es Auftreten 1 Tanzwunder iiii'Ä«* Beiprogramm aus aller Welt 5 Uhi vormittags: Vorführung j, 26. Oktober 1929, Mont Cenis Beßlich Sonntag rogramm luesten und est-Film in 7 Akten denen Westen agejeff surerfilm de" , ,lich die aller* [dz5ttiedenstellen. ■* <7jtrtHfl» elÄer, 3®cl iC ' n Siehe" *“*£**> fr Off clb* -rLM Site'rft Äl diejes 3u be. <5*1*^* in. wie sie sind, nicht Gefühlen, beherrscht eine großartige Sym- von atemraubender itzung zu einem un- i86lich Sonntag; . Ivan Mosjoukin ...Brigitte Helm .Heinrich George ........DitaParlo Nr. 250 Erstes Blatt 179. Jahrgang Donnerstag, 24. Oktober 1929 Eriche im täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte _ Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Be;ugsprelr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse anter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranlsurt am Main 11686. GKtzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrrck und Verlag: vrühl'sche Univerfitctts Buch- tntö Zteindruckerel H. Lange in Gießen. Zchriftleltnng und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchnst 20u, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich tn Gießen. Die Regiemngsknsis in Frankreich. Briands Unfall. An sich, seinen unmittelbaren Ursachen nach, ist der Sturz des Kabinetts Briand gewiß nur ein parlamentarischer Unfall. Das beweist vielleicht am besten die Ueberraschung, die die Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses auslöste. Denn ernsthaft hat keiner von den Opponenten die Beseitigung des Kabinetts angestrebt, zumal die gesamte Linke, die diesmal gegen Briand votierte, ihm bei einer sachlichen außenpolitischen Debatte fraglos gegen den rechten Flügel der Regierungsparteien sekundiert hätte. Seiner Wirkung nach wird das Mißgeschick des französischen Ministerpräsidenten aber unter Umständen folgenschwer sein können. Denn so viel kann man wohl jetzt schon sagen, daß eine einfache Neukonstituierung auf der bisherigen parlamentarischen Grundlage ausgeschlossen ist. Dem widerspricht schon die Tatsache, daß das Schicksal, das Briand jetzt erlitten hat, von den 40 Stimmenthaltungen herbeigeführt wurde, die aus dem Lager der Regierungsmajorität heraus erfolgten. Im übrigen wird man wohl jetzt in Paris aus dem Vorgang die Lehre gezogen haben, daß man ein Kabinett seiner sachlichen Aufgabe entsprechend politisch zusammensetzen muß. Das war ja gerade d i e Zwickmühle, in der sich Briand als Ministerpräsident von Anfang an befand, daß er für seine außenpolitischen Aufgaben nur eine Mehrheit zur Verfügung hatte, die lediglich aus innerpolitischen Gründen zusammenhielt. Er übernahm das Konzentrationskabinett Poincars ohne jede Aenderung der parteipolitischen Konstellation, obwohl die sachliche Aufgabe eine Aenderung dringend erforderlich gemacht hätte. Wie lange die französische Regierungskrise dauern wird, ist schwer zu sagen. Charakteristisch ist, daß die öffentliche Meinung in Frankreich sich auf eine längere Zeit einrichtet, in der als» Briand fein Amt lediglich interimistisch verwaltet. Man ist in Paris auch bereits drauf und dran, mit dem Hinweis auf die Krise zugleich auch eine erneute Verzögerung des Beginns der Saarverhandlungen zu motivieren. Die deutsche Oeffentlichkeit dürfte für diesen Standpunkt kaum Verständnis haben, zumal ja, wie gesagt, die sachlichen Fragen der Außenpolitik nicht entscheidend für den Sturz Driands waren. Cs kommt auch noch ein Anderes hinzu. Der Beginn der Saarverhandlungen wurde vor kurzem auf ausdrücklichen französischen Wunsch verschoben, weil der interministerielle Saarausschuß mit seinen sachlichen Vorbereitungen noch nicht fertig geworden sei. Inzwischen sind aber, wie bekannt geworden ist, diese Vorbereitungsarbeiten zum Abschluß gekommen, und es kann auf deutscher Seite in der Krise [ein stichhaltiger Grund für eine weitere Verschleppung dieser Dinge, bei denen es ja ganz gewiß nicht um innerfranzösische Sorgen geht, gesehen werden. Wir glauben nicht zuviel zu sagen, wenn wir schon jetzt feststellen, daß ein etwaiger neuer französischer Dertagungs- antrag alle maßgebenden politischen Instanzen im Reich auf das Aeuherste befremden müßte. Denn mit der gleichen Motivierung könnte eines TageS aus Paris das Verlangen vorgebracht werden, nun auch die verschiedenen Kommis - sionsarbeiten zur Vorbereitung der Haager Schlußkonferenz bis zur Beendigung der französischen Regierungskrise einzustellen. Wan wird sich nun zu fragen haben, welche parlamentarischen Möglichkeiten für die Reu - bildung des französischen Kabinetts bestehen. Ganz ungeklärt ist vorläufig noch die Haltung der Radikalsozialisten, über die hoffentlich der eben beginnende Parteitag in Reims Ausschluß geben wird. An die W iederge- burt des Kartells, also an die Llebernahme der Regierungsverantwortung durch eine festgefügte Gruppe der Linken, können wir bei der mangelnden Regierungsbercitschaft der französi- schen Sozialdemokratie nicht glauben, zumal diese Linke ohne Einbeziehung der industriellen Gruppe Loucheur keine Mehrheit hätte. Hnb eine Verlagerung des politischen Schwerpunkts innerhalb der bisherigen Koalition durch etwaige Einbeziehung der Radikalsozialisten bei gleichzeitiger Trennung von der Gruppe Marin muh bis auf weiteres deshalb als ausgeschlossen gelten, weil der Präsident der Radikalen, Daladier, jeden Gedanken daran bisher schroff abgelehnt hat. 2n Erinnerung dürfte ja noch seine heftige Kontroverse mit Herriot fein, die sich vor wenigen Wochen abspielte. Die Beibehaltung endlich der bisherigen parlamentarischen Grundlage ist, wie bereits erwähnt, deshalb eine glatte Unmöglichkeit, weil Briand eben über den vierzig Stimmenthaltungen des rechten Flügels seiner Koalition, die ganz offenkundig nicht bereit sind, feinen außenpolitischen Kurs weiterzusteuern, gestürzt ist. Angesichts der Gesamtsituation in Frankreich ist es aber auch sehr fraglich, ob es gelingen wird, irgendeine Lösung zu finden, die den innenpolitischen Gesichtspunkten Rechnung trägt, gleichzeitig aber Briand die Fortführung seiner Außenpolitik gestattet. Und deshalb können wir auch nicht ohne weiteres die Auffassung teilen, daß jede parlamentarische Aeukonstellation in der Kammer sich von vornherein um Briand als den designierten Außenminister gruppieren müsse. Ooumergues Verhandlungen. Briands Rückkehr wahrscheinlich. Paris, 23.Oft (IDB.) Der Präsident der Republik, Doumergue, fjat seine Beratungen zur Lösung dec Krise aufgenommen. Er empfing zunächst den Senatspräsidenten Boomet, dann den Kammerpräsidenten Bouissen. Der Kammerpräsident erklärte beim Verlassen bes Elyfses, die Krise werde langwierig fein und schwer gelöst werden können, denn die Lage fei undurchsichtig. Der Präsident der Republik empfing nachmittags nacheinander den Vorsitzenden des Finanzausschusses des Senats, Senator (Sie men fei, und den Vorsitzenden des Finanzausschusses der Kammer, den Abg. Ma 1 vy. Elemente! erklärte beim Verlassen des Elysees: Rur ein 2Hann kommt für die Kabinettsbildung in Frage, nämlich Briand. Seine Anwesenheit innerhalb des Kabinetts ist außenpolitisch notwendig und innerpolitisch wird man sich leicht einigen. Sodann empfing Doumergue den Vorsitzenden des Senatsausfchusses für auswärtige Angelegenheiten, Senator Lucian Hubert, der beim verlassen des Llysees miileilfe, daß er Br icnb bestimmen müsse, die Regierung wieder z u übernehmen. Darauf verhandelte Doumergue mit dem Vorsitzenden des Kammerausschusses für auswärtige Angelegenheiten, dem Abgeordneten p a u ( Boncour. Dieser erklärte den Journalisten, die Krise, die zwar wegen der Außenpolitik entstanden sei, lasse die von Briand bis jetzt verfolgte Außenpolitik unangetastet. Von diesem Gedanken müsse man sich bei der Lösung der Krise leiten lassen, um in Europa den Eindruck zu erwecken, daß s i ch nichts geändert habe. Die Ursache der Krise lasse sich wie folgt um reihen: Die Linksmehrheit, die die Außenpolitik Briands bestimmt hat, hat Briand ihre Unterstützung zuteil werden lassen wollen dadurch, daß sie notwendige Aufklärungen forderte. Ls hat sich aber der Fall ergeben, daß Briand, wenn er diese Aufklärungen gegeben hälfe, sich der Gefahr aussehte, daß gewisse Teile seiner Mehrheit abtrünnig würden. Sodann hat der Präsident der Republik mit der Befragung der Parteiführer begonnen. Er empfing u. a. D a l adier und Louis Marin, den Führer der Republikanischen Vereinigung. Marin erklärte beim Verlassen des Elysees, daß nach den Berechnungen über die Stärke der verschiedenen Kammerfraktionen ein Ministerium des Kartells der Linken nicht lebensfähig fein würde. Marin fügte hinzu, Briand könnte allerdings ein Kabinett bilden, aber unter der Bedingung, daß dieses sich auf die Mehrheit stützen würde, die das Kabinett poincare unterstützt habe. Der radikale Abgeordnete Daladier erklärte, er habe den Präsidenten der Republik an die Stellung der Radikalen Partei erinnert, die in keiner Meise eine Aenderung erfuhr. Die Partei sei roeiter- hin für eine Regierung, die sich auf die Linksmehrheit stütze und könne nicht an einer Konzentrationsregierung teilneh- men. Warum die Linke Briand stürzte. Tas Parlament wünscht nicht ausgcschaltet zu werden. Paris, 23. Ott. (LU. Funkspruch.) Ein Abgeordneter des gemäßigten linken Flügels äußerte sich einem Vertreter der Tclegraphen- Union gegenüber, daß er gegen Briand geftimmi habe, weil er nicht zugeben könne, daß der Ministerpräsident und Außenminister sich weigere, eine Erklärung über seine Verhandlungen mit der Reichsregierung hinsichtlich der Rheinlcmd- räumung abzugeben. Man wisse tatsächlich nicht, was Briand dem deutschen Reichsaußenminister versprochen habe. Man wisse auch nicht, unter welchen Bedingungen die Rheinlandräumung abgeschlossen sei. Briand dürfe nicht allein handeln und die Kammer vor vollendete Tatsachen stellen, ohne ihr die Möglichkeit zu geben, iin gegebenen Falle einzugreifen. Auf die Frage, wie es denn möglich lei, daß der Sturz Briands in der Hauptsache auf den Angriff der Linken zurückzuführen sei, die doch bisher immer für eine bedingungslose Rheinlandräumung eintrat, antwortete der Abgeordnete, es gehe zur Zeit um das Interesse Frankreichs und man dürfe die Kammer nicht über die geführten Verhandlungen im unklaren lassen. Der Angriff der Radikalen sei aus innerpolitifchen Gründen erfolgt, um den Versuch zu machen, einige Ministersessel zu erobern. Wenn die Marin- Gruppe mit einigen Getreuen gegen das Kabinett gestimmt habe, stehe das im Einklang mit der von ihr bisher verfolgten Politik, die jede Rheinlandräumung verurteile. Das amiliche Berlin ist optimistisch Keine weitere Verzögerung der Laar- Verhandlungen? Berlin, 23. Ott. (Privatmeldung.) In offi- ziösen Kreisen nimmt man an, daß die Kabinettskrise in Frankreich, die ganz unerwartet gekommen ist, und, wie aus französischen Presse- äußerungen hervorgeht, vollständige Verwirrung angcrichtet hat, leine Aenderung der außenpolitischen Linie Frankreichs bedeutet, da das Vorgehen der Parteien gegen die Regierung sich nur gegen die ge - schästsordnungsmähige Führung der außenpolitischen Debatte gerichtet habe. Man hält es für sicher, daß Briand, der ja eine weit über Frankreich hinausgehend« politische Bedeutung hat, in irgend einer Form dem neuen Kabinett wieder angc* Horen wird. Man erwartet bestimmt, daß durch den Kabinettswechsel keine weitere Verschiebung der Saarverhandlungen eintritt und diese, wie vorgesehen, am 2 8. Oktober beginnen werden. Der seinerzeit für die Verschiebung der Verhandlungen von Frankreich angegebene Grund, daß die Vorarbeiten in dem französischen interministeriellen Ausschuß noch nicht abgeschlossen seien, ist jetzt hinfällig, da diese Vorarbeiten z u Ende geführt worden sind. Der GLaaisgerLchLchof lehnt eine einstweiirge Verfügung ab. Leipzig, 23. Off. (WB.) Der Staats- gerichtshof hat in Sachen Volksbegehren folgenden kurz nach 16 Ahr vom Reichsgerichtspräfi- denten Dr. Bu m f e verkündeten Beschluß gefaßt: Der Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung wird zurückgewiesen. Die Ablehnung des Erlasses einer einstweiligen Verfügung wurde vom Vorsitzenden wie folgt begründet: Der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich hat in seiner bisherigen Praxis gegenüber den Anträgen auf Erlaß von ein- welligen Verfügungen große Zurückhaltung geübt. Er hat bisher erst zwei solcher Verfügungen erlassen, die eine in einer nicht privatrechtlichen Streitigkeit zwischen zwei Ländern, die andere in einer gleichartigen Streitigkeit zwischen dem Reich und mehreren Ländern. In einer Verfassungs- ft r e i t i g f e i t innerhalb eines L a nde s, wie sie nach der Auffassung der Antragsteller in ihrem Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung zugrunde liegt, ist eine solche vorläufige Anordnung überhaupt noch nicht getroffen worden. Es kann indessen dahingestellt bleiben, ob Verfassungsstreitigkeiten innerhalb eines Landes überhaupt Raum für eine einstweilige Verfügung bieten. 3m vorliegenden Falle wird ihr Erlaß deshalb ausgeschlossen, weil ihre Beschränkung auf die Regelung eines einstweiligen Zustandes unmöglich ist. Sie würde hier stets zugleich eine Entscheidung über die Hauptsache enthalten. Cs zeigt das eine Vergleichung des in der Klageschrift enthaltenen Hauptantrages mit den Anträgen, die die Antragstellerin in dem Verfahren über die einstweilige Verfügung gestellt hat. Die verschiedenen Fassungen, die sie ihnen gegeben hat, laufen immer darauf hinaus, daß die Teilnahme der preußischen Beamten an dem Volksbegehren zum Freiheitsgesetz f ü r nicht dienstwidrig erklärt werden soll. Denn nur wenn das der Fall ist, kann eine Verfassungswidrigkeit der Kundgebungen des preußischen Ministerpräsidenten und des preußischen Staatsministeriums, deren einstweilige Untersagung begehrt wird, in Frage kommen. Die Befugnis der preußischen Beamten, ohne Rücksicht auf ihre Beamtenslellung, sich in die Eintragungstisken für das Volksbegehren einzo- zeichnen und später an der Volksabstimmung feilzunehmen, ist -ber gerade Gegenstand des Hauptklageantrages, bildet den eigentlichen Streitpunkt der Parteien. Es würde deshalb eine Verkürzung der Rechte des Antraggegners bedeuten, wenn schon jetzt in dem Verfahren über die einstweilige Verfügung, die nicht mit den vollen Rechtsgarantien des Gesetzes über den Staatsgerichtsyof und der dazu erlassenen Geschäftsordnung umkleidet ist, der sachliche Streit entschieden werden würde. Der Antragsteller kann verlangen, daß ihm Gelegenheit gegeben wird, die Einwendungen, die er der Klagebegründung gegenüber geltend machen will, dem Staatsgerichtshof ausführlich darzulegen. Der Streit über die Tragweite der Der- sassungsartikel, die den Beamten die Freiheit ihrer Politischen Gesinnung und ihre Meinungsfreiheit gewährleisten, kann also jetzt noch nicht entschieden werden. Damit erweist es sich aber auch als unmöglich, die beantragte einstweilige Verfügung zu erlassen. Der Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung muh demnach abgelehnt werden. Die Deuffchenverfolglmgen in Polen. Lölkerbundöbesuch in Oberschlesien. Tie deutschen Mrndcrheitenvcrtreter beim Bölkerbundsdelegierten. Ka11owih, 23. Okt. (WD.) Heute vormittag wurden die Vertreter der deutschen Minderheit von dem zur Zeit in Ostoberschlesien weilenden Direktor des Minderheitenausschusses des Dölker- bundssekretariats Minister Signierte d e Carcer und seinem Sekretär Azcarate empfangen. An der Besprechung nahmen u. a. noch teil Senator Dr. Pant, Fürst von Pleh, Abg. Franz sowie die Vorstandsmitglieder des Deutschen Volksoundes Lil i h und Dudek. Dem Völkerbundsdelegierten wurde die Lage der deutschen Minderheit unterbreitet, woraus der Minister Signierte bemerkte, daß er>mit besonderer Genugtuung festgestellt habe, dcch alle deutschen Vertreter ihre klare Einstellung zum polnischen Staat betont hätten und nichts anderes als die Ach tung ihrer Rechte verlangten. Et habe weiter mit besonderer Genugtuung gehört, daß zwischen der deutschen und polnischen Bevölkerung leine Feindschaft bestehe. Alle Ausführungen seien ihm wertvolle Quellen, und er werde Gelegenheit nehmen, mit der polnischen Regierung, deren Gast er sei, über die behandelten Dinge zu sprechen. Et sei vom Völkerbundssekretariat auf Einladung der Regierung zum Studium der Verhältnisse nach Ostoberschlesien gekommen, und durch die verschiedenen Ausführungen sei ihm das Studium tatsächlich ermöglicht worden. Anschließend wurden dann noch die Vertreter der deutschen Gewerkschaften empfangen, die zu den gewerkschaftlichen und arbeitsrechtlichen Fragen Stellung nahmen. Senator Dr. Pant erklärte dem Delegierten, daß die loyale Einstellung der Deutschen seitens der polnischen Behörden nicht das geringste Verständnis finde, sondern daß znrVernich t n n g des Deutschtums offen au f - gefor dert werde. Der gegenwärtige Woje- wode habe öffentlich auf feine Erfolge in der Entdeutschnngsarbeit hingewiesen. Die Behörden bedienten sich sogar des Aufständischenver- bandes, dessen Ehrenvorsitzender der Wojewode sei. Durch die Einstellung der Wojewoden würde auch die Einstellung der untergeordneten Beamten vorgeschrieben. Es könne allgemein gesagt werden, daß der Deutsche rechtlos und der Willkür der Beamten ausgesetzt sei. Auch der deutschen Presse werde die Vertretung ihrer Interessen unmöglich gemacht. So sei z. B. der „Oberschlesische Kurier^ oft beschlagnahmt worden, u. a. wegen eines Telegramms an den Völkerbund, über die Verhaftung von Ulitz. Die Haussuchungen in Posen und Pommerellen. Protest der deutschen Abgeordneten. Warschau, 23. Okt. (WB.) Wie der „Ära- lauer Illustrierte Kurier" aus Drornberg meldet, haben die Abgeordneten der deutschen Sejm* fraltion, Raumann und ® r a e b e , in einem Telegramm an den Sejm-Marschall Daszynskh gegen die von der politischen Polizei im Brom* berger Bureau der deutschen Sejm abgeordneten veranstaltete Durchsuchung Einspruch erhoben. Eine gleiche Drahtung wurde von dem deutschen Senator Haßbach an den Senatsmarschall Szh* mansty gerichtet. Dem Abgeordneten Graebe sollen die anläßlich der bei ihm veranstalteten Haussuchung beschlagnahmen Papiere zurückerstatte t worden sein. In Posen und Pommerellen dauern die von der Polizei bei Deutschstämmi- gen verunstalteten Haussuchungen noch an. Go wurde in Driesen die Wohnung des Fabrikbesitzers Dahner durchsucht. Sein 17jähriger Sohn, der der deutschen Pfadsinderschaft in Polen angehört und schon am 13. Oktober verhaftet werden sollte, halt sich angeblich seit dieser Zeit verborgen. — 3n Dawitsch wurden in den Wohnungen von vier Deutschstämmigen Durchsuchungen vorgenormnen, weil deren Söhne und Töchter an von den deutschen Pfadfindern bet Berlin veranstalteten Llebungen teilgonommen haben. Neue polonisierungsgefahr im deutschen Grenzgebiet. S ch n e i d e m ü h l, 23. Okt. (TU.) In der Grenzmark Posen-Westpreußen droht eine neue Poloni- sierungsgefahr. Im Süden der Provinz gelangt das Rittergut Groß-Dammer zur Aufteilung. Das Gut umfaßt 5500 Morgen. Bis jetzt find die Verkaufsaufträge noch nicht endgültig abgeschlossen. Die Kaufinteressenten setzen sich f a st ausschließlich aus Polen zusammen, die infolge der staatlichen polnischen Unterstützung hier mehrere hundert Siedlungs st eilen au kaufen gedenken. Es besteht noch Hoffnung, daß der Aufteilungsplan umgeändert und nach deutschen Gesichtspunkten aufgestellt wird, wenn es gelingt, für das Gut deutsche Siedler au bekommen. In den Jahren 1927 und 1928 ist es den Polen gelungen, aus deutschen Händen in der Grenzmark Posen-Westpreußen über 10 0 0 Morgen zu erwerben. Um so größer ist die Gefahr, die jetzt in Groß-Dammer droht. Die polnischen Interessen- tcn verfügen über Kapitalien, die den Deutschen nicht zur Verfügung stehen. Es wird daher vom Staat seitens des Grenzlandes gefordert, die Aufteilung des Gutes Groß-Dammer mit der aller- größten Aufmerksamkeit zu verfolgen und der Gefahr, daß deutscher -.Gi-undbesitz in polnische Hände übergeht, durch wirtschaftliche Unterstützung bzw. Ankauf des Gutes vom Staat selbst aus zu begegnen. OieMmderheitenbehandlunginEstland R e v a l, 23. Okt. (TU.) Eine wichtige Entscheidung über den Gebrauch der Minderheitensprache im behördlichen Verkehr ist in Estland erfolgt. Im allgemeinen Ausschuß des Parlaments wurde der Gesetzentwurf über die Benutzung der Muttersprache durch die Minderheiten im behördlichen Verkehr durchberaten, wobei man zu dem Ergebnis kam, daß die Minderheiten ihre Sprache vor Ge richt und in mündlichen und schriftlichen Eingaben an die Zentralbehör- den des Staates anwenden können. Im Interesse der Rechtsprechung könne das Gericht, falls es sich als notwendig erweisen sollte, bei Gerichtsverhandlungen ganz oder zum Teil die Sprache derbetreffendenMinderheitbenutzen. Der Diebstahl in der französischen Botschaft. Spionage bolschewistischer Agenten ? Paris. 