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Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig; für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrifl 20 \ mehr. Chefredakteur: Dr. Frredr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. krichelnt täglich,aufzer ® © Siebener Mnjctgcr lohn, auch bei Richter- ivJy wF cheinen einzelnerRummern I ZRE General-Anzeiger für Oberhessen richten Anzeiarr Gießen. $r1nif’urltlamcm™in686. Tm« >md Perke: BrüI)IW UnIverH«S>s-vuch- und Sltlnörtidcrei R. ranze In SleßiN. Schrlltleitung und S-schäft-ftelli: SchuMalt 7. Kn geheimes Miiämbkommen zwischen Frankreich und Belgien? Sensationelle Veröffentlichungen eines holländischen Blattes. — Geheime Abmachungen gegen Deutschland, Holland, Spanien und Italien. - Locarno wird sabotiert. Folgen der Krisis Konkordate Konkordat und Koalitionsfrage in Preußen. Ein nachträglicher Klärungsversuch. Der „Standaard" schreibt, daß er nicht glauben könne, dah der veröffentlichte Inhalt des Abkommens echt sei. Das Blatt fügt hinzu, dah die belgische Regierung immer das Bestehen eines französisch-belgischen Eeheim-Militärabkommens dementiert habe. Der erste Eindruck in Berlin. Locarno eine Farce. Berlin, 25.Febr. (TU.) Die Veröffentlichung des Geheimpaktes zwischen Frankreich und Belgien durch ein holländisches Blatt Hal in Berliner poli- tischen Kreisen großes Aufsehen erregt. Auch die roenigen, am Montag früh erscheinenden Zeitungen nehmen eingehend Stellung zu den Enthüllungen. Der „Montag" (Scherlkonzern) schreibt unter der lleberschrifk „Demaskierung der Locarnopolitik", alle Dementis von der französischen und belgischen Regierung würden nichts nützen. Alle Tatsachen sprächen dafür, dah dieser Vertrag bestände. Man brauche nur an die belgischen Bahnbauten zu denken. Das bclgifch-sranzcsische Abkommen sei für Deutschland sehr ernst, liege aber nur im Rahmen der Tatsachen, die längst über den wirklichen Charakter der französischen Auhenpolitik vorlögen. Die „M o n - tagspost" (Ullstein) fragt: „wie stimmt das zu Locarno?" und meint, ein noch so formelles Dementi könne hier nichts mehr retten. Für die Echtheit des Vertrages sprächen zu deullich die regel- mäßigen Zusammenkünfte belgischer und fran'ösifcher Generalstäbler, dafür sprächen auch die strategischen Bahnbauten Belgiens und Frankreichs. Der Vertrag fei eine Verletzung der feierlichen Verpflichtungen der Völkerbund sfahnng und des Lorarnovcr- lrages. Anlählich der Ralstaguna in Genf müsse eine ernstliche Aussprache zwischen Stresemann und Briand statksinden, wenn Verträge zur Farce gemacht werden sollten. Ist auch England gebunden? Britische Pressestimmen z«m französisch- belgischen Militärabkommen. L o n d o n , 25. Febr. (WTD. Funkspruch.) Alle Blätter geben ausführlich die Meldung des Litrechtsch Dagblad" über ein angebliches ge- fe'mes französisch-belgisches Militärabkommen Präsident damit doch wohl nicht die Frage des Jx u w t - 2 6 meine, da ja in der früheren interfraktionellen Aussprache der Ministerpräsident selber die Erörterung der Konkordatsfrage ausgeschaltet habe. Dr. Braun erwiderte darauf, dah man allerdings doch gewisse Derpflichtungen von der Land- tagsfraktivn der Deutschen Dolkspartei verlange. „CBir sind zur Zeit," erklärte er. „mii gewissen Formulierungen beschäftigt. Wir können der Deutschen Dolkspartei natürlich nicht Mitteilungen über alle Einzelheiten des Konkordates machen, aber gewisse Richtlinien mühten doch fast gestellt und von der Volks- Partei als Berpflichtung anerkannt werden. Wir sind, wie gesagt, mit solchen Formulierungen beschästigt." Als Grund für diese Berpflichtung wurde vom Ministerpräsidenten Dr. Braun folgendes erklärt: ..Das Zentrum suhle sich in der Behandlung des Reichsschulgesehes von der Dolkspartei düpiert. Einer zweiten Düpierung solcher Art wolle es sich nicht aussetzen. Deshalb das Verlangen nach vorheriger Sicherung." Der Reichskanzler sorderk „Ml zur Verantwortung". D e r l i n, 25. Febr. (Priv.-Tel.) Reichskanzler H e r m a n n Müller schre.bt in der »Morgenpost" u. a.: 3n weiten Kreisen des deutschen Dolkes nimmt das Ceraune über das Dersagen des parlamentarischen Systems zu. Kein Wuniec. 3m Dolke fehlt vielfach, ungeachtet der Parteirichtung des einzelnen, das Derständnis für das Gezerre um Ministerportefeuilles, das uns im Reich und in Preußen nicht zu festen Regierungsverhältnisfen kommen läht. Trotz alle- dem wird in Deutschland die Diktatur nicht marschieren. Wofür wir zu sorgen haben, ist, dah das parlamentarische System funktioniert. In Deutschland sind nur Koalitionsregierungen möglich, solange wir so viele Parteien haben. Die Fraktionen haben die Pflicht, die Doraussetzungen für eine handlungsfähige Regierung zu schaffen. 3n einer Koalitionsregierung kann keine Partei ihre letzten weltanschaulichen Forderungen durch e.'en. Das Kompromiß spielt in der Politik immer e:ne grohe Rolle. Parteien aber, die mit Vorlagen und Entscheidungen einer Regierung nicht zufrieden sind und deshalb ihren Sturz herbeiführen, haben die Pflicht, nun ihrerseits zu zeigen, was sie können. Bei uns ist leider das französische System noch nicht eingesührt. Amsterdam, 24. Febr. (WTD.) Das„Lll- nchtsch Dagblad" in Utrecht veröffentlicht den Dortlaut eines angeblich im Jahre 19 2 0 in Brussel abgeschlossenen geheimen fran- zösisa)-belgischen M i l i t ä r a b t o m - nens sowie die Auslegungsbestimmungen zu liefern Beitrage, wie sie im Sommer 1927 vom französischen und vom belgischen Generalstab in einer gemeinsamen Sitzung sestgelegt worden fern sollen. Die Dokumente, deren Authentizität im Augenblick natürlich nicht nachgeprüft werden kann, werden von fast der gesamten holländischen ■ Presse nachgedruckt. 3n einer Dorbemerkung zu seiner aufseyenerregenden Deröffentliayung sagt las „Litrecytsch Dagblad", es habe mit dem Lodruck der durch Zufall erhaltenen Dokumente cewartet, bis es genügende Garantien |ät die Echtheit dieser Stücke in die Hände bekommen habe. Es sehe voraus, dah der belgische Generalstab die Echtheit dieser für ihn Io lompromittierenden Dokumente durch ein formelles Dementi bestreiten werde; doch werde tin solches Dementi seine — des Blattes — Üeberzeugung von der Beweiskraft der Schrift- fiuae nicyt erschüttern können. Die Deröffent- liüjung sei sowohl im Interesse Hollands wie auch des internationalen Friedens geboten. Das von dem holländischen Blatt veröffentlichte eigentliche Abkommen umfahl acht Artikel, von knen der erste Vorsicht, dah, falls eines der beiden «crtragschlichenden Länder sich mit Deutsch- land oder einer von Deutschland unter- stützten Macht im Kriegszustand befindet, es von seinem Vertragsparlner mit seiner gesamten icrsügbaren Macht u n l e r st ü h t werden soll. Ar- liicl 2 bestimmt, dah sich das nicht allein auf die Lheingrenze, sondern ans jeden Angriff bezieht. Ac- liicl 3 verpflichtet beide Länder, sofort und ohne jede vorherige Verständigung zu mobilisieren, falls . eine Macht, die auf irgendeine beliebige Weise durch Deutschland unter st ü h t wird, die Absicht tiner Mobilisierung erkennen läht. Sie mo- iHificren gegen Deutschland, sobald auf Grund der bcstchenden internationalen Verträge und Abkommen der „casus fcedcris" gegeben ist. 3n Artikel 4 Vernimmt es Belgien, im gegebenen Fall ein Minimum oon 600 000 IHann zu mobill- ficrcn, während sich Frankreich seinerseits ver- Mchtct, Belgien mit cincr Truppenmachl von m i n- lesiens 1 200 000 Mann zu unterstützen, die ou f belgischem Gebiet operieren soll. Artikel 5 bestimmt, dah die verfügbaren Truppen beider Länder fofortbleOffenfioe ergreifen, so dah Deutschland gleichzeitig im Horden und im Süden gegen eine gemcin- fume Ausstellung kämpfen muh Artikel 6 bezieht sich auf die fortlaufende Zusammenarbeit le r G e n e r a 1 st ä b e der beiden Heere. Durch Ar- fifel 7 wird das Abkommen für einen Zelt- lanm von 25 Jahren geschloffen, wird es nach Ablauf dieser Zeit nicht gekündigt, so bleibt es reellere 25 Jahre in Kraft. Beide Parteien verpflichten sch, kein militärisches Abkommen oder diplomatisches Schriftstück zu unterzeichnen, durch das das vor- tegenöe Abkommen aufgehoben wird. 3m Falle eines Krieges werden sie keinen 5 o n b e r f r l e- ien schlichen. Artikel 8 besagt: Der Inhalt dieses Wommens wird streng geheim gehalten Verden. In den von den französischen und belgischen Eeneralstäblern aufgefle llen Interpretanonsbe- fiinmungen wird unler Hinweis auf das englisch- lclaische Abkommen vo-.n 7. Juli 1927 ausgeführt, dah sich die evtl. Gegner Belgiens auf Deutschland und Holland und die eben- Indien Gegner Frankreichs auf Italien und Kpanien beschränken lassen. Es werden sodann Verhaltungsmaßregeln für den Fall eines Kon- Ilikles mit Deutschland, Holland oder mit Italien ausgestellt, wobei u. a. ein Einfall indas Ruhraebiet, ein Einmarsch in Hol Ian - öisch-Lirnburg fo’rie ein g:rneinsanes Ope- :ieren in Hol ländisch-Flandern in Aussicht genommen werden. Was sagt Belgien dazu? Bor einer Erörterung im Brüsseler Parlament. Brüssel. 25. Febr. (TD.) In Brüssel haben die Veröffentlichungen der holländischen Zeitungen über ein Militärabkommen zwischen Frank- reich und Belgien gegen Deutschland, Holland mib Italien großes Aufsehen erregt. Die oelgische Regierung hat bis zur Stunde das lestehen des Abkommens noch nicht lernen» tiett. In gewiss"' offiziellen Kreisen wird gesagt, dah für den Fill, dah das Abkommen in )ei Tat bestände, nur der König den Inhalt wissen könnte. Die Frage werde be- ifimmt, so heißt es weiter, im Parlament erörtert werden, denn der Antwerpener bürgermeister werde am kommenden Dienstag hierüber eine Interpellation einbringen. wieder. Der diplomatische Korrespondent des I „Daily Telegraph" bemerkt dazu: In gut- unterrichteten Kreisen wurde gestern abend daran | erinnert, dah im Jahre 1920 «in französisch- belgisches Bündnis ganz offen abgeschlos- , e n und später beim Dölkerbund registriert und veröffentlicht wurde. Damals wurde zugegeben, dah das Bündnis von gewissen militärischen Klauseln in Form eines Rotenaustausches zwischen den beiden Regierungen begleitet war. Dieser Aotenauslausch wurde aus Gründen, die auf der Hand liegen, nicht beim Dölkerbund registriert. Ob die von der holländischen Zeitung veröffentlichten Bedingungen die Klauseln korrekt wiedergcben, ist nicht bekannt. Soweit es sich um die angeblichen „Erläuterungen" handelt, darf der Gedanke, dah die br'tische Regierung sich in irgendwelche derartige Derpflichtungen eingelassen haben soll, als völlig unbegrün- d e t beiseite geschoben werden. Es sind keinerlei derartige Verpflichtungen ein- gegangen worden. Sie würden tatsächlich dem Geiste, der den Cocarnooertragen zugrunde liegt, völlig zuwider sein. Der diplomatische Korrespondent der „Mor- ning Post" schreibt: Das geheime Militärabkommen zwischen Frankreich und Belgien ist eine alte Geschichte. Es war defensiver Ratur und bildete die natürliche Folge des We't- krieges und des Dersailler Dertrages. Der Bericht über eine Dereinbarung zwischen Grohbritannien und Belgien macht einen phantastischen Eindruck, da sie 18 Monate nach Locarno und neun Monate nach Deutschlands Eintritt in den Dölkerbund unterzeichnet sein soll. Es ist selbstverständlich durchaus möglich, dah eine Denkschrift i. Form eines Entwürfe s zu einem Abkommen vorliegt, die von den militärischen Attaches der beiden beteiligten Lander ausgezeichnet wurde. Es ist die Aufgabe dieser Beamten, Aktionspläne für alle denkbaren Möglichkeiten aufzuzeichnen. Wenn die Geheimarchive der verschiedenen Kriegsministerien und Militäragenten jedes europäischen Landes durchsucht werden würden, dann würde, wie versichert wird, eine Menge .derartigen Materials gefunden werden, denn es ist die Ausgabe aller Militäragenten, das Serrato für jede Eventualität vorzubereiten, ohne Rücksicht darauf, wie unwahrscheinlich es sein mag. Dies bedeutet aber nicht, dah solche Denkschriften irgendwie von den beteiligten Regie- * rungen gebilligt worden sind. Berlin, 23. Febr. (Prioatmeldung.) Die Nationalliberale Korrespondenz hat behauptet, dah in der letzten Unterredung der preuhifche Ministerpräsident Braun gegenüber den Unterhändlern der Volkspartei plötzlich mit dem Verlangen hervorgetreten wäre, die Deutsche Dolkspartei solle sich bezüglich des Konkordats binden, und zwar unbesehen binden. Diese Darstellung wird vom Amtlichen preußischen Pressedienst für unricht.g er- klärt. Vielmehr sei den Unterhändlern mindestens bereits am 1. Februar bekannt geworden, daß eine Einigung über das Konkordat zu den Bedingungen gehört, unter denen das Zentrum bereit wäre, in ber Frage der Großen Koalition in Preußen in Ver- Handlungen einzutreten. Ministerpräsident Braun habe die volksparteilichen Unterhändler — nachdem die Verhandlungen aus personellen Grün- d e n eigentlich bereits innerlich als gescheitert anzusehen waren — auf die ihnen längst bekannte Voraussetzung hingewiesen, daß man in gemeinsamer Beratung eine Formulierung des Konkordates finden müsse, die sowohl für Zentrum, wie für Volkspartei tragbar und akzeptabel sei. Er habe dieser sachlichen Frage Erwähnung getan, damit ihm, wenn die Dolkspartei sich in der personellen Frage doch noch eines Besseren besinnen sollte und er d a n n die Konkordatsfrage zur Sprache bringen müßte, nicht der Vorwurf gemacht werden könnte, er habe nun neue Schwierigkeiten hervorgerufen. Gegenüber dieser Darstellung wird von den Unterhändlern der Deutschen Dolkspartei über den Gang des Gespräches folgendes mitgeteilt: Nach Erörterung der bekannten Ansprüche der Deutschen Dollspartei auf zwei Ministersitze sagte der Ministerpräsident, dah, wenn auch die Frage der Aemter erledigt fei. doch noch sach- liche Hindernisse zu überwinden seien. Abg. Stendel sagte darauf, dah der Herr ^Minister- brnftoent damit doch wohl nicht di. nach welchem di« Regierung jederzeit die Ber- trauensfrage (leiten kann. Dieses System erhöht die Terantwortung des Parlaments. WaS wir aber überall, besonders aber in der Politik, brauchen, ist der Mut zur Deraniwor- tung. Wir brauchen Mut zur Derantwvrtung des Dolkes bei den Wahlen, Derantwortungs- bewuhtsein der Frakiionen, Derantwortungsfreu- digkeit bei der Regierung in der Durchsetzung dessen, was sie als wahr, richtig und not- wendig erkannt hat. Parteiismus statt Parlamentarismus. Reichsjustizminister Koch über die Verfälschung der Verfassung. H a n n d d e r, 24. Febr. (Tel.) Aus dem Parteitag der Demokratischen Partei des Wahlkreises Südhannover—Braunschweig sprach _ am Sonntag Reichsjustizminister Koch-Weter übet die Zukunftsfragen der deutschen Politik. Der Redner beklagte die Zerfahrenheit der Parteien bei der Regierungsbildung. Seine Partei lehne es ab. für dieses System verantwortlich gemacht zu teerten. Das fei nicht das System von Weimar, sondern eine Verzerrung und Entartung. Dies sei kein Parlamentarismus, sondern Parteismus. „Wir haben," so führte der Redner weiter aus, „seit Jahren ausgeführt, daß ein solches Ter ähren, das die Bildung und Zusammensetzung des Kabinetts In die Hände der Parteien legt, nicht nur dem Wortlaut der Verfassung von Weimar, sondern, was noch schlimmer ist, auch ihrem Geiste nicht entspricht. Heute wird nicht einmal um Personell verhandelt, sondern um Ministersessel. Wir haben in den ersten Jahren nach dem Kriege uns bemüht, die Kabinette zu stützen. Das Dolk hat kein Derständnis für das jetzige Verfahren. Die Starrheit der Parteien, die hart und kantig wie Cisblöcke neben- einanderstehrn und in dem Zeremoniell des Der- fahrens e ine verzweifelte Aehnlichteit mit den studentischen Terbindungen haben, ist dem Dolk unverständlich. Die derzeitigen Verhandlungen bewiesen auch die älnmöglichkeit des Dualismus zwischen Reich und Preußen. Karl V. habe sich in seinem Alterskloster damit abgemüht, zwei Uhren in gleichem Gang zu halten. Der Dualismus zwischen dem Reich und Preußen mute den vcran wrr l chen Personen etwa dieselbe Aufgabe zu und müsse dem Ein- hritsstaat weichen. Was not tue, fei eine grohe Partei de r Sachlichkeit." Das Licht im Dunkeln. Don unserer Berliner Redaktion. Berlin, 25. Febr. Die innerpolitische Entwicklung hat in ihren konkreten Erscheinungen Wege eingeschlagen, die unhaltbar find. Diese Tatsache hat wiederum Bewegungen hervorgerufen, die zum Teil krampfhaft, zum Teil auS innerer Lleoerzcugung, zum Teil aber auch auS bloßem Illusionismus heraus Abhilfe schaffen wollen. Hierher gehört auf der einen Seite die schon lange bekannte Aktion des Stahlhelms, die sich die Lösung allerdings etwas primitiv vorstellt. Auf der andern Seite gehört aber hierher auch der Derfassungsvorstoh der Deutschen Dolkspartei, der zwar noch nicht irgendwie weit.-rgebracht worden ist. der aber immerhin nach wie vor von dieser Partei als eine conditio sine qua non aufrechterhalten wird. Schließlich muh in diesem Zusammenhang« auch einer Betrachtung Dr. Wirths über die allgemeine Lage ein Interesse gezollt werden, die, wenn sie auch etwas pessirnistdch gehalten ist, so doch ihrerseits zeigt, wie sehr sich auch diese Perfönlichkcit mit der Reform der aegenwär- tigen, beinahe unhaltbaren Verhältnisse befaßt. Weiter aber gehört hierher die Tatsache, daß sich gewisse Kreise zusammengefunden haben, die aus der Erkenntnis heraus, dah ein ganz neuer Anfang gemacht werden muh, dem Plane nachgehen, eine neue Bewegung, vielleicht durch die Gründung einer neuen Partei auf möglichst breiter Grundlage zu inszenieren. Diesen Kreisen stehen Männer wie der Rsichs- auhenminister Dr. Stresemann nahe, es sollen aber auch zu ihnen der ReichsemährungS- minifter Dietrich und der Reichsjustizminister Koch-Weser gehören, weiter haben sich dem Vernehmen nach dieser Bewegung, wenn vielleicht auch nicht in straffer Bindung, der 3ung- deutsche Orden angeschlossen: man spricht schließlich davon, dah die Gewerkschaft des DeutschnationalenHandlungsgehil- fenverbandes mit den Kreisen Fühlung^genommen hat. ferner sympathisiert felbstverständ- lich die Liberale Vereinigung unter August Weber mit dieser Idee, die dabei vielleicht sogar an der Führung mitbestimmend ist. Lind endlich heißt es. daß sich auch die Führer der verarbeitenden Industrie dieser Bewegung angeschlossen haben. Lieberblickt man all diese Versuche, die ohne I Frage in allen Lagern mit dem ehrlichen Willen I unternommen werden, aus der fe^tgefahrenen kmerpvlitischeu ©chutium herauSzukvm- men. fo fällt zunächst einmal das eine auf, daß trotz der pessimistischen Situation überall brr Wille vorhanden ist, neue Wege zu einer neuen und gesunden Volksgemeinschaft zu finden. So erfreulich dieser optimistische Eindruck ist, so wenig darf man sich aber doch verhehlen, dah eben auf der anderen Seite ein Chaos vorhanden ist, das in seinen Rückwirkungen sehr leicht zu einer Katastrophe führen kann, die für Deutschlands Schicksal auf Jahre hinaus in bedenklicher Weise entscheidend sein würde. Aus diesem Grunde ist es ganz besonders notwendig, den neuen Bewegungen und Anregungen, mögen sie vielleicht noch so utopisch sein, das größte Interesse entgegerrzubringen. Erkennt man doch daraus. dah es in Deutschland noch eine gesunde Kraft gibt, die sich über die schwierige Lage hinwezsetzen w 11. Die Kr ft st ckt selbstverständlich in der deutschen Jugend, an die ja auch die Reujahrsbotschaft Dr. StresemannS gerichtet war. Hier fördernd einzugre fen, wird deshalb Ehrenpflicht aller verantwortlichen Kreise des Reiches sein. Oer Dolkstraveriag in Berlin. Die Feier im Reichstag. Berlin, 24. Febr. (WTB.) Der Ausschuß für die Festsetzung eines Volkstrauertages veranstaltete am heutigen Sonntag zum Gedächtnis der im Weltkrieg Gefallenen eine Reihe von Feiern, die bei starker Beteiligung der Bevölkerung einen eindrucksvollen Bergauf nahmen. Die offizielle Gedenkfeier des Bvlksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge fand mittags 12 Hfjr im PlenarsihungSsaal des Reichstages statt. Der Saal war stimmungsvoll geschmückt, an den Wänden schwarze Behänge und silberne Lorbeerkränze, hinter der Rednertribüne drei riesige silberne Kreuze auf schwarzem Grund und zu beiden Seit’n gewaltige Pylonen, aus denen Flammen emporloderten. Im Hintergrund des Saales hatten Bertreter der Gro^-Berliner Studentenschaft mit ihren Fahnen Ausstellung genommen. Hinter dem Rednerpult waren die Feldzeichen der alten Berliner Regime nter ausgestellt. Punkt 12 älhr betrat Reichspräsident v. Hindenburg in Begleitung seines Adjutanten, des Oberstleutnants v. Hindenburg, des Reichsministers des Innern Severing, des Bizevräsidenten des Reichstags v. K a r d o r f f. de« Reichswehrministers G r o e n e r . des stellvertretenden Chefs der Heeresleitung, General v. T s ch i t > ch w i h, des Chefs der Marineleitung, Admiral von Roeder, und deS Staatssekretärs v. Schubert den Saal. Die Feier wurde mit Beethovens Trauermarsch eröffnet. Der Präsident de« Volks- bundeS Deutsche Kriegsgräb rfür'orge. Neichsmimster a. O. Or. Geßler wies in einer eindrucksvollen Rede auf die Bedeutung des Tages hin und unterstrich im besonderen die überparteiliche Arbeit, die der Bollsbund für Deutsche Kriegsgräber- fürsorge leiste. „Dieser Arbeit", so führte der Redner aus. „gilt der heutige Tag der Erinnerungen, den mit uns nicht nur Hunderttausende im Inland, sondern auch im Ausland begehen. Ueberoll in allen Weltteilen und in allen Meeren glänzen die Sonnenstrahlen auf die Gräber deutscher Krieger, im Tode vereint mit den Soldaten fremder Rationen, die wie sie für ihr Vaterland gekämpft haben und heute neben ihnen ruhen. Die Instandhaltung dieser Gräber ist eine täglich schwie-iger werdende Aufgabe, der der Deutsche Vo'.lsbunb mit einem Stabe geschulter und eifriger Mitarbeiter gerecht zu werden sucht. Wil- iionen, die in der Heimat trauern, wird durch die Verbindung, die mit jedem einzelnen deutsche Grabe hergestellt wird. Trost geschaffen. Aber es geht nicht nur um diese äußeren Dinge, sondern auch um den Trost der Millionen, die in der Heimat an ihren Toten hängen und um sie trauern. Wir wollen aus der Pflege des Gedächtnisses unserer Toten auch sittliche Werte lebendig erhalten: den Geist der Treue, den Geist der Hin gebung, den Geist des Opfers, ohne die auf die Dauer feine große Sache gedeihen kann. Und eine große und heilige Sache tft die Erstehung des deutschen Volkes zur Freiheit und Gleichberechtigung im Kreise der Völler." Rach einigen Musikvorträgen fand die Feier mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes ihren Abschluß. Der