Folien, Mere. 1**5 !***£ m^trnb. ti ^Nltutnt, ^^««igtnag J*» d<8M,i «^»ülUe p,, "Wnbimjm öb tn Wen ob. oidenmittel / n'Ptck?- ,. 4.50 18 C 613 KW tick sior- n gibt es- ’hreitwird, IMotoiTdd weza vredjar- Hausfrau igen rasch, r, der Ange- rasch zur 3Ile schot- les wo/uend onenAusfliL- Meilund outendes lad A.Gl tfalen beiter. KL- &Ä. HS kostenlos i ii 1929-, en SWÄ^ »chnng, [ter, Abteilung B, 9 bei bet Ama WWW 'ingetragen: Der .ttwiyilW., M, Vie Mich , gemäß den Bor- ungsoerorbnunaen ung, ferner der etlicher Aktien zu 100 RR ist durch- , jfr ßeneroloet' z 1929 unter > hastenden W vertrag In W*5 pitals und Streb -5 über Umroanb- :n9n^betW >n WÄ ie(bem), Art.,» chtsraismWi^r ^6'i@Sd 'M nut :n hn jH46 Montag, 24. Juni 1929 Nr. 145 Erstes Blatt 179. Jahrgang Der LWer Dr. Roos in Zesancon sreigesprochen Amnestie hoffen wir, über die berechtigten Forderungen des Elsaß und Lothringen ungehindert sprechen zu können. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorfchrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger: ■ lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Zranifurtam Main 11686. Deutschland unter dem Joch wachsender Kriegslasten. Der Kriegslastenetat vor dem Reichstag. —Reichsminister Dr. Wirth über das Hilfsprogramm Berlin, 22. Juni. (V. D. Z.) Auf der Tagesordnung des Reichstags steht die gemeinsame Beratung des Kriegslastenetats und der Etats des Auswärtigen Amtes und der besetzten Gebiete. Präsident Lobe teilt mit, daß Reichsaußenminister Dr. S t r e s e - mann durch Krankheit verhindert sei, an der Sitzung teilzunehmen. Er hofft aber, Montag seine Ausführungen machen zu können. Neichsfinanzminister Or. Hilferding: Der Kriegslastenhaushalt enthält keineswegs alle erfaßbaren Ausgaben, die als unmittelbare Folgen des verlorenen Krieges die deutsche Volkswirtschaft belasten. Rimmt man alles zusammen, so ergibt sich, daß die deutsche Volkswirtschaft für das Rechnungsjahr 1929 nicht weniger a ls 41/2 Milliarden Mark an Kriegslasten zu tragen hat. Bon dieser Summe entfallen 21 Milliarden Mk. auf die äußeren Kriegslasten, die sogenannten Reparationen, 1750 Millionen Mk. auf die inneren Kriegslasten, und über 300 Millionen Mark bilden, abgesehen von den Pensionslasten, die sogenannten politischen Lasten der deutschen Reichsbahngesellschaft im engeren Sinne, wie Be- sahungszulagen und vermehrte Pensionszahlungen. Die Kriegslasten bedeuten 55 Prozent, d. h. mehr als die Hälfte des gesamten Zuschuhbedarfes. Von den inneren Kriegslasten im Betrage von 1730 Millionen Mark entfällt der weitaus größte Teil, nämlich 1378 Millionen auf die Versorgung der Kriegsbeschädigten, der Kriegshinterbliebenen und der Offiziere und Beamten der alten Wehr- machr. Von den äußeren Kriegslasten, den Reparationszahlungen, im Gesamtbetrag von zweieinhalb Milliarden trägt der Haushalt des Reiches die Summe von 1540 Millionen. Die Haushaltsverpflichtung hat sich infolge des Eintritts in das fünfte Reparationsjahr, das sog. Normaljahr des Dawes-Planes, gegenüber dem Vorjahre um 312,5 Millionen erhöht. Diese Last hat die Schwierigkeiten herbcigeführt, die sich in dem laufenden Jahr mit besonderer Stärke gezeigt haben. Diese Last zu senken, bildet neben der völligen Wiederherstellung der deutschen Souveränität die Hauptaufgabe unserer Reparationspolitik. Die Reparationspolitik steht jetzt vor der Lösung der Probleme, die sich aus den Pariser Verhandlungen und dem Gutachten der Sachverständigen ergeben. Es ist mir Bedürfnis auch von dieser Stelle aus nochmals im Namen der Reichsregierung den deutschen Sachverständigen aufrichtig zu danken. von der Reichsregierung kann der Plan im gegenwärtigen Augenblick nur unter dem Gesichtspunkt betrachtet werden, ob er geeignet erscheint, d i e Grundlage für die notwendigen kommenden politischen Verhandlungen abzugeben. Die Reichsregierung hat diese Frage bejaht und ist nach dem Ihnen bekannten einstimmig gefaßten Beschluß bereit, den von den Sachverständigen unterzeichneten Plan als Grundlage für die Konferenz der Regierungen anzunehmen: im notwendigen Zusammenhang hiermit ist gleichzeitig die Gesamtliquidierung der noch schwebenden Fragen aus dem Weltkriege herbeizuführen. lieber die Einzelheiten des Planes in diesem Augenblick zu sprechen, verbietet die Tatsache, daß wir vor der politischen Konferenz stehen. Erst deren (3e= samtergebnis bietet die Unterlagen, die unerläßlich sind für die Entscheidung, die dann endgültig von der Reichsregierung und den gesetzgebenden Körperschaften zu treffen ist. Abg Böckler (Soz.) fuhrt aus, das ganze Volk ersehne heiß die möglichst rasche Räumung des besetzten G e b i e t s. Del den kommenden Verhandlungen muß auch die Frage derRückführungdesSaargebiet sm s Mutterland energisch gefördert werden Schon aus wirtschaftlichen Gründen ist das unbedingt notwendig, weil sonst das geschlossene südwestdeutsche Wirtschaftsgebiet nicht wieder erstehen und wirken kann. Abg. Schreck- Baden (Komm.) meint, die Lasten der Besetzung würden restlos auf die Schultern der Arbeiterschaft gelegt. Deutsche Arbeitsämter im Mannheimer Gebiet verschicken deutsche Arbeitslose zwangsweise nach Elsaß- Lothringen, wo diese verzweifelten Deutschen m großer Zahl für die Fremdenlegion geworben werden. So verschachern deutsche Behörden deutsche Arbeiter an die Armee des sogenannten Erbfeindes. Abg. Hofmann- Ludwigshafen (Zentr.) bedauert, daß auch beim Etat der besetzten Gebiete große Abstriche unvermeidlich gewesen seien. Das Saargebiet mutz wieder zum Mutterland zurück, seine Abtrennung hat in erster Linie die Rotlage der Pfalz verschuldet. Zur Gesamtliquidation der Kriegsfolgen gehört die schleunige Rückgabe des Saargebiets ans deutsche Mutterland. Es bedarf gar keiner Volksabstimmung mehr, die Bevölkerung des Saargebiets hat bei ihren Kundgebungen in Heidelberg und Münster gezeigt, datz über 99 Prozent die schleu- Die Bedeutung dieses Prozeßausganges für die französische Innenpolitik ist nicht zu unterschätzen. Denn der Spruch der Geschworenen von Defan- Con ist eine Absage an die Politik der Unter- drückung der autonomistischen Bewegung im Elsaß und an die französischen Regierungsmatz- nahmen, die vor Jahresfrist zu dem Prozeß von Kolmar geführt haben. Bekanntlich war in Kol- mar auch Dr. Roos mitangeklagt, er war indessen außer Landes gegangen und hat sich nachher freiwillig der französischen Justiz gestellt, um seine Unschuld zu erweisen. In diesem Prozeß wurde auch der elsässische Autonomistenführer Dr. R i ck- l i n als Zeuge vernommen. Dr. Ricklin hat dabei auf die Frage eines Geschworenen, ob der Friede im Elsaß wiederhergestellt werden könnte, mit Ja geantwortet für den Fall, daß Dr. Roos freigesprochen und der Schandfleck von Kolmar getilgt werde. Der Kolmarer Prozeß hat bekanntlich dazu geführt, daß die beiden Autonomistenführer Ricklin und Rosse ihrer Kammermandate für verlustig erklärt wurden. Die weitere Folge war eine Verhärtung der Gegensätze im Elsaß. Inzwischen aber haben sich wohl auch die Franzosen davon überzeugt, daß sie mit den Methoden des Generalstaats-- anwalts Fachot nicht durchkommen. So scheint es, als ob sie versuchen wollten, jetzt mit Hilfe des Urteils von Desan^on eine Schwenkung einzuleiten. Aoos kehtt nach Sttaßburg zurück. Ein Triumphzug durch das Elsaß. Paris, 24. Juni. (WTB. Funkspruch.) Philipp Roos ist gestern, nachdem er gemeinsam mit den elsässischen Abgeordneten Sturmel, Dahlet, Hautz und Drogly vor dem Gefallenen-Denbnal in Besan^on einen Kranz mit der Inschrift „Das dankbare Elsaß der Franche Comte" niedergelegt hatte, in seine Heimat zurückgekehrt. Sowohl in Colmar wie in Straßburg wurde ihm ein herzlicher Empfang bereitet. Bei seiner Ankunft auf dem Straßburger Bahnhof wurde Roos von seinen Anhängern in Empfang genommen und, wie „Petit Journal" berichtet, im Triumph durch die Hauptstraßen getragen unter Absingung deutscher Lieder und unter Rufen „Amnestie!" Die Manifestanten sind mit Dr. Roos an der Spitze vom Straßburger Gemeinderat empfangen worden. Vom Balkon des Rathauses aus hielt Roos eine Ansprache an die unten versammelte Menge, die mit den Worten schloß: „Das schönste am Prozeh in Besannen war die elsässische Solidarität.“ Befanden, 22. Juni. (WTB.) Rach dreiviertelstündiger Beratung hat das Schwurgericht den wegen Komplottes gegen die Sicherheit des Staates angeklaglen elsässischen Autonomisten Dr. Philipp Roos freigesprochen. Dr. Roos hatte, bevor die Geschworenen sich zur Beratung zurückzogen, noch einmal die eides st ältliche Ber- ficherung abgegeben, daß er niemals daran gedacht habe, das Elsaß von Frankreich jji trennen und daß er niemals mit öeut- schen Kreisen in Verbindung gewesen sei. Seine Hände seien rein. Verteidiger, Rechtsanwalt Berthon, erklärte in seinem Plädoyer: „Man verlangt von Ihnen, meine Herren Geschworenen, die Erklärung, daß ein Komplott im Elsaß geschmiedet wurde und daß Roos einer der Urheber ist. Was gibt man Ihnen als Beweis? Zeitungsartikel, unvollständige Zeugenaussagen, gefälschte Dokumente, das sind die ganzen Schuldbeweise!" Als im Schwurgerichls- faat die Freisprechung von Dr. Roos verkündet wurde, brach der im Saal anwesende Rosse in den Ruf aus: „Es lebe die Franche-Eomte! E s leben die Geschworene n!“ Der Abg. Dah - i e t stürzte mit Tränen in den Augen auf die Geschworenen zu, um ihnen zu danken. Aus dem Zuhörerraum, in dem sich die autonomistischen Deputierten Brogly, Stürmet und hauß aufhielten, wurden wiederholt die Rufe laut: „Es leben die Geschworenen! Es lebe die Franche-Eomte!" und auch der Ruf: „Es lebe Frankreich!" Als Roos von feinen Freunden begleitet den Schwurgerichls- faal verlieh, um sich nach feinem Hotel zu begeben, wurde fein Wagen von etwa 100 Mitgliedern der patriotischen Jugendliga umringt, die ihn aufforderten, in den Ruf einzusiimmen: „Es lebe F r a n t r e i ch!" Roos wurde jedoch von feinen Begleitern schnell ins Hotel entführt, während sich draußen eine ziemlich große Menge von Manifestanten ansammelte, die erst allmählich von der Republikanischen Garde zerstreut werden konnte. Liner der Geschworenen des Prozesses von Befanden hat. wie vermiedene Bläffer berichten, nach dem Freispruch von Roos erflärt, bereits in den ersten Tagen der Verhandlung sind die Geschworenen entschlossen gewesen, einen Freispruch zu fällen, in der Hoffnung, daß man darin eine Geste der Beruhigung erblicke, und daß die Autonomisten begreifen würden, daß Frankreich ihnen ein letztes Mal die Hand ent- gegenffreefe. Dem Sonderberichterstatter des „Malin" hat der autonomistifche Abg. S t u r rn e l erklärt: „Dieser Freispruch muß die oollstän- dige Amnestie für sämtliche in Kolmar Verurteilte nach sich ziehen. Rach dieser pofens Feldzug gegen die deutsche Sprache. Berlin, 23. Juni. (Prio.-Tel.) In Posen ist vor kurzem eine Landesausstellung eröffnet worden, für die die Warschauer Regierung durch den von ihr für diese Ausstellung ernannten Kommissar Bestimmungen getroffen hat, die in Deutschland nur das allergrößte Befremden Hervorrufen können. Der Ausstellungskommissar hat nämlich verfügt, daß bei allen zweisprachigen Prospekten außer der polnischen Sprache nur d i e französische verwandt werden darf. Wenn Prospekte mehrsprachig verfaßt werden, dann muß er st noch englisch und italienisch folgen, ehe eine deutsche Ankündigung gedruckt werden darf. Eine solche Unterdrückung der deutschen Sprache geschieht in einer Stadt, die inmit - ten ein es Gebietes mit st arten deutschen Minderheiten liegt. Sie ist ein neuer Beweis dafür, daß die Polen jede Gelegenheit benutzen, um ihre Minderheitenfeindlichkeit zu beweisen. Man kann ohne weiteres voraussetzen, daß der wirtschaftliche Erfolg der Ausstellung hierdurch erheblich beeinträchtigt wird. Aber in ihrem blinden Kampf gegen alles Deutsche scheint es den Polen darauf nicht anzukommen. Beschwerde der deutschen Theatergemeinde in Kattowih. K a t t o w i h , 22. Juni. (WB.) Die Polnische Theatergemeinde hat die Deutsche Theatergemeinde, die bekanntlich nach den Oppelner Vorfällen ihr Bureau im Stadttheater schließen mußte, aufgefordert, das Bureau bis zum 30. Juni zu räumen. Auch die Benutzung des Theaters durch die deutsche Theatergemeinde, die sich bisher auf zwei Tage in der Woche und einen Sonntag im Monat erstreckte, erscheint gefährdet. Der Vorstand der Deutschen Theatergemeinde hat sich beschwerdeführend an den Magistrat der Stadt mit einem Schreiben für die besetzten Gebiete. nige Rückkehr ins Mutterland herbe i s e h n e n und im Gegensatz zu der ganz falschen Darstellung eines Pariser Industriellen Deutschland nicht als Gefängnis, sondern als Heimat betrachten. Das geplante W e st g r e n z- programm wird vor allem die furchtbare Wirtschaftsnot der Westgrenze berücksichtigen müssen. Statt der Siedlung ist hier eine Cnt- siedlung zu beobachten. Erschreckend groß ist in der Pfalz die große Zahl der jungen Leute, die sich in französischen Kasernen zur Fremdenlegion anwerben lassen. Im vorigen Jahre waren es 538 Mann. (Hört, hört!) lieber das Jahr 1935 hinaus darf unter keinen Umständen irgendeine ausländische Ko n- trolle zugelafsen werden, auch wenn sie den schönen Ramen „Ausgleichs- und Versöhnungskommission führt. Lieber würden wir die Besetzung bis 1935 ertragen. Wir hoffen aber auf rasche Erfüllung unserer drei Wünsche: Räumung des besetzten Gebiets, Rückgabe des Saargebiets und Grenzlandhilfe für deutsche Wirtschaft und Kultur. Abg. Ulrich (Soz.) bedauert die Abstriche am Etat. Die für die Mainzer Drücke eingesetzten Beträge reichen unter keinen Umständen aus. Leider haben wir von der Regierung noch nichts über die Räumungsfrage gehört. Diese Frage muh aber bei den Verhandlungen in den Vordergrund gerückt werden. Hessen leidet am meisten unter der Besetzung. Die seelische Depression der unter der Besetzung leidenden Bevölkerung ist fast noch schlimmer als die wirtschaftliche. Reichsminister für die besetzten Gebiete Dr. Wirth begrüßt die Einigkeit der Parteien in der Forderung einer schnellen Räumung der besetzten Gebiete und der Rückgabe des Saargebietes. Bei den Vorbereitungen für ein Grenzlandprogramm stehen wir in enger Fühlung mit den leitenden Persönlichkeiten der beteiligten Länder. Im Vordergrund aller Hilfsmaßnahmen werden die De- Berliner Blätter zum Freispruch in Besan^on. Eine erste Brücke der Verständigung? Berlin, 23. Juni. (TU.) Eine Reihe Berliner Blätter nimmt zu dem Freispruch im Autonomiften- Prozeß Stellung. 3m allgemeinen wird aus die Folgerungen hingewiesen, die Frankreich vor allen Dingen auch wegen des Unrechts von Kolmar aus dem Urteil wird ziehen müssen. Die „Börsenzeitung" schreibt, da Poincarä selbst die oberste Verantwortung für die elsaß-lothringische Politik übernommen habe, werde er zu zeigen haben, ob er einsichtig genug sei, unter die bisherige Elsaß-Politik einen klaren Schlußstrich zu ziehen. Auch die „D A Z" weist daraus hin, daß man der heutigen Entscheidung besondere Bedeutung für die ganze nächste Entwicklung Elsaß- Lochringens beizumessen haben werde. Der „Lok.- A nz." schreibt, nach der schweren Beunruhigung des Elsaß durch das Urteil von Kalmar versuche man nun, daß „befreite" Land durch diesen Freispruch zu beruhigen. Nach dem Urteil der „Ger - m a n i a" hat man mit diesem Freispruch dem Elsaß eine Sühne für die Fehlsprüche von Kolmar gegeben und damit eine e r st e Brücke der Verständigung ins Laaer des Autonomismus geschlagen. 3n der „V off. 3 t g." wird daraus hingewiesen, daß das Nein der Geschworenen das Kolmarer Verdikt durchstrichen habe. Das traurige Fehlurteil bestehe nicht mehr. Das Unrecht der Verurteilung von vier Angeklagten im Kolmarer Prozeß zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte sei klar erwiesen. Erwiesen sei auch, daß der Kolmarer Prozeß eine bewußte Beugung des Rechts war. Der „Vorwärts" begrüßt den Freispruch Roos' als Vorboten einer Entspannung im Elsaß, die sich auch auf die gesamten deutsch- französischen Beziehungen günstig auswirken müßte. Erstes pariser Echo. Paris. 22. Juni. (T. II.) Der Freispruch des Dr. Roos wurde in Paris erst in den allerspätesten Abendstunden bekannt, so daß nicht einmal mehr die Spätabendpresse den Schlutzpunkt der langen Verhandlungen veröffentlichen konnte. Rur auf den großen Boulevards gaben die Lichtreklamen den Freispruch begannt und in manchen Kinos fand er unter den neuesten Rachrichten Aufnahme, die in den Zwischenakten den Zuschauern vorgeführt wurden. Soweit sich bis jetzt überblicken läßt, findet der Ausgang des Prozesses vor dem Schwurgericht in Vesan^on recht verschiedene Beurteilung. Bis zum letzten Augenblick haben diejenigen politischen Kreise, die in allem, was Frankreichs Wünschen und Hoffnungen zuwiderläult, die Hand Deutschlands sehen, auf die Zusammensetzung des Schwurgerichts gehofft, aus der sich eine Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils ergeben sollte. In der Tat waren die Geschworenen ausschließlich aus Industriellen und landwirtschaftlichen Kreisen entnommen, die nicht immer mit der Volksseele und namentlich der elsässischen engere Fühlung haben. Man nahm ferner an, daß die sehr stark an die patriotischen Gefühle appellierende und in Kriegserinnerungen wühlende Anklagerede des Generalstaatsanwalts ihre Wirkung auf die Geschworenen nicht verfehlen werde. Diejenigen Kreise, die von Anfang an in dem Kolmarer Urteil einen bestellten und auf Regierungsdruck erfolgten Tendenzspruch sahen, halten mit ihrer Befriedigung nicht zurück. strebungen auf Verbesserung des Verkehrs, insbesondere im Aachener Steinkohlengebiet und in den engeren Grenzgebieten stehen. Der Verkehr auf dem linken Rheinufer soll durch Erweiterung bzw. Reubau von Rhein- brücken einige Erleichterung erfahren. Die lange geplanten Eisenbahnen in der Westeifel und im nördlichen Saargrenzviertel sollen gefördert werden. Für die Wiedergesundung von Landwirtschaft und Weinbau soll durch eine ganze Reihe von Maßnahmen gewirkt werden. Der Minister für die besetzten Gebiete wird ganz von selbst zum wirtschaftspolitischen Mini st er für diese Gebiete. Er wird mit allem Eifer in der Richtung des erwähnten Programms arbeiten, muh aber vor übertriebenen Erwartungen warnen. Wir müssen heraus aus der Methode, hier oder da aus politischen Gründen etwas zu geben. Wir müssen zu neuem organischen Wiederaufbau im besetzten Gebiet kommen. Abg. Pall mann (WP.): Die rheinische Bevölkerung ist deutsch und bleibt deutsch, mag kommen, was kommen mag. Die Landwirtschaft der Pfalz leide besonders darunter, daß durch die Grenze zum Saargebiet die Absatzmöglichkeit sehr beschränkt ist. Groß ist auch die Not von Handwerk, Handel und Gewerbe in der Pfalz. Die Versprechungen der Regierung haben bisher noch nicht die Wirkung gehabt, daß die pfälzischen Handwerker behördliche Aufträge in ausreichender Zahl bekommen hätten. Die pfälzische Bevölkerung sehne die Räumung herbei, aber sie lehne es ab, sie durch weitere Opfer des Reiches zu erkaufen. Wir wünschen Maßnahmen, um den Wein- und Gemüsebau des besetzten Gebietes vor den Folgen der Einfuhrerleichterungen für Wein und Gemüse zu schützen. Abg. Dr. B o ck i u s (Zentr.) begrüßt es, daß das Gesamtkabinett sich mit einem umfassenden Hilfsprogramm für die Westgrenze einverstanden erklärt hat. Mainz habe besondersschwer unter der Besetzung gelitten. Das Haus vertagt sich auf Montag: Beratung des Etats des Auswärtigen Amts. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Druck und Verlag: vrühl'Iche UniDcrfitäts.Bud). und Stelndruckerei N. Lange in Sietzen. Lchriftleitung und Seschäftsftelle: Schultzratze 7. ■BAroHns Nordoyan. DtrUn Sonntaa, d.23. Juni 1929,8" mqs. „y7fe5 n nor. gewandt, in dem er sich weigert, der Räumungsaufforderung nachzukommen und ihn ersucht, auch in der Frage der Zuteilung von Spieltagen für die nächste Saison einzu- greifen und den Verein polnischer Theaterfreunds zu bewegen, es beider bisherigenRege- lung zu belassen, andernfalls würde der Vertrag zwischen dem Magistrat und dem Verein polnischer Theaterfreunde angefochten werden, da er die kulturellen Rechte der deutschen Steuerzahler vollkommen unbeachtet lasse. Gegebenenfalls würde von allen Be- schwerdemitteln Gebrauch gemacht werden, die der Genfer Vertrag gewährleistet. Disziplinarverfahren gegen deutsche Lehrkräfte in Ostoberschlesien. Kattvwitz, 22. 