24. Okt. (WTD. Funkspruch.) Der Berliner Korrespondent des „Journal" wiU berichten können, daß die Diebstahlsaffäre in der französischen Botschaft in Berlin inWahrheit eine Spionageaffäre sei. Der des Diebstahls von Schmucksachen beschuldigte bisherige russische Portier Michailow, ein ehemaliger Oberst der zaristischen Armee, sei niemand anders als der Schwiegervater eines der aktivsten Spione der Bolschewisten von Pfeil, der lange Zeit in Frankreich und in Deutschland tätig gewesen sei. Auch Michailow sei in den Sowjetspionagedienst getreten und habe den Auftrag erhalten, sich um den freigewordenen Posten eines Portiers der frawMschen Botschaft in Berlin zu bewerben. Er sei dem französischen Botschafter durch einen Beamten des tschechoslowakischen Gesandten, einem intimen Freunde Pfeils, warm empfohlen Gießener Giavtiheater. Gerhart Hauptmann: „Ter arme Heinrich". „Ein Kindl — Welt, Helden: alles dorrt zusammen, Und auf der Schädelwuste steht ein Kind." Es sind nun siebenundzwanzig Jahre her, seit diese- Schauspiel in Versen, eine deutsche Sage, zum ersten Male aufgeführt wurde. Obwohl In den fünf Akten vom naturalistischen Hauptmann wenig zu spüren war, stieß man sich anfangs am Stoff. Man hielt für unerträglich, für typisch naturalistisch, was vor Jahrhunderten schon ein mittelalterlicher Dichter in einer schlichten Erzählung geschildert hatte: man beschimpfte das Stück, es kräftig mißverstehend, als „Lazarettpoesie" mit happy end — wobei man zwinkernd auf Denedix deutete und hämisch feststellte, daß „sie" am Ende des fünften Aktes „sich kriegen". So geht eS natürlich nicht. Schon Schlenther, Hauptmanns Biograph, der vom „Armen Heinrich" gerühmt hatte, er habe die deutsche dramatische Dichtkunst des neuen Jahrhunderts In kroßer Art eröffnet, ist jenem zeitgenössischen Urteil mit dem Hinweis auf die Grimmschen Märchen begegnet: die schließen oft genug mit lieb- gewordener Formel: und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie heute noch: sollte dieser Ausklang für eine Sage oder Legende minder gelten? Und wer sich am Stoff stieß oder noch stößt, sieht am Ueberstofflichen vorbei: er empfindet nicht die Frömmigkeit, Gläubigkeit, Kindlichkeit dieser einfachen Ereignisse. Wer hier nur einen erschreckenden Bericht von Aussatz und Kurpfuscherei vernimmt, überhört die Legendenstimme von oben, die tröstlich, heilend und segnend ins vermeintlich naturalistische Elend des Schauspiels hineinklinat. Und eS verschlägt wenig, wenn sich der Freude über den einfältig frommen Köhlerglauben des Mittelalters auch ein Schaudern vor dem tiefeingewurzelten Aberglauben seiner grausamen Dollsmedizin beimischt, der uns heute unfaßbar geworden ist. Der Stoff ist uralt: zwar wurde darauf aufmerksam gemacht, daß Hauptmann die älteste Fassung, eben jenes mittelhochdeutsche Epos des höfischen Hartmann — .Dienstmann war er zu Aue" —, erst auf dem Umwege über ein Gedicht Cbamissos kennengelernt habe: aber Hartmann blieb doch wohl dl« beste unb reinste Quell« für worden. Während des Aufenthaltes des französischen Botschafters in Paris habe Michailow für seine Auftraggeber das G-eheimpult des Botschafters aufbrechen und nach kostbaren Dokumenten fahnden sollen. Der ehemalige Oberst habe sich lange gesträubt, dem fortwährenden Drängen feiner Auftraggeber aber schließlich nachgegeben. Der Einbruch sei jedoch so schlecht ausgeführt worden, daß das Schloß des Geheimpultes stark beschädigt worden sei. Er habe daran gedacht, es reparieren zu lassen. Als Botschafter de Mar- gerie von der Teilnahme an der Beisetzung Dr. Stresemanns vorzeitig zu rückkehrte, habe man in aller Eile den Schmuckdieb stahl v o r g e t ä u s ch t, um die Spionageaffäre zu vertuscht. Verlängerung -er Gieuernoi- veror-nungen in Preußen. Der Preußische Landtag lehnt alle Anträge zum Volksbegehren ab. Berlin, 23. Okt. 3m Preußischen Landtag wird der deutschnationale Antrag, der das Staatsministerium ersucht, im Deichsrat gegen den Boung-Plan zu stimmen, in einfacher Abstimmung mit großer Mehrheit abgelehnt. Für den Antrag stimmten die Deutschnationalen, Rationalsozialisten, Wirtschaftspartei und die Deutsche Fraktion. Der deutschnationale Antrag auf Gewährleistung des Rechts der Beamten auf Eintragung beim Bolksbegehren und auf Einstellung des Verfahrens gegen solche Beamte, die im gegenteiligen Sinne wirken, wird mit 241 gegen 160 Stimmen abgelehnt. Dagegen hat auch die Deutsche Volkspartei gestimmt. Abgelehnt wird auch der deutschnationale Antrag, der sich gegen die Auflösung des Stahlhelms in DHeinland-Westfalen wendet. Bei der nun folgenden namentlichen Abstimmung über den M i ß- trauensantrag der Deutschnationa- len gegen das Gesamtkabinett stimmen für den Antrag mit den Deutschnationalen die Dationalsozialisten, die WirtschastLpartei und die Deutsche Fraktion. Die Deutsche Volkspartei und die Kommunisten enthalten sich der Stimme. D.ie übrigen Parteien stimmen dagegen. Der Mihtrauensantrag mit mit 218 gegen 114 Stimmen abgelehnt. Es folgt nun die gemeinsame Beratung der Steuernotverordnungen der Regierung. Dazu gehört die Verordnung, durch die die Gewerbesteuer mit einigen Milderungen für kleinere und mittlere Betriebe bis zum 31. März 1930 verlängert wird. Der Hauptausschuß hat dieser Verordnung zugestimmt, ebenso der Verordnung, durch die das geltende Grundvermögenssteuergesetz unb die Hauszinssteuerverordnung um ein weiteres 3ahr verlängert werden. Bei der Hauszinssteuer ist für kinderreiche Familien eine gewisse Erleichterung eingeführt worden. Abg Dr. Reumann (D. Vp.) hält es für unvereinbar mit der Verfassung, einen R o t - st a n d als Begründung für eine Rotverordnung schon dann anzuneßmen, wenn der Landtag nicht versammelt ist. Die Dollspartei werde deshalb den Rotverordnungen nicht zustimmen. Rach Annahme des Voungplans werde doch eine Reureglung des gesamten Steuerwesens in Reich, Ländern und Gemeinden erfolgen müssen. Da komme es darauf an, an welcher (Stet le die Steuersenkung so konzentriert werden fann? daß sie wirklich fühlbar wird. Es fei wichtiger, auf diese Weise größere Arbeitsgelegenheit zu schaffen, als den schon beschäftigten Arbeitern kleinere Erleichterungen zu bringen. Abg. Donners (Wirtsch.-P.) verlangt energischen Abbau der Gewerbesteuer. Der demokratische frühere Reichsfinanzminister Dr. Reinhold habe wiederholt auch in der Öffentlichkeit betont, daß auch bei Abschaffung der Gewerbesteuer der Etat sehr wohl zu bilancieren sei. Solange die Gewerbesteuer fortbestehe, müsse sie das Schauspiel, welches ja Hartmanns eigne Erscheinung als Rebenfigur unter seine Gestalten aufnahm. ch Die Fabel: Heilung eines vom Aussatz geschlagenen Mannes durch die gläubige Opferbereitschaft eines unschuldigen Mädchens. Daß dieser Mann ein Ritter war, und das Mädchen ein Dauemlind — ist ein schon in der ältesten Fassung einaesührtes Motiv: so wird der ursprüngliche Konflikt durch den schroffen sozialen Gegensatz vertieft, und eben dieses Motiv mag gerade den damaligen Hauptmann, wie Schlenther bemerkt hat, besonders gereizt haben. • Der Ritter Heinrich hat sich von der Welt zurückgezogen, von schwerem Leid bedrückt auf einen Meierhof sich geflüchtet, wo er bei guten Leuten ein Unterkommen fand. Ottegebe, des Pächters jungfräulich-kindliche Tochter, „ein seltsamliches Ding", mit einem „Heiligenschein aus Flachs und Seide", ist dem Ritter innig zugetan — von Jugend auf. Heinrich hat sie als Kind schon zu sich aufs Pferd gesetzt und im Scherz fein „klein Gemahl" genannt. 2lber dem Mädchen ist es ernst. Sie liebt ihn mit einer überirdischen Liebe, und wie sie eines Morgens, den hohen Gast mit Honig zu bewirten, einen Bienenstock plündert und sich dabei jämmerlich zerstechen läßt, so ist sie auch — ein wenig später — zu dem größeren Opfer bereit, das dem Ritter Leib und Leben retten soll. Endlich gesteht^er selbst sein fürchterliches Gebrechen, entrinnt in den dichtesten Wald, als Einsiedler zu leben und sich selbst das Grab zu graben. Alle Abgesandten der Außenwelt, auch Ottegebe, die ihm verzweifelt Hilfe bringen möchte, weist er von sich. Ottegebe glaubt das Mittel zu wissen, womit allein dem Geliebten zu helfen wäre. 3hr hat ein wirres Volksgerücht von jenem Salemer Arzt berichtet, der sich anheischig mache, mit dem Herzblut eines reinen Mädchens Miselsüchtige Au heilen. Sie ist bereit, den Opfertod zu leiden. Heinrich, der sich lange weigerte, das Opfer anzunehmen, wird immer elender und hängt doch verzweifelt am armseligen Leben, ist schließlich auch bereit, mit dem verzückten Mädchen die Wallfahrt nach Salem anzutreten. 3m letzten Augenblick, da schon das Messer des Arztes tödlich auf Ottegebes Brust gerichtet ist laßt der Himmel das Wunder der Heilung ge- Ichehen. Und beiden hat der Glaub« des Mäd- auch die öffentlichen Betriebe restlos erfassen. Die Hauszinssteuer müsse endlich verschwinden. Abg. Conradi (Dntl.) verlangt gleichfalls Abschaffung oder wenigstens wirksamen Abbau der Grundvermögens- und der Hauszinssteuer. Die Gewerbesteuernövelle müsse dem Landtag schleunigst vorgelegt werden. Die Rotverordnung über die Verlängerung der Gewerbesteuer wird mit 180 gegen 158 Stimmen, die Verlängerung der Gmndvermögens- steuer mit 187 gegen 162, die Verlängerung der Hauszinssteuer mit 194 gegen 166 Stimmen angenommen. 3m Hammelsprung wird mit 195 gegen 151 Stimmen ein Antrag des Hauptausschusses angenommen, der das Staatsministerium ersucht, auf Antrag aus DilligkeitSgründen bei der Grundvermögenssteuer Ermäßigungen in denjenigen Fällen zu gewähren, in denen die Erhebung des veranlagten Betrages mit Rücksicht auf die Höhe der Verschuldung zu erheblichen Härten führen würde. Oie Sklareks in Moabit. Lebensmittel, Spirituosen und Schreibmaterial in die Zellen geschmuggelt. Berlin, 23. Okt. (WB.) Im Untersuchungsgefängnis Moabit ist man einem neuen Fall von Spirituosenschmuggel an die Gebrüder S k l a r e k auf die Spur gekommen. Die Skla- refs hatten Zellen erhalten, die als besonders sicher galten und von erprobten Beamten bewacht wurden, um neue Durchstechereien zu verhindern. Diese Hoffnung der Justizbehörden hat sich nicht erfüllt. Beamte stellten fest, daß die Sklareks sich im Besitz von Kognak, Wein und von gewissen Medikamenten befanden. Der Fall erhält eine besondere Bedeutung, daß die Schließer beobachtet haben wollen, daß einer der Verteidiger, und zwar Rechtsanwalt Robert P u n g e in der Aktentasche seinem Mandanten diese Dinge i n d i e Zelle gebracht habe. Die Staatsanwaltschaft wurde benachrichtigt und eine sofortige Durchsuchung der Untersuchungszellen ergab, daß die Brüder Sklarek tatsächlich über Kognak und Wein sowie über Medikamente verfügten. Dem Rechtsanwalt Punge ist bis zum Abschluß der Untersuchung das Betreten des Untersuchungsgefängnisses verboten worden. Der Ueberwachungsdienst vor den Zellen der Gebrüder Sklarek hat außerdem eine weitere Verschärfung erfahren, und die Zusammenkünfte der drei Gefangenen mit ihren Ehefrauen, den Verteidigern usw. sollen unter besondere Kontrolle gestellt werden. Wenn die Angaben der Gefängnisbeamten zutreffen sollten, würde Rechtsanwalt Punge sich nicht nur vor der Anwaltskammer, sondern auch vor den Justizbehörden zu rechtfertigen haben. Dr. Punge hat bereits eine Erklärung vor seiner Standesorganisation zu Protokoll gegeben, in der er im wesentlichen die ihm gemachten Vorwürfe bestätigt. Er gibt zu, daß er den Sklareks gelegentlich einer Sprecherlaubnis Lebe n s m i 11 e l gegeben habe, und zwar ein Gläschen mit eingemachten Kirschen, eine Flasche mit Mundwasser, ein Originalpäckchen Karlsbader Salz und etwas Fleisch. Dagegen bestreitet er, daß er den Sklareks auch die in der Zelle gefundenen Spirituosen zugesteckt habe. Die Verteidigung Dr. Punges geht dahin, daß er hauptsächlich Zivilanwalt sei und mit den Verhältnissen in Moabit nicht genau Bescheid gewußt habe. Es sei ihm nicht bekannt gewesen, daß er als Strafverteidiger nicht seinen Mandanten in der Untersuchungshaft derartige Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände habe geben dürfen. Rechtsanwalt Dr. Punge hat gegen das Verbot, in Zukunft das Llntersuchungsgefängnis zu betreten, Beschwerde eingelegt.. 3m Untersuchungsgefängnis ist es Leo Sklarek gelungen, sich in den Besitz eines Füllfederhalters zu setzen, der jetzt bei ihm anläßlich einer körperlichen Untersuchung gefunden unb beschlagnahmt worden ist. Diese Tatsache dürfte eine neue, ausgedehnte Untersuchung nach sich ziehen, denn die Sllareks haben, als chens und sein Wille zum Opfer geholfen, noch ehe es vollzogen werden konnte. Der Ausklang: Heimkehr und Vermählung eines glücklichen Menschenpaares ... wie im Märchen. — ♦ Man hat Ottegebe nicht mit Unrecht den beiden andern Fürstengespielinnen an die Seite gestellt, Gersuind und Sidsellll, die Hauptmann in „Kaiser Karls Geisel" und in „Schluck und 3au“ auf die Bühne brachte. Man wird sich auch, beim Lesen besonders, nicht selten an ein anderes Schwaben- kind in einem andern Ritterschauspiel erinnert ühlen: an jene Heilbronnerin bei Kleist ...; reilich werden über solchen Anklängen Unter* chied und Abstand nicht zu verkennen fein; und man braucht nicht Kleist zu bemühen, um die Undramatik dieses Werkes zu beweisen, das fast ganz von Erzählung und Bericht, von Lyrik und Legende lebt. Aber es wurde — wenn auch kein Theaterstück — doch eine Dichtung geschaffen, die heute noch unveraltet ist ... auch in der äußeren Form: nicht immer hat Hauptmann so gute Verse geschrieben wie hier vor nun bald dreißig 3ahren. Man empfindet bei jeder neuen Begegnung mit dem Stück — im Buch und im Theater — wieder, ein wie unendlich spröder Stoff hier dem nachschaffenden Spielleiter in die Hände gegeben ist. Und in einem älteren Bericht über eine der ersten Aufführungen im Wiener Burgtheater ist au lesen, daß selbst ein Spieler und Sprecher wie Kainz (der damals den armen Heinrich gab) dem Publikum nicht über eine gewisse Ermüdung in der großen Einsiedlerszene des dritten Aktes habe hinweghelfen können. Das Schauspiel hat unbestreitbare Längen und sehr geringe bühnenmäßige Akzente. Hier kann der Spielleiter nur streichen und raffen und im übrigen versuchen, die Dialogszenen und die lyrischen Glanzstellen zu möglichster Bühnenwirkung zu steigern. In diesem Sinne bewährte sich T a n - fierte Inszenierung vor allem im ersten, zweiten und fünften Akt. Im dritten und vierten hätte doch manches noch gekürAt werden können. Das Bühnenbild (Löffler) war durch alle Akte in einen Spitzbogenrahmen gefaßt, was eine an sich sympathische Einheitlichkeit ergab, im dritten und fünften Auf zu g aber Bewegungsfreiheit und Ueberfichllichkeit etwas behinderte. T a n n e r t selbst bewaltwte auch die große unb nicht immer dankbare Rolle des Heinrich hinge- bungsooll und mit einer oft bemerkenswerten Wand- lungsfahiakeit. Im ganzen wirkte er in der milden Melancholie der Expositionsakte und in der befrei» tep Heiterkeit des zuletzt dem Leben Wiedergegebenen sie in das Untersuchungsgefängnis ein geliefert wurden, kein Schreibmaterial besessen. Wan nimmt an, daß die gestrigen Haussuchungen in engem Zusammenhang mit dem Verdacht stehen, daß Leo Sklarek noch im Untersuchu ngs- gesängnis gewisse Beweisstücke an- fertigen wollte oder angefertigt hat, durch die andere in die Affäre verwickelten Personen entlastet werden sollen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß in den nächsten Tagen im Zusammenhang mit diesen Dingen eine neue überraschende Wendung der Affäre eintritt, wenn die Urrtersuchun- gen, die augenblicklich im Gange sind, bestätigen sollten, daß Urkunden, die dem Datum nach vor längerer Zeit ausgestellt sein sollen, vielleicht erst vor wenigen Tagen angeiertigt worden sind. » Die Deutschnationale Pressestelle teilt mit: 3n der Angelegenheit der gegen den Abgeordneten Bruhns schwebenden Untersuchung wegen seiner Beziehungen zu den Gebrüdern Sklarek war ihm von Seiten des Landesverbandes Berlin mitgeteilt worden, daß e i n Ausschlußverfahren gegen ihm eingelei- tet fei. Daraufhin hat der Abgeordnete Bruhns dem Vorsitzenden der zuständigen Parteiorganisation ein Schreiben gesandt, in dem er feinen Austritt aus der Deu ts ch na tion a- len Dolkspartei erfiärt. Winterbeihilfe in Hessen. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 23. Okt. (Wolff.) Der Finanzaus- schuß des Hessischen Landtags befaßte sich mit den vorliegenden Anträgen auf Gewährung einer W i fite r b e i h i l f e. Der Minister für Arbeit und Wirt- schäft erklärte eingangs, daß eine Pflicht der Regierung zu diesen Winterbeihilsen nicht bestehe, sondern daß es sich um eine Sonderfürsorgemaß- fiahme handle. Die Regierung sei gewillt, soweit es bei den finanziellen Verhältnissen Hessens möglich sei, zu helfen. Nach längerer Debatte wurde mit 9 gegen 4 Stimmen folgender Antrag Weber (Soz.) angenommen: Die Negierung soll auf die B e - zirksfürsorgeverbände und Gemeinden einwirken, an alle Personen, die von den Bezirksfürsorgeverbänden und öffentlichen Arbeits- Nachweisen unterstützt werden, deren Einkorn- men (abgesehen von dem bei Festsetzung der Unterstützung nicht in Ansatz Gebrachten) die Richtsätze der gehobenen Fürsorge zuzüglich des Wertes der Winterbeihilfe nicht übersteigt und nach den Richtlinien des Ministers für Arbeit und Wirtschaft Anspruch auf Erlaß der Mietzinssteuer haben, eine Winterbeihilfe im Durchschnitt von 4 0 Mark zu gewähren. Die Auszahlung der Beihilfe erfolgt unter Berücksichtigung der Kopfzahl der Familie und soll nach Möglichkeit In Form von Lebensmitteln oder Brennmaterialien gewährt werden. Die Beihilfe kann auf die laufende Monatsunterstützung vom 1. Dezember 1929 bis 30. April 1930 umgerechnet werden. In Abänderung des zweiten Absatzes des Antrages beschließt der Ausschuß, die Regierung zu ermächtigen, den Bezirksfürsorgeverbänden statt der Hälfte der hierdurch entstehenden Aufwendungen aus Landesmitteln „einen angemessenen Betrag" Zu geben, der der Finanzlage Hessens entspricht. Mit dieser Entscheidung waren weitergehende Anträge der Kommunisten und der Volksrechtpartei erledigt. Ein sozialdemokratischer Antrag, Z i n s Zuschüsse des Reichs und der Länder für öffentliche Notftandsarbeiten zu gewähren, wird der Regierung als Material überwiesen. Zum Schluß werden einstimmig Anträge des Bauern- bundss, der Demokraten und des Zentrums angenommen, in denen zur Linderung der Futtermittel- not der Landwirtschaft Waldstreu aus ftaat- lichen Waldungen abgegeben werden soll. Außerdem wird die Regierung ersucht, als weitere Hilfsmaßnahme in größtmöglichem Umfange Waldweiden im kommenden Frühjahr zu ermöglichen und die entsprechenden Anweisungen rechtzeitig an die Forstämter ergehen zu lassen. stärker, als voll wilder Verzweiflung und an der Grenze des Wahnsinns in der Waldszene und später vor dem Altar. * Ingeborg Scherer war eine zarte blonde Otte- gebe, still und demütig erst, bann in ekstatischer Opferbereitschaft, ganz zuletzt aus dem Widerstreit zwischen himmlischer und irdischer Liebe sanft erlöst, zu einer freundlichen Wirklichkeit erweckt als eine Märchenprinzessin und ein Dornröschen im Burghof zu Aue. * In Nebenrollen wirkten Volck und Fuhrmann als biederes Pächterehepaar, F a f { o t als milder Pater, Zingel (Hartmann) und Hub (Ot- tacter) als Heinrichs Gefolgsleute. Etliche Textunebenheiten mögen sich in späteren Wiederholungen abschleifen. Der Erstaufführung ward eine freundliche Aufnahme zuteil. Dr. Th. Reinacher und Brust erba ten den Kleistpreis 1929. Dr. Wilhelm v. Scholz, der diesjährige Vertrauensmann der Kleist-Stiftung, hat zwei Preise und drei ehrende Erwähnungen erteilt. Die Preise finb Eduard Re inach er und Alfred D r u st, die ehrenden Erwähnungen Peter Flamm, Erich K ü st n e r und dem rumänisch-deutschen Erzähler Walter Ci sek zuaefallen. Wilh. o. Scholz begründet seine Entscheidung wie folgt: „Ich verleihe den Preis zwei Dichtern, die mir beide eine starke, ursprüngliche Begabung, beide Persönlichkeit und Weltgefühl zu haben scheinen, zwei Dichtern, die noch nicht publikumsgerecht sind, n>as sie, wie ich hoffe, erst auf der Stufe errungener Bedeutung roerben mögen. Der eine ist der Elsässer Ebuarb Reinacher, bem ich den Preis für seine dramatische Ballade „Vauemzorn" verleihe. Wie hier mit den Schauern eines oberdeutschen Totentanzes alte Aufruhrkraft des Volkes in rhythmisch-lebendiger Sprache, zur wirkenden Gewalt gebändigt, aus- bricht, das verheißt viel. Der andere Dichter, bem ber Kleist-Preis zuteil wirb, ist Alfred Brust für seinen Roman „Die verlorene Erde". Auch in diesem Werke ist die Nahe zu Volk unb Scholle der Quell aller Größe und Bedeutung. Gewiß, Alfred Brust, der DftpreuBe, Hot hier seine Fülle, seine Kraft, seine wilde und grausame Stürmer- und Drängerphantasie noch nicht zum Ebenmaß bändigen können ober auch nur motten. Aber er hat in seinem gegensatzreichen pruz- zischen Grenzland im Osten eine Gabe empfange^ große erschütternde Versöhnungen pus^ubenl«^*, a war eine zarteb[o^ S iS.ru s. * Junb ein irflen Ä,M Pr.71. ^nd Als B&S; iallen. . Lnlscheidvng v> ründet l.72 Dichtern, Ks^ ^,6buatb^rt5 #r C dramatische ■ L Wie h'er AM' '-L Totentanz" Obiger -LArtzr ?®Ört»JS ^5$ $ € b) c i A r, $u n g ceayetli9l Ko1e an- ■! .^rtoideuen m' M »'■ StaSfe -.r-b >>:,"»',z«'H 1 hnb. MSen £a„ Ä?ÖÄ >n Seiten w®5tuhtn $s Sä te£‘Sä r SeuttS ct kinen «flärt ^nali»na. — Am Hessen. SfÄiS PLZ ten«i«i gewiot, Ä Verhältnissen hessen§ moolirfi Mer Debatte mrde mit g ^er Antrag Weber (So») mng soll °ul die A! \ff m ?nb ®emein. > alle Pechnen, die von den n und öffentlichen Arbeit-. 9 t werden, deren Einkom. n bei Festsetzung der Unter- i Gebrachten) die Richtsätze - Muglich des Wertes der rsteigt und noch den Nicht. Arbeit und Wirtschaft An. ' Mietzinssteuer haben, eine m Durchschnitt von i. Die Auszahlung der Bei. iksichtigung der Kopszahl der Möglichkeit in F 0 r m v 0 n der Lrennmateria. Die Dechilfe kann auf die ftühung vom 1. Dezember 50 umgerechnet werden. In m Absatzes des Antrages be> die Regierung zu ermäch. rgeoerbänden stall der Hälfte )cn Aufwendungen aus Lan> igemeffenen Betrag" jlage fyflens entfprid)L Mit ren uh'itergdjenbe Einträge ?r Dolksrechkpartei erledig her Antrag, ^rnrzu- 1 der Ander ^ür ässen!- beiten zu gewähren, wird Material überwiesen. Zum nmig Anträge des Bauern- en und des Zentrums angc- ■ Linderung der Futtermittel. Waldstreu aus ftaat• en abgegeben werden soll, legierung ersucht, als weitere ßtmöglichcm Umfange Wald- den Frühjahr zu ermöglichen i Anweisungen rechtzeitig an 1 zu ^Berzweiflung und an der in der Waldszene und spater Aus aller Welt. Vie Spaniensahrk des „Graf Zeppelin". DaS Luftschiff .Graf Zeppelin" hat am Mittwoch um 10,48 Uhr französischer Zeit in etwa 400 bis 500 Meter Höhe die Stadt Lyon überflogen. Um 13,45 Uhr befand es sich 80 Kilometer westlich Perpignan und 16,30 Llhr Barcelona. Gründung einer Paziflk-Zeppelln-TransportGesellschaft. Die Bankhäuser Lehman Brothers, Murphy and Go., Harriman Brothers und Pnnchon Co. gründeten in Verbindung mit der Goodyear Zeppelin Company eine Pacific Zeppelin Transport-Gesellschaft für einen 36stündigen Luftschiffdienst Kalifornien — Hawai. Der Setter der Gesellschaft wird voraussichtlich der Vizepräsident Hunsaker von der Goodyear-Gesell- schäft werden, die den Betrieb mit zwei Luftschiffen der Zeppelingesellschaft für 100 Passagiere nach deren Fertigstellung beabsichtigt. Pbstübernahme in der Cuff. Im Flughafen Tempelh 0 f sind interessante Versuche durchgeführt worden, 'die es ermöglichen sollen, dpch Zwischen st ationen Postsäcke abgeben und neue Ladung übernehmen können, ohne daß die Maschine zur Landuna zu schreiten braucht. Die Erfindung beruht darauf, daß das Flugzeug über dem betreffenden Flughasen mit dem an einem .Kabel herabhängenden abzuliefernden Postsack in geringer Höhe eine gabelähnliche Einweiservorrichtung anfliegt, die das .Kabel in der Gabel selbst einführt. Hier reißt es eine Scheibe mit, an der der neue P ost sack befestigt ist. Die Scheibe drückt Im Moment des Aufprallens auf den an dem Kabelende befindlichen Greifer, der sich öffnet und den zur Ablieferung gelangenden Po st sack fallen läßt, während das Kabel mit der neuen Postladung von dem weiterflieaenden Flugzeug an Bord gezogen wird. Die bisherigen Versuche waren so er- folgreich, daß man bald an die praktische Einführung dieses Postwechsels in der Luft wird gehen können. Das Pamir-Hochland überflogen. Der Sowjetflieger B a r a n r f f hat das Hochland des Pamir überflogen, wobei er stellenweise eine Höhe von über 5500 Meter erreichte. Mit diesem Fluge ist die Möglichkeit eines unmittelbaren Flugverkehrs zwischen Taschkent und Chorog im Berggebiet Tadschikistans erwiesen. Line Sfresemann-Sfraß'- in Saarbrücken. Die Stadtverordnetenversammlung hat die Um- benennung der im Zentrum der Stadt Saarbrücken gelegenen Luisenstraße in Stresemann-Straße beschlossen. Verlobung des italienischen Kronprinzen. Der Kronprinz von Italien, Umberto. Fürst von Piemont, hat sich in Brüssel mit der einzigen Tochter des Königs der Belgier, Prinzessin Marie 3 o f 6 , verlobt. Der Kronprinz ist der einzige, 1904 geborene Sohn des italienischen Königspaares: von feinen vier Schwestern.ist die zweite, Mafalda, mit dem Prinzen Philipp von Hessen verheiratet. Die Braut ist 1906 geboren, ihr ältester Bruder, der Herzog von Brabant, vermählte sich vor kurzem mit der Prinzessin Astrid von Schweden. Prügelstrafe in der ungarischen Armee. 3m Abgeordnetenhaus gelangte der Gesetzentwurf über das Militärstrafgesetzbuch zur Verteilung. Die näheren Bestimmungen über die Prügelstrafe lauten: Das Standgericht kann einen zur mobilisierten Armee gehörigen Angeklagten wegen eines Verbrechens, auf das eine Freiheitsstrafe von mehr als 10 Jahren gesetzt ist, an» statt zum TodezueinerP rüge! st rase verurteilen, falls diese vom militärischen Gesichtspunkt aus genügt. Die Anzahl der Etock- streiche kann nicht weniger als 25 und darf nicht mehr als 60 betragen. Die Durchführung muß unterbrochen werden, wenn sie das Leben des Verurteilten gefährdet. 3n diesem Falle sowie, wenn die Durchführung aus anderen Gründen nicht möglich ist, tritt an die Stelle je eines Stockstreiches ein Monat Zuchthaus bzw. Kerker. Ein hagenbeck-Ticrpark für Berlin. Das Problem eines zweiten Tierparks für Berlin wird eine überraschende Wendung insofern nehmen, als ein Finanzkonsortiuni gemeinsam mit den Gebrüdern Hagenbeck den Bau eines Freitier- parks größten Stiles an der Peripherie der Reichshauptstadt plant. Das Projekt hat bereits feste Umriste angenommen und bedarf nur noch eines Optionsverzichtes der Stadt Berlin auf ein an der Heerstraße gelegenes Gelände, um den Plan in die Tat umzusetzen. Der Tierpark soll 210 Morgen, also über 500 000 Quadratmeter umfassen; er dürfte der modernste Tierpark Europas werden. Der Bau des Parks stellt sich mit Einschluß der Kaufsumme für das Gelände und der Tiere auf 11 bis 12 Millionen Mark. Diese Summe ist bereits jetzt zusammengebracht, so daß finanzielle Schwierigkeiten nicht im Wege stehen dürsten. nächtliche Zigeunerschlacht in Berlin. 3n Charlottenburg entstand zwischen den Angehörigen zweier Zigeunerst ä m m e infolge von Eifersüchteleien eine große Schlägerei, bei der beide Seiten von Revolvern und Messern Gebrauch machten. Die Polizei konnte erst nach längerer Zeit die Kämpfenden trennen. Vier Männer, die durch Schüsse schwer verletzt wurden, wurden ins Krankenhaus gebracht. 11 Zigeunerinnen wurden durch Messerstiche verletzt, sie konnten aber nach Anlegung von Verbänden in ihrem Lager bleiben. Massenverhaflungen in Peking. Tausend Rikschakulis, die an den schweren Ausschreitungen gegen den Wagenpark und die Angestellten der Pekinger Straßenbahnbetriebs- gesellschaft teilgenommen haben, sind verhafte t und bis zu weiterer Entscheidung der Behörden in ein 3nternierungslager gebracht. Kindersegen in zwei Generationen. 3m Hunsrückdöcschen Lleberlosheim wurde einem Arbeiter das 18. Kind geboren. Die Ehefrau zählt selbst erst 37 3ahve und ist das jüng ste der 18 Kinder ihrer Eltern. Auch die übrigen Geschwister können sich über Kindersegen nicht beklagen. 3 nsg e f a m t haben die Geschwister der nunmehr zum 18. Mal Mutter gewordenen Frau 9 7 Kinder. Die Großeltern leben noch und Formten kürzlich die goldene Hochzeit im Kreise von 118 Kindern und Kindeskindern feiern. Oie Wetterlage. iss. La (onina. ThorsfL- t*T< Parts *0 Vier :4.®ß kl/z - -/Cy Por p2 V±?^,O X — ve * @)n Millv/och, 23 OktoD.1929 7- aDdS. Owoinenios. 0neuer, onai6 Ordern. 9 woitig » oedeext •Reotu ¥ Schnee g Graupeln, a Nebel K Gcwiitrr.(g) Windstille. O. sehr tienter Ost •nassiqer Südsüdwest <5 Stürmischer nordwest Oie Pfene fliegen mit dem Winde. Die 0ei den Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an Oie Linien verbinden Orte mit gleichen *ut nreresniveau umgereenneten Luftdruck Wettervoraussage. Die Störungstätigkeit im Norden entfaltet sich weiter südwärts. So hat die nordische Storung sich einerseits weiter vertieft, anderseits Ausläufer nach dem europäischen Festlande entwickell. Die Warm- lustwelle des Fallgebietes, die neben Erwärmung über England und dem nördlichen Teile Frankreichs auch verbreitete und ergiebige Niederschläge gebracht hat, wird ihren Weg weiter ostwärts sort- setzen und dabei auch unser Gebiet berühren. Somit werden einerseits die Temperaturen ansteigen und anderseits Eintrübung und Niederschläge zu erwarten sein. Wettervoraussage für Freitag: Zunehmende Bewölkung und Eintrübung, Temperaturen zunächst noch ansteigend und Niedergang zu Riederschlägen. W i t t e r u n g s a u s s i ch t e n für Samstag: Unbeständiges. wechselnd wolkiges Wetter mit einzelnen Regenschauern, wieder etwas küh'er. Lufttemperaturen am 23. Oktober: mittags 12,7 Grad Celsius abends 5,9 Grad; am 24. Oktober: morgens 5,2 Grad. Maximum 13,3 Grad, Minimum 3,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Oktober: abends 10,6 Grad; am 24. Oktober: morgens 8 Grad.— Sonnenscheindauer 4% Stunden. Aus der provinzialhauptfiavt. Gießen, den 24. Oktober 1929. Oscar Holhmann zum siebzigsten Geburtstag. D. Oscar Holtzmann, außerordentlicher Professor der Theologie (Reues Testament) an der Landesuniversität, hat in diesen Tagen in aller Stille feinen siebzigsten Geburtstag begangen. Ein Leben reichen, fruchtbaren Schaffens und gesegneter Lehrtätigkeit liegt hinter ihm. Am 20. Oktober 1859 in Stuttgart geboren, kam Holtzmann nach Vollendung seiner Studien als Vikar nach Bickenbach, wurde 1884 Seminarlehrer in Alzey, 1386 Schuldirektor in Groß-Gerau und kam dann 1888 als Studienrat an das Realgymnasium nach Gießen. Er habilitierte sich an der Landesuniversität und wurde 1889 außerordentlicher Professor für Neues Testament. Zum Doktor der Theologie wurde er ehrenhalber promoviert. Die Fülle der Arbeit, die ein solches Doppelamt aufbürdet, hat er bis zu feiner Beurlaubung als Professor 1916 getragen; seit 1921 lebt er im Ruhestand. Seine wissenschaftliche Arbeit richtete sich vor allem auf die historischen und exegetischen Probleme des Reuen Testaments und seiner Llmwelt. Bereits seine Erstlingsschrift, »Das 3ohannes° ebangelium untersucht und erklärt", (1887), nahm energisch und kritisch eines der Hauptprobleme der damals in Blüte stehenden literarkritischen Betrachtung des Reuen Testaments in Angriff. Fast gleichzeitig entwarf er auf Grund eingehenden Quellenstudiums ein selbständiges Bild von dem »Ende des jüdischen Staatswesens und der Entstehung des Christentums" (1888). Roch weiter spannte er den Rahmen historischer älmschau und Üeberschau in der „Reutestamentlichen Zeitgeschichte", (1895, 2. Aufl. 1906). So arbeitete er sich an das Hauptproblem neutestamentlicher Forschung überhaupt heran: 1901 erschien sein Leben 3efu, das 1904 ins Englische überseht wurde, und 1903 seine Untersuchung über die Frage: »War 3esus Ekstatiker?" Er beantwortete sie bejaherrd. 3esu Hoffnung auf das unmittelbar bevorstehende Hereiirbrechen des Gottesreiches, ja sein Bewußtsein der Gegenwart des Reiches, sind Anzeichen einer religiösen Glut, die den Eindruck seiner Worte und Taten auf llmtoelt und Rachwelt, die gewaltige Wirkung, die sie ausübten, begründet. Mit dieser älntersuchung hat Holtzmann eine der wichtigsten Voraussetzungen der modernen Leben-3esn-Forschung Har- gestellt: 3esus darf nicht mit den Mitteln der Durchschnittspshchologie betrachtet werden. Sein religiöses Selbstbewuhtsein versteht sich nur unter der Voraussetzung einer überragenden Stärke seines Glaubens und seiner Hoffnung. Eine besondere Bedeutung kommt Holtzmann noch als Mitherausgeber bet sogenannten Gießener Mischna, einer nach ihrem Erscheinungsort genannten Ausgabe der großen Sammlung altjüdischer Traktate mit den Sprüchen der Schriftgelehrten aus den ersten nachchristlichen 3ahrhunderten, und als Bearbeiter einiger dieser Traktate zu. Die Beschäftigung mit Dem jüdischen Schrifttum der frühchristlichen Zeit entspringt bei dem Reute st amentler vor allem der -Ueber^eugung, daß das Reue Testament aus seinem Mutterboden heraus verstanden werden muß. Holtzmann hat immer besonderen Wert auf die unmittelbare Heranziehung der Quellen gelegt; mit einem exegetischen Werk hat er feine wissenschaftliche Tätigkeit begonnen, und mit einem zweibändigen Kommentarwerk zum ganzen Reuen Testament, das, wie die Mischna, bei Töpelmann erschienen ist (1926), hat er seine wissenschaftliche Arbeit gekrönt. Groß und klar steht die wissenschaftliche Leistung Holtzmanns vor aller Augen. Richt so leicht ist es, dem Menschen Holtzmann in die stille Gelehrtenklause zu folgen. Zwar was er seinen Schülern auf Schule und Universität gewesen ist, was er ihnen für ihr ganzes Leben bedeutet, das ist ihm gerade jetzt von vielen Seiten dankbar bezeugt worden. Er hat immer die Wirkung von Person zu Person als das Entscheidende der Lehrtätigkeit betrachtet. Und noch heute, wenn er im Akademisch-Theologischen Verein, dem er feit seiner Studentenzeit in treuer Anhänglichkeit verbunden ist, zu den 3ungen spricht, glüht das Feuer der Begeisterung durch seine Worte hindurch und die ganze Persönlichkeit wird zum Zeugen dafür, welch ernste und heilige Sache es um die Erforschung der Wahrheit ist. Aber es entspricht der ernsten und zurückhaltenden Art des Gelehrten, wenn wir hier abbrechen; ist es doch bezeichnend für ihn, wie er all den Ehrungen, die chm zu seinem siebzigsten Geburtstag von Universität und Theologischer Fakultät, von Schülern und Mitarbeitern zugedacht waren, ausgewichen ist, um den Tag im stillen Kreis der Familie, mit feiner treuen Gattin und seinen Söhnen zu begehen. Wir grüßen den greisen Gelehrten, der nun seit mehr als vierzig 3ahren Bürger unserer Stadt ist, mit herzlichen Segenswünschen für einen frohen Lebensabend in schaffender Frische und ausruhender Erinnerung. Georg Bertram. Boruotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Goethe-Bund Gießen: Alfred-Bock-Feier, 20 Uhr. Reue Aula. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Maolescu". — Astoria-Lichtspiele: „Der Sohn des goldenen Westen" und „Polizeimeister Tage- jeff". — Aus dem Etadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die morgige Operetten- Aufführung bringt zum letztenmal „Doccaccw", Operette in 3 Akten, von Supp6- Diese Aufführung des Daarsschen Operettenensembles hatte einen durchschlagenden Erfolg. — Am Sonntag, 27. Oktober, gibt es zum letztenmal „®ranb Hotel", Lustspiel von Paul Frank, als Fremdenvorstellung. Montag. 28. Oktober, gastiert Albert Dassermann in Derneulls „Herr Lamber- thier". Seine Partnerin ist Else Bassermann. — GastspieldesHellsehersHanussen. Das morgen abend im Saale des Caf6 Leib statt- findende Gastspiel des Hellsehers Erik Jan Ha- n u s s e n sei unseren Lesern noch einmal in Erinnerung gebracht. Der Künstler hat bei seinem Auftreten in zahlreichen anderen Städten, wie uns mit- geteilt wurde, stets größten Erfolg gehabt und den starken Beifall des Publikums gefunden. (Siehe die heutige Anzeige.) ** Warnung an Geschäfts- und L a - deninhaber. Unter dieser Ueberschrift wird uns vom Polizeiamt geschrieben: Es besteht Deranlas- fung, darauf hmzuweisen, daß offene Verkaufsstellen um 7 Uhr geschlossen sein müssen. Um 7 Uhr noch im Geschäft anwesende Kunden können bei ver- schlostener Ladentüre noch bedient werden. Gleichzeitig wird Darauf hingewiesen, daß auch eine Beschäftigung von Angestellten, Lehrlingen und Arbeitern über die gesetzliche oder tarifmäßig zugelassene Arbeitszeit nicht stattfinden Darf. Die Polizeibeamten haben Weisung erhalten, ein besonderes Augenmerk auf Zuwiderhandelnde zu richten. *• Ein Fünfundsiebzigjähriger. Posthaller Karl Huhn, Rittergasse, feiert morgen, Freitag, 25. Oktober, seinen 75. Geburtstag. •• Ein Dreiundachtzigjähriger. Herr Konrad Heppner, Marburger Straße 9, über dessen 83. Geburtstag wir am 14. d. M. berichteten, erhielt nachträglich vom Reichspräsidenten v. Hindenburg ein Glückwunschschreiben nebst Bild und eigenhändiger Unterschrift. Der Gefeierte hatte seine Regimentskameraden (23. Dragoner) zu einer Familienfeier im .Frankfurter Hof" eingeladen, die einen für den alten Herrn erfreulichen Verlauf nahm. ** Stadttheater-Abonnement. Die Einlösung des zweiten Abschnitts des Stadttheater. Abonnements betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hin- gewiesen sei. ** Die Alarmsirenen der Feuerwehr werden am kommenden Samstagnachmittag 3 Uhr probeweise in Betrieb gesetzt. Es besteht also beim Ertönen dieser Apparate kein Grund zur Beunruhigung. •* Zehn-3ahr- Feier der Volkshochschule. Man schreibt uns: Alle ehemaligen Hörer der Volkshochschule werden im heutigen Anzeigenteil zu der Zehn-3cchr-Feier ein» §eladen, bei der auch der ehemalige Leiter der Volkshochschule, Dr. Hans Werner, sprechen wird. Außerdem seien Freunde und 3nteressenten der Volksbildung auf die in der gleichen Anzeige angekündigten Vorträge hingewiesen, die Sonntag, 27. Oktober, vormittags 9 älhr, in der Oberrealschule (nicht, wie früher mitgeteilt. im Realgymnasium) gehalten werden. *• Gültige und ungültige R en ten- bankscheine. 3m Publikum ist vielfach die Ansicht vertreten, daß die grauen Rentenbankscheine zu 5 Rentenmark mit dem Ausfertigungsdatum vom 2. 3anuar 1926 nicht mehr gültig seien. Dies ist ein 3rrtum. Die grauen Rcntenbankschcine zu 5 Rentenmark sind nach wie vor in Gültigkeit, nur die grünen Renten- bankscheine zu 5 Rentenmark mit dem Ausfertigungsdatum vom 1. Rovember 1923 sind schon vor längerer Zeit aus dem Verkehr gezogen worden und nunmehr ungültig geworden. ** Selb st mord durch Erschießen beging in der letzten Nacht kurz nach 12 Uhr ein lediger Mann aus Heuchelheim auf der hiesigen Lahnbrücke. Der Bedauernswerte schoß sich anscheinend mit einer Armeepistole eine Kugel in den Kopf und sank auf der Stelle tot zu Boden. Da er sich an das Brückengeländer gestellt hatte, fiel die Waffe ins Wasser und konnte bisher nicht aufgefunden werden; im Nock des Toten fand man jedoch eine Patrone, die auf eine Armeepistole schließen läßt. Aus einem bei Dem Toten Vorgefundenen Briefe geht hervor, daß er feinem Leben wegen anscheinend unheilbarer Invalidität ein Ende gemacht hat. Die Leiche wurde dem Neuen Friedhof zugeführt. weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt W WM pÄt ! W J SHELL BENZIN r Si 'tä UM •i MW v'iH- M©t©ren mit lieber Kempremon werden restlos ousgenutzt durch das kraftvolle SHELL SPEZIAL-GEMISCH DYNAMIK erhältlich an allen mit blauem Querstreifen gekennzeichneten Shell-Pumpen. Das Gebot der Wirtschaftlichkeit ober verlangt, daß Sie für alle Motoren mit normaler Verdichtung zur Erzielung der Höchstleistung SHELL den überlegenen Betriebsstoff der Millionen, lenken. mil eigeaw ribrlkatoe. Monktsfn -'s ‘ijOT' HK " f1 I 'n ,1 II 1 , h i Mil V b 11 *« WOWM W r, -SLÄ ^WZ UW« i;> DZ I V/,V>**-vA V, 7 <Ä1* v-A: •ms<’ H .,• f r MWU ENE EWUÄ Aied 3n di-'" stnste von ^al(cL Stapel Lin-e LS-l 35« W2 3< auf 12 2D 3n ll-in-n, nunmc^t Tonnen ran Spanien n" Tonnen, o' DerewL mü 213M Tonnen-« der unter und in od immerhm Deuitchlanl Abstand ni Die 2elx der uns c heute, aM OfM SQr. Hegt melmcl überseeischen ausgabe - düng, mit m und )ast sie in sr^dcn - deutschSZch See duüb « fornmcne pno «schuht. Qn deutsche Da' die technisch« Zwang der' eine besonde unsere fieir und praktise sches Disser Mitteln. Und gera ci'nanöerfolg> 1921-25, ft 1928 und ni und di^ bei t Ergebnisse e Propagandak Aeuheren du Schisse der durch die ' Außenseite rung erziel Schisses, dr fahren soll durch die werden, ein deutschen 6 aus. Vesho S' id) ati: tcn im victschastliche Ae grohe Fachkreisen eine ähnlich« einem,Wur ganzen Krie. bedient sich beschränkung und Frankl« schissbau, de zwecke Vern strument, m gefördert tei Wirkung bei diesem Aahn Das des Dom Dorst Vereins w Die Anette abgelaufk Men Kreise ?e>te zuteil v »'t gedenkt, | Übungen bes derncsse aller' findet sich Q \nr ernsten Kri Landen Z Äsungen l "sehrondauer Kl liebend °hr gebannt ?. wenden vn‘n °n v ft» die yantaltum LDerb^ Aur a Mg «PL! x*L>, S»;t s-ffi ÄoS"> In Es. die^hvnie •oobb T^lnvSdwink | j -et ein zeitgemäßer Standpunkt, daS 1 sich zu eigen machen sollte den man sicn xu c y Wenn Sie SeWe/ter-^e sind, wird es ihnen . Herren-Konfektion Wir verkaufen ja unsere gesamte Her zu Einheitspreisen Worin dabei der Vorteil hegt. VVUIIII WMiuz verkauf Die Kalkulation S SSÄ Z^nhen. Mehr zu bieten für weniger Geld. . Das 186t sich mit Worten “ ” *,2’3,’ und durch die Ware selbst im Tragen m darauf kommt es ja anl Giefeener Konzertverein ERSTES KONZERT Donnerstag, 31. Oktober 1929, 19.30 Uhr, im Stadttheater: Symphonie-Konzert Ausführende: DAS KOBLENZER STÄDT. ORCHESTER Leitung: Dr. STEFAN TEMESVARY Sollst: JOHANNES HOB OHM aus München (Klavier) Mozart: Symphonie D-Dur (Köchel 504) - Beethoven: Klavierkonzert E-Dur - Beethoven: Fünfte Symphonie C-Moll Der Konzertflügel .Blüthner* ist aus dem Pianolager Schönau, Seltersweg. Eintrittskarten: RM. 5.-, 4.-, und 2.50 bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Einführungsvortrag der Volkshochschule Sonntag, den 27. Oktober 1929, 11 Uhr vormittags, im Realgymnasium, von Dr. St. Temesvary. Eintritt 30 Pt. stöid Abonnements für die 10 Winter- Konzerte: I. Platz 35 RM., II. Platz 25 RM., die Ausgabe erfolgt in zwei Raten, ausführliche Prospekte sind bei Ernst Challier zu haben. Die bestellten Abonnements liegen zur Abholung bereit KURHAUS BAD-NAUHEIM Samstag, den 2d. Oktober 1929. abends 8 Uhr TANZ-TURNIER um die Meisterschaft des Main-Gaues des Keichsverbrindes zur Pflege des Gesellschaftstanzes ... Turnierleiter: P.A. HARTMANN-EMERSEN Startklassen: Sonderklasse. A-Klasse, B-Klasse, Gäste-Klaase veranstaltet vom o75oü Rot-Weiß-Club, Bad-Nauheim Eintrittskarten zu 1.50, 250 u. 3.50 R.M. an d. Kurhauskasse 85&)V | Mietgesuche | Beruflich tätiges Ehepaar sucht NeinereWohnung ober Zwei leere Zimmer dkähe ©ummiiabrif bevorzugt. Schrill! Angeb. unter 0ß815 an den Gieß. Anz. Cand. malh. sucht für 1. 11. ein ftilön mööi. Zimmer in luütg. Vage. Sdn. Angeb. mit Breis u. 8757D bis spätestens Samslagmorgen an d.l^ieß An'.erbeien. |stellenangebote| ßrönßfie V« Pfd........ 15 BJoflnfiOe Pfd........... 65 Will) Knill Bahnliofslr. 15. Fernruf 8818. Wsel 3 Psd........70 Zeige« 91 u e»lcf c Heue Rungeii Stück........ zo j Qninen 10 Pst). = 1.20 IRaona frisch emgetroffen. Tcchnikamlage Ingenieur-Schule • Nascn/nenoau Elektro- tecnnlk.Hoco-u. Tiatoao, Toninousina. « Verschiedenes] 5000 Bit auf l.Htzvothek für einen Neubau 3U leihen gefuiht. Preisangabe unter 06818 a.d. Glen.Anz. Wer leiht Beamten 500.- Ml. geaen Bürgsch., Hobe Zinsen und monaiL Rückzahlung? Schr. Angebote uni. 06828 an den Gieß. An^. Vereine ( Kaufgesuche | Gebraucht Waschtisch au kaufen gesucht. Sdiriftl. Angeb. unt. 06829 a. d. Gieß. Anz. 2 Stück gebrauchte, gut erhaltene Bflfleifliliie zu hülfen gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 8776D an d.Gtz. Anz. Btitifflenroogen Bfero und GesGln komplett, wegen Umstellung billig unter günstigen Zahlungsbedingungen All Ult. Nal>. Frensdorf, Franks. Sir. 31. Einige Stämme smemw trocken, billig abzug. Schanzenstr. 3, Dineau l. fOf«37 Statt warfen! Konsistorialasseffor Walter Li'nhel Or. Elisabeth Lintzel, geb. Hardt Vermählte Schneidemühl (Diesenstr. 7) 24. Ottober 1929 z. Z. Gießen 0682) Nr. 250 Zweites Blatt fektion 'M W4A r. 3-sich" toter 1929 der 1929. 8773P gut -HH kulation ianken: ren, wie ie’s, und )r. L Sling :UM geb. ©Her zeigen lvir die glückliche in Tochier an UMDii ir Müttri t\M inhel, hei. Haidt nätyte rtUf i,cw0,6cr iüt ^Utämnie U6GI ................ Oie deutsche Seerüsiung In diesen Tagen ist in Wilhelmshaven der fünfte von den sechs durch Artikel 181 des Versailler Vertrages zugeiaisenen kleinen Kreuzern, der Kreuzer .Leipzig", vom Stapel gelassen worden. Außer diesen kleinen Kreuzern hat Deutschland Anspruch auf sechs Linienschiffe zu je 10000 Tonnen, von denen ein erster Ersahbau, der im Vorjahr vielumslrittene und neuerdings vom Ausland als ein wahres Wunderwerk lebhaft erörterte Panzerkreuzer A erbaut wurde. Ferner auf 12 Zerstörer zu je 800 Tonnen und auf 12 Torpedoboote zu je 200 Tonnen. In kleinen Kreuzern ist die neue Reichsmarine nunmehr am besten ausgerüstet. Mit 30 000 Tonnen rangiert sie an siebenter Stelle, hinter Spanien mit 50 000 Tonnen, Italien mit 90 500 Tonnen, Frankreich mit 108 000 Tonnen, den Vereinigten Staaten mit 165 000 Tonnen, Japan mit 213 600 Tonnen una England mit 435 600 Tonnen. England ist also in dieser Klasse, in der unser Dauprogramm am umfassendsten war und in acht Jahren fünf Schiffe ergeben hat, immerhin rund 15m a I s o stark tote Deutschland. In allen anderen Klassen ist der Abstand natürlich noch viel größer. Die Bedeutung der Flotte liegt aber angesichts der uns auferlegten Beschränkungen für uns heute, abgesehen von den Verhältnissen in der Ostsee gar nicht mehr in der Kampfkraft. Sie liegt vielmehr darin, daß die Deichsmarine in überseeischen Ländern eine Propaganda- auf gäbe zu erfüllen hat, daß sie die Verbindung, mit den Reberscedeutschen Herstellen soll, und hast sie durch ihr regelmäßiges Auftauchen in fremden Häfen das Bewußtsein erweckt, der deutsch- Außenhandel sei auf den Hochstraßen der See du?ch eine zwar kleine, aber technisch vollkommene Vind vorzüglich disziplinierte Reichsflotte geschützt. 'In diesem Sinne kann auch die kleine deutsche Marine durch ihre Qualität und durch die technischen Errungenschaften, die unter dem Zwang der Versailler Vertragsbestimmungen auf eine besondere Höhr getrieben worden sind, um unsere kleinen Schiffe besonders leistungsfähig und praktisch zu gestalten, dazu beitragen, deutsches Wissen und Können dem Ausland zu vermitteln. Und gerade die Fortschritte, die bei den aufeinanderfolgenden Kreuzerbauten: Emden von 1921—25, Königsberg und Karlsruhe 1927, Köln 1928 und nun Leipzig — erzielt worden sind und bu bei der Leipzig ganz besonders auffällige Ergebnisse erbrachten, haben in diesem Sinne Propagandabedeutung. Denn hier ist schon im Aeußeren durch die Anlehnung der Form an die Schiffe der Hapag, die berühmte Ballinklasse, durch die Anbringung von Oelzellcn an die Außenseite usw., eine deutlich sichtbare Reue- rung erzielt. Die Ges chwindigkeit des Schiffes, das mit Motorenantrieb 32 Kneten fahren soll, ist bei den Belastungen, wie sie durch die vorgeschriebene Tonnage erzwungen werden, eine außerordentlich hohe und stellt der deutschen Schiffbaukunst ein glänzendes Zeugnis aus. Deshalb wirken diese Marine-Dcubauten zugleich als Mittel zur Empfehlung der deutschen Werften im Auslande und haben unmittelbare wirtschaftliche Rückwirkungen. Die große Diskussion, die .Panzer A“ in allen Fachkreisen der Welt hervorgerufen hat, wird eine ähnliche Wirkung haben. Man spricht von einem .Wunderschiff" und behauptet, daß es den Sanzen Kriegsschiffbau revolutionieren müsse; man edient sich seiner als Argument in den Flottenbeschränkungsverhandlungen zwischen England und Frankreich, und so wird der deutsche Kriegs- schissbau, der voraussichtlich niemals für Kampfzwecke verwendet werden wird, zu einem Instrument, mit dessen Hilfe der Rüstungsabbau gefördert wird. Das ist aber nicht die schlechteste Wirkung der zwangsweise beschränkten und in diesem Rahmen wertvollen deutschen Seerüstung. e«,«'Mtil. riss* Das Winterprogramm des Konzertvereins. Vom Vorstand des Gießener Konzertvereins wird uns geschrieben: Die Anerkennung, die dem Konzertvcrein in der abgelaufenen Spielzeit aus den verschiedensten Kreisen und insbesondere von berufener Seite zuteil wurde und deren er mit Dankbarkeit gedenkt, hat ihn aufs neue in seinen Bestrebungen bestärkt und im Kampfe gegen Hindernisse aller Art ermutigt. Wie so vieles andere, befindet sich auch der Musikbetrieb allenthalben in ernsten Krisen, die es mit allen Kräften zu überwinden gilt. Dazu genügen aber die Anstrengungen des einzelnen nicht; es bedarf vielmehr andauernder^ eifriger Mitarbeit aller ernste Musik liebenden Kreise, wenn die drohende Gefahr gebannt werden soll! Angesichts dieser Rotlage wenden wir uns auch für den Konzcrt- verein an unsere Mitbürger mit der ebenso höflichen wie dringenden Bitte, nicht allein unsere Veranstaltungen zu besuchen, sondern sich auch sür Werbung neuer Mitglieder einzusetzen. Rur auf diesem Wege kann die Weiter- sührung der Konzerte und das Bestehen einer Institution, die Heuer im 138. Dereinsjahre steht, gesichert werden. Im bevorstehenden Winterhalbjahre sollen die üblichen 10 Konzerte beibehalten werden. Auch die im vergangenen Iahre eingeführte und recht beifällig ausgenommene Dreizahl der Orchester- Konzerte bleibt bestehen. Zu ihrer Durchführung sind nach überaus schwierigen und erst in den letzten Tagen abgeschlofscncn Verhandlungen wiedergcwonnen bez. neu verpflichtet worden: das Frankfurter Symphonie-Orchester, das Meininger Orchester und das Koblenzer städtische Orchester. Alle drei Konzerte finden unter Leitung unseres Universitätsmusikdirektors Dr. Stefan Temesvarh statt. Das reiche Programm an dieser Stelle in allen Einzelheiten aufzuzahlen, würde zu weit führen. Es seien lediglich erwähnt einige unserer Mu.ikgemeinde gewiß willkommene Schöpfungen unserer Größten, wie Mozarts Symphonie in O-Dur. Bee thovcns Klavier- Konzert in Ss-Dur und die 5. Symphonie in C- Moll, Bruckners 3. Symphonie. Brahms I. Symphvnie, Re gers Romanttsche Suite, die Tannhäuser-Ouvertüre usw. Als S o l i st e n treten in diesen Konzerten auf: Dr. 3. Hobohm aus München und unsere ein- DK flWi?11 liionaü qinlcit gd>r. WÄ 0685 r*“Vere^J WllM iRbtsÄ* iö SeM wegen üm billig untet i Zahlung igen z" Frenödors. btüifloy iflei ilid)at)' iysestener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 24. Oktober 1929 Glückliches Frankreich. Während fast ganz Europa sich in schweren Geldsorgen befindet, ist die französische Regierung in der Lage, ihr Steuerbudget auf der Einnahmeseite um ganze zwei Milliarden Franken zu senken. Aber nicht genug damit, im Laufe der letzten drei Iahre konnten von den 48 Milliarden ausgegebenen Staatsbons 23 Milliarden zurückgekauft werben. Weiter haben sich im gleichen Zeitraum die Staatsrenten um 76 Milliarden erhöht. Wie man sieht, wächst der Wohlstand Frankreichs auf der ganzen Linie immer weiter. Erst jetzt kann man übersehen, welche Befruchtung das französische Wirtschaftsleben durch unsere Rcparationslieserungen erhalten hat und wie günstig sich unsere ungeheuren Zahlungen für den französischen Staatsbürger ausgewirkt haben. In erster Linie sind es aber wohl die deutschen Sachlieferungen, die diese Entwicklung gefördert haben. Mit Hilfe unserer gelieferten Lokomotiven, Maschinen, Chemikalien und Kohlen konnte die fran- zösische Industrie auf das Modern st e aus- gerüstet und das französische Verkehrswesen von Grund auf erneuert werden. Dadurch hob sich die Konkurrenzfähigkeit Frankreichs so enorm, daß sich selbst die Amerikaner gezwungen sahen, gegen die Einfuhr französischer Waren mit Schutzzöllen vorzugehen. Am schwersten hat aber unzweifelhaft Deutschland unter der französisa-en Konkurrenz gelitten, der bis zum Jahre 1925 das deutsche Absatzgebiet ohne Einschränkungen zur Verfügung stand und die seit diesem Zeitpunkt durch verhältnismäßig niedrige Zölle nur in mäßigem Umfange daran gehindert wird, ihren Kampf gegen die deutschen Waren auf deutschem Boden in dem bisherigen Tempo fortzusehen. Auf Grund der neuen Reparationsabmachungen steht dem französischen Staat auf Jahrzehnte hinaus eine sichere Einnahmequelle zur Verfügung, deren Erträgnisse er für Staatsaufgaben verwerten kann, was natürlich prakttsch auf eine weitere Entlastung des französischen Steuerzahlers hinausläuft. Die nächsten Staatsaufgaben sieht die französische Regierung aber in einem verstärkten Ausbau ihrer Rüstungen; sie ist jetzt daran gegangen, ihr Ostfestungssystem zu vervollstän» digen, hofft aber schon im Winter 1930 die wesentlichsten Anlagen fertiggestellt zu haben. Aus der Provinzialhauptsiadt. Gießen, den 24. Oktober 1929. Oie Wahworschläge zur Provinz aliagswahl. Zur Wahl des Provinzialtages für die ProoinzOberhefsen liegen, wie gestern schon kurz berichtet, 18 W a h l v o r s ch l ä g e vor, die in der amtlichen Reihenfolge wie nachstehend geordnet sind: 1. Sozialdemokratische Partei. 