Reichspräsident begab sich sodann mit den Herren seiner Begleitung durch den HauptauSpang nach dem Platz oer Republik, wo er von der Menge mit begeisterten Zurufen entgangen wurde. Rach der Abnahme derParade des Wachtregiments begab sich der Reichspräsident in sein Palais zurück. Reichspräsident und Stahlhelm. B e r I i n , 23. Febr. lPrivattelegramm.) Der Reichspräsident hat heute vormittag, wie angekündigt, die Führer des Stall)clms S e l d t e und Düsterberg empfangen. Der Empfang ist. wie die „Voss. Ztg." wissen will, zurückzuführen auf ein von Staatssekretär Meißner gezeichnetes und mit Hindenburgs Autorisation ab- gesandtes Schreiben, in dem von dem Stahlhelm eine Erklärung über die Stahlhelm^Loischciften gefordert toutie. Die Führer desStahlhclms haben darum gebeten, die Antwort auf die Fragen dem Reichspräsidenten mündlich übermitteln zu dürfen. Die Erwerbslosen im mitteldeutschen draunkohlengeblet. Eine Erklärung des Rcichsarbcitsminiftcriums. Berlin 23. Febr. (WTB.) Das Reichs- anbeil6mlntfteäum teilt zu den Meldungen ver- ichledener Blätter, daß für ein eine Braunkohlen- gruben in Mitteldeutschland Arbeitskräfte zum tBrifetttie r laben nicht in ausreichendem Maße gestellt werden konnten, mit: Die Ar- beitSämter haben in allen Fällen sofort den Anforderungen der Gruben entsprochen. Ein TeU der Zugewiesenen hat. wie eS auch sonst brr Zuweisungen an d e Gruben regelmäßig zu beobachten tft. die Arbeit nicht angetreten oder nach kurzer Zeit niedergelegt. Die bekannten Schwierigkeiten dieser Vermittlung wurden in den ppr ('.egenden Fällen iwch durch die Mchekordenlliche Kälte, d'.t besonders warme Kleidung erfordert und durch die plötzliche Anforderung größerer Gruppen von Arbeitern vermehrt. Eingcarbeitete Kräfte für das Verladen von Briketts standen meist nicht zur Verfügung. Die erstmalig mit dieser Tätigkeit im Akkordlohn beschäftigten Kräfte können erfahrungsgemäß nicht die Leistung geübter Arbeiter und daher auch nur einen geringeren Lohn alS diese erziebrn. Rachforderungen nach Arbeitskräften werden durch die Arbeitsämter unver^üg.ich entsprochen. Arbeitern, die die Arbeit unberechtigt verweigert oder niedergelegt haben, wird die Arbeitslosenunterstützung nicht fortgezahlt. Eröffnung her Reichsunfallverhütungswoche. De rlin, 23. Febr. (WB.) In den Kammer- lichtspielcn am Potsdamer Platz wurde heute mittag die vom Verband der Deutschen Derufsgenossenschaften ins Geben gerufene „ReichSunfallverhütungswoche" (Ruwo) in Anweisenheit von zahlreichen Vertretern staatlicher und städtischer Behörden, Organisationen und Verbänden eröffnet. Rach einer Eröffnungsansprache des Vorsitzenden des Verbandes der Deutschen Beruf sgenossens Hasten, Dr. F. A. ©bieder, der u. a. darauf hinwies, daß kaum jemals sich in Deutschland so viele Behörden, Spihenorganisatwncn und Verbände zur freiwilligen Zusammenarbeit für ein br- stimmtes Ziel zusammengefunden hätten, wie in diesem Falle, führte Reichsarbellsminisker Dlssell u. a. aus: Ein Aufruf zum Kampf gegen die lin- fallgefahren könne nicht überzeugender begründet werden als durch Zahlen: 24000 Tote jährlich in Deutschland infolge von Unfällen, über eine Million Unfallren tenbez eher. Auf zwei Milliarden werde der Kapitalwsrt der Entschädigungen für älnfallfol- gen an Leben und Gesundheit, auf mehr als drei Milliarden der Sachschäden durch Unfälle geschätzt. Die ReichSvcg.erung habe daher gern dem Wunsche entsprochen, den Qlufvuf zur Ruwo zu unterzeichnen. DaS Reichsarbeitsministerium sei an der Unfallverhütung besonders interessiert, da die staatliche Gewerbeaufsicht und die gesetzliche Unfallversicherung zu fe .nm Aufgabengebieten gehören. Deren Träger konnten aber keinen vollen Erfolg haben, wenn sie nicht von allen unter st ü h t würden. Auf der Internationalen Ar'eitskonserenz sei das Wort gefallen, daß 75 Prozent aller Unfälle vermeidbar seien. Daß es der Ruwo gelingen möge, diese Ausgabe der VolkZerziehung der Lösung näherzubringen, sei der aufrichtige Wunsch der Reichsregierung. Deutsche Studentenschaft und numerus clausus. Berlin, 25. Febr. (Priv.-Tel.) Der Haudt- ausschuh der Deutschen Studentenschaft hat sich mit den Beschlüssen der Erlanger Studentenschaft bezüglich der Einführung des numerus clausus an den deutschen Hochschulen beschäftigt. Er hält das Aufrollen diefer Frage in den reichsdeutschen Studentenschaften für eine Verletzung der Würzburger Verfassung der Deutschen Studentenschaft, die die Gefahr einer schweren Erschütterung des Bestandes der Deut- schenStubentenschaftinsich birgt und hat zur Älärang der verfassungsrechtlichen Seite dieser Frage eine Entscheidung des Spruchhofes der Deutschen Studentenschaft angefordert. Der Hauptauöschuß fordert alle Studentenschaften dringend auf, eine Beschlußfassung in der numerus-clausus-Frage bis zur Veröffentlichung dieser Entscheidung zu unterlassen. Oer Wiener Heimwehrtag. Neilmngtzloser Verlauf der Kundgebungen. Wien, 24. Febr. (WB.) Die räumlich getrennten Aufmärsche der Wiener Formationen des fo» zialdemokratifchen Republikanischen Schutzbundes und der Heimwehrverbände zu ihren angekündigtcn Kundgebungen vollzogen sich ohne Reibung. Die Beteiligung war verhältnismäßig gering. Auffallend schwach war die Spalierbildung, was zum Teil auf den starken Frcst — heute vormittag waren wieder 8 Grad Äälte —, aber auch auf das mangelnde Interesse des Publikums zurückzuführen fein dürste. Die Kundgebung des Republikanischen Schutzbundes, dessen Ziel der Rachausplatz war, war nach einem Vorbeimarsch vor den Füh- rem der Sozialdemokratischen Partei gegen mittag beendet. Die einzelnen Abteilungen zogen darauf in ihre Bezirke. Auch der Aufmarsch und die Ver- sammluna der Heimwehrverbände im Kremser-Park in Mentling verlies ohne jeden Zwi- schensall. Der Land-cfuhrer der Steierischen Heimatschutzverbände, Dr. P f r i e m e r, richtete an das Bürgertum, das noch immer saumselig und zaghaft beiseite stehe, die Aufforderung, die Reihen des Heimatschutzes zu verstärken. Der Bundes» sührer der österreichischen Hermatschutzverbände, Dr. Steidle, erklärte, dah fein Wort vom „Marsch auf Wien" belächelt worden sei, nun doch zur Tat geworden sei. Der Marsch der Heiinwehren nach Wien habe begonnen. Das sei der beste Beweis dafür, wie die Heimwehren chre Derspre- chuygen hielten. Wie in diesem Falle würden sie auch in anderen sozialen und politischen Fragen ihre Versprechungen hatten. Amerika baut einen „schwimmenden Flughafen". Reu york, 24. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die Armstrong Seadrome Development Gesellschaft in Wilmington (Delaware) hat den Bau eines schwim» wenden Flughafens beschlossen. Rach einer Mittel- hing der Gesellschaft Henry I. Gielow, deren In» aenicure von den Erbauern als beratende Fachleute hinzugezogen worden sind, wird mit dem Bau dieses schwimmenden Flughafens sofort begonnen werden. Der Flughafen, der 300 Meilen von der Küste entfernt auf dem halben Wege zwischen Neuvork und den Bermudas ver- ankert wird, soll eine Lade» und Enttadcstation für die llebermitUung von Erpretzgut und Post zwischen den Sch ffen und den Flugzeugen barftcUen. Der Flugplatz wird eine Besatzung von 43 Mann er- halten, denen die Sorge für die Flugzeuge, die Bedienung der Maschinen, die Verwaltung des Hotels und des Restaurants und der drahtlose Lotsendienst für die Flugzeuge obliegen. — Heber die Einzelbeiten des Projektes wird folgendes mitgeteilt: Das Flugfeld soll eine Länge von 1200 Fuß und in der Mitte eine Breite von 400 Fuß, die sich an den beiden Enden auf 200 Fuß ermäßigt, erhalten. 6000 Tonnen Stahl und 2000 Tonnen Eisen sollen für diesen Bau benötigt werden. Besonders konstruierte Bojen werden das Flugfeld auf feinem Plag mit Ketten, deren Gesamtlänge über 21 000 Fuß beträgt, ststhalten. Ferner soll eine besondere Art von Stahl» troffen angebracht werden, derart, daß der Tiefgang des schwimmenden Flughafens etwa 60 Fuß beträgt Durch eine Schotteneinrichtung und hydraulische Ma- schinen soll dem Schwanken des Flugfeldes infolge der Wogen und des Sturmes begegnet werden. Aus aller Welt. Schweres Eisenbahnunglück in Dortmund. Samstagvormittag 10 älhr wurde bei der Einfahrt des Personenzuges 1757, der zwischen Wanne und Dortmund verkehrt, auf dem Dortmunder Bahnhof ein Wagen dritter Klasse, der als dritter Wagen im Zuge lief, umgeworfen. Es wurden drei Personen getötet, sieben mehr oder weniger schwer verletzt und 10 leicht verletzt Zu dem ilnglüd werden folgende Einzelheiten bekannt: Bei der Einfahrt des Zuges in den Bahnhof Dortmund begann aus noch nicht festgcstellter Ursache plötzlich einer der Wagen dritter Klasse zu schlingern. Der Insassen der Abteile bemächtigte sich große Angst. Einige Personen sprangen aus dem fahrenden Zuge, während andere sich an den Fenstern und Gepäcknetzen festhielten. Als während der Fahrt bann der Wagen unist ü r z t e, gerieten zwei der Herausgesprungenen unter den Wagen und wurden z u Tode gequetscht Tie schweren Verletzungen find dadurch entstanden, daß die Reisenden burch- einanberfielen und durch die auf sie fallenden Mitreisenden und Gepäckstücke schwere Quetschungen erlitten. Zwei Eifenbahnärzte, die Dahnbehörben und die Polizei waren gleich zur Stelle, ebenso ein Geräte- und ein Mannschaftswagen. Das Hervorholen der Toten und Verletzten aus den Abteilen gestaltete sich sehr schwierig. Teilweise mutzten Sauerstoffgebläse angewandt werden. Bisher kann über die ilt» fache des Anglücks noch nichts gesagt werden. Möglicherweise ist sie in einer Beschädigung des Wagens zu suchen. In Erwartung des RheinstochwasserS. An allen kritischen Stellen des DheinlaufeS find in Erwartung von Hochwasser Deiche und Schuhmauern verstärkt und erhöht worden. Loka e Wachtstellen, die die Entwicklung der Lage ununterbrochen beobachten, find in regelmäßigen Abständen über den ganzen Lauf deS Rheines verteilt. Die Technische Rothilfe, die im Rheinland und in Westfalen über 28 De- reitschaften mit Hunderten von Mi gliedern verfügt, hat alle Vorbereitungen für ein Eingreifen gctrofien. Der jetzt ein getretene Eisgang des Rheines gefährdete bei Boppard eine Gruppe von annähernd 100 Personen, die sich auf dem Saumeis tummelten, das sich an beiden Rheinufern unterhalb der Eisversetzung an der Loreley gebildet hatte. Unerwartet loste sich eine gewaltige Eisscholle in einer Länge von 500 und einer Breite von 200 Meter vom Lande und führte die auf dem Eise befindlichen Personen mit sich stromabwärts. ES entstand eine Panik, die die Rettungsarbeiten außerordentlich erschwerte. Es gelang jedoch, alle Personen zu bergen. Tragödie auf dem 61». Als der Dampfer „F r i f i a“ sich SamStag nachmittag durch das Eis des Rorderneyer ! Hafens eine Fahrtrinne verschafft und das freie Fahrwasser gewonnen hatte, sichtete man I vom Dampfer aus zwei Männer, die sich ! vom Festlande aus auf das Eis deS Wattenmeeres begehn hatten. Sie befanden sich mitten im Fahrwasser 1500 Meter vom Hasen entfernt und ver«achten vergeblich, die Insel wieder zu erreichen. Es war unmöglich, den beiden vom Dampfer aus Hilfe zu bringen. Plötzlich setzte dichter Rebel ein und ble auf der Eisscholle Treibenden mußten s t ch lelbst überlassen bleiben. Man hat die beiden am Sonntag morgen nicht mehr gesehen. Reuschnee im Riesengebirge. Im Riesengel)irge ist neuer starker Schneefall eingetreten. Besonders am Sonntagvormit ag hat es im Tale sehr stark geschneit, auf dem Gebirge ist weniger Schnee gefallen. Die Drm- peratur war im Gebirge und im Tale gleich. Es ■ waren ungefähr 5 Grad Kälte. Die Höhe des Reuschnees beträgt im Tale etwa 12 bis 15 Z nti- meter, auf dem Gebirge dagegen nur etwa 5 Zentimeter. Der Schnee ist sehr gleichmäßig gefallen, denn auch auf dem Gebirge herrscht fast Windstille. Aus der Landstraße erfroren. In der Nähe von Everingen, Bezirk Magdeburg, wurde ein in den mittleren Jahren stehender Mann erfroren im Straßengraben a u f gefunden. Wie festgestellt wurde, ist er in der Dunkelheit in den Chausseegraben gestürzt, liegen geblieben und erfroren. Eine Literflasche mit Sprit wurde bei ihm gefunden. Die Rachforschungen nach Amundsen. lieber die Aussichten weiterer Nachforschungen nach Amundsen äußerte sich Prof. Samoijle- witsch wie folgt: Auf die Frage: „Sind Sie der Ansicht, daß es noch Zweck hat, nach dem Vermißten zu forschen?" antwortete Samoijlewitsch: „N a ch Amundsen nicht! Amundsen ist auf immer verloren, das beweisen die Trümmer der „La- tham", die gefunden worden sind. Daß man aber noch Reste der Italia" ober gar der mit dem Luftsch.ff verschwundenen Besatzung der genannten Ballongruppe wiederfindet, ist nicht ausgeschlossen. Allerdings ist die Hoffnung gering, es ist aber geradezu eine Pflicht, die Nachforschungen fortzusetzen. Auch nach dem im Jahre 1897 "mit einem Freiballon nach der Arktis geflogenen Schweden Andree hat man vier Jahre gesucht, bis man endlich Ueberrefte seines Ballons gefunden hat. In Italien hat man bereits für eine Rettungsaktion Mittel bereitgeftettt; vielleicht werde ich mich an der Rettungsaktion beteiligen. Man hat darüber in Italien schon gesprochen, aber der ,Krassin" wirb nicht m i t t u n. Dieses schwere Schiff, das als Besatzung viele Menschen und viele Kohlen braucht, ist hierzu nicht geeignet Es ist da am Platze, wo es g.lt, in kurzer Zeit und mit aller Kraft einzusetzen und Nachforschungen anzustellen. Die Rachsorschun- gen sind an der Dcst- und Nordwestküfte des FranzHoseph-Landes vorzunehmen. Man wird zwei kleine Flugzeuge, ein Motorboot und Hunde, alles natürlich im Sommer, mitnehmen müssen. Die Afrikareise de» „Graf Zeppelin*. Der Start deS „®raf Zeppelin " zu der großen Mittelmeerfahrt ist für den 24. März an- gesetzt worden. Sollte das Verbot deS liebet» fliegens für irgendein Mittelmeerland bestehen bleiben, so wird dieses Land nicht berührt werden. Die voraus ich:ftche Flugstrecke geht übet Fran kreich (die Rhone entlang), Korsika, Italien (Rom), Griechenland. Kleinasien und bann an die Küste Afrikas. Wie das Blatt hierzu weiter erfährt, wird voraussichtlich wegen deS Besuches in Aegypten noch eine persönliche Einladung deS Königs Fuad erfolgen. Beim hockeysplel gelötet. In Thale am Harz ereignete sich ein bedauerlicher llnglücksfall beim Hockeyspiel der Schüler» riege. Der Torwächter, der einen. Ball zurückschlagen wollte, geriet mit feinem Schläger unglücklicherweise in bad Auge eines 13- j ädrigen Kameraden und v.rletzt- ihn so schwer, baß bet Knabe besinnungslos zu Boden stürzte. Er ist an ben Folgen biefed Unfalles nach kurzer Zeit gestorben. Von einem Fünfjährigen erschossen. In Löningen (Oldenburg) spielte ein fünfjähriger Knabe mit einem gleichaltr.gen Mädchen. Der Junge nahm in einem unbewachten Augenblick ein im Zimmer stehendes Jagdgewehr und sagte zu dem Mädchen: „Geh da roc' ich schieße!"" Im gleichen Augenblick ging ein Schuß los und traf das Mädchen in die Brust. Obwohl das Kind sofort ins Krankenhaus gebracht wurde, starb es an den Folgen der Verletzung. Lebenslängliche Internierung eines Mörder». Der vom Schwurgericht Magdeburg von der Anklage des Mordes auf Grund des § 51 StGB, freigesprochene Arbeiter Gustav Musche, der im Juni o. I. an feiner Braut einen grauenvollen Lustmord begangen hatte, wurde auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidenten erneut einem ärztlichen Sach, verständigen vorgefühtt, der die absolute Gemeingefährlichkeit Müsches bestätigte. Daraufhin wurde die lebenslängliche Internierung Müsches in einer Heilanstalt beschlossen. Musche ist bereits nach der ProvinziallandesHeilanstalt in Niedleben bei Halle übergeführt. Der Staatsanwalt hatte, nachdem er ben Freifpruch beantragt hatte, erklärt, daß die Staatsanwaltschaft alle Schritte unternehmen werde, um die menschliche Gesellschaft vor Musche zu schützen. Mord aus Rach«. In Prezier im Kreise Lüchow (Prvv. Sachsen) wurde her 65jährige Landwirt August Schulz beim Füttern der Kühe von einem 40jährigen Wann über fallen und mit einer Gabel totgeschlagen. Daraus versteckte der Mörder die Leiche unter Stroh. Als die Ehefrau des Schulz in den Stall trat, wurde sie von dem Täter ebenfalls mit einer Gabel über ben Kops geschlagen: sie konnte sich aber auf ben Hof retten. Der Täter konnte gestellt werden. Es ist der erst seit 11 Tagen aus dem Zuchthaus in Brandenburg entlassene Karl Schulz aus Bonese, Kreis Salzwedel. Der Täter, der mit dem Opfer seiner Bluttat nicht verwandt ist, äußerte, daß er die Tat auS Rache begangen habe, weil Frau Schulz als Zeugin vor Gericht ungünstig über ihn auSge- f a g t habe. Frau Schulz wurde mit schweren Kopfverletzungen in eine Klinik gebracht. Die IReffcrlaac. Sonnlaa, d.24.reD.1929,8"mg$. 15 • Wr-A »«gMtniM0atnti <>0416 Otdtcete »e|*,U • ve««v*i • Stenet afreuptin • "toti R Cifwtr>die Temperatur en o>t Urnen rerpmaeo Oft# eit ikiclC» •ef n»eresoiVrm umwirnwti» leHdrere Wettervoraussage. Die erneuten Kaltluftmassen haben bereit- unseren Bezirk erreicht, so daß die Temperaturen heute morgen wieder etwas unter Rull liegen. In Rorddeutschland hat sich her Frost wieder wesentlich verschärft (Berlin — 10 Grab Celsiu-. Swinemünbe — 20 Grad Eelsius, Königsberg — 14 Grab Celsius). Rur Eübdeutschlano, da- noch im Bereich milder ozeanischer Lust liegt, hat Temperaturen über Rull (München plus 2 Grab Celsius. Karlsruhe plu? 2 Grab Celsius). Das Anhalten der Kaltluftzusuhr führt auch bei uns zu einer Frostzunahme, wobei noch Schnee- fälle auftreten. Vorhersage für Dienstag: Frost, noch meist wolkig, mit zeitweisen Schneefällen. Aussichten für Mittwoch: Rachlassen bei: Schneefälle, teils wolkig, teils aufhetternb, noch Zunahme b_S Frostes. ßufttem peraturen am 24 Februar: mittags plus 2,3 Grad Celsius, abends plus 1,3 Grad Celsius: am 25. Februar: morgens minus 3,7 Grad Celsius: Miximum plus 3,4 Grad Celsius, Minimum minus 4L Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 24. Februar: abends minus 0>2 Grad Celsius; am 25. Februar: morgens minus 0,5 Grad Celsius. Niederschlag 17,2 Millimeter. für Sa' j Juf der Z &i v'-llSZ IS WD0? A Kl Dera rnröen. ttw D-isc-ue bca las erstl «iU-ichi^ Ml'ch Aj Mchen m muntt jpirb, ks-nlnt r 3ißc '.ft H jahraus Mck Lusspringen a »krischen den Mgeu fällt, Ridern Acrma ist schon bei e uchr bei «richtet toett lr: M man äiflanl) der । nicht mit der Sehr gc Iprfiolen« len. SS von bähner, wenn ui Ein Dichl in die Sleise Di Srid Durch Um.i' mncherlei Ar 3eber W dcrten, bis de iS. Die Dahns «ignen sich au im Sprunge. Sar in der tera Äuge spr Dezimen. Se ouf freier St' ist grob der' auf mchrztei gtgncnce Züi 3m Zuge i rerschlüss echte auf Ä ö neleir die Kerzen. Eich nen, ist g< engelhaft fl< 1927 linb nid, 11 Rinber sich aber aus k inte gestellt tixtbr. i aus dem Zuchb entlassene Äd al-vedei. Der Jäte Auttal nicht vo )ie Tal au- Laji Schulz als Zeuc bet ihn auSgt tmirbe mit schwor ui! gebracht. Aus der provinzialhauptstadt Dlehen. den 25. Februar 1929. Drei Gebote für Fahrgäste der Eisenbahn. geb. Pfeffer Die trauernden Hinterbliebenen; Familie Philipp Wehrum Wwe. Familie Wilhelm Wehrum Familie Heinrich Wehrum Familie Ludwig Wehrum. Todes-Anzeige. Samstag abend a/48 Uhr entschlief sanft in dem Herrn, in der medizinischen Klinik zu Gießen, nach kurzem schweren Krankenlager, unsere innlgstgeliebte, herzensgute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter. Großmutter. Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarete Webnun Wwe. Ich habe dich je und je geliebt darum hab ich dich zu mir gezogen, aus lauter Güte. Am Samstagabend 9 Uhr entschlief, im Glauben an seinen Erlöser, nach langem, schwerem, mit großer Geduld «tragenem Leiden, mein lieber Mann, unser lieber treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwiegersohn. Bruder. Schwager und Onkel Herr Friedrich Lieh ««IWh. ■R4 und traf ' | 9flrS;nHofort iJ ,tötb » an d Todes-Anzeige. Heute mittag 12*/« Uhr entschlief sanft nach kurzer schwerer Krankheit unsere geliebte gute Mutter. Schwiegermutter. Groh- mutter. Schwester, Schwägerin und Tante Frau Katharina Fehl Witwe geb. Wagner im Alter von 65 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. ’9 el°u Mbtti *1 oon ber auf @tunb btt 1 n e Arbkikt 1 !emrr Braut ,jni! Sangen Halle, tourte nnwolischast und he aGichen Sach ' absolute <8 emein- 'kstnl'gte. Daraufhin twmng Nusches In usche ist bertili noch >n Niedleben bei anwoli hatte, nach intragi Halle, trift alle Schritte un> nschliche (SesellschiS heutige Anzeige. •• Jagdverbot in H e s s en - R a s s a u. Der Oberpräsident von Hessen-Rassau hat mit Rücksicht auf den durch die andauernde scharfe Kälte unter sämtlichen Wildarten hervorgerufenen Notstand auf Grund des § 30 deS Feld- und Forstpolizeigesetzes durch Polizeiverorb- nung. die sofort in Kraft tritt, für den ganzen Umfang der Provinz Hessen-Rassau jede Jagdausübung auf jagdbares Wild jeder Art bis zum 20. März 1929 einschließlich verboten, gleichviel, ob die betreffende Wildart gesetzliche Schonzeit hat oder nicht. Gestattet sind nur die Polizeijagden auf Schwarzwild und dessen Abschuß durch die Forstschutzbeamten. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 398 Ochsen, 52 Dullen, 631 Kühe, 390 Färsen, 438 Kälber, 119 Schafe, 6369 Schweine. Heute entschlief nach kurzer, schwerer Krankheit meine Hebe, gute Frau, unsere herzensgute Mutte Frau Auguste Dahmer geb. Feldmann im 67. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Dahmer. gerecht geworden sind. •• E i n Wasserrohrbruch ereignete sich am Freitag gegen 3.30 Uhr in dem Leitungsnetz des Hauses Am Kugelberg 42. Dort brach das Wasserrohr im Keller, kurz vor der Wasseruhr, so daß es unmöglich war, dem stark ausströmenden Wasser durch Abstellen Einhalt zu gebieten. Der starke Fiost hatte den vor dem Hause befindlichen Hydranten vollständig verebt, so daß hier erst mit Hacke und Pickel gearbeitet werden mußte, um das Abstell- oentil frei zu legen. Das Wasser strömte indes mit starkem Rauschen in den Keller und suchte sich einen Weg ins Freie durch die nach der Friedens- straße zu gelegenen Gärten, die bald unter Master standen. Don hier fanden die Wassermengen ihren Weg in die Waschküchen und Keller der benachbarten tiefer gelegenen Häuser der Friedensstraße, so daß auch deren Bewohner durch den Rohrbruch in Mitleidenschaft gezogen wurden. ** Die Borträge der Unfalloer. Hütungswoche am heutigen Montagabend in der Neuen Aula seien an dieser Stelle unseren Mitbürgern noch einmal In Erinnerung gebracht. Schließung eines Cafes. Don heute ab ist der Betrieb im Caf 6 Ernst Ludwig von den bisherigen Pächtern des Lokals Carl Warner und Frau geschlossen worden. Der Pachtvertrag des Herrn Warner läuft am 28. Februar ab, so daß er sich gezwungen sah, wegen der Räumungsarbeiten den Cafehausbetrieb schon von heut« ab einzuste'len. •• Das Fröbel-Seminar des Alice- Schul-Dereins veranstaltet in seinen ^Räumen, Garkenstraße 301, oon Mittwoch, 27. Februar, bis einschl. Sonntag, 3. März, eine Ausstellung von Schülerinnenarbeiten der abgehenden Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen. Gezeigt werden Arbeiten, die im Handarbeits-, Werk-, Zeichen-, Ausschneide-. und Modellier-Unterricht angefertigt sind. Die Ausstellung ist täglich von 11 bis 1 Uhr vormittags und 3 bis 5 Uhr nachmittags geöffnet. Man beachte die Auf der Deutschen Reichsbahn werden lähr- Dd> rund 2000 Millionen Fahrgäste befördert. Zabei wurden in den letzten 4 Sauren bei Zugschon wieder ein Detterumschlag ein, ber die bisherigen Nebelschwaden und die regnerische Luft beseitigte, an deren Stelle eine klare frische Winterlust treten ließ und dann anhaltenden Schneefall zeitigte, der heute Dormittag in der zehnten Stunde noch unvermindert anhält. In der Stadt und im Freien ist nun wiederum eine starke Schneedecke zu verzeichnen. Mit den Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Herrschaft des Winters ist es einflrocilen also noch nichts. *• Ein Unfall infolge der Glatteis- b 11 d u n g ereignete sich gestern vormittag vor der katholischen Kirche. Dort kam ein junges Mädchen, das sich auf dem Kirchgänge befand, so unglücklich zu Fall, daß es einen Armbruch davontrug. Im übrigen sind erfreulicherweise weitere Unglücksfälle bisher nicht gemeldet worden. •• Etwa 35 Rohrbrüche in dem Haupt- rohrnetz unserer Wasserleitung sind von Beginn der Frostperiode bis zum heutigen Tage beim Städtischen Wasserwerk verzeichnet worden. In dieser Zahl sind jedoch die Rohrschäden in den F>äu» sern selbst und in den Zuleitungen vom Hauptrohr bis zum Wassermesser in den Häusern nicht mit ein- begriffen, deren Zahl dürfte aus etwa 150 zu schätzen fein. Die Wiederherstellungsarbeiten bei dem außerordentlich ungünstigen Wetter stellen natürlich große Anforderungen an die beteiligten Arbeiter, denen diese aber in anerkennenswerter Weise bisher immer federte Ministerialrat Dauer über die bekannte Regierungsvorlage. 3m Anschluß daran wurde die Aussprache fortgesetzt. Minister K o - teil konnte in feinem Schlußwort feststellen, daß nach seinem Eindruck auch in dieser Der- sammlung. ebenso wie in Hartmannshain, die Landwirtschaft sich zu der Ansicht bekannt habe, daß die Umstellung im Vogelsberg eine Notwendigkeit sei und daß sie die tätige Mithilfe der Regierung begrüße. Wir werden über die Versammlung noch näher berichten. Talen für Dienstag, 26. Februar. Sonnenaufgang 6 53 Uhr, Sonnenuntergang 17.53 Uhr. — Mondaufgang 20.54 Uhr, Monduntergang 8.13 Uhr. 1529: Reichstag zu Speyer. — 1802: der D.chtcr Didor Hugo in Besan^on geboren; — 1835: der Etnograph Richard Andree in Braunschweig geboren. Bornotizen. — TageSkalender für Montag. Stadttheater: (Kammerspielz-kbis) „Eintracht ernährt" und „Das alte L.ed", 20 bis 22 Uhr.2U>- manisches Seminar der ^.andes-Llniversität ^Vorführung „Waitre Pathelin", im Reuen Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts. — Reichs- llnsallverhütungswoche: Vortrag mit Lichtbu- dern: „Die Verwendung elektrischen Stromes im HaushaU", anschließend „Eine Stunde Verkehrspolizist in Gießen", 20 Uhr, in der Reuen Aula. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: w3d> füffe Ihre Hand Madame." — Astoria-Licht- spieie: „Die Hölle von Montmartre". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheatcrburcau wird uns geschrieben: Die heutige Veranstaltung des dritten Tages des Kammerz Lu5 (zusammen mit dem Goethebund) „Theater Der musikalischen Komödien" beginnt um 20 Uhr. Die Intendanz macht nochmals darauf aufmerksam, daß das Ensemble nur für diese einmalige Vorstellung gewonnen werden konnte und eine Wiederholung nicht stattfindet. Außer den Karten für den Goethebund sind natürlich auch Karten im freien Verkauf zu haben.— 2lm Dienstag wird auf vielseitigen Wunsch die Operette „Die Tanzgräfin" (Gastspiel des Reuen Operettentheaters Frankfurt) wiederholt werden. — Als Erstausführung geht am Mittwoch, 27. Februar, das Lustspiel „Das Geld auf der Straße" von Rudolf Oesterreicher und Rudolf Vernauer in Szene. Die Verfasser sind bereits bekannt burdh den vorjährigen Schlager „Der Garten Eden". „Das Geld auf Der Straße" wird allabendlich in Verlin vor ausverkauftem Haus gegeben. — Das zweite Operngastspiel in dieser Spielzeit wird von dem Mainzer Stadttheater gegeben werden, und zwar am Freitag, 1. Mürz, mit der Oper „Die verkaufte "Staut". — Romanistyes Seminar derUniver- f i tä t. Heute, Montag, abend im Hörsaal des Kunstwissenschaftlichen Instituts Vorführung des Maitre Pathelin. Nähere, in der Anzeige vorn Samstag. — Vellachini-Gast spiel morgen Dienstag abend im Katholischen Dereinshaus. (Siehe heutige Anzeige.) , ,, — „De r Kampf mit dem Unfall» 1 e u f e I“ ist eine Filmvorführung betitelt, die am nächsten Freitag nachmittag 6 Uhr im Gewerk sch ast sh cuse auf Veranlassung der Deutschen Vuchdrucker-Verussgenossenschast stattfinden wird. Siehe heutige Anzeige. 3H bet ber Einfahrt eines Zuges der Bahn- steig stark besetzt, so vermeide man eS. sich vorzudrängen und dadurch Unruhe hervorzurusen. Zum Marten gehört Ruhe: Ruhe und Ordnung wirken stets verkehrsfördernd. Entsteht ein unruhiges Gewoge auf einem Dahn- steige, so kann leicht ein Unschuldiger zu Schaden kommen, indem er an oder gar unter den fahrenden Zug gedrängt wird. Auf Frauen und Kinder, auf Kranke und Gebrechliche soll man in solchen Lagen besonders Rücksicht nehmen. Schon am Schalter wirkt bei Andrang solche Rücksicht angenehm und begünstigt die glatte Abwicklung des Verkehrs. Als selbstverständliche Pflicht follte gelten, daß scharfe Werkzeuge, die jemand mit an den Schalter, auf den Bahnsteig oder in den Wagen mit- nehmen muß, gut gesichert werden. Schneeschuhläufer kommen am leichtesten durch, wenn sie ihre Bretter hübsch senkrecht tragen; es stimmt nicht günstig für ihren schönen Sport, wenn sie Miireisende mit den Spitzen ihrer Bretter belästigen, oder damit in Fensterscheiben fahren. Wer dabei Fensterscheiben bricht, muh den Schaden tragen und schwächt feine Reisekasse. Jäger müssen mit ihren Flinten gleichfalls vorsichtig umgehen. Hunde sollen an kurzer Leine geführt werden. Behälter mit Säuren oder ätzenden Flüssigkeiten gehören nicht in Personenwagen! Wo die Fahrt auf offenen Plattformen zu- gelassen ist, müssen bte Plattformver- schlüsse sorgfältig geschlossen werden. Auf besetzten Plattformen während der Fahrt Gedränge zu verursachen oder gar Redereien oder Balgereien zu veranstalten, ist gefährlich: mancher folgenschwere Sturz aus dem fahrenden Zuge ist dadurch schon verursacht worden > A.s Unsitte mutz eS bezeichnet werden, harte Gegenstände aus dem fahrenden Zuge zu werfen. Solche Gegenstände, wie Flaschen oder Gläser, nehmen eine große Wucht an. und gar oft schon sind brave Eisenbahner, die doch zum Besten der Reisenden wirken, empfindlich getroffen rmd verletzt worden. Rüstet man sich bei der Ankunft am Ziele zum 21 u dfteigen, so soll mai nicht vorzeitig dieTür offnen. Auch wenn die Ausentha.ts- zeit auf einem Zwischenbahnhofe kurz ist, läßt der Aufsichisbeamte doch die nötige Zeit zum Aus- fteigen, es gibt also kaum einen 2knlaß zur Lieber- Haftung. Am einfahrenden Zuge stehen oft schon die Eepäckschasfner ober Postbeamte mit ihren Karren zu ihrem Dienste bereit, und diese Leute können durch weit geöffnete Türen schwer verletzt werden. Das Gleiche kann der Fall sein bei wartenden Reisenden, die sich doch einmal zu nahe am Gleise ausgestellt haben. 2Iber nicht genug damit: stößt die vorzeitig geöffnete Tür an einen Gepäck- oder Postkarren, so kann s.e zurückschlagen und den voreiligen Reisenden selbst verletzen. Schlichlich sei noch bemerkt, daß auch die Türen der Eisenbahnwagen zum Z u m a ch e n unb nicht zum Zuschlägen da find und daß empfindlichere Per- fönen beim heftigen Zuschiagen von Türen oft stark erschrecken. Oie Agrarreform im Vogelsberg. Am Samstag mittag fand in Ulrichstein in Gegenwart von etwa 200 Personen unter dem Vorsitz des Ministers für Arbeit und Wirtschaft K o r e 11 eine Versammlung statt, die sich mit der Frage der Umstellung der Landwirtschaft im hohen Vogelsberg beschäftigte. Zu der Versammlung waren Land- tagsabgeordnete des Landbundes, des Zentrums unb her Sozialdemokratischen Partei erschienen, ferner Kreisdirektor Dr. 3 a n n , Schotten, Vertreter der Landwirtschaftsiammcr, des Landwirtschaf tskammer-Ausschusses für Oberhessen,. Sachverständige und zahlreiche Bürgermeister und Landwirte aus den benachbarten Orten. Die Abgeordneten der Deutschen Volkspartei und der Demokraten hatten ihr Fernbleiben entschuldigt. Minister K o r e 11 berichtete zunächst über den bisherigen Sachstand, im Anschluß daran fand eine Aussprache statt. Rachdem die Sachverstän- | di gen des Ministeriums eingetroffen waren, re- " Aprilwetter im Februar. Seit Samstag nachmittag aeigt das Wetter in unserer Gegend ausgesprochene Aprillaunen. Nach dem tagelangen strengen Froste trat im Saufe des Samstag nachmittag eine Erwärmung ein, die namentlich in den Abendstunden und dann in der Nacht feuchte Stra- ßen zur Folge hatte. Am gestrigen Sonntag regnete und taute es ununterbrochen vom frühen Morgen bis in den Abend hinein, am Dormittag erschwerte starke Glatteisbildung in den Straßen den Passantenverkehr außerordentlich, und erst im Verlause des Nachmittags, als sich das ausgestreute abstumpfende Material richtig durchgesetzt hatte, konnte man mit einigem Sicherheitsgefühl den Gang durch die Straßen wagen. Gestern abend gegen 10 Uhr trat aber Das erste Gebot lautet: Seid pünkllichl Pü. k.-ichk.i. bcvcalct für den Csienbahnbetrieb Sicherheit. Wer pünktlich ist. unterstützt die Eisen- behn im Streben nach Betriebssicherheit. Wer pünktlich ist. setzt sich nicht leicht gewissen per- sönlichen Gefahren auf der Reife aus. 'Wer nicht von Unpünktlichkeit, Hast und Zeitgeiz gehetzt vird, kommt z. 2. nicht in die Versuchung auf- z^springen, wenn der Zug schon im An fahren ist. Las Aufspringen auf anfahrende Zuge ist sehr gefährlich. Es erfordert jahraus, jahrein zahlreiche Todesopfer. Wer beim Äusspringen ausgleitet und In den engen Raum zwischen den Bord des Bahnsteiges und den Dogen fällt, kommt in höchste Gefahr, von den Rädern zermalmt zu werden. Das Aufspringen ist schon bei Straßenbahnwagen gefährlich: um so wehr bei Ei.enba nwagen, die nicht darauf eingerichtet werden tonnen. Bei schlüpfrigem Wet- ter soll man schon beim ruhigen Einsteigen den Zustand der Trittbretter beachten, damit man richt mit dem Fuße abgleitet. Sehr gefährlich ist es, Gleise an verbotenen Stellen zu überschreiten. Es verunglücken dabei häufig sogar Eisenbahner, wenn sie nicht die nölige Vorsicht wählen. Ein Dichteisenbahner soll sich überhaupt nicht in die Gleise wagen Das zweite Gebot lautet: Seid umsichtig und bedachtsam! Durch .Uimuv. u.M *>ei/a<9i|anueu lassen sich mancherlei Arten persönlicher Unfälle verhüten. Zeder Bedächtige wird zum Aus steigen trotten, bis der Zug völlig zum Stehen gekommen ift: Die Bahnsteige haben verschiedene Hohe und eignen sich auch sonst nicht immer zum ßanöen im Sprunge. Gar in der Fahrt auf der freien Strecke aus lern Zuge springen zu wollen, wäre frevlevisches beginnen. Selbst im Stehen ist das Aussbe gen auf freier Strecke gefährlich. Die Absprungshöhe ist groß der Bahnkörper liegt meist voller Steine, ouf mehrgleisigen Linien kann man unter begegnende Züge geraten. 3m Zuge soll man dafür sorgen, daß die T ü r- derschlüsse richtig eingelegt sind. Man achte auf Kinder, damit sie n.cht etwa beim 6 nelen die Tür öffnen und aus dem Zuge stürzen. Sich an Außentüren anzu leh - tic n, ist gefährlich: wie leicht kann eine mangelhaft geschlossene Tür ausgehen! 3m Jahre 1927 sind nicht weniger als 64 Erwachsene und 21 Kinder aus Zügen gestürzt unb dabei zu Schaden gekommen, viele davon sehr schwer. Rur Unbedachte schlagen ferner auch die Mahnung „Richt H i n a u 3 b e u g e n" in den Wind. Die unflug das ist. lehrt die Tatsache, dah alljährlich 60 bis 70 Eisenbahnre'.sende durch An- stoßen an feste Gegenstände verletzt, oder gar $tc ötet werden. Erwartet man auf dem Bahnsteig stehend «inen ankommenden Zug, so soll man nicht z u nahe an das Gleis herantreten: denn «ine vielleicht vorzeitig geöffnete Tür ragt bei- rohe y2 Meter in den Bahnsteig hinein und kann deShalv jemand anstotzen, der zu weit vorn stehl. Das brite Ce'iot la. tit: Rehmt Rücksicht auf Mitmenschen! Oft kommt es vor, daß unbedachte oder rück- stchtslose Menschen auf der Eisenbahn andere in Gefahr bringen. t» .gta» SiSfllS L;S'S Wi '»S c tvov^ , lk.g. _ 8» 1 Sepptfig., AU krbol bej ^cerlanh” l.Ap nicht fu.-AMe »i««r ,7* ile in'^H bot^ Sabei wurden In den letzten 4 3ähren bet dug- be« nsi Unfällen durchschnittlich 40 Fahrgäste getötet Durch egene Unvorsichtigkeit kamen aber im selben v-ett- W num jährlich 110 Fahrgäste der Reichsbahn ums ° Leben. Derartige UnMckssäl e können vermieden ' - - LW 'ungSlo-^!- Gießen, den 23. Februar 1929. 1482D mittags um 3\i4 Uhr statt 1692P -LMM I Gott der Herr nahm heute mittag unsere herzensgute. stets treubesorgte Mutter, Schwiegermutter. Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Helene Becher Wwe. verw. Deibel geb. Appel nach einem arbeitsreichen Leben im 80. Lebensjahre zu sich in die Ewigkeit. Die tieftrauernden Hinterbliebenen; L d. N.s Helene Bröe geb. Deibel Emil Br6e und Kinder. Gießen (Neustadt 10), den 22. Februar 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 27. Februar, nachmittags 3 Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt. us2i Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unsern treusorgenden Vater und Schwiegervater Herrn Heinrich Jochem Schmiedemeister im Alter von 56 Jahren nach kurzem schweren Leiden in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lina Jochem geb. Koch Bellersheim, den 23. Februar 1929. Die Beerdigung findet Dienstag, den 26. Februar, nach- Am 23 Februar verschied sanft nach langem schweren Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater u. Großvater Hermann Fleischer im Alter von 64 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, 25 Februar 1929. Die Einäscherung findet in aller Stille statt __ (1834 Danksagung! Für die so überaus zahlreichen Beweise herzlicher Anteil- Dahme an dem herben Verlust, den wir erlitten haben, sowie für die vielen Kranzspenden, sprechen wir hiermit unseren aufrichtigen Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Philippine Kaub geb. Walz Fraa Marine Prinz geb. Keller Gießen (Wetzlarer Weg 77), den 25 Februar 1929. Beileidsbesuche dankend verbeten. )690D Gießen, Köln, den 25. Februar 1929. 0835 Statt Karten. Beileidsbesuche dankend verbeten. 1697D Gießen (Lieber Straße 35), den 25. Februar 1929. Lnrrer. 6785 D CarlSchunck 16050 Gießen, den 23. Februar 1929. Lang-Göns, Wieseck, den 25 Februar 1929. Slimuie Die Beerdigung findet Dienstag, den 26. Februar, nachm. 1*4 Uhr statt 1)829 1696D Holzversteigerung 62 rm Buchen- und E.chenscheit. Fichten- und Fichten- und 220 42 rr Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 27. Februar, nachm. 3lA Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt Am Samstag nachmittag um 3 Uhr verschied nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau, meine gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin u. Tante 54 74 36 ;#■ >• •Ä 1 23 rm Buchen-, Eichen- knüppel. rm Buchen-, Eichen- Heinrich Prinz, Schreiner Willi Prinz, Architekt, und Frau und 2 Enkel. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 28. Februar, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lina Strauch geb. Schäfer. 3m Trag H >ch toi ? TM W er zu Die Beerdigung findet Dienstag, den 26. Februar, nachmittags 1 y2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt BeileidsbesuJie dankend verbeten. In tiefer Trauer: Wilhelm Anton Stoll, Gemeinderediner Hedwig Stoll Anton Karl Brückel und Familie Anton Konrad Stoll und Familie. Die An Wien der Fa. W. Strauch Polsterwaren-Grofihandhing Asbest- Platten. 1.2.3,4 und 5 mm wieder am In tiefer Trauer: Fidel Balken und Frau Else geb. Rohr Professor Dr. Krzymowski und Frau Clara geb. Rohr Kunstmaler Karl Flesch und Frau Thekla geb. Rohr Madeleine Flesch Frau Oberstleutnant v. Spruner geb Moehrlin Regierungsbaurat Welimlr v. Spruner Liesel v. Spruner Gießen. Breslau, Paris, München, den 24. Februar 1929. Die Leichenfeier findet am Donnerstag, dem 28. Februar, nachmittags l1/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt 01 KL Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe, gute Gattin, meine treusorgende Mutter, unsre teure Tochter, Schwester, Schwiegertochter und Schwägerin FrauMariaStoll geb.Brückel in dem blühenden Alter von 27 Jahren gestern morgen um 10 Uhr nach kurzem schweren Leiden in die Ewigkeit abzurufen. im 61. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johanna Uhl. F Klaviere l AkmalM werd, m bflcinnfi iu preiswert ne- ntmmi u. revar. Oöeri^x Sieben. WM-li ielculiou 24ii.t Verkael v. neuen ii. nein. Silan. •y iDät 1,11 Slim 8at r ho,, £ Vvl ecü 9£l j. ir »b stocke. Zusammenkunft am Braud, vormittags 10 Uhr. Philippi, Markmeister. > Am Freitagabend verschied nach kurzer, schwerer Krankheit mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Hermann Uhl Areilag, den 1. Mär; L wird im Trais-Münzenberger Markwald folgendes Holz verkauft: 1684V Eichenstämme 1., 2., 3. und 4. Klasse. Buchensfamm 6. Klasse. SAigei SWWW Qn lllülsivore uerienbei HOIOD Frz. Gockel, 'Bübinnen. Freitagabend verschied nach kurzer Krankheit mein innigstgeliebter und treusorgender Gatte, unser Bruder, Schwager und Onkel Herr Wilhelm Siraticli, Kaifmann im 48. Lebensjahre. Völlig unerwartet verschied Freitag abend nach kurzer Krankheit unser hochverehrter Chef und Begründer der Fa. W. Strauch Herr Ketilmann Wilhelm Strauch Wir verlieren in ihm einen treuen Berater, der uns stets hilfsbereit zur Seite stand, und ein Vorbild von Treue und Pünktlichkeit, dem wir stets ein ehrendes Gedenken bewahren. rm^uchen-, Eichen- und Fichten- K feftfo ff? » "w. Es a unhe$nncn 8 bzu*fid 's-* ehezS'nl lei, Ks, Äs- Salti 19. entwich" mitte. M verhö'tnls ISO Ott t im letzten Ee'angener die 3°6* $ ivas man tzrörierung schneike-id« 8um sich dariwr mimt an j nilen und be-echiig-.e und 2edüi rüchichttgi jährige E' iauerW' ®ebwt he Aber n fir die - mamtät schließlich grase nich begange eine gcwo' stellt. Mil die Se'ang weiterer! Se'ellschast schon deshc ^ilsstrasen einigen M bezweckten aufhebt tvegmgs-1 halb muh jetzt gelten strafe zugl f d) r e d u die erster aber die fördert, k Wlglichke ließen Fol Detvih 1 biduellere tive Schto für ben I. ltrase härt, ans notbüi den. Aber tätsprinzip unschuldige der Freihe auherorder ein Pröble urteilung t larnttoo Eigentum liehen mul Daß zu einseitigen ^"gen §ir Lträs'ings lesamth bedrohen kö K im 80 Lebensjahre. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: * Hainbuchenstamm 3. Klasse. F'chtenstämme la-, 1b-, 2a-, 2b* Klosse. Stück Derb- und Reisslängen. Statt besonderer Anzeige. Nach kurzer, schwerer Krankheit wurde uns heute morgen 1 Uhr unsere heißgeliebte, treusorgendc Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Tante km Mse Rohr fei. Mietofia Gattin des verstorbenen Zollrats und Hauptmanns d.L. Benno Rohr durch einen sanften Tod entrissen. | Empfehlungen | eeeeeeee Gei ollen Erkrankungen finden Sie bald Vin« öer mnen durch die Wörisholer Tees und Kränlersnlle. Kräulerhans Inne Lchnlstrakc 5. CB'1 Verkäufe Piano fnit neu. fluteS ^a- britoi. besonderer Umuande halb ureiS» wert nbzuaeben. Schr. Ana u. 1(174D an den Gien. Sin* | Kaufgesuche j Wachsamer WM Dobermann oder Deutscher Schaler- bunb 'Rüdel Zll lallten zeschl Ludwig SieiumüliBr Ketzberg. Krofdorf. Sira e M. (*>28 | Verschiedenes! Besnctii die tändele- •e^nie KunxelmaPi I deutscher 8chäferl/und ans den Romen tfut bürend, cmlnufcn. Bor Ankauf wird aemarnt. i«27 Dammsfrake 26. Vereine Stadttheater TicuStaa,26.Fcbr. 2LtikD5lug-21ü. IjifL von iu1, u. ^2'« Uhr fite lonjgrüüa Overene tn 3 vxttn von Vcou. Zakobloa iLlWobert *.hoöaii*l& r?em utter, Tante en: 'rau ilttags isudie * SD« iM Öö litölw oerifiibti noiöD Frz, Gockel, ^binnen. rSifl - Wi It roerb. latswäst i j il ureiowtn ,r> 1 I inmmi ii nmf 1 MitiKi I (WOoifiiLlii । McvuoirJUi i । Verkeil d. neun; ii. nein. Slflu ! Asbest Platten. 1,2,3, ht-! 5 mm wieder r Laßer. 6Ü6. CarlSchunti Verkäufe Pim fait neu fluifJ fr» briloi. bclonittn Uuiiiüiibelmlbiw' I mal cbtiifltlifiL e<ür. «n-1U; f Uaufgesuche] I Wachsamer i' le (VersÄ^I SS DeiiW. rchästths | -xobettnan« odtt Triitiäter i Hund lÄudei hitoWM1 j M »€ |llkt$bcrß.8,6fti | SltO't-gLr^ Mereiiwj sSg "si-ÄK. .v,^ " 6m 3^**»- * r»'' ne ia<' •*>* SraW Nr. 47 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)Montag, 25. Zebruar 1929 Sie Zukunft der Diktatur in Spanien. Don unserem ^.