist: oder man erhält auf einer anderen Karte einen klaren lleberblick darüber, wo den Rossauer das Hühnerauge, das Atzelauge, das Elsterauge, den Riederhessen das Krähenauge, den Oberhessen der Leichdorn, drückt. Denn das muß vor allem gesagt werden: unsere Provinz Oberhessen ist in diesem Hessen-Aaussauischen Wörterbuch mitbehandelt, und so ist es das unbedingt Gegebene, daß olle oberhessischen Schulen das wertvolle Werk anschaffen, daß auch im Text ausgezeichnet gearbeitet ist und den ilnterricht täglich bereichern wird. Dr. F. M a u r e r. Letzte Nachrichten. OberstudiendirektorGraeber-AlSfeldl'. Alsfeld, 25. April. (Eigener Drahtbericht.) Gestern mittag begab sich eine Anzahl hiesiger Einwohner erneut in die Wälder in der Gegend des Herz- berges, um nach dem feit Freitag voriger Woche vermißten Oberftudiendirektor ®raeb er von hier zu suchen. Dabei fand die Streife den Vermißten inmitten des Waldes am Fuße des Herz- berges t o t auf. Nach den getroffenen Feststellungen liegt S e l b st m o r d des in unserer Stadt allgemein hochgeschätzten, bedauernswerten Mannes vor. Die Leiche wurde nach Alsfeld übergeführt. Das Mitgefühl mit der Familie des Verewigten ist in unserer Stadt allgemein. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse Berlin 24. Avril 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8.5 Prozent. Die hinter den Papieren angeführien Ziffern geben die Höhe der zuletzt an. Devisenmarkt Berlin-Frankfurt Um- Kure Schluß- Kure Anfang Kure Kurs Kurs . Damm 24.4. 25-4. 24 4- 25 4. Datum 24-4. 25.4. 24-4. 25-4. 6% Di. ReichSanleihe o. 11)27 87,2 -- 87,5 — *21.14.o>. ...... . 8 162 164,25 162,5 165 Di. Anl.-Ablös.-Schutv mit Aud loh-Rechlen Lergl. ohne AuSlos.-Rechte »% Arants. Hyp.-Bk Goldvf. un kündbar bis 1932 *'/,% Rheinische Hov.-Ban« Stau Goldps. « E.A. adg. Borkrieg«-Obligation. 52,7 10,05 88,5 77,5 52,9 10,5 52,75 10,9 52,9 10 Bergmann ...... Elektr. Lieferungen..... Licht und Kraft ..... gelten & Guilleaume.... Ges. f. Elektr. Untern.. ... Hamb. Elektr. Werte .... flihein. Elektr. . . ..... Schlei. (Hefti. . • • • • • . 9 10 1" . 6 10 10 . 9 10 213 161,25 202.5 133 216,5 216 205.75 133,5 219 213,5 161,5 203,5 134 214,5 142,25 159 193 216,13 153,25 205,13 134,5 218,5 142,25 160 196 25 rückzahlbar 1932 4% Schweiz. Bunve«d..Anl.. <% Oesierreichische Goldrte.. 4,20% Geilen. Silberne. 4% Oesterreich. einheltL OUe 4% Ungarische Goldtte. 4% Ungarische Staat«!. v. 1910 4V,% deSgl. von 1913 4% Ungarische Rronentte.. . 4% Türk. Zollanleihe ». 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl. Serie 1 4% deögl. Serie 11 4% Rumänen converl. Rle. . . 4Vi% Rumänen woldanl. von 1013 «llg. Deutsche Eisenbahn . <¥t Hamburg-Amerika Pake! ... 8 Hamb.-Südam. Dampsjch. . . 