> s &■ 0 0 »ö, ff3® i ä c »T<» ^«,3! 5A- "o=MS -2!s ^~3^'O'0.1 ”2.sas ~a? 4ia|-3wfy •?ehiIq^ "y - v 7jlf> '< 2, »□•£• fto© J W84^“ iWlS DM UsPtzsül 5h|^ »§ o“ ”2.0 R« *0 - ?§,&*? r§r 3.*— © y "Ssi^sjS? 5»» S » s 0 Bf r^or» A W rl J? 0 5 Nr. 301 Erstes Blatt 1Z9. Zahrgang Dienstag, 2^. Dezember 1929 Ericheini laglich, außer Sonntags und feiertags. Beilagen: Die OHuftrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichsplennig für Tröger- lohn. auch bei lliichter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt, tiernfvrechanschlüfle unterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drtrtf vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitätz-Vuch- mid Skhtöruderei K Lange in Gießen. Zchristlettung unb Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme van Anzeigen für die Tagernummcr bis zum Rachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20", mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr Will). Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den AnzeigenteU Max Filter, sämtlich in Gießen. ........den Menschen ein Wohlgefallen." Von D Dr. £. Cordier, 0. Prof. d. Theologie an der Landesuniversität Gießen. Das ist der uns allen wohlbekannte Ausklang der Weihnachtsbotschaft, mit der nach der Er^ Zählung des Evangelisten Lukas die Engel auf Bethlehems Fluren der Welt daZ Heil verbündet haben. Eigentlich hat Luther hier ungenau überseht, was in der griechischen Bibel steht. Aber gerade diese seine Uebersetzung führt tief und fein in den Sinn der Weihnachtsbotschaft hinein. Denn um nichts anderes geht es an Weihnachten, wenn wir Weihnachten von der menschlichen Seite betrachten, als daß das Verhältnis der Menschen untereinander wieder in Ordnung gebracht werde, daß Wohlgefallen auf Der Menschheit ruhe, ein letztes, endgültiges Wohlgefallen, Gottes Wohlgefallen. Man begreift von hier aus den Auftakt der Weihnachts- runde neu: „Ehre fei Gott in der Höhe", und man kann wieder an das schwer faßbare Mittel- slück dieser Botschaft glauben: „Friede auf Erden", wenn sich ihr Ausklang zu verwirklichen beginnt: „Den Menschen ein Wohlgefallen". Fahre schwersten Erlebens haben unsere Welt für diese Botschaft reif gemacht. Cs gehört zu Den großen Erkenntnissen unserer Tage, daß es im Grunde kein privates Glück, kein privates Wohlergehen eines einzelnen Menschen geben kann, llnfer „Wohlgefallen" ist immer ein gemeinsames. Es ist bedingt von dem Verhältnis, in welchem wir zu den anderen, zu unseren Mitmenschen, zu unserem Nächsten stehen. Auch wenn uns alles zur Verfügung stünde, um unsere eigene Existenz nach Wunsch so reich wie nur denkbar, auszustatten, es würde doch die höchstgesteigerte Persönlichkeit, auf sich gestellt, noch nicht das eigentliche „Wohlgefallen" bedeuten können. Die Pflege der eigenen Persönlichkeit führt letztlich in gähnende Einsamkeit, in erstarrende Isolierung und damit zum Tod. Denn das heißt Sterben, daß die Beziehungen zum Leben ringsum abgebrochen find. Wir beginnen heute diese Todesstarre des itomificrtcn Einzel lebens zu durchschauen. Wir ahnen wieder, was Leben ist. Leben heißt für uns, teilnehmen an der vollen Wirklichkeit ringsum, eine Welle sein im Lebrnsstrom, der nns mit allen den Menschen trägt, die unsere Welt, unsere Zeit bilden. Wir spüren etwas davon, daß wir niemals aus uns selber und mit uns selber und zu uns selber lebendige Menschen fein Finnen, sondern nur zusammen mit den Menschen, die unsere Existenz bestimmen. Kinder sind nur wirkliche Kinder mit ihren Eltern und mit ihren Geschwistern zusammen: man versagt ihnen aifo ein Stück Leben, wenn man ihnen keine Geschwister gönnt. Die junge Generation ist nur j ung mit der älteren zusammen, die wirklich die ältere ist, und der Mann ist in der Ehe nur Mann mit der ihm bestimmten Frau — es gibt Fein Einzelglück in der Ehe. Der Meister ist nur Meister mit seinen Gehilfen, denen er helfen und die ihm helfen dürfen. Ein Volk ist nur Volk im Lebensraum mit seinen Nachbarvölkern ... wir könnten die lange Linie dieser wesenhaften Beziehungen beliebig fortfetzen, und wir kämen immer wieder zu dem gleichen Cr- Bcbnie: wir sind alle aufeinander angewiesen! llehr noch: was wir find, sind wir nur durch die Mitbestimmung der anderen! Man kann nicht Arbeiter sein ohne andere, die die Arbeit ehren wnd ihren Ertrag nutzen wollen. Man kann nicht lehren ohne Menschen, denen diese Lehre Leben gibt, die sie sich innerlich aneignen. 3a, Las Arbeiten, das Lehren bedarf des inneren Entgegenkommens des anderen, daß es die Ar- Bcitenoen, die Lehrenden in ihrer Tätigkeit be- ßcuchte und diese zur freudigen Aufgabe mache. Wir Menschen können untereinander nicht leben »hne „Wohlgefallen", ohne innerlichste Beziehungen, ohne Hilfe voneinander und Achtung Voreinander. Wir müßten sonst sterben an der Beziehungslosigkeit, es ginge uns sonst der geistige Atem aus. Wir sind nicht einfach „Einzelmen- KHen", wir sind Menschheit, wenn anders wir Vas fein wollen, wozu uns die Schöpfung be- ftimmt hat. Cs ist das eine große Geheimnis Äer Weichhnachtsbotschaft. daß sie nicht einen «einzelnen Menschen, etwa den Frommen, den Wissenden, anspricht, sondern daß sie an alhe Dich wendet, daß sie allen Kunde gibt: „den Menschen" ein „Wohlgefallen". 3ft uns diese Wahrheit einmal aufgegangen, S-ann sehen wir die Menschheit mit anderen Augen an. Wieviel Selbstverstümmelung, weil ans unsere Person, unser 3ch, noch die Wirklichkeit bedeutet! ilnb welch eine Verkehrung der gottgewollten Beziehungen zueinander! Was ist »ns der andere? Der Konkurrent, mit dem wir um den mrven nen ausge'Mten, dir hantelt sich W' Dame aus Derlin: eint Vaeta, ein Mann "°- A auch als Oss'i n ausgrsundcn. pW'6 aussage. ; tlichcn liefbrudgebid : Dabei geslal e M .. isbilb witR': ?» chl°nds dur-ch be^ bei wV wtaiuw rreichea QUd) M»d ** '« 6 i"» ”r* bm S> Kk^kS <3. e.ly mt:b rsnriton^l'r- erst in Öot,< »ov ichten teils zB'. b,rl»l«« 6J #*Äa »I® “ Sv ""bA' M- » wjMlSs«1 Aus der Provinzialhaupistadi. G i e h e n, den 24. Dezember 1929. Weihnachten. Die Kunst der Biographie ist in unserer Zeit zu hoher Vollendung gekommen. Früher reihten die Biographen nur Tatsachen aneinander: man denke an das Leben Karls des Großen von Einhard, ein Buch, das in wenig anschaulicher Form von den Kriegszügen und der Lebensweise des großen Eroberers erzählt und am Schlüsse seltsame Anzeichen seines nahen Endes berichtet. Heute bemühen sich die Biographen, in das Seelenleben der Personen, deren Lebensgang sie vorführen, einzudringen, sie fassen das Erbgut von den Vorfahren her in das Auge, bemühen sich, die Motive des Handelns klarzulegen. Trotzdem bleibt auch bei diesem Verfahren unendlich vieles an den Menschen, die in der Geschichte handelnd auftreten, rätselhaft, geheimnisvoll, unergründlich. Vollends versagt alle Kunst der Biographie gegenüber der Person Jesu. Wir besitzen »Leben Jesu" genug und wissen, daß sie allesamt unzureichend sind. Schon Jesu Zeitgenossen sahen sich, wenn sie an seine Person dachten, vor ein Geheimnis gestellt. Es war ein Rätselraten, wenn er die Pharisäer fragte: „Wie dünkt euch um Christo?" und wenn er an seine Jünger das Wort richtete: „Wer sagen die Leute, daß des Menschen Sohn sei?.. - „Wer sagt ihr, daß ich sei?" Die ältesten Ärteile über Jesus lauteten, daß er ein Prophet sei, seine Zeitgenossen stellten ihn auf eine Stufe mit Elia, Jeremia oder mit Johannes dem Täufer. Im 18. Jahrhundert glaubte man, des Rätsels Lösung gefunden zu haben, man sagte. Jesus sei ein Lehrer der Weisheit und Tugend, ein Führer zur irdischen Glückseligkeit. Im. 19. Jahrhundert suchte man in das Verständnis seines Wesens von einer anderen Seite einzudringen, man dachte daran, daß er vor den Gefahren des Reichtums gewarnt habe, daß er den Armen mit Mitleid und Liebe entgegengekommen und selbst arm durch die Welt gegangen sei. und stempelte ihn zum sozialen Reformer. Mit allen diesen Feststellungen ist das Rätsel nicht gelöst worden, es ist ein Geheimnis um Jesus gebreitet, mit menschlichen Erscheinungen kann man ihn nicht in Einklang bringen. Ebenso geheimnisvoll sind die Wirkungen, die von ihm ausgegangen sind. Ein irdisches Reich hat er nicht aufgebaut, auf politische Macht sich nicht gestützt, aber sein Evangelium ist über den ganzen Erdkreis gewandert. In Rom verschwanden in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung die Standbilder der antiken Gottheiten und machten dem Bilde des Gekreuzigten Platz, Christi Geist zog ein in die Schulen, die Rathäuser und Gerichtsstuben. Die alte Welt hat keine Barmherzigkeit gekannt; wer sich nicht selbst helfen konnte, mußte am Wegrande sterben; das Christentum hat Krankenhäuser begründet und sich der Armen, der Verlassenen in riesigem Ausmaße angenommen. Millionen von Menschen sind bis auf diesen Tag durch Jesus stark geworden. die Wandlungen des Schicksals zu ertragen, mit der eigenen Unzulänglichkeit und mit dem Gedanken an den Tod fertig zu werden. In ihrem berühmten Buche „Briefe, die ihn nicht erreichten", teilt die Baronin Heyking eine sonderbare Grabschrift von einem märkischen Dorf- kirchhofe mit: „Hier ruht der Wüsterdorf Johann, er war ein müder Wandersmann, gekettet schwer in Sündenbann. O Herrgott, richt mit Mild den Mann; denn niemals er den Wunsch ersann, des Lebens Fahrt zu treten an." Diese naive Inschrift birgt in sich eine tiefe Wahrheit, sie schildert das Menschenleben, das aus Sünde und schwerem Schicksal sich zusammenseht, aus zwei Elementen, die jedoch von vielen durch die Kraft, die von Jesus ausgeht, überwunden werden. Eine außerordentliche Person und außerordentliche Wirkungen. Wie ist beides zu erklären? Hören wir Jesus selbst. Er hat große Worte über sich gesprochen: „Ich und der Vater sind eins. Wer mich sichet, sichet den Vater. Ich bin das Licht der Welt. Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben." Sein Selbstzeugnis wird durch das Zeugnis seiner Apostel verstärkt: „In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig. Kündlich groß ist das gottselige Geheimnis: Gott geoffenbaret im Fleisch." Diese und ähnliche Worte sagen uns, daß in Jesus Gott auf die Erde und zu den Menschen herniedergekommen ist. daß der ewige, unbegreifliche, unfaßbare Gott, der in einem Lichte wohnt, in das niemand eindringen kann, sich mit seiner ganzen Liebe in Jesus den Menschen zugeneigt hat. Gott ist Mensch geworden, sagten die Theologen einer vergangenen Zeit, und sie haben mit dieser Feststellung das Rechte getroffen. Wir reden an Weihnachten viel vom Christ- baum und seinen leuchtenden Kerzen, von Kinder- jubel und Altersfreude, von der traulichen Stimmung am heiligen Abend und dem glitzernden Schnee, das Wichtigste muh an diesem Feste bleiben, daß wir uns über Jesus selbst Gedanken machen und darnach trachten, in ihm Kraft und Frieden zu gewinnen. H. B. Talen für Donnerstag, 26. Dezember. Sonnenaufgang: 8,05 Ähr, Sonnenuntergang: 15,56 Ähr. — Mondaufgang: 3,29 Ähr, Mond- untergang: 13,02 Ähr. 1769: der Dichter Ernst Moritz Arndt in Schoritz auf Rügen geboren; — 1896: der Physiologe Emil du Bois-Rehmond in Berlin gestorben; — 1863: der Mediziner Wilhelm His in Basel geboren. Daten für Freitag. 27. Dezember. Sonnenaufgang: 8,05 Ähr. Sonnenuntergang: 15,5? Ähr. — Mondaufgang. 4,44 Ähr, Mono- untergang: 13,22 Ähr. 1525: der italienische Kirchenkomponist Giovanni Pierluigi da Palestrina in Palestrina geboren; — 1571: der Astronom Johannes Kepler in Weil der Stadt geboren; — 1822: der französische Chemiker Louis Pasteur in Dole geboren; — 1890: der Altertumsforscher Heinrich Schliemann in Reapel gestorben; — 1900: der englische Ingenieur Sir William George Armstrong in Rew- castle gestorben. Xkxz. Kingelhöffer 60 Jahre alt. Am 28. Dezember d. I. kann Se. Exzellenz Generalleutnant a.D. Friedrich Klingel- Höffer zu Gießen in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburtstag begehen. Als Sohn des Kriminalrichters Klingelhöfser am 25. Dezember 1849 zu Gießen geboren, Der- brachte er seine Schuljahre auf der hiesigen Steinmetz- und Schwabeschule, sowie dem hiesigen Gymnasium. Als Einjährig-Freiwilliger diente er vom 1. April 1859 bis 31. März 1870 beim Infanterie-Regiment 116 in Gießen, er wurde dann zur Reserve entlassen, trat jedoch am 20. Juli 1870 wieder beim Infanterie-Regiment 116 ein, zog mit dieser Truppe in den Feldzug 1870 71, wurde am 25. August 1870 Sekondeleutnant der Reserve und schied nach Kriegsende am 27. Juni 1871 wieder aus dem Heere. An 23.Mai 1872 trat er als Sekondeleutnant in das Infanterie- Regiment 116 in Gießen zum aktiven Heeresdienst ein, wurde am 15. August 1882 Premierleutnant, war von 1881 bis 1887 Regimentsadjutant im hiesigen Regiment, wurde am 26. Mai 1887 Hauptmann im Infanterie-Regiment 69 in Trier, dann von 1837 bis 1890 Adjutant de3 Gouvernements Metz, am 12. September 1895 Major im Infanterie-Regiment 17 zu Mör- chingen, am 18. Dezember 1901 beim gleichen Regiment Oberstleutnant, am 27. Januar 1905 Oberst und Kommandeur des Infanterie-Regiments 70 in Saarbrücken, am 27. Januar 1909 Generalmajor und Kommandeur der 59. Infanterie-Brigade Saarburg (Lothringen), am 20. März 1911 unter Verleihung des Charakters als Generalleutnant zur Disposition gestellt. Im Weltkrieg war Generalleutnant Klingelhöfser Kommandeur der stellv. 83. Infanterie-Brigade und Abschnittskommandeur in der armierten Festung Mainz. Die Verdienste, die. sich Sxz. Klingel- höffer vor dem Kriege 1914/18 in der alten Armee und während seiner Verwendung im Weltkriege um das Vaterland erworben hat, sanden in der Verleihung zahlreicher Orden und Ehrenzeichen ihren sichtbaren Ausdruck. Als Schreiber der „Geschichte des Jnfan'.er e Regiments Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hefs.) Rr. 116", die in Berlin von 1883 bis 1913 in drei Auflagen erschien, und als Mitarbeiter an militärischen, politischen und jagdlichen Ze'tfchr'ften, wie auch gelegentlich am „Gießener Anzeiger" und an unserer „Heimat im Bild" war er st ts bemüht, auch mit der Feder und feinem reichen Wissen der Allgemeinheit zu dienen. Exz. Klingelhöfser war allezeit ein treuer Sohn seiner Vaterstadt Gießen, mit der er durch sein Elternhaus und durch Verheiratung mit einer Gießenerin doppelt verbunden war. Er kam dadurch, auch als er seine spätere Dienstzeit an der deutschen Westgrenze verbrachte, immer wieder nach Gießen und zog sich hierher zurück, als er im Jahre 1911 aus dem Heeresdienst aulschied. Seine treue Anhanglichk.it an Gießen wird u. a. auch dadurch bekundet, daß er nach seinem Äebertritt in den Ruhestand und der Rückkehr hierher wieder dem alten Turnverein von 1846 beitrat, in dem er schon als Einjähriger und als junger Leutnant eifrig geturnt hatte. Der alte Herr verkörpert in seiner Person die besten Eigenschaften des deutschen Offiziers und eines guten, der angestammten Heimat immer engverbundenen Bürgers. Dadurch hat er sich in weiten Kreisen unserer Stadt und darüber hinaus bei allen, die mit ihm bekannt wurden, hohe Wertschätzung erworben. Wie er im kleinen allezeit seiner Vaterstadt die Treue wahrte, so galt im großen sein von hohem Patriotismus geleitetes Streben immer nur dem Wohle des deutschen Vaterlandes. Im Dienst für Volk und Vaterland hat er ein reich ausgefülltes Leben verbracht, auf das er am zweiten Weihnachts- feiertag an feinem 80. Geburtstage mit hoher Befriedigung zurückblicken kann. Oie Abgabe von Feuerwerkskörpern. Wegen des bevorstehenden Reujohrs sieht sich das Polizciamt Gießen veranlaßt, auf die nachstehenden Bestimmungen über den Verkehr mit Feuerwerkskörpern hinzuweisen: Wer Feuerwerkskörper, Frösche, Schwärmer und Zündplätzchen und dergleichen feilhalten will, muß beim Polizeiamt unter Angabe der zu lagernden Gesamtmenge Anzeige erstatten. In Läden dürfen nicht mehr als 2,5 Kilogramm, im Hause außerdem nicht mehr als 10 Kilogramm vorrätig gehalten werden. Auf Rachweis eines besonderen Bedürfnisses kann ausnahmsweise eine Lagerung im Hause bis zu 15 Kilogramm zeitweilig gestattet werden. Die Aufbewahrung muß in einem auf dem Dachboden (Speicher) belegenen, mit keinem Schornsteinrohr in Verbindung stehenden abgesonderten Raume erfolgen, welcher beständig unter Verschluß gehalten und mit Licht nicht betreten wird. Die Behälter müssen den Bestimmungen des Paragraphen 6 Absatz 1 und 2 der Verordnung, den Verkehr mit Sprengstoffen betreffend, vom 21.Rovember 1905 entsprechen und mit fe st geschlossenem Deckel versehen sein. Die Abgabe von Feuerwerkskörpern an Per- fernen, von denen einMitzbrauch derselben zu befürchten ist. insbesondere an Personen unter 16 Jahren, ist verboten. Diese Vorschrift findet keine Anwendung auf SpielWaren, die ganz kleine Mengen von Sprengstoffen enthalten. Verboten ist jedoch die Abgabe der vielfach in Spielwaren- und Papiergeschäften als Spielwaren zum Verkauf gelangenden sogenannten Knallkorken, da deren Sprengstoffinhalt die für Spielwaren zulässige Menge überschreitet. Gictzcncr Wochcnmarktprcise. Cs kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt: Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Butter Pfund 2,10 bis 2,20; Matte 30 bis 35; Wirsing 15 bis 20; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 12 bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 25 bis 35; Äntcr-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 45; Feldsalat 1,00 bis 1,20; Tomaten 50 bis 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 50 bis 80; Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 4V2 bis 5; Aepfel 10 bis 15; Birnen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,20 bis 1,30; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Gänse 1,20 bis 1,40; Rüsse 50 bis 80; Tauben Stück 70 bis 90; Kisteneier 17 bis 18; frische Landeier 19 bis 20; Blumenkohl 50 bis 1,00; Endivien 15 bis 40; Ober-Kohlrabi 10 bis 15; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 40; Kartoffeln Zentner 3,80 bis 4,00; Wirsing 10,00 bis 12,00; Weißkraut 5,00 bis 6.00; Rotkraut 10.00 bis 12,00; Aepfel 10,00 bis 12,00; Birnen 8,00 bis 10,00. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch (1. Feiertag). Stadttheater: „Tobias Wunderlich", 20 bis 22.15 Ähr. — Gesangverein „Harmonie - Gemütlichkeit": Weihnachtsfeier, 20 Ähr, auf der Liebigshöhe. — Bauerscher Gesangverein: Weihnachtsfeier (15 Ähr Kinderbescherung), 19.30 Ähr, im Cafe Leib. — GSHM ilkk WMMv LW! M. T. D.: Weihnachtsfeier, Turnhalle Steinstraße. — Gießener Theater-Vereinigung: Weihnachtsfeier, 20 Ähr, Kath. Vereinshaus. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „ES flüstert die Rächt". — Astoria-Lichtspiele: „In den Händen der Polizei". — Tageskalende r für Donnerstag (2. Feiertag). Stadttheater: „Das tapfere Schneiderlein". 15 bis 17.30 Ähr; „Die keusche Susanne", 19.30 bis 22.15 Ähr. — Gesangverein „Heiterkeit" Gießen: Weihnachtsfeier, (Kinderbescherung 15.30 Ähr). — Verein ehem. 116er: Weihnachtsfeier, 20 Ähr, Cafe Leib. — Gießener Radfahrer-Verein 1885 e. V.: Weihnachtsfeier, 20 Ähr, „Hessischer Hof". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die rote Lady" und „Streiche eines jungen Mädchens von heute". — Astoria- Lichtspiele: „Der Wächter des Glückes" und „3m Banne des Blutes". — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Die südwestdeutsche Erstaufführung von „Tobias Wunderlich" am ersten Weihnachtsfeiertag beginnt um 20 Ähr. Das Stück, das bei seiner Wiener Erstaufführung einen außerordentlich starten Erfolg hatte, ist ein ausgesprochenes Volksstück. Spielleitung hat Oöerspielleiter Hans Tannert. — Das Frankfurter Operettentheater Direktion Hans Baars) wird mit einer Operettenpremiere „Die keusche Susanne" am zweiten Feiertag gastieren. — Am Freitag, 27. Dezember, wird zum letztenmal „Hochzeitsreise", Schwank in drei Akten von Mathews und Richols gegeben. — Sonntag, 29. Dezember, sind zwei Vorstellungen: 15 Ähr „Das tapfere Schneiderlein", 18.30 Ähr „Der Veilchenfresser", Lustspiel von Gustav Mofer. — Als Silvestervorstellung geht am 31. Dezember, 19.30 Ähr, die Posse „Kyritz-Pyrih" mit Gesang und Musik in Szene. — Die Intendanz teilt mit, daß in den Märchenaufführungen am 26. und 29. Dezember in der Tanzeinlage Gifela Kern, Schülerin von Ilse Gräf, auftreien wird. •• Weihe Wei'hnachten. Rachdem der goldene Sonntag uns noch leichtes Frostwetter mit Sonnenschein und klarem Himmel beschert hatte, begann es, nach vorausgegangener Erwärmung und Bewölkung am Montag, heute nach Mitternacht anhaltend bis in den Vormittag hinein zu schneien, so daß Stadt und Land heute morgen, gerade rechtzeitig zum Fest, das für viele traditionelle, „richtige" Winterkleid angelegt haben. So hat der Petrus uns doch noch mit einer überraschenden Pünktlichkeit weiße Weihnachten beschert, was mancher gewiß nicht erwartet hatte. Den Kindern und den Wintersportbeflissenen wird der Himmel mit dem Schneefall sicherlich eine Extra-Weihnachtsfreude bereitet haben; die übrigen Zeitgenossen werden aber vielleicht, auch wenn sie sich an dem oft malerischen Stadt- und Landschaftsbilde freuen, den Witterungsumschlag mit sehr gemischten Gefühlen betrachten, sobald sie bemerken, daß schon jetzt einige Reigung zum Tauen und also begründete Aussicht auf das mit Recht beliebte Schlamm- und Matschwetter besteht, das uns wenigstens für die beiden Feiertage erspart bleiben möge. ** Die Museen sind am ersten Feiertag Beschlossen, am zweiten Feiertag sind sie zu [einen Preisen geöffnet. *• Reinigung der Bürgersteige. Das Hessische Polizeiamt teilt mit: Infolge des ein» getretenen Winterwetters muh wieder mit der Verunreinigung der Bürgersteige durch Schnee und Eis gerechnet werden. Unter Hinweis auf § 3 der Polizeiverordnung bett, die Reinigung der Straßen und das Wegschaffen des Mülls in der Stadt Gießen vom 15. April 1929 feien die Verpflichteten an die bestimmungsmäßige, rechtzeitige Reinigung erinnert. Zur Vermeidung von Strafe liegt es daher im eigenen Interesse der Verpflichteten, die Strahenreinigung regelmäßig vorzunehmen. •• Friedrich - Bücking - Stiftung. Gestern nachmittag verteilte, wie wir hören, dec Derwaltungsrat der Friedrich-Dücking-Stiftung aus Abteilung A der Stiftung insgesamt 500 Mark. Davon entfielen Betrag: zu je 50 Mark an den Allgemeinen Der:in für Armen- und Krankenpflege, Gießen, an die Kleinkinderbewahranstalt Gießen, sowie «n acht bedürftige und würdige Einwohner und Einwohnerinnen unserer Stadt. Aus Abteilung B der Stiftung wurde dem Säuglingsheim in Gießen ein Betrag von 150 Mark überwiesen. •• Aufhebung einer polizeilichen Meldestelle. Vom 31. Dezember ab wird die Meldestelle des zweiten Polizei-Bezirks, Liebig- stratze 18, aufgehoben. Alle zum zweiten Polizei- Bezirk gehörenden Einwohner haben von diesem Tage ab ihre An-, Ab- und Ämmeldungen beim Einwohner-Meldeamt im PÄizeiamtsgebäude, Landgraf-Phitipp-Plah 1, zu bewirten. •• Prüfung für C s ch ä f t s-Stenographen. Man schreibt uns: Die von der Industrie- und Handelskammer in Gießen am 8. d. M. abgehaltene Prüfung für Geschäfts- Stenographen haben mit Erfolg bestanden in Abteilung 200 Silben: Kurt Moosdorf, Gießen, und Marie Franke, AlSseld; 180Silben: Ottilie Treser und Georg Wahl. Gießen; 150 Silben: Emilie Dellof und Fritz D ö r s n e r, Gießen. Sämtlich: Gießener Bewerber sind Mitglieder der 1. Reichsrurzschristgesellschaft und Damenabteilung. Die Damen Treser und Bellof haben mit der Rote „sehr gut" bestanden. Die Statistik, welche über die Ablegungen der Gcfchäfts-Ste. o rafhen-Prüfun- gen an den Industrie- und Handelskammern für das ganze deutsche Reichsgebiet geführt, wird, ergibt für 1929 einschließlich der Gießener Prüfung folgendes Ergebnis: 1363 Teilnehmer in Reichskurzschrift, 452 nach Stolze-Schrey, 134 nach Gabelsberger, 9 Rationalstenographie und 2 nach Stenotachygraphie. ♦♦ Der Ali cefrauen verein vom Roten Kreuz veranstaltete dieser Tage die Weihnachtsbescherung der Kriegerkinder und der Kinder derKriegsbeschädigten auf derLiebigshöhe in gewohnter feierlicher Weise, unterstützt durch mannigfache Dorführungen von Freunden des Vereins. Die (9a = benverteiluna erregte große Freude. Der Verein ist allen, die iyn bei seinem Liebeswerke unterstützt haben, zu lebhaftem Danke verpflichtet. •’ Einbruch in das Marinevereins- Heim. Der Polizeibericht meldet: In der Zeit vom 17. bis 20. Dezember 1929 wurde in daS Vereinshaus des Marinevereins Gießen eingebrochen. Das fragliche Haus liegt an der Lahn etwa 280 Meter unterhalb des Anwesens von Rübsamen. Die Täter schlugen an der hinteren Front drei Fenster ein und gelangten unter Benutzung einer in der Rähe der Einbruchsstelle liegenden eisernen Leiter in das Innere des Gebäudes. Sie demolierten zwei Türen des Büfetts und andere Einrichtungsgegenstände und entwendeten nachstehende Sachen: 50 Zigarren 3 15 Pf., 20 Zigarren ä 20 Pf., 16 Zigarillos ä 8 Pf., 100 Zigaretten ä 5 Pf., Marke Ova und Kurmark in Zehnerpackung, 2 Liter Weinbrand, 1 Liter Kümmel, 6 Flaschen Wein. 1 Kleiderbürste, 100 Kugelpatronen 5 Millimeter, 100 Büchsen Labskaus, 1 Wasserhahn. — Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Kriminalpolizei Gießen. ** Konzert in der Heil- und Pflegeanstalt. Im Rahmen des letzten Sonntagsgottesdienstes der Landes-Heil- und Pflegeanstalt brachten, wie man uns schreibt, etwa 60 Sänger des Gesangvereins „Eintracht" aus dem benachbarten Steinbach unter ihrem tüchtigen Dirigenten Karl Sommer (Watzenborn), vier entsprechend ausgewählte Chöre a capella bestens zum Vortrag und verdienten sich damit den Dank und die Anerkennung aller Zuhörer. Preußen. Kreis Wetzlar. ch Launsbach, 23.Dez. Bei der Wahl des Gemeindevorstehers und seines Stellvertreters wurde der bisherige Gemeindevorsteher Albert Pfaff wiedergewählt und als Stellvertreter Wilhelm B e ch t h o l d bestimmt. ~ Kinzenbach, 23. Dez. Dieser Tage fand hier die Einführung der neuen Gemeinde v-ertretung und die Wahl des Gemeindevorstehers und des stellvertretenden Vorstehers statt. Die Vorsteherwahl entschied für den bisherigen Gemeindevorsteher Karl Bepler, als Stellvertreter wurde Otto Brömer gewählt. Voruntersuchung wegen Landsrie-ensbruches. WSR. Frankfurt a. M., 23. Dez. Gegen die im Anschluß an die Erwerbslosen- bemonftrationen vorn 16. Dezember verhafteten sieben Personen sowie gegen fünfzehn weitere Personen, die sich nicht in Hast befinden, ist heute auf Antrag der Staatsanwaltschaft wegen der Beschuldigung des Landfriedensbruches die Voruntersuchung eröffnet worden, die sich auf die gesamten Vorgänge während der jüngsten Erwerbslosenkrawalle beziehen wird. Mit der Voruntersuchung wurde Landrichter Wagner beauftragt. Berliner Börse. Berlin, 24. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der letzte Dormittagsverkehr vor dem Fest zeigt die zu erwartende Geschäftsstille. Die Tendenz wird aber eher freundlicher taxiert, da man die Ernennung Moldenhauers zum Finanzminister als für die Börse günstig ansieht. Auch unbestätigte: Dividendehoffnungen beim Stahlverein regiert etwas an. Kurse finb noch nicht zu hören. Nur echt in blauer Packung mit dem bilde des Erfinder^ 250gr. 0,60 \ KoPlgL — —----- . .dende et*»» . „Für < ’a,<8^äTr hffTestellL Göpptot«.; Itr. 501 Frau Dorothea Stohr Wwe Ein g" geb. Becker Gießen (Ludwigsplatz 5), den 22 Dezember 1929. Lang-Göns, den 23. Dezember 1929. Die Einäscherung findet in der Stille statt Empfehlui. "en"] Die Beerdigung findet am 2 Weihnachtsfeiertag nachm. ll/t Uhr statt. 11573D U8235 jnan M-ri 10538D Ur. 1056»D I05Q8D Grünberg, den 22. Dezember 1929. Die Beerdigung findet am 1. Weihnachtstag, nachm. 3 Uhr statt. IIXOSD 105 >6D 0<222 Im Namen der Hinterbliebenen: 0S2J3 Beerdigung Mittwoch (1. Feiertag), nachmittags 3 Uhr. im 64. Lebensjahr 3'« Uhr sta t. 105720 Heute verschied sanft im Alter von 84 Jahren unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Lützellinden, den 24. Dezember 1929. Die Beerdigung findet am 2. Weihnachtstag, nachm. 2 Uhr, statt. Gießen, Büdingen, Frankfurt, Cronberg L T., den 24. Dezember 1929. Die Trauerfeier findet Freitag, den 27. Dezember, nachmittags 3 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofes statt. junnes möDdien vom Lande, 19 I-. iurbt Stellung m nutem Hause Aiun 1. Jan. oder füätir. SdmftL Angc unt. 08*216 a. d.Gten.Anz. Die trauernden Hinterbliebenen: Julius Stohr und Familie Dr. Ed. Stohr und Familie SelWndige Existenz und Höchsteinlommen Ibis 60000.— Mk. oerJadrj bietet cm ganz Eurova übctfpanncnbed solide LeitfunDtcrt. Unternehmen rbeilsfreudiaen Herren, welche -600O.-Mk. Bark wiral beütien. ornehmes Arbeitsfeld! Anö- fübtl.Sufcbriftertunt Baxirk33n Postlajerkarle 106,Berlin62 erber. lOYJrA Sonntagnacht, am Tage seines Geburtstages, verschied nach kurzem Leiden unser Bruder und Onkel Philipp Petri, Schuhmacher im 78. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Familie Albert Brückel Familie Konr. Jobs. Brückel Familie Bernhard Wilh. Wagner. Familie Petri Familie Lindenstruth. Reiskirchen, 23 Dezember 1929. Er*tkia**isc ExUienz [1U527V bei einem monatl. Einkommen ti. GuO MtDL nna mehr biet, wir tücht. Landreisenden. (5s Lagerraum AU oer miete r L fühl. Stadtteil. Schr.,Ang. u. 0*227a. d. Gg.Anz. HHHMWH □nbern >v :ertiggebrai nlfcm deut Im Namen der trauernden Hinteibliebenen: Marie Walter geb. Klös Robert Walter Familie Heinrich Lotz Nieder-Bessingen, den 24. Dezember 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 25. Dezember, nachmittags Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Lina Bausch Wwe. r.-int W vor < ! en. dir dk! Wteriolaul uüch anlchld ■ugeben, « und Jnt> was M ganz nichtig!' Witten bui Gießener Radi -Verein 1885 Am 2. Feiertag abends 8 Ul>r tm Beretnslolal .Hessischer Hos" HJeifjÄleltt loco.jj Der Vorstand. Stadttheater Mittwoch. 25.Ter^ l.Biet.nachtsieieriag von 20 bis 221 . Ubr 13.MiNkvoai-M.VM. Eudweitdeulsche Erstausführung loums Wunöerlld) Dr.rmaiische Legende von ictm. öcin\ Crn -*r. Donnerst fl. den 26. tL ezcm.cr. 2.VieUmactlSieieriag von 15 bis 17'/. Ubr Auüer Abonnement MtnöexDüriicUunfl (Srnmüuue greife Das töpfere Sdineiöerieln Zaubermärchen irr 5 Btloern von rilotS Brasch, 'JJlufit von Gustav v. No.jler. Tonn rStaa, den 26. Dc-.cmoer, 2.Wethn.rchts>eteriag von 197 bis 2271 U.: Anher Abonnement «Zrimdenvoruellung Znm ersten 'Dlolc: Die tiuliljf Sufonne Cvereite in 3 Alien von Gg-Okondowlkl. Muri: v. I. Gilbert. Freitag. 27. Dez, von 20 bis 22 Ubr 13.3re tflfl-Uö.-Borit. Znm leisten Male: öomieltsreife Schwank in 3 Akten von Adele Malbews und An« NicholS. Gestimmt und repariert wird Ihr Piano. Flügel ofl. Harmonium preiswert u. gut durch leu A Pianohaus Schönau Gieben Seltersweg 91 Tel. 3269 Dillenburg Mark! straüe 7 Tel. 367. Ä0llDl S von 20 KM. an auch in Raten. 9836D UÄdiÄmMi Gießen Seltersweg 89 Kat 4291 Reparatur Werkstatt für Schreibmaschinen aller Systeme Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem schweren Verluste unseres lieben Sohnes sagen wir hiermit herzlichen Dank. Besonders danken wir dem Henn Pfarrer Cappell für seine trostreichen Worte, sowie allen denen, die uns hilfreich zur Seite standen. Gastwirt Heinrich Voll und Angehörige. Wißmar, den 24. Dezember 1929. 3. Feiertag. Freitag, d. 27. 12., abend; 6 Ubr 11Ä96D Hindenburg: NiwHtiiounen Todesanzeige. Heute nachmittag 4 Uhr starb plötzlich mein Heber Mann, unser guter Vater, Großvater und Bruder Herr Heinrich Bausch Landwirt und Fleischbeschauer im Alter von 40 Jahren. Fiir 18'^jähria. Nur» foineAÖ ling m. aut. Zen rntssen. suche ich für sofort Steile alL swstikkgcselle Koit rt. Logts mässen geg. rverd. Auskunft durch Vebrer Jakob, Ob-Bessnaen l'Lost VtM Vertrauensmann d. Wohlfahrts und Jugendamtes Darmnadi. Fernsor. ^tch >53.Ebeni wird •ür etnen tü igen IDognetgelEOen Siehe gesucht. 10801D Todesanzeige Meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Magdalene Hofmann geb. Hofmann ist Samstagabend 8/all Uhr nach langem schweren Leiden im 65. Lebensjahr sanft entschlafen. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Hofmann, Zugführer i. R. nebst Angehörigen. Gießen (WetzlarerWeg 53). Wetzlar, Köln-Kalk, Albshausen, Berghausen, Aßlar, den 24. Dezember 1929. Die Beerdigung findet Freitag, den 27. Dezember 1929, nachmittags 2'/r Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt ^erfiungssähtge mechanische Herren- ZUeidcrsabrik.verbünd, um Weberei. Spezialität Arbeiter, Berufs- und Sportbekleidung sucht zur Erweiie- rang des Kundenkreises gut elngefübrt. Vertreter Angeb. unter B. D. 4255 bes. Nudolf Mossc. Br. meu. [I0j25V Todesanzeige Sonnstag. den 22. Dezember, entschlief sanft nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Sch wiedervater und Uro-vater Philipp Heinrich Walter Wagnermeister Nach vollendetem Umzug nehme jederzeit Damen zur Entbindung auf Dr. Mack Frauenarzt Gießen, Gartenstr.10, Telephon 3796 106 6A Lcs Reiches ZVullchr wl Altung bei ein Ausmaß Siklat? Di KHveräul ampf ui Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben guten Mann, unseren ireusorgendeu Vater, Bruder, Schwager und Onkel Friedrich Naumann im 41. Lebensjahr nach kurzem Leiden in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Naumann nebst Angehörigen. Lang-Göns, Großen-Linden, Klein-Linden, Gießen, den 23. Dez. 1929. Die Beerdigung findet am ersten Weihnachtstag um l*/i Uhr, vom Trauerhause aus statt. | Vermietungen Große 3-ZinwMng. mit Heini na, kompl. Badeeinrichiung n. Balkon, für sofort au vermieten. Aäheres b. Karl Haas V„ Schubert- urane 2. H)25~>D lie Grenze trennt, fiw i-orgen [olli Nachdem es 6V- Jahre bei uns auf Erden in blühender Gesundheit gewandelt, hat Gott der Herr unser einziges, liebes Helmutchen nach siebenwöchiger, tückischer Krankheit wieder zu sich genommen. 3:diö« möol. Zimmer fev. (Ling., elekir. V., beiAb., au vermie en Wo? lagt d. (Äescha. d. Gien. ÄuA- QS217 Laden Kreuzvlav 1 mit '.'.ebenraum für t. 2.30 zu vermieten. Näheres 21. Belker, Kevlerstr. 9. Gestern früh ist mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Johannes Bork Landwirt im 78. Lebensjahre sanft entschlafen. Die trauernden Hinterbliebenen -, Frau Marie Bork geb. Engel Marie Bork Familie Ludwig Bork Familie Georg Weber Familie Friedrich Engel. Am 22. Dezember 1929 starb unerwartet, wenige Tage vor Vollendung ihres 70. Lebensjahres, meine treue Mutter, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Lnise Hinkel Wwe. geb. Waldrach Alois Hinkel Carl Walbrach und Frau Minna Rübs amen Wwe. geb. Hinkel August Hinkel und Frau Dr. Carl Walbrach und Frau Stellengesuche] Gevilü. Sföulein verfett m nll. Haus- arbeiien. oute Zeugnisse, fuchtSlelle als Hitze Aum 1. Januar oder svaier. am liebsten bei Famtlteuan'chl. Geschäftshaus be- vorzigi, aber nicht Bedtngttng. Schriftl. Anaeb. unter 10531D an d. Gien. Anz. erb. Glicht IlatcnloS uinem o* ! 'Arbeit r- I । lei"^ * Frieden £ kii.roP^' c SamSfag. den 28. Tez.,abendS8Ubr DJeWnatlils feiet int Bootsbaus. Geschenke für eine Berlofung bitten wir btö Jretiag b. Herrn Schulte. MarltolaL IJinhenser),nbAuaeb. Frübschoppen 1, Feierte1, Hotel Htndcnbnrg. 2. Felertaj, (5asü Amen). 105891 > Ikeajsbr.CasöHettler G. K. G. 1877. Luche f. 1. 1. 1930 ob. eintge Tage früher möbliert. Zimmer Cffetien mit Angabe der Vage und des Preises zu richten an Ernst H6üne, Kassel, Emiliensfr. 17. tn-waD [Stellenangebote] 5tbneller Beröien.i! Herren, dte durch 'chiotorrad oder Auto tn jed. Torte ihres Bezirkes tetuand an- üeuen fiinnen. der an dte Landwirte u. 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Es hat fast den Anschein, als ob nun sich rings um Deutschland herum in dem tuen Gedanken verbrüdert hätte, zu verhindern, unsere Volksgenossen an unseren Grenzen sch in starker kultureller Verbundenheit als tDeLtsche fühlen, die auch als Söhne fremder Blaaten das Recht auf die geistige Zusammen- ies Reiches in seinen Änliegestaaten 15 Millionen Rutsche wohnen. Hot je der Kampf um die Er- Empfehlui, en Friede in friedloser Zeit! Don Or. Otto Boelitz, ehem. preußischem Staaisminister a. O., M. d. L "uenlos ousruhen mein Frieden, in Airbeit rastlos a n eine« Daseins möchte, sondern nach dem es in ehrlicher der Neugestaltung schaffen kann. Es will Sin gequältes Volk sehnt sich nach Frieden. ---- Frieden, in dem es St'^X'« ö. Gestimmt und repariert n- ffiLd lhr Piano.FiBHei od. naimonimn preiswert gu( n; dm5h “lanohaus Arteten haben inmitten der übrigen Länder ?L.ropas, Frieden an seinen Grenzen, Frieden '(■peim. Als vor elf Jahren die Machthaber der Staaten, die den Krieg mit den Waffen und dem jOtaterialaufgcbot der ganzen Welt beendeten, ich anschickten, der Welt den Frieden wieder- ! su^eben, erklärten sie, ein Europa des Frie- (!>ciis und der Gerechtigkeit schaffen zu wollen, pcib was ist daraus geworden? Sagen wir es och ganz offen: ein Europa der U n g e < iccfjtigleit und der Friedlosigkeit. Mitten durch blühende deutsche Gefilde hat man iie Grenzen gelegt, Brüder von Brüdern gereimt. Hnb derselbe Friede, der angeblich dafür hegen sollte, daß nicht „wie in früheren Frie- knsschlüssen" Völker von einer Staatshoheit zur mLern „verschachert" werden sollten, hat es seniiggebracht, daß heute deutsches Volkstum auf 114) llnn"b1Un,|-llenß: nb £b*«bn6. )nrmiS Snil|ie6 Ms >°»ig Schönau Gieben Selterswee 91 Tel M Dillenburg biarktätraUe?. {üf>origteit mit uns V iben. Llnb doch hat niemand das Recht dazu, das zu verhindern. Heber Grenzen hinweg, die fünft- ich» errichtet sind, muß auch für das deutsche 3olt gelten: Blut z u Blut, Volk zu 2olkl Es mutz immer das Recht auch eines ehrlosen Volkes bleiben, daß es aus der Tiefe moralischer Kraft nach geistigen und sittlichem Auswirkungen strebt und daß es in dem Gefühl tillkischer Verbundenheit mit allen seinen Volks- t-nr offen den großen Aufgaben seines nationalen Daseins lebt. Dazu ist allerdings zweierlei nötig. Einmal müssen die Staaten, die Europa den Frieden hingen wollten, dafür sorgen, daß die Voraus- itiungen für diesen Frieden wirklich erfüllt sind, nfl die nationalen Minderheiten in allen Staa-- tn Mitteleuropas die Freiheit ihrer kulturellen Itätigung erhalten. Es war Stresemanns cHestes Bemühen, innerhalb des Völkerbundes mt> der großen Oeffentlichleit um die Einsicht in ßticse elementare europäische Notwendigkeit zu rmgen, und der dem Tode Geweihte hat noch lieht in Genf wunderbare Worte für den euro- äischen Frieden und den Frieden der Welt - landen. Hier muß jeder seiner Nachfolger in um Geist wahrer liberaler Staatsauffassung und .!t hingebender Liebe zum deutschen Volkstum ir dieses große Ziel arbeiten. Der Friede der ^Tüchtigkeit bleibt ein Friede der höchsten Hn- xrncchtigkeit, solange diese Erkenntnis nicht all» liimzin aufdämmert. Arbeiten wir rastlos daran, vc das Gewissen aller derer auszurütteln, die rHste Verantwortung vor dem Gewissen der Tclt tragen 1 Jeder, auch der kleinste Schritt nvmoärts bringt uns dem Frieden näher. Gkiläuferweihnachi. Von Sofie von tlhde. Äeuchend hält der tiefverschneite Zug an der kirnen Station, die, schwach erleuchtet, am dunk- Mlm Berghang lehnt: nur wenige Skiläufer ftei» «n. heute aus, so spät am Heiligen Abend, und iie schultern eilig die Brettln und laufen dem 'ishmsgasthaus zu, wo die Kameraden schon ihrer ■hatten beim Punsch und beim brennenden Baum. Si r aber, Klaus, Detlev, Robby und ich, wir Amalien bedächtig die Skier an und verteilen jie schweren Rucksäcke, denn wir wollen heute i Rxfg hoch hinauf zu unserer Hütte oben am Joch K’b* wollen allein in Schnee- und Bergeinsamkeit tiie rechte Skiläuferweihnacht feiern. Lald versinken unter uns die Lichter des Tales: "! d.i her, tiefbeladener Winterwald umfängt uns :rit Schweigen. Myriaden von Reifkristallen glän- ijai matt im Dämmer der Schneenacht und über i«tl reglosen Wipfeln beleuchten die kalten, klaren •brme unfern nächtlichen Weg. Vielleicht ist es iir Stern von Bethlehem, der dort oben so Ikuchtend überm Joch steht, ja. sicher ist er es, !pd> in seinem Scheine wacht und wartet der 'Dm.'d, in seinem Scheine steigen wir stumm und iie Herzen nach Jahren wieder einmal voll vom liin, süßen Kinderglück und »glauben, hinauf zu ri'srer Hütte. De liegt im Schnee bis über beide Ohren. !Din müssen erst die Tür freischaufeln, um hinein ||i gelangen, und nun beginnt eine rege Tätigkeit. ; Klaus macht Feuer im Herd und spaltet Holz, itfi. die Wände zittern, während Robby Eimer ' I iIT Schnee herbeischleppt zum Schmelzen, denn i t|ete Quelle liegt tief vergraben unter hoher, ■ Ifciffer Decke. Detlev und ich, die wir mehr für s 1) ifige sind, wie w i r sagen — ausstellungs- : ilritkig faul nennen'« die anderen — wir berei» : itn )en Punsch und schmücken den kleinen Raum icht Tannenzweigen. Bald kracht's und prasselt's iiip Herd, von den Skiern in der Ecke tropft der Iitcicnbe Schnee, und der Schein der summen- i5ki Petroleumlampe wandert über das geblumte ?3ni?mfteingut auf dem Wandbrett und über iw cotweiß gewürfelten Kissen und Vorhänge. Fest kann seinen Anfang nehmen. .21uf dem Tisch dampft der Punsch, Aepfel und "Dnn'.enzweige duften in der knisternden Wärme — Äs ist „wahnsinnig gemütlich", wie Robby r> fat„ und während unser einsames Berglicht klein liui) fern hinunterleuchtet in's Tal. stoßen wir :ni rrif unseren Gläsern und DerteUen unsere ©e- Wemle: wunderbar dicke Skisocken, die vor Farben» UjW strahlen, Norweger Wollschlipse, kurze Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Dienstag, 24. Dezember 1929 Ferner aber müssen wir daheim uns alle viel stärker als bisher auf die Forderungen unseres staatlichen und völkischen Lebens besinnen. Wo ist es anderswo in der Welt wie in Deutschland möglich, daß sich ein Volk die langen 3ahke nach einem verlorenen Krieg hindurch grausam zerfleischt und daß nicht die, die dem Sowjetismus auf der einen und dem Faszis» rnus auf der anderen Seite ergeben sind, sich zu der letzten Krastanstrengung zusammensinden? Wir denken in alten Kategorien und urteilen nach alten Schablonen: für uns sind die Doktrinen veralteter Parteianschauungen noch dann ausschlaggebend, wenn wir sehen, daß Lebensfragen der Nation in höchster Gefahr sind, die nur durch die tatkräftige Hilfe aller gelost werden können. Wir spintisieren und deduzieren und verlieren dabei die Wirklichkeit aus dem Auge. Hm theoretische Fragen der Staatsform, die wahrlich heute nicht aktuell sind, kämpfen wir mit größter Leidenschaft und sehen dabei nicht, daß die Wirtschaft Gefahr läuft, zugrunde zu gehen. Lernen wir endlich das Wesentliche erkennen, es in unseren Willen aufzunehmen und danach zu handeln! Hnser Volk hat nach der Revolution bewiesen, daß es allen Extremen abhold ist. Hnser Volk ist nicht, wie man so oft sagt, „krank", es ist gesund und hat noch ungeheure Reserven der Lebenskraft. Erhalten wir sie unserem^ Volke, wie sie beschlossen sind in der sittlich-religiösen Grundhaltung. in Ehe und Familie, in Erziehung und Hnterricht, in Wissenschaft und Kunst, daß es weiter glaubt an die Idee, die auch unserem Volk mitgegeben ist auf seinem Lebenswege: mit anderen Völkern zugleich Träger des Menschheitsgedankens zu sein und seinen Teil beizutragen zur Entwicklung des Menschengeschlechtes. Wir müssen heraus aus dem fruchtlosen Kampf der Parteien, der vielfach auszuarten scheint zum Kampf der bürgerlichen Parteien untereinander. Wir müssen loskommen von einem Parlamentarismus, der starr und un- lebendig geworden ist und der Parteisahungen über die Menschen stellt, die durch sie gebunden sind. Wir müssen uns hinwenden mit ganzer Seele zum Schuh der Kräfte unseres deutschen Volkstums, die uns in der Vergangenheit groß gemacht haben und die auch heute noch unser Volk stark machen können. Hnser ganzes Volk. Nicht nur die 63 Millionen daheim, sondern auch die 30 Millionen Deutsche, die in der ganzen Welt wohnen. Nur dann, wenn wir uns als die große Einheit im deutschen Geiste fühlen, werden wir die Mission erfüllen, die unserem Volke zu- gefallen ist. Wer an solche Ideen glaubt, kann und foH mitwirken an der Erfüllung unserer Aufgaben, kann mitarbeiten, daß der Friede kommt in friedloser Zeit. Er kommt nicht wie eine unverhoffte