-Berichterstatter. Dachdruck auch mit Quellenangabe verboten! Madrid, Mitte Februar 1929. Fast drei Wochen sind seit jenem verhängniS- vollen Lage verstrichen, als plötzlich die Kirchen- olocken in der kleinen andalusischen Provinzial- hauptstadt Ciudad Deal Sturm zu lauten begannen und meuternde Artillerietruppen die Regierung stürzen und Spanien d.e Revolutton verkünden wollten. Der Putsch als solcher erscheint den Madridern heute als ein groteskes Spiel mit Kanonen, aber er hat die Dcktaturreg'.erung zu ernsten Entscheidungen gedrängt. Es fiel Primo de Divera nicht schwer, die bis in die Einzelheiten vorbereitete revolutionäre Bewegung im Keim zu ersticken. Er tat es zur allgemeinen Befriedigung der Massen. Das Volk ist der umstürzlerischen Methoden ungebetener BaterlandScrlöser grundmüde geworden, uiti> wenn auch die an den politischen Dingen interessierten Schichten der Bewohner — das ist aber nur ein sehr geringer Prozentsatz der sonst passiven Menge — in der herrschenden Diktatur nicht gerade ein ideales Dezime erblicken, so ziehen sie doch das kleinere älebel vor und beobachten eine zum mindesten wohlwollende Deutralität, die sich bei der Drohung mit Blutvergießen sicherlich in offene Sympathie für Primo de Rivera gewandelt hätte, der dem Lande fünf Jahre Frieden und Ordnung geschenkt hat. Die Aufregung über den Putsch ist vergessen und Madrid zeigt wieder das normale Gesicht. Die Stellung Primo de Riveras ersche.nt augenblicklich gefestigter als je zuvor. Seine Gegner trösten sich zwar damit, daß die Mißstimmung gegen ihn wachse. Das mag auch zum Tell der Fall sein, da die Regierung zu strengen Maß- nohmen schreitet, die sich geringer Popularität erfreuen, aber eine Gefahr für die Diktatur darf darin nicht erblickt werden. Man hatte es in Spanien bisher vermieden, das faszistische Borbild Italiens allzu getreu nachzuahmen. Die Ausführungsbestimmungen aber zu den Diktatur- schuhdekreten tragen einen offenen f a s z i st i - schen Charakter. Darin wird z.D. den Mitgliedern der „Union Patriottca" vorgeschrieben, die Damen aller ihnen verdächtigen Leute, d:e sich auch im privaten Kre.se abfällig über die Regierung äußern, in besondere Listen einzutragen, damit die Diktatur im gegebenen Falle genau über ihre Feinde unterrichtet ist. Diese Mahnung öffnet natürlich dem Denunziantentum Tür und Tor, und beginnt bereits jetzt zu sehr unliebsamen Erscheinungen zu führen. Sie sät Mißtrauen unter die einzelnen Schichten der Bevölkerung und kann zu einem bisher in Spanien unbekannten privaten Spionagesh st em führen. Gleichzeitig wird die Presse unter eine strengere Zensur als bisher gestellt. 3n der Beilage zum Reichsanzeiger, der als einzige Zeitung am Montagmorgen erscheint, im „Äoticiero del Lu- nes", beschwert sich Primo de Rivera bitter über die Lästerungen, denen er ausgesetzt sei, und beteuert gleichzeitig seinen Patriotismus und die Uneigennützigkeit seiner Amtsführung. Diese Erklärungen des Diktators hatten einen recht unliebsamen Dngrifs der klerikalen und der offiziösen Presse gegen die ausländischen Pressevertreter zur Folge, denen man vorwarf. Spanien zu verleumden und falsche bzw. tendenziös gefärbte Dach- richten über die Ereignisse im Königreich zu veröffentlichen. Das Organ Primo de Riveras, „ßa Dacion", und der sehr einflußreiche klerikale „El Debate" fordern den Abschluß internationaler Verträge, gemäß denen Zeitungen und Journalisten, die für das Ansehen Spaniens Schädliches veröffentlichen, auch im Auslände verfolgt werden können. Dun ist man in Spanien allerdings daran gewöhnt, dah, wenn in der Politik nicht alles glatt geht, eine zuversichtliche, pathetisch klingende Regierungserklärung erfolgt, und daß die offiziöse „La Dacion" als Echo einen Artikel dazu veröffentlicht, der oft von Primo de Rivera selbst geschrieben ist, aber diese Roten und Artikel klingen meistens weltfremd, insofern sie die realen Verhältnisse außer acht lassen und nur dem spanischen Standpunkt Rechnung tragen, oder richtiger, indem sie die Auffassung der Tlltatur als allein objektive Wahrheit gelten lassen. Daß aber sehr gewichtige und an sich nicht diktaturfeindliche Kreise eine Aenderung des politischen Kurses wünschen, beweist die Tatsache, dah die spanischen Finanz- und Wirtschaftskreise gleich nach dem Zusammenbruch des Putsches eine Entschließung ausarbeiteten, in der sie ausführen, daß es notwendig sei, um ernste Storungen in der geschäftlichen Tätigkeit und in der Währung zu vermeiden, die politische Lage zu normalisieren, d. h. die unbegrenzte Diktatur durch eine gesetzlich festgelegte Verfassung zu ergänzen, die aber nicht dem Parlamentarismus entlehnt zu fein brauche. Denn trotz seiner Bemühungen und trotz seiner sonstigen Verdienste ist es Primo de Rivera nicht gelungen, aus Spanien einen sich selbst genügenden Wirtschaftsstaat zu machen. Um der einhermischen Industrie zu einer Dlüteperiode au verhelfen, sah sich der Diktator gezwungen, das Land mit einer fast prohibttiven Schuh - zollmauer zu umgeben, die allmählich zu einer Teuerung führte, die für die weniger begüterten Klassen um so empfindlicher wird, weil die Löhne und die Verdienstmöglichkerten mit ihr keinen Schritt halten. Die Währung, die Peseta (eine Peseta Gold gleich 80 Pf. Gold) hatte sich zwar der Goldwährung wieder genähert und hatte einen fast stabilen Wert von zirka 70 Pfennig. Dach dem 'Putsch ist sie auf zirka 65 Pfennig gefallen. Die Warnrufe der Handels- und Wirtschaftskreise können auf die Dauer nicht unbeachtet bleiben. Cs liegt gewiß vorläufig kein Grund für eine Alarmstimmung vor, nur darf die Wirtschaft nicht unter der Prestige- und Großmachtpolitik, die Primo de Rivera verfolgt, zu kurz kommen. Primo de Rivera ist Militär von Beruf und seiner Erziehung nach, er ist ein feuriger Patriot, aber die wirtschaftlichen Zusammenhänge des Weltgeschehens dürften für ihn unübersichtlich fein. Sein Wille und fein Einfluß in allen Regirrungsgescl ästen sind aber derart überragend, dah er allein im Grunde die Regierung ist. Primo de Rivera kann über die ganze Fülle der Staatsmittel nach bestem Wissen und Gewissen verfügen, auch seine erbittertsten Feinde wagen es nicht, ihm Unredlichkeit in der Verwaltung vorzuwerfen, aber ob die Ausgaben immer produktiv sind, mühte erst durch Sachverständige festgestellt werden. Die Schöpfung der „Accion social Agraria", durch die die gewaltigen Latifundien der Granden und des hohen Klerus, die zum Teil den Stierzüchtcreien dienten, parzelliert und gegen einen auf 20 Jahre verteilten Kausschilling in die Hände der Pächter zu rationellerer Bewirtschaftung übergeleitet werden sollten, hat Primo de Rivera in den Kreisen dieser Großgrunobesiher neue W idersacher ge- schaffeM Diese Opposition würde natürlich vor Extremen zurückschrecken, sie bleibt aber für die Weiterentwickelung der D.kt^tur tioi B deutung. Primo de Rivera will e.n einiges großes Spanien von überragender Weltbedeutung schaffen, ihm mag der Traum des Weltreiches Philipps II. vorschweben, in dem die Sonne nicht unterging. Deshalb ist auch das Hauptaugenmerk seiner Auhenpolittk auf eine möglichst feste Verkittung mit den flügge gewordenen Tochterländern Südamerikas gerichtet. In Reg.erungsnoten, in Deden und in pathetischen Arttkeln wird immer und immer wieder die Zusammengehörigkeit der ibero-aincrikanischen Länder betont. Es ist nicht zu leugnen, daß sehr viel in dieser Richtung ge- Oer moderne Strafvollzug. Seit geraumer Zeit, vielleicht angeregt durch besondere Erzeugnisse der jüngsten Literatur mit besonders humanitärer Tendenz, vielleicht umgekehrt gefördert durch die im Prozeß der Strafanstalt Sonnenburg zutage geförberten merkwürdigen Verhältnisse, steht das Problem des Strafvollzugs einigermaßen im Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. Der Reichstag hat sich damit befaßt und der Hauptausschuh deS Preußischen Landtags hat vor wenigen Tagen eine ausführliche Diskussion darüber durchgesührt. Was man dabei so an zahlenmäßigen Angaben erfuhr, ist nicht übermäßig sensationell: dah im Jahre 1923 noch 38 Promille aller Gefangenen entwichen sind, 1928 aber „nur noch" 1,06 Pro- mitte, daß die (Befangenenarbeit stellrnweis-r daS derhä'tnisrnäh g anständige „Einkommen" von 1,50 Mk. im Tage erbringe, und dah in Preußen im letzten Jahr eine Million Mark mehr durch Gesangenenarbeit verdient worden f>i, trotzdem die Zahl der Gefangenen rückgängig war. Aber was man im Ganzen aus all diesen öffentlichen Erörterungen entnehmen kann, ist eine sehr ein- schneiteide Wandlung der Einstellung zum Gefangenen überhaupt. Man regt sich darüber auf, dah nutzt ein gewisses Minimum an Komfort und Hygiene in den Gefängnissen und Zuchthäusern vorhanden sei, dah auch berechtigte oder vermeintlich berechtig le Wünsch: und Bedürfnisse der (Begangenen nicht immer berücksichtigt werken könnten, und dah die langjährige Einschließung eine Reihe von gewiß bedauerlichen Folgeerscheinungen auf dem sexuellen Gebiet Hervorrufe. Aber man übersieht bei all diesen Plädoyers für die Anwendung des Höchstmaßes von Humanität gegenüber den Strafgefangenen, dah schließlich die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe nicht nur d i e Folge eines vorher begangenen Verbrechens, sondern auch eine gewollte und bewußte Bestrafung darstellt. Mit kein bloßen Schutzprinzip, das die Gefangenschaft als ein Mittel zur Verhütung weiterer Verbrechen, also als einen Schuh der Ge'ellschaft vor Verbrechern ansieht, kommt man schon deshalb nicht durch, weil man ja die Freiheitsstrafen zeitlich befristet, also nach einigen Monaten oder Jahren diesen angeblich bezweckten Schuh der Gesellschaft selbst wieder a u f h e b t, indem man den Bestraften die Be- wegungs- und Handlungsfreiheit zurückgibt. Deshalb muh und soll — wenigstens nach der bis jetzt geltenden Dechtsauffassung — die Freiheitsstrafe zugleich eine Erziehun gs- und Ab- schreckungswirkung haben. In be?ug auf die erstere sind viele Sachkenner sehr skeptisch: aber die letztere wird offenbar nicht dadurch gefördert, daß man die Strafgefangenschaft nach Möglichkeit aller Unannehmlichkeiten und schmerzlichen Folgen für den Bestraften entkleidet. Gewiß sollte bei der Strafbemessung eine individuellere Rücksichtnahme auf die durchaus relative Schwe.e der Bestrafung genommen werden: für den kultivierten, seelisch und physisch ernp- sindlichen Menschen ist oft ein Monat Freiheitsstrafe härter als für den primitiven, vielleicht aus notdürftigsten Lebensverhältnisfen kommenden. Aber mit einer Uebertretbung des Humanitätsprinzips und mit dem Argument, dah auch unschuldige Familienangehörige von den Folgen der Freiheitsstrafe eines Familienoberhaupts oft außerordentlich hart getroffen werden, schafft man ein Problem nicht aus der Welt, für dessen Beurteilung doch der Gesichtspunkt desGe- samtwohls, des Schutzes von Leben und Eigentum der Staatsbürger, notwendig voran- stehen muh. Es gilt also auch hier, vernünftig Maß zu halten und sich nicht von einer einseitigen und falschen Sentimentalität zu Neuerungen hinreißen zu lassen, die das Los des Sträflings erleichtern, das Schicksal der B o l k s - Gesamtheit aber in erheblich größerem Maße bedrohen fönnten. Stimme zwischen Traum und Tag Don Anton Schnack. 3m Traum befinde ich mich in einem Wald, den ich vor vielen Jahren in einer Landschaft des Tessin durchschritten habe. Ich fühle — ohne es zu sehen —. daß ein Bach von gewundenem Laus und starkem Blau an der Waldgrenze hinsließt. Wie so oft im Traume beleben sich die Bäume, sie sehen mich mit Menschengesichtern an und sie flüstern mit leiser Stimme mir seltsame Worte zu. Ich erkenne, daß cs Männer und Frauen in Gestalt von Bäumen sind. Cs gelingt mir nicht, mich ihrer Damen zu erinnern, noch einen nach dem anderen klar und deutlich zu erkennen. Ich möchte ihnen gestehen, dah es mir nicht gelingt, mich ihrer Damen zu erinnern, aber meine Lippen bleiben fest geschlossen. Unter den Bäumen ist ein hoher und stolzer Pappelmann, aus dessen Rauschen seiner Blätter und Zweige ich die Stimme höre: .Es ist spät." Tiber ist das, was diese Traumstlinme zu mir sprach, vielleicht ter blaue, schäumende Dach, der an der Grenze des Waldes hinläuft oder ift es gar mein eigenes Herz? — Oh seltsame Stimme, voll süßem Schauder und von gewaltiger Eindringlichkeit, was will _ dein schmerzliches und mahnendes: „Es ist spät?" Der Wald verdüntelte sich und verschwand aus dem Traumbild: ich stieg in eine Grube hinunter, die sich plötzlich vor mir auftat und fortfuhr, sich immer mehr zu vertiefen, je weiter ich in sie hinunterstiez, um mich plötzlich in einer trüben und lautlosen Tiefe zu verschlingen. In ihrem untersten Grund erwache ich. Mit großer Mühe und mir kaum gewahr, steigt in mir wieder das Bewußtsein des Lebens auf. Aber noch kann ich mich nicht bewegen: ich bin ein Ertrinkender, den jemand aus dem Wasser eines Flus.es gezogen hat, um ihn noch zur rechten Zeit vor dem Tode zu bewahren, aber der noch leblos in Schlasbefangenheit daliegt. Wenn ich versuche die Augen zu öffnen, muß ich fie sofort wieder schließen, da sie mich schmerzen. Aber beim schnellen und blitzartigen Ausschlag der Augenlider sah ich hinter den Fensterscheiben schwarze Fichtenwipfel in einen rosa Morgen- Himmel stechen. Ich höre ein Zwitschern, ein melodisches zartes Trillern: eS quillt ouS dem Kehlchen einer Grasmücke, die einsam auf einer Pinie fitzt. Schlaf und Traum umfangen mich noch: der seltsame Traumwald mit den Papeln und Erlen voll Menschengesichtern vermischt sich mit den Bäumen, die vor meinem Fenster wachsen und in das sanfte und ferne Trillern der Grasmücke bricht die. schmerzliche und mahnende Traumstimme: „Cs ist spät". Zwischen oberem und unterem Bewußtsein liegend, fühle ich das Singen des morgendlichen Bogels, den zuckenden feurigen Hiinmei. die Bäume des Traumes und die Bäume des Gartens, Luft, Wasser und die abgrundtiefe Stimme als einen Teil meines Seins und meines Lebens. Dach und nach — ist es nur eine Minute, sind cs zehn Minuten, oder ist es schon eine halbe Stunde? — kehrt das vollkommene Bewußtsein des Ichs zurück. Ich habe sicher eine innere Darstellung vom Dasein bis jetzt gehabt, aber im Laufe der Jahre hat mein Erkenntnisvermögen abgenommen bis gestern. Mein verflutetes Geben lastet schwer auf meinem Herzen und ich fühle es wie Blei und Steingewicht auf mir, der ich in einem unerbittlichen Zwang der Eindrücke und Handlungen dahinlebte. Dies ballte sich in dem einen Traumgesicht zusammen: die Hoffnungslosigkeit nämlich, Irrtümer, Schmerzen, Glbenteuer. Spielereien, Freuden und Kämpfe zu einem einzigen Zusammenklang zu bringen. In ihm steht mir noch einmal der lange und der vergebliche Lauf der Jahre zur Gegenwart auf. Bei dieser trüben Lebensüberschau erinnere ich mich auch scharf der vielen Visionen, die ich hatte und die ich noch haben werde: deshalb wechselt jeden Tag mein Gesicht, das die Farbe verlor, von Falten und Krähenfüßen wurden Stirne und Mundwinkel durchfurcht und so erscheint mir oft das Sonderbare, daß der, der ich bin, auch ein anderer ist, der ich eigentlich nicht bin. Hinter den geschlossenen Lidern betrachte und besehe ich mich mit einer Klarheit, die ich nicht haben werde, wenn ich am Tage Sklave der gewohnten Handlungen und Meinungen sein werde. Einmal schickte ich mich an, die Dinge zu vollenden, die ich mir gestern für heute bestimmt hatte, um der Disziplin zu gehorchen,der ich unterworfen bin; und dann unterhalte ich mich mit meiner Fa- Imilie und meinen Freunden, gehe und komme, zerstreue mich und ruhe mich aus, um bann wieder mit größter Kraft den Schritt des Zwanges einzuhallen, aber ich war nicht mehr derselbe, als der ich mich plötzlich fühlle. Zweifelsohne ist die seelische Substanz, die jetzt in mir die Oberhand gewinnt, ursprünglicher, reicher und ruhiger: Unruhe, Borwürfe und Bekümmernis haben sich besänftigt. Manchmal bin ich wie ein wildes Tier, gefangen hinter den Stäben eines Käfigs, der sich nicht mehr öffnet, sestgehalten von ewigem Alleinsein und nur ab und zu Nahrung erhaltend, gerade genug, um das Leben fortzufristen. Es ist schrecklich. In solchen Augenblicken dunklen Uebergange«, in dem die Zusammenhänge mit den wirklichen Linien des Daseins schwinden, können Seele, Geist und Willenskraft jederzeit Beute des Uebersinnlichen werden. An einem anderen Tage stehst du auf mit dem Willen, sehr beschäftigt zu sein. Alles ist vorbereitet, und mit Methode festgesetzt. Wehe, wenn die Methode mangelt! Ohne Methode wirst du in das Chao- tifdje stürzen, deine Kenntnisse werden zerflattern, deine sittliche Pflicht wird nicht erfüllt und deine Aufgaben werden nicht vollendet, die Gott der Kreatur zugewiesen hat. Aber auch fie bringt dir keine Linderung. Dorwände werden sich in dich einschleichen. Täuschungen werden auf dich lauern, und die Wahrheit nimmt das Gesicht einer Betrügerin an. Bedenke bei allem, wieviel Zeit verflossen ist, seitdem man dich geboren hat: viele Dinge haben Abcn- teueraugen, aber nicht diese; manche Seite hast du geschrieben, aber nicht jene; manche Erfahrung hast du gemacht, aber nicht jene; manches hast du enthüllt ober enthüllte sich dir, aber nicht jenes. Ach, das Leben ist so kurz, und die Hälfte von ihm verbringt man mit tausend und aber tausend Uebertrei- bungen, Schmeicheleien, Lügen und Selbsttäuschun- aen, die es in kleine Stückchen zerreißen und auf- fressen. Trotz allem wird es notwendig sein, das Leben als Geschenk zu betrachten, wenn fie dir es auch heruntersetzen und dich zwingen, es ans Nutzlose zu verlieren; bejahe es gegen alle und rette dir die dunkle Frage, warum du auf die Welt gekommen bist, mit einer positiven Antwort... r> Ach, ich kann diesen Gedaickentrieb nicht zur Klarheit formen. Ich erleide das allmähliche Eindringen der Zersetzung, wie Wasser in einen porösen Stoff eindringt, der nicht imprägniert ist und sich aufbauscht, schwerer wird und dem Zerfall zuneigt... Rücklings, unbeweglich und laum bemerkbar hebe ich den Kopf von dem Kiffen und die Hände von der Bettdecke. fchehen ist. Die Ibero-amerikanifchc Ausstellung, die fast gleichzeitig mit der Welta usstellung in Barcelona vom König in Sevilla eröffnet werden wird, gibt dafür ein beredtes Zeugnis ab. Aber auch ine Bedeutung dieser Ausstellung liegt mehr in. der Linie der spanischen Prestigepolitik, als daß man weitreichende praktische Folgen von ihr erwarten dürfte. Diese immer deutlicher betonte Prestigevolitik treibt Spanien auch, trotz des ehrlichsten Friedens- wlllens, zu sehr bedeutenden und kostspieligen Rüstungen. Da entsteht z. D. die Scefestung in El Ferrol am Atlantischen Ozean. AuchMahon auf den Balearen und Earthagena werden vergrößert und zu gewaltigen Marinebasen aus- gebaut. Sie erhalten ein Fassungsvermögen, das um ein Fünffaches größer ist, als cs für die spanische Flotte allein notwendig wäre. Forts und Molen werden angelegt, die für den heutigen Stand der Kriegstechnik uneinnehmbar sind. England liefert ihnen die modernsten Riesenkanonen. Auch die Marine wird vergrößert. Unterseeboote werden gebaut und neue schnelle Kreuzer eines besonderen Typs eingestellt. Dar neue Marineminister, Admiral Garcia delos Reyes, hat vor seiner Ernennung die Under- seebootsbasis befehligt und hat während des Welttrieges in Italien die Marinetechnik studiert. Diese an sich unproduktiven Ausgaben für die Riesenrüstungen belasten schwer das Budget, und hinsichtlich der allgemeinen Friedenspolittk und Spaniens gesicherten Lage fordern sie die Krittk vieler heraus. Aber jede auch begründete Kritik muh schwelgen, denn die Kritik würde als Baterlandsfemdschaft ausgelegt werden. Die spanische Tittatur gewinnt allmählich die Selbstsicherheit des iatalienischen Faszismus, aber ihr fehlte bisher dieselbe zündende Idee. Sollte es Primo de Rivera gelingen, ferner Prestigo- polittk Fundamente zu geben, die den gegebenen Wirklichkeiten entsprechen, so wird die Weiterentwickelung des Diktaturregimes Spanien wie bisher zum Segen gereichen, aber Hebert reibun- gen können leicht in eine Sackgasse führen. Cs ist jetzt die ernste Aufgabe Primo de Riveras, seinen guten Willen mit dem Können und Vermögen seines Landes in Einklang zu bringen. Abschluß der Etatsberatung im Finanzausschuß. WHP. Darmstadt. 22. Febr. 2m Finanzausschuß wurde zum Kapitel 88 (Rechtsauskunftsstellen) aus dem Etat des Wirtschaftsministeriums der sozialdemokratische Antrag, den Kredit (seither 25 000 Mk.) auf 10 000 Mark zu reduzieren und die Verteilung nach dem Schlüssel des Jahres 1927 vorzunehmen, das heißt unter Ausschluß der Korporationen. die im Rechnungsjahr 1928 neu bedacht worden sind, gegen drei Stimmen abgelebt und mit 8 gegen 4 Stimmen ein Antrag Haury (D. Dp.) angenommen, wonach der gesamte Betrag gestrichen werden soll. Zu einem kommunistischen Antrag, der die Ueberzeitarbeit in den staatlichen Betrieben bekämpft, erklärt sich die Regierung bereit, soweit als möglich die jetzt in Überstunden geleistete Arbeit durch Arbeitslose ausführen zu lassen. In allen Fällen werde daS nicht möglich fein, so z. B. nicht bei Krankenhäusern, wo nur geschultes Personal verwendungsfähig sei. Im allgemeinen werde jedoch die Ueberstundenarbeit möglichst eingeschränkt werden. Dann wurden die Kapitel des Finanzministeriums beraten Kap. 108, 109, 110 werden genehmigt. Eine längere Aussprache entspinnt sich bet Kap. 111 (La ndesvermessungswe- s e n). Ein Regierungsvertreter erklärte, — und die Mehrheit des Ausschusses stimmte ihm dabei zu —, daß die hessischen Vermessungsgebühren sich im Rahmen der allgemeinen Geldentwertung nicht übermäßig erhöht hätten und durchaus mit denen der Dachbarländer vergleichbar seien. Das Kapitel selbst wurde gegen zwei Stimmen ge* Aber da regt sich jemand. Eifrigen Lärm machen die Mägde beim Aufräumen der Zimmer, ein Kinderlachen weht herein, Hundebetten bringt durch das Fenster, leise scharrt eine Harke auf dem Kiesweg des Gartens. Das Deh der gewohnten Dinge umklammert mich wieder mit seinen Fäden, von der Sonne beleuchtet wie ein Spinnengewebe, das vom Tau benäht glänzt. Zwischen dem Laub schimmert die Morgenröte: oh Sonne des Aufgangs, Mutier, der alle gehorchen, göttliche Täuscherin, die uns einen guten Arbeitstag und Dützen verspricht? Tage sind dahingegangen, voll von verschwenderischen Kräften und wesentlichen Errungenschaften, ohne mich im Grunde zu berühren oder zu verklären. Denn immer stürzt am Abend die Müdigkeit übet mich, die mich in den Schlaf sinken läßt und mir die Vorahnung des Todes gibt. Und immer wieder im Augenblick des Erwachens, im dämmernden Grunde des aufglim- menden Bewußtseins spricht mich die Stimme des geopferten Ledens an, die Stimme ungetanen Seins, das ich fürchte und das mich immerwährend mahnt, das mich ansieht ohne Augen und mich angreift ohne Arme und mir mit ungeheurer Kraft ohne Mund entgegenruft: „Es ist spät! — Wann ist meine Stunde? — Wann komme i ch daran?"... * So wird das fein, quälend, rufend, lockend und nutzlos bis zum Ende... Hochschulnachrichten. Der Ordinarius für öffentliches Recht, Prof. Dr. Ludwig Waldeck er in Königsberg, hat den Ruf an die Universität Breslau angenommen. — Es sind ernannt worden: der o. Professor Dr. Franz B e h e r l e in Basel zum ordentlichen Professor für deutsches bürgerliches Recht und Handelsrecht an der Universität Greifswald als Dachfolger von Prof. W. Schönfeld, der a.