Nr. 21 Erstes Blatt 179. Jahrgang Zreilag, 25. Januar 1929 Lrlchelnt t a g 11 d), aufeer sonniags und Feiertags Veilaaen •Die Illustrierte Gießener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle vezugspretr für 2wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfpiechanfchlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siehea. Postscheckkonto: Srantfurl am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrv6 und verloa: vrühl'fche Universiläts.Buch. und Zteindruckerel II Lanze tn Gletzen. Schristleitung und Geschaftr^telle: ZchuMa^e 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm ‘Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Ne- klameanzeigen von 70 । m Brette 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein: für den Anzeigenteil Kurz Hillmann, sämtlich in' (Biehen. Oie Wartegeldempfänger. Ter Reichstag berät die geplante Rcuregctung. Berlin, 24. Fan. (V.D.Z.) Auf der Tagesordnung steht als einziger Punkt das Gesetz über die Wartegeldempfänger. Die aus Wartegeld gefetzten Beamten find bisher nur dann verpflichtet, einer neuen Einberufung Folge zu leisten, wenn sie eine P l a n st e l l e erhalten sollen, die ihrem früheren Rang entspricht. Durch den Personalabbau ist die Fahl der Wartestandsbeamten sehr groß geworden. Die Borlage will ihre Fahl dadurch vermindern, daß sie sie vervflichtet, auch außer- planmäßige Stellen anzunehmen, wenn die Beschäftigung an ihrem Wohnsitz mindestens vier oder außerhalb mindestens acht Monate dauert. Ferner können die Wartegeldempfänger sich unter Anrechnung der Wartezeit freiwillig pensionieren lassen. Aeltcre Wartestandsbcamte sollen zwangsweise pensioniert werden können. Mit der Beratung verbunden wird ein deutschnationaler Antrag zur Aenderung des Beamtengesetzes. Reichsstnanzmintster Dr. Hilfer - d i n g teilt mit, daß die Zahl der Wartegeldempfänger durch die Personalabbauverordnung auf 110 000 gestiegen, inzwischen allerdings wieder aus 38 000 gesunken sei. Er hofft, daß recht viele von ihnen die Vergünstigungen des vorliegenden Entwurfes in Anspruch nehmen und sich pensionieren lassen werden. Die Regierung erwarte von dem Gesetz eine Ratio- naltsicrung der Beamtenverhältnisfe. Die Beamten könnten wählen, ob sie sich wiederverwenden oder pensionieren lassen wollten. Abg. G o t t h e i n e r (Dn.) erinnert an die Mitteilung des früheren Finanzministers Dr. Köhler, daß di« Wiederverwendung der Ab- gebauten an dem Wider st and der Ressorts scheitere. (Hört! Hört! bei den Dn.) Darauf sei wohl diese neue Borlage zurückzu- führen. Es Hub« lange gedauert, bis sie gekommen sei. Sie fei aber trotzdem nicht gut. Der Entwurf greis« tief inwohlerworbeneRechte der Beamten ein und müsse deshalb gründlich geprüft werden. Schon jetzt könne man feststellrn, daß er in wesentlichen Posten die Rechtsstellung der Wartestandsbeamten verschlechtere. Zu begrüßen fei die Tendenz, durch Bergünstigung Pensionsanträge zu erleichtern. Abzulehnen sei aber jede Zwangspensionierung. Zu begrüßen sei die dem deutschnationalen Antrag entsprechende Bestimmung des Entwurfes, die die richterliche Rachprüfung der Bor- aussctzungen für die Zwangspenfionierung fordert. Abg. Sigfried (Wp.) begrüßt die Vorlage, die den Sparsamkeitsgrundsähen seiner Partei entspreche. Allerdings werde die Partei dem Gesetz nur dann zustimmen, wenn aus ihm dem Reich kein« neuen finanziellen Belastungen erwachsen. Abg. Dr. Frick (R.-S.): Rach dieser Rede scheint mir die Wirtschaftspartei regierungsfähig geworden zu sein. (Heiterkeit.) Die Entrechtung der Wartestandsbeamten wird durch dieses Gesetz nicht aufgehoben, sondern fortgesetzt. Das Gesetz bringt neue Eingriffe in wohlerworbene Rechte der Beamten. Das machen wir nicht mit! Damit schließt di« erste Beratung des Gesetzes. Die Vorlage wird dem Haushaltungsausschuh überwiesen. Da die Tagesordnung erschöpft ist, schließt Präsident Löbe die Sitzung. Am Freitag soll das Sleuervereinheitlichungsgesetz beraten werden. Die Etatdebatte in Preußen. Keine fristgerechte Verabschiedung des Haushaltsplans. Berlin, 24. Fan. (TU.) Der A e l t e st e n- r a t >..s jj-Oihischen Landtages hielt am Donnerstag die angekündigte Sitzung ab zur Rach- prüsung der Frage, ob der Anregung des preußischen Finanzministers stattgcgeben werden könne, den neuen preußischen Hau.'halt noch vor Ostern zu verabschieden. Das Bureau des Landtages hatte auftragsgemäß einen Plan vorgelegt, der eine erhebliche Beschrän- tung der Redezeiten vorsieht. Für diese Einschränkung sand sich im Aeltestenrat nicht die erforderliche 2/4- Mehrheit. Der Plan einer Verabschiedung vor Ostern ist damit gescheitert. Es wurde angeregt, die zweite Lesung des Haushalts zum mindesten noch vor Ostern zu erledigen, so daß nach Ostern der Haushalt nach Vornahme der dritten Lesung möglichst bald verabschiedet werden kann. Die Entscheidung über- diese Anregung soll in einer für Freitag angesehten weiteren Sitzung des Aeltestenrats fallen. Aus eigener Kraft. Berlin, 25.Jan. (Priv.-Tel.) Das Reichs- juftizmlnifterium dürfte in diesem Jahre auch wieder das seltene Beispiel geben, daß eine Reichsbehörde sich ganz aus eigener Kraft erhält. Es verlautet wenigstens, daß dieses Ministerium bei 16 800 000 Mark Einnahmen nur einen Ausgabenbedarf von annähernd 15 Millioneu verzeichnet und somit einen Ueberschuß von mehr als 1,5 Millionen ergibt. Allerdings hat diese Aufstellung auch ihre Schattenseiten, denn im wesentlichen dürsten die Einnahmen des Reichcjustiz- Ministeriums auf den Patentgebühren des ihm angeschloffenen Patentamtes beruhen. Wesentliche Einnahmen aus der Reichsjustiz, d. h. also aus dem Reichsgericht ufm. kommen nach unseren Informationen nicht in Frage. Schon verschiedentlich hat die Industrie an den hohen Patent- Clsaßdebaiie in der pariser Kammer. Paris, 24. Fan. ($11.) Die mit größter Spannung erwartete Elfah-Debatte begann mit einer einstündigen Rede des regierungstreuen elsässischen sozialistischen Abgeordneten Grum- 6 ad). Während der ersten zwei Stunden verlies die Sitzung verhältnismäßig ruhig. Die Tribünen waren ganz teilnahmslos. Rur Poin- c a r 6, der die ganze Zeit über der Sitzung beiwohnte, machte mehrmals von feinem Platze aus charse Zwischenbemerkungen, mit denen er aus die Beziehungen der Autonomisten zu den Kommunisten hinwies. — Grumbach be- chwor die Kammer, vor dem 3n- und Auslande die nationale Würde zu bewahren. Er entwickelte den bekannten sozialistischen Standpunkt, der keinerlei Verständnis für die Eigenart des Elsaß' zeigt und den elsässischen lebensnotwendigen Forderungen nur spärliche Zugeständnisse machen will. Den Beweis für seine Behauptungen blieb Grumbach der Kammer schuldig. Der katholisch-demokratische Abgeordnete Brom bemühte sich dann um den Rachweis, dah die Fehler im Elsaß nicht von den Katholiken begangen worden seien. Frankreich habe dem Elsaß unbestreitbar zahlreiche Wohltaten gebracht, aber ernste Fehler seien trotzdem begangen worden. Rach dem Waffenstillstand habe man im Elsaß ein grenzenloses Vertrauen zu Frankreich gehabt, aber man habe nur an d i e reiche Bourgeoisie gedacht, ohne sich um das Volk zu kümmern. Auch sei das Gerechtigkeitsgefühl des Volles nicht beachtet worden. Angeklagte hätten vor Richtern erscheinen müssen, die ihre Sprache nicht verstan- d e n. Bei den geringsten Kleinigleiten führe man die Leute geschlossen vor den Richter. — Der Abgeordnete Brom beschwör zum Schluß Frank» reich, es möge sich Müh« geben, das Elsaß zu verstehen. Durch das Elsaß könne Frankreich Deutschland erreichen und umgekehrt. P 0 i n c a r 6 protestierte gegen die Behauptung des Abgeordneten Brom, als seien die Elsässer einem System der Verfolgung ausgesetzt. Er könne im Gegenteil Beweise dafür liefern, dah Geschworene vom Colmarer Prozeh fortgesetzt den stärksten Angriffen ausgesetzt gewesen seien. Der elsässische Abgeordnete M i ch e l Walter erklärte, allmählich habe sich durch daS systematische Richtverstehen der sozialen Probleme ein Unbehagen herausgebildet. Das Elsaß habe niemals auf seineMuttersprache verzichtet. Die elsässischen Rationalisten seien nicht Agenten des Auslandes. Die Bedrohung mit einem Druck hätte bei den Elsässern niemals Erfolge gehabt, selbst nicht unter der deutschen Herrschaft. Das Elsaß wolle unter keinen Umständen auf seine partikularistifchen Fdeen verzichten und werde den Versuchen der Regierung, die Vereinheitlichung der Verwaltung auch im Elsaß durchzusü)re.i, den häveften W derftand entgeg n° setzen. Fmmer stärker werde die Bewegung, die sich gegen die Pariser Ausgleichsbemühungen richt«. Er, Walther, und seine Freunde seien niemals weitergegangen, als eine Autonomie innerhalb Frankreichs zu fordern. Das Elsaß sei von keinerlei auswärtigen Einflüssen abhängig und weise jeden Vorwurf, den man ihm mache, zurück. Mit Gewalt werde die Regierung im Elsaß nichts erreidjen. Fede Bemühung, den elsässischen Autonomismus zu unterdrücken, werde vergeblich verpuffen. Der Prvzeh von Colmar bedeute eine große Ungerechtigkeit, Männer. wie Karl Hauh und Ricklin, die Frankreich während des Krieges die größ- ten Dienste erwiesen hätten, hatten das Schicksal, das man ihnen bereitet habe, nicht verdient. Könne man wirklich behaupten, daß die elsässischen Autonomisten keine wahren Patrio- len seien? Der Autonomismus sei nichts anderes als ein französisches föderalistisches Programm. Der Redner verlangte di« Zurückziehung aller Maßnahmen, die gegen den Heimatbund ergriffen worden seien und ein« Amnestie zugunsten der Verurteilten von Kolmar, die Freiheit der Presse und die Abberufung der Spitzel. Zum Schlüsse der Sitzung kam es zu einer erregten Kundgebung. Nachdem der Abg. Walther die Tribüne verlaßen Halle, erhob sich poincar^ und erklärte, die Redner hätten ohne Ausnahme nur von den Fehlgriffen der franzöfifchen Regierung gesprochen. Manche Irrtümer gebe er zu. doch hätten sie es ängstlich vermieden, darauf hinzuweifen, wie große Verdien ft e sich Frankreich in den letzten zehn Jahren um das Elsaß erworben hätte. Poincare erklärte in sehr erregtem Tone, es fei zwar nicht angebracht, nachzuforschen, welche Haltung Elsässer während des Krieges eingenommen hätten, als sie sich mit dem deutfchen Regime hätten abfinden müssen, aber man dürfe doch nicht zu weit gehen. Ricklin habe als Präsident des Landtages nicht nur eine deutsche, sonder» sogar eine kaisertreue Erklärung abgegeben; denn er habe eine feiner Reden mit dem Ruf geschlossen: „Es lebe Elsaß-Lothringen, es lebe Deutschland, es lebe der Kaiser!" Poincacrö verlas darauf einen längeren Artikel aus der „Gazette des Ar- dennes", in dem Dr. Ricklin betont habe, daß die Elsaß-Lothringer nicht wollten, daß der Krieg um ihretwillen anbauere; denn das Elsaß wolle deutsch bleiben. Wer dies geschrieben habe, der dürfe sich nicht an die Spitze einer separatistischen Bewegung stellen. Die Zeitungen dieser Bewegung dürften nicht wagen, die französische Re- gierung anzuklagen, daß sie für den Krieg verantwortlich fei und baß sie bas Massaker fortgefe ;t habe, um bie Elsässer entgegen ihrem Willen zu Franzosen zu machen. Diese Minberheit wolle ganz Frankreich stören unb belohne Frank- reich schlecht, bas für bas Elsaß boch sehr viel getan habe. Eine solche Belohnung fei ber größte Schmerz für einen Franzosen. Oie Schwierigkeiten der Koalition. Eine sozialdemokratische Darstellung der Lage. - Parteien und Kabinett. Das Jtcid) und preußm. — Ein interfraktioneller Ausschuß? Berlin, 25.Jan. (prlv.Tel.) Der Sozial- bemokralifche Pressedienst schreibt zu ber Frage ber Regierungskoalilion im Reich u. a.: Ls ist selbstverständlich, baß bie bisherige Form bes Regierens, bie sog. lockere Binbung, ihre Grenzen Hst, unb es kann kaum einem Zweifel unterliegen, bah wir uns einem kritischen Moment nähern. Lr liegt in der Rolwenbigkeil, ben Etat zu verabschieben unb für bas Defizit eine Deckung zu finben. Daraus ergibt sich für ben Reichskanzler bie Jlotroenbigteit, jetzt, ohne zunächst ossizielle Derhanblungen zu eröffnen, mit ben leitenden Stellen ber einzelnen Parteien Fühlung zu nehmen unb ba» Terrain zu f 0 n - bieten. Mit biefen Unterhaltungen ist denn auch bereits am Mittwoch begonnen worben. Sicherlich werben Sozialdemokraten, Demokraten, Zentrum unb Deutsche volksparlei — bie Bayerische Volkspartei nimmt eine Sonberstellung ein — bie Frage nach ihrer grunbsählichen Bereitschaft zu einer koalitionsmäßigen Binbung m i t einem 3 a beantworten. Richt ganz so gewiß ist es, ob sie alle auch gewillt siub, auf eine neue Diskussion ber sachlichen Voraussetzungen zu verzichten. Aber bamit siub bie Schwierigkeiten noch nicht beseitigt. Sie liegen jetzt insbesoubere auf bem Gebiet ber zahlenmäßigen Vertretung ber einzelnen Fraktionen im Kabinett. Mit biefen Schwierigkeiten aber ist es noch nicht genug. Die Volkspartei hält an ihrem Anspruch aus Hinzuziehung zur preußischen Regierung fest 3hre Parole lautet: Ohne Preußen keine Koalition im Reich, unb ob sich nun bie preußische Frage so schnell eriebigen läßt, wie bie Situation im Reich es erforbern würbe, ist fraglich. Man konnte nun auf ben Ausweg verfallen, wenn bie eigentliche Große Koalition zur Zeit nicht zu erreichen ist, einen interfraktionellen Ausschuß auf bie Beine zu stellen, ber über bie jeweilig strittigen Fragen eine Verständigung herbeiführt. Indessen scheint auch diese Lösung keine allgemeine Zustimmung zu finden, unb wir stehen vor ber Frage, ro i e benn nun eigentlich bas Schiff über bie Klippen ber nächsten Zeit, namentlich übet bie bes Llals unb bet Deckungsgesehe, hinweggebrachl werben soll. Unter allen Umffänben, auch wenn eine Binbung zustaube kommt, wirb eine Verstänbigung über bie Probleme, bie uns jetzt auf ben Leib rücken, nicht leicht her- beizufühten fein. Aber immerhin wären bie Aussichten unenblich viel günstiger, als wenn bie Fraktionen aufeinanber gcr keine Rücksicht zu nehmen brauchten. Das wäre bann bie Ktifi », unb bie, bie es angeht, sollten es sich wohi überlegen, ob sie es auf biefen Ausgang ankommen taffen wollen unb wie sie sich bie Beenbignng ber Krisis denken. Oie Oemokraien zum Haushaltsdefizit. Statt Steucrerhöhung weitgehende Ersparnisse. Berlin, 24. Fan. (Telun.) lieber die Frak- tionssihung der dernokralischen Reichstagfraktion wird folgendes Kommunique ausgegeben: „Die deutsch-demokratische Reichstagsfraktion hat sich in zwei Fraktionssihungen mit den Fragen des neuen Haushalts beschäftigt. Hierbei wurde allseits die Aufsassung vertreten, daß man der bisherigen Haltung der Fraktion entsprechend danach streben sollte, den Haushalt unter möglichster Vermeidung einer Verstärkung der Gesamt st euerla st vermöge weitgehender Ersparnisse namentlich auch im Wege der Beschränkung einmaliger Sachausgaben ins Gleichgewicht zu bringen. Die Fraktion beschloß, Vorschläge auszuarbeiten, aus deren Verwirklichung sie eine wesentliche Herabsetzung des Defizits erhofft. Für unbedingt geboten hält sie jedoch, daß rechtzeitig zwischen den in der Regierung vertretenen Fraktionen eine Vereinbarung zustande kommt, damit die einzelnen Teile der Regierungsmehrheit nicht gegeneinander arbeiten, sondern sich über die gemeinsame Lösung der unbestreitbar vorhandenen großen Schwierigkeiten verständigen." gebühren, die ben Etat des Reichsjustizministeriums so günstig gestalten, Kritik geübt, aber bie Regierung vertritt nach wie vor ben Standpunkt, bah si« auf diesen wesentlichen Einnahmeposten nicht verzichten könne. Fleischzölle. Tie Landtagsrcde des Preußischen Landwrrtschastsministcrs Berlin. 25.3an. (Priv.-Tel.) Zollerhöhungen sind zumeist ein zweischneidiges Schwert. Sie veranlassen sehr oft die Gegenseite, auf jede Zollhinaufsehung mit zwei anderen zu antworten. Ein Staat, der Wert auf gute Wirtschaftsbeziehungen zu seinen Rachbarn legt, wird sich infolgedessen stets bemühen, zu vernünftigen Zollvereinbarungen zu gelangen. Deutschland hat in sämtlichen Han delsvertr agsver Handlungen Der letzten Fuhre versucht, auf dem Wege der Meistbegünstigung oder in anderer Weise ftir.er Wirtschaft eine gröhereBewegungs- freihert zu verschaffen. Bis zu einem gewissen Grade ist das bei der F n d u st r i e gelungen. Di« Landwirtschaft dagegen Hal vieliach Opfer bringen müssen, ohne daß rhr ausreichende Gegenleistungen anoeboten werden konnten. Tatsächlich ist die Rot unserer Landwirte zum Teil auch mit auf die ungehemmte Einfuhr ausländischer Lebensmittel zurückzuführen, mit deren Preisgestaltung sie wegen der eigenen finanziellen Lasten und Geste- hungskosten^ nicht Schritt haften können. Irgend etwas zur Linderung der Rot der Landwirtschaft muß aber nun endlich geschehen, wollen wir nicht eines Tages mitten in einer Kator- strophe stehen. Wie es scheint, ist man innerhalb der von den Sozialdemokraten beherrschten Regierung Preußens zu der ftleberzeugung gelangt, daß sich die E r Hw h u n g der F le is ch z ö l le auf die Dauer nicht mehr umgehen läßt. Die Rede des Landwirtschaftsministers Steiger im Landtag, die er unzweifelhaft im vollsten Einverständnis mit seinen sozialdemokratischen Ministerkollegen gehalten hat. läßt darauf schließen, daß man bei der Reichsregierung in diesem Sinne vorstellig werden will. Es wäre töricht, sich nun irgendwelchen Hoffnungen hinzugeben, die sozialdemokratische Partei als solche hat wiederholt sehr vernünftig« Pläne eigener Parteigenossen zunichte gemacht. Fnteressant ist es aber, daß man im Preutzenkabinett sich doch ^.iv.lch für landwirtschaftlich« Schutzzölle zu erwärmen beginnt Kein Arbeiisbeschaffungsprogramm. Berlin, 25. Fan. (Priv.