Gabe: aber er kommt sicher, wenn wir an ihn glauben und für ihn arbeiten. Zwanzig Jahre deutsche Weihnachten. Buch ein Gchicksalsbaronieier Deutschlands. Cs gibt wohl kaum ein Land, das im Verlause der letzten zwei Jahrzehnte so viele Wandlungen durchmachen und so schwere Schicksalsschläge ertragen mußte, wie unser deutsches Vaterland. Welch Abgrund klafft zwischen der Vorkriegszeit und unserer Gegenwart! Hnd dennoch ist die Menschenseele so geartet, daß sie über die Gegenwart die Vergangenheit, selbst die schwerste Vergangenheit leicht vergißt. Nur allzu gern klagen wir über das Heute, noch zumal wenn dieses Heute im Zeichen schwerster Wirt'chafts- depression steht, wie das Weihnachtsfest 1929. Aber diese Gegenwart wird uns leichter erscheinen, wenn wir einmal zurückdenken an die Weihnachtsfeste, die wir in den letzten zwei Dezennien durchgemacht haben, dann erst werden wir sehen, daß manchmal schon das Schicksal es ebenso schlecht oder vielleicht noch schlech- t e r mit uns gemeint hat, als in diesem Jahre. Wir wollen deshalb Weihnachten einmal als Schicksalsbarometer Deutschlands betrachten und lassen dazu Persönlichkeiten sprechen, denen einzelne Weihnachtsfeste der letzten zwei Jahrzehnte besonders stark in Erinnerung geblieben sind. Weihnachten 1909. Vom kaiserlichen Deutschland der Vorkriegszeit erzählt Frau Generalin von E., die früher Hofdame am Hase Wilhelms des Zweiten war und dort das Weihnachtsfest 1909 miterlebt hat: „Wenn ich die Gegenwart mit den vergangenen Weihnachtstagen von 1914 vergleiche, so kommt es mir vor, als hätte für mich das Leben eigentlich mit dem Jahre 1914 aufgehört. Wenigstens das Leben für uns, die wir mit dem Hofe fo eng verbunden waren, daß, als fein Glanz verging, auch unser Leben dunkel wurde. Die Wintersaison war ja immer die Glanzzeit am Hofe. Im Sommer waren die Majestäten stets von Berlin abwesend, entweder auf Reisen oder in Potsdam — und demgemäß war auch die Hofgesellschaft, soweit die Herren nicht in Berlin aktiv waren, in alle Winde zerstreut. Aber die Zeit von Ende November bis zum Frühjahr — welche Fülle von Festlichkeiten, Dä.len. gesl.'scha t ichen Hnternehmungen! Nur Weihnachten war, der Tradit on des Kaiserhauses entsprechend, ein Familienfest — freilich ein Familienfest im weiten Sinne. Nie werde ich die Weihnachtsabende vergessen, den Lichterglanz in dem großen Saale des Schlosses, Pfeifen — als ob nicht schon genug Qualm in unserer Hütte wäre! — Bindungen und Skiwachs, ein unerhörtes Skiwachs, das Wachs mit einem Wort, mit dessen Hilfe auch der hoffnungsloseste Stümper nicht umhin kann, selbst das Holmen» kolln zu gewinnen. Dieses Wachs verehren wir vor allem Detlev, welcher letzten Winter unser Klubrennen verlor und er quittiert mit schmerzlichem Schweigen diese Aufmerksamkeit. Dor mir häufen sich drei große Lebkuchen- herzen, alle drei schön braun, mit Flammen aus rotem Zucker und der Aufschrift: aus Liebe, die wildes Hallo entfachen: denn jeder hatte still für sich geglaubt, mit diesem Pfefferkuchenherz seine skibrüderliche Zuneigung auf eine völlig aparte und noch nicht dagewesene Weise kundzutun. Sie schmecken außerdem alle drei gleichmäßig ein wenig nach Langriemen und englischem Tabak. Hnd dann tanzen wir, immer rund um den Ecktisch, mehr Platz ist da nicht, während Klaus, der sich bereits an Marzipan überfuttert hat und infolgedessen auf Ruhe hält, die Mundharmonika spielt: ,,Ia, du und i dös san zw:a— Wir tanzen mit sportlicher Hingabe, die Petroleumlampe raucht, laßt sie rauchen, der Wasserkessel läuft über, laßt ihn laufen, wir haben keine Zeit, wir müssen tanzen. Mitternacht naht, die alte, heilige Stunde: „Hnd hat ein Röslein bracht, Mitten im kalten Winter, Wohl zu der halben Nacht." Da schlüpfen wir in unsere Windjacken und Mützen, greifen nach den Skiern und treten vor die Tür. Weithin, bis an die Grenzen der Ewigkeit, spannt sich das gestirnte Nachtzeit, Gipfel schimmern hoch in mattem Glanz, strahlender noch steht nun der Stern von Bethlehem überm Joch, die weiße Welt wartet in Schweigen. Hnd schweigend fahren wir hinab die zweihundert Meter bis zu den ersten Bergtannen. Da steht ein kleiner Baum zwischen den alten, bertoetterten Riesen, den haben wir uns ausgesucht. Wir wollen ihm nichts zuleide tun in dieser Heiligen Nacht, er soll nur ruhig weiterwachsen in seinem Walde, aber wir wollen ihn schmücken für unser Fest. Klaus hat Lichter und Halter in der Tasche, bald strahlt das tiefver» schneite Bäumchen unter den leise wehenden Kerzen und durch den Wintecwald schreitet die alte, holde Weihnachtsgeschichte. Thm läuten in den Tälern die Glocken zur Christmette, nun steigen Gesang und Wechrauch um Altäre: hier oben aber schreitet das göttliche Kind selber über die Gipfel, der Schein unserer Kerzen fällt auf sein weißes Hemdchen. in dem Tausende von Kerzen an 6er herrlichen hohen Edeltanne leuchten. Hatte doch jedes der kaiserlichen Kinder seinen Baum besonders. Für die Kaiserin mit ihrem mütterlichen Herzen war dies Fest so richtig ein Fest der Liebe und des Beschenkens. Cs war geradezu rührend, wie sie im Laufe des Jahres nicht nur die Wünsche der Kinder, sondern auch die Wünsche ihrer Getreuen zu erraten gewußt hatte, um sie dann unter dem brennenden Lichterbaum zu erfüllen. Mit dem Weihnachtsende begann dann die Zeit der großen Festlichkeiten, am glanzvollsten war die Gratulationscour zum Neujahrsfeste, zu der alles erschien, was am Hofe zugelassen war. Die Gratulationscour der auswärtigen diplomatischen Missionen war ein sehenswertes Schauspiel. Dann kamen die großen Bälle, zu denen die am Hofe verkehrenden alten Familien des Landes aus dem ganzen Reiche sich einfanden." Weihnachten 1914. Don Weihnachten 1914 erzählt Herr K a- bitänleutnant Günther Plüschow, der berühmte IPeltreisende und Flieger von Tsingtau: „Weihnachten 1914 war für mich in Wahrheit ein Schicksalsweihnachten. Während in Deutschland die deutschen Heere an allen Fronten rangen, war Tsingtau nach verzweifelter Abwehr gefallen. Ich war auf der Flucht von China nach Amerika. In Schanghai sah ich fest. Hnd nur der Hochherzigkeit einer Engländerin, der ich einst vor Jahren einen Dienst erweisen konnte, verdankte ich es, daß ich weiterkam. Sie versorgte mich mit einem falschen Passe. Mit Hilfe dieses Passes reiste ich als angelsächsischer Millionär mit dem Namen Mac Garden auf einem amerikanischen Schiffe. Mein Millionärsgepäck bestand in einem Koffer voll Ziegelsteinen. Ich besah nur ein einziges Hemd, das ich heimlich in meiner Millionärskabine selbst wusch. Daß ich als einziger der mitreisenden Passagiere keinen Smoking besah, in dem ich an der Abendtafel erscheinen konnte, hielt man vielleicht für eine der vielen exzentrischen Launen, welche die angelsächsischen Millionäre auszeichnen sollen. Weihnachten waren wir gerade vor St. Franzisko. Gerade da bekamen wir an Bord die Nachricht, daß das deutsche Kreuzergeschwader, auf dem einige meiner besten Freunde waren, untergegangen war. Das war eine schmerzliche Hnd im Schatten des Waldes verborgen, stehen die Berghirsche und schauen staunend mit den reinen, dunklen Tieraugen in die Menschenweihnacht. Oie Wachskerze. (Sin Kindermärchen von Frank Thieß. Cs war einmal ein Kaufmann, der verkaufte schöne bunte Sachen für den Weihnachtsbaum. Wirklich wunderhübsche, bunte Sachen verkaufte er. Sternchen, Flitter, Lametta, Silberstreifen und Wachskerzen. Zu diesem Kaufmann kam am 23. Dezember ein kleiner Junge, der sagte: „Ich möchte, bitte schön, eine Wachskerze haben." „Eine?" fragte der Kaufmann. ,,2a, eine Wachskerze, bitte," sagte der kleine Junge und zitterte ein wenig vor Kälte. Denn es war armer Leute Kind und besah nur einen ganz winzigen Weihnachtsbaum, so groh wie eine Erikastaude. An diesem Baum hatte höchstens eine Wachskerze Platz. Außerdem wären zwei viel zu teuer gewesen. Er zahlte einen Groschen, nahm die Wachskerze, es war eine grüne, sagte „danke schön" und ging. Bei dieser Gelegenheit erfuhr die grüne Wachskerze, dah sie eine „Wachskerze" sei. Lange dachte sie darüber nach, plötzlich aber hatte sie es begriffen. 2lls nun der Heilige Abend herankam und die Wachskerze aufgesteckt und entzündet wurde, herrschte große Freude. Hnd zwar auf allen Seiten. Denn erstens war es Weihnachten, und wer zu Weihnachten ein brummiges Gesicht zieht, der gehört unter eine Käseglocke und nicht unter einen Christbaum, und zweitens begriff unsere Kerze jetzt erst, wie wunderschön es war, zu brennen. 3a, weih der liebe Gott, das war prächtig. Die Menschen haben davon keine Ahnung, denn die sind höchstens lauwarm wie Spülwasser, aber uicht heiß wie ein Flämmchen und brennen können sie schon gar nicht. Das heiße Wachs tropfte und duftete, das Tannenbäumchen duftete auch em bißchen, und der kleine Junge hatte beide Arme auf den Tisch gestemmt und starrte in die Flamme. Soweit ging alles aufs beste. Doch plötzlich bemerkte unsere Wachskerze etwas schreckliches. Sie bemerkte, dah sie kleiner, immer kleiner tourbe. In ihrer Aufregung fragte sie den Tannenbaum, ob es wahr sei, daß sie kleiner werde? Weihnachten — und ich durfte meine trübe Stimmung nicht einmal zeigen —, denn was ging den schottischen Millionär Mac Garden das deutsche Geschwader an!? Auch alle bösen Reden wegen Deutschland muhte ich stillschweigend mit an- hören, um mich nicht zu verraten. Ob man mir den angelsächsischen Millionär geglaubt hat? Ich glaube nicht. Jedenfalls trank man beim Weihnachtsessen auf mich als den funny scotsman —- was eine deutliche Anspielung war. Immerhin muh ich offen bekennen, daß man mich, obgleich ich verdächtig war, sehr freundlich behandelte. Als ich endlich in Amerika war, besaß ich außer meinem Millionärskoffer mit Ziegelsteinen keinen Cent. Wer mir weiterhalf, ist nicht wichtig. Aber hervorheben möchte ich, dah schon damals, Weihnachten 1914, dank der fabelhaften Beeinflussung der amerikanischen Meinung durch die Entente-Presse eine ungeheuer Gereizte Stimmung gegen Deutsch- and herrschte. Ich fuhr als Schweizer Schlosser von Neuyork auf einem neutralen Dampfer weiter — aber vor Gibraltar erwischten mich die Engländer und nahmen mich gefangen- Aber auch hier muh ich, um der Wahrheit die Ehre zu geben, sagen, dah man mich in der Gefangenschaft sehr anständig und korrekt behandelt hat. Maschinengewehre am Weihnachisiage 1918. Don den Berlinern m st urztagen berichtet ein O f f i z i e r, der im Jahre 1918 einem Dolksbeauftragten als Adjutant zu- geteilt war: „Weihnachten 1918? Cs ist nicht zu denken, ohne den Novembertag des Jahres 1918, jenen schicksalsschweren Tag, als die meuternden Matrosen von Kiel aus sich in Bewegung setzten, um die Revolution nach Berlin zu tragen. Wir im Kriegsministerium hatten buchstäblich nicht die leiseste Ahnung, was vor sich ging, was zu tun war. Es fehlte ein Wille, es fehlte eine einheitliche Leitung. Es fehlte der Führer. So nur konnte es kommen, dah aus der Meuterei die Revolution wurde, genährt von der Derzweiflung eines ausgehungerten Dolkes, im Geheimen vorbertzitet durch den Bolschewismus, dessen Führer wir ja seinerzeit aus der Schweiz über Deutschland nach Ruh land geleitet hatten. Hnd gespeist aus der Masse der „Jawohl," sagte der Tannenbaum, das sei nicht zu leugnen. „Aber ich bin doch eine Wachskerze st' schrie sie und flackerte verzweifelt. Der Tannenbaum zuckte seine sechs Aestchen und schwieg. Da fragte die Kerze den kleinen Jungen: „Du, Junge, sag mir bloh, ist es wahr, dah ich immer kleiner werde?" „Ja, es ist leider wahr," erwiderte der Junge. „Rber ich bin doch eine Wachskerze!" schrie sie abermals. „Ich muh doch größer werden!" Da erschrak der kleine Junge. Wenn das Lichtchen eine Wachskerze war, muhte es freilich größer und nicht kleiner werden. Er löschte es also rasch aus und beschloß, nachts im Traum den lieben Gott zu fragen, wie das Zusammenhänge. Im Traum nahm er die Wachskerze an der Hand und auch sie reichte ihm eine kleine, etwas feuchte Patsche, und so gingen sie zusammen vor den Thron des lieben Gottes und fragten, wie ’ es komme, daß das arme Wachslichtlein kleiner werde, anstatt zu wachsen. Der liebe Gott aber hatte das Christkind auf dem Schoh und sprach: „Wer sichtbar verbrennt, der darf unsichtbar wachsen. Jedes Licht, das meinem Kinde zu Ehren flammt, wächst als ein feuriges Seelchen im Himmel. Hnd wenn jenes gestorben ist, wird dieses geboren." Da war die Wachskerze froh, bedankte sich, gab dem' kleinen Jungen die Hand, der einen großen Diener vor dem lieben Gott machte, und dann fliegen sie wieder auf die Erde hinunter. Als sie aber unten waren, zündete der Junge gleich die Wachskerze an, blickte in ihr Licht, und beide lächelten und flammten. 2lls nun die Kerze erloschen war, siehe, da krähte ein kleines Sümmchen aus dem Zimmer, in dem die Mutter lag. Sin sehr junges, ganz ungebärdiges Stimmchen. Das Lichtlein erlosch, aber ein anderes ward geboren. Hnd das wächst täglich und stündlich, hat tote Backen und heißt Annemarie. Sochschulnachnchten. Zur Wiederbesetzung des Lehrstuhles der mittelalterlichen Geschichte an der Hniversität Bet - lin (an Stelle von Prof. A. Brackmann) sind Berufungen an Geheimrat Professor Dr. Karl nrJnL ? Döttingen und Professor Dr. Wilhelm Levison in Bonn ergangen. — Der OUttP ben Weggang bcS Professors 2oh. Buder nach Breslau an der Hniversität Greifswald erledigte Lehrstuhl der Botanik ist Professor Dr. Paul Metzner in Tübingen an geboten wvrderr, — • Deserteure, die zu Hunöerttausenben m Ser Etappe wie im Lunde sich verbargen. Und so sah die Reichshauptstadt bald jene Bilder, die zum Teil wie ein auserstandener Spuk aus der. französischen Revolution schienen: Soldaten, welche ihre Kokarden abgerissen hatten, Offiziere, die nicht mehr ihre Rangabzeichen zu zeigen wagten, damit man sie nicht tätlich angriffe! Wir sahen die Lastautos und „requirierten“ Kraftwagen durch die Straßen jagen, besetzt mit johlenden Matrosen und Maschinengewehren, die sinn- und planlos mitgeführt wurden. umweht von den blutroten Fahnen der Revolution. Wir sahen dieBilbungvonAr- beiter- und Soldatenräten nach echt russischem Rezepte — es tauchten russische Bolschewisten in Menge auf. es kam Spartakus und es kam dasblutigeWeihnachtsfestdes Jahres 1918. Während in Berlin auf dem Potsdamer Platz sich ein Weihnachtsmarkt phantastischer Art auftat — Matrosen, die iltjren verschluckten und an der Kette wieder heraufzogen. Soldaten, die mit allem möglichen handelten, Dingen, die das Land seit Jahren nicht mehr gesehen, englischen Zigaretten, Konserven, englischen Kleidungsstücken. Seifen, al.es, was durch das Loch im Westen hereinströmte — wurde im Marstall. mitten im Herzen von Berlin, geschossen. Dort hatten sich die Spartakisten verbarrikadiert — und es bedurfte erst der gemeinsamen Anstrengung der Freiwilligenverbände, die sich der Regieurng zur Verfügung gestellt hatten, es bedurfte erst des Zusammenarbeitens der Dolksbeauftragten mit den vernünftigen Elementen, um Deutschland vor der Herrschaft des Bolschewismus zu bewahren. Weihnachten 1918 war wohl das schicksalsvollste seit dem Ausbruch des Krieges, es entschied über Sein oder Richt- sein des Landes in politischer Beziehung." Weihnachten der Inflation 1922. Von der schlimmsten Inflations-Weihnachten des Jahres 1922 erzählt eine Hausfrau: „Ob ich mich an die Jnflationsweihnachten noch erinnere ? Gott sei es geklagt, mehr als genug. Wenn ich an jene Zeit denke und daran, was gerade wir Hausfrauen durchgemacht haben, erscheint es mir geradezu w ie ein Alpdruck. Hatte man früher gelernt, das Geld, das der Mann heimbrachte, zu sparen, so gab es jetzt nur einen Gedanken: W ie gibst du es am schnellsten aus? Die Kriegsjahre waren schon schrecklich genug, in denen man kaum für Geld und gute Worte etwas bekam. Vielleicht aber waren die Jahre der Inflation noch schlimmer, in denen die Schaufenster alle Herrlichkeiten zum Essen, Trinken, Kleiden bargen — und man konnte nichts kaufen, weil das Geld immer nicht reichte und von Stunde zu Stunde weniger wurde. Ich denke noch daran, wie jedes kleinste Geschäft in unserer Gegend mittags schloß, gleich nachdem der neue Dollarkurs herausgekommen war, um die Preise umzurechnen. Ich kam vor lauter Verzweiflung auf einen Trick, den ich ja heute ruhig verraten kann. Ich hatte durch Zufall herausbekommen, daß ein großes Warenhaus über Tag nicht schloß — einfach, weil das technisch nicht durchführbar gewesen wäre. Infolgedessen konnte das Haus auch nicht über Mittag umrechnen. Also fuhr ich jeden Tag in die Stadt, um mir das Gehalt meines Mannes täglich auszohlen zu lassen, und ging sofort für das ganze Geld einkaufen. Ich behielt nur soviel, daß wir Fahrgeld ufto. im Haus behielten. Wie unter diesen Verhältnissen Weih nachten als Fest gefeiert werden sollte, das war mir und meinem Manne völlig unklar. Mit Mühe und Rot erstanden wir einen kleinen Baum, für den der Ehrentitel „Weihnachtsbaum" wirklich nicht angebracht war. Fünf Kerzen brannten auf diesem Bäumchen, und darunter lagen die „prunkvollen" Geschenke: mir hatte mein Mann ein Pfund Margarine geschenkt und ich hatte ihm drei Paar Strümpfe gestrickt. Für unser Kind, unser Clschen, hatten wir auch nur lauter praktische Geschenke aufgebaut: da hatte ich ihm aus einem alten Kleid von mir einen Kapuzen-Mantel zurechtgeschneidert, Vater hatte eine Puppe neu auflackiert, und der Clou des ganzen waren ein paar — Bananen, für die mein Mann ein Viertel-Monatsgehalt ausgezeben hatte. Wenn auch die Zeiten heute schwer und ernst sind, so sind wir doch dankbar dafür, daß diese Jnflationstage hinter uns liegen wie ein böser, böser Traum, und vor allem freuen toir uns, daß wir jetzt wieder unserem Kinde ein richtiges Weihnachtsfest bereiten können." Und heute? Der Führer einer großen Bank, allen Eingeweihten bekannt nicht nur durch seinen wirtschaftlichen Scharfsinn, sondern auch durch seinen Witz, meint: ..1929 ist im Wirtschaftlichen gesehen, genau solch ein Krisenjahr wie 1918 politisch. Wir haben einenTiefstand des Wirtschaftlichen. wie wir ihn kaum in den Jnslations- jahren erlebten. Unter Steuern, Sozialkasten, 2lbsatzmangel, Kapitalnot. Auslandkonkurrcnz droht die Wirtschaft zu erliegen, die Wirtschaft, die doch die Lasten des Boungplanes tragen soll. Wer diese Zeit jetzt übersteht, kann stolz fein — oder um es anders zu formulieren: Wer bis Weihnachten 1929 noch nicht Pleite gegangen ist, ist ein Trohköpfchen." Oberhessen. Landkreis Gießen. U Grotzen-Linden, 23. Dez. Gestern abend fand im Gotteshause unter sehr starker Beteiligung der Gemeinde die Weihnachtsfeier der Kleinkinderschule statt. Eine große Kinderschar hatte unter dem strahlenden Tannenbaum Aufstellung genommen und brachte unter Leitung der Schwester Sophie gut eingeübte Weihnachtslieder und -Sprüche zum Vortrag. Rach einer kurzen Ansprache des Orte- geistlichen wurden den Kleinen unter größter Freude Gaben überreicht. Die Beschaffung der Geschenke war durch Haussammlungen ermöglicht worden. -l. Allen d or f (Lahn), 23. Dez. Im letzten Sommer wurde hier eine Kleinkinder- schule ins Leben gerufen. Diese hat sich im Laufe der Monate als ein Segen für Eltern und Kinder erwiesen. Am gestrigen Sonntag war der Öffentlichkeit Gelegenheit gegeben, einen Einblick in die Arbeit der Kleinkinderschule zu tun. Im christlichen Vereinshaufe fand die Weihnachtsfeier der Kleinen statt. Es war er* öffentlichen Sitzung ist u. a. zu berichten: Festsetzung der OemcinbeumlagenfäQe: Der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1929 schließt in Ausgabe mit 160 747 Mark ab. Aus Waldungen, Rcichssteuern ufw. gehen 117147 Mark ein, fo daß ein Restbetrag von 43 600 Mark (44 470 Mark) verbleibt, der durch Umlage zu decken ist. Das Kreisamt Gießen schlagt folgende Uinlagesätze vor: Grundsteuer: auf 100 Mark Steuerwert für Gebäude und Bauplätze 12 (18) Pf., für land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitz 24 (48) Pf.; Gewerbesteuer: auf 100 Mark Steuerwerk für gewerbliche Anlagen und Betriebskapital 40 (48) Pf., für Gewerbeertrag 150 (75) Pf.: Sondergebäudesteuer: 39,93 Ps. von 1 Mark staatlicher Sondergebäude- fteucr. Die Umlage zergliedert sich demnach bei den Gebäuden mit einem Steuerwert non 4 509 200 Mark auf 5410 Mark; bei dem Grundbesitz m.t einem Steuerwert von 1 591 000 Mark aus 3810 Mark; bet dem Gewerbekapital mit einem Steuer- wert von 4 744 400 Mark auf 18 970 Mark; bei dem Gewerbeertrag mit einem Steuerwert von 197 800 Mark auf 2960 Mark: bei der Sonderge- bäubefteuer mit einem Staatsfteuersoll von 31135 Mark auf 12 400 Mark. Insgesamt gehen unter Zugrundelegung der für 1929 vorgeschlagenen Sätze 43 550 Mark gegenüber einem Umlagesoll von 43 600 Mark ein. Nachdem sich die Finanzkommission für die vorgeschlagenen Sätze ausgesprochen hat, beschloß der Gemeinderat gegen 3 Stimmen, die Umlage nach diesen Sätzen für 1929 zu erheben. — Die Feldgeschworenen haben roeaen allzu geringer Vergütung ihre Aemter niedergelegt. Das Äreisamt Gießen hat nichts dagegen cinzuwenden, daß in Berücksichtigung der besonderen örtlichen Verhältnisse die Gebühren für den ganzen Tag von 4 auf 6 Mark, für den halben Tag von 2 auf 3 Mark erhöht werden, wenn der Gemeinderat hierzu seine Zustimmung erteilt. Diese erfolgt einstimmig. — Der Ob st - und Gartenbauoer- c i n Lollar beantragt den Erlaß einer Orts- satzung, wonach die Bekämpfung der D b ft - baumfchädlinge durch Spritzungen durch Beauftragte der Gemeinde für sämtliche Obstanlagen innerhalb der Gemarkung erfolgen soll und die Grundstücksbesitzer das Betreten ihrer Grundstücke zur Durchführung dieser Arbeiten zu geftatren haben. Auch sollen die Besitzer zum Entfernen Dürrer tag in sehr schöner unb feierlicher Weise die Bescherung der K le ink in d e r s ch u le statt. ik. K e s s e l b a ch, 23. Dez. In körperlicher und geistiger Frische erlebte heute der Landwirt und Schmiedemeister Jakob Schomber II. seinen 8 0. Geburtstag. Der Jubilar ist Altveteran von 1870/71 und war 35 Jahre lang Vorsitzender des Kriegervereins. Aus diesem Anlaß übermittelten die Kameraden des Krieger* u. Schützen» Vereins dem Jubilar ihre Glückwünsche, was durch eine Ansprache des Vorsitzenden in würdiger Weise geschah. Anschließend überreichte der De- zirksvorsteher des Hassia-Bezirks Grünberg, Kamerad Roth, dem Jubilar das Hassia-Ehren- kreuz mit einer zu Herzen gehenden Ansprache, wobei er die Verdienste des Jubllars würdigte. Ferner übermittelte der Vorsitzende des Vereins die Glückwünsche des Vereins: der ehemalige Grohherzog Ernst Ludwig hatte mit einem Glückwunschschreiben und Uebctfenbung seines Bildnisses mit eigenhändiger Unterschrift des Jubilars gedacht. Ebenso ist vom Reichspräsidenten die Ehrung durch Bildnis und Glückwunschschreiben eingegangen. In kameradschaftlicher Eintracht blieben die Mitglieder dann noch einige Stunden zusammen. w Leihgestern, 23. Dez. Der Zweigverein V. H. C. „H ü 11 e n b e r g' veranstaltete am Samstagabend in seinem Vereinslokcll „Zum Hüttenberg" unter guter Beteiligung seiner Mitglieder aus Großen-Linden und Leihgestern seine diesjährige Weihnachtsfeier. Der 1. Vorsitzende, K. D e t n, begrüßte zunächst die Besucher, gab einen kurzen Rückblick über die Beteiligung der Mitglieder an den diesjährigen Wanderungen und gedachte ferner einiger Ereignisse, die sich seit der letzten Weihnachtsfeier in der D. H. C-- Familie zugetragen hatten: u. a. zeichnete er die D. H. C.