-o. Professor Dr. mcd. Karl Reuter in Hambu r g zum ordentlichen Professor der ge» rich'Xichen Medizin an der Universität Breslau, und der o. Professor Dr. Johannes Wei- gelt in Greifswald zum ordent ichen Professor der Geologie an der Universität Halle als Dachfolger der Geh. Rats Ioh. Walther. billigt Kapitel 112, 112 a, 113 ttn» 114 fanden Annahme. Bei Kapitel 115 (Kraft- und jFlugverkehrsgesellscha ten) brachte die Mehrheit ocs Ausschuss zum 'jluätrud, daß eS für die Zukunft unmöglich fein werde, staatliche Zufchüffe an Unternehmen zu zahlen, die sich nicht selbst rentierten. Auch die "Regierung erklärte, dah für die Zukunft Subventionen an Flugverkehrsgesellschaften nicht mehr in Frage kommen könnten. Ein kommunistischer Antrag, die Etaatszuschüsse an die Flugverkehrs- gesellschasten zu streichen, wird jedoch auf Antrag der Regierung diesmal noch -urückgewresen. Das Kapitel selbst wird dann genehmigt, ebenso die restlichen Kapitel des Finanzministeriums 116. 117 und 118. Angenommen wird auch das zurück- aestellte Kapitel 33 (Polizei). Der Ausschuß bil- Ngte dann noch die allgemeinen Uebergangsbe- stimmungen und das Finanzgesetz für das Rechnungsjahr 1929/30. Oberhessen. Landkreis Gießen. * Heuchelheim, 23. Febr. Die hiesige Freie Turnerfchast bereitet gegenwärtig mit großem Eifer die Feier ihres 25jährigen Bestehens vor. die vom 29. Juni bis l.Juli begangen werden soll. Die Veranstaltung wird etwa 500 bis 600 Wetturner nach unserem Orte führen; sie findet auf dem bekannten Sportplatz, der noch erweitert wird, statt. Alle Gesangvereine unseres Ortes werden das Turnfest durch die Ausführung eines Massenchors, sowie durch Einzelchöre verschönern. In der Einwohnerschaft findet der Iubiläumsverein bei seinen Arbeiten für dos Turnfest weitgehende Unter- ’Titciß a. d. Lda.. 23. Febr. Die Eheleute Johann Heinrich Kehr und Anna Margareta, geb. Grau, feierten heute in körperlicher und geistiger Frische ihre goldene Hochzeit. Der Ehemann ist 79, die Ehefrau 78 Jahre alt. Rach der kirchlichen Einsegnung, die im Hause ab- aehalten wurde, überreichte der Geistliche im Ramen des Landeökirchenamtes und des hiesigen Kirchenvorstandes G.ückwunschschre^en, die der Gemeinde, des Krei.amteS und des Ministeriums, letztere mit einer Geldgabe verbunden, .überbrachte in Stellvertretung des Bürgermeisters der Bei- geordnete; das Schreiben des Reichspräsldenten traf mit dec Post ein. Der Ehemann war über 50 Jahre auf dec Main-Weser-Hütte zu Lollar als Arbeiter beschäftigt. 0 Allertshausen, 24. Febr. Der anhaltend schwere Frost hat sich auch in unserer Ge- meinte in recht unangenehmer Weise ausgewirkt. Das Eis hat die Wasserpumpe in unserer Pumpstation aufgesprengt, so daß unser Dorf schon beinah« acht Tage ohne Wasser ist. Infolgedessen sind die Einwohner genötigt, das Wasser für den Haushalt mittels Eimern und kleinen Fässern an einer etwa 20 Minuten mi- fern ten Quelle zu holen, eine Arbrit. die B-4 dieser Kälte gerade nicht angenehm ist. Das Wasser für das Vieh wird einem benachbarten Teich entnommen. Da für die Haltbarkeit der alten Pumpe nach dem Schweißen von der Firma keine Garantie übernommen wurde, mußte die Gemeinde sich zum Kauf einer neuen Pumpe entschließen. D.s zum Eintreffen und Jnstandsetzen der Pumpe werden noch Tage vergehen. ft. Stockhausen. 24. Febr. Dieser Tage wurde unter großer Beteiligung unser langjähriger Gemeinderechner Heinrich Knöß zur letzten Ruhe bestattet. Der Geistliche schilderte dm Dahingegangenen als treuen, aufrichtigen Menschen. Bürgermeister Jochim widmete dem Der- ewigten, mit dem er immer im besten Einvernehmen gestanden hat, einen ehrenden Rach ruf und legte zum Zeichen äußerer Anerkennungg einen Kranz im Auftrag der Gemeinde nieder. Der Kriegerverein und der Gesangverein „Liederkranz" Stockhausen gaben ihrem Kameraden und Sangesbruder das letzte Geleit. Der Gesangverein fang zwei Trauerchöre auf dem Friedhof und ließ durch seinen ersten Dorsihenden Kart Hartmann einen Kranz niederlegen. Im Auftrage des Kriegervereins fand Beigeordneter Otto Carle ehrende Worte und legte für diesen Verein einen Kranz nieder. # Sj u n g e n , 23. Febr. In diesen lagen konnte Wilh. Frutig II., dahier, auf feine 50jährige Tätigkeit als Schuhmachermeister zurückblicken. Von der hessischen Handwerkskammer in Darmstadt wurde ihm aus diesem Anlaß ein in Vierfarbendruck ausgeführter Ehrenmeisterbrief verliehen. Der Jubilar ist geistig noch sehr rüstig und körperlich so wohlauf, daß er noch täglich seinem ihm liebgewordenen Berufe nachgehen kann. Der Mann steht im 78. Lebensjahre. s. Trais-Horloff, 24. Febr. Ein schwerer U n g l ü ck s f a l l ereignete sich am Freitag im Betriebe des hiesigen Schwelwerkes. Der Ar- beiter Müller aus dem benachbarten Langd war auf den Kohlenhalden beschäftigt, wohin die geförderte Kohle mittels Talbotwagen verbracht wird. Dabei wurde er von einem sog. Heinzelmann, einer maschinellen Vorrichtung, die die geförderte Kohle auf ein Transportband schafft, erfaßt und erlitt eine schwere Quetschung des Beckens. Er wurde sofort in die Klinik nach Gießen verbracht, wo er inzwischen seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Der Verunglückte, dessen beide Brüder gleichfalls hier bei der Gewerkschaft „Friedrich" beschäftigt sind, war noch ledig. F Obbornhofen, 24. Febr. Wie seinerzeit berichtet, weist unser Dorf eine große Zahl alter Einwohner auf. Ter Tod hat nun in den letzten Wochen unter ihnen reiche Ernte gehalten. Rachdem im Vormonat der älteste Einwohner im Alter von nahezu 103 Jahren zu Grabe getragen wurde, sind in der verflossenen Woche allein drei Alte den Weg alles Irdischen gegangen, darunter auch der zweitälteste Einwohner, der Ortsbürger Heinrich Kammer. Er erreichte ein Alter von rund 91i/2 Jahren. # Langd , 22. Febr. Der hiesige Krieger- verein hat das Dezirksfest deS H a s s i a b e - zirkes Hungen übernommen, das am 7. Juli gefeiert wird. Schon jetzt werden die nötigen Vorbereitungen getroffen. Don den Frauen und Jungfrauen wird eine Fahnenschleife gestiftet, die bereits in Auftrag gegeben ist. — Auch hier hat der anhaltende strenge Frost schwere Schäden angerichtet. Die Wasserleitung ist mehrfach eingefroren, die Kälte ist sogar bis In die Keller gedrungen, wo teilweise die Dickwurzel- und Kartosfelvorräte dem Frost zum Opfer gefallen sind. Schon seit dem starken Einsetzen des Frostes sind die Holzhauerarbeiten sowohl im Staats-, als auch im Gemeindewald eingestellt worden, da ein Roden der Bäume unmöglich ist und die geworsenen Stämme im älnterholz der Hegen großen Schaden anrichten. Aus aller Wett. MauNorbzwavg für Affen? (r) Amsterdam. Eine mehr als sonderbare Geschichte meldet da- „Soerabaja Handelsblad" in Riederländisch-Ost- indien. Diele Eingeborene, aber auch Europäer, halten sich dort kleinere und mittelgroße Assen als Haustiere — das Einsangen und gewiß nicht immer ungefährliche Halten des Orang-ältangS ist vor kurzem erst durch eine Derordnung der Kolonialbehörde verboten worden. Der Kontrollbeamte B. nun. der in Bandjermasin wohnt und seine Affen in den Hofräumen frei umherlaufen läßt, wurde kürzlich von einem dieser Tiere, als er sich in ein Dorratsgcbäude begeben wollte, unversehens von hinten überfallen und in den Racken gebissen. Wenige Stunden darauf war das Tier, mit Schaum am Maul und verdrehten Augen, krepiert, so daß man den Verdacht der Tollwut faßte und den Gebissenen so schnell tote möglich nach Bandveng ins Hospital brachte, damit er eine Pasteursche Impfung erhalten konnte. In demselben Hospital wurde auch der Kadaver des Affen untersucht. Man öffnete den Schädel, untersuchte das Hirn und fand den Tollwutverdacht bestätigt. Daraufhin nahm sich sofort die Behörde der Angelegenheit an und befahl in dem ganzen Distrikt eine gründliche Raz ia auf ämtliche frei umherlaufenden .Hausaffen", deren Besitzern unter Androhung von strenger Bestra- ung eingeschärft wurde, die Tiere einzusperren oder anzuketten. Die Behörde wlll, wie das „Soerabaja Handelsblad" meldet, sogar noch weiter gehen und den Maulkorbzwang für die Affen einführen. Allerdings müssen nach An- icht des Blattes diese Maulkörbe erst noch kon- truiert werden. „Missouri Meerschaum." (aga) Reuyork. Eine gute Idee, ein origineller Einfall, richtig ausgewertet, bringt den Menschen rascher vorwärts als aller Fleiß, alle Strebsamkeit, alle- Sparen . . . In Oalland, gegenüber San Franzisko im Staate Kalifornien, ist dieser Tage Anton A. T i b b e zu Grabe getragen worden, den ein glücklicher Einfall zum Millionär gemacht hat. Sollte der Leser nicht wissen, was .Missouri Meerschaum" ist, so sei er daran erinnert, daß er sicher schon mal irgendwann und wo die Karikatur eines bocksbärtigen, hakennasigen ame- — Die Grippe tritt hier sehr stark auf. Es gibt fast kein Haus, in dem sie nicht zu finden ist. Zum Glück ist der Krankheitsverlauf nicht bösartig. — Die hiesige Volksschule, die durch den letzten Abbau einklassig wurde, weist in den nächsten Jahren steigende Schäle r z a h l e n auf, so daß die Wiedererricht'mg der zweiten Stelle, die durch Eingaben an die zuständigen Stellen seitens des Orts- und Schulvorstandes mehrfach gefordert wurde, el.te zwingende Rotwendigkeit wird. Die Klassenstärke beträgt in zwei Jahren 83 K'nder, die sich auf acht Jahrgänge verteilen. Daß bei solch hohem Klassenstand ein gedeihlicher ilntcrridjt und eine individuelle Behandlung der Kinder nich durchführbar ist, leuchtet ohne weiteres ein. i. .ic&en hat der Lehrer noch eine gemischte Knaben- und Mädchenfortbildungsschulklasse von 25 Schülern zu unterrichten. Kreis Friedberg. * WER Friedberg, 23. Utarp. Rach einer Mitteilung der Stadtverwaltung haben sich um die neuzubesetzende Stelle eines Chefarztes des hiesigen Krankenhauses zirka 7 0 Herren gemeldet. Die Kommission wird in ihrer nächsten Sitzung die Entscheidung über den neuen Leiter treffen. • Friedberg, 22. Febr. Anerkannte Verdienste um die heimatgeschichtliche Forschung hat die Wetterauer Museumsgesellschaft. die im Jahre 1921 begründet wurde und seit dieser Zeit sich günstig weiterentwickelt hat. Das hiesige Museum und das städtische Archiv, die über den lokalen Rahmen hinaus wertvolle heimatkundliche Forschungsstätten geworden sind, haben der Museumsgesellschaft zahlreiche seltene und wertvolle Reuanschaffun- gen zu danken. Bei der gestrigen Hauptversammlung konnte der Vorsitzende der Gesell- fchast, Bürgermeister Dr. Seyd, einen in jeder Hinsicht befriedigenden Geschäftsbericht erstatten. Die Gesellschaft zählt 120 Mitglieder und ihr Fortbestand ist finanziell in erster Linie durch die korporative Mitgliedschaft von Stadt und Kreis Friedberg gesichert. Das Wetterauer Museum kann seit seiner Gründung die erfreuliche Zahl von 35 000 Besuchern aufweisen. Besondere Verdienste hat sich die Mufeumsleitung durch die wiederholte Einrichtung von Museumskursen erworben, die der Einführung der Lehrerschaft des Kreises in die Bestände des Museums galten und zur Folge hatten, daß die Schulen immer mehr die wertvollen Sammlungen in den Dienst deS heimatkundlichen älnterrichts stellten. Dank für die segensreiche Arbeit der Museumsgesellschaft gebührt, wie Bürgermeister Dr. Seyd ausführte, vor allem der uneigennützigen Tätigkeit von Prof. Dr. Blecher und Prof. Dreher. Rach dem geschäftlichen Teil der Versammlung lieh Prof. Dreher in einem ausgezeichneten Dortrag einen Blick in die Zeit der Herenprozefse tun, die auch in der Wetterau nicht feiten waren. An Hand von Archivakten schilderte der Redner den Derlauf eines solchen Prozesses, der mit Verbrennung der Angeklagten endete. 4 Bad-Rauheim, 25. Febr. Ein seltenes Jubiläum im Dlenste der Allgemeinheit können morgen die Beigeordneten Rvtar Stahl und Oberbademeister Kissel begehen. Es sind nämlich 25 Jahre, daß sie ununterbrochen im Vorstand des hiesigen Derkehrsvereins tätig sind, ersterer als Vorsitzender, letzterer als Rechner. Die beiden Jubilar«, die sich auch auf anderen Gebieten in hervorragender Weise gemeinnützig betätigt haben und heute noch betätigen, haben in dieser langen Ze.t außerordentlich viel zur Förderung des Foemdanverkehrs getan. Stadt und Bad haben ihnen sehr vieles zu danken. Der Derkehrsverein kann mit Befriedigung auf die Arbeit zurückblicken, die er unter der umsichtigen Führung der Jubllare geleistet hat. Es seien nur einige Zahlen genannt Allein an Werbeschriften wurden in den 25 Jahren herausgegeben 70 000 kleine und große Alben von Bad-Rauheim, 330 000 deutsche Fremdenführer von Bad-Rauheim, ferner 25000 in eng- rikonischen Farmer- gesehen hat, mit einer auS einem Maiskolben gefertigten Pfeife im QBunbe. Dieser „Corn Cob"-Pfeife hat der amerikanische Dolkswitz den Damen „Missouri Meerschaum" beigelegt Sie wird nicht nur hierzulande alljährlich in ungeheuren Mengen verbraucht, sondern eS wandern auch Jahr für Jahr mehrere Millionen Stück europawärts. TibbeS Daker Heinrich, ein deurscher Holzarbeiter, in Washington im Staate Missouri ansässig, wurde eines Tages — eS war vor ellichen fünfzig Jahren — von einem Rachbarn ersucht, ihm den getrockneten Stengel eines entfernten Maiskolbens auf seiner Drehbank auszubohren, er wolle sich ein Pfeifchen daraus machen. Der ältere Tibbe erkannte den Wert dieser Rovikät, holte sich bei seinen Rachbarn ein paar Säcke Maisrispen, die sonst inS Feuer gewandert wären, stellte daraus Pfeifen her, die er mit einem Stiel aus hartem Schilfrohr versah und begann damit einen Keinen Handel. Aber seinem Sohn blieb es Vorbehalten, das Geschäft zu einem Großbetrieb zu machen: er stellte sich einen un- verbrennlichen Gips zusammen, mit dem er die sonst rasch ausbrennenden Pfeisen ausgoh. und mit der Zeit brachte er es dahin, dah die Besitzer von zwanzigtausend Ackern Landes in der Umgegcnb von Washington ausschließlich für ihn Mais anbauten. Wenn man bedenkt, daß ein Acker (ein Hektar ist rund 25 Acker) durchschnittlich 4000 Maiskolben hervorbringt, erhält man einen Begriff von der Beliebtheit, der sich diese überall im Lande um fünf Cents das Stück erhältlichen Pfeife erfreut. .Missouri Meerschaum" wird heute nicht nur in seinem Heimatsstaate, sondern allüberall im sogenannten Maisgürtel erzeugt. Das HandelS- amt in Washington D. C. hat kürzlich sich auch mit dieser Raucherutensil statistisch befaßt und hat ausfindig gemacht, daß der Staat Massachusetts die größte, Pennsylvanien die zweitgrößte und Reuyork die drittgrößte Menye verbrauchte. lieber zwei Millionen werden jährlich nach Europa ausgeführt. Tibbe kam übrigens später auf eine weitere gute Idee, er versah die Pfeifenstiele mit einem Mundstück aus Knochen, da das Schilfrohr-Ende den derben Zähnen der Farmer nicht den nötigen Widerstand entgegenzusetzen vermochte. Als Kuriosum sei erwähnt, daß Washington in Missouri, dem Geburtsort der Maiskolbenpscife. als zweiten Haupterwerb die Fabrikation von Zithern betreibt lischer, 12000 in russischer und 6030 in französischer Sprache. 3m Landes-Eisenbahn- rat setzt sich Rotar Stahl auch stets mit Rachdruck für die oberhessischen Eisenbahnwünsche ein, ferner arbeitet er Im erweiterten Vorstand des Derkehrsbundes Oberhessen und im Vorstands des Hessischen Derkehrsoundes Darmstadt in eifriger Weise mit bei der Förderung der ober- heffischen und gesamtheffischen Derkehrsbelange. Kreis Büdingen. # 91 i b b a , 24. Febr. Die Himmelsbachsche H o l z i n b u ft r i e sah sich gezwungen, in der ab- gelaufenen Woche die zweite Arbeitsschicht abzubauen und für einen Teil der Arbeiterschaft Kurzarbeit (3 Tage) einzuführen. Man rechnet auch mit Arbeiterentlassungen. Diese Maßnahme ist darauf zurückzuführen, baß infolge bes langen, strengen Winters in der Erteilung von Aufträgen für die kommende Bausaison größte Zurückhaltung herrscht Holzvorräte sind noch genügend vorhanden. — Grippe und Mumps greifen in der ganzen Umgebung stärker um sich. In manchen Schulen blieb fast fein Kind von der Mumps verschont. Es ist eine eigentümliche Erscheinung, daß auch sehr viele Erwachsene davon befallen werden. Bei ihnen tritt die Krankheit meistens heftiger auf als bei den Kindern, die nach 8 bis 10 Tagen wieder schulfähig sind. e Berstadt, 22. Febr. Der h e s s i s ch e L a n d- jugendbund ist rege am Werk, seine Anhänger neu zu organisieren. So wurden in der Wetterau in Gambach, Wohnbach, Echzell, Gettenau, Reichels- heim und in anderen Orten starke und lebendige Ortsgruppen neu gegründet und neu belebt Nachdem Mitte Februar Lehrer Henrich aus Friedberg in Berstadt bereits einen vorbereitenden Vortrag gehalten hatte, war für vorigen Mittwoch wieder eine Versammlung einberufen worden. In ihr legte Lehrer Henrich in längerer Rede die Stellung des Landjugendbundes im politischen Leben bar. Die heutigen politischen Parteien seien nicht in der Lage, die Probleme zu lösen, die ihnen gestellt werden, denn bei ihnen gehe zu häufig Eigennutz, d. h. Nutz und Frommen der Partei, vor Gemeinnutz, d. h. vor dem Wohl des Dolksganzen. Landbund und Ehristlich- 9lationale Bauernpartei seien hn Einrücken der Bauernorganisationen in die letzte Stellung der vorderen politischen Front Hinter dieser Front und in ihrem Schutze müsse die nationale Dolksbewe- fiung gepflegt und gefördert werden, die zum Dolks- taat führen werde. Die Dauernjugend, die im Land- jugenbbunb an dieser Bewegung mitarbeite, solle ihren Führern gegenüber nicht den Verdacht hegen, daß diese aus ihrer politischen Tätigkeit ein Geschäft machen würden. Die Führer des Land- jugenbbunbes feien von ber Ueberzeugung burch- brungen, bah bei einer Neuordnung der Dinge ber Bauernstanb nicht beshalb sich um feine berechtigten Forderungen betrogen sehen dürfe, weil er sich nicht rechtzeitig eine gesunde und starke Organisation geschaffen habe. Deshalb habe auch jeder Jungbauer und jeder Dorfbursche seinem Stande gegenüber die Pflicht, dem Canbjugenbbunb anzugehören. Im Landjugendbund solle in erster Linie praktische Arbeit geleistet werden. In einem weiteren Teil seines Vortrags zeigte ber Redner an einer Reihe von alten bäuerlichen Sprichwörtern und Bräuchen, eine wie umfassende urwüchsige und bodenständige Kraft im geistigen Leben des oberhessischen Bauernvolkes lebte und noch lebt, die man nicht vernachlässigen dürfe. Der Beifall bewies dem Redner, daß feine Worte auf fruchtbaren Boden gefallen waren. Im gleichen Sinne war eine Anzahl Unterschriften auf ber Liste ber neuen Ortsgruppe des Landjugend- bundes zu verstehen, die sich wohl in nächster Zeit noch erheblich vergrößern dürfte. Kreis Schotten. □ Laubach. 22. Februar. Gestern wurde der Altveteran Christian Schlörb unter milltärischen Ehren zur letzten Ruhe bestattet. Vor drei Jahrzehnten hatte er sein Metzgergeschäft in unser Städtchen verlegt. Im Juni 1866 wurde er Rekrut beim Großh. Hess. Chevau- leger-Rgt. in Darmstadt, kam redoch nicht mehr zum Ausrücken. Dagegen machte er den ganzen Feldzug .1870/71 mit DIS zuletzt rüstig, machte eine rasch verlaufend« doppelseitige Lungenentzündung am 18. Februar seinem Leben ein Ende. Don Altveteranen (1870/71) leben jetzt nur noch 4 Wann in unserem Städtchen: die Landwirte Kreicker. Momberger. Salzmann und Maurermeister P a r r. — Verschiedentlich wurden in letzter Zeit Schneegänse im oberen Wettertal beobachtet: einmal wurde ein Schwarm von 35 Stück feftgettellt. In den letzten Tagen wurde im oberen Horlofftal wieder ein Fischreiher beobachtet. Infolge der sorgfältigen Fütterung scheinen die Rehe und auch de Fasanen gut durch den Winter zu kommen. Die Bussarde, die hier zahlreich find, leiden dagegen sehr durch die lange Dauer der Schneedecke, die den Mäusefang hindert □ Lauboch, 23. Febr. In der gestrigen Sitzung des Gemeinderats wurde zunächst beschlossen, mit dem Architekten Sileß einen Vertrag abzu- schließen, worin dessen Pflichten und Rechte der Gemeinde gegenüber geregelt werden. Für seine Leistungen soll er eine jährliche Pauschalsumme erhalten. — Betreffs der Anschaffung ber Sa« nalreinigungsgeräte würbe beschlossen, die von ber Stadt Alsfeld bezogenen Geräte zum Muster zu nehmen. Der Bürgermeister wird um Mitteilung der in Alsfeld gemachten Erfahrungen bitten. — Verschiedene Gesuche um Winterbe i h i 1 s e wurden genehmigt • Dodenhausen. 