2. Kommunistische Partei. 3. Zentrum. 4. Evangelische Volksgemeinschaft (Christlicher Volksdienst). 5. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (Hitlerbewegung). 6. Hessischer Landbund, Kreis Friedberg. 7. Hessischer Landbund, Kreis Schotten. 8. Hessischer Landbund, Kreis Büdingen. 9. Hessischer Landbund, Kreis Gießen. 10. Volksrcchtpartei (Reichspartei für Dolksrecht und Aufwertung). 11. Hessischer Landbund, Kreis Lauterbach. 12. Hessischer Landbund, Kreis Alsfeld. 13. Deutsche Demokratische Partei. 14. Deutsche Volkspartei im Kreise Gießen. 15. Deutsche Volkspartei in den Kreisen Büdingen und Friedberg. 16. Deutsche Volkspartei in den Kreisen Alsfeld, Lauterbach und Schotten. ____________ heimische Künstlerin Paula Hcgner, die nach dem erfolgreichen Kammermusikabend im vcr- gangenen Jahre hier zum ersten Mal? solisti ch mit dem Orchester zusammenwirkt. Das Lokal der Orchester-Konzert? ist das Stauch at:r._ Dagegen finden die fünf Solistenabende, wie üblich, in der Reuen Llniversitäts-Aula statt Sie sind dem Gesang, instrumentalen Vorträgen und der Kammermusik gewidmet. Wilhelm Backhaus, die üie-genannte Geigerin Alma Moodie, die auch auf dem Konzertpodium heimische, hervorragende holländische Sängerin A. van K r u y s w Y l von der Staatsoper in Wiesbaden, sowie Künstlerv.reinigungen wie das bekannte Rose-Quartett aus Wien und das Döbereiner-Trio aus München sind Träger dieser Konzerte. Sie st.hen wie Backhaus und Alma Moodie von früher her in bestem Andenken, während das Rose-Quartett und das Döbereiner-Trio zum ersten Male zu uns kommen. Die alte Musil auf Originalinstrumenten, die das Trio hier zum besten gibt, soll keineswegs nur als musikhistorisches Ereignis gewürdigt werden, sondern das Trio will uns in erster Linie einen ästhetischen Genuß bereiten und zeigen, was unsere Vorjahren auch in dreier Beziehung vermocht haben. Die der Zahl nach beiden letzten Konzerte sind Ausführungen geistlicher Werke in der Stadtkirche. Das erste am Montag. 16. Dezember, mit einem Programm, das ganz auf den feierlich-fröhlichen Charakter der Weihnachtszeit abgestimmt ist und in dem in der Hauptsache einfchlcwige Chöre, Arien und Rezr- tative von Seb. Bach zum Vortrag kommen. Es wirken dabei unter Leitung Dr. Temesvarys mit: der Akademische Gesangverein, das Collegium musicum und ferner mit solistischen Beiträgen der Violinvirtuose Prof. R. Reih aus Weimar, der u. a. einige von ihm selbst bearbeitete und herausgeg'bene Sonaten des Altmeisters Biber (geb. 1644) spielt, während Frau Reitz-Bergmann verschiedene Rezitative und Arien — zumeist aus dem Weihnachtsoratorium — vor trägt. Den Beschluß bildet Mozarts weihevolles, von ihm unvollendet hinterlassenes Requiem. Es ist von Mozarts Schüler, dem bekannten Wiener Kapellmeister Franz Taver Süßmayer. der wohl mit des Meisters Willen und Abllchten vertraut war, sie aber nicht immer getroffen Hat, ergänzt und'seitdem stets und allenthalben in dieser Gestalt aufgeführt worden. Das bevorstehende Konzert ist für Gießen insofern ein Rovum, als das 17. Deutschnationale Dolkspartei. 18. Mittelstandsvereinigung (Wirtschaftspariei). Em kal.er Winter steht bevor? Die Meteorologen haben sich in den letzten Tagen mehrfach über die Aussichten des kom- menben Winters geäußert. Fast allgemein ist dabei zum Ausdruck gekommen, daß es kalt, kalt und nochmals kalt werden soll. Laienerfahrungen und Wissenschaft lehren bekanntlich, daß auf einen warmen Sommer ein kalter Winter zu folgen pflegt. Auch der hundertjährige Kalender weist auf einen ungewöhnlich falten Winter hin. Wenig beachtet worden ist es jedoch, daß sich auch das Verhalten des Rils und des Indusstromgebietes mit verblüffender Regelmäßigkeit für die Voraussage der Winter- | temperaturen in Mitteleuropa verwerten läßt. Hohem Wasserstand und großen Pleberschwem- mungen in diesen Gebieten folgte stets ein strenger. geringer Rilflut und indischer Dürre ein milder Winter. Aegypten hat in diesem Iahre die gewaltigsten Pleberschwemmungen seit 1878 gehabt, und in Indien sah es nicht viel belfer aus. Girszcner Wochcnmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140. Wirsing 15 bis 20. Weiß- traut 10 bis 12, Rottraut 10 bis 15. gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 25 bis 30, Römischlohl 10 bis 12, Sinter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 45 bis 50, Feldsalat 103 bis 120, Tomaten 20 bis 25, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kürbis 5 bis 8, Pilze 25 bis 30. Kartoffeln 4% bis 5, Aepfel 10 bis 15. Birnen 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Preiselbeeren 40 bis 45, Pfirsiche 40 bis 60, Zwetschen 10 bis 15, Honig 40 bis 50. junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 10? bis 120, Rüsse 50 bis 60 Pf. das Pfund; Tauben 70 bis 90, Eier 16 bis 17, Blumenkohl 30 bis 80, Salat 15 bis 20, Salatgurken 20 bis 30, Endivien 10 bis 15, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 30 Pf. das Stück; Radieschen Dd. 10 bis 15 Pf.; Kartoffeln 3,50 bis 4 Mk., Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 6 bis 8, Rottraut 8 bis 10, Aepfel 8 bis 12, Dirnen 8 bis 10 Ml. der Zentner. Taten für Freitag 25. Oktober. Sonnenaufgang 6.40 Uhr, Sonnenuntergang 16.47 Uhr. — Mondaufgang 22.30 Uhr, Monduntergang 14.35 Uhr. 1825: der Komponist Johann Strauß (Sohn) in Wien geboren (gestorben 1899); — 1838: der Komponist George Bizet in Paris geboren (gestorben 1875). •• Reuer Vorstand der Bergwerksdirektion Wölfersheim. Der Minister für Arbeit und Wirtschaft hat den Dergrat bei der Dergwerksdirektion Wölfersheim, Dr.-Ing. Sauer, zum Vorstand der Dergwerksdirektion Wölfersheim ernannt •• Viehzählung am 2. Dezember. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat die Durchführung der alljährlichen allgemeinen Viehzählung am 2. Dezember angeordnet Sie bewegt sich im Rahmen der bisherigen Zählungen. ** Der Turnverein von 1846Gießen hielt am Samstag im .Postkeller" die diesjährige Generalversammlung ab, die außerordentlich gut besucht war; ein Beweis dafür, daß die Mitglieder regen Anteil am Vereinsleben nehmen. Mit großer Befriedigung fonme "'er erste Spreche.'. il.fbe f ttäts-Durecudire ttoe Erle in se nein ausführlichen Berio-k hervorheben, daß auch i)as abgelaufcne Dereinsjahr ein besonders bewegtes Turnjahr war, mit Stolz konnte er auf die große Zahl der errungenen hervorragenden Siege Hinweisen. Allen Vorstandsmitgliedern und Turnern dankte der erste Sprecher für ihre selbstlose und uneigennützige Tätigkeit zum Wohle des Vereins und unserer großen deutschen ^.urn- sache. Dann folgten die Berichte der einzelnen Fachwarte über Turnen, Schwimmen, Fechten. Sport Spiel und Wandern. Reu eingeführt in den Winterplan ist noch das Eishockey. Alle Berichte, die mit besonderem Interesse verfolgt wurden, legten Zeugnis ab von der eifrigem Tätigkeit die in allen Abteilungen herrscht. Eine rege Aussprache fand zu allen Berichten statt In den Vorstand wurden neu- bzw. wiedergewählt: Andreas R e i n i n g als zweiter Sprecher iRegierungsbaurat Mangold lehnte eine Wiederwahl ab), Ludwig Schneider als Rechner. Karl Erb als Oberturnwart, Fritz Linker und Heinrich Zimmermann zu Schriftführern. Karl Reuter zum zweiten Turnwart, Franz Sauer zum Schwimmwart, Karl Hergen- r ö t h e r zum Fechtwart, Georg B e 11 o f und Wilhelm Scheid zu Beisitzern. Mit einem freudig aufgenommenen dreifachen Gut Heil auf die edle deutsche Turnsache wurde die Generalversammlung geschlossen. Oberheffen. Landkreis Gieren. 00 Klein-Linden, 23. Oft. Zu den kom- mciuen Gemeinderatsway len |inb her fünf Wahlvorschläge enger eicht worden. Wahlvorschlag l trägt das Kennwort „Bürgerliche Liste" und enthält folgende Ramen: 1. Wilhelm Erle, Lokomotivführer; 2. Fritz Jung, Kaufmann; 3. Gg. Reurath, Dreher; 4. Friedrich Knapp, Wagenmeister; 5. Karl Klein, Eisenbahnsekretär; 6. Heinrich Magold, Maurermeister'. 7. Gottfried Bendecoth, Lolomotivführer a. W.; 8. Wilhelm Steinmüller, Postschaffner. — Wahlvorschlag II trägt das Kennwort „L i st e der Bürgerlichen" und enthält folgende Ramen: Wilhelm Rinn, Angestellter; 2. Friedrich Stein, Bäckermeister; 3. Friedrich Weller III., Dahnsteigschaffner; 4. August Ruhl II., Mechaniker; 5. Valentin Kehl, Schrei ne rmeister; 6. Wilhelm Fink, Architekt; 7. Heinrich Bechtold. Elektroinstallateur; 8. Friedrich Lenz II., Wciß- bindermeister. — Wahlvorschlag III mit dem Kennwort „Sozialdemokratische Partei" enthält die Ramen: 1. Philipp Germer III., Kraftfahrer; 2 Heinrich Reuschling, Dreher: 3. Jakob Hofmann, Schriftsetzer; 4. Friedrich Weigel II.. Gla ec; 5. Otto Steinmüller, Metallarbeiter; 6. August Schmidt, Eisenbahner; 7. Hch. .Seipp, Kupferschmied; 8. Friedrich Volk, Eisenbahnbeamter. — Wahlvorschlag IV mit dem Kennwort „Christlich-Sozialer Volksdienst" enthält die Ramen: 1. Wilhelm Ufer; 2. Philipp Weigel XXII.. Landwirt; 3. Emst Holler, Kaufmann; 4. Ludwig Theiß II., Oberschaffner; 5. Karl Lenz, Dreher; 6. Wilhelm Iung, Eisenbahninspektor; 7. Karl Hof; 8. Ludwig Lenz XIV., Dreher. — Wahlvorschlag V mit dem Kennwort „Hessischer Landbund" enthält mir sechs Ramen, und zwar: 1. Philipp Klein, Werlführe.a '.Wärter; 2. Wilhelm Langsdorf I., Landwirt; 3. Ludwig Iung XVI., Landwirt; 4. Ludwig Lenz XV., Gärtner; 5. Wilhelm Weller II., Landwirt; 6. Wilhelm Vvlkmann. Schlosser. Zwischen dem Wahlvorschlag I mit dem Kennwort „Bürgerliche Liste", und dem Wahlvorschlag IV mit dem Kennwort „Christlich- Sozialer Dollsdienst". ist Lihenverbindung eingegangen worden, während die Liste des Hessischen Landbundes, Wahlvorschlag V, und Wahl- vorschlaz II „Liste der Bürgerlichen", Verbindung eingegangen sind. * Klein-Linden. 22. Oft. Der Turnverein Klein-Linden hielt am Sonntag .in Turnerheim seine diesjährige Generalversammlung ab. Aus dem Jahresbericht des ersten Vorsitzenden, Sattlermeister Karl Weih, war zu entnehmen, daß während des verflossenen Jahres zwei Mitgliederversammlungen und sechs Vorstandssitzungen abgehalten wurden. Der Verein feierte im September l. I. sein Werk dieses Mal in einer neuen und schon rühmlichst bekannten Bearbeitung von Gerhard von Keußle r zu Gehör gebracht wird. Rährres ist aus dem gedruckten Programm ersichtlich, das unentgeltlich in der Musikalienhandlung von Emst Challier auf Verlangen abgegeben wird. Ebenso sind Reuanmeldungen an diese Stelle zu richten, von der auch jede gewünschte Auskunft gern erteilt wird. „Manolescu" - ein Film. Ein guter Film, mit großen Mitteln, bedeutender Ausstattung und einer technisch und künstlerisch sehr qualitätvollen Linienführung. Lebendig, umspringend, fest ineinandergreifend eine über internationale Schauplätze — Paris. Monte Carlo, Berlin und London — stürmisch abrollende Handlung, die keine Lücken und keine toten Punkte auf weist und dabei, sehr filmgerecht, mit einem Mindestmaß an Bildtiteln aus- kc-mmt. (Der Umfang des zu einem Film benötigten Textes wird immer gewisse Schlüsse auf dessen Gesamtwert zulassen.) Voraussetzung für solche Sparsamkeit ist eine formal und geistig gleichmäßig hochstehende Regieführung, wie man sie hier von Turjanski zu sehen bekommt, den sehr routinierte Photographen unterstützen. Der starke Eindruck dieses von der Ufa geschaffenen Filmwerkes wird, abgesehen von Regie und Handlung, — die sich als ein Ausschnitt aus dem phantastisch bewegten Leben eines wahrhaft großzügigen und in gewissem Sinne sogar fast sympathischen Hochstaplers darstellt — von einer ausgezeichneten Besetzung bestimmt. Den Manolescu gibt Ivan Mvsjukin, einer der allerbegabtesten ausländischen Filmspieler, dessen glänzende Leistung als Casanova vielen noch in Erinnerung fein wird. Die Rolle, die er hier zu spielen hat, ist jener nicht ganz unähnlich, und er gestaltet sie mit der gleichen Intelligenz, der selben Ausdruckskraft und Spielintensitätt Er hat auch ebenfogute Partner wie damals; eine glänzende Gegenspielerin vor allem in Brigitte Helm, die hier wiederum eine bestechende Leistung bietet und der großen Garbo immer ähnlicher wird, obwohl zu bemerken ist, daß f e in dieser Rolle ihre Mittel nicht ganz so großartig zur Entfaltuna bringen kann, wie etwa vor turpem als Rina Petrowna in der „Wunderbaren Lüge". Aus der übrigen, sehr respektablen Besetzung sind vor allem George, Dita P a r l o und Elsa Wagner hervorzuheben. Das Manuskript stammt von Robert Liebmann (nach einer Rovelle von Hans S z e k e 1 y). Der Film läuft feit gestern im neuen Programm des Lichtspielhauses in der Bahnhofstraße und soll hiermit nachdrücklich empfohlen werden. —r— Oie falsche Totenmaske. Das Sterbezimmer zu Walmer Castle, in dem der Herzog von Wellington im Jahre 1852 sein Leben aushauchte, wird von Reisenden viel besucht. Cs ist ein stimmungsvoller Raum, und neben dem Lehnsessel, in dem der „größte Engländer seiner Zeit" dahinschied, liegt auf einem Tischchen eine Totenmaske in Bronze, ein Gesicht mit strengen und eXen Zügen, das von allen Besuchern mit Rührung bewundert wird. Run teilt aber Gerald Mellesley in der „Times" mit, daß man seit 24 Jahren eir.ee falschen Totenmaske des großen Feidherm so viele Beachtung geschenkt hat. Die ehre Totenmaske, die sich in dem Besitz der Familie zu Apsley House befindet, sieht ganz anders aus. Es ist merkwürdig, daß keinem der Tesucher bisher ausgefallen war, wie sehr sich das Gesicht des Herzogs in dieser Totenmaske in seinem Sterbe- zimmec „verändert" hatte. Sie zeigt einen noch verhältnismäßig jungen Mann mit straffer und glatter Haut und einem kahlen Schädel, mit hoher Stirn und spitzem Kinn. Wellington aber war ein Greis von 83 Jahren mit stark verrunzelter Haut, niedriger <5tim und eckigem Kinn, der sich noch eine Fülle weihen Haares bewahrt hatte. Die einzige Aehnllchleit zwischen den beiden Gesichtern besteht in einer ausgesprochenen Adlernase. Diese scheint denn auch zu der „Taufe" den Anlaß gegeben zu haben. Wel- lesley, der der Geschichte der falschen Totenmaske nachgegangen ist, teilt mit. daß sie aus Windsor Castle stammt, wo sie 1905 aus allerlei Gerümpel mit anderen Dingen von dem Inspektor der königlichen Waffen- und Kunstsammlungen, Guy Laking. ausgegraben wurde. Dieser glaubte, die Totenmaske Wellingtons gefunden zu haben, teilte feinen Fund dem König Eduard mit und erhielt von ihm die Erlaubnis, die BronzemaSle für das Sterbezimmer des Herzogs zu stiften. Riemand weih, wessen Züge in diesem „ewigen Antlitz" festgehalten sind. Aber daß es nicht die des Siegers von Waterloo sind, ist über alle Zweifel erhaben, und da man jetzt auch noch Abgüsse nach dem echten Original entdeckt hat. so wird die falsche Totenmaske durch einen Abguß der echten erseht werden. 40. Stiftungsfest und beteiligte sich an den Festen der örtlichen Vereine. Der Rechnungsbericht des Rechners Karl Klein zeigte in Einnahme 2960 34 Mk., denen in Ausgabe 2845,37Mk. gegen» überstehen, so daß ein Ueberschuft von 114,97 Mk. verbleibt. San! der eifrigen Tätigkeit des Derems- dieners Philipp Klein konnte die erfreuliche Feststellung gemacht werden, daß keine Beiträge mehr als rückständig ausstehen. Die Rechnung, von den Rechnungsprüfern Ludwig Volk und Wilhelm Feh für richtig befunden, fand die Genehmigung der Generalverfammlung. Der De- richt des 1. Turnwarts Ernst Pfaff gab ein Bild von der Vorwärtsentwicklung des Vereins im letzten (Zähre. Der durchschnittliche Besuch einer Turnstunde betrug 14 bis 15 -Zöglinge und 20 bis 22 Schüler. Das Turn- .und Sportabzeichen wurde von den Turnern Rudolf Ufer und Wilhelm Müller errungen. Lieber den Stand der Frauenabteilung berichtete grauen» turnwart Fritz Morneweg. Die -Zahl der Turnerinnen, einschließlich Schülerinnen, stieg von 20 bei Beginn des Jahres auf 31 am Schluß des Jahres. 62 Turnstunden wurden insgesamt von 1130 Turnerinnen besucht. Die V o r st a n d s» Wahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Sattlermeister Karl W e i ß, 2. Vorsitzender Lehrer Raul. Schriftführer Karl K l i n t e I, 2. Schrift» führer August Müller, Rechner Karl Klein, Zeugwarr Karl Eh ring, 1. Turnwart Ernst Pfaff. 