-Tel.) Wie wir hören, beschäftigt man sich an zuständigen Stellen Aur Zeit mit der Frage, ob angesichts des hohen Standes der Arbeitslosigkeit die Ausstellung eines Arbeitsbesch afsungs- Programms von feiten der Regierung ratsam unb möglich ist. Inzwischen liegt auch in dieser Richtung ein Antrag der Kommunistischen Partei vor. der ein ausgedehntes Arbeits- beschasfungsprogramm fordert. Die verantwortlichen Steifen scheinen aber übereinstimmend die Ansicht zu vertreten, daß zur Zeit die Aufstellung eines erweiterten Arbeitsbeschafsungs- programms nicht möglich ist. Außerhalb der ohnedies vorgesehenen Etatsmittel für die produktive Erwerbslosenfürsorge ist das Reichssinanzministerium nicht in der Lage, zur Zeit weitere wesentliche Gelder zur Verfügung zu steilen. Zudem macht man geltend, daß nach den bisherigen Erfahrungen nur ein sehr gut d u r ch g e a r b e i t e t e s Programm die notwendigen finanziellen Auswendungen rechtfertigt, da produkftve Erwerbslosenfürsorge auch im volkswirtschaftlichen Sinne produktiv sein muh. Der Bolschewismus in Arabien. London, 25. Jan. (WTB. Funkspruch.) Nach der „Times" ist in London die Nachricht eingegan- gen, daß nach mehrmonatigen Unterhandlungen ein Handelsvertrag zwischen einer Sowjet- Mission und dem Jman Jahja des arabischen Königreichs Jemen unterzeichnet worben ist. Das Blatt sagt: Der Vertrag hat eine große wirtschaftliche Bedeutung. Da er aber eine ftänbige Handelsdelegation mit diplomatischen Privilegien vorsieht, kann er von Agenten der kommunistischen Internationale dazu benutzt werden, den Jemen als Zentrale für ihre Propaganda in Indien zu verwenden. Die Beziehungen zwischen Jman Jahja und dem Protektorat Aden sind (eit einiger Zeit nicht g u t und man glaubt, daß sie mindestens zum Teil auf die Anwesenheit von Sowjetagenten in ber Hauptstadt des Jemen, Sanaa, zurück- zuführen sind. Wie Frankreich sich die Verwendung der Daweszahlungen denkt. Ein Blick in den Haushaltsvoranschlag Berlin. 25. San. (Prsp.-Gel.) Bekanntlich begründen die Franzosen ihren Anspruch auf Die deutschen Peparationen damit, daß sie emmal ihre Kriegsschu/lden an Amerika und England bezahlen mühten und daß sie ferner einen Teil ihrer Ausgaben für den Wiederaufbau de-r zer st orten Gebiete wiedererhalten mühten. Liest man nun den französischen Haushaltsvoranschlag für das Jahr 1929. dann ergibt sich daraus «in ganz anderes Bild. Die Franzosen gehen übrigens bezeichnenderweise van der Voraussetzung aus. dah Deutschland auch 1929 den vollen Betrag von 2,5 Milliarden Mark leisten wird. Davon «ntsallen auf Frankreich noch dem bekannten Verteilungsschlüssel 1270 Millionen Mark. Man rechnet mit Darüberweisungen von 400 Millionen Mark. Der Rest soll in Gestalt von Raturallieserungen ausgenommen werden. Dabei sind für die zerstörten Gebiet« nur etwa 66 Millionen Mark vorgesehen, dagegen für di« gewöhnlichen Warenlieferungen, die jeder Privatkaufmann tätigen kann (vgl. den neuesten Sachlieferungsskandal) 360 Millionen Mark. Für öffentliche Arbeiten des Staates sind 240 Millionen Mark vorgesehen. Dann bleiben noch 200 Millionen Mark zur freien Verfügung der Regierung. Mit diesem Betrag soll das Straßennetz instand gesetzt werden, außerdem sollen Beträge für die Modernisierung der Hafenanlagen, für die Anlegung von elektrischen Kraftwerken und schließlich auch für die wirtschaftlich« Erschließung der Kolonien verwandt werden. Dies sind alles gewiß löblich« Ziele, nur erhebt sich die Frag«, ob die deutschen Reparationszahlungen ausgerechnet für diese Zwecke bestimmt sind, jedenfalls wäre es an der Zeit, bei den Sachverständigenverhandlungen auf diesen Punkt ciw- zugehen, zumal überdies die deutschen Barzahlungen erwiesenermaßen dazu benutzt werden, die französischen Rüstungen gegen Deutschland zu verstärken. Baldwin eröffnet den Wahlkampf. Die Wirtschaftspolitik des konservativen Kabinetts. Newcastle on Thne. 24. Jan. (W.B.) Premierminister Baldwin eröffnete heute abend in einer Versammlung von 3000 Personen den Wahlkampf mit einer Rede, in der er vor allem auf wirtschaftliche Fragen einging. Die Schwierigkeiten, mit denen die britische Industrie zu kämpfen hat, sind, so führte er aus. daraus zurückzuführen, daß seit dem Kriege sich die Zahl der mit uns konkurrierenden Länder vermehrt hat. Die Möglichkeit eines Erfolges liegt für uns nur darin, dah wir die Qualität unserer Erzeugnisse hochhalten und es mit der Konkurrenz aufnehmen. Die Wähler müssen sich für eine Regierung aussprcchen. die besser in der Lage ist. zu helfen. Wir glauben, daß eine Regierung helfen kann, indem fie innerhalb der praktisch möglichen Grenzen die Reichsvorzugszölle ausbaut und unsere Industrien schützt. Valdwin wiederholte, dah eine konservative Regierung die Nahrungsmittel nicht besteuern würde. Oie Kosten der Feldbereinigung in Hessen. Groß-Gerau, 24. Jan. Abgeordnete des Hessischen Bauernbundes und Mitglieder der einzelnen Feldbereinigungskommissionen haben hier getagt und die Unmöglichkeit für verschiedene leistungsschwache Gemeinden betont, di« eminenten Kosten der Feldbereinigung zu tragen. Der Bauernbund hat beschlossen, Schritte zu unternehmen, daß die Regierung hier helfend eingreife. Aus aller Welt. Vreisverleilung der Internationalen Jliegerllga. Der Hauptausschuh der Internationalen 51 i«- gerliga hat in Paris unter dem Vorsitz seines Präsidenten Clifford Harmon nach Prüfung ^t-r Vorschläge der verschiedenen Rattonen die Preisträger der nationalen Trophäen der Liga für l/üs ^>ahr 1928 festgestellt. Für Deutschland erhielt die Trophäe Hermann Köhl. Die Trophäe für Lüftschiffahrt für 1928 ist Dr. Hugo Eckener zugesprochen worden. Alsdann wurde die Abstimmung über die Auswahl des besten Flieger der Welt für 1928 vvrgenommen, der als solcher die internationale Clifford-Har- mon-Trophä« innehat. Mit zwei Stimmen Mehrheit wurde der italienische Preisträger Oberst Arturo Ferrarin für das Jahr 1928 zum besten Flieger der Welt erllärt. Der Ausschuß hat ferner entsprechend verschiedenen Wünschen Ehrenmedaillen den Beobachtern und Passagieren verliehen, di« an den Flügen teilgenommen haben. die die Auswahl ihres Führers als Preisträger für 1928 zum Anlaß hatten. So wurden derartige Chrenmedalllen Freiherrn von Hü nefeld und Major Fihmaurice verliehen. Lin Chauffeur der Vefohungsarmee überfährt zwei Deutsche. Anscheinend auf einer Schwarzfahrt begriffen raste der Chauffeur eines in Urlaub befindlichen französischen Generals aus der Kaiserstraße d i e Mainzer Brücke hinauf, konnte infolge der hohen Geschwindigkeit die Kurve nicht nehmen und fuhr über den Bürger st eig gegen einen Laternenpfahl. Dabei überfuhr er den 46jährigen Philipp Diehl und dessen vierjähriges Söhnchen. Diehl erlitt Rippen- und Beinverletzungen sowie eine schwere Kopfverletzung und wurde mit dem Kind, das leichter verletzt worden war, ins Krankenhaus gebracht. Der Chauffeur flüchtete und wurde später in der Wohnung des Generals von der französischen Gendarmerie festgestellt. Schwede Bluttat im Westen Berlins. In der Wohnung seiner Eltern im Westen der Stadt erschoß der 19jährige Manasse Friedländer seinen Bruder, den 18 Jahre alten Waldemar Friedländer und dessen Freund, den 19jährigen Laboranten Tibor F öl des. Der Mörder stellte sich dann selbst auf dem Polizeirevier. Zwischen den beiden Brüdern, zwischen denen immer ein gespanntes Verhältnis bestan- Wie England den Raub Ofiastüas vorbereitet Oie Verschiebung ves Kolonialbegriffs. - Oer Zusammenschluß Ostafrikas. Der Gedanke, dah man nicht dauernd die Eingeborenen Afrikas und anderer Erdteile a l s Objekte der Ausnutzungundder Für- sorge behandeln kann, und daß die bloße Tatsache ihrer ständigen Berührung mit europäischen Kolonisatoren sie allmählich an einen Punkt kommen läßt, wo sie das S e l b st b e st i m m u n g s- recht fordern und ausüben können, ist nicht mehr neu. Er spiegelt sich ä. D. in der ganzen Entwicklung der englischen Kolonialgeschichte, wo die ursprünglich von Chartered Companies ein- sach nach kaufmännischen Gesichtspunkten und mit allen Mitteln der Gewalt ausgebeuteten Gebiete nachher von der Krone übernommen, als Kolonien verwaltet und schließlich als Dominien zu einem staatlichen Eigenleben gelangt sind. Aber in die Form eines völkerrechtlichen Gesetzes ist dieser Gedankengang erst durch die Mandatsbe- ftimmungen des Völkerbundes gekleidet worden. Dieser Gedanke hatte Wilson neben seinen andern Idealen vorgeschwebt; seine Gegenspieler in Versailles haben es verstanden, ihn so zu entwirllichen. dah er nur mehr theoretisch bestehen blieb, um den Raub der deutschen Kolonien und der arabischen Gebietsteile der Türkei zu sanktionieren. Aber in der Zwischenzeit ist dieser Gedanke von den Emanzipationsbestrebungen der verschiedenen farbigen Völker und der Jslamwelt benutzt und propagiert worden, und auch die Rutznieher von Versailles können sich seinem Einfluh auf die Dauer nicht entziehen. Sie suchen deshalb nach Hintertüren, um zu verhüten, dah im Wege des Völkerbunds eine allzu starke Verselbständigung der in diesem Wege einverleibten Völkerschaften oder ein Anspruch Deutschlands auf Mitbeteiligung an der kolonialen Wirtschaftstätigkeit wirksam werden könnte. Das neueste Beispiel hiervon ist der sogenannte Hil- t o n - V o u n g - B e r i ch t. der der englischen Regierung in den letzten Tagen von einer Kommission erstattet wurde, in der vier englische Politiker die künftige Gestaltung O st - a f r i k a s nach ihren Ansichten entwickeln. Sie waren mit einer umfangreichen Hntersuchung an Ort und Stelle beauftragt und haben mindestens dem Ausmaße nach gründliche Arbeit geliefert. Aber was dabei herauskommt, ist für jeden, der den Mandatsbegriff ernst nimmt, geradezu erschreckend. Denn unter dem Titel einer „engeren Vereinigung" Ostafrikas wird da vorgeschla- gen, daß an Stelle der einzelnen Verwaltungen, unter denen Deuts ch-O st afrika als Tan- ganhika-Territorium figuriert, zunächst ein Oberkommissar und dann ein Generalgouverneur für die gesamten ostafrikanischen Gebiete geschaffen werden soll. Das heißt, und daS ergibt sich auch aus den übrigen Vereinheitlichun^sbemü^ungen. das Mandatsgebiet, unser früheres Deutsch-Ostafrika, soll einfach und ohne Rücksicht auf seinen besonderen Charakter einem großen o st afrikanischen Reiche e i n verleibt werden, das a l s Kronkolonie gedacht ist. Großzügig bemerkt der Bericht, daß die Vorschläge, die er macht, „auf einer Linie entwickelt werden können, die mit dem Mandat für Tanganyika im Einklang stünde". Wi r sind anderer Ansicht. Die Mandatsbestimmungen sehen vor. daß der Mandatar durch einen anderen ersetzt werden kann, dah das Mandat gesondert von den eigenen Kolonialbesitzungen des Mandatarstaats zu verwalten ist und daß seine Einkünfte nur für seine eigenen Zwecke ausgewandt werden dürfen. Eine Vereinheitlichung in der gedachten und von der englischen Regierung offenbar bezweckten Form macht diese Völkerbundsbestimmungen völlig illusorisch und das Mandatsgebiet zu hinein untrennbaren Teil der englischen Kolonien. Dagegen muß in unferm eigenen Interesse, wie in dem der völkerkundlichen Grundsätze von vornherein aus das entschiedenste Front gemacht werden. !>’■ 'ZIX'ITXMMCT—■ Die Deutschen in Afghanistan Zn täglicher Funkverbindung mit der Heimat. Berlin. 25. Jan. (Priv.-Tel.) Der Umsturz in Afghanistan, vor allem aber englisch« und französische Meldungen, nach denen z. B. französisch« Schulen in Kabul geschlossen und beraubt toorjcn wären, wie auch die Meldung des „Dally Telegraph", daß weitere Abtransporte durch englische Flugzeuge notwendig wären, und dah die meisten europäischen Regierungen, unter ihnen auch Deutschland, ohne Nachricht von ihrer diplomatischen Vertretung wären, haben 'Besorgnis hervorgerufen und zum Teil «in ganz falsches Bill) entstehen lassen. Wie wir von gut unterrichteter Seite Horen, steht die deutsche Gesandtschaft in Kabul in täglicher Funkverbindung mit dem Auswärtigen Amt in Berlin. Die Nachrichten aus Kabul werden von der afghanischen Grohsunk- statton der Regierung drahtlos nach Moskau gegeben, von wo sie auf telegraphischem Wege das Auswärtig« Amt erreichen. Don einer Unter- brechung dieser Verbindung kann also keine Rede fein, im Gegenteil hat die deutsche Regierung heute wieder Nachricht von der Gesandtschaft erhalten. Rach den Berichten der deutschen Gesandtschaft hat sich di« neue Qi « g i e r u n g bereits bei den Vertretern der ausländischen Mächte in Afghanistan amtlich vorgestellt. Dabei ist auch über das weitere Schicksal der Deutschen in Afghanistan gesprochen Worten. Die jetzige Regierung erklärt, dah fie zunäch st keine Entlassung der in afghanischen Diensten befindlichen Deutschen vornehmen wird, daß sie sich diese Frag« aber zur Entscheidung für einen späteren Termin vorbehalten müsse. Damit ist wenigstens kein Anlaß gegeben, sich jetzt besonder« Sorgen für die 70 Deutschen - in Kabul, die meist besonders ausgewählte Kräfte darstellen, zu machen. Auch irgendwelche Nach- richten über die Plünderung deutscher Schulen inKabul liegen bei den zuständigen Stellen nicht vor. Bisher sind überhaupt erst 12 FrauenundKinderin englischen Flugapparaten aus Kabul abtransportiert worden. Die englische Presse versucht anscheinend durch gefärbt« Meldungen eine falsche Darstellung der Lage der europäischen Kolonie in Afghanistan zugunsten der Engländer zu geben. Im Gegensatz zu diesen Rachrichten ist die deutsche Gesandtschaft, die ein« halb« — Zunächst keine Entlastungen. Stunde von der Hauptstadt entfernt liegt, während der ganzen letzten Kämpfe von diesen verschont gewesen, während die englische diplomatische Vertretung im Mittelpunkt des Bürgerkrieges lag. Amanuliah auf dem Wege nach Kabul. 6 o w n o, 24. Jan. (TU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, soll sich König Arnanullah bereits unterwegs nach Kabul befinden. Zwei ntue Stämme haben sich Arnanullah angefchlossen und sich bereit erklärt, ihn im Kamps gegen habibullah ju unterstützen. 82 Kilometer von Kabul entfernt ist es ju Zusammenstößen zwischen den Anhängern habibullahs und Amanullahs gekommen, wobei auf seilen Amanullahs zwei Ausländer getötet wurden, die als militärische Instrukteure an dem Kampf gegen habibullah teilgenommen haben. Der Kampf dauert fort Arnanullah ist es gelungen, eine Gruppe von Anhängern habibullahs zu entwaffnen. Habibullah und das Ausland. Die afghanischen Gesandtschaften gegen ocn „Lohn des Wasserträgers". Kairo, 24. Jan. (TU.) Nach neuen Meldungen aus Afghanistan haben d i e afghanischen Gesandten im Auslande betn König Habibullah mitgeteilt, daß sie es ablehnen, mit der neuen Regierung zusammenzuarbeiten, und daß sie König Arnanullah treu bleiben würden. Die afghanischen Gesandtschaften in Europa und Asien haben sich geweigert, für die neue afgha- nische Regierung irgendwelche diplomatischen Schritte in den Ländern, in denen sie beglaubigt sind, zu übernehmen oder irgendwelche Berichte zu erstatten. — König Habibullah hat am Mittwoch wieder den englischen Gesandten in Kabul empfangen und mit ihm eine längere Unterredung über die politischen Beziehungen zwischen Afghani- stan und England gehabt. Der Vertrag zwischen beiden Ländern ist noch nicht unterzeichnet. den hat, kam es wegen eines umgeworfenen Rotenständers zu einem Streit, dessen Einzelheiten noch nicht feststehen. Der Mörder behauptet, er hätte in Rotwehr gehandelt Seine Darstellung ist aber sehr unwahrscheinlich, zumal er keine Spuren eines Kampfes an seinem Körper trägt. Vielmehr scheint es, als ob er beide hinterrücks erschossen hat. Tibor Föl- des ist der Sohn des Schriftstellers Földes. Die Leichen wurden von der Polizei beschlagnahmt wieder ein Gasrohrbruch. In Johann - Georgen • Stadt ist durch einen Gasrohrbruch großer Schaden angerichtet worden. Zwei Häuser wurden verwüstet, so daß alle Wohnungen geräumt werden mußten. Mehrere Mieter erlitten Vergiftungen. Eine Frau ist bereits gestorben Der Prozeß gegen die Berliner Unterwelt Die Hauptverhandlung in dem Berliner „Jmmer- treu"-Prozeß wird am 4. Februar in Moabit beginnen. Amtsgerichtsrat Sponer hat umfangreiche Vorsichtsmaßregeln für die ganze Dauer der Verhandlung angeordnet, da man nach den neuesten Ereignissen auf Gewalttätigkeiten der An- Hängerschaft der Gannooen-Vereine gefaßt sein muß. Der Prozeß wird einen außergewöhnlichen Umfang annehmen Staatsanwaltschaftsrat Zimmermann hat 34 Zeugen und mehrere Sachverständige geladen. von der Verteidigung, die in den Händen der Rechtsanwälte Dr. Alsberg und Dr. Frey liegt, sind außerdem etwa 80 weitere Zeugen geladen worden. Der Prozeß richtete sich gegen neun Mitglieder von ,^mmertre u". Bis auf zwei Angeklagte sind alle anderen vor- bestraft. Die Linklage lautet auf schweren Landfriedensbruch und Beteiligung an einer Schlägerei, bei der der Tod eines Menschen und schwereKörperoerletzungen vorgekommen sind. Die Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft, nur einer ist wieder frei- gelassen, da nicht festgestellt werden konnte, daß er Gewalttätigkeiten begangen hat. Anklage gegen die „Rundfunkentsührer". Wie erinnernd), wurde vor einiger Zeit der „23 or- wärts"-Redakteur Schwarz entführt, als er einen Rundfunkvortrag halten wollte. In dieser Ange- legenheit hat jetzt der Erste Staatsanwalt von der Berliner Staatsanwaltschaft II die Anklage gegen die drei Beteiligten, Dr. Frank, den Gruppen- führer vom Roten Frontkämpfer-Bund Berlin, Scherlinski. und einen gewissen Peuke, gleichfalls Mitglied der Kommunist schm Partei, erhoben. Die Anklage lautet gegen alle drei auf N ö - t i g u n g in Tateinheit mit Freiheitsberau- b u n g, außerdem gegen Dr. Frank und Scherlinski auf Bedrohung mit Erschießen und u n - erlaubten Waffenbesitz Fliegerbomben auf eigene Kavallerie. Bei dem Abwurf von drei Bomben durch ein Flugzeug der britischen Militärstreitkräfte sind zwei indische Offiziere und 1 2° Mann getötet worden, während die Zahl der Verletzten nach den getroffenen Feststellungen auf 14 geschäht wird. Man befürchtet, dah der verwundete Offizier und ein Mann ihren Verletzungen erliegen werden. Alle Opfer sind Angehörige eines altindischen Kavallerieregiments. — Zwischen Peichawar und Jamrud am Eingang zum Khyber-Paß beendet sich ein großer Hebungsplatz. Vor zwei Tagen richteten die britischen Luststreitkräfte an den Plahofsizier das Ersuchen, den Platz für die Hebungen zur Verfügung zu stellen. Dem Ersuchen wurde statt- gegeben und gleichzeitig Vereinbarungen ge- t"v fen für eine gemeinsame Hebung von Kavallerie, Tanks und Infanterie. Bei der Ankunft einer Schwadron deS indischen Kavallerie- Regiments wurde dem befehl'genven Offizier tnH- getcilt. daß Bombenüburgin in Gang? feien. Der Plaholl -ier gab darauf den Luftstrett.rä ten ein Signal _Werst keine