3uni. (MTV.) Nachdem erst vor kurzem der Leiter der Minderheitsschule, Rektor Llrbanek, ohne Pension entlassen wurde, sind nunmehr auch die beiden Rektoren der Minderheitsvolksschule in Kattowih, V u i a und S o i k a , auf Grund des jetzt abgeschlossenen Disziplinarverfahrens ihres Amtes ohne Anspruch auf Pension enthoben worden. Der „Polska Zachodnia" zufolge sollen noch gegen weitere deutsche Lehrkräfte Disziplinarverfahren durchgeführt werden. Keine Schließung der Berliner Lichtspieltheater. Der Kampf um die Lustbarkeitösteuer geht weiter. Berlin, 22. 3uni. (Funkspruch.) Der Verband der Lichtspieltheater Berlin-Brandenburg hat auf Grund der Stellungnahme der Finanz« und Steuerdeputation am Samstag beschlossen, von einer Schließung der Lichtspieltheater am 1. 3uli abzusehen und auf dem Wege der Verhandlung die Ziele der Verbandes weiter zu verfolgen. Der Beschluß der Finanz- und Steuerdeputation will bekanntlich durch eine individuelle Behandlung der einzelnen Theater der Notlage des Filmgewerbes Rechnung tragen. 3n einer Entschließung erklärt der Verband, daß, wenn wider Erwarten nicht in kürzester Frist eine die Lebensmöglichkeit der Lichtspielbetriebe gewährleistende Senkung der Lustbarkeitssteuer erzielt werde, erneut energische Abwehrmaß- nahmen ergriffen und zur Schließung der Betriebe aufgerufen werde. Der Kampf um die Lustbarkeitssteuer wird, wie wir hören, bereits in dieser Woche in sein entscheidendes Stadium treten, da sich aller Voraussicht nach der Reichsrat in seiner nächsten Sitzung mit dem Antrag der Spiherwrganisation der deutschen Filmindustrie auf eine neue reichsgesehliche Regelung und Herabsetzung der bisherigen Richtsätze für die Kommunen beschäftigen wird. 3n gut unterrichteten Kreisen glaubt man Grund zu der Annahme zu haben, daß sich der Reichsrat den schweren Bedenken, die einer Beibehaltung der jetzigen Sätze entgegenstehen, nicht verschließen wird und zumindest in einigen Punkten den Forderungen der deutschen Filmindustrie zustimmt. Die Lustbarkeitssteuer, die im Finanzausgleich verankert ist, und zu deren Erhebung die Kommunen nach bestimmten Sätzen, die den örtlichen Verhältnissen angepaht sind, verpflichtet sind, dürfte nach dem gegenwärtigen Stand der Verhandlungen zwischen den 3nterefsenten der Filmindustrie und den Behörden insbesondere b e i den Lehr- und Kulturfilmen eine nicht unwesentliche Ermäßigung erfahren. Oie vertagte Reform der Arbeitslosenversicherung. Berlin, 23. 3uni. (Priv.-Tel.) Am Samstagnachmittag fand im Reichstag die angekündigte Besprechung über die Arbeitslosen- anträge der Deutschen Volkspartei, der Deutschnationalen und der Demokraten statt. Wie man voraussehen konnte, wurde die Verhandlung dieser Anträge bis in den August vertagt. Die Sozialdemokratie hat also erreicht, daß an der Arbeitslosenversicherung ein st weilen nichts geändert wird. Wahrscheinlich glaubt man, den jetzigen Zustand über die Sommermonate fortbauern lassen zu können, weil ja die Sommermonate die einzigen des ganzen 3ahres sind, in denen die Arbeitslosenversicherung keine Zuschüsse des Reiches braucht. Der sozialpolitische Ausschuß soll nunmehr am 15. August spätestens die Beratung der Anträge beginnen. Die Sozialdemokratie wird dann voraussichtlich mit aller Schärfe ihr altes Verlangen einer Beitragserhöhung wiederholen. Llebrigens haben sich auch die Demokraten durch ihren Antrag gegen eine solche Politik der Mehrbelastung scharf ausgesprochen. Sie wollen durch eine Beschränkung der Llntcrstützungsberechtigung der Saisonarbeiter und der ^erheirateten Frauen Ersparnisse von etwa 150 Millionen Mart erreichen. Es zeigt sich bisher auch nicht von ferne eine Einigungsmöglichkeit in der Arbeitslosenversicherungsfrage. Für die Koalition war deshalb die Vertagung der einzige Ausweg. Neugliederung im Llniermaingebiet? Mainz, 22. Juni. (WTB.) Der R e i ch s s p ar- ko mmissar für Hessen soll sich in seinem Gut- achten u. a. auch mit der wirtschaftlichen und kam- munalpolitischen Lage des Mainzer Bezirks beschäftigen. Er erwähne darin, daß ein Ausbau der Verwaltungsbehörden einen stacken wirtschaftlichen Auftrieb zur Folge haben würde. Vor allem ziehe er eine neue Kreiseinteilung in Erwägung. Der Streis Groß-Gerau soll so aufgeteilt werden, daß nach der voraussichtlichen Eingemeindung verschiedener Ortschaften auf der Mainspitze der übrig gebliebene Kreisteil, der nach Mainz hin tangiert, mit dem Kreise Mainz verbunden wird. Die übrigen Ortschaften des Kreises Groß-Gerau sollen nach Darmstadt kommen. Für den Kreis Mainz sind vorgesehen die Orte: Rüsselsheim, Bauschheim, Raunheim und Kelsterbach Man spricht auch davon, daß auch in dem links- rheinischen Teil Hessens bald Kreisneueinteilungen oorgenommen werden sollen, jedoch sind feste Vorschläge hierfür noch nicht bekannt geworben. pr- j! $n SO® I #4*. «W 3» rrftcr Uclt: die icisani! am s* .jöjtpc’h 6W-. licken V ! Gerste ■:g 1 Mü K D-e lifcV vorige I pcknloslen I LV von 42: ||hierin Klo ■Litt,2h' MviC-afru 1L-3 beansp «jgerin ers flogen, ob M betracht ■äi kleine Geland Mdert seit! (Klangt ■Wer d Mnschengcö fl:>r eine - Mi unö dem sei, t ■5'!t um ein ■Wtrt tror K> Srhebun, Mgemei M.ngerung d Mttechtscrt Kk Alägerir Wr) südlich Wchtgnmdl Kit, nicht b Kmittelbare: D-t einen i I nannten 8 Ksten hätte Kkr der bi Rab eS sich Mbit Anlage ■war richt i Mer allgenm litt, wie die; Wial-Äusschu Wheranziehun | ferner D | MM 19 i |kr frühere I Sttafa: betr Wa keinerlei I ehaufsierui ■ baren. Do I mb weshal! I | 3u 2. sch I das) der 0 16traöenbai «-^freite g, I gastliche ( I lling der S |p-n die Ges, I^ial-Aus | gründet die Koste antoaltl Dert des L ^lgeseht. hieraus 1 vreuhischen rrankfu ^rband d «sahes vo ^tbt zu ( la^te gelt Anderer Arksfürfc ttiden fei. 3R dürfe • ’ bereits ärztlich 5 «Jagten e «rbanb Fxi ; 7?enhauk W ®e6f ? h ^janbesi Oie Hilfe für die Landwirischast Oie Frage in den Landtag ein- Die bisherige Linksregierung verfügte bis- Oie Wetterlage. Hindenburg Reichspräsidenten v. on- feier kreisten zwei .Flieger über dem Friedhof. 1927 21 24 3 2 2 0 0 ' im Wie das Statistische Londesamt mitteilt, werden nach den vorläufigen Berechnungen die Parteien in folgender Stärke ziehen: Sozialdemokraten Einheitsliste Kommunisten Dolkswohlfahrt Demokraten Nationalsozialisten Bauernpartei für die Regierung in Königsberg und eine Reihe j 23. Juni: abends 17,1 Grad: am 24. Juni: morgens von Vertretern von Behörden und Organifa- 14,4 Grad Celsius. — Niederschlag 0,1 mm. — Son- uuv I 14,4 Grad Celsius. — Niederschlag 0,1 mm. tionen am Grabe sprachen. Während der Trauer- I nenscheindauer % Stunde. herigen Landtag nur über 37 von 52 Mandaten. Die bürgerlichen Parteien hatten sich größtenteils zu einer Einheitsfront zusammengeschlossen. Auf dieser einheitlichen Liste sind vertreten die Deutschnatio- nafen, die Deutsche Volkspartei, der Landbund, die Wirtschaftspartei und die Völkischen. Nationalsozialisten und Demokraten stellten besondere Listen auf. Oas Geireidehan-elsmonopol endgültig fallen gelassen? der Zollerhöhungen. 20 23 3 Oer Schiedsspruch im Ruhrbergbau. Essen, 23. 3unL (WB.) Der Gewerkver- ein chri st kicher Bergarbeiter Deutschlands beriet heute in Essen und der Deutsche Dergarbeiterverband in Bochum in großen Versammlungen über die Annahme oder Ablshnung des am Donnerstag von der Schlichterkammer gefällten Schiedsspruches. 3n beiden Versammlungen wurde in einstimmig angenommenen Entschließungen der Schiedsspruch abgelehnt und dies mit dem Fehlen jeglichen Entgegenkommens in der Arbeitszeitfrage und der Festsetzung des Mindestlohnes begründet. Außerdem beschäftigte sich der Deutsche Bergarbeiterverband in seiner heutigen Versammlung mit dem Entwurf einesBergarbeiterschuh- gesehes, das die Versammlung in seiner jetzigen Verfassung einstimmig als unzulänglich a b - lehnte. tragen. Lieber die Gestaltung der Rückseite schweben noch Verhandlungen zwischen den zuständigen Ministerien. Den Entwurf zu der Münze hat der Bildhauer Professor Bosselt, der früher in Magdeburg tätig war und jetzt die Braun- schweigige Kunstgcwerbeschule leitet, angefertigt. Weihe einer Ralhenau-Gedenklafel. Anläßlich der Wiederkehr des Todestages des ehem. Reichsaußenministers Walther Rathenaus weihte die Deutsche Demokratische Partei an der Stelle, wo der Mord an Walther Rathenau erfolgte, und an dem Baum, der noch die Kugelspuren der Mordtat trägt, an der Ecke der Erde- ner- und Wallotstrahe im Grünewald in Gegenwart des Reichswehrministers G r o e n e r und des Ministers für die besetzten Gebiete, Dr. Wirth, sowie zahlreicher Vertreter der Staatsund Kommunalbehörden zwei Bronzegedenktafeln ein, die die 3nschrift tragen: »Wather Rathenau, gestorben 24.6.1922.“ Sie sind in ein Gitter eingelassen, das den Baum umgibt. Staatssekretär a. D. Reichstagsabgeordneter Oskar Meyer feierte Rathenau als Menschen, als Dolksmann, als Staatsmann und als Republikaner. 3m Namen der Reichsregierung legte Reichswehrminister G r o e n e r einen Kranz nieder. Die Trauerfeier für den Segelflieger Schul;. Der in so tragischer Weise ums Leben gekommene Pionier des deutschen Segelflugs Ferdinand Schulz wurde in Heilsberg (Ostpreußen) unter ungeheurer Teilnahme der Bevölkerung Ostpreußens beigesetzt. Nach einer Totenmesse wurde der Sarg von Fliegerkameraden auf den Friedhof getragen, wo nach dem Geistlich Landesrat Gebauer im Namen des Lande Hauptmanns, Rcgierungsöircktor Hassensteir. Lin Ehepaar von einem Auto überfahren und gelötet. Ein entsetzliches Llnglück hat sich in der Nacht zum Sonntag auf der Chaussee Berlin-Gatow abgespielt. Dort fand man die furchtbar verstümmelten Leichen eines Mannes und einer Frau. Da zunächst angenommen wurde, daß beide einem Verbrechen zum Opfer gefallen seien, so alarmierte der Landposten die Mordkommission des Berliner Polizeipräsidiums. Cs stellte sich aber heraus, daß die beiden Personen von einem Auto überfahren worden sind. Die Ermittlungen an Ort und Stelle zeigten ■ folgendes Bild: Etwa einen Meter von der Chaussee entfernt lag eine Frau, deren Schädel vollständig zertrümmert war, in einer Blutlache. Sie war tot. 3n geringer Entfernung von ihr' fand man auch den Mann, der beim Eintreffen der Beamten, noch schwache Lebenszeichen von sich gab, aber unter den Händen des Arztes starb. Zwischen beiden Personen lag ein verbogenes Herrenfahrrad. Die Getöteten sind festgestellt als ein 34 3ahre alter Wächter und Zeitungshändler Fritz Engelke und seine gleichaltrige Ehefrau Helene Engelke, die in Gatow wohnten. 3n der Nähe der Leiche lag ein mit Blut und Hautfehen besudelter Autogriff aus Weißmetall, der bei einem Zusammenstoß von der Wagentür abgerissen wurde. Der rücksichtslose Fahrer hat das offenbar nicht bemerkt. Er hat sich auch um die beiden Verunglückten in keiner Weise gekümmert, sondern sein Heil in der Flucht gesucht. Es ist gelungen, den Besitzer und Fahrer des Autos festzustellen. Gegen Mittag war der Polizei anonym mitgeteilt worden, daß in einer gewissen Garage in der Nacht ein stark beschädigtes Auto eingefahren sei. Kurze Zeit darauf st e l l t e sich der Eigentümer des Wagens, der 38jährige Kaufmann Wilhelm Riecke, freiwillig der Polizei. Er behauptet, nicht gewußtzu haben, daß er zwei Menschen überfahren hatte, hat aber bei einer weiteren Vernehmung zugegeben, daß er das radelnde Ehepaar gesehen habe, bestreitet aber, sich einer Fahrlässigkeit schuldig gemacht zu haben. 3n einer 8-Kurve sah er das Ehepaar dem Wagen entgegenkommen. Der Radler fuhr vorschriftsmäßig auf der rechten Seite der Chaussee. Riecke behauptet nun, er habe in der Kurve nicht weit ausgeholt, sondern sich etwa inderMitte der Straße gehalten. 3n einer Entfernung von 30 Metern vor dem Rade habe er seine Scheinwerfer abgeblendet. Eine Erschütterung seines Wagens bei dem Zusammenstoß will Riecke nicht verspürt haben. Auch seine drei Begleiter geben ihre Aussagen im gleichen Sinne. Schwere Typhus-Epidemie in Siebenbürgen. 3m neurumänischen Gebiet von Szatmar in unmittelbarer Nähe der ungarischen Grenze herrscht seit mehreren Tagen eine D a u ch t h - pyus- und Kinderlähmungsepidemie von gefährlichem Ausmaße. Viele Schulen mußten ohne Schlußprüfungen schließen, um die Ausbreitung der Seuche einzudämmen. Die 'Behörden sind vollkommen machtlos, die Aerzte behaupten, daß das ungesunde Trinkwasser insbesc ndere der privaten Brunnen die Epidemie ausgelöst hat. 3n der Gemeinde Mezoterem sind bisher 148 Bauchtyphusfälle HU verzeichnen. Die Zahl der Loten beträgt zehn. Die Gemeinde ist von der Außenwelt vollkommen abgeschlossen, da die Gendarmerie den Ein- u- ' Austritt zur Ortschaft, die ein riesiges ' lazarett bildet, streng bewacht. Zölle dem Landwirt den Ersatz für die Verteurung, die er durch die Erhöhung der 3ndustriezölle auf sich nehmen muhte, nicht bringen konnten. Zur Zeit werde der Kampf ausgefochten, wie man aus diesem Unrecht wieder herauskomme, ob durch eine Senkung der 3ndustriezölle oder durch eine Hebung der landwirtschaftlichen Zölle. Mittelpunkt des Kampfes sei zur Zeit die Getreidefrage. Cs gebe drei Möglichkeiten, zu helfen: Zollerhöhung, Einführung einer Marktausgleichgebühr, Monopol. Gegen das M o n o- p o l äußerte der Redner eine ganze Lleihe von Bedenken. Ein reines Einfuhrhandel s- m o n o p o l. sei nicht möglich, weil dem etwa ein Dutzend Handelsverträge oder noch mehr im Wege stehen. Es bleibe also nur ein Zoll- rn o n o p o l. Dann aber werde das Objekt riesig. Der Gesamtwert der in Betracht kommenden Produkte betrage etwa 3,8 Milliarden. Die Väter des Monopols wollten aber auch erreichen, daß das Getreide nicht über einen gewissen Preishinaus steige. Dann soll die Monopolgebühr zur Senkung der Preise verwandt werden. 3nfolgedcssen seien die finanziellen Folgen für das Reich gänzlich unübersehbar, denn wenn die Monopolgebühr, die bei niedrigen Getreidepreisen sich ansammle, zur Senkung nicht ausreiche, müsse das Reich zuschießen. Cr habe wiederholt angeregt, durch eine Kombination von verschiedenen Maßnahmen zu helfen, durch Zollerhöhung in Verbindung mit Crnte- finanzierung und dem Dermahlungszwang. Die preußische Generalsynode zum Ksnkordat. Berlin, 22. Juni. (WB.) Die Preußische Generalsynode ist zu einer außerordentlichen Tagung in Berlin zusammengetreten, um zu der durch den Abschluß des Konkordats geschaffenen Lage Stellung zu nehmen. Die 215 Abgeordneten waren vollzählig versammelt, unter ihnen die geistlichen Führer der Kirche mit den Generalsuperintendenten an der Spitze, ferner eine Reihe von Persönlichkeiten, die im politischen und parlamentarischen Leben eine Rolle spielen. Präsident Dr. Winkler, eröffnete die Sitzung mit einer Ansprache, in der er auf den einzigen Deratungs- gegensiand, die Konkordatsfrage, hinwies und in großen Zügen die Entwicklung der Konkordatsfrage zeichnete. Nach den Ausführungen des Präsidenten beschloß die Generalsynode einstimmig, die gesamte Materie dem Verfassungsausschuß x u überweisen. Der Ausschuß trat sofort nach der Plenarsitzung zusammen. Er wird am kommenden Dienstag der Plenarsitzung das Ergebnis der Beratungen vorlegen. Bassermann, Professor Dr. Hans Pfitzner, Dr. Richard Strauß und Kapellmeister Arthur B o d a n s k i (Neuyork) wurde die Goldene Ehrenmedaille verliehen. Dann hielt Generalintendant Dr. Leopold I e s s n e r den Festoortrag über das Thema „Das bebördliche Theater, Eingeständnisse und Forderungen . Jeßner schloß seine Ausführungen mit einem Appell an die Parlamente, das Theater aus der politischen Kritik herauszulassen und dann an die Theaterleiter, die er aufforderte, die behördlichen Theater, ohne sich beirren zu lassen, aus den augenblicklichen Schwankungen eines lauen Kompromisses zwischen aktiven und Bildungstheatern zu befreien und sie ihrer Sendung zuzusüh- ren, die laute: Eine charaktervolle Synthese von Bildungs- und Kampftheater zu schaffen. Reichs- minifter <5 euer in g überbrachte die Glückwünsche der Reichsregierung und bedauerte, daß die Kunst in ihrer Entwicklung durch die Finanznot des Reiches, der Länder und Gemeinden behindert werde. Das behördliche Theater fei nötig, nicht nur zur Pflege der besten deutschen Geistestradition, sondern vor allem zur Heranziehung einer wirklichen, echten Moral und zur Erziehung wirklich gebildeter Dolks- massen. Aus aller Welt. Die Tagung des Weltbundes für staalsbürgerliche Frauenarbeit. Der Jahreskongreß des Weltbundes für staatsbürgerliche Frauenarbeit hat beim Abschluß seiner Tagung den Beschluß gefaßt, einen Sonderausschuß für Frauen st im mrecht zu schaffen, der sich ständig mit allen mit dem Frauenstimmrecht zusammenhängenden Fragen und Ei sah- rungen zu beschäftigen Haden wird. Der Beschluß weist auf die Tatsache hin, daß es immer noch Länder gebe, wo die Frauen nur ein eingeschränktes ober überhaupt fein Stimmrecht besitzen. Weiter wurde eine Entschließung der britischen Frauenverbände angenommen, in der darauf hingewiesen wird, daß die Frauen um ihr Stimmrecht mit dem ausgesprochenen Zweck gekämpft Haden, ihre besondere nur ihnen eigentümliche Erfahrung und Auffassung in die Politik hineinzutragen. Deshalb halte der Kongreß auch in den Ländern, in denen das Frauenstimmrecht bereits besteht, zur endgültigen Herstellung völlig gleicher Berufsmöglichkeiten von Mann und Frau das Fortbestehen überparteilicher Verbände der Frauenbewegung für dringend notwendig. Liu versassungslalec 1929. Wie das „Tempo" meldet, wird^um diesjährigen Derfassungstag zum ersten Male eine amtliche Gedenkmünze geprägt werden. Die Stücke, die in den Werten von drei bis fünf Mark ausgegeben werden, sollen auf der Vorderseite den Kopf des Berlin, 24.3uni (TU.) 3m Reichsernährungsministerium fand Sonntagnachmittag eine Konferenz der Führer der Regierungsparteien und landwirtschaftlicher Sachverständiger statt, in der über alle Zollsragen verhandelt werden sollte. Das Ergebnis der Besprechungen soll die Grundlage für eine Besprechung des Kabinetts am Wontagvormittag bilden. Die „Wontagspost“ weih zu berichten, dah die Besprechungen die Frage des Getreidehandelsmonopols endgültig geklärt hätten, fo- dah die vorbereitende Arbeit für den handelspolitischen Ausschuß des Reichstags als abgeschlossen gelten könne. Der plan des Getreide- handelsmonopols fei endgültig fallenge- lassen. Das Kabinett wolle noch am Dienstag und Wittwoch dem Reichstag Gefehesvor- lagen über Z o 11 e r h ö h u n ge n zugehen lassen, durch die man die Hilfe für die Landwirtschaft erledigen zu können glaubt. Oie Auffassung des Reichsemährungsniinisters. Eutin, 22. 3uni. (WTD.) Bei einer öffentlichen Kundgebung sprach hier Reichsernährungsminister Dietrich über die Not der Landwirtschaft. Der Minister erklärte, daß die Hauptursache der gegenwärtigen Not in dem Zolltarif des 3 ahres 1925 zu suchen sei, der einen so starken Schutz der Industrie bedeutete, daß die landwirtschaftlichen Owolkenlos. (5nerter. <>nalD Bedeckt» woiiug. • ocdecki «KeoH V Schnee Graupeln, s MeDei R Gcwilter.(3)wmdstilte.eO-. sehr •eicnier Ost ‘nissiger Südsüdwest h stürmiscner nordwesl Oie Pfeile fliegen mn dem Winde. Die neiden Stationen stellenden Zahlen geven die Temperatur an. Die Linien verpmden Orte mit gleichem •ul neeruniveau umgertchneicn Luftdruck Wettervoraussage. Das sübfkanbinaoische Tiefdruckgebiet hat sich weiter vertieft und ist dabei stationär geblieben. Sein Einfluß, der sich in Form von stärkerer Bewölkung und strichweisen Niederschlägen äußert, ist immer noch ausschlaggebend für unsere Wetterlage. Da wir in der Weiterbewegung der Störung unter den Rückseiteneinfluß gelangen, so ist kühles und unbeständiges Wetter zu erwarten, wenn auch vorübergehend Aufheiterung einsctzt. Wettervoraussage für Dienstag: Noch unbeständiges, wechselnd wolkiges Wetter, vor- übergehend auch aufheiternd, kühl, vereinzelt leichte Regenschauer. Wettervoraussage für Mittwoch: Allmählich ruhigeres und mehr aufheiterndes Wetter bei langsam ansteigenden Temperaturen wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 23. Juni: mittags 15,2 Grad Tclfius, abends 11,1 Grad: am 24. Juni: morgens 1,6 Grad. Maximum 16,3 Grad, Minimum 5,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am Kunst und Wissenschaft. 