23. Febr. Zu dem Bericht im „Gießener Anzeiger" vom 18. Februar über die Fahnenweihe des hiesigen Gesangvereins ist berichtigend mitzutcilen, daß der Männergesangverein Dodenhausen II nicht zum Dogeisberger Sängerbund gehört, sondern Mitglied des Ohm-Lumdatal-Sängerbundes ist. Der Derein begeht zwar vom 1. bis 3. Juni seine Fahnenweihe, jedoch ist diese nicht zugleich Bundes,«st; letzteres hat der Derein Bleidenrod übernommen. Der Ohm-Lumda-Sängerbund zähll 26 Dereine, auf deren Besuch bei seiner FaHn-m- weihe der hiesige Derein rechnet ch Rain rod, 22. Februar. Dieser Tage hielt der hiesige Turnverein in der Gastwirtschaft von Heinrich Schlörb seine diesjährige Jahres- schlußversammlung ab. Der 1. Dor- sitzende, Bürgermeister Decher t. gab einen kurzen Rückblick auf den Werdegang des Dereins, der sich nach dem Weltkriege aus ganz kleinen Anfängen zur jetzigen Größe entwickelt hat Mit Dankesworten an die Turner, die Turnwarte und den Dorstand für ihre segensreiche Tätigkeit, und mit der Ditte, auch ferner die edle Turnsache und die Einigkeit zu hegen und zu pflegen, schloß der Dor sitzende seine Ansprache. Dann verlas der Schriftführer Wilh. Schmidt den sorgfältig ausgearbeiteten Jahresbericht durch den Rechner Jakob F e i ck erfolgte die Rechnungsablage. Die Rechnung, die mit einem beträchtlichen Heberschuß abschloß, wurde für richtig befunden, so daß dem Rechner Entlastung erteilt werden konnte. Der bisherige Vorstand wurde auf allgemeinen Wunsch in seinem Amt belassen, mit Ausnahme des Rechners F e i ck, der von hier weggezogen ist. Der Dorsitzende dankte ihm für die dem Derein geleistete treue Arbeit Als neuer Rechner wurde August Dech - told HL gewählt. Zum 1. Turnwart wurde der Straßenwärter Wilhelm D e ch t o l d, als sein Stellvertreter Karl Ding und als 2. Turnwart Rudolf Schwab 6cftimmt Cs wurde weiter beschlossen, im Laufe deS Winters einen Familienabend abzuhalten. Roch manche Anregungen, wie z.D. die Einrichtung einer Dadegelegen- heit in unserer Gemeinde, gaben Veranlassung zu eingehender Aussprache. Kreis Alsfeld. Q AlSseld, 23. Febr. Gewährung einer besonderen DeiHilfe zur Linderung der (Brenn ft offnot. Bekanntlich hat der Hauptausschuh des hessischen Landtags einen Antrag angenommen, wonach für die hilfsbedürftigen Fürsorgeempfänger zur Steuerung der außerordentlichen Brennstofsnot ein besonderer Tetrag von insgesamt 100 000 Mark zur Verfügung gestellt wird, falls die Dezirks- fürsorgeverbände und d e Gemeinden mindestens den gleichen Betrag aufwenden. In Ausführung des Beschlusses hat der vom Stadtvorstand sür Winterhilismaßnahmen ermächtigte städtische Fürsorgeausschuh beschlossen, auch den städtischen Fürsorgeempfängern E.werbslo e. Klein- und Sozialrentner, Ortsarme) eine besondere Brenn st ossbeihilfe xu gewähren. und zwar in der Art, daß oen genannten Personenklassen für jeden Haushalt ebt Betrag von 10 Mark zur Beschaffung von Brennmaterial in Form eines GutsscheineS für die Kohlenhändler von der Stadt zur Derfügung gestellt wird. Die hierfür erforderlichen Mittel können noch im Rahmen der bereits bewilligten Winterbeihilfe gedeckt werden, rA-' denen der Staat die Hälfte als zinslose! Darlehen gewährt Die Ausgabe der Gutscheine erjO.gi bereits. te* Alsfeld, 23. Febr. Auf Einladung der hiesigen Dürergesellschaft hielt am Freitagabend in dem gutbesetzten Phyfikiaale der Oberrealschule ber älniversitätsprofessor Dr. Steinbüchel von Gießen einen Dortrag über »Ferdinand Lasalles Derhältni- zum deutschen Jdealismus". In seiner Einleitung wies der Dortragende nach, daß Lasalle ebenso wie die andern sozialistischen Dorkämpfer Marx und Engels stark von der Hegelschen Philosophie beeinflußt worden sei. Lasalles Wirken und Ideen seien auf das engste mit dem deutschen Idealismus verbunden. An zahlreichen vergleichenden Beispielen zeigte der Dortragende die grundlegenden Unterschiede zwischen der marxistischen Auffassung vom Sozialismus und den Theorien von Lasalle. dessen Lehre sich auf die Geschichtsphilosopie von Hegel auf* gebaut habe. Seine ethische Gemcinschaftsid« erstrebte die Ablösung des alten Staates durch den neuen sozialistischen auf dem Wege der Demokratisierung und Sozialisierung mit dem Endziele der höchsten Stufe der Freiheit. Sein neuer Staat hatte ein sozialistisch-ethisches Gepräge, auf nationaler Grundlage, während Marx als Realpolitiker die internationale Richtung vertrat, so daß schließlich beide Führer in einem schroffen Gegensatz zueinander traten. Es siegte bekanntlich die marxistische Idee über die von Lasalle vertretene Dichtung. Während et Warr als den machtvollen Realpolitiker bezeichnete, blieb Lasalle mit seinen Theorien der Vertreter der idealistischen Richtung, von der sich aber die sozialistische Partei bei ihrer Gründung unter August Bebel abkehrte. Der Dortrag zeigte Professor Dr. Steinbüchel als einen ausgezeichneten Vertreter der wissenschaftlichen Phllo* sophie. Die interessierten Zuhörer dankten durch lebhaften Beifall. ÜÄ Mb üigi'Ä tW --M M lchalsumme,r^. [““9 der Ja, Erogenen Trrä,. ÄMUrS ytn Echhnill. ***VbUF. tiA^m r-ncht Jo. sebiuar über * Erlang. Zuteilen, dah S® 1 nicht m M sondern Alt. ist. ”$ 3. Juni skine nicht zugleich U Denin Dleidr,«d l'öangtrbunb M Mi seiner Fch^ net Dieser Tage hielt 1 der Äaslwirtlchatt ' Wrige Jahre«. S. Der 1. Jot, ■t gab einen funen bei Vereins, Ser ganz kleinen An« ttoidell hat. M die Turnvarte igensreiche Tätig. ) serner die edle zu hegen und zu e seine Ansprache, r MH. EchMt ten Jahresbintzt. Seid erfolgt« dir ung, die mit ein® dschloh, wurde für Äechner Entlastung bisherige Vorstand nsch in feinem Lnl Rechners Seid, bei r Vorsitzende danltr leistete treue Arbeit de August Lech- Lurnwart wurde btt echtold. als seil und als L Lm- imt Es wurde weil«! ilers einen gairilien- he Anregungen, tr:i Dadegelege»' gaben TetanW seld. ir. GewShrung ihilfe zur L'°' .ffnoL MnuM hessisch Landtag» , wonach für dir »w»«; , falls Sie.H2 finden mm*6 -n. 3n Ausfuhr^ Sladtvorstand sur SchtigK auch den gernS-^" rtSarme) eine eihilse » £ M dah b».£ stden tzauSha^ 9B50 Sg&s1 ’s« I-Z ®6.f« rl ««” E *4» s»’N" £ rf’Lf m e"C n '^"Aunden. J Kigte«? 2-llÄeMd-« i LasaU'' jLgd a | sche ? Staats?-- i alte ^ge bet ÄfÄ? SÄ« eide u .JJV 0(i ndel b* Krokie" Starkenburg. WSN. Darmstadt. 24. Febr. Durch önt- scheidung der de n Derwaltungsgerichtshof ange- glieberten Spruchbehörde für Anleih Ablösung wurde die Stadt D a r m st a d t verpflichtet, die Teilbeträge der Ablösungsanleihe ihrer Markanleihen alten Besitzes mit einem siebenfachen Betrag — das ist 17.5 Prozent — ihres Nennwertes nach Maßgabe der §§ 42 und 43 deS Anle.heablösungsgesetzes einzulösen und zu verzinsen. Hierdurch ist der Stadt die Beteiligung an der deutschen Sammel- ablösungsanlcihe, die auf den fünffachen Betrag des Nennwertes der Ablösungsanlelh? aufgebaut ist. verschlossen. Dadurch ist nunmehr die Ausgabe vor Schuldverschreibungen einer eigenen Ablösungsanleihe im siebenfachen Betrage des Nennwertes notwendig ce- worden. Die Stadtverordnetenversammlung dc» schloß daher, diese Schuldverschreibungen aus- zu^cben, und zwar für d e Ablösungsanleihe in Höhr von 863 COO und für die Auslosungsrechte in Höhe von 6 083 000 Mark. Preußen. Kreis Wetzlar. WSN. Wetzlar, 24. Febr. Einer der letzten 8. Jäger, die vor 63 Jahren von der ehemaligen Garnison der 8. Jäger, Wrtzlar, nach Böhmen in den Krieg gegen Oesterreich gesogen sind, ist gestern in der Person drL 8Sjährigen Landwirts Isidor E i d m a n n ge- sto-ben. <55 21 u g dem Hüttenberg, 22. Febr. Der Hüttcnberg ist bekanntlich reich an Naturdenkmälern. Hierzu gehören u. a. eine Anzahl sehr alter Bäume, denen von Naturfreunden großes In- tereste entgegengebracht wird. Es handelt sich hierbei in Lützellinden um die Linde am „Sur- bad)" nordwestlich der Straße Lützellinden—Groß- Rechtenbach, um eine weitere Linde vor dem südwestlichen Dorfausgange an der „Rheinpfälzer Straße", um zwei Linden am „Falltor", und um drei Linden an der Zechbachguelle"; in Hörnsheim um eine Linde im „Surbachtal", östlich der Straße Lützellinden—Groß°Rechtenbach; in Klein- Rechtenbach um die sog. „dicke Buche" westlich der Provinzialstraße Wetzlar—Butzbach; inEbers- a 5 n 5 um eine Linde an der Straße Ebersgöns— Pohlgöns; in Münchholzhausen um je eine Linde am „Graster Weg" am Iudenfriedhof und auf dem Turnplatz; in Groß-Rechtenbach um die sog. „Totemannseiche", westlich der Straße Groß-Rechtenbach—Wetzlar, sowie um eine Rotbuche im Distrikt „Langerain" und in Reiskir- wen um eine Eiche im Forstdistrikt , Gerstkling". Dem Vernehmen nach ist behördlicherseits beabsichtigt. diese Naturdenkmäler durch eine besondere Polizeiverordnung unter Denkmalschutz zu stellen. O Aus dem Kleebachtal, 24. Febr. In den Gemeinden des Kleebachtales ist eine Neih' erhaltenswerter Fachwerks- hüuser vorhanden, de zum Teil schon s?hr alt sind. Die Behörde nimmt sich dieser Fachwerksbauten an, weil sic damit die Bestrebungen der Denkmalpflege und des Heimatschuhes tatkräftig unterstützen will. In das Terzeichnis der sog. erhaltenswerten Fachwerkbauten wurden bisher folgende Häuser eingetragen: In Nie- derkleen bte Häuser der Witwe Johannes Ohly (1620), deS M. Eisenhardt (1678) und des Johannes Messerschmidt (1701); in Hochelheim die Gastwirtschaft Friedrich Jung und das Wohnhaus von Heinrich Schweitzer (1726); in Oberkleen die Wohnhäuser von Peter Nöhrich (1691). Witwe Johannes Pauli (1745), Wilhelm Köhler (1765), Johannes Jung y. (1707); in Ebersgöns die Häuser von Martin Jung (1737), JohmineS Glaum (1601) und Johannes Wilhelm (1782); in Lützellinden die Häuser von Johannes Altenheimer (1619) und Johannes Schmidt (1787). Ebenfalls ein sehr hohes Alter hat das Rathaus in Niederkleen, das im Jahre 1705 erbaut wurde und folgende Inschrift trägt: »Kommt her Kinder höret mir zu, ich will euch die Furcht deS Herrn Lehren. Psalm 34 - DerS 12. A. o. 1705.“ Noch älter ist das Nothaus der Gemeinde Oberkleen, welches schon im Jahre 1587 erbaut wurde und an der vorderen Giebelseite folgende Inschrift trägt: »Wer Gott vor Augen hat des Glück auf Erden lang bestat. Tertrau auf Gott so rettet er aus aller Not. Meister Christ von Jsenach hat diesen Gemein nen Dau gemacht — Anno 1587.“ Wiederholt ist ein Teil der alten Fachwerkbauten einer Besichtigung durch hervorragende Persönlichkeiten unterzogen worden, so z. D. vor einigen Jahren durch den Oberpräsidenten der Nheinprovinz und andere höhere Derwaltungsbeamte. Erfreulich ist auch die Tatsache. daß die Besitzer der Bauten für deren Erhaltung in ihrem ursprünglichem Zustande Interesse zeigen. So sind z. D. in Oberkleen im verflossenen Jahre beim Neuverputz einzelner Häuser die Dalken mit ihren Inschriften freigelegt und entsprechend angestrichen worden. <> Dornholzhausen. 22. Febr. Infolge des starken Frostes sind in der Wasserleitung der hiesigen Gemeinde zwei Nohr- b r ü ch e entstanden. Damit der Hochbehälter nicht leerläuft, wird an den Bruchstellen Wasser nur x u bestimmten Stunden abgegeben. 0 Oberkleen, 22.Febr. Die von der Gemeinde beschaffte neue Turmuhr ist dieser Tage eingetroffen und im Kirchturm angebracht worden. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 24. Febr. Der seit ein gen Ta en beobachtete Stillstand der Grippe- Erkrankungen hat sich in den letzten Tagen zu einem langsamen Rückgang entwickelt. Gegenüber dem seinerzeitigen Höchststand von 940 Grippekranken ist die Zahl der dieserhalb in den städtischen Anstalten Berpflegten zur Zeit nur noch 800. Die eingerichteten Hilsskranken- häuser werden vorläufig noch in dem bisherigen Umfange ausrechterhalten. Buntes Allerlei. Napoleons IcflamenL Die Aufzeichnungen des Großmarschalls Der- t r a n d über feine letzten Gespräche, d e er mit Napoleon vom 22. bis 26. April 1821 über sein Testament führte, sind jetzt in der „Revue des dcux mondes“ veröffentlicht worden Sie enthalten wichtige Aufschlüsse über,die psychologischen Gründe, aus denen die längst bekannten letzten Destimmungen des Kaisers getrof en wurden. Besonders wichtig flnb die Abschnitte, die sich mit seiner FamiUe beschäftigen, und aaS Urnen übersetzt Walter Heynen ein geS in den .Preußischen Jahrbüchern“: ,Kaiserin. Der Grotz- marschall solle versuchen, sie zu erreichen; am einfachsten wohl so. indem er sich an den König wende; die Uebergabe eineS Haarbündels von ihm werde genügender Dorwand sein. Sollten von Oesterreich Schwierigkeiten gemacht werden, so brauche man bloß zu sagen, daß ein Brillant oder sonst eine Kostbarkeit zu übergeben sei; die Oesterreicher feien so arm und habgierig, daß das schon hinreiche, um alle Türen zu sprengen. Lein Sohn. Sein Sohn werde sich natürlich in Oesterreich aufhalten; man habe ihm anscheinend 5 odrr 630 CK)3 Franken Rente gegeben; vielleicht müsse man ihn mit eine n Mann wie Meneval umgeben, der ihm von seinem Tater sprechen und ihm die Dinge in ihrem wahren Licht zeigen könne, falls er sich schlecht unterrichtet zeige. Sollte er Oesterreich aufgeben müs'en. so scheine ihm die Schweiz zu dauernder Niederlassung am geeignet':en; er solle sich dann in das goldene Buch der Patrizier von Bern eintragen; die Schweiz sei Amerika unbedingt vorzuzichen. weil eS mit einem Wech el von Erdteil und K'ima seine besondere Bewandtnis habe. Seine Familie. Wiederholt kam er darauf zurück, daß seine Familie sich Roms bemächtigen mü'ss durch Berbindun'en mit allen fürstlichen Familien Roms, worunter er solche verstanden wissen wol'te, aus denen Papste her- vorgegangen seien: sie sollte ebenfalls auf einen Papst, auf Kardinale od.'r Legaten h nstreben, weil ihnen das Einfluß an allen europäischen Höfen verschaffe: das wäre wichtig und würde zahlreiche ange ehene Familien dazu bringen, seinen Ruhm nicht einschlasen zu lassen; so könne man eine ein'lußreiche Theokratie den Interessen seiner Familie und zugleich dem Ruhm seines Nachlebens gewinnen. Solche Familien fänden sich allenthalben, in Rom so gut wie in Bologna, Rimini und Perugia. Falls übrigens feine Familie römischer Herkunft sei, so gehöre sie zu den Bonapartes, die schon ums Jahr 1003 in Rom ansässig gewesen seien; fein Name Würde in Italien immer populär bleiben: übrigens betrachte er es als eine versäumte Gelegenheit, daß er feine Selbständigkeit nicht begründet habe...“ Wettrennen zwischen Pferd und Kamel. Dreizehn französische Reiterinnen haben von Paris aus eine merkwürdige Reife angetreten. Zwölf von ihnen machen die Tour bis nach Cannes zu Pferde, während die dreizehnte sich ein Kamel als Reittier auserkoren hat. Siegerin ist, wer den Weg von 1300 Kilometer als erste zurückgelegt hat, und zwar ist die Bedingung, daß jede Reiterin ihr Tier selbst futtern, tränken und besorgen muß. Man nimmt an, daß das Kamel als letztes am Endpunkt eintreffen wird, wenn es überhaupt imstande ist, die ganze Strecke zurückzulegen, denn das „Schiff der Wüste" befindet sich den Pferden gegenüber in einer sehr ungünstigen Lage, da die Chausseen ihm nicht die Entfaltung der Schnelligkeit erlauben, die es auf den sandigen Ebenen erreicht. Bundfunkprogramm. Montag, 25. Februar. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 12.30: Schallplattenkonzert: Ouvertüren. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. 15.55 biS 16.05: Hausfrauen - dienst. 16.35 bis 18.05: Konzert des Rundfunl- orchesters: Neue Tanzschlager. 18.05 bis 18.33: Lesestunde. 18.30 bis 19: .Der zweite Faustmonolog und der Osterspaz ergang in Goethes Faust 1“, Dortrag von Pfarrer Clemens Taes- ler. 19 bis 19.30: Schachstunde. 19.30 bis 19.45: Englische Literaturproben. 19.45 bis 20.15; Englischer Sprachunterricht. 20.15 bis 21.15: Nach Stuttgart: Wiener Lieder. 21.15: Nach Stuttgart: Konzert auf drei Klavieren. Dienstag, 26. Februar. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 13.30: Schallplattenkonzert : Dunles Programm. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. 15.55 bi6 16.05: Haus- frauenbienft 16.35 bis 18.&: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters: Deliebte Opern» Fantasien und Qlrien. 18.10 bis 18.30: Le estunde. 18.30 bis 18.45: Don Kassel: Erste Hilfe bet Unglucksfällen im Wasser. Dortrag von Wil- h:lm MehleS. 18.45 bis 19.15: Dreigespräch: „Dühne, Film, Funk' von Peter Martin Lam- pel, Ernst Glaefer und Paul Laven. 19.15 bis 19.45: Funkhvchschule. Zur Reichsunfallverchü- tungswvche: «Aerztliche Gedanken zur Reichs- unsallverhütungswoche“. Dortrag von Stadtarzt R. I. Reinheimer. 19.45 bis 20.15: Zither konzert. 20.15: „Sie Durchgängerin“, Lustspiel in drei Aufzügen von Ludwig Fulda. Mittwoch, 27. Februar. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 12.45 bis 13.15: Schulfunk: Englisch. 13.15: Aus: Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“. 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.35 bis 18.05: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05 18.30: Dücherstunde. 18.30 bis 18.45: Don Kassel: Fünfzehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund. Dortrag von Garteningenieur Karl Hinze. 18.45 bis 19.15: Vortragszyklus des Allgemeinen Deutschen Eewerkschaitsbundes. Zur Reichs- unfallverhütungswoche: „Das Derhal'.en des Arbeiters bei einem Betriebsunfall“. Dortrag von Arbeiterfekretär Dornßeim. 19.15 bis 19.30: Französische Literaturproben. 19.30 bis 20: Französischer Sprachunterricht. 20 bis 20.15: Senk- kenberg-D.ertelstunde: „Das Tierleben der Tiefsee, 2. Teil“. Dortrag von Sr. R. Mertens. 20.51 bis 21.15: Nach Stuttgart: Alte und neue Blasmusik. 21.15: Don Stuttgart: Kammermusik. Sertiner Börse. Berlin, 25. Febr. (WTB. Funkspruch.) Infolge des Ausfalls der Neuyorker Börse am Samstag liegt der heutige Frühoerkehr ohne Anregung von dieser Seite. Lluch sonst sind Momente von Belang nicht zu erwähnen, der Ultimo als solcher (heute ist Prämienerklärungstag) scheint für die Börse über wunden zu sein. Die Spekulation verhält sich oor läufig noch abwartend. Zuverlässige Kurse sind überhaupt noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nennt man London gegen Paris 124,28, London gegen Mailand 92,65, London gegen Spanien 31,42, London gegen Kabel 4,8530, London gegen Berlin 20,4460, Kabel gegen Berlin 4,2130. pf mit Menthol dfiH oegen Husten*Heiserkelt Marie Röhrig Hermann Haubach Verlobte I Mühlstraße 29 Gießen Destanlage 5 Februar 1929 0830 Im Nahmen Der Reichs UmallvcrhiilnngS-Wocye Freitag, den 1. Marz, nachmittags 6 Uhr, im Gewerkschastshause DeV MaMVß mit dem Mrrßaüteußel Film-Dorsührung durch die Deutwehe Buchdrucker- Berufegenoseen- schäft In Ir ipHg._________1678»>________frlntrli» frei! WUUWUWW MZiMck-MMWmnSMe« 1. Höhere Handelsschule, einjährig, für Schuler(innen) mit Odersekundareife oder Lyzeumreife. 2. Zweijährige Handelsschule für Dolksschülerstnnen) und höhere Schülersinnen) mit Obertertiareife. Oie Schüler der öffentlichen Handelslehranstalt sind vom Sesuche der Fortbildungsschule befreit. Anmeldungen schriftlich oder mündlich Mittwochs und Samstags von 10 bis 12 Llhr im Schullokal, Gießen, Nordanlage 15 (Kaufmännisches Dereinshaus). Schlußtermin der Anmeldung am 6. April 1929. __________Schirmer, Kommerzienrat. WF* Täglich MeSeeWe,ssle.Mfllkls Dtima MAMA alles in flröüter Mäht. 0823 W-Spezia haus Cuxhaven Har .astrale 14 Gieflen Teephoa 2417 Poltver aud nack» auswärts. Emaillierte Herde in verfchievenen Ausführungen empfiehlt Edgar Sorrmami, Etsenhandlung iRearleien urlegi Gewinn RöSFch FlCfael pianinos Höcbfte Stufe . der KiavierbaukunlT Pianohaus Schönau Seltersweg 91. Zahlungserieichte- runc. Freilieferung. 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Barzahlung: 2 Klaviere, 1 Kastenschrank, 12 Stühle, 3 Ausziehtische, 1 Flurgarderobe. 2 Regulatoren. 2 Dertikos. 1 Sofa. 2 Tische, 5 Büfetts. 2 kredenze, 1 Standuhr, I Teppich. 3 Nähmalchinen. 1 «leiderschrank, i G.aSschrank, 1 Fahrrad. 1 Friseur - Ladeneinrichtung, 1 Harmonium, 1 Schreibmaschine, 1 Sessel, 1 Spiegel» schrank, 1 Teigteilmaschine. 2 Nähmaschinen (Unterteile), 1 Opel-Dagen- I581D Gerichtsvollzieher in Gießen, GamMstratze 241 relephon 239. 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Mär; 1929, werden von vormittags 8% Uhr ab, im kleinen Saale des „Deutschen Hauses" in Alsfeld aus den Forstorten Lichterstein 2, Ziegenberg 2a, Wannbach 1 und 6, Beerberg 3, Zah- lenberg 3a, Sandrück 8a und verschiedenen Forstorten der Försterei Rainrod, Sand- rück 4a und 6a, Kohlstöck 1c, Id, le, 2c, 3d und 3e, Kohlhaupt la, 1b, 2a und 3a, Schönbuchenrück 1, Struth 7b und 7c, Auerberg 8 und 18 und verschiedenen Forstorten der Försterei Auerberg, Rodäcker 1, Tiergarten 7, Heidwald 1c, Struth 3a, 5a, 5b, 6a, 8d, 81, Tannenwald la der Försterei Schwarz, Pflanzenleit 2, Eisenstrauch 2, Struth 9, Heidberg 2 und 4, Hardt 2a und verschiedenen Forstorten der Försterei Eifa versteigert: 1675D Langholz und Abschnitte der Güteklasse A (Schnittholz) fm: Buche 4. Kl. 27, 22; 5.Kl. 9, 10; Fichte 3b.Klasse 1, 0,6; Kiefer 2b-Kl. 2, 0,6; 3a-Kl. 65, 31; 3b- Kl. 108, 67; 4a-Kl. 35, 27; 4b°Kl. 16, 16; 5. Kl. 1, 1,5; Lärche 3b-Kl. 1, 0,7. Langholz und Abschnitte der Güteklasse N hn: Eiche 1. Kl. 45, 4,4 (hierunter 36 Deichseln); 2. Kl. 73, 24; 3. Kl. 11, 7; 4. Kl. 2, 1,3; 5. Kl. 2, 2; Esche 3. Kl. 1, 0,6; Ahorn 3. Kl. 1, 1; 4. Kl. 1, 0,6; Erle 2. Kl. 1, 0,2; Fichte la-Kl. 41, 8 (Sparren); Ib-Kl. 133, 53 ; 2a-Kl. 82, 60; 2b-Kl. 21, 25; 3a-Kl. 6, 10; 3b-Kl. 1, 2,3; Kiefer Ib-Kl. 6, 2,3; 2a-Kl. 31, 22; 2b-Kl. 46, 50; 3a-Kl. 33, 35; 3b-Kl. 4, 6; 4a-Kl. 4, 4; 5. Kl. 2, 3; Lärche la-Kl. 56, 11; Ib-Kl. 86, 30; 2a-Kl. 25, 16; 2b-Kl. 8, 8; 3a-Kl. 2, 3; Douglasien la-Kl. 10, 1; Ib-Kl. 1, 0,3. Derbstangen, Stück: 1. Kl. Fichte 98; Lärche 12; Douglasien 8; 2. Kl. Fichte 223; Lärche 1; Douglasien 4; 3. Kl. Fichte 463; Lärche 7; Douglasien 128. Reisslängen, Stück: 4. Kl. Fichte 287; Douglasien 7; 5. Kl. Fichte 512; Dou- glasien 27; 6. Kl. Fichte 898 (Bohnenstangen); Douglasien 12; 7. Kl. Fichte 398. Nuhscheiler rm: Eiche (2 m lang) 8,9. Nuhknüppel rm: Eiche (2 m lang) 3,4; Hainbuche (1 m lang) 1; Lärche (2 und 2,5 m lang) 3,3. Das Fichtenbouholz lagert in Lichterstein 2 (Rr. 1721 bis 1802) und in Sand- rück 6 (Rr. 2414 bis 2640), das Kiefern- bauholz in Tiergarten 7. Die zur Versteige- rung gelangenden A-Stämme sind mit einem O aeschlagen, das übrige Stammholz mit V- Das Schicht- und Stangenholz gelangt zuerst zum Ausgebot. Es wird Besichtigung des Holzes empfohlen, da nachträgliche Einwendungen gegen Menge und Güte keine Bcrücksichti- K finden. Zur Erleichterung der Be- ;una wird das Holz am Donnerstag, dem 28. L M, schneefrei gemacht. Rummer- ouszüge können für 1 RM. je Stück von uns bezogen werden. Nähere Auskunft erteilen die Herren Förster Büttner und Schanz zu Rainrod, Stumpf zu Schwarz, Schaaf und Beltzer zu Eifa. Alsfeld, den 22. Februar 1929. Hessisches Forstamt Msfeld. SteubeL Badnbokttr. 5111.1. Suche -um 1. März tn dauernde Stellung tüchtiges JieMWkll sortbilSungsschullrei tür Haus- ti. Gartenarbeit. t ohn nach Berernbarung. IMSU H. 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Schriftliche Angeb. unter 081>i an den (Ätell.An^. erbet. ± geben Sie immer, wenn Sie Ihre Kleidungsstücke des öfteren bügeln, dämpfen und auffrischen lassen Ästoria-Liclilspiele, Seltersweg Ab heute bis einschließlich Mittwoch: Die Hölle von Montmartre Der Kampf um eine Erbsehalt in den Abgründen von Paris in 6 spannenden Akten. — Ferner: Samba, der Held des Urwaldes 8 Akte au- dem sc wnrzen Erdteil. Dieser Fi.m wurde im südafrikanischen benegambien in einem Urwalddurf der Bambara- Neger gedreht Als Darsteller buben nur Eingeborene gewirkt tese Mittwoch und * w Donnerstag vom 26. bis 28. Februar 1928 die bekannten und beliebten Reste- Damen-Vortrag Donnerstag. 88. Februar 1929, abends 8 Uhr, spricht die bekannte Hygiene-Schriftstelleun Frau Agnes Krttgeloh aus Köln im Saale Cafe Leib, WalltorsiraOe 36 3S über Hygiene der Wechseljahre Die Frau von 40 Jahren. — Was muß die reife Fiau von den Wechseljahren wissen? — Die Bedeutung der Blutungen. - Das Wesen des Krebses. — Die Ursache so vieler Frauenleiden. — Woher die Nervosität, Neurasthenie, Gemütsverstimmung und Energielosigkeit der Frau? öle Hygiene der jungen Frau Wie entstehen Entzündungen und Katarrhe im Frauenkörper? Ausfluß. Periodenstörungen. — Neues zu n Thema: Schönheit, Liehe, Eheglück und ihre Erteilung. — Welche Frauen sind die begehrtesten? — Frau Krägeloh führt die Da nen mit ihren modernsten Methoden aut neue Wege io der Schönheitspflege. [Stellengesuche! Mlige Kratt für hüuöliche Arbeiten sucht Aushilfsstellung zu Ansang März. Lchr. Ana. u. 1653D an d. Gteh.Anz. erb. | Vermietungen km. öraodißÄ Sonn, mflbl. Zimmer, gute KOeae. 