2. Turnwart Heinrich Adolph, Frauenturnwart Fritz Morneweg, Schüler- turnwart Rudolf Jung, Beisitzer Jakob Frey, Heinrich Lang und Wilhelm Weber. Der Termin für das Winterfest wurde auf Samstag, 1. Februar 1930, festgelegt, während einige Wochen später ein Werde turnen in größerem Stile geplant ist. Z Lollar, 23. Okt. Dieser Tage wurde hier durch den Prüfungsausschuß des Ortsgewerbevereins Lollar und Umgebung die diesjährige Herbst-Gesellenprüfung vorgenommen, der sich acht Lehrlinge, und zwar vier Schreiner, zwei Schlosser, ein Zimmermann und ein Schneider unterzogen. Das Ergebnis der Prüfung war ein recht günstiges, sämtliche Prüflinge bestanden: vier konnten die Rote „gut“ und die übrigen „im ganzen gut" erhalten. An die Prüfung schloß sich eine kleine Feier, bei der der Vorsitzende des hiesigen Ortsgewerbevereins, Spenglermeister Gerhard Fuchs, die Gesellenbriefe überreichte und beherzigenswerte Worte an die Junggesellen richtete. Ebenso wandte sich Berufsschullehrer Eberle in eindrucksvoller Ansprache an diese, worin er besonders den Wert der Fortbildungsschule für den angehenden Handwerker betonte. > Lollar, 23. Ott. Pfarrassistent Geiß unseres Kirchspiels hat von Mitte Oktober ab seinen Dienst in der ihm übertragenen definitiven Stelle in Ober-Ofleiden angetreten. Daß vorläufig kein Rachfolger für ihn in unser großes Kirchspiel kommt, ist auf den großen Mangel an geistlichem Rachwuchs unserer Landeskirche zurück» zuführen. > Mainzlar, 23. Oft Mit dem neuen Schuljahr hat unser neuer Lehrer Ricolai, der bis jetzt viele Jahre in Gonterskirchen (Kr. Schotten) tätig war, seinen Dienst hier angetreten. V Mainzlar, 22. Oft. Zu der bevorstehenden Gemeinderatswahl liegen hier drei Wahlvorfchläge vor, eine Landbundliste, eine unparteiische und eine sozialdemokratische Liste. Spitzenkandidat der Landbundliste ist der Landwirt und seitherige Gemeinderat Wilhelm Müller, auf der unparteiischen Liste steht der Kaufmann und seitherige Gemeinderat W. PH. Schlapp an erster Stelle, während auf der sozialdemokratischen Liste der Former und seitherige Gemeinderat 2oh. Spaar als Spitzenkandidat verzeichnet ist. > Daubringen, 23. Oft. Da unsere langjährige Krankenschwester Elisabethe G r ö l z aus Mainzlar krankheitshalber ihr Amt in Daubringen niedergelegt hat, beschloß der Liebe in Ketten. (Roman von Hans Mitteweider. Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). 20 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Er küßte sie innig. Stürmische Leidenschaft war nicht seine Art, aber so gefiel er Käthe viel besser, als wenn er überschwenglich seine Gefühle offenbart hätte. Sie waren beide zueinander, als seien sie noch nicht Mann und Frau, als müßte er immer noch um sie werben. Sie schmiegte sich an ihn und kuschelte sich in ihn hinein, denn in ihr war jetzt alles nur Glück. Jede Sorge war von ihr gewichen, unö wenn ganz im Hintergrund ihrer Gedanken manchmal die Erinnerung an Berndt Klausen wach werden wollte, dann wich sie alsbald wieder zurück. — Sie lauschte weiter auf das, was Felix sprach. „Du fragtest mich wegen des Unglücks mit dem Motorrade", sagte er. „Du irrst, wenn du annimmst, daß ich es herbeigeführt hätte. Ich gebe zu, daß ich es hätte vermeiden können, hätten meine Gedanken sich nicht allzuoft mit dir befchäftigt. Aber daß ich etwa die Absicht gehabt hätte, das Leben von mir zu werfen, das — o nein, Käthe, niemals würde mir das ein* fallen. Ich bin der letzte meines Geschlechts, das durch dich wieder aufblühen soll.. Errc tend barg Käthe ihr Gesicht an seiner Schulter. Lind er streichelte zärtlich ihr Blondhaar. Seine Blicke fielen dabei auf das Drief- blatt, das auf dem Boden lag, und er entfann fich dessen, was da geschrieben stand. „Schahkindel", sagte er weich, „entsinnst du dich, wie du hilflos auf dem Kai standest unö nicht wußtest, wohin du dich in der fremden Stadt wenden solltest? Damals half ich dir. 2lber es wäre doch auch möglich gewesen, daß ein anderer das getan hätte. Lind ich weiß, du würdest ihm vertraut haben, würdest mit ihm gegangen Jein, arglos, wie du es ja heute noch bist. Du fürchtetest dich nicht vor uns Männern, weil du uns nicht kanntest. Lind so bist du damals auch mit Herrn von Dodenstein gegangen, als er dich In dem Restaurant ansprach..." „Du weißt...?" fragte Käthe atemlos vor Erregung. „Ich weiß alles", bestätigte er. „Richt, weil ich dir nachgeforscht hätte. Das wäre mir sehr leicht geworden, wenn ich es gewollt hätte, sondern weil Herr von Dodenstem ein Ehrenmann ist und vor unserer Hochzeit zu mir kam. um mir alles anzuvertrauen. Er erzählte mir die Geschichte deines Leidens: er erklärte auch, wie es gekommen war, daß du Kellnerin wurdest, und daß du mit ihm gingst. Daß du in seiner Woh- Verein „Kleinkinderfreunb“, der die Kinderschule betreut, schon vor längerer Zeit, eine Krankenschwester für unser Dors allein anzustellen. Da jedoch zu diesem Herbst noch keine Schwester aus Ronnenweiher abkömmlich war. war sich der Vorstand des „Kleinkinderfreund" einig, bis zum Eintreffen einer neuen Schwester, Frl. Else Guhmann aus Kirchberg, die in Krankenpflege ausgebildet ist und während des Krieges darin tätig war, vorläufig anzustellen. v. Londorf, 22. Ott. Zu der bevorstehenden Gemeinderatswahl sind hier sechs Listen eingereicht. Die alten Gemeinderatsmitglieder haben drei gemeinschaftliche Listen ausgestellt, der Bauernbund zwei, und die Gewerbetreibenden eine Liste eingereicht. — Rach dem der Boeger- sche Saal vor längerer Zeit an die Zigarrenfabrik Rinn & Cloos übergegangen und jetzt eine Fabrik daraus geworden ist, war unser Ort ohne größeren Saal. Diesem Mangel ist jetzt durch den Dau eines Saales, den der Gastwirt Louis Lich errichtet hat, abgeholfen worden. Am Sonntag wurde der Saal einge- weiht. — Der hiesige Synagogen- und Wohltätigkeitsverein ,feiert am kommenden Samstagabend sein 25jähriges Bestehen im Saalbau Lich. — Bei dem am Sonntag im Saale des Gastwirts Louis Lich stattgehabten Mannschaftsturnen beteiligten sich die Turnvereine Londorf, Kesselbach, Mainzlar und Rordeck. Die Leistungen der Ober- und Hnterftufen waren in allen Vereinen gut und zeugten von fleißiger Schulung. In der Oberstufe errang den ersten Sieg Tv. Londorf, den zweiten Tv. Mainzlar,' den dritten Tv. Rordeck. In der ilnterftufe erhielt den ersten Sieg Turnverein Mainzlar, den zweiten Tv. Kesselbach und den dritten Tv. Londorf. xp Weitershain,22. Okt. Ein Kaufmann von hier stürzte von seinen. Motorrad und zog sich schwere innere Verletzungen zu. Der Schwerverletzte wurde in bedenklichem Zustande in die Gießener Klinik überführt. H Lich, 23. Oft. -^er Aufmarsch der Parteien zur Reuwahl des Stadtvorstandes ist nunmehr erfolgt. Fünf Wahlvorschläge wurden eingereicht, die durchweg nach beruflichen Ständen gegliedert sind. Es bringen die Beamten, der Bauernbund (Landwirte), der kaufmännische Mittelstand, der gewerbliche Mittelstand und die Sozialdemokratische Partei je eine Liste. Es wird hier vielfach bedauert, daß eine derartige Zersplitterung eingetreten ist. Obwohl angesehene Männer unserer Stadt, denen am allgemeinen Wohl gelegen ist, sich ernstlich für ein Zusammengehen bemüht haben, konnte nicht einmal eine Spaltung zwischen dem kaufmännischen und dem gewerblichen Mittelstand verhindert werden. Dem Vernehmen nach soll diese Kluft durch eine enge Listenverbindung wieder überbrückt werden. Lieber sonstige Listenverbindungen läßt sich heute noch kein .Urteil bilden. Von den bisherigen Stadfvorstandsmitgliedem kandidieren zwei nicht mehr, neun sind auf den eingereichten Wahlvorschlägen bevorzugte Plätze eingeräumt, so daß mit ihrer Wiederwahl mit einiger Bestimmtheit gerechnet werden kann, ein Mitglied hat sich an aussichtslose Stelle sehen lassen. Um die drei übrigen Sitze muß gestritten werden. Die eingereichten Wahlvorschläge weisen an erster bis fünfter Stelle folgende Bewerber auf: Kennwort: Erb (Beamter). 1. Ludwig Erb, Rektor: 2. Heinrich Vater, Kanzleiassistent: 3. Wilhelm Schäfer, Postschaffner: 4. Jakob Schmidt, Verwalt.»Ass.: 5. Heinrich Roth II., Reichsbahn- Ass. Kennwort: LudwigWolfll. (Bauernbund). 1. Wolf, Ludwig II., Landwirt: 2. Märle, Heinrich, Landwirt: 3. Eise, Christian, Landwirt: 4. Zimmer, Karl, Landwirt: 5. Liftmann, Joh. Jakob, Landwirt. Kennwort: Bürgerliche Liste (Handel). 1. Heller, Ludwig, Metzger- meister: 2. Insel, Karl Ludwig, Friseur: 3. Veite, Wilhelm, Kaufmann: 4. Schmidt, Hermann Ludwig, Steuerassistent: 5. Jhring, Hans, Drauerei- nung geschlafen hast, wußte ja deine Tante tm voraus. Du aber wußtest nicht, daß das eine letzte Prüfung für dich fein sollte, daß Frau Bottrup sich insgeheim sorgte, du könntest doch ... Lassen wir das! Du sollst wissen, daß ich alles kenne, was ich aus deinem Leben wissen muhte. Ich begriff auch, weshalb du erschrakst, als du im Kasino deine hilfsbereite Freundin Derty wiedersahst..." „Auch sie kennst du?" fragte Käthe außer sich. Er nickte lächelnd. „Herr von Bodenstein hatte mir alles berichtet. Lind weil ich mit dem Plane umging, dieses wackere Mädchen für die Hilfe zu belohnen, die es dir geleistet hat. als du der Verzweiflung nahe warst, so ließ ich durch Dodenstein Erkundigungen über diese Derty einziehen. Ich wußte, daß sie meinen Freund Altberg geheiratet batte...“ „Als du ihn damals erblicktest, wußtest du, daß feine Frau in der Rähe sein muhte? Du wolltest uns Zeit lassen, die Lleberraschung zu überwinden? — Oh, Felix, wie gut, wie sehr gut du bist!" „Wie könnte ich dir gegenüber anders fein!“ rief er. „Lind jetzt, mein Kätherle, gelt, jetzt forgst du dich nicht mehr, daß ich hinter deine „Geheimnisse" kommen könnte? Ich weiß alles, was du gesündigt hast.. Da küßte sie ihn dankbar und schmiegte sich an ihn. Lind in ihr wurde eine Stimme laut, die sie mahnte: „Jetzt ist die rechte Zeit! Jetzt kannst du ihm auch das andere noch sagen, was er noch nicht weiß!" Schon öffnete sie die Lippen, um alles zu beichten, da wurde an die Tür geklopft. Der Diener meldete den Gutsverwalter von Turnau, und rasch erhob sich Felix. „Du entschuldigst mich, Käthe," sagte er. „Ich habe den Mann bestellt, um ihm Weisungen betreffs der Arbeiten zu geben, die demnächst auf dem Gute ausgesührt werden sollen. Altberg will mir den Techniker, den er entdeckt hat und der eine Gröhe auf seinem Spezialgebiet ist, einige Zeit zur Verfügung stellen. Damit die Arbeiten möglichst rasch beendet werden können, muh ich dem Verwalter Verschiedenes sagen. Ich denke, ich werde in einer halben Stunde wieder bei dir fein können." Käthe aber war auf einmal wieder sehr blaß geworden. Mitten in ihrem Glück war das Schreckgespenst jäh wieder aufgetaucht, das sie ängstigte. Der Techniker war doch kein anderer als Derndt Klausen! Felix aber, der schon halb abgewendet von ihr stand, merkte nichts von ihrer Unruhe. Sie gab sich Mühe, ihrer Stimme einen ruhigen Klang zu verleihen, als sie nun sagte: „Felix, du willst selber nach Turnau?" direktor. Kennwort: Mittelstandsliste (Gewerbe). 1. Feh, Christian, Dauunterneh- mer: 2. Schmidt, Heinrich VIII., Geschäftsführer: 3. ©tengler, Heinrich, Maurermeister: 4. Zimmer, Heinrich I., Wagnermeister: 5. Ohlemutz, Gustav, Küfermeister. Kennwort: S.P. D. 1. Schöne, Konrad, Schuhmacher: 2. Schöne. Job. Adam IN.» Schreiner: 3. Trechsler, Karl Kd., Strahenwart, 4. Lang, Johann, Arbeiter: 5. Walz, Heinrich, Schlosser. # Hungen, 23. Okt. Wahrend bei den letzten Gemeindewahlen von vier Jahren eine Einheitsliste ausgestellt wurde, sind diesmal nicht weniger als sechs Listen eingereicht worden. Es sind dies die Sozialdemokratische Partei mit Hermann Schuld an der Spitze, die Vereinigte Liste (Wilhelm Widerstein), die Liste der Handwerker und Gewerbetreibenden (2. Sulzbach), die Landbund- liste (Helnr. Hofmann), die Beamten - und Angestelltenliste (Wilhlem Albrand), die Liste der nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei (Fritz Hesse). I E b e r st a d t, 23. Okt. Am Sonntag feierte die zahlreich versammelte Gemeinde das Erntedankfest im festlich geschmückten Gotteshaus, auf dessen Altar manches Prachtstück des diesjährigen Erntesegens prangte. 2n dankenswerter Weise trug der Mädchenchor von Arnsburg durch zwei mehrstimmige Lieder zur Verschönerung der Feier bei. — Ein f recher Diebstahl wurde am Montag in einem hiesigen Gasthaus ausgeführt. Karn da um die Mittagsstunde ein fremder Wanderer herein und trank ein Glas Bier. Die kurze Abwesenheit der Wirtin benutzte er, um sich stillschweigend zu empfehlen, nicht ohne einen größeren Geldbetrag aus einem Kästchen auf dem Ausschanktisch zu entwenden. Der Diebstahl wurde sofort bemerkt und die Verfolgung von mehreren Männern ausgenommen: doch entkam der Dieb querfeldein in Richtung Dorf-Gill. + Eberstadt, 22. Okt. Wir berichteten im August, daß bei dem hiesigen Wagnermeister Buß zwei junge Iltisse eingefangen wurden. Die beiden alten und zwei junge, also der größere Teil der Jltisfarnilie, die sich dort häuslich niedergelassen hatte, aber in ihrem Familienglück plötzlich gestört wurde, verzog sich auf Nimmerwiedersehen. Herr Buß pflegte die beiden anderen Iltisse in einem Käfig. Als besonders eigenartig sei erwähnt, daß den beiden Gefangenen die dargereichten Hühnereier erst von Menschenhand angelocht werden mußten, andernfalls sie nichts damit anzufangen wußten und Kurzweil mit ihnen trieben. Die Pfleglinge gediehen gut und wurden recht zutraulich. Ein in Gießen gastierender Zirkus kaufte kürzlich Herrn Buß die beiden Iltisse zu einem ansehnlichen Preise ab. So kamen sie in die Menagerie des Zirkus, und zwar als die ersten Vertreter ihrer Art. Kreis Friedberg. WDR. Friedberg, 23. Okt. Zum heutigen Schweinemarkt waren 325 Ferkel aufgetrieben. Es wurden bezahlt für sechs Wochen alte Tiere 25 bis 30 Mk., für sechs bis acht Wochen alte 30 bis 40 Mk., für acht bis 12 Wochen alte 40 bis 55 Mk. Das Geschäft war sehr flott, der Markt wurde geräumt. pb. Butzbach, 22. Okt. Am Sonntagabend hielt Duchdruckereibesitzer K. Schneider im überfüllten Saal des „Hessischen Hofes" einen längeren Lichtbildervortrag über seine Ame rikareise , die er als Gauvertreter in Gemeinschaft mit dem Sieger des vorjährigen Deutschen Turnfestes, Reuter von Gießen, zum Besuche einer Anzahl deutsch-amerikanischer Turnvereine unternommen hatte. Der Andrang zu dem Vortrag war so stark, daß der Saal polizeilich gesperrt werden mußte. Schneider gab bekannt, daß er den Vortrag w ederholen würde. — Dom vorhergehenden Sonntag sei nachträglich noch berichtet, daß an diesem Tage der Turn - und Sportverein von 1846 sein „2a, Schatz, es wird das Deste fein,“ antwortete er. „Dann laß mich während dieser Zeit zur Tante nach Ronnenwerth gehen!“ bat sie. „Ich liebe die Llnruhe nicht, die durch solche Arbeiten erzeugt wird." „Du hast recht, Käthe. Verzeihe, daß ich nicht gleich daran gedacht habe. Aber vielleicht läßt es sich einrichten, daß wir beide jetzt erft mal nach Turnau fahren, nur auf einen Sprung. Dann bringe ich dich zu Tante Adelheid und hole dich dort ab, sobaw alles vorüber ist. Ist dir das recht?" Da mußte Käthe Wohl zustimmen. Aber nachdem Felix von ihr gegangen war, befiel eine marternde Llnruhe ihr Herz. Obwohl sie sie zu bannen suchte, indem sie sich an die Versicherungen erinnerte, die Felix ihr eben noch gegeben hatte, vermochte sie das Glücksempfinden nicht wiederzufinden, das sie eben noch erfüllt hatte. „Ich muß es ihm so bald wie möglich sagen!" nahm sie sich vor. „Lind was wird dann werden?" fragte die Stimme in ihr. „Weiht du nicht, daß Felix vor dem Gesetz überhaupt nicht dein Gatte ist, sondern jener, dem du In London angetraut wurdest! Weiht du nicht, dah sogar das Zuchthaus dir winkt, wenn alles an den Tag kommt?" Da erbebte Käthe und brach in Tränen aus. Sie flüchtete in ihr Zimmer und warf sich dort auf ein Ruhebett. Sie war der Verzweiflung nahe und kam sich ganz verworfen vor, weil sie diesen Mann so betrog, der ihr vollkommen vertraute. „Wenn Derndt doch gestorben wäre!" 2mmer wieder muhte sie es benlen. Lind stets erschrak sie vor diesem Gedanken. Es war ein Glück, dah Felix länger abgehalten wurde, als er vermutet hatte. Käthe vermochte sich etwas zu beruhigen. Sie kühlte die verweinten Augen und gab sich alle Mühe, jeden Gedanken an Derndt Klausen aus ihrer Seele zu bannen. Als Felix endlich kam, war sie leidlich ruhig. Ihr Mann setzte sich zu ihr und sagte: „Der gute Altberg ift bereit, mir den Techniker sogleich abzutreten, damit du recht bald nach Turnau übersiedeln kannst. Der Graf meint, Klausen könnte ja bann von Zeit zu Zeit noch kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. — Wäre es dir recht, Käthe, wenn wir da gleich heute noch hinfahren? Ich finde es günstig, dah ich dem Verwalter an Ort und Stelle alles erllären kann." „Lind der — Techniker wird auch hinkommen?" „Wohl kaum, Schatz, denn Altberg läht ihn ja nicht von sich. Aber es könnte möglich sein, daß er noch einträfe, während wir in Turnau sind." Ab t urnen hielt. Am Abend fand im „Hessin schen Hof" eine Siegerehrung des verflossenen Wettkampfjahres statt. Dühnenschauturnen aller Wteilungen, sowie musikalische Darbietungen ter Hauskapelle umrahmten die Feier. Hierbei hielt der 1. Vorsitzende Dr. Rau eine mit grohem Beifall aufgenommene packende Rede auf die Sieger und Siegerinnen. Bei diesem Anlaß wurde Dr. Rau durch den 2. Vorsitzenden, 2uL Vahrner, das Turn- und Sportabzeichen in Silber überreicht. Letzterer betonte dabei, dah Dr. Rau der erste im Verein wie überhaupt in unserer Stadt sei, der sich dieses ehrenvolle Abzeichen errungen habe. Q Gambach, 21. Okt. Gestern wurde hier in feierlicher Weise das Erntedankfest gefeiert ym Vormittagsgottesdienst wirkten der Posaunenchor und der Gesangverein Harmonie mit. Im Anschluß daran wurden dann die diesjährigen Konfir. manden oorgestellt. Es sind vier Knaben und sechs Mädchen. Kreis Büdingen. !! 