150 3ahre Wannheimer Rationaltheater. Die Jubiläumswoche des Mannheimer Nationaltheaters aus Anlaß seines 150jährigen Bestehens wurde mit einem Festakt im Rittersaal des Schlosses eröffnet Neben Reichsminister <5 e d e r i n g waren erschienen der badische Staatspräsident Schmitt und die Minister Remmele und Seers, der hessische Minister des Innern, Reichs- kunstwart Dr. Redslob, Vertreter der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft und der Preußischen Akademie der Künste. Oberbürgermeister Dr. Heimerich begrüßte die Festoersammlung und überreichte Albert Bassermann und Dr. Wilhelm Furtwängler den Ehrenbürgerbrief der Stadt Mannheim. Den früheren Intendanten des Mannheimer Nationaltyeaters, Hofrat August Landtagswahlen in Mecklenburg. Schwerin, 23.Juni. (WB.) Die heutigen Wahlen zum Mecklenburgischen Landtag sind in allen Teilen des Landes ruhig verlaufen. Die Wahlbeteiligung war recht rege. Das vorläufige Endergebnis (es fehlen nur noch 34 Wahlbezirke) lautet: Stimmen Sozialdemokraten 117 803 Einheitsliste 136 424 Kommunisten 16 131 Volkswohlfahrt 7 453 Demokraten 8 779 Nationalsozialisten 12 554 Bauernpartei 7 713 SHELL AUTOOELE aus dem SHELL Kabine*!- WMMM Somraerkur für Nervenkranke u.Nervös-Erschöpfte. SpezialkuranstaliEofhelm im Taunus bei Frankf.a.M. — Prospekte durch AWW San.-Rat Dr. M. Schulze -Kahieyss, Nervenarzt MD ro- Als zweiter Punkt der Tagesordnung wurde erhandelt' die Klage der Gießener Stu. kentenhilfe in Gießen gegen die Stadt jU den Stra - *• Etatsberatung des Stadtrats. Am nächsten Donnerstagnachm'ttag findet im Stadthaus, Bergstraße, eine öffentliche Sitzung des Stadtrats statt. Hauptpunkt der Tagesordnung ist die Beratung und Beschlußfassung über den städtischen Haushaltsvoranschlag für 1929. Daran anschließend soll noch eine umfangreiche Folge weiterer Vorlagen erledigt werden. Sprechstunden der Redaktion 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. $üt unverlangt eingesandte Manuskripte ohne belgefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Die Volkshalle, die noch bis vor wenigen Tagen mit einer Hygiene-Ausstellung das Bild ernstester Sachlichkeit bot, war am gestrigen Sonntagabend nach einer mit sehr viel Geschick durchgeführten Or- ganisations- und Aufbauarbeit die Stätte frohen Lebensgenusses. Sie beherbergte diesmal das Somme r f c ft der GießenerStudentenfchaft, das in den letzten Jahren in der Aula und in einigen Nebenräumen der Universität seinen Platz hatte, wegen des ständig steigenden Zuspruchs aber nach der Dolkshalle auswandern mußte. Dieser Wechsel des Schauplatzes ist der VeranstaÜung nur zum Vorteil geworden. An Stelle der beengten Raumverhäll- nisse in der Universität und der dadurch bedingten knapperen Auswirkungsmöglichkeit des Festes war gestern breitester Raum vorhanden und konnte infolgedessen den etwa 2000 Studenten und Bürgern mehr als früher geboten werden, hoffentlich auch zum Vorteil des Reinertrages, der — wie immer — der Gießener Studentenhilfe zugute kommen soll. Schon beim Betreten der Volkshalle bekam man einen sehr guten Eindruck von dem Wirken der Festleitung. .Man sah sich sogleich einem Weindorf im kleinen gegenüber, in dem man sich bei Wein und guter Bowle erfrischen konnte, in der Nachbarschaft war ein mit allerlei appetitlichen Sachen ausgestatteter Schnittenverkaufsstand aufgebaut, weiter ein ebenso leckerer Kuchen- und Torten-Verkaufs- stand. Ferner sah man hier eine kleine Blumenhalle, eine Abteilung für Gcschenkortikel verschiedener Art, in Siebenbürgen. t von özatimr in ngarischen Grenze . eine Dauchth- hmungsepidc- Ausmahe. Mele jrüfungen Meßen, ludje einzudämmen, men machtlos, dir >as ungesunde der privaten Drun- it 3n der Gemeinde Lauch tvphuslälle 7i beträgt zehn. Sie >ntoclt Dolltomnwn nie den 6tn* inW ’ L. Berliner Börse. Berlin, 24. 3uni. (WTB. Funkspruch.) Auch die neue Woche brachte vorläufig keine Geschäftsbelebung. Ohne daß Kurse zu hören sind, bleibt die Tendenz des heutigen Frühverkehrs undurchsichtig. Man hosft aber, daß, wenn der Grund der Schwäche vom Samstag (die Erkrankung Stresemanns) fortfällt, wieder leichte Kurserholungen Platz greifen. Auch der Ultimo dürfte kaum größere Schwierigkeiten machen. Reportgeld soll jedenfalls zum offiziellen Satz in ausreichender Menge vorhanden sein. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123.98, London gegen Mailand 92.68, London gegen Spanien 34.25, London gegen Kabel 4.8479, London gegen Berlin 20.3213, Kabel gegen Berlin 4.191750. e s Wart Gießener Gtudentenfesi zum Besten der Gießener Gtudenienhilfe müssen. Er beantragte, da Kläger infolge nichtordnungsgemäßer Behandlung dieses Falles dir jetzige Streitigkeit veranlaßt habe, Abweisung der Klage. Der Provinzialausschuß wies die Klage alsunbegründet^urück und verurteilte den Kläger in die Kosten des Verfahrens — Streitwert 267 Mark. Daten für Dienstag, 25 Juni. Sonnenaufgang 3.44 Uhr, Sonnenuntergang 20.20 Uhr. — Mondaufgang 22.58 Uhr, Monduntergang 6.16 Uhr. 1822: der Dichter E. Th. A. Hoffmann in Berlin gestorben (geboren 1776); — 1842: der Dichter Heinr. Seidel zu Berlin geboren (gestorben 1906); — 1864: der Physiker Waller Nernst in Briesen geboren. Bornoti,*,cn — Tageskalender für Montag. Wohl- muth-Institut (Leipzig): Vortrag „Innere Körperreinigung", 20.30 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhof- straße: „Die weißen Rosen von Ravensberg". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Sommerurauffllhrung findet am Dienstag, 2. Juli, statt. Es wird Miles Malleson Komödie „Liebe auf den zweiten Blick" uraufgeführt. Spielleitung hat Dberfpielleiter Hans Tannert. Kag em mit .Autogrifs 1 Zusammen. Sn?b9etif(en das ,'H.!' lssage. s.ch druckt geblieben- 16° & ) 0 (A. alN ‘Z a5 an‘ n 1 BB’1, schlag 0^ ** Straßensperrungen. Vorn Oberhessi- schen Automobil-Club (A. v. D.), Gießen wird uns mitgeteilt: Folgende Straßen sind gesperrt: Die Straße Herborn — Hachenburg von km 30,8 bis 30,9 am 26. Juni, von km 30,4 bis 30,6 in der Zeit vom 27. bis 29. Juni und von km 29,4 bis 29,7 in der Zeit vorn 29. Juni bis 3. Juli; Umleitung über Roth—Driedorf oder über die Landwege Roth—Gufternhain und Driedorf—Gusternhain. — Die Straße Romrod — Alsfeld im Zuge der Straße Gießen—Grünberg—Alsfeld vom 25. Juni bis 2. Juli für Langholz, und Laftautooerkehr.^Im- leitung über Zell—Angenrod bzw. Vadenrod—Stre- bendorf. — Die Ortsdurchfahrt Selters in Rich- tung Stockheim ab 25. Juni für jeden Verkehr bis auf weiteres; Umleitung über Bleichenbach—Stock- heim. — Die Strecke Wölfersheim — Ber - ft a b t im Zuge der Straße Friedberg—Hungen ab 26. Juni bis auf weiteres , Umleitung über Wohn- bad). — Die Straße G i c ß e n — M a r b u r g von Stadtgrenze Gießen bis km 2,0 vom 1. Juli bis auf weiteres; Umleitung über Wiefeck—Atten-Bufcck— Daubringen—Lollar. — Die Strecke Lauter- bad) — Angersbach im Zuge der Straße Lauterbach—Fulda ab 1. Juli bis auf weiteres; Umleitung über Eifenbach—Rudlos. ** Der studentische Frühschoppen auf dem Drandplah am gestrigen Sonntagvormittag, die erste öffentliche Studentenkneipe dieser Art nach dem Kriege, hatte eine zahlreiche Teilnehmerschar und ein noch größeres Zuschauerpublikum vereinigt. Trotz der unsicheren Witterung wurde der Frühschoppen bei schneidigen Musikklängen und dem Gesänge studentischer Kneiplieder mit viel Stimmung durchgesührt. Der Gedanke dieser Veranstaltung ist zweifellos von Erfolg gekrönt worden, und dies dürfte wohl Anlaß geben, derartige Feiern zu wiederholen. *• Auftrieb zum Frankfurter Vieh- markt: Bullen 106, Ochsen 396, Kühe 633, Färsen 430, Kälber 680, Schafe 21, Schweine 4315. war der Betrieb im Handumdrehen auf Hochform gelangt. Ein Schachballett unter der Leitung von Hans Schmidt, das auf dem obenerwähnten großen Schachbrett in der Halle zur Vorführung kam. iE reizend und fand allenthalben wohlverdienten lebhaften Beifall. 3m weiteren Verlaufe des Abends wurde eine Revue in sieben Bildern „Heute Rächt, Du Du!" ur- aufgeführt. Es zeichneten hier verantwortlich: für den Entwurf Hans Rusch, künstlerische Leitung Erich E i ch h o f f, musikalische Leitung Hans Rusch, Inspektion Fritz Achenbach, Beleuchtung Hans P e t s ch, Bekleidung Mar Weber. Die schneidige Musik führte das Studentenorchester mit Unterstützung einiger Mitglieder des Orchestervereins unter Hans Ruschs sicherer Stabführung aus, die Ausstattung der Bühne hatte in entgegenkommender Weise das Stadttheater zur Verfügung gestellt. 3m ersten Bild zeigten Damen der Gesellschaft „Wege zu Kraft und Schönheit", das zweite Bild brachte der Verein Deutscher Studenten unter der Devise „Schwester Wulfhild, bitte Rarkose", hierauf folgte die Burschenschaft Germania mit dem dritten Bild „Der Walzer siegt", sodann die Landsmannschaft Darmstadtia mit dem vierten Bild „Wenn zwei sich streiten", im fünften Bild brachten der K. St. V. Rassovia und 11. V. Unitas Cheruskia „Einst und jetzt, anschließend C. D. Hasso-Rhenania das sechste Bild „Examen" und zum Schluß alle Witwirken- den gemeinsam das Schlußbild „Heute nacht, du du!". Lebhafter Beifall dankte den eifrig wirkenden Damen und Herren für ihre Darbietungen. Hierauf erreichte das Fest für den weitaus größten Teil seiner Besucher, nämlich die 3ugend, den Höhepunkt mit Tanz auf zwei großen Flächen, bei dem der Andrang der Tanzlustigen so stark war, daß man als Beobachter oftmals die Meinung hatte, die Tanzenden würden sich gegenseitig doch nur auf den Füßen herumtreten. Dieses Tanzen war wirklich ein Vergnügen, je nachdem, wie man es auffaßte, aber — und das war die Hauptsache — es hielt die Stimmung hoch und brachte natürlich der Festleitung die erhoffte Einnahme. Während so die 3ugend mit großem Eifer den Tanzboden und die Musik strapazierte, suchten und fanden andere einen weiteren Vergnügungspunkt in dem Kabarett, dessen bewährte Leitung schon von früher her in bester Erinnerung ist; wieder andere strebten danach, unbedingt der Aufforderung „Runter mit dem Zylinder" nachzukommen, weitere machten Vorübungen zu dem Schützenfest- Schießen usw. usw. Alles in allem: Dieses Sommerfest der Studentenschaft war ein „Pfundsbetrieb", wie unsere Jugend von heute sich ausdrückt, wenn sie sich bei einer Veranstaltung recht Wohl fühlt; eine Stätte frohester Geselligkeit und schließlich ein starker moralischer Erfolg der Festleitung, dem sich hoffentlich auch ein gleich großer finan- -zieller Erfolg anschließen wird. Geländekäufe der Opelwerke. WSN. Rüsselsheim, 23.Juni. Die Opel- werke haben hier in den letzten Wochen umfangreiches Gelände angekauft. Nachdem die Ankäufe bisher meist in der Richtung Bischofs- heim gingen, dehnte man sich diesmal auch nach Naunheim zu aus. Eine ganze Anzahl projektierter Käufe kam jedock) nicht zum Abschluß, da die Besitzer die Preise zu hoch trieben, und die Firma Opel daher von dem Erwerb Abstand nahm. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Klagen über die städtische Müllverbrennung. Durch das Verbrennen der Papierabfälle usw. des städtischen Mülls in der Sandgrube am Schiffenberger Weg entstehen sowohl am Tage, als auch in der Nacht mitunter starke Geruchs- beläftigungen für die Anwohner am Schiffen- berger Weg, die hauptsächlich in der jetzigen Sommerzeit, wo die Leute bei offenen Fenstern schlafen, besonders unangenehm empfunden werden. Es wird deshalb an die Stadtverwaltung die ergebene Bitte gerichtet, für die Beschaffung von modernen Verbrennungsanlagen zu sorgen, die sich weniger durch Geruch- und Rauchschwadenbelästigungen bemerkbar machen. C. G. Auch sei die Klage nicht formell richtig erhoben (verspätet), so daß Abweisung schon aus diesem Grunde zu erfolgen habe. Von feiten des Klägers sei diese Angelegenheit überhaupt nicht ordnungsgemäß behandelt worden, da weitere Feststellungen über die Verhältnisse nicht unternommen wurden. Der Provinzialausschuh wies die Klage als unbegründet zurück und verurteilte den Kläger unter Festsetzung des Streitwertes auf 713 Mk. in die Kosten des Shell tanken - sorglos fahren! Bedenken Sie: überall sind die bekannten gelbroten Shell-Pumpen zu finden. Sie können also stets ein- und dasselbe hochwertige Benzin aus verplombten Pumpen tanken. Rechnen Sie dazu noch die qualitative Überlegenheit, die SHELL besitzt, dann haben Sie die Gewissheit, das Maximum für die Sicherheit Ihres Motors getan zu haben. «ra Dießen wegen Heranziehung äl fenherstellungskosten b ve g s. Beide Parteien waren anwaltlich verbeten. Die Stadt Gießen stellte der Klägerin Ende vorigen 3ahres einen Beitrag zu den Straßenkosten für den Ausbau des Wartwegs in Höhe von 4250 Mk. in Rechnung. Hiergegen hat Klägerin Klage bei dem Provinzialausschuß ein* gereicht. An Hand der aufgelegten Pläne stellte der Provinzialausschuß das zum Ausbau des Wart, rregs beanspruchte Gelände ausdrücklich fest. Die Klägerin ersuchte zunächst um Prüfung der beiden $rageri, ob 1. eine bereits bestandene Straße in Betracht kommt, oder ein Feldweg, 2. für >vei kleine Geländestreifen, nördlich und südlich des Geländes, die von Hauptgelände ge- i inc frequentierte Würstchenbude, in der ge- londert seien, überhaupt em Straßenkostenbeit g ^dezu unheimliche Mengen ohne Erschöpfung des verlangt werden konnte. Sui- bem^rfte vorsorglich in großem Ausmaß gehaltenen Vorrates ^rtretcr bet Klägerin, daß Weg s bewältigt wurden, ein Lotterie-„Gebäude", in dem Mnschengedenken .bestehe und unzwei elhaft e£_ Qber ebenfo roie bei ber Preußischen Klassenlotterie ftuber eine Verbindung Solschen . fef)r viele Nieten gab, ferner ein großes Schachbrett, ßen und dem Bergwerk, das etwa 1852 9£9runöet I wwd) ro»r ^mer noch reichliche und beworben fei, Erstellte. Es bandele sich f f $ queme Sitzgelegenheit übrig geblieben. Auf der Em- bier um eine blstorische S^atze die nun der- der Halle machte ein Stuöehtentrio in dem brettert worden ist. r L« Wurfstand unter dem Motto „Runter mit dem Zy- bte Erhebung ^^es nach Arttke Iinbcr" in vollendeter Weise dem fachmännischen der Allgemeinen Bauordnung seien.öa eineKönnen der Leute vom Oswaldsgarten stärkste Kon- langerung der S^aße nidjt in g? 9>standteil des dieses Drei-Männer-Kollegium war geradezu so Md südlich des Geländes einen, Bestanltteil des Sensation des Abends. Weiter konnte Hauptgrundstuaes, all' «m'wirtschaftliche Em- Schießstand nach Herzenslust knallen, hell, nicht bildeten Das eine Stuck have einen gelegentlich etwas treffen, meist aber daneben t,atcndes schießen; vorsorglich war auch auf der Empore ein einen mittewaren Eine H^^ehung des Sektstand errichtet, der aber in dem Wett- genannten ®elanbcftreifenä ^en ©twoen^u» J d bem Bier- und Bowlenausschank ent- Wen 6«te mitbm ni^t 8U folgen- ®er^rw j)intertreffen blieb. Die Weinstube treter der beklagen St ad t Gießen b , ^aUe roar 3um Kabarett umgestattet worden und daß es sich unzweifelhaft bet dem Wartweg um ( f b° Abends ein Zielpunkt aller der- Anlage einer rieu S ,7nig^n die an den viestachen Darbietungen in der Lr* allgemeinen Derkehrsauffassung aus betrach- Halle selbst noch nicht genug hatten. let, wie dies bereits in dem Urteil des Provin- 3n dem ganzen Betrieb war schon von Anfang ttal-AuSschusses vom 3. Rovember 1928 in Sachen an gute Stimmung. Das Studentenorchester, ver« .Heranziehung zu den Strahenbaukosten des Leih- stärkt dura) einige Mitglieder des Orchesterver- gcsterner Weges niedergelegt sei. Rach Absatz 3 mns musizierte unter der Leitung von Hans Artikel 19 der Allgemeinen Bauordnung könne Rusch sehr fleißig und recht ansprechend, und der frühere Wariweg nicht als eine fertige da es zündende Melodien zu Gehör brachte, Straße betrachtet werden, sondern als Feldweg, — &au^^^unora^6^nu^3C Fußweg ^usw^" vochanden einer Abschiebung Gebhardts könne lerne Rede sein, waren Wo dieser Weg hingeführt haben mag । <•» tkbho erhoben und weshalb er früher angelegt wurde, könne im vorliegenden Falle nicht in Betracht kommen. Zu 2. führt der Vertreter der Beklagten aus, daß der Garten des Anwesens ebenfalls zu den Stratzenbaukosten heranzuziehen ist, da er zur Hofreite gehört und somit mit dieser eine wirtschaftliche Einheit bildet. Er bat um Zurückweisung der Klage und Verurteilung der Klägerin in die Gesamtkosten des Verfahrens. Der Pro- „ , , . vinzial-Ausfchph wies die Klage als unbe- Verfahrens, gründet zurück und verurteilte die Klägerin ^lls letzter Punkt stand zur Verhandlung die in die Kosten des Verfahrens, sowie in diejenigen Klage des Bezirkssürsorgeverbands G r o h - der anwaltlichen Vertretung der Beklagten. Der @crau gegen den Bezirksfürsorgeverband der Wert des Streitgegenstandes wurde auf 4252 Mk. Stadt Gießen wegen Ersatzes von Fürsorge- fkstgesetzt. aufwendungen für Wilh. Muth. Anfang 1927 Hierauf wurde verhandelt über die Klage des wurde Wilhelm Muth von Gießen durch die preußischen BezirkLfürsorgeverbandes ber (Stabt Ortskrankenkasse Gießen in die Landes-Heil- und Frankfurt a. M. gegen den Bezirksfürsorge- Pflegeanstalt Goddelau eingeliefert. Rach Ablauf verband des Kreises Friedberg wegen der gesetzlichen Llnterstühungspflicht forderte die Ersatzes von Krankenhauskosten des Georg Geb- Anstalt die entstandenen Kosten von dem Beklag- Hardt zu Spießen. Der Vertreter des Klägers ten an mit der Begründung, daß Muth seinen machte geltend, daß Georg Gebhardt, der als I gewöhnlichen Ausenthalt in Gießen gehabt und i:< Wanderer umhergezogen, unzweifelhaft von dem I demnach der Bezirksfürsorgeverband der Stadt Bezirksfürsorgeverband Friedberg abgeschoben Gießen die weiter entstehenden Kosten zu tragen Vörden sei. Diese Abschiebung hätte nicht er- habe. Die vorläufige Zahlungsverpflichtung hatte folgen dürfen da Gebhardt geschlechtskrank war der Kläger der Anstalt gegenüber anerkannt. 3n und bereits auf diese Krankheit hin in Fried- der mündlichen Verhandlung vor dem Provin- berg ärztlich behandelt wurde. Der Vertreter des zialausschutz, in der der Klager nicht vertreten Beklagten erwähnte, daß der Bezirksfürsorge- war, schilderte der Vertreter des Beklagten ein- verband Friedberg als solcher zur Erstattung der gehend die Sachlage, aus der zu erkennen war, Krankenhauskosten nicht in Betracht komme, da daß als verpflichteter Verband der Dezirks- es bei Gebhardt sich um einen uniherziehenden fürsorgeverband Groß-Gerau m Srage komme Wanderer handele und demgeniäß die Kosten von und daß bei ordnungsgemäßer Behandlung recht- lem Landesfürsorgeverband zu tragen seien. Von 1 zeitig die Armenfürsorge hatte gewahrt werden Tanken Sie gleichzeitig: MW Statt Starten! Gießen Tilsit z. Z. Falkenstein i. T. (Hauptstr. 43 I), Juni 1929 5428D Großen-Linden, Gießen, den 23. Juni 1929. Die Beerdigung findet Montag, den 24. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Waldschenke aus statt. 5485D 5472V Wiesbaden, Marburg, den 24. Juni 1929. I Verkäufe 04)14 d. Gieß. Slnaetn. Verkauf 04009 Wieseck, Krofdorf, den 24. Juni 1929. 5482 D Frankfurt am Main. 5469 C Von der Reise zurück Dr. F. Hanau Facharzt für Säuglinge u. Kinder 03954 Minen I Sofenftlöe WemW I Gartengeräte sämtliche |Stellengesuche| werden: 5468C von Handarbeiten »aller Art im Hause Schwarz am Bahnhof begrüßen unsere Besucher in dieser Woche an der Theaterpforte und sprechen von der Leinwand herab ergreifende und eindringliche Worte einer seltenen großen Liebe. Diesen Großfilm deutscher Romantik, von allen seit Wochen sehnlichst erwartet, bringen wir ab heute bis elnschl. Donnerstag, den 27. Juni In tiefer Trauer: Bernhard Karl Gerdi Schmalz Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Maria Dem geb. Fischer. Dame mit 5j. Kinde fitdit l—2 einfach möblierte Rimmer mit etwas KochaeL ob. kl. leere Wohnung. auch autzer- Halv der Stadt. Schriitl. Angebote mit VreiS unt. 04015 an den Gieß. Anz. Weiße unschuldsvolle Rosen H ........ Suchen Sie eine Existenz? Wollen Sie viel Geld verdienen? Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, wenn Sie etwas Kapital oder Stcherbeiien zur Verfügung haben. Reelle Sache für die 9inb- rungSmittelindustrie. Aussührl. schriftliche Angebote u. 04007 an d. Gienen. Anzeiger. Dr. med. Burkhard Weber Dolly Weber geb. Scherner beehren sich ihre Vermählung anzuzeigen Wundlaufen. Brennen und andere Fufcbcsdiwerden werden durch da» KukUol - Fuibad rai* und tuved6»»lg beseitigt Da» Kuklrol - Fubbad erfrischt und elfirkt die F06e und beteiligt die »chnelle Ermüdung. Sparpackung mit 5 BBdem 1 Mk.. Probepadcunß mit 2 Bädern 50 Pfg- Kiklral-Verkanfsstelle: Kreuz-Drogerie, Bahnholstraße 51. Äerlin-Steglih, Sachsenwaldstraße 9 22. 3uni 1929 Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 25. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes in Gießen aus statt Ihre Verlobung geben bekannt FrauOT.GertrudÄ.Wynekengeb.Boettcher Paul Zimmermann Oberlehrer a. d. Provzl.-Tbst.-Anstalt A A. A. A A. Möbliert Zimmer Nähe Wtlhelmstraße für sofort gesucht. Schr. Angeb. unter 04012 a. d. Glcß.Anz. miiiendimer, zu verkaufen. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle Samstagnachmittag verschied nach kurzem schweren Leiden mein innigstgeliebter einziger Sohn, mein herzensguter Bräutigam Herr Bernhard Karl 1. Erd-, Maurer- und Betonarbeiten. 2. Zimmerarbeiten. 3. Dachdeckerarbeiten. 4. Spenglerarbeiten. Die Zeichnungen liegen bei uns offen. Die Angebote sind verschlossen, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Mittwoch, den 3. 3uli 1929 vormittags 10 Uhr bei uns einzureichen. Zuschlags- und Bindefrist drei Wochen. Gießen, den 24. Juni 1929. Städtisches Hochbauamt: gez.: (Iraoert. Lebensversicherung! Fachmann von grober deutscher Gesellschaft für den Bezirk Gießen unter günstigen Vertragsbedingungen lGehalt und Prootnonsbezügei gesucht. Sämtliche Sachbranchen sind angeschlossen. Auch Nichtsachleute finden nach entsprechender Etnarbeitnna ieste Anstellung. AuSführl. Bewerbungsschreiben erb. umer F. N. E. 555 an Rudolf Mosse, Danksagung. Dank allen denen, die uns beim Heimgange unserer lieben Tochter und Schwester Gertrud ihre Teilnahme bewiesen, so den vielen Kranz- und Blumenspendern, Herrn Pfarrer Sattler für die tröstende Andacht und Herrn PfarrerHeider, Dorlar, für die weihevolle Grabrede. Desgleichen dem Turnverein Wieseck für die letzte Ehrung, seinem 2.Vorsitzenden Daubert für die aufrichtige Gedenkrede und der Turnerin Bernhardt für das innige Gedicht. Theodor Gerlach und Familie. Einheirat. Aeltercr Mann, Landwirt, ev., ae« iund, febr vermög wünscht ältere Frau in den 40er ob. 50er Jahren zwecks Heirat kennenzulernen. Schr.Angcl>.u.54671) an d.Gtei;. Anz. erb. MMM« die in der Jndustile und bei Behörden bestens eingesührt ist, gesucht zum Vertrieb von Siemkohienteer-Vrodukien, wie Heizöle, Treiböle, Pech und Stratzenteer. Schriftliche Angebote unter 5477D an den Gtehener Anzeiger erbeten. H. Hochstätter Brandplatz Schloßgasse 4656A Nach Motiven des gleichnamigen Romans von Ad 1 ersfeld - Ballestrem Geschaffen und soeben fertiggestellt unter der Regie von Rudolf Meiner! In den Hauptrollen: Jack Trevor, der Liebling unserer Frauen, in einer großen Liebhaberrolle Diana Karenne, die Meisterin in der Darstellung seelischer Erregungen und Konflikte Dolli Davis, lieb und blond, frisch und anmutig ISo ist hier ein Film entstanden, der die Aufmerksamkeit der breitesten Oeffentlich- keit beansprucht und den jeder gesehen haben muß. Ferner: Das interessante Beiprogramm! Aufführungszeiten: 4, 6, 8.30 Uhr. 5479c Alice-Frauen-Verein AIIIÜ."" ' ' Von Dienstag, den 25. Juni, bis Samstag, den 6. Juli, täglich von 9-1 u. von 3-6 Uhr beseitigt schnell, sicher und unblutig j! Eine Padiung Kuldrol-POaitcr mit dem Garantie-Schein kostet 75 Pfg- Kukirol hilft sicher I Sie erhalten Büro Besehlltlgeno, besieh, l. leicht. $(rb, I finden. Wo? lagt die ... ____ Gefchst. d. G. Anz. Mto • Stadt, Kr.Büdingen. Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß mein innigstgeliebter, treusorgender Mann, mein Heber Bruder, unser guter Schwager und Onkel Herr Ludwig Dern II. Magazinaufseher i. R. Samstagmorgen 8 Uhr nach kurzer Krankheit unerwartet im 60. Lebensjahre entschlafen ist. Gas-und Kochherde in altbekannter Güte und billigen Preisen bei Rudolf Rüdiger / Gießen Walltoratraße 35 4925A Beachten Sie bitte unsere Preis-Aufgabe am Eingang des Lichtspielhauses: Wieviel Rosen wurden zu dieser Dekoration verwendet??? I. Preis: Ein Logen-Abonnement II. Preis: Ein I.-Platz-Abonnement lll. Preis: Ein Il.-Platz-Abonnement Auflösungen sind zu richten an „Lichtspielhaus Gießen“, eine gelöste Eintrittskarte ist beizufügen. Braves Mädchen aus guter Familie sucht Stelle für mgSüber in bess. Hause. Schriftliche Angeb. unter 04003 an den Gieß. Anz. Meine Tochter. 17 Jahre all, [»««D sucht Stellung wo sie morgenSs in Küche und Haushalt nutbilft u. nachmitt, tm Waben sich betör, kann. Wo möglichst Dtensimädchen vorh. Greta Ludwig, Ban- Tüchtige MM branchekundig, mit guter Handschrift, zum 1. September in Dauerstellung gesucht, persönliche Vorstellung mit Zeugnissen abds. v. 8-9 Uhr erwünscht Luiius Schulze Mveuzplatz 548io [Verschiedenes] Beamter sucht 2000 D. 3000 IRL gegen nute Sicher- beit und Hobe Zinsen zu leiben. Die M/ürf- zahlung erfolgt bald. Auch niedrig. Sum» men sind angenehm. Sckr. Angebote unt. 5480P ad. Gieß. An». Mk. 70000.- auch geteilte Hypoth. od.Darl. aus Privat auszugeben. Anfr.u. K.b.ü. 177bei Budoll Mosse.Bioleleld. ,,7»c WM gesucht Vorerst schriftliche Angebote an Sottina Schuhgcsellschast m. b. ö. Gießen / Seltersweg 91 54*30 Feinster oberhess. Akazien- Honig frisch geschleudert Lkräuterbaus Lung Spezialgeschäft für deutschen Honig Wief;cn, Schulsir. 5. |Stellenangebote| SOjroerDefajdötQter mindestens 50% erwerbsbeschränkt, jedoch nut ausreichender Sehkraft u. Bewegungsfreiheit, k. bei ein. bief. tedm. Mietgesuche | Solider Daucr- micter sucht hübsch, freundlich möbliert. Zimmer im Zentrum, evtl, fep; (Sinn. Schrift!. Angeb. m.Preisung, u. 04010 a.'d.Gß. Anz. polizeiliche Anordnung zur Regelung desBerkehrs zurBurg Gleiberg am 29. und 39. Juni 1929. Auf Grund der einschlägigen Bestimmungen, insbesondere des Gesetzes über die Polizeioerwaltüng und des Gesetzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen sowie der Straßenverkehrspolizeiverordnung werden hierdurch nach Beratung mit dem Gemeindeoorftand für den 29. und 30. Juni d. I. im Interesse der Verkehrssicherheit für den Besuch der Burg Gleiberg folgende Verkehrsvorschriften getroffen: 5474D Gleiberg-Verein Am Donnerstag, dem 27. Juni 1929, 20 Uhr (8 Uhr abends) im Gießener Stadttheater Als Beginn des Gleiberg-Jubiläums, Festspiel: 5455D Gleiberg, ein Spiel in 3 Bildern von R.Schmeling Spielleitung: Paul Gehre. Mitwirkende: Die Herren Teleky, Knur und Gehre (ehemalige Mitglieder des Gießener Stadt- Theaters) sowie Gießener Bürgerinnen und Bürger. / Ende des Spiels 9l,i —9’/4 Uhr. / Eintrittskarten zu Mark 1.—, 2.—, 3.— und 4.— bei Challiers Verlag und bei Huntemann, Seltersweg Edgar Vovvrnaurr, GieSen Lieferungsvergebung. Für die Chirurgische Universitätsklinik und die Universitätsklinik für Ohren-, Nasen- und Halskranke zu Gießen soll der Bedarf an Weißzeug und Bettwerk für das Rj. 1929 vergeben werden. Lieferungsbedingungen und Muster können auf Zimmer 15 (Hauptgebäude der Chirurgischen Klinik) für beide Kliniken zwischen 15% und 17% Uhr werktags, außer Samstag, und zwar vom 24. Juni bis 8. Juli 1929 eingesehen werden. Bedarfslisten sind gegen Erstattung der Selbstkosten daselbst erhältlich. 54541) Angebote und Proben sind, mit entsprechender Aufschrift versehen, getrennt voneinander an die Verwaltung der Chirurgischen und Ohrenkliniken bis zum Er- öffnunastermin Montag, den 15. Juli 1929, 10 Uhr, einzureichen. Zuschlagsfrist sechs Tage. Betr.: Errichtung von Wohnungsbauten im Schwarzlachgebiet. Arbeitsvergebung. Unter Zugrundelegung der Reichsver- dingungsordnung sollen nad)ftehenbe Arbeiten zur Errichtung von Wohnhausbauten im Schwarzlachgebiet vergeben Eine große Partie RESTE in jeder Rollenzahl schöne, moderne Muster äußerst billigl SlkMl-ZMM Zwei-Sitzer, preiswert au verkaufen. Zu erfr. i. d. Gefchsi. d. Gieß. Anz. 04002 Neuer Wohlmuth- Apparat billig zu verk. e401l Walltorsir» 75. Gul erhaltener Kinderwagen zu verkaufen 04006 Wicieck. Phtlo'ovhensir. 28. |Kaufgesuche | Kaule Garlentai. Angebote Wart- weg 14. iycrn: fvrccher 126. M„P Lichtspielhaus Bahnhofstraße {Vermietungen | Schöner Laden mit 3 Schaufenstern, beste La ze am Marktplatz, mit 4- bis 6-ZimmerWobng. und Lagerraum, zusammen od.emzeln z. vermieten. 54761) 3 6. Deitz GrüMrg 1.0. s©©a®e©jMfc®a® § 1- Fahrzeuge jeglicher Art einschl. Krafträder und Fahrräder dürfen, soweit nicht im Einzelfalle Aus ahme erteilt ist, nur bis zur großen Linde in Gleiberg verkehren. Von der großen Linde ab zur Burg Gleiberg darf die Straße nur von Fußgängern benutzt werden. § 2. Das Parken von Fahrzeugen jeglicher Art auf den Straßen von Krofdorf und vom Hardthofs zur Burg Gleiberg ist verboten. Das Parken darf nur an den dafür bestimmten Plätzen erfolgen. § 3. Im übrigen ist den Anordnungen der Polizeibeamten Folge zu leisten. § 4. Uebertrctung der Vorschriften ziehen, soweit nicht höhere Strafen verwirklicht sind, Strafen bis zu 150 Mark nach sich. Krofdorf, den 22. Juni 1929. Die Polizeiverwaltung. Der Bürgermeister: Brockmeier. Dienstag, den 25. Juni 1929 nachm. 2 Uhr, versteig, ich im Löwen, Neuenweg 28 dahier, zwangsw geg. Barzahlung: drei Nähmaschinen, zwei Ausziehtische, vier Büfetts, drei Kredenzen, eine Standuhr, einen Teppich, zwei Kassenschränke, einen Gasbackofen, zwei Schreibtische, 2 Sofas, 6 Stühle, eine Flurgarderobe, vier Dutzend Kinderstrümpfe, ein Fahrrad,zwei Schreibmaschinen, zwei Glasschränke, ein Klavier, zwei Schreibladenkassen,einen Waschtisch mit Spiegelaufsah, einen Schrank, einen Bücherschrank, eine Bohrmaschine, einen elektrisch. Schrankapparat, ein Harmonium, 45 Meter Bettdamast, 50 Meter Hemdenstoff, eine Labentheke, einen Ladenschrank, ein Waren- regal, einen Kleiderschrank, ein Dertikow, einen Diwan, ein Pferd, Schokoladensachen aller Art, Bonbons, Lebkuchen, Keks, Tabak, Zigarren, eine Waagemit 12 Gewichtsteinen, zwei Lampen, einen Ofen, ein Treppchen, ein Holzqestell zum Ausstellen, ein Aus- stellungshäuschen. 5471D AoMwl Gerichtsvollzieher in Gießen yvvvvl Dammstr. 241., Telephon 239. Nr. 145 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Montag, 24. Juni 1929 Sie Denkwürdigkeiten Mrschall Jochs. Oer französische Generalissimus und sein Stabschef. — Oie Legende beherrscht das Feld. Die Denkwürdigkeiten des Marschalls Ferdinand Fach werden nicht vor zwanzig oder gar erst dreißig Jahren das Licht der Oeffentlich- keit erblicken. Der Verblichene selbst hat Wohl keinen so fernen Termin ausdrücklich bestimmt. Er hat aber oft und oft betont, daß seine Memoiren zum Vesten der kommenden Geschlechter offenherzig sein würden, seinen Zeitgenossen aber schwerlich mit der Bloßstellung einzelner politischer und militärischer Führer oder gar mit der Darstellung der Meinungsverschiedenheiten zwischen den Verbündeten gedient wäre: seine Lebenserinnerungen würden daher nicht zu seinen Lebzeiten erscheinen. Gestützt auf solche Worte des Oberbefehlshabers der Westmächte scheinen sich gleich nach seinem Ableben amtliche französische und private englische Einflüsse auf die Hinterbliebenen geltend gemacht zu haben, die diese bestimmt haben mögen, vorläufig einen möglichst fernen Erscheinungstermin ins Auge zu fassen. — Das Werk ist aber vom Marschall nahezu fertiggestellt worden. Cs wird sehr umfangreich sein. Foch hat schon vor vier Jahren dem bekannten französischen Publizisten Jules Sauerwein einen gewaltigen Manuskriptband gezeigt, der sich nur mit der Somme-Schlacht befaßt. Des Marschalls publizistischer Vertrauensmann Charles Le Goffic hat denselben Band im Sommer 1927 gesehen. Auf dem Bündel war die Aufschrift zu lesen: „Ve partie. Annee 1916. La bataille de Somme. Texte.“ Ein anderer Band war etikettiert: „Pikees justificatives et cartes.“ Le Goffic schätzte das druckfertige Manuskript auf zwölf starke Bände. Cs ist zu bedauern, daß sich diese Erinnerungen vielleicht er st der kommenden Generation erschließen werden. Von Foch sind gewichtige Aufschlüsse über den Mechanismus der politischen und militärischen Führung der Entente, über die operativen und taktischen Voraussetzungen der beiden Marne-Schlachten und der Schlacht an der Somme, aber auch über die Friedensverhandlungen und die französische Aach- kriegspolitik zu erwarten. Das späte Erscheinen dieser Erinnerungen kommt dem Andenken des Heimgegangenen Soldaten nicht zugute. Zwanzig oder dreißig Jahre lang wird die Legende Siegerin bleiben. Die Schriftsteller, die bisher den Marschall zu zeichnen versucht haben, müssen von ihm ein Zerrbild entworfen haben. Während wir von Lude n d o r f f selbst aus den Angriffen seiner wütendsten Gegner den wohlbegründeten (Sinßrud gewonnen haben, daß er mindestens ein großzügiger Organisator war, konnten uns nicht einmal die begeistertsten Anhänger Fochs überzeugen, daß dem Haupte des französischen Heerführers geniale Gedanken entsprungen seien. Vor Jahren hat Captain B. H. Liddell Hart ein lesenswertes Buch „Reputa- tions" veröffentlicht, in dem er einige hervorragende Feldherrn der beiden Weltkriegslager zu charakterisieren bemüht war. Während er manche Porträts glaubhaft und plastisch zu machen verstand, ist seine Foch-Skizze durchaus dürftig und nicht überzeugend ausgefallen. Auch Hart wußte von dem Marschall von Frankreich nur banale Worte, keine tatsächlich auf ihn zurüdzuführenden Pläne und Taten zu berichten. Aus dem stets aufs neue wiederholten „Keinen Schritt zurüd! Angreifen!“ des Franzosen schließt man eher auf Eigensinn als auf einen starken Willen, wenn man niemals erfährt, welche Gedanken durch den Angriff verwirklicht werden sollten, um so häufiger aber hört, daß jene Worte immer und überall Vorstellungen bedrängter Unterführer abgeschnitten haben. Dieselben — unter Umständen recht nichtssagenden — Worte werden uns auch von der Schar der Foch-Verehrer überliefert, die sich gleich nach dem Ableben des Feldherrn daran gemacht haben, ihre Erinnerungen an die Stelle seiner Denkwürdigkeiten zu sehen. Alle diese Panegyriker — mögen sie nun Recoulh, Le Goffic oder Mellet heißen — schaden dem Andenken des Marschalls. Wie sie es überliefern, kann der Mann nicht gedacht und gesprochen haben, der (ein allerdings ausgeblutetes) Deutschland bezwang. Aach ihrer Schilderung hätte sich die Geistesarbeit und Befehlgebung des alliierten Oberfeldherrn so ziemlich in den Worten er» söpft: „Tenezl“ und „Bourrez!“ Halten Sie! Schlagen Sie um sich! Was sollten Armee- und Korpskommandeure mit solchen Befehlen (und nur solchen Befehlen) anfangen? Wie sollten sie halten? Warum sollten sie halten? Was geschah rechts und links von ihnen? In welcher Aichtung, mit welchen Kräften, wie weit sollte zugestoßen werden? — Niemals findet sich eine Antwort auf diese einigermaßen wichtigen Fragen — eine Antwort Fochs nämlich. Jeder gute Kommandant hält gerne den einmal besetzten Aaum und führt lieber eine aktive als eine passive Verteidigung. Wenn aber einmal die abstoßende Kraft des Verteidigers aufgezehrt ist, genügt ein inhaltloses „Tenezl“ und „Bourrez!“ nicht mehr, um den Zusammenbruch aufzuhalten. Um dann noch standzuhalten (und auch sonst), muh der örtliche Befehlshaber wissen, daß er einen schwierigen Rüdzug zu deden oder, durch seine Standhaftigkeit den Angriff an anderer Stelle zu erleichtern hat. Von solcher Kenntnis geht eine wunderbare Steigerung aller moralischen Kräfte aus und hängt auch der richtige Einsatz der materiellen Mittel ab. Wollte man den „Lobrednern“ Fochs glauben, so wären Fragen wie die obigen mit einem brüsken „Es genügt, daß ich es weiß“ abgetan worden. Le Goffic berichtet denn auch von einer interalliierten Konferenz, bei der die ausländischen Kollegen des Marschalls solche wesentliche Clemente des „Tenir“ und „Bourrer“ gerne gewußt hätten und mit den Worten abgefertigt worden seien: „Es genügt, daß ich mich verstehe." Dann allerdings habe General W e y g a n d begonnen: „Der Herr Marschall wollte sagen...“, um in einem glänzenden Vortrag die beabsichtigte Operation zu erläutern. Der Marschall aber habe die Konferenz mit den Worten geschlossen, dah er just dasselbe habe sagen wollen. Die Szene erinnert ein wenig an die Erzählung von Serenissimus, dessen „Ach, Aeh“ Kindermann zu interpretieren pflegte. Wenn Foch war, toi eihn seine Freunde schildern, dann muh Wehgand, sein Generalstabschef, eine Herkulesarbeit zu verrichten gehabt haben. Er scheint denn auch weniger der Generalstabschef gewesen zu sein, der vom Kommandanten gefaßte Entschlüsse technisch in die Tat umseht, als der Mann, in dessen Kopf die großen Pläne geboren wurden. Foch wäre darnach nur der Repräsentant des Kommandos gewesen, der zwischen Franzosen, Engländern und Amerikanern vermittelte und sie alle zum Anschluß an die Gedanken Wehgands bewog. Weygand ist nämlich nach seiner ganzen ungewöhnlichen Vergangenheit eher Befehlshaber als Stabschef. Wie dieser interessante Mann gelegentlich selbst erzählt hat, war er bis zum Weltkrieg mit Leib und Seele Kavallerist, und nur das. „Meine Jugend, meine Pferde, hie und da ein bißchen Bridge" machten den Inhalt dieses Vorkriegslebens aus. Sich zu den Aufnahmeprüfungen für die Kriegsakademie vorzubereiten, hatte er keine Zeit. Er muß aber sehr begabt gewesen und als begabt erkannt worden sein, denn im Jahre 1913 wurde er den Kursen über höhere Führung — der sogenannten Marschallschule — zugezogen. Foch kannte er nur Neues von der Berliner Oper. Strautz' „Elektra"—d'Alberts „Die schwarze Orchidee"—Hindemith's„Neucsvonirage" Die Aufführungen im Rahmen der Berliner IFestspielwochen sehen sich fort. In der städtischen Oper in Charlottenburg gastierte Richard Strauß und dirigierte eines seiner schönsten Werke, die Operntragödie „Elektra“, stürmisch vorn Publikum gefeiert. Die Aufführung, vorbildlich in ihrer künstlerischen Geschlossenheit, brachte Kräfte von bestem Ruf auf die (Lühne. Helene Wildbrunn als Elektra, gesanglich nach anfänglicher Verhaltenheit zu voller Höhe sich entfaltend, gab auch darstellerisch eine vollendete Leistung. Die Klytemnästra fang Marie Schulz-Dornburg, deren stimmliche Mittel sich auffallend gebessert haben, mit dämonischem Temperament und großem, schauspielerischem Können. Die Chrysothemis der Aelly Merz-Gehrke erfreute durch einen frischen Sopran, während in den kleineren Rollen Wilhelm Rode als Orest und Josef Burg winkel als Aegisth sich besonders her. vorhoben. Ebenfalls in der Städtischen Oper kam d ' A l b e r t s „Die schwarze Orchidee“ zur Erstaufführung. Es wäre verfehlt, an diese „Opera grotesca", die schon in Leipzig uraufgeführt wurde, den Maßstab der Kunst anzulegen, wie es die früheren Werke d'Alberts verlangen durften, aber auch als Zeitsatire kann das Wert nicht ernst genommen werden: dazu ist es feinem Inhalt und Text nach zu wih- und pointenlos. Das Textbuch Levetzows erzählt eine amerikanische Kriminal-Groteske. Da ist ein Einbrechergentleman, der nur aus Passion den sensations- und abenteuerlustigen Ladies Schmudgegenstände raubt. Als Quittung hinterläßt er jeweils eine schwarze Orchidee mit rotem Herzen. Selbstverständlich — daß Lady Grace, eine reiche Amerikanerin, nichts sehnlicher wünscht als diese Blume, die nur von dem unbekannten Verbrecher gezüchtet wird. Da ist ferner ein verliebter, trottliger Polizeipräsident, der durchaus nicht merken will, daß sein bester Freund der Dielgesuchte ist. Da taucht Jimmy, der Aegerboh auf, der die Tragikkomik seiner Rasse verkörpern soll — da sind ein Dutzend Detektive, die stets die gleichen witzlosen Bewegungen machen, und schließlich gibt es auch einen Reporter, der überall da erscheint, wo er nicht hingehört. Man versteht nicht den Lärm um dieses Stück, dem kaum Beachtung geschenkt werden würde, stammte es nicht vom Tiefland-Komponisten. Die musikalische Interpretation schillert in allen Farben, bleibt bis auf wenige, nicht ganz unbekannte Walzertakte, kaum haften und fällt in der Bar- Szene sogar in das Aiveau der Bums-Musik. Die szenische Aufmachung ist mit allen nur erdenklichen Mitteln interessant, farbenfreudig und lebendig gestaltet worden. F i d e s s e r in der Rolle des Gentlemaneinbrechers ist mit seiner klaren und ausgeglichenen Stimmhöhe der ebenbürtige Partner für Margarete Pfahl, die in reizenden Toiletten über die Bühne quirlt und eine erstaunliche Stimmkultur besonders in der Schlafzimmerszene beweist. A i h s ch als Rigger- Jimmy zeigt seine komische Seite, leider verpufft das Schlußwort Jimmys, das seine Rassentragik zum Ausdrud bringen sollte, völlig. Ob dieses Werk sich als Unterhaltungsstück lange auf dem Berliner Spielplan halten wird, muß die Zeit lehren. Aehnlich ist die neue Hindemith- Oper „Reues vom Tage“, die in der Kroll-Oper anläßlich der Festspielwochen zur ".Uraufführung kam, zu bewerten. Sie führt den Untertitel: eine lustige Oper in drei Teilen, eine Bezeichnung, die nur für die drei Teile zutrifft, denn eine Oper ist das nie und nimmer und lustig ist sie auch nicht, dazu ist der Inhalt zu banal. Für den Text zeichnet Marcellus Schiffer verantwortlich. Schiffer, sonst ein begabter und witziger Revuedichter, versucht sich hier, trotz stetschartiger Aufmachung der Szenenbilder, in einer zusammenhängenden