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Ein Tag, der in seinem ganzen Verlaufe völlig zu dem Ernst der Gedanken stimmte, die wohl bei den meisten Mitbürgern in Stadt und Land bei der Erinnerung an unsere gefallenen Brüder lebendig wurden. Der Vorstand der Gießener Ortsgruppe des Volksbundes Deutsche Kricgcgräberfürsorge hatte bereits am Samrtagnachmittag auf dem deutschen Helden- friedhof und an den Ruhestätten der fremden Soldaten auf dem Neuen Friedhof, sowie am 116er- Denlmal auf dem Landgraf Philipp-Platz und an bim Ehrenmal der Universität in der Ehrenhalle für die Gefallenen unserer Aln?a mater Kränze nie- dergelcgt. In den Dormittagrgottesdiensten des gestrig.n Sonntags wurde in den Predigten unserer auf dem Felde der Ehre gebliebenen Brüder gedacht, die Mittagsstunde des Sonntags brachte dann in der Neuen Aula der Universität die von der Ortsgruppe Gießen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge veranstaltete Gedenkfeier zu Ehren unserer gefallenen Krieger. Der weite Raum der Aula war nahezu bis auf den letzten Platz besetzt. Wie in den bisherigen Jahren. so waren auch g stern alle Behörden vertreten. Unsere Gießener Militärkapelle unter Le.turg des Obermusikmcisters L ö b e r leitete die würdige Ecdenlstun^e mit dem Andante con moto aus Beethovens 5. Symphonie in-weihevoller Weise ein. Danach sang Frau Dr. W e y l mit prächtiger Stimme, fein begleitet von der Militärkapelle, die ergreifende „Litanei" von Franz Schubert. Hierauf folgte die Gedenkansprache von (Studienrat Prof. £>r. Schmoll. Mit eindringlichen Worten stellte der Redner in formvollendeter Ansprache die gewaltige Größe des Opfers unserer Gefallenen den Zuhörern vor die Seele, und er ermahnte die Lebenden zu der rechten Schlußfolgerung aus diesem Opfcrtode unserer gefallenen Krieger. Aus der Ansprache geben wir folgenden Auszug wieder: Dolkstraue-tag! Nach den Ungeheuern Opfern des Weltkrieges hat sich des deutschen Volkes in weiten Kreisen der Wunsch bemächtigt, an einem besonderen Tage des Jahres dieser Opfer zu gedenken, einen Tag zu schaffen, an dem eirmnl die politische, parteiliche nnb konfessionelle Streitart begraben wird, an dem ein ganzes VoU in Trauer seiner gefallenen Söhne g'edcnlen will. — Und doch begegnet ein solcher Tag stillen, dankbaren Gedenkens vielfacher Ablehnung. Woher diese Ablehnung? Einmal aus der Leichtlebigkeit heraus, mit der viele Volksgenossen knapp zehn Jahre nach Beendigung des ungeheuren Ringens am liebsten überhaupt nichts mehr hören wollen von dem, was 1914 bis 1918 geschah, weil jenes übermenschliche Geschehen sie vielleicht in ihrem Genuß stören, ihr Gewissen am Ende unruhig oder bedenklich machen könnte. Daneben andere, gewiß zum Teil mit edelsten Beweggründen, denen die Losung „Nie wieder Kriegs, ein heiliges, glutvolle' Evangelium ist, weil sie schaudernd nur die Verwüstung sehen, die ein Krieg im Gefolge hat. Und eine Mhe Gruppe: die Unzahl gen, die auf die Frage: „Warum sind meine Lieben gefallen, wofür sind sie gestorben?", keine befriedigende Lösung finden. Liegt nicht bei ihnen allen, bewußt oder unbewußt, doch eine bedauerliche Undankbarkeit vor? Wollen wir uns von unseren ehemaligen Feinden in dieser Beziehung beschämen lassen? — Nein!, wir sind es euch schuldig, ihr deutschen Soldaten, Das große Gramn. Vornan von p. A. von Byern. Llrheber-Rechtsschuy d.-.rch Verlag Oskar Meister. Werdau. 15 Fortsetzung Nachdruck verboten Ausführlicherer Bericht nach den Aufzeichnungen meines Jagdtage- b u ch e s. Am 20. 3uni 1903. Bor einer Stunde sind der Vinzenz von Qln» drian und Frau Socherl aogereist — heim, nach Tervfal. Waren das ein paar nette, gemütliche Ta'e! Und nun bin ich auch wieder ganz beruhigt, habe damals doch wohl nur Gespenster gesehen, als ich glaubte, daß... Wie ein paar Turteltauben leben die beiden, sind so harmlos glücklich, so zufrieden und unzertrennlich, daß einem das Herz weit wird, wenn man all dies strahlende, jun Glück sieht. Drei brave Böcke hat sich der Vinzenz geholt, und drei die Allcrznädigste — saurer, alle mit guten Dlattschüssen, ossne Nach'uche, o)ne Fangschuß. Lind gestern abend hat "sie noch einen weiß- bunten Keiler, eine große Sau van dritteinhalb Zentnern gest.eckt. war rein närrisch vor Freude, will das Hauptschwein präpa.iwen lassen, weil es ihr erster „Bunter" gewesen ist. — Da, also, da haöe ich dm lieben, lieben Menschen doch ein bissel etwas 5ie.cn können: denn sonst ist nicht viel Staat zu machen, bin halt e.n grämlicher Junggeselle, ein richtiger Höhlendachs, der auf Gottes weiter Erde nichls anderes zu tun hat, als seinen Kohl zu bauen, mit guten Freunden und getreuen Nachbarn zu jagen und hinter dem Humpmr zu sitzen. Am letzten Birschabend habe ich Frau Sopherl begleitet. Llnterwegs tarnen wir ins Gespräch: „greuen S'e sich denn auf Terosal?" „O ja — schon...“ Es klang nicht ganz überzeugend. Und nach e nem kleinen Weilchen: „Lest sind ja Perneggs in dec Bäh', da ist man nit mehr ganz so einsam." „Aber wenn d'.e langen Winteraberrde kommen"" „Ach, dann reis'n wir halt wieder, der Poldi Pürlstein quält allwril, daß wir eine Saison in Wean mitmachen solLn." „Und die Jagd?" „Alles kann map nit haben" seufzte sie ein klein wenig. „Freilich — Kis-Grdö wär' mir daß wir eurer in Dankbarkeit und mit S t o I x gedenken. Mit Stolz! Wer den Krieg wirklich gesehen hat, der kennt seine Schrecken, der ist auch weit davon entfernt, leichtfertig seine Wiederholung zu wünschen. Der kennt aber auch das Große und Hohe, die Selbstüberwin- düng, die den Menschen befähigt, sich aufzuopfern für fein Volk und Vaterland. Und jeder gefallene Kamerad mahnte zu gleicher Treue und Hingabe. Sie starben für eine leuchtende Idee: für Deutschlands Freiheit und Größe. Sie kämpften jedenfalls alle für den Fried en und fii.^ dafür gefallen. Wäre es nicht so, so wären die einen nicht mit einem Lied auf den Lippen in den Tod gestürmt, dann hätten die anderen nicht, zumal in den letzten Jahren des Krieges, die namenlosen Entsagungen auf sich genommen, und sei es mit zusammengebissenen Zähnen unter dem Kreuz der eisernen Pflicht, dann hätten sie nicht alle den herben Trennung^schmerz von ihren Lieben, auf sich genommen, dann hätte nicht ein deutscher Arbeiter das Bekenntnis geformt: „Deutschland muß leben, und wenn w i r sterben müssen." Sind es nur Träumer und Schwärmer, die so sprachen und danach handelten? Wie bitter nötig ist es, die Erinnerung an das stille und große Heldentum, auch des einfachsten Soldaten Immer wieder wachzurufcn? Vo.ks trauer tag! .Was sollen wir nun euch sagen, all ihr Hinterbliebenen und unmittelbar Geschädigten, den Zeugen für das grauenvolle Elend eines langen Krieges? An einem Tage wie dem heutigen brechen alte Wunden auf; zermartern sich Herz und Hirn mit der bangen Frage: Warum? Und noch dazu: Umsonst! Die Antwort auf solche Fragen kann nur aus der Tiefe kommen. Wer sich nicht zu der religiösen Antwort ausschwingen kann: „Gott hat es gelitten, wer weiß, was er gewollt!", der soll wissen, daß es im Weltgeschehen nichts Sinnloses gibt, baß ein wirkliches Opfer stets einen wirklichen Gewinn mit sich bringen muß. Auf die Gräber draußen setzte man. wenn's irgend ging, ein einfaches Kreuz. Es sollte und wollte sagen: ..Vom Kampfgebrause ruht hier ein Krieger aus. Cr kam nicht mehr nach Hause, und doch ist er zu Haus." Lind dieses Kreuz sollte über die Vergänglichkeit hinausweisen in die Ewigkeit, wie je-es einsame Kreuz auf Golgathas Höhe sich erhebt als das ewige Sinnbild vom Wert und Wirkung stellvertretenden Leidens und Sichaus- opferns. — Aus dem Leid aber wächst Kraft, und aus tiefem Leid wuchs noch immer auch höchste deutsche Kraft. Lind so sei noch ein Letztes gesagt: Wir ehren unsere gefallenen Bruder nicht, wenn wir nur um sie trauern, es gibt eine Trauer, die ist unfruchtbar und tot, weil ihr die unbeugsame <*u» verficht einer besseren Zukunst fehlt. Wir wollen deshalb auch un'er großes Leid so tragen, daß eseineTat wird. Die Toten, die heute wieder vor uns ausstehen. rufen es uns zu: Deutschland muß leben! Möchten ihre Geisterstimmen hineinklingen in unser in Parteigezänk sich verzehrendes, kleines Geschlecht. Vicht zu neuen Kriegen, aber d i e satanische Lüge von Deutschlands Schuld am Kriege muß fallen, das sind toir ihrer Ehre schuldig. Wenn auch waffenlos, dürfen wir kein Opfer scheuen, bis unser Land wieder frei ist vom Feinde, der seinen Boden nicht betreten tonn'e, solange s i e lebten und kämpften. S i e fielen auf dcm Schlacht- selbe, so wollen w i r uns vergeh ren im Dienste für Volk und Vaterland.Horen wir ihr Vermächtnis: „Haltet das Werk am Leben, dann ist kein Geopferter tot. Klagt nicht, schafft!" (Karl Tröger.) Ter Abschluß der Feier brachte den cindrucksstarten Gesang von Frau Dr. Wehl der Brahrns'schen Komposition schon lieber, vielleicht ziehen wir doch mal ganz hin..." Das war mir neu. Mein Freund hatte niemals irgendeine Andeutung gemacht, überhaupt, der Vinzenz von Andrian tat immer genau das, was das Sopherl wollte, war noch ebenso verliebt tote als Bräutigam... Ich hing rr.ei ten Gedanken nach, genoß die weiche, träumerische Stimmung des Frühsommerale:ds. Irgendwo in dem grüngoldener Laubgewind flötete ein Pirol: „Mädel Bier hol ! - D er hol I" R t- schend strich ein Eichelhäher über die Schneite, daß man die blau und schwarz gebänderten Spiegel der Flügeldecken deutlich erlernen konnte, und als graubrauner Schatten geisterte ein starkes Sperberweibchen zwischen den Erlenstärnmen hin. — Drüben im Bruchholz bäumten gockead Fasanen auf, starr und steil, gleich brennenden Kerzen, standen gelbe Schwertlilien an dem morastigen Abzugsgraben. Kein Windhauch regte sich. Weiße und violette Taubnesseln, goldgelber Löwenzahn und tiefblaue Glockenblumen woben ein buntes Muster in den dichten, grünen Teppich der Waldwiefe, leise, ganz leise zitierte bas Ratzgras, als würde es von Weichen, gütigen Händen gelte ölost. Ein brandroter Fleck vor der dunklen, geschlos e ren Ma se der Fichtendeckung — Glas hoch — eine Dille mit zwei Kitzen. Und in das Schweigen hinein fragte die junge Frau neben mir unvermittelt: „Glauben Sie eigentlich an eine Seelenwanderung?" „Ob ich... was?!" Sie lächelte ein wenig befangen. „Es fiel mir nur g'rad so ein, i hab' da neulich ein Buch g'les'n, a.er da stand eigentlich nichts drin, als daß der g'lehrte Herr, der 's g'schrieb'n hat, g'rad so wenig weiß wie wir andern." „Eine solche Frage läßt sich auch nicht mit einem Ja oder Vein beantworten und — wissen? Man kann höchstens von glauben spreche, i.. „Das hab' ich auch g’meint, schauen S, Baron, manchmal ist mir so, als Hütt' ich das alles schon einmal erlebt, früher.. aber nit als Mensch...“ Ich versuchte, die Sache ins Scherzhafte zu ziehen! „Gnädige Frau, ganz offen gestanden, mit Theosophie habe ich mich niemals näher besch-f- tigt, bin sogar ein recht schlechter Christ', denn in die Kirche komme ich nur alle Jubeljahre mall" „Denn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete" und die ausgezeichnete Wiedergabe der Beethoven schen Ouvertüre zu Goethes Trauerspiel „Egmonf durch die Militärkapelle. Um 1 Uhr mittags erklang von den fiird)türmen feierliches Stauergeläute zum Gedenken an unsere loten Krieger. Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß Herr L. Keller, Wilhelmstr. 47, im Schaufenster des Dlumenhauses Diez. Seltersweg. ein Bild des im Jahre 1914 bei Mois- lains (Frankreich) hergeslei.ten Sammelgrabes ausgestellt ha!. Dort rutzen 1050 Krieger, und zwar 300 deutsche Brüder und 750 französische Soldaten. Das Grab, das bei der Bildaufnahme von einem deutschen Soldaten und einem Franzosen in Zivil gepflegt und bewacht wurde, hat fast die Länge eines ganzen Ackers. Am Kopfende zeigt es ein großes Birkenholzkreuz. älnferc Mitbürger mögen diesem Bilde ihre Aufmerksamkeit zuteil werden lassen. Tumen, Sport und Spiel. Iußball-LoMamps in Gießen. Das gestrige Treffen zwischen der S p i e l v e r - einigung 1 9 0 0 und dem V. f. B. auf dem 1900er-Platz wurde infolge der überaus ungünstigen Witteruugs- und Platzverhällnisfe nicht als Ver- banbsfpid, sondern als Gesellschaftsspiel ausgetragen. Der Schiedsrichter wollte im Hinblick auf die üblen Bodenverhältnisse anfangs das Spiel überhaupt nicht ftattfinben lassen, jedoch einigte man sich schließlich auf ein Gesellschaftsspiel, um den etwa 800 Zuschauern keine allzu große Enttäuschung zu bereiten. Das Spiel endete mit dem Ergebnis 7:1 (4.0) für V. f. B. Gießen. Näherer Bericht folgt. Iußhall-Entscheidung in Kassel. Das letzte Meisterschaftsspiel in der Südgruppe des Bezirkes Hessen-Hannover zwischen Kurhessen Kassel — Kurhessen Marburg brachte gestern der Kasseler Mannschaft einen verdienten 4:l°Sieg und Damit die Grup - penmei st erschuft. Kurhessen Kassel toar technisch und taktisch überlegen. Die Marburger, die sich in der Hauptsache auf schnelle Durchbrüche beschränkten, fanden in der gegnerischen Verteidigung ein Bollwerk, das sie nicht überwinden konnten. Fußball in Güddeuischland. Vach wie vor sind die Sportplätze _in allen deutschen Gauen noch nicht wieder spiel,ähig. Der süddeutsche Verband hatte es deshalb feinen Vereinen freigestellt, gestern die Punk.kämpfe auszutragen oder auS.allen zu lassen. So waren schließlich nur 5 Treffen ins Auge gefaßt worden, von diesen aber mußten zwei doch wieder ausfallen, da sich die Hoffnung, spielen zu können, als trügerisch erwies. Es handelte sich hierbei um das Meisterschaftstrefien Wormaiia Worms gegen Germania Brötzingen und um den Trostrundenkampf D. f. B. Stuttgart gegen S. D. 1850 München. In Nürnberg schlug der 1. F.C. Nürnberg Borussia Neunkirchen iwch weit höher, als im Vorspiel. Hatte er damals 5 :1 gewonnen, so begnügte er sich diesmal erst bei einem 11 :0. Auch die Sp. Vgg. Fürth, die ihre Veranstaltung auch auf den Platz des 1. F.C. Nürnberg verlegt hatte, gewann gegen Phönix Karlsruhe mit einem ganz überlegenen 8:0. Schwaben Augsburg erweist sich immer mehr als Mannschaft, mit der jeder Gegner rechnen mutz. Diesmal wurden die Stuttgarter Kickers mit 0:2 um die Punkte gebracht. Fechten im Mitielrheinkreis der N. T. Bezirks-Jungmannen-Fechten der Deutschen Turnerschafll Am gestrigen Sonntag sand in Offenbach das Dez i rls-2 un gmannen- Fech ten auf Florett des zweiten Bezirkes des Mittelrheintreites derDeu:- fchen Turnerschaft in der Turnhalle des T. D. Offenbach statt. Von 56 Teilne'-iern kämpften sich acht zur Schlußrunde durch. Eege nisfe: 1. Horn, Turngemeinde Höchst, ö Siege: 2. Pfeiffer, Tv. Of enbach, 5 Siege: 3. Bott, Tg. Bockercheim, 4 Siege: 4. Wehner, Tg. Bornheim, 3 Siege: 5. Wilhelm, Tg. Bornheim. 3 S.ege: 6. Kraft, Tg. Darmstadt, 3 Siege: 7. Getrost, Tg. Darmstadt, 2 Stere: 8. Kunkel, Tg. Bürgel-Offenbach, 1 Sieg. Leichtathletik in Stuttgart. Das dritte Stuttgarter Hallensportfest am Samstag hat alle Erwartungen übertroffen. Erwartungsgemäß wurde der S p r i n t e r d r e i k o m p f zu einem großen Duell zwischen Lammers und Körnig. Körnig hatte in allen drei Läufen die arößere Anfangsgeschwindigkeit, Lammers dagegen stand besser durch. Im ersten Lauf siegte Lammers: beim zweiten Lauf war Körnig knapp vor Sammers; den dritten Lauf gewann Lammers ziemlich sicher, so daß der Turnermeister Gesamtsieger wurde. Im 800-Meter-Louf fetzte sich Dr. P e l tz e r nach zwei Runden an die Spitze und vergrößerte seinen Borsprung bis ans Ziel immer mehr; er siegte in 1:57,3 Minuten vor Schönmann und Lang (Heilbronn). Den 600-Meter-Hürdenlauf gewann Altmeister Mayer vom V. f. B. Stuttgart. Eines der schönsten Rennen war das über 3000 Meter. Hel - b e r (VfB.) lief nicht so locker wie der ungeschlagene B o l tz e, machte diesem aber den Sieg bis zum letzten Meter sehr schwer. Erft in der letzten Runde vermochte sich Boltze vor Helder zu setzen und wurde in 8:54 Minuten knapp Sieger. Im Weit- s p r u n g erwies sich Meier (Berlin) als der beste und bewältigte zweimal die Siebenmeter.Grenze, Im Kugelstoßen kam H i r sch f e l d(Allenstein) zweimal * über die 15-Meter Grenze. Erwartungsgemäß gab es in der 4 X 400°Meter°Staf- fei einen Zweikampf zwischen den Stuttgarter Kickers und dem 1. F. C. N ü r n b e r g. Die Kickers konnten die süddeutsche Meisterstaffcl nach äußerst hartnäckiger Gegenwehr schlagen. Gute Leistungen vollbrachten auch die Stabhochspringer. Trotzdem der deutsche Turnermeister Müller (Cannstatt) noch durch feine Verletzungen benachteiligt war, übersprang cr 3,50 Meter. In der 4 X 8Ü0-Meter-Stafsel führten die Stuttgarter Kickers, müßen aber nach dem letzten Wechsel der Mannheimer Turngemeinde den Sieg überlassen. Nurmi in Amerika disqualifiziert. Die Haltenrneisterschasten in Neuyork erfuhren am Samstag dadurch eine Sensation, daß N u r m i kurz vor Beginn der Zwei-Meiten- Steeple-Chafe telephonisch mitteilen lieh, daß er infolge Unpäßlichkeit nicht erscheinen könne. Nurmi wurde daraufhin für sein ferneres amerikanisches Auftreten disq ual i- fixiert, falls er nicht vor dem AuSschutz der American Amateur Union erscheint und einen stichhaltigen Grund für sein Fernbleiben angibt. Cs wird vielfach angenommen, daß Nurmi einen Kampf mit seinem Landsmann P u r j e fürchtete. Sie Ziüaffung zur KnsenuiterMnna. Der Reichsarbellsmin'.ster hat einen neuen Erlaß über Personenkreis und Dauer der Krisenuntcrstühung veröffentlicht. Nach „Das mein' ich auch nit, mit Religion hat so was nichts zu tun, es ist mehr ein persönliches Empfinden." „Eine Täuschung des llnbetoußtseins vielleicht. Man sieht im Traume eine Landschaft, liest eine Beschreibung, vergißt sie wieder und glaubt dann, wenn man später zufällig einmal in die betreffende Seiend kommt, bekannte Dinge wieder- zufinden. Also eine Art Autosuggestion, unwissentliche Se.'bsttäuschung." Sie schwieg, aber zwischen ihren feingezeichneten, dunklen Brauen stand eine kleine, senkrechte Falte, llnd nach ein paar Minuten, während schon die Leuchtkraft der Farben mählich verblaßte, die Schlagschatten tiefer wurden, sagte sie leise, als spräche sie mit sich selbst: „Oft kommt es über einen wie das Erinnern an ein früheres Leben, und das Gefühl, etwas von dem Einst schlummert auch noch heut in uns, wir scheinen nur, was wir nicht sind, und sind, was wir nicht scheinen." „Ja, weil wir Masken tragen, aus Erziehung, Gewohnheit..." Frau Sophtz beachtete meinen Einwurf gar nicht. „älnd dann kommt eine Stunde, eine unbewachte Stunde, da wird all das wieder lebendig, ist stärker als wir, reißt uns mit sich wie ein Strom...“ 2n der Stimme schwang eine wilde, unbeherrschte Leidenschaftlichkeit, die dunklen Augensterne hatten einen irritierenden Schein, schienen in weite, weite Fernen . zu blicken... In der beginnenden Wenddämmerung flog ein Laut auf — ein Brechen, An streichen, Blasen.. „Sauen!" zischelte ich und legte die Hand auf den Arm meiner Gefährtin. Frau Sopherl schreette zusammen, als erwache sie aus einem Traum, lautlos glitt der Mann- licher-Schvnauer-Karabiner von der Schulter. Sekundenlange Sfckle. in der ich mein Herz'klopfen hörte, tiefes, gepreßtes Atemholen ... Und da schob es sich heraus aus den halb- mannshohen Farnwci ein, ein massiger, grau» schwarz- und gelblichweibgeileckt er Wildkorper — „üffl TLiff—wuf,!' — „Peng!" Hart und rund peitschte der Hall des Klein- kalibers durch den träumenden Frieden, brr Keiler knickte zusammen, pflügte mit den Gebrech den schweren, schwarzen Humusboden „Weidmannsheil, gnädige Frau> und meiner) allerherzlichsten Glückwunsch!" Sie schien nicht zu hören, ging quer durch die Erlenstangen, schwang sich' mit einem federnden Sprung über den Graben. Im Nu war ich neben ihr: „Vorsicht! Ein krankgeschossenes Hauptschwein versteht leinen Spaß...!" Aber da lag der Basse, verender, beide Kugeln gut Blatt . . . Frau Sophy kniete nieder, betastete die elfenbeinweitz schimmernden Gewehre, die braunen, gekrümmten Haderer, und plötzlich faßte sie nach meiner Hand, strahlte mich an: „Ich dank' Ihnen, dank' Ihnen tausendtausendmal!!! So hab' ich mich nur amal g’freut, wissen S', damals bei dem Sechzehnender!' „llnd ich freue mich noch mehr, gnädige Frau, daß gerade Sie den allen Einzelgänger auf die Schwarte legten, der Kerl war schon seit Jahren bekannt, — dafür gibfä auch einen besonders großen Bruch, — und was nur der Vinzenz sagen wird?" Eine Nachtschwalbe surrte dicht an uns vorbei, wie mit einem Schlage waren alle Farben erloschen, lief und schwer fielen die Schatten der warmen Juninacht. Ich mutzte mahnen: „Es wird Zeit für den Heimweg!" „Ja, ja, gleich . . . Noch einmal berührten die kleinen rosigen Finger die harschen Rückenfedern: „Aber dem Vinzenz sagen wir vorerst nichts, dös gibt ane ckleberraschung!" Ter erwartete uns schon, hatte feinen dritten und besten Bock geschossen, einen ungeraden Achter mit einer kleinen Nebenrose und breit ausgelegten, pechschwarzen Stangern Als wir bann, nach dem Abendessen, noch gemütlich beifammen» saßen, rumpelle drunten der Wildwagen über den Kies, gleich darauf trat der Diener ein: ,, Förster Thieme hat den Keiler gebracht!" Meinem Freund fiel fast die Zigarre herunter. „An Kei--Ier?l Ja, aber sag' nur g'rad.. Doch da war Frau Sopherl auch schon zur Tür hinaus, stürmte immer zwei Stufen auf einmal nehmend, die Treppe hinab. „Alterte, hast du den . . .?!" „Nein, dein Frauerl. einen ganz kapitalen Weihbunten, schau ihn dir nur mal an!' Auf der Rampe lag das urige, wehrhafte Wild, rot bestrahlt vom Widerschein der Windkichter. Man soll die Feste feiern, wie sie fallen . . . Ich stieg in den Kelter und holle noch zwei Fla- fchen 18.8er Johannisberger Schloßabzug herauf, füllte die hohen, grünlichen Rönrer: „Weidmannsheil, gnädige graul Daß Sie und der Vinzenz mir in jedem Jahre die Freude machen, meine lieben Gäste zu fein!“ (Fortsetzung folgt.) dem Rechtszustand, wie er sich hieraus ergibt, sind nunmehr grundsätzlich alle Berufe Kri^nun:«rrstühung zugelasfen. Ausgenommen sind nur die Berufe, in denen d.e Arbeitslosigkeit ausgesprochenen Saisoncharak.'er h^t, sowie einige bestimmte Berufe, deren Arb:itsmarkt auch jetzt noch nicht durch andauernde Arbeitslosigkeit in besonders starkem Ausmaße bttroffen ist, und die Geieg«nhrllsarörtter. Die Ausdehnung der Är;- senunterstützung auf die neu zugelassenen Berufe ist Sache der Präsidenten der LandeZarvetts- ämter, die der Erlaß hierzu ermächtigt. Aussteuerungen aus der Krüenfürsorge srnd bis zum 4. Mai 1929 verboten. Der Erlaß tritt am 25. Februar 1929 in Kraft und gilt zunächst bis zum 4. Mai 1929. Wirtschaft. Eine preußische Holding- und ZinanzierungSgesellschast. Der preußische Ministerpräsident hat dem Prä- fiteren res Landtages mitte e lt das) beabftch.ttt ist, die staatlichen Clertrizrtäts - und Bergwerksaktiengeiellscyaften in einer neu zu errichtenden Aktiengesellschaft zum Zwecke Geldausg.erchrs und der Geldbeschaffung z u s a m m e n z u f a s- se n, deren Alticn sich fäm.lich im Eigentum des Staates befinden werden. Sie Veräußerung oder Verpfändung der Ar.ien der neuen Gesettscyatt soll ebenso wie die der C.nzelgesellschafien an die Zustimmung des Landtages oder e.nes 2and- tagSausschusses gefunden «ein. Der Ministerpräs - dent bitte: deshalb folgenden Be.chluß za faslen: 1. Die Zustimmung des Landtages zur Crnarm- guug der Aktien dec Preußi.chen Elekic.z ta-s- A.