-Schwester Frau W. Dlaß für fleißige Teilnahme an den Wanderungen mit der silbernen Dereinsnadel aus. Beim Kerzenschein des Weihnachtsbaumes spielte V. H. C.»Bruder H. Blaß nach altgewohnter meisterhafter Art am Klavier «in Weihnachtspotpourri, das von allen Anwesenden begeistert mitgesungen wurde. Rach- dem der Weihnachtsmann die Bescherung vor- genomaiefl hatte, reichten die VereinSschwe ftern staunllch, was die Kleinen in der kurzen Zeck schon alles gelernt hatten. Schöne Sprüche und hübsche Weihnachtsliedchen wechselten miteinander Unterer Schwester gebührt der Dank der Gemeinde für all die Liebe und Mühe, die sie zu dem guten Werke aufgewendet. Verschönert wurde die Feier durch Lieder des gemischten Chores der Gemeinschaft und durch Vorträge des Posaunenchores. Die Andacht hielt Prediger Meng (Grotzen-Linden). Am Schlüsse wurden die Kleinen mit Geschenken bedacht. Abends hielt die Sonntagsschule ihre Weihnachtsfeier im gleichen Raume ab. Auch hier zeigte sich mit welchem Eifer gelernt worden war. Gemischter Chor und Posaunenchor ließen auch hier wieder ihre schönen Weisen erklingen, desglei- chen predigte Herr Meng. Auch sand eine Beschenkung Der Sonntagsschüler statt. -. - Klein-Linden, 22. Dez. Sein goldenes Jubiläum als Dorfmetzger feierte heute der 71jährige Landwirt und Metzger Wilhelm Weller L Er hat in diesen fünfzig Jahren bei Hausschlachtungen schätzungsweise 10—15 000 Borstentiere und wohl mehr als 1000 Stück Großvieh geschlachtet und verarbeitet. Q] Lollar, 20. Dez. Eine Sitzung des Gemeinderats fand gestern abend statt. Aus der Obstbäume, zum Anlegen von Klebgürteln usw. ver° pfllchtet sein, gegebenenfalls sollen nach Ablauf der für jedes Fahr von der Ortspolizeibehorde festzu- seßenden Fristen auch diese Schädlingsbekämpfungsmittel auf Kosten der Säumigen durch die Gemeinde angewandt werden. Der Gemeinderat erkennt die Nützlichkeit der anaeregten Maßnahmen an, die nur Dann durchgreifenden Erfolg haben, wenn sie allgemein zur Anwendung kommen, unb beschloß einstimmig den Erlaß einer solchen Polizeiverordnung. Er gab weiter seine Zustimmung zu einem Entwurf, der bestimmt, daß die Kosten für die allgemein durch die Gemeinde auszuführenden Spritzungen bei ber Gemeinbeumlage auf ben Grundbesitz ausgeschlagen werben. — Eine nichtöffentliche Sitzung zur Beratung einer W interbe i h i l f e schloß sich an. v. Londorf. 23. Dez. Auf Anregung der Freiin von Rabenau (Großen-Buseck) findet in der hiesigen Kinderschule unter Leitung von Dr. med. Hiller ein unentgeltlicher Kursus für Krankenpflege und Hilfeleistungen bei llnglücksfällen u. dgl. statt. Es nehmen eine Anzahl Frauen und Mädchen von Londorf und Kesselbach daran teil. Die llnterrichtsabende sind wöchentlich zweimal. — In der hiesigen Kirche fand am heutigen Sonn- Zum neuen Jahre bringt der Gießener Anzeiger seinen Lesern: Den Künstler-Kalender lOr 1930 von Professor Cissarz-Frankfurt a.M. entworfen und von der Kunstdruck-Abteilung der Brühl’schen Druckerei zweiseitig in drei Farben auf kräftigem Karton gedruckt 2» Den Erstdruck eines groß angelegten, ganz zeitgemäßen Romanwerkes Der Mann mit der grünen Krawatte von Otfried v. Hanstein In der Illustrieren des Gießener Anzeigers mit Beginn am Samstag, dem 4. Januar 1930 3» Den Beginn eines neuen Zeitungs- Romans in täglichen Fortsetzungen im Gießener Anzeiger vom 2. Januar 1930 an, ein Werk, das den laufenden Roman an Spannung und Handlung noch übertrifft Man bestellt den Gießener Anzeiger in Gießen bei der Geschäftsstelle oder bei den Trägerinnen, auswärts bei den örtlichen Vertriebsstellen oder durch die Post einen guten Kaffee, der mit dem nötigen Gebäck allen sehr gut mundete. Musikvorträge von H, Blaß und K. R ö m e r, gemeinsame Lieder und lustige Plaudereien hielten die V. H. Cer vom „Hüttenberg" bis in vorgerückte Stunde beisammen. Die am Sonntagnachmittag im Dereinslokal folgende Weihnachtsbescherung für die Kinder verlief ebenfalls in schöner und würdiger Weise. Reinhold Blaß wurde als fleißigster Wanderer j der Jugend mit dem silbernen Abzeichen ausgezeichnet. D Lich, 23. Dez. Aus dem Gemeinderat: Auf den Derwaltungsvorschlag hin wurde die gemeindliche Hundesteuer für das Kalenderjahr 1930 in gleicher Höhe wie in 1929 festgesetzt. Die Hundebesitzer haben danach an gemeindlicher Hundesteuer 10 Mark zu zahlen. Für den mehrfachen Hundebesih wird ein Zu- । schlag in der Weise erhoben, chaß für jeden folgenden Hund 20 Mk. mehr alö für den vorhergehenden zu entrichten sind. — Der nächste Punkt befaßte sich mit der Sperrung zweier Wege für den Kraftfahrzeugverkehr. Rach der für die hiesige Stadt bestechenden Polizeiverordnung ist neben der Beschränkung der Fahrgeschwindigkeit in den Hauptstraßen der Stadt lediglich die H i n t e r g a s s e für Kraftfahrzeuge aller Art gesperrt. Ein schriftlicher Antrag eines interessierten Perfonenkreises spricht fid) nun dahingehend aus, auch die Kirchhof gasse, die lebig ich einem rein landwirtschaftlichen Bedürfnis Rechnung tragen soll, für den Kraftfahrzeugverkehr sperren zu lassen, da bei der geringen Breite und der älnübersicht- lichkeit des Weges ein Befahren mit Kraft« fahrzeugen eine stete Gefahrenquelle für die dort verkehrenden landwirtschaftlichen Fuhrwerke bilde. Der Antrag wurde von der Verwaltung unterstützt und von ihr weiter vorgeschlagen, auch die wenig übersichtliche unb sehr enge Kirch- gaffe zu sperren. Der Gemeinderat sprach sich einstimmig für eine Abänderung der bestehenden Polizeiverordnung dahingehend aus, daß fortan die Hintergasse, die Kirchhofgasse und die Kirchgasse für den Kraftfahrzeugverkehr aller Art gesperrt sein sollen. — Sodann gab ber Bürgermeister Kenntnis davon, daß den Dau- sparern nach System II bei der Bezirks- spar lasse Gießen ein verbilligtes ‘Sau* darlehen von durchschnittlich 7500 Mk. zur Förderung des Kleinwohnungsbaues gegeben würde unb daß zur Sicherung dieses Darlehens ein Betrag von 40 Proz. der Gefamtbaukosten einschließlich des Dodenwertes an erster Stelle unb der Rest an dritter Stelle hypothekarisch sicherzustellen sei. Für das an dritter Stelle einzutragende Darlehen sei außerdem noch die ©e- meindebürgschaft der Tezirkssparkasse Gießen gegenüber erforderlich. Auf Vorschlag der Fd- nanzkommission beschloß der Gemeinderat, für die vorgenannten Bausparer, die hier einen, Wohnhausneubau errichtet haben, oder noch errichten wollen, für die an dritter Stelle zum. Eintrag kommende Hypothek die Gemeinde- b ü r g s ch a f t zu übernehmen, sofern im Einzelfall der Stadt gegenüber eine geeignete Rückbürgschaft gestellt wird. — Weiterhin ^erklärt sich der Gemeinderat auf Vorschlag der Finanz- kommission mit der Umwandlung von zwei Schuldscheinen für verbilligte staatliche Darlehen von je 1900 Mk. auf einen Schuldschein üaer 3800 Mk. für die Hessische Landesbank DarmstaN einverstanden. — Der Metzger Hermann Stein hat die Gastwirtschaft seines Vaters, Jaloö Stein, übernommen unb sucht um Konzes- sionsübertragung nach. Der ®emein'je:at beschloß, das Gesuch zu befürworten und die Bedürfnisfrage zu bejahen. — Rach Erledigung sonstiger kleinerer Vorlagen gab der Bürgermeister unter Punkt Verschiedenes bekannt, daß der Hess. Landtag die Bewilligung einer Winterbeihilfe an alle Personen, die von dcn Bezirksfürsorgeverbanden, Gemeinden, offem- lichen Arbeitsnachweisen unterstützt würden, angeregt habe. Die Regierung habe sich bereits erklärt, zu dem Aufwand der Gemeinden eine» Zuschuß in Höhe von! 30 Prozent zu gewähren. Der Kreis Gießen wolle sich ebenfalls mit V an dem Aufwand der Gemeinden unter cxr Voraussetzung beteiligen, daß der Aufwand durchschnittlich im Einzelfall den Betrag von 5 Mark nicht übersteigt unb bie Gemeinden de Re.lkosten aus eigenen Mitteln bestreiten. 3n Anlehnung an den Beschluß des Kreisausschus» habe bet zuständige Wohlfahrtsausschuß ix* Stadt eine Beihilfe bis zum Hochstbetrage vo« 20 Mark je Famille unter Berücksichtigung Den von dem Landtag gegebenen Richtlinien an 55 hilfsbedürftige Personen gewährt. Der Wohl' sahttsausschuß fei aber auch der Ansicht gt' wesen, daß über diesen Personenkreis hinaus Fälle besonderer Rotlage vorhanden wären. 9 r habe daher beschlossen, in 19 Fällen einmalig* Beihilfen von je 10 Mark aus rein städtische Mitteln zu bewilligen. Grundlegend sei beschlossen worden, an Stelle von Bargeld Gu: - scheine über je 1 Mark lautend zum CCc8U$h von Brennmaterialien, Lebensmitteln und Tr- kleidungsstücken aus hiesigen Geschäften zur Aufgabe gelangen zu lassen. Der Gemeinderat e* klärte sich mit dieser Regelung einverstandr'L unb erhöhte ben hierfür im Voranschlag vorg^' sehenen Kredit von 400 Mark auf 600 ManL Der Gesamtaufwand der Un'.erstützungsak.ion M Staat, Kreis und Gemeinde beläuft sich auf ungefähr 1050 Mark. )( Lich, 23. Dez. Seit dem 13. Mai ist unser zweite Pfarrstelle unbesetzt. Der b.shenF zweite Pfarrer, Lic. Paul S ch o r l e m me" wurde von diesem Tage ab mit der Lersehmg einer Religionslehrerstelle am Gymnasium ” Mainz beauftragt, nachdem er fast zehn in großem Segen hier unb in Rieder-Bessins gewirkt hatte: nur mit größtem Bedauern hcnä' ihn deshalb seine beiden Gemeinden von scheiden sehen. Zur Freude ber beiden ©emeiiw11 wird die zweite Pfarrstelle im neuen Jahr F der be'etzt werden. Als Rachfolger von Pfarrer Schorlemmer ist von dem Patron St.-Marienstiftslirche, Fürsten Reinhard Solms-Hohensolms-Lich, Pfarrverwalter Sämann ©raubt in Rieder-Erlenbach der chenregierung zur Ernennung präsentiert tc® den. Dem Geistlichen geht der Ruf eines flu® Predigers unb Seelsorgers voraus. — Mädchenkranz hielt am 'Freitag seine 2b’' vents - unb W e ihnach tsseier ab. ©emeinbefaal war festlich erleuchtet, an Platz tag für jedes Mitglied eine finnige 0W nachtsgabe. Vorgetragene Gedichte wechselten»^ gemeinsam gesungenen Advents- unb nachtsliedern ab. Zum Schluß des AbendS der Ortsgeistliche eine Ansprache, in ber erj ■ bie zeitliche unb ewige Bedeutung des nachtsfestes hinwies. — Am 28. Dezember 1-, nen bie Eheleute Landwirt Philipp IcDttrn ’ ftaW sonder» eine 8? auch rr den 2ln statte c 1L ll Cafe e Sto-t n fccitte0! in», alles J Ät-n leinen flj druck. * W9 Dahnhoi neues J Post un allen 2 Aestauv Äser du den. Ge Schlohp offene f sicht au schönen Sieben, gene 2 brütet begann Endesü Mreicl des Hol geführt sangsvoi Vereins srohen < Jakob X dem Ar die scho Met ist Fach und de Geltung rührige gestern boten 1 legende Stadt, herrscht -/- 2 der Tui war, ein und ei Wurde i Stein dene A von Le riiefje 7 auch a Leiter Lchuldi gegenfc Abend Eltern. obenbe Äsamm M ka1 tung y aung d Lehrer eingeiik rarstes eignet al en 5 bietuns Teifall Abend nachts Laub ler un ienei 6. XL unsere der bie 'ich zah Süßung ein Wei Hielte Dchm feniuett Jrnol W Wit Ke echte auherlilj ler eine 3 ZN öKri «1?L, •*£ LibL-M mehr ä&te !«• -n sind -r Sperr»?? 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Ms' yeinemde 13 N K Seit desN. ^, §er W 1 un'.e^, ol[emcj Paul Lersk^ Lage Symna^ «rerste^ [ast Ap ÄstfS WtzZ Ks-Ä S,5."jS he,. Omsarrve^ r<"L^7- - en vota^y. Lcelloeg Mitag y. 8 lKtzL JMnt- fcJStfiSä , Heller und Anna Elisabeth ged. Müller daS Fest der goldenen Hochzeit begehen. — Lich, 23. Dez. Unter den Reuoauten tes letzten Jahres in unserer Staat tritt neben dem, stattlichen Postgebäude das Park-Hotel be-' sonders in Erscheinung. Es ist schon rein äußerlich eine weitere Zierde unserer Stadt und entspricht auch in seiner zweckmäßigen Inneneinrichtung den Anforderungen, die an eine zeitgemäße Gaststätte gestellt werden. Das Erdgeschoß enthält u. a. zwei größere Gasträume, deren einer als Cafe eingerichtet ist. Im ersten und zweiten Stock machen die Fremdenzimmer, die mit fließendem warmen und kalten Wasser versehen find, einen behaglichen Eindruck. Auch sonst ist alles vorhanden, was der Reifente fordert: Zentralheizung, Autogarage usw. Das Ganze macht mit seiner erstklassigen Ausstattung und seinen großen Räumen einen großstädtischen Eindruck. Dem Park-Hotel kommt außerdem der Vorzug der Lage zustatten. Cs liegt in der- Bahnhofstraße, da. wo sich innere Stadt und neues Viertel berühren, gegenüber der neuen Post und dicht am Rondell, einem ilcbcrrcft des alten Festungswalls, und reicht mit seinem Restaurationsgarten bis an die Wetter, deren User durch eine starke Steinmauer befestigt wurden. Gegenüber schweift der Blick in den alten Schloßpark, und auf der Gegenseite gestattet das offene Wiesental der Wetter eine schöne Fernlicht auf den Vogelsberg. Die Pläne zu dem schönen Dau hat 'Baurat Schuhmacher, Gießen, gefertigt, die geschmackvolle und gediegene Ausführung besorgte die Daufirma Gebrüder Feh, die im Juni mit den Arbeiten begann und sie jetzt schon int wesentlichen zu Ende führte, so daß am Samstagabend int Kreise zahlreicher Gaste und Freunde die Eröffnung des Hotels stattsinden konnte. Dei Konzert, aus- geführt von Gießener Künstlern, und bei Ge- fangsvorträgen von Mitgliedern des Gesangvereins „Cacilia“ verlebten die Gäste den ersten frohen Abend in den behaglichen Gasträumen. Jakob Uhrhan sprach int Ramen der Gäste dem Architekten und der Baufirma Dank für die schone Ausführung des Hotels aus. Der Besitzer des Hauses, Hotelier Hugo Hummel, »st Fachmann auf den Gebieten der feinen Küche unö der Konditorei und verspricht eine gute Leitung des neuen Unternehmens. — Unter sehr rühriger Derkehrsverein veranstaltete Kestern einen Verkehrstag. Zwei Autolinien toten den Käufern aus den Rachbarorten Gelegenheit zu freier Hin- und Rückfahrt in die Stadt. In den späteren Rachmittagsstunden herrschte reges Geschäftsleben. •/• Lich, 2l. - Dez. Gestern abend fand in ter Turnhalle, die bts zum letzten Platz beseht war, ein Elternabend der hie igen Volks- u n b erweiterten Schule statt. Der Abend tourte mit einem unter ter Leitung von Lehrer Stein stehenden Schülerchor eröffnet. Verschiedene Mädchen- und Knaöenabteilungen zeigten, ton Lehrer Schön geleitet, sehr schöne turnerische Vorführungen sowohl in Freiübungen, als cmch am Barren. Rektor Erb begrüßte als Leiter der Schule die Vertreter des Stadt- und Schulvorstandes, des Turnvereins, der in entgegenkommender Weise die Turnhalle für diesen Abend zur Verfügung gestellt hatte, und die Eltern. Er hob die Bedeutung solcher Eltern- aüente hervor, betonte den hohen Wert der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus uab legte in eindringlichen Worten die Bedeutung einer körperlichen und sittlichen Crtüchii- qung der Jugend dar. Es folgte dann ein von Lehrer Stein mit viel Liebe und Verständnis omgeübtes und von den Kindern trefflich zur Darstellung gebrachtes Weihnachtsstück, das geeignet war, die rechte Weihnachtsstimmung bei □l en Anwesenden hervorzurusen. Sämtliche Darbietungen fanden ledhaf en und wohlverdienten Beifall. Mit einem Schlußchor fand der schöne 2lbend fein Ende. J Grüningen, 23. Dez. Am ersten Weih- nachtsfciertag können der Rentier Christoph Lauber und Frau Luise geb. Müller in geistiger und körperlicher Frische das Fest der goldenen Hochzeit begehen. s. U thhe, 22. Dez. Gestern abend veranstaltete nufere Schule eine Weihnachtsfeier, zu der die Eltern und Angehörigen der Schulkinder sich zahlreich eingefunden hatten. Rach der Begrüßung spielten Schüler der oberen Jahrgänge ein weihnachtliches Theaterstückchen. Alsdann wechselten Gedichtvorträge und mehrstimmige Weihnachlslieder. Drei Schüler trugen ein Flö- hnöuett mit Harmoniumbcgleitung vor. Lehrer Arnold hob in einer kurzen Ansprache hervor, tote wichtig heute zur Pflege des Familienlebens Vie echte deutsche Weihnachtsfeier ohne jede Der- äuherlichung sei. Zum Schlüsse erhielt jeder Schüler ein Geschenkpäckchen. Weihnachlsgwß an bestens Ätzend. Liebe Hessenjugendl Früher als je uns Aeltere stellt Euch heute das Leben in den Kamps um Dasein und Gestaltung, fordert es von Euch Entscheidungen, die aufbauende Kräfte und zielsicheren Willen voraussetzen. Woher Ihr auch Eure Schulung für dielen Kampf habt, ob aus der Politik oder der Weltanschauung, ob aus dem entschlossenen Streben nach freiester Selbstgestaltung, oder aus dem Drange Eurer um Klarheit und Schönheit ringenden Seele, wohin Euch auch der Weg führen soll, den Ihr gehen wollt, vergeßt nie, daß der Mensch in Euch als Erstes und Oberstes Gesinnung verlangt. Warum gerate diese Gedanken an Weihnachten? Die Antwort darauf darf uns nicht schwer- f allen: Weil w i r uns unser eigenes Weihnachten von keinem und von keiner Macht der Welt nehmen las sen wollen! Es geht ja nicht darum, daß uns Weihnachten nur ein äußerer Anlaß zum Feiern sei, eine gute Gelegenheit, die Arbeit ruhen zu lassen und auszuschlafen und vielleicht auch etwas besser zu essen und zu trinken: nein, wenn es nur darum ginge, dann müßten wir in allen den Fällen verzweifeln, wo wir Menschen, Brüder und Schwestern des gleichen Volkes um uns her sehen, die auch in diesen Tagen von äußerer Rot und Entbehrung nicht losgelassen werden; bann mühte uns bas kleinste Geschenk, bas man uns macht, traurig stimmen in dem Gedanken, daß Tausende und Abertausende um uns her die Hände vergebens ausstrecken. Rein und nochmals nein, so soll sich unser Weihnachten nicht erschöpfen! Wohl soll es uns zum Ruhepunkt werden nach einem Jahre der Arbeit und des Kampfes, wohl soll es uns immer von neuem heimführen in den Kreis derer, die uns das Leben zur Seite gestellt hat. aber zugleich soll es der Höhepunkt des Kampfes werden, den wir unablässig gegen uns selbst und gegen jeden Mangel unserer Gesinnung führen müssen. um nicht an der Trägheit unseres Herzens zu sterben. Gerade biet Ruhe und die unabwendbare Vollendung des Jahresringes gibt uns die beste Gelegenheit zur äußersten Durchführung dieses unseres eigensten und zugleich schwersten Kampfes, des Kampfes um die Reinheit unserer Besinn u n g. Unb hier gibt es drei kritische Punkte, in denen wir uns jetzt in diesen Tagen wiederum aufs schärfste prüfen sollten: Wie steht es mit unserer Liebe, wie steht es mit unserer Freundschaft und wie steht es mit unserer Feindschaft. Denn Gesinnung ist ja nichts anderes als der Wegweiser zu der Gemeinschaft mit Gott und den Menschen. Wird sie die Prüfung bestehen, wenn wir sie an den Fragen messen: Waren unsere Liebe und Freundschaft auch bereit zu opfern, zu verstehen, zu verleihen, zu geben und zu entbehren? Alnb entsprang unsere Feinbschaft wirklich immer tem heiligen Zorn gegen bas Laue, das Gemeine, bas Gesinnungsschlechte in den andern? Entsprang sie nicht vielleicht nur der Gegnerschaft gegen die Sache, die der andere verfocht? Die er vielleicht mit reinerer Gesinnung verfocht, als wir die eigene? Denn wie erschreckend häufig erlebt man heute, bah ber Mensch bewußt mit ber Sache, der Gegner bewuht mit dem Feind verwechselt wird. Wir fühlen uns auf unserem heutigen Kulturstande so erhaben über Hexenprozesse und Inquisition über jene Zeit, da man politisch und weltanschaulich Andersdenkende erbarmungslos in den Kerker warf oder aufs Schafott schleifte, und doch, wie erschreckend oft muß man erleben, daß brutale Gewalt unb Gesinnungslosigkeit heute noch so handeln, als könne man einer Anschauung nur dadurch Halt gebieten, dah man ihren Träger körperlich schädigt, daß man seine Gesinnung verleumdet und — wenn irgend es geht — ihn an Leib unb Seele schäbigt ober zugvunberichtet. Unb well ich — ihr jungen Freunte — diese Gefahr für die gröhte halte, die unserem Volke droht, deshalb rufe ich Euch auf, Euch mit bet ganzen Kraft Eurer Seele gegen sie. zu wehren, Ihr, bie Ihr berufen seid, dereinst die Stützen unb Träger Eures Volkes zu fein. Wir werben als Menschen unb Volk nur bann zur höchsten Höhe aufsteigen, wenn wir lernen, auch den „Feind" zu lieben, gerade weil er. und wahrscheinlich nur er, der einzige ist, der uns die eigenen Fehler am deutlichsten zeigt, und weil wir an feiner Gegnerschaft unb an seinen Argumenten am besten die Festigkeit ber eigenen Meinung unb bie Reinheit der eigenen Gesinnung erproben können. Darum Kampf ber unlauteren Gesinnung unb Kampf des Geistes auch der Meinung des andern, wenn es um unserer reinen Gesinnung und um unsres Volkes willen sein muß, aber Friede den Menschen, bie guten Willens finb! Das sei bie Losung, die ich Euch allen in diesen Weihnachtstagen zurufen möchte. Indem ich Euch allen, sowie Euren Führern ein recht gesegnetes Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr wünsche, bin ich mit herzlichen Heilgrühen in treuer Verbundenheit Euer Heinrich Hassinger. s. Aus dem mittleren Horlofftal, 22. Dez. Die Dörfer unserer Gegend stehen eben im Zeichen des Gänseschlachten s. DiePreise gehen infolge des Herannahens der Feiertage in die