Handlung, die sterblich langweilt. Ein streitendes Eehepaar, Laura und Eduard, werden von dem eben von der Hochzeitsreise zurüdkehrenden Ehepaar M. in ihrem Zank überrascht. Frau M. ergreift für Laura, Herr M. für Eduard Partei. Folge — ein heiß entbrennender Doppelehepaarstreit mit dem Entschluß, sich scheiden zu lassem Doch das ist nicht so einfach. M's haben es schneller geschafft, Laura und Eduard noch nicht, die bei der Behörde erfahren, daß ein triftiger Scheidungs- grunb beigebracht werden müsse. Dafür wissen die M's Rat und verweisen die beiden an das Bureau für Familienangelegenheiten, dessen Chef, der schöne Herr Hermann, sich als geschidter Konstrukteur von Scheidungsgründen einen Romen gemacht hat. Dec Rat wird befolgt, der dem 2tamen nach. Als der Krieg ausbrach, kommandierte Weygand, der damals Oberstleutnant war, ein Husarenregiment, das dem von Foch kommandierten 20. Korps angehörte. Die beiden scheinen einander auch dann nicht nähergekommen zu fein. Jedenfalls war es nicht Foch, der sich Weygand zum ersten Gehilfen erkor. Wie Weygand selbst einmal sagte, wäre er der letzte gewesen, an den Foch gedacht hätte, wenn diesem die Wahl freigestanden hätte. Aber die Wahl traf das Große Hauptquartier. Es war I o f f r c, der Wehgand am 29. August 1914 zum Generalstabschef Fochs ernannte, als dieser das Kommando über die Armeegruppe (die spätere 9. Armee) übernahm, die zwischen die Armeen Langle und Lanrezac eingeschoben wurde. Bon da an blieb Weygand mit einer kurzen Unterbrechung Fochs Stabschef. Die Unterbrechung fiel mit der vorübergehenden Absägung Fochs zusammen. In dieser Zeit war Wehgand mit den Berner Verhandlungen betraut, aus denen eine französisch- schweizerische Kooperation im Fall eines deutschen Einfalls ins Gebiet der Eidgenossenschaft hervorgehen sollte. Foch und Weygand haben im Jahre 1918 den Entscheidungssieg errungen. Der Anteil des einen und des anderen an diesem Erfolg ist umstritten. Wehgand durste aber einen Erfolg buchen, den er allein errungen hat. Als das junge Polen im Jahre 1920 unter den Schlägen der Bolschewiken zusammenzubrechen drohte und die Kavallerie Budjennys bereits vor den Toren Warschaus herumschwärmte, wurde Weygand' — ohne Foch — nach dem Osten gesandt, um Polen zu retten. Das gelang ihm unter den widrigsten Verhältnissen in unglaublich kurzer Zeit. Weygands Format ist also bekannt, obgleich (und weil) sich an seine Fersen nicht der Schwarm von Lobrednern geheftet hat, der Foch namentlich in den letzten Jahren seines Lebens verfolgt hat. Foch müssen wir erst kennenlernen. Besonders seitdem die Erinnerungen an ihn den Platz der Erinnerungen von ihm eingenommen haben. Deutschlands Auswanderer. Mit 57 293 Auswanderern ist der Höchststand des Unglücksjahres 1923 mit rund der doppelten Zahl glüdlicßertoeife nicht erreicht, aber immerhin war die Auswanderung nach üeberfee 1928 wesentlich höher als der Jahresdurchschnitt von 1900 bis 1914 mit jährlich rund 25 000 Personen. In dem letzten Dorkriegsjahr sind sogar nur 22 000 Deutsche nach Ueberfee abgewandert. Sehr seltsam ist die Zunahme der weiblichen Auswanderer. 1928 sind 5000 Männer weniger als im Dorjahre aus Deutschland weg- gezogen, während im gleichen Zeitraum 1300 Frauen mehr ausgewandert sind. Man führt die Ursache im allgemeinen auf die relativ schlechten HeiratsaussichtensürFrauen in Deutschland zurüd, während z. B. in Amerika die Männer zahlenmäßig überwiegen. Auch hier scheinen sich beinahe schon mit der Beweglichkeit etwa des internationalen Geldmarktes die Gesetze von Angebot und Rachfrage in der ganzen Welt auszuwirken. Besonders stark überwiegen die Frauen bei der Auswanderung aus Süddeutschland, in Baden sogar mit 10:1. Umgekehrt ist intereffantertoeife das Verhältnis in den meisten preußischen Provinzen. Das relativ stärkste Kontingent an Auswanderern stellt die Provinz Grenzmark-Posen-We st Preußen mit 165 Auswanderern auf 100 000 Einwohnern, während der Reichsdurchschnitt nur 103 beträgt. Anscheinend wirken sich bei dieser un- glüdseligen Provinz die Folgen der Versailler Grenzziehung besonders stark aus. Schleswig-Hol st ein steht hinter der Grenzmark an zweiter Stelle, während die Qkrßältniffe in Oberschlesien wesentlich günstiger liegen. Immer noch sind die Vereinigten Staaten mit 90 Prozent ähnlich wie in der Vorkriegszeit das Hauptziel aller deutschen Auswanderer, was sich mit dem Inkrafttreten der schöne Herr Hermann hat ein Stelldichein mit Laura im Museum, führt eine klassische Liebesszene mit ihr auf, wird von Eduard programmmäßig überrascht, der jedoch gegen alle Verabredung den Spaß ernst nimmt und Herrn Hermann eine kostbare Denusstatue an den Kopf wirft. Da er sie nicht ersehen kann, wandert er ins Gefängnis. Als er entlassen wird, hat er mehr Schulden als Haare auf dem Kopf, während Laura im Savoy-Hotel in der Badewanne sitzend, von dem schönen Herrn Hermann, der sich in sie verliebt hat, attadiert wird. Frau M., die sich wiederum in Herrn Hermann verliebt hat, überrascht die Beiden, alarmiert das ganze Hotelpersonal. Skandal! 2llles kommt 'm die Zeitung, und die Großstadt interessiert sich so brennend für das noch nicht geschiedene Ehepaar, daß ein paar geschäftstüchtige Manager auf den Gedanken kommen, die beiden mit immensem Honorar für das Variete zu engagieren. Sie nehmen das Angebot an, um ihre Schulden loszuwerden und müssen nun allabendlich ihre Streitszene vor dem Publikum aufführen. Als sie nun so viel Geld beisammen haben, daß die Schulden abgetragen sind und ein reichlicher Ueberschuß ihnen ein behagliches Leben gestatten würde, beschließen sie, beieinander zu bleiben, sich nicht scheiden zu lassen. Da aber legt die öffentliche Meinung ein Veto ein. Die Leute sind mit dieser friedlichen Lösung nicht einverstanden. Versöhnung? Gibt es nicht! Ihr habt euch gefälligst zum Vergnügen des Publikums allabendlich zu zanken. Das der Inhalt. Diel ist nicht dahinter, — bleibt also die Musik, die virtuos hingesetzt ist. Heiterkeit und Laune in der Instrumentation dominieren. Prachtvoll die sechsbändige Klavierbegleitung eines Duetts, mitreißend die Rhythmik, in der Hindemith Meister ist, und bewundernswert einige kammermusikalische Feinheiten, aber doch, trotz versuchter Dichtigkeit zu ernsthaft, zu absolut, Musik und Libretto deden sich nur stellenweise. Otto Klernperer brachte die Partitur mit Tempe. rament zum Klingen, unterstützt von den Sängern, die in E r i k W i r l und Fritz Krenn (Eduard und der schöne Herr Hermann) ihre besten 23ertreter stellten. Grete ©tüdgolb als Laura sah reizerrd aus, war jedoch stimmlich nicht auf der Höhe. Weniger gut waren Sabine Kalter und Artur Cavara als das Ehepaar M. Die Bühnenbilder von Traugott Müller verrieten nur eine blasse Phantasie, man hätte dieser dankbaren szenischen Aufgabe, sog. amerikanischen Ursprungsklausel wohl toc- sentlich verändern wird, da das deutsche Auswanderungskontingent sich auf rund die Hälfte verkleinerL Es ist anzunehmen, daß man die Einwanderung nach Kanada, für die heute eine recht lebhafte Propaganda getrieben wird, die aber im Durchschnitt nur rund 1200 Auswanderer beträgt, stark zunehmen wird. Ganz gering ist die deutsche Auswanderung nach Australien und nach Asien, letzteres nimmt nach der amtlichen Statistik nur rund 70 Deutsche auf. Hessischer Verkehrsverband. Der Hessische Verkehrsverband hielt seine diesjährige, stark besuchte Hauptversammlung am Mittwoch im Rathaus zu Darmstadt ab. Der Vorsitzende, Kaufmann Stemmer (Darm, stadt), konnte zahlreiche Vertreter der Behörden, an ihrer Spitze solche des Ministeriums des Innern, des Staatsministeriums, der Stadt Darm, stadt, der Reichsbahndirektion Mainz und der Oberpostdirektion Darmstadt, begrüßen. Der Vor. sitzende erstattete einen eingehenden Bericht über die umfangreiche Tätigkeit des Verbandes. Er wies darauf hin, daß der nunmehr fertiggestellten Odenwald. Reliefkarte, die den allgemeinen Beifall der Anwesenden fand, entsprechende Publikationen für die anderen Gan- desteile folgen sollen. Auch die Fremdenverkehrs, gebiete in Oberhessen und Rheinhessen sollen in ähnlicher QDeife ihre Darstellung erfahren. Der Hessenkalender soll in seiner bewähr, ten Gestaltung auch für das Jahr 1930 heraus- gegeben werden. Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen zwei Referate, deren erstes der Derkehrsdezernent im hessischen Ministerium des Innern Oberregierungsrat Dr. Krebs (Darmstadt) übernommen hatte. Der Redner sprach über das interessante Thema „Psychologie der Verkehrswerbung, angewandt auf Hessen" und beleuchtete auf Grund reichhaltiger Erfahrungen in tief durchdachter Weise die Gesichts- punkte, nach denen sich eine den Erfordernissen unserer Zeit angepaßte Verkehrswerbung zu richten hat, wenn sie wirkungsvoll sein soll. Dr. Krebs legte an Hand von Beispielen dar, daß auch eine Landschaft, eine Stadt, wie jeder einzelne Mensch ihr besonderes Gesicht und Vorzüge besitzt, deren natürliche Forderung geistige und wirtschaftliche Kräfteentfaltung bedeute. Der Referent zeigte, wie jede der drei hessischen Provinzen auf besonderen Gebieten eine starke Anziehungskraft ausüben kann. Soweit die Praxis in Frage kommt, ist es notwendig, daß die Bereitwilligkeit, den auswärtigen Gästen den Aufenthalt angenehm zu gestalten, gleichmäßig alle Devölkerungskreife und Altersstufen bis zu den Schulkindern herab erfaßt. Der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Regierungsrat Dr. R o e f e n e r, Darmstadt, warf in einem Referat „(Ein Verkehrsproblem unserer Zeit und ein praktischer Vorschlag zu seiner Lösung." die Frage auf, ob die Reichsbahn ö%r neuzeitlichen Verkehrsentwidlung durch ihre bisherigen Maßnahmen ausreichend Rechnung trage. Die Antwort mußte nach Lage der Dinge verneinend ausfallen: Wie der Referent an Hand konkreter Beispiele augenfällig nachwies, find die bisherigen Derkehrsmaßnahmen der Reichsbahn den durch das immer weitere Vordringen des Kraftwagens von Grund auf veränderten Verhältnissen auch nicht im entferntesten genügend angepaßt. Um von der in bester Absicht erfolgten Kritik zu praktischen Vorschlägen überzugehen, entwidelte der Referent einen ins einzelne gehenden Plan, wie durch die Indienststellung einer mäßigen Anzahl — von zehn — Eil trieb - wagen, die auf einer größeren Anzahl von Strecken, nämlich Darmstadt—Mainz—Wiesbaden, Darmstadt—Aschaffenburg, Wiesbaden— Mainz—Kastel—Frankfurt, Wiesbaden—Mainz- ganz anders gerecht werden können. Die Aufnahme des Werkes beim Publikum war durchaus freundlich. E. A. Die Opfer- der „Dschungel-Königin". Eines der aufregendsten Jagdabenteuer im indischen Dschungel, die glüdliche Erlegung einer Tigerin, die in vier Jahren nicht weniger als 168 Menschen tötete, wird jetzt von dem Helden dieser Geschichte, E. A. Guest, in der „Empire Review" erzählt. Das Raubtier, dem die Eingeborenen den Ramen der „Dschungel-Königin“ gegeben hatten, pflegte sich nach dem Schall der Aexte der Holzfäller zu richten, schlich sich in die Rähe der Arbeiter, wartete, bis ein paar Eingeborene von der Arbeitsstätte fortgingen, und griff sie dann an. Aber selbst eine größere Menschenmenge war vor ihr nicht sicher, denn die Tigerin sprang, wenn sie hungrig war, plötzlich mitten in die Menge und wußte sich in der dadurch entstehenden Qkrtoirrung immer ein Opfer zu sichern. Der Aberglaube der Bevölkerung sah in der Bestie eine „Deataa", die Verkörperung einer Gottheit. Man behauptete auch, die Tigerin habe so viel Menschen verzehrt, daß sie dadurch menschliche Klugheit gewonnen habe. Sehr ge- schidt wußte das Raubtier den Jägern aus dem Wege zu gehen. Schließlich setzte die Regierung einen hohen Preis auf seinen Kopf, und Guest gelang es, das Untier zu erlegen, nur durch den Ausnahmefall, daß die Tigerin zu ihrem Opfer zurüdkehrte, wahrscheinlich deswegen, weil ein Monsum herrschte, bei dem sonst kein Mensch auf die Jagd geht. Die Dschungelkönigin war augenscheinlich durch das schlechte Wetter in Sicherheit gewiegt. „Ich hatte auf einem Daum, etwa 30 Meter von dem Toten Posten gefaßt,“ berichtet der Jäger. „Um klar zu sehen und bereit zu fein, mußte ich beständig die schweren Tropfen abwischen, die von einem echt tropischen Regen auf mich herniederfielen. Rach etwa einer halben Stunde tauchten die riesigen Klauen des Tieres aus dem Unterholz auf, und mit einem einzigen blitzschnellen Sprung stand die große gelbe Königin des Urwalds in all ihrer furchtbaren Pracht auf einem Felsstück, unter dem der Tote lag. Es war nur eine Spanne von Sekunden, bis mein Gewehr sprach und eine Kugel in das Gehirn dieser Dernichterin so vieler menschlicher Leben drang. Das Untier, das tüdisch zu mir herüber- geblidt hatte, stürzte sofort mit schwerem Fall auf die Leiche seines letzten Opfers". Frankfurt, Mainz—Dingen—Bingerbrück, Mainz —Worms—Ludwigshafen, Mainz—Alzey, Worms bzw. Heidelberg bzw. Mannheim—Densheim— Darmstadt—Frankfurt, Frankfurt—Offenbach- Hanau—Aschaffenburg, Gieße n—D a d - R a u - h e i m—F riedberg— Frankfurt, Gießen —Alsfeld—Fulda und Gießen—Gelnhausen, anzusetzen wären, ganz wesentliche Ver- kehrsverbesserungen unter verhältnismäßig sehr günstigen Bedingungen für die Reichsbahn geschaffen werden können. Weiter wurde im Laufe der Derhandlungen bekanntgegeben, daß dem Hessischen Derkehrs- verband als Mitglieder angeyören: 3 Provinzialdirektionen, 14 Kreisämter, 7 Handelskammern, 1 Handelsvereinigung, 2 Badeverwaltungen, 90 Bürgermeistereien, 6 Derkehrsverbände, 41 Der- kehrsvereine, 1 Automobilklub, 2 Hotel- und Gastwirtsverbände. Kassenbericht und Doranschlag wurden genehmigt. Der Dorstand wurde in seiner alten Zusammensetzung wiedergewählt, hinzu traten die Herren Meyer, Worms, und Fischer, Mainz. Rach einer Aussprache, die sich noch mit einer Reihe von Einzelfragen befaßte, konnte der Dor- sitzende die anregend verlaufenen Verhandlungen schließen. 10. Zundeslag des Hessischen Zeamlenbundes. WER. Darmstadt, 23. Juni. Der Hessische Deamtenbund, in dem die 33 Fachvereine der hessischen Beamten zusammengeschlossen sind, hielt heute im Fürstensaal seinen 10. Bundestag ab. Unter den Anwesenden bemerkte man u. a. Ministerialrat Lippert vom Finanzministerium, Oberschulrat Friedrich, die Landtagsabgeordneten Fräulein Birnbaum (DBP.), Stork (Soz.), He inst ad t (Ztr.), Reiber (Dem.) und Winter (Ztr.). Der Bundestag begann sofort mit den geschäftlichen Derhandlungen. Aus dem von dem ersten Borsitzenden Dr. C l a ß erstatteten Geschäftsbericht sei hervorgehoben, daß zur Zeit 10 319 Mitglieder dem Bund angeschlossen sind. Das Urteil über die letzte hessische Besoldungsordnung laute nicht günstig und habe die Beamtenschaft mit der Gruppeneinteilung auseinandergetrieben. 2n den nächsten Jahren sei mit einer Besoldungsänderung nicht zu rechnen. Der neben den materiellen Forderungen in dem Bund steckende sittliche Gedanke müsse sich jetzt verstärkt auswirken. Für das Berufsbeamtentum bestehe Gefahr, da bereits Reich und Preußen mehr und mehr dazu übergingen, an Stelle von Beamten pensionslose, kündbare Angestellte einzustellen. Die Aufrollung der Frage des Berufsbeamtentums werde wahrscheinlich von der Seite des Pensionsetats her erfolgen. In den oft zitierten 1,740 Milliarden des Reichsetats steckten für Dcamtenpensionen nur 105 Millionen Mark, dagegen für Renten an Kriegsbeschädigte und Witwen und Waisen 1,556 Milliarden. Die Rückkehr des Hessischen Polizeibeamtenverbandes in den Bund wurde mit lebhaftem Beifall quittiert. Verhandlungen mit zwei anderen Verbänden schwebten noch. Die Deamtenvertreter mühten in Beruf und Oeffentlichkeit stets daran denken, daß sie im Volt ständen. Die Beamtenschaft müsse aber auch die gesamtpolitische Entwicklung des Volkes aufmerksam beobachten. Die gefestigte republikanische Staatsform bedürfe jetzt der Vertiefung. Die Reutralität des Beamten dürfe nicht zur Tatenlosigkeit führen; der Beamte müsse zu einem politischen Faktor werden. An der Aussprache beteiligten sich die Herren Wink, Keller, Bräutigam, Arnold und Dietz. Landtagsabgeordneter Reiber (Dem.) erklärte, daß im ParlaEnt bei keinerPartei zur Zeit Interesse und Stimmung für Beamtenfragen, die Geld ko st en, vorhanden ist. Zu erwarten sei höchstens die Milderung von Härten ohne gesetzliche Festlegung. Die 'Besoldungsordnung 1920 sei auf dem System der Rechtsparteien aufgebaut. In absehbarer Zeit werde in Hessen die Rovelle zur Desoldungs- ordnung nicht kommen, denn die Pläne oes Spärkommissars würden im Winter alles überschatten. Das Berufsbeamtentum werde durch die neuen Umstände gewisseVer- änderungen annehmen müssen. Tätigkeits - und Kassenbericht wurden genehmigt und Entlastung erteilt. Polizei- Oberleutnant G ö tz i n g e r wurde an Stelle des turnusmäßig ausscheidenden Mitgliedes Krapp (Raunheim) gewählt. Der Voranschlag, der mit 29 300 Mk. um 3500 Mk. niedriger balanziert als im Vorjahr, wurde einstimmig angenommen. Der Vorstand wurde einmütig wiedergewählt; neu tritt Polizei-Oberleutnant Flechsenhaar ein. Don den Anträgen wurde ein Antrag der kriegsbeschädigten Beamten angenommen, die fordern: „Beamte, die infolge ihrer Kriegsdienstbeschädigung ihren derzeitigen Dienst nicht mehr ausüben können, sollen auf ihren Antrag, soweit als möglich, in einem anderen Dienstzweig beschäftigt werden, ehe man sie in den Ruhestand seht." Die Amtsgehilfen und Hausmeister im hessischen Staatsdienst beantragen, die hessische Regierung möge in den demnächst zu erlassenden Bestimmungen über die Besetzung der Stellen an den Zentralbehörden zwingend vorschreiben, daß diese Stellen nur durch Ausrückung von geeigneten Lokalbeamten künftig besetzt werden. Der Bundestag fordert außerdem die Gewährung des vollen Wohnungsgeldes an ledige Beamte. Die Monatsbeiträge wurden für den Hessischen Deamtenbund wie folgt festgesetzt: De,oldungs- gruppen 2a bis 3a 0,55 Mk., 3b bis 4a 0,40 Mk., 4b bis 4d 0,30 Mk., 4e bis 6 0,20 Mk., 1 bis 8 0,15 Mk., 9 bis 12 0,10 Mk. Cs trat darauf eine Mittagspause ein. — In der Äachmittags- sihung begann die Begrüßung der Ehrengäste. Oberschulrat F r i ed r i ch überbrachte die Grüße des Staatspräsidenten und Kultusministers, der stets für die Belange der Beamtenschaft ein offenes Ohr und, soweit es die Gesamtbelange des Volkes erlaubten, auch ein williges Herz bewiesen habe. Von den Ministern Leuschner und Korell waren herzlich gehaltene Begrüßungsschreiben ein- gegangen. Für ihre Fraktionen sprachen dann die Landtagsabgeordneten Frl. Birnbaum (D 93p.), Stork (Soz.), Heinstadt (Zentr.) und R e i - der (Dem.) beste Wünsche zur Tagung aus. Der Vorsitzende Dr. El aß dankte den anwesenden Ab» aeordneten dafür, daß der Hessische Landtag das Altersgrenzengesetz aufrecht erhalten habe. Für das Hessische Landeskartell und gleichzeitig für den Verband der Hessischen Gemeindebeamten sprach Z s ch e ch (Offenbach), für die Post- und Tete- graphenbeamten Schäfer (Darmstadt), für die Orts- und Kreiskartelle und gleichzeitig für den Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt. Betriebsinspektor Gosen Heimer und für die Reichs- bahnbeamten G r i m m e l. Ministerialrat L i p - p e r t überbrachte die Grüße des hessischen Gesamtministeriums. Wenn auch nicht alle Wünsche der Beamtenschaft zu erfüllen gewesen seien, so habe doch kaum ein anderes Land so viel Wohlwollen für seine Beamtenschaft bewiesen wie gerade Hessen. In Hessen wie im Reich denke kein Mensch im Ernst daran, an den Grundlagen des Berufsbeamtentums zu rütteln. Dr C l a ß gab dem Bedauern Ausdruck, daß allein in Hessen die Beamtenschaft die örtlichen Sonderzuschläge nicht erhalten habe. — Die Versammlung nahm einstimmig eine Entschließung an, in der erklärt wird, dem Hessischen Beamtenbund sei die große wirtschaftliche Not breiter Volksschichten, wovon auch die Geschichten von Kindern. Von Irmgard v. Faber du Faur. Das Kind geht im Garten. Aber es ist noch blaß und ein wenig müde. Aber so froh. Es sagt zur schwarzen Amsel: „Amsel, ich war krank und bin wieder gesund." Die Amsel hat einen Wurm im Schnabel und fliegt damit weg. Das Kind sagt zur Hummel: „Hummel, ich war krank und bin wieder gesund." Die Hummel kriecht in eine Blüte hinein und ist weg. Das Kind sagt zur Ameise: „Ameise, ich war krank und bin wieder gesund." Die Ameise hat es eilig. Sie trägt einen Dalken zu ihrem Bau. Das Kind sagt zum bunten Schmetterling: „Schmetterling, ich war itant und bin wieder gesund." Der Schmetterling hört nicht zu. Er fliegt in den blauen Himmel hinein. Das Kind erzählt den Blumen seine Freude. Das weiße Maßliebchen, das rote Faullieschen, die blaue Veronika, der zierliche Erdrauch, der stramme Wegerich, die gelbe Königskerze — sie haben Zeit. Sie müssen nicht weg. Sie freuen sich mit dem Kind. Die Kinder sagen: „Wir müssen schnell mal Weggehen." Ünd fort sind die Kinder. Vater und Mutter warten, was kommt. Es klopft an die Tür. Da kommt ein kleines gebücktes Wichtelmännchen herein mit einem langen grauen Bart. Das Wichtelmännchen sagt zur Mutter: „Ich bin das Zwerglein Rumpelfett. Ich sägte dir ein Schlüsselbrett." And es legt ein schönes Schlüsselbrett vor die Mutter hin. And es klopft wieder. Da kommt eine Fee herein, in einem langen weißen Hemd bis auf die Füße und einem Schleierlein vor dem Gesicht. And die Fee sagt zur Mutter: „Ich bin die Fee Kakaleioquappen. Ich strickte dir einen Waschlappen." And sie legt einen schönen Waschlappen mit einem roten Rand vor die Mutter hin. And es klopfte wieder. And da kommt wieder ein Wichtelmännchen herein,, noch kleiner und gebückter als das erste. Es trägt ein Körbchen voll Blumen. Es schüttet die Blumen der Mutter in den Schoß und sagt dazu: „Ich bin das Zwerglein Wachsnocheinbissel. Ich bring dir Maßliebchen und Himmelschlüssel." And dann fassen sich die drei an der Hand und tanzen um die Mutter herum. Sie singen: Wir wünschen dir viel Freud und Glück. Wir geh'n jetzt in den Wald zurück." And fort sind sie alle dreie. Aber bald geht die Tür wieder auf. Die Kinder rennen herein. „War jemand da? Vater, Mutter, war jemand da?" „Ja," sagt der Vater, „warum seid ihr auch gerade weggegangen?" Der Kleine kriecht der Mutter auf den Schoß und sagt ihr ins Ohr: „Wir waren es ja, Mutti. Hast du Angst gehabt?" „Alles ist bös gegen mich", sagt Hänschen und weint. „Ich will gar nichts mehr tun." „Ich zieh mein Hemd an, da verdreht es sich, daß vorn hinten ist." „Ich will sehen, was für ein Wetter ist, da stößt mich das Fenster auf den Kopf." „Ich kann mein Duch für die Schule nicht finden. Ich suche und suche, aber es hat sich versteckt und will nicht herauskommen." „Dann will ich mir ein Stück Brot nehmen. Du böses Messeri Da schneidest du mich in den Finger." „Ich mag nichts mehr tun.