^S., der Preußischen Bergwerks- und Hütten- A.-G., der Bergute.cs-A.-G. Aealinghausen, de.- Bergwercsge ellschaft Hivernia in eine neu za ercicytende At.iengesellschaft w.rd erteilt. D.e Veräußerung v^er Verpfändung der Aktien der neu zu errichtenden Gesellschaft ist an die Zustimmung des Landtages oder eines Ausschusses des Landtages ge unden. 2er Hauptgrund für diese Vorlage über die Schaf, fu. g einer Holding- und Finanzierungs- gesell schäft für die Elektro- und Bergwerks- unternehmangen des p-euhischen Staates liegt darin, daß man auf diese Weise bessere Geldbeschasfungs- m glich.'eiten für den erheblichen Bedarf der oreu- ßlschen Unternehmungen schaffen will. Die beantragte Gründung stellt sich also lediglich als eine weitgehende Finanzlerurg-matznahme dar, uno dementsprechend ist auch der Charakter der neuen Holding-Gesellschaft ausgesprochen der einer reinen Finanzlerungsgeselljchaft. Die Unternehmungen werden also als selbständige Einheiten weiterbe- liehen, sie können infolgedessen weiterhin auch Anleihen aufnehrnen. In der Praxis werden sie jedoch es vorziehen, bei der Finanzierung ihrer Geschäfte der neuen Gesellschaft olle diesbezüglichen Maß. nahmen zu überlassen, weil es dieser m. glich sein wird, Kapitalien zu günstigeren Bedingungen sowohl aus dem inländischen, als auch namentlich auf dem ausländischen Markt aufzunehmen. Selbstoeiständlich erhält der preußische Staat dadurch eine Erleichterung auf seinen Konten, und die bei der Seehandlung freiwerdenden Mittel (die Industrieunterneh- mu gen des preuß schen Staates haben ihren Geldbedarf bisher bei der Seehandlung befriedigt) werden für den preußisch.m Staat in Zukunft für andere Zwecke verfügbar. Dies ist um so wichtiger, als die einzubringenden Gesellschaften noch große Ausbaupläne haben, bei denen es sich bei der Preu- ßag vornehmlich um den Bau neuer Ueberlandlei- tui.gen und Krostwerke ufro und bei der Hibernia- Bergwerksgeselljchaft durch ihre Beteiligung an der Gaocg um den Neubau einer dritten großen Stickst, ffanlage in der Nähe von Recklinghausen (Aufwand von 25 Millionen Mark) handelt Gerade auf dem Gebiete der Stickstofferzeugung ist In der letz- \ ten Zeit die Hibernia besonders hervorgetreten, die ' bekanntlich die Mont Cenis-Patente benutzt und gs- I meinsom mit dieser bereits zwei Stickstoffgewm- I nungsanlagen für etwa 40 Millionen Mark gebaut hol Der Bau dieser Anlagen ist bisher mit Hilfe von Vorschüssen der Seehandlung durchg^führt worden, die ihrerseits ine preußische Fmanzverwaltung entsprechend delast-te. Die Geltbeschaffung durch die Holding-Gesellschaft soll lediglich für Zwecke der vier Gesellschaften erfolgen und in keinem Falle für den preußischen Staatsbedarf Verwendung finden. Es ist anzunehmen, daß die neue Gesellschaft an das Ausland mit einer Anleihe herantreten wird, so- bald es geht, d. h. wenn das Ergebnis der Pariser Reparationssachoelständigenverhandlungen vorlicgt. Der Erfolg einer suchen Anleihe liegt auf der Hand, denn die neue Dachgesellschaft wird in ihrem Prospekt aus E'ektrizitäts-, Kohlen-, Kali-, St ckstofs- usw.-Produltion sich stützen können, woraus sich gün- ftlge Emissionsbedingungen ergeben werden. Man braucht nur die Emissionsbedingungen der AEG. ober von Siemens oder der Harpener Bergbau A.-G. zu vergleichen, um dies fcstzustellen. • Die amtliche Großhandelsindex- z i s f e r. Die auf den Stichtag des 20. Februar berechnete Grohhande.sindexzifser drs Statistischen Rrichsamtes hat sich mit 140,0 gegenüber der Vorwoche (139 5) um 0,4 Prozent erhöht. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 1,3 Prozent auf 135,7 (134,0) gestiegen. Die Indexziffer für Kolonialwaren stellte sich wie in dec Vorwoche auf 125,6. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist leicht auf 133,7 (133,8) zurückgegangen, wah- rend die für industrielle Fertigwaren mit 158,2 [ei-1 ^e^ände-'.n^ aufari-t. «Rhein ischeHypothekenbauk,Mannheim. I.r A-u.ch-s.a.ssrtzung wurde beschlossen, dec Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 10 Prozent auf die Stammaktien vorzusch'agen. Der Reingewinn beträgt (einichl. 137 104 Mk. Eewinnvortrag aus dem Vor'ahre) 1 447 585 Mk. Die Genehmigung des Deichs.ats zu der in der außerordentlichen Gene- ta.'Der'amnuung vom 7. De ember 1923 beschlossenen Kapila «rhöhung wurde vor kurzem erteilt Die Durch'ührung der Kapitalerhöhung ist daher in der nächsten Zeit zu erwarten. frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 25. Febr. Tendenz: schwach. Zum Wochenbegtnn eröffnete die Börse infolge des Ultimos in großer Zurückhaltung. Obwohl ungünstige Momente irgendwelcher Art nicht vorlagen, zeigte die Tendenz ein ausgesprochen schwä- cheres Gepräge. Die Spekulation war sehr lustlos und hielt sich stark im Hintergrund. Das heraus- kommende Material fand nur bei größeren Verlusten Unterkunft. Hierbei wurden Ultimoverkäufe vorgenommen, und die Kurseinbrüche wurden durch diese Tatsache beschleunigt. Da Orders kaum Vorlagen, erfuhr die Tenden keine Stütze, und das Geschäft konnte sich nur innerhalb der Kulisse entwickeln. Die immer noch günstigen Geldmarkt- Verhältnisse und die gesteigerte Kohlenförderung uaq jaqnuaßo© 'uapiq ßunßaiujj aupj uajuuoj Schlußkursen vom Samstag gingen die Per lüfte durchschnittlich bis zu 3 v.H., bei den schwereren Werken wurde diese Grenze sogar noch um ein Beträchtliches überschritten. Am Elektro- marlt verloren Siemens 5,75 v. H., Schuckert 3,25 v. H. und A. E. G. 1,75 v. H., (bei letzterem muß der Dividendeabschlag berücksichtigt werden). Am Chemiemarkt waren auch Farben stärker vernachlässigt und 2,5 v. H. niedriger. Hier kam erst spät eine Notiz zustande. Scheideanstalt minus 2 v. H. Unter dem Druck der allgemeinen Geschäftslosigkeit hatten noch Salzdetfurch mit minus 4 v. H., Westeregeln mit minus 2 v. H. und am Bankenmarkt Berliner Handelsgesellschaft mit minus 4 v. H. zu leiden. Bei den übrigen Bankwerten gingen die Verluste nur bis zu 1,75 v. H. Schiffahrtswerte knapp gehalten. Für Norddeutscher Lloyd bestand trotz des etwas niedrigeren Kurses etwas Interesses. Montanwerte zeig- ten heute eine gewisse Widerstandsfähigkeit, da doch im Verlaufe die erhöhte Kohlenförderung beachtet wurde. Don internationalen Werten hatten nach den letztägigen starken Steigerungen Soenska einen Verlust von 4 Mark aufzuweisen. Einiges Interesse bestand für Zement Heidelberg, Frankfurter Maschinen, N. S. U. und Rütgerswerke, die etwas an- Öen konnten. Gut behauptet eröffneten Zellstoff Idhof u,b Berger, Renten still. Deutsche Anleihen eine Kleinigkeit nachgebend Don Ausländern Zolltürken etwas gefragter und gut behauptet. Anatolier dagegen gedrückt. Nach den ersten Kursen erfuhr das Kursniveau eine weitere Abschwächung. Farven lagen 1,5 v. H., Schuckert 1 v. H. und Siemens 2v.H. schwächer. Vereinzeltes Interesse bestand für A.E.G mit plus 1 o. H. Der Geldmarkt erfuhr mit 5,5 v.H. eine Verknappung. Geld über i Ultimo 7,25 v. H. bis 8,25 v. H. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4 2125, gegen j Pfund 20 447, London gegen Kabel 4.8531, gegen ' Paris 124,24 gegen Mailand 92,67, gegen Madrid । 31,45, gegen Holland 12,1160. 5.\iHt;urt?r G7 r?idrbörse. Frankfurt a. M. 25. Febr. (Drahtbericht des .Gieß. Anz.") Der heutige Produkccnmarkt vcrk hrie in r h g r Haltung. Di: etwas höheren AuslandnoUcrungen b.ieben ganz ohne Einfluß und wurden nicht beachtet, da die stärkere Beschickung des Marktes infolge des milderen Wetters verstimmte und preisabbröckelnd wirkte. Stärker angeboten war vor allem von Brotgetreide Weizen und die Quotierung konnte hier um 0,05 ML. ermäßigt werden. Das Mehlgeschäft blieb klein, doch blieben die Preise hier gut behauptet. Einiges Interefse machte sich a.n Futtermittelmarkt für Weizenkleie bemerkbar. Hier konnte ein höherer Preis erzielt werden. Es wurden notiert: Weizen 24.00, Roggen 23.75, Sommergerste 24.50, Hafer (inl.) 24.50—24.65, Mais (gelb) 24.00—24.05, Weizenmehl (süddeut. sches Spezial 0) z31.00—34.75, Roggenmehl 30.75 bis 31.75, Weizenlleie 14.25—14.35, Roggenkleie 15.00, Erbsen 35.00—55.20, Linsen 65.00—110.00, Heu 14.00—14.50, Weizen» und Roggenstroh (drahtgepreßt) 5.50—6.00, Weizen- und Roggcn- stroh (gebündelt) 4.50—5.25, Treber (getrocknet) 22.50—23.00. — Tendenz: ruhig, nur Futtermittel befestigt. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt 2. M., 25. Febr. Auftrieb. 1515 Rinder (darunter 398 Ochsen, 52 Bullen. 631 Kühe. 390 Färsen), 471 Kälber, 162 Schafe. 5369 Schweine. Es wurden notiert: Rinder (Ochsen): votlfleischi^e, ausgemästete, höchsten SH.'achtwerts (jüngere) 53 bis 56 Wk., (ältere) 49 bis 52: sonstige vollfleischige (jüngere) 44 bis 43: (Dullen): längere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 50 bis 53: sonstige vollfleischige oder ausgemästete 46 bis 49; (Kühe): jüngere, voll- fleischige, höchsten Schlachtwerts 41 bis 47: sonstige vollfleischige oder ausgemästete 36 bis 40; fleischige 32 bis 35: gering genährte 25 bis 31; (Färsen — Kalbinnen, Iungrinder —): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 53 bis 57; vollfleischige 43 bis 52; fleischige 43 bis 47. — Kä lber: beste Mast- und Saugkälber 68 bis 73; mittlere Mast- und Saugkälber 62 bis 67; geringe Kälber 55 bis 61. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 72 bis 75; vollfleischige Schweine von etwa 160 bis 300 Pfund 73 bis 76; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 70 bis 73 Wk. — Marktverkauf: Rindeb mäßig-rege, geringer Heberila.-b; Schweine mäßig-rege, ausverkauft; Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Büchertisch. — Conrad Ferdinand Meyer: Hut- tenslehteTage. Reelams Hniversal-Tiblio- thek Rr. 6942. Gey. 40 Pf., geb. 80 Pf. (85) - ES ist sehr erfreulich, daß alle Werke von Conrad Ferdinand Meyer jetzt in den billigen und schmucken Einzelausgaben von Reelams ilniöer- sal-Tibliothek zu haben sind und damit auch den Minderbemittetten zugänglich werden. Die Vers- erzählung „Huttens letzte Tage" ist das erste bedeutende Werk des Dichters, das er unter dem Eindruck der Ereignisse von 1370 in einem großen Wurfe schuf. — Conrad Ferdinand Meyer: Die Hochzeit des Mönchs. Plautus im Ronnenkloster. Rovellen. Reclams älniber» sal-Bibliolhek Rr. 5950/51. Geh. 80 Pf., geb. 1.20 Mark. — Das Leiden eines Knaben. Rovelle. Rcclams äln.versa!-Bib.iothek Rr. 6953. Geh. 40 Pf., geb. 80 Pf. — Die Versuchung des Pescara. Rovelle. Rellams älniversal- Dibliothek Rr. 6951/55. Geh. 80 Pf., geb. 1.20 Mk. (86/83) — Am 1. Januar 1929 sind die Werke von Conrad Ferdinand Meyer für den Rachdruck frei geworden. Man mag zur dreißigjährigen Schutzfrist eingestellt sein, wie man will — niemand wird es bedauern, daß man jetzt die Mci- sternovellen des großen Schweizers für 40 Pf. kaufen kann, daß man sie bald in den Bücher- Automaten der Bahnhöfe vorfinden wird, kurz, daß sie jetzt wirklich ins Volk dringen können. ES gibt wenig Dichter, an deren Prosa man das Wesen der künstlerischen Form so klar erfassen kann wie bei Conrad Ferdinand Meyer. 2n der Gliederung des Stoffes, in der Beherrschung des sprachlichen Ausdrucks und Sahbaues steht er einzig da. Auch die Jugend bat nun die Möglichkeit, sich die Werke dieses Klassikers für wenige Groschen anzusWaffen. Die Ausgaben sind übrigens auch in schmucken bunten Einbänden zu haben, älns liegen davon die oben angezeigten Bände vor. — Ausgleich der Familienlasten durch staatliche E r z i e h u n g s b e i h i l- f e n. Tagung der Kinderreichen in Bochum am 15. bis 17. Juni 1923. 141 Seiten 8°. Reichsbund der Kinderreick en Deulsckllank^ zum Schutze der Familie e. D. Geschäftsstelle: Berlin W 8, Friedrichstraße 183. Verlag: Deutsche Schriften- verlag ©. m. b. H.» Berlin SW 11, Dessauer Straße 6/8. (89) — Tacitus: Germania. Herausgegeben, übersetzt und mit Volks- und heimatkundlichen Anmerlun,en rersehen von Prof. Dr. E. F e 5 r l e, Heidelberg. Mit 30 Abbildungen auf 14 Kunst- drucktaseln. 1928. Geh. 4,50 Mk , geb 6 Wk. I. F. Lehmanns Verlag, München. (815) — Was aber die vorliegende Bearbeitung besonders bemerkenstrert macht, ist die Gegenüberstellung des lateinischen und des deutschen Textes. — eine wertvolle Hilfe für alle, die aus ihrer Schulzeit nicht mehr genügende Kenntnisse bewahrt haben, um einen la.einischen Text mit Genuß lesen zu können. — und die tiefschürfenden Anmerkungen zu jedem Kapitel, die interessante und neue Forschungsergebnisse vermitteln. Ein gut ausgestatle.er Dilderteil giat ein anschauliches Bild von Aussehen. Kleidung, Gerätschaften und Heiligtümern der Germanen. Letzte Nachrichten. Oie Deutschen in Afghanistan. London. 25. Febr. (DTB. Funkspruch.) „Daily Telegraph- meldet aus Peschawar: Der Umstand, daß der deutsche Generalkonsul in Kalkutta, Baton Leopold von Plessen, sich nach Kabul bereden hat, wo gerade d.e Abbeförderung der Ausländer lm Gange ist, mag zunächst befremden. Aber nach emer Information, die von einem kürzlich aus Kabul eingetroffenen Deutschen stammt, sind Schwierigkeiten zwischen Bacha-3-Sakao und gewi'sen-Deutschen entstanden, d'e unter dem alten Regime in der afghanischen Regierung beschäftigt waren. Ls scheint M.ßoersländnifse gegeben zu haben, und bis diese geregelt sind, ist Bacha-J-Sakao nicht geneigt, den betreffenden Deutschen dieAbr^iseerlaub- n i s zu erteilen. Deshalb hat sich Baron von Plefsen nach der afghanischen Hauptstadt begeben, um die Sache in Ordnung zu bringen. Gewlnnavszug Nachdruck Oftbcfen Ohne Gewähr 23. Rcbiuot 11)29 14. Ztedungslag 3000 Nl. 10749 133300 881648 247476 10263 2000 M. 1000 M. 19-.540 956 2.34 n* 300 9N 75110 79654 99226 94316 100378 37835 131H3 192763 275210 32I562 394082 172444 306742 118638 138308 169345 1767b2 204038 244407 266964 28'1826 287462 305625 321287 342263 352766 377621 398586 16521 47135 624 73 131805 147327 163816 193682 228974 252283 269850 282196 297604 310072 332586 343846 358175 361626 10000 M. 36202 216385 280909 6000 -M. 145856 13818 40177 81981 67563 112065 137087 156152 172735 203515 239'44 256216 275687 283833 304134 316345 339868 349'122 362597 396925 120087 147288 164196 186256 227414 248073 268084 281743 295271 308823 331209 343294 356978 378338 71538 211615 388813 157836 24845,9 292569 349938 134100 150582 169653 199154 233O05 255436 275378 28.3310 302255 316337 333473 344762 361827 382773 4639 33330 59162 65496 182157 267939 315899 373673 27 ''35 317 88 381367 8 »etolnne ,r> 2 in 4 inne ad 10 ©etninnf >v 301904 359108 138853 266659 276271 335069 394461 118730 140053 161897 177291 212079 244739 267279 281390 293184 307900 330659 342500 355210 377781 156225 226584 285460 315789 397477 84329 259558 395658 28 <*etpuinr >o ----- — 172576’ 205400 208968 d Klafft 32 Drcußlsch.LäkchkvstchO (25ä. Piruß) Rlaficn-yottcrte Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar se einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Ableitungen I und II 12338 I 39270 61370 66522 103413 ön der Bormllta » 1000 OTL 41310 45778 158816 162'83 166035 164610 261689 287691 319.370 36'784 367204 88 „> 600 M 70 10089 66642 67304 87511 62605 93599 1 04 934 1 27UH6 128339 130296 17933 93852 95494 103893 110622 12'408 123920 136623 149268 189761 224082 261631 286792 330438 348853 371459 382039 161899 248801 284809 312257 345524 125476 139401 I72989 210767 228123 274058 308<03 335521 354-<44 375591 130'157 216487 269119 298911 335018 379837 196094 258I99 290764 314111 364630 126856 139417 177899 214844 242196 275911 316670 338442 3'1'1589 378801 I36684 148916 1896I6 2'8707 256619 285184 320777 348593 38 3M 5 381487 2149K0 267503 296603 316518 378440 131207 142930 189260 2'78.31 24772V 282984 320682 34l284 3«ii894 3791)84 20210 62'106 90282 1 125183 138274 163376 209912 227738 270617 300002 330877 351861 373510 174 »etninuv 300 tn 3738 16092 16479 23082 29445 30168 49726 68009 69550 03947 64995 71603 77258 78201 8'1168 131621 23-2592 283471 303698 344106 381012 143104 244137 28439.3 3079'13 345060 399666 386206 386266 Im (fleminnr'ihe verblieben: 2 Prämien zu 500000 2 Geimime au Suihioo. 2 zu innooo, 2 411 2oOO(>0, 2 zu 10(1000 2 zu 50000. 6 zu 25UOO 42 zu t00(>0, 90 An 5(M)0, 222 ah Ü**». 432 tu 2000, 924 zu lUUO^ 2Jd6 zu 500. 6344 zu 3UU Mk. Tamm 24.2. 1' 165 V 81 130,75 129 f. ¥t I- 4 L 95,5 125} 124,6 125,25 I 125,25 125,75 123,5 8 Banknoten 170 b 92,5 303,5 301 121,75 112,6 209 138 itinfang Kura B 8 12 IC 1< 6 6 10 10 160 81,5 123 i-Uar. Kura 221,75 372,5 217 317 244,5 Gdilufc’ Kura . 8 10 - io 10 12 II 166,6 124,25 .39.5 Tränffutta. M. | Berlin 122,5 117,25 129,5 126,25 122 208,5 105,6 121,25 122,13 112,25 93,25 99,75 95,75 282,5 126,5 97,75 67,6 212.75 216,75 316 244.5 114,75 225 378,25 schlufe- ftllK 166,75 205.75 162 208.5 137,25 231,5 145 164.75 201,5 222 373,4 148,5 176,5 1 167 25 ; 124,25 139,75 ■40,25 30,5 193 77,75 ,70.5 164,25 165 196,25 I 123 212 106,25 122,75 124 113,25 94,25 102,25 96,5 285.5 127,13 237 197,2j 4 77 169 163,75 168 »IlaLeck Montan . . . 'ictciiilflte Gtahto. . lovi Minen .... tali 2l chrra!?b?n . . >a.1 iscüertflej« - - - ed Ga-Adeiiur k» 3- ant . Deulsche Bank..... Stsfonto^ciellfdvrfi An>.. Drekvner Bant . ■ . 3Ridel?eittfd)e (Stebubanl . Metallbant ...•••• Melchrbank ....»•• 98,13 67,9 .14,5 21S 321 247 115.25 96 I 285 I 165 141 98 68 15 219 321 247 | 172: 66,5 92 ! 185,5 i 87,5 । 87,75 92,6 | 93 ............... Bergmann..... (iletu. 1,'tEieningen. . ilidit unö Kraft ■ - ■ .Zelten & GuUleaums. G»s. f. Clettt. Untern.. Hamb. Elettr. Werte . Rhein. l^Iettr. . - . Schlei, iriellr. . - - ädiudert..... Giemen« & Halste . Itanaraöio .... Lahmeyer Buderus..... Deutsche Erdöl . . (rifenct Lteintohle . (flelicnllrdicnet . . Harpener..... Hoesch Eilen. . . . 127,23 126,50 303 I 300,5 24 2 166/25 205 23 2. 174,25 205,5 163 210,5 138 135 23.2 175,2a 207,5 162,75 211 138 233,75 146 165,5 206,75 224,25 377 148,75 160,13 83 123,5 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern aeben die Höhe der zuletzt beschlollenen Dividende an. — Reichsbankdiskonl 6,5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. Berlin, 21 j^^druar ^^aitzoincye lliotrii..... Holländische Noten...... Ut lienische Noten...... Norweaische Noten...... T uiich-Oeslcrr,2iooÄroneu iHumäutfdie Noten...... Schwedische Noten...... Schwerer Noten....... Cvantsch: Noten....... T(checho'lowaktsche Noten .. Ungarische Noten ...... jllc Hetgimt..... .................. W^ln-gicueiien. .... 9Xannevmann..... Mcmi-seldor...... Cbctid’lef- Eisend. Bedarf Cbcridilei. Siofsrocrfc. . Phönix B rabau......btt *K6clnt|d'e Braunkohlen. . . 1* Nyetnstah! . - . i- % Jahr 4' Gela Brief 16,44 16,50 168,19 168,87 22,09 22,17 111,95 112,39 59,09 59,33 2,495 2,515 112,18 112,62 80,88 81,20 64,96 65.24 12,44 12,51 73,20 73,50 ftranffuit a. M. Berlin Sd)lu6'| Kurs 1 > Uhr. Kurs Schlub-IAnsang- Kurs I Kur» Datum 23 2- 24 2- 23.2. | 24 2- '4}t)Lipp A>o.juiann . . > ■ ■ ■ 1 123,5 —— 123,25 —— Heidelberger Cement. . . . lf 137 137,5 — •— Gement Karlstadt . . ....(■ 176 — — — ■$1301)6 & Freitag . . . . . . 10 120,5 — — — Schultheis Patzenhoser . . . ll — — 282 280 Cftoetfe...... . . . li — — 236 232 Ser. Glanzstoss . . . . . . lf — — 423 425 . . . 14 - — 395 376 Zellstofs'Waldhos . . . . . r. 255,5 255,5 255 256 tjellsioss Alchassenbnrg ... 12 189,5 —— — —— (äadottenbutger 2Bancr . . . W — 129,5 130 Dessauer Ga» .... . . . . k — — 213 212 Daimler Motoren . . . . . . 0 —— 53,5 54,9 53,5 Demag ...... . . . . 0 — —- 50,75 50,5 Adlerwerte ftlcoei . . . . . . 5 53,5 52,25 52,75 51,75 Ludw.Loewe .... ... 10 — — 216 — Nat. Automobil . . . . . . . 0 — — 32 33,25 Crenftetn & fioppcl . . . . . 6 — 88 84 Leonhard lieg . . . . . . . r —• — 265,75 263,5 Bamag-Meguin . . . . . . . 0 — — — — Frants. Maschinen . . .... 6 61 62 62 —— Grlvner...... ... 11 103 — 103,25 — Heyltgenstaedt . . . . . . . 0 — — — IunghanS...... .... 4 73,5 —— — — Lechwerte...... .... 8 — — * — Maintrastwerte . . . .... 8 120 — — — Miag........ . . . lf — — 144 143 -jie'ariulmer . . . , h 26,5 26,5 25 ■yetets Union . . . . . . . . t- 101,73 — 102 — Gebr. Sioeder . . . . . . . 1< 129 — — Vioint & Caclfnet . . . ... t 212 —- 212 — Südv. Lucker . . . . .... 8 145 — 144,75 — Franssurt a. M. | Berlin Sdiiiif? Kurs i Uhr- Kurs Lchluh-Ansang flur? 1 flurs Tn um 23.2. 24 2. 23 2 | 24 2 6% Dt. sr. ich-anieih« >. iv_-, 'jlnl..'2l6tö|.-ed)ulD mü Aus v7,4 — b775 ' — os.-Reduen. . 55,1 54,05 54,2 — Te.gl. ohne Auslos.-Rechte . 7‘;n ,Zrants Hov.-Bl. Goldvl- un 13,3 13,3 . 13,4 13.4 ünobar bi» 1932..... 4h % McinNche Hvp.-Bant Liau — — — — Äoldps........... E. abg. Bortriegs-Lbligation * —- rückzahlbar 1932 ..... — —— — •— 4°0 Schweiz. BundeSb.-Anl.. . — — — — 4% £efiera:id)iid>e (Soiotie.. . 31,8 —— 31,7 — 4,20% Cefterr. Silberne. . . - 4% Oesterreich, einheul. Kte . 2,4 — — 4% UnQariidic Goidrte..... 24,8 — 24,8 25 4% UngariidK Ltaatsr. v. 1910 *• — 21,13 — 4'/r% vesgl. von 1U1S .... — w 22,8 -1% Ungarische Nronenrte.. . . 2,2 — z ,25 2,25 4% Türt. ßellnnleibe v. 1911 - 4% Lurlische Bnovadbahn-Anl. 10,9 10,9 Serie ........... 4% veegl. Serie H...... W 10,5 10,7 — 10,9 10,5 d% Rumänen conoert. Rte. . - —- 4J4% Rumänen Golvani. von 1918 18,7 — 18,9 — 23 ffeutuar 24 (Vcbruor Am liebe Notierung Amt.tche Notierung (Se(b Brie- isicR) Briet _ AM tt-Non. 168,61 168,9a 168,55 168,89 Bu n.-AireS 1,770 1,774 1,771 1,775 Bris.-Anttv 58,45 58,57 58,44 58,56 Christiania. 112,25 112,47 112,23 112.45 .liop.'nhng.'n 112,25 112,27 112,23 112,45 Stockholm . 112,47 112,69 112,44 112,66 Heli'ingsors- 10,59 10,61 10,58 10,61 Italien. . 22,065 22,105 22,045 22,085 London. . . 9,'eunork . . 20,432 20,472 20,425 20,465 4,2100 4,2180 4,2090 4,2170 P?ris. . . 16,435 16.485 16,435 16,475 Schmelz . . 80,96 81,18 80,935 81,195 Sna im . 65,03 65.13 64.95 65,09 Jovan . . - 1,903 1,907 1,699 1,903 -MO b: Jan Wie i in D-« 1,5015 0,5035 0,501 0,503 Ccfi. cbgeft 59,14 59,26 ,9.14 59,26 Prag ■ ■ • • 12,482 12,502 12,48 12,50 Bel irod . 7,390 7,404 7,390 7,404 Tnvav't. ■ 73,33 73,52 73.34 73.48 Bnl arten 3,037 3,043 3,041 3,047 Lissabon . 18,68 18,72 18,58 18,62 Dam-K - • - klonst ntm- 81,69 81,85 81,67 81,83 2,095 2,099 2,075 2,079 Athen- . 5,435 4,191 5,445 5,435 5,450 Canada . 4,199 4,191 4.199 Uru nan . 4.501 4,309 4,301 4.309 Cairo . . 20,83 21,97 20,419 20,420 Berlin. 22. s?e