Höhe. Das Pfund kostet zur Zell 1,25 unb 1,30 Mark. Die meisten Händler bringen bie Festbraten zum Frankfurter Markt. Im Vorjahre lag ter Pfundpreis vor den Feiertagen zwischen 1 und 1,10 Mark. Der diesjährige Preis hangt mll ten wieder stark anziehenden Preisen für Fettschw eine zusammen Rachtem letztere stark zurückgegangen waren, bieten die Metzger jetzt wieder für das Pfund Lebendgewicht 86 Pf. (X) Holzheim, 21. Dez. Trotz ber recht erheblichen Rieberschläge der letzten Zeit ist der Grundwasserspiegel auch im Gebiete unseres Dorses noch sehr niedrig. Eine Anzahl Brunnen geben so ttenig Wasser, dah die 'Bescher gezwungen finb, ihren Bedarf in ber Rach- barschast ober an einer der öffentlichen Pumpen einzuholcn. Diese sind keinesfalls alle Gemeindc- brunnen, sondern sie werden von kleinen Brun- nengameinschaften unterhalten. An Mannigfaltigkeit lassen diese Brunnen nichts ^u wünschen übrig, ja man kann an ihnen bie ganze Entwicklung des Brunnenwesens erkennen. Der einfachste ist eine gefaßte Quelle mitten im Dorfe, aus der man mit dem Eimer schöpft, und die wahrscheinlich überhaupt eine der ältesten Wasser- stellen des Dorfes ist. Schon im Jahre 1341 wird sie als „Scholburne" in einer alten Urkunde erwähnt und führt bis heute den Ramen „Der Schulborn". Ihr Wasser gilt als das beste des ganzen Dorfes. Richt weit von dieser Quelle holt man mittels einer Stange das „köstliche" Rah aus einem offenen Brunnenloch. Ziehbrunnen mit Weilrod und Kette sind auch noch einige in Benutzung. Keineswegs stellt jedoch die gewöhnliche Pumps hier die modernste Art ter Wasserförderung bar. In ber letzten Zeit sind einige Hausbesitzer dazu übergegangen, durch elektrische Motorr, bie sich selbsttätig ein- unb ausschalten, bas Wasser aus ihren Brunnen zu pumpen. Sie haben sich gleichzeitig sehr bequeme Hauswasserleitungen emrichten lassen. Damit ist für sie die Frage ber neuzeitlichen Wafferbeschaf- fung gelöst. Tie Allgemeinheit wirb sich wohl noch länge mit ben einfachen Brunnenverhält- nissen begnügen müssen. In Anbetracht ber Schwierigkeit, langfristige Darlehen zu erhalten, wird der Bau einer Wasserleitung für bie Gemeinde ein Unternehmen fein, das sie in den nächsten Jahren wohl kaum in Angriff nehmen kann. Kreis Büdingen. A Ridda, 23. Dez. Am Freitag fand bie letzte Stabtvorstandssihung in diesem Jahre unter dem Vorsitz des Beigeordneten Rullmann statt, woran die aus dem Gemeinderat Ende d. I. ausscheibenden Mllglie- ber noch einmal geschlossen teilnahmen. Rach Er- lebigung der Tagesordnung hielt der Vorsitzende an die Ausscheidenten eine herzliche Ansprache, in der er ihnen für ihre eifrige unb gewissenhafte Beteiligung an allen Beratungen unb Beschlüssen aufrichtigen Dank unb volle Anerkennung im Ramen ter Bewohner Ridbas aussprach. Dabei hob er mit Genugtuung hervor, daß trotz der Meinungsversa)iedenheiten und Gegensätze, die bei den verantwortungsvollen Beschlüssen über die Verwaltung einer größeren Gemeinde manchmal unvermeidlich sind, doch stets nach Verlassen des Rathauses unter den Stadt- vätern wieder bas beste Eüwernehmen herrschte unb keine Erbitterung Raum gefunden habe. Besonders konnte er in dieser Hinsicht dankbar auf die Verdienste des verstorbenen Bürgermeisters Ringshausen Hinweisen, ber als Vorsitzender der Versammlungen es gut verstanden hätte, durch ein Scherzwort zur rechten Zeit manche Gegensätze zu überbrücken. Rach Schluß ter Tagung versammelten sich die Siadträte zu einer kleinen Abschiedsseier für bie ausscheiden- den Mitglieder im Gasthaus „zur Krone". Bei fröhlicher Stimmung nahm bie Feierlichkeit einen harmonischen Berkaus. Die nun nicht mehr tem Gemeinderat angehörigen sieben Herren finb: Ludwig Bechtold. Landwirt; Adolf Lupp, Bauunternehmer; Hch. Peter mann, Lokomotivführer i. R.; Ludwig Runk, Schreincrmeister; Karl Spengler, Schreincrmeister; Ludwig Wagner, Gastwirt; Pe^er Zeih, Landwirt. Rach Reujahr treten neu ein: Eduard Bär, Iustizinspektor; Heinrich Em r ich, Stadtsekre- tär; Richard Orth, Dachbeckermeister; Gustav Pfannkoch, Weißbindermeister; Herm. Roth, Kaufmann; L. Sievers, Beamter des Arbeitsamts; Ludwig Weber, 5a.cif:alter. — Rechtsanwalt Dr. Meinhardt hier kaufte das in ber Ludwigstraße gelegene Wohnhaus bcS Glasermeisters Ludwig Ewald. h. Aus dem mittleren Ridda tal, 23. Dez. Obwohl vielfach bie Schafzucht als unrentabel bezeichnet wirb, bestehen boch noch in hiesiger Gegend in vielen Gemeinden Gern ein deschäfereien. Die Einwinterung ber Zuchtschafe ist nun erfolgt unb ter Handel mit diesen ist ziemlich rege. Die Preise für trächtige Mutterschafe sind eben hoch. Für bas Stück werben 65 bis 70 Mark bezahlt. •/• Echzell, 23. Dez. Auf tem Rebenge- bäube des hiesigen Pfarrhauses fanden sich beim Umbecken bes Daches zwei Ziegel, die die Jahreszahl 1663 tragen. Sie Haven also das ehrwürdige Alter von 266 Jahren und sind noch so fest, daß ter Dachdecker meint, sie könnten noch einmal so lange halten. Auf den Ziegeln befinden sich Ornamente, bie aneinander anschließen, so daß anzunehmen ist, daß vielleicht die unterste Ziegelreihe mit einem Fries geziert war. Jedenfalls haben die früheren Zieg'.er gediegene und schöne Arbeit geleistet. Das Gebäude, auf dem sich die Ziegel fanden, ist im Jahr 1653 erbaut. Es trägt die Inschrift: Ardibus bis cum chorte Bonus benedicat Jova Frumenta ac homines protegat et pecora. 1653. (Der liebe Gott mög' über biefem Haus unb Hof in Gnaden walten; er wolle Früchte, Menschen, Vieh in seinem Schuh erhalten.) 3:C Dinbsachsen. 23. Dez. Don einem «bauernden Pech wirb unsere Gemeinte beim Dau ter Wasserleitung heimgesucht. AIS im Laufe des Sommers die Quelle gefunden war, wurde bie Quellenleitung statt darüber, daneben ausgebaut. Die Folge davon war, daß man neben die Wasserader tarn, unb das Wasser muhte von der Quelle in bie Kammer geleitet werden. Bei ter Untersuchung des Wassers stellte sich heraus, baß das Wasser g r o fc-e Mengen von Kohlensäure enthalte, und es muhte ein zweiter Schacht gebaut werden, um das Wasser über Marmorkiesel zu leiten, bie bie Kohlensäure an sich nehmen. Jetzt, nach- bem alles soweit fertiggestellt ist, haben infolge ber letzten Regentage unterirdische Wasseradern den Boden des Hochbehältersgesprengt, so dah dieser sich mit Grund- wasser füllte. Das Wasser muhte abgefangen und ber Boten neu hergestellt werten. Selbstverständlich sind durch diese Umstände ter Gemeinte beträchtliche Mehrausgaben entstanden, und niemand wlll bie Verantwortung übernehmen. Kreis Schotten. Schotten, 23. Dez. Dem Vernehmen nach soll bie K r e i s a r z t st e 1 l e, bie mit tem Weggang von Medizinalrat Dr. Orth nach Heppenheim a. b. D. frei wird, nicht mehr beseht werden. Sie soll von dem Gesundheitsamt Büdingen mitverwaltet werden. Reichliches und gehaltvolles Ivinterfutter sichert sich derjenige Landwirt, der die aus besonderen Gcüm ten im vergangenen Herbst ober Winter verabsäumte Düngung seiner Wiesen und Weiden schleunigst nacl-. holt. Neben Stickstoff und Phocphorsäure sind die Grünlandflächen bekannllich ganz besonders dankbar für eite ergiebige Kalidüngung, denn der Bedarf der Gräser an diesem so wichtigen Pflan,;ennährstolf ist besonders hoch. Auf vermoosten Wiesen verabreiche man je ha eine Gabe von 14 bis 16 dz Kainit. Auf Wiesen hingegen, die nicht vermoost sind lind die einen edleren Grasbestand zeigen, ist es zweckmäßiger, eine Gabe von 5 bis 6 dz 40er Kalidüngesalz je ha zu verabfolgen. 10594V Inmi8«i!i8 nsimurg w. Maschinenbau — Elektrotechnik Automobil- und Flugzeugbau. Dollengasse 13 Lonbgraf-Phili'pp-Plah 8 Weihnachten 1929 «*82Ä Gießen, Weihnachten 1929 ■ei 175 0813c Verlobte Verlobte - Gießen Dammsir. 32 Geilshausen Weihnachten 1929 Gießen Weihnachten 1929 KarlShorst 08188 Lieselotte Jloll Fritz Pfeiffer Emilie Opper Heinrich Becker Meine Verlobung mit Fraulein (§lse Äickelhaupt beehre ich mich anzuzeigen Oie Verlobung ihrer Kinder (Smilie und Heinrich geben bekannt Heinrich Opper und Frau Margarete geb. Wißner Zakob Äecker und Frau Helene geb. Schaaf Kesselbach 10495D Ludwig Malkomestus Ingenieur Äauinspektor Gg. Äickelhaupt und Frau Marie Weiershauser Hans Birkensiock Verlobte Else Fuchs Dr. phil. Kurt Spatzier Verlobte Anna Schleifer Fritz Daniel Verlobte Gießen (Bahnhofstraße 12) Älskirchen (Lahn) Weihnachten 1929 osa» 333er seine Kundschaft, seine Freunde und Äe- tannten zum Jahreswechsel beglückwünschen will wählt dazu am zweckmäßigsten eine Glückwunsch-Anzeige im Gießener Anzeiger Bestellungen der Anzeigen für die Silvester- Nummer möglichst frühzeitig erbeten Verlag des Gießener Anzeigers DieVerlobung unsererToch. ter Else mit Herrn Ingenieur | Ludwig Malkomesius beehren wir uns anzuzeigen r llk. Statt Karten. Ihre Verlobung geben bekannt Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen •M.l' Gießen, Weihnachten 1929 Lollar, Weihnachten 1929 Gießen, Weihnachten 1929 Liebigstr. los Krofdorfer Str. 2 Neuenweg 11 0R211 »8.74 Alzey Leihgestern, Weihnachten 1929 Gießen, Weihnachten 1929 08201 U8I92 H82I9 Gs grüßen als Verlobte 6|4Ö PS- । Gießen Wieseck Weihnachten 1929 I0494D 0>230 IU625L l Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Statt Karten' Verlobte i Gießen Weihnachten 1929 10574D 081x3 08231 Statt Karten. Statt Karten. M Verlobte Hörnsheim, Weihnachten 1929 08100 Mendorf a. d. Lda. Verlobte Verlobte 24. Dezember 1929 08223 Weihnachten 1929 »8185 .»8182 Statt Karten! Weihnachten 1929 »8207 Statt besonderer Anzeige 08236 Gießen (Wolfstraße 11), Weihnachten 1929 Osthofen Lollar Weihnachten 1929 Lich 10ü7UD Gießen, z. Z. Universitäts-Frauenklinik Reichertsried Lich Eberstodt Lollar Weihnachten 1929 Weihnachten 1929 D529D 08210 1057 ID Hannelt Weeg Fritz Weber Luise Kutscher Erich Espich Cent) Schmitt Heinz Lipyhardt Reichelsheim (Detterau) Emilie Dietz Wilhelm Becker Hattenrod (Kr. Gießen) Ai Losu 5um des l der dakti 2)ie Nom 1930, Gießen Walltorsiraße 35 2 ui ’n Erna Grösser Kurt Thon Verlobte L w Öt ui ei I ffl tuii bcr na h' bt o u b u ö Frankfurt a. M. Darmstädter.Landstraße 90 Gisela Heyd Georg Böttger Verlobte Au- a - de - ", V, - Toni Geißler Rudolf Strauch Verlobte Gießen (Wilhelmstraße 43) Weihnachten 1929 Ihre Verlobung geben bekannt Maria Engel Albert Peppler Am Nahrungsberg 49/51 1O575D Oie glückliche Geburt einer gesunden Tochter zeigen an Ober-Med.-Kat Priv.-Ooz. Or. Kliewe und Frau Annelise geb. Arnold Erna Hödiger Otto Seibert Architekt o _ sa si^, fmb fi deuun 1.1 hohe! 6 sri ” an ®eiq deich N'schl Si Qnbei letzt ben 5 Auchs Wer ntbt einem Elektriker in Gieken vkimilm'eikHl? Lchr. Ang. u 08181 an den Gtetz. Anr. Ihre Verlobung geben bekannt Toni Frank . Georg ZRebm Käthe ^ichtberg Alfred Schwarz Verlobte Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Luise Belten Wilhelm Leun Ihre Verlobung geben bekannt Gretel W'eß Karl Melius Ihre Vermahlung geben bekannt Otto Hartmann und Frau Helene geb. Degenhardt Anna Kramer Edgar Borrmann Verlobte Elisabeth Friedrich Ludwig Petry Verlobte Mühle Locktow bei Belzig (Mark) Hof Illbach bei Gießen Else Borbeck Dr.phil. Georg Mayer Studienreferendar Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Irene Äiehl Friedrich Gondolph Steuersekretär 19301 urtf ° lini < ,latsche oaaölv fini." c Stunde - in wie \\ g-sui die dem d wirisä sündig heben den i der t die et Tröge Skvß> tärisch Preise Weitershain Geilshausen Weihnachten 1929 Verstopfung JlaRen-Säure Mjgenbescliwerde? NeSreie SWN billig zu verkaufen. Hubn, Ritteraasse. iOoZID Mariechen Schmidt Karl Arend Verlobte Gießen. Weihnachten 1929 luseso Humorist empfiehlt sich für Verelnslesl'iiebkeliii Theo Schäfer («jenen, Neuüßbt_4t Handwerker wünscht Ausbildung tn einfacher MWW. Schr.Angeb. u. 08232 n. d. Gien. Anz. erb. St. tt Karten! Gustav Brückner Paula Brückner geb. Pfeil Vermählte Elisabeth Lechner Oskar Mertens Nechnungsf. Rittergut Naundorf Verlobte Weihnachten 1929 z. Z. Gießen Ihre Verlobung geben bekannt Emmy Schäfer Friedel Heußinger Krauler Inno Schnlstr. (8233 Mena i.W. Gießen Altena, Weihnachten 1929 VWklllvWN zu verkaufen. iax'1D Ncucnbaue 15 (Laden«_____ U.fl. Käthe! Hölze! Karl 2Hofe Gießen Gelsenkirchen Wolsstraße 17 3- 3- Gießen Weihnachten 1929 Katharine Deichmann Karl Albach Mi? Ij • Äleidenrod (Kr. Alsfeld) Weihnachten 1929 Gießen Neustadt Settersweg 12 (Kreis Kirchhain) Weihnachten 1929 Verkäufe Ferkel ein. Bucht, D. Vanb« schwetn, starke Ware, 8 Wochen alt. gibt ab Zunkermühle Lalzböden, Bahn- statton Friedel- bnu.cn. IQfiOOD Statt Karten! 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Im Herbst des gleichen Jahres versammelten sich die Sieger der „batta- glia del grano“ in Rom zur Entgegennahme der verdienten Auszeichnungen. Seither wiederholt sich dieser bedeutungsvolle Festakt jedes Jahr und er steht trotz mancher unvermeidlicher Rückschläge — etwa durch Mißernten — immer im Zeichen des erneuten Bekenntnisses zu dem Endziel: allen Italienern Brot aus heimatlicher Erde! Es gibt wenig Staaten, die die Landwirtschaft so in den Vordergrund aller Volkswirtschaft gerückt haben wie Italien. Freilich ist es heute auch wenigen Staatslenkern möglich, alle maßgebenden Faktoren in den Dienst einer Idee zu zwingen. Bei diesem Iahresappell ist hier mehr oder weniger alles vertreten, was einen Ramcn hat in dem gegenwärtigen Regime: Minister, älnterstaatsstkrctäre, Feldmarschälle, der Großadmiral, die Spitzen der Behörden, der faszistischen Partei, der Finanz, der Arbeitgcber- und Arbeitnehmerverbände usw. usw. Als Mussolini im Jahre 1925 die Versammlung begrüßte, begann er mit den Worten: „camerati agricoltori", und die Zeitungen fetzten in ihren Berichten ein Komma zwischen sie. Die faszistische Agrarpolitik stand noch am Anfang ihrer Entwicklung. Inzwischen ist das Komma verschwunden: jeder fühlt sich den Landwirten irgendwie verbunden. 192 J setzte Mussolini alle Landwirte Italiens „auf die Tagesordnung der Ration", eine gebräuchliche Ehrung, die dem Betroffenen die Achtung des ganzen Volkes zuwenden soll. 1927 verband der Duce die Preisverteilung mit der ersten großen Getreide aus stell ung, die über die Grenzen Italiens hinaus Beachtung fand. Im vorigen Jahre künd.te er das inzwischen erlassene Gesetz über die Hebung der Bodenkultur im weitesten Sinne, die vielbesprochene „bonifica integrale" an und erklärte das Ende der vorwiegend städtischen Politik für gekommen. Jetzt sei es Zeit, höchste Zeit sogar, die Milliarden dem Lande zuzuwenden, wolle man die Erscheinungen der Wirtschaftskrise und des Bevölkerungsrückganges vermeiden, die andere Völker schon mit Besorgnis erfüllten. Der italienische Ernteertrag betrug 1925 rund 65,5 Millionen Doppelzentner. Im nächsten Jahr konnte er sich trotz ungünstiger Witterung dank der „Getreideschlacht" auf 60 Millionen halten. Die Parole wurde ausgegeben, die Anbaufläche nicht zu erhöhen, 5 Millionen Hektar sollten nicht überschritten, dafür aber der Durch- s ch ni t t s e r t r a g für den Hektar ge- ttr.301 Drittes Blatt Weihnächte -Preisrätsel 1929 N-Wiiii Rösselsprung ♦ nut Garantie veil Eduard Kratz Lbrr - Cbmcn kalt, 2 3 4 5 6 7 8 9 10 5 1 2 10 9 1 11 1 Zusammensetzrätsel Kaufgesuche i n 2 7 7 8 5 9 5 9 5 2 2 Gilben-Kreuzworträtsel J Gtettrikr itt GieiB, g» KÄ • ilnltf1'11.. oirbt|,r alle und 8 10 5 2 6 2 2 2 5 6 5 10 2 3 11 4 9 5 11 5 5 6 8 3 4 5 10 4 3 2 6 5 1 4 1 8 8 8 9 2 5 2 3 10 9 3 9 1 8 5 10 1 6 9 6 1 und zwei den Apfelbrei. Veretopfo”* Zu diesen 18 Wortpaaren ist je ein ein- oder zweisilbiges Mittelwort zu finden, welches in Verbindung mit jedem der beiden Hauptwörter jeweils ein neues zusammengesetztes Hauptwort ergibt. Die Anfangsbuchstaben der richtig gefundenen Mittelwörter, von oben nach unten gelesen, ergeben den Anfang eines bekannten Weihnachtsliedes. billig zu verkauien. Hubn, Rittersaiie. ifoßi) zu Weihnachten unentbehrlich weiblicher Vorname Kleidungsstück Säugetier Vogel- Körperteil Fisch landwirtschaftl. Produkt biblische Gestalt Vogel Religionsstifter Säugetier Bauwerk weiblicher Vorname Naturerscheinung Musiker Gestalt aus der römischen Geschichte Maler Möbelstück Spiel Musikstück deutsche Stadt Bildhauer männlicher Vorname Wenn zur Weihnachtszeit der heilige Christ wie alle Jahre erschienen ist, dann kommt bei allen Kindern auch nach alter Sitte und löblichem Brauch Hand in Hand mit dem Weihnachtsmann der gute R ä t s e l o n k e l an. Ihr kennt ihn: zwar ist seine Stimme rauh und sein langer Barl ganz griesegrau, doch hat er, Ihr wißt es, ein Kindergemüt, und wer ihn einmal von Angesicht sieht, der denkt wohl, es wäre der Nikolaus, der sieht auch so grimmig und ruppig aus. Das ist nur die Schale: jedoch der Kern ist lauter: er hat alle Kinder gern. Und weil er weiß, was ihnen frommt, wenn die Zeit der Weihnachtsferien kommt, drum hot er an die Kleinen gedacht und ihnen allen was mitgebracht zum Weihnachtsfest wie jedes Jahr: einen Sock voll Rätsel wunderbar. — Mit Silben und mit Zahlen fürwahr, ihrer viere reimen sich sogar; eins ist zum Z u s a m m e n s e tz e n gemacht. Und dos R ö s s e l wurde zum Springen erdacht. Aber die Krone von allen, damit Ihr's wißt, das Kreuzworträtsel mit Silben ist. Mit diesen sechs Sorten, wollen wir hoffen, haben wir die rechte Mischung getroffen: nicht zu leicht und nicht zu schwierig, weder zu kurz noch zu langwierig. Wir hoben es hin und wieder bedacht unb glauben, wir haben cs gut gemacht. Nun stürzt Euch drauf und setzt Euch dran, Und wer sie geraten hat, zeig' es uns an. Für die richtigen gibt es, nach alter Weise, eine Anzahl schöner und wertvoller Preise. Der Rötselonkel, zum guten Beschluß, entbietet Euch allen seinen Gruß und wünscht der ganzen Kinderschor, den Buben und Mädeln groß und klein, ein schönes Christfest im Lichterschein und ein fröhliches neues Jahr! b&llmber, Lms« fusiühinng, iWMih.mRoiitt rotem toter. Mut 3 2 9 1 9 3 5 3 8 3 3 3 3 9 1 9 Willst du die beiden ersten sehn, dann mußt du in den Stadtwald gehn, wo ihrer viele beisammen stehn. Und kommt der Winter und wird es kalt, und dos Christkind klopft an die Türen bald, dann holt man sie aus dem Wald in die Stadt, daß jeder seine Freude dran hat. Die dritte und vierte gehören zum Faß, sie hüten und spenden das köstliche Naß, das Hopfen und Malz und Reben den durstigen Seelen gegeben. Das Ganze hängt zur Winterszeit in weihnachtlichen Zimmern an den ersten beiden im goldenen Kleid, darin die Kerzen schimmern. II. Eins und zwei sind ein Metall, das man verwendet überall; auf Rädern rollt die dritte. Das Ganze bringt dir, wenn's Weihnachten ist und du ein braves Bübchen bist, das Christkind nach alter Sitte. Mussolinis Getreideschlacht. Uebers Zahr sehen wir uns wieder! Camerati Agricoltori. Von unserem v. (^.-Berichterstatter. Nachdruck auch mit Quellenangabe, verboten. Rom. Dezember 1929. „Um 10.30 Uhr des 7. Dezember des Jahres 1930 oder IX. sadistischer Zeitrechnung sehen wir uns wieder, hier im Teatro Argentina." Mussolini entließ mit diesen Worten die beifallklatschende Versammlung der preisgekrönten Landwirte. Dieser Schlußsatz ist so recht Mus'o- lini: ein Jahr voraus bestimmt er Tag und Stunde dieser Veranstaltung. Er weiß, wie das — in Italien — wirkt. Die Masse muh fühlen, wie sie nach einem weitreichenden Programm Geführt wird, soll die Kontinuität empfinden, ie Entwicklung sehen. Der Duce liebt es, von dem disziplinierten Heer der italienischen Landwirtschaft zu sprechen, so ist er auch in seiner An- tündigung militär.sch pünktlich. Die Versammelten heben die Hand zum römischen Gruß: sie werden zur Stelle sein und üb^rs Jahr sich aus der Hand ihres Führers wieder die Preise für die erfolgreich bestandene Getreideschlacht holen: Träger sürstlicher Ramen, neben schlichten Dauern, Gpoß-, Mittel- und Kleingrundkusih. Dem militärischen Vergleiche folgend, nen-t Mussolini diese Preise den Äuszcichnungen gleichwertig, die auf und bereitet eifrig für eins die Supp, das Gemüs und IV. Die erste ist nicht alt, die zweite bald warm, bald Waagerecht: 1. Blume; 2. Naturerscheinung; 3. Getreideart; 5. altes Maß; 6. Säugetier; 7. europäischer Staat; 8. Säugetier; 9. Soldat; 10. deutsche Stadt; 11. Ostseeinsel; 12. Handwerkzeug; 13. deutsche Stadt; 15. Gefäß; 16. inneres Organ, 17. Teil des Hauses; 18. Musikinstrument; 19. Lessingschc Dramenfigur; 20. Raubvogel; 21. Waffe; 22. Auszeichnung; 23. inneres Organ; 25. mathematischer Körper; 26. Gespinst; 27. dichterische Gattung; 28. deutsche Stadt; 29. Frucht; 30. norwegischer König; 31. Waffe; 32. deutscher Historiker; 33. deutscher Dichter. III. Wenn unser Mädel das ganze Jahr hübsch artig und fleißig und freundlich war, dann geht in Erfüllung ihr schönster Traum, und es liegen unter dem Weihnachtsbaum die erste und zweite und lachen sie an. Dieweil in der dritten und vierten alsdann, wo die Mutter regiert und das Zepter führt, gar leckere Sachen geraten, am Ende ein Gänsebraten. Bringt aber das Christkind das ganze Wort, dann herrscht unsere kleine Tochter dort 2 1 8 9 3 8 4 8 6 2 4 9 8 6 8 3 5 10 11 7 7 10 7 5 1 2 6 10 5 7 7 Bis zum Montag, 6. Januar 1930, müssen Lösungen mit der genauen Angabe von Bor- Zunamen, Alter, Schulklasse. Wohnort und Straße 2« •***mi; I '» wnr/' jÄrob, ssähss Uenbolz, i ü WUbbriirf) au reif, W- Senkrecht: 1. Kleidungsstück; 2. tierisches Produkt; 3. Naturerscheinung; 4. deutscher Dichter; 5 weiblicher Vorname; 6. deutscher Fluß; 7. dänischer Dichter; 8. deutsche Stadt; 9. Krantheitserscheinung; 10. Singvogel; 11. Feldfrucht; 12. deutscher Fluß, 13. deutscher Komponist; 14. Teil des Autos, 15. Körperteil; 16. Fluß in Sibirien; 17. Handwerkszeug; 18. deutscher Dichter; 19. deutsche Stadt; 20. männlicher Vorname; 21. Werkzeug; 22. Musikinstrument; 23. Schädling; 24. Säugetier; 25. Gebäck; 26. französischer Fluß; 27. antiker Gesetzgeber, 28. Geldstück; 29. Baum; 30. berühmter Schauspieler. WWW Aa nerlaukn. '^D Dlcucnbäue 15 iVabem des Einsenders in einem geschlossenen Umschlag m t der Aufschrift „weihnachtspreisrälsel" bei der Redaktion des Gießener Anzeigers eingelaufen sein. Die richtigen Lösungen werden