“ Da sagt das Messer zu Hänschen: „Hänschen, du hast dich selber geschnitten. Ich hätte es gern recht gemacht. Du hast selber dein Duch verlegt. Du hast dich selber am Fenster gestoßen. Du hast selber dein Hemd verdreht. Wir sind nicht bös gegen dich, Hänschen. Wir wollen gern alles richtig machen. Aber du mußt uns helfen, Hänschen." „Wirf daS alte Stück Holz fort," sagt die Mutter. „Aber Mutter, das ist doch mein Reh," sagt das Kind. „Dor dir verstellt es sich bloß. Dor mir ist es immer lebendig." Mehrzahl der Beamten nicht ausgenommen ist, bekannt und erfülle ihn mit ernster Sorge. Die Beamtenschaft sei sich bewußt, daß sie mit der Staatsumwälzung nicht mehr ausführendes Organ einer Obrigkeit, sondern Beauftragte des souveränen Volkes geworden ist. Aus dieser Erkenntnis sei der Hessische Deamtenbund bestrebt, zu erreichen, daß die Deamtenschaft immer mehr mit dem Volksganzen verwachse, und daß die leider in weiten Kreisen der Devölkerung noch vorherrschende Meinung, große Teile der Deamtenschaft seien entbehrlich, der Aeberzeugung weiche, daß die öffentlichen Behörden und die sie verwaltende Beamtenschaft ein unbedingt notwendiges Mittel zur Aufrechterhaltung des Staatsaufbaues und der Regelung des staatlichen Lebens überhaupt sei. In einer Entschließung zur D e s o l d u n g wird mit allem Nachdruck die alsbaldige Vorlage der gelegentlich der Verabschiedung des hessischen Besoldungsgesetzes von den Regierungsparteien zugesagten Desoldungsnovelle gefordert. Der Leiter der Rechtsabteilung des Deutschen Beamtenbundes, Dr. R i ch h a r d t, Berlin, hielt darauf ein mit lebhaftem Beifall aufgenommenes Referat über „Die Neugestaltung der Rechtsverhältnisse der Beamten in Reich und Länder n“. In einer Entschließung zum Beamtenrecht fordern die hessischen Beamten u. a. mit allem Nachdruck die beschleunigte Neugestaltung des Beamtenrechts und Schaffung gesetzlicher Deamtenvertretungen. Der Vorsitzende schloß mit herzlichem Dank an die Referenten und die Teilnehmer und mit einem Hoch auf das in der Republik geeinte deutsche Vaterland die Versammlung, zu deren Abschluß die Anwesenden den dritten Vers des Deutschlandliedes sangen. Oberheffen. Lar 'reis C'eßen. £ Wieseck, 24. Juni. Die Sängervereinigung Wieseck 1925 — hervorgegangen aus den früheren Gesangvereinen Konkordia, Eintracht und Iugendgrund — feierte am Samstag und Sonntag ihr F a h n e n w e i h f e st. Samstag abend sand ein Kommers statt. Der Vorsitzende des Festausschusses, Christian Kreiling, hieß die Anwesenden herzlich willkommen und dankte den Ortsvereinen für ihre Beteiligung an dem Feste. Abwechselnd fanden dann Konzertstücke, Liedervorträge der einheimischen Gesangvereine und turnerische Vorführungen des Arbeiter-Turn- und Sportvereins statt, wobei besonders das Flachturnen von drei Turnern starken Beifall fand. Der Festsonntag brachte den Festzug. Nach Eintreffen auf dem Festplatz sang die Sängervereinigung das Degrühungs- lied. Frl. Schäfer sprach einen Prolog zur Fahnenweihe, während Christian Kreiling die Fahnenweihe vornahm. In seiner kurzen Ansprache feierte er besonders das deutsche Lied und den Wert des Gesanges zur Sammlung neuer Kräfte für den Alltag. Liedervorträge der Gastvereine und Konzertvorträge wechselten hierauf miteinander ab, und mit Tanz wurde das Fest beschlossen, das trotz des ungünstigen Wetters sehr gut besucht, war. : Aus dem Busecker Tal, 24. Juni. Infolge des sehr günstigen Wetters der letzten Tage ist die Heuernte in unserem Tal bereits beendet. Was die Menge anbelangt, so kann der Ertrag als eine Mittelernte angesprochen werden. 2m Vergleich zur vorjährigen Ernte ist der Ertrag wesentlich geringer. Die Arsache ist in dem langen und strengen Winter zu suchen. Der Boden war im Frühjahr zu falt, und der Graswuchs setzte deshalb zu spät ein. Außerdem fehlt es dem Erdreich in diesem Jahr an der nötigen Winterfeuchtigkeit. Die tieferen Bodenschichten sind trocken. Selbst ein durchweichender Gewitterregen bringt nur für wenige Tage Feuchttgkeit. Jedoch ist das Heu sehr gut eingebracht worden, und so wird durch die Güte ein Teil der fehlenden Menge erseht. & Londorf, 24. Juni. Gestern abend ereignete sich zwischen hier und Allertshausen ein tödlicher Unglücksfall. Zwei Radfahrer aus „Ich möchte nicht immer ein Kissen sein", fagte bas Kissen zum Kind. „Ich möchte auch einmal ein Pferdchen sein." And es spielte mit dem Kissen Pferdchen. „Ich möchte nicht immer Pferdchen sein", sagte das Kissen. „Ich möchte ein Luftschiff fein. Da fagte das Kind: „Du sollst mein Luftschiff Mutter nach Hause kam. sagte das sein." Da sagte sein." And das das Kind: „Du sollst mein Kindchen Kind spielte mit dem Kissen, bis die sein." „Ich möchte nicht immer ein Luftschiff sein", Kissen. „Ich möchte ein Kindchen Zn einer Kiste nach Hollywood. Aus eine merkwürdige Weise hat ein nach Filmruhm dürstender S.ar.st versucht, sich in das Paradies von Hollywood emzuschmuggeln. Charles Loeb gehörte zu den vielen, die wochenlang vor den Türen der Ateliers warten, um eine kleine Rolle zu erhalten. Verzweifelt kehrte er schließlich nach Chikago zurück, und dort kam chm der Gedanke, sich als eine „Statue" an die Pathe-Ateliers in Hollywood schicken zu lassen. Seine Freunde nagelten ihn in eine Kiste ein, auf die sie mit großen Buchstaben geschrieben hatten: „Vorsicht! Aufrecht hinstellen!" Aber ein nachlässiger Gepäckträger beachtete diese Mahnung nicht und stellte Loeb vier Stunden lang auf dem Bahnhof von Chckago auf feinen Kopf. Auch sonst behandelte man das Frachtgut nicht gerade liebevoll. „Ick) hätte beinahe um Hilfe geschrien," erzählte Loeb später, „als jemand über meine Kiste stolperte. Es war eine schlimme Erschütterung, aber doch noch nicht so schlimm wie das Stehen auf dem Kopf." Als die Kiste auf der Station Culver Gity angelangt war, benachrichtigte der Packmeister die Firma Pathe, daß chre „Statue" angekommen sei. Aber man hatte es mit der Abholung nicht eilig, und so wurde die Kiste die Nacht über in einen Raum gebracht. Loeb aber dachte, daß er sich bereits im Atelier befinde, und so rief er laut, um die Aufmerksamkeit zu erregen, und steckte zu gleicher Zeit einen vorbereiteten Zettel durch die Ritze, auf dem zu lesen stand: „Ich hoffe, das wird mir Gelegenheit geben, zu zeigen, waS ich kann." Der bestürzte Packmeister holte die Polizei, die die Kiste öffnete, und siehe da! Da stand Loeb in karierte» Hosen, in Tanzschuhen, mit einem steifen Londorf tarnen von Allertshausen her eine steile, scharfe Kurve in schnellem Tempo heruntergefahren, konnten aber die Wende nicht bekommen und sausten zwischen den Lindenbäumen einen st eilen Abhang hinunter. Der eine Radler kam zum Glück mit dem Leben davon. Der andere, Wilhelm P e p p l e r von hier, blieb mit einem Pedal an einem Lindenbaum hängen, stürzte auf den Kopf und blieb bedauerlicherweise mit zerschmettertem Schädel liegen. Die beiden Fahrräder sind bei dem Sturz stark beschädigt worden. O Stangenrod, 22.Juni. Die Arbeitsgemeinschaft der Lehrer des Bezirks Grünberg hielt heute hier ihre zweite, sehr gut besuchte Tagung in diesem Schuljahre ab. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Leiter der Arbeitsgemeinschaft, B ö ch e r (Grünberg), zeigte. Lehrer Hach, der zur Zeit in Vertretung des erkrankten Lehrers Görg unserer Schule vorsteht, in drei Unterrichtsproben ein Stück Arbeitsunterricht in der einklassigen Volksschule. Im Anschluß an die Lehrproben fand eine rege Aussprache statt. Zum Ort der nächsten Tagung wurde W e i t e r s h a i n gewählt, wo Lehrer Conrad in seiner Klasse neuere Unterrichtsbestrebungen in Naturlehre und Singen zeigen wird. s. Hungen, 23. 3unL Gestern fand hier eine Tagung der Pädagogischen Arbeitsgemeinschaft Lich-Hungenim Schulhaus statt. Im Mittelpunkt stand eine Anterrichts- probe in Naturkunde, die Lehrer Jockel (Hungen) im 4. und 5. Schuljahr abhielt. An Hand durchgeführter Versuche wurden die Vorgänge bei der Keimung der Bohne behandelt. Im weiteren Verlauf der Tagung beschäftigte man sich kritisch mit den verschiedenen Grundsätzen, die den naturkundlichen Unterricht beherrschen können. Lehrer Roth (Trais-Horloff) referierte kurz über deren geschichtliche Entwicklung. Lehrer S ch i e f e r st e i n (Bettenhausen) empfahl das Ausgehen von Lebensgemeinschaften in der Natur. Lehrer Arnold (Atphe) betonte, gegenüber dem praktischen Nühlichkeitsstandpunkt dürfe auch das ästhetische Moment mit seinem gemütsbildenden Wert nicht zu kurz kommen. Gerade in der Volksschule müsse es auch mit die Aufgabe des Naturunterrichts fein, dem Kinde die Augen zu öffnen für die Schönheit und den Reichtum pflanzlicher und tierischer Formen. Nach der Aufstellung eines Arbeitsplanes für die kommenden Tagungen wurde im „Solmser Hof" ein gemeinsames Mittagessen eingenommen. Nachmittags schloß sich eine Konferenz des Bezirkslehrervereins Hungen an. Lehrer Volz (Villingen) hielt einen Vortrag über „Die kollegiale Schulleitung". Nach ausgiebiger Aussprache wurden noch innere Dereinsangele- genheiten behandelt. Kreis Schotten. □ Laubach, 22. Juni. Wie wir kürzlich berichteten, geht die seit März 1914 schwebende Erb- schastsangelegenheit der Otto-Stif- t u n g in Höhe von 11 700 Mark an die Stadt Laubach, die durch den italienischen Staat beschlag- nahmt worden war und nunmehr freigegeben worden ist, jetzt ihrer endgültigen Regelung entgegen. Gestern hat sich unter dem Vorsitz von Bürgermeister H ö g y die in den Bestimmungen der Stiftung vorgeschriebene Kommission gebildet. Dieser Ausschuß besteht aus dem Bürgermeister, drei Mitgliedern des Gemeinderats (Beig. Pitz, Lehr, r Weil, Metzgermeister Diehl), Dekan Dolp, Oberamtsrichter Zimmermann. Dr. P h. lippi. Die Zinsen der Stiftung laufen vom 1. April d. I. an. Sie sollen zur Unterstützung ter Erziehung unbemittelter Kinder dienen. Für das Grab der Eltern der Stifterin (Kammerrat Otta und Frau), die auf dem evangelisch-deutschen Fried Hof von Laibach (in Krain, Jugoslawien) begraben liegen, hat der hiesiae Gemeinderat 300 Mark als Beitrag zu den Unterhaltungskosten bewilligt. In drei Geschlechtsfolgen haben Glieder der Familie Otto im gräflichen Werwaltungsdienst gestanden. — Die Heuernte hat infolge der warmen Witterung dieser Woche gute Fortschritte gemacht. Die Ernte kann der Beschaffenheit nach befriedigen, läßt jedoch in bezug auf die Menge viel zu wünschen übrig. Es fehlen vielfach die Grundgräser, was auf die anhaltende Trockenheit des Frühjahrs Kragen und einer Künstlerschleife, bereit, sofort eine Rolle zu übernehmen. Vorläufig aber wurde er ins Gefängnis gebracht, um sich wegen seiner Handlungsweise zu verantworten. Immerhin besteht Aussicht, daß sein kühnes Beginnen nicht umsonst war. Denn der Direktor des Pathö-Ate- liers, Leavitt, erklärte: „Wenn er seine Sache mit Onkel Sam ausgemacht hat, dann will ich sehen, ob ich ihm helfen kann." CReforö im Erdnuß-Stoßen. Die Vereinigten Staaten, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten und der seltsamsten Rekorde, haben eine neue Sensation, die die „Sportwelt" in Aufregung versetzt. Ein eben so origineller wie kühner Rekordbrecher, William Williams aus Hondo in Texas, hat sich anheischig gemacht, eine Erdnuß auf den Gipfel des berühmten Pikes Peak in den Rocky-Mountains zu befördern, und zwar nur mit Hilfe feiner Nase, mit der er die Erdnuß vor sich herstößt. Da dieser steile Felsgipfel über 14 000 Fuß hoch ist, so ist das immerhin eine Leistung, und dazu wird er nicht durch große Belohnungen verlockt, sondern allein durch das Bewußtsein, einen neuen Rekord aufzustellen und dann als „Weltmeister des Erdnußstoßens" auf den Varietsbühnen Amerikas bewundert zu werden. Zwei Hauptschwierigkeiten stellen sich diesem Beginnen entgegen: Wird die Erdnuß oder wird die Nase bis zur Erreichung des Zieles aushalten? Um sich in dieser Hinsicht zu sichern, hat der Erdnußstoßer zwei Bedingungen gestellt, unter denen er sein Unternehmen ausführen will. Wie man beim Baseball nicht das ganze Spiel mit einem einzigen Ball spielt, so erscheint es Wil liams auch „fair", daß er feine Arbeit nicht mit einer einzigen Erdnuß vollbringt. Er verlangt, daß es ihm gestattet werde, die schadhaft gewordene Erd nuß durch eine andere zu ersetzen und zwar durch beliebig viele. Das Schicksal seiner Nase bildet allerdings ein schwierigeres Problem. Aber auch dafür hat er eine Abhilfe gefunden. Er hat einen Apparat erdacht, der auf die Nase gesetzt wird und sie vor Beschädigungen schützt. Auf diese Weise wird er also, wie die Neuyork World mit Genugtuung hervorhebt, verhindern, daß fein bisher gerades Riech- organ sich in eine Stupsnase verwandelt oder durch allzu heftige Berührung mit dem Gestein völlig seine Form verliett. Die Augen der Amettkaner s nd gegenwärtig mit Spannung nach Pikes Peak gerietet, und man hofft, daß der Erdnußstoßer die Ehre und das Ansehen der Vereinigten Staaten durch einen neuen Rekord fördern wird. gurückzuführen ist. Das Setzen der Dickwurz ist durch die Trockenheit der letzten Tage unterbrochen worden, wie auch die schon gesetzten Pflanzen hierdurch schwer gelitten haben. — Die Preise des Heugrases sind auf den städtischen und gräflichen Grasversteigerungen, die in dieser Woche abgehalten wurden, um mehr als das Doppelte gegen voriges Jahr gestiegen. Es waren viele Liebhaber aus der Wetterau gekommen. Der Morgen kam im Durchschnitt auf 40 bis 50 Mark. Kreis Alsfeld. WSN. Alsfeld, 23. Juni. Beim Abladen von Baumstämmen an dem Sägewerk in Hainbach wurde der 30 Jahre alte Landwirt Heinrich Bohn aus Storndorf von einem vom Wagen rutschenden mächtigen Baumstann erschlagen. Der Stamm stürzte dem bedauernswerten Manne, der erst seit etwa einem Jahre verheiratet war, auf den Kopf und brach ihm das Genick, so daß der Tod auf der Stelle eintrot. Alsfeld, 24. Juni. Am nächsten Sonntag findet hier das Schwalmtal - Bundessänge r f e st verbunden mit der Feier des neunzigjährigen Bestehens des hiesigen G e - sangvereins Liederkranz statt, zu welchem große Vorbereitungen getroffen werden. Preußen. Kreis Wetzlar. Z Wetzlar, 22. Juni. Die Bautätigkeit in unserer Stadt hat im laufenden Jahre b e - trächtlich abgenommen. Seitens der Stadtverwaltung wird nur der S ch l a ch t h o f fertig- gestellt: hier sind die Vergebungen für die letzten Hochbauten in der vergangenen Woche erfolgt. Es handelt sich dabei um Nebengebäude, die in drei Losen an Bauhandwerker zugeschlagen worden sind. Außerdem läßt die Stadt das Wohngebäude des früheren Solms-Draunfelsischen Hofgutes Magdalenenhausen vollkommen renovieren. Reste des Gutes sollen alsdann neu verpachtet werden und als Sommerfrische dienen. Die Kosten sind hier mit 63 000 Mark in Ansatz gebracht. Eine belondere Freude für die Ausflügler bildet die Fertigstellung des neuen Ausfichtsturmes auf dem Stoppelberg. Hier ist durch Stiftungen des Fabrikdirektors H o l l m a n n ein Werk geschaffen worden, das noch Generationen eine Freude bereiten dürfte. Der Turm ist aus Basaltsteinen errichtet, die in seiner unmittelbaren Nähe gebrochen worden sind. An dem Turm selbst ist eine geräumige Unterkunftshütte angebaut, die dem Wanderer ausreichend Schutz bei Witterungsunbilden gewährt. Die Kosten seiner Erstellung dürften etwa 35 000 Mark betragen. Leider ist bie Neubautätigkeit zur Behebung der Wohnungsnot in diesem Jahre fa st ganz eingestellt, weil der Stadt keine Gelder aus dem Hauszinsstcuerfonds mehr zur Verfügung stehen. Das Ausbleiben dieser Neubautätigkeit macht sich bereits auf dem Wohnungsmarkt stark bemerkbar. Der Straßenbau ist zur Zeit ganz eingestellt. Auch hinsichtlich der im vergangenen Jahre so stark erörterten großen Umgehungsstraße, die eine Entlastung der Altstadt bringen sollte, ist es wieder ganz still geworden. WSN. Wetzlar, 22. Juni. Das zweieinhalbjährige Töchterchen des Schreiners Scharf in Burgsolms stürzte in einem unbewachten Augenblick in einen Kübel mit kochendem Wasser. Das bedauernswerte Kind zog sich dabei, so schwere Verbrühungen zu, daß es nach eintägiger Qual im Wetzlarer Krankenhaus gestorben ist. Oie Krankfurier Lichtspieltheater schließen nicht. WSN. Frankfurt a. M., 22. Juni. Der vor einigen Wochen einstimmig gefaßte Beschluß des Landesverbandes der Lichtspie'.cheaterbcsitzcr vo. Hessen und Hessen-Nassau, chre Theater am 1. 3uIi z u schließen, für den FaU, daß der Magistrat die Bergnügun g s - Roman von Edgar Wallace. 9 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Das Gesicht von Wr. Strauß zuckte nervös. „Ich glaube, Sie irren sich, Sir," sagte er. „Laß doch den Blödsinn," sagte Fred unelegant und zog ihn in die Lower Regent Street hinein. „Entschuldigen Sie, daß ich Sie nicht gleich erkannt habe," begann Wr. Strauß unruhig, „ich dachte erst, Sie wären ein Geheimer — Spitzel sagen wir hier." „Nee, noch nicht," erwiderte Flimmer Fred. „Na, und wie geht's dir denn hier bei uns, in dem schönen Europa? Erinnerst du dich noch an die Galerie G in Portland, Block B?