03 üb in gen, 22. Okt. Aus dem Gemeinderat: Die Kraftverkehrsgesellschaft Hanau Stadt und Land G. m. b. H. in Hanau will eine Kraftwagenverbindung zwischen Hanau und Büdingen eröffnen. Die Stadt Bübingen erklärt sich bereit, sich an ber Auto- berbinbung Büdingen—Hanau mit 10 Prozent ber aufgemachten Kosten, bzw. bes durch Einnahme nicht gebockten Betrages für eine Probe- fahrzeit bis zum 31. März 1930 zu beteiligen. — 2m Gaswerk soll der Einbau eines Gas- saugers, ferner die Einführung einer elektrischen Leitung in den Reinigungsraum, sowie die Beschaffung einer Lademulde erfolgen. Der hierzu notwendige Kredit in Höhe von etwa 6000 Mk. soll im Wege ber Kapitalaufnahme erfolgen. — 2m Felbbereinigungsverfahren in der Gemarkung Büdingen lehnte der Gcrneinbe- rat die Beteiligung an den Kosten ber geplanten Kälberbachverlegung ab. Für die spezielle Bearbeitung bes zum Wunschtermin zu stellenden Antrages bezüglich ber Zuteilung von Bauplätzen und 2nbuftriegelänbe, sowie der Zusammenlegung von Aecker und Wiesen, wurde vom Gemeinderat eine besondere Kommission gebildet. Weiter ist ber Ocmeinberat damit einverstanden, dah das für eine Llmgehungs- strahe nötige Gelände zunächst nur in der Teilstrecke von der Strafte Büdingen—Rinderbügen bis zur Felbscheuer bes Landwirts Schwarz in ber vorbersten Mehlbach, ausgeschieben wird. — Der Hessische Verkehrsverb and hatte um die Gewährung eines regelmäftigen Beitrages nachgesucht. Der Gemeinderat konnte diesem Ersuchen nicht entsprechen. Ebenso muftte ber Bezug ber Zeitschrift „Hessische ßanbgcmeinbe" für die Mitglieber bes Gemeinderats aus Ersparnisgründen abgelehnt werden. + Büdingen, 23. Okt. Für die bevorstehende Kreistagswahl für Den Kreis Büdingen liegen sie ben W ahlv orschlä ge vor mit folgenden Spitzenkandidaten: 1. Sozialdemokratische Partei: Oberjustizsekretär Glenz in Büdingen: 2. Demokratische Partei: Oberamtsrichter Dr. Andrae inOitn- berg: 3. Kommunistische Partei: Hrch. 2üngling in Glauberg: 4. Handwerk und Gewerbe: Rudolf Schweikher in Ortenberg; 5. Reue evangelische Volksgemeinschaft (Richtung Pfarrer Weidner, Oberlais): Bürgermeister Bopp in Langenbergheim: 6. He ss. Landbund und De u tsch n a ti on a le Volks Partei: Richard Wolf in Sfsolbcrlxrch; 7. Deutsche Volkspartei: Fabrikdirektor Ewald Morhenn in Hirzenhain. ch Drtenberg, 23. Okt. Die Vorbereitungen zum berühmten Örtenberger „Kaltenmark t", dessen 600-2ahrseier vor zwei Jahren begangen wurde und der als Pferbemarkt an ber Spitze der hessischen Märkte steht, sind in vollem Gange. Der schön gelegene Marktplatz, ber in mustergültigem Zustand ist und auch bei Da brannte es Käthe auf der Zunge, zu erwidern, daß sie unter keinen Umständen mitfahren würde. Sie hätte ein Unwohlsein vorschützen können, und f;e war überzeugt, dah Felix sie dann gern entschuldigen würde. Aber in ihr war jetzt auf einmal der Wunsch rege geworden, sestzustellen, ob das Schicksal sie vernichten oder schonen wollte. Sie muhte es auf eine Probe ankommen lassen. Und ganz insgeheim war in ihr der Gedanke, daß Derndt Klausen sie nicht mehr kennen und nicht auf die Vermutung kommen würde, die schöne Frau von Turnau sei jenes arme Mädchen, das er in jäher Laune mit sich nach London genommen, dort geheiratet und dann schnöde verlassen hatte! Sicher würde es so werden, wenn sie beide doch einmal zusammentrafen! Und dieser Gedanke bohrte sich so fest in Käthe ein, dah sie einwilligte. Kurz vor ihrer Abreise erhielt Käthe noch einen Dries von Tante Adelheid, in dem sie ihr mitteilte, daß Isolde von Kletten bei der alten ‘Baronin von Turnau als Gast weile und sich ganz in deren Herz zu schmeicheln verstanden hätte. Käthe solle sich vor ihr hüten und ja vor Fellx kein Geheimnis mehr haben. Käthe war zu Tode erschrocken. Isolde weilte in der Rahe von Ronnenwerth, bei Felix' Mutter, und sie hatte sich in deren Gunst gesetzt und sicher schon deren Herz burch ihre verleumderischen Reden vergiftet. Würde die vornehme Dame verstehen können, dah ihre Schwiegertochter Kellnerin gewesen war? Käthes Herz krampfte sich zusammen bei diesem Gedanken. Sie fand ihre Ruhe erst wieder, als sie sich sagte, daß Fellx seiner Mutter gewiß alles erllären würde. Immerhin blieb die eine Lüge, deren sich Tante Adelheid schuldig gemacht hatte, indem sie behauptete, ihre Richte sei unmittelbar aus Duitenzorg gekommen. Felix nahm, wie immer, ein ganzes Abteil erster Klasse und brachte Käthe darin unter, liebevoll für jede Bequemlichkeit sorgend. Schnell verging ihnen die Fahrt. In Turnau geleitete Felix Käthe sogleich in die Räume, die schon für sie eingerichtet waren. Er freute sich, als sie ihm herzlich dafür dankte, daß er alles so schön hatte machen lassen. Dann eilte Baron Felix fort, um alles Nötige zu erledigen, und sie sah ihn erst abendS toieber. Doch da konnte er ihr berichten, daß er so weit gekommen war, um sie am nächsten Tage nach Ronnenwerth bringen zu können. (Fortsetzung folgt.) WIKL HLW.! »Gingen. SFM hosten, bAto h»a k vrozen, • März igzo J. Afeb °ll der Lu beWge^ Einführun I E'",1 'N' '"'gungsraum A*1^ E WM vrsMr as für eine Umgebunai« S nut in der Teil. .^Ky^en-Sinberbügen ^des Landwirts Schwarz in -hldach ausgelchieden wird. - ^erkehrsverband hatte I eines regelmäßigen Beitrages Semelnderat konnte diesem Er. echen. Ebenso mußte der 2e« hessische Landgemeinde" für Gemeinderats aus Ersparnis, werden. 23. Dtt. Für die bevorstehende bl für den Kreis Düte den Dahlvorschläge n Spitzenkandidaten^ I. 6v> ifche Partei: Oberjustiz' öüdmgeni2.Demokratische ltsrichter Dr. Andrac inOihn- unistische Partei: Hrch. mberg: 4. Handwerk und wls Schweikher in Ortenborg; igelische Dolksgemein' Pfarrer Weidner, Oberlaies: >p in £cmgcnbergi)?im:6.Hess nö Veutfcpnatlonalt Richard Doli in WtoNi rULPariev. AdrWrrdn lTX Hirzenhain. j, 23. Ott. Die Vorbereitung^ Ortenberget -Kalten- tzw-Jahrseier vor zwei Jahrei und der als Pserdemarkt an Bischen Märkte M smd w ^r schön gelegene Markylatz tigern Zustand ist und auch b« ! Käthe auf der Zunge, zu er« unter keinen Mantel mit- mm« * BdMnlt । Tonte 2we^. e&nrni8 SS öS»»* bei diese- ■ÄW dcrß . Mten M oürde- . e 2; inber lieb gewacht aut Minen- , ' . 2lbt«l kSÄSK !<»»"W An'* ä>" schlechtem Wetter den früher berüchtigten Schmutz nicht aufkommen läßt, bietet durch die Duden- stadt bereits ein buntes Bild. Wie man aus zuverlässigen Quellen hört, wird auch der Pferde-, Fohlen-, Rindvieh- und Schweinemarkt, wie all- jährlich, reich beschickt werden. Don der Markt- kommission und der Devölkerung Ortenbergs werden alle Maßnahmen getroffen, um dem Riesenandrang gerecht zu werden und um alle Wünsche der Marttbesucher zu befriedigen. Kreis Alsfeld. I Kirtorf, 23. Dtt. Einen schweren Unfall erlitt beute morgen Frau D.Schneider von hier. Als sie in ihrem Hause die Treppe heruntergehen wollte, kam sie so unglücklich zu Fall, daß sie mit einem gebrochenen Rückenwirbel auf der Stelle schwerverletzt liegen blieb. Da auch das Rückenmark in Mitleidenschaft gezogen war, traten sogleich Läh- mungserscheinungcn auf. Der hiesige Arzt war bald zur Stelle und ordnete die sofortige Ueber- führung der Schwerverletzten nacy Marburg an. Sanitätsmannschaften von dort verbrachten die Frau in einem Sanitätsauto nach der Üniversi- tätSklinik. Kreis Lauterbach. z Lauterbach, 23. Ott. 3m Alter von 75 Jahren ist einer der bekanntesten und verdientesten Turnerführer des Turngaues Hessen, Kaufmann Theodor Helfenbein, gestorben. Er konnte auf eine 63jährige Turnerlaufbahn zurückblicken. Dem Turnverein Lauterbach, der in ihm feinen hochverehrten Ehrenvorsitzenden verloren hat, war er jahrzehntelang der vorbildliche Führer. Die Spießturnhalle, die nach dem hier geborenen Schöpfer des Schulturnens (Adolf Spieß) benannt wurde und die größte Turnhalle Obetreffend ist, war Helsenbeins Werk. Auch im Turngau Hessen genoß der Verewigte als einer der Getreuesten hohes Ansehen. 3n Turnerkreisen kannte man ihn nur unter dem Ehrennamen „Turnvater" Helfenbein. Die turnerischen Organisationen haben des Verstorbenen Verdienste um die Turnsache wiederholt ehrend anerkannt, zuletzt durch Verleihung des Ehrenbriefes der Deutschen Turnerschaft. Wirtschaft. Ein Wirtschastsprogramm der Eisen- und (Slahlwarenindustrie. Die Reichsaemeinschaft der Eisen., Stahl- und Metatlwaren-Industrie hat ein Wirtschaftsprogramm ausgestellt, in dem zunächst auf dem Gebiete der Zoll - und Handelspolitik festgestellt wird, daß die Belange dieser Industriegruppe bisher nicht in genügender Weise zur Geltung gekommen feien. Es wird daher eine baldige Nachprüfung des deutschen Zolltarifs für notwendig erachtet, um ein handelspolitisches Rüstzeug zu schaffen, welches einerseits die deutsche Industrie vor der Schleuderkonkurrenz des Auslandes schützt, andererseits den technischen Fortschritten Rechnung trägt. Die Retchsge- meinschaft sieht die gesetzlichen Vorschriften auf dem Gebiete des Veredelungsverkehrs als veraltet an. da sie den heutigen Bedürfnissen nicht mehr entsprechen. Für die Handelsvertragspoli- t i k muß nach Ansicht der Reichsarbeitsgemeinschaft nicht die Zahl der Zolltrifpolltionen, sondern die wirtschaftliche Bedeutung der Gefamtindustrie maßgebend sein. Sie fordert die unbedingte Meistbegünstigung, jedoch mit der Maßgabe, daß diese nicht vurch einseitige Zollerhöhungen, Absperrmaßnahmen, Einfuhrverbote usw. durchbrochen werden darf, so daß in jedem Falle eine Differenzierung Deutschlands vermieden wird. Die Arbeiten mit dem Ziele einer Internationalen Verständigung auf dem Gebiete des Zollaufbaus und der Zollhöhe unterstützt di« Reichsaemeinschaft, wenn dabei der Grundsatz voller Gleichberechtigung der Völker gewahrt wird. Hinsichtlich der Ausfuhrförde r u n g ist sie der Auffassung, daß eine Anpassung der Exportkreditversicherung an die berechtigten Wünsche der Eisen-, Stahl- und Metallwaren-Jndu- ftrie eintreten muß. Aus dem Gebiete der S t e u c r • und Finanzpoliti k setzt sich die Reichsgemein- schoft für eine sofortig« Beseitigung der Jndustrie- belastung, eine sofortige durchgreifende Aenderung des Einkommensteuertarifs, eine starke Herabsetzung der Gewerbesteuer mit dem Ziele der gänzlichen Beseitigung. für Senkung der verschiedenen Kapital- Verkehrssteuern und für di« Beseitigung der Kapi- tal«rtragsst«uer zum Zwecke der Bessergestaltung des Kreditwesens ein. Insbesondere wird die gleichmäßige Besteuerung der Betrieb« der öffentlichen Hand wie der Privatbetriebe verlangt. Bezüglich der Tarifpolitik der Reichsbahn wird eine zustellen, wie weit mit Zahlungen von deren Seite gerechnet werden kann. Gin Ergebnis wurde dabei nicht erzielt, da insbesondere eine auswärtige Getreidehandelslirma Schwierigkeiten macht. Die Danken selbst sind bereit, mit ihren Forderungen stil z Halten. Die Danksorderungcn belaufen sich auf etwa neun Millionen Mark. Die Gesamthöhe der Passiven läßt sich noch immer nicht genau angeben: man schätzt sie weiter auf etwa 13 Mill. Mark, doch kann di.se Summe evtl, eine Erhöhung erfahren. Schätzungen der ?esamten Passiven auf 16 und neuerdings auf 7 Mill. Mark sind aber vermutlich, wie WTB.- Handelsdienst von informierter Seite erklärst wird, zu hoch. Heber die Höhe der Aktiven besteht noch keinerlei Klarheit. Der wertvollste Aktivposten dürfte eine beinahe 53proz. Deleili- gung an der Hafenmühle -in Frankfurt a. M. sein, deren Aktienkapital 2,04 Mill. Mk. beträgt. Die Hafenmühle hat aus der Insolvenz D. evsuß namhafte Vevtuste 8-1 erwarten, wovon das Aktienkapital jedoch nicht berührt wird. Die Liquidität des Unternehmens ist, wie die Verwaltung mitteilt, b predigend. • Zusammenbruch der Kieler Dank. Die Direktion der Kieler Dank hat, wie WTB.- Handelsdienst erfährt, große Verluste, die aus dem Kreditgeschäft und aus Manipulationen für eigne Rechnung entstanden sind, durch Buch- fälschungen der Kontrolle des AufsichtvrateZ entzogen. Soweit bisher festgestellt ist, betragen die Verluste nahezu 3 Millionen Mark, so daß nicht nur das Aktienkapital verloren ist, sondern auch die Gläubiger erheblichen Schaden erleiden. Angesichts des schweren Dertrauensbruches der Direktion hat die Deutsche Dank ihre Hilfe versagt. so dah di« Dank nunmehr ihre Zahlungen «instellen wird. Beträchtliche Kurseinbrüche. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 24. Okt. Tendenz: schwach. -• Nachdem noch an der gestrigen Abendbörse die Stimmung zuversichtlich und freundlich war, griff heute zu Beginn des offiziellen Marktes eine starke Unsicherheit Platz. Vor allem war die Insolvenz der Kieler Dank ein großer Unsicherheitsfaktor. Aber auch der Zusammenbruch einer großen süddeutschen Wolldeckenfabrik und die Nachwirkungen in der Drehfuß-Affäre trugen zur Verschlimmerung der Lage bei. Hinzu tarnen noch die erneuten starken Kurseinbrüche an der gestrigen Neuyorker Dörse, so daß der heutige Markt wieder ein trostloses Bild bot. Die Spekulation schritt in stärkerem Maße zu Abgaben, zumal Aufnahmelust kaum bestand. Es ergaben sich daher gegenüber der gestrigen Abendbörse ganzbeträchtlicheKursein- brüche. Ln erster Linie wurden die in letzter Zeit bevorzugten Werte in Mitleidenschaft gezogen. Kaufaufträge, die heute zur Ausführung gelangen sollten, wurden rasch wieder zurückgezogen. Die vorteilhaften Geldmarktverhältnisse wurden heute nicht mehr beachtet. Auch war von einer Interventionstätigkeit der Danken kaum etwas zu bemerken. Besonders angeboten und gedrückt eröffneten am Elektromarkt Siemens mit minus 10,5 Prozent. Schuckert lagen 5 Prozent, Licht & Kraft 5,5 Prozent und AEG. 2,75 Prozent schwächer, während Dergmann und Lahmeyer gehalten blieben. Am Chemiemarkt waren Farben 4 Prozent und Deutsche Erdöl 2 Prozent niedriger. Scheideanstalt konnten sich dagegen behaupten. Stärker unter der veränderten Situation hatten noch Salzdetfurth mit minus 7,5 Prozent zu leiden. Aschersleben und Westeregeln verloren Schweres Eisenbahnunglück bei Aürnberg. 3 Tote und 10 Schwerverletzte Nürnberg, 24. Oft. (TU. Drahtmeldung.) wie die Reichsbahndirektion Nürnberg telephonisch mit- teilt, fuhr gegen 11 Uhr der Berliner Schnellzug D 39 dem Münchener Schnellzug D 389 bei der Einfahrt an der Station Reichels- dorf in die Flanke. Das Eisenbahnunglück hat, nach den bisher bei der Reichsbahndirektion Berlin vorliegenden Meldungen drei Tote und zehn Schwerverletzte sowie 18Leichtver'ehte gefordert. Getötet wurden die Postassistenten Auer und 0 Herrn a i e r aus München sowie der Zugschaffner Stachel aus München. Schwerverletzt sind nach den bisherigen Feststellungen ein Heizer, ein Lokomotivführer sowie ein Spanier namens Mario Serrat. Sämtliche zehn Schwerverletzte wurden in das Krankenhaus in Nürnberg eingeliefert. Die Aufräumungsarbeiten find in vollem Gange. Nach den bisherigen Feststellungen ist das Unglück anscheinend dadurch entstanden, dah der Führer des Schnellzugs D 39 beim Ausfahren aus dem Bahnhof Reicyelsdorf das gesperrte Ausfahrtzeichen übersah und dem Münchner Schnellzug D 389 in die Flanke fuhr, so dah die Lokomotive und zwei Personenwagen entgleisten. Reichelsdorf liegt auf der Strecke von Nürnberg nach Treuchtlingen—München, etwa 8,4 Kilometer von Nürnberg. stärkere Berücksichtigung der Ausfuhrinteressen der deutschen Fertigindustrie und der besonderen Bedürfnisse der in der Reichsgemeinschaft zusom- mengeschlossenen Industriegruppen gefordert. Auch an der Beschaffungspol itik der Reichsbahn wird Kritik geübt und gefordert, daß die Reichsbahn als größter Monopolbetrieb Deutschlands auch auf diesem Gebiete den Grundsatz der Rentabilität gegenüber ihren Belieferern mehr als bisher in Anwendung bringt. In der Kartellpolitik tritt die Reichsgemeinfchaft für eine vernünftige Handhabung der Kartellgefetz- gebung durch eine der Wirtschaft Rechnung tragende verständnisvolle Kartellpdlitik des Staates ein. Wachsende Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit stieg nach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 14. bis 19. Oktober allmählich und saft gleichmäßig weiter an. Das Tempo hat sich gegenüber der Vorwoche nicht beschleunigt. Der stärkste Zugang von Arbeitslosen kam aus dem Daugewerbe und den Saisonbetrieben der Industrie der Stejne und Erden: doch fehlte es auch nicht an Bezirken, wo der Markt der Außenberufe trotz fortgeschrittener Jahreszeit bemerkenswerte Festigkeit aufwies. Ferner gab die Metallwirtschaft in beträchtlichem Almfange Kräfte frei. Eine gewisse Stütze erfuhr der Arbeitsmarkt durch die saisonübliche Aufnahmefähigkeit der Konsumgüterherstellung. Die Zahl der Hauptunterstühungsempfänger in der versicherungsmäßigen Arbeitslosenunterstützung (bekanntlich nicht die Gesamtlast der Arbeitslosigkeit) ist auf 790 000 gestiegen, das sind 170 000 mehr als am gleichen Stichtag des Vorjahres und 460 000 mehr als zur gleichen Zeit des Jahres 1927. • Der russische Zündh olzexport nach Deutschland. Angesichts c es Abschlusses der Transaktion zwischen tem Deutschen Reich und dem schwedischen Zündholzkönig Kreuger, der auch die Monopolisierung des Ein- und Verkaufes von Zündhölzern innerhalb Deutschlands vorfieht, sind die Ziffern des russischen Zünd- Holzexports von Inter« ;e, aus denen hervorgeht, daß Rußland sehr viel an dem Export von Zündhölzern nach Deutschland gelegen ist. 3n den ersten neun Monaten des Fiskaljahres 1928/29 wurden aus Rußland 9832 To. Zündhölzer im Werte von 3 504 000 Rubel ausgesührt, gegen 53-19 To. im Werte von 1 713 000 Rubel in der entsprechenden Periode von 1927/28. Hebet 50 Prozent des russischen Zündholz-Exports gingen nach Deutschland. • Neue Zementfabriken. Eine ausländische Fina 'zgrup'^e beabsicht'gt, in Gemeinschaft mit international tätigen Bauunfemehmungen in Deutschland und auch in einigen angrenzenden Staaten Zementtv rke m t modernster Ei.r.chtung zu erstellen. Die Vorarbeiten sind bereits, toie WTD.-Handelsdienst er,ährt, einer deutschen Mantel-Gesellschaft übertragen worden, welche schon geeignet? Gelände und Rohstoffvorkommen gesichert hat. Es ist beabsichtigt a ch einige syndi- katsfrcie Werke anzugliedem und evtl, zu modernisieren, damit die Produktion bereits in der nächsten Saison ausgenommen werden kann. Man glaubt, mit den Verkaufs"rcisen wesentlich u t r den heute gültigen bleiben zu können. • Insolvenz Jakob Drehfuß in Frankfurt a. M. Gestern fanden Besprechungen der an der 3nl- Hin.. Ablöi.-Schuld mit ilu. los -Rechten..... D- rhn* Wcrfltr 8% Hess. BoMstaat von 1929 (rüdjflfjlb. 102%) - - - . Oberhessen Provinz - Anleche mti Auelos.-Rcchten . . . . . . Deutsche Komm. Gammtlobl. Anleche Sette 1....... 8% Franks. Hr>p -Bank öofbpfe XIII unkündbar bi» 1934 . 7% Franks. Hnp.-Bank Solbvte unkündbar bU 1082 ..... *V.% Rbeintsche Hyp.-Bank Llqu. Woldvte. . ... • • • 8% Pr. Landedpsandbriesanstall, Pfandbriefe ortrreü»Obitgatiotr rückzablbar 1982 ...... 4% vesterreichiiche »oldrte. - 4,20% Ceficrr EiiberN' 4% Ocficrreidilfcfie Einheitliche Diente.......... 4% Ungarische Goldrte.. . 4% Ungaruche ®taat«t v. 1910 4y.% Mfll. von 1918 .... 4% Ungadidie tttonenete.. . . 4% Tür«. Rollanleibe v. 1911 . 4% Türkische «agdadbahn-Anl Serie 1....... 4% de«gl. Serie II 5% Mumünilche vereinh. Rente von 1903 • . 4H% Nu manische vereinh. Rente von 1918 ....... 4% Rumänische vereinh. J.etue . 