Bomben ab“. Eine Maschine, die in 1300 Meter Höhe flog, verwechselte tirgen des unsichtigen Wetters daS Signal und verstand „Alles klar". Eine Bombe wurde daraufhin abgeworfen, die mitten in den 200 Meter weiten Kreis der indischen Kavallerie siel und solche furchtbaren Ergebnisse hatte. Glückwünsche für den ehemaligen Kaiser. Einige Herren des alten Großen Hauptquartiers und der früheren Umgebung des ehemaligen Kaisers, sowie der Adelsgenossenschaft, darunter Gcneral- adjutant General von Gontard und Exz. von Berg, brachten dcm früheren Kaiser im Hause Doorn ihre Glückwünsche zum 70. Geburtstage dar. Herr Kräcker vonScywarzenfeldt händigte dem früheren Kaiser dabei Beiträge der Vereinigung ,L a i s e r d a n k" aus, durch die ihm Geldmittel zu wohltätigen Zwecken für Krankenhäuser sowie zur Erholung von Kranken und Überarbeiteten zur Verfügung gestellt werden. Holland feiert den 350. Jahrestag der Utrechter Union. In Anwesenheit der königlichen Familie, der holländischen Minister und zahlreicher Würdenträger des ganzen Landes wurde in H t r e ch t der 350. Jahresiag der Htrechter Union feierlich begangen. Er begann mit Vorträgen in der Aula der Hniversität, wobei die Bedeutung des Tage« cts Beginn des niederländischen Befreiungs- kampses gegen die Spanier und der nationalen Einigung der Niederlande gewürdigt wurde. Die Königin legte dann einen Kranz an dem Denkmal ihres Vorfahren Jan von Rassau nieder und wohnte hieraus einem Festkonzert hn wiederhergestellten Dom von Utrecht bei. 3m Bergwerk tödlich verunglückt. Im Hauptschacht der Aachener Grube „Maria" fanden Bergarbeiter der Mittagsschicht an einer abgebauten Stelle eine elektrische Lampe. Sie gingen in den mit stickiger Luft gefüllten Bau vorsichtig hinein und sanden die Leiche eines Bergmannes, der in der Frühschicht gearbeitet hatte. Wie der Verunglückte an diese abgebaute Stelle geraten ist, steht noch nicht fest. Oie Wetterlage. □ (aruM Seilst- ThcrsKL -Jan ruyeqr .NonJoyan. ri -4? Crst wm O Donnerstag e ntbt ftlmcn Sin'eben loroie rtarbe. • fMnerahassa Natürliches lean Weisel, Uleüeo, Soonenstra&e 6, Telephon Nr. 88 0 718A IV Irr Fichte langen 1. bis 4. Klasse; •«IMunO* Lx 307-19 MW Homöopathie Z ; Madaus K Für die Gesundheit ** Wann muß bei Glatteis ge st reut werden? Bei der gegenwärtigen Wetterlage ist ständig mH Glatteis zu rechnen. Die Frage, wie oft gestreut werden muß, hat im vorigen Fabre zu einer Entscheidung des Bezirksschöffengerichts Darm« Zwangsversteigerung. Am Donnerstag, dem 14. März 1929, vormittags 9 Uhr, werden durch das Amtsgericht Gießen, Zimmer 106, die im Grundbuche von Gießen der karoline Buchacker ged. Hoß In Gießen zugeschriebenen Immobilien 720D Flur 1, Nr. 393 = 55 qm Hofreite, Wall- torstraße 18, geschätzt 11 250 RM. Flur 38, Nr. 324 = 1092 qm Grabgarten, geschätzt 3276 RM. zum Zwecke der Auseinandersetzung, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, zur Einsicht nus- gehängt. Gießen, den 22. Januar 1929. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. 12 rm Knüppel. Der Gemeindevorsteher. Stork. Zwangsversteigerung khw Am Donnerstag, dem 28 Februar 1929, vormittags 9 Uhr, wird durch das Amtsgericht Gießen, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen dem Wilhelm Benner und Ehefrau Marie Katharine, geb. Bellof in Gießen zugeschriebene Anwesen Am Rodtberg 28 Fl. 22 Nr 74 - 108 qm Hofreite, geschätzt auf 1930 Mark; Fl. 22 Nr. 75 - 3131 qm Grabgarten und 437 qm Grasgarten, geschätzt auf 14 276 2)lart, U 349D zum Zwecke der Auseinandersetzung, versteigert. D.e amtsgerichlliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 24 Dezember 1928. I. A. des Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichlsvorsteher. "'A 4 Episoden aus dem Tagebuch eines Arztes Wissenschaftliche Bearbeitung: wc Dr. med. Curt Thomalla und Dr. med. N. Kaufmann Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Heute Freitag, den 25. Januar, und morgen Samstag, den 26. Januar 10.45 Uhr Nacht-Vorstellung B "rcchler Union. ^ Familie, der W« Mrden. w Utrecht " Union feierlich 5" °> der Aula ÄJJV* Tages Defreiungs. ft?« nationa'en W touröe. Die J a bern Denkmal nieder lvuM ta v)icde> • bet oenrnglüdL Er Grube .Ilaria* 'Ulchicht an einer Lampe 6it -uft gelullten Tau 16 Leiche eine« « Frühschicht gc. unglüdle an diese W noch nicht fest. Billige Reste-Tage? IO0/» Rabatt? Einige Tausend Fabrikreste eingetro'fen, alle Stof.'arten zu enorm billigen Preisen vom 25. Januar bis 2. Februar 1929 Peter Kolling/Giehen BlNmarckstraße 6 WiesöreMsseWllvKssek von Sotavoch. Schacier. neuen Lchuvoen VaaToiiofail ii.^uden öetMupfnaut, bciiens bciuabri. öem vatnimiertl Flaschen mit- biinnen!'. Liier 0.75 UiL */, Liier 1.25 Mk. All. Berkaus: Losw. Lbt. Lo^el-Lpotdeks. Qh],; 'ot,en hi»’ • ne d-i inbiu*01 "*“«« ,r* Stiers Rai|tt von 0- (Beburiü en»« bar. gc der Ö?,8te LS® US} arbeütien zur ESSUNGER a**- - .......„„niiiniiiillflllllllUHIIII armen befiederten Freunde: Gedenket der hungernden Vögell Keine Besürchtungen für die landwirtschaftlichen Schulen. Der hessische Minister für Arbeit und Wirtschaft, Korell, wohnte am Mittwoch in Gau-Algesheim einer großen landwirtschaftlichen Veranstaltung bei. Der Minister kam dort in seiner Begrüßungs- ansprache auch auf das landwirtschaftliche Bildungswesen zu sprechen und äußerte sich dabei wie folgt: „Bezüglich des landwirtschaftlichen Bildungswesens sind B e • fürchtungen laut geworden, daß infolge der Aktion des Sparkommissars das landwirtschaftliche Bildungswcsen, wie überhaupt das Schul- wesen in Hessen leiden müsse. Ich bin nicht dieser Meinung; die Regierung will die Höhe unseres Schulwesens erhalten. Je näher die landwirtschaftliche Schule beim Elternhaus, um io eher kann der Bauer sein Kind bilden lassen Wer kann die Kosten für eine Pension in der Ferne tragen?" Taten für Lamstap. 26 Januar. 1781: der Dichter Ludwig Achim von Arnim in Berlin geboren; — 1860: die Opernsängerin Wilhelmine Schröder-Devrient in Koburg gestorben; — 1920: der Maler Fritz August von Kaulbach in München gestorben. Bornotrzen. — Tageskalender für Freitag. Stadt- thcatcr: „Nathan der Weise", 10.30 bis 22.15 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Mitternachts- walzcr". — Astoria-Lichtspiele: „Rintintin und die Goldgräber". — Stadttheater Gießen. AuS dem Stadttheaterbureau wird un3 geschrieben: Die Vorstellung von Lessings „Qlatgan der Weise" beginnt heute 19'/» älhr. — Sonntag, 27. San.: Fremdenvorstellung „Chorleys Tante". Ermäßigte Preise, Beginn 18 Uhr. — Sn der Uraufführung »Das Dorf Samt Iusten" von Werner Johannes Guggenheim spielt Frau Auguste Prasch-Grevenberg als Gast die Mutter deS Klaus Lanz. Werner Johannes Guggenheim gehört dem Kreise junger Schweizer Dichter an, der sich allmählich durchzusetzen beginnt. Durch Romane und Gedichte hat sich Guggenheim bereits einen Rarnen geschaffen, man sieht im Reich mit großem Snteresse der Uraufführung seines Stückes „Das Dorf Sanct Suiten“ am Gießener Ctadtthcatcr entgegen. Svie'leitung hat Obersviellciter Hans Tannert. Es werden zur Llrausführung verschiedene auswärtige Pressevertreter erwartet. — Musikalischer Volkskunst abend derVolkshochschule. Wir weisen nochmals auf den Sonatenabend am Sonntag, 27. Januar, 20 Uhr, hin. (Siehe heutige Anzeige.) -I« ^ushnassen auf tschlond die Tempera- -SS« ess" BistS tltel. miifflijf 0,3 W*'- W'W”. t Lrd- »tob ff Januar: Deutschland und Frankreich ihren Sinn verloren, denn auch der Sieger kann sich seines Erfolge- nicht erfreuen. Die Westgrenzen Deutschland- sind bestimmt durch eine tlar ersichtliche Sprach- und Kulturscheide, was der Vortragende an Hand zahlreicher Lichtbilder nachweisen konnte. Sm Osten dagegen bestehen solche Grenzen nicht. Die durch das Versailler Diktat gezogenen willkürlichen Grenzen schneiden Hunderte von rein deutschen Siedlungsgebieten vom Mutterlande ab. Diese zum größten Teile stark unterdrückten Minderheiten werden stets eine Gefahr für den Frieden Europa- bedeuten, denn ihre Wiedervereinigung mit unserem Vaterlande bedeutet nicht nur die Erfüllung des feierlich versprochenen „Selbstbestimmungsrechtes', sondern auch die für unser wachsendes Volk unbedingt benötigte Vergrößerung seines Baumes. Der Ruf nach dem Anschluß Oesterreichs darf nicht verklingen. Ein jungdcutscher Redner. August Abel, hatte vor kurzem in Paris in öffentlicher Versammlung über die Fragen gesprochen, und es zeigte sich, daß man auch drüoen in Frankreich beginnt, nüchterner zu denken. Richt mit pazifistischen Träumereien, sondern mit der klaren, nüchternen Ueberlegung des in Eisen- und SLhlgewittern der Front hart gewordenen Geschlechtes wird eine Besserung für unser Volk zu erreichen fein. Die neue Front hierzu bilDet sich heute schon und geht über die parteiische Zerklüftung des deutschen Volkes hinweg zum Angriff auf die unser ganzes Volk bedrückenden Bestimmungen des Versailler Diktates. Der Vortrag erntete reichsten Beifall, und keiner der vielen Gäste wird nach Hause gegangen sein, ohne das Bewußtsein gehabt zu haben, daß in dem Rufe „Volk ohne Raum" das Sammclsignal aller aufrechten Deutschen ertönt. Berliner Börse. Berlin, 25.Jan. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Frühocrkehr bleibt die Tendenz bei stillem Geschäft weiter freundlich. Man tariert die Kurse vorläufig auf dem erhöhten gestrigen Abendniveau, für Spezialwerte (Montane, Farben, Reichsbank usw.) scheint wieder etwas stärkeres Interesse zu bestehen. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,0850, Mailand 92,69, Spanien 29,68, das Pfund 484,93 und den Dollar 4,2085. Aus Der provinzialhoupistadi. Gießen, den 25. Sanuar 1929. Notzeit der Vögel. Strenger Winter herrscht, Eis und Schnee bedecken die Erde und Seen und zum Teil auch Wasserläufe. Eine schwere ZeU Ist ang brachen für unsere be fieberten Lieblinge, wie auch für alle frcilebenben Tiere. Viele von ihnen legen bie ihnen angeborene Scheu vor den Menschen ab, der Hunger treibt sie in die Nähe menschlicher Wohnungen. So bieten sich dem Naturfreund manche reizende Beobachtungen, sei es, daß die große Schar der Meifen an den Futterstellen sich sammelt, die Körnchen Hanf oder Sonnenblumenkerne im Schnabel davon wegnehmen und am nächsten Sitzplatz auf meiseln, sei es, daß Finkenarten sich am Boden unter den' für die Meisen errichteten Futterstellen das bcruntcrgcfaUenc Futter zusammensuchen, Rotkehlchen schüchtern sich herbeiwagen, um Fettfutter auf- zupiäen ooer, — wo ein besonders einsichtiger Vogelfreund Mehlwürmer spendet — durch hübsche, wippende Komplimente die Danksagung darzubrin- gen. Auch der graublaue, unten rötliche Kleiber, der so broU.g kopfüber, kopfunter an den Baumstämmen zu turnen versteht, kommt gerne heran an die Futterstellen, um sich Sonnenblumenkerne oder Hanf zu holen. Er begnügt sich aber nicht mit einem einzelnen Korn, wie die Spiegel- ober Blaumeise. Er fliegt ab und zu, holt sich gleich mehrere Körner und versteckt, was er nicht gleich verzehrt, in Ritzen und Spalten der Baumrinde, um dann in Zeiten des Mangels die Korner wieder heroorzu- holen. Auch Heckenbraunellen sieht man, und sie zeigen sich nicht besonders scheu am Futterplatz. Sie ähneln in ihrem braunen Gewand sehr den Spatzen und werden von nicht ganz vogelkundigen Leuten oftmals mit diesen verwechselt. Der Girnbel ober Dompfaff mit feiner schönen roten Weste und der in Grau gekleideten Gemahlin, kommen gern, um am Futterplatz Hanf und Sonnenblumenkerne zu holen. Mit ihrem melancholischen Ruf verraten sie sich dem Dogelfreund, auch wenn er sie nicht sofort zu Gesicht bekommt. Bei anhaltendem Winter kommen auch nordische Gäste zu uns. Ein Spaziergang an einem offenen Gewässer kann dem Naturfreund viel Schönes zeigen; z. D. den herrlich gefärbten Eisvogel, Bläß- Hühner, Taucherentchen, manchmal auch bei uns überwinternde Staren und Bachstelzen und andere bei uns schon selten gewordene Vögel, die alle an flachen Ufern der Nahrungssuche nachgehen. Reizvoll, abwechslungsreich, erfrischend ist für den Naturfreund ein Gang ins Freie, der iym Gelegenheit gibt, in jeder Jahreszeit das Schöne zu sehen und zu genießen, das unsere Heimat zu bieten vermag. Sorgen mir, daß unsere Heimat so abwechslungsreich, so schön und herzerfrischend bleibt. Das bat auch dadurch zu geschehen, daß wir uns der Vögel in ihrer Notzeit annehmen, damit sie sich bei uns möglichst geborgen fühlen. Darum fei es in diesen Wochen der strengen Winterkälte für alle mitfühlenden und denkenden Menschen immer wieder oberste Pflicht gegenüber der Mm Eie öle ®?ii am! Wäsche fdmiub'fl. Bleichen Sie solche tt Htaumann'5 bringe ich eine geradezu frappante Auswahl in Masken-Kostümen für Damen, Herren und Kinder Masken-Stoffen jeder Art Masken - Schmuck, -Hüten Larven und Scherzartikeln Beachten Sie meine originell ausgestellten Karnevalsfenster Schmücker ________ I8IA Für den Karneval 1929 I ■ | MJF hächenmavr M . oEIFENFLOCKFM MWMWWM, SÜDLICHT P A.G. SSMMbum mannheim >ntin'eiei k (Rrob Tel- Nebelig- ? tyniimeW |!,J M 6®t«# )N«e. ;rjjniic- \ bi» c,i tu« A 7 gekört ßCid)t‘r ,6» Zwangsversteigerung Am Donnerstag, dem 14. Februar 1929, vormittags 9 Uhr, wird durch das Amts- aericht Gießen, Zimmer 106, der im Grundbuche von Gießen der offenen Han- delsgesellschaft Aßmann & Schneider In Gießen zugeschriebenen Anwesen Kaiser- allce 45 11 348D Fl 3 Nr. 267*/io = 926 qm Hofreite, geschätzt auf 40 500 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichttiche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 24 Dezember 1928. S 21. des Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerlchtsoorsteher. Hotzversteigerung. Aus dem Gemeindewald Krofdorf kommen am rN.ttwoch, dem 30. 3anuar, vormittags von 10 Uhr ab, bei Gastwirt Moos in Krofdorf öffentlich meistbietend zum Verkauf: D.strikte Krokel, Eichwald, Koswald, Steinbusch rechts und links, Leschen- wald. 729D Eiche: 78 rm Nutzholz, 2m lang; 191 rm Scheit und Knüppel; 588 rm Reisig. Duche: 327 rm Scheit und Knüppel; stadt geführt. Es handelt« sich bei dieser Anklage um fünf Hausbesitzer, die ihrer Streupflicht nicht nachgekommen waren. Alle glaubten, wenn sie einmal gestreut hätten, seien sie ihrer Pflicht nachgekommen. Es regnete an dem Tage dauernd, und so bildete sich immer wieder eine neue Eisdecke. Die Hausbesitzer muhten sich belehren lassen, daß bei Bedarf dauernd nachgestreut werden muh. Es wurden vier Hausbesitzer zu je 20 Mark Geld- strafe verurtellt, und in einem Fall wurde vom Staatsanwalt die Anklage erweitert, weil ein Unglücksfall vorgekommen war. Diese Anklage lautete auf fahrlässige Körperverletzung. Hier greift nach dem Strafgesetzbuch (§ 230) eine Geldstrafe bis zu 900 Mk. ober Gefängnis bis zu zwei Jahren Platz. ’* Tagung des Schwurgerichts. Am Montag, Dienstag und Mittwoch nächster Woche wird das Schwurgericht der Provinz Oberhessen in Gießen zu seiner ersten diesjährigen Tagung zusammentreten. Am Montag wird gegen Fricdr. Römer von Dodenhausen II wegen Meineids verhandelt; die Anklage vertritt Staatsanwalt Sust zrat W e i d e m a n n , die Te.teidigung führt Rechtsanwait Dr. M e u s e r . Gießen. Für Dienstag ist die Verhandlung gegen Philipp Schott von Frankfurt a. W. wegen Brandstiftung vorgesehen; Anklagevertreter ist Oberstaatsanwalt Dr. Brill, Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Krüger. Gießen. Am letzten Verhandlungstage, Mittwoch, kommt der Prozeß gegen Sakob Schneider von Gambach wegen 5^örper» verlehung mit tödlichem Ausgang zur Derhand- • hing; Anklagevertreter ist Staatsanwalt Schneider, Verteidiger Rechtsanwalt Dr. L. K a h , Gießen. ** Forstpe r s o nalie. Ernannt wurde der Obcrföifter Karl D e u st e r zu Schotten mit Wirkung vom 1. Februar 1929 ab zum Forstmeister des Forstamts Mönchbruch. ** Die 400-Fahr--Gedenkfeier des Erscheinens des Kleinen Katechismus' wurde, wie Berichte aus den versch.ebensten Gegenden unserer Provinz und aus der preußischen Nachbarschaft Mitteilen, in allen evangelischen Kirchen mit eindrucksvollen Feierlichkeiten begangen. Neben den kirchlichen Feiern fanden vielfach noch besondere Gcmeindeabende statt, die dem Jubiläum gewidmet waren. Bei der großen Anzahl der uns vorliegenden Berichte und angesichts der überall festzustellenden Gleichartigkeit der Deranstattungen müssen wir uns mit dieser summarischen Registrierung dieses kirchlichen Ereignisses begnügen. * Vortragsabend im SungÖeut- schen Orden. Man berichtet uns: Anläßlich eines Bruderabends am Mittwoch hatte der Sungdeutsche Orden hier zu einem Lichtbildervortrag über „Deutschlands Grenzen — Deutschlands Schicksal" eingeladen. Zahlreiche Gäste waren erschienen. Der außenpolitische Gedanke j des Sungdeutschen Ordens, durch ein politisch, i wirtschaftlich und militärisch gleichberechtigtes Bündnis mit Frankreich freie Hand im Osten zu ] gewinnen, einst stark angegriffen, heute bereits Die ileberaeugung vieler klar und nüchtern denkender Politiker, konnte keine bessere Rechtfertigung finden als in diesem Vorträge. Wie der Weltkrieg zeigte, haben die Kriege zwischen W wat' Das unerreichte, wlssenschaftl. begründete Mittel für den Haarwuchs. Ärztlich empfohlen gegen Haarausfall und Kopfschuppen. Zugleich das erfrischende und Ideale Pflegemittel für die Frisur, von höchster Eigenart der Duftkomposition. Prefsi 220 und 3.7S. h Ur 6.- 1 Ur 1050 schlafen. Samstag, den 26. Januar 1929, nach- 0189 Nachruf Treis a. d. Lumda, den 25 Januar 1929. Michel Göbel 019! Gießen, den 23. Januar 1929. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Margaretha Dapper geb. Will Familie Johann Wilhelm Dapper Familie Heinrich Göbel VL Familie Ludwig Becker U Treis, den 24 Januar 1929. Die Beerdigung findet mittags 2*/« Uhr, statt Spar- iinsl VorschuBverein Treis a. d. Lumda Der Vorstand: Danksagung. Für die vielen Beweise der Teilnahme während der Krankheit und bei dem Hinscheiden unseres unvergeßlichen Entschlafenen, des Kriminalliauptwaclilnieislers Heinrich Seher sagen wir allen, insbesondere dem Herrn Ptarrer für die trostreichen Worte, sowie für die Nachrufe des Polizeiamtes Gießen, des ehern. Untersuchungsamtes Gießen und der Spezialbeamten des Polizei- amtes Gießen und tür die zahlreichen Kranzspenden herzlichsten Dank. Für die trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Selzer geb. Knäpple. Todes-Anzeige. Heute vormittag 7 Uhr Ist mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Wilhelm Dapper Landwirt und Wagnermeister nach kurzem, mit großer Geduld ertragenem Leiden sanft ent- Gestern morgen verschied nach kurzem Kranksein unser verdienstvoller, langjähriger Direktor Herr Wumister Wilh. Danner Wir verlieren in dem Verstorbenen ein Vorbild treuer Pflichterfüllung, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden | Vermutungen | (große 3-ZimmßpWohng. mit Balkon. Wohn- kliche und Zubehör, SlnlaflCDtertel, be- fdilQflnnbmefret, für 1. Avril a. vermieten. Schr. Angeb. unter 0194 an d. Giess. Anz. I Mietgesuche Möhl. Zimmer im südlichen Stadtteil f. fofort gesuchi. Schr. Angeb. u. 0174 an den (tiicn. An;. (Stellenangsuote] Suche Aitm 1. 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Diözesen als i Aiche hatte,ch' iuris canonici l Standpunkt aus wirllichen 2erh^ Grundsätzen anz ziellen Doraus! Lementsprechi an die Arbeit g unb Lettland r tarnen, zeigten i ngieiien. 2edv! Aontordats mi gemeinem ütk Hoheit an die war es taltisck eimnal schr bahnbrechend gefeen zu lass welches die Zi fach als Dari Dach dem ! dats wurde öi öffentlich) sehr unklar, ob die: vder weitere E yn, die ja in Teheundipioml M, weih mai Mir scheint c herein an C Sonst hätte e Allmählich Mischen der Staat schfveöe etwa mit der l noch Berlin 1 hörte erst Ja' MMen kann Krn leit 19'5 M erste sehr siaaiiicher Mntvaren ii ^u6 hrwM Aeltag, 25. Januar 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 2l Zweites Blatt »r heraus I Heere im I Gedichte bildeten den Abgesang der Vortrags- Schneesturm umgekommen. sich bei der Teilung der Deute nicht hatten einigen können. Das Ergebnis dieser Volksabstimmung ist bekannt. Die Tschechoslowakei erschien als das kleinere liebel. Seitdem nistet unlöschbarer Groll in allen echtpolnischen Herzen. Gast- reundlich wurde die slowakische ® egen- regierung, die auch heute noch in der Propaganda für die Befreiung der betrogenen Slowakei unermüdlich am Werk ist, von den polnischen Machthabern in B i a l a , einer polnisch gewordenen Dorstadt von Diclitz, ausgenommen. Kleine Liebenswürdigkeiten unter slawischen Brüdern! Die sich immer wieder sortsetzten, namentlich in den Fragen des Handelsverkehrs. Zudem nimmt man in Prag den Polen ihr gutes Ber- hültnis zu Ungarn übel. So kommt es, daß alle Bemühungen. Polen, offiziell oder nicht, in den Kreis der Kleinen Entente einzubeziehen. Versuche, die namentlich von Benesch immer wieder ausgingen, infolge der allgemeinen Derstim- mung fruchtlos blieben. Die wahre Freundschaft war selbst dann nicht herzustellen, als Benesch seinen damals recht bedeutenden Einfluh im Völkerbund mit Erfolg eingesetzt hatte, um den Polen, entgegen den klaren Bestimmungen der Verträge, den Raub von Oberschlesien zu ermöglichen. Nun, die Annäherung ohne Vorbehalte, die Benesch damals nicht gelang, soll Le Rond heute durchsetzen Der Augenblick zur Entfaltung seiner Maulwurfsarbeit, die freilich nicht recht zu unseren, vielleicht etwas primitiven Vorstellungen von den Ausgaben eines hohen Militärs passen will, ist nicht ungünstig gewühlt. Die Ausrollung des Minderheitenproblem s durch Deutschland steht bevor. Bekannt ist der unerschütterliche Entschluß Strese- manns, das Genfer Tribunal zu klarer Stellungnahme in den Fragen des Lebensrechtes der Minderheiten zu zwingen, llnd ebenso bekannt ist die Abwehr all dieser Bestrebungen durch Benesch und Z a l e s k i, die ja im Interesse der Aufrechterhaltung ihres Llnterdrückungs- systems unbedingt geboten ist. Die natürliche Verbundenheit der Unter?)rüder soll nun zu der lange angestrebten politischen Dundes- genossenschaft führen. indiskrete öffentliche Mittellungen aus dem Ent- tourf in Zeitungen der Regierungsparteien. Sie führten zu scharfen Auseinandersetzungen, im weiteren Verlauf auch zu Kundgebungen der Deutschen Volkspartei und der Deutschnationalen Aach der Pause hörte man den ersten Gesang aus dem österreichischen Epos „Kirbisch" oder ..Der Gendarm, die Schande und das Glück". In Hexametern. Fließend im altvaterischen Rhyth° mus. behaglich ausgesponnen im Idyll des Schauplatzes und der Einführung der Personen. Thomas Mann würde sagen: „ein wenig Zustandsschilderung und Gespräch". Die Verse Hingen gut, voll und technisch beherrscht. Obwohl ein Widerspruch bleibt zwischen dem heroisch-antiken Maß der Erzählung und dem vorwiegend schlicht- ländlichen Charakter der „Handlung". Eine Ab- schiedsszene wiederum und eine Vision des großen Krieges bleiben am klarsten in Erinnerung, lieber das ganze Werk vermag man natürlich nach dieser Probe nicht zu urteilen. schauen meines Kindes": ----- schön: dies kommt einem menschlich sehr nay: ein vergrübeltrs Bekenntnis in edler Sprache, das Ganze aber vielleicht im Umfang schon Die echte, runde Gestalt reiner Lyrik durchbrechend. Die gebändigte, auf Klang und Glanz der Verse bedachte, antllische Formstrenge des „Kirbisch" beherrscht auch die „Panische Elegie", em von lebendigem, literaturfernen Aaturgefühl durchflutetes, ins Kosmische sich verlierendes Idyll in farbiger Landschaft. — Die Verse der „Letzten Erkenntnis" gaben dem Abend einen Wohllautend-besinnllchen Ausklang. -y- Herr £e Von- macht Weltgeschichte polnisch-tschechische Allianz zur Einkreisung Deutschlands. Don unserem -s-Dernchterstatter. :vie Entwicklung her KoM'datsfrage in Preußen Äon D Or. M. Schien, Generalsuperintendenten in Äreslau. lamentsmehrheiten und unsicheren jährlichen Be- wllligungen abhängig bleiben. Somit drängt sich jetzt auch die Klärung der Beziehungen zwischen den evangelischen Kirchen Preußens und dem Staat in den Vordergrund. Da die. evangelischen Kirchen Zweidrittel der Einwohner Preu- ßens umfassen, so haben sie zweifellos Anspruch darauf, dah ihre Angelegenheiten mindestens gleichzeitig mit denen der katholischen Kirche geregelt werden, keinesfalls später. _ So stehen die Dinge im gegenwärtigen Augenblick. Vielleicht wäre noch hinzuzufügen, daß es den Anschein hat, als wolle man nun, um Schwierigkeiten zu vermeiden, auf den A a m e n Konkordat verzichten. Dies Zugeständnis hat einigen Wert, aber möglicherweise nur sehr geringen. Es kommt alles darauf an, unter welche Bedingungen tatsächlich der Vertrag oder die „fetten Abmachungen" zwischen Staat und Kurie gestellt werden. Wie lange wird die Pause dauern? An einen endgültigen Verzicht der Kurie glaube ich, wie gesagt, ganz und gar nicht, um so weniger, als wirkliche sachliche Gründe für Aenderung der bisher gültigen Abmachungen vorliegen. Möglich ist aber, wenn auch nicht wahrscheinlich, daß eine längere Pause eintritt. Das könnte geschehen, wenn die Aussichten auf Annahme im Landtag zu schlecht wären, dann wird das preußische Zentrum einen Zeitpunkt wählen, an dem es starke Bedingungen stellen kann, um den Karren vorwärts zu schieben. Die Derhandlungs- führenden werden natürlich den Wunsch haben, die Sache zu Ende zu führen, — um so mehr, üls sie sich bereits zu tief eingelassen hatten, um jetzt für lange zu verzichten. Weiter läßt sich zur Stunde nichts sagen. Wir harren gespannt aus den nächsten Akt. kühl den Rücken zu kehren. Immer noch störten ein Paar Schneeschuhe die süße Hyperbel, aber je höher es ging, desto un« ruhiger rutschte der dazu gehörige junge Mann auf seinem Sitz herum, um in Göschenen zerknirscht auszusteigen. Keine zwanzig Zentimeter Schnee! Das frischgepuderte Näschen lehnte sich triumphierend in die Kissen zurück. So, jetzt noch durch den Tunnel, und das ewige Gotthardwunder würde sich auftun: lachendes Blau, dampfendes Grün, strahlende Sonne. Zehn Minuten im Bauch des Berges — zwölf Minuten — da, es wird hell — Fenster herunter — Blendendklare Schneelandschaft. In Mailand gehen alle Bahnbeamten mit wichtigen Gesichtern herum. Katastrophen schwirren durch die Luft. Der Orientexpreß ist seit achtundzwanzig Stunden überfällig, bei Udine soll er steckengeblieben sein. Meterhohe Schneeverwehungen. Bären im Karst. Skiläufer auf der Strandpromenade in Nervi. Nicht einmal die Liktorenbündel auf den Lokomotiven garantieren die Einhaltung des Fahrplans. Gepuderte Naschen können manchmal bemerkenswert energisch fein. „Wir fahren in den sonnigen Süden! Dann eben noch südlicher. Und wenn es nicht anders geht, fliegen wir einfach. Man wird doch noch noch Rom fliegen können!" Auf der Landkarte sieht man ganz deutlich, daß bei Bologna wieder Skigelände beginnt Im Zuge merkt man es daran, dah das so herrlich aus den Allstem blasende, flankenbebende Maschinentier durch einen streng sachlichen, elektrischen Schlepper ersetzt wird. Kurz darauf beginnt das Schneegestöber. Uni) der Schnee denkt: Denen will ich's einmal zeigen» Ünb man sieht den nächsten Daum nicht mehr und wenn der Zug hält, ächzen junge Pinien unter der weißen Wucht und strahlend uniformierte Stationsvorstehsc unter ihrer Würde und erfrorene Kindernasen träufeln und der Leitungsdraht droht zu brechen. Aengstlich bohrt sich der Zug in die Zweitausender, jedesmal atmet man auf, wenn er glücklich wieder **•**•'•*•» ist In dieser Gegend sind schon zwei .'c Siudiengesettschasi für elekiro-akustische Musik. Die tiefgehenden Eindrücke, die der Vortrag von Iörg Mager auf der Darmstädter Tagung des Reichsverbandes Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer über das Problem der elektrischen Musik vermittelt hat, haben einem engerm Kr isc von Persönlichkllten Veranlassung geboten, d.r Frage näherzutreten, wie die bedeutungsvollen Arbeiten Magers in ein engeres Verhältnis zu Hesfeii zu bringen wären. Hm den Bestrebungen eine greifbare Form zu geben, ist in diesen Tagen in Darmstadt die .Studiengesellschaft für elektro-aku st ische' Musik" gegründet worden, die sich zum Ziel gesetzt hat. Iörg Mager die Möglichkeit zu geben, seine Bestrebungen auf einer breiteren Grundlage in die Tat mnzusehen. Aachdem ein öffentlicher Vortrag der rührigen Literarisch-Künstlerischen Gesellschaft in Darmstadt der breiteren Öffentlichkeit Kenntnis von dem derzeitigen Stand der Mogerschen Erfindungen gegeben hatte, führte Mager einem engeren Kreise geladener Gäste das Ergebnis seiner Arbeiten vor. 3m Anschluß an den Vortrag nahm der Vorsitzende der „©tu** diengefellschasf' Dr.-Ing. e. h. E. Schenck das Wort, um die Anwesenden zu einer tatkrastt- gen Unterstützung der Erfindertätigkeit Magers aufzufordcrn. Erfreulicherweise erklärte sich eine größere Anzahl von Persönlichkeiten zum Dei- tritt zur Studiengesellschaft mit namhaften Beiträgen bereit, so daß die Errichtung dieser Gesellschaft als gesichert angesehen werden kann. Fahrt in den sonnigen Süden. Von Gusiav W. Eberlem, Dtom. Am Zürichsee schnupperte ein gepudertes Naschen in den Föhn. „Es riecht nach Frichling. Was sollen wir hier anfangen? Ich habe es fatt Fahren wir nach Italien! In den sonnigen Süden!" Ob er das „es" aus sich bezog oder auf das launenhafte Wetter, jedenfalls drehte er sich gottergeben auf dem Absatz herum und folgte ihren bahnhoswärts gerichteten Spuren. Genau so wie jener Herr am Bodensee, der sich von [einen Skiern nicht trennen zu können glaubte. Uebrigens wär es am Starnberger See ganz ähnlich gewesen. Der Mann glaubt immer noch an einen Witterungsumschlag, wenn die Frau schon längst eine Saison entschlossen hinter sich geworfen hat. Der Schnee stöbert im Durchgang herum, die Dame in einem Werbeheftchen für die Prima- vera romana. Tunnel auf Tunnel. Dazwischen drohend uber- hängende Wächtern Die Telegraphenmaste mat> schieren weinerlich in das weiche Hngewiß hinein, werden von Schritt zu Schritt kleiner. Ietzt kommt die Höhe, der entscheidende Tunnel, die große Frage der Wetterscheide. ... Hinein — dramatische Spannung — da, es wird hell — Fenster herunter — und schlackert vor Äuserstehungstrunkenheit. Das gepuderte Väschen richtet sich auf, gelassen, mit selbstverständlicher Sieghaflipkeit, ganz Dame: „Hab ich's nicht gleich gesagt?' Partei. War es eine Folge dieser Auseinandersetzungen. daß man von der sicher sür Herbst 1928 beabsichtigten Veröffentlichung des Konkordats- entwurfs zunächst Abstand nahm? Oder war — wie manche meinen — die Kurie mit neuen Forderungen hervorgetreten? Jedenfalls sind Hemmungen deutlich geworden. Wahrscheinlich h™ Duch« „mittag''. „3m 2In- I mm. Bis das BShichsn tarn, tämpfte ein würdig - ......: klangvoll, sinnvoll und ausfehender Herr zah den kleinen Schweizer Natw- ----- • ' ' 1 nalkarnpf um den richtigen Artikel durch: d i e Rigi muffe es heißen und nicht anders. Es war unhöflich von dem Gotthardexpreß, der Auseinanderfetzung L" vH es ;n-Verein Cn 717D Lieben ickitrili6(LiilM) tyltit initobenb [>nffurf o, Mom mil &• Wtf Kummer. ;eIX, Mitgliedes n”6Wo.5ox _____ TöD ittMWeo 1162 >all ■ 7Z6D mlti$aitn , Walllorstrafk ,,ebd».t«nUb’ leBahnbofetr-71 73)0 '6?3te6r? Va”cnD';?' L>e W' Genlarl» MS ÄcbtUDÖ1 abends 7.61 Uhr iM S-Linde» Die Narren. auf! '^rüeni ral schon in nächster Zeit unternehmen dürfte. Don ihrem Erfolg wird es abhängen ob er feinem Endziel, der Einkreisung Deutlchlands. wieder einen Schritt näherkommt Oberheffen. Landkreis Gießen. ad. Groben-Dused. 24. Ian. Den ^vei- ten Dortrag der Volkshochschule zu Gre-- ßcn hiett llniversitats-Pros. Dr. S e s s o u s über _Lie Bedeutung der deutschen Landwirtschaft für die Dolkswirtschast". Dach einem intereNanten Längsschnitt durch die geschichtliche Entwicklung des Bauernstandes wies er — unterstützt von aufschlußreichen, durch einen Bildwerfer 9cdel9‘’ ten Tabellen - noch, daß die deutsche Landwi^» schäft nach Durchführung einer Reche von durcy- aus im Bereich der Möglichkeit liegenden Dor- aussetzungen in der Lage ist, die Ernährung des deutschen Dolles zu garantieren und Deutschland damit in erheblichem Maste vom Auslande unab- hängiger zu machen. Dach reichem BelfaNe der diesmal etwas zahlreicheren Zuhörer sprach Bürgermeister Gans dem Dortragenden Dank aus. Aus Wunsch stellte Pros. Dr. Sessous einen weiteren Dortrag etwa über Pflanzen- oder Tierzuchtauslese in Aussicht. Sämtliche Anwe- sende verpflichteten sich auch für diesen Dortrag. Der Leiter der Volkshochschule Dr. Heg a r versprach ferner die Veranstaltung eines mehr auf dem Gebiete der Unterhaltung liegenden Abends mit musikalischen Darbietungen und fand damit allgemeine Zustimmung. 5 Wirberg, 24. Ian. Dieser Tage fand eine gemeinsame Sitzung der K i r ch e n v o r - stände von Aeinhardshain und Göbelnrod statt, in der die neugewählten Mit- glieder verpflichtet wurden. Außerdem erstattete der Vorsitzende den Jahresbericht. Aus diesem folgen hier einige Zahlen (vorhergehendes Jahr). Vom Wirberg aus wurden versehen Beltershain. Göbelnrod. Harbach. Reinhards- hain und Saasen. Es starben und wurden kirch- lich beerdigt in Beltershain 4 (1). Göbelnrod 2 (3), Harbach 2 (4). Aeinhardshain 4 (4) und Saasen 7 und 1 herkömmlich ohne Pfarrer beerdigtes Kindchen (5); zusammen 19 (17). Trauungen fanden statt 19 (13), und zwar auf dem Wirberg 6. auf dem Deitsberg 5, und sonstige 8; aus Beltershain 3 (1), Göbelnrod 2 (4). Harbach 7 (3). Aeinhardshain 1 (2). Saasen 6 (2). Taufen fanden statt 33 ( 40). und zwar in Beltershain 10 (4). Göbelnrod 8 (4), Harbach 7 (6). Aeinhardshain 2 (5). Saasen 11 (16). darunter waren Knaben 21 (23) und Mädchen 18 (12), in Saasen waren im Berichtsjahr 3 Knaben und 8 Mädchen getauft worden. Konfirmiert wurden auf dem Wirberg 32 (29) Kinder, aus dem Deitsberg 9 (12). 3m Bericht wurde besonders der Reuherstellung der Kirche in Aeinhardshain gedacht, wo die Gemeinde unter großen Opfern sich ein würdiges Gotteshaus geschaffen hat. Der Kirchenbesuch und die Zahl der Abendmahlsgäste blieben ungefähr auf derselben Höhe, wie im Vorjahre. Die Gaben bei den Kirchenkollekten blieben ebenfalls wie Im Vorjahr, während die milden Gaben für die christliche Liebestätigkeit eine erfreuliche Steigerung erfuhren. Der Vorsitzende ermahnte zur Treue zu der evangelischen Kirche und Mitarbeit im Kamps gegen Unglauben und die Sekten. Eine eingehende Aussprache schloß sich an den Jahresbericht an. 4- Grünberg. 24. Jan. An der hiesigen Oberrealschule begannen am Donnerstag die schriftlichen Arbeiten für die diesjährige Aeifeprüfung. Es unterziehen sich ihr 34 Prüflinge: einer wurde nicht zugelassen. Die mündliche Prüfung wird am 14. und 15. Februar stattsinden. — In dieser Woche fand die erste größere Brennholzversteigerung im Stadtwalde statt. Dabei wurden folgende Durchschnittspreise für Buchenholz erzielt: Scheit 30 bis 32 Mark. Knüppel 24 bis 26 Mark, Stöde (fein aufgearbeitet) 20 Mark, alles für 2 Aaum- meter. Astreiser kosteten pro Aaummeter etwa 150 Mark. Cs finden noch zwei Versteigerungen statt, die nächste schon in der kommenden Woche, bei der auch wieder viel Brennholz zum Ausbieten kommt. Die frühe Abhaltung der Holzversteigerungen ist dadurch möglich, daß die Holz» hauerarbeiten schon seit Mitte dieses Monats beendet sind, da in diesem Jahre drei Aotten tätig waren, während es sonst nur zwei Rotten waren. Gröningen^ 24. Satt Entgegen ber früheren Gewohnheit, das Holz an Ort und Stelle im Walde zu verkaufen, fand die erste Brennholzversteigerung auS dem Grü» ninger-Dorf-Gikler Martwald in der hiesigen Turnhalle statt Wie fast überall, so wurden auch hier außerordentlich ho he Preise erzielt Es kamen das Aaummeter Buchenschcit- holz 36 bis 38 Mark, Knüppel 25 bis 28 Mark. Stoccholz 16 bis 18 Mark, Kiefcrnscheiter 23 bis 25 Mark. Fichtenscheiter 16 bis 18 Mark: fünf Meter Duchenstammreiser 17 Mark, Buchenast- reiser 12 Mark, Kiefernreiser 8 Mark, Fichten- reiser 6 Mark. LLrcis Friedberg. i_Friedberg,24. Jan. Dieser Tage traten hier die Dirigenten des Gaues Wetterau unter Leitung des Gau-Chormeisters, Lehrer Hachenberger (Dorheim), zusammen, um die Chöre für das Platzkonzert in Darmstadt aus- zuwählen. Es wurden bestimmt: „Im schönsten Wiesengrunde", bearbeitet von Franz Wagner, Schenkenbachs „Reiterlied", „Wo gen Himmel Elchen ragen" und „Sturmbeschwörung" von Dürrner. Nachmittags wurde die Generalversammlung des Wctterau-Sängerbundes durch Lehrer Schenk (Melbach) eröffnet, der feststellte, daß 17 Vereine chre Vertreter entsandt hallen. Hierauf erstattete er den Jahresbericht, wobei er besonders des wohlgelungenen Bundesfestcs in Rockenberg gedachte. Der durch Heil (Fauerbach) erstattete Kassenbericht — Bestand 307,78 Mark — wurde nach Prüfung einstimmig genehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt. Dem Vorsitzenden und dem Rechner wurde das uneingeschräntte Vertrauen der Versammlung ausgesprochen. In diesem Jahre wird ein Bundesfest mit der Feier des 50jährigen Bestehens des Gesangvereins „Männerchor" Ober- Mörlen verbunden. 