zugleich mit den Namen der Preisträger am Samstag, 11. Januar 1930, im Gießener Anzeiger veröffentlicht. Silbenrätsel. Aus den Silben: a — a — a — be — ber — bi — bo — bro — de — de — de — di — do — drü — en — ei — gen — gen — i — i — i — ko — kra — la — lo — ma — me — mö — nach — ne — mi — o — ot — ra — re — re — ri — rot — rus — sa — sa — sehe — Schild — se — se — se — si — so — ta — te — tes — the —- tri — tro — ve sind fünfzehn mehrsilbige Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. Stadt in Australien; 2. Naturerscheinung; 3. Hoheitszeichen; 4. inneres Organ; 5. Schmuckstück; 6 französischer Schriftsteller; 7. griechischer Redner; 8 antike Göttin; 9. militärischer Rang; 10. berühmter Geiger; 11. afrikanische Landschaft;' 12. Urtier; 13. deutsche Stadt; 14 christlicher Heiliger; 15. italienische Strophenform. Sind die Wörter richtig gefunden und untereinander gestellt, ergeben die zweiten und vorletzten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, den Anfang eines Weihnachtsliedes; ch gilt als ein Buchstabe. Rätsel in Reimen. Ä ZK €8,Jbwff bauten. ^VjtoJOD ' suche KWW Micher ob.SciW. HoUmWc Lollar. : Wcbrautbtcr MW! au kauf gesucht^ iinl.4ir.ManM Ervedli. Germer t Maner, Neueniv^ (Verschiedenes (W^ftr . ^W&bil= «Vbit tvunW finliKb'1 se das Ganze steckt im zwecken drin als Feiertag und Anbeginn. Zahlenrätsel. tur ein him der fes ent kraft neu --T die auf na rafft mels elß der sich wacht er her er der sei spur wenn tritt wird und schafft wohl sie ter dankt was be bil wenn was das htm die bar nensch ers des frei er toch zähmt det sie doch macht ser Ist mels der furcht be feu ue kraft e die 1. Nacht Tuch 2. Schmelz Rohr 3. Engel Gesang 4. Reigen Boden 5. Guß Hammer 6. Raub Rüstung 7. Kreuz Brücke 8. Fischer Volk 9. Dank Tier 10. Wall Schale 11. Flaum Messer 12. Ehe Finger 13. Maul Treiber 14. Wand Kette 15. Heu Wagen 16. Ziegel Fenster 17. Morgen Halle 18. Senior Arzt Dienstag, 24. Dezember 1929 hoben werden. Das nächste Jahr war für ganz Europa nachteilig und die italienische Ernte sank wieder um 7 Millionen Doppelzentner. Mussolini ließ sich nicht beirren und verlangte eine bessere Ausnutzung von Sonne. Wasser. Arbeit und Wissenschaft, mit dem Erfolg, daß im nächsten Jahre wieder 62 Millionen Doppelzentner gemeldet wurden. ..Einen weiteren Doppelzentner im Hektardurchschnitt", bestand der Duce, „und wir sind am Vorabend des Sieges. Und dann noch einen Doppelzentner mehr und wir werden erreicht haben, was uns bis gestern ein Traum oder Wunder schien: daß der italienische Boden allen Italienern Brot liefert. Jeder weiß, was das für ein Volksvermögen und auch im Ernstfall bedeutet." Bei der diesjährigen Versammlung tonnte Mussolini seine Genugtuung über den außergewöhnlichen Ertrag von fast 71 Millionen Doppelzentner bei einer Verminderung der Anbaufläche um 166 700 Hektar bekunden. Der Durchschnittshektarertrag beträgt 14,7 Doppel- zentner gegen 12,5 im Vorjahre und 10,8 im Jahre 1927! Die Lombardei weist einen Durchschnitt von 25,5, die Provinz Cremona 32 Doppelzentner pro Hektar auf. Der Duce war guter Dinge und seine Zufriedenheit spiegelte sich in seiner Umgebung. Auf Vergleichszifsern fußte sein sachlicher Bericht, aber überall klang die Ermutigung zu neuer Anstrengung durch. „Die mögliche Ausschaltung aus den Passiva unserer Handelsbilanz von 4 Milliarden für landwirt- schriftliche Erzeugnisse wäre von ungeheurer Wirkung für die wirtschaftliche Entwicklung Italiens." Bezeichnend für Öre italienischen Verhältnisse ist die Behandlung der G e t r e i d e p r e i s e. Fast nie wird die Frage öffentlich besprochen, ob das Getreide für den Verbraucher billig genug ist; um so häufiger aber, ob der Getreidepreis im Sinne der einheimischen Landwirtschaft hoch genug ist. So erinnert Mussolini auch jetzt wieder daran, daß die faszistische Regierung rechtzeitig vor der Ernte den Getreidezoll von 11 auf 14 Goldlire erhöht hat, mit dem Italien hinter Albanien und Frankreich der Höhe nach an dritter Stelle steht. So hat auch das ständige Getreidekomitee als wirksamstes Mittel für die wunschgemähe Preisbildung neben dem Zoll die Verpflichtung der Müller, während einer bestimmten Zeit nur einheimisches Getreide zu mahlen, eine zeitweise Getreideausfuhr, vor allem aber die Hebung des Hektardurchschnitts bezeichnet. Aus keinen Fall soll zugelasseu werden, daß die Landwirtschaft sich nicht bezahlt macht. Das eindrucksvollste an der italienischen Agrarpolitik ist, daß sie nicht einer zufälligen parlamentarischen Parteikonstellation, sondern einem Weitschauenden wirtschasts- und sozialpolitischen Programm entspringt. Der deutlichste Beweis ist das im Juli in Kraft getretene Gesetz über die „bonifica integrale“, das historische Bedeutung hat als Mittel zur Errichtung neuer Lebensmöglichkeiten für die zunehmende Bevölkerung, als Vorbeugung gegen die Landflucht und Sicherung der Schollengebundenheit der Ration. Aus Jahre hinaus sind Urbarmachungen, Entwässerungen, neue Wasserleitungen, Kraftwerke, Landfiedelungen usw. in Zusammenarbeit zwischen Staat und entsprechenden Verbänden oder Einzelpersonen, aber stets unter Aufsicht des Staates, vorgesehen. Diese bonifica ist im Landwirtschafts- ministerium unter einem besonderen Unterst aats- sekretär zusammengefaht und sie ist Mussolinis Lieblingskind. Von allen Kraftanstrengungen des Faszismus ist seine Agrarpolitik die vornehmste und höchste. Deshalb empfindet man bei den jährlichen Preis- Verteilungen in angenehmer Weise das Fehlen jener oft unheimlichen Spannung, die sich bei anderen politischen Versammlungen hier oft noch unwillkürlich aufdrängt. Weihnachtszedanken über Tierschutz. Als Kind habe ich einmal am Rachmittag vor dem Heiligen Abend eine gefangene Maus durch unfern Hund töten lassen. Mir ging das Bild des schwitzenden, zu Tode geängstigten Mäus- leins den ganzen Weihnachtsabend nach; nicht nur, weil das Tier mir leid tat, auch nicht nur, weil es durch meinen Willen am Weihnachtstage sterben mußte, sondern weil von den Erwachsenen keiner etwas Schlimmes dabei fand. In diesem kindlichen Schuldgefühl dämmerte mir die Erkenntnis, was für dicke Mauern wir Menschen zwischen uns und der lebendigen Mitwelt errichtet haben, so daß selbst unsere Weihnachtsliebe sie nicht zu durchdringen vermag. Wir bringen uns in dieser Weihnachtszeit erneut zu Bewußtsein, daß neben dieser Welt voll Sorge und Unfrieden, voll Angst und Elend eine Welt der Güte und Liebe besteht. Durch allerlei äußere Zeichen, durch Gaben und Lichterglanz versuchen wir denen, die uns lieb sind, und manchem, den wir in diesem harten Leben leiden wissen, einen Schimmer aus diesem Reich der Freundlichkeit und des Verstehens zuteil werden zu lassen. Da wollen wir nicht vergessen, daß neben der Menschheit auch eine Schar von Tieren in einem Leben voll Kampf und Entbehrung stcht. Um unser verwickeltes modernes Leben führen zu können, entreißen wir ein Heer von Tieren seinen natürlichen Bedingungen, nehmen seine Kräfte und sein Leben in Anspruch und lassen es für uns leiden. Der Reichtum der Liebe aber ist da, für alles, was da lebt und leidet. Lebendige Liebe kennt keine Grenzen. Darum kann uns die Weihnachtszeit lehren, tiefer über die Lage der Tiere unter der Herrschaft des Menschen nachzudenken und Rücksicht und Verständnis auch ihnen zuteil werden zu lassen. Wo ein Hofhund hungert und friert, wo das Stallvieh schlecht gepflegt in schmutzigen Ställen dahinlebt, wo gefangene Waldvögel sich vergebens nach ihrem abwechslungsreichen Leben da draußen in der Freiheit sehnen, wo überhaupt lebende Tiere mißachtet und der Liebe nicht wert befunden werden — da fehlt ein Stück vom Verständnis des Weihnachtsfestes. Weihnachten gibt auch so schön Gelegenheit, in den Kindern Achtung und Rücksicht gegen die Tiere zu erwecken. Welche Freude bereitet eS ihnen, wenn sie am Weihnachtsabend auch den Haustieren irgend etwas Liebes crwe sen dürfen! Welch falsche Auffassung aber kann sich in den jungen Seelen festsetzen, wenn die Tiere an dem Tage ganz unbeachtet bleiben, an dem die ganze Familie versucht, sich gegenseitig Freude zu machen! Kinder haben dafür ein feines Gefühl, weil fk den Tieren noch näher stehen, als dec Erwachsene. L. B. Mademoiselle Docteur im Kriege. Oer Krieg im Dunkel. III. Aus dem neuen Buche: „Spionage!" von H. R. B e r n d o r f f. Verlag Dieck & Co.. Stuttgart. Annemarie Lesser aber fuhr durch Frankreich, so weit sie es ohne Verdacht zu erregen tun konnte. Sie traf in Fontainebleau mit jemanden zusammen, den ihr Matthesius geschickt hatte, lieferte an ihn alte Nachrichten ab und fuhr wieder nach Paris, wo sie an einem Nachmittage eintraf. Ost schon hatte sie ihren Geliebten, den Unterofsl- zier aus der Spionageabwehrabteilung, von seinem Bureau abgeholt. Sie wartete dann auf der Straße, bis er, fast immer ziemlich pünktlich, kam. Diesmal wartete sie lange. Als ihr Freund schließlich kam, war er hocherfreut über die Nachricht, die Mademoiselle docteur von ihren „Eltern" mitbrachte. Sie waren mit der Hochzeit einverstanden, aber trotzdem war er abgespannt und etwas nervös. „Aber was hast du denn, ch^ri, was fehlt dir denn?" r „ „Ach, weißt du, das war heute ein heißer Tag, sacr6 nom de Dieu! Da haben zwei von unfern Agenten gemeldet, daß sie jemand im Lande gesehen haben, der in unserm Register der deutschen Spione steht. Es ist eine Frau, und wenn die wirklich hier im Lande herumfahren soll, dann ist bas gar nicht so sehr angenehm, denn sie ist sehr tüchtig." „Eine Frau?" sagte Annemarie Lesser, „nanu, wie heißt sie denn?" „Das wissen wir nicht, wir haben von ihr, auch nur eine ganz schlechte Photographie, die man vor langer Zeit in Brüssel gemacht hatte, auf der sie mit belgischen Offizieren zusammen ist. Wir kennen nur ihren Spitznamen: „Mademoiselle docteur" nennen wir sie. Aber komm, aimee, laß uns von uns selbst reden." Am nächsten Tage fand sich in allen amtlichen Bekanntmachungen die Nachricht, daß sich «ine deutsche Spionin im Lande herumtreibe, die ungefähr so und so aussehe und für deren Ergreifung man eine halbe Million Franken in bar auszahlen würde. Am Abend dieses Tages verlangte Annemarie Lesser von Konstantin Coudoyanis, daß er seine Braut, eine junge hübsch« Tänzerin, nach Bordeaux schicken solle. In einem dortigen Kabarett wurde nämlich, so ergab das Fachblatt der Artisten, eine Tänzerin von dem Genre dieses Mädchens gesucht. Man hatte dann jemanden in Bordeaux, der die ankommenden Schiffe registrieren und manches andere Wichtige in Erfahrung bringen konnte. Coudoyanis wehrte sich mit Händen und Füßen. Mademoiselle do-teur aber blieb sest, und Coudoyanis war nicht der Mann, ihr zu widerstehen. Noch am Abend weihte er seine Freundin ein, noch am Abend wußte die Tänzerin, was ihr Geliebter für ein Handwerk betrieb. In vier Tagen sollte sie nach Bordeaux abfahren. Das Engagement kam telegraphisch deshalb schnell zustande, weil die Tänzerin ihre Dienste für ganz geringes Entgelt anbieten mußte. Am nächsten Abend mußte Annemarie Lesser w'e- der sehr lange auf ihren Unteroffizier warten. Als er schließlich kam, war er wieder erregt und nervös. '„Da war jemand bei uns, sagte er, der will uns di« „Mademoiselle docteur an den Galgen liefern. Er verlangt aber auf jeden Fall hunderttausend Franken Vorschuß. Es ist ein Grieche, Coudoyanis heißt ec, wir lassen ih naugenblicklich beobachten, ohne daß er es weiß, und er soll morgen nachm'ttag wiedcr- kommen, dann sollen wir ihm die 100 000 Franken zahlen, und in der Nacht will er uns die opionin verraten. Er sagt, er habe sie einmal vor dem Kriege in Berlin gesehen und er habe sie jetzt in Paris erkannt." „Wirst du dich dabei auszeichnen, wenn man sie faßt? Wirst du befördert werden?" fragte Annemarie Lesser, und schmiegte sich zärtlich an seinen Arm. In der Nacht bestellte Annemarie Lesser Coudoyanis in ein Cafe. Als er noch auf dem Wege zu ihr war, überholte ihn eine Droschke, in die ihn Annemarie Lesser zog. Sie übergab ihm schnell ein Kuvert, und jagte ihm, daß ihn morgen früh um sieben Uhr ein deutscher Agent in einer kleinen Gastwirtschaft einer Ortschaft an der Peripherie von Paris erwarte, der ihm als besondere Gratifikation 50 000 Franken aushändigen solle. Nach kurzer Verständigung verläßt Annemarie Lesser den Wagen, sie merkt, daß ihr jemand im Laufschritt folgt, aber sie hat das sck;ließlich vermutet und erwartet, und so entkommt sie leicht. In der Nacht platzt in den Bureaus der französischen Gegenspionage eine Bombe. Es läuft ein mit der Maschine geschriebener Eilbrief ein, und in dem steht, daß Konstantin Coudoyanis ein deutscher Im Jahre 1917 beginnen in allen kriegführenden Ländern die großen Rekrutierungen, die das Men- chenmaterial herbeischaffen sollen für den Endkampf, der schließlich doch einmal kommen muß. Hat man die zur Verfügung stehenden Jahrgänge schon «in- gezogen? Auf welch« Truppengattungen sind sie verteilt worden und vor allem, wann sollen sie so ausgebildet sein, daß von ihnen ein« Verstärkung der einblichen Heere zu «rwarlen ist? Das sind Fragen, die im Augenblick weder von I. Matthesius noch von Annemarie Lesser zu beantworten sind, so oft auch militärisch« Stellen diese Fragen stellen. Man muß da noch ein paar Wochen warten, bis die Aus- gehobenen sicher eingerückt sind, bann kann man erst in den Garnisonen des feindlichen Landes erkunden lassen. Ein Tag bevor die diesbezüglichen Anweisungen an den Hauptagenten in Paris abgehcn sollen, ge- chioht etwas Unerwartetes, lieber die Schweiz ’cmmt ein Kurier und bringt aus Paris eine ent- etzliche Nachricht. Dort hat man zu ermitteln vermocht, daß die französische Gegenspionage schon seit Wochen eine Liste in der Hand hat, auf der die genauen Personalien der wichtigsten, in den großen Städten Frankreichs stationierten Agenten verzeichnet stehen. Ein Mann, der schon in den Diensten des Monsieur Pissard gestanden hat, hatte eine Unvorsichtigkeit begangen, war ergriffen und als deut- cher Agent entlarvt worden. Die Behörden hatten ihm nicht nur die Rettung vor dem Tode, sondern auch die Freiheit und eine große Geldsumme zuge- agt, wenn er seine Gefährten verriet. Er hatte nicht gezaudert, fein Leben zu retten. Der Hauptagent in Paris, ein deutscher Offizier, der noch zu Lebzeiten des Konstantin Coudoyanis von Annemarie Lesser eingeführt worden war, teilte mit, daß man nicht wisse, wen alles der Mann verraten habe, daß es ihm sogar unbekannt sei, wieviel der entlarvte Agent überhaupt von den Personen und dem Gang des deutschen Nachrichtendienstes in Frankreich gewußt habe. Eines war aber sicher, daß der Hauptagent selbst verraten war, und er schrieb, daß dieser Brief, mit dem er diese entsetzliche Nachricht übermittelte, vielleicht der letzte sei, den er aus Frankreich herausbefördern könne. Der Hauptagent teilte mit, daß er trotz allem auf dem Posten bleibe und sich als Offizier betrachte, der vor dem Feinde stehe. Als Annemarie Lesier diesen Chiffrebrief enträtselt hatte, schob sie den Text wortlos dem Herrn I. Matthesius hinüber. Diese Nachricht traf die beiden schwer. Augenscheinlich verfolgten die Franzosen die Taktik, die Agenten zunächst einmal ruhig weiter arbeiten zu lassen, sie aber im stillen zu beobachten, um sie dann mit einem großen Schlage sämtlich ausheben und an di« Wand stellen zu können. Sicherlich würden sie das in einem Augenblick tun, in dem es ihnen ganz besonders darauf ankam, ihre Maßnahmen hinter der Front zu verschleiern. Gelang den Franzosen dieser Plan, dann war es sicher, daß die deutsche Heeresleitung gerade in einem Augenblick nicht mit Nachrichten versorgt wurde, in dem die Franzosen einen entscheidenden Schlag planten. Als man sich über diese Konsequenzen klar geworden war, erklärte Mademoiselle docteur: „Ich werde nach Paris fahren." (Fortsetzung folgt.) Aus aller Well. Seine ipolarfahrl des „Graf Zeppelin" im nächsten Jahr. * Friedrichshafen, 23. Dez. (WTD.) Der Luftschiffbau Zeppelin rechnet, wir zuverlässig verlautet, nicht mehr damit, daß die von der Aero-Arktis geplante Polarexpedition mit dem Luftschiff „©raf Zeppelin" statt- inden wird, nachdem sowohl der Luftschiffbau Zeppelin als aud> die Aero-Ar tis s löst bilhcr vergeblich versucht haben, die Versicherungsfrage in befriedigender We se zu lösen. Angesichts der fortgeschrittenen Zeit wäre es chon jetzt kaum noch möglich, die erforderlichen Arbeiten am Schiss und gewisse wissenschaftliche und Navigationsinstrumente rechtzeitig bis zum vorgesehenen Zeitpunkt des Startes fertiozu- tellcn. Der Luftschiffbau Zeppelin hat infolgedessen bereits seit einigen Tagen die Vorarbeiten für andere Pläne ausgenommen, die auf dem Gebiet des Verkehrs liegen und eine mehrmonatige Vorbereitung erfordern. In erster Linie kommt eine Fahrt nach Südamerika etwa im Mai oder Juni in Betracht. Die französischen Südamerikaflieger auf der Weilerfahrt. Paris, 23.Dez. (WB.) Aach einer Havas- Meldung aus Rio de Janeiro sind die beiden französischen Flieger CH alles — der von feinen beim 2lbstürz erlittenen Verletzungen wie- derhergestellt ist — und Larre-Borges auf dem Luftwege von Aatal kommend, dort eingetroffen. Sie beabsichtigen, heute nach Montevideo zu fliegen. Bei einer Weihnachtsfeier verbrannt. Eine Klaffe der Altenburger Mädchenschule hatte in dem Klassenzimmer einen Weih- nachtsbaum au,gestellt. Beim Anzünden der Kerzen fingen die Kleider der zehnjährigen Schülerin Traute Kresse, die im Cngelsgewande neben dem Daum kniete, Feuer. Das Kind erlitt so schwere Brandverlehungen am ganzen Körper, daß es im Kinderhospital seinen Wunden erlegen ist. Zahnarzt Gutmann auch Mörder seiner ersten Frau? Berlin, 24. Dez. (T. LI.) Aach einer Meldung Berliner Blätter aus Schwedt a. d. Oder hat sich der Verdacht, daß der Zahnarzt Dr. Gutmann auch seine erste Frau ermordete, jetzt außerordentlich verstärkt. Die Frau war nach den Aussagen des Arztes Morphinistin und es hat sich jetzt herausgestellt, daß sich Dr. Gutmann bei einem Apotheker Morphium bestellt hatte, das mit Skopolamin gemischt war. Eine Injektion mit dieser Mischung mußte zum baldigen Tode führen. Dieses Gift hat, so nimmt die Polizei als erwiesen an, Dr. Gutmann seiner ersten Frau gegeben, ohne ihr zu sagen, daß es todbringend sei. Wolfplage in Spanien. Paris, 23. Dez. (WB.) Aach einer Agenturmeldung aus Madrid wird au3 der Gegend von Pampelune das durch die starken Schneefälle berurfadjte Erscheinen von Wölfen gemeldet. Auf die Tiere werden Treibjagden veranstaltet. (Eine Italienische Ortschaft niedergebrannt. Trient, 23.Dez. (W^B.) 2n der vergangenen Aacht ist die Gemeinde San Giorgio bei Arco einem Grohfeuer zum Opfer gefallen. In einem Wohnhaus war ein Schornsteinbrand entstanden, der mit erschreckender Schnelligkeit um sich griff. Sämtliche Häuser der Gemeinde sind niebergebrannt. Die Helfer muhten sich darauf beschränken, die Dorfbewohner zu retten, wobei zwei Soldaten Verletzungen erlitten. Sturz aus dem VZug. Zwischen Potsdam und Werder st ü r z t e gestern abend, wie die „B. Z. a. M." meldet, der Oberkellner Schwebs aus dem Speisewagen eines O-Zuges, der im Augenblick des Unfalls über 70 Kilometer Geschwindigkeit hatte. Der Verunglückte rollte die Böschung hinab. Die Zugangestellten zogen die Notbremse. Als sie den Zug verliehen, um den Verunglückten zu bergen, kam er ihnen bereits entgegen. Er hatte nur geringe Hautabschürfungen und einen Bluterguß int Ellenbogen davongetragen. Sprengftosfexplosion in einem Gasthof. Karlsbad, 23. Dez. (WTD.) In einem Gasthaus in Gießhübel, in dem zahlreiche Arbeiter übernachteten, erfolgte in der letzten Aacht eine folgenschwere Explosion. Ein Arbeiter hatte seinen Rucksack, in dem sich Sprengstoffe befanden, unter eine Dank gestellt und sich mit den übrigen Arbeitern in den Schlafraum begeben. Der Sprengstoff explodierte aus unbekannter Urfache. Von den im Zimmer anwesenden 20 Personen wurden sieben mehr oder weniger schwer verletzt. Die Mauern und die Zimmerdecke wurden schwer beschädigt. Tumen, Sport und Spiel. Spion sei. Ein guter Franzose, der aber seinen Namen nicht nennen wolle, weil er bi« Rache der Deutschen befürchte, zeige ihn hiermit an, und wenn man bas nicht glauben wolle, bann solle man nächsten Morgen um 7 Uhr in der und ber Kneipe sein, dort würde man Coudoyanis finden, er würde bei sich einen Brief tragen, ber an einen beutschen Agenten gerichtet sei, den er dort erwartete und in dem wichtige militärische Nachrichten enthalten seien. Man solle sich aber noch mehr Gewißheit oerfdjaffen, indem man sofort noch in ber Nacht feine Freunbin, eine Tänzerin, bie ba unb bort wohn«, verhafte unb ausfrage. Diese Tänzerin wisse, baß Couboyanis «in deutscher Spion sei, der sie sogar nach Bordeaux hab« schicken wollen, damit auch sie Spionage betreibe. Coudoyanis wurde arh Morgen in der genannten Kneipe verhaftet. Man fand bei ihm den bewußten Brief. Seine Geliebte, di« Tänzerin, gestand alles, unb Konstantin Couboyanis weigerte sich bis zu seinem Tode, irgend etwas über seine Tätigkeit unb seine Auftraggeber auszusagen. Nach wenigen Tagen wurde er zum Tode verurteilt, unb in der hlacht vor der Hinrichtung, als schon die Trommelwirbel den Zug Infanterie zur Exekution riefen, sagte er zu dem Geniekapitän, der in seiner Zelle stand: „Es ist vielleicht, mein Offizier, nützlich für Sie, zu wissen: in diesen Tob hat mich eine Frau gebracht." Dann schwieg er; erst als Kommandorufe in fein« Zelle drangen, die ihm sagten, daß bie Trupp« schon Aufstellung nahm, sprach er weiter: „Es war eine wunderschön« Frau. Sie war sehr klug unb von ungeheurer Energie. Es ging ein solcher Einfluß von ihr aus, daß ich mich ihm nickst entziehen konnte. Sie beherrschte ihre ganze Umgebung, selbst Offizier« von höchstem Rang. Sie handelt nicht aus Gewinnsucht, sondern aus Neigung unb Passion. Ich wünsche Ihnen, mein Kapitän, baß Sie nie einer solchen Frau begegnen." Zur selben Stunde, als bas 9eben des Griechen enbete, traf Annemarie Lesser m Berlin ein. V. f. B. Es scheint bei der Ligamannschaft zur Tradition zu werden, daß sie in den Spielen gegen den jeweils Tabellenletzten einen oder gar beide Punkte einbüßt. Aachdem sie an den Vorform» tagen gegen bedeutend spiclstärkere Gegner sehr gut abgeschnitten hatte, wurde allgemein mit einem klaren Sieg gegen den am Ende der Tabelle stehenden F. V. Breidenbach gerechnet. Um so größer war die Ueberraschung, als sie sich mit 1:2 geschlagen bekennen mußte. Eine Niederlage/die für die V. f. B.