“ In dem Gesicht des dicken Mannes zuckte es wieder unruhig. Cs war ihm nichts weniger wie angenehm, an seine Erfahrungen im Gefängnis erinnert zu werden, wenn er auch in Wahrheit nichts gegen seinen ehemaligen ZeUennachbar in Portland hatte. „Ola, wie geht's Ihnen denn?" fragte er. Zufällig war Fred an diesem Morgen ohne allen Schmuck ausgegangen, kein einziger Brillant war zu sehen — er hatte alles sicher in seiner Hinteren Beinkleidtasche verwahrt. Man konnte heutzutage ja doch niemand trauen. „Schlecht," schwindelte er. Kein richtiger Hochstapler wird je zugeben, daß es ihm gut geht. Dann aber fragte er plötzlich: „Warum dachtest du denn, ich wäre ein Geheimer?" Für Strauß schien diese Frage unbequem zu fein, und er sagte verlegen: „Ach, ich dachte bloß so." „Immer noch im alten Geschäft?" fragte Fred und bemerkte den unruhigen Blick in den Augen des anderen. „Nee, nee, damit ist's aus. Ich arbeite jetzt." „Du bist ein Schwindler und wirst es immer bleiben," zitierte Fred Larry Holt. „Ich wette, du bist auf dem Wege zum nächsten Hehler." Der Mann blickte wieder um sich, als ob er einen Weg zum Entwischen suchte, aber Fred, der niemals auch nur die kleinste Gelegenheit versäumte, ein Geschäft zu machen, streckte eine überredende Handfläche aus und sagte kurz: „Her damitl" „Nur ein paar Kleinigkeiten, die ich bekommen habe und die nicht weiter vermißt werden. Kleiner Dreckkram. „Her damit!" sagte Fred von neuem. „Es geht mir verdammt mies, und ich brauche Geld. Ich will meinen Teil haben, und du kriegst das Geld zurück — gelegentlich." Mr. Strauß fluchte und — teilte. steuer nicht ermäßige oder ganz erlasse, ist in einer stark besuchten Versammlung am heutigen Eamstagvormittag nach längerer Debatte a u f - gehoben morden. Dem Eingeweihten kommt dieser Beschluß nicht überraschend, und die Ausführungen, die der Derbandsvorsitzende Matter in der Versammlung machte, überraschen auch nicht. Ein Antrag, der zugunsten der Licht- spieltheaterbesiher in der letzten Stadtverordnetenversammlung eingebracht wurde, ging ohne jede Debatte sofort an eine Kommission, und auch ein persönlicher Besuch bei dem Stadtkämmerer A s ch war ergebnislos. Herr Asch selbst war verreist, und sein Vertreter erklärte den Abgeordneten der Lichtspieltheater, daß man einem Druck, der in der Schließung zum Ausdruck kommen würde, weder nachkommen könne, noch nachkommen wolle. Man sei im einzelnen Falle bereit, Theatern, die eine Unter- bilanz nachweisen können, die Steuern g»en entsprechende Sicherheiten zu stunden. 3n Der Versammlung wurde beschlossen, die Theater am 1. Iuli nicht zu schließen, schon um dem Magistrat zu beweisen, daß man weit entfernt davon sei, einen Druck auf ihn ausüben zu wollen. Cs wurden dann zwei Kommissionen gewählt, die erneut mit dem Magistrat, und zwar nach Möglichkeit mit dem Oberbürgermeister direkt, die Verhandlungen weiterführen sollen. Einschränkung des Schulneubauprogramms in Frankfurt. WSN. Frankfurt a. M., 22. Iuni. Im Etat für das laufende Iahr sind 3 M i l l i o n e n Mark für Schulneubauten eingesetzt. In Anbetracht des großen Bedarfs an neuen Schulen hätten aber die 3 Millionen nicht ausgereicht, so daß bei den großen Objekten eine Aufteilung in mehrere Bauraten notwendig gewesen wäre. Infolge der allgemeinen Finanz- „So, und jetzt müssen wir uns stärken," sagte Fred vergnügt, als das Geschäft zu seiner Zufriedenheit erledigt war. „Sie haben mir kaum für drei Pfund Wert gelassen," brummte der Mann. „Nee, wirklich, Mr. Grogan, das war nicht anständig von Ihnen," er betrachtete den anderen argwöhnisch, „und Sie sehen auch gar nicht so aus, als ob's Ihnen schlecht ginge.“ „Die Anzeichen täuschen," sagte Fred in guter Laune und ging voran in die nächste Bar. „Was bist du denn jetzt? Kammerdiener oder Haushofmeister?" „Haushofmeister," antwortete Strauß und warf ein Geldstück auf den Tisch. „Das ist gar nicht so schlecht, Mr. Grogan." „Sag' doch Fred, Mensch." „Wenn du nichts dagegen hast," sagte Strauß demütig und meinte es wirklich so. „Ich habe eine Stellung bei einem sehr feinen Herrn." „Reich?" Mr. Strauß nickte. „Mächtig. Aber nichts für mich. Er weih, daß ich gesessen habe, behandelt mich aber sehr anständig." Fred sah ihn scharf an. „Immer noch das verfluchte Gift?" fragte er, und Der Mann wurde rot. „3a," sagte er rauh. „Ab und zu ein bißchen Koks." „Wer ist denn nun eigentlich dein Herr?" „Du wirst ihn doch nicht kennen," sagte Mr. Strauß kopfschüttelnd. „Geschäftsmann in der City, Direktor von ’ner Versicherungsgesellschaft." „Dr. — 3udd?" fragte Fred schnell. „Stimmt," sagte der andere überrascht. „Aber woher weißt du denn das?" Bald darauf trennten sie sich, und für Den Nest des Tages war Fred ein sehr nachdenklicher Mann. Mit Einbruch der Dunkelheit hatten seine Pläne bestimmte Formen angenommen. Er kleidete sich mit Sorgfalt um und machte sich in der Richtung nach Dem StranD auf Den Weg. Neben seinen sonstigen Talenten besaß er auch noch Die Erfahrung eines vollendeten Schürzenjägers. Für jedes junge Mädchen, das nach Hause eilte, hatte er ein stets bereites Lächeln, und trotz vieler Abweisungen bereitete ihm jede neue Eroberung ein besonderes Vergnügen. Zwischen St. Martin und der Ecke zum Strand hatte er kein Glück. Entweder waren die jungen Mädchen, die ihm begegneten, wenig anziehend oder schon in männlicher Begleitung, aber gegenüber Dem Morley-Hotel sah er, was er suchte. Er sah sie nur einen Augenblick im Schein der Straßenlampe und war von der seltenen Schönheit ihres Antlitzes gefesselt. Sie war allein. Fred drehte um und hatte sie in wenigen Schritten eingeholt. läge hat Das Nechneiamt nunmehr ein M i n * de st Programm vorgesehen, das hinter den Anforderungen der Schulbehörde erheblich zurückbleibt. Dieses Mindestprogramm Dürfte den städtischen Körperschaften in den nächsten Tagen zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 18. Juni. Wegen Beamtende» le i bi g u n g würbe ein vorbestrafter Kaufmann zu einer einwöchigen Gefängnis st rase verurteilt. Der Beleibigte war ein beamteter Arzt, der sich in bie Wohnung bes Stubers bes Angeklagten begeben hatte, um ersteren auf Ersuchen ber Staatsanwaltschaft auf feine Haftoerbüßungsfähig- keit zu prüfen. Dieser weigerte sich aber, sich untersuchen zu lassen, unb auch ber Angeklagte ließ nicht zu, baß ber Arzt in Tätigkeit trat, inbem er sich an bie Türe bes Zimmers seines Brubcrs postierte unb sich gegen ben Beamten in Beleibigungen erging, bie an Drohungen grenzten. Dem Arzt blieb schließlich, wollte er keinen Skanbal Hervorrufen, nichts anbe- res übrig, als feine Amtshandlung aufzugeben unb bas Haus zu verlassen. Deshalb war gegen ben Angeklagten auch Anklage wegen Beamtennötigung ergangen. Da ihm aber nicht nachgewiesen werden konnte, baß er burch Gewalt ober tatsächliche Drohungen — beibes sinb Voraussetzungen zur Strafbarkeit wegen biefes Vergehens — auf ben Arzt einzuwirken suchte, mußte seine Freisprechung erfolgen. Die Schwere ber sich meist auf bie Ausübung bes Berufs bes Arztes beziehenben Beleidigungen unb ihre Begleitumstänbe veranlaßten bas Gericht, wegen Beamtenbeleibigung auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen, mochte auch bie Erregung bes Angeklagten, ber glaubte, er müsse für seinen kranken unb nervösen Bruber auf seine, allerdings etwas ungewöhnliche Art eintreten, als Strafmilbe- rungsgrunb gelten. „Haben wir uns nicht schon mal getroffen?“ fragte er und lüftete seinen Hut. Aber mehr konnte er nicht herausbringen. Eine kräftige Faust hatte ihn am Kragen gepackt und zurückgerissen. „Fred, Fred, ich werde wirklich mal ernst mit 3hnen sprechen müssen,“ sagte die verhaßte Stimme Larry Holts, und Fred hatte erneuten Grund zur Beschwerde. „Haben Sie denn gar kein Zuhause, wo Sie hingehen können?“ jammerte er und setzte in schlechtester Laune feinen Weg den Strand hinunter fort. Die Sehnsucht nach Romanze war ihm vergangen, und in seinem Nacken fühlte er noch die Knöchel des Störenfriedes, der ihm diese Sehnsucht vertrieben hatte. Das junge Mädchen ging ihres Weges, ohne sich bewußt zu fein, daß Larry Holt hinter ihr gewesen war. Für sie war es keine ungewöhnliche Erfahrung, auf der Straße angesprochen zu werden, und sie hatte sich allmählich daran gewöhnen müssen. Sie wohnte in der Sharing Croß Road oberhalb eines Zigarrengeschäftes. Larry fah, wie sie die Tür öffnete und in dem dunklen Eingang verschwand. Er wartete noch einige Minuten und setzte dann seinen Weg fort. Das junge Mädchen hatte einen ganz außerordentlichen Eindruck gemacht. Er erzählte sich selbst, daß es nicht ihre zarte Schönheit war, das Weib in ihrer Person, das ihn anzog, sondern ihre ganz außerordentlichen Fähigkeiten, korrekt zu denken und korrekte Schlußfolgerungen zu ziehen. Hm ihm Gerechtigkeit widerfahren zu lassen: er glaubte das selbst. Als Mann war er nicht leicht zu beeinflussen. Schöne Frauen hatte er in seinem Leben genügend kennengelernt, schöne Frauen aus beiden Seiten jener Linie, die die Guten von den Bösen, die Ehrlichen von den Verbrechern trennt. 3n seiner 3ugenD hatte er seine kleinen Affären wie jeder junge Mann gehabt, war aber heil und unberührt aus ihnen hervorgegangen. Das waren so seine Selbstgespräche. An und für sich war es schon ungewöhnlich genug, daß. er die Notwendigkeit fühlte, sich selbst etwas zu erzählen. Aber die Tatsache war nun einmal nicht aus dem Wege zu räumen, daß er einen großen Teil seiner freien Zeit damit verbrachte, über Diana Ward nachzudenken. Hnd er kannte sie kaum länger als vierundzwanzig Stunden I Diana Ward dachte auf ihrem Nachhausewege nicht im mindesten an Larry. Ihre Gedanken waren vollkommen mit Den Problemen beschäftigt, die der Fall Stuart darbot. Sie hatte das Gefühl, daß man mit dem Auffinden von Clarissa auf dem richtigen Wege wäre, um die Todesursache Stuarts und die Veranlassung zu diesem schrecklichen Verbrechen zu erfahren. Spielausschuß des Deutschen Fußball Bundes stellte am Samstag bie Paarungen für bie Zwischen- runde am 30. Juni zusammen. Die acht noch startberechtigten Teilnehmer werben nunmehr folgende vier Spiele austragen: in Fürth: 1. F. E. Nürnberg — Tennis Bo- russia Berlin (Schiedsrichter Peters, Hamburg): in Dortmund (Stadion): F^C. Schalke 04 — Hertha B. S. C. (Schiedsrichter Maul, Nürnberg); in Altona (Stadion): Hamburger Sportverein — Spielvereinigung Fürth (Schiedsrichter Fisfene- werth, Köln): in Breslau: Breslauer Sport-Club 08 — Bayern München (Schiedsrichter Röhrbein, Berlin). Vorschlußspiele der D. T.-Meisterschasten. Fußball. To. Mannheim 1846 — Rhenania Essen 4:3 (3:1) nach Verlängerung. Es war ein äußerst hartes (Spiel, das sich Turnverein Mannheim 1846 unb Rhenania Essen um bie Qualifikation zu bem Endspiel um bie Fußballmeisterschaft ber DT. lieferten. Zu Beginn bes Spiels schien ber Sieg ber Mannheimer, bie in regelmäßigen Abständen drei Tore erzielen konnten, ohne weiteres sicher zu stehen. Erst in ber zweiten Spielhälfte brehten bie Essener mächtig auf. Es bauerte nicht lange, unb es ftanb bie Partie mit 3:3 remis. Auf beiben Seiten würben verzweifelte Anstrengungen gemacht, bas entscheidenbe Tor zu erzwingen. Man war babei in ber Wahl ber Mittel nicht immer wählerisch. Das führte bann bazu, baß in ber Verlängerung ber Schiedsrichter einen Spieler von Essen bes Platzes verwies. Mannheim, bas bereits vor biefer Disqualifikation des gegnerischen Spieles ein viertes Tor geschossen hatte, konnte bann seinen Vorsprung sicher behaupten. Handball. Io. Friesenheim — Io. Oppum-Krefeld 2:1 (1:1). Zu bem Vorlchlußspiel um bie Hcmbballmeister- schaft ber Deutschen Turnerschaft trafen in Ludwigshafen zwei ebenbürtige Gegner in bem Tv. Friesenheim und Tv. Oppum-Krefelb zusammen. Die Sübbeutschen waren in ber ersten Spielhälfte burch ihre bessere Ballbehanblung unb reifere Kombination ihrem Gegner leicht überlegen. Die Westbeutschen tarnen nur langsam in Fahrt. Wenn sie auch in ber zweiten Halbzeit bie Friesenheimer vorübergehend in bie Defensive zurückbrän- gen konnten, so war bennoch ber Sieg ber Süb- deutschen auf Grunb ber besseren Gesamtleistung verbient, bie durch einen Durchbruch, der für bie Krefelber öerteibigung überraschend kam, ihren Siegestreffer erzielen konnten. Schuhmacher (Weinheim) war bem Spiel ein gerechter Leiter. Baden-Badener Automobittnrnier. Die Schönheilskonkurrenz. Nahezu 300 Fahrzeuge waren zu der Schönheitskonkurrenz des IX. Baden-Bade- ner Automobil-Turniers gemeldet worden, die erstmals gesondert nach Fabrik- und Privatwagen bewertet wurde. An erster Stelle rangierte Mercedes-Benz, denn von 33 vorgeführten Wagen wurden 24 mit einem ersten und 5 mit einem zweiten Preis ausgezeichnet. Es folgen dann bie Wagen von Opel (Rüsselsheim), Horch (Zwickau), Wanderer (Chemnitz), Röhr (Darmstadt), die alle sehr erfolgreich abschnitten. Bei Der Schönheitskonkurrenz für Privatwagen des Baden-Badener Automobilturniers wurden die folgenden Marken mit Den ersten Preisen bedacht. (Die in Klammern angegebenen Zahlen geben Die Zahl Der beteiligten Wagen an): Mercedes-Benz 12 Erste Preise (19); Opel 6 (14); Brennabor 2 (10); Wanderer 3 (9); Röhr 2 (7): Horch 1 (7); Cadillac 6 (6); RAG. Sie schlug die Haustür zu und ging langsam Die dunkle, enge Treppe hinauf. Sie bewohnte Die oberste und billigste der drei kleinen (Stagen* Wohnungen, Die über Dem Zigarrenladen lagen, und wußte, daß Die Mieter Der beiDen anderen Wohnungen für das Wochenende aufs Land gefahren waren. Die erste Etage bewohnte ein unverheirateter Regierungsbeamter, dessen vergnügte Gesellschaften sie gelegentlich im Schlafe störten. Ein Künstler, Der für Zeitungen arbeitete, bewohnte mit seiner Frau Die zweite Etage, und sie hatte keinerlei Grund, sich über diese Mieter zu beklagen. Diana war schon in Der zweiten Etage angelangt und im Begriff, Die beiden letzten Treppen hinaufzugehen, als sie plötzlich stehenblieb. Sie glaubte, ein Geräusch gehört zu haben, ein leises Knacken, das sie mehr gefühlt als gehört hatte. Sie wartete einige Augenblicke und mußte Dann selbst über ihre Nervosität lächeln. Sie hatte dieses Knacken, diese leichten Geräusche schon öfter gehört, war sich aber klar geworden, daß Dies nur auf reiner Einbildung beruhte und hatte ihre Furchtsamkeit bemeistert. Trotzdem ging sie aber noch langsamer nach oben und erreichte Den obersten Treppenabsatz, von dem einige wenige Stufen zu ihrer Wohnung führten. Der Treppenabsatz war breit, und mit einer gewissen Herausforderung streckte sie Die eine Hand in das Dunkel, als ob sie einen verborgenen Eindringling packen wollte. HnD Dann erstarrte ihr Blut zu Eis. Ihre Hand hatte den Mantel eines Mannes gestreift! Gellend schrie sie auf, aber im gleichen Augenblick preßte sich eine riesige, rauhe Hand auf ihr Gesicht, ihren Mund und drückte sie langsam nach fjinten. Sie sträubte und wehrte sich mit all ihren Kräften, aber der Mann, der sie päckte, hatte übermenschliche Kräfte, feine Arme legten sich um sie wie stählerne Zangen. Ihr Wider* ftanb erschlaffte, und für einen Augenblick lockerte sich der Druck der sie umklammernden Arme. »Flau", fragte eine heisere Stimme. Eine Hand fühlte über ihr Gesicht, und Der Griff des anderen Armes lockerte sich ein wenig mehr. Mit einem plötzlichen Sprung riß sich das junge Mädchen los, flog Die letzten Stufen empor, riß die Tür auf und warf sie im gleichen Augenblick wieder zu. Der Schlüssel steckte auf der Innenseite. Mit einem ©efüftl der Dankbarkeit, daß sie niemals Die Angewohnheit hatte, ihr Zimmer beim Fortgehen von außen zu verschließen, drehte sie den Schlüssel herum. Sie rannte durch das Zimmer, schaltete das Licht ein, riß ein Schubfach heraus, und aus diesem einen kleinen Revolver. Diana Ward stammte aus einer Familie, in der man nicht so leicht den Mut verlor — wenn auch mit klopfendem Herzen — sie rannte zur Tür zurück und riß diese auf. (Fortsetzung folgt.) Tumen, Sport und Spiel. Fußball-Länderkampf Deutschland-Schweden 3:0(l:0) Deutschlands jüngste Erfolge in seinen Fußball- Länderspielen fangen an, berechtigtes Aufsehen zu erregen. Nach Den prächtigen Siegen über die Mannschaften Der stärksten Fußballstaaten Des europäischen Kontinents unD Dem ebenso wertvollen Unentschieden gegen Schottlands Berufsspieler kann nunmehr von einem glänzenden deutschen Trium ph über Die schwedische Nationalelf berichtet werden. Schweden, Der schwerste Gegner unter Den Nordstaaten, hat seither Deutschland Die größten Schwierigkeiten bereitet unD von sieben Kämpfen sechs gewinnen können. Der nunmehr am gestrigen Sonntag vor 63 000 Zuschauern im Kölner Stadion ausgetragene Länderkampf wurde von Deutschlands Auswahlmannschaft mit 3:0 Toren klar und einwandfrei gewonnen, nachdem sie das ganze Treffen hindurch jederzeit und in jeder Beziehung überlegen war. An dem stolzen Erfolge gibt eS nicht das Geringste auszusetzen, er hätte sogar sehr leicht noch beträchtlich höher ausfallen können, wenn die Gäste nicht zeitweilig ihre bekannte Abseitstaktik erfolgreich angewandt hätten. Zudem wurden nicht weniger als vier von Deutschlands erzielten Toiken wegen Abseits bzw. wegen Handspiels nicht anerkannt, was immerhin erkennen läßt, daß es Den Deutschen über Die Drei zur Wertung gelangten Erfolge hinaus an Torgelegenheiten nicht gefehlt hat. Das erste Tor für Deutschland fiel Mitte Der ersten Halbzeit Durch Hoffmann, Dresden, nach einer Vorlage Knöpfles Mitte Der zweiten Halbzeit fiel der längst verdiente zweite Treffer durch den gleichen Torschützen, der sogar zwei Minuten vor Schluß auch noch das Dritte Tor erzielte. Heber Die Deutsche Mannschaft gab es nur ein Wort Des Lobes. Das Zusammenspiel im Sturm klappte sehr gut, Die Läuferreihe Deckte aufmerksam und legte Die Bälle geschickt nach vorne vor. In Der Verteidigung fiel die Regsamkeit und Ballsicherheit beider Leute auf, und Kreß im Tore machte einen sehr zuverlässigen Eindruck. Die Schweden hatten im Sturm große Schwächen. Nur N y D e l l lieferte das erwartete gute Spiel. Die übrigen Leute konnten sich nicht durchsetzen. Die Läuferreihe war durch Abwehr überlastet. Dagegen waren beide Verteidiger und Der Torwart sehr gut unD an Der NieDerlage schulDlos. Der spannende Kampf wurde von Braun, Wien, einwandfrei geleitet. Am Schlüsse wurden Die Deutschen Spieler stürmisch gefeiert. Schalke 04 westdeutscher Fußballmeister. Im Entscheidungsspiel um Die westdeutsche Fußball-Meisterschaft trug der Ruhrbezi ksmeister Schalke 04 am gestrigen Sonntag in Essen auf Dem Echwarz-Weißplah vor 25 000 Zuschauern einen zwar knappen, aber verdienten 2:1- ^Halbzeit 1:1- Sieg über Den Meidericher Spielverein davon. Schalke ist damit zum ersten Male westdeutscher Fußballmeister geworden. Deutsche Fußballmeisterschaft. Die Spiele der Zwischenrunde. Der anläßlich des Fußball-Länderspieles Schweben gegen Deutschlanb in Köln vollzählig versammelte Protos 1 (5); Stoewer 1 (4); Deneral-MotorS 1 (4); Minerva 2 (3); Paccard 2 (3); Adler 1 (3); Rolls Roys — (2); Isotto Fraschini 1 (1); Graham Paige 1 (3); Stutz 1 (1); Austro Daimler 1 ;(1); Mannesmann 1 (1); Steyr 1 (1); Pierre Arrow 1 (1). Mrlsch-st. Anhaltende Erleichterung am Geldmarkt. Die Rückkehr normaler Verhältnisse am Geldmarkt hat in der Derichtswoche weitere Fort- schritte gemacht. Vorübergehende Versteifungs- »erscheinungen, hervorgerufen durch die Abwicklung des Medio und vor allem durch die Anforderungen des rheinischen Zahltages vom 20. d. M., können den Eindruck nicht verwischen, daß die Erleichterung de r G e l d Marktlage weiter gewachsen ist. Die Vorbereitungen für den Ultimo, der diesmal gleichzeitig Halbjahresultimo ist, werden mit größter Sorgfalt ohne besondere Schwierigkeiten fortgesetzt. Das Geschäft am Privat diskont- martt war nur sehr gering; dies hängt Wohl damit zusammen, daß die Sätze des Geldmarktes infolge der hohen Bankzinsen trotz der offensichtlichen Erleichterung auf einem hohen Stande bleiben. Solange die VankUnsen nicht dem Diskontsatz angepaßt werden, o. h. in ihre normale Relation zu diesem gebracht Werderi, wird hierin keine Aendcrung eintreten. Die Forderung nach Rückgängigmachung der Verte u e - rung der Vankzinsen ist daher eine selbstverständliche, zumal da von Krcditrestriktionen der Reichsbank nicht mehr die Rede sein kann. Es ist anzunehmen, daß die Banken unmittelbar nach dem Ultimo einem entsprechenden Beschluß nähertreten werden. Denn nach der Ueberwindung des Ultimo wird auch die Politik der Reichsbank klar festgelegt werden können. Die Entwicklung am Devisenmarkt seit dem Medio läßt den Schluß zu, daß die Reichsbank auch weiterhin größere Devisenbeträge aufnehmen konnte, so daß sie durchaus für die Ansprüche des Halbjahrs- Ultimo gerüstet ist. Hinzu kommt die S ich erst ellungdesKassenbedarfesdesRei- ch e s durch den Abschluß eines 50-Mill.-Dollar- Kredites mit einer deutschen Bankengruppe. Infolgedessen braucht das Reich den Geldmarkt zum Ultimo nicht in Anspruch zu nehmen, es käme nur die Ausgabe von Reichsschahwechseln in Betracht, deren Umfang aber, da das Kontingent bereits stark ausgenuht ist, nur gering sein kann. Da sonst die Ultimo-Vorbereitungen früh und umfangreich begonnen haben, ist mit einer glatten Ueberwindung des Ultimo zu rechnen. Cs kann sogar, wie schon einmal, der Fall eintreten, daß sich eine Ueberdispotion herausstellt. Befürchtungen hinsichtlich einer Diskonterhöhung der Dank von England haben sich als nicht berechtigt ergeben, da sie in der Lage ist, aus ihrem erheblichen Goldbestand auch größere Gold- abgaben vorzunehmen. Auslandgeld wird in letzter Zeit wieder verstärkt angeboten, allerdings zu Zinssätzen, die bei der wachsenden Erleichterung des deutschen Geldmarktes als zu hoch bezeichnet werden müssen. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 22. Juni. (Großhandelspreise unverzollt und ohne Fracht.) Die allgemeine Tendenz war stetig. Nachstehende Preise waren zu hören: Bulgarische 9,25 bis 9,75, Holländische 9,50—12,50, Jugoslawische 9,75 bis 9,90, Polnische 7,60—8,20, Russische 8.75 bis 10,00, Dänische 10,00—12,75, Belgische 10,00 bis 10,50, Französische 10,00-11,00, Schlesische 9,50 bis 10,25, Bayerische 9,75—10,00, Norddeutsche 9,75—10,50, und Rumänische 9,75—9,00, alles pro Stück in Pfennigen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 24. Juni. Tendenz gedrückt. Auch zu Beginn der neuen Woche war keine w e - fentliehe Geschäftsbelebung festzuftellen, da Anregungen fast gar nicht vorlagen. Hinsichtlich des bevorstehenden Ultimos war man zurückhaltend und schritt eher zu Abgaben; es ergaben sich zumeist Abschläge bis zu 2 v. H. Auch der wieder a n - gespannte Geldmarkt wirkte nachteilig, zumal gegen Monatsende eine fühlbare Anspannung eintreten dürfte. Man befürchtet, daß sich dies ungünstig auf die Ultimoentwicklung auswirken könnte. Die Abgabeneigung nahm aber nur in einigen Werten größeres Ausmaß an. Am Elektromarkt waren Schuckert mit minus 2 v. H. etwas stärker angeboten. Siemens verloren 1,5 v. H. AEG. und Mansfelder blieben knapp behauptet. Licht 8t Kraft eröffneten kaum verändert. Am Chemiemarkt war das Angebot heute nicht sehr groß. Farben gaben 1,25 v. H. nach, Scheideanstalt aber gut behauptet. In Harpe- ner lag am Montanmarkt ziemlich Angebot vor, so Harriman in Oberschlefien. Die von der W. A. H a r r i m a n & C o. Inc. vor Jahresfrist eingeleiteten Verhandlungen über eine Einflußnahme auf einen Teil der polnischoberschlesischen Eisenindustrie Harriman sind zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. Die Firma W. A. Harriman & Co Inc. gründete vor kurzem unter Mitbeteiligung anderer Reu- yorker Banken die „Consolidated Sile - sian Steel Corporation", eine Gesellschaft, welche mit. einem Kapital von 300 000 Stück Vorzugsaktien ohne Nennwert und 1 250 000 Stück common shares ausgerüstet ist. Diese Gesellschaft erwarb die Majorität der Vereinigten Bismarckhütte und Katto- w i h e r QI.-®, und ebenfalls die Majorität der Vereinigten Königs- und Laura- Hütte. Wegen Erweiterung dieses Besitzes verhandelt die Consolidated Silesian Steel Corporation noch mit einer anderen Aktionärgruppe. > Die Auflegung einer Anleihe zugunsten der ober- I schlesischen Werke ist bei Eintritt einer günstigen Lage des Neuyorker Marktes in Aussicht genommen. Den Vorsitz in der Consolidated Silesian Steel Corporation führt W. QI. Harriman persönlich. Ferner gehören dem Board of directors an: Percy Rockefeller, George S. Franklin in Firma Cotton & Franklin, F. QI. Goodhue, Präsident der International Accep- tanctz Bank, P. N. Paul, Vizepräsident der 2. Henry Schroeder Trust Company, G. H. Wal- kek, Präsident der W. QI. Harriman & Co. Inc., und Irving Rossi, Vizepräsident der W. QI. Harriman & Co. Inc. Der Eintritt der Harrimangruppe bedeutet in keinem Falle die völlige Ausschaltung der bisherigen Interessenten, vielmehr wir- die Harrimangruppe mit den bisherigen Gruppen eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Erweiterung der Unternehmungen anstreben. I.-G.-Farben-Tagung. Am Samstag fand in Frankfurt a. M. die ordentliche Generalversammlung der I. - G. - Farbenindustrie statt. Dabei wurde einleitend folgender Bericht von Geheimrat Bosch erstattet: Innerhalb der I.-G. und des Leunawer- kes wurden im Geschäftsjahr 1928 rund 3 4 8 Millionen Mark an Löhnen und G e - hältern gezahlt. An sozialen Lasten, zu deren Tragung die Firma gesetzlich verpflichtet ist, wurden 18,5 Millionen Mark oder 5,32 v. H. der Brutto-Lohn- und Gehaltssumme gezahlt. Dazu kommen noch die übrigen freiwilligen Wohlfahrtsausgaben einschließlich Pensionskasse in Höh« von 28,7 Millionen Mark gleich 8,26 v. H. der Lohn- und Gehaltssumme Das ergibt insgesamt Aufwendungen von 47,2 Millionen Mark, oder 13,58 v. H. der Lohn- und Gehaltssumme, oder 433,90 Mark auf den Kopf der Durchschnittsbelegschaft. Die Geschäftslage des Unternehmens ist trotz der wenig befriedigenden allgemeinen wirtschaftlichen Berhältnisse in Deutschland als durchaus günstig zu bezeichnen. Die Arbeiten über Hydrierung von Kohle und Teeren sind auch im Jahre 1928 planmäßig fortgeführt worden. Wir werden die bisherige Produktion an Benzin im Laufe dieses Jahres weiter steigern können. Der Absatz des Leuna-Benzins vollzieht sich glatt, und das Produkt erfreut sich eines sehr guten Rufes auf dem Brennstoffmarkt. Die von der Standard Oil Company of New Jersey errichtete Versuchsanlage zur Verarbeitung von Destillations - und Krackrückständen und asphalt- und schwefelreichen Oelen nach unserem Verfahren ist mit Erfolg in Betrieb genommen worden. Eine Großanlage der Standard Oil Company soll bis Ende dieses Jahres in Betrieb kommen. Die formellen Verhandlungen über ein Z u ■ fammengehen mit der Standard O i l Company of NewJerfey find soweit durchgeführt worden, daß der Abschluß des Vertrages demnächst erfolgen kann. Die Anwesenheit des chilenischen Finanzministers Don Pablo Ramirez in Berlin gab Veranlassung, die Lage der S t i ck st o f f w i r t s ch a f t der Welt mit den chilenischen Herren zu besprechen. Die Besprechungen werden noch fortgesetzt mit der Absicht, in Zukunft die großen Gemeinschaftsfragen zwischen der chilenischen Salpeterindustrie und der s y n t h e t i - sch en Stickstoffindustrie nicht mehr getrennt, sondern zusammen zu behandeln. Oie Aussprache. Nach den Ausführungen Geh.-Rat Boschs verlangte Aktionär Dr. T e n h a e f s (Köln) nähere Einzelheiten über die Vorräte der Gesellschaft, die Umsätze, namentlich auf dem Gebiete der Kunstseide, die wahrscheinlich oorgenommenen Thesaurierungen und über die Neugründungen in der Schweiz und in Amerika. Die Publizität im Geschäftsbericht sei gegen das Vorjahr zwar etwas gebessert, es bleibe aber noch viel zu wünschen übrig. Die Masse der Kleinaktionäre, die schätzungs- weise noch mit einem Drittel am Aktienkapital beteiligt sei, hätte Anspruch auf eine klare Darlegung der schnellen und anscheinend günstigen Entwicklung des Konzerns. Sodann forderte Dr. len« haeff eine Herabsetzung der A. R.-Tantieme; es müßten mindestens 6 v. H. Vordividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden, bevor die Tantieme vergütet werde. Der Vorsitzende, Geheimrat D u i s b e r g , erklärte in seiner Erwiderung, daß die Gesellschaft schon an die äußerste Grenze der Publizität gegangen sei. Eine Angabe weiterer Zahlen sei mit Rücksicht auf die Konkurrenz unmöglich, lieber die beiden ausländischen Neugründungen sei augenblicklich nicht mehr zu sagen, als bereits in den Prospekten enthalten sei. Die Vorräte seien infolge des verspäteten Frühlings und der gesteigerten Produktion, namentlich des Stickstoffs, so hoch, im übrigen befleißige sich die Verwaltung, sie möglichst niedrig zu halten. Weder Aufsichtsrat, noch Vorstandsmit« glieder erhielten, im Gegensatz zu Dr. Tenhaeffs Vermutung, Tantiemen von ausländischen Gesellschaften. Geheimrat Schmitz erklärte noch, daß die Verwaltung bestrebt sei, hinsichtlich der beiden Aus- landgründungen, Den deutschen Aktionären genau so schnell Aufklärung zu geben, wie den Amerikanern und Schweizern. Nach einer dann von Geheimrat Dulsberg abgegebenen Erklärung, daß die Beibehaltung der 12prozentigen Dividende aus allgemein wirtschaftlichen Gründen erfolgt sei und daß er auf seiner Weltreise die Ueberzeugung gewonnen habe, daß, besonders in verschiedenen amerikani- schen Kreisen, entgegen der in Deutschland herrschenden Meinung, das Interesse für Deutschland nicht sehr rege sei, so daß auch schon aUs diesem Grunde eine vorsichtige Dividendenpolitik getrieben werden müsse, zog Dr. Tenhaeff seinen Antrag auf eine Erhöhung der Dividende auf 13 v. H. zurück. Die Generalversammlung beschloß hierauf einstimmig die Verteilung einer Dividende von 12 v. H. (wie im Vorjahre). Der Vorsitzende entzog nach Befragung der Versammlung Dr. Tenhaeff das Wort, der, wie bereits in der vorjährigen Generalversammlung, Angriffe gegen Verwaltungsmitglieder richten wollte. Er stimmte gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat und gab Protest zu Protokoll. daß hier ein Verlust von 2,5 v. H. eintrat. Die übrigen Werte dieses Marktes gaben bis zu 2 v. H. nach. Nur für Mansfelder erhielt sich lebhaftes Interesse, bei einer Besserung von 2 v. H. Banken lagen meist bis 1,5 v. H. niedriger. Nur Commerz-Bank gaben etwas nach. Reichsbank waren nach der Ab- schwächungg an der Samstagsbörse rege gesucht und 1,25 o. H. fester. Am Automarkt eröffneten Daimler 1,5 v. H. höher. Adlerwerke bis 1,75 v. H. schwächer. Die höheren Absatzzifsern hatten am Kalimarkt keine Anregung zur Folg«. Es traten hier Rückgänge bis zu 2 v. H. ein. Am Glanzstoffmarkt schrumpfte das Angebot ein, doch traten infolge der allgemein schwächeren Lage Rückgänge bis zu 2 v. H. ein. Renten still. Deutsche Anleihen leicht gedrückt. Von Ausländern Anatolier etwas gesucht und höher. Im Verlaufe schrumpfte die Geschäftstätigkeit noch mehr zusammen, doch wurden auf der anderen Seite verschiedentlich Rückkäufe vorgenommen, so daß sich das Kursniveau um Bruchteile eines Prozentes bessern konnte. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,5 v. H. erneut leidster und eher angeboten. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1910, gegen Pfund 20,321, London gegen Kabel 4,8480, gegen Paris 123,95, gegen Mailand 92,66, gegen Madrid 34,20, gegen Holland 12,0740. Berliner Börse. Berlin, 24. Juni. Nachdem es vormittags von Bureau zu Bureau noch eher freundlicher ausgefehen hatte, zeigten die ersten Notierungen der heutigen Mittagsbörfe wieder Neigung zur Schwäche. Der Grund hierfür waren Wohl weniger verstimmende Momente, als noch vorgenommene Positionslösungen und Prämienverkäufe zum morgigen Liquidationstage. Das Geschäft war wieder äußerst gering, da die Qlufträge seitens der Spekulation einen Tag vor der Schiebung nicht groß waren, zumal, wie man hört, die Verbilligung des Reportgeldsatzes um 0,5 Proz. mehr als ausgeglichen wird durch die Länge des nächsten Monats. Kaliaktien waren, obwohl der weiter steigende Kaliabsah mit 'Befriedigung festgestellt werden konnte, nicht erwähnenswert lebhaft. Bei Montanwerten konnte sich die Ab- lehnung des Ruhrschiedsspruches seitens der Qlr- beitnehmer nicht ungünstig auswirken, da er trotzdem angenommen werden dürfte. Während die Rückgänge im allgemeinen nicht über 1 Prozent hinausgingen, verloren Rheinische Braunkohlen 3 Prozent, AEG. 3,75 Prozent, Löwe 3,5 Prozent, Glanzstoff 4 Prozent und Kautschuk 2 Prozent usw. Reichsbank-Aktien 3 Prozent fester. Auch Marisfelder lagen verhältnismäßig fest, ohne daß eine nennenswerte Kursveränderung eintrat. Man sprach wieder von Aufkäufen in diesem Papier. Der Montanmarkt war im übrigen gut gehalten. Deutsche Anleihen uneinheitlich. Neubesihanleihe schwächer. Ausländer geschäftslos. Pfandbriefmarkt eher zur Schwäche neigend. Geldmarkt wenig verändert. Tagesgeld 6,5 bis 9 Prozent, Monatsgeld 9,5 bis 10,5 Prozent. Warenwechsel 8,5 Prozent. Auch nach den ersten Notierungen neigte die Tendenz zunächst noch weiter zur Schwäche, da erneut Befürchtungen auftraten, daß Stresemann auch heute nicht im Reichstag sprechen würde. Dieses Mißverständnis wurde durch die Untersagung der Rundfunkübertragung seiner Rede hervorgerufen, und als bekannt wurde, daß er bereits gesprochen habe, traten allgemein Erholungen ein, die bei Spezialwerten über 1 Prozent hinausgingen. Reichsbank plus 1,75 Prozent, R.W.E. plus 2,5 Prozent, Salzdethfurt plus 2 Prozent. Nur Farben lagen unter Druck. Teilweise wirkten hier wohl noch die Ausführungen auf der Generalversammlung nach, anderseits war man sich über das Zeichnungsergebnis auf die I.-G- Chemie nicht im klaren und weil man in der Presse lesen konnte, daß trotz der Ueberzeichnung die neuen Aktien außerbörslich bereits zum Emissionspreis cmgeboten seien. Auch im weiteren Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 24. Juni. Zum Wochenbeginn hatte die Tendenz ein festeres Aussehen, das durch erneut höhere Auslandsnotierungen hervorgerufen wurde. Eine nennenswerte Geschäftsbelebung trat jedoch nicht ein. Nur vereinzelte Getreidesorten konnten davon etwas profitieren. Die höheren Forderungen der Provinz wurden nur zögernd bewilligt. Weizen, Mais für Futterzwecke, Weizenmehl (niederrheinische Qualität) und Roggenkleie bei nachgebendem Preise im Vordergrund. Es wurden notiert: Weizen 23,75; Roggen 21,75 bis 22; Sommergerste für Drauzwecke 23; Hafen- inländischer, 22, Mais (gelb) für Futterzwecb 20,25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 33 Roggenmehl 28,'5—29,25; Weizenkleie 10; Roo genfleie 11,25; Erbsen, je nach Qualität fv Speisezwecke 33—50; Linsen, je nach Qualitc für Speisezwecke, 40—110; Heu, süddeutsches, gul gesund, trocken, 12—12,5; Weizen- und Roggen stroh, drahtgepreßt, 5,25—5,50; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt, 5; Treber, getrocknet, 16,50—17. Tendenz: befestigt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. QU., 24. Juni. Auftrieb: 1565 Rinder (darunter 396 Ochsen, 106 Bullen, 633 Kühe, 430 Färsen), 680 Kälber, 21 Schafe, 4315 Schweine. Es wurden notiert: Rinder (Ochsen): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 60 bis 62 Mk., (ältere) 57 bis 59; sonstige vollfleischige (jüngere) 50 bis 56; (Dullen): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 55 bis 59; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 50 bis 54; (Kühe): jüngere, vollfleischige oder ausgemästete 42 bis 47; fleischige 35 bis 41; gering genährte 25 bis 34. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 76 bis 79; mittlere Mast- und Saugkälber 70 75; geringe Kälber 62 bis 69. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 81 bis 83; von etwa 160 bis 240 Pfund 82 bis 84; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 78 bis 81 Mk. — Marktverkauf: Rinder langsam, Ueberstand. Schweine ruhig, ausverkauft. Fettschweine schwer verkäuflich. Kälber ruhig, geräumt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlvffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinssuh 8,5 Prozent. Frankfurt o. M. Berlin granffutt a M. Berlin Schluß- i-ntjp Schlup Anfang Schluß- 1 Uhr- Schluß- Anfang- Rur e Rute Kurs Rute Rute Rure Rute Rurs Datum 22.6. 24.6. 22 6. 24 6. Datum 22.6. 24.6. 22-6. 24-6. 6% $L RekfjSanletlje o. 192 < 87,25 — 87,5 — A.E.Ä........ . . . . 8 192 191,5 191,9 191,75 Dl. Anl^Adldi.-Schuld mü SU3- Bergmann..... . . . . 9 220,5 —— 220,5 220,5 lo).-iHed)tcn 50,9 — 50,9 51 (äeftr. Lieferungen. . . . . 10 159 — 157,9 —— DeSgl. ohne Auslos.-Rechte 1% granlf. Hyp.-Bk «olbps. un- 10,6 10,5 10,7 10,4 . . . 10 218 218 218 —— gelten 4 Guilleaume. . . . . k 134 — 134,5 134 kündbar bis 1932 85,75 — — Ges. s. Elektt. Untern.. . . . 10 222 221,5 223,25 223,25 4V,% Rheinische Hyp.-Bank ßtqu.- Hamb. Elektr. Werke . . . . 10 — — — 139,25 «olbvi. 78,75 — Rhein. Elektt..... . . . . 9 162,5 —— 160,5 —— 6LC.®. ada. Bortrteßfl.Obligation., rückzahlbar 1932 Schief. Elektt. . . . . . . 10 —— 194 193,25 90 — — — . . . . 8 342 240 240,5 240,25 4% Schwel,. BundeSb^ÄUU.. 4% Oesterrelchllche Boldrle.. . . 2,5 — 30,13 2,6 — Siemens & Halske . . . . . 12 . . . . 8 . . . 10 399 169 397,5 398,5 144,5 170 397,5 145 4,20% Gelten, -silberne..... 4% Oesterreich, einheill. Rtr. — Buderus . . . . . . . b — 73,5 72,75 4% Ungariiche ©olbrte. — — 23,5 23,5 Deutsche Erdöl . . . . . . . 6 116 — 116,4 116,13 4% Ungarische SlaatSr. v. 1910 — — 20.5 — Essener Steinkohle . . . . . . 8 —— — 128.25 — 4ft% desgl. von 1913 22,13 — Gelsenkirchener . . . l. y, 1.4 138,5 137 137 137,25 4% Ungariiche Kronenrle.. . — — 1,9 1,9 , . . . 6 145,75 143,5 143,65 144,5 4% Türk. Zollanleche v. 1911 . - 8,13 8,15 8,3 — Hoesch Eisen..... . . . . 8 128,25 128,5 4% Türkische Bagdadt-ahu-Anl., 8,5 . . .. 8 223 —— 220,75 — Serie 1 — — 8,1 jusdnerroerte . . • • . . . . T 106,75 — 106,13 105,5 4% desgl. Serie 11 —- — 8,13 — Köln-Neuessen. . . • . . . . 9 — 126,5 126,25 4% Rumänen conoert Rte. ■ . — — — — Mannesmann . . . . .... 8 120,5 120 119,9 120 4Vi% Rumänen «olbanL von 1918 — — 17,5 — Mansfelder..... 139 142 141,25 Oberschles. Eisend. Bedarf. . . b 84 — «Up. Deutsche (SDenbabn 4J4 Hamburg-Amerika Paket . . . k Hamb.-Südam. Dampfsch. . - 6 Hansa Dampllchisj . . 10 Morbbcutfdjer Lloyd ... 9 Wg. Deutsche Cteditanft. . . 10 119,75 110,75 128,25 118,75 110 119,75 151,25 110,65 128,75 119,13 152,25 110,25 128,75 Obetschles. Rokswerke . . . . 6 Phönix Bergbau......5% Rheinische Braunkohlen ... IO Rheinstabl s. % Jahr 4% Riebeck Montan......7,2 Bereinigte Stahl«......e 96 294 127,5 102 944 126 111,13 94,9 294,5 127,5 101 111,25 94,75 291,5 126 101,5 8armer Bankverein 10 Beniner HandelSgesellsch. . 12 Lommerz- uni Privat-Bank 11 Darmst. u. Nationalbank 12 131 224 186 276,5 130,5 224 186,5 131,25 223,5 186 275,25 131 223 186,5 275,5 Roll Aschersleben . . RaH Westeregeln. . . Kaliwerk Salzdetfurth ... 10 ... 10 . . . 1b 70,5 243 409 249,5 407 70,5 242,5 250 406,5 241,75 250,5 405,75 Deutsche Bank 10 172,5 171,25 173 172 3. ® Farben.Znvustrtt ... 12 250,75 249,5 250,5 250 Diskonto-Gesellschast DU.. 10 157 — 157 156,5 Dynamii Nobel . . . . . . . b 117 Dresdner Bank - - 10 163,5 163 163,5 163,5 Scheideonnalt . . . . .... 9 160 160 _ Mitteldeutsche dtebitbanl ... 9 — — — — Goldschmidt . . . . . . . . & 75,25 _ — —- — Rütgerswerke . . . . . . . . 6 89,5 87,25 88,25 j 87 .................« 330 331,5 331 331,75 Metällgeiellichaft. . . ... 11 128 128 129 1 128,5 Frankfurt a M. | Berlin Berlin, 22- Juni Geld Brief Französische Noten..... - Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oe sterr, i 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten . .... Devisenmarkt Berlin Telegraphifche 16739? 167,76 21,935 111,33 58,86 2,50 111,98 80,57 58,93 12,40 72,80 - Frankfur Auszahli 16,455 168,44 22,015 111,77 59,10 2,52 112,42 80,89 59,17 12,46 73,10 t cu M. Ling. Schluß- l-Uhr Rute । Rure Schluß- Kurs Anfang. Kurs Datum 22.6. | 24-6. 22.6. 24 6. Phllrpp Hvlzmann......< Heidelberger Gement .... 10 Gement Karlstadt ...... 8 Wayß & Freitag......10 Schultheis Patzenhofer ... 15 Ostmerle.........12 Bet. Glanzstoff ...... 18 Bembetg.........14 Zellstoss Waldbos.....12 Sellftofi Aschaffenburg ... 12 Eharlottenburger Wasser ... 7 Dessauer Gas . . 8 Daimler Motoren......0 Deutsche Maschinen»Fabrik . . o Adlerwerte Klever......6 Ludw. Loewe.......10 Not. Automobil.......0 Orenstetn & Koppel.....5 Leonhard Tiey.......6 Bamag-Meguin.......0 Franks. Maschinen......6 Grihner.........H Heyligenstaedt.......0 Lechwerke...... 8 Mainkrastwerke.......8 Mag...........10 Nekarsulmer........8 Peters Union........8 Gebt. Roeder.......10 Voigt & Haesfner......8 Südd. Zucker........8 Dan 112 138 175 446 252,25 187 58 52,75 48,4 70 106 106,13 129 116 144 knoten 444 250,25 185,5 59,25 51 127 143,5 113,5 101,75 312 251 448 347,25 252 186 111,75 212 58,5 51 52 209 279,5 47,75 71,5 121-9 127 221,5 146,75 113,5 310,25 251 445 346 250,25 111 211,25 50 51,5 205 27,5 91,25 277,5 122 22. Juni 24. Juni Amtliche Notierung Geld 1 Briet Amtliche Geld Dotierung Briet Amfl-» Rott- Bnen.-AtteS Brfl.-Antw. Chrrstiania. Kopenhagen Stockholm - Helsmgfors. Statten. • • London. . . Ncuyork . . Paris.... Schweiz .. Spanten • Japan • . . Rio de Ian. Wien in D-- Oest. abgeft Prag • ■ • • Belgrad • Budapest. . Bulgarien Lissabon Danzig. . . Konstantin. Athen. . Tanada Uruguay. Tatro • ■ 168,11 1,754 58,135 111,55 111,53 112,22 10,523 21,905 20,300 4,1875 16,37 80,95 59,22 1,840 0,496 '>8,855 12,409 7,359 72,98 3,027 18,75 dl,15 2,013 5,415 4,154 4,026 20,82 168,45 1,758 58,255 111,77 111,75 112,44 10,543 21,945 20,341 4,1955 16,41 80,755 59,34 1,844 0,498 59,975 12,429 7,373 73,12 3,033 18,79 81,31 2,017 5,425 4,162 4,034 20,86 168,13 1,754 58,10 111,53 111,51 112,20 10,522 21,90 20,296 4,187 16,37 80,575 59,22 1,838 0,496 58,84 12,408 7,359 72,98 3,027 18,73 81,16 2,018 5,425 4,152 4,026 20,817 168,47 1,758 58,22 111,75 111,73 112,42 10,542 21,94 20,336 4,195 16,41 80,735 59,34 1,842 0,498 58,96 12,428 7,373 73,12 3,033 18,77 81,32 2,022 5,435 4,160 4,034 20,857 Berlin, 22- Sunt (Selb «rief Amerikanische Not« ..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ........ Englische Noten........ 4,17 58,04 111,33 20,279 4,19 58,28 111,77 20,359