1930 werden 85jähriges Fahnenjubiläum von „Eintracht" Södel und 85jähri- ges Bestehen von „Liederkranz" Reichelsheim festlich begangen. Mehrere Anträge, die sich mit der mündlichen Kritik noch dem Wertungssingen, dem Jahrbuch des D. S. B. befaßten, wurden angenommen. Darauf wurde die Tagung geschlossen. Anschließend tagten die Bereinsoorsitzenden der dem Gau Wetterau angehörenden Vereine. Hier wurde zunächst beschlossen, daß die bei Ueberrei- chung von Ehrenurkunden u. a. entstehenden Kosten von dem betreffenden Verein zu tragen sind. Die Festlegung des Zeitpunktes für das Platzkonzert In Darmstadt und die damit im Zusammenhang stehende Frage eines Sonderzuges mußten vertagt werden. Bis dahin beteiligen sich von den 29 Gauvereinen 18 mit rund 550 Sängern. 5 Butzbach, 24. Ian. Einen eindrucksvollen Verlauf nahm die Hauptversammlung des Turn- und Sportvereins Butzbach. eines der ältesten 'Vereine der Deutschen Turnerschaft Der 1. Vorsitzende, Aedakteur K. Schneider, der 15 Iahre an der Spitze des leistungsfähigen Vereins gestanden hat, ist von seinem Amte zurückgetreten. da ihn seine Tätigkeit in den turnerischen Organisationen — er ist bekanntlich zweiter Gauvertreter des Turngaues Hessen uno Mitglied des Kreisausschus.es des Mittelrheinkreises — zu stark in Anspruch nimmt Seine Verdienste um den Verein und die Deutsche Turnerschaft fanden im Verlauf der Versammlung wiederholt gebührende Würdigung. Als Aachfolger von Aedakteur Schneider wurde Dr. Hermann Aau (gebürtig von Lich) zum 1. Vorsitzenden gewählt, während das Amt des 2. Vorsitzenden dem seitherigen Rechner Iullus D a h m e r übertragen wurde. WSN. Wölfersheim, 24.Ion. Gestern nach mittag wurde der 45 Meter hohe, erst 1887 erbaute Schornstein der Braunkohlenpresse auf dem alten Bergwerk durch Sprengungumge- legt. Rach der Explosion der in die Mauer gebrachten Sprengladungen stand der Schlot noch etwa 20 Minuten aufrecht, neigte sich bann allmäh- sich nach der gewünschten Seite, barst während des Falles in mehrere Teile und stürzte unter donnerartigem Gepolter zusammen. 0 G 2 m v a ch. 24. Jan. Im Saale der Gastwirtschaft Wllhelm Weiftl veranstaltete der hiesige Zweigverein des V. H. C. sein diesjähriges Auszeichnungsfest, das in allen Teilen als wohlgelungen bezeichnet werden kann. Frl. Emma Buß sprach in schöner Weise einen Vorspruch. Der erste Vorsitzende. L i l l e r. sprach in begeisterten, eindringlichen Worten über die Ausgaben des V. H. E. als Wander- und Heimat- verein. Anschließend wurde die Auszeichnung Lache Vaiarrai Roman von J. Schneider-Foerstsi Urbeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. 54. Fortsetzung Nachdruck verboten. „ODenn ich bei dir bin! — Immer bei dir! — Wirst du dann vergeben können — wenn nichts Erdenhaftendes mehr zwischen uns liegt? Auf den Knien will ich dir durch die Ewigkeit folgen, wenn du es mir zur Buße auferlegst." „Bellinzona. Gnädigste!" Ihre Finger griffen nach der kleinen Handtasche, legten eine Zehn-Frankennote auf das Ecktischchen und schoben dann den Riegel der Tür fturüd. ilnb noch immer drehten sich die Räder und wollten nicht stillestehen. Run endlich! — Rachtluft strömte in den langen schmalen Korridor! Jemand hals ihr über die beiden Trittbretter und hielt ihre Hand fest, bis sie auf dem Bahnsteig stand. „Danke - —!" Menschen liefen an ihr vorüber, überquerten das Gleis und verschwanden. Draußen standen zwei Hotelwagen. Aicmand benützte sie. Maria trat zu dem Ehausfeur, der sie das erstemal bei ihrer Ankunft nach Bellevue gebracht hatte. „Können Sie mich zur Villa Jankes fahren?" Er erkannte sie wieder und bejahte zustimmend. „Wenn ich leine Gäste zu befördern habe, werde ich Die sofort hinbringen, ohne erst nach dem Hotel zu fahren." Es kostete wieder Minuten, bis der Wagen endlich die menschenleere Straße hinunterglitt. Vor dem Eingänge zum Parke, der sich um Las Haus des Kommerzienrates dehnte, entlohnte sie den Ehausfeur. Die Klinke des Tores gab sofort nach, als sie die Finger darauflegte. Der breite Kiesweg lag von dem Lichte einer vielkerzigen Birne hell beleuchtet und versprühte grünschillernde Lichter, die wie tanzende Silberfunken wirkten. Ehe sie die Hand nach der Glocke streckte, die in dem dunklen Holz der Türfüllung eingefügt war. lehnte sie noch nach Fassung rtngenb den Kops gegen den kalten Steinpfosten. Der Schlag ihres Herzens versagte vollkommen. Schweißtropfen per'.ten langsam die Stirne herab. Ihr Finger mutzte die Glocke berührt haben, denn ein grelles Signal gellte durch die Stllle des Hauses. Schritte tarnen über eine Treppe herab. Licht flammte auf. Maria starrte in das Gesicht, das vor ihr im Rahmen der Türe stand. „Womit kann ich dienen, Gnädigste?" „Ich bin Maria Aichthosen!" Der eine der beiden Flügel des Einganges glitt weit zurück. „Das gnädige Fräulein werden seit Tagen erwartet!" Sie ertrug die Ungewißheit nicht langer. Ihre zitternden Finger lehnten sich auf den Arm des Bedienten. „Was ist — mit Baron — Hettingen?" Mit sichtlichem Erschrecken wandte er den Dllck von ihr ab. — „®arf ich Sie bitten, gnädiges Fräulein?" Er ging ihr voran. -Was ist mit ihm?" Ihre Stimme war ein schluckendes Würgen. „Ich — Herr Doktor Feßmann wird dem gnädigen Fräulein alles mitteiten. — Der Herr Baron — ist zur Zeit — nicht hier!" „Richt hier!" nun wuhte sie ja, wo sie ihn finden würde. Von oben kam die Stimme des Doktors. .Ist Rachricht eingetroffen?" „Fräulein Richthosen — ist angekommen." wollte der Diener melden, aber Maria war schon an ihm vorbcigelaufen und die Treppe nach oben gehetzt, wo Fetzmann stand. Er war über ihr unvermutetes Erscheinen für den Augenblick derart außer Fassung, daß er ihr nur die Hand zu bieten vermochte, ohne einen Gruß zu finden. Sie sah. wie seine Augen ganz voll verräterisch glänzendem Schimmer in die ihren blickten und gab den letzten Rest des Hoffens auf. „£otr Ohne jeden Laut glitt sie vor ihm in die Knie, fühlte, wie sie zwei ^rme hochhoben und nach einem Zimmer führten, daö von einer matten Helle überflutet war Behutsam legten sich zwei Hände um ihre kalten reglosen. »Wenn Sie sich etwas erhvll haben, wollen wir zusammen reden!" ging Fehmanns Stimme über ihre ^Betäubung hinweg. der fleißigsten Wanderer des verflossenen JahreS vorgenommen. 15 Mitgliedern konnte der Vor- sitzende ein äußeres' Zeichen der Wandertätigkett überreichen: davon erhielten als zweite Auszeichnung 6 das goldene Abzeichen. 3 als 3. Auszeichnung einen Wanderstock. 2 als 4. Auszeichnung einen Stockring mit Abzeichen. 4 als 5. und 6. Auszeichnung einen einfachen Stockring. Unter diesen vier letzten befinden sich der 2. Vorsitzende HelmeS. Schriftführer D u ß und der 1. Vorsitzende, die zum 6. Male ausg^eichnet werden konnten. 3m weiteren Verlauf des Programms kamen noch zwei kleine LustspiÄe zur Aufführung. Alle Mitglieder entledigten sich in geschickter Weife ihrer Aufgabe. Besonders zu erwähnen ist, daß die ausgezeichneten Mitglieder durch V. H. C.-Bruder Otto Graßmann, der die Zeichnung hierzu lieferte, einen von Frl. Ottilie Fenchel gesttckten Wimpel überreichen ließen. Gute musikalische Darbietungen füllten im übrigen den Abend in bester Weise aus. Am anderen Tage unternahm der Zweigverein feine erste Wanderung nach Kirch-Göns, an der sich etwa 30 Personen beteiligtem darunter auch einige Gäste. Kreis Büdingen. △ Nidda, 24. Jan. Obgleich das letzte Jahr hier eine völlige Mißernte an Aepfeln und nur eine Mittelernte an Tafelbirnen gebracht hatte, wird doch der Obstbaumzucht seitens der Grundstücksbesitzer wieder mehr Interesse entgegengebracht. In unserer großen Gemarkung sind tm Spätherbst überall die Lücken in den Daumstücken durch Neu- pflanzungen ausgefüllt und auch mehrere neue Baumstücke angelegt worden. Den Privaten ist die Stadtverwaltung in dieser Hinsicht mit gutem Beispiel vorangegangen. Zu den bereits vorhandenen städtischen, etwa 3000 ertragfähigen Obstbäumen, ohne den regelmäßigen Ersatz durch Nachpflanzung, hat die Stadt auch im vergangenen Herbst wieder zwischen den Provinzialstraßen Nidda—Ranstadt und Nidda—Wallernhausen am Grohberg eine neue große Obstbaumpflanzung anlegen, und nach dem sachverständigen Gutachten des Obstbauinspektors Metternich in Büdingen mit 192 jungen Obstbäumen bepflanzen lassen. In der Höhenlage wurden Süß- und Sauerkirschen, an dem nach Südwesten geneigten Abhang nur Wintergoldparmänen angcpflanzt. Eine weitere größere Neuoflanzung von feinen Aepfelsorten ist auf einem fünf Morgen großen Grundstück aff der Ranstcidter Straße von der Stadt in Aussicht genommen. Die in den letzten Jahren stark verminderten Walnußbäume werden auch wieder mehr angepflanzt. Am Stehselder Weg hat die Stadt auch von dieser Schalfruchtart eine größere Anzahl junger Bäume pflanzen lassen. • Stockheim, 22. Jan. Am Samstag tagte hier die K re i s o r ga nisa t io n des Kreisvereins Büdingen der Deutschnationalen Volksparter. Anwesend waren u.a.: der Provinzialvorsitzende, Studienrat Dr. Lenz (Gießen), und der Prvvinzial-Geschäftsführer. Aach längerer Aussprache über die Organi» sation innerhalb des Kreises und über die Vertrauensleute wurden die Arbeiten für die kommenden Monate durchgesprvchen. Bei der folgenden Reuwahl des Vorstandes wurden ge- wählt: Altbüraermeister Knecht (Mittel iründan) l.Vors., Prof. Dr. Dingeldein (Büdingen) 2. Vors., Buchhalter Schilling (Hirzenhain) Schriftführer, Registrator Roth (Büches) Kassie- rer. Ferner als Beisitzer: Frl. Else Schäfer (Büdingen), Buchhalter Rud. W a i h e l (Liß- berg), Oberinspektor S ch ö n h a l S (Lindheim), Gemeinderechner Ganz (Dindsachsen), Attbür- germeister Kraft (Selters). Ober-Amtmann Dietzel (Herrnhaag), Apotheker Aubert in (Echzell). Als dritter Punft wurde die Stellui^- nahme zu den kommenden Provinzial- und Kreistagswahlen erörtert, wozu verschiedene Vorschläge gemacht und durchgesprochen wurden. Da die Frage noch nicht akut ist, wurde ein Beschluß dazu nicht gefaßt. Rach einer kurzen Aussprache über die augenblickliche parteipolitische Lage im Landtage nach dem Austritt von Prof. Werner behandelte Studienrat Dr. Lenz in längerer Rede die innen» und außenpolitische Lage. Bei der Jnnenpolittk wies er besonders auf die durch den letzten Wahlausfall geschaffene Lage im Reichstage hin Der Ruck nach links sei nur möglich gewesen durch den vollständigen Mangel an politischem Tatsachensinn der bürgerlichen Wähler, der sich sowohl im gänzlichen Fernbleiben von 10 Mill. Wähler von der Wahlurne, wie auch in der großen 3er» „Jetzt l" sagte sie und hiell den Kopf gegen die Lehne des Sofas gedrückt — — damit er nicht zur Sette glitt. „■Ticin, Fräulein Maria!--Erst ruhig werden! Ganz ruhig. Auch ein junges Herz vermag nicht jeden Schlag auszuhalten, der es trifft“ „Dann haben sie ihn fortgebracht? Rur das, Doktor i Rur das, wenn Sie mir sagen." Er war erstaunt. Sie schien also doch darum xu wissen. .Dor sechs Tagen schon! In der Rächt, in der Sie bei iym ttxuxnl“ „Vor sechs Tagen! — — —" Ohne daß er es hindern tonnte, war sie aufgesprungen und hiell seine Füße umklammert „ilni> ich habe getanzt und Sell getrunken, während er draußen auf dem Friedhof bereits verfault Doktor-- ich--“ Er hiell ihre Gelenke fest und zwang sie auf den Diwan zurück. „Sie müssen vernünftig fein, Maria! Wie soll ich Ihnen das andere sagen können, wenn Sie sich mit solch grauenhaften Bildern tragen--er lebt ja noch!" „öie belügen mich!" weinte sie halllos. „Rein, Maria, ich belüge Sie nicht. Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, — — wollen Sie mir nun glauben?" In lautlosem Weinen grub sie das Gesicht in die Hände. Als sie etwas gefaßter wurde, zog er ihr dieselben herab. „Warum sind Sie nicht früher gekommen, Fräulein Richthofen?" „Ich habe es erst diesen Abend im Zuge erfahren, daß Sie mich suchen." „Joachim befindet sich schon fett dem achtzehnten in llntersuchunashaft." Völlig entgeistert, starrten ihre Augen zu den feinen auf. „Herr Doktor, haben Sie Erbarmen." Er nahm ihre unruhigen Finger zwischen die seinen und zwang sie, still zu liegen. „Er soll etn junges Mädchen ermordet haben! Wan fand Bluts Puren in seiner Baracke sowie an seinem Hemde und an feinen Kleidern. An seinem Mantel ist. in die Knöpfe verwickelt, blondes Haar entdeckt toorben. wie es die Tote trug. Da er nicht angibt, wer diese Rächt bei ihm in der? Varacke war, nimmt das Gericht an, daß es die Ermordete gewesen sein mufjr .Doktor! —“ .Man hat also lückenlose Beweise gegen ihn — gefesselt wurde er eingeliefert Er ist nicht zu spllttemng kn eine Unzahl von Parteien offenbarte. Besonders an dem Beispiel der Gründung der „Christ!. Rat. Bauernpartei" zeigte der Redner, wohin alle diese kurzsichtigen berufsständischen Reugründungen hinführen. Die .Christi, Rat. Bauernpartei" habe, wie erwartet, selbst feine Fraktionsstärke erreicht und dadurch nicht einmal im landwirtschaftlichen Ausschuß des Reichstages einen Sitz erhalten: ba egen habe sie nicht nur die stärkste, immer geschloßen für die landwirtschaftlichen Belange eintreienbe deutsch- nationale Partei sehr geschwächt, sondern auch den Rückgang der rein landwirtschaftlichen Abgeordneten bei allen Parteien von 73 auf 62 verursacht Die weitere Folge der Schwächung der deutsch nationalen Partei sei ihr Ausscheiden aus der Regierung und damit der Ersatz des Landwirtschaftsministers Schiele durch einen Demokraten. Die „Christ. Rat Bauernpartei" habe also in der Praxis das Gegenteil erreicht von dem, was sie erstrebte. So erginge es allen rein berufsständischen Parteien. Heute sei kein Beruf mehr so stark, daß er zahlenmäßig allein als Partei einen ausschlaggebenden Einfluß auf die Regierung jemals erhalten könne. Der erfolgversprechendste Weg für einen Beruf, etwas zu erreichen, sei immer noch, entweder bei möglichst vielen Parteien Verständnis für seine Belange zu erwecken, oder aber die Partei möglichst stark zu machen, von der man das größte Verständnis für den Beruf erwarten könne. Außenpolitisch zeigte der Redner dann die Entwickelung b:r Lage bei den einzelnen Cntente-Staa'en und die Zusammenhänge zwischen der englisch-französischen Politik und der Reparationssrage. Die Befürchtung, daß Deutschland wieder den Preis für die neue englisch-französische Verständigung zu zahlen haben werde, sei sicher nicht unbegründet. • Hirzenhain, 24. Ian. Dieser Tage fand im Vereinslokal Jungmann die diesjährige gut besuchte Generalversammlung les Krieger- und Militärvereins unter Leitung des ersten Vorsitzenden Kam. Stein statt Aus dem Jahresbericht ist zu entnehmen, daß sich der Verein in stetigem Aufstieg befindet. Die Mitgliederzahl betrug mit Ablauf deS Jahres 65. Die Kassenvcrhclltnisse sind geordnet: Entlastung konnte in vollem Hin ang erteilt werden. Die Kleinlaliberschühenabtellung erfreut sich regen Zuspruchs: der Schietzstand ist weiter ausgebaut worden. Die Erledigung der Kriegsbeschä- digtrn- und Kriegrrh.ntarb i b:ncn-5r g n siegt in der Hand des Obmanns Kam. Schäfer. Kam. Dr. Lucius hat sich bereiterklärt, diesbezügliche Beratungen in medizinischer und juristischer Hinsicht kostenlos zu übernehmen. Es wurde beschlossen, den Verein in das VereiHS- register emtragen zu lassen und die Denkmalsfrage innerhalb kürzester Frist zum Abschluß zu bringen. In den neuen Vorstand wurden gewählt die Kameraden Stein 1. Vorsitzender. Franke 2. Vorsitzender. R. Hirz et 1. Schriftführer, Vogel 2. Schriftführer, K. Sch ä- f er 1. Rechner, W. S chä fe r 2. Rechner. Iör - dens 1. Kassenkontrollführer. QS in ne der 2. Kafsenkontrollsührer, Sattler 1. Beisitzer, Jäger HI. 2. Beisitzer. Reuanmeldungen wurden entgegengenommen. Am 2. Marz findet ein Theaterabend zugunsten des Denkmalfonds statt. Krcrs Schotten. # Freienfeen. 24. Jan. Der hiesige G e - sangverein ,Liederkranz" hielt jetzt seine Generalversammlung ab, zu der fast alle Mitglieder erschienen waren. Der Vorsitzende, Kaufmann Georg Batz, wies in seiner Eröffnungsansprache auf die hohe Aufgabe hin. die den Männergesangvereinen zugedacht sei, vor allem, auf kulturellem Gebiet Seine wetteren Ausführungen galten dem ewig frischen Born, den die Vereine in den deutschen Volksliedern besitzen; seine Darlegungen, die fein durchdacht waren, stellten das Lied als treuen Begleiter der Völler- und Wenschenschicksale hin. Lebhafter Beifall lohnte seine Ausführungen. Der Tätigkeitsbericht schilderte eine rege Verein sarbeit,- besonders hervorgehoben zu werden verdiene» die beiden Wintervergnügen, die den Verein auf einer beacht.ichen Höhe zeigten. Die Rechnungsablage ergab einen nennenswerten lleberschuß. der zum größten Teile zur Abzahlung der Kaufsumme für das K.avier Verwendung fand. Im kommenden Dereinssahr wird sich der Verein an dem Wertungssingen des Ohm-Lumdatal-Sanger- bundes in D.eidenrod beteiligen. Den Verein zur Teilnahme an weiteren Festlichkeiten zu ber* bewegen, den Mund aufzutun und sich zu verteidigen Die Richter sagen, wenn er sich nicht reinwäscht, wird er unter das Beil kommen!" _ Weit aus gerissen starrten die Augen des Mädchens ihn an. „Kommen Sie, Herr Doktor!" „Wohin?" „Zum Gericht!" «Ietzt. Fräulein Maria?" „Wenn fein Richter wach ist, kann ich memw Aussagen auch, auf der Polizei machen." „Wir wollen warten bis morgen, Fräuleuk Richthofen!" _ „Rein! Wenn Sie nicht mitkommen, werde uy meinen Weg allein finden. Ich trage diese Schuld keine Stunde länger mit mir!" Der Staatsanwatt hatte Jankes das Angebot gemacht, ihn jederzett anzurufen, toeim die junge Dame käme, die Hettingen zu entlasten vermöchte. So ohne weiteres wollte er den Verhaftete» doch nicht freigeben. Als Feßmann mit Maria vor seinem Hause die Stufen hinaufstieg, kam er schon zur. Begrüßung die Treppe herab. Fünf Minuten später glitten die Singer seiner Sekretärin über die Tasten der Schreibmaschine, um das aufzunehmen, was Warta zu sagen hatte. „Das ist der erste große Irrtum, der mir während meiner zwanzig Iahre Dienstzeit unterlaufen ist!" sprach der Richter kopfschüttelnd, als er sich von dem Doktor und Maria Richchofen verabschiedete. „Er ist womöglich von unerhörter Tragweite, beim diese sechs Tage haben dem wirllichen Täter einen Vorsprung gegeben, der sich kaum mehr irgendwie einholen läßt." „llnd welche Genugtuung wird das Gericht meinem Freunde geben?" forschte der Doktor ernst. Der Anwalt zuckte die Achseln. „Ich werde mich entschuldigen müssen — und zugleich die Presse des 3n- und Auslandes In Kennttns setzen, daß Baron Hettingen glänzend rehabilitiert ift — Schuld — mein lieber Doktor — Hauptschuld sogar, trägt der Baron selbst, daß ihm dies unangenehme Intermezzo passiene. Er hätte nur den Ramen der Dame zu nennen brauchen, welche einen Teil der Rächt in der Baracke verbrachte Dann wäre das Ganze anders verlaufen." Marias Gesicht glühte Im Feuer! (Fortsetzung folgt) für die Redaktion bestimmten Mit. EndspirlS Ar. 67. 