87,5 99 50 1,4 89,5 46,5 <8,75 94,75 85,5 76 98 95 89 26 3,1 2 21,J 1,95 ',55 7,5 7,5 14 7,1 50 9 21,95 7,55 87,5 99 50,1 9,4 89,9 48,5 98 95 89 26,75 3 2,1 22 21,4 2,05 7,45 7,55 ,55 8,5 13,9 6,95 50,1 9,13 J8 95 89 22 2,05 7,6 7,6 7,55 ■ iamburg-älmerita Palet >owd Südam. Dampssch. - * >anla Sami fUiUi.....11 loiöDcutidiet Lloyd.....*■ Illg Teul,chei5reditansv . 1 jariner «anlverein .... 1' jeriiner Handelegeiellsch. . • 1- .ommerz- und Prioat-Äanl - 1 > Darntft. u. NaNonaldank . 1 Jeitndje Bant ......1 riic.nto.Gesellschaft, Ant.. . 1 )te#onct Pank......1 letdjibam ......1 IST . • krgmann . . -leltr. LieserunySgeleNkchafi i .'icht und Ärasi 1 Zellen ch Guilleaume. . . . IV, Bei. f Gleite. Untern.. ... V lamb Glettr «Siede .... 1 ihein Glettr ....... Schlei. Lieft ......1' stemene & valske . . « « 16 :ranoraolo.........t* Lahmeyer ch To.......10 Suderul ......... f> veutiche Grddl.......6 hlenet Steinkohl«...... Selienlirchcnec ....... f Sarpencr......... 0 Zoesch Eilen. ....... 6V, Ilie Bergbau.......10 flödncriDcde ....... lüin-Reuelien .... 7 Hannerman--Röhren .... 7 )lane|clDci Bergbau..... CbcrKh'ei. Gnen-eoatt .... Cbcrldtlei. fioloroetfe.....7 Lbönir Bergbau......6V, »be nhche Braunkohlen. . . 10 lihelnftatn - ...... 6 Xie deck Montan......7,1 111,5 IC6.13 119,25 120,5 183 '9 253,5 160 160 152,5 172,5 194 167,25 119 168 141,5 183 .15,5 163 64,5 130 136,75 210 98,25 99,75 118,5 05 255 03,5 108,13 103,75 119 ,68 160 160 151 169,75 193 178 305 162,5 98,25 134,5 94,25 99 103,5 102,25 111 155 166,13 119,2. 120,25 133,5 169 253,25 160 160 151,5 72,5 '71,5 193,25 ,60,7t 166 119,25 166,25 126,25 142 158 181,5 312 126 163,5 63,5 100,25 128 129,5 137,25 113,25 209 7,25 111 99,4 117 69,- 93,5 104,75 251,5 102,9 104 10«, 9 152,5 103,5 119,25 120,25 183 168,5 251,25 160 160 150,5 263 170 192,5 160,75 165 115 165 126,5 143 157,25 178 305 121,5 62,5 99,25 128,75 128,5 135,75 112,25 208 93,5 109 100,13 115 68,5 90,13 103,6 247,5 103 104,75 ■ ranlhm o Vertf' Banfnolcn. u ednuu 1 tiniann. Berlin, 23. Oktober «Cl6 Bries ■ ftm: 1 n , ftni 1 Hur Ämerikanische Noten 4,1/ 68,23 4,19 58,47 lyelnücte O’ctcn Datum 23 i- .4 i. 23 n. 24 Täuiiche Noten . . 11,68 112,12 EnMche Noten ... 20,3 20,43 Bereinigte Stabile 108,j 107,75 108,65 107,5 französische Noten . . Holländische Noten . . ■ ■ e 6,435 16,46)5 Clan M'nen • • 16’/. — — t.2,25 61,5 • ■ • 168,01 168,74 fla werke Aichertteben 208 208 .08 206 Italienische Noten.... . . . 21,6/ 21,95 fta werke bjein.egetn - ■ . 1U 15,5 212 216 212 Norwegische Noten . . 11,68 '12,12 Rai.iu. e Sal'O'-. uttö 1b 326 319 324 320 Deutsch-Oesterreich, 4 1OO Schilling 58,60 58,84 »iumanilche Noten . . 2,465 2,485 j @ iZarven-zndustrie. . . ir 181,9 177,5 181 177,5 Schwedische Noten . . ... 12,00 112,44 . . 6 — — 14,25 84 Schweizer Noten ...» 80,74 59,78 2,338 81,06 . . b 136 62,5 137 63,5 62,25 Cvaiiische Noten .... T'checkioslvivakiiche Noten 60,02 12,398 Riugerswerke...... . . 6 1,9 71,25 71 70,4 Unnariirfie Noten . . 72,8? ■3,12 116,25 ,5,25 Metallaeiellichaü .... . . 8 117 85,5 121 83,75 120 114,6 83 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 217. Phitipp f'1’ .mann . fernen werk Heidelberg . . . . 7 . 10 23- Oktober .4 Oktober Zementwerk rarlsladt . . tBooB « -v. D Jfl . IO . . 8 173 84 - 83,75 — Amtliche G >d Notierung Brie, Amutche Notierung (Veto | Arie Lchuithew Payen^of« . . Olt werke ....... Bei Gian,stoss ..... Bembetg........ Meliftoi '■Tr*aI6hoi .... . 15 . 12 _ _ 274,5 211 270,5 206 -lni't.»:Hott Bu n. Airei 168,39 1,738 168,73 1,742 168,45 1,742 168,79 1,746 . 18 .15 211 211,5 212 Brs>. Antw 58,41 68,53 68,425 58,545 194 — 194 194 Christiania 111,89 112,11 111,91 112,13 13 y. 198,25 201 198,5 .itov.-ndagen 111,93 112,15 111,94 112,16 Sellftoii eiid)afi?nbutg . . iLbarlottenburger Malier . Deiiauer 0aa . ... Daimler Motor n ...» 134,25 131 >33,5 130,13 Stockholm 112,29 112,49 112,25 112,47 . . 8 . . 9 _ 91,5 166,75 90,5 168 HeitingiorS. Nlaiicn. . 10,50 21,88 10,52 21,92 10,496 21,885 10,516 21,925 .3,5 — 33 33,5 London. . . 20,378 20,418 20,382 _0,422 Deutsche Linoleum . . . '47 — 245 240,75 Neuyork . . 4,179 4,187 4,1770 4,1880 21 ■ rip Ci • Hi t) i • • • . . O . i _ — 44 36,5 45,4 Paris.... Schweiz .. 16,445 80,94 16,485 81,10 16,45 80,960 16,49 81,120 vuom. voeiu . . . Rat Automobi . . . . . . 1< _ 165,5 >7,75 163,5 17,5 Spa i:n . Japan • . • 59.91 1,998 60,03 2,002 59,69 1,995 59 81 1,999 Lrenstetn ch ffoppei . . . . . 6 — — 71,5 70,5 •Kto de Jan ,497 0,499 0,496 0,4980 I'"onharD Liey . . . . Svenska ...... . 1( — —— 166 164,5 Wien in D-- 58,68 12,377 58,10 12,397 358 348 359 348 Ceft. abgeft Prag . . . . 58,79 12,378 58,91 12,398 krankt. Mmchtnen .... . . 4 43 42,5 43 —• Hclirad - 7,39, 7,404 7,391 7,405 73,17 . . 6 ;4,5 — —- — Budapest. 73,04 73,11 73,03 5,75 — — Bul arlen 3,017 3,023 3,027 3,033 5ungüani....... . . 6 46,5 — 47 — Lissabon 18,83 18,87 18,82 18,86 ^edfroede. w 103,25 — — — Tantta. . . «onst ntin. 81,46 81,62 81,46 81,63 105,5 —- — — 1,972 1,976 1,968 1,972 Miag. IC 121 — 121,25 121 Athen. . 5,435 5,445 5,435 5,445 Gebe. Roeder..... . 1C 106 — — Canada 4,136 4,144 4,144 4,152 Loigt ch faefinei .... . 0 222 —— 222 — Uru uat) 4,086 4,054 4,076 4,084 Süds üucker •••••• . 10 i46,5 — 148 Latro . . 20,90 20,94 20,905 20,945 Oberheffen. Kreis Schotten. X Schotten. 23. Cft. Aus dem Gemeinderat: Vom hiesigen Hochbauamt ist ein Bauplan für den nördlichenTeil der Stadt ausgearbeitet worden, der das Gelände zwischen Laubacher Straße, Alter Götzener Weg und Hauptstraße umschließt. Das Garten- und Wiesenviertel. die Bleiche in der Borngasse ist in zweckmäßiger Weise aufgeteilt und mit Berbin- dungLwegen versehen worden. Die Straßen- fluchtlinie, sowie der Bebauungsplan wird vom Gemeinderat unbeanstandet angenommen. — Die LIntermühle ist durch Berkaus in andere Hände übergegangen. Der neue Besitzer will aus die Wasserkraft verzichten und den Mühlgraben zugelegt haben. Der Gemeinderat will zuvor über dieses weittragende Projekt das Kulturbauamt hören. Der Mühlgraben soll erhalten bleiben, als Mittel zum Feuerschutz und zur Entlastung der Stadtbach und der Kanalisation. — Für das neue W i r t s ch a f t s g e- bäudedesstädtischenKrankenhauses wird die Lieferung einer modernen elektrischen Waschmaschine, einer Wäscheschleuder, Zentrifuge und einer elektrisch betriebenen Plättmaschine (Kosten etwa 4000 Mk.) vergeben. Ebenso werden die Arbeiten für den Innenausbau des Wirtschaftsgebäudes und des Anbaues zum Krankenhaus für Infektionskranke, die Weißbinder-, Schreiner- und Installationsarbeiten an einheimische Handwerker vergeben. Das neue städtische Krankenhaus ist von der Bereinigung der älnfall- berufsgenossenschaften auch für die Behandlung der Unfallverletzten zugelassen worden. Einige noch fehlende Heilapparate werden beschaffe § Ulrich stein, 22. Okt. Auf freudige Zustim- mung in allen Kreisen unserer ^vOjlteiung lann ein Schritt rechnen, den kürzlich die Postverwaltung getan hat. Sie hat nämlich den Taris für die Personenbeförderung auf den von Ulrichstein ausgehenden Postautolinien um je 15 Pf. herabgesetzt. Die Sätze wurden schon immer als reichlich hoch empfunden. Seit einigen Tagen kostet die Fahrt von hier nach Schotten 1,30 Mark (seither 145 Mark), nach Mücke 1,50 Mark (seither 1,65 Mark) und nach Lauterbach 1,90 Mark (seither 2,05 Mark. Auf den kleineren Strecken wirkt sich die Ermäßigung entsprechend aus. Möge sich die Reichs» bahnverwaltung, von der bändig die Gefahr einer Tariferhöhung für den Personenverkehr droht, dieses dankenswerte Vorgehen der Post zum Muster nehmen. ± Groß-Eichen, 20. Okt. Heute wurde in unserem Kirchspiel das Erntedankfest gefeiert. Sowohl in Groß-Eichen, als auch im Filialort Klein-Eichen waren die Gottesdienste sehr gut besucht. In Groß-Eichen sangen in öpr festlich geschmückten Kirche die Schulkinder unter Leitung von Lehrer Dopf zwei mehrstimmige Lieder. Auch der Männerchor unter Leitung von Lehrer Dell (Sellnrod) wirkte mit durch den Bortrag des herrlichen Liedes: „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Die Kollekten für das Diakonissenhaus Clisabethenstist in Darmstadt und den Hessischen Diakonieverein ergaben ansehnliche Beträge. — Vor kurzem wurde das hiesige P s a r r g u t auf 9 Iahre verpachtet. In der Mehrzahl wurden die Stücke von den alten Pächtern wiedergepachtet. Nunmehr hat die Verpachtung die behördliche Genehmigung erhalten. ± Groß-Eichen, 22. Okt. Wie im vorigen Winter, so will auch diesmal wieder der hiesige Turnverein Volksbildungsabende einrichten, uie am kommenden Mittwoch beginnen sollen. Es wird wiederum eine rege Beteiligung erwartet. _ , , + Sellnrod, 20. Okt. In unserer Kirche wurde heute das C r n t e d a n k f e st gefeiert. Der Altar war von den Konfirmanden mit Früchten allerlei Art sehr schön geschmückt worden. Unter Leitung von Lehrer Weimer trugen die Schul- kinder zwei passende Chöre vor. Pfarrer König (Groß-Eichen) sprach in seiner Predigt über die rechte Art des Dankens. Die Kollekte für das Dialo.üssenhaus Eli.a.ethenstift in Darmstadt und den Hessischen Diakvnieverein ergab einen ansehn, liehen Betrag. Preußen. Kreis Wetzlar. csd Aus dem Kleebachtal, 22. Okt. In die von dem Postamt Wetzlar vom heutigen Tage ab eingerichteten Landkraftpostlinien sind folgende Orte des Kleebachtales einbezogen worden: Hörncheim, Dornholzhausen, Niederkleen, Ebersgöns, Oberkleen und Kleeberg. Die Orte erhalten die Post mit Kraft wagen werktags zweimal, an Sonntagen einmal. Der Kraftwagen nimmt gleichzeitig die abgehende Post mit. Die Zustellung der Postsendungen erfolgt werktags einmal, im übrigen kann die Post bei der zuständigen Postanstalt abgeholt werden. Die Neueinrichtung bedeutet eine wesentliche Verbesserung des bisherigen Landpostdienstes; sie wird von den Ortseinwohnern begrüßt, um so mehr, als mit den Kraftwagen in beschrank« ter Zahl auch Personen befördert werden können. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 26., und Sonntag, 2" Oktober: Laubhüttenfest - E n d e. Samstag: Vorabend 5 Uhr; morgens 8.30; nachmittags 4. — Sonntag: Vorabend 6; Jugendgott sbienft; morgens 8.30; abends 5.30 und 6 Uhr. Israelitische Religionsgesellschasl. Gottesdienst am Samstag, 2 6. Oktober, und Sonntag, 2 7. Oktober: Hüttenfeft-Ende — G e - setzesfreude. 1. lag: Vorabend 4.45 Uhr; vormittags 8; nachmittags 4. — 2. Tag: Vorabend 6; Jugendfeier; vormittags 8, nachmittags 4; Festesausgang 6. — Wochengottesdienst: morgens 6.45; abends 4.30 Uhr. (Schluß des redaklionellen Teils.) Reue bakteriologische Forschungen über hämorrhoidalerkrankungen. In der medizinischen Fachpresse berichten verschiedene Aerzte über eine neue Methode zur Verhütung und Beseitigung der überaus häufigen und lästigen Hämorrhoidalerkrankungen. Es handelt sich um das spezifisch wirkende Posterisan, welches in den Apo- theken erhältlich ist. Die neue Methode beruht dar- auf, daß man die Darmbakterien, welche hauptsächlich die Entzündungen der Hämorrhoiden verursachen, durch Heil- und Schutzstoffe bekämpft, die aus den Darmbakterien gewonnen werden. Interessenten erhalten aufklärende Broschüre kostenlos in allen Apotheken. 8772v Jen- Nacht Zwiebel Vorstellungen tttel , Mäosburg 17 Seltersweg 46, Tel. 2627 2290V Lieh, den 24. Oktober 1929. 8783D PsUNd 1.— in Stanniol la Onnge - Kalk 20 18 15 Peter Alhohn DI Hattenrod u. Relnhardshain, 23. Oktober 1929. SÄUM*#« (aboM-Manl gegen liseklenlraB 8771V weg 28: 09420 Vorverkauf an der Kasse stets vorrätig C. Rübfamen, Feruipr. 3659. 10 6 5 Die trauernden Familien: Heinrich Aibohn I. Heinrich Dörr IL DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'iche Druct.erei Heute nachmittag */?2 Uhr starb sanft nach längerem schweren Leiden mein guter Mann, unser lieberVater, Großvater, Bruder und Onkel fi Proszeniumsloge, Rangloge, 1. Rang (Reihe 1 und 2) 1. Rang (Reihe 3 und 4), Sperrsitz (Reihe 1 bis 11) Logenrückplatz, 1. Rang (Reihe 5 und 6), Sperrsitz (Reihe 12 bis 14) Sperrsitz (Reihe 15 bis 18), 2. Rang (Reihe 1) 2. Rang (Reihe 2 bis 3) 2. Rang (Reihe 4 bis 5) Reichhaltige Speisekarte Erstklassige Küche Mäßige Preise Nur für Erwachsene über 18 Jahren! Pilsseebrennerei LederfArberei . Die Beerdigung findet in Hattenrod Freitag, den 25. Oktober, nachmittags um */33 Uhr statt. 877/D »HM NACHTVORST E LLUNQ- £ Die trauernden Hinterbliebenen: Luise Nicolaus geb. Förster Ernst Nicolaus und Frau Elli.geb.Bollenbach Anna Otto geb. Nicolaus Toni Rottenberger, verw. Nicolaus Hedwig Otto, Manfred Nicolaus,Enkelkinder ü.aben f*ie offene i* ü lie ? Schmerxen? Jneken?Stechon? Brennen? Dann gebrauchen Sie die taiifcnbfacb bemäbrte Unlversalheilsa ho ..Gentarin“ Wirkung überraschend. Br. 1.50 u.2,7ä*^ Devot in Gießen: in allen Avoibeken. Banplnlederlaie: Ennelanotheke Gießen. Die Beerdigung findet Samstag, den 26. Oktober, nachmittags 3 Uhr, statt. Folgen d. Jugendsünden Hergestellt unter wissenschaftlich. Leitung von Fachärzten. Vom Zentral-Institut für volksbildend erklärt. Jeder Vater muß diesen Film sehen, um seinen Sohn aufzuklären. Jede Mutter muß ihn sehen, um ihreTochter zu schützen Alle jungen Leute über 18 Jahre müssen ihn sehen. Mit ärztlichem Vortrag. Echter Emmentaler Schweizerkäse v. Laib das Psd. 2.20Psd. 0.60 Vollkettcr Edamer, Ehester, ff. Tilsiter, Vollsetter Gouda, Feinster Allgäuer Nomadur daS Stück 0.28, 0.55 und 0.85 Edelweiß Camembert, ßtetltg Emmentaler ohne Rinde Pfund 0.60 und 6teiitg Feinster Allgäuer Stangenkäse Frische Bücklinge auö heut. Sendung, Psd. 0.48 Frische Seefische heute ctntreficnb ff.oberhessisch.Bauern Handkäkc 10 Stück 0.62 Feinste oberhesfische Tafelbutter Westfälischer Pumpernickel in Päckchen zu 0.15 und 0.30 in Dosen zu 1.75 Geschnittenes Schwarzbrot Paket 0.25 Zigarettenfabrik ™»v vergibtVertretung an Herren, auch bei Gastwirten cinnetüljtt. Off. u. L.W. 3S7 durch Br.dolf Ißoaae, Leipzig. Freitag, den 25. Oktober Samstag, 26. Oktober 11 Uhr abends MMIMM Babnbofstr. 27 Fernivr.3631 AM. soaiiiwome Montag, den 28. Oktober, abends 8 Ubr beginnt unter ärztlicher Lesung ein neuer Ausbildungskursus in der ersten S Iseleistung bet ilnglückssälien usv. im Kolonne» Devot, Conueustraße 2. An dem Kursus können männliche Personen jeden Standes, die das 18. Lebensjahr vollendet baden, tellnchmen. An- Meldungen auf der Rettungswache, Souncnstraßc 2. 8774t) ff. selbstelngeschnttteueS &,9ia Sauerkraut Psd. 0.25 Oer größte undteste aller Sexualfilmt #n/r dxxf//c*wn Dunkle Gewalten Der beste aller Sexual-Auf- klärungsf ilme über die Gefahren der Trunksucht, der Schwermut u. Vererbung durch Geschlechtskrankheiten. 877UC Im Rahmen einer spannenden Handlung bringt der Film Original Aufnahmen im Lichtspielhaus beseitigt. Ebento ich reibt Frau Bleicher Burglengenfeld: Ich litt «eil einem Jahr an Pickeln und Mit- eaiern Alle Mittel waren erfolglos. Da machte ich SchaumaufichUge mit Obermeyer'i Medizinal Herba-Seife. In Kürze waren dieselben »Stichwunden. St RM -.65. 30°r. veratlrkt. Pr8p RM I — Zur Nachbehandlung lat Herba-Creme besonders zu empfehlen. Zu haben in a'lazt Apotheken. Drogerien und Perlüecrlea. DleWirkung von XP .0 »z* ObermeyerS M e d i z i n o I • VxJBTD Q xJßljß worauf meine Maut sehr wohltuend, sie hat mir die lästigen Die zu zahlende zweite Rate beträgt für: ~ ‘ ~ ' RM. Bekanntmachung. Stadriheater-Abonnement. Die Einlösung des zweiten Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat an der Theaterkasse — Jo- bannesstraße 3 — zu erfolgen, und zwar: Nonlag, den 28. Oktober, für die Dienstags-Abonnenten: Dienstag, den 29. Oktober, für die Mittwochs-Abonnenten; Mittwoch, den 30. Oktober, für die Freitags- Abonnenten in der Zeit von 10 bis 13 und 16 bis 18 Uhr. Nach Einzahlung auf Postscheckkonto „Frankfurt a. M. Nr. 37210 .Kasse des Stadttheaters Gießen" erfolgt Ueberfendung der Abonnementskarten. ein Herrenzimmer, ein Speisezimmer, zwei Büfetts, 3 Kleiderschränke, 2 Ausziehtische, einen Schreibtisch, eine Vitrine, zwei Anrichten, zwei Defen, einen Herd, einen runden Tisch, ein Harmonium, zwei Kinderstühlchen, drei Regulatoren, eine elektrische Zuglampe, zwei Grammophone, einen Schweißapparat mit fünf Brennern, ein Meyers Lexikon, Betten, ein Herren- und ein Damenrad, drei StaUfenftcr, ein Miftbeetfenster, zwei Küchenwaagen mit Gewichten, eine Wäschemangel, einen Sekretär, zwei kleine Regale, Einmachtöpfe in allen Größen, einen Kinderbadetisch u. v. a. Versteigerung bestimmt. Ludwig Hartmeh Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414 Vertreter Überall gesucht welche lausend Landwirte besuchen WWV 1>.Hardunyr«& Co..Northeim i.Hannover —————— Statt jeder besonderen Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Karl Nicolaus Orgelbaumeister nach längerem, mit großer Geduld getragenem Leiden im 69 Lebensjahre sanft entschlafen ist indem Sie jetzt Leimringe z. Fangen des Frostspanners anlegen! Heller Raupenleim ist der beste und behält am längsten seine Klebkraft Bewährte Fabrikate hiervon erhalten Sie im MimtarittliD Bahnholslntee / Ecke Wolkenöasse Telephon 3403 Gemeinden, Obst- und Gartenbauvereine erhalt, beim Bezüge Rabatt! H1/7A Ihren Wintermantel kaufen Sie bei Nowaclto • 8'/5A Die Einlösung muß vor der 5. Abonne- mentsvorstellung erfolgt fein. 8759C Gießen, den 23. Oktober 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Vergebung von Vauarbeiten. Zur Erbauung einer Gerälehalle (Schif- fenberger Weg Nr. 120) sollen nachstehende Arbeiten und Lieferungen nach der Reichs- verdingungsordnung öffentlich vergeben werden: 8756D Erd-, Maurer-, Chauffier- und Pflaster-, Zim er-, Dachdecker-, Spengler-, Schreiner- und Glaser-, Schmiede- und Anschlag- ' wie Putz- und Anstreicherarbeiten. Angebote auf Vordrucke sind bis Samstag, den 2. November, vormiltags 10 Uhr, bei uns einzureichen. Zuschlags- und Bindefrist zwei Wochen. Gießen, den 22. Oktober 1929. Provinzialdirektion Oberheffen. ____________T^e f bau.____________ Freitag, den 25. Oktober, nachmittags ab 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuen- Sreibanf. Freitag, den 25. Qktobcr ö.8 Ubr ab [87631) Fleisch verkauf. Am Freitag, den z5. Oktober, 9 Ubr ootnüit., wird am hiesigen Frei- ladeglets ck Waggon «zirka 300Zentner> Weißkraut öfferul. meistbietend versteigert