-Elf um so peinlicher ist, als sie gegen den Schwächsten auch noch den Vorteil des eigenen Platzes hatte und die unter Umständen die Meisterschaft und sogar den Aufstieg zur Dezirksligaklasse kosten farm. Gewiß war sie in der zweiten Halbzeit überlegen unb versuchte, das Treffen noch für sich zu entscheiden, sie hatte jedoch schon vor der Pause den Sieg verschenkt. Daö Spiel war für die wenigen Zuschauer eine einzige Enttäuschung. Beide Mannschaften zeigen ein gänzlich zerfahrenes Spiel. Während der Gegner wenigstens das, was ihm an technischem Können abgeht, durch Eifer und Energie zu ersetzen versucht, zeigen die Einheimischen mit wenigen Ausnahmen neben auffallend schlechten Leistungen auch eine erstaunliche Gleichgültigkeit. Die Gäste kämpfen mit einem Kraftaufwand, ber imponierend ist unb sehen sich auch durch das Führungstor belohnt. Die Platzmannschaft stellt um, mit dem Erfolg, daß ihr Spiel noch systemloser wird, auch nachdem Breidenbach auf 2:0 erhöht hat Nach dem Wechsel rafft sie sich endlich auf unb bringt etwas Schwung in ihre Angriffe. Es gelingt, ein Tor aufzuholen. Der Gegner verteibigt geschickt. Schiedsrichter Petri, Wetzlar, war dem Spiel ein gerechter Leiter. V. f. D. führt nun nur noch mit einem Punkt Vorsprung. Wenn er diesen bis zum Ende der Saison halten will, muß er mit einem anderen Geist in die noch ausstehenden Punktkämpfe gehen. Auch die zweite Mannschaft verlor Spiel und Punkte, indem sie sich in Wetzlar von der gleichen des Sportvereins mit 0:4 schlagen lieh. Sie trat allerdings nur mit 10 Mann an und hatte sich infolgedessen von vornherein jeder Siegeschance begeben. Die dritte Mannschaft war ihrem Lokalgegner zwar größtenteils überlegen, brachte es aber infolge Versagens des Sturmes auch nur zu einem 0:0 und verlor damit einen wertvollen Punkt. (SpidDcreinigung 1900 Gießen. ö. Die erste Elf 1900’s kehrte mit einer 2:0- Nieberlage (Halbzeit 2:0) aus Siegen zurück. Das Spiel fand auf dem vollständig unzulänglichen Jahn- sportplatze statt. 1900 bestritt bas Spiel ohne Adelberger, Mohr unb Zeiler unb nach bem Seitenwechsel auch noch ohne Balser. Der Gastgeber, der Siegener Ballspiel-Club, spielte mit bem Wind im Rücken, trotzdem begannen bie Gießener vielversprechend unter ftänbiger leichter Ueberlegenheit. Die Gastgeber nutzten von einigen Schnitzern in der Gießener Hintermannschaft zwei erfolgreich zu Treffern aus, womit sie sich bie Führung verschafften. Nach bem Wechsel war bie Ueberlegenheit ber Blauweißen noch ausgeprägter, aber bie brei guten Siegener Schlußleute ließen keinen Erfolg zu. Siegen verlegte sich auf Durchbrüche, bie aber abgewehrt würben. 1900, bie in Technik unb Ballbehandlung weit bessere- Partei, verlor völlig unverdient. Der Schiedsrichter, ein Herr vom V.f.B. Weidenau, leitete zufriedenstellenb. 1900’s britte Mannschaft erzielt« auf bem Wakb- svortplatz gegen bie britte Elf bes Lokalgegners V.siB. ein ehrenvolles Unentfchieben 0:0. opietoereinigungs viert« Elf unterlag auf eigenen Gefllben ber zweiten (aUerbings verstärkten) Mannschaft vorn Sportklub Daubringen 0:4. Das welhnachtsprogramm sieht am zweiten Feiertag bie seinerzeit ausgefallene Begegnung der Ligamannschas gegen ben 1. Fußballklub 1902 Frankfurt a. M.-Rödelheirn. vor. Die Gäste- spielen seit Jahren im Westmainkreis des Süddeutschen Derbanbes eine führenbe Rolle unb endeten immer auf bem zweiten ober brüten Platz. Dor allem spielt bie Els ein technisch gutes unb auch schönes Spiel. 1900 wirb dieses Spiel in veränderter unb stärkerer Aufstellung als gegen Siegen bestreiten. Der Ausgang bes Treffens bürste vollstänbig offen gewertet werben. Es soll die Generalprobe 19Ö0’s für das am kommenden Sonntag stattfindende Meisterschaftsspiel gegen die Marburger Germania sein. Am ersten Feiertag empfängt 1900’s Ligareserve die Ligareserve vom Sportverein Corbach, mit ber Freundschaftsbande gepflegt werden. Am zweiten Feiertag spielen die Gäste gegen die erste Elf Lollars. Aus ihr Abschneiden ist man gespannt. Fußball in Heuchelheim. s. v. Heuchelheim 1920 I — v. s. R. Buhbach u:j (2:0). Mit diesem hohen Resultat konnten die Heuchelheimer die Butzbacher Rasenspieler ab ertigen. Allerdings waren die Butzbacher mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft zur Stelle. Die Heuchelheimer konnten trotz des hohen Sieges nicht überzeugen. Die Mannschaft fand sich, besonders im Sturm, nicht zusammen. Das Spiel wurde sehr anständig durchgeführt. Zrrßba lklub 1926 Großen-Buseck. Grohen-Buseck I — Rieder-Ohmen I 5:1. Grohrn-Buseck II — Steinbach II 2:3. Großen-Buftcks I. konnte am letzten Sonntag einen 5:1-Sieg über die I. von Nieder-Ohmen erzielen. Nieder-Ohmen halte gegen bie Busecker einen schweren Slanb. In ber ersten Halbzeit fielen 4 Tore für bie Einheimischen; bie Gäste erzielten ihr Ehrentor. Großen-Busecks zweite Mannschaft verlor auf eigenem Platze gegen bie gleiche von Steinbach mit 3:2 Toren. Nächsten Sonntag fährt bie 1. Mannschaft Buseckr nach Homberg an der Ohm zum fälligen 'Verbunds- spiel. Das Vorspiel in Buseck konnten die Hornberger mit 1:0 unverdient gewinnen. Dies« haben in bett letzten Jahren in der Kreisliga gespielt unb haben heute noch alte erfahrene Spieler in ihr^x Mannschaft. Großen-Buseck besitzt eine junge unb körperlich schwache Mannschaft, bie gegen einen solchen Gegner wie Homberg sehr im Nachteil ist. Sportverein 1928 Garbenteich. Die erste Mannschaft des Sportvereins 1928 Garbenteich konnte am vergangenen Sonntag im Verbandsrückfpiel über die gleiche des V. f. R Lich mit 4:2 Toren triumphieren. Das Spiel fand in Garbenteich statt. Schon in der erster Minute konnte Lich mit 1:0 in Führung gehen. Jetzt entwickelte sich ein scharfes, aber faires Spiel. Garbenteich gestaltete es überlegen, was sich durch das Halbzeitrefultat 2:1 für den Sportverein bemerkbar machte. Das Endresultat hätte bedeutend höher ausfallen können, wenn der Gastgeber nicht für zwei seiner besten Leute Ersatz hätte einstellen müssen. Handball in Fronhausen (Lahn). Fronhaufen — Hachborn 2:0 (0:0). Zu einem Gesellschaftsspiel hatte sich die erste Mannschaft des Turnvereins D.T. Fronhausen der gleichen Mannschaft des Turnvereins Hachborn verpflichtet. Hachborn trat komplett an, Fronhausen nur mit 9 Mann. Während die erste Spielhälfte torlos verlief, ergab sich in der zweiten Spielhälfte eine Ueberlegenheit Fronhausens, welche mit 2 Toren belohnt wurde. Kreisrinderzuchtverein für hessisches Neckvieh. —Lich, 18.Dez. Die diesjährige Jahreshauptversammlung des Kreisrinderzuchtvereins für Hessisches Fleckvieh fand vor einigen Tagen im Gasthaus zum „Löwen" unter zahlreicher Beteiligung der Fleckviehzüchter des Kreises Gießen statt. Der Vorsitzende, Regierungsrat Dr. Braun, Gießen, erstattete zurächst den Jahresbericht; 14 Gemeinden sind als korporative Mitglieder neu beigetreten, so daß dem Kreisverein heute 63 Gemeinden als korporative Mitglieder sowie 300 Einzelmitglieder mit fast 600 Herdbuchtieren angehören. Die finanziellen Ergebnisse seien recht günstig. Darauf trug der Rechner die Rechnungsergebnisse des Rcchnungsjah - res 1928 vor. Die Gesamteinnahme beträgt 2148.98 Mk.» die Ausgabe 1959.44 Mk., so daß ein Kassenbestand von 189.54 verbleibt. Das Kap,' talvermögen stieg auf 2400,91 Mk. Sodann tarn der Voranschlag für 1929 zur Beratung, der in Einnahme und Ausgabe 1389.74 Mk. nachweist. Für besondere Veranstaltungen sind vorgesehen: für Ausstellungen und Schauen 260 Mk., Prämien für Bullenhaltung 110 Mk., Jungvieh- Prämiierung im Bezirk Leihgestern -Oberhor- gern 400 Mk. Der Voranschlag wurde nach dem Entwurf einstimmig genehmigt. 2lls Preisrichter für die bezeichnete Jungviehprämiierung wurden die Bürgermeister Müller, Bellers heim, und K n a u ß, Stangenrod, gewählt. Hierauf sprach Herr B ü x l e r vom Landwirtschaftskammerausschuh über „Die Ergebnisse der Hauptkörungen, der Jungviehaufnahmen, der Jungviehprämiierung und über die Ausstellung der Deutschen Landwirt- schasts-Gesellschaft in Münche n". Herdbuchkörungen wurden in 35 Orten vorgenommen, es konnten 23 Bullen und 54 weiblich« Tiere in das oberhessische Herdbuch aufgenommen werden. Bei den Zuchtgemeinden steht an der Spitze Langsdorf mit 25, es folgen Oberhörgern mit 20, Weitershain mit 13, ©rüningen und Stangenrod mit je 10 Tieren. Aus einem Rückblick auf die letzten fünf Jahre war zu ersehen, daß bie Zuchtbestrebungen in den Orten des Vereins nicht sehr wesentliche Fortschritte gemacht haben. Ganz besonders wurde darauf hingewiesen, daß die Vullenhaltung immer noch zu wünschen übrig läßt, nur in verschiedenen Orten des südlichen Kreises sind gute Dullenhaltungen. An die Bürgermeister und Vertrauensmänner geht die Mahnung, ihr Augenmerk auf eine gute Haltung unb Pflege, sowie auf züchterische Auswahl erstklassiger Bullen zu richten. Zum Ankauf solcher tadellosen Tiere bieten die Zuchtdiehversteigerungen der Landwirtschaftskammer die günstigste Gelegenheit. Jungviehausnahrnen. In den Zuchtorten des Kreises konnten etwa 230 Jungtiere mit Ohrmarken vorgeführt und in das Jungviehregister ausgenommen werden. Auf die Aufzucht der Jungtiere wird meistens noch zu wenig 1 Wert gelegt; zwcamäßige Fütterung, Luft unb Lig-t in den Ställen und Anlage von Tummel ule. rt’Mt-'rtr I >r. Schätiler. 'D Lagerhallen/intogiragen / WEFkslätlan 08204 Hafenstraße 52. 8522V wurde eingetragen: 10533U Televbon 4156 (101031) iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiimiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim wurde eingetragen: 10532u msürheM« Erinnerungen- (M514' fragen. 10493V rung: V9I0A *8238 Aulenlhalts- und Bureaugebäude io zerlegbarer Bolz-, Belon- oderEisen- Belon-Aus.übrung DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'sche Druckerei Ruhholzversteigerung. Montag, den 30. Dezember 1929, kommt im Tlieder-Wetseler Wald zur Versteige- 10627D ...................im................................................ 10020V Eigene Werkstätte für Einrahmungen Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, Stämme: Fichte: la-Kl. 124 Stück = 25,03 fm; Ib-Klasse 258 Stück = 84,45 fm; 2a«Ä(. 148 St. - 100,69 fm; 2b-Kl. 45 Stück - 49,07 fm; 3a-Kl. 4 Stück = 5,59 fm. Stämme: Lärche: la 2 Stück = 0,36 fm; lb 2 Stück = 0,53 fm; 2a 3 Stück -- 1,51 fm; 2d 3 Stück = 1,85 fm. Stämme: Kiefer: 2a 9 Stück = 3,02 fm; 2b 8 Stück 3,91 fm; 3a 2 Stück = 1,66 fm; 3b 3 Stück = 1,86 fm. Derbstangen: Fichte: 1. Kl. 49 Stück; 2. Kl. 25 Stück; 3. Kl. 9 Stück. Ruhscheit: Kiefer: 3 m lang, rm 71. Bemerkt wird, daß nur ein Teil des Holzes vorgezeigt wird. Das Holz in der Struht und Langfcheit wird nach der Mit- tatzspaufe in der Wirtschaft Waidmann (Jägerhaus) versteigert. Kaufliebhaber wollen sich das Holz vorher ansehen. Nähere Auskunft durch Förster Böcker, Hausen bei Butzbach. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr an der Lichteich. Bei ungünstiger Witterung findet die Versteige, rang bei Waldmann statt. Nieder-Weisel, den 20. Dezember 1929; Bürgermeisterei, Winter. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung A, Alten Friedhofs. 6.30: Christmette; Pfarrer Ausfeld; 9.30: Pfarrer Lenz. — Elisabeth-Kleinkinderschi an unsere Kindheit werden von uns immer mit großer Freude aufgenommen. Schenken auch Sie Ihren Kindern diese Freude. Eine Kamera verhilft Ihnen leicht dazu. Wie oft bietet sich Ihnen ein allerliebstes Bild Ihrer Kleinen, das später, wenn die Kinderschuhe ausgezogen, eine stete Erinnerung bleibt. Holen Sie sich unseren fachmännischen Rat, auch für Spezial. Gießen, Marktplatz 22 - Oi-SID 8 Sarbenleich. >es Sportvereins M :gangenen Sonntag ir ie gleiche des D.s.I imdhieren. Das 6nicl . Schon in der trfftt :0 in Führung Mn. scharfes, aber faires ete es überlegen, was resultat 2:1 für den achte. Das Endresultat usfallen Eimen, wenn sei seiner besten Leute lai Pilsen (Lahn). hborn 2:0 (0:0). >id hatte sich die erste 1 ms 2-T. Fronhaufen 1 )es Turnvereins Hach- | rn traf Midi an, 1 in. Während öle erfte | ergab sich in der | ÜckeüegmM W* . m delvhnt wurde. , Marburger Str. 68. Telephon 2748/49 — 9.45: Beichte; 10: St'ftsdechant Kahn; hl. Abendmahl (Chorschule, Posaunenchor); 5: Weihnachtsfeier der Kinderkirche. — Rieder-Bessingen. 2: Stiftsdcchant Kahn. 2. Weihnachtsfeiertag, den 26. Dezember. Stadtkirche. 9 30 Uhr: Pfarrer Mahr; Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde; 5: Pfarrer Becker. — Johanneskirche. 9.30: Pfarrer Bcchtolsheimcr; 5: Pfarrer Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Eie. Waas. — Elifa- beth-Kleinkinderfchule. 9.45: Pfarrer Lenz. — Klein- Linden. 10: Hauptgottesdienst. — Dieses. 10; Opfer für den Kleinkindcrfchulfonds. — Allen-Buseck. 10: (Frauenchor); 6: Trohe. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 4: Weihnachts-Kindergottesdienst. — Haufen-Garbenteich. 10: Garbenteich; 1: Hausen. — wahenborn- Slcinberg. 1: Hauptgottesdienst. — Lich. 10: Pfarrer Staubach; 2: Stiftsdechant Kahn. — TUeder-Bessingen. 9.30: Stiftsdechant Kahn; hl. Abendmahl. katholische Gemeinden. Dienstag, den 24. Dezember. Gießen. 16 und 19 Uhr: Beichte. Mittwoch, den 25. Dezember. Weihnachtsfest. Gießen. 5 Uhr: Christmette; Beichte; 6, 6.30, 7 und Lhn'stbaumsiänder Laubsäge Werkzeugkasten, Vorlagen in großer Auswahl (9376A Edgar Borrmann / Gießen E ienwarcn, Haus- und Küchengeräte. Meine Praxis bleibt bis einschl. 15. 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Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker; 5: Pfarrer Müller. — Jobannestirche. 9.30: Pfarrer Ausfeld; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannes- gcmeinde; 5: Pfarrer Bechtolsheimer. — Kapelle des «tz fetiierio die auch in Bureauarbeäen lMa- schinenfchretben und Sienographie) bewandert ist, von btesiaem Maun- sakturwarcn-vtcfchäst für 1. Jan. 1930 gesucht. Schrlnliche Angebote ______nnier 08225 an den Gieß. Anz. erb. Am 13. Dezember 1929 bei der Firma Directlon der Disconto-Gesellschaft, Zweigstelle Gießen: Durch den von der Generalversammlung am 29.'Dttober 1929 unter unter Zustimmung der persönlich haftenden Gesellschafter genehmigten notariellen Ver- schmelzungsoertrag vom 25. Oktober 1929 ist das Vermögen der Gesellschaft als Ganzes unter Ausschluß der Liquidation gegen Gewährung von Aktien auf die Aktien- aesellschaft in Firma „Deutsche Bank" in Berlin übertragen. Die Gesellschaft ist dadurch aufgelöst und ihre Firma erloschen. Am 14. Dezember 1929 die Firma Deutsche Dank und Disconto-Gesellschaft, Zweigstelle Gießen zu Gießen, Zweigniederlassung der Firma Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft Aktiengefcllschaft in Berlin. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb von Bankgeschäften aller Art, insbesondere Förderung und Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, den übrigen europäischen Ländern und überseeischen Märkten. Das Grundkapital beträgt 285 000 000 RM. Es ist eingeteill: a) in Höhe von 166 000 000 RM. in 166 000 Aktien zu je 1000 RM., b) In Höhe von 119 000 000 RM. in 1 190 000 Aktien zu je.100 RM., welche auf den Inhaber lauten. 200 000 Aktien über je 100 RM. sind in 4000 Global- urkunden über je 50 Aktien zu 100 RM. = 5000 RM., 200000 Aktien über je 100 RM. sind in 20 000 Globalurkunden über je 10 Aktien zu 100 RM. - 1000 RM., 200 000 Aktien über je 100 RM. sind in 40 000 Globalurkunden über je 5 Aktien zu 100 RM. = 500 RM. zusammengefaßt. Zu Vorstandsmitgliedern sind bestellt: 1. Kaufmann Oscar Schütter zu Berlin, 2. Bankier Oscar Wassermann zu Berlin, 3. Direktor Emil Georg von Stauß zu Berlin- Dahlem 4. Direktor Alfred Blinzig zu Berlin-Dahlem, 5. Bantdirektor Selmar Fehr zu Berlin-Charlottenburg, 6. Bankdirektor Dr. Paul Bonn zu Berlin, 7. Bankdirektor Dr. Werner Kehl zu Berlin- Dahlem, 8. Bankier Dr. Franz A. Boner zu Berlin, 9. Bankdirektor Dr. Theodor Frank zu Berlin, 10. Bankier Dr. Eduard Mosler zu Berlin, 11. Bankier Gustav Schlieper zu Berlin, 12. Bankier Dr. Georg Solmssen zu Berlin, 13. Bankdirektor Dr. Peter Brunswig zu Berlin-Steglitz, 14. Bankdirektor Johannes Kiehl zu Berlin- Schöneberg, 15. Bankdirektor Dr. Otto Abshagen zu Berlin-Lichterfelde, 16. Bankdirektor Dr. Jacob Berne zu Berlin, 17. Bankdirektor Otto Sperber zu Berlin- Lichterfelde; 18. Bankdirektor Dr. Kurt Weigelt zu Berlin, 19. Bankdirektor Fritz Wintermantel zu Berlin, 20. Bankdirektor Fritz Bruck zu Berlin, 21. Bankdirektor Karl Burghardt $u Berlin, 22. Bankdirektor Fritz Heinrichsdorff zu Berlin, 23. Bankdirektor Dr. Ernst Mandel zu Berlin, 24. Bankdirektor Oswald Rösler zu Berlin, 25. Bankdirektor Dr. Karl Ernst Sippell zu Berlin. Rr. 1 bis 12 find ordentliche Vorstandsmitglieder, Rr. 13 bis 25 stellvertretende Vorstandsmitglieder. Fritz Bo- denheimer, Eduard Pirrung und Ludwig Kreß, alle in Gießen, sind für die Zweigstelle Gießen als Prokuristen bestellt. Der Gesellschaftsvertrag ist am 29. Oktober 1929 neu festgestellt. Die Gesellschaft wird durch zwei Vorstandsmitglieder oder durch ein Vorstandsmitglied in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertreten. Die Generalversammlungen werden durch den Vorstand oder den Aufsichtsrat berufen; dies hat in der Weife zu erfolgen, daß zwischen dem Tage der Bekanntmachung und dem Tage der Versammlung selbst ein Zeitraum von mindestens siebzehn Tagen liegt. Oeffentliche Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen im „Deutschen Reichs- und Preußischen Staatsanzeiger" und außerdem in den vom Vorstand bestimmten Zeitungen. Zur Gültigkeit der Bekanntmachungen genügt deren Veröffentlichung im „Deutschen Reichs- und Preußischen Staatsanzeiger". Gießen, den 18.' Dezember 1929. Hessisches Amtsgericht. Am 3. Dezemoer 1929: a) bei der Firma Gustav Geisse in Gießen: Die Prokura der Luise Geisse in Gießen ist erloschen. Der Gustav Geisse Ehefrau, Jakobina geb. Rudolph in Gießen ist Prokura erteilt, b) Die Firma Kaufhaus Hansa. Inhaber Leo Abramowih in Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Leo Abrarnowitz in Potsdam. Am 6. Dezember 1929 bei der Firma Friß Hübner in Gießen: Kaufmann Fritz Hübner in Gießen ist als weiterer persönlich haftender Gesellschafter in die Firma eingetreten. Die offene Handelsgesellschaft hat am 4. September 1929 begonnen. Die Prokura des Fritz Hübner in Gießen ist erloschen. Am 11. Dezember 1929 bei der Firma Friß Egly in Gießen: Das Geschäft nebst Firma ist aus die Wilhelm Egly Witwe, Cordy geb. Kasver, in Gießen als Alleininhaberin übergegangen. Die Prokura der Wilhelm Egly Ehefrau, Cordy geborene Kasper, in Gießen ist erloschen. Am 12. Dezember 1929 bei der Firma Siegmund Hirsch in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 13. Dezember 1929: a) bei der Firma August Frensdorf in Gießen: Das Geschäft nebst Firma ist unter Ausschluß des Uebergangs der in dem Geschäftsbetrieb seither begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten auf den seitherigen Gesellschafter Julius Frensdorf als Einzel- kaufmann übergegangen. Der Kaufmann Leopold Löb in Gießen ist mit Wirkung vom 1. April 1929 aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese hierdurch aufgelöst. Die Prokura der August Frensdorf Ehefrau, Johanna geborene Ehrmann, von Gießen ist erloschen. Der Julius Frensdorf Ehefrau, Johanna geborene Kahn, in Gießen ist Prokura erteilt. b) Bei der Firmü Heinrich Bläser in Gießen: Die Firma sowie die Prokura der Wilhelm Möser II. Ehefrau, Anna geb. Löber, in Gießen ist erloschen. Gießen, den 19. Dezember 1929. Hessisches Amtsgericht. Hermann Schwarz, Ballenhan Vertr. Karl Peppier. GieBao, Marb. Str. 26, Tel. 2168 Rückgratverkrümmung Glänzende Erfolae ohne Be rufostöruua. Bester Scbutz ncg. schwere Gesnvdheuvschädign. il trübe Invalidität. Höchste AnS- zeichnunn u. goldene Medaillen. Kostenlose Ausknntt. 110526V F.tiZenzel, Franklnrl a.ffl.-Sfid 95 Unter den Akazien 37. Die Eierpreise steigen aber auch die Gewinne der Geflüirellvdter. so fern „Ifinskator • Le^e- mlsch.n ter (Eiermehl)'* veriünert wird. Der Eleieriraff wird durch Muskator Full er seihst im Herbst und Winter nochr erhö.it. Druckschriften und Proben kostenlos von v x*T>s7r Ihrem Händler oder dem Hersteller: Berjisc'es Kraftfntlerwerk v. m. b. H. Düsseldorf • Hafen Verkaufs-Büro für Süddeutschland. Robert Klelnbenz, Ludwigshafen a. Rh. 9.45: Pfarrer l.ic. Waas; 5: Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Petrusgemeinde; Pfarrer Eie. Waas. — Kle.n-Linden. 10: Hauptgottesdienst; 4: musikalische Feier. — Wieseck. 10: (Frauenchor); 5.30: Christvesper (Schülerchor); Opfer für die Heiden- Mission. — Alten-Vuseck. 10: (Posaunenchor); 6: (Schülerchor). — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Feier des hl. Abendmahls für die jungen Männer und Frauen von Staufenberg; Kollekte für die Heiden- miffion; 4: Kirchberg; liturgischer Gottesdienst; Kollekte. — hausen-Garbenleicb. 10: Hausen; Kirchcn- chor; 1: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 115: Hauptgottesdienst (Kirchenchor, Kollekte); 4.30: Weih- nachtsseier der Kinderkirche (Schülerchor). — Lich. 7.30: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe, mit Predigt; 16.30: Beichte; 17.3'0: Vesper mit Segen; 19: Beichte. — Grünberg. 9.20: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 6: Christmette. — Lich. 6: Christmettc mit digt. — Ridda. 5: Christmette; 8.30: Hochamt m.l^>rcdigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Donnerstag, 26. Dezember. Fest des hl. Stephanus. Feier des goldenen Pricsterjubiläums des Heiligen Vaters. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt und Tedeum; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht mit Segen; 20: Weihnachts-Oratorium von H. F. Mii"er. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Hungen. «: Hochamt.- — Laubach. 10: Hochamt. — Lich. 10: Hochamt. — Ridda. 8.30: Hochamt. — Echzell. 10.45: Hochamt. eo tnffl-.ihienft ■«. ic^ tku.Avotb k- ' nm25 12/9 Dr. S. Klein. Dr Klewitz. Pelikanaovtkeke. Zahnarzt: Dr Wertheim. Donnerstag, 26. Dezember IL. WeilmackitStag': S.-N. Dr. Scliliephake. Dr. lllocki. Hirschavoibeke. Plätzen sind zur Aufzucht leistungsfähiger Zucht« und Nutztiere unbedingt erforderlich. An die Ausführungen des Redners schloß sich eine lebhafte Aussprache an, bei der sich Bommersheim, LangLdorf, Dürgerme'.ster Müller, Dellerrh'.im, Landwirt Faber, Leihgestern, B i n g e l, Grüningen, I h r i n g, Lich, und K. H a h n, Bellersheim, beteiligten. Der Vorsitzende dankte dem Redner für seine züchterisch überaus intrressanten Ausführu'gen und bat die Anwesenden, die guten Vorschläge und Winke des Redners weiterzutragen in ihre Gemeinden und Zuchtgebiete, um die Ziele der Fleckviehzucht zu fördern. Am Schluß der Verhandlungen dankte Landwirt Bommersheim, LangLdorf, dem Vorsitzenden, dem Referenten Büxler, dem Rechner, dem Preisrichter und den Vertrauensmännern für ihre Bemühungen im Interesse des Vereins. __________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bi» 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. ! diesWge Jahrcr- ?• f**3£w*e » h'n3ahr^bcncht. H I p?« k n Srg-bmlic ; „ « Ä.*'’ >cs beträgt < Das -W % eoMnr f&U Dl * Aiederhessen und Westfalen. Lind erst einige Wochen nach dem Friedcn^schluß, am 23. Dezember 1762. wurde die Festung Gießen von den Franzosen geräumt. 3m Anschluß an den Vortrag zeigte Pros. Döschen eine Anzahl L'.chtbilder: einen Plan der Festung Gießen, wobei er auf die einzelnen Tore und Bastionen hinwies, eine General st abskarte von Gießen und LI m g e g e n d, in welche die Feldbefestigungen der sranzüsischen Truppen und des Heeres des Herzogs Ferdinand eingetragen sind, eine Zeichnung mit Beispielen von Feldbefestigungen. sodann die Bilder einiger Heerführer jener Zeit — z. T. in Paris erworben —. so des alten Dessauers, des Herzogs Ferdinand von Braunschweig und seines Sohnes, des spateren preuh. Oberbefehlshabers in den Revolutionlkriegen, des Generals Luckner und seines LIrenIels, des Kapitäns des bekannten „Seeteufel". 3n der folgenden Aussprache kam Llniversitäts- Dibliotheksdirektor Prof. Dr. Ebel auf die Befestigungen von Gießen zu spr'chen und gab auf Grund seiner langjährigen Forschungen zur Geschichte unserer Stadt eingehende Erläuterungen. Wirtschaft. Französischer Millionenauftrag. 3n den letzten Lagen gelang dec deutschen Bureaumaichinenindustrie ein außergewöhnlicher Erfolg. Bon 184 rechnenden Buchungsmaschinen, die das französische Arbeitsministermm bestellt hat, wurden 130 an die Deutschen Meccedes- Dureaumaschinen-Werke 21.»®. in Zella-Mehlis (Thür.) in Auftrag gegeben, während sich die restlichen 54 auf zwei amerikanische Firmen verteilen. v Stickstoffverständigung. Die Verhandlungen der 3.-G.-Farbenindustrie 21.-®., Frankfurt a. W. mit der Deutschen Ammoniak- Verkaufs-Vereinigung G. m. b. H. dec Gasver- arbeitungs-Gesell.chaft m. b. H.. Solingen, der Duhrchemie 21.-®. und dem Stickstoffwerk Scholven haben jetzt zu einer Verständigung in den grundsätzlichen Fragen geführt. Die Regelung der Einzelheiten wird de^-äHst erfolgen. - Verschmelzung Ostbank f ü r Han» del und Gewerbe mit dresdner Dank genehmigt. Die außerordentliche Generalversammlung der Ostbank für Handel und Gewerbe, Königsberg hat gestern den bekannten VerschmelzungLvertrag mit der Dresdner Dank, demzufolge das Vermögen der Bank unter Ausschluß der Liquidation mit Wirkung vom 1. Jan. 1929 auf die Dresdner Bank übergeht, gegen 106 Stimmen unter Protest genehmigt. _ Den Aktionären der Ostbank werden im Verhältnis 4:1 Aktien der Dresdner Dank, dividendenberechtigt ab 1. Januar 1929, angeboten. In der Generalversammlung vertraten 25 Aktionäre ein Kapital von 3 437 640 Wk. mit 171 832 Stimmen. * Gesfürel-Ludw. Loewe. 25 Mill. Mk. neue Aktien der Gesellschaft für elektrische Llnter- nehmungen-Ludwig Loewe AI., Berlin, sind zum Handel und zur Dotierung an der Berliner Börse zugelassen worden. Doch dem Prospekt hofft die Gesellschaft, soweit der Geschäftsgang des ablaufenden Geschäftsjahres 1929 sich übersehen läßt, auch auf das erhöhte 2lktienkapital eine Dividende in Dorjahrshöhe ausschütten zu können (d D. Gesfürel 10 v. H.. L. Loewe 10 v. H., Agwa 6 v. H.). Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 24- Dez. Tendenz: ge- schästslos. — Die letzte Börse vor den Feiertagen eröffnete in ruhiger aber nicht unfreundlicher Haltung. Die Llmsahtätig- keit hielt sich in den denkbar engsten Grenzen, zumal auch besondere Anregungen nicht Vorgelegen haben dürften. Hinsichtlich der Klärung der inner- politische Lage war man beruhigt, allerdings wirkte die schwache gestrige Deuhorker Börse etwas geschäftshcmmeno. Die Kursveränderungen gegen die gestrige Abendbörse waren geringfügig, zum Teil ergaben sich kleine Besserungen, auf der anderen Seite dagegen kleine Abschläge. So namentlich am Bankenmarkt mit minus 1,75 Prozent, während Commer'bank leicht gebessert lagen. Am Chemiemarkt eröffneten 3.-G.-Farben plus 5,s Prozent nur geringfügig höher. Don Elektrowerten gewannen AEG. 0,5 Prozent, Schuckert,0.75 Prozent, Siemens 1 Prozent. Montanwerte biH 1 Prozent gebessert. Dis 1 Pro- zent niedriger lagen Zellstoff Aschaffenburg, Zellstoff Waldhof. Aku und Wayß L Freitag. Dt. Linoleum plus 1 Prozent. Renten stilli Im Verlaufe hielt die Geschäftslosigkeit an, doch blieben die Kurse gegen Anfang gut behauptet. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 Prozent weiter etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dorlar etwa 4,1740, gegen Pfund 20 33, London gegen Kabel 4,8828, gegen Paris 123 90, gegen Mailand 93 27, gegen Madrid 35 55. gegen Schweiz 25,0925, gegen Holland 12,1013. Berliner Börse. Berlin, 24. Dez. Für die letzte Börse vor dem Fest war keine Geschäftsbelebung erwartet worden. Ein Teil der Börsenbesucher war gar nicht mehr erschienen, und die Llmsatz- täligtcit war in der Tat kleiner, als an gewöhnlichen Samstagen. Dachdem der Vormittagsverkehr und die Vorbörse auf die Ernennung Moldenhauers zum Finanzminister eine beruhigte Stimmung zeigen konnte, trat zu Beginn der offiziellen Dör.e wieder eine gewisse Lln- sicherheit hervor, die ihren Grund in bekanntgewordenen Schwierigleiten einer mittleren 23er» liner Bankfirma (©icgfrieb Brann) hatte. Wiq verlautet, soll eS sich aber nicht um notleidende Börsenengagements, sondern um verfehlte Terrain- und Bauspekulationen handeln. Da im übrigen der Inhaber dieser Firma als Baissier bekannt ist. wurden Exekutionen für ihn vorgenommen. Aus diesen LIe-e Regungen heraus waren daher die ersten Dotierungen überwiegend fester. Hansa gewannen 4, Dheag 2,75, Ojer» bedarf 3,25, Rheinstahl 2 Proz. Auch die übrigen Montanpapiere wurden durch DiviLendenhoff- nungen bei Stahlverein angeregt, und Gesfürel und Ludwig Löwe konnten sich daraufhin etwas befestigen. Ain Farbenmarkt regte die Einigung der 3.-G.-Farben mit den Stickstoffabrilen deö Duhrgebietes etwas an. Erwähnenswert schwächer eröffneten Aku mit minus 1,5 Proz. Polyphon minus 2 Proz. und Schuckert minus 1,5 Prozent. Deutsche Anleihen ruhig. Deubesih- anleihe leicht erhöht. Ausländer behauptet. Pfandbriefe bei stillem Geschäft gehalten. Dec Geldmarkt war unverändert. Auch nach den ersten Kursen blieb die Llmsahtätigkeit sehr klein, und die Schwankungen an den einzelnen Märkten bewegten sich in den engsten Grenzen. Polyphon holten ihren Ansangsverlust wieder ein, Reichsbanlanteile gewannen 2,5 Prozent, wobei angeblich Engagementsauslösungen für die obengenannte Firma eine Dolle spielen sollen, und die zu ihrer Erstnotiz 4,50 Mark niedrigeren Chade-Aktien holten tm Verlause 3 Mark ihres Derlustes wieder ein. Rundfunkprogramm. Freitag, 27. Dezember. 12.15: Schallplattenkonzert (Blas-Musik). 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend, „Künstlerische Heimarbeit: Wie die Käte-Kruse-Puppe erfunden wurde", Vortrag von Berufsberaterin Taut, Arbeitsamt Frankfurt a. M. (Für Kinder vom 12. 3ahre ab.) 16 bis 17.45: Aus dem Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städtischen Kurorche- sters. 18: Wo uns der Schuh drückt: „Rundfunkhörer." 18.35: Von Stuttgart: Aerztevor- trag: „Heber Wesen und Bedeutung der sogenannten Hormone." 19.05: Von Stuttgart: Volkswirtschaftliche Reihe: „Ziele und Wege neuzeitlicher kaufmännischer Bildung", Vortrag von Handelskammersyndikus Dc. P. Brock, Reutlingen. 1930: Von Stuttgart: Bunte Stunde. 20.30: Von Stuttgart: Schwäbische Komdonistenstunde. 21.45 bis 22.15: Von Mannheim: Sardana, Vortrag mit Schallplatten über katatonische Volksmusik von Hort Pohly, Heidelberg. 22.45 bis 24: Tanzmusik. Samotag, 28. Dezember. 11 bis 12: Schallplattenkonzert. 13.40 bis 14.40: Schallplattenkonzert, Unterhaltung und Tanz. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Aus dem deutschen Liederkranze." 16: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 17 bis 17.45: Tanzmusik. 18.05: „Laienmusizieren", Vortrag von Helma Autencieth-Schleußner. 18.35: Stunde des Arbeiters: „Erlebnisse zu Weihnorchten tm Schützengraben", Vortrag von Dur,i Eirns. 19.0j: Spanischer LInt.rcicht, erteilt von Tura He'.erhosf. 19.30: Laienmusizieren. 20.15: Bunter Llbend. 22.30 bis 23: In einer Altstadtkneipe, Kunden und Artisten vor dem Mikrophon. Büchertisch. — Robert Sommer, Geheimer Medimnal- rat, Professor Dr. med. et phil., Die Dlibelun- gentoege von Worms über Wien xur Etzelbucg. Ein reich illustriertes deutsches Wan- derbuch mit 36 Bildern und ausführlichem Schcift- verzeichnis. Preis broschiert 6,50 Mk., in Leinen gebunden 8 Mark. Dieses Buch bildet eine Neuentdeckung und Neubelebung des Nibelungenliedes mit Hilfe genauester Untersuchung der alten Völkerwege und Heerstraßen in Deutschland und Oesterreich. Es handelt sich hierbei vorwiegend um vorgeschichtliche, römische und karolingische Straßenzüge, auf Grund deren Erforschung die Nibelungenwege von Worms über Wien zur Etzelburg dargestellt sind. Dem schon bekannten mittleren Teck dieser Straße an der Donau, von Passau über Wien bis Heimburg, wird der westliche von Worms bis zur Donau und der östliche von Heimburg bis zur Etzelburg hinzugefügt. Die Stelle dec Etzelburg befindet sich nicht art der Donau, sondern, entsprechend den Karten aus dem 17. Jahrhundert, nordöstlich von Gran an der alten Völkerstraße von der oberen Weichsel zur Donau. Durch diese Erkenntnisse werden neue Einblicke in die Nassenmischung -und Völkerwanderung in Deutschland, Oesterreich und Ungarn gewonnen. Der erste Teil des Buches stellt die Orte und Persönlichkeiten des Nibelungenliedes dar, der zweite die Rennwege und alte Heerstraßen vom Rhein zur Donau und weiter bis nach Ungarn, dex dritte ist ein Wanderbuch, das die Durchführung von neuen „Nibelungenfahrten" im Zuge der alten Straße ermöglicht. Dabei wird eine ganze Reihe von alten deutschen Städten sowie von vorgeschichtlich und geschichtlich interessanten Orten dargestellt. — Westermanns Monatshefte beginnen mit einem neuen Roman .,Glacksuchec",des feinsinnigen Dichters Paul Steinmüller. Das teils in Berlin, teils in Italien spielende Werk behandelt moderne Probleme: die lebensnahe Zeichnung seiner Gestalten und ihrer Llmwelt macht den Roman zu einer fesselnden Lektüre. Der Graphiker Alfred Hohn zeichnet „Köpfe aus dem geistigen Hamburg". Er weiß seine Eindrücke mit der Feder ebensogut festzuhalten, wie mit dem Stift und so steht neben ben vielen Bildern bedeutender Hamburger ein fesselnder Text. Konrad Falke ergründet „das Geheimnis der Iungfrau", seinen Beitrag schmücken gut wiedecgegebene Gemälde der Schweizer Becgwelt von Prof. Recher. Von den vielen anderen Beiträgen sei erwähnt Egon von Kapherrs „Moderne Tiergeschichte", Rietz- necs „Musik als Heilmittel", Gebhards Schilderung der A. E. ®. — Eine Auswahl aus dec ganz überraschend am 1. Dezember erschienenen österreichischen Aktenpublikation bringt das Dezemberheft der „Berliner Monatshefte". Auch über das Attentat von Sarajevo finden sich zahlreiche neue Dokumente vor. Das Heft enthält ferner eine fesselnde Studie über den verstorbenen Fürsten Dülow und eine eingehende Arbeit über ..Die Bündnisverhandlungen zwischen Deutschland und England 1898—1901" von Professor Gustav D o l o f f, der sich besonders mit der Rolle des Freiherrn von Eckardstein, des damaligen deutschen Botschafters in London, beschäftigt. Viele Porträts historischer Persönlichkeiten beleben den wertvollen Aussatz. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) F. W. in G. Es wird sich fragen, ob in dem Legen der betreffenden Leitung ein vertragswidriger Gebrauch dec Mietwohnung zu finden ist. In diesem Falle können Sie nach § 550 Bürgerl. Gesetzbuchs beim Amtsgericht aus Llntcr- lassung klagen. Dem Mieter steht nicht ohne Erlaubnis des Vermieters das Recht zu, Veränderungen vornehmen zu lassen. Ein vertragswidriger Gebrauch, der die Rechte des Vermieters in erheblichem Matze verletzt, berechtigt zur sofortigen Kündigung ohne Einhaltung einer Frist. Bei einem evtl. Auszug hat der Mieter das Recht, eine Einrichtung, mit der er die Sache versehen hat, Wegzunehmen und ist auf Verlangen des Vermieters hierzu vec- vflichtet. Der Mieter hat nur 'Veränderungen usw. infolge vectragsmätzigen Gebrauchs nicht zu vertreten. In Ihrem Falle liegt jedoch letzterer nicht vor. H-Eirhen. Dur für den Fall, dah mtt Ihrem Betriebe eine besondere Llnsa.lgefahr nicht verbunden wären, könnte er nach § 543 der Reichs- vecsichenmgsordnunz vom Deichsversicherungsamt: in Berlin für versicherungsfrei erklärt werden. Als Llnternehmer können Sie sich nach § 550 des Gesetzes gegen die Folgen von Betriebsunfällen selbst versichern. Wir empfehlen Ihnen, sich unter genauer Darlegung Ihrer Verhältnisse an das Oberversicherungsamt in Darmstadt. Deckarstratze 1, zu wenden, damit es zu Ihrem Fa'le Stellung nimmt. E. Aulweg. Wenn Sie mit Ihrem auswärts wohnenden Mieter ausdrück.ich vereinbart haben — matzgebend ist der Wortlaut Ihres Vertrags. gegebenenfalls auch dem Sinne nach —, daß die Mietsumme an Ihrem Wohnorte zu be- zahlen ist, so kann er das Porto für die Zusendung der Mietbeträge nicht abziehen. Im Zweifelsfalle ist als Leistungsort für Mietzinszahlungen dec Ort des vermieteten Grundstücks anzr.sehen. (§ 269 DDB.) 3. G., Reiskirchen. Wenn toie das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, kann die erloschene Anwartschaft in der Invalidenversicherung nach Zurück- legung einer neuen Wartezeit von 200 Beitrags« ivochcn wieder aufleben. Sind oie aber schon über 40 Jahre alt, so ist ein Wiederaufleben der Anwartschaft durch freiwillige Beitragslcistung nur nach Zurücklegung einer neuen Wartezeit von 500 Beitragswochen und nur unter der Voraussetzung möglich, daß auch vor dem Erloschen der Anwartschaft mindestens 500 Beitragsmarken verwandt waren. Dc. 100. Nur wenn Sie keine anderweitige Zahlung für die Kinder erhalten und die Mutter nicht arbeitsfähig ist. Sie auch bisher für die Kinder gesorgt haben, wäre es möglich, daß im Falle dec Arbeitslosigkeit auch für die Kinder die Zuschläge gewährt werden. A. 0.. G ehen. Nur wenn durch die Anwesenheit Ihrer Tochter in Ihrem Haushalt eine wesentliche Belastung In wirtschaftlicher Hinsicht für Sie entsteht, kann u. U. eine Lohnsteuerermäßigung gemäß §56 des Einkommensteuergesetzes eintreten. Nähere- erfahren Sie beim Finanzamt. Letzte Nachrichten. FalscheGemchieüberBuderuS-Wehlar. Metzlar. 24.Dez. ((Eigener Dcahlberichs bet „Gieß. Anz.") Zu den über die B uberus'schev Eisenwerke in Metzlar aus Anlaß der Der» längerung der Rohstahlgemeinschaft umgehenden Gerüchten über einen Befltjübergang der Aktienmehrheit dieses Werkes an den 5 t a b 11 r u ft erfahren wir, daß diese Nachrichten vollständig aus der Luft gegriffen sind. Die Budecus'schen Eisenwerke in Wetzlar haben mit der Rohstahlgnncinschafi keinerlei Beruh- rungspunkte. Abgesehen vom Roheisen liegt ihre Fabrikation ausschließlich auf dem Grbiete be» Giehereiwesens. Feuer in einem (Saarbergwerk. Saarbrücken, 24.Dez. (MTV. Funkfpruch.) Lin vor einigen Tagen in ber Feltk oh len- grübe „Llarenthat" ausgebrochener j l ö j - brand hat gestern einen derartig großen Umfang angenommen, daß die Betriebsleitung die zur Bekämpfung des Brandes aufgebotene Mannschaft aus Gründen der Sicherheit zurückgezogen hat. Da der Brandherd unter der zweiten Sohle, der jetzigen fefften Sohle, liegt fetzt man nunmehr die Stollen bis zu dieser Sohle unter Wasser. Die Belegschaft konnte gestern nicht mehr einfahren. Verkehrsstörung durch Schneeverwehungen. Dresden, 24.Dez. (WTB. Aunkspruch.) Die heftigen Schnee st ürme der letzten Tage haben im östlichen Erzgebirge schwere Verkehrs st örungen verursacht. Mehrere Kraftverkehrslinien muhten eingestellt, oder eingeschränkt werdn», darunter die wichtigen Linien nach Zinnwald—Teplih und Olbernhau. Bei Altenberg blieben ein Autobus und ein p rioatfraft- mögen in den meterhohen Schneeverwehungen st ecken, da der Schneesturm auch heute bei 8 bis 10 Grad Kälte nicht nachgelassen hat und die Straßen über die Höhen Zvm Teil nicht mehr befahrbar sind. Infolgedessen muh der Verkehr durch die Täler geleitet werden. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v H., Lombardzinsfuß 8 v. H. "trantfun a w Verli' "rantfurt a Bern- 'rantfurt a »edir Sanfno er len. di.uö* U nibbricse R. 17..... 8% Pr. i'iuthCvpfanbbrtefcmllaU stomin.-L-bl. R. 16..... 7% Pr. S'anöctvfanDbdefan flalt. ailaiibbrlcfc iH. 10 Ü.C C. abß. Sortcie^L-Obligation tlidiahlbar 1932 4% Oellerrelchifche Golvrie. <1.20°^ ediert. Silben.- 4% Crflctreldilldie Sinheitttch« tiientt.......... 4% miflariidK Solbne . . . 4% UiiflarüdK Glaaier. v. 1910 teenl. von 1013 ... 4% Unaatlidie flroncnrtc.. . 4% Stint. Zolianlcihe v. 1911 . 4% Dörfliche Vagbabbatzn-An Serie l 4% M-eßt <2 "d- II 5% Olumänltoe vereinh. Stent- von 1903 . . .i ,n*,ische vereinh. Reni, von 1913 ....... *% irtuin-mifmt vereinh. y.en e . 87 90 50 J 89 46,13 96,5 82 78,65 98 95 89 24 21 i,95 7 ,95 .95 <.75 14 7,05 | | | ” | i | | I | I | 1 > II 1 I ’ 1 1 1 1 M II 87,5 99 50,1 775 46,25 98 95 89 24.13 1,95 21.13 19.2 20,75 1,95 7.13 7,1 7.9 .8 14 7 II 1 1 1 1 I 1 1 2 1 II 1 | | | . . | 1 | £” | | ; Hamburg.'LmcnIa Palet f>cmb Sübam. Darnpsich . t f>ania $amif|1)l|f.....1< Norbbeutlcker Lloyb.....t iflllfl Deutlche Crebttanft. . . I' Barnier Banloereln .... 1' Borltner Hanvel»ge>ellich. . . k ilommerz. und Privat-Baok. t Tarrnit. u. äiationalbanl . 1 Deuticho Bank...... 1 Dircoilio-Äcielllchast, Bni. . 1< £)rceoncr Bank......1 IHeitbobaiL 1 A.S.G . ... B era mann . . Eleltr. £iefetunfl6aeleU(diab 1 Licht unv ikraft 1 ®et. 1 (Slettr. Untern.. ... 10 Hamb Ulettr »Werte .... 1 Mein Gleftr ....... ©tfi.ct lile" ......1' Echutten L Co......11 Stemeao 26,5 142.75 142 75 142,75 275 150 200.25 157.5 143 110 138 • 40.5 169,25 269 118 159 56,D 87.75 127.5 123.65 132.5 104.5 87,5 101 89 104,5 '3,75 90 99.9 231 • 00,5 89.5 138 90.25 115 115.13 169.25 148.5 225 142 75 142.75 142.25 274.5 150,25 201 156.25 142.25 110 138 126 139.5 140.5 170 270 58 87.7b 128,5 124.6 132 104,5 87 100,5 90.9 104 67 90 99.6 231 .02 5 99,5 ticrehtifite Gtahlw Etat- M'new . . 16'/, Ra werte -.'I chcrslebeu . . i Ra werte Oesteregeln . . . 1c Rai tu f sa!«D(’tiuitb 16 .V ® fiarbcn.3nouftrtfl ... 11 Tvnamii Nobel ....... S CchetveanstaU........b Goidichrnivt ........6 SiOinccemcrke........6 ülrtiillfleiellitfiaft......S ÜlbtltPf Ho, mann .... 7 Lernen wert velbeFberg ... 10 ILememwert 'farKtabt ... 1° 4BaoB a ■" u aa . ... 8 Schuttbe» Patzenvofee ... 15 Litwerte ........12 Ser. (Sianifioff......18 Lembern........ 14 Hellfioii Waidbai ... 13% Hdiftoir Vltdiair uburg . . < Cbavottenburger 48 Deullche SInolcum..... Malchlnenbon A.-Ä......0 iii rro ri- iti Q i ....<> iruoiD. uoero .... 1< Nat. auiomotrti Ctenftem » Rappel . .... 6 !' onharö Tietz ...... 10 Lven-ks ...... . »iranti -JXaidjtnca ...... <1 (Hnr.net ..... 6 VcoitgenftaeDi ......> .lunobana . . 6 L'ediiDede lUainreatttDcr tzöchll a 32 8 i'iian. io cvebr Kueber......in ■äotflt e C'ceflnet ..... . 9 ütofr äuda ....... 10 102 177 185,5 306 167,75 142 60,5 66 111.5 78 113 159 75,13 131 5 <32,5 33,75 221,5 1 ~ 1 75 102 105.25 120 107 222,5 160 | 1 1 1 1 I | | | J2 | j£J il|| {S't i | | “? 1 l M 1 1 | 1 | | “7 1 1 I I | | 1 cp m > Z —cm 04 2 o UD — CO Cj 103 49,5 176.75 186 308,c 168,5 79 60,25 65.75 112 i 267 206 132 174 131.75 92 142 33,75 224 '36,25 137,75 16 66,25 309 41 41.75 44 H9,5 222 160.25 103 50-4 177 187 308 169.5 78,9 59.75 65.75 78,75 265, d 205.5 132-25 174.4 92.25 143 5 33.25 224,5 37 137 16 67.25 310.75 — 119 — 16.41 167.86 21.76 111.63 58 62 2 47 112.25 81,24 57,43 12,33 72,85 itanffur 23 Tezembei 24 Dezent bei Amtlich-- Notierung (»i-lr Brie! Amtlich' Norerung ch.-ir iöt e AM'k..Notl Bu n -Slireo ^rss.-Nntw Cbristiania flopenhaq.n etorfbolm Ajelfinflford. Italien . Vonbon. - . Neunork . - Pari«. . . Schweiz . . Sva i:u - Japan • - - •Hto ve ftan Wien in D- Cefl- obflcfi Prag . Pel irad YubaP'ft - Bul arten "'ssabon Danva oonft nttn. 9ltLtn Kano oq Um uäy Lairo . - 168.17 1 687 58,37 111,84 111,90 112.44 10,476 21.825 20,352 4.1695 16.425 81.13 57,63 2 048 0.456 38,72 12-38 1.407 73.07 3.019 18.81 81.41 1,978 5.43 4,131 3,876 20,877 168,51 1,691 58.49 112,06 112,12 112 6v 10,49o 21.865 20,392 4,1775 16,465 81,29 57,75 2 052 0,458 58,84 12,40 7,421 73-21 3-025 18.85 81.57 1.982 5.44 4,139 3,884 20,917 168,24 1.691 58,375 111,84 111.89 112,41 10.476 21,825 20.354 4,1695 16,435 81,12 57.34 2,048 0.464 58,70 12,38 7,407 73,07 3,019 18.78 81,43 1,978 5,43 4,125 3,876 20,875 168,38 1.69a 58.495 ' 112-06 112.11 112.63 10,496 21.865 20.394 4,1775 16.495 81,25 57,46 2,052 0,466 58,82 12,40 7.421 73,21 3,025 18,82 81.59 1.982 5.54 4.133 3 884 20,915