8 6 6 5 5 (Lust. Bl.) GEGEN SPRÖDE HAUT Amerikaner Dauerbrenner >NIVtA richten an Anzeigers". 2. Dal - bi4- usw. 2. Dal - bl * . Ke4xe3 3. Se5-g4 matt. Lösung des klein." .Pühl Ihr Bückling ooch" ieilungen. Lösungen ufto. sind zu die Schachredatt'ion des „Gießener Problem Nr 197. Don Dr. §. Schürrlcr. Schwarz. Gchach-Ecke. Bearbeitet von TD Orbach- ^Vekalmimachlmg^ Für die Lieferung des Kohlen-» Koks und Lrikettbedarfs an die hessischen Staats- behörden, -betriebe und -anstalten im Rechnungsjahr 1929 wird hiermit zur Abgabe von Preis- und Lieferangeboten aufgefor- tert Die für die einzelnen Dienststellen und Orte erforderlichen Sorten und Mengen sowie die Lieferbedingungen sind unter Beifügung von 50 Pf. je Ort bei der unterzeichneten Stelle bis spätestens 31. Januar 1929 schriftlich zu erfragen, wobei anzv' geben ist, für welchen Ort bzw. Orte dw Unterlagen gewünscht werden. T19y Nach dem 31. Januar 1929 eingehende Anfragen tonnen nicht mehr berücksichtigt werden. Wölfersheim, den 25. Januar 1929 Hessische Bergwertsdirektivn. Junker & Kuh Juno. Oranier Irische Deien Germanen. Oranier. Cora. Petring Oefen sowie ICschöfen •Original Musgraves). Hirzenhainer usw. 1. Da8-al (Mit der Drohung 2. Dbl4-, KXeS. 3. Del malt.) । f4*e3 2 Sb3-c5+ uft> - 2. Dal — bl + usw- fiöfu-i deS Problem- Ur. 194. Don Dr. 5- Düuch. Kreis Lauterbach. A Lauterbach, 23.Ian. Aus der jüngsten Sitzung de - Staotvorstandes ist u. a. zu berichten: Zur Bekämpfung der Krätzen - V l a g e werden 150 Ml. bewilligt. Die Frelherrn Rietesel haben als Jagdpächter den gleichen Betrag zugesagt. — Die Oberhessischen Ob st werke in Büdingen sind durch Vermittlung des Kreisamts Lauterbach an die Stadt herangetreten mit der Bitte um Uebernohme eines oder mehrerer Anteilscheine. Das Gesuch wird abgelchnt. — Seit einigen Wochen finden tn der Realschule Dolkshochschulkurse statt. Auf Borschlag der Bau- und Fiiranzkommisiwn wird beschlossen, die Räume, sowie Heizung und Licht kostenlos zur Verfügung zu stellen. — Hieraus berichtet Bürgermeister Walz über die auf der Wilhelmshöhe neu eingerichtete Herberge. Dort i st für 12 Personen Unter- kunfts- bzw. Schlafgelegenheit geschaffen worden. Als Herter^sto.rt wurde Theodor S chmidt gewährleisten könne. An den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich erne rege Aussprache an. rn der über Die heutige Lage des Bsuernstandes diskutiert wurde. ch Dornholzhausen, 24. Jan. Der hiesige Kriegervereln feiert am lö. unJ 17. Junr sein 50. Fahnenweihefest. Gleichzeittst ist ihm von dem Krlegeroerband »Hüttenberg die Abhaltung des diesjährigen DerbandsfesteS übertragen. Kreis Biedenkopf. XX Frankenbach, 24. Jan. Auf der Strohe Frankenbach—Erda tauchte am Mittwoche nachmittag gegen 3 Uhr' plcwttch ein Wildschwein auf und verschwand bald darauf toteter im Dickicht. Infolge des schneeveichen Wärters machen sich also auch wieder SchwaczkE tn ben ausgedehnten Waldungen hinter dem Duns- berg bemerkbar. _ Ferner liefere ich sämtliche Ersatz eile und Feuergerätc Edgar Borrmann, Giefeen. niDiiiiiiiiiiniiiiniiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiuniiiiiuiiiniiiiiiiiiiiiii bestimmt. Sr soll für die Führung der Herberge freie Wohnung und Brand erhalten. Außerdem verbleiben ihm die von den Durchreisenden für Gewährung von Rachtguarlier eingehenden Gelder, pro Person 30 Pj.. wosür er die Hcrbergs- täume, sowie die der Stadt gehörigen Wäschestücke in Ordnung halten muh. Für bie Unterbringung jedes Mittellosen erhält Schmidt von der Stadt eine Vergütung von 15 Pf. — Das Gesuch deS D. s. L. um Erhöhung der ft ä b L Vergütung für d i e Benutzung deä Sportplatzes an der D'.rlammerStraßedurch die hiesigen Schulen wird abgelehnt. Der Stadtvorstand hält die derzeitige jährliche Vergütung in Höhe von 100 Mk. für vollkommen angemessen. zumal auch durch den beabsichtigten weiteren Ausbau des Schwimmbadgeländes die Benutzung des Sportplatzes an der Dirlammer Strahe durch die Schulen nachlassen wird. — Bürgermeister Walz verlief ein Schreiben des Krei.schulamts, in dem die Wiedererrichtung einer Hilfsklas e b'w. einer weiteren Schulklasse gefordert wird. Diese Maßnahme wird durch den vor einigen Jahren vorgenommenen Abbau von Lehrkräften, wodurch Klassen^ zu- fammengelegt werden mußten, die nun stark überfüllt sind, bedingt. Der Schulvorstand hat dem Antrag des KreiZschulamtes zugestimmt, der Stadtvorstand schließt sich diesem Beschluß an. — Durch die weitere Entwicklung des pleberland- werkes ist die Erbauung eines Schalthauses erforderlich geworden. Rach eingehender Beratung wird ein Gesuch des ölcberland- werVi um kostenlose Gestellung von Baugelände abgelchnt. — Bürgermeister Walz gibt tocitcr davon Kenntnis, daß beabsichtigt sei, tm hiesigen Postamt ein Selbstanschlußamt crnzu- richten. An den entstehenden Kosten müsse sich jeder Teilnehmer mit 60 Mk. beteiligen, waS bei einer Teilnchmcr^ahl von rund 250 in Lauterbach einen Betrag von 15030 Mk. bedeuten Würde. wird beschlossen, der Einrichtung eines Selbstanschlußamtes z zustimmen unter der Voraussetzung, daß sich jejer Teilnehmer verpflichtet, den auf ihn entfallenden Betrag von60Mt. zu übernehmen. Die Betrage sollen ab 1. April in monatlichen Raten von 3 Mk. von den Fernsprechteilnehmern durch die Stadt eingezogen werden. — Sodann wird der Beitritt zur Vater -Denderheimgemeinde beschlosen und ein jährlicher Beitrag von 30 Ml. bewilligt. - 3n der anschließenden geheimen Sitzung wird u. a. bezüglich der Förderung der privaten Bautätigkeit em erfreulicher Beschluß gefaßt. Hiernach beab.icht gt die Stadt künftig an Baulustige Zinsverbilligungen aus der Sondergebäudesteuer zur Verfügung zu stellen. Es soll versucht werden, mindestens 6, wenn irgend möglich auch 12 Baulustige zu gewinnen, die bereit sind, sich cm eigenes Heim zu errichten. Voraussetzung ist jedoch, daß sie das vorgeschriebene Eigenkapital nachweisen können und der Staat ander,eits bereit ist das erforderliche Staatsdarlehen zur Verfügung zu stellen. Bei einer Bausumme von beispielsweise 14 000 Mk. einschl. Bauplatz für ein Haus, bestehend aus zweimal Küche und zwei Zimmern, und der Voraussetzung, daß der Bau- lustige 2000 Mk. Eigenkapital besitzt, der Staat zweimal 2500 = 5030 Mk. Staatsdarlehen gewährt. wären noch für 7000 Mk. Zinsverbilligung zu geben. Diese Häuser können nur in Form von Reihenhäusern errichtet Werden. Es ist außerdem beabsichtigt, im Rahmen der vorhandenen Mittel auch den Erbauern von EinfamUlen- Häusern Zinsverbilligung bis zu 7030 Mk. zu gewähren. wenn sie entsprechend höheres Eigen- kapital Nachweisen können. Preußen. Weitz. Weiß am Zuge gewinnt. Weiß: 4 Steine. Khö; Dh3; La3; Sc5. Schwarz: 8 Steine. Kh8; Dai; Ikh Lh7; 562; Ba7, c5. go. ' 5 Groß-Rechtendach, 24.Jan. Ortsdiener Loh von hier tonnte gestern auf eine 25j nötige Tätigkeit im D.enste der Gemente Groß-Rechteirbach zurückblicken. Gr hat während dieser Zeit das Amt des Ortsdieners der hiesigen Gemeinde mit unermüdlichem Giser und seltener Pflichttreue versehen und sich dadurch die Wertschätzung nicht nur feiner Vorgesetzten, fontern bet ganzen Gemeinde erworben. Seitens der Gemeinde wurde dem Jubilar eine Ehrung dadurch zuteil, daß ihm ein Ruhesessel überreicht wurde. Lützellinden, 24. Jan. Im Saale der Gastwirtschaft Jung fand dieser Tage eine Versammlung der hiesigen Ortsbauernschaft statt, an der auch zahlreiche Gaste auS Hörnsheim und Allendorf (Lahn) teilnahmen. Rachdcm der stellv. Vorsitzende der Orts- baucrnschast, Landwirt Fr. Engel, bie Ter- sammlung eröffnet hatte, sprach in mehrstündigem Vortag der preußische Landtagsabgeordnete Keller (Dolkshausen) über wichtige Gegenwartsfragen der Landwirtschaft. Bei eingehender Darlegung der heutigen Parteivcrhaltni.se betonte der Redner, daß die Landwirtschaft trotz aller Wahlvcrsprechungen letzten Endes auf sich selbst angewiesen sei und daß nur ein gemeinsames Vorgehen und Zusammenhalten in der landwirttcha t ichen Organisation die w infame Durchsetzung der landwirlschaftlichen Interessen Don K. 2l. L. Ltiübd. 1. c2-c44-Ka4xa5. 2. Ddl-b3, Dg8-f74*. 3. Kf3-e2. Df7-hö-t- 4. g2-g4!, Dh>Xg4-b. 5 Ke2-fl,Ka5-ah. 6. Db3-a4-h Ka6-bö. 7.c4- c5+ und gewinnt. Auf l • - - •> Ka3 entscheide 2. Dal-j- Koa. 3. Dc3 + , Ka2. 4. Lb4 usw- Aus der Schachwclt. 3m zweiten Wettkampf Bogoljubow gegen Dr. Cuwe siegte der Russe mtt 2 zu 1 bei 7 Remisen. . .. Das Weihnachtsturnier zu Hastings endete mit eirem Siege von Marsha.l, Volle und Takacz. Der Schach verein ..Andersfen" zu Frankfurt am Main plant anläßlich seines 50jährigen Stiftungsfestes im nächsten Jahre ein internationale« Meisterturnier. Pflichten, konnte von der Versammlung nicht gut» 1 geheimen werden, zumal etwa zehn Einladungen Vorlagen. Rachdem der Vorsitzende den Wit- glietern Gelegenheit gegeben hatte, Wünsche vor- zutragen und Anregungen zum weiteren Ausbau des zur Zeit schwächeren aktiven Mrg.iedrr- standes des Vereins zu geben, schloß er die Versammlung. Gesellige Stunden schlossen sich bei frohen Liedern und heiteren Vorträgen des aus die em Gebiete bestens bekannten SangeSbruders Schmidt an. 4- U.n r. W " 1 Posten Store» aus glattem Etamine, in sandfarbig o. weiß m Handfilet-Motiven, -Einsätz. u. Füß., so!. Ausführg., Mk 10, Die meiM kindliche J . Alle Schweine, ÄÄÄ solche mit ftetfen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich Überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Fuller 1 Eßlöffel voll echtes RASSOLK mengen. 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Sämtliche Bände ungekürzte Avsgabenl Goethe-Buchhandlung Schneider & Wagner, Gießen ________________________________0180 Vcrtei Uuifte re Strümpfe nicht denUbai MWW wT: ■ B \ 1 WUv WWWWM IMF MM V 11/Fils / Je WUW Nr. 21 Drittes Blatt greitag, 25. Januar 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhesfen) Turnen, Sport und Spiel. Der Sinn der sportärztlichen I Untersuchung. Don Dr. Hans Hoste, Arzt an der Deutschen Hochschule für Leidesubungen. Die meisten Menschen besitzen eine unüber, winoliche Scheu vor dem Arzt, de.llen an allerlei Krankenhausgerüche, verbinden den Gedanken Arzt mit Schmerzen und überhaupt dem Unan- | genehmem So kommt es. daß immer noch eine grobe Anzahl von Menschen erst zum Arzt kommt, wenn bereits erhebliche Kraiüheitserschei- nungcn (Krebs. Tuberkulose. Magen. Darm. Herz ufto.) sich zeigen. Regelmäßige (jährliche) Ge° sundheitsnachprüsungen durch den Arzt würden viel Geld. Stummer und Sorgen ersparen. Wer sich im alltäglichen Leven zu dieser Maßnahme nicht verstehen kann, sollte es wenigstens dann vornehmen, wenn er sich einem Sport zu- zuwenden beabsichtigt. Nicht jeder, der im Berufsleben gesund erscheint, ist es auch wirklich. Jeder Sportneuling muh wissen — ganz gleich, welcher Hebung er sich zuwenden will — ob er vollkommen organgesund ist. Cs kommt gar nicht so selten vor. daß jemand einen Herzsehler besitzt, ohne es zu wissen. Das Herz und der gesamte Körper haben sich so diesen veränderten Verhältnissen angepaßt. daß die Störung ausgeglichen ist und auch bei den alltäglichen Beschäftigungen nicht bemerkbar wird. Werden diesem Organ nun plötzlich Arbeitsleistungen zugemutet, denen es nicht gewachsen ist. so kommt es meist sehr bald zu Störungen des Allgemeinbefindens und der Leistung. Die Feststellung der Erkrankung hat dann das Urteil im Gefolge: Der Sport hat geschadet I Der Arzt wird Menschen mit Organ- seylern — wenn sie nicht sehr schwerer Art sind — die körperliche Hebung nicht nur gestatten, sondern sogar anempfehlen: denn Kräftigung des Organs kann hier nur nützen. Es kommt nur darauf an. die Arbeitsleistung zu dosieren: Arbeit und Erholung in Einklang zu bringen. 3m Körper eines Menschen können Krankheiten (Tuberkulose u.a.) schlummern, deren Angriff der Kräftezustand unter den bisherigen Lebens- bedingUn.'en gerade das Gleichgewicht zu halten vermag. Tritt jetzt durch neu auf genommene Leibesübungen ein starker Reiz und erheblicher Mehrverbrauch an Energie ein, so wird das Kräftegleichgewicht gestört, und die Krankheit tritt in Erscheinung. Die Schuld wird hier ebenfalls ganz ohne Grund den Leibesübungen zu- geschoben. Eine rechtzeitige Untersuchung würde in dieser Hinsicht viel Schaden abwe^den. Schließlich wird der Arzt dem Fragenden die Sportart empfehlen, die für ihn gesundheitlich am zweckmäßigsten ist und, wenn er gesund ist und Wettkampfsport betreiben will, die Hebung nennen, für die er sich am besten eignet. Das Ergebnis dieser ersten Hntersuchung zeigt ohne weiteres, ob eine spätere Nachprüfung not- I wendig ist oder nicht. Wer irgendeinen Sport trainingsmäßig betreibt, sollte jedenfalls nicht versäumen, sich auf der Höhe des Trainings noch einmal untersuchen zu lassen. Gerade hier sind wichtige Hinweise bezüglich des Gesundheils- wie Leistungszustandes möglich. Diese Heberlegungen sind von verschiedenen Vereinen schon in die Praxis umgeseht worden. ■ Sie verlangen von jedem Neuen, daß er sich zu- I nächst untersuchen lasse, und bringen ihre Trat- ningsmannschaft zur ärztlichen Kontrolle. Diese | Einrichtung hat sich sehr bewährt und kann allen Vereinen zum eigenen Schuhe nur Empfohlen werden. Frauenturnen im Gau Seffen D. T. -o- Unter Leitung des Gauwartes für das Frauenturnen Nudolf Paul, Gießen, wurde je am Samstagnachmittag und Sonntagvormittag der letzten beiden Wochen ein Lehrgang in der Turnhalle des Männerturnvereins zu Gießen durchgesührt. Die Veranstaltung fand im Nahmen des Turngaues Hessen mit Unterstützung des Mittelrheinkreises bzw. der Deutschen Turner- j schäft statt und diente nicht der Herausarbellung ! von Gipfelleistungen, sondern der turnerischen Erfassung der Mass«. Es konnten zugelassen werden die Leiter und Leiterinnen bzw. Dorturnerinnen aus den Frauen abtellungen der Turnvereine zu Alsfeld, Anspach i. T.. Bad-Nauheim (Mtv.). Biedenkopf. Burg-Gemünden. Friedberg (Tgde). Freienseen. Geiß-Nidda. Gießen (Mlv.), Grünberg. Heuchelheim. Homberg a. d. O., Krofdorf. Lang-Göns. Lauterbach, xua), Marburg (T. u. Spv. und Tgde.). Oberbiel. Qckers- hausen, Rauschenberg. Weifenbach. Wetzlar und Wetzlar-Niedergirmes. Der Gauwart begann die Einführung in den Stoff und seine methodische Verarbeitung mit Ordnungsübungen, die im neuzeillichen Turnbetrieb wesentlich beschränkt nur insoweit zur Schulung kommen, als sie einem unmittelbaren Zweck bei der Aufstellung. Verteilung und Bewegung von Reihen. Reihenkörpern und Riegen im Raum und in Beziehung zu Geräten zu dienen geeignet und notwendig sind. Ferner erläuterte er durch Auswahl und Durchführung verschiedener Hebungsgruppen das Wesen und den Wert der Körperschule. Dem Leiter ist hier ein erfreulicher Spielraum für Abwechslung an einfachen Hebungen und für den Aufbau sinngemäßer Gruppen, auch mit Handgeräten, gegeben mit dem Ziel, den ganzen Körper durchzuarbeiten und damit gleich?e.tig dem Dewegungshunger ent- sprechende Nahrung zu geben; allerdings muß dabei die Hebung selbst, die aus einer vorbereitenden Ausgangsstellung zur Durchführung kommen soll, und insbesondere die Zahl ihrer Wiederholungen nach Lebensalter und Geschlecht sorgfältig abgestuft werden. 3m sog. Hinder- nlsturnen zeigte er weiter, wie der Anfänger insbesondere an die größeren Geräte h?r- angebracht wird, um allmählich vertraut mit ihnen zu werden. So wurden u. a. mehrere Darren längs und quer gestellt, zunächst lediglich als ein Hindernis angesehen, das irgendwie zu überwinden war, sei es aus dem Weg durch die Holmengasse, sei es durch den Raum über oder unter den Holmen. Dabei ergibt sich ein Anreiz für die Erfindungsgabe der Teilnehmer, der weit über die Gestaltung von Anfangsübungen hinaus allmählich auch beim späteren Geräteturnen der Riegen für jedes Lebensalter und Geschlecht als ein lustbetonles Element der Abwechslung immer wieder mit Ersolg eingegliedert werden kann. Schließlich hatte der Gauwart noch mehrere Gruppen fein durchgebildeter Stabübungen zu Musik und mannigfaltige Spielsormen mit dem Medizinball übernommen. Der Abteilungsleiter Ludwig 3 o st von der Turngemeinde Friedberg unterrichtete im Rahmen der Bewegungsschule in den wechselnden Grundformen des Vorwärts-, Rückwärts- und Seitwärtsgehens und ihrer mannigfaltigen Abänderungen. Lauf- und Hüps- Übungen entwickelte in reicher Abwechslung neben einer Auswahl von unterhaltenden Hallenspielen der Abteilungsleiter vomTv. Wetzlar, Heinrich Schneider, und teilte^ sich außerdem mit dem Gauwart in das Geräteturnen an Reck. Barren, P.erd und Schaukelringen. Die Einübung von Volkstänzen lag in den bewährten Händen von Frl. Luise Schwarz von der Turngemeinde Friedberg, die mit einer Auswahl von einfachen Singtänzen, mehrfach verflochtenen Tänzen zu Paaren und in Tanzkreisen die Freude als einen wesentlichen Bestandteil jeder Hebungsstunde hrraus- stellte; methodisch gesehen bildet der Volkstanz die belebende Zusammenfassung von Schritt- und Hüpsarten sowie von Hebungen aus der Lausschule. Sn einer anschließenden Besprechung zeigten sich die Teilnehmer voll befriedigt von den reichen und mannigfaltigen Darbietungen und Anregungen des Lehrgangs, der von gaueignen Lehrkräften durchgesü rt worden r ar. Gauoberturnwart Wilhelm Will (Oie„en) wies in einem Schlußwort darauf hin. daß der Aufwand an Mühe und Kosten sich lohnen möge in der Verwertung des Lehrgutes im Sinne der Deutschen Turnerschaft. Durch ein paar gesellige Stunden fanden die arbeitsreichen Tage ihren 2ll>schluß. 