8 ti/,75 101 30,5 2,75 24,25 2 9,25 9 8,05 151 iiii ”11111111 1 24,3 20,9 21,9 2.05 9,5 9,5 9,1 17,75 117,25 190 24.25 9 in Siemens & Halske.....V. TranSradto . .■••••* 8 Buderus ....... 5 Essener Steinkohle......k Gelsenkirchener ... f. Yz 3- 4 Harpener. ....... .6 Köln-Neuesten........ 9 Mannesmann ........ 8 ManSselder ........7 c berschles. Eisend. Bedarf. . . 6 Oberschles. Kokswerke ... 6 Phönix Bergbau . . . 6¥: Rheinische Braunkohlen ... 10 226,5 363 162 115,25 128,5 207,5 100 112 128 91,75 271 . «f _. Z1 w 21 1 r“s 1 1 1 1 1 l 1 1 1 1 1 £0 227,25 363,25 141 163 71 115 114,9 128,75 134 118,75 209,5 99,5 115 112,25 128,65 82,9 98,13 91,75 268,25 230,5 369,5 140 71,25 116,25 116,5 129.5 135 116,4 211,5 100,5 115 112,5 129 100,25 92 274 Hansa Dampsschiss . . 10 Norddeutscher Lloyd .... 8 Allg. Deutsche Creditanst. . . io Barmer Bankverein . . 10 Berliner Handelegesellsch. . 12 Sommer»- und Privat-Bank 11 Darmst. u. Nationalbant 12 111,25 129 129 184 257 111 185,5 147,5 111.4 129,13 129 213,5 184 256 147,5 111,5 128,5 129 213,5 185 258 Rhei^stahl f. % Jahr Riebeii Montan...... Bereinigte Stahlw..... Kali AscherSIeben . . . Kaki Mesteregeln ...... Kaliwerk Salzdetfurth . . . 7 8 V 1< 1b 113,4 225 227,5 356 114,75 65.75 230 235.25 364 113 90,65 65,75 224 229 355 114,75 90,9 65,9 229,5 235,75 363 Deutsche Bant ... 10 DiSkonio-Heselstchaft Ank.. . IO Dresdner Bank . . U Mitteldeutsche Lreditbaa! ... 9 Metallbank .....8 vicichc-bank ........ V .63,25 154 159 298 162,75 159,25 302.5 163 154,5 158,75 301,25 163,5 155 159 302,75 3 ®. Farden.Invustrte. . . Dynamit Nobel...... schetdeanstalt. ...... Goldschmidt ...... RütgerSwerke ....... Motallgelelllchaft. . . . . . 12 . 9 . 6 . 6 11 237,75 84,5 129,25 238,5 s 128,75 237 112 83 85,25 128.5 239,5 85,75 88 128,75 24. April 25. April Amtliche Notierung Amtliche Notierung Meld Brie' 61eld Brief Ämit.-Notk. 169,27 169,61 169,19 169,53 Bu-n.-Aires 1,771 1,775 1,772 1,776 Brss.-Antw. 58,51 58,63 58,48 58,60 Christiania. 112,32 112,54 112,29 112,41 Kopenhagen 112,34 112,56 112,28 112,50 Stockholm . 112,57 112,79 112,49 112,71 HelnngforS. 10,594 10,614 10,588 10,608 Italien. . . 22,075 22,115 22,06 22,10 London. . . 20,55 20,55 20,439 20,479 Neuhork . . 4,2135 4,2215 4,2110 4,2190 Paris.... 16,47 16,51 16,455 16,495 Schweiz .. 81,105 81,265 81,08 81,24 Spa i:n. 60,09 60,21 60,84 60.96 Japan . . . 1,883 1,887 1,888 1,892 -Nfo de Jan Wien in D-- 0,5005 0,5025 0,5005 0,5025 Ceft abgcst 59,19 59,31 59,14 59,26 Prag . . . . 12,471 12,491 12,465 12,485 Belirad . - 7,409 7,423 7,391 7,413 Dudap.-'t. . 73,42 73,56 73,43 73,57 Bul arieu 3,047 3,053 3,044 3,050 Lissabon . 18,87 18-, 91 18,85 18,89 Danzig. . . .Konst nttn. 81,73 81,89 81,73 81,89 2,070 2,074 2,065 2,069 Athen. . 5,465 5,475 5,46 5,47 Canada 5,181 4,189 4,178 4.186 Uru uay . 4,006 4,074 4,036 4,044 Lairo ■ - 20,97 21,01 20,965 21,005