2. Bezirk Gau Hessen O. T. Am kommenden Sonntagnachmittag findet in der Turnhalle des Turnverein 1846 Gießen eine Zusammenkunft der Riegen der älteren Turner zur Besprechung des weiteren turnerischen Uebungsstosfes statt. Handball der Sp.-Dg. 1900. 5. Um die Sonntage bis zu den noch ausstehenden Verbandsspielen (gegen V.f.L. Wetzlar II. und 19JO II.) auszufüllen, ist als weiterer Privatspielgegner für 19035 erste Handballelf die Mannschaft der 2. Kompagnie 3.-R. Io für nächsten Sonntag verpflichtet worden. Die Mlli- tärmannschaften haben tn letzter Zeit recht soudeS Können gezeigt, und auch die Leute von der 2. Kompagnie werden für die Spielvereinigung 1900 ein beachtenswerter, hartnäckiger Gegner sein. Die Platzbesitzer werden gut daran tun, wenn sie ein günstiges Ergebnis erzielen und die Scharte vom vergangenen Sonntag auswetzen wollen, ein in jeder Hinsicht rationelles Spiel vorzuführen. Da die Stürmerreihe in verstärkter Besetzung antritt und die einzelnen Posten tn ihr von routinierten Spielern ausgefüllt werden, sollte eigentlich dadurch der größte Teil der notwendigen Voraussetzungen gegeben sein, ©in knapper Sieg der 1900er dürfte unter normalen Umständen das Wahrscheinliche sein. Vorher kommt seit langer Zeit wieder einmal die Sugenö zu Wort, und zwar stehen sich erste und zweite Mannschaft der Spielveretm- gung 1900 gegenüber. Die Erstklassigen werden keinen allzu hohen Sieg über die zweite Garnitur erringen können, da das Spielermatenal beiderseits ziemlich ausgeqlichen^ist. Die zweite aktive Mannschaft fahrt nach Wetzlar, um gegen die gleiche Elf des D. f. L. das fällige Punktruckspiel auszutragen. Beim Borspiel trennte man sich 1:1. 3n kompletter Aufstellung halten sich auch jetzt noch die Mannschaften die Waage. Da aber am kommenden Sonntag in der Spielvereml- gungsmannschaft mehrfacher Ersatz eingestellt werden muß, sind die Aussichten auf Sieg und Punkte recht gering. Handball im Lahn-Dünsberg-Gau. Tv. Londorf I — Tv. Hesselbach I 1:0 (0:0). Sn Londorf trafen sich diese Gegner zum fälligen Derbandsspiel, das Londorf verdient mit 10 für sich entscheiden konnte. Londorf war während der ganzen Spieldauer leicht überlegen. Kesselbach verlegte sich von Anfang an sofort auf die Verteidigung, gegen die Londorfs Sturm in der ersten Halbzeit vergebens ansturmte. Sn der zweiten Halbzeit dasselbe Spiel, nur daß Kesselbach vereinzelt durchkam. aber niemals das Tor Londorfs in Gefahr brachte. Das Spiel stand drei Minuten vor Schluß noch 0:0. als es Londorf gelangte, das Siegestor zu schieben. Londorfs Mannschaft lieferte ein gutes Spiel, konnte sich im Sturm allerdings gegen eine so vielbeinige Verteidigung nicht durchsetzen. Der beste Spieler auf dem Platze war zweifellos der I Kesselbacher Tormann, der in diesem Spiel wieder zeigte, daß von ihm noch viel zu erwarten ist. Schiedsrichter Winter. Launsbach. leitete gut. Das Spiel am nächsten Sonfag. Kommenden Sonntag treffen sich zum letzten Verbandsspiel K e s s e l b a ch und Kinzenbach in Kinzenbach. Der Ausgang des Spiels ist nicht vorauszusagen, da Kinzenbach voraussichtlich mit Ersatz für zwei ihrer besten Leute antreten muß. D. f. B. | Fußballgroßkampf v. f. B. — Wetzlarer Sportverein. Arn nächsten Sonntag hat die L i g a m a n n - schäft auf dem Waldsportplah die Liga des Wetzlarer Sportvereins im Derbands- rückspicl zum Gegner. Sm Lahnkreis mißt man diesem Treffen eine ganz besondere Bedeutung bei, well sich hier die beiden Spitzenmannichas- ten des Kreises Gießen-Wehlar gegenübrrstehen. Wenn es auch lein Kampf um die Führung ist. da V. f. B. diese mit großem Punktvor prung hält, so kann man die Begegnung doch mit Recht als Großkampf bezeichnen, da Wetzlar an zweiter Stelle der Tabelle steht und als einer der wenigen Vereine gilt, der evtl. In der Lage wäre, dem Spitzenführer eine Niederlage beizubringen und ihm die ersten Punkte abzunehmen. Spielkulturell steht der W S.D. der D. f. 03.- Sls. die sich in den letzten Spielen von der besten Seite zeigte, weit nach. Er besitzt jedoch in der Durchschlagslrast seiner gesamten Mannschaft sowohl. wie in der Härte und Schnelligkeit jedes einzelnen Spielers eine große Stärke. Besonders ist es die Verteidigung, die sich durch diese Eigenschaften au. zeichnet. Das Dor Piel W. S. V. gegen V. f. B. auf dortigem Platz endete mit einem knappen 2:l-0ieg Gießens, wobei allerdings zu berücksichtigen ist, daß die Bewegungspieler damals noch nicht die Spielstärke besaßen, die sie heute ihr eigen nennen. Smmerhm werden sie sich am nächsten Sonntag gewaltig anstrengen müssen, wenn sie ihren bisher ununterbrochenen Siegeszug fort'etzen wollen; vor allem muß der Sturm sein ganzes Können ausbieten, wenn er die vorzügliche Abwehr Wetzlars bezwingen will; aber auch die Läuferreihe und Verteidigung einschl. Tormann der Platzmannschaft werden bei der harten Spielweise des Gegners und dessen Schnelligkeit vor einer schweren Aufgabe stehen, die sie nur öann löfen können, wenn die Elf von vornherein mit äußer- ter Energie auf Sieg spielt. Sedensglls werden auch die Gäste alles daransetzen, das bedeutungsvolle Tressen für sich zu entscheiden und damit den Punktvorsprung des Tabellenersten zu verringern oder wenigstens ein Hnentschieden zu erzwingen. Cs wird zweifellos ein harter Kampf zweier im Spielsystem grundverschiedener, aber in der Spielstarke fast gleichwertiger Gegner werden, den V. f. D. unter normalen Voraussetzungen knapp für sich entscheiden sollte. Dor dem Ligatreffen stehen sich die Liga- reservemannschasten beider Dereine im Derbandsspiel gegenüber. Auch diesem Treffen sieht man mit großer Spannung entgegen, da sein Aus gang von entscheidender Bedeutung für die Meisterschaft der Ligareservemannschasten des Lahnkreises ist. Sn dieser Klasse steht Wetzlar ungeschlagen an erster Stelle, während D.s.B. nur mit zwei Derlustpunkten hinter diesem zurücksteht. Gewinnt diesmal die Platzmannschaft, wozu sie ihren bisherigen Leistungen nach in der Lage fein sollte, so steht sie mit ihrem Gegner punktgleich und hätte bann doch noch Aussicht, die Meisterschastssrage zu ihren Gunsten zu lösen. Wenn sie jedoch verliert, scheidet sie als Anwärter auf den Titel aus. Daß unter diesen Umständen beiderseits alles aus sich herausgegeben wird, das Tressen für sich zu entscheiden, ist nur natürlich. Sm besten Falle sollte D.f.B. ein knapper Sieg gelingen. Ebenfalls auf hiesigem Platz trägt die D r 111 e gegen die zweite Mannschaft vom Sportverein L i ch ein fälliges Derbandsspiel aus. Auch in dieser Klasse (1. Gruppe der Gauklasse 2) hat D.f.B. ungeschlagen die Führung inne, und sollte mit dem Gegner deS nächsten Sonntags fertig werden können, dem sie technisch und taktisch überlegen ist. öpiefoereinigung 1900 Gießen. ö. Da» Treffen am vorigen Sonntag in Wetzlar endete unerwartet. Beim ersten Schlußpfiff de» Schiedsrichters W i n g e n f e l d (Fulda) stand da» Spiel Unentschieden LI (Halbzeit 1:0 für Wetzlar). Dieses Resultat entsprach den beiderseitigen Leistun- gen. Hatte anfangs 1900 mehr vom Spiel, so tarn später Wetzlar mehr auf. Dabei wurden von jeder Partei zahlreiche Torgelegenheiten herausgearbeitet und ebenso auch wieder vergeben. Man war allgemein mit dem Resultat zufrieden. Nur die beiden Linienrichter nicht, die dem Spielleiter plausibel machten, daß er fünf Minuten zu kurz gespielt habe. Also fing man noch einmal an. Die Spieler wurden aus dem Umkleideraum zurückgeholt. Gießens Ersatztorwart warf sich bei dem erneuten Kampfe überflüssigerweise auf einen Ball, der eigentlich aus- gegangen wäre. Don mehreren Wetzlarer Spielern bedrängt, erhob er sich, machte eine Kehrtwendung zwecks Täuschung und weg war der Ball mit weitem, kräftigem Schlag. Ein Pfiff unterbrach das Spiel, und der Ball wurde vor 1900s Tor dirigiert. 1900s Torwart sollte mehr Schritte als zulässig mit dem Ball gemacht haben, was aber von allen Seiten (auch von Wetzlar) verneint wurde. Der Freistoß, 2 Meter vor dem Gießener Tor, führte zum Siegestreffer für Wetzlar. 1900 winkte sofort nach Wiederanstoß nochmals der Ausgleich, aber da wurde das Spiel vom Schiedsrichter nach knapp vier Minuten zum zweiten Male abgepfiffen. — Diel wurde von beiden Parteien, infolge der Bodenglätte bei diesem Spiel, nicht geboten. Bei 1900 spielte der Sturm sehr zerrissen, die Hintermannschaft tat ihre Schuldigkeit. Bei Wetzlar überragte das hervorragende Derteidigerpaar Benner, das den Hauptanteil am Wetzlarer Sieg hatte. Bei der Begegnung der Reserven überraschte 1900 insofern, als es überlegen war und dem Wetzlarer Tabellenführer den ersten Punkt nehmen konnte. Beide Punkte waren sogar nach Gießen gekommen, wenn 1900 nicht ein Eigentor fabriziert hätte. Goffelmeyer auf Halbrechts schoß alle Tore der Gießener. Resultat 3:3 (Halbzeit 2:1 für Wetzlar). Lpiclc am kommenden Lonntag. Die dritte Mannschaft ist spielfrei. Die an- gesetzten Sugenfpiele sind verbandsseitig aber- mals abgeseht worden. Das Dorspiel der Liga gegen Burg Lig a in Gießen war für die Einheimischen eine zahme Sache. 1903 siegte mit 5:1 Toren. Auf ihrem eigenen Platz gibt die Burger Mannschaft, tote alle, aber einen ganz gefährlichen Gegner ab; das muhten zu ihrem Leidwesen fast alle Gästemannschaften erfahren. Für die 1930er sind die Aussichten nicht gerade rosig. Der Platz tn Burg ist klein, und auf kleinen Plätzen finden sich die Gießener immer schlecht zurecht. Don größtem Einfluß auf den Spielausgang ist aber die Mannschaftsaufstellung. Sollte es den Blauweihen nicht mehr möglich sein, komplett auf dem Spielfeld zu erfche n n? Bei unvollständiger Mannschaft muh man schon von vornherein dem Platzverein die größeren Siegesaussichten zusprechen. 1903 s Reserven erwartet man auch in Dillenburg erfolgreich (Dorspiel 2 :0 für 1930), in Anbetracht der guten Leistungen vom Dorfonntag gegen den Spitzenführer. Allerdings hat auch der Dillenburger Platz feine Tücken, die beachtet sein wollen. Zußba'lllub 1926 Großen-Buseck. Rieder-Deisel I — Grohen-Buseck I 5:3. Grohen-Buieck i. spielte am vorigen Sonntag in Rieder-Weisel unter einem unglücklichen Stern. Einige Ersatzleute, mehrere Verlegungen von Spielern und der ungewohnte Sportplatz brachten den Buseckern eine peinliche Niederlage. Don Nieder-Weisel kann man berichten, daß sie sich sehr verbessert haben und den Gästen fast ein gleichwertiger Gegner waren. Mit etwas Glück tonnten sie 5 Tore erzielen, während die Busecker mit 3 im Nachsehen blieben. Als gerechter Schiedsrichter leitete Böcher. D.f.B. Gießen. Großcn-Buseck II — 1900 Gießen III 5:4. Die zweite Mannschaft Großen-Bu>ecks zeigte sich auch diesmal in guter Form und schlug die spielstarke 1933 Gießens dritte Mannschaft mit 5 :4 Toren. Zu beachten ist, daß die Busecker in der Nachrunde noch kein Spiel verloren haben und sich hierdurch die dritte Stelle der Der- bandstabelle eroberten. Die Spiele am nächsten Sonnlag. Nächsten Sonntag hat die 1. Mannschaft Großen- Buseck Baubringens erste Mannschaft zum fälligen Derbandsspiel zu Gast. Großen-Busetfs Mannschaft hat in seiner Form etwas nachgelassen; sie muß am nächsten Sonntag ein viel besseres Spiel zeigen, wenn sie nicht wieder den kürzeren ziehen will. Bisher sind zwischen Buseck und Daubringen schöne und faire Spiele ausgetragen worden und auf ein solches darf man auch für nächsten Sonntag rech- nen. Das Dorspiel in Daubringen endete 3:3 unentschieden. Die zweite Mannschaft Großen-Busecks fährt nach Duetfbom und dürfte dort, nach ihren letzten Spielen zu urteilen, als Sieger hervorgehen. 3m Dorspiel konnte Großen-Buseck gegen die eifrigen Queckborner nicht aufkommen, und mußte sich mit 2:1 Toren geschlagen bekennen. B. s. H. Lich. Mit nur zehn Mann, unter denen sich auch noch drei Ersatzleute befanden, fuhr die Erste am vorigen Sonntag nach Daubringen. Mit dieser Mannschaft konnte kein Sieg errungen werden, und so mußten die Gäste eine 0:3-Niederlage hinnehmen. — Nächsten Sonntag hat die Erste die gleiche vom S D. Heuchelheim zu Gast. Hier kann man schon heute Lern Tabellenführer Sieg und Punkte zuschrcwcn, doch wird der Platzverein darauf bedacht sein, eine nicht zu hohe Niederlage zustande kommen zu lassen. Die zweite Mannschaft konnte am vorigen Sonntag die Erste von Duetfbom 5:3 schlagen. Kommen- den Sonntag spiell sie gegen die dritte vom D. f. B. Gießen. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Arn kommenden Sonntag tritt Wiesecks 1. Mannschaft in Lollar gegen die dortige 1. Mannschaft zu einem Freundschaftsspiel an. Wenn Wieseck die wenigen Spiele, die chm vor den Aufstiegspielen noch bevorstehen, nicht intensiver ausnüyt. dürften ihm in den Aufstieg- spielen wenig Lorbeeren beschieden sein. Sn Gießen treffen sich am Sonntagvorrnittag die Schiedsrichter deS Bezirkes zu ihrer diesjährigen Tagung. Rach Entgegennahme des Sahresbcrichtes werden die Wahl des Schiedsrichter-Ausschusses, das Spielsystem und das kommende Dundessest einen größeren Raum der Ta- gung in Anspruch nehmen. Sn Heuchelheim findet eine Bezirkssportlehrerstunde statt. 3hr Programm besteht ausschließlich in Hallentraining. Zu gleicher Zeit findet in demselben Lokal ein Kursus für Kampfrichter in Leichtathletik statt. Oie Berichterstattungssperre gegen Wormatia bleibt bestehen. Einem Beschluß der Ortsgruppe Mainz des Reichsverbands der Deutschen Presse zufolge ist der gegen D. f. R. Wormaiia Worms beschlossene Be^richterstattungsbohkott noch nicht aufgehoben, da Wormatia dre Maßnahme gegen den Mainzer Sportredakteur nicht schriftlich und nicht mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückgenommen hat. Der Landesverband Hessen der Deutschen Presse hat sich der Sperre angeschlossen. Kegelsport. Am vorigen Sonntag fand in Wieseck bet Heinrich Dölzel der Bundestag des Kegler- bundes Lahn-Buseckertal statt. Der Bundesvorsitzende, Schäfer (Wie)eck), begrüßte die Vertreter der Vereine und konnte im Geschäftsbericht mitteilen, daß im letzten Geschäftsjahr dem Bunde weitere drei Vereine beigetreten find, so daß ihm zur Zeit 13 Vereine angehören. Den Kassenbericht erstattete Haas (Trohe). Auch er konnte von guten Kassenverhältnissen berichten. Die Wahl des Bundesvorstandes, die durch die Niederlegung des Amtes durch den ersten Vorsitzenden erschwert schien, wurde dadurch erledigt, daß der Gesamt- vorstand einstimmig wiedergewählt wurde. Das Bundessest 1929 wurde dem Kegelklub „©ut Holz" Lollar, die Bundesfahrt dem Kegelklub „Alle Neune" Großen-Linden übertragen. Deutsche Fechter in Frankreich Eine deutsche Fechtermannschaft, bestehend aus Casmir (Franfurt a.M.), Moos (Frankfurt a.M.), und Thomson (Offenbach), wird am 27. und 28. Sanuar in Monaco die Klingen mit den Auswahlmannschaften von Frankreich. Stalien und Ungarn im Florett und Säbel kreuzen. Die deutschen Vertreter werden auf sehr starke Gegner stoßen. Frankreich stellt: Satiiau, Ducret, Berger; Stalien: GauKni, Pu- liti und Guaragna. Die Ungarn werden allerdings nur auf Säbel mit Terzstyansky, Dr. Gom- bos und Petschauer antreten. Den Mannschastskämpfen geht am Samstag ein in Cannes stattfindendes großes Schaufechten voran, das. von erstklassigen Kämpfen umrahmt, als Hauptereignis einen Heraus- forderungskampf Cattiau — CaSmiv bringen wird. Der deutsche Meiftersechter wird sich seinem französifchen Herausforderer in einem Florettgang auf zehn Runden stellen. Die Veranstaltung verdient auch deshalb besonderes Interesse, weil die Einladung an deutsche Fechter die erste darstellt, die von französischer Seite ausgesprochen wurde. Als Führer der deutschen Mannschaft wurde Erärath de V a r y (Offenbach) bestimmt. Wirtschaft. Weiterer Rückgang der Beschäftigung im Dezember. Die Beschäftigung der Industrie ist nach dem Wochenbericht 'des Instituts für Kanjunttursor- schung im Dezember beträchtlich zurückgegangen. Der Beschäftigungsgrad stellte sich nach den auf Grund der Gewerkschaftsstatistik durchgeführten Berechnungen im Dezember auf 78,6 v. H. gegenüber 86,5 d. 5). im November. Nicht allein, daß die Jahreszeit die Beschäftigungsmöglichkeiten in den Saisonberufen uenninberl hat, auch in den Industriezweigen, in denen die Saisonschwankungen nur eine geringe oder gar keine Rolle spielen, ist die Zahl der vollbeschäftigten Arbeiter im Dezember wesentlich gesunken. Besonders stark ist die Beschäftigung — abgesehen vom Baugewerbe, in Dem im Dezember nur 49,3 v. H. der Arbeiter vollbeschäftigt waren, gegenüber 81 v. 5). im November — in wichtigen Zweigen der Derbrauchsgüterindustrien zurück- gegangen, so in der papierverarbeitenden Industrie, Glas- und Porzellanindustrie. Im ganzen stellt sich die Beschäftigung in den Lerbrauchsgüterindustrien (wenn man die Saisongewerbe nicht cinrechnet), auf 80,6 v. H. gegen 83,7 v. 5). im November. Aber auch in den Produktionsmittelindustrien ist im Dezember ein Rückgang des Tätigkeitsgrads eingetrc- tcn. Don je 100 Mitgliedern der Gewerkschaften waren hier im Dezember (gleichfalls ohne Saisongewerbe) rund 90 vollbeschäftigt, während es im November rund 92 waren. Der Abstand, der zwischen dem Beschäftigunasgrad der beiden Haupt- gruppen der Industrie bisher bestand, hat sich somit im Dezember wieder erweitert. *• Von der Frankfurter Börse. Die im amerikanischen Freigabegesstz vorgesehene Ausschlußfrist für die Stellung von Anträgen auf Freigabe der von dem Alien Property Custodian beschlagnahmten Rechte aus den Zertifikaten über Baltimore und Ohio Common Shares und Pensylvania läuft am 10. März 1929 in Washington ab. Die Besitzer solcher Shares- Zertisilate, die es versäumen, innerhalb der vorerwähnten Frist ordnungsmäßige Freigabeanträge bezüglich ihrer Shares-Zertifikate zu stellen, müssen nach dem gegenwärtigen Stand der amerikanischen Gesetzgebung mit dem Verlust aller ihrer Rechte aus ihren Shares-Zertifikaten rechnen. Da die Vorbereitung. Liebersendung und Einreichung der für die Freigabeanträge erforderlichen Schriftstücke und Ürfunßcn mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann, fiuDet eine Votierung obiger Aktien vom 1. Februar 1929 bis auf weiteres nicht statt. * Verständigung zwischen Preu- ßenkasse und Reichslandbund. Seitens der Preußischen Zencruthenossenschaftskasse und dem Reichslandbund und seinen genossenschaftlichen Linkernehmungen wird folgendes mitgeteilt: Die zwischen Preuhentasse und dem Reichslandbund und seinen genossenschaftlichen Linter- nehmungen seit längerer Zeit geführten Verhandlungen haben zu einer Gesamtverständigung geführt. Es ist damit die finanzielle Voraussetzung für die beiderseits erstrebte Vereinheitlichung des gesamten ländlichen Genossenschaftswesens insoweit geschaffen und die ruhige Abwickelung der Geschäfte der genossenschaftlichen Llnternehmun- gen des Reichslcnrdbundes gewährleistet. Die Vereinbarungen weräen der Aufsichtsbehörde der Prcuheickasse und den zuständigen Organen des Reichslandbundes und seiner geirossenschaftlichen Llnternehmungcn unverzüglich unterbiete' werden. *. I.-G.-F arbeninbuftric A.-G Wie WTB - Hcmdelsdienst erfährt, handelt es sich bei der am 31. Januar ftattfinbenben Aufsichtsratssitzung der I.-G.-Farbenindustrie A.-G. nicht um Die Bilanz- fttzung. Auch steht keineswegs die Frage einer Kapi- talerhöhung zur Erörterung. * Baldur Piano fortefabrik A.-G, Frankfurt a. M. Die Gläubigerversammlung hat gestern gegen zwei Stimmen bei Stimmenthaltung eines Gläubigers und dem Vorbehalt der Genehmigung für die Zustimmung durch die Firma selbst beschlossen, einen Gläubigerausschuß aus fünf Mitglieder zu wählen, der die' Leitung und lieber wachung des Geschäftes übernimmt und auch darüber entscheiden soll, ob der Antrag auf Eröffnung des Vergleichsverfahrens einzureichen ist. Es bleibt dem Gläubigerausschuß überlassen, eine weitere Gläubigeroersammlung einzuberufen. s frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M., 25. Jan. Tendenz: abge» j schwächt. — Die Aufwärtsbewegung der Kurse an der gestrigen Abendbörse konnte sich zu Beginn des heutigen Marktes nicht fortsetzen. Es machte sich wieder eine große Unsicherheit und Lnst- l o s i g k e i t bemerkbar, da einige vorliegende Wirtschaftsmeldungen verstimmten und zur Zurückhaltung mahnten. So übten der schwache Schluß der gestrigen Neuyorker Börse und der Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung, wonach die Bescl)äftigung bei der Industrie im Dezember beträchtlich' zurückaegangen sei, einen starken Druck aus. Das Geschäft bewegte sich in den aüerengften Grenzen, und das an den Markt kommende Material, das jedoch keinen größeren Umfang annahm, mußte meist mit Verlusten bis zu 3v.H. abgegeben > werden, da die Aufnahmeunlust der Spekulation i anhielt. Bei vereinzelten Werten bewirkten größere ! Abgaben von außen her größere Rückgänge, die diese Grenze von 3 v. S). sogar überschritten. Die bestehende Orderlosigkeit hatte am Elektromarkt für Siemens einen Verlust von 3 v. H. und für Schuckert einen solchen von 3,5 v. $). zur Folge. Scheideanstalt blieben behauptet, Holzverkohlung konnten eine Kleinigkeit anziehen, während I. G - Farben auf die Meldung, daß bei der am 31. Januar stattfindenden Aufsichtsratssitzung keineswegs eine Kapitalerhöhung zur Behandlung kommen würde, schwächer lagen. Montanwerte still und bis 1 o. S). niedriger. Harpener waren auf die angebliche Dioidendelosigkeit stark angeboten und 4 v. H. schwächer. Autowerte bis 1,25 v. H. nachgebend. Dankwerte uneinheitlich. Für Reichsbank machte sich auf das Gerücht aus Spclulationskreisen von einer Erhöhung der Dividende, lebhaftere Nachfrage mit plus 5 v. H. geltend. Renten still. Schutzgebiete etwas verlangt und geringfügig gebessert. Im Verlaufe traten die anfänglich verstimmenden Nachrichten ganz in den Hintergrund, und, von Reichs- banfaidcilen ausgehend, die von Auslandseite stark gesucht sein sollen, nahm die Börse ein freundlicheres Aussehen an. Das Geschäft konnte auch zeitweise lebhaftere Formen annehmen. Die anfänglichen Verluste wurden wieder ausgeglichen, teilweise sogar überschritten. Im Vordergründe standen vor allem Reichsbank mit erneut plus 4 v. H. Auch I.-G.-Farben und Clettrowerte waren reger । gefragt und bis 3 o. H. erholt. Sonst fielen noch ; Kupferwerte mit Besserungen auf. Am Geldmarkt > war Tagesgeld mit 4,5 v. H. unverändert leicht. Am i Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar - 4,208750, gegen Pfund 20,41, London gegen Kabel 4,8495, gegen Paris 124.08, gegen Madrid 29,69, ! gegen Mailand 92,68, gegen Holland 12,0950. B. er Böric. ! Berlin, 25. Ian. Die Nachricht von der an- s geblichen Dividendelosigkeit der Harpener-A.-G., die in den an und für sich noch freundlichen Dormit- । tagsverlehr schon eine gewisse Unsicherheit gebracht i hatte, stand auch an der Börse im Vordergründe der ! Diskussion, lieber die Richtigkeit dieser Meldung konnten wir an zuständiger Stelle nichts erfahren. Ebenfalls beeinflußte diese Meldung die Kursgestaltung des Montanmarktes, an dem sich gestern nachbörslich die Börse selbst viel übrig behalten hatte und heute daraufhin wieder zu Glattstellungen bei einigen Werten schritt. Der Beitritt Polens zum internationalen Röhrensyndikat regte den Mannes- mann-Markt etwas an, auch Phönix waren weiter gefragt. Störend wirkte ferner die unregelmäßige Tendenz der Neuyorker Börse, die gestern in unsicherer Haltung schloß. Mit besonderen Veränderungen sind Reichsbank mit plus 4,5 o. H. und Deutsche Maschinen mit plus 1,5 v. H. zu nennen. Dagegen verloren Papiere wie A.-G. für Verkehrswesen, Hansa Dampfschiff, N.A.G., Gessürel, R.W.E., Kaliaktien, Harpener, Otaoi-Minen, Svenska und Lorenz bis zu 3 v. H. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer behauptet. Anatolier weiter etwas schwächer. Sofia-Stadtanleihe fester. Pfandbriete heufe außerordentlich sreundl.ch. Auch Roggenpfand- ! briefe und Anteile eher gesucht. Der Geldmarkt war ! unverändert leicht. Reportgeld wieder zum üblichen I Säße stärker angeboten. Man rechnet mit 7,75 v. H., ! eine Großbank soll sogar noch 7,5 o. 5) nennen. Die i offizielle Feststellung des Reportgeldsatzes wird für ! heute 1.30 Uhr erwartet. Im Verlaufe ging das J Kursniveau allerdings bei kleinsten Umsätzen um ; Bruchteile eines Prozentes zurück. Das Geschäft ; war im allgemeinen gering, nur in Reichsbank und A. E. G. blieb cs lebhafter. Anscheinend setzten die ! schon gestern hier zu beobachtenden Auslandkciufe \ wieder ein. Im allgemeinen blieb aber die Tendenz , weiter unsicher. Schlesische Zement fielen mit einem 1 Verlust von 3 v. H. besonders auf. Zranksurt i (iktrciu biiric. Frankfurt a. M., 25. San. Der Produktenmarkt verkehrte heute zum Wochenschluß in stiller Haltung. Die Grundstimmung ist freundlich, jedoch die Käufer find sehr zurückhaltend. Die Auf- wärfsbewcgung an den amerikanischen Produktenmärkten blieb hier fast ohne Einfluß. Llmsätze waren sehr gering und kamen nur auf gestriger Preislage zustande. Es wurden notiert: 'Weizen 24; Roggen 23,50; Sommergerste für Brauzwecke 24,50 bis 24,75; Hafer, inländischer 23,50 bis 23,75; Mais (gelb) für Futterzwecke 23,50 bis 24; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 33 50 bis 34; Roggenmehl 30,50 bis 31.25; Weizenkleie 14 bis 14.15; Roggenk.'eie 14,75 bis 15. Tendenz: stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 24. Ian. Die etwas schwächer lautenden Schlußmeldungen dec überseeischen Terminmärkte wirkten für Weizen einigermaßen verstimmend. dagegen konnte sich heute am Roggenmarkt bei höheren Preisen recht lebhaftes Geschäft entwickel. Weizen war bereits gestern nachmittag reichlicher offeriert. Trotz der anfänglichen Festigkeit Chikagos waren gestrige Mittagspveise nicht mehr voll durchzuholen, und auch heute vormittag und zu Dörsenbeginn konnten Llmsätze nur zu etwa 1 Mark niedrigeren Preisen als gestern stattfinden. Im Gegensatz hierzu hat Roggen bei etwa 1 Mark höheren Preisen ziemlich leohaftes Geschäft. Käufer sind sowohl die nur mangelhaft versorgten Mühlen, als auch der Export. Der Lieferungsmarkt bot etwa das gleiche Bild wie das Eftektivgeschäft. Weizen lag etwas schwächer. Roggen in der Maisicht leicht beteiligt. Für Mehl hat sich die Situation kaum verändert. Die Rach- 1 frage ist zwar ziemlich gut zu nennen, die geforderten Preise tverden jedoch zumeist nicht bewilligt. Hafer liegt etwa ste!ig. der hiesige Kon-- sum bekundet nur geringes Kaufinteresse. An der Küste bestehl jedoch weiter gute Rachfrage. Gerste nur in seinen Drau- und guten Futterqualiiäten besser beachtet. Mittleres und abfallendes Material vernachlässigt. Es notierten für je 1000 kg: Weizen. märL, 212 bis 214. März 230 bis 229,50, Mai 240,25 bis 240, Iuli 217 bis 215,75 (schwächer); Roggen, märL, 208 bis 210, März 223,50 bis 226, Mai 238 bis 233,50 (stetig). Iuli 233,50 bis 236; Braugerste 218 bis 237; Futtergerste 192 bis 202 (schwach); Hafer, märt., 201 bis 207. Buntes Allerlei. Jünf Geschwister vier Jahrhunderte alt In Lüdersdorf beging eine Frau Fürstenau. geborene Turbier, ihren 90. Geburtstag. Die Jubilarin ist die älteste von fünf Geschwistern. die zusammen das stattliche Allier von 400 Jahren haben. Zwei ihrer Schwestern, die 81jährige Wi.we Wilke und die 77jährige Witwe Roack, wohnen in Lüdersdorf. Die beiden anderen. die Witwe Benoit (79 Jahre) und der Postschaffner a. D. Turbier (13 Jahre) wohnen in Oberdorf (Marl). Ein Bruder der 400jährigen. der den Todesritl von Marslatour mitmachte, ist schon gestorben. Itebct 200 0M Mark tohngelder gestohlen. In der Rächt 3um Mittwoch wurden auf der Zeche „Königsb 0 r n“, Schacht II, die dort untergebrachten Lohngelüer in Höhe von über 200 000 Mark, die für die Belegschaften der Zeche „Königsborn II, III und IV“ bestimmt waren, entwendet. Es wurde nur Papiergeld mitgenommen. Als Täler kommt mit größter Wahrscheinlichkeit der Leiter der Zechenpolizei in Frage, der flüchtig ist. Die Bergarbeiter konnten am Mittwoch morgen nicht abgelöhnt werden. Kampf mit Räubern in Südslawlen. In einem Dorfe bei Pozarewatsch kam es zu einem mehrstündigen Kampf zwischen einer Gendarmerieabteilung und dem Räuberbrüderpaar Barbulowitsch, die sich in einem Hause verbarrikadiert hatten. Nach ergebnisloser Dela- I gerung der beiden Räuber und nachdem auf Seiten der Belagerer zwei Mann gefallen und ein Gendirm verwundet worden war, kam Militär- verstärkung zu Hilfe. Das Haus der Räuber wurde aus einem kleinkalibrigen Geschütz und einem Maschinengewehr beschossen und schließlich angezündet. Als man die beiden Räuber schon tot in den Flammen glaubte, drangen sie plötzlich rennend aus dem Hause und wurden von den Belagerern erschossen. Ein blinder Passagier auf einem Dampfet halb erfroren. Bei den Offizieren be-ä Dampfers „Can- c a ff r i a“ meldete sich ein 18jähriger junger □Kann aus Winssord (Cheshire), der sich 11 Tage lang in einem Rettungsboot als blinder Passagier verbo. ,en gehalten hatte. Der junge Mann war in einem erbarmunaswerten Zustand. Es waren ihm Hände und Füße erfroren, und er konnte kaum sprechen. Er wird auf demselben Dampfer nach England zurückgebracht. Palästina von Heuschrecken bedroht. Rach einer amt.ichen M.tteilung wird Palästina von Heuschrecken bedroht, die in den letzten drei Tagen von Transjordanien herüberkamen. Der Haupt chwarm versuchte, bei der Allenby-Brücke vorzudringen, ein anderer ging vier Meilen östlich von Jericho nieder. Eine mit Gewehren und Flammenwerfern ausgerüstete Kompagnie vernichtete, von zahlreichen Einwohnern unterstützt. einen Teil des Schwarms. Andere Schwärme wurden bei Hebron und an der Grenze östlich von Derseba gemeldet, die Dort Kamelreilerpatrouillen bewacht wird. Untergang eines Flußdampsers in Kolumbien. Rach einem Funkspruch aus Bogota (Kolumbien) ist auf dem Magdalenen st rom ein Flußdampser infolge einer Kesselexplofton aus - einandergerissen, wobei 20 Personen umgekommen sind. Die ausgesundenen Leichen wiesen schwere Brandwunden auf. Büchetttsch. — Reues Lesebuch für Berufsschu- l e n. Ausgabe A für die männliche Jugend (6. vollständig neubearbriiete Auflage des Lesebuches für Fortbildungsschulen). Herausgegeben von Berufsschullehrer Friedrich Adam. Gießen. Schulrat Karl Backes, Groß-Serau, Berufsschullehrer I. Cronenbold. Woerr- stadt, Berufsschullehrer August Kinsberger, Darmstadt. Stadtschulrat Johannes L 0 e s ch . Darmstadt, Berufsschullehrer Harrs Wichel, Darmstadt. Derussschulral Eugen R e u h. Preis gebunden 3 Mk. Verlag Emil Roth zu Gießen. (810). Die obersten Jahrgänge der Volksschule bilden die abschließende Schule für die Kinder, die nach Vollendung der Schulpflicht in das werktägige Lcben eintreten und ihre weitere Schulung vornehmlich in den Berufsschulen empfangen. Dort müssen aber auch, wie schließlich in jeder Schule, die Bedürfnisse deS Lebens berücksichtigt werden, in dem der Berufsschüler sich eben befindet. Das Bildungsbedürfnis der Attersstuse und das Bestreben der Berufsschule, die Gesamtentwicklung des Jugendlichen stetig und gleichmäßig, besonders auch nach der Gefühls- und Willensseite, entscheidend zu beeinflussen, muß bei der Auswahl der Bildungsgüter maßgebend sein! Gerade diese Zeit des geistigen und körperlichen Wachsens ist besonders geeignet, durch überlegene Lehrer- und Erzieherführung, durch Darbietung besonders ausgewählter Bildungsstosse, die Charakterbildung im guten Sinne zu sichern! In einer Zeit, in der die Gefahren der Schund- und Schmutzliteratur riesengroß sind, müssen vor allem Lesestoffe geboten werden, die den Jugendlichen mit einem Wall umgeben zum Schuhe gegen Schund und Schmutz, aber auch Tore und Ausblicke lassen ins sonnige Leben! Es gibt viele Sammlungen von Lesestoffen für die verschiedensten Altersstufen. Aber nur wenige Lesebücher bieten das, was zwingend dem Sonderzweck entsprechend geboten werden muß. Das vorliegende Lesebuch für Berufsschulen ist ein Meisterstück; mit größtem Verständnis der Derufsschulauf- gäbe sind die Herausgeber an ihre Aufgabe herangegangen, und was sie geschaffen, ist eine Schatzkammer deutschen Bildungsgules, geeignet für den Unterricht, wertvoll für die Erziehung, und was sehr wichtig ist, — interessant, anregend und bildend für die jungen Leser! Ein Freund und Führer wird dieses Lesebuch unseren deutschen Jugens sein und möchte ich dem ausgezeichneten Buch und seinen Lesern einen Vers von Adolf Holst mit auf den Weg geben, den wir im neuen deutschen Jugendfreund im Gedicht: WaS ein deutscher Junge soll! finden: Do sollt ihr wieghaft durchs Leben gehn, und das Leben, es ist doch groß und schön! Lind wer es zwingt als Kämpfer und Mann, dem füllt es den Decher bis oben an. So höre, was dir ein Alter sprach! und recke dich hoch und handle danach! Segen schafft es dir sicherlich! Mein deutscher Junge Gott segne dich? Fritz Vilh. Kunst und Wissenschaft. Geheimrat Professor Dr. Schreiber f. Wie aus Königsberg gemeldet wird, ist dort der Vertreter des deutschen bürgerlichen und Handelsrechtes an der „Alvertina", Geheimer Regierungsrat Pros Dr. Otto Schreiber, nach kurzem schweren Leiden im 47. Lebensjahre gestorben. Seiner Initiative verdankt das Institut für Luft- recht an der Albertus-Unioerfitäl seine Entstehung. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. Berlin Frankfurt a. M Schluß Kurs 1-Uhr- Kurv Sch.uh Kur» Anlang fiurs Dalum «' 1 25. 1. 24. 1. 25. 1. 6% Dt. «eicManW o 1927 87.6 — Dl Änl.-eibiöL-SdiuIt mH Ou& tol.-tficdHrn - — 33,7o 33.8 Eeifll ohne Su«lo>.-Rechte 7% otantf pvp.-Bk Äoldvt • 14 14,1 171. kündbar bl# 1032 yo — — — *y.% tfiijetntidw Hyp.-Banl Stau Soldvi 81,3 — - L.S.G adg Sortrirg*-Obligation, dutiablbüi 1932 - - - - 4% feduoey »unDeflb.-"2lnL. — — * — 4% Cefterretdjtldje «olvne.. 38,5 * 33,4 — 4,20% Leiten SUbente 3,4 3.3 — 4% Oesterreich emijetti 9Mt. t —— — — 4% Unaatitd)f Ä old ne — — 4% Ungariicbe StaatSr b. 1910 A,ü — * 4y,% ve»gl von 1918 24,5 • 24,75 4% Ungorlldit Rronenrte. 2 2 4% türt ßoUanlcitje t>. 1911 4% lürtiiche eaflOobbatjo-tÄnl., — 12 — Serie 1 11,6 - 11,25 11.4 4% bc«gl Serie 11 — 12 4% (Rumänen conoett. Rte. y,15 — ty,% Rumänen «oldanl M> 1*13 20 * 13.75 - ODg. Deuftche (ttlen'xihn Oambutfl-ilmerUa Kakel . . Öamb -SüMm DamvIKV- • .i8eka)dMrfi to<- 10 I65.h ■ i.2o 1 (\ 1 J Dresdner Bant 10 170.26 ! 169,75 170.2., 170... IRtueibfuildx ttuWtbanl . . . 9 — "5.5 205.5 viklaUbant ....... . 6 131 j 130,5 132 12 315 1 320 312 I 320 Frankfurt a. M Berlin Sd)lub-: l-Uhr- Sch uu An.ong Kur» Kur» fii't» fiurs Tamm: | 24. 1 | 25. I. 24. 1 j 25. 1. ..... 6 178 ... 176,75 177 176.7» Bergmann ...... S -21.5 218.9 219.3 Sleftt. Lieierunge»..... 10 171,5 169 169 25 1.-8 Üldll und Kraft . . . . 10 221,9 2i0 2j 210.25 .rtlten & ©uülenume . . . « 142,5 — 142,. .48 Gei. f. (ilettr Unienu. . . . 10 247.5 — »5 244,75 Hamb ölettr Serie .... 10 — — >48.5 - Khein (ilffrt ..... s — — 16« 167,75 Lcdlet. ölettr ..... 10 — - 218-65 217.9 Echucken . . • • • • . 6 .'33.25 230 231.u 231,25 Siemens 4 txdite ..... 12 399 <96 >97. üö 397,2.. Iranetabto . ..... . 8 - — 153.5 — 10 171 — 169.5 — — Buderus ..... 6 83.75 85 86 85,25 Deuiiche . ..... 6 133.25 132 132.25 131,9 Diener ©tHnbftlB ..... S - ' 22.5 — Geilenkirchen« ... 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J8.2.5 58.46 I'nntftbe 'Jiotrn • . . • * . . Ul 83 112,27 EoqlisckX 3U1ÖX ....... 20.359 10.439 Berlin, 24. Mannar <»elö ^rnniö'Ottie Aoteu 17705 Hollandriche flöten ...» 168,11 -1.95 168.79 2:.03 florroeatfebe flöten . . 11.80 112.24 DeutftS Ccftm ,e ioo Äronen 58.995 ►9.235 flumaniiche flöten 4,51» 2,533 Lchwevtirve flöten...... <12,08 <12,52 Cchweiret flöten ..... 10.84 SI.16 ettanndK flöten ...... .8,38 8.66 Ifdicdtoiloroahfctie flöten • • 12.4 i.49 . Unaariftbe flöten 73.0., 1.35 Devisenmarkt Berlin —Frankfurt a.m. Telegra » h i s ch c Auszahlung. 24 Januar 35. Januar nmtlicßf flott runa Ämtiichc floncrutiL Geld Bric- Wcio 1 öne floti 168.4a 1«8,79 16b, i 109.91 Buen. Aires 1.773 1.4/1 1.770 I...4 Brit. 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